Review: Fullmetal Alchemist: The Sacred Star of Milos

Die Serie Fullmetal Alchemist erzählt die Geschichte zweier Brüder, die mit Alchemie ihre verstorbene Mutter wiederbeleben wollen, dabei jedoch ihre alte Körperform verlieren. Nun sind sie auf der Suche nach dem Stein der Weisen, um das rückgängig zu machen.

Während sie ihr Vorhaben am Ende ihrer Reise in die Tat umsetzen können, ist Fullmetal Alchemist: The Sacred Star of Milos in den Verlauf der Geschichte eingewoben und kann als verlängerte Episode angesehen werden. Die Handlung beginnt mit einem Gefängnisausbruch in Amestris.  Melvin Voyager ist auf der Flucht und stellt sich dabei den beiden Protagonisten Edward und Alphonse Elric entgegen. Durch den Einsatz einer bis Dato unbekannten und sehr mächtigen Form der Alchemie, kann Voyager entkommen, doch die Gebrüder Elric sind dem Flüchtling auf den Fersen. Ihre Spur führt sie mit der Eisenbahn in die Stadt Table City. Dort herrscht eine angespannte Stimmung, da ringsherum nach einem seltenen Artefakt gebuddelt wird und viele Familien deshalb ihr Haus verloren haben. Sie werden zudem vom Rest der Bevölkerung systematisch ausgegrenzt und rassistisch behandelt. Die Parallelen zu unserer Realität in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind unverkennbar. Somit geraten nicht nur Alphonse und Edward, sondern auch ihre neue Bekanntschaft Julia Crichton, zwischen die Fronten des Krieges. Schon bald erkennen sie, dass hinter dem Gefängnisausbruch noch mehr steckt, als sie eigentlich angenommen haben. Mehrere Wendungen und Entscheidungen der Charaktere sorgen dafür, dass die Handlung durchweg spannend bleibt.

Geschwisterliebe

Die eintretenden Wendungen in The Sacred Star of Milos passen sich hervorragend in das Gesamtbild ein. Somit wirkt nicht nur das Fullmetal-Alchemist-Universum glaubhafter, auch die Story selbst wird so immer wieder geschickt gedreht. Besonders interessant ist der Aufbau von Table City, doch dazu schaut ihr euch den Film am besten selbst einmal an. An Action mangelt es dem Film übrigens nicht, denn besonders die furiose Eröffnung am Anfang, lässt uns die Kinnlade runterklappen. Die beiden Brüder müssen mit ansehen, wie der Bösewicht in dem gleichen Zug sitzt wie sie und den Soldaten dabei helfen, ihn zu bekämpfen. Dass dann logischerweise auf den Dächern der Wagons gekämpft werden muss, ist dabei genau so klar, wie dass die Lokomotive danach nicht gestoppt werden kann und das Spektakel im Bahnhof erst enden kann oder eben nicht, doch dazu müsst ihr euch den Film auch hier selbst ansehen. Das Zusammenspiel zwischen Alphonse und Edward Elric funktioniert dabei bestens. Alleine durch ihre Wortwahl nehmen wir die Beziehung zwischen ihnen freundschaftlich und warm wahr. Die neuen Charaktere schaffen das leider nicht so ganz, da sie nur Sinn und Zweck für den Fortbestand der Geschichte sind. Zum Ende hin kracht es zwischen den Geschwistern noch einmal richtig, weshalb auch Ashley und Julia ihre Daseinsberechtigung erlangen.

Geschmackssache

Die Handlung des Films ist auch für jene zu verstehen, welche die Serie nicht kennen. Es ist aber definitiv von Vorteil, sich vorab über die grundlegende Handlung oder den politischen und militärischen Hintergründen des Fullmetal-Alchemist-Universum zu informieren. Der Stil des Films ist zwar eine reine Geschmackssache, doch wir finden, dass sich die Charaktere zu stark von den Hintergründen abheben und nicht immer den Eindruck erwecken, dass sie in die Welt gehören. Positiv ist da auch nicht, dass das Bild zwar in 1080p hochgerechnet wird, aber nicht über eine verbesserte DVD-Qualität hinwegkommt. Der Soundtrack hingegen besticht mit netten Klängen und jeweils einem schönen gesungenen Intro und Outro, doch vielen Fans missfällt die deutsche Synchronisation. Wer Fullmetal Alchemist zuvor noch nie gesehen hat, wird sich daran nicht stören. So halten wir die Synchronisation ansatzweise für gelungen, aber die japanische Originaltonspur (beide Tonspuren liegen in HD DTS 5.1 vor) wirkt um einiges glaubhafter. Als Bonusmaterial liegt dem Werk einzig und allein nur der deutsche Trailer bei. Schwach. Der insgesamt 110 Minuten lange Film kann zwar optisch und akustisch nicht jedermann zufrieden stellen, doch inhaltlich braucht sich The Sacred Star of Milos nicht vor anderen Titeln zu verstecken.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Da ich die Serien und auch den ersten Film des Franchises noch nie gesehen habe, kann ich an dieser Stelle nur ein Urteil über den Film als solches abliefern. Inhaltlich übt das Werk Kritik an Ausgrenzung und Rassenhass, was ihn auf jeden Fall in gewisser Weise an der einen oder anderen Filmstelle pädagogisch wertvoll macht. Überwiegend ist der Titel jedoch auf Action getrimmt, die ebenfalls sehr gut in Szene gesetzt wird. Besonders der erste große Kampf, der auf der Eisenbahn stattfindet, hat mir sehr gut gefallen. Leider baut der Film für meinen Geschmack zu schnell ab, verliert sich teilweise in unwichtigen Elementen, doch kriegt er zum Ende hin wieder die Kurve und liefert einen ebenso imposanten Schluss wie die Einleitung. Optisch gefällt mir der Zeichenstil aber absolut nicht, denn während ich die Hintergründe und Umgebungen noch sehr ansprechend finde, wirken die Charaktere teilweise deplatziert und vermiesen mir die Atmosphäre. Sollte ich mir aber jemals die Serie und den Filmvorgänger anschauen, dann werde ich mit großer Sicherheit nochmals ein Werturteil über den Film fällen – aus einer anderen Perspektive.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Fullmetal Alchemist: The Sacred Star of Milos!

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