Partner: NMag #59 erschienen – Einladung zum Maskenball

NMag #59 erschienen (1)Kaum wacht die Redaktion aus Ihrem Winterschlaf auf und schon erstrahlt das neue NMag in einem gänzlich neuen Design. Die kreativen Köpfe haben sich einiges ausgedacht, um das NMag-Erlebnis noch informativer, spannender und lustiger zu gestalten. Die neue Ausgabe steht ganz im Zeichen von The Legend of Zelda: Majora’s Mask 3D. Zu diesem Anlass verlost das Magazin in Zusammenarbeit mit Nintendo eine limitierte Horror-Kid-Figur. Neben Majora’s Mask 3D haben es noch viele weitere Titel ins Testlabor geschafft. Darunter befinden sich vor allem Rollenspiele wie Xenoblade Chronicles 3D, Inazuma Eleven Go Chrono Stones: Donnerknall & Flammenwall, Monster Hunter 4: Ultimate, Rune Factory 4 und Persona Q: Shadow of the Labyrinth. Die nötige Portion Party-Spaß erhält die Redaktion in Mario Party 10 und eine Prise Action gibt es in Ace Combat: Assault Horizon Legacy+.

Da das Tetris-Franchise im letzten Jahr seinen dreißigsten Geburtstag feierte, hat sich das NMag auf die Suche nach dem Ursprung der Serie gemacht. Herausgekommen ist dabei ein wirtschaftspolitischer Krimi. Ebenso interessant dürfte die Leidenschaft an zwei weiteren Videospielserien sein. Die NMag-Redaktion ergründet die Faszination von Monster Hunter und stellt sich schlussendlich auch noch die Frage, welches der beste The-Legend-of-Zelda-Teil ist. Und jetzt schnell unter http://n-mag.org die nagelneue Ausgabe kostenlos herunterladen. Viel Spaß beim Lesen!

Neuer Partner: The Lost Dungeon

Bereits seit einigen Monaten unterhält Gameplay Gamers gute Beziehungen zu The Lost Dungeon. Insgeheim lief auch schon eine Partnerschaft, doch wie das mit vergessenen Dungeons so ist, hatten wir schon bald darin verinnert und den Weg nicht mehr herausgefunden. Zurück daheim möchten wir euch unsere Partnerseite heute vorstellen. Das Online-Magazin The Lost Dungeon beschäftigt sich mit allerlei Nerd-Themen quer durch alle Genres und Medien. Die Schwerpunkte liegen dabei auf Animes, Mangas, PC- und Videospielen, Comics sowie Filmen und Serien, aber auch Bücher und Brett- und Kartenspiele haben ihren Platz auf der Seite. Neben Rezensionen bietet The Lost Dungeon immer wieder News, Artikel und Kolumnen an. Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr The Lost Dungeon einen Besuch abstatten möchtet.

Prime Time: One Piece (TV-Box 8 + Film 7) Unboxing

Ahoi Piraten! Nachdem wir euch die achte Serienbox und den siebten Film in Review-Form auf unserer Internetpräsenz vorgestellt haben, folgt nun wie bei der siebten Serienbox ein Unboxing-Video zur achten Box der Anime-Serie. Wir haben uns den Schuber, die Datenträger und das Booklet einmal genauer angeschaut. Zudem zeigen wir euch im Video auch noch die Blu-ray-Verpackung des siebten Films, der zeitlich während der 229. Episode des Anime angesiedelt ist. Viel Spaß mit unserem Unboxing-Video!

Prime Time: Final Fantasy: Type-0 HD – Collector’s Edition (Unboxing)

Heute, am 20. März 2015, erschien Final Fantasy: Type-0 in Europa. Wir haben uns natürlich die Chance nicht entgehen lassen und haben eine Collector’s Edition des Spiels für die PlayStation 4 besorgt. Diese stellen wir euch in unserem Unboxing-Video ausführlich vor. Welche tollen Inhalte diese Edition beinhaltet, erfahrt ihr in unserem Video. Viel Spaß beim Anschauen!

Review: Nisekoi – Liebe, Lügen & Yakuza (Vol. 2)

Nisekoi - Liebe, Lügen & Yakuza - Vol. 2 (1)Die erste Volume von Nisekoi – Liebe, Lügen & Yakuza beinhaltete die ersten fünf Folgen, die allerdings kaum Höhepunkte liefern konnten. Zum Glück hat sich das in den nächsten fünf Episoden der zweiten Volume entscheidend geändert. Der Humor hat nicht darunter gelitten!

Nisekoi - Liebe, Lügen & Yakuza - Vol. 2 (2)Raku Ichijō hat es nun wahrhaftig nicht leicht. Auf dem Weg zum Erwachsensein möchte der junge Mann einfach nur sein Leben genießen und hat auch nichts dagegen, zum ersten Mal in seiner Existenz verliebt zu sein. Blöd nur, dass er seiner großen Liebe Kosaki Onodera seine Gefühle nicht offenbaren kann. Das liegt weniger daran, dass sein Vater einen Yakuza-Klan leitet, sondern eher an den Umständen, dass dieser mit der verfeindeten Familie Kirisaki auch noch Frieden schließen muss. Als Beweis des guten Willens verkuppeln beide Familien ihre Sprösslinge. Während der Ichijō-Klan Raku ins offene Messer laufen lässt, wird Chitoge von ihrer Familie zu der Beziehung ebenfalls gedrängt. Obwohl sie sich nicht ausstehen können, müssen sie die Scharade rund um die Uhr mitspielen, damit zwischen ihren Familien kein Krieg entbrennt. Der Schulweg, der Unterricht, das Mittagessen und dieselben Aktivitäten mit gemeinsamen Freunden müssen sie teilen. Dass das den Ärger zwischen den Streithähnen nur noch einmal mehr heraufbeschwört, dürfte nun auch jedem klar sein, der die Episoden der ersten Volume von Nisekoi noch nicht gesehen hat. Das Tohuwabohu zwischen Chitoge und Raku wird in den vorliegenden Folgen abermals auf die Spitze getrieben. Der Grund für diese Aufregung ist die Mund-zu-Mund-Beatmung, die Chitoge erst jetzt als solche charakterisiert.

Überdrehter Humor

Nisekoi - Liebe, Lügen & Yakuza - Vol. 2 (3)Als Chitoge für den Schwimmwettbewerb trainiert hatte, ist sie bewusstlos geworden. Zum Glück war Raku zur Stelle und konnte sie wiederbeleben, doch anstatt ihm zu danken, hat sie nur den vermeintlichen Kuss realisiert und Raku geschlagen. Einen Tag später setzt die Story wieder ein und Chitoge möchte sich, so glaubt man, bei ihrem Lebensretter bedanken. Davon, dass sie bewusstlos war, weiß sie allerdings immer noch nicht und ihr könnt euch denken, wie der Dialog zwischen den beiden ausgeht. Dieser Dialog ist quasi stellvertretend für ein Groß der Gespräche zwischen den Charakteren von Nisekoi. Sie reden oft aneinander vorbei und sind dabei meistens auf sich selbst fixiert. Oder sie konzentrieren sich dermaßen stark auf ihr Gegenüber, dass sie ihre eigenen Beweggründe in den Hintergrund stellen und so trotzdem keinen Konsens finden. Dadurch, dass viele Charaktere überzeichnet wirken, werden wir mit sehr speziellem Humor überhäuft. Wenn man sich allerdings schon jahrelang mit Anime und Manga beschäftigt, kann einen das aber nicht mehr schocken. Man beginnt schließlich, solch überdrehte Momente zu genießen und lauthals zu lachen. Die lustigen Momente werden vor allem in den letzten beiden Episoden der zweiten Volume deutlich auf die Höhe getrieben, als sich die Freunde im Zeltlager in einem Onsen, sprich einer heißen Quelle, entspannen wollen.

Damals im Zeltlager

Nisekoi - Liebe, Lügen & Yakuza - Vol. 2 (4)Das Zeltlager ist in den vorliegenden fünf Episoden einer von zwei Schauplätzen. Der andere ist wie gewohnt die Schule; der soziale Dreh- und Angelpunkt eines jeden Teenagers. In den Räumlichkeiten der Institution geht diesmal auch einiges zu Bruch und verhindert so, dass die Gefühle einiger Personen ans Tageslicht kommen. Davon betroffen sind vor allem Kosaki, die all ihren Mut zusammen nehmen will und ihre Gefühle offenbaren möchte, und auch Seishirō, die neu an der Schule ist, aber aufgrund ihres männlichen Auftretens als Schüler und weniger als Schülerin identifiziert wird. Nur Chitoge kennt sie aus ihrer Kindheit. Zeitweise haben wir das Gefühl, dass die Story ein wenig vor sich hindümpelt, aber wenn wir sie mal ein wenig genauer betrachten, bemerken wir schnell, dass die Serie auf einen Klimax hinarbeitet. Vor allem Chitoge entwickelt sich immer mehr zu einer undurchsichtigen Persönlichkeit, die ein Geheimnis verbirgt, welches dem von Hauptfigur Raku nicht sehr unähnlich ist. Wer bereits die ersten Episoden gesehen hat und unbedingt wissen will, wie sich die Handlung entwickelt, kommt um die zweite Volume definitiv nicht herum. Die Handlung ist wesentlich spannender und die Sachverhalte lustiger. Als Bonusmaterial liegt ein zusammengefaltetes Poster und ein paar Postkarten bei, welche den Pappschuber aufgrund ihrer Dicke fast komplett blockieren.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem die Serie einen vortrefflichen Start hingelegt hat und mit vielen Parallelen zu Shakespeares’ Romeo und Julia punktete, war nach der ersten Folge allerdings schnell die Luft raus. Die Geschichten um Chitoge, Kosaki, Raku und ihren Freunden sind nicht langweilig gewesen, doch boten sie kaum Höhepunkte, die mir im Gedächtnis geblieben sind. Die Episoden der zweiten Volume machen das zum Glück nicht mehr. Durch die neu eingeführte Figur Seishirō kommen weitere Facetten hinzu, welche das Verheimlichen der eigentlich nicht existenten Beziehung zwischen Chitoge und Raku erschweren. Dass schon bald die Gefühle diverser Charaktere verletzt werden, wird sich wohl nicht verhindern lassen. Dadurch, dass die Serie mit viel Humor gestaltet ist, kann ich mich aber dennoch freuen, da diese Geschichten sicherlich so ulkig präsentiert werden, dass es schwer sein wird, nicht zu lachen. Trotzdem darf eine gewisse Ernsthaftigkeit bei diesem Thema nicht vernachlässigt werden und genau hier läuft Nisekoi: Liebe, Lügen & Yakuza Gefahr, den Spagat zwischen Humor und dem Ernst des Lebens nicht zu schaffen. Ich bin schon sehr gespannt darauf, wie der Anime das bewerkstelligen wird!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Nisekoi: Liebe, Lügen & Yakuza (Volume 2)!

Review: One Piece: Schloss Karakuris Metall-Soldaten

One Piece - Schloß Karakuris Metall-Soldaten (1)Nachdem die Episoden der One-Piece-Boxen durch Kazé Anime bisher so aufgeteilt waren, dass man zu jeder Serienbox auch einen Film des Franchises sehen kann, geht diese Rechnung mit der siebten Serienbox allerdings nicht mehr auf – wenn auch nur ganz, ganz knapp.

One Piece - Schloß Karakuris Metall-Soldaten (2)Den siebten One-Piece-Film kann man hervorragend in der Mitte der 229. Episode einfügen, denn die Flying Lamb, das Schiff der Strohhut-Piraten, ist schon ein wenig ramponiert und sollte so bald wie möglich repariert werden. Das Zusammentreffen mit Frankie und auch der Besuch in Water 7 steht ihnen also noch bevor. One Piece: Schloss Karakuris Metall-Soldaten beginnt damit, dass die Strohhüte während eines Sturms ein zerstörtes Schiff mitten auf dem Ozean entdecken und untersuchen wollen. Mit einer einzigen Truhe fällt die Beute zwar recht dünn aus, doch freuen sie sich bei ihrer Rückkehr auf ihr Schiff umso mehr über viele Goldstücke. Daraus wird allerdings nicht, denn als Lysop das Schloss der Truhe knackt, entdecken die Strohhüte unter Einspielung der Melodie Freude schöner Götterfunken nicht das erhoffte Gold, sondern nur eine ältere Dame. Schnell wollen sie diese wieder loswerden, doch bevor die Piraten sie über Bord werfen können, erzählt sie ihnen von einer goldenen Krone. Mit neuem Ziel vor Augen, beschließen die Strohhüte, die Frau zu ihrer Heimatinsel zu begleiten und sich auf die Suche nach dem Schatz zu begeben. Das Log-Port-Problem ist auch schnell gelöst, denn ihre neue Reisebegleitung verfügt über einen Krötport, mit dem sie die Insel Mecha Island überhaupt erreichen können. Dort werden sie allerdings schon erwartet.

Gemeinsame Schatzsuche

One Piece - Schloß Karakuris Metall-Soldaten (3)Als die Bewohner von Mecha Island die Piratenflagge am Horizont erspähen, geben sie sofort Lord Ratchet Bescheid, der mit seinen beiden Untertanen Erich und Ernst, sowie den Metall-Schergen Stellung am Strand bezieht. Nach einem kurzen Intermezzo ist das Segel des Schiffs zerrissen und die ältere Dame verschwunden. Trotzdem lässt sich die Crew nicht zur Flucht bewegen und verharrt zunächst in der Bucht von Mecha Island, um doch noch irgendwie an den Schatz zu gelangen. Robin bemerkt, dass der Fundort des Schatzes mit dem Volkslied, welches auf der Insel gesungen wird, zusammenhängt. Mit mehr Glück als Verstand gelingt es Kapitän Ruffy, die ersten Rätsel zu lösen. Lord Ratchet, der insgeheim schon ewig nach der Krone sucht, erfährt davon und beschließt, mit den Piraten zusammenzuarbeiten. Dabei erkunden sie zusammen eine unterschiedliche Höhle und machen gemeinsam Entdeckungen, von denen sie nicht in ihren kühnsten Träumen gerechnet hätten. Die Handlung des siebten Films ist wirklich gelungen inszeniert, da der Film es schafft, den Spannungsbogen schnell aufzubauen und mit netten (allerdings vorhersehbaren Wendungen) zu punkten. Themen, die in Schloss Karakuris Metall-Soldaten aufgegriffen werden, sind Freundschaft, Zusammenhalt, Vertrauen und Liebe. Alle Charaktere gehen vortrefflich mit ihren Gefühlen zueinander um.

Übersetzungsproblematik

One Piece - Schloß Karakuris Metall-Soldaten (4)Obwohl man der Handlung hervorragend folgen kann und selbst als One-Piece-Laie sogar Spaß mit dem Film haben kann, ist die Übersetzung teilweise eine wirkliche Frechheit. Über recht genaue Übersetzungen (Krötport statt Kame-Port) können wir uns wenig beschweren, doch wenn bei einem Charakter dick und fett auf dessen Umhang der Schriftzug seines wahren Namens Honki zu sehen ist, und er dann Ernst genannt wird, ist das nicht gerade ein Paradebeispiel für eine gute Übersetzung. Über solche Kleinigkeiten kann man sich zurecht aufregen, doch dem Filmspaß tut dies keinen Abbruch. Ebenfalls schade ist, dass bei Auswahl der japanischen Synchronfassung wieder nicht abschaltbare deutsche Untertitel auf dem Bild erscheinen. Das muss im Jahr 2015 echt nicht mehr sein! Sowohl die deutsche, als auch die japanische Synchronfassung, können uns mit ihren Sprechern überzeugen, zumal in den tollen Dialogen wieder jede Menge Witze eingebaut werden, die unsere Helden seit Anbeginn der Anime-Serie auszeichnen und wir absolut nicht mehr missen möchten. Während der Ton in Dolby Digital 2.0 (deutsche Fassung) und DTS-HD MA 5.1 (in Japanisch) vorliegt, kann das Bild des 94-minütigen Films in 16:9 und 1080p mit gestochen scharfen Grafiken punkten. Das Bonusmaterial besteht übrigens wieder nur aus Trailern zu (anderen) Animes. Schade!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): One Piece: Schloss Karakuris Metall-Soldaten ist definitiv einer der besseren One-Piece-Filme bisher. Sowohl die Handlung, als auch die Charaktere wissen zu überzeugen. Die Schatzsuche nach der goldenen Krone auf und unterhalb von Mecha Island ist spannend inszeniert und kann zumindest mit einer nicht ganz so vorhersehbaren Wendung überzeugen. Die Bösewichte bleiben zwar blass, doch das muss man sich bei so einem Film innerhalb eines gigantischen Universums eben gefallen lassen. Schließlich werden die Figuren später – wenn überhaupt – nur am Rande vorkommen und für die eigentliche Story keinerlei Bedeutung mehr haben. Trotzdem bin ich diesmal nicht mit der deutschen Übersetzung zufrieden. Die Synchronisation ist nach wie vor klasse, daran kann man auch als Originaltonhörer sicherlich nicht meckern. Allerdings frage ich mich, warum man manche Charaktere so umbenennt, dass es im Kontext einfach keinen Sinn ergibt. Lord Ratchet hat im Japanischen einen Doktor-Titel, den ihn eher als Wissenschaftler, denn als Adligen identifiziert. Honki heißt, wie es auf seinem Umhang steht, Honki und nicht Ernst (auch wenn der Begriff Ernst im Japanischen Honki bedeutet). Darüber lässt sich sicherlich streiten, denn auch so ist die Geschichte durchgehend leicht verständlich und selbst für Laien sehr zugänglich. Eine Empfehlung gibt es von mir deshalb auch aufgrund der (in meinen Augen unüberlegten) Übersetzung deshalb auf jeden Fall!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Piece: Schloss Karakuris Metall-Soldaten!

Prime Time: Death Note – Vol. 2 (Unboxing)

Nachdem wir euch bereits vor einer ganzen Weile das Review zu ersten Volume von Death Note präsentiert und mit einem Unboxing-Video gekürt haben, folgt heute passend zum Review der zweiten Volume unser Unboxing-Video dazu. An den grundlegenden Eigenschaften hat sich nichts geändert. Der Schuber ist nach wie vor sehr hochwertig, doch fehlen uns immer noch Inhaltsangaben zu den Episoden. Mehr dazu gibt es in unserem Video. Wir wünschen euch viel Spaß!

Review: One Piece: Box 8 (Episoden 229-263)

One Piece Box 8 (1)Nachdem im August 2014 die siebte Serienbox des Animes One Piece erschienen ist, dauerte es bis zum letzten Oktober, dass man die achte Box nachreichte. Da die kommende Box auch noch verschoben wurde, mussten wir aus zeitlichen Gründen auch unser Review verschieben.

One Piece Box 8 (2)Die erste Episode der vorliegenden Serienbox knüpft direkt an die Geschehnisse der letzten Folge aus der letzten Box an. Da wollten die Strohhüte nur einen im Meer herumflitzenden Frosch verfolgen und schon haben sie sich auf Eisenbahnschienen (im Meer!) manövriert, auf der sie mit ihrem Schiff, der Flying Lamb, unweigerlich festsitzen. Wie es der Zufall, den man aus zahlreichen Hollywood-Filmen kennt, so will, taucht am Horizont auch plötzlich ein Ungetüm auf, welches Dampf speit und auf die Flying Lamb zurast. So irrwitzig das für uns auch klingt, so farbenfroh wird das kommende Unglück im Anime eingefangen. Als ob die Flying Lamb nicht schon genug durchgemacht hat, ist sie nun völlig ramponiert – aber immer noch fahrtauglich. Am nächsten Bahnübergang erfährt die Crew von der freundlichem Oma Cocolo, dass es in der Stadt Water 7 einen Schiffszimmermann gibt, der ihr Schiff wieder auf Vordermann bringen kann. Da die Strohhüte ohnehin schon auf der Suche nach einem neuen Crewmitglied sind, welches sich mit der kontinuierlichen Instandsetzung ihres liebgewonnen Schiffs befassen möchte, ist ihnen das natürlich recht. Zudem zeigt der Log-Port ohnehin auf Water 7, sodass Ruffy, Zorro, Nami, Lysop, Sanji, Chopper und Robin die Stadt des Wassers absolut nicht verfehlen können. Dort wird ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt.

Freund oder Feind?

One Piece Box 8 (3)In Water 7 angekommen überschlagen sich die Ereignisse. Damit die Strohhüte nicht mit dem ganzen Goldschatz aus Skypia im Gepäck zur Zielscheibe von Dieben werden, beschließen sie, das Geld in Scheine umzutauschen. Blöd nur, dass das Familie Frankie mitbekommt und plant, unseren Freunden das Geld aus der Tasche zu ziehen. Mit dreihundert Millionen Berry in der Tasche sollte es kein Problem sein, in der Werft von Herrn Eisberg die Flying Lamb zu reparieren. Es stellt sich allerdings heraus, dass das Schiff nicht mehr zu retten ist. Das kann und will Lysop nicht akzeptieren, woraufhin ein Streit mit Kapitän Ruffy entbrennt. Etwa zur gleichen Zeit besuchen Chopper und Robin die Innenstadt, doch plötzlich verschwindet die Archäologin des Teams spurlos. Als dann auch noch auf Herrn Eisberg ein Mordanschlag – angeblich unter Beisein von Nico Robin – verübt wird, fällt der Verdacht sofort auf die Strohhüte, die zu diesem Zeitpunkt aber mehr damit beschäftigt sind, sich ihr Geld aus dem Frankie House, dem Unterschlupf der Bande, zurückzuholen und so auf einen gerissenen Gegner stoßen. Frankie hatte Gründe, sich das Geld unter den Nagel zu reißen, doch erfahren wir davon noch nichts. Durch Verfolgungsjagden quer durch Water 7 wird die Crew zeitweise sogar getrennt, doch setzt sie alles daran, die wahren Übeltäter in der Werft zu entlarven.

Änderung des Erzählstils

One Piece Box 8 (4)Leitthemen sind in den Episoden 229 bis 263, die in dieser Serienbox enthalten sind, in erster Linie Freundschaft und Verrat. Sowohl innerhalb als auch außerhalb der Crew geht es um die zwischenmenschliche Beziehung untereinander. Während manche Charaktere jahrelang ihre wahre Identität verschleiern konnten und sich plötzlich gegen ihren Verbündeten wenden, sind andere Figuren dermaßen um das Wohl ihrer Freunde besorgt, dass sie dafür bereitwillig eine Strafe auf sich nehmen und für immer auf der Gerichtsinsel Enies Lobby verrotten wollen. In den vorliegenden Episoden kochen die Gefühle also ständig hoch, was aber vor allem daran liegt, dass die wenigen Überraschungen gut platziert in die Handlung eingewoben sind. Ab der 238. Folge ändert die Serie sogar den Erzählstil, den man so aus Fernsehserien (vor allem seit Mitte der Neunziger Jahre) kennt. Anstatt nun zuerst das Opening abzuspielen und dann eine kurze Zusammenfassung zu geben, erfahren wir diese – und die ersten paar Szenen – bereits vor dem Eröffnungslied. Dadurch kann man sich bereits vor dem Intro auf weitere Szenen gespannt vorbereiten und fröhlich mitsingen. Uns gefällt diese Gestaltung! Als Bonusmaterial liegen den sechs Datenträgern wieder ein Booklet bei, welches nicht mit Informationen zu Charakteren, Orten und Episoden geizt. So darf das in Zukunft weitergehen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 229 bis 263 der Serie): Nachdem die letzten paar Abenteuer der Strohhüte eher recht kurz und abgeschlossen waren, kann man sich in der nun mehr achten Serienbox wieder über eine richtig durchgehende und vor allem sehr spannende Handlung freuen. Alle Folgen sind für das Verständnis wichtig und werden zuweilen clever auf verschiedene Akteure aufgeteilt, so dass ich immer mal wieder Einblicke in das Leben der Hauptfiguren und sogar Nebencharaktere (inklusive Rückblenden) erhalte. Dadurch, dass in den vorliegenden 35 Episoden immer mal wieder unerwartete Wendungen eintreten können und Charaktere zwischenzeitlich die Seiten wechseln, macht es unglaublich viel Spaß, sich alle Folgen anzuschauen. Schnell habe ich hier wieder das Gefühl, dass ich mir nur noch die nächste Episode angucken will, weil ich unbedingt wissen möchte, wie es mit Ruffy, Zorro und Co weitergehen wird. So sieht es auch nach über achthundert Minuten Laufzeit aus. Wenn die Serie nach dem spannenden Cliffhanger weiter so interessant bleibt, habe ich die kurzen und eher unwichtigen Abenteuer der Strohhüte sicherlich bald vergessen. One-Piece-Fans müssen bei dieser Serienbox, wenn sie es nicht schon längst getan haben, auf jeden Fall zuschlagen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Piece Box 8 (Episoden 229-263)!

Review: Hard to Die

Hard to Die (1)1993 entschließt sich Regisseur Kirk Wong, anstatt Fantasy-Filme lieber einmal einen Action-Streifen auf die Leinwand zu bringen. Die Handlung für den Film schwirrt ihm schon länger durch den Kopf. Die Idee zu seinem Film legt er der Produktionsfirma Golden Harvest vor.

Hard to Die (2)Golden Harvest scheint beeindruckt und finanziert den Film daraufhin. Nun muss nur noch ein geeigneter Schauspieler für Hard to Die gefunden werden. Die Wahl fällt zunächst auf Jet Li, doch der möchte lieber in Tai Chi Master mitwirken. Glück für Jackie Chan, der die Rolle des Inspektor Chan prompt annimmt. Zu Beginn des Films geht es dem Inspektor alles andere als gut und das ändert sich im Verlauf der Story nicht großartig. Der Grund dafür ist denkbar einfach, denn als Polizist wird man Tag für Tag aufs Neue mit Verbrechen konfrontiert und in einigen Fällen gerät man auch ins Fadenkreuz der miesesten Verbrecher. Eines Tages gerät Chan in eine Schießerei auf offener Straße. Um die Bürger von Hongkong zu beschützen, ist ihm jedes Mittel Recht und verwickelt sich in das Verbrechen. Kurz darauf muss Chan im britischen Militärkrankenhaus an den Sitzungen bei einer Psychologin teilnehmen, die ihm dringend rät, sich beurlauben zu lassen. Chan hingegen denkt nicht daran und weigert sich. Er will unter allen Umständen im Dienst bleiben. Sein nächster Fall dreht sich um den gierigen Bauunternehmer Wong. Dieser steht im Streit mit seinen Arbeitnehmern und hat Angst davor, dass er Opfer einer Entführung wird. Chan versichert ihm, dass es nicht dazu kommen wird und er sich nicht sorgen muss. Kurz darauf wird Wong von unbekannten Tätern entführt.

Fallakten als Erzählstil

Hard to Die (3)In Hard to Die erhalten wir jedoch nicht nur Einblicke in die Polizeiarbeit. Auch das Werk der Entführer wird immer mal wieder ins Licht gerückt. Mit einem Blutschwur verbrüdern sich die Ganoven und planen die Entführung solange durch, bis sie diese tatsächlich umsetzen. Es beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen den Kriminellen und Chan. Inspektor Chan muss bald jedoch eingestehen, dass die Gegenseite intelligenter vorgeht, als gedacht. So erpressen sie von Wongs Frau sechzig Millionen Hongkong-Dollar, welche sie auf mehrere Konten in Taiwan überweisen soll. Um den Fall aufzuklären, erhält Chan von Beginn an Unterstützung von Detective Hung. Gemeinsam erkunden sie nicht nur die Hongkonger Unterwelt, sondern geraten auch in eine Hetzjagd in Taiwan. Ein Ausflug nach Kowloon ist ebenfalls inbegriffen. Immer wieder werden deutsche Untertitel eingeblendet, welche auf die Uhrzeit und den Tag hinweisen. So möchte der Film quasi die Fallakte suggerieren, auf welcher die Story basiert. Regisseur Wong bezieht sich in seinem Werk auf reale Tatsachen, die er zur Unterhaltung der Zuschauer mit reichlich Action und Dramatik unterlegt. Uns gefällt dieser Erzählstil definitiv, doch fehlt es dem Film vor allem in den ersten Minuten an Verknüpfungen. Spätestens nach einer halben Stunde ist davon aber nichts mehr zu spüren; die Story funktioniert dann flüssig.

Ungewöhnlich ernste Story

Hard to Die (4)Die Spannung des Films steigt mit jeder Minute an. Als Zuschauer wissen wir schon längst, wie das Spiel zwischen Chan und Hung läuft, doch bis die Charaktere sich ebenfalls auf das Spiel einlassen, bleibt der Film spannend und temporeich. Einzig allein die Dialoge (in der deutschen Synchronisation) wirken für einen ernsten Film gelegentlich etwas hölzern. Witzig ist hier nämlich so gut wie nichts, was sehr ungewöhnlich für einen Film mit Altmeister Chan in der Hauptrolle ist. Am Martial-Arts-Anteil des Films können wir dafür aber wieder nichts bemängeln. Die Kampfszenen sind intelligent in die restliche Action eingestrickt. Diese legt zudem Wert auf Schießereien und Verfolgungsjagden. Langweilig wird es also nie. Negativ fällt uns auf, dass vor allem in der ersten Filmhälfte Synchronisation und Hintergrundmusik nicht gut abgemischt sind. Hier sind die Stimmen meist ein Stückchen zu leise. Ansonsten können wir an der deutschen Synchronisation und am kantonesischen Originalton, welche jeweils in 5.1 DTS-HD und 2.0 (Mono) DTS-HD vorliegen, nichts bemängeln. Wer den Film in der Originalfassung sehen möchte, freut sich über deutsche Untertitel. Das Bild in 1080p und im 16:9-Format macht mehr als zwanzig Jahre nach der Erstveröffentlichung eine sehr gute Figur. Bonusmaterial liegt in Form von Interviews und entfallenen Szenen vor.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Es ist doch recht seltsam, dass Jackie Chan die ganzen 108 Minuten so gut wie keinen (wirklichen) Witz reißt und die Handlung durchweg ernst bleibt. Mir hat das trotzdem ganz gut gefallen, da man hier einmal mehr sehen kann, dass Chan auch ernste Rollen verkörpern und spielen kann. Schießereien und Action-Sequenzen sind in Hard to Die von Bruce Law wirklich gut eingefangen, da dieser einen natürlichen Stil verfolgt. Im Interview ist er sichtlich froh darüber, dass es 1993 in Hongkong kaum Experten gab, die mit Computereffekten arbeiten konnten. So sind auch die Explosionen in so manch brenzliger Szene alle echt; dem Film tut das wirklich richtig gut. Natürlich wird im Gegensatz zum realen Fall, auf dem Crime Story, so der englische Titel des Films, basiert, an vielen Stellen überzogen, doch Fans des Action-Hongkong-Kinos kommen um Hard to Die definitiv nicht herum, sofern sie denn nicht darauf bestehen, unbedingt auch mit Humor unterhalten werden zu wollen.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Hard to Die!

Review: The Dragons of Camelot

The Dragons of Camelot (1)Wenn man sich heutzutage über Fantasy-Filme unterhält, redet man wohl zuerst über die drei Teile der Der-Herr-der-Ringe-Trilogie oder dessen drei Prequels, die Regisseur Peter Jackson aus dem Roman Der Hobbit gezaubert hat. Tatsächlich existieren noch mehr Fantasy-Filme.

The Dragons of Camelot (2)Einer dieser Fantasy-Filme ist The Dragons of Camelot, welcher sich durchgehend mit der britischen Mythologie beschäftigt. Im Mittelalter angesiedelt, erzählt The Dragons of Camelot nicht die bekannte Sage um König Arthur, wie er das Schwert Excalibur aus dem Stein zieht und auch die Ritter der Tafelrunde sind längst passé. König Arthur liegt zu Beginn des Films im Sterben und bittet Galahad, den er bis zu diesem Zeitpunkt als seinen Sohn ansieht, darum, seinen leiblichen Vater Lancelot aufzusuchen. Wo sich dieser in Großbritannien aufhält, ist allerdings ungewiss. Mit seinen letzten Worten, bevor Merlin ihm seine Augen schließt, bittet er Galahad eindringlich darum, denn Lancelot sei der einzig wahre Herrscher für Camelot und dieser soll verhindern, dass seine durchtriebene Schwester Morgan die Macht am Königshof übernimmt. Dummerweise ist genau Morgan für den Tod des Königs verantwortlich und ihre Pläne sind bereits tiefgehender, als die Königstreuen vermuten. Morgan reist zu einem See am Fuße eines hohen Felsvorsprungs, wo sie einen der letzten Drachen konsultiert. Sie fleht ihn um ihre Hilfe an, damit sie dazu im Stande ist, Camelot zu übernehmen. Der Drache sichert ihr einen seiner Söhne zu, um die Burg angreifen zu können. Der Putsch gelingt und Galahad mitsamt seiner Mutter Guinevere werden von den abtrünnigen Soldaten gefangengenommen.

Kurzes Abenteuer

The Dragons of Camelot (3)Während des Gerangels zerbricht das Schwert Excalibur, welches die Hoffnung für Camelot darstellt. In letzter Sekunde gelingt es Galahad, die Scherben des Schwerts einzusammeln und die Flucht zu ergreifen. In der Freiheit angekommen, reist Galahad quer durch die walisischen Lande, um seinen wahren Vater Lancelot aufzustöbern. Unterwegs trifft er auf Sir Perceval und Sir Bors, mit denen er sich verbündet, um gemeinsam gegen Morgan und ihren Drachen zu kämpfen, zu denen sich im Verlauf der Handlung noch zwei weitere Lindwürmer gesellen. Auch Sir Lancelot, der sich mittlerweile in allen Tavernen des Landes betrinkt, willigt nach kurzem Zögern ein, sich der gerechten Sache anzuschließen. Verfolgt werden die Ritter der Tafelrunde von Morgans Soldaten, denn die magiebegabte Schwester Arthurs kann mit ihrer Kristallkugel jeden Schritt ihrer Widersacher beobachten. Bis alle Anhänger gesammelt, das Schwert repariert, Merlin und Guinevere befreit und Morgan besiegt ist, ist es ein langer Weg. Langweilig wird uns dabei zwar nicht, doch kann man dem Film anmerken, dass er nur mit einem kleinen Budget für den Heimkinomarkt produziert worden ist. Zu kurz fällt die Story aus und zu wenig werden die verschiedenen Charaktere beleuchtet, um ihre Beweggründe glaubhaft nachvollziehen zu können. Hier verschenkt The Dragons of Camelot viel Potential.

Britische Fantasy

The Dragons of Camelot (4)Wer sich nicht mit der britischen Fernseh- und Populärlandschaft auskennt, der wird keinen der Darsteller kennen. Viele Schauspieler haben hier sogar ihren ersten Auftritt in einem Film und das merkt man den schauspielerischen Leistungen auch an, die einfach albern wirken. Die Leistungen, die uns am ehesten überzeugen, werden von Selina Giles, Alexandra Evans und Mark Griffin eingefangen. Auch Sandra Darnell kann in ihrer Rolle als Morgan begeistern. Die restliche Darstellerriege wirkt austauschbar. Auf der technischen Seite kann The Dragons of Camelot schon eher überzeugen. Das Bild in Full-HD wirkt meist gestochen scharf und mit den Bildern, die vor Ort in Wales eingefangen worden sind, bietet man eine natürliche Kulisse, die man nicht mehr missen möchte. Die Spezialeffekte können uns dagegen nicht vom Hocker hauen. Vor allem die Drachen wirken zu gewollt, doch das ist bei einem dünnen Budget auch nicht anders umsetzbar und sollte von jedem akzeptiert werden, der sich auf The Dragons of Camelot einlässt. Die Soundkulisse ist passend, reißt aber ebenfalls keine Bäume aus. Wer dem Englischen mächtig ist, sollte sich den Film im Originalton anhören. Die Synchronisation geht zwar in Ordnung, aber dank britischer Dialekte wirkt der Titel sehr viel authentischer. Fantasy-Fans dürfen ruhig einen Blick riskieren, den Heiligen Gral finden sie hier aber nicht!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): The Dragons of Camelot ist eine typische Mogelpackung für Menschen, die sich nicht mit Filmen auskennen. Auf dem Cover werden gleich fünf Drachen abgebildet, die mit Feuer um sich speien, durch die Lüfte gleiten und sich an Türmen der Burgmauer von Camelot festkrallen. Feuerspeiende Drachen gibt es im Film tatsächlich, doch taucht höchstens ein Drache auf einmal im Bild auf, da es von der Handlung sonst eh keinen Sinn ergibt. Dann sind auf dem Cover auch noch hunderte Ritter abgebildet, die sich gegenseitig mit Schwertern und Lanzen aufspießen wollen. Das ist schön und nett, doch im Film wirkt diese hitzig suggerierte Schlacht alles andere als spannend – in The Dragons of Camelot kämpfen vielleicht zwanzig bis dreißig Ritter im Burghof. Zudem wurden auch nur wenige Darsteller mit hochwertigen Kleidungsstücken oder Rüstungen ausgestattet, die auf dem Cover zu sehen sind. Worum es tatsächlich im Film geht, ist für einen Laien einfach nicht ersichtlich und selbst der Aufdruck, dass Mark L. Lester, der damals Das Phantom Kommando auf die Welt losgelassen hat, für den Film verantwortlich ist, kann The Dragons of Camelot nicht mehr helfen. Wer den Regisseur kennt, weiß, dass er in den letzten Jahren nur trashige Filme wie Sand Sharks produziert hat. Wenn einem das aber alles egal ist und man sich einen Film für einen sehr gemütlichen oder verregneten Sonntagnachmittag sucht, wird mit The Dragons of Camelot sicherlich einen 81-minütigen Zeitvertreib finden. Trotz aller Makel, die der Film sicherlich hat, wurde mir während der ganzen Zeit einfach nicht langweilig. In Erinnerung bleibt mir der Film deswegen aber trotzdem nicht.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Dragons of Camelot!

Review: Die Unbesiegbaren der Shaolin

Die Unbesiegbaren der Shaolin (1)Die Unbesiegbaren der Shaolin ist endlich mal wieder ein Filmtitel, der den Inhalt des Films auch sehr gut verkörpert. Auch wenn wir uns mit dem englischen Titel Snake and Crane Arts of Shaolin eher identifizieren können, tut das dem spaßigen Filmvergnügen keinen Abbruch.

Die Unbesiegbaren der Shaolin (2)Alljährlich treffen sich die acht Großmeister der Shàolín beim Herbst-Festival, um über ihre Kampftechniken zu philosophieren und sie weiterzuentwickeln. Mit geeintem Wissen machen es sich die Shàolín zur Aufgabe, eine gemeinsame Kampftechnik zu entwickeln, in dem sie die Technik der Schlange und die Technik des Adlers einfließen lassen. Jene Technik taufen sie auf den Namen Technik der neun Drachenschwänze, mit welcher man gegen jeden Gegner bestehen kann. Mit dem Wissen dieser Technik möchten die acht Großmeister der Shàolín in China den Frieden für alle Zeit aufrechterhalten. Allerdings kommt es, wie man vortrefflich in der Einleitung des Films berichtet, ganz anders. Plötzlich verschwinden die acht Großmeister von der Bildfläche und das Wissen über die Technik geht somit vermeintlich verloren. Mit einem Donnerschlag wechselt das Geschehen zum Kampfkünstler Yin-Fung, dem nur durch einen bloßen Zufall jenes Buch in die Hände fällt, welches das Wissen über die Technik der neun Drachenschwänze beinhaltet. Es machen sich Gerüchte breit und schnell sind Yin-Fung jede Menge gefährlicher Raufbolde und Halsabschneider auf den Fersen. Nachdem er sich in der Wildnis beim Angeln entspannen wollte und die Attacke von gleich drei Angreifern abwehren musste, begibt er sich flugs in die nächste Stadt, wo schon der nächste Ärger wartet.

Ehrenvolles Handeln

Die Unbesiegbaren der Shaolin (3)Mit zunehmender Laufzeit des Films erfahren wir immer mehr über die Beweggründe von Yin-Fung, der als Vagabund durchs Land reist, um einen ganz bestimmten Mann zu treffen. Auf diesem Weg lernt er Personen der unterschiedlichsten Fraktionen kennen, die sich dem Buch bemächtigen wollen. Während sich manche als Freunde zu erkennen geben, muss er wegen der Gier seiner Feinde auch um sein Leben fürchten. Jackie Chan verkörpert mit Yin-Fung abermals einen Gutmenschen, der für die gerechte Sache eintritt und sich nicht von Fleischeslust oder gigantischen Geldbeträgen verleiten lässt. Mehrmals bieten Frauen ihm ihren Körper an. Das wirkt nicht so peinlich wie in früheren Wei-Lo-Produktionen, aber in ständigen Wiederholungen kann es den einen oder anderen Zuschauer dennoch verprellen. Uns soll es recht sein, da der Film weniger Wert auf humorvolle Einlagen legt und eher eine ernste Geschichte über Ehre und Verrat erzählen möchte. Humor ist in Die Unbesiegbaren der Shaolin tatsächlich unterpräsent. Nur in wenigen Dialogen werden freudig Metaphern oder flotte Sprüche verwendet. Vor allem in den Kämpfen, die besonders in der zweiten Filmhälfte dominant sind, kommt man ohne allzu starke Umschreibungen für Objekte nicht aus. Wenn dann mal eine Sänfte als Mandarinenkiste bezeichnet wird, bleibt bei uns kein Auge trocken.

Glanzvolle Choreographien

Die Unbesiegbaren der Shaolin (4)Die Struktur der Handlung gefällt uns sehr gut, da die verschiedenen Charaktere jeweils zur richtigen Zeit eingeführt werden. So wird die Story passend um weitere Aspekte ergänzt, die sie sehr vielschichtig macht. Der Hintergrund über das Verschwinden der acht Großmeister der Shàolín wird ebenfalls behutsam zum besten Zeitpunkt gelüftet, um die Spannung bis zum Schluss aufrechtzuerhalten. Die große und obligatorische Auseinandersetzung mit dem Feind am Ende des 102-minütigen Films wird somit gut angeheizt. Choreographisch erwartet Fans von Martial-Arts-Filmen nämlich wahre Glanzleistungen. Weder wurde hier mit Drahtseilen getrickst, noch wirken die Kämpfe zu übertrieben. Sie sind natürlich und geben einen guten Einblick auf eine reibungslose Produktion. Über die erfahren wir im Bonusmaterial allerdings nichts, da hier nur auf den deutschen Trailer und den Original-Trailer in Mandarin gesetzt wird. Dafür können wir euch sowohl die deutsche Synchronisation, als auch den Originalton ans Herz legen. Man hat sich die Mühe gemacht, die Texte verständlich und wenig albern ins Deutsche zu übertragen. Da der Film hierzulande damals geschnitten war, sind fehlende Szenen in Mandarin deutsch untertitelt. Zusätzlich liegt auf der Blu-ray-Disc die deutsche Kinofassung bei, wenn man auf den Wechsel zwischen beiden Sprachen keine Lust hat. Gut!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Unbesiegbaren der Shaolin ist einer der besten frühen Martial-Arts-Filme mit Jackie Chan in der Hauptrolle. Er verkörpert seine Rolle glaubhaft und stellt sein Können als Kampfkünstler mit wunderbaren Choreographien zur Schau. Die dutzenden Nebendarsteller tun ihr übriges, um den Film zu einem wahren Genuss zu machen. In den restlichen Disziplinen kann der Titel ebenfalls bei mir punkten. Die Story ist von vorne bis hinten stringent erzählt und wird jeweils im richtigen Zeitpunkt mit neuen Charakteren ergänzt, die weitere Aspekte in die Handlung bringen, um diese zur nächsten wichtigen Etappe zu leiten. Zwischendurch gibt es zwar auch Wiederholungen, wenn sich Yin-Fung Frauen an den Hals werfen, nur damit er ihnen Zugriff zum Buch mit der Kampftechnik gibt, doch das stört mich nur wenig. Unterlegt werden die Szenen mit einem charmanten Soundtrack, der zwar nicht in Erinnerung bleiben wird, aber definitiv passend ist. So manch einem Zuschauer könnte allerhöchstens durch massenhaft viel zu stark eingesetzte Soundeffekte bei Schlägen und Tritten schwindelig werden. Ein notwendiges Übel, welches man eben eingehen muss. Schade ist nur, dass das Bild an einigen Stellen mangelhaft ist. Das kann auf eine schlechte Lagerung des Rohmaterials zurückzuführen sein, doch eine saubere digitale Bearbeitung erfolgte beim Film aus dem Jahr 1978 nicht. Wer darüber hinwegsehen kann, bekommt einen tollen Martial-Arts-Film, der in keiner Sammlung fehlen darf.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Die Unbesiegbaren der Shaolin!

Review: The Expendables 3 – A Man’s Job

The Expendables 3 - A Man's Job (1)Stallone, Statham, Banderas, Li, Snipes, Lundgren, Grammer, Couture, Crews, Lutz, Rousey, Powell, Ortiz, Davi, Gibson, Ford und Schwarzenegger – Action-Fans wird bei diesen Namen schwindelig werden. Blöd nur, dass genug irgendwann auch wirklich genug heißt.

The Expendables 3 - A Man's Job (2)Die Eröffnungssequenz von The Expendables 3 – A Man’s Job zeigt uns bereits nach wenigen Minuten, was wir auch vom dritten Teil der jungen Action-Filmreihe erwarten dürfen. So ist das Team rund um Barney Ross mittlerweile auf vier Mann geschrumpft. Mit einem leichten Anflug von Melancholie möchte uns Regisseur Patrick Hughes zeigen, dass die besten Tage der Helden bereits vorbei sind und wird dies in den insgesamt 132 Minuten Filmmaterial des Extended Director’s Cut noch mehrere Male zeigen. Die Expendables haben von der Central Intelligence Agency einen Tipp bekommen, wo ein ehemaliger Team-Kamerad von den bösen Halunken einer nicht näher spezifizierten Militäreinheit gefangen gehalten wird. Schnell ist das Team mit einem Helikopter zur Stelle, der auf einem stark bewaffneten Zug landet, wo auch schon das erste große Feuergefecht stattfindet. Ihren Freund Doc, der seinen Namen nur bekommen hat, weil er angeblich mal als Arzt praktizierte, haben sie schnell befreit. Anstatt sich jedoch mit dem Hubschrauber in die Freiheit zu transportieren, muss Doc es noch einmal richtig krachen lassen und feuert mit einem Geschütz auf die näherkommende Bastion des Militärs. In letzter Sekunde können die Jungs dennoch fliehen und der Zug rast mit hoher Geschwindigkeit schnurstracks in die Festung, die daraufhin in die Luft fliegt. Explosiv!

Für die junge Generation

The Expendables 3 - A Man's Job (3)Nicht mehr und nicht weniger dürfen Fans der Action-Legenden im dritten Teil erwarten. Die wichtige Handlung reißt nämlich heutzutage ebenfalls keine Bäume mehr aus. Beim nächsten Einsatz in Somalia erwartet uns nämlich auch nicht weiter als heiße Explosionen. Dort sollen die Expendables einen Waffenhändler kaltstellen, doch dieser entpuppt sich als Barneys alter Verbündeter Conrad Stonebanks. Ohne mit der Wimper zu zucken und ohne auch nur einmal nachzudenken, zücken die Jungs ihre Kanonen und mähen alles nieder, was sich nicht schnell genug in Sicherheit bringen kann. Bei den Schusswechseln wird Caesar stark verletzt und die Mission lautet nun ganz traditionell Rache. Barney will seine Freunde allerdings nicht mit in den Auftrag einbeziehen, da er nicht will, dass sie in eine Sache reingezogen werden, die nur ihn und Stonebanks betreffen. Stattdessen reist er lieber quer durch die Vereinigten Staaten, um die neuen, jüngeren und besseren Expendables anzuwerben. Zumindest trifft der Film diese Aussage und stößt damit Fans von Jason Statham, Dolph Lundgren oder Randy Couture dermaßen vor den Kopf, dass man sich fragt, was sich Drehbuchautor Stallone dabei wieder gedacht hat. Vermutlich ist er auch das (wie die gekürzte Kinofassung) der jungen Generation schuldig, damit diese auch bloß nicht in die Videothek gehen, um sich Klassiker auszuleihen.

Untertrieben und übertrieben

The Expendables 3 - A Man's Job (4)Ein weiteres Problem, welches The Expendables 3 plagt, sind nicht nur die neuen Gesichter, die absolut austauschbar sind und nicht annähernd ähnliche Referenzen bieten, wie Stallone und Co, sondern die schiere Masse an verschiedenen Charakteren. Bis zu fünfzehn Charaktere ballern sich gleichzeitig durchs Bild. Der Fokus wird zwar auf wenige Helden und Antihelden gelenkt, doch wirken diese meistens noch blasser als in den ersten beiden Teilen. Zumindest freuen wir uns über das Mitwirken von Harrison Ford und Mel Gibson. Besonders letzterer legt sich als Conrad Stonebanks wirklich in die Vollen, um einen glaubwürdigen Widersacher abzugeben. Schade nur, dass Nebenfiguren wie Goran Vata, gespielt von Ex-Bond-Bösewicht Robert Davi, deplatziert wirken und einfach nicht weitere Aspekte mit in die Story bringen. In unseren Augen hat man es mit The Expendables 3 – A Man’s Job gleichermaßen unter-, als auch übertrieben. Optisch lässt sich der Film dafür in wunderbarer Full-HD-Qualität genießen. Besonders das große Finale, wo man mit Helikoptern und Panzern auffährt, sieht richtig klasse aus – mit Ausnahme von einigen Explosionseffekten, die bei den Vorgängern deutlich besser waren. Den Soundtrack kann man getrost in die Tonne kloppen, da Spannung und Dynamik damit nicht aufkommen wollen. Zwei Stunden Bonusmaterial runden das Paket ab.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Wer an The Expendables 3 – A Man’s Job mit hohen Erwartungen herangeht, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen. Wer allerdings mit niedrigen Erwartungen an solch einen Film herangeht und diese Erwartungen dann im Verlauf des Films noch einmal unterboten werden, kann nicht noch mehr enttäuscht werden. Obwohl der Titel mit vielen großen Namen aufwarten kann, ist es genau dieser Aspekt, welcher dem Film das Genick bricht. Natürlich finde ich es toll, wenn reihenweise Charaktere vorkommen, die von Hollywood-Legenden wie Harrison Ford (der übrigens auch mein Lieblingsschauspieler ist), Arnold Schwarzenegger und Konsorten verkörpert werden – aber dann müssen diese Charaktere auch ausgearbeitet werden und nicht gesichtslos wirken oder so tun, als ob ihnen die gesamte Rachestory so nahegeht, obwohl reihenweise die Menschen um sie herum sterben. Ab einem bestimmten Punkt im Film habe ich echt das Gefühl gehabt, dass es in irgendeiner Weise nur noch darum geht, wie viele und auf welche Weise man seine Feinde umlegt. Zugegeben – das war in den beiden Vorgängern nicht viel anders, doch hat man sich dort zumindest noch Mühe gegeben, ansatzweise eine Handlung auszuarbeiten, um zumindest ein wenig über die Action-Ebene ansatzweise intelligent hinauszukommen. Unterm Strich bietet The Expendables 3 – A Man’s Job nicht mehr, sondern eher weniger als seine beiden Vorgänger. Bleibt zu hoffen, dass Stallone die Marke mit dem Teil einstampft oder sich beim vierten Teil zumindest auf alte Tugenden beruft.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung von The Expendables 3 – A Man’s Job!

Review: Karate Bomber

Karate Bomber (1)Als man 1980 Yī Zhāo Bàn Shì Chuǎng Jiāng Hú in den Kinos in Hongkong zeigte, wusste man noch nicht, welchen tollen Titel sich die Verantwortlichen hierzulande 1989 ausdenken würden. In der Bundesrepublik wurde der Film auf den Namen Karate Bomber getauft.

Karate Bomber (2)Das macht natürlich alles keinen Sinn, da sich der Film nicht um die Kampfsportart Karate, sondern Kung Fu dreht. Aus solchen Fehlern lernt man jedoch auch in Amerika nicht, denn wenn man nur ein paar Jahre zurückblickt, fällt einem direkt das gleichnamige Remake von Karate Kid ein. Obwohl Jackie Chan hier in einer der beiden Hauptrollen zusehen war, hat es ihn wohl nicht gestört, die eigene Kultur für eine andere, die inhaltlich absolut nichts mit dem Film zu tun hat, aufzugeben. Entsprechend dürfte Chan auch egal sein, was man hierzulande mit Half a Loaf of Kung Fu, so der englische Titel von Karate Bomber, gemacht hat. Ähnlich geht es auch dem Helden des Films, Jiang – ironischerweise gespielt von Chan. Dieser ist ein sorgloser Taugenichts und verbringt seine Zeit damit als Tagelöhner zu arbeiten. Eines Tages macht er ein Nickerchen zwischen den Ästen eines Baumes, als plötzlich der tägliche Trubel am schwarzen Brett losgeht und Jiang den Drang verspürt, dort einmal nach dem Rechten zu sehen. Es wird ein Leibwächter für einen adligen Mann gesucht. Schnell reißt Jiang das Blatt vom Aushang ab und begibt sich zum Anwesen des Herrn. Nach kurzer Überlegung wird er gleich eingestellt und in das Hausleben eingeführt. Sein Arbeitgeber beherbergt auch noch einen weiteren Hausgast, dem Jiang tunlichst aus dem Weg gehen sollte, er es aber nicht tut.

Dr. Kimble auf der Flucht

Karate Bomber (3)Gemeint ist damit eine Dame, die von allen als Erhabene angesprochen wird, hinterrücks aber einfach nur Hexe genannt wird. Direkt in der ersten Nacht schleicht sich Jiang zu ihrer Tür, um sie durch ein Guckloch zu beobachten. Sein Arbeitskollege erwischt ihn dabei, doch verrät er Jiang nicht und nutzt das Guckloch selbst, um einen Blick zu erhaschen. Blöd nur, dass die Hexe eine giftige Schlange durchs kleine Loch schickt und Jiangs Kollegen gleich tötet. Jiang flüchtet vom Anwesen und wird in den nächsten Tagen von der Erhabenen gnadenlos gejagt. Mehr durch Missgeschicke gelingt es ihm so, einen Attentäter zur Strecke zu bringen, dafür eine Belohnung einzustecken und als Held gefeiert zu werden. Während die Stadtbewohner ihn prompt verehren, gibt es einige weniger leichtgläubige Individuen, die ihn durchschauen und ihn in Frage stellen. Darunter fallen ulkige Figuren wie ein Möchtegernkämpfer, der ihm neue, aber meist nutzlose, Kampftechniken beibringt. Ebenfalls mit von der Partie ist auch ein Bettler, der Jiang mehr als einmal aus der Klemme hilft. Jiang möchte von ihm unterrichtet werden, doch der weigert sich. Erst als Jiang nicht locker lässt, bietet der Bettler ihm an, für ihn einen gefährlichen Auftrag auszuführen. Jiang willigt ein und kommt so nicht nur mit der Erhabenen, sondern auch noch mit gierigen Dieben und gefürchteten Kämpfern zusammen.

Synthesizer-Soundeffekte aus der Hölle

Karate Bomber (4)Viele Situationen werden in Karate Bomber erheiternd dargestellt und auch in der deutschen Synchronisation, in der Christian Tramitz Chan seine Stimme leiht, gibt es nette Einfälle, um ernste Momente aufzulockern. Beispielsweise reißt Chan einen seiner Gegner einen falschen Bart ab – der Bettler erkennt Jiangs Gegner zugleich als den Mann mit tausend Gesichter. Wer aber auf flotte Sprüche wie in Police Story hofft, wird wohl weniger zufrieden sein. Trotzdem werden die Dialoge nicht langweilig, auch wenn die Synchronisation zuweilen eher schnell produziert, als gut übersetzt wirkt. Dialoge machen allerdings nur in der ersten Hälfte den Großteil des Films aus. In der zweiten Filmhälfte geht es ans Eingemachte; die Kämpfe. Diese wirken für uns meist gut choreographiert, da sie weder übertrieben, noch langweilig wirken. Hin und wieder stellt sich Chan zwar ein wenig tollpatschig an, ist aber aufgrund der Rolle des Jiang nicht anders umsetzbar gewesen – Kung Fu kann Jiang nämlich so gut wie nicht, lernt im Verlauf der Handlung aber genug, um die Bösewichte im großen Finale gehörig zu verkloppen. Man merkt dem Film aufgrund so mancher Synthesizer-Soundeffekte das Alter deutlich an, denn die nerven zwischenzeitlich sehr gerne. Das Bild ist dafür umso besser gealtert und wirkt auch in der Blu-ray-Fassung wirklich alles andere als schlecht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die ersten Minuten des Films sind recht schlimm gestaltet. Hier hüpft Jackie Chan von rechts nach links und von links nach rechts durch das Bild, vollführt dabei Tricks und durch einen hippen Filmschnitt verschwindet der Kampfkünstler immer mal wieder für einen Bruchteil einer Sekunde. Nach der grauenvollen Einleitung bessert sich der Film aber durchgehend bis zum Schluss, denn ähnlich nervig wird es nur in wenigen Momenten, wo der Tontechniker wohl gerade den Synthesizer entdeckt hat und mit ihm gerade Schabernack treiben wollte. Sieht man davon ab, kann der Film dennoch Freunde gewinnen. Die Dialoge beziehungsweise lustigen Sprüche reißen keine Bäume aus, doch sind sie alles andere als langweilig in die stringente Handlung eingewebt. Aufgelockert werden die Dialoge zudem mit allerlei Kampfszenen, in denen Chan aber nur sehr nette Choreographien aufführen darf, da seine Rolle (Jiang) kaum Kung Fu beherrscht. Das große Finale, in denen Chan seine Gegner aber dennoch überwältigen kann, stellt abschließend das Highlight von Karate Bomber dar. Fans von seichten Martial-Arts-Filmen dürfen ohne Bedenken zugreifen.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Karate Bomber!

Review: Nisekoi: Liebe, Lügen & Yakuza – Vol. 1

Nisekoi - Liebe, Lügen & Yakuza - Vol. 1 (1)Die Geschichte von William Shakespeares Romeo und Julia, welche sich um ein Liebespaar dreht und in einer Katastrophe endet, dürfte in der Grundfassung jedem bekannt sein. Manga-Autor Naoshi Komi nahm sich Shakespeares Werk als Vorbild und schuf daraufhin Nisekoi.

Nisekoi - Liebe, Lügen & Yakuza - Vol. 1 (2)In der deutschen Anime-Veröffentlichung erhält Nisekoi noch den Zusatz Liebe, Lügen & Yakuza. Aus Familie Montague wird Familie Ichijō, dessen Oberhaupt einen Yakuza-Klan leitet und aus den Capulets werden die Kirisakis, die eine verfeindete Bande darstellen und in den Bezirk der Yakuza vordringen. Raku Ichijō möchte allerdings nicht in die Fußstapfen seines Vaters treten und stattdessen ein angesehener Beamter werden. Während das alle dem Klan angehörenden Yakuza nicht verstehen können, hört sein Vater ihm nicht einmal zu und plant im Hintergrund, wie er ihn doch auf seine Seite ziehen kann. Auf dem Schulweg stößt Raku mit einem blonden Mädchen zusammen. Direkt wird den beiden Individuen klar, dass sie sich nicht ausstehen können und gehen sofort getrennte Wege, bis eben jenes Mädchen in der ersten Schulstunde als Rakus neue Mitschülerin Chitoge Kirisaki vorgestellt wird. Das schockt die beiden zunächst, doch schließlich kann man sich auch in einem Klassenraum noch ganz gut aus dem Weg gehen – allerdings nur, bis Raku plötzlich auffällt, dass sein geliebtes Amulett verschwunden ist. Er fordert Chitoge auf, ihr bei der Suche zu unterstützen. Obwohl sich diese erst wehrt, willigt sie ein, ihm zu helfen – aber nur unter der Vorraussetzung, dass sie in der Schule nie mehr miteinander reden werden. Daraus wird allerdings absolut nichts!

Schlüssel zum Herzen eines Menschen

Nisekoi - Liebe, Lügen & Yakuza - Vol. 1 (3)Das beginnt damit, dass Raku von seiner Lehrerin den Auftrag erhält, Chitoge in der Schule herumzuführen und sich zusammen um die ausgesetzten Tiere zu kümmern, welche auch in der Schule untergebracht werden. Die Suche nach dem Amulett entpuppt sich allerdings als schwieriger als gedacht. Chitoge gelingt es zwar mit Mühe und Not, das Amulett zu finden, doch wird sowohl ihr als auch ihrer gemeinsamen Klassenkameradin Kosaki Onodera klar, warum Raku so sehr an diesem Schmuckstück hängt. Als er jünger war, hat er einer Freundin versprochen, gut auf das Amulett (welches übrigens auch über ein Schloss verfügt) zu achten, während diese Freundin den Schlüssel verwahrt. Nach so vielen Jahren kann sich Raku aber weder an den Namen, noch an das Gesicht des Mädchens erinnern. Allerdings ist ihm dieses Ereignis nachhaltig in Erinnerung geblieben. Der Schlüssel zu diesem Schloss, welcher auch wunderbar als Metapher zu verstehen ist, ist im Grunde aber nicht verloren, sondern schon in greifbarer Nähe. Wie genau wir das meinen, müsst ihr in Nisekoi allerdings schon mit eigenen Augen erleben. Zudem fragt ihr euch jetzt sicherlich, was das ganze Liebestheater mit Romeo und Julia zu tun hat. Im Grunde erzählt es anfangs die gleiche Geschichte, doch dreht Komi die Rollenverteilung um. Nicht Raku und Chitoge wollen sich lieben, sondern ihre Familien.

Vorgetäuschte Liebe

Nisekoi - Liebe, Lügen & Yakuza - Vol. 1 (4)Lieben heißt hier allerdings mehr zusammenarbeiten, denn bevor die Familienfehde sich noch zu einem Krieg entwickelt, beschließen die Oberhäupter, dass ihre Kinder für mindestens drei lange Jahre ein Paar sein müssen, damit die hitzigen Gemüter ihrer Väter nicht explodieren. In den ersten Folgen erhalten wir also einen Einblick in das Gefühlsleben von Chitoge und Raku, die sich in wenigen Momenten echt gern haben, aber sich eigentlich gegenseitig an die Gurgel gehen wollen. Dazu gesellen sich noch Gang-Mitglieder und Yakuza, welche sowohl Chitoge, als auch Raku, das Liebespaar nicht abkaufen wollen, um einen Grund zu finden, sich weiter zu bekämpfen. Außerdem müssen sie das Paar auch vor ihren Klassenkameraden mimen und das trifft besonders Kosaki, denn die hat geheime Gefühle für Raku. Das Liebesdreieck, wie wir es schon aus Die Ewigkeit, die du dir wünschst kennen, schlägt auch in Nisekoi: Liebe, Lügen und Yakuza zu. Anders wie in der Anime-Umsetzung der Dating-Simulation erreicht Nisekoi allerdings nicht so starke Tiefen und drückt auch nicht dermaßen auf die Tränendrüse – viel mehr besticht Nisekoi mit viel (gewolltem) Humor. Das wird zum Glück mit einer guten Portion Action untermalt, wodurch die lustigen Szenen stark überzeichnet sind. Während die Story ihr Potenzial erst noch ausspielen muss, kann uns zumindest der Humor begeistern.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nisekoi: Liebe, Lügen & Yakuza bedient sich klar an der Vorlage von William Shakespeares Romeo und Julia. Allerdings hat sich der Autor des Manga einen intelligenten Kniff ausgedacht und dreht die Rollenverteilung sehr geschickt um. Nicht die beiden Titelhelden, im übertragenen Sinne also Raku und Chitoge, wollen gegen den Willen ihrer Familien zusammen sein – hier sind es die Oberhäupter der beiden verfeindeten Familien, die den Frieden aufrechterhalten und einen Krieg verhindern wollen und ihre beiden Kinder zu einem Paar machen. Besonders unter dem Aspekt, dass die beiden Streithähne sich nicht ausstehen können, werden viele Szenen verkompliziert, denn es muss zum einen der Schein aufrechterhalten werden und zum anderen dürfen Gefühle anderer Menschen ebenfalls nicht verletzt werden. Besonders lustig wird das durch überzeichneten Humor, der genau richtig eingesetzt wird. Allerdings erhält die Story nach der ersten Episode dadurch kaum weitere Höhepunkte und Nisekoi läuft Gefahr, sich in einer flachen Handlung zu verlieren. Das Potenzial ist auf jeden Fall vorhanden und ich hoffe sehr, dass Nisekoi es in den nächsten Episoden geschickt nutzen wird, um mich dauerhaft bei Laune zu halten.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Nisekoi: Liebe, Lügen und Yakuza (Vol. 1)!

Review: The Legend of Zelda: Majora’s Mask 3D

The Legend of Zelda - Majora's Mask 3D (1)Als The Legend of Zelda: Ocarina of Time 3D erschien, war die Freude unter den Fans groß. Das Verlangen nach einer 3D-Version von The Legend of Zelda: Majora’s Mask stieg an und nach zahlreichen Anspielungen seitens Nintendo erschien der Titel schlussendlich im Februar.

The Legend of Zelda - Majora's Mask 3D (2)Große Änderungen gibt es, wie damals schon in Ocarina of Time 3D, auch hier nicht. Nach wie vor schlüpfen wir in die Rolle des Hylianer Link, der nach seinem Abenteuer in Hyrule in die weite Welt aufbricht. Als er durch einen düsteren Wald reitet, ahnt er nichts Schlimmes. Plötzlich erschreckt jedoch das Horror-Kid ihn und sein Pferd Epona. Kurzerhand stiehlt das Horror-Kid, welches von den beiden Feen Tael und Taya begleitet wird, Links Fohlen und macht sich mit seiner Okarina auf und davon. Link nimmt selbstverständlich die Verfolgung auf, doch legt das Horror-Kid bei der nächstbesten Gelegenheit einen Fluch über den Helden. Fortan muss Link sein Dasein als Deku fristen. Zudem wird dabei die Fee Taya vom Horror-Kid und Tael getrennt, weshalb sich die beiden Feinde zusammentun und zu Freunden werden. Über einen magisches Weg gelangen sie nach Unruh-Stadt in der Parallelwelt Termina. Hier wartet allerdings noch nicht das Horror-Kid auf sie, sondern ein Mond, der droht, in nur drei Tagen auf die Erde zu stürzen. Schuld daran ist, wie uns der Maskenhändler im Uhrturm, dem Ausgangspunkt aller Abenteuer in Majora’s Mask 3D, versichert, jenes Horror-Kid, welches Majoras Maske gestohlen hat und nun damit bösartige Taten vollbringt. Link und Taya stehen somit 72 Stunden zur Verfügung, um das Horror-Kid zu finden und das Unheil abzuwenden.

Dämmerung des ersten Tages

The Legend of Zelda - Majora's Mask 3D (3)Das klingt zunächst nach sehr viel Zeit, doch eine Stunde in Termina sind umgerechnet circa eine Minute Spielzeit. Für einen Teil der The-Legend-of-Zelda-Reihe wirkt das zunächst sehr erschreckend, doch der Kniff des Serienteils eröffnet sich uns bei der Konfrontation mit dem Horror-Kid in den letzten sechs Stunden dieser drei Tage. Wir ergattern die Okarina zurück, erinnern uns an die Hymne der Zeit und reisen mit dem Lied an den Anfang der Zeitspanne. Der Mond hat sich etwas zurückgezogen, die Leute sind noch nicht so ganz in Panik geraten und überall in der heiteren Stadt freut man sich auf den Karneval der Zeit. Zum Glück bricht mit der ersten Zeitreise auch der auf Link lastende Fluch. Mit der Deku-Maske kann er sich nun jederzeit in einen Deku verwandeln, um die Vorteile des Deku-Daseins auszunutzen. So sehr wir uns mit Link darüber freuen, so wenig ist der Maskenhändler erpicht über unsere Rückkehr. Majoras Maske konnten wir mit dem Horror-Kid nämlich noch nicht abluchsen. Bis wir die Macht haben, um die finsteren Mächte der Maske zu bekämpfen, vergehen noch etliche Spielstunden. Unser Ziel ist es nämlich, in alle vier Himmelsrichtungen zu reisen und die dort schlummernden Geister zu wecken. Eine Legende von Termina berichtet nämlich von vier Giganten, die einmal zum Karneval der Zeit erschienen sind und der steht ja kurz bevor.

Es verbleiben 72 Stunden

The Legend of Zelda - Majora's Mask 3D (4)Die Gebiete von Termina sind sehr abwechslungsreich ausgefallen. Im Süden erstrecken sich die Sümpfe des Dämmerwalds und im Norden erklimmen wir den Pic Hibernia. Reisen wir in den Westen, erreichen wir das Meer und somit die Schädelbucht. Im Osten hingegen markiert ein Canyon, in dem Geister ihr Unwesen treiben, eine weitere Grenze der Fantasy-Welt. Alle Orte müssen wir im Verlauf der Handlung erkunden und uns als Problemlöser bereitstellen. Da möchte eine Prinzessin gerettet oder der Frühling zur Rückkehr gebeten werden. Ob wir in der Zeitspanne von 72 Stunden ein komplettes Gebiet erkunden können, hängt davon ab, wie gut wir uns mit der Umgebung vertraut machen. Im Normalfall reicht diese Zeit aber nicht aus. Zum Glück erhalten wir nach dem Überwinden einer Etappe meist einen Gegenstand, der uns die vorherige Arbeit erspart, sollten wir zurückkehren. Sämtliche Gebrauchsgegenstände sind nämlich auch dann noch in unserem Inventar, wenn wir die Zeit zurückdrehen. Einzig und allein Verbrauchsobjekte verschwinden, doch Pfeile, Bomben und Rubine finden wir auf den Ebenen von Termina in Massen. Für letzteres gibt es sogar eine Bank, für welche die Regeln der Zeit ebenfalls nicht gelten. Wie wir teilweise mit der Zeit umgehen, sollte gelegentlich ein Paradoxon auslösen, aber so genau haben es die Entwickler zum Glück nicht genommen.

Maskenball

The Legend of Zelda - Majora's Mask 3D (5)Am Ende eines jeden Gebiets wartet ein Dungeon auf uns, in denen wir uns in viele Kämpfe verstricken lassen und allerhand Rätsel lösen. Der Rätselanteil steigt von Tempel zu Tempel zum Glück enorm und bietet hin und wieder richtige Kopfnüsse. Zudem gibt es, wie von der Serie gewohnt, in jedem Dungeon einen Schlüsselgegenstand, mit dem wir bestimmte Rätsel überhaupt erst lösen können. Ohne diese Items würde sich auch die weitere Reise durch das Land Termina erschweren beziehungsweise unmöglich machen. Abwechslungsreiche Items wie im Vorgänger Ocarina of Time gibt es in Majora’s Mask allerdings nicht. Das hat auch den einfachen Grund, dass sich die Entwickler auf andere Aspekte des Spiels konzentriert haben. Neben den typischen Items wie den Bogen, den Fanghaken oder die Krabbelminen, gibt es außerdem jede Menge Masken zu finden. Diese erhalten wir, wenn wir uns mit den Bewohnern der Spielwelt anfreunden und uns in ihr Leben einmischen. Diese Geschichten bereichern die Atmosphäre des Spiels enorm. Da verhindern wir kurz nach Mitternacht mal einen Überfall auf eine ältere Dame, schlichten den Disput zwischen den Handwerkern und den Stadtsoldaten im Büro des Bürgermeisters, beschützen die Farm vor Außerirdischen oder helfen einem Liebespaar, welches eine schwierige Zeit durchmacht, zusammen zu kommen.

Freizeitbeschäftigungen

The Legend of Zelda - Majora's Mask 3D (6)Alle Masken haben zudem verschiedene Auswirkungen auf die Umwelt. Mit der Felsmaske werden wir von den Gerudo in der Piratenfestung nicht mehr wahrgenommen, mit der Bremer Maske können wir kleine Tiere marschieren lassen und mit der bereits aus Ocarina of Time bekannten Maske der Wahrheit erhalten wir von den Allwissenden Steinen Informationen, die kleine Hinweise auf die Bewohner der Spielwelt preisgeben. Den Großteil der Charaktere, die wir im Verlauf des Spiels treffen, kennen wir bereits aus Ocarina of Time. Es gibt nur wenige Figuren, die extra für das Spiel entworfen worden sind. Uns macht das allerdings nichts, da es so des Öfteren vorkommt, dass wir über etwaige Sachverhalte schmunzeln dürfen. Durch die vielen Masken fällt sofort auf, dass es in Majora’s Mask wirklich sehr viel zu tun gibt. Gerade die Fülle an Nebenbeschäftigungen, die nur an bestimmten Tagen und gewissen Uhrzeiten wahrgenommen werden können, machen die Spielwelt richtig stimmig. Dadurch, dass wir mit einem fortlaufenden Spielstand auch immer mehr Optionen haben, wie wir mit der Spielwelt interagieren können, kombinieren wir clever Orte mit Aufträgen, die vorher unzugänglich für uns waren. Ein Glück, dass im Notizbuch, welches wir zu Beginn des Spiels erhalten, alle wichtigen Aufgaben mit Zwischenschritten übersichtlich permanent aufgelistet werden.

Packendes Spielerlebnis

The Legend of Zelda - Majora's Mask 3D (7)Damals wie heute beeindruckt Majora’s Mask mit (für die jeweilige Plattform) fabelhaften Grafiken und Texturen. Damit das Spiel auf dem Nintendo 64 überhaupt lauffähig war, kam man um den Kauf des Expansion-Paks (einer Arbeitsspeicher-Erweiterung für das Nintendo 64) nicht herum. Diese Anschaffung entfällt bei Majora’s Mask 3D allerdings. Auf dem 3DS sehen alle Texturen wirklich gut aus. Einzig und allein schade ist, dass die Framerate kurz in den Keller geht, wenn zu viele Objekte gleichzeitig dargestellt werden. Das wäre sicherlich vermeidbar gewesen. Dafür entschädigt jederzeit der großartige Soundtrack, der mit seinen mystischen Klängen wunderbar zur apokalyptischen Weltuntergangsstimmung des Spiels passt. Majora’s Mask 3D ist eines der wenigen Spiele, die das Schiebepad Pro unterstützen. Die Kameraführung wird dadurch erheblich verbessert. Wir können euch nur zur Nutzung der Peripherie raten. Wer einen New Nintendo 3DS (XL) besitzt, kann auch den C-Stick zur Steuerung benutzen. Ärgerlich ist allerdings, dass sowohl die Schultertasten des Schiebepad Pros, als auch die des Hardware-Updates, nicht angesprochen werden. Da man ständig zwischen Items und Masken wechseln muss, hätte diese Funktion das Spielerlebnis deutlich erhöht. Trotzdem wartet hier einer der besten Teile des The-Legend-of-Zelda-Epos auf euch!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-64- und der Nintendo-3DS-Fassung): Als ich im Jahr 2002 zum ersten Mal The Legend of Zelda: Majora’s Mask gespielt habe, habe ich mich auf Anhieb in das Spiel verliebt. Von der ersten Minute an werde ich in ein packendes Epos voller spannender Geschichten und illustren Charaktere hineingeworfen. Ich darf eine Welt erkunden, die kurz vor dem Untergang steht und bekomme die Möglichkeit, diese Welt vor der drohenden Apokalypse zu retten. Gut, das mag in Fantasy-Spielen nichts neues sein, doch die Idee hinter Majora’s Mask, dass ich jederzeit die Zeit vorspulen oder zum Ausgangspunkt meiner Reise zurückkehren darf, finde ich grandios. Dadurch erhalten alle Charaktere einen Tagesablauf, wodurch ich sie an unterschiedlichen Stellen der Spielwelt wiedertreffe und mich in ihr Leben einmischen darf. Schließlich wird man für fast alles auch reichlich belohnt! Die Charaktere fühlen sich für mich schon wie eine zweite Familie an – so authentisch wirkt die Atmosphäre des Spiels auf mich! Gekoppelt mit den stark aufgebohrten Texturen der 3DS-Fassung und der Untermalung mit mystischen Klängen, die mich sowohl durch die Oberwelt, als auch durch die Dungeons begleiten, werde ich richtig ins Spiel hineingezogen. Majora’s Mask ist und bleibt meine Lieblingsepisode der Reihe und ist in meinen Augen sogar der beste Serienteil, der auf dem 3DS in ein würdiges und erfrischendes Gewand gesteckt wurde.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Legend of Zelda: Majora’s Mask 3D!

Review: Coppelion – Vol. 1

Coppelion - Vol. 1 (1)Japan ist eine Nation, die auf Atomenergie angewiesen ist, um den Energiehaushalt decken zu können. Wie man den Umgang mit Atomkraft kritisiert, bewies Ishirō Honda schon im Jahr 1954 mit Godzilla. Dass Kritik in Manga-Form funktioniert, beweist Tomonori Inoue mit Coppelion seit 2008.

Coppelion - Vol. 1 (2)Die Story von Coppelion setzt zeitlich irgendwann in den Jahren bis zur Jahrhundertwende ein, denn mehr Informationen möchte man uns auf der Packungsrückseite in Form des Jahres 20XX nicht verraten. Was im ersten Moment nach der Mega-Man-Videospielserie klingt, ist im Anime aber glücklicherweise ganz anders. Coppelion erzählt von einer Katastrophe, die die ehemalige Hauptstadt Japans kontaminiert hat. Die radioaktive Strahlung macht das Leben in und um Tōkyō nahezu unmöglich. Trotzdem leben immer noch vereinzelt Menschen in der einstigen Millionenmetropole, die sich aus den unterschiedlichsten Gründen weigern, diese zu verlassen. Daraufhin bildet die Regierung die so genannte Sondertruppe der Dritten Division der Bodenstreitkräfte, welche sich gleich aus zwei Teams zusammensetzt. In den ersten vier Episoden von Coppelion wird vor allem Wert auf die Schilderung der Rettungseinheit gelegt. Diese Einheit besteht aus den drei Charakteren Ibara, Aoi und Taeko. Die drei jungen Frauen, die man äußerlich sofort als typisch normale Schulmädchen identifizieren würde, können sich aufgrund ihrer genetischen Struktur ohne Schutzanzug in die kontaminierte Zone wagen, denn die Strahlung im Stadtzentrum ist so hoch, dass die Schutzanzüge der Dritten Division absolut nicht ausreichen würden, um die Menschen vor der (fast) unsichtbaren Gefahr zu schützen.

Erschreckende Bestandsaufnahme

Coppelion - Vol. 1 (3)Während ihres ersten Ausflugs in die ehemalige Hauptstadt, lernen die drei Protagonistinnen einige unterschiedliche Charaktere kennen, welche das Ausmaß der Zerstörung und gar deren Überlebenswillen in dieser dystopischen Welt kennzeichnen. Während die Familie Kawabata durch die starke Verstrahlung vor allem psychologisch belastet wird, versucht Denjirō Shiba, der das Kraftwerk im Herzen der Stadt entworfen hat, die restlichen Tōkyōter mit Nahrung zu versorgen und ihr Überleben zu sichern. Wohlgemerkt spielt die Handlung von Coppelion zwanzig Jahre nach dem tragischen Vorfall. Durch die Dialoge zwischen den Figuren wird sehr viel Kritik am Umgang mit Atomenergie geübt. Da der Anime, anders als der Manga, nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima erschienen ist, spricht er nachhaltig auf dieses Ereignis an. Teile der Präfektur Fukushima werden schließlich noch hunderte Jahre lang nicht bewohnbar sein. Ebenfalls in der Kritik steht die fehlende Endlagerlösung für Nuklearabfall. Gezeigt wird dies (für Anime-Verhältnisse) mit beeindruckenden Bildern. Ein riesiger Sarg aus Beton oder ein ganzer See voller Fässer mit Atommüll. Obwohl Coppelion nicht mit Verweisen auf reale und erschreckende Tatsachen geizt, verfügt der Anime zum Glück über weitere Qualitäten, welche für den Unterhaltungswert für den Zuschauer verantwortlich sind.

Glaubwürdige Gestaltung

Coppelion - Vol. 1 (4)Die Dialoge zwischen Ibara, Aoi und Taeko sind abseits der ernsten Momente lustig gestaltet. Aoi freut sich darüber, ein Mensch zu sein, der jegliche Nahrung genießen kann, während die Anführerin der Gruppe, Ibara, eher pragmatisch ist und sich stattdessen lieber eine Sprite mit den nötigen Nährstoffen verabreicht. Ihre Taten spiegeln sich auch in ihren Charakterzügen wieder. Taeko ist somit ein recht einfühlsamer Mensch; sie macht sich selbst Gedanken um verwundete Wölfe am Straßenrand, die für sie eigentlich eine große Gefahr darstellen. Alle Charaktere wirken, bis auf vereinzelte Eigenschaften, sehr real und somit nachvollziehbar. Wie bereits erwähnt, beeindruckt Coppelion mit beeindruckenden Bildern. Dank der Full-HD-Auflösung der Blu-ray-Fassung wird Tōkyō, welches langsam von der Natur zurückerobert wird, atmosphärisch eingefangen. Störend fallen vereinzelt nur zu starke Konturen auf, welche die Charaktere vom Hintergrund abheben sollen. Dafür beeindruckt die Soundkulisse. Sowohl die Effekte, als auch der Soundtrack ergeben ein stimmiges Gesamtbild. Stimmig ist auch das physische Bonusmaterial, welches in Form eines 24-seitigen Booklets vorliegt. Das Heftchen wurde von Kazé Anime sorgfältig mit vielen Informationen zu Charakteren und mit Fakten gespickt. Schlussendlich liefert es klare Inhaltsangaben zu den vier Folgen. Klasse!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Coppelion bietet Spielraum für reichlich Interpretationen. Viel wichtiger ist jedoch, dass Coppelion auch für den Laien die Kritik am Umgang mit Atomenergie deutlich machen kann. Regisseur Shingo Suzuki beweist mit starken Bildern in Anime-Form, wie eine nukleare Katastrophe aussehen kann, wenn man nicht damit aufhört, Atomenergie zu verwenden oder endlich eine Endlagerlösung findet. Gekoppelt wird dies mit einer spannenden Handlung, die im Serienauftakt allerdings noch sehr viel Wert auf eine vernünftige Einführung der Charaktere legt und die ersten Gegenspieler andeutet. Dazu gesellt sich Action, die zwar schon ein wenig übertrieben für so ein ernstes Werk wirkt, aber dennoch unterhalten kann. Es ist zwar schade, dass bereits nach vier Folgen vorerst Schluss mit Coppelion ist, doch dank des sorgfältig gestalteten Booklets kann ich mich auch nach dem Abspann mit der Serie auseinandersetzen, Hintergründe erfahren und Motive entdecken, die beim Schauen unentdeckt geblieben sind. Wer sich mit ernsten Hintergründen in einem sehr gut gestalteten Anime auseinandersetzen will, sollte sich Coppelion unbedingt anschauen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Coppelion – Vol. 1!

Review: The Order: 1886

The Order 1886 (1)Bereits vor dem offiziellen Release von The Order: 1886 wurde das Spiel sowohl von Gamern, als auch von der Presse heftig diskutiert. Je näher die Veröffentlichung rückte, desto eher war es allen klar, dass The Order: 1886 ein Spiel mit extrem vielen Zwischensequenzen sein wird.

The Order 1886 (2)Das merken wir bereits im Prolog des Spiels, in welchem wir Ende November des Jahrs 1886 von zwei Männern mit unserem Kopf in ein Wasserbecken getunkt werden. Wir wissen nicht, wie lange wir schon in dem Gefängnis gehalten werden, doch genug ist irgendwann einfach genug. Wir können uns aus den Fängen unserer Peiniger befreien und gelangen so endlich an die Oberfläche, wo wir prompt von Jägern und Vertrauten gejagt und beschützt werden. Der letzte Ausweg für uns ist der Fall ins kalte Wasser der Londoner Themse. Danach macht die Handlung einen Zeitsprung zurück in den Oktober 1886. Unser Leben scheint hier noch nach den für uns geltenden Regeln abzulaufen. Wir sind Sir Galahad, Mitglied des Ritterordens – und wir können uns noch nicht im Entferntesten ausrechnen, wie sich unser Leben innerhalb von nur einem Monat sich dermaßen verändern wird. Als Mitglied des Ritterordens sind wir Teil eines Krieges und bekämpfen in den Londoner Straßen die gefährlichen Halbblüter; halb Mensch, halb Tier. Dies ist allerdings nur die Rahmenhandlung des Universums, in dem wir uns gerade zurechtfinden wollen. Schnell geraten wir in einen Konflikt mit den Rebellen, die Königin Victoria am liebsten am Galgen baumeln sehen wollen. Später mischen sich noch eine indische Fraktion und Vampire ins Geschehen ein. All diese Verbindungen führen uns in ein Geflecht aus Lügen und Verrat, welches wir im Verlauf der Story durchschauen müssen.

Filmreife Inszenierung

The Order 1886 (3)Mehr wollen wir zur Handlung von The Order: 1886 nicht verraten, denn das Spiel lebt sehr von der Story und den dutzenden Zwischensequenzen. Diese nehmen auch den Hauptteil des Spiels ein. Um diesen Fakt kommt kein Interessent drumherum, denn während das Spiel nach circa acht Stunden endet, haben wir in dieser Zeit vielleicht zwei Stunden damit verbracht, in der Gegend herumzuballern. Die Zwischensequenzen werden immerhin mit reichlich Quick Time Events aufgelockert. Ärgerlich ist allerdings, dass wir diese Events in der Regel immer auslösen müssen. Alternative Wege, einen Konflikt zu lösen, gibt es so gut wie nie. Besonders im Finale ist das sehr ärgerlich und eben deshalb wird der Epilog definitiv noch viel diskutiert werden. Man merkt den Zwischensequenzen allerdings sehr an, wie sehr das Entwicklerteam an seiner Story um Galahad, Perceval und Co festhält und wie viel Liebe man in die Handlung eigentlich gesteckt hat. Als Spieler fragt man sich dann im Verlauf der kurzen Spielzeit aber mehrmals, ob man dieses Herzblut nicht eher in die Ausarbeitung eines mitreißenden Films, denn in ein Videospiel gesteckt haben sollte. Zumal das eigentliche Gameplay niemals übers Mittelmaß hinauskommt. Hier laufen wir mit Galahad durch Schlauchlevels und spritzen die Gegner mit Blei voll, bis unser Magazin leer ist. Das Waffenarsenal ist durchaus vielschichtig.

Leben und sterben in Whitechapel

The Order 1886 (4)Wir ballern uns mit Revolvern, Gewehren und auch einer retrofuturistischen Waffe durch die Gegnerhorden. Dabei suchen wir immer wieder Deckung und werfen auch mal Granaten auf die Feinde. Das ist zwar spannend, aber sehr repetitiv. Dazu gibt es nebenher eigentlich nur wenig zu tun. Es gibt kaum Abzweigungen, die wir auf unserem Feldzug gegen Halbblüter und Vampire nehmen können. Falls wir dennoch mal eine Nische entdecken, können wir dort im Regelfall höchstens mal ein Objekt genauer unter die Lupe nehmen. Spieltechnisch hat das aber keinerlei Auswirkungen. Ebenfalls sind Informationen, die wir aus englischsprachigen Zeitungen oder Wachswalzen aufnehmen, kein elementarer Bestandteil des Spielgefühls. Sie bereichern allerdings stark die Hintergrundatmosphäre. Auf diese Atmosphäre setzt der Titel sehr, denn es wird Bezug zu verschiedenen fiktiven und historischen Ereignissen genommen. Die Namen der Ritter des Ordens gehen auf die Artus-Sage zurück, in Whitechapel geschehen gerade die Ripper-Morde und Nikola Tesla etwa unterstützt uns als Q des Ritterordens mit technischem Firlefanz. Außerdem merkt man daran recht eindeutig, dass der Titel in einem Paralleluniversum angesiedelt ist und sich historische Ereignisse ein wenig verfrühen. Macht aber nichts, da die Stimmung im viktorianischen Setting so einmal mehr angeheizt wird.

Unglaublich hübsch

The Order 1886 (5)Der technische Aspekt von The Order: 1886 ist ebenfalls nicht zu verachten. Der Titel gehört zu den hübschesten Spielen, die wir in dieser Konsolengeneration bisher gesehen haben. Das ging während der Entwicklung sogar soweit, dass man zwangsweise schwarze Balken oben und unten am Bildschirmrand einblenden musste, damit das Spiel überhaupt erst flüssig mit dreißig Bildern pro Sekunde läuft. Während wir diese beiden schwarzen Balken aus der Hölle bei The Evil Within noch verurteilt haben, fällt uns das bei The Order: 1886 nicht annähernd so schlimm auf. Das liegt vor allem daran, dass wir uns anders wie beim Titel von Bethesda nicht ständig aus Furcht vor den Gegnern umdrehen müssen und eigentlich nur schnurstracks nach vorne oder zur Seite laufen. Da behält man tatsächlich alles im Überblick und hier sind die Balken absolut kein Zierwerk. Sie unterstützen einmal mehr die cineastische Präsentation des Spiels. Es gibt zwar auch in The Order: 1886 einige Nebelfetzen, doch so blöd das auch klingen mag, erhöhen diese die Atmosphäre ebenfalls. Unterlegt wird das Abenteuer in vielen Momenten mit einem passenden Soundtrack, der die Emotionen der Charaktere zusätzlich zu den wunderschönen Gesichtsanimationen, glaubhaft wiedergibt. The Order: 1886 mag zwar spieltechnisch mau sein, doch an der Präsentation dürfen sich alle mal ein Beispiel nehmen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Seit der Ankündigung von The Order: 1886 habe ich mich sehr auf das Spiel gefreut. Kurzum war der Titel schon lange einer der Kaufgründe für die PlayStation 4 für mich, da mich das Szenario im viktorianischen England schon immer sehr fasziniert hat. Im Vorfeld war mir schon lange klar, dass der Titel spielerisch nur wenig zu bieten hat und der Fokus auf der spannend erzählten Story liegt. Genau diese ist auch schuld daran, warum ich The Order: 1886 gleich beim ersten Spielstart in einem Rutsch und in einer Nacht durchgespielt habe. Sie bietet so viele verschiedene Aspekte, die auf historische und fiktive Ereignisse zurückführen und gleich so viel Atmosphäre bescheren. Nikola Tesla als Q des Ritterordens herzunehmen, die Ripper-Morde geschickt in die Handlung einzuweben und König Artus zu erwähnen, sind in meinen Augen sehr reichhaltige Ideen. Während ich an der Präsentation und Atmosphäre von The Order: 1886 absolut nichts auszusetzen habe, stört mich allerdings das Gameplay. Mir gefallen die Schießereien und sogar die Schlauchlevels machen mir nur wenig aus, da man in der Regel immer zu zweit unterwegs ist und Galahad sich so mit seinem Verbündeten unterhält, doch tröstet das nicht darüber hinweg, dass das Gameplay recht eintönig ausfällt. Es gibt zwar hin und wieder nette Details am Straßenrand zu bestaunen und auch mal Schleichmissionen zu überleben, doch all das bietet nur wenig Abwechslung. Wer sich auf das Spiel einlassen will, sollte auf jeden Fall ein Cineast sein und Zwischensequenzen genießen oder gar lieben können. Andernfalls wird einem bereits nach ein bis zwei Spielstunden extrem langweilig werden. Mann kann es einfach nicht anders ausdrücken – The Order: 1886 ist ein sechzig Euro teurer Blockbuster.

Vielen Dank an Sony Computer Entertainment für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Order: 1886!

Review: Tiger der Todesarena

Tiger der Todesarena (1)Im gleichen Entstehungsjahr wie Wooden Man dreht Wei Lo, in Zusammenarbeit mit Jackie Chan, den Film Tiger der Todesarena. Durchweg ist nicht zu erkennen, womit Regisseur Lo eigentlich abzielen wollte – trotz anfangs geradliniger Handlung und schönen Kampfszenen.

Tiger der Todesarena (2)Zunächst einmal dreht sich die Handlung des Films um einen Dieb, der in das Haus eines reichen Millionärs einbricht, um eine wertvolle Perle zu stehlen. Bei seiner Flucht wird er von einem muskulösen Kraftprotz aufgehalten. Es gesellt sich schon bald eine dritte Figur dazu, die versucht, den beiden die Perle mit List abzunehmen. So wandert die Perle reihum und landet schließlich in den Händen von Mei Xing He. Diesem bringen gerissene Übeltäter an einer Waldlichtung fast schon im Minutentakt Opfergaben dar. Sie sollen niemanden töten und ihm jedes Jahr einen kleinen Schatz bringen, damit sie selbst ein Jahr lang weiterleben dürfen. Plötzlich taucht der Diener eines Adligen auf, der Mei Xing He darum bitten, gegen einen Unsterblichen zu kämpfen. Das weckt natürlich die Neugier von Mei Xing He. Sie reisen gemeinsam durchs feudale China und landen schließlich in den Hallen von Hua Wu Bin. Dieser bittet ihn, seine Frau zu ermorden. Nach einem Unsterblichen klingt das nicht, denn schnell erfahren wir, dass das mit der Unsterblichkeit ein wenig anders gemeint ist. Er leidet innerlich Qualen, denn er wurde von seiner Ehefrau vergiftet. Da sie allerdings auf ihn angewiesen ist, lässt sie ihm jedes Jahr das Gegengift zukommen, um ihn für ihre perfiden Zwecke, über die wir so gut wie nichts erfahren, am Leben zu erhalten. Ganz schön gewitzt!

Verwirrspiel

Tiger der Todesarena (3)Mei Xing He will eine Ausnahme machen, doch genau mit dieser Einwilligung beginnt der Film, eine ungeahnte Wendung zu nehmen, die dermaßen konfus ist, das man sich schon fragt, ob die Synchronisation geschlampt und versucht hat, wichtige Details zu vertuschen. Hua Wu Bins Frau wird von vier großen Kämpfern bewacht, die Mei Xing He allesamt töten muss, um überhaupt zu ihr vorzudringen. Blöd nur, dass Hua Wu Bin auf einmal einen Angriff auf den Helden der Geschichte startet, was dazu führt, dass er von dessen Untertanen in die nächste Stadt gebracht und dort von der örtlichen Polizei in Haft genommen wird. Schlussendlich wird dann auch seine wahre Identität offenbart, über die wir aus Spoiler-Gründen natürlich nichts verraten wollen. Plötzlich und unerwartet eingeführte Figuren wie die seiner Freundin oder eine Dame, für die er zeitweise als Sklave arbeiten muss und zunächst zur Nebensache verkommen, sprechen nicht gerade für ein gut ausgearbeitetes Drehbuch. Was sich Autor Gu Long dabei gedacht hat, verstehen wir beim besten Willen nicht. Verrückter wird es nur, wenn gleich drei Charaktere vermeintlich innerhalb der Handlung sterben und auf einmal wieder in Aktion treten. Auch das Wechseln der Seiten einiger Charaktere innerhalb des Machtgefüges lässt Fragezeichen über unseren Häuptern erscheinen. Leicht verständlich ist der Film nicht!

Film für Nostalgiker

Tiger der Todesarena (4)Warum man sich damals für den deutschen Titel Tiger der Todesarena entschieden hat, ist für uns ebenfalls nicht sonderlich klar. Der englische Titel, The Killer Meteors, hätte man auch in hiesigen Filmen übernehmen können, da so zumindest auf die titelgebenden Waffen von Mei Xing He hingewiesen würde. Diese werden für das Jahr 1976 mit sehr netten Spezialeffekten eingefangen, reißen künstlerisch aber keine Bäume aus. Viel eher gefallen uns da schon die schönen Naturlandschaften Chinas und die Requisiten, die man für Wei Los Werk erstellt hat. Leider hat man versäumt, das Bild des Films für die Blu-ray-Fassung zu überarbeiten. An sehr vielen Stellen bemerkt man Bildverunreinigungen, die störend auffallen. Für Nostalgiker ist das sicherlich nicht schlimm, aber mit der heutigen Technik wäre eine Überarbeitung wirklich wünschenswert gewesen. Die Tonqualität ist zumindest angemessen, aber auch hier hätte man weitere Verbesserungen durchführen können. Wer einen packenden Soundtrack erhofft, wird leider enttäuscht werden. Es gibt nur sehr wenige Musikstücke, die einleitend zu den Szenen gespielt werden. In Tiger der Todesarena wird mehr Wert auf die Dialoge und Soundeffekte, wie das Rauschen eines Wasserfalls oder die obligatorischen Schlaggeräusche beim Aufprall auf den Körper, gelegt. Unterm Strich wartet hier ein recht mittelmäßiger Streifen auf euch!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die frühen Filme mit Jackie Chan sind in meinen Augen sehr gewöhnungsbedürftig. Sie passen noch nicht so recht zu dem Komiker, der er in vielen späteren Filmen wird – und in Tiger der Todesarena wirkt Chan deutlich anders als in den meisten seiner Rollen. Anstatt einen Gutmenschen zu spielen, verkörpert er hier den Bösewicht. Das ist gewöhnungsbedürftig, doch mit seinem charmanten Lächeln, schafft er es, auch diese Rolle irgendwie zu meistern. Warum man den Film allerdings wieder innerhalb der Jackie-Chan-Reihe bei Splendid Film vermarkten muss, ist mir ein Rätsel. Chan hat für den Film zwar anders wie in Tokyo Powerman immer noch eine größere Bedeutung, doch ist er auch hier nur in drei bis vier Szenen des gesamten 105-minütigen Films zu sehen. Yu Wang, der den Helden des Films mit schönen Choreographien ausschmückt, bekommt so nicht den Ruhm, den er eigentlich verdient. Diese beiden Schauspieler sind es auch, welche Tiger der Todesarena gerade noch so retten, denn weder ist die Handlung strukturiert, noch kann sie uns mit ihren zahlreichen Wendungen in der zweiten Filmhälfte, überraschen. Findet man den Film irgendwann auf dem Grabbeltisch, kann man gerne zuschlagen, aber solange sollte man sich als Martial-Arts-Fan nach besseren Streifen umsehen. Die Auswahl ist schließlich groß genug!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Tiger der Todesarena!

Review: Devil Survivor 2 – The Animation (Vol. 4)

Devil Survivor 2 - The Animation (Vol. 4) (1)Mit der vierten Volume von Devil Survivor 2 – The Animation schließt sich die Handlung um das Nintendo-DS-Videospiel nun auch in Anime-Form ab. Ein letztes Mal begleiten wir die Helden Hibiki, Daichi und Io bei Rettung der Menschheit im Kampf gegen den bösen Yamato.

Devil Survivor 2 - The Animation (Vol. 4) (2)In vielen Anime wird gerne mit dem Leben der verschiedenen Charaktere gespielt. Während es in Serien wie Dragonball immerhin noch einen Notfallplan gibt, indem man den Drachen Shenlong ruft, sind andere Reihen wie Devil Survivor 2 – The Animation weniger tolerant. Hier scheint der Tod endgültig zu sein und diese Erfahrung musste (zumindest fast) auch Io machen. Diese ist dem Tod nur knapp entkommen, obwohl Yamato sie ohne Zögern zum Tod verdammen und opfern wollte. Glücklicherweise konnte Hibiki sich für sie einsetzen und den Tod seiner Kampfgefährtin so verhindern – und das obwohl die Applikation Nicaea, welche zuvor noch immer den Tod eines Freundes mittels Videobotschaft perfekt vorhergesagt hatte, genau ihren Tod bestimmt hat. Mit diesem Schritt setzt der Anime den ersten Fuß in eine sehr philosophische Richtung. Anscheinend ist das Schicksal eines Menschen nicht bestimmt und kann immer noch aus eigener Hand geändert werden. Während Heldin Io nun mit dem Leben davongekommen ist, muss sich Hibiki von seinem letzten Kampf erholen. Unterdessen sind es seine Freunde, welche die letzten Beschwörer darstellen, die den nächsten Einsatz planen. Es ist immerhin fast Sonntag und die sieben Tage, die sie zur Weltenrettung Zeit haben, neigen sich dem Ende zu – und der letzte Septentrion soll schon bald in Erscheinung treten.

Erwartungshaltung eines Videospielers

Devil Survivor 2 - The Animation (Vol. 4) (3)Während zuvor noch die halbe Welt beziehungsweise ganz Japan als Schauplatz für Devil Survivor 2 – The Animation diente, schrumpft dieser Schauplatz mit der vierten Volume erheblich zusammen. Nur Japans Hauptstadt wurde noch nicht vom allesverschlingenden Nichts eingehüllt. Die Kulisse Tōkyōs wird zum Ende hin aber eigentlich nur noch über den Dächern der Stadt eingefangen; genauer gesagt findet einer der letzten Konflikte vor dem Tōkyō Tower statt. Hibiki und seine Verbündeten müssen ein letztes Mal zusammen an einem Strang ziehen, um Yamatos Ziel zu verurteilen. Dieser kommt seiner Audienz bei Polaris am Ende nämlich gefährlich nahe, um das Schicksal der Welt nach seinen Wünschen zu gestalten. Devil Survivor 2 – The Animation bekommt auch hier eine sehr philosophische Tiefe, über die man nach dem Ansehen der letzten drei Episoden nachdenkt. Ansonsten bieten diese drei Folgen nichts anderes, als das man schon zuvor gesehen hat. Das ist nichts schlechtes, denn das Band der Freundschaft, Aspekte der Liebe und diverse Intrigen fügen einen Drama-Anteil in den Anime, den man dort neben der Action nicht missen möchte. Aufgrund der Nähe zum Spiel können hier auch keine Experimente gewagt werden. Somit bekommen Fans des Spiels in jeder der drei jeweils 25-minütigen Episoden genau das, was sie vom Anime auch erwarten.

Umsetzung vom Spiel zum Anime

Devil Survivor 2 - The Animation (Vol. 4) (4)Auf der technischen Seite kann auch die abschließende Volume von Devil Survivor 2 – The Animation begeistern. Sämtliche Zeichnungen verfügen über reichlich Kontrast, viel Schärfe und einen passenden Detailgrad, um die Atmosphäre des Videospiels für Nintendos kleinen DS einzufangen. Passend zum Bild in Full-HD liegt die Tonspur auf der Disc sowohl für die deutsche Synchronisation, als auch für den japanischen Originalton in DTS HD Master Audio 2.0 vor. Besonders die japanische Tonspur kann begeistern, da sie authentischer wirkt, als die deutsche Übersetzung. Trotzdem ist auch diese empfehlenswert. Wer den Anime allerdings auf Japanisch ansehen beziehungsweise anhören möchte, muss aber auch bei der letzten der vier Volumes auf deutsche Untertitel zurückgreifen. Diese sind bei zugeschalteter japanischer Tonspur nicht abschaltbar. Ärgerlich für Konsumenten, welche die Sprache beherrschen oder besser lernen wollen. Der Qualität des Anime nimmt das nicht viel, denn die Spannung wird so oder so durch den guten Soundtrack unterlegt, der die letzten Kämpfe im Finale besonders unterhaltsam macht. Digitales Bonusmaterial liegt nur in Form von Trailern zu weiteren (und bereits erschienenen) Titeln aus dem Hause Kazé Anime vor. Ein Making-of, welches die Umsetzung vom Spiel zum Anime beinhaltet, hätten wir abschließend mindestens erwartet.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Mein Plan ist nicht aufgegangen! Wer in den letzten Monaten meine Reviews zu Devil Survivor 2 – The Animation verfolgt hat, wird gut in Erinnerung haben, dass ich vor dem großen Finale das Nintendo-DS-Spiel einmal zocken wollte. Leider ging mein Plan aus zeitlichen und privaten Gründen nicht auf, doch die letzten Wochen hat es mich einfach zu sehr in den Fingern gekrabbelt, weshalb ich den Anime nun ohne das Wissen aus dem Spiel abschließen wollte. Ich denke, dass das auch ein guter Wert ist, um den Anime nun endgültig bewerten zu können. Während die Handlung anfangs noch sehr verständlich aufgebaut ist und langsam in das Universum einführt, kann es dem einen oder anderen Zuschauer dennoch ab der zweiten Volume so vorkommen, dass man sehr viele Informationen in nur 13 Episoden packen wollte. Meiner Meinung ist die Story wirklich auf das Wesentliche reduziert und ergibt ein packendes Gesamtwerk, welches ganz besonders im Epilog eine sehr philosophische Tiefe erreicht. Fans des Spiels werden sicherlich viele Details auffassen, doch auch so kann man Devil Survivor 2 – The Animation nachvollziehen. Ich sage an dieser Stelle nur, dass man sich die 13 Episoden am besten in einem Rutsch ansehen sollte, um das volle Verständnis für die halbwegs komplexe Handlung nicht zu verlieren. Devil Survivor 2 – The Animation ist und bleibt mein Tipp für alle, die sich gerne mit Mythologien verschiedener Nationen beschäftigen und diese zusammengeworfen in einem Anime, in dem auch ein wenig unterschwelliger Humor präsent ist, erleben wollen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Devil Survivor – The Animation (Vol. 4)!

Review: Kundo – Pakt der Gesetzlosen

Kundo - Pakt der Gesetzlosen (1)Über vier Millionen Kinobesucher in Südkorea können sich nicht irren. Kundo – Paket der Gesetzlosen schafft es den bis zum Veröffentlichungstag besten Kinostart hinzulegen. Auch wenn dieser Rekord nur wenige Tage später eingeholt wurde, beeindruckt uns der Film sehr.

Kundo - Pakt der Gesetzlosen (2)Wir schreiben das Jahr 1862. Die Chosŏn-Dynastie herrscht über das Land, doch die späte Dynastie ist geprägt von sozialer Ungleichheit in der Bevölkerung. Wahres Können ist sehr viel weniger wert, als der Stand, in den man hineingeboren wird. Aufgrund der ungerechten Behandlung der Bevölkerung, beginnen Bauern ihre Steuern zu hinterziehen und Reis für sich einzubehalten, um sich überhaupt ernähren zu können. Zudem bilden sich im ganzen Land verschiedene Diebesbanden, die im Robin-Hood-Stil das Gleichgewicht der Gerechtigkeit zumindest versuchen, wieder herzustellen. Als der Kundo-Klan eines Tages Nahrung unter der Bevölkerung aufteilt, wird auch Dolmuchi, ein armer Fleischer, Zeuge vom Spektakel. Er und seine Familie leiden dennoch Hunger. Als er eines Tages am Hof des Adligen Joo-yon Fleisch abliefert, erhält er ein unmoralisches Angebot. Er soll Joo-yons Schwägerin aufspüren und töten. In seiner Verzweiflung und dem Willen, eines Tages nicht mehr am Hungertuch nagen zu müssen, willigt er ein. In der nächsten Nacht misslingt der Mordauftrag allerdings und Joo-yon befehligt die Exekution von Dolmuchi. Joo-yons Auftrag geht abermals schief, denn Dolmuchi überlebt. Dieser muss dafür mit ansehen, wie seine Schwester und auch seine Mutter in Flammen aufgehen und unter den Überresten seines Hauses begraben werden.

Soziale Ungleichheit

Kundo - Pakt der Gesetzlosen (3)Über einen Umweg durchs örtliche Gefängnis wird der Kundo-Klan auf ihn aufmerksam. In letzter Minute wird Dolmuchi schließlich von ein paar der Banditen gerettet und prompt in ihre Kreise aufgenommen. Es vergehen zwei Jahre. Zwei Jahre, in denen Dolmuchi in den Künsten des Kampfes ausgebildet wird und mit seinen Brüdern und Schwestern Karawanen überfällt. In diesen zwei Jahren wächst allerdings auch die politische Macht von Joo-yon, der mittlerweile die ganze Gegend kontrolliert. Die Schere der Ungleichheit geht immer weiter auseinander; das Unrecht regiert im ganzen Königreich. Das kann der Kundo-Klan natürlich nicht dulden und beschließt, dem Treiben von Joo-yon ein Ende zu setzen. So bekommt der einstige Fleischer Dolmuchi endlich die Chance, Rache am Tod von Mutter und Schwester zu nehmen. Die beiden wichtigen Charaktere, Dolmuchi und Joo-yon, symbolisieren sehr gut, wie es um die soziale Gleichheit im 19. Jahrhundert stand. Auf der einen Seite demonstriert Dolmuchi, dass das gemeine Volk (Fleischer standen in der vertikalen Hierarchie ganz unten) kaum Zugang zu Bildung hatte und der Obrigkeit gehorchen musste. Auf der anderen Seite seht Joo-yon stellvertretend für Aristokraten und Beamte, die durch Korruption immer mehr Macht gewannen und diese schließlich für ihre eigenen Interessen ausgenutzt haben.

Eine eigene Note

Kundo - Pakt der Gesetzlosen (4)In Kundo – Pakt der Gesetzlosen gibt es zwar keinen direkten Vorbilder, doch nutzt man so entsprechend Ideale, die vor der historischen Kulisse aufeinandertreffen. Die Handlung dazu wird stringent bis zum Ende erzählt, bietet allerdings keinen Freiraum für Überraschungen. Als Ausgleich bietet Regisseur Yoon Jong-bin (der auch einen Cameoauftritt in The Berlin File hat) herausragende Action-Szenen. Während die Joo-yons Soldaten mit Schwertern ausgestattet sind, müssen die Banditen in einigen Fällen mit kleineren und nicht ganz so verschwenderischen Waffen auskommen. Selbst hier wird einmal mehr deutlich, wie es um die Gesellschaft des 19. Jahrhunderts bestellt ist. Die Choreographien werden mit schnellen Kamerafahrten unterlegt, wodurch die Action-Szenen viel Abwechslung bieten und niemals langweilig werden. Auf technischer Ebene weiß der Titel ebenfalls zu überzeugen. Das Bild in Full-HD ist sehr kontrastreich und meistens sehr scharf. Durch die wunderschönen Bilder, die man in Korea einfangen kann, erhält das Bild gleich eine eigene Note. Der Soundtrack ist ebenfalls eine Klasse für sich. Stellenweise erinnert er uns an einen Western, was auch daran liegen kann, dass ein paar Motive des Films in einem Western ebenso gut aufgehoben wären. Das spärliche Bonusmaterial bietet kaum Einblicke in den Film und enttäuscht leider.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Kundo – Paket der Gesetzlosen bietet fast alles, was ein ordentlicher Action-Film benötigt, vermischt diese Elemente mit Anleihen von Historienfilmen und formt es zu einer Rachestory mit reichlich Schwertkämpfen. Zudem wird eine stringente Geschichte erzählt, die den Zuschauer nicht verwirrt und reichlich Einblicke in die historischen Hintergründe des 19. Jahrhunderts gibt. Das heißt allerdings auch, dass überraschende Wendungen ausbleiben. Ausgleichend dafür überzeugen die Action-Szenen auf ganzer Linie, da diese mit schnellen Bewegungen und Schnitten technisch hervorragend sind und niemals in die Länge gezogen wirken. Die 138 Minuten des Films gehen schneller vorbei, als man sich wünschen möchte. Mich überrascht es nicht, dass der Film zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von mehr als vier Millionen Südkoreanern an der Kinokasse gefeiert wurde. Der Film demonstriert hervorragend die Kulisse der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, es gibt reichlich gut inszenierte Action und zwei Ideale, die hier aufeinanderprallen. Unterlegt mit einem mitreißenden Soundtrack und wunderbaren Bildern, ist Kundo – Pakt der Gesetzlosen ein Film, den man sich als Action-Fan nicht entgehen lassen darf!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Kundo – Pakt der Gesetzlosen!

Prime Time: New Nintendo 3DS (Unboxing)

Am Freitag, den 13. Februar 2015 hat Nintendo den New 3DS hierzulande veröffentlicht. Wir kamen in den Genuss eines weißen Exemplars der normalen Fassung, welche wir euch hier in unserem Unboxing-Video vorstellen möchten.

Neben dem New Nintendo 3DS existiert auch ein New Nintendo 3DS XL, den wir euch hier im Video allerdings nicht vorstellen können. Stattdessen vergleichen wir den New 3DS auch mit dem 3DS XL, welches fast die exakten Maße wie der New 3DS XL hat. Wir wünschen euch bei beiden Videos gute Unterhaltung!

Review: The Devil is a Part-Timer! (Vol. 1)

The Devil is a Part-Timer (Vol. 1) (1)Als gefürchteter Bösewicht muss man jederzeit darauf gefasst sein, von Helden besiegt und in die ewige Verdammnis geschickt zu werden. Dem Dämonenfürsten von Ente Isla gelingt jedoch im entscheidenden Moment die Flucht und landet in der japanischen Metropole Tōkyō.

The Devil is a Part-Timer (Vol. 1) (2)Den Niedergang des hart erarbeiteten Imperiums möchte wohl niemand, besonders der Leiter des Unternehmens, gerne miterleben wollen. Das denken sich wohl auch Dämonenfürst Satan Jakobu und sein treuer Diener Arushieru auf der Insel Ente Isla, als sie von mutigen Helden in den Kämpfen um die Vorherrschaft überrascht werden. Es öffnet sich ein Portal in eine andere Welt; genauer gesagt der Realität, in der wir uns befinden. Die beiden Dämonen stranden weit entfernt von ihrer magischen Heimat in einer Welt, in der Magie fast schon ein Fremdwort ist. Überrascht sind sie von Tōkyō schon ein wenig. Das hat nichts damit zu tun, dass unsere Welt fortschrittlicher oder gelinde gesagt anders auf die Dämonen wirkt, sondern weil die beiden Dämonen nicht länger ihre dämonischen Körper haben. Aus unerklärlichen Gründen finden sich die Übeltäter in menschlichen Hüllen wieder. Zudem wurden sie ihrer magischen Kräfte beraubt und können sich so nicht einmal zur Wehr setzen, als die Polizei sie anspricht, welche sie für Ausländer hält, da die beiden kein Wort Japanisch sprechen. Verhaftet werden sie zwar nicht, doch durch ihren kurzen Aufenthalt im Polizeirevier erhaschen die beiden einen ersten Überblick, wie unsere Welt funktioniert und wo sie sich überhaupt befinden. Ihr oberstes Ziel ist nämlich den Weg zurück nach Hause zu finden, um Ente Isla zurückerobern zu können.

Gestrandet in der Gegenwart

The Devil is a Part-Timer (Vol. 1) (3)Fürs Erste müssen sich die Dämonen allerdings zurückziehen und bekommen es zugleich mit den Tücken der Gesellschaft und des Menschendaseins zu tun. Pässe beantragen, eine Bleibe finden und Nahrung aufzunehmen, sind das Mindeste, was sie nun tun müssen. Das Problem dabei ist allerdings, dass man für alles Geld benötigt. Satan Jakobu, der sich mit dem neuen Pass übrigens Maō Sadao nennt, überlegt sich den ultimativen Plan. Wenn man schon aus der eigenen Heimat vertrieben wird und sich neue Chancen auftun, dann soll man diese gefälligst nutzen. Er plant also nicht nur Ente Isla, sondern auch Japan und die ganze Welt erobern zu wollen. Um diese Ziele zu erreichen, muss man auch als Dämonenfürst in Menschengestalt ganz unten anfangen. Ein Glück, dass die Fastfood-Kette MgRonald (die Anspielung erklärt sich vermutlich von selbst) nach neuen Teilzeitkräften sucht. Prompt wird Maō eingestellt und verkauft den Kunden mit einem freundlichen Lächeln und zuvorkommend Pommes Frites und Hamburger. Sein Untergebener Ashiya Shirō (der Name Arushieru ist anscheinend auch nicht mehr zeitgemäß) macht sich in der Zwischenzeit auf, um mehr über die Welt herauszufinden beziehungsweise wie man Magie verwenden kann, um das Portal zu öffnen. Dieses Ziel will auch Yusa Emi alias Heldin Emiria Yusutīna erreichen, die den Dämonen gefolgt ist.

Der Weg zur Weltherrschaft

The Devil is a Part-Timer (Vol. 1) (4)An der Grundthematik des Anime erkennt man unschwer, dass es sich hierbei um eine Story mit Drang zur Komik handelt. Die Geschichte wird zwar zunächst ernst präsentiert, doch sind die Dämonen einmal in Tōkyō gelandet, stapfen sie von einem Fettnäpfchen ins andere. Es macht durchaus Spaß den beiden Halunken bei ihrem Werdegang zu verfolgen; auch wenn es natürlich zweifelhaft ist, ob man als Festangestellter bei MgRonald die Weltherrschaft eher erreichen kann, als wenn man sein Geld als Teilzeitkraft verdient. Dem Witz der Serie tut dies allerdings keinen Abbruch. Zudem wird die Story in den drei vorliegenden Episoden der ersten Volume stringent erzählt; kein Aspekt der Handlung wirkt bisher deplatziert und ist elementar für den Fortgang der Storyline. Auf der technischen Seite besticht der Anime mit einem sehr guten HD-Bild in 1080p. Bunte Farben dominieren zwar, doch in nächtlichen Passagen können auch die Lichteffekte begeistern. Der Soundtrack von Ryosuke Nakanishi befindet sich auf einem mittelmäßigen Niveau, passt aber zum berieselnden Charakter des Anime von Regisseur Naoto Hosoda. Digitales Bonusmaterial liegt in Form der Karaoke-Versionen von Intro und Outro vor. Im physischen Booklet finden wir neben Informationen zum Anime auch ein Kochrezept für Sunomono. Einen feinen Bierdeckel gibt es obendrauf.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich muss gestehen, dass ich den Anime nicht auf dem Schirm hatte und sehr überrascht war, als das Rezensionsexemplar bei mir auf dem Schreibtisch landete. Spannend klingt die Inhaltsangabe auf dem Cover zwar nicht, doch sollte man sich nicht davon abschrecken lassen. Der Anime möchte zwar eine sehr ernste Geschichte erzählen, doch aufgrund der Differenzen zwischen Fantasie und Realität wirken viele Szenen so ganz besonders lustig. Der Humor des Anime steht definitiv im Vordergrund und das ist auch gut so, denn viele Szenen beginnen sehr ernst und beginnen mit der Zeit immer abgedrehter zu werden. Man kann schnell in den Anime einsteigen und sich in ihm verlieren. Schade nur, dass jede Volume nur mit drei Episoden ausgestattet ist. Gerne würde ich nämlich jetzt schon wissen, wie die Geschichte nach dem Cliffhanger am Ende der dritten Folge weitergeht. Potenzial hat der Anime in den ersten Episoden schon reichlich. Ich hoffe nur, dass der Mix aus Action und Comedy in den nächsten Folgen ebenso überzeugen kann.

Vielen Dank an Anime House für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Devil is a Part-Timer! (Vol. 1)!

Prime Time: Tari Tari – Vol. 3 (Unboxing)

Mit der dritten Volume geht Tari Tari zu Ende. Es ist keine Schande, wenn man am Schluss die eine oder andere (Freuden)träne fließen lässt! Damit wir der Tradition treu bleiben, möchten wir euch in unserem Unboxing-Video heute die Vor- und Nachteile der dritten Volume vorstellen. Wir wünschen gute Unterhaltung!

Review: Game of Thrones

Game of Thrones (1)Fragt man Serienjunkies derzeit nach ihrer Lieblingsserie, wird ziemlich oft Game of Thrones genannt werden. Nach aktuell vier Staffeln nimmt der Hype um Martins Fantasy-Epos in Serienform nicht ab. Im Juni 2012 wird hierzulande sogar ein Rollenspiel dazu veröffentlicht.

Game of Thrones (2)In unserem Review werden wir auf Spoiler verzichten, doch kommen wir nicht umher, auf ein paar Charaktere aus der Serie beziehungsweise den Romanen einzugehen. Wer also absolut nicht gespoilert werden möchte, sollte zumindest die erste Staffel von Game of Thrones noch nachholen. Die Handlung des Spiels setzt nämlich mehrere Monate vor der ersten Staffel ein. Wir schlüpfen abwechselnd in die Haut zweier Charaktere, die aus zwei verschiedenen Regionen von Westeros, dem Handlungsort des Spiels, stammen. Wer bereits von Game of Thrones gehört hat, wird vielleicht wissen, dass sich im Norden von Westeros die sogenannte Mauer befindet. Ein schier unüberwindbarer Damm aus Stein und Eis schützt die Menschen im Norden vor Wildlingen, Riesen und Untoten. Wer sich eines schweren Verbrechens in der Welt von Game of Thrones schuldig macht und zum Tode verurteilt wird, hat jedoch immer noch die Chance seine Schuld zu büßen, in dem er bis zu seinem Lebensende an der Mauer in der Nachtwache dient. Zur Nachtwache gehört auch Mors Westford. Dieser schlägt sich mit den täglichen Aufgaben an der Mauer durchs Leben. Deserteure aufspüren und hinrichten, Wildlinge vertreiben oder Entflohene aus dem Bordell vom Mulwarft zurück zur Schwarzen Festung bringen. Eines Tages wird er jedoch mit einer besonderen Aufgabe bedacht.

Zwei Handlungsstränge

Game of Thrones (3)Diese besondere Aufgabe besteht darin, eine junge Frau sicher in den Süden zu bringen. Im Süden kehrt derweil Alester Sarwyck aus dem Exil in seine Heimat Flussrath zurück, um der Beerdigung seines Vaters beizuwohnen. Sein Erbe kann er jedoch nicht antreten, da Königin Cersei aus dem Hause Lennister Alesters Schwester seinem Halbbruder Valarr versprochen hat. Game of Thrones ist in fünfzehn Kapitel unterteilt, in denen wir die beiden Protagonisten meist abwechselnd spielen. Zudem spielen die Kapitel mit Alester oft einige Wochen vor den Ereignissen im Norden. Während Alester versucht, die Hochzeit zu verhindern und das Erbe von Flussrath anzutreten, liegen die beiden Handlungsstränge zeitlich bald näher beieinander und werden schlussendlich zusammengeführt. Unterwegs treffen wir neben Königin Cersei auch auf andere Figuren. In der Schwarzen Festung treffen wir auf Lord-Kommandant Jeor Mormont und unterstützen ihn beim Lenken des Geschehens in der Nachtwache. Stolzieren wir in der Hauptstadt Königsmund umher, darf auch der Eunuch Lord Varys nicht fehlen. Wie in der Serie ist es auch im Spiel nicht klar, welches Ziel er verfolgt. Das trifft jedoch auch auf viele andere Nichtspielercharaktere zu, die wir in Westeros antreffen. Bei der Annahme von Quests kann sich das Gegenüber mitunter schnell gegen uns wenden, sobald wir lästig werden.

Der Spürhund

Game of Thrones (4)Sobald wir einen der beiden Protagonisten zum ersten Mal verkörpern, dürfen wir Punkte auf Attribute wie Stärke, Ausdauer oder Intelligenz verteilen, Stärken und Schwächen auswägen und zudem eine Charakterklasse wählen, wie wir uns am besten durchs Spiel schlagen wollen. Wir empfehlen an der Stelle klar, keinesfalls Bogenschütze zu werden. Es gibt im gesamten Spiel so gut wie keine Möglichkeiten, wo die Fähigkeiten eines Fernkämpfers genutzt werden können. Zwar können wir auf jeder Erfahrungsstufe auch in Fertigkeiten investieren, damit wir dann mit anderen Waffen besser umgehen können (was auch sehr gut funktioniert!), doch viele Fähigkeiten, die wir für unsere Fernkampfwaffe benötigen, sind dann absolut nutzlos. Hier fehlt es dem Spiel klar an Ausgewogenheit. Interessant ist jedoch der Einsatz von den Spezialfähigkeiten der beiden Hauptdarsteller. Mors ist stets mit seinem kleinen Hund, den er liebevoll auf den Namen Der Spürhund getauft hat, unterwegs. Da Mors ein Warg, also ein Mensch, der die Fähigkeit hat, sich in andere Lebewesen hineinzuversetzen und diese dann steuern kann, ist, können wir so auch mit dem Spürhund durch die Weltgeschichte laufen. Entweder spüren wir über diesen Weg wertvolle Kleinode auf, suchen vermisste Personen oder – sofern der Gegner alleine auftritt – reißen wir ihm bequem die Halsschlagader heraus.

Wenige Höhepunkte

Game of Thrones (5)Alester hingegen ist im Exil zu einem Roten Priester von R’hllor geworden. Er folgt dem Pfad des Herrn des Lichts und verfügt somit über die Macht des Feuers. Außerhalb der Kämpfe ist diese Fähigkeit jedoch auch anderweitig zu gebrauchen. Nutzen wir die Kraft, können wir an der einen oder anderen Stelle Geheimgänge finden oder gelegentlich seltene Gegenstände entdecken. Die Fähigkeiten sind wirklich abwechslungsreich. In Kämpfen können wir zum Beispiel unsere Klinge in Brand stecken, für Blutungen und Bewusstlosigkeit sorgen oder sogar bekannte Gifte wie den Würger beim Gegner einsetzen. Der Schwierigkeitsgrad ist in Game of Thrones jedoch nicht ausgeglichen. Auf der normalen Schwierigkeitsstufe sind die Kämpfe in den ersten Spielstunden gelegentlich eine echte Herausforderung. In der zweiten Spielhälfte haben wir jedoch so viel Kleingeld über, dass wir uns problemlos mit den besten Gegenständen eindecken können. Heiltränke werden zum Ende hin schon überflüssig. Wer eine Herausforderung sucht, sollte also direkt auf der höchsten Stufe beginnen. Technisch macht der Titel keinen guten Eindruck. Teilweise hinkt er 2012 optisch mindestens sechs Jahre zurück und der Soundtrack könnte, bis auf zwei, drei Stücke, wesentlich besser sein. Wenigstens überzeugt im Endeffekt noch die Story, die uns dreißig Stunden lang beschäftigt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Xbox-360-Fassung): Unverhofft kommt oft. Zwei Jahre ist es her, wo Game of Thrones bei mir eingetroffen ist. Ich bin jedoch froh, dass ich so lange mit dem Review des Spiels gewartet habe. Einer der beiden Charaktere ist nämlich mit einem doch recht wichtigen Story-Detail unmittelbar verbunden, welches erstmals in der vierten Staffel angesprochen wird. Die Handlung von Game of Thrones hinkt der Serie wirklich nur wenig hinter her. Während die Haupthandlung wirklich großartig ist und selbst in den letzten Spielminuten noch mehrere Wendungen hat und mich vor schwierige Entscheidungen stellt, stören mich einige Nebenhandlungen. Diese werden wirklich nur sehr oberflächlich behandelt und obwohl ich oft die Chance habe, etwas im Leben der Nichtspielercharaktere zu bewirken und Teile der Haupthandlung dadurch zu beeinflussen, merke ich davon jedoch nur wenig. Die Welt fällt zudem sehr steril aus. Während noch in der Schwarzen Festung das Leben pulsiert, gleicht Königsmund einer Geisterstadt, wo man nur alle paar Meter einem Bewohner über den Weg läuft. Das kratzt stark an der Atmosphäre, genau wie manche Tracks, die wirken, als ob man sie in der letzten Minute dahingeklatscht hätte. Das Kampfsystem macht nach einer kurzen Eingewöhnungszeit überraschend viel Spaß, doch finde ich es schade, dass sich eine wirkliche Dynamik erst dann entwickelt, wenn beide Protagonisten in der zweiten Spielhälfte aufeinandertreffen. Nach dreißig Stunden bin ich jedoch froh, dass ich Game of Thrones gespielt habe. Das Rollenspiel mag zwar nicht das beste Stück Lizenzsoftware sein, denn drei, vier Monate längere Entwicklungszeit hier echt geholfen hätten. Game of Thrones mag kleinere Fehler haben, doch Fans der Vorlage ist, werden die mit einem Augenzwinkern abtun und sich freuen, Entscheidungen zu treffen, die man vielleicht nicht hätte treffen sollen.

Vielen Dank an dtp entertainment für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Game of Thrones!

Review: Way of the Warrior

Way of the Warrior (1)Ältere Martial-Arts-Filme haben leider oftmals den Ruf, nicht immer mit ihrer Handlung zu punkten. Dieses Phänomen betreffen jedoch auch einige neue Filme wie Way of the Warrior. Der Film glänzt weniger mit seiner Handlung, doch umso mehr mit seinen Choreographien.

Way of the Warrior (2)Die Handlung von Way of the Warrior setzt im Zweiten Weltkrieg an. Der Film dreht sich jedoch nicht um einen aktiven Krieger beziehungsweise Soldaten in diesem Krieg. Fernab der Realität bewegt sich die Handlung des Films noch dazu. Während die japanische Streitmacht nach und nach China besetzt, bildet sich fernab der Zivilisation der geheimnisvolle Todeskult Hades. Mit dem griechisch-mythologischen Herrscher der Unterwelt hat dieser Kult jedoch nur den Namen gemein. Der Kult arbeitet seit jeher im Verborgenen. Immer wenn irgendwo auf der Welt Kinder entführt werden, besteht die Chance, dass sie an den Hades-Kult verkauft werden. Dort werden die Kinder im Glauben, dass ihre Eltern zugestimmt haben, gegen ihren Willen ausgebildet. Diese Ausbildung ist hart, da sie gehorsam sein müssen, um nicht von den Ausbildern misshandelt zu werden. Mit der Zeit verdrängen sie ihre Gefühle und es existiert nur noch der Wille, für das Wohl des Kultes zu agieren. Der Gedankengang hinter dem Kult und dessen Aufblühen ist denkbar einfach. Mit jedem Sieg der japanischen Besatzungsmacht regt sich der chinesische Widerstand ein Stück mehr – mit dem Kult möchte man alleine mit dem Geist dagegenhalten. Das ist auch das einzige, was wir von der fiktiven Ideologie dieses Kultes erfahren. Tiefer geht Way of the Warrior nicht auf den Bund der Kultisten ein.

Auswirkungen von Propaganda

Way of the Warrior (3)Trotzdem regt sich innerhalb der Reichweite der Propaganda Widerstand. Einer der früheren Anhänger des Hades-Kult und seither gläubiger Shaolin-Mönch will die Sekte im Alleingang zerschlagen. Weitere Anhänger werden zur gleichen Zeit mit dem Schiff wieder an den Ort des Geschehens gebracht, nachdem sie während des Kriegers in Burma geschnappt wurden. Sie müssen sich der Ausbildung nicht weiter unterziehen. Stattdessen müssen sie drei Kämpfe überstehen, die jedoch gefährlicher nicht sein könnten. Versagt man, stirbt man. Gibt man auf, wird man als Trainingspartner wieder eingeschrieben. Jeder der Kultisten ist mit einem Tattoo beziehungsweise einer Nummer auf seinem Oberarm gebrandmarkt. K29, der Shaolin-Mönch, muss sich nicht nur gegen seine ehemaligen Freunde stellen, sondern auch mit ansehen, wie eine ganze Schiffsladung von Kindern in den Tempel gebracht wird. Das erinnert ihn an seine eigene Kindheit, wo er zudem noch eine wichtige Person in seinem Leben verloren hat. Wir möchten nicht zu viel verraten, aber wie die Figuren zum Teil in den Film eingeführt werden, wirkt schon sehr konstruiert. Jetzt hat der Mönch keine große Wahl mehr, denn nicht nur sein und das Leben der gefangenen Mitglieder steht auf dem Spiel. Er muss den Orden zerschlagen, damit die Kinder wieder in Freiheit und ohne die gefährliche Propanga aufwachsen können.

Fantastische Choreographien

Way of the Warrior (4)Obwohl die Handlung nicht übers Mittelfeld hinauskommt, können wir dem Film gar nicht absprechen, wie gut er Propaganda und dessen negative Auswirkungen darstellt. Die Kritik an Systemen, die so zum Teil auch noch in einigen Ländern der Welt durchgesetzt wird, ist sehr deutlich zu erkennen. Es ist nur sehr schade, dass die Charaktere teils unpassend in die Story geworfen werfen und Zusammenhänge kaum erklärt werden. Es ist schwierig, dem Film in seiner Tiefe gänzlich zu folgen. Dafür können wir aber den Choreographien sehr gut folgen, denn diese stammen zum Teil aus dem Kopf von Action-Legende Sammo Hung und das merkt man auch. Jeder Tritt, jeder Schlag und jede Bewegung wirken atemberaubend. Die Kämpfe zu genießen, ist in Way of the Warrior absolut nicht schwer. Man tut es einfach und wundert sich dann trotz der langatmigen Erzählung, wie schnell doch die Zeit vergeht. Das mag auch an der guten Bildqualität liegen, denn in 1080p sieht jeder Muskel der Kämpfer klasse aus. Die deutsche Synchronisation ist ebenfalls gut gelungen, doch Authentizität gibt es nur im Mandarin-Originalton. Hier sprechen Charaktere jedoch auch Englisch und Japanisch, was der Atmosphäre ein wenig mehr Tiefe verleiht, die ihm sonst an einigen Stellen fehlt. Apropos Fehlen: Bonusmaterial liegt nicht vor; 112 Minuten Film müssen hier leider reichen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Wer sich auf Way of the Warrior einlässt, wird nach ein paar Minuten bemerken, dass die Handlung sehr zäh ist. Daran ändert sich im Verlauf des Films nichts. Die Story hat zwar ihre Daseinsberechtigung und hat Mut, Kritik an Systemen zu üben, doch gut erzählt ist sie meiner Meinung nach nicht. Es fehlt an plausiblen Charaktereinführungen. Verbindungen zwischen den Charakteren werden zudem nur selten wirklich klar, bis es am Ende eine kleine Überraschung gibt. Was der Film jedoch nicht mit seiner Handlung schafft, gelingt ihm auf Seiten der Action. Hinter den Choreographien steckt unter anderem der legendäre Sammo Hung und das merkt man dem Film auch an. Sämtliche Choreographien gefallen mir. Sie sind temporeich, abwechslungsreich und in Verbindung mit der wirklich tollen musikalischen Untermalung sind sie optisch ein Genuss. Schade, dass es kein einziges Stück Bonusmaterial auf die Disc geschafft hat. Das hätte Aufschluss über ein paar Entscheidungen gegeben, welche das Produktionsteam treffen musste. Wer auf eine maßgeblich ausgeklügelte Handlung verzichten kann, bekommt mit Way of the Warrior jedenfalls immer noch einen guten Action-Film mit spannender Thematik und tollen Choreographien!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Way of the Warrior!

Review: Winners & Sinners

Winners & Sinners (1)Wie man einen Film gut verkaufen kann, lässt sich am Beispiel von Winners & Sinners sehr gut erklären. Man packt einfach den großen Namen Jackie Chan aufs Cover, obwohl dieser im ganzen Film nur in einigen wenigen Szenen auftaucht. Spaßig ist der Klamauk trotzdem!

Winners & Sinners (2)Die Handlung des Films setzt an fünf unterschiedlichen Stellen ein, da wir es in Winners & Sinners mit gleich mehreren Hauptcharakteren zu tun haben. Fünf von ihnen sind Teekessel, Auspuffrohr, Vaseline, Curly und Rookie. Die ulkigen Namen spiegeln sich auch jeweils in den Verbrechen wieder, die sie recht schusselig begehen. Teekessel verbringt seine Zeit damit, in fremde Häuser einzubrechen und sie leerzuräumen. Doof nur, dass er gleich in der ersten Szene in eine Überraschungsparty stürzt und bei der anschließenden Flucht gleich im Käfig eines Polizeiwagens landet. Auspuffrohr hat es sich zur Gewohnheit gemacht, dass er fremde Autos leer räumt und dabei prompt das Auto eines Polizeibeamten knackt. Vaseline hingegen ist ein Trickbetrüger der besonderen Art. In Juweliergeschäften lässt er sich mit Hilfe seines Charmes von den Verkäuferinnen teure Uhren zeigen. Plötzlich meint er in einem der anderen Kunden ein Freund zu erkennen, drückt ihm dann eine Waffe in die Hand und drückt für ihn bereits ab. Eigentlich ganz schön ausgebufft dieser Vaseline, da er so torkelnd aus dem Laden verschwinden kann und einen Unschuldigen ins Verderben laufen lässt. Blöd nur, dass er an einem Tag einen Gauner die Waffe in die Hand drückt und so einen Überfall sabotiert, durch den überhaupt erst auffällt, um wen es sich bei Vaseline handelt. Wirklich dumm gelaufen!

Totales Tohuwabohu

Winners & Sinners (3)Curly hingegen verstößt einfach nur gegen ein paar Gesetze, in dem er eigentlich verbotene Versammlungen auf offener Straße unterstützt. Als alle vier im Wagen zum Gefängnis landen, lernen sie dort auch noch Rookie kennen. Zu fünft beschließen sie, dass sie sich hinter Gittern von niemanden etwas gefallen lassen wollen und zusammenhalten. Diese Freundschaft hält so natürlich auch nach der Zeit im Gefängnis an. Sie beschließen zunächst die frische Freiheit zu genießen und stoßen in Curlys Haus auf dessen Schwester Shirley, mit der sie zusammen eine Reinigungsfirma gründen, um über die Runden zu kommen. An der gutaussehenden Shirley sind Curlys vier Freunde natürlich allesamt interessiert und so kommt es in der ersten Hälfte des Films zu mehreren Versuchen, dieser näherzukommen. Während wir auf der einen Seite Einblick ins Geschäftsleben einer Reinigungsfirma erhalten, bekommen wir auf der anderen Seite die Machenschaften des Gangsterboss Jack Tar vorgestellt. Dieser ist am selben Tag wie die fünf Freunde entlassen worden und möchte sich nun mit dem Drucken von Falschgeld den Weg in die Hongkonger Unterwelt ebnen. Zufällig landet der Koffer mit den Druckplatten und einem Teil des Falschgeldes in den Hände der Freunde, wodurch Tar auf sie aufmerksam wird und dessen Bruder kurzerhand Shirley als Geisel nimmt, da dieser auch mitmischen will.

Gespür für Humor

Winners & Sinners (4)Da fragt man sich tatsächlich, warum der Film als ein Jackie-Chan-Film beworben wird. Der taucht in Winners & Sinners wiederholend in nur sehr wenigen Szenen als Detective CID 07 auf, der sich in eine Verfolgungsjagd auf Rollschuhen mit zwei Dieben schmeißt, sich einen kurzen Kampf mit Yuen Biao leistet und Probleme mit Schildkröten bekommt. Sein Charakter ist immerhin förderlich für die Beziehung zwischen Teekessel und Shirley. Da wäre mehr Potential gewesen, doch Hauptdarsteller Sammo Hung erklärt das im Bonusteil des Films so, dass Jackie Chan und Yuen Biao einfach zu seinen Filmen dazugehören, auch wenn sie keine große Rolle einnehmen. Das ist aber nur unter dem Aspekt, dass der Film eben als ein Jackie-Chan-Film in Deutschland beworben wird, schade. Trotzdem macht Winners & Sinners sehr viel Spaß, da Sammo Hung, der auch als Regisseur agiert, Gespür beweist, wie man Humor mit Action verbindet. Von den Namen der Protagonisten einmal abgesehen, kann der Film mit tollen Sprüchen und Dialogen punkten, bei denen kein Auge trocken bleibt. Wenn es dann zur Sache geht, können auch die unter Yuen Biaos Leitung choreographierten Kämpfe punkten. Das einzige, was man der Handlung vielleicht ankreiden kann, ist, dass sie sich sehr viel Zeit für die Charaktere nimmt und sich nicht auf einen stringenten Ablauf zum Ende konzentriert.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Winners & Sinners ist durchgehend ein sehr unterhaltsamer Titel. Schon als ich die Namen der Hauptcharaktere auf der Rückseite der Blu-ray-Verpackung gelesen habe, musste ich lauthals lachen. Damit nicht genug, können mich die Dialoge und die Sprüche, welche Richard Ng, Sammo Hung, Jackie Chan, Stanley Fung oder Charlie Chin zum besten geben, zum Lachen bringen. Selbst die Sprücheschreiber von Bud Spencer und Terence Hill wären sicher manchmal neidisch. Winners & Sinners ist ein fröhlicher Film, der stellenweise ernst wird, aber dennoch bis zum Schluss darauf baut, dass ich als Zuschauer gute Laune habe. Meiner Meinung nach hätte der Martial-Arts-Teil des Films noch ein wenig kräftiger ausfallen können, doch stören tue ich mich daran absolut nicht, da der Film auch ohne übertriebene Kämpfe funktioniert. Unverständlich ist für mich allerdings, dass man den Film als einen Jackie-Chan-Film in Deutschland vermarktet. Chan taucht nur ein paar Mal auf und hat kaum Bedeutung für den Film. Es ist immer wieder nett ihn im Film zu bemerken, aber ein Jackie-Chan-Film ist das dadurch noch lange nicht. Man nimmt Sammo Hung die Ehre, seinen Namen auf die Packung zu schreiben. Verdient hätte es der Kampfkünstler, Schauspieler und Regisseur definitiv. Als Fan des Hongkong-Kinos und Anhänger von actionreichen Komödien sollte man sich Winners & Sinners nicht entgehen lassen!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Winners & Sinners!

Prime Time: Tari Tari – Vol. 2 (Unboxing)

Die Geschichte um Konatsu und Co geht in Tari Tari locker weiter, doch haben die Charaktere auch mit vielen (privaten) Rückschlägen zu kämpfen. Dazu haben wir uns in unserem Review zur zweiten Volume bereits geäußert, doch heute möchten wir euch auch die Verpackung vorstellen. Viel Spaß mit unserem Unboxing-Video!

Prime Time: Psycho-Pass (Vol. 1 – 4) (Unboxing)

Einer der wohl spektakulärsten Anime der letzten Zeit war wohl die Serie Psycho-Pass. Im Abstand von jeweils zwei Monaten zwischen den insgesamt vier Volumes hat Kazé Anime den Anime hierzulande veröffentlicht. Während ihr in den letzten Monaten daher unsere Review-Reihe verfolgen durftet, folgt heute nun auch endlich das Unboxing-Video zu den vier Veröffentlichungen auf Blu-ray. Wir wünschen euch gute Unterhaltung!

Prime Time: Death Note – Vol. 1 (Unboxing)

Bereits vor einer ganzen Weile haben wir euch die erste Volume des Animes Death Note in Form eines Reviews vorgestellt. Selbstverständlich möchten wir euch unsere Eindrücke zur Aufmachung der Box, welche die ersten vier DVDs enthält, nicht vorenthalten. Unter anderem kritisieren wir hier die fehlenden Inhaltsangaben und loben den hochwertigen Schuber. Schlussendlich wünschen wir euch viel Spaß mit unseren Eindrücken!

Review: Once upon a Time in Vietnam

Once upon a Time in Vietnam (1)Manche Filme lassen sich nur sehr schwer in Worte fassen. Once upon a Time in Vietnam ist solch ein Film, da er sich an den Elementen verschiedener Genres bedient und sie zu einem wunderbaren Kunstwerk formt. Wir gehen auf eine märchenhafte Reise nach Vietnam.

Once upon a Time in Vietnam (2)Ob es sich bei dem Schauplatz des Films tatsächlich um Vietnam handelt, lässt sich schon ab der ersten Minute bezweifeln. Zwar ist der Film aus dem Jahr 2013 tatsächlich in Vietnam gedreht worden, doch die historischen Geschehnisse, die der Film vermitteln will, spiegeln in erster Linie nicht unbedingt die Wahrheit wieder, wie sich das Land nach der Besatzung durch das japanische Kaiserreich im Zweiten Weltkrieg entwickelt. Die Handlung dreht sich um den Kriegermönch Dao. Dessen Aufgabe ist es, Deserteure im ganzen Land aufzuspüren. Findet er einen Deserteur, muss er diesen auf der Stelle hinrichten. Das Blutvergießen nimmt kein Ende, rücksichtslos führt er seine Aufträge durch. Eines Tages führt ihn sein Weg in ein Fischerdorf. Dort soll er die hübsche Anh töten. Diese hat jedoch einen Ehemann und ein Kind. Die Mutter weckt in Dao Gewissensbisse, weshalb er zunächst beschließt, Anh zu verschonen. Das Leben des Paars und das von Dao geht seinen gewohnten Gang. Während Anhs Mann im Dorf eine Bäckerei leitet, ist sie für die Erziehung ihres kleinen Sohns verantwortlich. Dieser wird in der Schule nämlich von Raufbolden schikaniert, weil er klein und schwächlich ist. Die Beziehung zwischen Kind und Eltern wird auf eine harte Probe gestellt, als seine Mutter ihm vor den drei Raufbolden beschützt. Er wünscht sich so sehr, dass er es seinen Feinden heimzahlen kann.

Vierecksbeziehung

Once upon a Time in Vietnam (3)Während sein Vater dafür ist, dass der Junge lernen soll, wie er sich zur Wehr setzen kann, hält seine Mutter pazifistisch dagegen. Als Dao jedoch der Untermieter der Familie wird, erfährt ihr Sohn zwangsläufig, dass er ein Meister ist und mit dem Schwert umgehen kann. Während der Junge im Kampf unterrichtet wird, daraufhin erst in der Schule und dann auch noch zuhause für Unruhe sorgt, holt Anh und Dao die Vergangenheit ein. Dabei bleibt es jedoch nicht, denn als Daos Vorgesetzter erfährt, dass Anh nicht hingerichtet wurde, macht sich dieser selbst auf, um das Kriegsrecht durchzusetzen. Long ahnt jedoch nicht, dass er auch mit der Vergangenheit Anhs konfrontiert wird. Wie genau die Verknüpfungen zwischen den Protagonisten aussehen, lassen wir euch an dieser Stelle nur erahnen. Bis zum Ende bleibt es jedoch spannend und wendungsreich. Wendungsreich bedeutet auch, dass verschiedene Genre des Films in Once upon a Time in Vietnam charakterisiert werden. Die erste Szene erinnert zum Beispiel an einen Western, wo ein Unbekannter (Dao) eine Bar betritt. Dann wiederum fährt Dao auf einem Motorrad den Sonnenuntergang entgegen, doch der Himmel wirkt so, als ob bereits die Apokalypse längst zurückliegt. Die Geschichte rund um Anh ähnelt eher der eines Dramas denn eines Abenteuers; Gefühle und Emotionen werden in uns allseits geweckt.

Modernes Märchen

Once upon a Time in Vietnam (4)Das ist jedoch noch lange nicht alles, denn Once upon a Time in Vietnam verfügt über schier unendliche Facetten. Der Martial-Arts-Anteil wird so durch Fantasy-Elemente ergänzt. Hier werden die Fäuste von Dao zu Stein und Long attackiert seine Gegner mit Flammenangriffen. Außerdem gibt es noch Schwertkämpfe, welche Action und Spannung auf den Höhepunkt treiben. Diese Elemente passen gerade deshalb so gut zusammen, weil sie durch Rückblenden in die Zeit des Krieges in Etappen eingeführt werden beziehungsweise sich abwechseln. Die Computereffekte sind zwar nicht auf der Höhe der Zeit, fallen aber nicht sonderlich störend auf. Das Bild in 1080p macht dafür einen sehr guten Eindruck; alle Kulissen werden scharf und kontrastreich eingefangen. Sowohl die deutsche, als auch die vietnamesische Tonspur liegen auf der Blu-ray Disc in DTS-HD 5.1 Master Audio vor. Im Originalton wirkt der Film zwar einen Tick authentischer, aber auch die deutsche Synchronisation kann sich die ganzen 107 Minuten absolut hören lassen. Nach dem Abspann schauen wir uns gerne noch das 56 Minuten lange Bonusmaterial an, welches aus einem Behind-the-Scenes-Video besteht. Hier wird chronologisch durch die Entstehung des Films geleitet. Once upon a Time in Vietnam ist ein vietnamesisches, modernes und erwachsenes Märchen, auf dessen Reise ihr euch unbedingt begeben solltet!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Mit vietnamesischen Filmen hatte ich bisher noch keine Erfahrung gemacht und mit Once upon a Time in Vietnam direkt einen Glückstreffer gelandet. Der Film ist vielleicht an einigen Stellen nicht auf der technischen Höhe der Zeit, doch das gleicht er mit seiner wirklich spannenden und wendungsreichen Handlung, die sich an sehr vielen Facetten und recht verschiedenen Filmgenres bedient, absolut wieder aus. Egal ob Western, Drama oder Martial-Arts-Streifen – die Genres wechseln sich ständig ab und greifen teilweise ineinander über. Die Ideen sind hervorragend miteinander kombiniert und werden durchweg nicht langweilig, da immer wieder neue Geheimnisse ans Tageslicht kommen und die Geschichte so durchweg spannend bleibt. Schade ist höchstens, dass der Film nach 107 Minuten wieder vorbei ist. Ich würde so gerne noch viel mehr Zeit mit Once upon a Time in Vietnam verbringen. Das kann ich dann höchstens im Bonusmaterial, wo man sich sichtlich erkennen kann, wie viel Spaß die Schauspieler beim Dreh hatten. Ich kann Once upon a Time in Vietnam nur sehr empfehlen, denn solch ein vietnamesisches modernes Märchen gibt es in der Welt nicht noch einmal!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Once upon a Time in Vietnam!