Review: Wooden Man

Wooden Man (1)Beim Film Wooden Man aus dem Jahr 1976 ist Lo Wei nicht als Regisseur tätig, sondern hält sich als Produzent im Hintergrund zurück. Der Qualität des Films tut dies keinen Abbruch, da uns der von der ersten bis zur letzten Minute mit einer tollen Story und tollen Kämpfen packt.

Wooden Man (2)Kein Kind der Welt möchte wohl sehen, wie der eigene Vater vor den eigenen Augen getötet wird. Little Mute oder Stummer, wie er in der deutschen Synchronfassung genannt wird, muss diese Tragödie allerdings in jungen Jahren erleben. Nach dem Tod seines Vaters wird er von den Shàolín-Mönchen eines Klosters großgezogen und ständig aufgezogen. Jahre vergehen und dennoch bleibt Little Mute schwach und überlebt das Training jeden Tag nur, um abends überhaupt noch einmal einschlafen zu können. Er träumt davon, eines Tages ein ganz großer Kampfkünstler zu sein und schlägt in seinen Träumen auch seinen Meister mit Leichtigkeit. Dann ist es jedoch wieder Morgen und Little Mute muss den Tag überleben. Das Training beginnt mit dem Aufsuchen der Wasserquelle, wo alle Mönche zwei Eimer füllen und das Wasser die lange Treppe zum Kloster hinauf befördern müssen. Die Crux an der Sache ist aber die, dass die Eimer jeweils ein kleines Loch haben. Man muss sich also beeilen, um das Fass vor dem Tempel rechtzeitig vor dem Nachmittag zu befüllen. Gefaulenzt darf aber auch dann nicht. Enttäuscht vom Tagwerk seines Schützlings, schickt der Meister Little Mute zum Holzhacken. Während der beiden Tätigkeiten trifft Little Mute auf eine Nonne Buddhas und einen ständig betrunkenen Mönch, die ihm Hilfe im Erlernen der Kampfkunst gewähren.

Freund und Feind in einer Person

Wooden Man (3)Die wichtigste Inspirationsquelle ist allerdings ein Gefangener unter den Höhlen des Klosters. Dieser scheucht alle Mönche direkt fort und möchte auch kein Essen von ihnen haben. Alle Mönche wehren sich natürlich mit Worten, doch Little Mute kann nicht sprechen. So bildet sich zwischen Little Mute und dem Gefangenen eine tiefe Freundschaft, was allerdings dazu führt, dass Little Mute auf den falschen Weg geleitet wird. Vom Gefangenen erfährt er, dass er in einem Kampf schnell dafür sorgen muss, dass der Gegner kampfunfähig gemacht und am besten auch noch tödlich verletzt wird. Von ihm erfährt Little Mute auch, wie er gegen die Holzmänner kämpfen kann. Die hölzernen Männer bewachen nämlich eine Kammer, die jeder, der das Kloster verlassen will, bezwingen muss. Als Gegenleistung muss Little Mute eine Nachricht an einen Apotheker in der nächsten Stadt überbringen. Damit fangen die Probleme allerdings erst richtig an. Der Gefangene hat schon mehrere Menschen auf dem Gewissen und jetzt ist ihm anscheinend eine Möglichkeit in den Sinn gekommen, um aus dem Verlies zu entkommen. In der nächstgelegenen Kneipe trifft Little Mute zudem auf ein Mädchen, welches prompt von den Mitglieder der Bande seines alten Freundes für diesen entführt wird. Little Mute nimmt seinen Mut zusammen und stellt sich seinem Freund mit allen Mitteln.

Menschlichkeit

Wooden Man (4)Wooden Man ist im Grunde eine einzige Ode an die Humanität. Während der Gefangene dem Protagonisten Little Mute die schlechte Handlungsweise nahelegt, fordert ihn die Nonne dazu in seinen Gedanken auf, sich für den Pfad der Gerechtigkeit einzusetzen. Zwiegespalten ist er dabei gefangen in einer brutalen Welt, in der er einfach nur den Mörder seines Vaters finden will und dabei ist genau dieser ihm eigentlich näher, als er bis zum finalen Kampf eigentlich denkt. Die Rachestory ist durchdacht und zeigt uns einen Kämpfer, der von seinem Dasein als Anfänger bis zum Experten Triumphe und Rückschläge einstecken muss. Jackie Chan nimmt eine seiner ersten erwachsenen Rollen sehr ernst und ist für Wooden Man neben seiner Rolle als Little Mut, auch noch als Stunt-Koordinator und Action-Regisseur tätig. Die Kämpfe in Wooden Man können sich wirklich sehen lassen und bis auf wenige Ausnahmen wird hier alles ohne Drahtsteile erledigt. Das gefällt uns gut! Genauso gut gefällt und das Bild der HD-Fassung. Sicherlich wäre hier bei einer gründlichen Digitalüberarbeitung viel mehr möglich gewesen, doch für einen Film aus dem Jahr 1976 kann sich das Bild bis auf ein paar leichte (durchgehende) Verunreinigungen sehen lassen. Die deutsche Synchronisation ist gelungen und zieht den kantonesischen Originalton (beides in DTS-HD 5.1) nicht ins Lächerliche.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Bisher bin ich mit Lo-Wei-Produktionen nicht ganz klar gekommen, doch das hat sich bei Wooden Man sehr stark geändert. Mir hat besonders die Story um Rache und Verrat sehr gut gefallen, da diese wirklich von Beginn an durchdacht ist und zu einem fast achtminütigen Endkampf führt. Dazu kommen Dialoge, die ich den Protagonisten und Antagonisten abkaufe; ins Lächerliche wird hier nichts gezogen. Wenn man Martial-Arts-Filme mag, merkt man schnell, dass einem auch die Kämpfe sehr gut gefallen. Der Kampf in der Kammer mit den hölzernen Männern mag vielleicht doch recht gewöhnungsbedürftig sein, aber alle anderen Kämpfe zwischen Menschen machen durchaus einen gut choreographierten Eindruck. Jackie Chan hat hier nicht nur eine tolle Hauptrolle gespielt, sondern auch hinter der Kamera einen guten Job in Bezug auf Action und Stunts bewiesen. Die 108 Minuten von Wooden Man vergehen wie im Flug, doch umso ärgerlicher ist es, dass dann kein Bonusmaterial auf der Disc vorhanden ist. Gerne hätte ich hier den einen oder anderen Einblick in die Produktion erhalten, was bei einem Film aus dieser Zeit allerdings nicht immer so einfach ist. Trotzdem: Wooden Man lohnt sich für allem für Fans von Martial-Arts-Filmen. Alle anderen suchen sich lieber eine Komödie mit Jackie Chan!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Wooden Man!

Prime Time: Senran Kagura – Vol. 1 – 4 (Unboxing)

Unglaublich, aber wahr! Senran Kagura hat es schon vor einer ganzen Weile in den Westen geschafft. Die Reviews zu ersten, zweiten, dritten und vierten Volume haben wir euch bereits von Juni bis August vorgestellt. Heute schließen wir das Kapitel Senran Kagura mit einem Unboxing-Video, in dem wir euch gleich alle vier Volumes vorstellen, ab. Dazu erinnert sich unser Chefredakteur Eric auch an Senran Kagura: Burst auf dem Nintendo 3DS. Welche Erinnerungen er mit dem Anime und dem 3DS-Spiel verknüpft, erfahrt ihr gebündelt in unserem Video mit einem der schlechtesten Wortwitze aller Zeiten. Wir wünschen trotzdem viel Spaß dabei!

Prime Time: amiibo (Mario) & amiibo (Link)

Ende November 2014 veröffentlichte Nintendo die erste Welle an amiibo-Figuren. Diese sorgen in der Community für ein breitgefächertes Meinungsangebot. Was unser Chefredakteur Eric von den amiibo hält, lässt er euch in seinem Unboxing-Video wissen, in welchem er euch den amiibo von Mario und den amiibo von Link vorstellt.

Review: Action Hunter

Action Hunter (1)Der Film Action Hunter von 1988 markiert einen historischen Punkt in der Geschichte des Martial-Arts-Films. Man erinnert sich vor allem deshalb an diesen Film, da hier Jackie Chan, Sammo Hung und Yuen Biao bisher zum letzten Mal gemeinsam vor der Kamera stehen.

Action Hunter (2)Etwas wehmütig wirkt Hongkong-Kino-Experte Bey Logan schon, als er in dem beiliegenden Making-of Dragons Remembered an den Film aus den Achtziger Jahren denkt. Drei der wohl bedeutendsten Schauspieler Chinas stehen in Fei lung maang jeung, der in den Vereinigten Staaten Dragons Forever und hierzulande noch unpassender Action Hunter genannt wird, zum letzten Mal gemeinsam vor der Kamera. Bey Logan spricht sogar davon, dass Golden Harvest, das Filmproduktionsunternehmen hinter Action Hunter, in dieser Zeit auf dem Höhepunkt der Firmengeschichte angelangt ist. Man merkt dem Experten an, welchen Stellenwert der Film einnimmt. Dramatisch ist auch die Handlung des Films, denn hier vertritt Chan in seiner Rolle nicht von Anfang an die gute Seite. Er verkörpert den gerissenen Anwalt und Schürzenjäger Jackie Lung, der jeden Fall annimmt, um über die Runden zu kommen. Trotzdem verpasst er dem einen oder anderen Mandanten eine Ohrfeige, wenn dieser trotzt Freispruch im Unrecht ist. Seine Tage verbringt er damit, dass er alle seine Damenbekanntschaften zum Essen einlädt – zum Unwohl seiner Assistentin, die wohl insgeheim in ihn verliebt ist. Eines Tages tritt der Leiter eines großen Chemiekonzerns an ihn heran, der ihn bittet, ihn zu vertreten. Der Grund dafür ist eine Fischfarm in der Hongkonger Bucht, die die Expansion des Konzerns verhindert.

Die Sache mit dem Holzwurm

Action Hunter (3)Um Beweise beziehungsweise Informationen zu sammeln, nutzt er die Hilfe seines Freundes Luke Wang. Dieser zieht neben der Leiterin der Fischfarm ein. Während dieser die Frau im Haus neben ihn mit einer (für die Achtziger Jahre) modernen Abhöranlage überwacht, ist ein weiterer Teilnehmer ins Spiel eingestiegen. Um Luke zu unterstützen, wählt Jackie seine Freund Tim aus. Dieser soll bei Miss Yip einbrechen und eine Wanze verstecken. Der nicht eingeweihte Luke versteht dies natürlich falsch und schreitet zur Tat. Der Vorfall endet damit, dass Jackie Tim auf Kaution aus dem Gefängnis holen muss. Die Handlung des Films beginnt jedoch eigentlich genau mit dieser Szene, wodurch ein heilloses Durcheinander innerhalb der Story entsteht. Jackie verliebt sich nämlich ebenfalls in die Anwältin von Miss Yip, Nancy Lee. Während die beiden Damen ein ganz anderes Bild von Luke und Tim machen, muss der gerissene Jackie dafür sorgen, dass sie sich nicht begegnen. Dass das früher oder später aber passieren wird, dürfte kein Spoiler sein. Die Szenen, in denen Jackie seine Freunde vor den beiden Damen verstecken muss, sind aber derlei Highlights, die auch mit Sprüchen versehen sind, die in der deutschen Synchronisation repräsentativ für die Achtziger und Siebziger Jahre stehen. Zum Beispiel geht es um den harten Kampf gegen einen hartnäckigen Holzwurm.

Bekannte Technik

Action Hunter (4)Mit der Zeit nimmt der Drama-Anteil ab und der Anteil an Martial-Arts-Einlagen steigt. Dies geht einher mit der Story-Wendung, wo sich Jackie gegen den Chemiekonzern stellt. An der Stelle wollen wir jedoch nicht mehr über den Inhalt verraten. Während Chan, Hung und Biao ihre typischen Künste demonstrieren, bleibt die Schauspielerei der anderen Charaktere hinter den Erwartungen zurück. Trotzdem gefallen uns auch hier einige Szenen, wie die, in der Luke mit einem Megafon seiner Liebe hinterherläuft. Neben einem Auftritt in Power Man ist Benny Urquidez, ein US-amerikanischer Kampfkünstler, auch in Action Hunter als Gegner von Chan zu sehen. Der mehrfache Preisträger kann im Showdown mit Chan als Bösewicht glänzen. In technischer Hinsicht kann der Film jedoch nicht immer glänzen. Das Bild in Full-HD macht zwar fast durchgehend einen überzeugenden Eindruck, doch manche Szenen wurden über die Jahrzehnte hinweg falsch gelagert, weshalb sich das Bild in wenigen Szenen wellt. Uns hat die deutsche Synchronisation aus dem Kantonesischen zwar einigermaßen gefallen, doch an vielen Stellen blödelt man mit deplatzierten Witzen herum. Dafür entschädigt das gelungene Bonusmaterial. Neben dem 99-minütigen Film (geschnittene Szenen sind in Kantonesisch enthalten und deutsch untertitelt) wartet mehr als zwei Stunden Bonusmaterial auf uns. Toll!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Wenn man bemerkt, dass ein Film im Jahr der eigenen Geburt erschienen ist und seitdem schon so viele Jahre vergangen sind, kann man schon etwas wehmütig werden. Wehmütiger wird man, wenn man erfährt, dass hier drei der besten Schauspieler Chinas beziehungsweise drei der besten Darsteller Hongkongs zum letzten Mal gemeinsam vor der Kamera stehen. Den Hongkong-Kino-Experten Bey Logan kann ich sehr gut verstehen, da der Film somit einen wichtigen Punkt der Geschichte des Martial-Arts-Kinos markiert. Den eigentlichen Film finde ich dann jedoch gar nicht mal so herausragend. Er erzählt eine Handlung, die erst gegen Ende wirklich spannend wird und zwischendurch immer mal wieder mit kleineren Highlights punktet. Regisseur Sammo Hung, der zugleich auch als einer der Hauptdarsteller auftritt, hätte ich hier mehr zugetraut. Die vielen kleinen Ideen, die in Action Hunter jedoch verarbeitet sind, machen den Film aber absolut nicht langweilig. Ebenso wenig langweilig ist das Bonusmaterial. Die Interviews, die mit einzelnen Personen gut und gerne mal dreißig Minuten dauern, sind besonders deshalb so interessant, da sie nicht mit Chan, Hung und Biao gedreht worden, sondern mit Personen, die dem Film nur wenig beigesteuert haben. Man bekommt einen ganz anderen Blick auf die Entstehung des Films. Den krönenden Abschluss stellt jedoch das Making-of von und mit Bey Logan dar, denn hier führt mich der Experte an die Schauplätze rund 17 Jahre nach dem Dreh des Films. Nicht sehr spektakulär, aber die Zeitreise ist dennoch einen Blick wert.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Action Hunter!

Prime Time: Kingdom Hearts HD II.5 ReMIX (Limited Edition) (Unboxing)

Ein großer Disney-Fan war unser Chefredakteur Eric noch nie und hat dies sicherlich oft genug verlauten lassen. Seine Liebe zum Genre des Rollenspiels ist dennoch nach wie vor ununterbrochen. So hat er sich auch die Limited Edition von Kingdom Hearts HD II.5 ReMIX gekrallt und stellt sie euch in seinem Unboxing-Video so ausführlich wie möglich vor. Gute Unterhaltung!

Review: Ninja Apocalypse

Ninja Apocalypse (1)Wenn man durchs Kaufhaus schlendert, in der Tonträgerabteilung landet und die Blu-rays in den Regalen durchstöbert, entdeckt man Filme mit wahnsinnig tollen Covern. Steckt man den Film zuhause ins Abspielgerät, merkt man aber, dass der Film gar nicht so wahnsinnig toll ist.

Ninja Apocalypse (2)Mit diesem Problem hat Ninja Apocalypse von Regisseur Lloyd Lee Barnett zu kämpfen. Der Produktion aus dem Jahr 2014 merkt man allen Ecken und Enden an, dass sie nur mit einem sehr dünnen Budget auskommen musste. Die Makel sind bereits bei der Handlung deutlich zu erkennen. Ninja Apocalypse spielt in der Zukunft eines Landes, welches im Film an keiner einzigen Stelle genannt wird. Der Ausnahmezustand wird durch die Regierung erlassen und es folgt kurz darauf ein Krieg, der wohl die ganze Welt in Mitleidenschaft zieht. Die Menschen hausen in Atombunkern, um dem Fallout zu entgehen. Darauf wird zumindest an der einen oder anderen Stelle im Film hingewiesen, denn zeitlich ist die Story nach dem großen Krieg angesiedelt. Die überlebenden Menschen leben verstreut über das Land in Clans zusammen, die untereinander verfeindet sind. Ninja-Meister Fumitaka, der im zwanzigsten Untergeschoss eines solchen Bunkers haust, kann diese Streitigkeiten nicht mehr ertragen. Er lädt sämtliche Clan-Führer in den Bunker ein, um über den Frieden zu verhandeln. Zu dieser Verhandlung ist auch Cage, der Anführer des so genannten verlorenen Clans, eingeladen. Cage wird dazu bestimmt, vier seiner besten Leute mit auf die Reise zu nehmen. Begleitet wird er deshalb von seinem Bruder Surge, dem taubstummen Sky, dem Kämpfer Trillion und der Kriegerin Mar.

Das einhundertste Untergeschoss

Ninja Apocalypse (3)Wer jetzt denkt, dass der Film eine Reise zum Ninja-Meister markiert, auf der die Gefahren nur so aus allen verseuchten Erdlöchern kriechen, der irrt. Wenige Minuten nach Filmauftakt landet der verlorene Clan nämlich schon im Atombunker. Während der Verhandlung wird Fumitaka nämlich umgebracht und sofort fällt der Verdacht auf Cage und seine Leute. Diese fliehen natürlich direkt vor den anderen Clans, um nicht als blutige Opfer zu enden. Ohne Blut kommt Ninja Apocalypse allerdings nicht aus. Ständig trifft die Truppe auf andere Clans, die nicht nur mit Katana, Shuriken und Wurfmessern ausgestattet sind. Der Fallout hat auch dafür gesorgt, dass die Menschen übernatürliche Fähigkeiten erlangen und sich nun auch mit Blitzen und Feuerbällen gegenseitig umbringen können. In der Mitte des Films wird es dann noch kurioser. Zwar entdeckt die Gruppe einen Fahrstuhl in die Freiheit, doch prompt geht die Fahrt in die einhundertste Unterebene. Dort erfahren sie von Hiroshi, Fumitakas Nachfolger, dass er Beweise für Cages Unschuld habe. Sie müssen nur den Weg nach draußen finden und ihn aufsuchen. Blöd nur, dass aus der einhundertsten Unterebene bisher noch kein lebender Mensch entkommen ist. Grund dafür sind die Zombies, die dort vor sich hin vegetieren und von Trillion als solche erkannt werden. Dumm nur, dass ausgerechnet er zuerst gebissen wird.

Begrenzte Mittel

Ninja Apocalypse (4)Man muss sich nichts vormachen. Die Handlung hat zwar durchaus Potential, doch Barnett ist es mit einem kleinen Budget einfach nicht vergönnt, einen ansehnlichen Film zu erschaffen. Die Story würde für ein nettes Hack-and-Slay-Videospiel reichen, doch als Film selbst für den Heimkinobereich ist das unterirdisch. In nahezu jeder Szene kann man erahnen, wie es mit der Gruppe weitergeht – abgesehen vom unspektakulären Endkampf, wo der Film doch noch mit einem interessanten Storytwist aufwartet. Hinzukommen die hölzernen Dialoge und Sprüche, sowie dämliche Selbstopferungsversuche, die uns nur ein müdes Lächeln entlocken können. Seine ganz kleinen Sternstunden hat Ninja Apocalypse höchstens in den Kämpfen. Nein, besonders gut choreographiert sind diese vorne und hinten nicht. Schauspieler wie Christian Oliver, der schon in deutschen Top-Produktionen (Achtung: Ironie!) wie Der Bergdoktor oder Alarm für Cobra 11 mitgespielt hat, sind für derlei Kämpfe absolut nicht geeignet. Trotzdem ist es erfrischend, von der selten spannenden Hetzjagd durchs Gebäude Blutspritzer zu sehen. Sämtliche Klingen bleiben dabei übrigens trocken, was für heiteren Gesprächsstoff an einem Filmabend mit Freunden sorgt. Ninja Apocalypse sollte man übrigens unbedingt mit Freunden oder Bekannten zusammen anschauen, denn geteiltes Leid ist schließlich halbes Leid!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Unter objektiven Wertungskriterien kann man Ninja Apocalypse ruhigen Gewissens in die Tonne treten. Die Filmhandlung bleibt weit hinter meinen Erwartungen zurück und ist von Beginn an sehr durchschaubar. Nur der Twist am Ende kommt doch ein wenig überraschend und gibt Ninja Apocalypse eine kleine eigene Note. Wer darauf hofft, dass tiefgründige Dialoge vorherrschen, wird ebenfalls enttäuscht. Das Setting würde es durchaus hergeben; nur geht es Barnett wohl nur darum, den Filmdreh so schnell wie möglich zu einem Ende zu bringen. Dabei hat er sich wohl gedacht, dass es hölzerne Dialoge wohl auch tun werden. Im Grunde passt das ja auch alles super zusammen. An keiner Stelle merkt man, dass man sich besonders viel Mühe gegeben hat. Wenigstens sind die Kämpfe zwischen den Clans ganz nett inszeniert, aber bei weitem unter dem Niveau, welches man wirklich erwarten könnte. Ninja Apocalypse muss oder sollte man am besten nicht gesehen haben. Wenn man sich aber (immerhin kurze) 84 Minuten lang vom Alltag ablenken will, sollte man den Film unbedingt mit jemandem zusammen anschauen; dann ist die Qual bei Weitem nicht ganz so schlimm.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Ninja Apocalypse!

Review: Godzilla: Final Wars

Godzilla - Final Wars (1)Wer Teile des gesamten Star-Trek-Franchise, Star Wars: Episode VI – Die Rückkehr der Jedi-Ritter, den einen oder anderen Michael-Bay-Film, X-Men und Matrix kennt, wird Godzilla: Final Wars auf der einen Seite verteufeln und auf der anderen Seite abgöttisch lieben.

Godzilla - Final Wars (2)Nachdem die vorherigen beiden Teile der Millennium-Reihe inhaltlich aufeinander aufbauen, kann man bei Godzilla: Final Wars nicht wirklich sagen, ob dieser Film im selben Universum angesiedelt ist. Typisch für die Millennium-Filmreihe wäre wieder ein neuer Ansatz und der Beginn (und das Ende) einer neuen Zeitrechnung. Die erste Szene des Films setzt im Kampf gegen Gojira am Südpol ein, wo die Riesenechse zugleich im ewigen Eis für immer begraben werden soll. Die Anspielung an Godzilla kehrt zurück bringt uns direkt zum Schmunzeln; es geht jedoch nahtlos in den Kampf Jahre später gegen die Riesenschlange Manda über und die Kollisionen mit dem Hybrid-Flug-Unterseeboot zeigen Szenen, die wir aus dem kompletten Star-Trek-Universum kennen – eine wankende Brücke, in dem die Offiziere durch die Gegend geschleudert werden. Herrlich! Durch waghalsige Manöver wird Lieutenant Douglas Gordon von der Earth Defense Force allerdings abgezogen und darf fortan kein Team mehr leiten, um den Planeten vor Monstern zu beschützen, die durch Umweltverschmutzung hervorgerufen werden. Ein Mitglied seines Teams, Shinichi Ōzaki, wird in der Zwischenzeit dazu verdonnert, die Biologin Miyuki Otonashi zu beschützen. Diese soll nämlich die Überreste des Monsters Gaigan, welches halb eine Maschine ist, untersuchen und für die Organisation analysieren.

Besuch vom anderen Stern

Godzilla - Final Wars (3)Wäre das Monster, welches vor über zehntausend Jahren aus dem Weltraum kam, nicht schon kurios genug, tauchen in jenem Moment überall auf der Welt Monster auf. Sowohl Shànghǎi, Sydney, New York und Tōkyō werden von Riesenkreaturen heimgesucht. Die Zerstörung der großen Städte nimmt kein Ende – dutzende Explosionen und Häusereinstürze inklusive; eben wie in einem Film von Regisseur Michael Bay. Die Earth Defense Force rückt aus, um gegen die Monster mit ihren Hybrid-Fahrzeugen anzutreten oder mit hochtechnologischen Waffen auszuschalten. Zu diesen Leistungen sind die Mitglieder der Einheit nur fähig, da sie allesamt Mutanten sind. Das ist für die Godzilla-Reihe nichts Neues, denn Mutanten gab es in sehr viel schwächerer Form schon in der Heisei-Reihe. Kurz darauf scheint die Handlung jedoch total durchzudrehen, als plötzlich auch noch Außerirdische auftauchen, die Monster verschwinden lassen und den Menschen den Frieden anbieten. Dem Anschein nach scheint es sich bei den Außerirdischen um genetisch aufgebesserte Menschen zu halten, doch da der Name ihres Heimatplaneten zu schwer für Menschen auszusprechen sei, sollen die Menschen ihn doch einfach X nennen. Durch Fernsehauftritte und Inszenierung der Aliens denken wir an die US-amerikanische Fernsehserie V: Die außerirdischen Besucher kommen aus dem Jahr 1983.

Suche nach Eigenidentität

Godzilla - Final Wars (4)Das ist jedoch nicht genug! Später gesellen sich nämlich noch Kämpfe zwischen Mutanten und Aliens dazu, die in einigen Szenen stark an Matrix erinnern. Markante Ledermäntel, die prägnante Sonnenbrille und das Ausweichen von Pistolenkugeln sind unverkennbar mit dem Werk der Wachowskis verbunden. Als es dann zum Äußersten kommt, lassen die Aliens die eingefangenen Monster wieder frei. Der aus dem Exil gerettete Gordon nimmt seinen alten Posten wieder ein und flieht mit seinem Team an den Südpol, um Gojira zu befreien, da der keine M-Base in seinen Genen hat und somit nicht vom Anführer der X-Aliens beherrscht werden kann. Was folgt ist ein Best-of von Monsterauftritten der Godzilla-Reihe, um dem eigentlichen Kaijū-Film weg von Science Fiction und Fantasy zu locken und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Das geht leider nicht ganz auf, da sämtliche Kämpfe viel zu kurz ausfallen und Gojiras Feinde allesamt in sehr abgeschwächter Form dargestellt werden, damit alles in 125 Minuten Platz findet. Obwohl der Film aus dem Jahr 2004 mit einigen Spezialeffekten aufwarten kann, die zum Veröffentlichungszeitpunkt zum Teil schon stark veraltet sind, hat man den Großteil immer noch per Suitmation-Verfahren umgesetzt, was Godzilla: Final Wars trotz vieler Filmanleihen immer noch ein wenig Eigenidentität verleiht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Bereits nach zehn bis fünfzehn Minuten wollte ich auf die Fernbedienung drücken und den Film vorzeitig beenden. Was man hier im Auftakt des Films abliefert, ist eigentlich eine Frechheit und beleidigt die gesamte Godzilla-Serie. Wenn man sich allerdings darauf einlässt und den Finger weg von der Fernbedienung legt, dann kann man Godzilla: Final Wars tatsächlich mögen lernen. Wohlgemerkt sind fast sämtliche Ideen des Films von großen Film- und Fernsehproduktionen geklaut, ergeben jedoch – so seltsam das auch klingen mag – unterm Strich ein stimmiges und vor allem funktionierendes Gesamtbild. Das Auftauchen der Monster, das Eingreifen der X-Aliens, die politischen und sozialen Änderungen, die Enthüllung der wahren Absichten der Außerirdischen, der Einsatz der gefangenen Monster, die Zerstörung des Raumschiffs, der Kampf zwischen Gojira, Mosura, Minira, Angirasu, Kingugidora, Gaigan, Baragon und sogar jenem Gojira-Klon, den Roland Emmerich 1998 auf die Welt losgelassen hat, ist bis zum Ende wirklich durch und durch genial konstruiert. Da sehe ich gerne darüber hinweg, dass der Film bis auf seinen Kaijū-Anteil, der erst zum Ende richtig zünden möchte, nahezu keine Eigenidentität hat. Es klingt zwar alles recht negativ, doch man muss Godzilla: Final Wars unbedingt einmal mit eigenen Augen gesehen haben, um das Konzept lieben oder hassen zu lernen. Dennoch ist es wirklich sehr, sehr schade, dass die japanischen Godzilla-Filme hier nach fünfzig Jahren vorerst ihr Ende finden. Nachdem man sich in der Millennium-Reihe hoffentlich genug ausgetobt hat, hoffe ich nämlich inständig, dass Tōhō einen guten Regisseur finden möge, der den Ruhm von Gojira zu neuem Glanz verhelfen will – er hat es verdammt noch mal verdient!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Godzilla: Final Wars!

Partner: Adventskalender bei WiiG

Adventskalender WiiG 2014Lange ist es her, seit WiiG den letzten Adventskalender veranstaltet hat. In diesem Jahr feiert er sein großartiges Comeback und da möchten wir doch gleich einmal auf unsere tolle Partnerseite aufmerksam machen. An jedem Tag, sprich vom 1. bis zum 24. Dezember 2014, könnt ihr bei WiiG einen tollen Preis abstauben, wenn ihr wie früher zwei Fragen richtig beantwortet. Wir hoffen, dass ihr ebenso viel Freude an der Rückkehr des Adventskalender von WiiG habt wie wir und wünschen euch viel Glück!

Review: Dragon Lord

Dragon Lord (1)Der Film Dragon Lord aus dem Jahr 1981 bleibt uns ganz besonders in Erinnerung. Hier hält Jackie Chan nicht nur den Posten als Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller inne. Er ist auch dafür verantwortlich, dass für eine Szene ganze 2900 Takes aufgenommen wurden.

Dragon Lord (2)Inhaltlich dreht sich der Film um die beiden Freunde Dragon und Cowboy. Sie sind Söhne aus zwei reichen Familien. Ihre Väter sind gut befreundet; die Freundschaft greift jedoch auch auf die beiden Freunde über, die sich wie Cousins fühlen und den Vater des anderen gar als Onkel ansprechen dürfen. Das Problem, das die beiden plagt, ist jedoch zu viel Freizeit. Dragon wird zwar von einem Lehrer in Geschichte, Geographie und Dichtkunst unterrichtet, doch wirklich verinnerlichen tut Dragon nichts. Cowboy hingegen wird jedes Mal schwer bestraft, wenn er eine schlechte Tat begeht. Dragon und Cowboy verbringen ihre Tage damit, in der Gegend herumzulungern und Blödsinn anzustellen. Mal probieren sie das Gewehr von Cowboys Vater aus und gehen auf Fasanenjagd, doch dann merken wir schnell, dass die beiden eine gewisse Leidenschaft verbindet: Frauen. Als sie sich eines Tages am Fluss erleichtern wollen, treffen sie auf die hübsche Alice. Sie verlieben sich beide in dieselbe Frau und das bedeutet selbst unter den besten Freunden für gewöhnlich Ärger. Es gibt Streit, doch wer selbst einen besten Freund hat, der wird wissen, dass solch ein Streit nicht lange anhält. Dragon darf Alice sogar ehelichen, falls diese einwilligen sollte. Durch einen Zufall treffen die beiden im Tempel aber auf ein paar Banditen, die gerade einen Mitverschwörer zu Tode prügeln. Dragon greift ein.

Lose Enden

Dragon Lord (3)Dragon Lord weiß an vielen Stellen leider nicht, welche Geschichte er eigentlich erzählen will. Wir erhalten Einblicke in vielerlei Geschehen, welches im großen Ganzen auch hervorragend harmoniert, aber eben nicht stark genug ineinander übergreift. Die Hintergründe über Dragon und Cowboy sind wichtig, doch fragen wir uns, ob man die Liebesgeschichte nicht hätte sein lassen können. So schnell sie in den Film eingewoben wird, so schnell verzettelt diese sich in einem losen Ende. Das Auftauchen der Bande, die nach Zusammenbruch der Qing-Dynastie Reliquien stehlen und verschiffen will, scheint zunächst Dreh- und Angelpunkt zu sein. So ist dann auch, zumal sich Dragon und Cowboy nicht nur einmal mit den Banditen herumschlagen dürfen. Von dem ganzen Einbruch in die Verbotene Stadt ist genau so wenig zu sehen wie auch nur ein Wertgegenstand des Diebesguts. Zudem kaufen wir dem Film nicht wirklich ab, nach dem Jahr 1912 zu spielen. Es fühlt sich durchgehend so an, als hätten alle guten Ideen von Chan und seinem Produktionsteam in diesem Film Platz gefunden, die in sonst keinem anderen Film mehr aufgenommen werden konnten. Sieht man davon jedoch einmal ab, kann der Film mit sehr vielen Szenen wunderbar unterhalten. Altmeister Chan hat es schon vor dreißig Jahren verstanden, wie man netten Humor mit tollen Action-Szenen verbinden sollte.

Grandiose Action-Szenen

Dragon Lord (4)Wir reden hier nicht von den Choreographien des Martial-Arts-Anteil des Films. Diese sind gewohnt auf typischem Jackie-Chan-Niveau und begeistern beispielsweise mit einem Kampf in einer Kornkammer. Viel mehr möchten wir die beiden Sport-Events, die in der Mitte und am Ende des Films spielen, hervorheben. Im ersten Spiel treten zwei Teams gegeneinander an, die nur mit Schlägen und Tritten einen etwas größeren Federball ins gegnerische Tor schießen müssen. Im zweiten und letzten Spiel müssen die Kämpfer vierer Teams eine Holzpyramide erklimmen, um an der Spitze einen goldenen Rugby-Ball zu ergattern. Diese Szene wurde mit ganzen zweihundert Darstellern gedreht. Von diesen haben sich übrigens neunzig sehr schwer verletzt. Das zeigt einmal mehr, wie Darsteller Cheung Wing Fat zudem in einem Interview auf der Blu-ray Disc mitteilt, wie damals die Risiken für einen Stuntman aussahen. Der Rest des Bonusmaterials kommt ohne ein Interview mit Jackie Chan aus. Als Ersatz schlummern zwei weitere Interviews, unter anderem mit In-Shik Hwang, auf der Disc. Ein besonderes Schmankerl ist jedoch der Audiokommentar von Hongkong-Kinoexperte Bey Logan für die internationale 96-minütige Filmfassung. Selbstverständlich liegt auch die ungeschnittene und 104-minütige Version vor. Szenen im kantonesischen Originalton sind deutsch untertitelt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Möchte man Dragon Lord einen Stempel aufdrücken, so müsste ich den Film zwangsweise als netten Versuch abtun. Das möchte ich aber nicht, da ich in den 104 Minuten wirklich gut unterhalten werde. Dragon Lord zeigt mir viele Szenen, die absolut witzig sind. Ich erinnere mich sehr gerne an die Szene, die in der deutschen Fassung komplett zerstückelt wurde, aber im kantonesischen Originalton absolut unterhalten kann. In der wird Dragon (alias Jackie Chan) von seinem Vater getadelt und von ihm gezwungen, Gedichte und Geschichten zu rezitieren. Der Charakter Dragon hat es hier natürlich schwer und bekommt von drei weiteren Figuren ständig Hilfe, was in der ganzen Szene wirklich verdammt lustig ist. Zudem mag ich die Action-Szenen; weniger die Kämpfe und mehr die beiden sportlichen Aktivitäten, die hier mit tollen Choreographien eingefangen werden. Schade finde ich jedoch, dass die ganzen netten Geschichten, die durchaus sehr viel Potential haben, nur sehr lose zusammenhängen. Besonders die Liebesgeschichte mit Alice hätte man sich sparen können, da sie weniger Sinn hat, als sie dem Zweck wirklich dient. In den Interviews wird sogar davon gesprochen, dass Chan damals das Fünffache an Material aufgenommen hat, als für die Kinos überhaupt zulässig war. Da wären sicherlich einige nette Szenen dabei gewesen, die man in eine Langfassung integrieren oder zumindest als zusätzliche Szenen verewigen hätte können. So bleibt Dragon Lord ein durchschnittlicher Jackie-Chan-Film, den man sich dennoch nicht entgehen lassen sollte.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Lord!

Review: Sabotage

Sabotage (1)Zehn Millionen US-Dollar – die hätte jeder von uns gerne auf dem Konto. Im Film Sabotage bekommt Arnold Schwarzenegger alias Breacher die Gelegenheit, diesen Betrag einzusacken und genau dann sabotiert jemand aus seinem Team die komplette geheime Abmachung.

Sabotage (2)Sabotage erzählt eine Handlung, die man so sicher in abgewandelter Form schon diverse Male in Film und Fernsehen gesehen hat. Breacher ist Leiter eines Teams der Drug Enforcement Administration. Kollegin Lizzy hat sich in die Villa eines Drogenbarons eingeschleust. Um in die gut bewachte Festung jedoch Verstärkung zu beordern, benötigt es in diesem Falle einfach nur rohe Gewalt. Brachial stürmen Breacher und der Rest des Teams das Gelände und machen sich im Gebäude auf, die Straftäter aufzuspüren und zu erledigen. Das Team ist aber darüber informiert, dass im Kellergeschoss hunderte Millionen Dollar lagern. Eigentlich ist das Geld ab sofort Eigentum des Staates, doch zehn Millionen Dollar mehr oder weniger, so denken sie, fällt der Drug Enforcement Administration bestimmt nicht auf. Also verstecken sie das Geld sicher, doch als sie in der Nacht heimlich zurückkehren, sind die Millionen verschwunden. Es bleibt unklar, wie das Geld nun verschwinden konnte. Die nächsten sechs Monate werden für das Team dennoch zur Hölle, denn die fehlenden Millionen sind sehr wohl jemanden aus der Chefetage aufgefallen. Aus Washington D.C. kommt der Auftrag, dass Breacher und sein Team vorerst nicht operieren dürfen und überwacht werden müssen. Sein Team besteht die Geduldsprobe, doch nach diesem halben Jahr wird Breachers Team der Reihe nach dezimiert.

Rustikales Schlachtschiff

Sabotage (3)Die Szenen des Films bauen logisch aufeinander auf und erzählen die Story stringent bis zum Abspann. Regisseur David Ayer hat dabei besonderen Wert auf die Gestaltung des Charakters Breacher gelegt. Schwarzenegger ist nicht mehr der Jüngste und obwohl dieser für viele noch immer der Action-Held der Achtziger und Neunziger Jahre ist, müssen Fans wie schon in The Last Stand mit einem Schlachtschiff leben, das seine besten Tage bereits hinter sich hat. Das merkt man leider auch den vielen Action-Szenen an. Während die ersten zwei Filmdrittel mit wenig brachialer Kunst auskommen und nur ein paar Gefechte in Form von Schusswechseln zeigen, geht es erst gegen Ende des Films ordentlich zur Sache. Das liegt daran, dass sich der Film in der ersten Hälfte mehr als ein Thriller und weniger als ein Action-Streifen anfühlt. So nimmt sich die Story in aller Seelenruhe die Zeit, wichtige Charaktere einzuführen und alle nötigen Randfiguren mit der Zeit aus dem Drehbuch zu schreiben. Breachers Figur ist sehr tragisch gestaltet, da wir schon in der ersten Szene mitbekommen, dass ihm mindestens eine teure Person genommen wurde. Er lebt in einem rauen Umfeld, weshalb auch die sprachliche Gestaltung der Dialoge mit seinem Team schon auf einer fäkalen Ebene funktionieren. Dem entgegen stellt sich Agentin Caroline, die partnerlos lebt und daher innerlich zerrüttet wirkt.

Verwirrungen in 110 Minuten

Sabotage (4)

Welche Intention der Film nun wirklich hat, lässt sich nur erahnen. Neben dem Filmende gibt es auf dem Datenträger noch ein alternatives Ende, welches mit zwei möglichen Ausgängen recht unterschiedliche Wirkungen erzeugen kann. Vermutlich ist es aber nur die ewige Story von der Rache, die Ayer in seinem Film vorstellen will. Sinn ergibt das alternative Ende aber nur, wenn man sich die (ebenfalls auf der Disc enthaltenen) entfallenen Szenen anschaut. Hier schlummert sogar ein ganzer Plot, der im Film nirgends erwähnt wird. Aus Caroline wird da noch ein viel zerbrechlicher Mensch und aus Breacher wird jemand ohne Gewissen. Das ist zwar nett anzusehen, unterstreicht jedoch einmal mehr die Ahnungslosigkeit des Regisseurs, der wohl nicht wusste, welchen Charakter Schwarzenegger bis kurz vor Filmstart eigentlich verkörpern soll. Entsprechend lahm fällt auch das Bonusmaterial aus. Die entfallenen Szenen und das alternative Ende sind eine sehr nette Dreingabe, doch die Interviews und das Making-of sind wirklich nur für beinharte Fans von Action-Filmen, die sich über jede auch noch so uninteressante Anmerkung zu einem Film freuen. Der Film mag zwar durchgehend Standard-Kost im Action-Segment sein, doch auf technischer Ebene kann man nichts bemängeln. Der Ton in DTS-HD 7.1 Master Audio und das knackige Bild in 1080p runden das Paket gut ab.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Wenn ich an die Action-Filme der letzten dreißig Jahre zurückdenke, dann erinnere ich mich sehr oft an Filme mit Schwarzenegger. An diese Tugenden will Sabotage einfach nicht anschließen. Schwarzenegger ist heute in Filmen einfach nicht mehr der lässige Draufgänger. Er steht am Anfang einer Entwicklung, wie sie schon Clint Eastwood oder anderen Legenden aus Hollywood durchmachen mussten. Daran störe ich mich auch gar nicht, doch verkauft man Schwarzenegger immer noch als den großen Action-Held schlechthin und dann passiert in den ersten achtzig Minuten gar nicht so viel. Die Story dümpelt vor sich hin und nimmt die Form eines gemütlichen Thrillers ein. Das zieht sich gefühlt in die Länge, lässt mich aber schnell alles vergessen, wenn die Verfolgungsjagd quer durch Atlanta beginnt. Hier kann die Action-Legende immer noch zeigen, was in ihm steckt. Trotzdem weiß Regisseur Ayer nicht, wie man einen Charakter vernünftig gestaltet. Er hat zuvor auch gerade bei nur drei Filmen Regie geführt. Daher bleibt zu hoffen, dass er in Zukunft tiefgründigere Figuren kreiert, denn sonst geht es mit dem Hollywood-Action-Genre weiterhin abwärts. Sabotage lässt sich zwar wirklich hervorragend an einem der berühmten verregneten Sonntagnachmittage ansehen, doch mehr als solides Mittelmaß wartet hier nicht.

Vielen Dank an Splendid Film für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars von Sabotage!

Review: Return of the Warrior

Return of the Warrior (1)Im Jahr 2005 drehte der thailändische Regisseur Prachya Pinkaew den Film Tom Yum Goong, der hierzulande als Revenge of the Warrior bekannt ist. Der Film war so erfolgreich, dass er unbedingt einen Nachfolger drehen wollte. Im letzten Jahr bekam Pinkaew seine Gelegenheit.

Return of the Warrior (2)Tom Yum Goong 2, der in Deutschland unter dem Namen Return of the Warrior erschien, ist die direkte Fortsetzung des Films aus dem Jahr 2005. Wie in der Realität sind auch im Film acht Jahre vergangen. Die Handlung von Return of the Warrior spielt vor dem Hintergrund eines südostasiatischen Landes namens Katana, welches seit vielen Jahren einem Bürgerkrieg ausgesetzt ist. Durch das Einmischen verschiedener südostasiatischer Staaten, darunter auch das Königreich Thailand, ist Katana bereit, Frieden zu schließen. Das Land soll in eine Ost- und in eine Westhälfte aufgeteilt werden. Unterzeichnet werden soll der Vertrag allerdings in der thailändischen Stadt Phuket, also fast neunhundert Kilometer von der Hauptstadt Bangkok entfernt, wo die Geschichte um den Protagonisten Kham beginnt. Etwas außerhalb der Stadt lebt Kham zusammen mit seinem Elefanten Khon in Frieden und im Einklang mit der Natur. Die Tage verbringt er mit dem Trainieren der Dorfkinder in den Kampfkünsten. Die Eltern der Kinder respektieren das jedoch ebenso wenig wie Kham ihre Auffassung übers Kämpfen. Sein Bruder spielt ihm währenddessen einen Streich nach dem anderen. Als er eines Tages nach Hause kommt, warten dort Geschäftsleute auf ihn, die ihm Khon für Geld abkaufen wollen. Als er ihnen höflich mitteilt, dass Khon unverkäuflich ist, drohen ihm die Männer.

Unter Mordverdacht

Return of the Warrior (3)Für kurze Zeit muss Kham noch einmal sein Zuhause verlassen, doch als er zurückkehrt, ist sein Elefant verschwunden und sein Bruder niedergeschlagen. Er beschließt, nach Bangkok zu reisen und den Entführer zur Rede zu stellen. Als Kham ihn endlich ausfindig gemacht hat, ist von dem Elefanten jedoch keine Spur. Noch dazu ist der Entführer bereits tot! Als die beiden Nichten des Mannes im Büro auftauchen, fällt der Verdacht natürlich auf Kham, da dieser die Wachen allesamt zusammengeschlagen hat. Er verschwindet schnell aus dem Haus, während die Polizei schon im Anmarsch ist. Geschnappt wird er trotzdem, doch nicht von irgendwem. Den Interpol-Beamte Sergeant Mark kennt Kham noch von früher und dieser weiß, dass Kham kein Mörder ist und lässt ihn laufen. Blöd nur, dass das die Nichten gesehen haben und kein Vertrauen mehr zur Polizei haben. Später treffen sich Kham und Mark wieder und klären die Situation im Stillen. Mark erzählt Kham, dass auf den Präsidenten von Katana während der Zeremonie ein Anschlag verübt werden soll und er nur deswegen in Bangkok sei. All das scheint jedoch mit Khams Elefanten Khon zusammen zu hängen. Als plötzlich das Gebäude von den beiden Nichten und kurz darauf von hunderten Bikern gestürmt wird, flieht Kham, um den sicheren Tod zu entgehen und um sich auf die Suche nach Khon zu machen.

Etwas Sinn und wenig Logik

Return of the Warrior (4)Die ersten zwanzig Minuten von Return of the Warrior werden unglaublich gut präsentiert. Der Erzählrhythmus stimmt ebenso wie die Schauspieler. Neben Tony Jaa, der Kham spielt, ist auch Petchtai Wongkamlao einmal mehr von der Partie. Beide Darsteller geben Return of the Warrior eine ganz eigene Note, die aber von den mäßigen Schauspielkünsten von Robert Fitzgerald Diggs und einigen unwichtigen Nebendarstellern ständig nicht als solche erkennbar ist. Zudem fühlen sich die Martial-Arts-Szenen des Films zu übertrieben beziehungsweise viel zu langatmig an. Erst der Kampf zwischen Marrese Crump und Tony Jaa zeigt, wie man gute Action in Szene setzt. Übertriebene Szenen wie die, in der Tony Jaa (an einem Seil befestigt) an der angeblich höchsten Brücke Südostasiens einmal drumherum geschleudert wird, sind sicher nett gemeint. Aufgrund des geringeren Budgets sehen diese Szenen aber nicht packend aus. Auf dem Weg zum Ende des Films gibt es immer wieder ein paar kleinere Twists, welche aber damit zu kämpfen haben, überhaupt einen Sinn zu ergeben. Meistens muss man nämlich erahnen, warum der freundliche Charakter auf einmal auf der Gegenseite steht oder wie man einen Fall von einem Wolkenkratzer überleben kann. Return of the Warrior ist beileibe kein schlechter Film, doch bleibt er leider etwas hinter seinen hoch angesetzten Ambitionen zurück.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Dass ich mich mit thailändischen Filmen etwas schwer tue, habe ich in einigen Reviews sicherlich das eine oder andere Mal erwähnt. Trotzdem habe ich Return of the Warrior eine Chance gegeben, da mich der Trailer doch ein klein wenig angesprochen hat. In den ersten zwanzig Minuten des Films werde ich auch nicht enttäuscht, doch dann hat Return of the Warrior ständig mit Höhen und Tiefen zu kämpfen. Tony Jaa und Petchtai Wongkamlao bereichern den Film ständig mit interessanten Dialogen, netten Sprüchen und passenden Synchronsprechern, sofern man sich den Film in deutscher Sprache anschauen beziehungsweise anhören möchte. Die thailändische Fassung ist aber auch nicht zu verachten, da es hier Szenen gibt, wo ein Charakter als Dolmetscher für den Bösewicht agiert – in der deutschen Fassung unterstützt der eigentliche Dolmetscher den Fiesling in seiner Argumentation. Aufgrund der unterschiedlichen Positionen macht das in der deutschen Version aber kaum Sinn. Mit Sinn und Logik nimmt es der Action-Streifen aber auch nicht so genau. Sämtliche Szenen müssen so im Film sein, damit er verständlich ist – daran gibt es nichts zu rütteln. Aber warum manche Szenen inhaltlich einfach mal die Story umschmeißen und es dann nicht ganz erklären, ist doch ziemlich unlogisch. Wenn man den Vorgänger schon mochte, wird man mit dem zweiten Teil sicherlich auch noch Spaß haben!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Return of the Warrior!

Review: Dragon Hero

Dragon Hero (1)Mit dem Film Dragon Hero aus dem Jahr 1979 versucht Regisseur Lo Wei die Karriere seiner Neuentdeckung Jackie Chan zu fördern. Er möchte ihn sogar zum Nachfolger von Bruce Lee machen, doch krankt der Streifen an recht lahmen Kampfszenen und sehr müden Gags.

Dragon Hero (2)Die Handlung von Dragon Hero dreht sich um den recht jungen Kampfschüler Tang How Yuen. Nach dem Tod seiner Eltern wird er von einem Meister des Kung-Fu und dessen Frau aufgenommen und fortan erzogen. Zudem tritt Tang How Yuen in dessen Kampfschule ein, wo er bis ins Erwachsenenalter trainiert, um seinen Zieheltern ein guter Sohn und seiner Stiefschwester ein guter Bruder zu sein. Das Leben verläuft in gewohnten Bahnen, doch dann taucht in der Kampfschule der heimtückische Kampfmeister Quen auf. Er fordert Tang How Yuens Meister zum Zweikampf, da sich dieser als bester Künstler in den Kampfkünsten kürt. Der Kampf verläuft jedoch nicht fair, obwohl der Ziehvater des Protagonisten unterliegt und kurzerhand aufgibt, greift ihn Quen unerbittlich weiter an. Die Folge ist, dass er das Schild der Kampfschule als Preis verlangt und die Schule daraufhin verlässt. Allerdings spuckt Tang How Yuens Meister Blut und stirbt wenige Stunden später am Abend in den Armen von Frau und Tochter. Sein letzter Wunsch ist, dass sein bester Schüler Tang How Yuen, sich um seine Hinterbliebenen kümmern möchte. Natürlich willigt er ein, doch schwört er ebenfalls Rache. Für eine direkte Auseinandersetzung ist Tang How Yuen aber noch zu schwach, denn sein Gegenspieler ist viel zu stark. Die Jahre vergehen und erst am dritten Todestag des Meisters hat seine Familie den gefürchteten Quen ausfindig gemacht. Die Rache steht kurz bevor!

Verschenktes Potenzial

Dragon Hero (3)Dragon Hero möchte jedoch nicht nur eine Rachegeschichte erzählen, denn die ist nach etwa der Hälfte des Films schon fast vorbei. Der tragische Charakter Quen kommt ebenfalls nicht zu kurz. Bereits am Anfang des Films nimmt sich seine Frau, die früher mit Tang How Yuens Meister befreundet war, nach dessen Tod, hervorgerufen durch ihren Ehemann, das Leben. Von Schuldgefühlen geplagt möchte er nun ein besseres Mensch werden. Wie genau seine Sühne aussieht, verraten wir an dieser Stelle nicht. Dafür hat auch seine Familie ein Problem mit einem verfeindeten Klan. Die Fehde wird im gesamten Film jedoch nicht gänzlich geklärt, weshalb es schade ist, dass hier durchaus Potenzial verschenkt worden ist. Die Handlung von Dragon Hero hat dieses an vielen Ecken nämlich sehr wohl! Der Rachepakt ist der Auftakt zu einer Story, die eine ganz andere Wendung nimmt und trotzdem bodenständig bleibt. Unter anderem kommt es zum Einsatz von Gift und der Ermordung eines Jungen. Ränkespiele im Machtgefüge der Klans führen schlussendlich zum großen Finale zwischen Jackie Chan und diversen Schlägern. Gerade in den letzten Minuten kann Dragon Hero zeigen, zu was Lo Wei fähig ist, wenn er nur die richtigen Szenen dreht. Sowohl die Story, als auch die Kämpfe in Dragon Hero, lassen nämlich vor allem in der ersten Filmhälfte sehr zu wünschen übrig.

Technisches Desaster

Dragon Hero (4)Zu wünschen übrig lässt auch das Bild; sogar das Bild der Blu-ray-Fassung ist sehr schlecht gealtert. Hervorgerufen durch falsche Lagerung oder den Einsatz schlechter Kameratechnik, verschwimmen viele Bilder. Das fällt besonders bei den Außenaufnahmen in der chinesischen Landschaft auf. Hier wellt sich das Bild unschön nach links und rechts. Erst wenn die Kamera fest verankert ist, fallen diese Probleme kaum mehr auf. Dafür macht sich in diesen Szenen zusätzlich helles Flackern bemerkbar. Die Tonspuren in Deutsch und Kantonesisch liegen zwar beide in DTS-HD 5.1 und auch in 2.0 (Mono) DTS-HD vor, doch klingen selbst die beiden aufgewerteten Tonspuren nur wenig besser. Wohlgemerkt: Der Film wird als digital remastered beworben! Hier wäre sicherlich ein wenig mehr möglich gewesen. Selbst das Bonusmaterial, welches hier nur aus einem Interview mit Jackie Chan besteht, scheint von einer VHS auf die Blu-ray überspielt worden zu sein. Am unteren Rand sind fast durchweg die typischen weißen Streifen zu sehen, die wohl durch falsche Lagerung oder Abnutzung entstanden sind. Immerhin hebt sich der Inhalt des Interviews von den anderen Ausschnitten ab, die den Filmen der Dragon-Edition-Reihe beiliegen. Dragon Hero fehlt es also an allen Ecken und Enden am gewissen Etwas, den 98 Minuten langen Film kann man ruhig auslassen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Dragon Hero gehört zu den typischen Martial-Arts-Filme der späten Siebziger Jahre. Bis zum großen Finale gibt es hier nämlich nur durchschnittliche Kampfszenen und auch die Handlung kann ihr Potenzial nicht völlig frei entfalten. Sie ist grundsolide und hat auch einige gute Ansätze. Das Problem liegt nur daran, dass während der Produktion die Geldmittel ausgegangen sind und Regisseur Lo Wei somit einige Abstriche machen musste. Ob dies nun tatsächlich der Grund ist, warum die Handlung (insbesondere die Fehde zwischen Quen und einem verfeindeten Klan) nicht ihr volles Potenzial entfalten kann, sei einmal dahingestellt. Fakt ist, dass man hier sehr viel mehr hätte machen können. Der letzte Kampf vor Quens Kampfschule gefällt mir zwar sehr gut, da auch hier der Reihe nach fast alles in angenehmen Dialogen aufgeklärt wird, doch dafür hätte man sich nicht achtzig Minuten lang abmühen müssen. Beinharte Jackie-Chan-Fans werden sich Dragon Hero früher oder später sicherlich einmal anschauen, doch ich kann nur dazu raten, dass man ihn sich lieber später als früher anschauen sollte. In meinen Augen verpasst man in Dragon Hero sehr wenig bis gar nichts.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Hero!

Review: Godzilla: Tokyo SOS

Godzilla - Tokyo SOS (1)Endlich besinnt sich ein Film der Millennium-Reihe an einen vorherigen Godzilla-Film dieser Serie. Gemeint ist natürlich der direkte Vorgänger, Godzilla against Mechagodzilla, an den Godzilla: Tokyo SOS ein Jahr später, genauer gesagt im Jahr 2003, nahtlos anknüpft.

Godzilla - Tokyo SOS (2)Der Kampf zwischen Gojira und seinem metallenen Pendant Mekagojira hat fatale Spuren hinterlassen. Nicht nur Teile der japanischen Hauptstadt Tōkyō sind zerstört; auch Kiryū, wie Mekagojira betitelt wird, hat schwere Schäden davon getragen. Seit einem Jahr arbeiten die führenden Wissenschaftler Japans an der Reinstandsetzung von Mekagojira. Seit dieser Zeit wurde Gojira nicht mehr gesehen, weshalb es auch auf politischer Ebene eine heftige Debatte um die Reparatur gibt. Der ehrliche Steuerzahler soll für den baldigen Einsatz von Mekagojira aufkommen. Die aufgebrachten Gelder können jedoch ebenso gut für den Wiederaufbau der Hauptstadt gebraucht werden, da Japan ohnehin vor keiner direkten Bedrohung mehr stünde. Weit gefehlt! Eines Tages wird die Riesenschildkröte Kameba an der Küste angespült und es sieht so aus, als würde sich Japan, insbesondere Tōkyō, erneut zum Schlachtfeld entwickeln. Die Regierung entscheidet, dass das Militär in die Reparatur von Kiryū investieren soll, doch ist das Budget begrenzt. Mekagojira kann deshalb nicht mit der mächtigen Absolute-Zero-Kanone bestückt werden, da der große Kristall, der dazu nötig wäre, nicht beschafft werden kann. Man improvisiert und stattet den Maschinendrachen mit alternativen Waffen aus, die Gojira endlich Einhalt gebieten sollen; trotz der bevorstehenden Risiken des Einsatzes.

Kniff der Filmgeschichte

Godzilla - Tokyo SOS (3)An der grundlegenden Handlung scheint sich erst einmal nichts verändert zu haben. Die Story wird jedoch wie schon in Godzilla vs. Spacegodzilla mit einem bestimmten Fantasy-Element aufgebohrt. Dabei bezieht sich Godzilla: Tokyo SOS wie sein Vorgänger unter anderem auf den Film Mothra bedroht die Welt aus dem Jahr 1961. Man hat sich für Godzilla: Tokyo SOS jedoch einen ähnlichen Kniff wie bei Godzilla vs. Destoroyah einfallen lassen. Der Charakter Doktor Shinichi Chūjō kommt nämlich in beiden Filmen vor und wird zudem noch von ein- und demselben Schauspieler verkörpert. Die Jahre sind auch an Hiroshi Koizumi leider nicht vorbeigegangen, doch unterstützt der gealterte Schauspieler die Handlung so doppelt. Wer Mothra bedroht die Welt nicht gesehen hat, da der Film hierzulande immer noch auf eine Veröffentlichung auf DVD wartet, muss nicht verzagen. Sämtliche Hintergründe, die für das Verstehen der Story von Godzilla: Tokyo SOS nötig sind, werden geklärt. Chūjō wird von den beiden Priesterinnen aus dem genannten Filmklassiker angesprochen und erfährt, dass es falsch von den Menschen war, die Knochen des ersten Gojiras für das mechanische Abbild zu verwenden. Die Priesterinnen bitten Chūjō, Neffen Yoshito und Enkel Shun, alles dafür zu tun, damit Mekagojira zerstört wird. Stattdessen soll Mosura die Menschen beschützen.

Folgenschwere Entscheidung

Godzilla - Tokyo SOS (4)Diese Entscheidung, mit denen die drei Charaktere und später der Premierminister (erneut gespielt von Akira Nakao) konfrontiert werden, sorgt bis zur Mitte des Film für Unbehagen. Schließlich steht die gesamte Menschheit auf dem Spiel, da Mekagojira die vermutlich letzte Waffe im Kampf gegen den Koloss ist. Die zweite Hälfte des gerade einmal 95-minütigen Films steht dann im Zeichen der Monsterkämpfe. Hier tritt Gojira gegen Mosura an und auch Mekagojira wird für einen letzten Kampf reaktiviert. Zudem tauchen zwei weitere Monster auf, über die wir hier aus Spoiler-Gründen jedoch nichts verraten wollen. Auch wenn wir uns wieder einmal ein paar längere und spektakuläre Kampfszenen gewünscht hätten, kann man sich die Kämpfe in Godzilla: Tokyo SOS trotzdem ruhigen Gewissens ansehen. Es lässt sich aber festhalten, dass erneut die Charaktere im Vordergrund stehen und weniger der Star des Films. Käufer der Blu-ray-Fassung freuen sich dennoch über ein gutes Bild und auch einen guten Ton, sowohl in der deutschen Synchronisation, als auch im japanischen Originalton. Besonders die Musik unterstützt die Intention des Films, die Arroganz der Menschen und die falsche Verwendung von Atomkraft zu kritisieren. Wer auf Bonusmaterial hofft, wird wie schon bei den vorherigen Veröffentlichungen wieder nur mit Filmtrailern abgespeist.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich bin sehr froh darüber, dass Regisseur Masaaki Tezuka an Godzilla against Mechagodzilla angeknüpft hat. Vermutlich hätte ich den Film sonst wieder als lahmen Versuch betitelt, die Riesenechse neu zu definieren. Jetzt kann man sich zumindest auf die Ereignisse von Godzilla against Mechagodzilla stützen und auch wenn wir uns bereits in der fünften Zeitlinie aller Godzilla-Filme befinden, finde ich es gut, dass man sich ebenfalls an einen weiteren Film, Mothra bedroht die Welt, orientiert und gar einen Schauspieler nach über vierzig Jahren dazu bewegt, wieder mitzumischen. Das sind Momente, die unglaublich wichtig für die Atmosphäre eines Films sind, wenn man schon die Kampfszenen wieder einmal auf das Nötigste reduziert. Das ist nämlich auch das einzige, was ich an Godzilla: Tokyo SOS bemängeln möchte. Der eigentliche Star oder genauer gesagt die Stars des Films (der Originaltitel kommt ohne Mosura und Mekagojira nicht aus) kommen in meinen Augen zu kurz. Ich möchte sehen, wie die Miniaturstädte zerstört werden und alle Angriffe in ihrer vollen Pracht bestaunen. Der rasche Veröffentlichungszyklus sämtlicher Filme innerhalb der Millennium-Reihe tut dem Franchise wirklich nicht gut. Jetzt blicke ich jedoch gespannt auf den Abschluss dieser Serie; Godzilla: Final Wars, ich bin bereit!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Godzilla: Tokyo SOS!

Review: Rampage: Capital Punishment

Rampage - Capital Punishment (1)Dass Uwe Boll in seinen Filmen gerne mal persönlich wird und genau das ausspricht, was der eine oder andere von uns denkt, ist nicht ungewöhnlich. Dieses Mal bringt er seine Meinung sogar in einer Nebenrolle auf den Punkt und unterstreicht die Aussage von Bill Williamson.

Rampage - Capital Punishment (2)Der gefährliche Bill Williamson ist nach wie vor am Leben. Im Vorgängerfilm Rampage hat dieser in einer Kleinstadt für Angst und Schrecken gesorgt. Er ist Amok gelaufen und hat einen unschuldigen Menschen nach dem anderen auf offener Straße erschossen. Zwei Jahre nach den Vorfällen war es ruhig und die Angehörigen der Opfer lebten in Ungewissheit, wie es um Williamson steht. Diese wünschen sich nämlich nichts sehnlicher, als dass dieser von der Polizei geschnappt und schlussendlich getötet beziehungsweise hingerichtet wird. Dann taucht vor einem Jahr im Internet plötzlich ein Video auf. In diesem erklärt der Täter, dass in jedem Jahr Millionen von Menschen geboren werden, die dafür sorgen würden, dass auf der ganzen Welt die Nahrungsmittelkapazitäten ausgeschöpft werden. In seinen Augen hätten die kein Recht zu leben, weshalb er seine Anhänger dazu aufruft, ihn zu unterstützten und andere Menschen umzubringen, damit es mit dem Planeten wieder aufwärts geht. Da muss man als Zuschauer ordentlich schlucken. Makaberer wird es bereits in der nächsten Szene. Hier sitzt Williamson am heutigen Tag in einer Seitengasse und wartet nur darauf, dass Menschen über den Bürgersteig gehen, damit er sie der Reihe nach abschießen und von der Straße schleppen kann. Eines Tages beschließt Williamson allerdings, dass er endlich gehört werden will.

Hören und gehört werden

Rampage - Capital Punishment (3)Um endlich gehört werden zu können, kommt ihm nur eines der wichtigsten Medien unserer Zeit in den Sinn – das Fernsehen! Er sucht den örtlichen Fernsehsender auf, der zwar klein ist, für seine Ansprüche aber genügen muss. Dort angekommen, schießt er wahllos auf die Mitarbeiter des Senders – ohne mit der Wimper zu zucken! Ein paar lässt er am Leben, um ein paar Geiseln zu haben. Besonders wichtig ist Williamson, dass der Journalist Chip Parker unter den Geiseln ist. Er stellt ihm ein Ultimatum von einer Stunde. In dieser Zeit muss Parker dafür sorgen, dass ein Video von einer DVD landesweit ausgestrahlt wird. Zudem soll Parker mit ihm ein Interview führen, denn ansonsten würde er alle Geiseln kurzerhand erschießen. Währenddessen taucht vor dem Gebäude des Fernsehsenders die Polizei auf, die sich um Williamson kümmern soll. Dieser hat aber Überwachungskameras installiert und kann jeden Schritt der Polizei überwachen. Sowohl außerhalb und innerhalb des abgeschotteten Studios spitzt sich die Lage zu. Während Parker sowohl in Dialogen, als auch in Monologen, auf die ganzen Fehler der westlichen Welt (vor allem mit den Vereinigten Staaten von Amerika rechnet er ab) hinweist, wächst bei Parkers Vorgesetzten die Geldgier. Nach Ausstrahlung des Videos hat der Sender nämlich einige Millionen Dollar verdient. Schöne neue Welt!

Auf den Punkt gebracht

Rampage - Capital Punishment (4)Regisseur Uwe Boll spielt im Film Parkers Vorgesetzten, der beim Anschauen des Videos kommentiert, dass der Mann doch völlig im Recht sei, um die Bedeutung seiner Aussage, die im Film getroffen werden soll, einmal mehr zu betonen. In Rampage: Capital Punishment rechnet Boll, wie schon erwähnt, besonders mit den Vereinigten Staaten ab. Er geht auf die verschiedenen Massaker ein, die an Schulen verübt worden sind. Vor allem das Waffengesetz der Vereinigten Staaten kritisiert er, da nur durch diese harmlosen Gesetze Menschen wie der terroristische Williamson an Waffen gelangen können. Ein wichtiger Punkt sind Kriege, die geführt werden. Selbst vor dem Amerikanischen Bürgerkrieg macht Boll keinen Halt und stellt Geld vor die Bedürfnisse von Menschen. Wenn man sich den Audiokommentar, der in deutscher oder englischer Sprache anwählbar ist, anhört, bemerkt man schnell, dass Boll diese Meinung auch wirklich selbst vertritt. Er bringt Missstände wie das Gefängnis in Guantánamo oder den Umgang mit dem Whistleblower Snowden direkt auf den Punkt. Hetze ist das nicht, aber eine Meinung, die gehört werden sollte. Natürlich reichen die verschiedenen Faktoren tiefer, als dass sie Boll erklärt, doch besonders unter diesem Aspekt macht jede einzelne Szene von Rampage: Capital Punishment Sinn; die Gewaltszenen werden sinnvoll geschönt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Uwe Boll wird oft persönlich und fällt seine Aussagen direkt; das kennt man schon von unzähligen seiner anderen Werken. Aber nachdem ich Rampage bis heute leider nicht gesehen habe, bin ich froh darüber, dass ich zumindest Rampage: Capital Punishment sehen durfte, um einen Einblick in Bolls Meinung über ernste Themen, die uns alle angehen, zu erhalten. Man möchte Boll und somit dem Charakter Williamson dem ganzen Film über nur zu sprechen, doch wichtig ist auch, dass man sich abseits des Films tiefer mit der Materie befasst, alle Faktoren mit einberechnet und vor allem selbst eine Meinung bildet. Viele Aussagen sind nämlich dadurch, dass Williamson Amok läuft, hart an der Grenze zur Hetze. Rampage: Capital Punishment bleibt somit ein Werk, welches in einem Dialog immer mal wieder zitiert werden sollte, da man doch viele Missstände über einen Kamm schert und auf den Punkt bringt. Abgesehen davon kann die Handlung des Films bis zum Ende sehr gut unterhalten, da sie spannend erzählt wird und Schauspieler wie Brendan Fletcher, Lochlyn Munro und Mike Dopud ihr Handwerk verstehen. Nur Uwe Boll als Schauspieler – das will nicht so recht funktionieren und ist vor allem in der deutschen Synchronisation sehr trashig. Das weiß der Regisseur jedoch selbst und nimmt sich im Audiokommentar einmal mehr aufs Korn und wer Filme von ihm kennt, weiß, dass man besonders den Audiokommentar nicht verpassen darf. Der ist nämlich wieder einmal wirklich sehr interessant ausgefallen und gibt tiefe Einblicke in die kostengünstige Filmproduktion!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Rampage: Capital Punishment!

Prime Time: Watch Dogs – Dedsec Edition (Unboxing)

Am 20. November 2014 erscheint nach langer Wartezeit endlich Watch Dogs für die Wii U. Die Versionen für die anderen Systeme sind dabei jedoch schon seit Monaten erhältlich! Man wollte sich voll und ganz der Wii-U-Fassung widmen, doch ist das Spiel sicherlich seit längerer Zeit fertig. Ärgerlich dürfte aber sein, dass Fans des Spiels keine Dedsec Edition erhalten. Diese ist den anderen Plattformen vorbehalten. Aus dem Grund hat sich unser Chefredakteur vor einiger Zeit aus Frust die Dedsec Edition der PC-Fassung gekauft. Im längsten Unboxing-Video aller Zeiten (auf unserer Website) präsentiert er euch in aller Ruhe sämtliche Inhalte dieser Version und lässt seinen Ärger auch auf uPlay, Origin und Co. aus. Wir wünschen euch viel Spaß mit unserem Unboxing-Video zu Watch Dogs – Dedsec Edition!

Review: Fate/Zero – Vol. 4 (Episode 20 – 25)

Fate Zero - Vol. 4 (1)19 Episoden haben wir mit den Masters und den Servants bereits mitgefiebert. Die Spannung im Anime Fate/Zero scheint kein Ende zu nehmen. Das muss es aber leider, denn mit der vierten und letzten Volume kommt der Anime mit sechs finalen Folgen zu einem Ende.

Fate Zero - Vol. 4 (2)Die Geschichte um die verbliebenen Servants und Masters nimmt in der vierten Volume von Fate/Zero deutlich an Fahrt auf. Während man in den ersten Folgen noch darauf bedacht war, ausführlich auf die Figuren einzugehen, rückt in den finalen Folgen der Konflikt in Bezug auf den Heiligen Gral endgültig in den Hintergrund. Gerade noch haben die Masters und ebenso die Servants mit vereinten Kräften gegen den durchtriebenen Master Ryūnosuke Uryū und so auch mit dessen Servant Caster gekämpft, doch kaum ist der längste Kampf vorbei, gehen sie getrennte Wege – schließlich ist der Kampf um den Gral immer noch in vollem Gange. Bereits zu Beginn der zwanzigsten Episode müssen Kiritsugu Emiya und Saber einen Rückschlag einstecken. Wie aus dem Nichts taucht anscheinend Waver Velvets Servant Rider auf, tötet die Beschützerin von Irisviel und entführt schließlich Kiritsugus Ehefrau. Mit letzter Kraft ist es Irisviels Leibwächterin möglich, Kiritsugu per Mobiltelefon zu informieren, der daraufhin auch direkt seinen Befehlszauber für Saber verwendet, die unverzüglich zu Irisviels Versteck eilt. Saber schnappt sich daraufhin ihr Motorrad und nimmt die Spur von Rider auf. Der ist in diesem Moment mit seinem Master unterwegs und nimmt die Herausforderung von Saber zu einem Wettrennen an, welches er durch den Ehrgeiz von Saber allerdings prompt verliert.

Vergangenheitsbewältigung

Fate Zero - Vol. 4 (3)Dass Rider nicht hinter der Entführung steckt, dürfte Kennern des Anime bereits seit einigen Folgen klar sein. Schließlich würde sich Wavers Master nicht auf dieses Niveau herablassen. Stattdessen muss sich Saber mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen. Als Königin Arturia herrschte sie einst über Britannien, doch konnte sie ihr Volk nur retten und nicht führen. So kommt es in den finalen Episoden zum Kampf zwischen ihr und dem Ritter Lancelot, der in seiner Enttäuschung und von Hass erfüllt für die Gegenseite kämpft. Es ist jedoch nicht nur Saber, die sich ihrer Vergangenheit stellen muss. Rider alias Alexander der Große hat ebenso mit den letzten Tagen seines verblassten Reiches zu kämpfen. Er stellt sich im Konflikt mit dem König von Babylon, sprich Archer alias Gilgamesh. Besonders die Dialoge zwischen den beiden Königen beweisen, dass hier mit fairen Mitteln gekämpft wird. Schlussendlich gilt es auch für Kiritsugu seine Vergangenheit hinter sich zu lassen und sich für den richtigen Pfad zu entscheiden. Der Gral, der sich mittlerweile manifestiert hat, versucht ihn für die eigenen Zwecke zu missbrauchen. Wie dieser Konflikt gelöst wird, möchten wir euch an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Wer und ob überhaupt ein Wunsch ausgesprochen wird, lassen wir an dieser Stelle einfach mal im Raum stehen. Seid euch aber sicher, dass es spannend bleibt.

Rückblick auf einen grandiosen Anime

Fate Zero - Vol. 4 (4)Am Ende ist es nur schade, dass der Kampf um den Gral relativ schnell gelöst wird und die letzte Episode ganz im Zeichen der Auflösung steht. Dafür hätte man wesentlich mehr Zeit investieren müssen! Auch wenn die Dialoge die Charaktere tiefgründig gestalten und alles zu einem Ende kommt, hat man nach dem letzten Abspann dennoch das Gefühl, dass nicht alles gesagt worden ist, was man hätte sagen wollen. Trotzdem verliert der Anime an keiner Stelle an seiner Faszination. Sowohl die Handlung, als auch die Charaktere sind intelligent gestaltet. Nahezu jede Episode motiviert den Anime weiter zu verfolgen und umso mehr schade ist es, dass wir nun Abschied nehmen müssen. Zumindest vorerst! Bei Fate/Zero handelt es sich schließlich um das Prequel zu Fate/stay night und wir sind guter Hoffnung, dass auch dieser Anime eines Tages in Deutschland erscheinen wird. Hoffentlich dann auch in einer ebenso guten Qualität wie Fate/Zero; sprich ein hervorragendes HD-Bild in 1080p und einer guten deutschen Synchronisation. Wer nach dem Abspann immer noch nicht genug hat, freut sich zusätzlich über zwei Einzbern-Sōdanshitsu-Episoden und drei beiliegenden Postkarten, die viel zu schade dazu sind, um sie zu verschicken. Wer alle vier Volumes besitzt, kann diese nun in den Schuber der ersten Volume stecken und auf einen tollen Anime zurückblicken.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Eigentlich ist es schon sehr schade, dass ich nach nur 25 Episoden Abschied von diesem wirklich grandiosen Anime nehmen muss. Die finalen Episoden haben mir nämlich ganz besonders gut gefallen, da es hier schlussendlich um die Auflösung des Gralkriegs geht und meine Erwartungen bereits im Vorfeld sehr hoch waren. Auch dass die ganzen Charaktere mit ihrer Vergangenheit konfrontiert werden, ist ein cleveres Stilmittel, um die Geschichte zu einem Ende zu bringen. Schade finde ich nur, dass die Geschehnisse der letzten Episode zu gezwängt wirken – quasi so, als ob man die Story wie in der ersten Episode in Überlänge zeigen wollte, dafür aber kein grünes Licht bekommen hat. Davon abgesehen kann ich mich aber mit dem Gesamtwerk absolut anfreunden. Fate/Zero bleibt bis zum Schluss spannend und gibt auch schon einen kleinen Einblick darauf, was in Fate/stay night passieren könnte. Von mir gibt es eine klare Empfehlung, denn wer Fate/Zero verpasst, verpasst einen der besten Anime, die ich jemals gesehen habe.

Vielen Dank an Peppermint Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Fate/Zero – Vol. 4 (Episode 20 – 25)!

Review: Die große Keilerei

Die Große Keilerei (1)Wenn ein Schauspieler in seiner Heimat nahezu alles erreicht hat, sucht er sein Glück in der Ferne. Genauer gesagt in der Filmlandschaft der Vereinigten Staaten. Hier sucht Jackie Chan im Jahr 1980 erstmals den internationalen Durchbruch zu erreichen. Leider vergeblich.

Die Große Keilerei (2)Die Handlung von Die große Keilerei findet in den Dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts statt. Als Handlungsort haben sich die Köpfe hinter dem Projekt die Stadt des Windes, also Chicago, ausgesucht. Hier lebt Protagonist Jerry Kwan zusammen mit seiner Familie, die aus seinen Eltern, seinem Bruder und seinem Onkel besteht. Der Onkel lebt jedoch entzweit von der Familie, da diese sich in einigen Punkten einfach nicht einig sind. Sein Onkel ist jedoch ein Widerspruch in sich. Er missbilligt zunächst die Beziehung zwischen Jerry und dessen Freundin Nancy, obwohl er heimlich selbst Bettbekanntschaften pflegt. Nichtsdestotrotz setzt die Handlung fernab des stürmischen Familienlebens ein. In Chicago werden mitten auf der Straße Kämpfe ausgetragen. Unter den Kämpfern befindet sich auch Billy Kiss. Das große Schwergewicht hat die Macke, dass er jeden seiner besiegten Gegner einen Kuss geben muss. Bisher ist Billy Kiss ungeschlagen, was besonders Bandenchef Dominici ärgert. Dieser muss mit ansehen, dass jeder seiner Kämpfer dem küssenden Ungeheuer unterlegen ist. Zeitgleich setzt die Story bei Jerry ein. Dieser kehrt mit Nancy nach Hause zurück, wo er eigentlich nur mit seinem Bruder sprechen will, um die Startgebühr für ein Rollschuhrennen zu bekommen. Da muss Jerry mit ansehen, dass sein Vater von Mobstern zusammengeschlagen wird.

Ein Drama in zwei Akten

Die Große Keilerei (3)Natürlich schreitet Jerry zur Hilfe, doch die Verbrecher schleichen sich danach vom Tatort. Als Jerry dann das Geld fürs Rollschuhrennen von seinem Bruder erhält, geht jedoch alles ganz schnell. Nach dem Rennen wird auf einmal sein Freund zusammengeschlagen, der in diesem Stapellaufrennen dabei gewesen war. Als Jerry dann auch noch die Verlobte seines Bruders in San Francisco abholen soll, gerät alles außer Kontrolle. Zwar trifft Jerry seine zukünftige Schwägerin an der Westküste, doch wird sie dort von Dominici entführt. Dieser beschwichtigt zwar immer wieder, dass es der Frau gut geht, doch will er sie nur gehen lassen, wenn Jerry für ihn beim Battle Creek, der großen Keilerei, teilnimmt. Schließlich haben seine Männer von ihm unlängst eine Abreibung bekommen und Jerry scheint seiner Meinung nach der beste Mann weit und breit für den Auftrag zu sein. Schnell wird ein Ersatz für die Frau gefunden und drei Wochen voller Training beginnen bei seinem Onkel in Chicago. Ab hier kann man bei Die große Keilerei eine klare Trennung bemerken. Während die erste Hälfte trotzt oft eingespielter Action noch viel auf Dialoge setzt, wird die zweite Filmhälfte vom Training und den anschließenden Straßenkämpfen beim Battle Creek dominiert. Das ist für Jackie-Chan-Fans grundsätzlich nichts Schlechtes, doch schwankt die Qualität dabei stark.

Wirkungen des amerikanischen Kampfstils

Die Große Keilerei (4)Das liegt daran, dass die Action nicht einzig und allein von Jackie Chan koordiniert wird. Unterstützung erhält Chan durch Pat E. Johnson, der jedoch auf einen sehr amerikanischen Stil setzt. Das macht aufgrund der vielen Kämpfer, die vor allem aus Nord- und Südamerika stammen vielleicht Sinn, doch können Chans Action-Einlagen nicht so glänzen, wie zum Beispiel in Meister aller Klassen. Das erkennt Chan im beiliegenden (aber leider recht kurzen) Interview ebenfalls. Der Zeitpunkt des Films ist denkbar schlecht gewählt. Obwohl er einen wichtigen Punkt in Chans Karriere markiert, spielt der Film deutlich weniger als Meister aller Klassen ein. Besonders in Hongkong, wo Die große Keilerei in nahezu jedem Kino läuft, interessieren sich die Kinogänger nicht für den Film. Zuschauer, die auf einen ostasiatischen Kampfstil viel Wert legen, bekommen also nicht einmal die Hälfte von dem zu sehen. Mit dem Rollschuhrennen und dem Battle Creek gibt es dennoch zwei Highlights, die den Film die ganzen 97 Minuten über für alle anderen sehenswert machen. Das Bonusmaterial fällt jedoch sehr spärlich aus, denn mehr als das kurze Interview und zwei Trailern zum Film gibt es nichts, wodurch man tiefer in den Film eintauchen kann. Käufer der Blu-ray freuen sich jedoch darüber, dass sowohl die Kino-, als auch die Fernsehsynchronisation enthalten sind.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Es ist wirklich sehr schade, dass Jackie Chan mit Die große Keilerei 1980 nicht den internationalen Durchbruch erreicht, den er da eigentlich schon längst verdient hat. Hier merke ich jedoch mal wieder die Engstirnigkeit bei der Produktion im Westen. Man möchte unbedingt die Merkmale des westlichen Kampfstils in den Film packen, der jedoch absolut nicht mit dem Stil von Chan zusammenpasst. Man tut sich damit selbst keinen Gefallen, denn – bis auf zwei Ausnahmen – funktionieren die Kämpfe nämlich nicht so vollwertig, wie ich sie aus anderen Produktionen mit Chan kenne. Zudem stört mich, dass auch die Handlung nicht ganz ausgefeilt ist. Es werden Charaktere in die Handlung eingeführt, die eigentlich wichtig zum Verständnis sind, dann jedoch zum Ende des Films einfach verschwinden und die Story nicht zu einem runden Abschluss bringen. Zwar funktioniert der Kern des Films, nämlich die große Keilerei, aber besonders die Qualitäten des damaligen US-amerikanischen Kinos, eine gute Handlung zu erzählen, funktioniert nicht gänzlich. Zudem werden Motive wiederholt, was die Story etwas vertrackter macht, aber am Ende doch eigentlich ganz egal ist. Die große Keilerei gehört, bedingt durch die Leiter des Projekts, zwar nicht zu den Top-Titeln mit der Martial-Arts-Legende, aber wer einen netten Film für einen gemütlichen Nachmittag sucht, kann dem Streifen dennoch eine Chance geben!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Die große Keilerei!

Review: Godzilla against Mechagodzilla

Godzilla against Mechagodzilla (1)Beim Titel von Godzilla against Mechagodzilla könnte man meinen, dass es sich hierbei um den Vorgänger von Godzilla vs. Mechagodzilla II handelt. Godzilla against Mechagodzilla ist jedoch ein eigenständiger Film innerhalb der sechsteiligen Millennium-Filmreihe.

Godzilla against Mechagodzilla (2)Im Jahr 1999 schreitet das japanische Militär gegen die Riesenechse Gojira ein. Dieser ist in Godzilla against Mechagodzilla ein Nachfahre jenes Gojira, den die Japaner im Jahr 1954 mit Hilfe des Oxygen-Zerstörers besiegt haben. Die japanische Regierung ist machtlos gegen die schiere Übermacht eines einzelnen Wesens. Sowohl die Ministerpräsidentin, als auch kurze Zeit später ihr Nachfolger, erinnern sich an vergangene Tage. So schlägt der Film die Brücke zum ersten Film. Da sich Doktor Serizawa selbst getötet hat, konnte die Waffe bis zum Jahr 2002 nicht nachgebaut werden. Des Weiteren blickt man auf Erfolge zurück. Beispielsweise erinnern sich die beiden Regierungschefs an den Kampf gegen die Riesenmotto Mosura und den Giganten Frankenstein. Tatsächlich sind in diesen Momenten Ausschnitte aus den Filmen Mothra bedroht die Welt, Frankenstein – Zweikampf der Giganten und natürlich Godzilla – Das Original zu sehen, weshalb zumindest diese drei Filme Teil der Zeitlinie von Godzilla against Mechagodzilla sein müssen. Titel wie Godzilla vs. Mechagodzilla II oder die drei vorherigen Serienteile der Millennium-Reihe werden abermals ignoriert. Hauptsächlich dreht sich der Film jedoch nicht um die japanische Regierung, sondern um die noch junge Soldatin Akane Yashiro. Im Kampf gegen Gojira müssen durch ihr Verfehlen Kameraden sterben.

Einsatz des Maschinendrachen

Godzilla against Mechagodzilla (3)Yashiro übernimmt die volle Verantwortung über den Vorfall. Deswegen wird sie ins Archiv versetzt und darf nicht mehr an Außeneinsätzen teilnehmen. In der Zwischenzeit arbeitet das Militär mit Wissenschaftlern zusammen, um ein Mittel gegen Gojira zu entwickeln. Bei ihrer Forschung stoßen sie auf die Arbeiten von Professor Tokumitsu Yuhara, dem es gelungen ist, Muskelgewebe in Maschinen einzupflanzen und sie so lebensecht agieren lässt. Das Militär bittet Yuhara, das Gewebe des toten Gojira von 1954 in eine riesige Maschine einzusetzen. Er durchlebt jedoch seit dem Tod seiner Ehefrau eine schwierige Zeit und muss sich um seine Tochter Sara kümmern. Als das Militär ihm anbietet, dass er seine Tochter ebenfalls im Labor vor Ort betreuten darf, willigt er schließlich ein, um dem Treiben von Gojira endlich ein Ende zu bereiten. Es dauert drei Jahre, bis das Projekt Kiryū beendet ist. Wörtlich übersetzt heißt das Projekt einfach Maschinendrache, welcher der Riesenechse Gojira jedoch im Aufbau sehr ähnlich ist; aber ausgestattet mit der Absolute-Zero-Kanone. Mit dieser Waffe lässt sich jedes Ziel kinderleicht in alle Moleküle zersetzen. Ausgerechnet Yashiro wird dazu auserwählt, die riesige Maschine, die im Film an kaum einer stelle Mekagojira betitelt wird, zu bekämpfen. Das spaltet anfangs ihr Team, doch gibt ihr die Chance, ihre Schuld von damals zu begleichen.

Zwischen Suitmation und Special Effects

Godzilla against Mechagodzilla (4)Die meiste Zeit des Films wird dazu genutzt, um die verschiedenen Protagonisten ausführlich vorzustellen. Dabei bleibt die Handlung stringent aufs Ziel gerichtet. Wenig spannend ist das nicht, da besonders Yumiko Shaku (Akane Yashiro) und Shin Takuma (Professor Yuhara) ihren Charakteren viel Persönlichkeit einhauchen. Akira Nakao kehrt nach seiner Arbeit in den letzten drei Teilen der Heisei-Reihe zurück und ist hier in der Rolle des Premierministers zu sehen. Durchweg vergisst man nicht, worum es im Film eigentlich geht und so freut man sich bis zum Schluss auf die tollen Kampfszenen zwischen Gojira und Mekagojira. Größere Highlights gibt es in Form des mehrfachen Einsatzes der Absolute-Zero-Kanone. In vielen Szenen kommt nach wie vor das Suitmation-Verfahren zum Einsatz, doch Computereffekte ließen sich bei Tōhō wohl nicht vermeiden und so kommen mal mehr und auch mal weniger gute Spezialeffekte zum Vorschein. Das trübt den Gesamteindruck jedoch kaum, da nahezu alle Kämpfe zwischen den Kolossen ansehnlich sind. Manchmal hätten wir uns jedoch ein paar längere Kampfszenen gewünscht, da dies doch eigentlich die wahren Höhepunkte des Kaijū-Films sind. Dann hätte man den nur 89-minütigen Film hervorragend noch ein paar Minuten länger machen können, ohne dass es irgendeinen Zuschauer gelangweilt hätte.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Millennium-Filmreihe ist schon ein sehr komisches Werk. Ständig erinnert man sich am Anfang eines Films an den ersten Kampf gegen die Riesenechse Gojira und ständig gibt es eine neue Interpretation, warum Gojira in all den Jahren nicht aufgetaucht ist. Gojira against Mekagojira zeigt in meinen Augen nur wenig von dieser Mentalität, was ich wirklich gutheißen möchte. Schade nur, dass auch der Film fast sämtliche Ereignisse der Godzilla-Historie leugnet und eine eigenständige Story erzählen will. Diese kann dank guter Schauspieler, die interessante Charaktere verkörpern und einem netten Plot auch zu gefallen wissen. Mich stört nach den vorherigen Teilen wohl nur das ständige Auf und Ab, wie man den Godzilla-Mythos nun weiterspinnen möchte. Mit Godzilla against Mechagodzilla kann man meiner Meinung nach eigentlich nichts falsch machen. Man wird mit netten Ideen, sowohl innerhalb der Story, als auch in den Kämpfen, immer noch gut unterhalten. Bleibt zu hoffen, dass die letzten beiden Teile der Millennium-Reihe an diesen Film anknüpfen, da das Ende hoffentlich nicht zufällig offen gehalten wurde.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Godzilla against Mechagodzilla!

Review: Mittelerde: Mordors Schatten

Mittelerde - Mordors Schatten (1)Peter Jacksons Verfilmung von Der Herr der Ringe sorgte dafür, dass Tolkiens literarisches Meisterwerk weltweit neue Anerkennung fand. Warner Bros. Interactive nutzt diese große Lizenz jedoch für Videospiele, für die sich der Autor Tolkien im Grabe umdrehen würde.

Mittelerde - Mordors Schatten (2)Das Jahr 2942 des Dritten Zeitalters ist ein wichtiges Jahr in der Chronik von Mittelerde. In diesem Jahr kehrt nicht nur der Hobbit Bilbo Beutlin, bewaffnet mit dem Kurzschwert Stich, dem Mithril-Kettenhemd und dem Meisterring, ins Auenland zurück. Am anderen Ende von Mittelerde verlässt der dunkle Herrscher Sauron sein Versteck im Düsterwald und kehrt nach Mordor zurück, um seine Macht zurückzuerlangen. Die Handlung dreht sich aber vor allem um den Waldläufer Talion, dessen Verbündete auf dem Schwarzen Tor stationiert sind. Bei Saurons Rückeroberung wird das Schwarze Tor von Orks angegriffen, die nicht nur viele der Waldläufer töten, sondern auch Talions Frau und Sohn vor dessen Augen hinrichten. Talion fällt danach selbst einer orkischen Klinge zum Opfer und an dieser Stelle würde so manche Heldengeschichte tragisch enden. Nicht so die Geschichte von Talion, denn dieser erwacht einige Zeit später wieder. Durch eine geisterhafte Erscheinung erhält er neue Lebenskraft und das immer und immer wieder, wenn er im Kampf fällt. Aus dem Grund wird Talion auch als Grabwanderer bezeichnet. Wer sich hinter diesem Geist befindet, wollen wir an dieser Stelle nicht verraten, doch ist das Schicksal jener Person mit dem von Sauron eng verbunden. Jetzt eben auch mit Talion, die gemeinsam die Macht des dunklen Herrschers ausbremsen wollen.

Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn

Mittelerde - Mordors Schatten (3)Wie die Geschichte ausgehen wird, dürfte aber jeden Fan von Tolkiens Fantasy-Welt schon im Vorfeld klar sein. Daher bleibt der große Aha-Effekt am Ende von Mittelerde: Mordors Schatten leider aus. Interessanter ist da eher, wie die Story erzählt wird. Unterwegs sind wir in den zwei spielbaren Gebieten von Mordor, genauer gesagt Udûn und Nurn. Während Udûn im Nordwesten des Landes ein sehr unwirtschaftliches Gebiet und mit kargen Felsen und Asche überzogen ist, wirkt Nurn noch richtig fröhlich. Trotzdem merkt man die Rückkehr des Bösen an, denn überall werden von den Orks neue Festungen hochgezogen, Armeen gebildet und die letzten freien Menschen in diesen Landen versklavt. Während wir in der ersten Spielhälfte in Udûn unterwegs sind, schalten wir Nurn danach frei. In beiden Gebieten dürfen wir frei durch die Landschaft wandern, schleichen oder laufen – immer zum nächsten Missionsziel. Wählen wir etwa eine Hauptmission, setzen wir die Geschichte fort. Diese befasst sich vor allem mit jenem genannten Geist. Später kommen auch noch die Kriegerin Lithariel und ihre Mutter, die Königin Marwen, dazu. Das Problem bei diesen Charakteren ist jedoch, dass sie fast komplett von berühmten fiktiven Figuren Mittelerdes abgekupfert sind. Entsprechend einfach gestrickt ist die Handlung, die nur mit sehr wenigen Höhepunkten und Überraschungen glänzen kann.

Ineinandergreifende Gameplay-Elemente

Mittelerde - Mordors Schatten (4)Das Gameplay des Spiels bietet zwar im Grunde nichts Neues, funktioniert aber eigentlich tadellos, da im Prinzip alle Elemente hervorragend ineinander übergreifen. Wir laufen durch Mordor, sehen einen Ork, schleichen uns heran, stechen ihn ab, bemerken einen weiteren Ork, der auf einer Palisade steht und bevor dieser Alarm schlagen kann, visieren wir ihn mit dem Bogen an und schießen ihn von seinem Posten. Wenige Schritte weiter stoßen wir auf einen Caragor, der ein paar Orks jagt. Wir mischen uns ein und schlachten sowohl das hundeartige Wesen und auch die Orks ab. Dafür erhalten wir Erfahrungspunkte, mit denen wir mit der Zeit Fähigkeitspunkte erlangen und diese in neue Fähigkeiten investieren. Welche wir jedoch von diesen aktivieren können, hängt davon ab, wie viel Macht wir in Mordor gesammelt haben. Machtpunkte gibt es für das Erledigen von Aufgaben, welche die Legenden unserer Waffen formen, oder wir mischen uns aktiv in den Machtkampf der Orks ein. Hauptmänner haben die Gebiete Mordors unter sich aufgeteilt und zanken sich aktiv darum. Töten wir einen der Orks, können wir sicher sein, dass die Lücke im System nicht lange bestehen bleibt. Sobald nämlich Talion von einem harmlosen Ork getötet wird, erlangt der Ork Ruhm und schleicht sich in das System, wo er quasi bis zum Häuptling aufsteigen kann, von denen es fünf an der Zahl gibt.

Fehlende Magie

Mittelerde - Mordors Schatten (5)Für getötete Orks in wichtigen Positionen erhalten wir Runen, mit denen wir unsere Waffen ausstatten können, um so zum Beispiel Lebensenergie aufzufrischen oder den Fokus längere Zeit aufrechterhalten zu können. Während wir durch die Lande streifen, erfüllen wir auch noch andere Nebenquests wie die Befreiung von Sklaven, das Töten bestimmter Monstren, das Entdecken von Artefakten oder das Aufspüren gewisser Pflanzen. Es gibt immer etwas zu tun und da wir uns sicher sein können, dass ein weiterer Ork hinter der nächsten Ecke auf uns wartet, auch immer jemanden aus dem Reich der Lebenden zu verbannen. Leerlauf gibt es in Mittelerde: Mordors Schatten absolut nicht. Ebenso wenig können wir etwas bei der Technik bemängeln. Die hochauflösenden Grafiken der PC-Fassung sehen fantastisch aus, die Musik passt wie die Faust aufs Auge zur Optik, die Synchronsprecher sind gut gewählt und auch die Steuerung über einen angestöpselten Controller ist in Windeseile verinnerlicht. Das Problem, an dem das Spiel aber nach wie vor krankt, ist, dass es mit Tolkiens vermittelten Werten in unseren Augen so gut wie nichts zu tun hat. Die Magie der idealisierten Fantasy-Welt ist zwar irgendwie leicht vorhanden, zündet aber in den wichtigen Spielmomenten nicht. Tolkien-Fans werden wohl sehr enttäuscht sein. Trotzdem ist Mittelerde: Mordors Schatten ein gutes Spiel!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Mittelerde: Mordors Schatten hatte ich seit längerer Zeit auf dem Schirm, da ich ein großer Fan von Der Herr der Ringe bin. Auf der Gamescom 2014 konnte ich mir schon ein erstes Bild vom Spiel machen, welches mich damals schon nicht umgehauen hat. Nach circa zwanzig Spielstunden, die man für das Durchspielen mit den meisten (oder gar allen) Inhalten benötigt, hat sich das Bild ein wenig geändert. Es ist nach wie vor so, dass Mittelerde: Mordors Schatten für mich nicht wirklich etwas mit der Fantasy-Welt von Tolkien zu tun hat und es zu viele fiktive Inhalte gibt, die so einfach nicht in das Universum gehören. Trotzdem habe ich nach einigen Spielstunden richtig Spaß mit dem Titel gehabt, da das Gameplay in den meisten Fällen wunderbar ineinandergreift. Diese Verzahnung der vielen Elemente funktioniert richtig gut. Einzig und allein kleinere Design-Schnitzer und (vor allem in der ersten Spielhälfte) auftretende Balancing-Schwachpunkte stören das Gesamtbild (abgesehen vom bereits genannten Manko). Man kann sehr viel Spaß mit Mittelerde: Mordors Schatten haben, doch wenn man in die Atmosphäre von Der Herr der Ringe, Der Hobbit oder Das Silmarillion eintauchen will, sollte man sich zweimal überlegen, ob er sich das Spiel zulegen sollte – das wirklich gute Gameplay kann da nämlich nicht drüber hinwegtäuschen. Es bleibt zu hoffen, dass sich Warner Bros. Interactive das nächste Mal sehr viel mehr an der Vorlage orientiert und ein genauso tolles Grundgerüst wie hier verwendet!

Vielen Dank an Warner Bros. Interactive für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Mittelerde: Mordors Schatten!

Review: Tari Tari (Vol. 3)

Tari Tari - Vol. 3 (1)Nach bereits zwei Volumes von Tari Tari müssen wir vom Anime in der dritten Volume nach ganzen 13 Episoden leider schon Abschied nehmen. Wir blicken auf eine manchmal freudige und manchmal auch traurige Zeit zurück, die wir mit den fünf Hauptcharakteren erlebt haben.

Tari Tari - Vol. 3 (2)So schnell kann sich das Blatt wenden. Im letzten Jahr noch hat Konatsu Miyamoto den Chor bei seinem letzten Auftritt blamiert und musste seitdem ein Nischendasein in diesem fristen. Nachdem sie sich entschlossen hat, aus dem Schulchor auszutreten, begann sie zugleich mit der Planung einer eigenen Arbeitsgemeinschaft. Zusammen mit ihren Freunden Wakana Sakai, Sawa Okita, Taichi Tanaka und Atsuhiro Maeda gründet sie nach langem Hin und Her die so genannte Chor-und-manchmal-Badminton-AG. Fast alle Aktivitäten in der AG drehen sich dennoch ums Singen und Musizieren. Um ihren Auftritt am kommenden Kulturfest an der Shirahamazaka-Oberschule vorzubereiten, müssen sie jedoch einen Nebenjob annehmen, um die Kosten decken zu können. Eigentlich ist es Mitgliedern einer Arbeitsgemeinschaft an der Schule untersagt, zusätzlich noch einem Nebenjob nachzugehen. Sie bitten die Konrektorin, bei ihrer AG eine Ausnahme zu machen, da die AG sehr klein ist und nicht wie die anderen Arbeitsgemeinschaften Gelder aus dem Schulbudget beziehen können. Da Frau Takakura in diesem Moment abgelenkt ist, willigt die sonst sehr ernste Person ein. Später versucht sie jedoch, das Angebot zurückzuziehen, da sie von der Art des Nebenjobs nicht begeistert ist. Konatsu und ihre Freunde lassen jedoch nicht locker und bestehen darauf, weiter zu arbeiten.

Grauen Wolken am Horizont

Tari Tari - Vol. 3 (3)Um den Nebenjob dreht sich der Auftakt der letzten vier Episoden. Wir erleben, wie die fünf Freunde in Superheldenkostüme schlüpfen und Werbung in der Einkaufsstraße West machen. Das Outfit ist klar am Sentai-Genre orientiert, weshalb die Gruppe in Kostümen, die den von Atsuhiro hochgelobten Ganba Rangers nachempfunden sind, in der Einkaufsstraße gegen den einen oder anderen verkleideten Verkäufer kämpfen. So verdienen sie sich schnell ihre ersten dreitausend Yen. Der Mittelteil der vorliegenden vier Episoden dreht sich dann voll und ganz um die Vorbereitung zum Turnier. Sie müssen für ihr Stück, welches schon Musical-Ausmaß erreicht, Requisiten und Kostüme erstellen. Während der handwerklich begabte Atsuhiro die Holzwaffen herstellt, will sich Taichi um alles weitere kümmern und scheitert dabei kläglich. Trotzdem kriegt er es hin – wie genau das aussieht, wollen wir euch aber nicht verraten. Wir möchten nur sagen, dass die halbe Shirahamazaka-Oberschule in Mitleidenschaft gezogen wird. Das liegt jedoch auch daran, dass die Schule wegen einer schwachen Geburtenrate und somit höheren Aufwandskosten für die Lehreinrichtung, bald geschlossen werden soll. Der Vorstandsvorsitzende erteilt dem Direktor sogar den Auftrag, dass er die Festlichkeiten so bald wie möglich absagen soll. Alles, für das Konatsu gekämpft hat, steht auf der Kippe!

Der Blick zurück und der Blick nach vorn

Tari Tari - Vol. 3 (4)Bis zum großen Auftritt bleibt es natürlich spannend und auch das Ende des Anime kann man nicht einfach so abtun. Wer wieder einmal das horizontale statt vertikale Cover anschaut, sieht erneut eine tiefgründige Szene, die für alle Charaktere von Bedeutung sind. Die Musik ist in den letzten Episoden zwar nach wie vor das Schlüsselthema, doch dreht sich diesmal alles um das Thema Erwachsenwerden. Am Ende drückt der Anime ordentlich auf die Tränendrüse, so dass man nur schweren Herzens Abschied von den Charakteren nehmen möchte. Wir würden sie so gerne noch ein paar Folgen mehr begleiten, doch nach dem letzten Abspann denken wir an alle vergangenen Folgen und an sämtliche Höhe- und Tiefpunkte. Wir sind zufrieden und sind froh, dass neben The Piano Forest und Mein Heimatland Japan, das Thema Musik ernst und zugleich mit Freude präsentiert wird. Auch das immer wiederkehrende Lied Kokoro no Senritsu zeigt deutlich, dass man mit ein- und demselben Stück sowohl Freude und Hoffnung, als auch Trauer empfinden kann. Shirō Hamaguchi verdient für den ganzen Soundtrack hohe Anerkennung! Diese verdienen auch alle anderen im Team, die es ermöglicht haben, den Anime in schönen Bildern in 1080p, sowie in DTS-HD Master Audio 2.0 zu veröffentlichen. Tari Tari ist ein wundervolles Gesamtwerk, an das wir uns in Zukunft gerne erinnern werden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Am Ende von Tari Tari habe ich mir sehr gewünscht, dass ich noch viele weitere Episoden mit Konatsu, Sawa, Wakana, Atsuhiro und Taichi erleben würde, aber dann lief der letzte Abspann und der Anime lässt mich mit vielen emotionalen Erlebnissen zurück. An die einen denke ich gerne zurück, wie zum Beispiel den Dialog, wo vier der Freunde Atsuhiro erzählen, dass im Keller der Sporthalle ein Nashorn lebt und dieses in jedem Jahr zum Fest rausgelassen wird, damit es nicht die ganze Zeit im Keller verbringen muss – Atsuhiro glaubt das natürlich! An andere denke ich weniger gerne zurück, da sie doch sehr auf die Tränendrüse drücken, was besonders in den letzten Folgen öfters der Fall ist. Diese Höhen und Tiefen sind aber genau das, was man als noch junger Erwachsener aber auch in der Realität durchmacht. So zeichnet sich in Tari Tari ein sehr schönes Abbild vom Leben, welches man unbedingt einmal erlebt haben sollte. Wichtig ist dabei nur, dass man sich ein wenig für Musik interessiert, da diese ein sehr wichtiger Teil von Tari Tari ist und den Anime einzigartig macht. Wer Zeit für 13 tolle Episoden aufbringen kann, wird mit Tari Tari unter den genannten Gesichtspunkten sehr glücklich werden!

Vielen Dank an Anime House für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Tari Tari (Vol. 3)!

Review: Godzilla, Mothra and King Ghidorah: Giant Monsters All-Out Attack

Godzilla, Mothra and King Ghidorah - Giant Monsters All-Out Attack (1)Schon im dritten Jahr in Folge schickt das Produktionsstudio Tōhō 2001 seine Riesenechse Gojira auf die Landwand. Godzilla, Mothra and King Ghidorah: Giant Monsters All-Out Attack dreht den Spieß um und versucht kläglich Sympathie für Gojiras Feinde zu wecken.

Godzilla, Mothra and King Ghidorah - Giant Monsters All-Out Attack (2)Wie schon die ersten beiden Filme der so genannten Millennium-Reihe, namentlich Godzilla 2000: Millennium und Godzilla vs. Megaguirus, spielt Godzilla, Mothra and King Ghidorah weitgehend losgelöst von Ereignissen der langjährigen Godzilla-Filmserie. Dennoch lässt sich mit dem Film eine weitere Zeitlinie konstruieren. Nachdem die Japaner im Jahr 1954 Gojira in Godzilla – Das Original zum ersten Mal besiegen, herrscht eine Ära des Friedens. Es war bisher das erste und letzte Mal, dass die Armee Japans nach dem Zweiten Weltkrieg gegen einen Feind antreten musste. In den letzten Jahren häufen sich jedoch Erlebnisberichte von Monsterangriffen weltweit. Selbst in der US-amerikanischen Ostküstenmetropole New York seien Wesen aufgetaucht, die Gojira nicht unähnlich seien. Eine Anspielung auf Godzilla von Roland Emmerich; also eigentlich einen Film, den Godzilla-Fans nicht für vollwertig nehmen. Danach beginnt der Film aber schnell eigenständig eine Handlung zu erzählen, die sich vor allem auf die Erlebnisse der Reporterin Yuri Tachibana stützt. Tachibana arbeitet bei einem Sender, der sich auf das Mystery-Segment spezialisiert hat. Am Berg Myōkō untersucht (und teilweise inszeniert) sie mysteriöse Vorkommnisse. Gojira wurde bereits in der Nähe in der japanischen See gesichtet und scheint in gewisser Weise an der Umgebung interessiert zu sein.

Produktionsänderungen

Godzilla, Mothra and King Ghidorah - Giant Monsters All-Out Attack (3)Die erste halbe Stunde des Films muss fast gänzlich ohne das Auftauchen von irgendwelchen Monstern auskommen. Während eines Erdbebens sieht man mal ein Auge oder beim Einsatz der Unterseeboote Satsuma auch mal den Rücken von Gojira. Erst als in verschiedenen Teilen Japans unterschiedliche und bereits aus früheren Filmen bekannte Monster auftauchen, kann der Kaijū-Film seinen Charme ausspielen. Ursprünglich sollte Gojira gegen Angirasu, Baran und Baragon antreten. Allerdings versprach sich Tōhō dadurch keinen Kassenschlager und so musste Regisseur Shūsuke Kaneko gleich umplanen. So und nicht anders fanden die Monster Mosura und Kingugidora ihren erneuten Weg auf die Leinwand. Dass ein Regisseur seine Vision vom Film nicht umsetzen kann, bedauern wir sehr. Trotzdem scheint die Entscheidung richtig gewesen zu sein, da der Film in den Lichtspielhäusern doppelt so viel einspielt, wie er in der Produktion gekostet hat. Allerdings kann der Kampf zwischen Gojira und seinen drei Gegenspielern nur zu einem ärgerlichen Preis erkauft werden. Um die Riesenechse stärker erscheinen zu lassen, musste das Produktionsteam sowohl Mosura, als auch Kingugidora und Baragon abschwächen. Da die Handlung ohnehin keinen Wert darauf legt, das Universum, in dem die Godzilla-Filme spielen, zu erklären, kann man über die Entscheidung hinwegsehen.

Falsche Absichten

Godzilla, Mothra and King Ghidorah - Giant Monsters All-Out Attack (4)Nicht hinwegsehen können wir jedoch über die Intention des Films. Seit jeher möchte man mit den Godzilla-Filmen die Auswirkungen vom falschen Gebrauch der Atomkraft zeigen. Jetzt bringt man tatsächlich wieder Fantasy-Elemente in die Filmreihe, die erklären, dass die Riesenechse nur durch die Seelen gefallener Soldaten des Zweiten Weltkriegs entstanden ist. Man möchte damit eine Antikriegshaltung bei den Zuschauern erzeugen, was wir zwar sehr begrüßen, bei Godzilla, Mothra and King Ghidorah: Giant Monsters All-Out Attack allerdings fehl am Platz ist. Schließlich bezieht man sich auf den ersten Godzilla-Film und sogar auf den US-amerikanischen Emmerich-Streifen von 1998; in denen die Echsen durch Atomkraft stark beeinflusst worden sind. Davon abgesehen, gefallen uns die Kampfszenen in der Hauptstadt Tōkyō sehr gut. Gojira nutzt Energiesalven, um gegen Mosura und Kingugidora zu bestehen und beißt sich dann auch schon mal in einen der drei Hälse der letztgenannten Schutzgottheit. Wohlgemerkt: Gojira ist hier der Böse, der von drei glorifizierten Monstern bekämpft wird. Der Einsatz von Computereffekten fällt an vielen Stellen zwar auf, doch heben sich diese nicht immer von den realen Umgebungen ab, weshalb oftmals ein natürliches Bild glaubhaft dargestellt wird. Abschließend hätte Komponist Kō Ōtani am Soundtrack mehr bieten können.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Godzilla, Mothra and King Ghidorah: Giant Monsters All-Out Attack bietet das, was der Name des Films ausdrückt. Jede Menge Monster, die sich hier die Köpfe einschlagen. Fans des Kaijū-Films könnten meinen, dass die 105 Minuten des Streifens nicht besser gefüllt werden könnten. Könnte man aber sehr wohl, wie ich nach Anschauen des Films anmerken möchte. Der Titel bietet zwar reichlich Kämpfe, aber lediglich gegen Gojira. Habe ich in vorherigen Serienteilen jedes Mal mit der Echse mitgefiebert, soll ich plötzlich auf der Seite der Gegner stehen. Diese werden nämlich von den Menschen auf einmal als Schutzgötter verehrt und sollen verhindern, dass Gojira Japan und den Rest der Welt mit seinen Wutausbrüchen vernichtet, da das japanische Militär der Echse nicht mehr gewachsen ist. Zudem ändert man passend dazu auch noch die Entstehung des Monsters. Statt Atomkraft sind es nun Seelen gefallener Soldaten des Zweiten Weltkriegs. Das passt alles nicht so richtig zusammen und nimmt mir ein wenig die Faszination des Films. Die Kampfszenen sind zwar gelungen, doch da die Monster (bis auf Gojira) alle abgeschwächt worden sind, um plausibel erklären zu können, wie Gojira diesen Kampf meistert, gibt es deshalb kaum Höhepunkte. Für mich bleibt der Film ein verzweifelter Versuch, Gojira inmitten einer frischen Filmreihe neu zu definieren. Kann man sich angucken, muss man aber nicht.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Godzilla, Mothra and King Ghidorah: Giant Monsters All-Out Attack!

Review: Fate/Zero – Vol. 3 (Episoden 14 – 19)

Fate Zero - Vol. 3 (1)Nach zwei Volumes, welche die Charaktere von Fate/Zero einführen und die ersten Kämpfe um den Heiligen Gral einleiten, eskaliert die Situation schließlich. Wie der Konflikt gelöst wird und welcher Charaktere eine schlimme Jugend durchlebt, erfahren wir in Volume 3!

Fate Zero - Vol. 3 (2)Die Story setzt in der dritten Volume von Fate/Zero nach den Geschehnissen der Episoden in der zweiten Ausgabe ein beziehungsweise führt die Handlung nahtlos fort. Die Servants sind immer noch mit dem gigantischen Caster beschäftigt, der im Hafenbecken von Fuyuki auf die Befehle von Ryūnosuke wartet. Unaufhaltsam bewegt sich dieser deswegen aufs Ufer zu und selbst mit vereinten Kräften scheinen die Servants machtlos gegen das schier übermächtige Monstrum zu sein. In Zusammenarbeit mit ihren Masters entwickeln die Servants einen Plan, der an der Ritterlichkeit von Saber kratzt. Diese ist noch immer vom Kampf gegen Lancer geschwächt und kann nicht ihre volle Macht entfalten. Damit sie ihren Stolz vergisst, willigt Lancer freiwillig ein, ihre Wunde auszumerzen. Dadurch ist es Saber möglich, das Schwert Excalibur mit aller Wucht zu schwingen. Hinter den Kulissen arbeit indessen jemand daran, Casters Servant Ryūnosuke mit herkömmlichen Tötungsmethoden außer Gefecht zu setzen. So gelingt es dem Team mit vereinten Kräften sich gegen Caster zu behaupten, der durch das gleißende Licht an seine große und ewige Liebe Jeanne d’Arc erinnert wird. Für Liebeleien bleibt in Fate/Zero jedoch keine Zeit. Der Krieg um den Heiligen Gral wird just nach dem Kampf gegen Caster erneut aufgenommen. Diesmal spitzt sich die Lage außergewöhnlich zu.

Die Reihen lichten sich

Fate Zero - Vol. 3 (3)Im Hintergrund beginnt jemand damit, die beteiligten Master für seine Zwecke zu benutzen. Jeder Magier verfügt über einen einzelnen Befehlszauber, mit dem er seinen Servant zu jeder Handlung zwingen kann. Der Reihe nach werden die Master dazu gezwungen, ihren Zauber zu verwenden, um ihren Servant zum Selbstmord zu treiben. Das Leben des Masters soll so zwar verschont bleiben, doch scheint die Person, dessen Namen wir hier nicht nennen wollen, sich nicht an die Regeln halten zu wollen, um den Gralskrieg unter allen Umständen für sich entscheiden zu wollen. Sollte sich der Magier weigern, seinen Servant in den Selbstmord zu treiben, ändert das an der Situation, dass er sterben wird, übrigens auch nichts. Sowohl in den Reihen der Magier, als auch im Orden der Kirche bekommen wir es in der dritten Volume von Fate/Zero mit deutlich mehr Toten als üblich zu tun. Während die ersten vier Episoden sich dem Kampf gegen Caster widmen und auch der mysteriöse Täter in den Mittelpunkt gerückt wird, dienen die letzten beiden Episoden der vorliegenden Volume gänzlich der Vorstellung einer bestimmten Serienfigur. Gemeint ist Kiritsugu Emiya, den wir hier vom zarten Alter bis ins Erwachsenendasein begleiten. Diese Episoden heben sich inhaltlich deutlich von den bisherigen Folgen ab, da Magie zum Bekämpfen von Vampiren und Ghulen eingesetzt wird.

Kompromissloser Fortschritt

Fate Zero - Vol. 3 (4)Die Episoden der dritten Volume sind aber auch noch unter einem anderen Gesichtspunkt sehr wichtig, da ein elementarer Bestandteil der Gralsrufung ans Tageslicht kommt. Nicht nur der eine oder andere Servant muss da sehr schlucken, denn auch als Zuschauer wird uns einmal mehr klar, wie kompromisslos Fate/Zero aufgebaut ist. Mit der nächsten Volume steht ja auch schon das Ende an, weshalb vor allem durch die zwei letzten Episoden dieser Ausgabe, die vor den Ereignissen der Serie spielen, durchweg mehr Spannung aufs Finale aufgebaut wird. Um unsere Gemüter zu beruhigen, schauen wir uns die beiden Einzbern-Sōdanshitsu-Folgen auf der Blu-ray an, die jeweils circa 14 Minuten einnehmen und mit viel Wortwitz und Humor Hintergründe zur Serie liefern. Die Episoden sind unverändert jeweils 23 Minuten lang. Fast jede Minute wird mit wichtigen Monologen und Dialogen gefüllt; unwichtige Szenen gibt es nicht. Das heißt aber nicht, dass die Action zu kurz kommt. Duelle zwischen Servants und Dispute zwischen Masters sind nach wie vor inbegriffen. Die optische Gestaltung bleibt dabei auf einem gewohnt hohen Niveau. Die Konturen der Charaktere sind sehr gut getroffen und die blasse Farbgebung unterstricht einmal mehr die Undurchsichtigkeit von Persönlichkeiten und der Handlung. Drei beiliegende Postkarten runden das Gesamtpaket angenehm ab.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Mehrere Monate habe ich seit der letzten Volume Pause gemacht. Da die Serie auf einen durchgehenden Handlungsstrang setzt, war es für mich anfangs wieder etwas schwierig, ins Geschehen einzutauchen. Als ich mich aber im Universum von Fate/Zero wieder eingefunden habe, konnte ich wieder merken, wie spannend, intelligent und vor allem wie kompromisslos die Serie eigentlich erzählt wird. Hierbei meine ich nicht die unverzichtbaren Kämpfe um den Heiligen Gral, sondern eher das Ausradieren von Hauptcharakteren und eine maximale Reduzierung auf eine Handvoll weniger Personen. Dadurch, dass die achtzehnte und neunzehnte Episode vor der eigentlichen Serie angesiedelt sind, steigt die Spannung bei mir gerade ins Unermessliche, zumal man auch noch einen sehr guten Storytwist einbaut, der für die Servants nicht Gutes bedeuten kann. An Fate/Zero habe ich nach wie vor nichts zu meckern; dem Anime gelingt es immer wieder aufs Neue mich mit tiefgründigen Dialogen und gut inszenierten Kämpfen zu unterhalten. Im Umkehrschluss heißt das, dass das Finale wirklich umwerfend ausfallen muss. Die Erwartungshaltung ist bei mir schon ins Unermessliche gestiegen und ich hoffe sehr, dass mich Fate/Zero kurz vorm Schluss nicht enttäuschen wird.

Vielen Dank an Peppermint Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplar von Fate/Zero – Vol. 3 (Episoden 14 – 19)!

Review: Tari Tari (Vol. 2)

Tari Tari - Vol. 2 (1)Die erste Volume von Tari Tari führte uns in das Leben der fünf Jugendlichen ein, welche die Chor-und-manchmal-Badminton-AG gegründet haben. In ihrer Arbeitsgemeinschaft erleben sie etliche Hochs und Tiefs und lernen sich dabei folgerichtig noch deutlich besser kennen.

Tari Tari - Vol. 2 (2)Wir erinnern uns an die ersten Episoden des Anime Tari Tari. Konatsu Miyamoto ist zwar ein sehr lernbegieriges Mädchen, doch hat sie sich und den Schulchor im letzten Jahr bei einem Auftritt blamiert. Sie durfte zwar im Schulchor verweilen, aber nicht mehr mitsingen. Als sie davon erfuhr, hat sie den Chor verlassen und zusammen mit ihren zwei Freundinnen Wakana Sakai und Sawa Okita, sowie mit ihren Mitschülern Taichi Tanaka und Atsuhiro Maeda eine eigene Arbeitsgemeinschaft, die Chor-und-manchmal-Badminton-AG, gegründet. Damit ist die Konrektorin zwar nicht einverstanden, doch kann sie nichts weiter dagegen tun, als den Wunsch der Gruppe zu akzeptieren. Schließlich braucht eine AG laut Schulregeln nämlich nur fünf Mitglieder! Unter ihnen entwickeln sich freundschaftliche Verhältnisse und zusammen möchten sie gemeinsam Spaß am Singen haben und beim nächsten Auftritt zeigen, dass sie es auch ohne Chor schaffen, solch eine Leistung zu erbringen. Die Gesangsproben dümpeln ein wenig vor sich hin, da jeder mit bestimmten Ereignissen im eigenen Leben konfrontiert wird. Konatsu ist dabei jedoch die einzige, die in den vorliegenden fünf Episoden fast gänzlich in den Hintergrund rückt. Sie ist zwar immer noch elementarer Bestandteil der Handlung, doch für Taichi, Atsuhiro und vor allem für Sawa und Wakana wird sehr viel Platz eingeräumt.

Facettenreiche Einblicke in die Freundschaft

Tari Tari - Vol. 2 (3)Endlich erfahren wir auch etwas über Atsuhiros Vergangenheit. Dieser wohnte nämlich zwölf Jahre in Österreich, genauer gesagt in Wien. Bereits in der ersten Szene der fünften Episode erhalten wir einen kleinen Rückblick in diese Zeit, wo er sich mit einem Jungen angefreundet hat. Selbst in der japanischen Synchronfassung ist diese Szene in Deutsch gesprochen. Man merkt den japanischen Dialekt zwar heraus, aber trotzdem möchten wir Synchronsprecher Natsuki Hanae für diese Leistung unsere Hochachtung ausdrücken. Taichi wiederum will in der Badminton-Profi-Liga spielen und trainiert dafür jeden Tag sehr hart. Wakana kann ihr Leben dafür nicht so richtig genießen. Ständig wird sie wegen der Leidenschaft zur Musik mit ihrer Vergangenheit und ihrer verstorbenen Mutter konfrontiert. Sie gibt sich selbst die Schuld, dass sie gestorben und wie sie mit ihr vor ihrem Tod umgesprungen ist. Obwohl ihr Vater ihr den nötigen Halt gibt, sind die Szenen sehr emotional und berühren uns sehr. Sawa hingegen ist ihres Vaters überdrüssig geworden. Zusammen mit ihrem Pferd Sabure trainiert auch sie jeden Tag sehr hart, da sie nach der Schule ein Jockey werden möchte. Ihr Vater ist dagegen, da er lieber will, dass sie sich um den Tempel kümmert oder Beamtin wird. Die Lage eskaliert, als Sawa beginnt, ihre Gesundheit zu vernachlässigen. Jede Story bleibt dabei sehr tiefgründig.

Animationen, Emotionen und Kompositionen

Tari Tari - Vol. 2 (4)An der Gestaltung des Covers hat man bei der zweiten Volume von Tari Tari im Vergleich zu der ersten Ausgabe zum Glück nichts verändert. Soll heißen, dass das Inlay mit horizontalem Cover auskommt, anstatt mit einem vertikalem, wie es sonst bei Blu-ray-Veröffentlichungen der Fall ist. Auf dem Cover zu sehen ist Sawa, die mit ihrem Blick in die Ferne schweift und somit in die ungewisse Zukunft blickt. Auf diesem Weg wird auf die Tiefgründigkeit der Figur und der Hintergrundgeschichte hingewiesen. Wer mehr über die Charaktere erfahren will, freut sich, dass wieder ein Booklet beiliegt, in welchem ein paar Charaktere kurz und knapp mit Zeichnungen und Szenenausschnitten aus dem Anime vorgestellt werden. Beim Betrachten der künstlerischen Werke merkt man direkt, dass man sich bei Tari Tari sehr viel Mühe gegeben hat. Die Hintergründe wirken realitätsnah. Dass man die Charaktere den Hintergründen und Panoramen anpasst, gefällt uns zudem sehr gut. Mit ihren Animationen können sie uns in jeder Episode, die jeweils circa 23 Minuten in Anspruch nehmen, außerdem begeistern. Ihre Gefühle und Emotionen können wir glaubhaft nachvollziehen. Der Anteil an Musik nimmt nicht ab. Man beschränkt sich fast gänzlich auf das Lied Kokoro no Senritsu, da der Song in Tari Tari einen ganz besonderen Stellenwert einnimmt und bezaubern kann.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Von der ersten Minute an hat mich der Anime Tari Tari gepackt. Das liegt weniger an der durchaus vorhandenen Spannung, welche der Anime aufbaut, sondern mehr an den vielschichtigen Charakteren. Egal ob nun Sawa, Konatsu, Wakana, Taichi oder Atsuhiro in den Mittelpunkt gerückt wird – jeder Charakter hat ein glaubhaft nachvollziehbares Leben, in welches ich mich hineinversetzen und zudem sehr hineinsteigern kann. Dabei bleiben viele Szenen melancholisch oder fröhlich, weshalb das natürlich unfreiwillig mit Emotionen verbunden ist. Ich fiebere regelrecht mit Sawa mit, wenn sie ihren Traum, Jockey zu werden, verfolgt und nehme insgeheim Anteilnahme am Leid von Sawa. So manche könnten es jedoch schade finden, dass das eigentliche Ziel, den Wettbewerb zu gewinnen, etwas unterpräsent vorgestellt wird. Ich denke jedoch, dass es dem Anime gut getan hat, deutlich mehr Zeit in die Ausarbeitung der Charaktere zu legen. So habe ich alle fünf Folgen der zweiten Volume regelrecht am Stück verschlungen und freue mich jetzt schon auf die (leider) schon letzte Ausgabe von Tari Tari!

Vielen Dank an Anime House für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars von Tari Tari (Vol. 2)!

Review: Godzilla vs. Megaguirus – Mission: Eliminierung G

Godzilla vs. Megaguirus (1)In der Realität wird Japan von Naturkatastrophen wie Erdbeben und Tsunami in regelmäßigen Abständen geplagt. Dazu kommen in der Filmwelt alle paar Jahre Angriffe von Gojira. Gojira vs. Megaguirus – Mission: Eliminierung G fühlt sich aber eher wie ein Katastrophenfilm an.

Godzilla vs. Megaguirus (2)Der Film beginnt mit zwei Rückblenden. Zunächst wird mit Szenen aus dem ersten Film der Godzilla-Reihe gezeigt, wie die Riesenechse Tōkyō zum ersten Mal in Schutt und Asche legt. Nach den Ereignissen im Jahr 1954 springt der Film zunächst ins Jahr 1966. Obwohl Tōkyō ein weiteres Mal nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut wird, entscheidet sich die Regierung trotzdem dafür, die Verwaltung in die neue Hauptstadt Ōsaka zu verlegen. Gojira greift in dieser Zeit jedoch das Atomkraftwerk Tōkai an, weshalb man sich dazu entscheidet, von der Atomkraft abzuweichen und den Energiebedarf fortan nur mit sauberer Energie zu decken. Im Geheimen arbeitet man jedoch an einer neuen Energiequelle, der Plasma-Energie. Das sorgt zunächst 1996 dafür, dass Gojira wieder aus den Tiefen des Meeres auftaucht und dann noch einmal im Jahr 2001. Die Soldaten Kiriko Tsujimori muss jeden Tag daran denken, wie ihr Vorgesetzter Takuji Miyagawa sie 1996 vor einem einstürzenden Gebäude im Kampf gegen Gojira gerettet hat und muss tagtäglich damit leben, dass er dabei sein Leben gelassen hat. Mittlerweile gehört Tsujimori zu G-Grasper, einer Einheit, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Riesenechse zu beobachten und im Notfall die Bevölkerung zu evakuieren. Noch dazu arbeitet die Einheit an einem geheimen Plan, Gojira im Kampf ein für alle Mal zu besiegen.

Insektoide Bedrohung

Godzilla vs. Megaguirus (3)Die Forscher von G-Grasper haben sich überlegt, ein schwarzes Loch künstlich zu erschaffen, damit Gojira sich nicht nur geschwächt zurückziehen kann, sondern ganz verschwindet. Um diesen Plan in die Tat umzusetzen, benötigen sie jedoch die Hilfe des jungen Wissenschaftlers Hajime Kudo. Der arbeitet in einem Elektronikgeschäft im Tōkyōter Stadtteil Akihabara und freut sich sichtlich darüber, mit einem seiner Idole, Professorin Yoshino Yoshizawa, an dem Projekt gemeinsam arbeiten zu dürfen. Der erste Versuch, ein schwarzes Loch herzustellen, verläuft zunächst positiv. Ein leerstehendes Gebäude wird samt Erdboden verschlungen. Das schwarze Loch verschwindet jedoch nicht wie geplant; es bleibt ein Riss aus einer anderen Dimension. Aus der Parallelwelt dringen gefährliche Parasiten ein, die durch den Jungen Jun unwissentlich nach Tōkyō gebracht werden. Unter dem Tōkyōter Stadtteil Shibuya ernährt sich das Monster Meganuron zunächst von Wasser und als es an die Erdoberfläche gelangt, auch noch von Menschen. Richtig gefährlich wird es, als Meganuron die Metamorphose beendet und Eier legt. Japans Inselwelt muss sich einer neuen Bedrohung ausgesetzt fühlen. Die fliegenden Meganura haben gegen Gojira keine Chance, doch als diese ihre letzten Energiereserven aufbrauchen, um Megagirasu zu erschaffen, tobt der Kampf der Giganten.

Charaktere statt Monster

Godzilla vs. Megaguirus (4)Die Handlung von Godzilla vs. Megaguirus beginnt sehr pompös. Die ersten Szenen, in denen das Militär gegen Gojira in Häuserschluchten vordringt, zeigen eine sehr dichte Atmosphäre. Aufgelockert wird diese in den anschließenden Szenen, wo der Wissenschaftler Kudo und der kleine Junge Jun immer mal wieder in den Vordergrund rücken. Das Problem, welches den Film plagt, ist jedoch die Abstinenz von Gojira. Dieser taucht in den ersten siebzig Minuten immer nur sehr kurz auf; gezeigt wird mehr der Kampf des Militärs gegen die Insekten. Der Film zeigt somit zwar viele Aspekte auf, ist aber sehr untypisch für einen Film des Kaiju-Genres. Der Kampf zwischen Gojira und Megagirasu am Ende des Films zeigt uns jedoch, dass sich die Köpfe hinter dem Projekt viele Gedanken gemacht haben, auch wenn der Kampf diesmal reichlich unspektakulär wirkt. Da es sich bei Megagirasu um ein Insekt handelt, ist es nachvollziehbar, dass einige Szenen in Zeitlupe ablaufen, um die Überlegenheit des Insekts zu demonstrieren, doch mehr als das plötzliche Auftauchen hinter der Echse gelingt Megagirasu nicht. Bei Godzilla vs. Megaguirus sucht man wahre Höhepunkte vergeblich. Die Story will mehr Wert auf Charaktere leben, vergisst dabei aber, in welchem Genre sie eigentlich spielt. Godzilla-Fans greifen zu, alle anderen schauen sich lieber einen anderen Teil der Reihe an.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Godzilla vs. Megaguirus – Mission: Eliminierung G beginnt stark. Eine gelungene Einleitung mit Rückblicken auf vergangene Tage und Filme und dann noch eine vortreffliche Einführungsszene, in der das Militär gegen Gojira in japanischen Wolkenkratzerschluchten vordringt. Das ist grandios inszeniert und ist für mich zugleich auch der einzige Höhepunkt des Films in Bezug auf die Monster. Danach möchte der Film nämlich viel lieber einen Charakter nach dem anderen einführen, ohne sich zu sehr mit Gojira zu beschäftigen. Auch das mag ich, denn sowohl Kudo, Tsujimori und auch für den kleinen Jun entwickle ich prompt Sympathie und möchte gerne mehr über ihr Leben erfahren. Am Ende bekomme ich aber weder viele Hintergrundinformationen, noch drängen sich mir die titelgebenden Giganten auf. Vor allem beim Endkampf habe ich gehofft, dass es noch einmal richtig kracht, doch da haben alle bisherigen Godzilla-Filme, die ich gesehen habe, die Nase vorn. Godzilla vs. Megaguirus fühlt sich mehr wie ein Katastrophenfilm an. Ein überschwemmtes Shibuya, ausgelöst durch eine Katastrophe, die nur vom Weltraum aus mit einem Satelliten vernichtet werden kann, der ein schwarzes Loch erzeugt. Das klingt auf dem Papier gut, doch im Film kann mich Godzilla vs. Megaguirus nicht wirklich überzeugen.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars von Godzilla vs. Megaguirus – Mission: Eliminierung G!

Review: Tari Tari (Vol. 1)

Tari Tari - Vol. 1 (1)Der Titel des Anime ist eng mit der japanischen Grammatik verknüpft. Dort verwendet man tari tari, um auszudrücken, dass man verschiedene Sachen in einer unbestimmten Reihenfolge erledigt. So in etwa könnte man auch jede Episode von Tari Tari inhaltlich umschreiben.

Tari Tari - Vol. 1 (2)Konatsu Miyamoto ist schon ein komisches Mädchen. Sie möchte unbedingt singen und tritt deshalb auch dem Schulchor bei. Im letzten Jahr blamierte sie sich, den Chor und die gesamte Schule jedoch bei einem Auftritt. Obwohl sie eigentlich singen kann, ist sie sehr schüchtern und hält sich oftmals zurück. Das Höchste der Gefühle ist das Lippenbewegen oder hin und wieder ein kleiner Laut. Beim letztjährigen Auftritt hat sie genau diesen Laut erst nach dem Ende des Liedes schief geträllert. Zwar durfte sie weiterhin Bestandteils des Chors bleiben, doch hat ihre Musiklehrerin, die zugleich auch Konrektorin ist, den Vorfall nicht vergessen. Der diesjährige Auftritt steht kurz bevor, doch erlaubt die Konrektorin Naoko Takakura ihr nicht, mitzusingen. Sie darf höchstens die Noten beim Klavier für die Pianistin umblättern. Gerne möchte Konatsu Frau Takakura ihre Gefühle um die Ohren hauen, doch stattdessen gibt sie bekannt, dass sie mit sofortiger Wirkung aus dem Schulchor austreten möchte. Dies lässt Frau Takakura jedoch kalt, was Konatsu nur noch mehr ärgert. Prompt entschließt sie sich einen eigenen Chor an der Schule zu gründen. Das Unterfangen funktioniert jedoch nur über die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft. Das Problem dabei besteht aber nicht darin, die AG zu gründen. Konatsu braucht für die Gründung nämlich mindestens fünf Mitglieder!

Gemeinsame Leidenschaft

Tari Tari - Vol. 1 (3)Tari Tari wird hierzulande in drei Volumes bei Publisher Anime House veröffentlicht. Jede Volume besteht dabei aus vier bis fünf Episoden. In der erste Volume enthalten sind davon die ersten vier Folgen. Diese geben uns einen ersten Einblick in das Leben der verschiedenen Protagonisten. Während Konatsu versucht sich im Serienauftakt gerade erst zu definieren, hat ihre Freundin Wakana Sakai ein ähnliches Problem. Einst hatte sie sich sehr stark für Musik interessiert, doch hat sie diese Karriere an der Shirahamazaka-Oberschule bereits hinter sich gelassen, um in eine andere Richtung zu lernen. Der Tod ihrer Mutter hat jedoch nicht nur ihr Leben, sondern auch das ihres Vaters gehörig umgekrempelt. Um diesen muss sie sich wie um ein kleines Kind kümmern. Eine wichtige Nebenfigur ist er jedoch nicht. Wichtiger ist da eine Band von in die Jahre gekommenen Musikern, genannt die Condor Queens. Der letzte Hit von Jorge, Youki und Kogara liegt schon einige Jahre zurück. Jetzt geben sie in ganz Japan kostenlose Konzerte. Wie es Konatsu schafft, die Chor-und-manchmal-Badminton-AG zu gründen und wie es dazu überhaupt erst kommt, möchten wir euch an dieser Stelle nicht verraten. Fakt ist, dass alle Figuren durch ihre Leidenschaft, Musik, zusammenfinden. Wer die Songs sehr mag, erhält im Bonusbereich der Blu-ray sogar die Karaoke-Versionen dazu.

Auffälliges Cover

Tari Tari - Vol. 1 (4)Auffällig ist das Inlay der Blu-ray-Hülle. Dieses zeigt wie bei jeder anderen Veröffentlichung zwar das Cover, doch ist dieses bei Tari Tari nicht vertikal, sondern horizontal ausgerichtet. Es bleibt also deutlich mehr Platz, um eine Szene einzufangen. Zu sehen sind die drei Figuren Wakana, Konatsu und Sawa, die in wunderschöner Natur auf dem Weg zur Schule sind. Hier bekommt man bereits beim Kauf der Blu-ray einen kleinen Hinweis, auf welche Charaktere man sich in Tari Tari einlässt. Tari Tari besicht auf Blu-ray mit einem sehr schönen Bild. Die Umgebungen wirken realitätsnah und die Charaktere werden mit viel Ausdruck vorgestellt. Dazu gesellt sich ein Soundtrack, der das Geschehen harmonisch einfängt. Sowohl lustige, als auch weniger lustige Szenen werden immer mit der richtigen Musik begleitet. Klavierklänge sind ebenso vorhanden, wie das Einspielen mexikanischer Musik durch die fiktiven Condor Queens. Da Musik das Leitmotiv der Serie ist, haben wir hier auch nichts anderes erwartet. Sowohl die deutsche als auch die japanische Synchronfassung können uns überzeugen. Das liegt in der deutschen Fassung sogar daran, dass man versucht, die Betonungen wirklich nahe am Original zu halten und das funktioniert in der Praxis sehr gut. Als Bonusmaterial liegen in physischer Form ein Booklet und zwei Postkarten (eine zum Anime Arcana Famiglia) bei.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Tari Tari erzählt mir eine Geschichte, die in genau derselben Weise in irgendeiner anderen Schule auf der Welt stattfinden könnte. Von Beginn hat möchte mir der Anime seine Charaktere mit viel Gefühl näherbringen. Nach vier Episoden vermisse ich Konatsu, Wakana und die anderen jedoch schon tierisch. Die Liebe zur Musik, die sie zusammenbringt, erstellt einen wunderbaren Hintergrund für die Schülerinnen und Schüler, die ihr letztes Jahr auf der Oberschule verbringen. Sie müssen sich entscheiden, wie ihr Leben danach weitergeht und versuchen, ihre gemeinsame Zeit durch schöne Musik unvergesslich zu machen. Dazu kommt ein Humor, der absolut nicht überdreht wirkt und in derselben Form in einer ganz normalen Clique durchaus vorkommen kann. Bisher habe ich an der Serie nichts auszusetzen, da die Handlung stringent und angemessen mit Humor sehr schön inszeniert wird. Bleibt abzuwarten, ob die Qualität in den nächsten beiden Volumes gehalten werden kann. Die Zeichen stehen jedoch gut und ich freue mich schon auf neue Abenteuer an der Shirahamazaka-Oberschule!

Vielen Dank an Anime House für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars von Tari Tari (Vol. 1)!

Review: Godzilla 2000: Millennium

Godzilla 2000 Millennium (1)Als Hollywood 1998 mit Godzilla einen Film liefert, der vor allem den Fans der Echse nicht gefällt, entscheidet das japanische Filmstudio Tōhō kurzerhand, eine neue Reihe ins Leben zu rufen. Bereits 1999 läuft Godzilla 2000: Millennium in den japanischen Lichtspielhäusern an.

Godzilla 2000 Millennium (2)Der Film dreht sich um den Wissenschaftler Yuji Shinoda, der zusammen mit seiner kleinen Tochter Io das Godzilla Prediction Network leitet. Gemeinsam mit Reporterin Yuki Ichinose untersuchen sie im Norden Japans, genauer gesagt in der kleinen Hafenstadt Nemuro, die Beschaffenheit des Erdbodens und bemerken plötzlich einige Unregelmäßigkeiten. Auf dem Monitor ihres Laptops bemerken sie, wie sich ein großer Fleck unter der Erdoberfläche in ihre Richtung bewegt. Sie folgen der Bewegung des Flecks und staunen nicht schlecht, als hinter einem Tunnel plötzlich die Brücke fehlt und in der sich vor ihnen auftuenden Schlucht der wahrhaftige Gojira steht. In der Panik schießt Yuki ein paar Fotos, welches das Monster aus einer längst vergangenen Zeit erzürnt. Gojira lässt seinen Wutanfall an von Menschenhand geschaffenen Werken aus. Die erneute Intention des Films, den falschen Umgang mit der gefährlichen Atomenergie zu kritisieren, wird deutlich, als sich Gojira auf das Kernkraftwerk Tōkai zu bewegt. Zur selben Zeit machen Forscher im Japangraben eine sehr ungewöhnliche Entdeckung. Sie finden dort einen riesigen Felsbrocken, der mehr Energie absondert, als es bei Uran der Fall ist. Beim Versuch den Fels zu heben, schafft es dieser sich selbst aus den Tiefen des Meeres zu befreien und schwebt fortan an der Wasseroberfläche des Meeres.

Moral und Wissenschaft

Godzilla 2000 Millennium (3)Der Krisenstab der japanischen Regierung plant in der Zwischenzeit mit Hilfe des Militärs eine neue Waffe gegen die Riesenechse einzusetzen. Die so genannten Blast Bombs, die sogar drei Betonwände auf einmal durchbrechen können, sollen Gojira aufhalten. Das Großangebot des Militärs und der Luftwaffe scheint jedoch vergeblich. Währenddessen müssen sich die Wissenschaftler Sorgen um den Felsen machen. Millionen von Jahren lag dieser am Grund des Meeres, doch ist der Fels eigentlich kein Stein, sondern ein Lebewesen. Der von einer Steinschicht umschlossene Orga ist erwacht und bemerkt prompt die Anwesenheit von Gojira und fliegt mit gesammelter Kraft los. Das Geschehen verlagert sich nun in die japanische Hauptstadt Tōkyō, wo sich Orga auf einem der Wolkenkratzer niederlässt und die Ankunft von Gojira erwartet. Hauptsächlich erzählt der Film in den ersten siebzig Minuten jedoch die Geschichte von Shinoda und seiner Tochter Io, die alles über Gojira herausfinden wollen. Zwischen Shinoda und dem Leiter der Krisenbehörde, Mitsou Katagiri, entbrennt zudem ein Streit, weshalb Shinoda seine Forschung offenlegen muss. Zudem darf er nicht mit dem Krisenstab zusammen arbeiten. Professor Shiro Miyasaka ist auch Teil des Stabs und ein alter Freund von Shinoda. So wird das Verhältnis zwischen ihnen ebenfalls auf die Probe gestellt.

Sanfter Auftakt der Millennium-Reihe

Godzilla 2000 Millennium (4)Godzilla 2000: Millennium ist ein zweischneidiges Schwert, denn die Qualität der Reihe hat mit dem Film aus dem Jahr 1999 zu- und auch abgenommen. Positiv möchten wir die Wahl der Schauspieler hervorheben. Sowohl Takehiro Murata (bekannt aus The Last Sword – Die Wölfe von Mibu) in der Rolle von Shinoda, als auch Hiroshi Abe, der den Charakter Katagiri verkörpert, spielen ihre Rollen hervorragend. Der Einsatz der richtigen Musik und die guten Schnitte und tolle Kameratechnik sind ebenso beeindruckend. Das Gojira-Kostüm mögen wir ebenfalls, doch das Wesen Orga wird bis kurz vorm Schluss fast ausnahmslos mit einfachen Computereffekten vorgestellt. Im Produktionsjahr 1999 wirkt Orga so, als würde er für einen Film aus dem Jahr 1993 stammen. Deshalb müssen wir uns für den ersten richtigen Kampf zwischen den beiden Wesen auch bis zur letzten halben Stunde des Films gedulden. An die Inszenierung von Godzilla vs. Mechagodzilla II reicht Godzilla 2000: Millennium jedoch noch lange nicht heran. Der Kampf wirkt nahezu generisch. Selbiges können wir noch nicht einmal zum Bonusmaterial sagen. Dieses ist bis auf Trailer nicht vorhanden. Dafür bietet der Film neben der guten deutschen Synchronisation auch den japanischen Originalton an. Der Einstieg in die Millennium-Reihe fällt so unterm Strich dennoch zufriedenstellend aus.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem die Amerikaner unter Leitung des Regisseurs Roland Emmerich 1998 versucht haben, einen eigenen Godzilla-Film auf die Beine zu stellen, bin ich sehr froh darüber, dass sich die Japaner dazu entschieden haben, selbst wieder tätig zu werden und eine ganz neue Reihe zu schaffen. Hier merke ich an allen Ecken und Enden, dass man sich viel Mühe gegeben hat, ohne dass irgendetwas den Fluss des Films stört und so aufgesetzt wirkt. Die Handlung und die Charaktere gefallen mir, doch ist es sehr bedauerlich, dass gerade der Kernaspekt des Films, sprich der Kampf zwischen Orga und Gojira, einfach zu generisch wirkt. Man hätte sich meiner Meinung nach absolut nicht auf günstig zu produzierende Computereffekte für ein ganzes Wesen einlassen müssen. Hier hätten es ebenfalls wieder Modelle getan, die für die Godzilla-Filme auf irgendeine Weise ja schon prägnant sind. So ist der Einstieg in die Millennium-Reihe sehr sanft ausgefallen, aber dank des recht offenen Endes bin ich schon sehr gespannt darauf, welche Gedanken sich das Produktionsteam gemacht hat, um die Reihe fortzusetzen.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Godzilla 2000: Millennium!

Review: Akiba’s Trip: Undead & Undressed

Akiba's Trip - Undead & Undressed (1)Der Tōkyōter Stadtteil Akihabara ist wohl die heiligste aller Pilgerstätten eines jeden Otaku, da man hier von Retro-Videospielen bis zu brandneuen Manga alles bekommt, was das Herz höherschlagen lässt. So wird Akihabara in Akiba’s Trip: Undead & Undressed vorgestellt.

Akiba's Trip - Undead & Undressed (2)Das Vorstellungsgespräch hatte sich Protagonist Nanashi sicherlich anders vorgestellt. Dabei wollte er nur etwas zu tun haben und noch dazu eine Sammelfigur abgreifen. Als er allerdings zu sich kommt, befindet er sich gefesselt auf einem Tisch wieder. Vom ersten Bösewicht des Spiels erhalten wir zugleich ein paar grundlegende Informationen. Als Nanashi den Vertrag unterschrieben hat, hat der nämlich das Kleingedruckte nicht gelesen und somit alle Reche an seinen Körper abgetreten. Von seinem Menschendasein muss sich Nanashi verabschieden, da er von nun an ein Synthister ist. Synthisters sind vampirähnliche Wesen, wodurch Nanashi die Sonne tunlichst meiden sollte. Von diesem Schrecken erholt man sich jedoch nicht so schnell und reglos liegt Nanashi auf dem Tisch, als plötzlich die hübsche Shizuku auftaucht und ihn aus den Fängen von Zenya Amanō befreit. Sie gehört zur Rasse der Nighteaters, die ebenfalls vampirähnliche Züge annehmen. Da Nanashi noch zu geschwächt ist, muss sie ihm mit einem Kuss Blut übertragen. Dadurch fließen durch Nanashis Adern gleich zwei Sorten Blut, die ihn zu etwas Besonderem und zum Zielobjekt der Gegenseite machen. Zusammen beschließen sie gegen das Böse zu kämpfen und verbünden sich mit Nanashis Freunden, die in der Anime-Bar eines älteren Herrn rumhängen. Die Bar wird fortan zum Ausgangspunkt jeder Hauptmission.

Herumirren in Tōkyō

Akiba's Trip - Undead & Undressed (3)Die Handlung von Akiba’s Trip ist absolut abgefahren. Sie beinhaltet nicht nur den Konflikt zwischen Synthisters und Nighteaters, sondern auch viele Anspielungen auf die Populärkultur Japans. Bei unseren Streifzügen durch Akihabara entdecken wir zusätzlich Plakate, die auf Anime oder Manga hinweisen. Selbst Trailer zu Videospielen laufen an verschiedenen Stellen der Stadt auf Leinwänden immer und immer wieder. Wer zudem nicht aufpasst, bekommt den einen oder anderen Flyer zu real existierenden Geschäften in die Hand gedrückt. Die sind im Spiel auch komplett auf Japanisch einsehbar. Wer des Japanischen nicht mächtig ist und vor allem die Silbenschrift Katakana nicht beherrscht, wird sich bei Nebenaufgaben anfangs wohl etwas schwertun. Über die Kartenfunktion des Spiels wissen wir zwar schnell, in welchem der instanzierten Gebiete wir die die Aufgabe fortsetzen, doch anschließend erhalten wir nur eine vage Ortsbeschreibung. Nicht jedes Geschäft verfügt nämlich auch über ein Ladenschild, das in Rōmaji geschrieben ist. Je länger man sich aber durch die Straßen bewegt, desto schneller fällt auf, welche der herumirrenden Seelen Ansprechpartner für solche Aufgaben sind, da die sich in der Regel nicht von der Stelle bewegen. Blöd ist hier nur, dass Nichtspielercharaktere erst nach den Texturen geladen werden und für einige Zeit somit absolut nicht sichtbar sind.

Pilgerstätte eines jeden Otaku

Akiba's Trip - Undead & Undressed (4)Hier macht sich auch bemerkbar, dass die Stadt nicht so atmosphärisch ist, wie sie eigentlich sein könnte. Vergleicht man Akiba’s Trip beispielsweise mit der Yakuza-Reihe, fällt sofort auf, dass sehr viel weniger Personen auf dem Bildschirm gleichzeitig zu sehen sind und der Titel in diesen Momenten schon ins Stocken gerät. Dafür gibt es gelegentlich Gitarrenspieler, küssende Pärchen oder Cosplayer, die von Touristen fotografiert werden, welche vom Alltag in Akihabara zumindest ein wenig ablenken wollen. Dadurch, dass man an allen Ecken und Enden aber gerne mal stehen bleibt, wenn man ein Plakat zu Mind Zero entdeckt oder den Trailer zu Disgaea 4: A Promise Unforgotten auf einem großen Monitor über dem Eingang eines Geschäfts sieht, fällt das alles nicht sehr ins Gewicht. Sofern man sich auch abseits von Videospielen mit der japanischen Populärkultur beschäftigt, wird einem hier sicherlich nicht so schnell langweilig. Das liegt zum einen daran, dass die Laufwege durch das vortreffliche Schnellreisesystem sich auf ein Minimum reduzieren und im Hauptquartier die meiste Zeit ohnehin nur die Story durch Dialoge vorangetrieben wird. Je mehr Missionen wir erfüllen, desto mehr (spielbare) Nebencharaktere schließen sich uns an. Diese haben zwar alle eine eigene Persönlichkeit, doch unterscheiden sie sich in den Kämpfen jedoch kaum voneinander.

Grabschen für Fortgeschrittene

Akiba's Trip - Undead & Undressed (5)Zusammen bilden die Charaktere die Akiba Freedom Fighters, die es sich schon vor Nanashis Verwandlung zum Synthister-Nighteater-Hybrid zur Aufgabe gemacht haben, Akihabara vor Unheil zu beschützen. Entsprechend patrouillieren wir in vielen Missionen durch die Straßen und sorgen für Recht und Ordnung, in dem wir aufmüpfige Draufgänger verprügeln. Genau an dieser Stelle unterscheidet sich Akiba’s Trip von anderen Rollenspielen. Während wir in anderen Rollenspielen die Lebensleiste eines Gegners auf null reduzieren müssen, kümmern wir uns hier nur darum, die Kleidungsstücke vom Leib des Feindes zu reißen. Hose, Hemd und Kopfbedeckung stellen den Schutz des Übeltäters dar. Haben wir die Kleidungsstücke genug malträtiert, reißen wir sie dem Gegner runter und im besten Falle schaffen wir dann auch noch weitere Feinde in einem Rutsch ihrer Kleidung zu entledigen. Später kommen in Akiba’s Trip auch Attacken dazu, die wir zusammen mit einem Mitstreiter ausführen müssen. Da werden Gegner betäubt und das Grabschen kann einen ganz neuen Höhepunkt erreichen. Sofern wir nicht auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad spielen, ist es zudem wichtig, mit dem richtigen Knopf die Körperteile des Gegners fokussiert anzugreifen. Im besten Falle weicht man den Gegnern auch aus, da die ebenfalls den Befehl haben, uns auszuziehen.

Wahnsinniger Humor

Akiba's Trip - Undead & Undressed (6)Wenn wir in den Kämpfen Menschen entkleiden, laufen diese am Ende panisch weg. Ist aber ein Synthister das Ziel, brutzelt der in der glühenden Sonne – ein Glück, dass in Akihabara in Akiba’s Trip nie die Sonne untergeht! Um die Gegner übrigens zu attackieren, rüsten wir uns in den Elektronikmärkten oder Sportgeschäften mit Waffen aus. Zudem gibt es Kampfstile zu erlernen, die ebenfalls Humor beweisen. Wer als Drunken Master kämpft, schwankt bei den Spezialangriffen wie Jackie Chan im gleichnamigen Film. Saiyajin Son Gokū wird ebenfalls gewürdigt, in dem wir mit Nanashi das Kamehameha vortäuschen. Wer stilecht kämpfen will, kann sich ab einer gewissen Stelle im Spiel sogar Frauenkleider anziehen und wer einfach viel zu viele Yen übrig und es ganz besonders nötig hat, besucht einfach eines der Maid-Cafés in Akihabara beziehungsweise Akiba, wie die Kurzform des Stadtteils lautet. Übrigens sind alle Dialoge der Haupthandlung mit einer guten (japanischen) Sprachausgabe vertont. Akiba’s Trip erhält neben dem wunderschönen, wenn auch schon auf der PlayStation 2 so möglichen, Anime-Stil und der tollen musikalischen Untermalung eine ganz eigene Note, da Emotionen der Charaktere so sehr gut eingefangen werden. Wer will, darf die englischen Bildschirmtexte sogar abstellen und das Spiel komplett auf Japanisch genießen. Ein genialer Fan-Service!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-3-Fassung): Auf Akiba’s Trip: Undead & Undressed bin ich nur ganz zufällig aufmerksam geworden, als ich nach Spielen für die PlayStation Vita gesucht habe. Die Idee, Akihabara so weit wie möglich originalgetreu ins Spiel zu übertragen, hat mir im ersten Moment schon ausgereicht. Als ich dann endlich selbst loslegen durfte, konnte ich so schnell nicht mehr den Controller aus den Händen legen. Das Kampfsystem spielt sich relativ flott und durch verschiedene Waffen, die sich auch ebenso unterschiedlich kontrollieren lassen, wird mir hier nicht langweilig. Die Story ist zudem richtig abgedreht und unterstützt dieses Setting einmal mehr. Hier wird mir aber auch klar, dass man schon sehr verrückt nach Japan sein muss, wenn man maximalen Spaß mit Akiba’s Trip haben möchte. Zudem sind recht viele Texte an den Häuserfassaden nur in Katakana, Hiragana und Kanji geschrieben, weshalb man sich schon mal ein wenig verloren fühlen kann. Da ich zumindest die beiden Silbenschriften beherrsche, habe ich damit im Test aber keinerlei Probleme gehabt. Ärgerlich ist in meinen Augen nur, dass der Titel die Hardware der PlayStation 3 nicht ausreizt. Durch den Anime-Stil, den wenigen Figurenmodellen auf den Straßen und vor allem durch die instanzierten Gebiete wäre technisch sehr viel mehr machbar gewesen, um Akihabara mit sehr viel mehr Leben füllen zu können. Wer nach dem Abspann, der nach circa fünfzehn bis zwanzig Stunden über den Bildschirm flimmert, immer noch Lust auf das Spiel hat, freut sich über erst genau dann zugängliche Bonusinhalte – inklusive einer New-Game-Plus-Funktion, um auch das letzte Fleckchen von Akihabara zu erkunden.

Vielen Dank an NIS America für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Akiba’s Trip: Undead & Undressed!

Review: Death Note – Box 2

Death Note - Box 2 (1)Death Note gehört nach wie vor zu den beliebtesten Anime-Serien aller Zeiten. Nachdem die erste Box uns wunderbar in das Geschehen von Death Note einführt, verflechtet sich die Story in der zweiten Box in mehreren Handlungsfäden zu einem spannenden Katz-und-Maus-Spiel.

Death Note - Box 2 (2)Zugegeben – es ist schon verlockend ein Notizbuch zu besitzen und die Macht zu haben, einen unliebsamen Menschen nach dem anderen aus dem Verkehr zu räumen. Ausgerechnet Light Yagami, ein hochintelligenter Oberschüler, kommt per Zufall in den Besitz so eines Buches. Als er das Buch berührt, taucht urplötzlich auch der Shinigami Ryuk auf. Die beiden wollen aus der Welt der Menschen einen besseren Ort zum Leben machen, doch nur Light kann das so genannte Death Note dazu benutzen, um Menschen zu töten. Dazu muss er einfach nur den Namen der Zielperson ins Buch schreiben und innerhalb von vierzig Sekunden stirbt diese an Herzversagen – es sei denn, Light bestimmt die nähren Todesumstände. Nicht nur in Japan bangen Verbrecher um ihr Leben, sondern bald schon auf der ganzen Welt. Light nutzt das Death Note aus und bestraft auch Leute mit dem Tod für geringe Vergehen. Das Phänomen der mysteriösen Tode geht durch die Nachrichten um den Globus. In Internetforen erhält Light von seinen Anhängern den Namen Kira (vom englischen Wort Killer abgeleitet), um der Ursache einen Namen zu geben. Auf die Idee, dass ein Oberschüler hinter Kira stecken könnte, kommt die Polizei erst dann, als der mysteriöse L ins Rampenlicht tritt und der Polizei seine Unterstützung zusichert. Es dauert nicht lange, bis sich L und Kira gegenüberstehen.

Duell auf psychologischer Ebene

Death Note - Box 2 (3)Die 19 Episoden der zweiten Box führen die Geschichte des Animes nahtlos wird. Das Team der Sonderkommission ist in zwei Lager gespalten. Auf der einen Seite steht L, der Light die meiste Zeit über verdächtigt. Dieser beteuert jedoch ständig seine Unschuld, da er die Rechte am Death Note mit einem hinterhältigen Plan vorübergehend abgetreten hat und so niemals auch nur zugeben könnte, Kira zu sein. Auf der anderen Seite stehen entsprechend Light, sein Vater und dessen Kollegen, die an die Unschuld des Oberschülers glauben. Damit Light alias Kira seinen Plan durchsetzen kann, ist er auf die Hilfe von seiner quirligen Freundin Misa Amane angewiesen. Diese ist nämlich auch im Besitz eines Death Note und kann von Light wunderbar ablenken. Kurz bevor L den beiden auf die Schliche kommt, ist Kira dem ebenso jungen Kontrahenten immer einen Schritt voraus. Schon nach wenigen Episoden kommt es in den vorliegenden Folgen zum Ausscheiden einer elementaren Figur, was ein paar Nachahmer, neue Kontrahenten und undurchsichtige Verbündete mit sich bringt. Der Kampf zwischen L und Kira, welcher fast durchgehend auf einer psychologischen Ebene abläuft, wird erst zum Schluss durch Entführungen und den Einsatz von Schusswaffen etwas blutiger. Hier merken wir, dass sich Death Note in erster Linie nach wie vor an ein erwachsenes Publikum richtet.

Zeitraffende Dynamik

Death Note - Box 2 (4)Während die ersten 18 Folgen einen kurzen Zeitraum behandeln, ist die Geschichte in der vorliegenden Serienbox auf mehrere Jahre gestreckt. Ohne an Dynamik zu verlieren, wird die gesamte Story also zeitraffend erzählt. Das Auftauchen vieler neuer Figuren finden wir zwar gut, doch verliert sich der Anime schnell in verschiedene Handlungsstränge, die sich viel Zeit nehmen, um die Charaktere vorzustellen. Zum Ende hin läuft jedoch alles auf ein packendes Finale hinaus. Besonders die letzten Episoden zeigen, wie tiefgründig Death Note eigentlich ist. Viele Figuren entwickeln sich zu tragischen Charakteren, die aus ihrer Rolle einfach nicht ausbrechen können und das Drama ausharren dürfen. Unterstützt wird die Kulisse durch viele dunkle und oft leicht verschwommene Farben. Der Anime in SD-Qualität im 16:9-Format aus dem Jahr 2006 beziehungsweise 2007 ist auch heute noch ansehnlich und kann mit seiner recht dystopischen Gestaltung punkten. Selbiges gilt auch für die beiden Tonspuren in Dolby Digital 2.0. Sowohl die deutsche, als auch die japanische Synchronfassung sind sehr, sehr gut gelungen und stellt Verfechter beider Sprachen zufrieden. Schade ist nur, dass auch die zweite Box gänzlich ohne Bonusmaterial auskommen muss. Sehr gerne hätten wir Einblicke in die Produktion des Animes genommen. Am sonst sehr intelligenten Anime ändert das aber nichts.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Da ich die beiden Realverfilmungen von Death Note bereits kannte, kannte ich auch viele Szenen aus den ersten 18 Episoden schon. Die zweite Serienbox hat jedoch den Vorteil, dass die Realverfilmung stark von der Vorlage abweicht und ich bis zum Schluss in den Genuss der originalen Story gekommen bin. Diese hat mir auch sehr gut gefallen, da sowohl Kira, als auch L, und natürlich auch ihre Ableger sich fantastisch entwickeln und sich ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel liefern. Death Note ist ein intelligenter Anime, der mit einer interessanten (und fiktiven) These spielt und somit natürlich auch kaum reale Nachahmer finden wird. Mir gefällt das Konzept einfach sehr, sehr gut, welches sich aber vorwiegend an Erwachsene richtet. Selbst Nebencharaktere haben ihre Daseinsberechtigung und bringen die Story zu einem guten, wenn vielleicht auch nicht für jeden, befriedigenden Ende. Das Ende ist jedoch zum Glück so ausgelegt, dass es wohl nie eine Fortsetzung im Stile von Death Note – L: Change the World geben wird, welche mich bekanntermaßen sehr enttäuscht hat. Wer sich auf den Anime einlässt, bekommt es ganze 37 Folgen lang mit interessanten Charakteren, tiefgründigen Dialogen und einer spannenden Story zu tun. Man sollte sich Death Note also unter keinen Umständen entgehen lassen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Death Note – Box 2!

Review: Devil Survivor 2 – The Animation (Vol. 3)

Devil Survivor 2 - The Animation (Vol. 3) (1)In der siebentägigen Handlung von Devil Survivor 2 – The Animation geht es langsam auf das große Finale zu. Schließlich liegen in der dritten Volume die achte, neunte und zehnte Folge des insgesamt dreizehnteiligen Animes vor. Wir haben uns abermals ins Getümmel gestürzt.

Devil Survivor 2 - The Animation (Vol. 3) (2)Die Handlung der Episoden in der dritten Volume von Devil Survivor 2 – The Animation sind die Fortsetzung der letzten Folgen aus Volume 2. Durch den Veröffentlichungsrhythmus der vier Volumes liegt es zunächst an uns, die Geschehnisse aus den vorherigen Episoden erneut zu rekapitulieren. Die beiden Oberschüler Daichi Shijima und Hibiki Kuze unterhalten sich an einem Sonntag über die Applikation Nicaea, die kurz vor dem Tod eines Freundes dessen Bild auf das eigene Mobiltelefon schickt. Sie glauben nicht so recht daran, doch dann ändert sich für die beiden alles, als an der Haltestelle eine Untergrundbahn entgleist und plötzlich überall in der japanischen Hauptstadt Monster und Dämonen auftauchen. Über ihr Mobiltelefon ist es ihnen sogar möglich, einen eigenen Dämonen zu beschwören, um sich vor den Gefahren zu schützen. Gemeinsam mit einer Überlebenden des Unglücks, Io Nitta, schließen sie sich fürs Erste zusammen und werden schon bald vom Japan Meteorological Agency Geomagnetism Research Department aufgenommen, wodurch sie überhaupt auf das eigentliche Ausmaß der Katastrophe aufmerksam werden. Innerhalb einer Woche wird die Welt untergehen und genau diese Zeit bleibt ihnen, um die drohenden Apokalypse abzuwehren. Etwas Zeit ist aber schon verstrichen und so setzt Volume 3 am Mittwoch nach den Ereignissen am Sonntag ein.

Bekanntes Schema

Devil Survivor 2 - The Animation (Vol. 3) (3)Schon in der achten Episode des Anime bekommen es die Helden mit einer sehr schwierigen Aufgabe zu tun. Der vierte Septentrion erscheint gleichzeitig in den drei japanischen Städten Tōkyō, Ōsaka und Nagoya. Ein Versuch, das Wesen zu vernichten, schlägt zunächst fehl, da es anscheinend über Selbstheilungskräfte verfügt. Erst als sie an den drei Orten gleichzeitig versuchen, gelingt der Auftrag. Die neunte Episode spielt dann schon am nächsten Tag. Hier müssen sie den fünften Septentrion besiegen. In der zehnten Episode steht im Grunde derselbe Spaß auf dem Tagesplan, doch müssen Daichi und Hibiki einen Rückschlag einstecken. Erst als es schon zu spät ist, erfahren sie, dass Io geopfert werden soll, um den nächsten Feind zu besiegen. Wie die Story ausgeht, werden Kenner des Spiels sicherlich schon vermuten. Aber wir wollen nicht zu viel verraten! Der Anime bleibt sich definitiv selbst treu, denn die Story wird stringent weitergeführt und dieselben Mittel wie schon bei den vorherigen sieben Folgen werden eingesetzt. Beispielsweise ist der Einsatz und das Auftauchen verschiedener Dämonen eng an die verschiedenen mythologischen Geschichten gebunden. Diesmal kommen unter anderem der Gott Baal, der von Westsemiten als oberste Gottheit angesehen wurde, und die Nixe Loreley, die am deutschen Fluss Rhein Menschen ertrinken lässt, zur Geltung.

Wertvoller Wegbegleiter

Devil Survivor 2 - The Animation (Vol. 3) (4)Auf der optischen Seite besticht Devil Survivor 2 – The Animation abermals mit einem klaren und scharfen Bild. Einige Szenen wirken bewusst unscharf, um ein dystopisches Gefühl beim Zuschauer hervorzurufen. Schließlich handelt es sich bei der Story um einen Wettlauf gegen die Zeit; der Weltuntergang steht kurz bevor! Das Bild im 16:9-Format in 1080p kann sich genauso wie die gute Tonqualität in DTS HD Master Audio 2.0 sehen beziehungsweise hören lassen. Die Synchronsprecher sind unverändert und gut gewählt. Besonders die japanischen Sprecher gefallen uns, da sie ihren Charakteren sehr viel Ausdruck und Emotionen verleihen. Der Soundtrack versetzt uns jederzeit passend ins Geschehen. Wir fühlen uns wie in das Spiel für den Nintendos DS versetzt, auf dem Devil Survivor 2 – The Animation schlussendlich basiert. Daher kann es mitunter vorkommen, dass man als Laie mit der Handlung stellenweise überfragt ist. Während sich die ersten Episoden noch viel Zeit nehmen, um die Charaktere in Ruhe vorzustellen, muss man nun schon jedes gefallene und wertvolle Wort aufnehmen. Um einen kleinen Überblick zu bekommen, liegt dem Anime auch wieder ein kleines Booklet mit Informationen zu den Episoden und zu den Dämonen beziehungsweise Septentrions vor. Wir sind dennoch schon sehr gespannt, wie die Story in der nächsten Volume zu Ende gehen wird!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Während die ersten Episoden von Devil Survivor 2 – The Animation noch nachvollziehbar waren, ist das bei den Folgen in der dritten und vorletzten Volume nicht mehr ganz so einfach. Nach wie vor wird die Story stringent bis zum Abspann erzählt, doch man merkt, dass besonders jetzt viel Stoff in wenig Zeit gepresst wird. Die neunte und zehnte Episode kommt beispielsweise ohne den markanten Vorspann aus. Hier wirft man mich direkt ins Geschehen, wodurch ich mich ohne geistige Vorbereitung auf die Story konzentrieren muss. Viele Dialoge sind nämlich besonders beim Auftauchen der Leere sehr tiefgründig; das Leben wird aus vielen verschiedenen Perspektiven wertgeschätzt und analysiert. Da ich das Spiel bisher nicht gespielt habe, fällt es mir zuweilen schwer, die ganzen Zusammenhänge in den Kontext zu rücken. Devil Survivor 2 – The Animation ergibt dennoch Sinn, doch um den großen Zusammenhang zu verstehen, sollte man das Spiel sicher einmal gespielt haben. Für mich wird das bald hoffentlich kein Problem mehr sein. Endlich halte ich das Rollenspiel für den DS seit ein paar Tagen in Händen, wodurch ich also noch etwas Zeit habe, um mich auf die vierte und letzte Volume vorzubereiten!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Devil Survivor 2 – The Animation (Vol. 3)!

Review: Psycho-Pass – Vol. 4 (Episoden 18 – 22)

Psycho-Pass - Vol. 4 (1)Mit der vierten Ausgabe findet die Anime-Serie Psycho-Pass vorerst ihr Ende. Obwohl in der dritten Volume die Spannung ins Unermessliche gesteigert wird, bleiben die letzten Episoden auf einem grundsoliden Niveau, welche die Handlung dennoch zufriedenstellend abschließen.

Psycho-Pass - Vol. 4 (2)Psycho-Pass – Vol. 4 setzt am Ende von Episode 17 an. Nach einer schockierenden Erkenntnis, sowohl für den Zuschauer als auch den Straftäter Shōgo Makishima, gehen uns immer noch sehr viel Fragen durch den Kopf. Shōgo Makishima versteht jedoch mittlerweile die großen Zusammenhänge und plant, die Aussetzer des Sibyl System für ein Verbrechen auszunutzen. Er beschließt den pensionierten Nobuaki Kudama aufzusuchen, der in der Vergangenheit für die japanische Nahrungsversorgung mitverantwortlich war. Makishima tötet Kudama in dessen Wohnung in einem Gespräch über die japanische Kornkammer. Diese will Makishima zerstören, um in ganz Japan Nahrungsmittelknappheit hervorzurufen. Durch Hunger getrieben sollen die Menschen Straftaten begehen, um ihren Psycho-Pass zu erhöhen, so dass Japan auf die Hilfe des Auslands angewiesen ist und so eine noch viel größere Panik freigesetzt werden soll. Inspektorin Akane Tsunemori und ihr Team stoßen schon bald auf diese Logik, doch sie dürfen nicht mit ihrem Kollegen Shinya Kōgami zusammen arbeiten. Zunächst wird er vom Fall abgezogen, muss dann jedoch schon bald auf eigene Faust ermitteln. Ohne futuristischen Schnickschnack, sondern nur mit einem alten Revolver bewaffnet, macht er sich auf den Weg, um Makishima zu töten. Als Tsunemori davon erfährt, wird sie vom Sibyl System kontaktiert.

Starke Persönlichkeiten

Psycho-Pass - Vol. 4 (3)Das Sibyl System nimmt abermals eine undurchsichtige Haltung ein. Es geht vor allem um die kontrollierte Überwachung von Individuen in der japanischen Gesellschaft, die nach nicht genau definierten Regeln funktioniert. Jedenfalls erhält Tsunemori und ihr Team von oberster Stelle den Auftrag, Makishima lebend zu fangen und Kogami bei Sichtkontakt zu erschießen. Sie steht vor einem moralischen Dilemma und die politischen und betriebswirtschaftlichen Ansichtsweisen des Japans des 22. Jahrhunderts sind erschreckend genug, um uns wieder zum Nachdenken anzuregen. Die letzten fünf Episoden von Psycho-Pass drehen sich vor allem um die drei genannten Charaktere. Jeder von ihnen macht eine Entwicklung durch, die zu einem besseren oder schlechteren Japan beitragen. Nicht unwichtig sind auch die Nebenfiguren des Animes. Interessant ist vor allem die Vater-Sohn-Beziehung zwischen Tomomi Masaoka und Nobuchika Ginoza. Während in den vorherigen Folgen ein gespaltenes Verhältnis vorherrscht, gelingt es den beiden im großen Finale zu einem hohen Preis zusammen zu finden. Komisch ist jedoch, dass die Direktorin keinen großen Stellenwert mehr einnimmt, obwohl diese in der letzten Volume einen elementaren Bestandteil des Sibyl Systems eingenommen hat. Da man bereits an einer zweiten Staffel werkelt, knüpft man hier auf wundersame Weise vielleicht an.

Geschlossenes Ende

Psycho-Pass - Vol. 4 (4)Wer offene Enden nicht mag, muss jedoch nicht verzweifeln. Psycho-Pass ist am Ende der 22. Episode nahezu abgeschlossen und es gibt nur einen kleinen Ausblick darauf, wie es nach den Geschehnissen in und außerhalb der japanischen Kornkammer weitergeht. Außerdem erhalten wir einen kleinen Einblick in das Leben zweier weiblicher Nebenfiguren. Der Anime fordert hier Akzeptanz, was wir so nur einmal unterstreichen möchten. Ebenso unterstreichen müssen wir noch einmal den Zeichenstil des Anime. Die Charaktere sind scharf gezeichnet, während die meisten Hintergründe leicht verschwommen wirken. Die nicht vorhandene Transparenz eines Überwachungsstaats, in dem Menschen immer noch dieselben Personen bleiben, wird hier gelungen kritisiert. Dazu kommen wieder sanfte Lichteffekte, die dafür sorgen, dass die eingefangene Stimmung sehr dystopisch wirkt. Dazu wird das Bild in 1080p mit passender Musik in DTS-HD Master Audio 2.0 unterlegt. Für die deutsche und auch für die japanische Synchronisation wurden die Sprecher gut gewählt; Änderungen zu den drei Volumes zuvor gibt es zum Glück nicht. Das heißt aber auch, dass bis auf zwei hübsche Postkarten und ein Clear Opening und Ending keinerlei Bonusmaterial vorliegt. Wer von Anfang an zugegriffen hat, darf zum Abschluss aber sämtliche Volumes in den griffigen Schuber einführen. Klasse!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Wenn man mich in Zukunft danach fragt, welche Animes man sich unbedingt einmal in seinem Leben anschauen sollte, dann gehört Psycho-Pass definitiv dazu. Die Geschichte spielt in einer Zukunft, die in einhundert Jahren so sicherlich (in recht ähnlicher Weise) existieren kann. Immer mehr Werke, seien es Spiele wie Watch Dogs oder Animes wie Psycho-Pass, lassen mich über die Auffassung von Politik und Wissenschaft nachdenken. Bei der genaueren Betrachtung bemerkt man leicht Themen wie den Überwachungsstaat, den gläserne Bürger oder die Bevormundung durch den Staat. All dies sind Aspekte, über die man als lebendes Individuum reflektieren sollte. Abseits dessen bietet Psycho-Pass eine sehr erwachsene Handlung mit ebenso erwachsenen Charakteren, die durch alle 22 Episoden der ersten Staffel eine glaubwürdige Entwicklung durchmachen. Trotz der sehr ersten Thematik und den tiefgründigen Dialogen schafft es der Anime durchweg auch noch zu unterhalten und zu begeistern. Psycho-Pass muss man unbedingt gesehen haben; es gehört schlichtweg zum Pflichtprogramm eines Anime-Fans!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Psycho-Pass – Vol. 4 (Episoden 18 – 22)!