Review: Akiba’s Trip: Undead & Undressed

Akiba's Trip - Undead & Undressed (1)Der Tōkyōter Stadtteil Akihabara ist wohl die heiligste aller Pilgerstätten eines jeden Otaku, da man hier von Retro-Videospielen bis zu brandneuen Manga alles bekommt, was das Herz höherschlagen lässt. So wird Akihabara in Akiba’s Trip: Undead & Undressed vorgestellt.

Akiba's Trip - Undead & Undressed (2)Das Vorstellungsgespräch hatte sich Protagonist Nanashi sicherlich anders vorgestellt. Dabei wollte er nur etwas zu tun haben und noch dazu eine Sammelfigur abgreifen. Als er allerdings zu sich kommt, befindet er sich gefesselt auf einem Tisch wieder. Vom ersten Bösewicht des Spiels erhalten wir zugleich ein paar grundlegende Informationen. Als Nanashi den Vertrag unterschrieben hat, hat der nämlich das Kleingedruckte nicht gelesen und somit alle Reche an seinen Körper abgetreten. Von seinem Menschendasein muss sich Nanashi verabschieden, da er von nun an ein Synthister ist. Synthisters sind vampirähnliche Wesen, wodurch Nanashi die Sonne tunlichst meiden sollte. Von diesem Schrecken erholt man sich jedoch nicht so schnell und reglos liegt Nanashi auf dem Tisch, als plötzlich die hübsche Shizuku auftaucht und ihn aus den Fängen von Zenya Amanō befreit. Sie gehört zur Rasse der Nighteaters, die ebenfalls vampirähnliche Züge annehmen. Da Nanashi noch zu geschwächt ist, muss sie ihm mit einem Kuss Blut übertragen. Dadurch fließen durch Nanashis Adern gleich zwei Sorten Blut, die ihn zu etwas Besonderem und zum Zielobjekt der Gegenseite machen. Zusammen beschließen sie gegen das Böse zu kämpfen und verbünden sich mit Nanashis Freunden, die in der Anime-Bar eines älteren Herrn rumhängen. Die Bar wird fortan zum Ausgangspunkt jeder Hauptmission.

Herumirren in Tōkyō

Akiba's Trip - Undead & Undressed (3)Die Handlung von Akiba’s Trip ist absolut abgefahren. Sie beinhaltet nicht nur den Konflikt zwischen Synthisters und Nighteaters, sondern auch viele Anspielungen auf die Populärkultur Japans. Bei unseren Streifzügen durch Akihabara entdecken wir zusätzlich Plakate, die auf Anime oder Manga hinweisen. Selbst Trailer zu Videospielen laufen an verschiedenen Stellen der Stadt auf Leinwänden immer und immer wieder. Wer zudem nicht aufpasst, bekommt den einen oder anderen Flyer zu real existierenden Geschäften in die Hand gedrückt. Die sind im Spiel auch komplett auf Japanisch einsehbar. Wer des Japanischen nicht mächtig ist und vor allem die Silbenschrift Katakana nicht beherrscht, wird sich bei Nebenaufgaben anfangs wohl etwas schwertun. Über die Kartenfunktion des Spiels wissen wir zwar schnell, in welchem der instanzierten Gebiete wir die die Aufgabe fortsetzen, doch anschließend erhalten wir nur eine vage Ortsbeschreibung. Nicht jedes Geschäft verfügt nämlich auch über ein Ladenschild, das in Rōmaji geschrieben ist. Je länger man sich aber durch die Straßen bewegt, desto schneller fällt auf, welche der herumirrenden Seelen Ansprechpartner für solche Aufgaben sind, da die sich in der Regel nicht von der Stelle bewegen. Blöd ist hier nur, dass Nichtspielercharaktere erst nach den Texturen geladen werden und für einige Zeit somit absolut nicht sichtbar sind.

Pilgerstätte eines jeden Otaku

Akiba's Trip - Undead & Undressed (4)Hier macht sich auch bemerkbar, dass die Stadt nicht so atmosphärisch ist, wie sie eigentlich sein könnte. Vergleicht man Akiba’s Trip beispielsweise mit der Yakuza-Reihe, fällt sofort auf, dass sehr viel weniger Personen auf dem Bildschirm gleichzeitig zu sehen sind und der Titel in diesen Momenten schon ins Stocken gerät. Dafür gibt es gelegentlich Gitarrenspieler, küssende Pärchen oder Cosplayer, die von Touristen fotografiert werden, welche vom Alltag in Akihabara zumindest ein wenig ablenken wollen. Dadurch, dass man an allen Ecken und Enden aber gerne mal stehen bleibt, wenn man ein Plakat zu Mind Zero entdeckt oder den Trailer zu Disgaea 4: A Promise Unforgotten auf einem großen Monitor über dem Eingang eines Geschäfts sieht, fällt das alles nicht sehr ins Gewicht. Sofern man sich auch abseits von Videospielen mit der japanischen Populärkultur beschäftigt, wird einem hier sicherlich nicht so schnell langweilig. Das liegt zum einen daran, dass die Laufwege durch das vortreffliche Schnellreisesystem sich auf ein Minimum reduzieren und im Hauptquartier die meiste Zeit ohnehin nur die Story durch Dialoge vorangetrieben wird. Je mehr Missionen wir erfüllen, desto mehr (spielbare) Nebencharaktere schließen sich uns an. Diese haben zwar alle eine eigene Persönlichkeit, doch unterscheiden sie sich in den Kämpfen jedoch kaum voneinander.

Grabschen für Fortgeschrittene

Akiba's Trip - Undead & Undressed (5)Zusammen bilden die Charaktere die Akiba Freedom Fighters, die es sich schon vor Nanashis Verwandlung zum Synthister-Nighteater-Hybrid zur Aufgabe gemacht haben, Akihabara vor Unheil zu beschützen. Entsprechend patrouillieren wir in vielen Missionen durch die Straßen und sorgen für Recht und Ordnung, in dem wir aufmüpfige Draufgänger verprügeln. Genau an dieser Stelle unterscheidet sich Akiba’s Trip von anderen Rollenspielen. Während wir in anderen Rollenspielen die Lebensleiste eines Gegners auf null reduzieren müssen, kümmern wir uns hier nur darum, die Kleidungsstücke vom Leib des Feindes zu reißen. Hose, Hemd und Kopfbedeckung stellen den Schutz des Übeltäters dar. Haben wir die Kleidungsstücke genug malträtiert, reißen wir sie dem Gegner runter und im besten Falle schaffen wir dann auch noch weitere Feinde in einem Rutsch ihrer Kleidung zu entledigen. Später kommen in Akiba’s Trip auch Attacken dazu, die wir zusammen mit einem Mitstreiter ausführen müssen. Da werden Gegner betäubt und das Grabschen kann einen ganz neuen Höhepunkt erreichen. Sofern wir nicht auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad spielen, ist es zudem wichtig, mit dem richtigen Knopf die Körperteile des Gegners fokussiert anzugreifen. Im besten Falle weicht man den Gegnern auch aus, da die ebenfalls den Befehl haben, uns auszuziehen.

Wahnsinniger Humor

Akiba's Trip - Undead & Undressed (6)Wenn wir in den Kämpfen Menschen entkleiden, laufen diese am Ende panisch weg. Ist aber ein Synthister das Ziel, brutzelt der in der glühenden Sonne – ein Glück, dass in Akihabara in Akiba’s Trip nie die Sonne untergeht! Um die Gegner übrigens zu attackieren, rüsten wir uns in den Elektronikmärkten oder Sportgeschäften mit Waffen aus. Zudem gibt es Kampfstile zu erlernen, die ebenfalls Humor beweisen. Wer als Drunken Master kämpft, schwankt bei den Spezialangriffen wie Jackie Chan im gleichnamigen Film. Saiyajin Son Gokū wird ebenfalls gewürdigt, in dem wir mit Nanashi das Kamehameha vortäuschen. Wer stilecht kämpfen will, kann sich ab einer gewissen Stelle im Spiel sogar Frauenkleider anziehen und wer einfach viel zu viele Yen übrig und es ganz besonders nötig hat, besucht einfach eines der Maid-Cafés in Akihabara beziehungsweise Akiba, wie die Kurzform des Stadtteils lautet. Übrigens sind alle Dialoge der Haupthandlung mit einer guten (japanischen) Sprachausgabe vertont. Akiba’s Trip erhält neben dem wunderschönen, wenn auch schon auf der PlayStation 2 so möglichen, Anime-Stil und der tollen musikalischen Untermalung eine ganz eigene Note, da Emotionen der Charaktere so sehr gut eingefangen werden. Wer will, darf die englischen Bildschirmtexte sogar abstellen und das Spiel komplett auf Japanisch genießen. Ein genialer Fan-Service!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-3-Fassung): Auf Akiba’s Trip: Undead & Undressed bin ich nur ganz zufällig aufmerksam geworden, als ich nach Spielen für die PlayStation Vita gesucht habe. Die Idee, Akihabara so weit wie möglich originalgetreu ins Spiel zu übertragen, hat mir im ersten Moment schon ausgereicht. Als ich dann endlich selbst loslegen durfte, konnte ich so schnell nicht mehr den Controller aus den Händen legen. Das Kampfsystem spielt sich relativ flott und durch verschiedene Waffen, die sich auch ebenso unterschiedlich kontrollieren lassen, wird mir hier nicht langweilig. Die Story ist zudem richtig abgedreht und unterstützt dieses Setting einmal mehr. Hier wird mir aber auch klar, dass man schon sehr verrückt nach Japan sein muss, wenn man maximalen Spaß mit Akiba’s Trip haben möchte. Zudem sind recht viele Texte an den Häuserfassaden nur in Katakana, Hiragana und Kanji geschrieben, weshalb man sich schon mal ein wenig verloren fühlen kann. Da ich zumindest die beiden Silbenschriften beherrsche, habe ich damit im Test aber keinerlei Probleme gehabt. Ärgerlich ist in meinen Augen nur, dass der Titel die Hardware der PlayStation 3 nicht ausreizt. Durch den Anime-Stil, den wenigen Figurenmodellen auf den Straßen und vor allem durch die instanzierten Gebiete wäre technisch sehr viel mehr machbar gewesen, um Akihabara mit sehr viel mehr Leben füllen zu können. Wer nach dem Abspann, der nach circa fünfzehn bis zwanzig Stunden über den Bildschirm flimmert, immer noch Lust auf das Spiel hat, freut sich über erst genau dann zugängliche Bonusinhalte – inklusive einer New-Game-Plus-Funktion, um auch das letzte Fleckchen von Akihabara zu erkunden.

Vielen Dank an NIS America für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Akiba’s Trip: Undead & Undressed!

Review: Death Note – Box 2

Death Note - Box 2 (1)Death Note gehört nach wie vor zu den beliebtesten Anime-Serien aller Zeiten. Nachdem die erste Box uns wunderbar in das Geschehen von Death Note einführt, verflechtet sich die Story in der zweiten Box in mehreren Handlungsfäden zu einem spannenden Katz-und-Maus-Spiel.

Death Note - Box 2 (2)Zugegeben – es ist schon verlockend ein Notizbuch zu besitzen und die Macht zu haben, einen unliebsamen Menschen nach dem anderen aus dem Verkehr zu räumen. Ausgerechnet Light Yagami, ein hochintelligenter Oberschüler, kommt per Zufall in den Besitz so eines Buches. Als er das Buch berührt, taucht urplötzlich auch der Shinigami Ryuk auf. Die beiden wollen aus der Welt der Menschen einen besseren Ort zum Leben machen, doch nur Light kann das so genannte Death Note dazu benutzen, um Menschen zu töten. Dazu muss er einfach nur den Namen der Zielperson ins Buch schreiben und innerhalb von vierzig Sekunden stirbt diese an Herzversagen – es sei denn, Light bestimmt die nähren Todesumstände. Nicht nur in Japan bangen Verbrecher um ihr Leben, sondern bald schon auf der ganzen Welt. Light nutzt das Death Note aus und bestraft auch Leute mit dem Tod für geringe Vergehen. Das Phänomen der mysteriösen Tode geht durch die Nachrichten um den Globus. In Internetforen erhält Light von seinen Anhängern den Namen Kira (vom englischen Wort Killer abgeleitet), um der Ursache einen Namen zu geben. Auf die Idee, dass ein Oberschüler hinter Kira stecken könnte, kommt die Polizei erst dann, als der mysteriöse L ins Rampenlicht tritt und der Polizei seine Unterstützung zusichert. Es dauert nicht lange, bis sich L und Kira gegenüberstehen.

Duell auf psychologischer Ebene

Death Note - Box 2 (3)Die 19 Episoden der zweiten Box führen die Geschichte des Animes nahtlos wird. Das Team der Sonderkommission ist in zwei Lager gespalten. Auf der einen Seite steht L, der Light die meiste Zeit über verdächtigt. Dieser beteuert jedoch ständig seine Unschuld, da er die Rechte am Death Note mit einem hinterhältigen Plan vorübergehend abgetreten hat und so niemals auch nur zugeben könnte, Kira zu sein. Auf der anderen Seite stehen entsprechend Light, sein Vater und dessen Kollegen, die an die Unschuld des Oberschülers glauben. Damit Light alias Kira seinen Plan durchsetzen kann, ist er auf die Hilfe von seiner quirligen Freundin Misa Amane angewiesen. Diese ist nämlich auch im Besitz eines Death Note und kann von Light wunderbar ablenken. Kurz bevor L den beiden auf die Schliche kommt, ist Kira dem ebenso jungen Kontrahenten immer einen Schritt voraus. Schon nach wenigen Episoden kommt es in den vorliegenden Folgen zum Ausscheiden einer elementaren Figur, was ein paar Nachahmer, neue Kontrahenten und undurchsichtige Verbündete mit sich bringt. Der Kampf zwischen L und Kira, welcher fast durchgehend auf einer psychologischen Ebene abläuft, wird erst zum Schluss durch Entführungen und den Einsatz von Schusswaffen etwas blutiger. Hier merken wir, dass sich Death Note in erster Linie nach wie vor an ein erwachsenes Publikum richtet.

Zeitraffende Dynamik

Death Note - Box 2 (4)Während die ersten 18 Folgen einen kurzen Zeitraum behandeln, ist die Geschichte in der vorliegenden Serienbox auf mehrere Jahre gestreckt. Ohne an Dynamik zu verlieren, wird die gesamte Story also zeitraffend erzählt. Das Auftauchen vieler neuer Figuren finden wir zwar gut, doch verliert sich der Anime schnell in verschiedene Handlungsstränge, die sich viel Zeit nehmen, um die Charaktere vorzustellen. Zum Ende hin läuft jedoch alles auf ein packendes Finale hinaus. Besonders die letzten Episoden zeigen, wie tiefgründig Death Note eigentlich ist. Viele Figuren entwickeln sich zu tragischen Charakteren, die aus ihrer Rolle einfach nicht ausbrechen können und das Drama ausharren dürfen. Unterstützt wird die Kulisse durch viele dunkle und oft leicht verschwommene Farben. Der Anime in SD-Qualität im 16:9-Format aus dem Jahr 2006 beziehungsweise 2007 ist auch heute noch ansehnlich und kann mit seiner recht dystopischen Gestaltung punkten. Selbiges gilt auch für die beiden Tonspuren in Dolby Digital 2.0. Sowohl die deutsche, als auch die japanische Synchronfassung sind sehr, sehr gut gelungen und stellt Verfechter beider Sprachen zufrieden. Schade ist nur, dass auch die zweite Box gänzlich ohne Bonusmaterial auskommen muss. Sehr gerne hätten wir Einblicke in die Produktion des Animes genommen. Am sonst sehr intelligenten Anime ändert das aber nichts.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Da ich die beiden Realverfilmungen von Death Note bereits kannte, kannte ich auch viele Szenen aus den ersten 18 Episoden schon. Die zweite Serienbox hat jedoch den Vorteil, dass die Realverfilmung stark von der Vorlage abweicht und ich bis zum Schluss in den Genuss der originalen Story gekommen bin. Diese hat mir auch sehr gut gefallen, da sowohl Kira, als auch L, und natürlich auch ihre Ableger sich fantastisch entwickeln und sich ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel liefern. Death Note ist ein intelligenter Anime, der mit einer interessanten (und fiktiven) These spielt und somit natürlich auch kaum reale Nachahmer finden wird. Mir gefällt das Konzept einfach sehr, sehr gut, welches sich aber vorwiegend an Erwachsene richtet. Selbst Nebencharaktere haben ihre Daseinsberechtigung und bringen die Story zu einem guten, wenn vielleicht auch nicht für jeden, befriedigenden Ende. Das Ende ist jedoch zum Glück so ausgelegt, dass es wohl nie eine Fortsetzung im Stile von Death Note – L: Change the World geben wird, welche mich bekanntermaßen sehr enttäuscht hat. Wer sich auf den Anime einlässt, bekommt es ganze 37 Folgen lang mit interessanten Charakteren, tiefgründigen Dialogen und einer spannenden Story zu tun. Man sollte sich Death Note also unter keinen Umständen entgehen lassen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Death Note – Box 2!

Review: Devil Survivor 2 – The Animation (Vol. 3)

Devil Survivor 2 - The Animation (Vol. 3) (1)In der siebentägigen Handlung von Devil Survivor 2 – The Animation geht es langsam auf das große Finale zu. Schließlich liegen in der dritten Volume die achte, neunte und zehnte Folge des insgesamt dreizehnteiligen Animes vor. Wir haben uns abermals ins Getümmel gestürzt.

Devil Survivor 2 - The Animation (Vol. 3) (2)Die Handlung der Episoden in der dritten Volume von Devil Survivor 2 – The Animation sind die Fortsetzung der letzten Folgen aus Volume 2. Durch den Veröffentlichungsrhythmus der vier Volumes liegt es zunächst an uns, die Geschehnisse aus den vorherigen Episoden erneut zu rekapitulieren. Die beiden Oberschüler Daichi Shijima und Hibiki Kuze unterhalten sich an einem Sonntag über die Applikation Nicaea, die kurz vor dem Tod eines Freundes dessen Bild auf das eigene Mobiltelefon schickt. Sie glauben nicht so recht daran, doch dann ändert sich für die beiden alles, als an der Haltestelle eine Untergrundbahn entgleist und plötzlich überall in der japanischen Hauptstadt Monster und Dämonen auftauchen. Über ihr Mobiltelefon ist es ihnen sogar möglich, einen eigenen Dämonen zu beschwören, um sich vor den Gefahren zu schützen. Gemeinsam mit einer Überlebenden des Unglücks, Io Nitta, schließen sie sich fürs Erste zusammen und werden schon bald vom Japan Meteorological Agency Geomagnetism Research Department aufgenommen, wodurch sie überhaupt auf das eigentliche Ausmaß der Katastrophe aufmerksam werden. Innerhalb einer Woche wird die Welt untergehen und genau diese Zeit bleibt ihnen, um die drohenden Apokalypse abzuwehren. Etwas Zeit ist aber schon verstrichen und so setzt Volume 3 am Mittwoch nach den Ereignissen am Sonntag ein.

Bekanntes Schema

Devil Survivor 2 - The Animation (Vol. 3) (3)Schon in der achten Episode des Anime bekommen es die Helden mit einer sehr schwierigen Aufgabe zu tun. Der vierte Septentrion erscheint gleichzeitig in den drei japanischen Städten Tōkyō, Ōsaka und Nagoya. Ein Versuch, das Wesen zu vernichten, schlägt zunächst fehl, da es anscheinend über Selbstheilungskräfte verfügt. Erst als sie an den drei Orten gleichzeitig versuchen, gelingt der Auftrag. Die neunte Episode spielt dann schon am nächsten Tag. Hier müssen sie den fünften Septentrion besiegen. In der zehnten Episode steht im Grunde derselbe Spaß auf dem Tagesplan, doch müssen Daichi und Hibiki einen Rückschlag einstecken. Erst als es schon zu spät ist, erfahren sie, dass Io geopfert werden soll, um den nächsten Feind zu besiegen. Wie die Story ausgeht, werden Kenner des Spiels sicherlich schon vermuten. Aber wir wollen nicht zu viel verraten! Der Anime bleibt sich definitiv selbst treu, denn die Story wird stringent weitergeführt und dieselben Mittel wie schon bei den vorherigen sieben Folgen werden eingesetzt. Beispielsweise ist der Einsatz und das Auftauchen verschiedener Dämonen eng an die verschiedenen mythologischen Geschichten gebunden. Diesmal kommen unter anderem der Gott Baal, der von Westsemiten als oberste Gottheit angesehen wurde, und die Nixe Loreley, die am deutschen Fluss Rhein Menschen ertrinken lässt, zur Geltung.

Wertvoller Wegbegleiter

Devil Survivor 2 - The Animation (Vol. 3) (4)Auf der optischen Seite besticht Devil Survivor 2 – The Animation abermals mit einem klaren und scharfen Bild. Einige Szenen wirken bewusst unscharf, um ein dystopisches Gefühl beim Zuschauer hervorzurufen. Schließlich handelt es sich bei der Story um einen Wettlauf gegen die Zeit; der Weltuntergang steht kurz bevor! Das Bild im 16:9-Format in 1080p kann sich genauso wie die gute Tonqualität in DTS HD Master Audio 2.0 sehen beziehungsweise hören lassen. Die Synchronsprecher sind unverändert und gut gewählt. Besonders die japanischen Sprecher gefallen uns, da sie ihren Charakteren sehr viel Ausdruck und Emotionen verleihen. Der Soundtrack versetzt uns jederzeit passend ins Geschehen. Wir fühlen uns wie in das Spiel für den Nintendos DS versetzt, auf dem Devil Survivor 2 – The Animation schlussendlich basiert. Daher kann es mitunter vorkommen, dass man als Laie mit der Handlung stellenweise überfragt ist. Während sich die ersten Episoden noch viel Zeit nehmen, um die Charaktere in Ruhe vorzustellen, muss man nun schon jedes gefallene und wertvolle Wort aufnehmen. Um einen kleinen Überblick zu bekommen, liegt dem Anime auch wieder ein kleines Booklet mit Informationen zu den Episoden und zu den Dämonen beziehungsweise Septentrions vor. Wir sind dennoch schon sehr gespannt, wie die Story in der nächsten Volume zu Ende gehen wird!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Während die ersten Episoden von Devil Survivor 2 – The Animation noch nachvollziehbar waren, ist das bei den Folgen in der dritten und vorletzten Volume nicht mehr ganz so einfach. Nach wie vor wird die Story stringent bis zum Abspann erzählt, doch man merkt, dass besonders jetzt viel Stoff in wenig Zeit gepresst wird. Die neunte und zehnte Episode kommt beispielsweise ohne den markanten Vorspann aus. Hier wirft man mich direkt ins Geschehen, wodurch ich mich ohne geistige Vorbereitung auf die Story konzentrieren muss. Viele Dialoge sind nämlich besonders beim Auftauchen der Leere sehr tiefgründig; das Leben wird aus vielen verschiedenen Perspektiven wertgeschätzt und analysiert. Da ich das Spiel bisher nicht gespielt habe, fällt es mir zuweilen schwer, die ganzen Zusammenhänge in den Kontext zu rücken. Devil Survivor 2 – The Animation ergibt dennoch Sinn, doch um den großen Zusammenhang zu verstehen, sollte man das Spiel sicher einmal gespielt haben. Für mich wird das bald hoffentlich kein Problem mehr sein. Endlich halte ich das Rollenspiel für den DS seit ein paar Tagen in Händen, wodurch ich also noch etwas Zeit habe, um mich auf die vierte und letzte Volume vorzubereiten!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Devil Survivor 2 – The Animation (Vol. 3)!

Review: Psycho-Pass – Vol. 4 (Episoden 18 – 22)

Psycho-Pass - Vol. 4 (1)Mit der vierten Ausgabe findet die Anime-Serie Psycho-Pass vorerst ihr Ende. Obwohl in der dritten Volume die Spannung ins Unermessliche gesteigert wird, bleiben die letzten Episoden auf einem grundsoliden Niveau, welche die Handlung dennoch zufriedenstellend abschließen.

Psycho-Pass - Vol. 4 (2)Psycho-Pass – Vol. 4 setzt am Ende von Episode 17 an. Nach einer schockierenden Erkenntnis, sowohl für den Zuschauer als auch den Straftäter Shōgo Makishima, gehen uns immer noch sehr viel Fragen durch den Kopf. Shōgo Makishima versteht jedoch mittlerweile die großen Zusammenhänge und plant, die Aussetzer des Sibyl System für ein Verbrechen auszunutzen. Er beschließt den pensionierten Nobuaki Kudama aufzusuchen, der in der Vergangenheit für die japanische Nahrungsversorgung mitverantwortlich war. Makishima tötet Kudama in dessen Wohnung in einem Gespräch über die japanische Kornkammer. Diese will Makishima zerstören, um in ganz Japan Nahrungsmittelknappheit hervorzurufen. Durch Hunger getrieben sollen die Menschen Straftaten begehen, um ihren Psycho-Pass zu erhöhen, so dass Japan auf die Hilfe des Auslands angewiesen ist und so eine noch viel größere Panik freigesetzt werden soll. Inspektorin Akane Tsunemori und ihr Team stoßen schon bald auf diese Logik, doch sie dürfen nicht mit ihrem Kollegen Shinya Kōgami zusammen arbeiten. Zunächst wird er vom Fall abgezogen, muss dann jedoch schon bald auf eigene Faust ermitteln. Ohne futuristischen Schnickschnack, sondern nur mit einem alten Revolver bewaffnet, macht er sich auf den Weg, um Makishima zu töten. Als Tsunemori davon erfährt, wird sie vom Sibyl System kontaktiert.

Starke Persönlichkeiten

Psycho-Pass - Vol. 4 (3)Das Sibyl System nimmt abermals eine undurchsichtige Haltung ein. Es geht vor allem um die kontrollierte Überwachung von Individuen in der japanischen Gesellschaft, die nach nicht genau definierten Regeln funktioniert. Jedenfalls erhält Tsunemori und ihr Team von oberster Stelle den Auftrag, Makishima lebend zu fangen und Kogami bei Sichtkontakt zu erschießen. Sie steht vor einem moralischen Dilemma und die politischen und betriebswirtschaftlichen Ansichtsweisen des Japans des 22. Jahrhunderts sind erschreckend genug, um uns wieder zum Nachdenken anzuregen. Die letzten fünf Episoden von Psycho-Pass drehen sich vor allem um die drei genannten Charaktere. Jeder von ihnen macht eine Entwicklung durch, die zu einem besseren oder schlechteren Japan beitragen. Nicht unwichtig sind auch die Nebenfiguren des Animes. Interessant ist vor allem die Vater-Sohn-Beziehung zwischen Tomomi Masaoka und Nobuchika Ginoza. Während in den vorherigen Folgen ein gespaltenes Verhältnis vorherrscht, gelingt es den beiden im großen Finale zu einem hohen Preis zusammen zu finden. Komisch ist jedoch, dass die Direktorin keinen großen Stellenwert mehr einnimmt, obwohl diese in der letzten Volume einen elementaren Bestandteil des Sibyl Systems eingenommen hat. Da man bereits an einer zweiten Staffel werkelt, knüpft man hier auf wundersame Weise vielleicht an.

Geschlossenes Ende

Psycho-Pass - Vol. 4 (4)Wer offene Enden nicht mag, muss jedoch nicht verzweifeln. Psycho-Pass ist am Ende der 22. Episode nahezu abgeschlossen und es gibt nur einen kleinen Ausblick darauf, wie es nach den Geschehnissen in und außerhalb der japanischen Kornkammer weitergeht. Außerdem erhalten wir einen kleinen Einblick in das Leben zweier weiblicher Nebenfiguren. Der Anime fordert hier Akzeptanz, was wir so nur einmal unterstreichen möchten. Ebenso unterstreichen müssen wir noch einmal den Zeichenstil des Anime. Die Charaktere sind scharf gezeichnet, während die meisten Hintergründe leicht verschwommen wirken. Die nicht vorhandene Transparenz eines Überwachungsstaats, in dem Menschen immer noch dieselben Personen bleiben, wird hier gelungen kritisiert. Dazu kommen wieder sanfte Lichteffekte, die dafür sorgen, dass die eingefangene Stimmung sehr dystopisch wirkt. Dazu wird das Bild in 1080p mit passender Musik in DTS-HD Master Audio 2.0 unterlegt. Für die deutsche und auch für die japanische Synchronisation wurden die Sprecher gut gewählt; Änderungen zu den drei Volumes zuvor gibt es zum Glück nicht. Das heißt aber auch, dass bis auf zwei hübsche Postkarten und ein Clear Opening und Ending keinerlei Bonusmaterial vorliegt. Wer von Anfang an zugegriffen hat, darf zum Abschluss aber sämtliche Volumes in den griffigen Schuber einführen. Klasse!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Wenn man mich in Zukunft danach fragt, welche Animes man sich unbedingt einmal in seinem Leben anschauen sollte, dann gehört Psycho-Pass definitiv dazu. Die Geschichte spielt in einer Zukunft, die in einhundert Jahren so sicherlich (in recht ähnlicher Weise) existieren kann. Immer mehr Werke, seien es Spiele wie Watch Dogs oder Animes wie Psycho-Pass, lassen mich über die Auffassung von Politik und Wissenschaft nachdenken. Bei der genaueren Betrachtung bemerkt man leicht Themen wie den Überwachungsstaat, den gläserne Bürger oder die Bevormundung durch den Staat. All dies sind Aspekte, über die man als lebendes Individuum reflektieren sollte. Abseits dessen bietet Psycho-Pass eine sehr erwachsene Handlung mit ebenso erwachsenen Charakteren, die durch alle 22 Episoden der ersten Staffel eine glaubwürdige Entwicklung durchmachen. Trotz der sehr ersten Thematik und den tiefgründigen Dialogen schafft es der Anime durchweg auch noch zu unterhalten und zu begeistern. Psycho-Pass muss man unbedingt gesehen haben; es gehört schlichtweg zum Pflichtprogramm eines Anime-Fans!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Psycho-Pass – Vol. 4 (Episoden 18 – 22)!

Review: Super Smash Bros. for Nintendo 3DS

Super Smash Bros. for 3DS (1)Seit Nintendo-64-Zeiten erhielt jede Heimkonsole von Nintendo eine Umsetzung der Super-Smash-Bros.-Serie. Aufgrund der limitierten Hardware gingen die Handhelds bisher immer leer aus. Mit Super Smash Bros. for Nintendo 3DS hat sich dies aber zum Glück geändert!

Super Smash Bros. for 3DS (2)Das Spielprinzip von Super Smash Bros. for Nintendo 3DS ist unverändert und aus diesem Grund genauso leicht zu erklären. Man steckt Nintendo-Charaktere wie Mario, Link, Donkey Kong und Pikachu in eine Arena und wartet einfach mal ab, was anschließend passiert. Das Ergebnis dürfte Kennern der Reihe bereits bekannt sein, doch für alle Spieler, die tastsächlich auch nach dem phänomenalen Super Smash Bros. Brawl für die Wii noch nie vom Franchise gehört haben, denen sei gesagt, dass hier der absolute Nintendo-Franchise-Orgasmus ruht. Ist der Zähler vor Kampfbeginn erst einmal runtergezählt, beginnt auch schon das hektische und schnelle Gefuchtel um den ersten Platz. Alle Charaktere kämpfen nämlich nur darum, der beste Kämpfer im Ring zu sein. Bis zu vier Nintendo-Helden geben sich im Ring ordentlich auf die Mütze; entweder alleine oder gegeneinander in zwei Teams. Wer glaubt, dass hier ein tiefgründiges Beat ’em up wie Super Street Fighter IV: 3DS Edition schlummert, wird aber vermutlich gleich zu Beginn enttäuscht sein. Kombinationsattacken, die man erst auswendig erlernen muss, um seinen Charakter zu beherrschen, gibt es hier nicht. Alles beruht allein auf der Anwendung von zwei elementaren Angriffsknöpfen und der simultanen Verwendung des Schiebepads in alle Himmelsrichtungen. Diese Einfachheit ist immerhin schnell verinnerlicht.

Kritischer Treffer!

Super Smash Bros. for 3DS (3)Die Crux an der ganzen Sache sind allerdings die dutzenden Items, die überall in der Arena erscheinen. Ein Superstern aus dem Super-Mario-Universum verleiht einem Charakter zum Beispiel kurzzeitig Unverwundbarkeit. Mit dem aus Donkey Kong bekannten Hammer ist es unserem Recken dann wiederum möglich, die Kontrahenten bei Kontakt aus der Arena zu pfeffern. Zudem gibt es noch bekannte Items wie die Feuerblume, mit der wir den Gegnern ordentlich einheizen können oder Bomben, die ihren Explosionsradius erst aufbauen – wer hier blindlings hineinläuft, wird sein blaues Wunder erleben. Lebensenergie haben sämtliche Charaktere übrigens nicht direkt. Stattdessen baut sich eine Prozentanzeige langsam auf. Je höher der Wert ist, desto kritischer kann ein Treffer sein. Überschreitet die Anzeige den Wert von einhundert Prozent, reicht im Grunde ein gezielter Tritt oder Schlag aus, um den Gegner (oder ein Gegner uns) ins Nirwana zu schicken. Neben den normalen Kämpfen bietet Super Smash Bros. for Nintendo 3DS allerdings noch weitere Spielmodi, die Abwechslung bieten. Da müssen wir erst einmal fünf Minuten in einem Spielgebiet, wo sich Shy Guys und Waddle Dees die Klinke in die Hand drücken, überstehen und Sticker sammeln, die unseren Charakter in Stärke, Abwehr oder Geschwindigkeit verbessern, um den Kampf am Ende zu meistern.

Motivation en masse

Super Smash Bros. for 3DS (4)In anderen Spielmodi geht es darum, etwa einen harten Sandsack hunderte Meter mit einem Baseballschläger durch die Luft zu katapultieren. Wir können uns aber auch der Reihe nach mit dutzenden Gegnern messen und dafür verschiedene Belohnungen erhalten. Dazu zählen vor allem verschiedene Trophäen, die hunderte Charaktere oder Items aus dem Nintendo-Universum mit Hintergründen vorstellen. Außerdem gibt es Ausrüstungsgegenstände, mit denen wir unsere Charaktere zum Teil modifizieren können. Abschließend gibt es noch die Meilensteine, welche quasi die Achievements des Spiels sind. Erfüllen wir bestimmte Ziele, wie das erste Starten eines Spielmodus, das zehnte Mal mit Samus Aran zu spielen oder einen geheimen Charakter freizuschalten, schalten wir damit auch gleich eine mögliche Belohnung des Meilensteins frei. Es ist ein schier unendlicher Kreislauf, der in Super Smash Bros. for Nintendo 3DS freigesetzt wird – schließlich ist es unglaublich motivierend, nach und nach neue Charaktere, Stages, Trophäen oder Pokémon für das Pokéball-Item freizuspielen. Immer und immer wieder haben wir uns im Test dabei ertappt, stundenlang im Spiel zu versinken. Da möchte man nur noch einen Meilenstein freischalten und erhält dann die Informationen, die für den nächsten Meilenstein nötig sind; das Ziel ist genau dann auch in greifbarer Nähe!

Fast ohne Fehl und Tadel

Super Smash Bros. for 3DS (5)Auf der technischen Seite zieht der Titel alle Register. Will man das Spiel beenden, muss der 3DS sogar erst einmal neustarten, da selbst für das Menü kein Platz mehr im Arbeitsspeicher war. Das merkt man dem Spiel in puncto Präsentation allerdings auch an. Es läuft in fast allen Situationen richtig flüssig und alle Stages, die verschiedenen Nintendo-Spielen entnommen sind, werden außerordentlich gut eingefangen. Einzig und allein bei den Charakteren müssen wir anmerken, dass die feinen Details kaum wahrzunehmen sind. Zudem schadet es öfters mal der Übersicht, wenn aus der Arena herausgezoomt wird. Dies ist aber nur ein kalter Tropfen auf den heißen Stein, da man sich damit bereits in den ersten Spielstunden arrangiert. Dazu kommt ein wirklich toller Soundtrack, der zu den verschiedenen Stages eingespielt wird und originale Musik oder Remixes wiedergibt. Selbst Gaststars von Capcom und Namco Bandai, also Mega Man und Pac-Man, werden gut behandelt. Der größte Kritikpunkt ist allerdings der Mehrspielermodus. Während dieser offline sicher tadellos funktionieren dürfte, ist er online wieder eine Katastrophe. Super Smash Bros. Brawl hatte 2008 schon mit Lags zu kämpfen und selbst die Konkurrenz macht es mit PlayStation All-Stars: Battle Royale deutlich besser. So geht dem Titel ausgerechnet in der Königsdisziplin kurz vorm Ziel leider die Puste aus.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Auf dem Nintendo 64 habe ich mich mit dem Franchise noch recht schwer getan. Auf dem Gamecube ging mit Super Smash Bros. Melee dann aber ordentlich die Post ab, bis ich dutzende Stunden in Super Smash Bros. Brawl auf der Wii versenken konnte. An diesen großen Titel reicht Super Smash Bros. for Nintendo 3DS leider nicht ganz heran, was mich aufgrund der limitierten Hardware auch nicht wundert. Der Titel schöpft auf der technischen Seite sein volles Potential aus indem wirklich alle Ressourcen verwenden werden. Man kann Entwickler Sora hier keine Vorwürfe machen, da die mit dem Titel wirklich ein großartiges Spiel abgeliefert haben. Es bietet einen schier gigantischen Umfang und motiviert durch die Meilensteine für lange Zeit. Schade finde ich nur, dass es keinen richtigen Story-Modus mehr gibt, durch den ich alle Charaktere in einem Rutsch wunderbar kennengelernt hätte. Absolut nicht tragbar ist jedoch, dass die Entwickler es versäumt haben, den Online-Modus vernünftig zu gestalten. Lags und (öfters erzwungene) Verbindungsabbrüche sind keine Seltenheit. Im Angesicht dessen, dass es beim Vorgänger nicht besser war und selbst die Konkurrenz aus dem Hause Sony mit dem sonst sehr durchschnittlichen PlayStation All-Stars: Battle Royale ausgerechnet hier die Nase vorn hat, ist das mehr als ärgerlich. Ich hoffe sehr, dass man hier noch ständig im Hintergrund werkeln wird und bald eine deutlich bessere Performance erleben kann. Spätestens mit Super Smash Bros. for Wii U sollten diese Fehler längst der Vergangenheit angehören, weshalb ich bis zum fünften Dezember 2014 zwar weiterhin gespannt, aber sehr skeptisch bleiben werde.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Super Smash Bros. for Nintendo 3DS!

Review: Forza Horizon 2

Forza Horizon 2 (1)Erst auf der letzten Electronic Entertainment Expo wurde Forza Horizon 2 offiziell für Xbox 360 und Xbox One angekündigt. Informationen rückte Microsoft allerdings nur zur Xbox-One-Fassung raus, was die Erwartungen aber auch bei Xbox-360-Spielern in die Höhe trieb.

Forza Horizon 2 (2)Eine nette Handlung, wie wir sie im letzten Jahr bei Forza Horizon erlebt haben, gibt es jetzt zwar immer noch, aber dennoch ein wenig abgeschwächter. Das Horizon Festival findet in diesem Jahr nicht im US-amerikanischen Bundesstaat Colorado, sondern in Südeuropa statt. Hierhin hat es unseren Helden verschlagen, der natürlich der Beste sein will und somit an der Autotour teilnehmen muss. Diese verteilt sich über verschiedene Städte in Frankreich und Italien. Orte wie Nizza Masséna oder Sisteron besuchen wir im Verlauf der Autotour, die in insgesamt 16 Meisterschafen aufgeteilt ist, mehrmals. Die Autotouren halten gerade einmal zwei unterschiedliche Renntypen für uns bereit – das ist nicht abwechslungsreicher als noch im Vorgänger, aber immer noch genauso spaßig. Entweder fahren wir gegen sieben Fahrer in typischen Rundenrennen oder wir nehmen es mit unseren Kontrahenten in Straßenrennen auf, die wiederum in Etappen gegliedert sind. Egal für welche Rennen wir uns entscheiden, gibt es auf der Piste verschiedene Kontrollpunkte, die wir unbedingt passieren müssen. Fahren wir an einem Kontrollpunkt auch nur einen Millimeter vorbei, werden wir ein wenig zurückgesetzt. Haben wir ein Rennen für uns entschieden, dürfen wir gegen die Bestzeit eines Geistfahrers antreten. Die Belohungen treiben uns dazu zu immer neuen Höchstleistungen maßgeblich an.

Massenweise Aktivitäten

Forza Horizon 2 (3)Diesmal müssen wir gleich drei verschiedene Punkte sammeln. Fähigkeitspunkte erhalten wir für gewagte Manöver, wie dem Überholen von Gegnern oder dem Driften auf dem Asphalt. Haben wir genug Punkte gesammelt, können wir diese in (passive) Fähigkeiten investieren, wodurch wir zum Beispiel mehr Credits erhalten. Credits können wir entweder in neue Autos oder auch in die Schatzkarte investieren, wodurch sämtliche Nebenaktivitäten jederzeit auf der Karte, die wir übers Pausenmenü aufrufen, angezeigt werden. Zu guter Letzt gibt es auch noch Erfahrungspunkte, welche wir am Ende für sämtliche Aktivitäten erhalten und dadurch immer neue Armbändchen sammeln, die eigentlich aber auch nur zeigen, wie viel Zeit wir in Forza Horizon 2 investiert haben. Schließlich steigen die Herausforderungen im Spiel nicht unbedingt mit der Spielzeit. Wer mehr Punkte sammeln will, schaltet Fahrhilfen ab oder wählt einen höheren Schwierigkeitsgrad. Zwischendurch bekommen wir es im Spiel auch mit vier Schaurennen zu tun, welche ein kleines Highlight des Spiels sind. Anstatt normale Rennen in Autos zu absolvieren, treten wir hier nämlich gegen Helikopter, eine Eisenbahn und sogar gegen ein paar Düsenjets an. Größere Abwechslung versprechen die Fahrspaß-Aktivitäten, in denen wir Missionsziele vom häufigen Driften bis zum maximalen Tempo erfüllen müssen.

Offen und geschlossene Welt

Forza Horizon 2 (4)Als Herausstellungsmerkmal haben uns die Entwickler auf der Gamescom das weitläufige Areal schmackhaft gemacht. Auf der Xbox 360 sieht die Sache allerdings ein wenig anders als auf der aktuellen Microsoft-Konsole aus. Es gibt zwar einige große Flächen, die wir frei außerhalb der Aktivitäten befahren können, um unseren Fähigkeitspunktemultiplikator in die Höhe schießen zu lassen, doch innerhalb der Rennen ergeben die freien Flächen jedoch kaum einen Sinn, da Abkürzungen aufgrund der Kontrollpunkte nur selten möglich sind. Zudem überwacht das Spiel auch nur unser Fahrverhalten; wenn ein Mitstreiter einen Checkpoint verpasst, wird dieser nicht bestraft. Trotzdem möchten wir die künstliche Intelligenz der Computergegner hervorheben. Diese spielen niemals ihr Muster ab, sondern entscheiden in jeder Situation einzeln, wie sie fahren. Das merken wir vor allem in den Momenten, in denen wir einen Fehler machen und das Spiel zurückspulen. Entwickler Sumo Digital hat auch daran gedacht und das Alleinstellungsmerkmal des Forza-Franchises ins Spiel integriert. Hardcore-Rennspieler werden die Funktion zwar sicherlich nicht anrühren, doch für Perfektionisten und Anfänger im Genre ist diese Funktion ein sehr nützliches Extra. Einzig und allein Punkte gehen verloren, wenn wir sie denn gerade sammeln und die Funktion unbedingt nutzen wollen.

Fehlende Wettereffekte

Forza Horizon 2 (5)Forza Horizon 2 führt das Gameplay des Vorgängers konsequent fort, was im Umkehrschluss auch bedeutet, dass sich Überraschungen in Grenzen halten. Alles, was wir in Forza Horizon 2 unternehmen können, war in irgendeiner Form schon im Vorgänger vorhanden. Soll heißen, dass das Spiel ebenfalls auf derselben Engine läuft. Optisch hat sich nichts getan und wirklich erwartet haben wir das auch nicht. Trotzdem versucht Microsoft den Kunden zu täuschen, in dem man auf der Packung der Xbox-360-Version Wettereffekte verspricht, die es zumindest in dieser Fassung nicht gibt. Also wieder mal kein Regen oder Nebel – der Sonnenschein und der dynamische Tageszeitenwechsel können nicht darüber hinwegtäuschen! Optisch bleibt alles beim Alten, weshalb einige Texturen bei Standbildern negativ auffallen. Ist man mit dem Auto in Südeuropa jedoch einmal unterwegs, sieht das Spiel in Bewegung wieder richtig gut aus. Zudem läuft das Spiel jederzeit konstant mit dreißig Bildern pro Sekunde. Kein einziges Mal ist die Framerate während unseres rund zwanzigstündigen Tests in den Keller gegangen. Da macht das Rasen durch die französischen und italienischen Landschaften gleich doppelt so viel Spaß und wenn man bei Tageslicht und schöner Musik einfach mal wie ein Wilder über die Weinstöcke und an malerischen Seen vorbeidüsen will, dann macht man das einfach.

Scheitern an den eigenen Ambitionen

Forza Horizon 2 (6)Während wir im Vorgänger noch abwechslungsreiche Landschaften erlebten, ändert sich das in Forza Horizon 2 deutlich. Fast die gesamte Welt wirkt gleich. Austauschbar ist das nicht, da dies eben die südeuropäische Landschaft widerspiegelt. Es wäre aber möglich gewesen, den Alpenansatz mit einzubringen. Das macht aber gar nichts, da die echten Schönheiten des Spiels, die lizenzierten Autos, das gerne und gut wieder wettmachen. Audi, Bugatti und Lamborghini sind nur drei der Firmen, dessen Wagen die Autonarrenherzen höherschlagen lassen. Die Steuerung fühlt sich nach wie vor sehr arcade-lastig an; vom Simulationsansatz der Forza-Motorsport-Reihe ist in Forza Horizon 2 nichts zu sehen. Selbst Fahrzeugschäden sind nur leicht kosmetischer Natur. Größter Kritikpunkt ist unserer Meinung nach allerdings der nett gemeinte Soundtrack. Gerade einmal drei Radiosender (samt eigenen Moderatoren) können wir von Spielbeginn an auswählen. Warum die Xbox-One-Fassung gleich vier weitere Sender erhält, obwohl dies in der technisch betagten Konsole ebenfalls möglich wäre, ist uns ein Rätsel. Wie im Vorgänger wiederholen sich die Tracks zu oft und eine geniale Song-Auswahl wie im Vorgänger gibt es auch nicht. Forza Horizon 2 bleibt ein netter Nachfolger, der sehr viel Spaß machen kann, am Ende allerdings an den eigenen Ambitionen scheitert.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Xbox-360-Fassung): Forza Horizon ist in meinen Augen das beste Rennspiel, welches man auf der Xbox 360 erleben kann. Die arcade-lastige Fahrerei hat mir Anfang letzten Jahres sehr viel Spaß gemacht und deshalb habe ich mich auch schon sehr auf den Nachfolger gefreut. Dass sich Microsoft vor allem um die Xbox-One-Fassung stützen will, kann ich sehr gut nachvollziehen – schließlich muss man den Vorsprung zur PlayStation 4 mit einem tollen Angebot an Spielen so schnell wie möglich aufholen. Es ist aber ein Unding, dass man bis zum Release von Forza Horizon 2 kein einziges Wort zur Xbox-360-Version verloren hat, was bei dem einen oder anderen Spieler sicherlich die Erwartungen in die Höhe getrieben hat. Im Vorfeld war mir schon klar, dass die so genannten Drivatare nur auf der neuen Microsoft-Konsole möglich sind und der Titel optisch natürlich nicht ganz so umwerfend aussieht. Dass man aber erneut auf Wettereffekte verzichtet (und sie dennoch auf der Packung angibt) und kaum mehr Abwechslung ins Spiel integriert hat, wie es vor zwei Jahren der Fall gewesen ist, ärgert mich dann schon sehr. Ich erlebe in Forza Horizon 2 in den meisten Fällen einfach nichts Neues und genau das ist das Problem von Forza Horizon 2. Es ist ein tolles Spiel, welches ich vor zwei Jahren genauso geliebt hätte wie den ersten Teil. Dadurch, dass sich der Soundtrack aber zu schnell wiederholt, vergeht mir auch schnell die Lust, mich stark auf das Erfüllen der ganzen Aktivitäten zu konzentrieren. Es stellt sich sehr schnell Ermüdung ein. In den nächsten Wochen werde ich dennoch die ganzen Fahrspaß-Aktivitäten erfüllen und meine Spielzeit sicher jenseits der dreißig bis vierzig Stunden bringen, aber Forza Horizon 2 ist unterm Strich nichts weiter als der wirklich großartige Vorgänger. Man kann mit dem Spiel denselben Spaß haben, doch hätte der Titel so viel mehr sein können!

Vielen Dank an Microsoft für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Forza Horizon 2!

Review: Btooom! (Band 4)

Btooom! (Band 4) (1)Der vierte Band folgt einem ähnlichen Schema wie der dritte Band von Btooom!. Anstatt auf den ersten Seiten die Haupthandlung aufzugreifen, blicken wir zunächst einmal wieder auf die Geschehnisse zurück, die vor der Zeit auf der Insel stattgefunden haben. Ryōta Sakamoto ist hier noch in der Oberstufe und dargestellt wird vor allem seine freundschaftliche Beziehung zu Nobutaka Oda. Während dieser der Realität ins Auge sieht, dass er sich nach der Schule ohnehin durchkämpfen muss, will Ryōta davon eigentlich gar nichts hören. Auch davon, dass Nobutaka jetzt als Host arbeitet, ist ihm egal. Trotzdem sind sie befreundet, da sie auch über Dinge wie Liebe und ähnliches reden können. Eines Tages erfährt Nobutaka davon, dass sein Kumpel in Aiko verliebt ist, aber dennoch zu schüchtern ist, um diese anzusprechen. Er tut das, was ein guter Freund eigentlich nicht tun sollte und schnappt ihm – für nur eine einzelne Nacht – Aiko vor der Nase weg. Die Freundschaft zerbricht und den Rest von Ryōtas Leben kennen wir bereits aus den vorherigen Bänden. Kurioserweise muss sich Ryōta ausgerechnet auf seinen alten Freund Nobutaka einstellen, da dieser ebenfalls auf der Insel gelandet ist. Das ist jedoch noch nicht genug, denn auch der Arzt Date scheint nicht der Verbündete zu sein, für den er sich ausgibt. Die auf der Insel lebende Frau Shiki Murasaki lüftet seine wahre Identität.

Ode an Humanität

Es entbrennt im vierten Band vor allem der Konflikt zwischen Ryōta, Himiko und Herrn Date, sowie zwischen Herrn Date und Frau Murasaki. Der Konflikt wird vor allem durch den Kampf zwischen zwei der vier Charaktere ausgetragen und stellt vor allem die Humanität von Frau Murasaki auf die Probe. Humanität ist ein wichtiges Leitmotiv im vierten Band. Auch in einem Zwischenfall mit dem hinterhältigen Kosuke Kira wird Ryōtas Vertrauen abermals auf die Probe gestellt. Außerdem wird nicht außer Acht gelassen, dass der verletzte Herr Taira im Versteck immer noch auf seine Rettung wartet und kämpft in der Zwischenzeit mit der einen oder anderen Halluzination. In diesen tauchen sein Sohn und seine Frau auf, zu denen er so gerne zurückkehren möchte. Am Abend des bereits vierten Tages auf der Insel wird einer der hier genannten Charaktere nicht mehr unter den Protagonisten weilen. Wer das ist, verraten wir natürlich nicht. Das Thema des Suizids erhält im vierten Band von Btooom! jedoch eine besondere Bedeutung, auf die wir hier nicht näher eingehen wollen. Bis zum Ende des circa 390-seitigen Manga bleibt die Handlung spannend, wird mit genügend Action angereichert und ist zudem immer noch großartig in Szene gesetzt. Fans des Anime freuen sich aber sehr darüber, dass die Handlung des Anime mit dem vierten Manga fast gänzlich abgeschlossen ist.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Durch den Anime kenne ich die Handlung zwar immer noch recht gut, doch gefällt es mir, dass auch endlich einmal Ausschnitte aus dem Leben von Herrn Taira gezeigt werden. Dadurch erhält der Charakter noch einmal eine ganz eigene Note. Interessanter finde ich jedoch die Hintergrundgeschichte von Ryōta und seinem alten Freund Nobutaka – diese haben sich Jahre lang nicht gesehen und stehen auf der Insel auf einmal als Feinde gegenüber. Diese Geschichte wird in den nächsten Ausgaben sicher noch ein wenig ausgebaut werden. Schade nur, dass der Konzern Tyrannos Japan im vierten Band kaum fokussiert wird. Man weiß also nach wie vor wenig über die Insel und warum das Spiel anscheinend schon zum (mindestens) zweiten Mal dort abgehalten wird. Es bleibt also spannend und den nächsten Band von Btooom! kann ich gar nicht mehr erwarten!

Vielen Dank an Tokyopop für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Btooom! (Band 4)!

Review: Tales of Symphonia (Band 1)

Tales of Symphonia (Band 1) (1)Im Jahr 2003 erschien in Japan das – rein objektiv gesehen – wohl beste Rollenspiel für den Gamecube. Zwei Jahre später erblickte im Land der aufgehenden Sonne der erste Manga-Band zu Tales of Symphonia. Neun Jahre sollte es dauern, bis die Manga-Reihe auch bei uns den Weg in den Handel findet. Die Handlung des ersten Bands entführt uns wie das Spiel für den Gamecube in die Fantasy-Welt Sylvarant. Hier leben im idyllischen Örtchen Iselia der Schwertkämpfer Lloyd Irving mit seinem Ziehvater Dirk. Eines Tages wird seine Freundin Colette Brunel, die Auserwählte, an ihrem sechzehnten Geburtstag auf eine Reise geschickt. In ihrer Rolle muss sie den Turm des Heils erreichen und die Welterneuerung in Gang setzen. Diese wird nämlich von den gefürchteten Desians nach dem vergangenen und verheerenden Krieg immer noch verhindert. Da werden Priester ermordet und die Kinder direkt in einen Kampf verwickelt, der nur durch die Hilfe des Söldners Kratos Aurion gewonnen wird. Von der Kampfkraft des Söldners überzeugt, beschließt das Dorf, dass Kratos die junge Colette auf der Reise zur Welterneuerung begleiten soll. Unterdessen muss Lloyd lernen, wie schlecht es den Menschen in den so genannten Menschenfarmen ergeht. Sein Freundin Genis Sage treibt sich da gelegentlich herum und hat dort mit der Gefangenen Marble Freundschaft geschlossen.

Kleines Kunststück

Ins Detail gehen möchten wir hier nicht, da die Magie des Tales-of-Symphonia-Universums aus vielen kleinen Elementen zusammengesetzt wird und so durchweg spannend bleibt. Hier werden Kenner der Videospielvorlage zwar keine Überraschungen erleben, aber wer den Titel noch nicht gespielt hat und sich zuerst dem Manga widmet, wird viele mystische Erlebnisse erfahren. Dennoch möchten wir empfehlen, zumindest den ersten Teil der Reihe (ein zweiter erschien 2008 für die Wii) zu spielen, da man sonst womöglich von den vielen Informationen erschlagen wird. Es ist jedoch ein Kunststück, die ganzen Facetten des Spiels unter einen Hut zu bringen. Der erste Band behandelt beispielsweise nur den Aufbruch von der Gruppe bis zum ersten Siegel in den Ruinen von Triet. Es wird schwer, alle wichtigen Fakten der Reise in den nächsten vier Bänden unterzubringen. Wenn man die Charaktere jedoch so gut zeichnet (das meinen wir sowohl optisch als auch bei ihrer Persönlichkeit), kann da eigentlich nur wenig schiefgehen. Der Manga von Hitoshi Ichimura ist wirklich gut gelungen und unterhält vom ersten bis zum letzten gelesenen Wort. Durch den intelligenten Einsatz von Humor und Dramatik wird Tales of Symphonia (Band 1) so schnell nicht langweilig. Einziges Manko: Die 180 Seiten vergehen wie im Flug und die Vorfreude auf den nächsten Band steigt enorm!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Ende 2009 und Anfang 2010 kam ich das letzte Mal mit dem Tales-of-Symphonia-Universum in spielerischer Form in Berührung. Vor einigen Monaten erschienen zwar die beiden HD-Remakes für die PlayStation 3, doch sind die Titel für mich aus der Reihe der wenigen Rollenspiele für Nintendos stationäre Konsolen nicht mehr wegzudenken. Die Geschichte von Tales of Symphonia habe ich zudem das letzte Mal 2005 erlebt und mit jeder Seite, die ich im Manga verbringe, bereue ich das sogar ein wenig. Viele schöne Stunden sind mir nämlich immer noch in Erinnerung und ich hoffe, dass ich diese in Zukunft noch einmal erleben werde. Bis es soweit ist, werde ich aber auf jeden Fall den Manga von Tokyopop verfolgen. Die Geschichte ist bisher originalgetreu umgesetzt, es gibt keinerlei Abweichungen und Humor und Dramatik treffen genau die Charaktere. Es ist ein wahrer Genuss, alles noch einmal in Manga-Form zu erleben – zumal mir sämtliche Zeichnungen aus der Feder von Hitoshi Ichimura wahnsinnig gut gefallen. Der Geist der Videospielvorlage wird definitiv eingefangen und ich bin schon sehr gespannt, wie es mit den nächsten Bänden weitergehen wird. Beim ersten Band sollte aber jeder Fan der Reihe unbedingt zuschlagen!

Vielen Dank an Tokyopop für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Tales of Symphonia (Band 1)!

Prime Time: PlayStation Vita – Tearaway-Bundle (Unboxing)

Vor wenigen Jahren schickte Sony Computer Entertainment die PlayStation Vita ins Rennen um die Vormachtstellung im Handheld-Sektor. Gegen Nintendo kam Sony hier jedoch nicht an. Der Nintendo 3DS bot bereits ein gutes Spektrum an Spielen, war wesentlich günstiger und hat sich weltweit bereits eine große Fangemeinde aufbauen können. Vor kurzem hat Sony dann auch noch angekündigt, dass große Blockbuster aus dem eigenen Hause in Zukunft wohl ausbleiben werden. Nur in Japan kann sich die Vita noch einigermaßen halten. Aufgrund seiner Liebe zu japanischen Spielen hat sich Eric vom Tearaway-Bundle bei Saturn mitreißen lassen und sich eine PlayStation Vita gekauft. Diese möchte er euch in unserem Unboxing-Video vorstellen. Wir wünschen euch viel Spaß!

Review: Godzilla vs. Destoroyah

Godzilla vs. Destoroyah (1)Godzilla vs. Spacegodzilla knüpft 1994 leider nicht an den finanziellen Erfolg vorheriger Titel an. Da man bereits beim Dreh zu Godzilla vs. Mechagodzilla II mit dem Gedanken liebäugelt, die Heisei-Reihe um die Riesenechse zu beenden, setzt man dies Ende 1995 endlich um.

Godzilla vs. Destoroyah (2)Godzilla vs. Destoroyah knüpft an die Geschehnisse der vorherigen beiden Filme an. Gojira hat Supesugojira besiegt, doch Ruhe kehrt damit auf der Erde nicht ein. Obwohl man meinen könnte, dass Gojira mit seinem Sohn Gojira junia nun in Abgeschiedenheit leben können, ist das Schicksal nicht auf Seiten der Familie. Gojira taucht plötzlich in Hongkong auf und wütet in der chinesischen Hafenstadt. Dort fällt auf, dass Teile von Gojiras Körper glühen. Schnell wird der junge Wissenschaftler Kenichi Yamane zurate gezogen. Dieser ist der Enkel von Doktor Yamane, der vor vierzig Jahren daran gearbeitet hat, Gojira zu bekämpfen. Mit der Zeit kommen die Wissenschaftler der G-Force zum tragischen Schluss, dass Gojiras Herz einem Kernkraftwerk gleicht. Bis zu 1200 Grad soll sein Körper aushalten können, bevor Gojira eine Kernschmelze auslösen wird und damit die Erde vernichten könnte. Das Problem besteht darin, dass dieser Wert innerhalb von nur einer Woche überschritten sein wird. Man arbeitet entsprechend an einem Notfallplan, um die drohende Apokalypse abzuwehren. Zur gleichen Zeit arbeitet die Reporterin Yukari Yamane daran, Informationen zur Arbeit von Doktor Kensaku Ijuin herauszufinden. Dieser soll nämlich an einer Waffe arbeiten, welche eine ähnliche verheerende Wirkung wie der Oxygen-Zerstörer von 1954 haben soll.

Kampf an vielen Fronten

Godzilla vs. Destoroyah (3)Aus keinem anderen Grund werden Bodenproben aus dem Meer analysiert, wo vor mehr als vierzig Jahren Gojira zum ersten Mal besiegt wurde. Es stellt sich heraus, dass sich über die Jahre hinweg ein Mikroorganismus gebildet hat, der ausgerechnet jetzt dazu im Stande ist, zu mutieren. Plötzlich tauchen in der japanischen Hauptstadt Tōkyō mittelgroße Krabbenwesen auf. In der Zwischenzeit hat die G-Force die Entwicklung am Kampfflugzeug Super X-3 nach den Erfahrungen mit Mekagojira und Moguera abgeschlossen. Da Gojira zwischenzeitlich auf ein Kernkraftwerk zurast, wird die Super X-3 mit Einfriergeschossen beladen, um Gojira für eine Zeit lang im Meer eingefroren festzuhalten. Um den Krabbenwesen Herr zu werden, wird sowohl die Polizei als auch die militärische Abteilung der G-Force hinzugerufen. Dies nützt jedoch alles nichts – die mutierten Krebse sind gegen fast alle Waffen resistent und als das Aufgebot der Menschen zu mächtig wird, wird auch die Gegenseite mächtiger. Die Wesen mutieren zum großen Mutanten Desutoroia, der im Stande ist, die Stadt in Schutt und Asche zu legen. Abermals sind die Menschen auf die Hilfe von Gojira angewiesen. Um den Kampf gegen Desutoroia einzuleiten, kommt ihnen Gojira junia gerade recht. Dieser soll seinen Vater nach dessen Auftauen in die Bucht von Tōkyō zur alles entscheidenden Schlacht bewegen.

Verknüpfungen zweier Generationen

Godzilla vs. Destoroyah (4)Godzilla vs. Destoroyah beendet 1995 grundsätzlich den japanischen Mythos um die Echse Gojira. Zumindest fast – aus Spoiler-Gründen, die hier verschieden ausgelegt werden könnten, wollen wir jedoch nichts verraten. Gelungen ist dem Filmteam hinter Takao Okawara jedoch die Verknüpfung des letzten Heisei-Films mit dem Auftakt von Godzilla – Das Original. Das bezieht sich nicht nur auf die Nennung von Tatsachen. Emiko Yamane wird beispielsweise wieder von der Schauspielerin Momoko Kōchi verkörpert, die kurz vor ihrem Tod 1998 ein weiteres Mal nach über vier Jahrzehnten in ihre alte Rolle schlüpft. Außerdem sucht man 1995 im Archiv von Tōhō nach dem Originalfilm, um in wenigen Rückblenden auf originales Material zurückgreifen zu können. Eingefärbt werden diese Szenen jedoch nicht und bleiben somit als Stilmittel in Form von Erinnerungen in gewisser Weise nostalgisch. Nostalgie können wir fast zwanzig Jahre nach der Uraufführung des Films ebenfalls sein. Röhrenmonitore und das alte Apple-Symbol lassen grüßen. Das Bild der Blu-ray Disc ist in 1080p dennoch gut, wirkt in einigen Momenten jedoch etwas blass. Für Fans ist es jedoch abermals ärgerlich, dass nur die englische und die deutsche Tonspur auf dem Datenträger (in wenigen Szenen fehlt sogar die Lippensynchronität) enthalten sind; den japanischen Ton gibt es nur über den Importweg.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Godzilla vs. Destoroyah schließt die Geschichte um die Riesenechse Gojira 1995 vorerst ab. Es gibt zwar einen Anhaltspunkt, wie diese Geschichte weitererzählt werden könnte, doch möchte ich diesen nicht vorwegnehmen. Die Handlung des Films orientiert sich eigentlich an der Grundstruktur eines typischen Films des Kaiju-Genres, doch verbindet er gekonnt die Handlung des ersten Films der Shōwa-Reihe mit dem letzten Film der Heisei-Serie, indem man auf Motive wie den Oxygen-Zerstörer zurückblickt und am Ende dieselbe Botschaft vermittelt, wie schon beim ersten Godzilla-Film. Wie Ishirō Honda trifft auch Takao Okawara die Entscheidung, mit Godzilla vs. Destoroyah die Haltung gegen Atomenergie einzunehmen. Inhaltlich mag Godzilla vs. Destoroyah kein Meisterwerk sein, aber alleine für seine Intention und Erinnerung ans Original, sollte jeder Fan der Riesenechse auch dem letzten Film der Heisei-Reihe eine Chance geben.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Godzilla vs. Destoroyah!

Review: Mega Man Xtreme

Mega Man Xtreme (1)Manche Videospielserien sind heutzutage legendär. Mega Man ist solch eine Reihe, die sich auch fast nach dreißig Jahren des Bestehens großer Beliebtheit unter Action-Fans erfreut. Um die Fortsetzungsreihe Mega Man X zu bereichern, schuf man 2000 ein zweiteiliges Spin-off.

Mega Man Xtreme (2)Dieses Spin-off hört auf den Namen Mega Man Xtreme und wurde ein Jahr später mit einer einzigen Fortsetzung bereits vorzeitig abgeschlossen. Der GameBoy-Color-Klassiker bietet dabei im Grunde nichts anderes als die Mega-Man-X-Teile auf dem Super Nintendo, welche zum damaligen Zeitpunkt jedoch auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel hatten. Basierend auf den ersten beiden Super-Nintendo-Episoden nistet sich Mega Man Xtreme auch in deren Zeitlinie ein. Auf der Erde herrscht Frieden; Roboter und Menschen leben in Koexistenz. Der Frieden wird jedoch durch die so genannten Mavericks bedroht. Auf der anderen Seite des Gesetzes stehen wiederum die Maverick Hunters, zu denen auch die aus der Mega-Man-X-Serie bekannten Charaktere X und Zero gehören. In der Roboterhaut von X machen wir uns auf, den Oberschurken dingfest zu machen. Dabei stellen sich uns verschiedene Feinde in den Weg, die Fans bereits aus den bereits zitierten Mega Man X und Mega Man X2 kennen. Auch die Spielabschnitte erinnern teilweise stark an die Super-Nintendo-Spiele. Im ersten Moment macht das jedoch nichts, da wir den Ausflug auf der 16-Bit-Konsole bereits genossen haben. In Mega Man Xtreme funktioniert das jedoch nicht mehr ganz so gut. Auf dem kleinen Screen des GameBoy Color fehlt häufiger die Übersicht und Sprünge ins Nichts sind keine Seltenheit.

Anpassung an limitierte Hardware

Mega Man Xtreme (3)Sieht man davon jedoch einmal ab, kann Mega Man Xtreme die gleiche Faszination ausüben, wie schon die unzähligen Mega-Man-Titel zuvor. Allerdings dürft ihr jetzt nicht erwarten, dass die Levels des GameBoy-Color-Titels so groß wie auf dem Super Nintendo ausfallen. Hier hat Capcom an vielen Ecken und Enden gespart und die Darstellung auf das Nötigste reduziert. Der Wiedererkennungswert geht dadurch zwar nicht verloren, jedoch sind somit viele eigentlich herausfordernde Passagen sehr leicht zu meistern und erst beim Bossgegner kommt es auf das wahre Können an. Doof nur, dass man im Falle einer Niederlage wieder am Anfang des Levels starten muss. So mancher Weg, bei dem Sprünge genau abgestimmt und jeder Schuss auf einen Gegner einfach sitzen muss, wird so schnell zur Tortur. Im Gegensatz zu den frühen Ablegern auf dem Nintendo Entertainment System läuft Mega Man Xtreme auf Nintendos Handheld jedoch äußerst flüssig und auch die Animationen sämtlicher Charaktere machen eine sehr gute Figur. Man kann also sagen, dass Capcom die Limitierungen von Nintendos Hardware wunderbar gemeistert hat. Der Soundtrack bietet zwar prägnante Stücke, die sich auf dem Soundchip des GameBoy Colors aber nicht immer gut anhören – das ist aber das kleinste Übel, denn abseits dessen kann Mega Man Xtreme durchaus viel Spaß bereiten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Virtual-Console-Fassung): Für eine Runde Mega Man bin ich immer zu haben! Überrascht war ich jedoch, als plötzlich Mega Man Xtreme im eShop des 3DS erschienen ist. Den Titel habe ich zuvor noch nie gehört und umso interessierter war ich dann an dem Spiel. Als ich die ersten Minuten hinter mich gebracht habe, hat sich jedoch schnell Ernüchterung eingestellt. All das habe ich schon einmal in Mega Man X auf dem Super Nintendo erlebt – und zwar in wesentlich besserer Form. Natürlich darf man nicht vergessen, dass der GameBoy Color nicht das leisten kann, was das Super Nintendo auf die Beine stellt. Trotzdem ärgere ich mich darüber, dass die Übersicht oftmals nicht gegeben ist und die Levels selbst recht anspruchslos ausfallen. Erst bei den Bossgegner zeigt Mega Man Xtreme, dass man für das Spiel auch etwas leisten muss. Das ständige Zurücklaufen zu den Bossgegnern, da man ja selbst blöderweise nur zwei Versuche hat, stört mich auf Dauer dann jedoch zunehmend. Mega Man Xtreme ist kein schlechtes Spiel, aber Capcom hätte im Jahr 2000 nach jahrelanger Erfahrung ruhig mehr bieten können. Wer also Mega Man X schon kennt, braucht sich Mega Man Xtreme nicht anschauen. Wenn man aber unbedingt auch unterwegs von den herausfordernden Bossgegner gedemütigt werden will, kommt um Mega Man Xtreme nicht herum – am besten greift man aber gleich zum zweiten (und besseren) Teil!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Downloadcodes von Mega Man Xtreme!

Prime Time: Theatrhythm: Final Fantasy – Curtain Call – Limited Edition (Unboxing)

Heute erschien mit Theatrhythm: Final Fantasy – Curtain Call der Nachfolger eines Spiels, den Liebhaber der Musik von Final Fantasy einfach lieben mussten. Wir stellen euch heute die Limited Edition des Spiels vor, die neben des Spiels auch eine Musik-CD mit fünf geremixten Tracks aus Final Fantasy VI, VII, X und Tactics enthält. Welche Tracks das sind und ob sich der Kauf der Limited Edition lohnt, klärt unser Chefredakteur und wohl einer der größten Final-Fantasy-Fans in unserem Unboxing-Video. Wir wünschen euch viel Spaß!

Prime Time: Hyrule Warriors – Limited Edition (Unboxing)

Heute erschien mit Hyrule Warriors die von beinharten Fans ersehnte Fusion der Dynstasty-Warriors-Serie mit dem The-Legend-of-Zelda-Universum. Unser Chefredakteur ist einer der Glücklichen, die sich das Spiel beim berühmten Versandhandel am großen Fluss noch rechtzeitig bestellen konnten. In unserem Unboxing-Video zeigt er euch, welche Inhalte in der Limited Edition enthalten sind und womit man neidische Blicke in der U-Bahn auf sich ziehen kann. Wir wünschen euch viel Spaß und gute Unterhaltung mit unserem Video!

Review: SteamWorld Dig: A Fistful of Dirt

SteamWorld Dig (1)Im Jahr 1848 verbreitete sich in Amerika das Gerücht, dass im noch nicht zu den Vereinigten Staaten gehörenden Kalifornien Gold gefunden wurde. Daraufhin versuchten abertausende Glücksritter, während des kalifornischen Goldrausches reich zu werden. So sah es auch einmal im fiktiven Tumbleton aus.

SteamWorld Dig (2)Allerdings scheint das Örtchen Tumbleton schon längst ausgestorben. Irgendwo im Westen befinden sich drei Häuser und ein paar Kakteen, welche die Stadt bilden. Allerdings leben in der alternativen Version unserer Welt keine Menschen, sondern Roboter. In SteamWorld Dig: A Fistful of Dirt übernehmen wir die Rolle des Roboters Rusty. Dieser ist nach Tumbleton gekommen, um dort seinen Onkel zu treffen. Der hat dort nach Reichtümern gegraben und ist anscheinend bereits fündig geworden! Als Rusty jedoch in Tumbleton eintrifft, findet er in den Stollen jedoch nur noch die Überreste von seinem Onkel Joe. Die Diagnose: Deaktiviert – und zwar für immer! Irgendetwas muss sich aber tief unter der Erde befinden und so greifen wir uns Joes Spitzhacke und beginnen damit, im Erdreich zu graben. Das ist es auch, was wir in den nächsten sechs Spielstunden tun werden. Graben, graben und nochmals graben. Dabei stoßen wir auf verschiedene Arten von Gestein. Manche Steinblöcke lassen sich leicht mit der Spitzhacke bearbeiten und andere benötigen mehrere Schläge, bis sie endlich klein beigeben. In markierten Blöcken finden wir zudem die begehrten Materialien, die sich in Tumbleton in Bargeld eintauschen lassen. Vom Geld lassen sich wiederum Verbesserungen und weitere Objekte kaufen, die uns beim Graben im dunklen Erdreich behilflich sein werden.

Repetitive Buddelei

SteamWorld Dig (3)Lampen erhellen beispielsweise die Umgebung, Leitern nutzen wir, um uns aus Löchern zu befreien und den Teleporter setzen wir, wenn wir mehrere hundert Meter tief gegraben haben und der Rückweg in die Stadt mit unnötigen Strapazen verbunden wäre. Immer wieder stoßen wir auf Höhlen, in denen weitere Items versteckt sind. So gesellt sich zum Beispiel schon bald ein Bohrer ins Inventar dazu. Im Erdreich können wir zwar unbegrenzt buddeln, doch wird es mit der Zeit immer dunkler und dann müssen wir entweder ein paar Gegner zerhacken oder ans Tageslicht zurückkehren, um unseren Lichtvorrat aufzustocken. Das Gameplay von SteamWorld Dig ist wirklich spaßig, doch mit der Zeit merkt man einfach, wie repetitiv das System eigentlich ist. Graben, Mineralien sammeln, Mineralien verkaufen, neue Ausrüstung erwerben und zurück ins Erdreich. Spätestens nach der Hälfte der Spielzeit ist man im Trott drin und kurz vorm Ende schickt uns das Spiel sogar noch einmal in die ersten Gebiete in Form von Backtracking zurück. Tief sind die eintausend Meter im Spiel nicht, doch erst am Ende merkt man eigentlich, wie sehr sich die Buddelei zieht. Trotzdem merkt man dem Spiel an den Charakteren und den Spielideen an, dass mit Liebe gearbeitet wurde. Ein Nachfolger ist übrigens bereits angekündigt und wir hoffen, dass der abwechslungsreicher ausfallen wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Wii-U-Fassung): SteamWorld Dig hat mich die ganzen sechs Stunden gut unterhalten. Allerdings merkt man schnell, auf welche Inhalte sich das Spiel konzentriert und wie abwechslungsarm es mit der Zeit eigentlich ist. Man sammelt wie ein Wahnsinniger Mineralien in der Erde, verkauft sie und holt sich dafür gleich die neue Ausrüstung in einem der maximal drei Läden im Spiel – und dann geht das Spektakel wieder von vorne los. Dennoch unterhält das Spiel immer wieder kurzfristig zwischendurch, weshalb ich eher zur 3DS-Fassung raten möchte – die startet man schneller als die Konsolenfassung. In HD macht SteamWorld Dig: A Fistful of Dirt eine ebenso gute Figur. Lediglich den Soundtrack hätte ich mir etwas energischer gewünscht, denn der dümpelt mir einfach zu sehr vor sich im Hintergrund hin. Wer nichts gegen sich wiederholendes Gameplay hat, kann mit dem Kauf von SteamWorld Dig jedoch nichts falsch machen.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Download-Codes von SteamWorld Dig: A Fistful of Dirt!

Review: Weapon Shop de Omasse

Weapon Shop de Omasse (1)Das Leben eines Helden ist hart. Das wissen wir unlängst aus großen Rollenspielserien wie Final Fantasy, Dragon Quest, Gothic oder The Elder Scrolls. Ohne einen kräftigen Schmied kann jedoch auch ein Held keine Erfolge feiern, wie Weapon Shop de Omasse beweist.

Weapon Shop de Omasse (2)Weapon Shop de Omasse ist Teil der Guild01-Reihe, einer Serie, deren Spiele zwar zu klein sind, um mit den großen Titeln der Videospiellandschaft zu konkurrieren, aber zu groß sind, um als Minispiele abgestempelt zu werden. Im vierten und letzten Teil der Reihe, der nun nach fast zwei Jahren auch hierzulande im Nintendo eShop auf dem 3DS erschienen ist, übernehmen wir die Rolle des Schmiedegehilfen Yuhan. In der Lehre von Meister Oyaji stehend, erlernen wir von Grund auf das Schmiedehandwerk und zwar genau dann, wenn im Laden der Schmiede der Ansturm der Kunden beginnt. Das Geschehen des Spiels spielt sich nahezu komplett in der Schmiede der eurasischen Rollenspielwelt ab. Unsere Aufgabe ist es, Kunden wie Friedel Schlintz, das Schwesterpaar Mei Lan und Mei Hong, dem Samurai Izou Nishinokawa und den französisch anmutenden Jean Jardeaux zufriedenstellend zu bedienen. Während wir das tun, entwickeln sich zwischen Yuhan, seinem Meister und seinen Kunden jeweils nette Dialoge, welche sozusagen die Handlung des Spiels einnehmen. Diese wird in Weapon Shop de Omasse weniger mit Spannung, sondern mit Humor vorangetrieben. Daran ist das immer wieder eingespielte Geklatsche, Auspfeifen und Gelächter des unsichtbaren Publikums nicht ganz unschuldig. Oft haben wir das Gefühl, in einer Sitcom gelandet zu sein.

Irasshaimase!

Weapon Shop de Omasse (3)Das eigentliche Spiel ist dabei nicht auf die teils ellenlangen Dialoge beschränkt, denn das eigentliche Geschehen spielt sich am Schmelzofen ab. Nachdem wir uns vorab ausgesucht haben, ob wir jetzt ein Kurzschwert, ein Katana, eine Axt oder einen Speer schmieden wollen, wird uns ein glühendheißer Eisenblock auf den Amboss geschmissen. Nachdem die Vorlage noch ein paar Sekunden ersichtlich ist, beginnt die Musik zu spielen und dann heißt es im Takt den Eisenblock mit dem Hammer an noch nicht bearbeiteten Stellen zu treffen. Man darf das Spiel jetzt aber nicht mit Theatrhythm Final Fantasy vergleichen, denn dazu bietet der Titel zu wenige, genau genommen nur ein Taktsymbol, und legt ganz andere Schwerpunkte. Damit wir auch eine möglichst gute Punktzahl erzielen und so die zu schmiedende Waffe im gleichen Spielzug stärken, sollten wir auch die Hitze des Schmiedeblocks im Auge behalten. Wird der Block zu hart, ist es schwieriger, ihn zu bearbeiten. Dann sollte der Block für einen kurzen Augenblick noch einmal aufs Feuer, während jedoch dummerweise die Taktfrequenz weiterläuft. Sobald wir die Waffe zu einhundert Prozent bearbeitet haben, schmeißen wir sie ins kalte Wasser, um sie abzukühlen. Anschließend wandert sie ins Inventar, wo sie nur noch darauf wartet, von uns poliert zu werden. Letzteres ist zwar optional, jedoch zu empfehlen.

Viel Arbeit, wenig Vergnügen

Weapon Shop de Omasse (4)Mit einem Poliervorgang stärken wir nämlich die Waffe und unsere Kunden werden es uns sicherlich danken. Diese verlangen von uns übrigens immer unterschiedliche Waffen, die wir je nach Materialvorrat schmieden können. In Weapon Shop de Omasse verkaufen wir jedoch keine Waffen, sondern verleihen sie nur. Das Geld erhalten wir auch nur, wenn ein Held von seinem Quest erfolgreich zurückkehrt. Oft winken dann auch Verbesserungsmetalle, die wir beim Schmieden in die Waffe einbauen können. Diese Metalle können optional auch von dem eingegangenen Geld erworben werden. Für das Spiel nicht sonderlich wichtig, aber immerhin ein netter Bonus sind Gegenstände, mit denen wir die Schmiede verzieren können. Bis wir eine Waffe für den Oberschurken des Spiels schmieden können, vergehen einige Stunden, die jedoch nicht sonderlich abwechslungsreich ausfallen, da wir Tag für Tag nur den Alltag eines Schmiedegesellen erleben. Hier hätten die Entwickler ruhig abwechslungsreichere Aufgaben erstellen können, denn auf der optischen und akustischen Seite bemängeln wir kaum etwas. Schade finden wir lediglich, dass es nur englische Bildschirmtexte und keine Sprachausgabe gibt. Ein Mehrspielermodus, bei dem man sich die Arbeit des Spiels aufteilen könnte, fehlt ebenso. Weapon Shop de Omasse bleibt unterm Stich ein experimentelles Spiel.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Weapon Shop de Omasse bleibt unterm Stich definitiv ein experimentelles Spiel. In meinen Augen kommt das für uns auch nicht sonderlich überraschend, da die Guild01- und Guild02-Reihe exakt diesen Ansatz verfolgen. Ich finde es nur sehr schade, dass der Titel so schmalspurig sein Programm bis zum bitteren Ende durchzieht. Waffe schmieden, Auftrag annehmen, Waffe polieren, Waffe schmieden, Waffe aushändigen, Auftrag annehmen, Tagesbilanz anschauen und so weiter ist meinen Augen für ein Spiel des Jahres 2012 ganz einfach zu wenig. Als Minispiel für eine der eingangs erwähnten Rollenspielreihen fände ich das Konzept zwar genial, doch als eigenlauffähige Simulation macht Weapon Shop de Omasse zwar kaum etwas falsch, bietet aber im Gegenzug dafür einfach keinen Gegenwert. Wer aber gerne experimentelle Spiele mag und bereit ist, einen kleinen Obolus für den Titel zu löhnen, wird für ein paar Stunden dennoch seinen Alltag vergessen können und in die herrlich witzige Atmosphäre von Weapon Shop de Omasse eintauchen.

Review: Mighty Switch Force! 2

Mighty Switch Force 2! (1)Mighty Switch Force! 2 bietet zwar keine starke Handlung, doch dafür knifflige Schalterrätsel und hektische Sprungpassagen, die jeden Spieler in den Wahnsinn treiben können. Wir haben diese Tortur auf uns genommen und dabei nicht nur einmal die Nerven verloren!

Mighty Switch Force 2! (2)Mit ausgefallenen Spielideen ist es immer so eine Sache. Entweder man liebt diese Art von Spielen oder man hasst sie. Der Grad dazwischen ist sehr schmal und Mighty Switch Force! 2 versucht, genau in diesen Grad zu passen und sowohl Anfänger, als auch Profis bei Laune zu halten. Wieder einmal schlüpfen wir dafür in die Haut von Patricia Wagon. Während diese im ersten Teil noch die Rolle der Polizistin gemimt hat, wechselt sie in Mighty Switch Force! 2 den Beruf. Von nun sind wir als Feuerwehrfrau unterwegs und müssen nicht nur wieder die fünf bekannten Verdächtigen einsammeln, obwohl das im Grunde nicht mehr unsere Aufgabe ist, sondern nebenbei auch noch Brände löschen. Entsprechend hat unsere Protagonisten ihre Laster-Pistole gegen einen Feuerwehrschlauch eingetauscht. Angestöpselt werden muss dieser aber nirgendwo, denn die Technik in Mighty Switch Force! 2 ist wohl so gut, dass das Wasser aus einer portablen und unaufhörlich sprudelnden Quelle kommt. Der Schlauch funktioniert im Endeffekt genauso effektiv wie ihre letzte Waffe, doch setzen wir ihn wesentlich flexibler ein. Wasser können wir gezielt durch Roher spritzen und Herd-Plattformen kurzzeitig löschen – auch Gegner lassen sich auf diesem Wege leicht besiegen. Diesmal will die Welt also nicht nur vor Feind, sondern auch vor Feuer in den kurzweiligen Spielabschnitten gerettet werden.

Mega Man lässt grüßen!

Mighty Switch Force 2! (3)Während wir die ersten Levels noch recht schnell beenden, da die Rätsel verhältnismäßig einfach ausfallen, wird dieses Unterfangen mit zunehmender Spieldauer immer schwieriger. Wer nämlich nicht nur Levels abschließen, sondern auch Bestzeiten aufstellen will, hat ordentlich zu knabbern. Damit das Unternehmen nicht gänzlich im Sande verläuft, haben die Entwickler auf dem unteren Screen des 3DS (und bei Veröffentlichung der Wii-U-Fassung sicherlich auch auf dem Bildschirm des GamePads) einen Radar integriert, der die ungefähren Aufenthaltsorte der Übeltäterinnen anzeigt. Zusätzlich gilt es Schalterrätsel zu lösen, die dazu führen, dass überall in der Spielwelt Blöcke erscheinen (und wieder verschwinden), über die wir in alter Jump-‘n’-Run-Manier fröhlich springen dürfen. Wer hier jedoch nicht aufpasst und in der angedeuteten Markierung steht, wo gerade ein Block erscheint, verliert einen von drei Versuchen. Besonders in den letzten Levels können diese Rätsel zur wahren Tortur werden. Es gibt zwar großzügig verteilte Herzen, welche die Energie auffüllen, doch wenn ein Sprung mal nicht genau mit der Reaktivierung eines Blocks abgestimmt ist, können ungeduldige Spieler leicht die Nerven verlieren. Erfreuen dürfen wir uns aber am schönen Comiclook und an der Musik, die an alte 16-Bit-Zeiten erinnert.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der 3DS-Fassung): Mighty Switch Force! 2 ist genau so gut wie sein Vorgänger, doch für meinen Geschmack könnten die Levels noch größer und vielseitiger sein. Im Grunde wird in jedem Level nämlich nur das Standardprogramm in abgewandelten Formen abgespielt. Das macht zwar zwischendurch immer wieder ein wenig Spaß, doch wer das Spiel gerne für längere Zeit am Stück spielt, bemerkt das monotone Gameplay schnell. Dafür sind die Rätsel erfreulicherweise, besonders in der zweiten Spielhälfte, extrem knifflig. Da wollen Blöcke in wirklich kurzen Zeitabständen de- und reaktiviert werden, damit wir heil auf einer Plattformen landen, die ebenfalls aus Blöcken besteht und über einem Abgrund schwebt. Solche Rätsel sind heutzutage selten geworden, da man die Spieler am liebsten nicht quälen und die Verkaufszahlen in die Höhe treiben möchte. Ich bin froh, dass WayForward Technologies hier anders entschieden hat und mir eine Herausforderung nach der anderen beschert. Schade nur, dass die Einmalspielzeit sehr kurz ausfällt und keine richtige Story vorhanden ist. So ist und bleibt auch der zweite Teil der Mighty-Switch-Force!-Reihe ein kniffliges Spiel für zwischendurch. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Review: Shantae

Shantae (1)In den Weiten des Internets wird der finanziell nicht sonderlich erfolgreiche GameBoy-Color-Titel als Geheimtipp gehandelt. Nachdem eine Fortsetzung als DSiWare-Titel erschien, will der erste Teil der Reihe als Virtual-Console-Spiel neue Fans gewinnen.

Shantae (2)Die Geschichte von Shantae ist schnell erzählt. Eines Morgens bemerken die Bewohner der Hafenstadt eine gehisste Totenkopfflagge am Horizont. Kurz darauf beginnt auch schon das Bombardement auf die Stadt und das Umland. Schnell tauchen auch die ersten Piraten an der Küste auf, überfallen die Stadt und stehlen schlussendlich die Dampfmaschine eines dort ansässigen Wissenschaftlers. Was die Piraten mit der Dampfmaschine vorhaben, wissen wir an dieser Stelle noch nicht. Trotzdem übernehmen wir nur zu gerne die Rolle der Halbdschinn Shantae, die nun für Recht und Ordnung sorgen muss. Wir machen uns auf, die Anführerin der Piraten, genannt Risky Boots, und ihre Schergen aufzuhalten. Bis wir den Piraten das Handwerk legen können, erkunden wir zahlreiche Levels, die zuallererst abwechslungsreich wirken. Lebhafte Städte, dunkle Wälder, finstere Höhlen und malerische Berglandschaften wollen von uns unsicher gemacht werden. Überall in der Spielwelt können wir Gegenstände finden, die unsere Fähigkeiten erweitern. Das erinnert stark an die Metroid-Reihe und jüngere Castlevania-Episoden, da wir nur so neue Gebiete erreichen, die zuvor für uns einfach nicht zugänglich waren. Die wertvollen Objekte werden wiederum von gefährlichen Gegner im Auge behalten, die uns das Leben mit allen Mitteln der Kunst wahrhaftig schwer machen.

Geheimtipp

Shantae (3)Wir müssen dazu sagen, dass wir das Verhalten der Gegner beziehungsweise der künstlichen Intelligenz nicht wie in Mega Man als fordernd, sondern als unfair bezeichnen müssen. Wir wünschen uns von jedem Spiel eine Herausforderung, aber bei solchen Situationen, die bereits vor den Toren der Hafenstadt ablaufen, überkommt uns das Grauen. Hier springen aus dem Hintergrund ohne Vorwarnung Vogelscheuchen auf den Weg – jedoch selten vor oder hinter uns, sondern meist genau auf uns drauf! Dazu gesellen sich dann auch noch Maulwürfe, die plötzlich und unerwartet aus dem Boden springen. Da wir Gegner nur mit dem Schleudern unserer Haarpracht besiegen können, braucht es zudem einen gewissen Abstand, um die Feinde überhaupt erst zu treffen. Dazu stört gelegentlich auch noch das Leveldesign, denn trotz der schönen Spielabschnitte wissen wir oftmals nicht, wo unsere Reise als nächstes hingehen wird. Shantae geizt an allen Ecken und Enden mit Informationen, doch wem das egal ist, bekommt dafür immerhin eine malerische Kulisse vorgesetzt, die mit passender Musik unterlegt ist. Ohrwürmer eines Super Mario Bros. dürft ihr bei diesem Jump ’n’ Run jedoch nicht erwarten. Shantae erweist sich als Geheimtipp, doch als kein herausragendes Spiel. Da gab es bei der Erstveröffentlichung wesentlich besser spielbare Titel des Genres.

Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Virtual-Console-Fassung): Shantae ist und bleibt für mich ein Geheimtipp, doch kein herausragendes Spiel. Ich hätte nie gedacht, dass mich das Spiel in der ersten Spielstunde, über die ich ganz ehrlich gesagt auch nicht hinausgekommen bin, so dermaßen enttäuscht. Unausgereifte Spielsituationen stören den Spielfluss schon genug – da möchte ich wenigstens stringente Anweisungen haben, wo die Reise als nächstes hingeht. Hier drängt mir der Titel die frei Wahl auf, doch wenn nicht einmal eine vage Richtung formuliert wird, wo ich mich als nächstes einzufinden habe, dann bringt mir eine möglichst offene Welt überhaupt nichts. Das nicht immer gelungene Leveldesign und zu umständliche Laufwege, die sich daraus im Endeffekt ergeben, vermindern den Spielspaß stark. Die Krone wird dem durch die unfaire Platzierung der Gegner aufgesetzt. Zu guter Letzt kam es in unserem Test zu einem (nicht reproduzierbaren) Kampf, der den Bildschirm vollständig eingefroren hat. Hier hat nur das erneute Laden der Software und des Spielstandes geholfen. Trotzdem möchte ich interessierte Spieler nicht von dem Kauf abhalten – man muss jedoch wissen, mit welchen Mäkeln man selbst zu kämpfen hat. Wer sich darauf einlässt, bekommt jedoch ein Spiel, das auch nach der Virtual-Console-Veröffentlichung noch immer als Geheimtipp gehandelt wird.

Review: Godzilla vs. Spacegodzilla

Godzilla vs. Spacegodzilla (1)Als Godzilla vs. Spacegodzilla 1994 in den japanischen Kinos anläuft, weiß man noch nicht, dass es der vorletzte Film der Heisei-Reihe sein wird, auf den nur noch ein weiterer Kinofilm folgen wird. Wir erinnern uns an die bis dahin teuerste Godzilla-Produktion aller Zeiten.

Godzilla vs. Spacegodzilla (2)Godzilla vs. Spacegodzilla spielt direkt nach den Ereignissen des direkten Vorgängerfilms. In Godzilla vs. Mechagodzilla II kämpft die Riesenechse noch gegen einen metallenen und von Menschenhand geschaffenen Gojira. Nach dem verheerenden Kampf zwischen Gojira und Mekagojira zieht sich Gojira mit seinem Sohn ins Meer zurück. Damals noch Baby genannt, wird Gojiras Sohn nun als Gojira Junia betitelt. Während Gojira in den Tiefen des Meeres unterwegs ist, lebt Junior auf Birth Island – abermals einer fiktiven Insel vor der Küste Japans. Dort schließt er Freundschaft mit dem Einheimischen Akira Yuki. Dieser will Gojira Junia zwar nichts antun, dafür aber seinem riesigen Vorfahren. Währenddessen wird in Japan überlegt, wie man die Riesenechse ein für alle Mal besiegen kann. Es wird zur gleichen Zeit an zwei Projekten gearbeitet. Auf der einen Seite steht das Projekt T. An Gojiras Hinterkopf soll ein Telepathieverstärker angebracht werden, mit dem es schlussendlich möglich sein soll, die Bewegungen des Giganten durch einen Telepathen zu kontrollieren. Auf der anderen Seite versucht man ebenfalls, Gojira zu töten. Dazu baut man den gigantischen Roboter Mobile Operation Godzilla Universal Expert Robo Aero-type; kurz Moguera. Das Wortspiel auf das japanische Wort mogura, welches übersetzt Maulwurf bedeutet, ist zudem nicht rein zufällig.

Bedrohung aus dem All

Godzilla vs. Spacegodzilla (3)Bis der riesige Bohrer am Kopf von Moguera zum Einsatz kommen wird, vergehen jedoch gut neunzig Minuten des Films. Während die Wissenschaftlerin und Telepathin Miki Saegusa auf Birth Island ankommt, erfährt man in Zusammenarbeit mit der US-amerikanischen National Aeronautics and Space Administration, das ein gigantisches Weltraummonster Kurs auf die Erde genommen hat. Da Moguera auch weltraumtauglich ist, entschließt man sich dazu, den Roboter im All einzusetzen und das Monster aufzuhalten – jedoch ohne Erfolg. Während auf Birth Island durch Yuki die Jagd auf Gojira vorangetrieben wird, versuchen die Mitarbeiter von Saegusa den Telepathieverstärker auf Gojiras Hinterkopf anzubringen. Während diesem Wettlauf um die Zeit landet auch das Weltraummonster auf der Erde. Es verletzt Gojira Junia und sperrt es in einem Eiskristallgefängnis ein. Erzürnt vor Wut beginnt Gojira den Kampf, doch unterliegt er seinem Widersacher. Dieser flieht von der Insel, um sich in der japanischen Stadt Fukuoka, genauer gesagt um den Fukuoka Tawā, erst einmal niederzulassen. Während Gojira die Verfolgung aufnimmt und in verschiedenen japanischen Städten eine Schneise der Verwüstung hinterlässt, kommt man im Labor zum Schluss, dass es sich bei dem Monster um einen genetisch weiterentwickelten Gojira handelt. Man gibt ihm den Namen Supesugojira.

Science Fiction, Action und Love Story

Godzilla vs. Spacegodzilla (4)Grundsätzlich erzählt der Film stringent bis zum großen Endkampf die übliche Geschichte um die Riesenechse. Der Film ist aber dennoch mehr als ein Science-Fiction-Film. So kommt es im Verlauf der Handlung zu einer Entführung durch die Yakuza und einem Schusswechsel. Neben der Action gibt es aber auch wieder eine Liebesgeschichte, die aber deutlich schwächer als in Godzilla kehrt zurück erzählt wird und nicht ganz so deplatziert wirkt. Neben Action gibt es jedoch auch einen Fantasy-Einschlag, den man gänzlich nur verstehen kann, wenn man etwaige Vorgänger gesehen hat. Viel erklärt wird in Godzilla vs. Spacegodzilla jedoch nicht; Vorwissen wird meistens erwartet. Das Bild der Blu-ray-Fassung hat sich aber im Vergleich zum direkten Vorgänger deutlich verbessert. Dort hatte man noch das Gefühl, Nebel über dem eigentlichen Bild zu sehen. Unverändert sind jedoch die gelegentlichen japanischen Untertitel. Das liegt aber daran, dass selbst die Blu-ray-Fassung nur über die englische und die deutsche Synchronisation verfügt und die Untertitel ein Überrest der japanischen Fassung sind, wo die Ausländer wohl tatsächlich nur Englisch sprechen. Zwanzig Jahre nach Erscheinen des Films sollte so etwas eigentlich nicht mehr vorkommen. Wer sich auf Godzilla vs. Spacegodzilla einlässt, kommt dennoch spätestens zum großen und furiosen Finale voll auf seine Kosten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Godzilla vs. Spacegodzilla ist ein Film, der sich an der Handlung der Vorgängerfilme orientiert, sie aber dennoch weiterentwickelt beziehungsweise auf Inhalte dieser Filme zurückgreift. Beispielsweise wird plausibel erklärt, wie Supesugojira entsteht und auch welche Rolle Miki Saegusa einnimmt, um dem Franchise inhaltlich einen tieferen Sinn zu geben. Außerdem hat man sich innerhalb der Story überlegt, nicht den genauen Pfaden der vorherigen Filme zu folgen. Die Einbindung der Yakuza, also der japanischen Mafia, und der damit zusammenhängenden Entführung gibt dem Film nach der Hälfte der 108 Minuten kurzzeitig neuen Aufwind. Danach kommen jedoch alle Godzilla-Fans auf ihre Kosten, da der Endkampf um den Fukuoka Tawā wirklich großartig inszeniert ist. Technisch wäre im Jahr 1994 sicherlich noch ein wenig mehr drin gewesen, aber wahre Fans der Riesenechse nehmen es dem kreativen Team um Regisseur Kensho Yamashita sicherlich nicht krumm. Schließlich sind es doch die inneren Werte, die zählen und davon hat Godzilla vs. Spacegodzilla genug!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Godzilla vs. Spacegodzilla!

Review: Btooom! (Band 3)

Btooom! (Band 3) (1)Ryōta Sakamoto und Himiko sind am Ende des zweiten Bandes der Btooom!-Reihe gerade noch so mit dem Leben davon gekommen. Bevor die Haupthandlung jedoch fortgesetzt wird, springt der Manga zurück an den ersten Tag und stellt die Geschehnisse aus dem Blickwinkel von Himiko dar. Wie Ryōta muss auch sie lernen, welche Gesetze auf der Insel herrschen und leider sind ihre Erfahrungen schmerzlicher als die ihres neuen Freundes. Rückblickend wird nämlich auch das Verhältnis zu ihren Freundinnen in Japan geschildert. Himiko arrangierte nämlich ein Treffen mit einer Band für ihre Freundinnen, da diese die Jungs der Gruppe total mögen. Himiko hat den Bandleader jedoch schon lange nicht mehr gesehen, weshalb sie beim Eintreffen in der Wohnung einen unangenehmen Anblick erdulden muss. Welche grausame Szene sich hier abspielt, möchten wir euch aus Spoiler-Gründen natürlich nicht verraten – es ist jedoch durchaus verständlich, dass Himikos Reaktion auf das Erlebnis dazu führt, dass sie von ihren Freundinnen nominiert wird. Nominiert, um auf der Insel ums Überleben kämpfen zu müssen. Anschließend springt das Geschehen in die Gegenwart; genauer gesagt in den leerstehenden Gebäudekomplex, in dem Ryōta den Söldner Masashi Miyamoto töten musste, um Himiko aus dessen Klauen zu befreien. Anscheinend spukt es jedoch in dem Gemäuer.

Undurchsichtiger Mediziner

Währenddessen lernt der verletzte Kiyoshi Taira den Arzt Masahito Date kennen. Dieser hat Herrn Taira in seinem Versteck nämlich aufgespürt und möchte ihm helfen. Als Ryōta und Himiko eintreffen, sind sie gegenüber Herrn Date zunächst jedoch misstrauisch eingestellt. Notgedrungen versuchen die beiden Vertrauen zu ihm aufzubauen und als auch schon die nächste Lebensmittellieferung über der Insel abgeworfen wird, können sie dieses Vertrauen direkt auf die Probe stellen. Ryōta, Himiko und Herr Date schreiten zur Tat und müssen sich vor Ort mit neuen und alten Feinden herumschlagen. Es entbrennt abermals eine brenzlige Situation, die nur durch den Einsatz der Bomben zu lösen ist. Ihre neuen Feinde haben auch gleich neue Bomben im Schlepptau. Beispielsweise Bomben, die sich fernzünden lassen oder Bomben, die eine kreuzförmige Feuerschneise im Gebiet freisetzen. Die Handlung wird im dritten Band von Btooom! spannend fortgesetzt und auch die Einführung neuer Charaktere ist Junya Inoue intelligent gelungen. Weitere Handlungsebenen, wie Zeitreisen oder Blicke ins Hauptquartier von Tyrannos Japan sind bereits obligatorisch und nicht mehr aus Btooom! wegzudenken. Der dritte Band ist jedoch vor allem für Himiko-Fans interessant, da hier ihr Hintergrund eines der Hauptmotive einnimmt, welche ihre Persönlichkeit stark auszeichnet.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Nachdem ich nach dem zweiten Band eine längere Pause eingelegt habe, bevor ich Btooom! fortsetzen konnte, ist die Story ein wenig erfrischend. Ich kenne sie zwar immer noch weitgehend aus dem Anime, doch gefällt mir der Einsatz von Rückblenden und verschiedenen Erzählebenen im Manga noch ein wenig besser. Besonders Himikos Persönlichkeit, die im dritten Band ins Licht gerückt wird, wird gut erklärt und zeigt einmal mehr, wie perfide das Spiel auf der Insel ist und wie viel Macht der Konzern Tyrannos Japan hat. Besonders letzteres kommt im Anime meiner Meinung nach zu kurz, warum es sich vor allem deswegen lohnt, in den Manga einzutauchen. Ist man mehr auf der Suche nach Action, wird man im Manga jedoch ebenfalls mehr als fündig. Besonders das letzte Drittel des Bandes beschäftigt sich sehr mit dem Ausschalten diverser Feinde durch den Einsatz der Bomben. Das ist spannend und zudem hübsch in Szene gesetzt. Für schwache Gemüter ist der Manga dennoch nicht, da sich zwei Stellen an ein erwachsenes Publikum richten. Welche schockierenden Stellen das sind, dürft ihr jedoch gerne selbst herausfinden!

Vielen Dank an Tokyopop für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Btooom! (Band 3)!

Review: Der Herausforderer

Der Herausforderer (1)Vor 1976 dümpelt Jackie Chans Karriere vor sich hin, doch dann geht alles ganz schnell. Von den Choreographien des Kampfkünstlers begeistert, arbeitet Chan zunächst öfters mit Lo Wei zusammen. Einer ihrer ersten gemeinsamen Werke ist der Film Der Herausforderer von 1977.

Der Herausforderer (2)Bevor der Film Deutschland erreicht, wird er zunächst auf den Namen To Kill with Intrigue genannt. Für den deutschen Markt suchen sich die damaligen Verantwortlichen jedoch einen gänzlich anderen Titel aus, um ihn für das Publikum weniger abschreckend, gar attraktiver zu machen. Der Herausforderer heißt der Film nun, doch wird der Titel dem Inhalt kaum gerecht. Im feudalen China angesiedelt, lebt die Familie von Siao Lei wohlhabend auf einem großen Anwesen. Es ist der Geburtstag seines Vaters, doch anstatt den Feierlichkeiten beizuwohnen, zu dem Freunde, Verwandte und Nachbarn eingeladen sind, lungert Siao Lei lieber auf dem großen Feld neben dem Wohnhaus herum. Dort wartet er auf seine Freundin Chin Chin, die ihm jedoch anscheinend nicht ganz so wichtig erscheint. Obwohl sie ihm verrät, dass sie ein Kind von ihm erwartet und er Vater wird, verpasst er ihr eine Ohrfeige. Nihilistisch verhält er sich gegenüber seiner Freundin, die viele Tränen lässt, während sie über das Feld flieht. Siao Lei kehrt nach Hause zurück, wo er auch noch alle anwesenden Gäste beleidigt, die daraufhin die Feier verlassen. Sein Vater ist schwer enttäuscht von ihm, doch gesteht ihm sein Sohn nur wenige Sekunden später den Grund für sein Auftreten. Die gefürchtete Killer-Bienen-Bande hat sich neu formiert und ist auf dem Weg, um Siao Leis gesamte Familie auszulöschen.

Ziellos durch die Welt

Der Herausforderer (3)Wenige Augenblicke später tauchen die Angreifer auch schon auf dem Anwesen auf. Dabei ist es nicht verwunderlich, dass die meisten mit ihren Särgen anreisen oder durch die Lüfte schweben. Schließlich hat Siao Leis Vater die Banditen vor fünfzehn Jahren weitgehend zur Strecke gebracht und nur ein paar Kinder am Leben gelassen. Diese sinnen nach Rache und sie erhalten sie auch. Siao Leis Familie wird ausgelöscht und es hat den Anschein, dass auch Siao Lei unter den Toten ist. In einem Augenblick der Unachtsamkeit gelingt es Siao Lei aber die Anführerin der Killer-Bienen zu überraschen. Anstatt ihn jedoch zu töten, lässt sie ihm am Leben und schickt ihn hinaus in die Welt. Dort treibt Siao Lei auf der Suche nach sich selbst umher. Seine Freundin streift ebenso ziellos durch die Welt, wird jedoch von Siao Leis guten Freund aufgenommen. Anstatt jedoch in ihrem Haus auf Siao Lei zu warten, nimmt dieser die Dame mit auf eine Reise. Erst in ein Gasthaus und dann auf sein Anwesen, wo sie Teil seines persönlichen Harems werden soll. Siao Lei wird von mehreren Fraktionen aufgenommen und verjagt. Als er von dem Verfehlen seines guten Freundes gehört hat, sinnt er nach Rache für die unehrenhafte Tat. Die Anführerin der Killer-Bienen unterrichtet ihn schließlich in vielen Disziplinen, da sein ehemals guter Freund mehr als nur ein falsches Spiel spielt.

Maximales Mittelmaß

Der Herausforderer (4)Die Handlung von Der Herausforderer könnte konfuser nicht sein. Grundsätzlich bietet die Story des Films genug Tiefe, um durchweg unterhalten zu können. Dazu sollte man sich aber keinesfalls die 84-minütige deutsche Filmfassung anschauen, da hier elementare Bestandteile der Geschichte fehlen. Erst die 108-minütige Originalfassung schafft Klarheit in der Frage des Verhältnis zwischen Siao Lei und Chin Chin. Die geschnittenen Szenen sind dann natürlich nur in Mandarin enthalten, jedoch auf Deutsch untertitelt. Wahlweise kann auch der gesamte Film in Mandarin angesehen beziehungsweise angehört werden. Das Tonformat der beiden Sprachfassungen liegt jeweils in 5.1 DTS-HD und 2.0 (Mono) DTS-HD vor. Altersbedingt gibt es ein paar kleinere Schnitzer wie wenige unsynchrone Stellen in der deutschen Fassung. Am Anfang des Films gibt es sogar eine Stelle, in der Siao Lei relativ laut sprechen soll, die deutsche Synchronisation aber fälschlicherweise sehr leise ist. Derlei Kleinigkeiten hätte man beim Blu-ray-Release unbedingt beheben können. Selbiges gilt für das Bild, welches meist sehr überlichtet wirkt, jedoch auch an einer falschen Lagerung des Originalmaterials liegen könnte. Irgendwie kommt so aber auch Nostalgie-Feeling auf. Das Action-Abenteuer spricht vor allem Nostalgiker an, da Story, Action und Emotionen maximal Mittelmaß erreichen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Der Herausforderer ist ein Film, der typisch für seine Zeit ist. Es wird eine Geschichte erzählt, in der ein junger Bursche zum waschechten Kämpfer erzogen und trainiert wird, der sich dann einem Konflikt stellen muss, in den er unmittelbar hineingezogen wird. Zumindest sollte ich das meinen, doch bis dieser Konflikt erst einmal gefunden ist, vergehen mindestens neunzig Minuten und zuvor treibt sich der Protagonist ziellos durch die Welt. Wenn man sich dazu nur die deutsche Fassung des Films anschaut, wird man ohnehin nur wenig verstehen. Vor allem die Motivation, seine Freundin wieder zu finden, ist für Siao Lei besonders von Bedeutung, wird aber nicht in den Vordergrund der Geschichte gestellt. Sie wirkt teils doch sehr befremdlich, da hier zu viele unpassende Elemente zusammen spielen. Mit zwei Highlights, jeweils eines am Anfang und eines am Ende, kann ich mir den Film unter choreographischen Maßstäben auch ohne den langatmigen Zwischenteil anschauen. Jackie-Chan-Fans werden den Film zwar ohnehin schon in ihre Sammlung aufgenommen haben, doch ist der Film noch weit entfernt von der Qualität, die Chan spätestens in den Achtziger Jahren abliefert.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Der Herausforderer!

Umfrage-Ergebnis: Kritik an der Gamescom

Umfrage-Ergebnis Kein Interesse an der Gamescom (1)Am 17. August 2014 haben wir euch gefragt, wie euch die diesjährige Gamescom gefallen hat. Bereits im Vorfeld zeichnete sich ab, dass die Messeleitung wohl auch in diesem Jahr nicht aus ihren Fehlern gelernt hat. Die überwiegende Mehrheit von 44% ist der Meinung, dass die Gamescom schlechter als in den letzten Jahren ausgefallen ist. Obwohl die Wild Cards beschränkt worden, konnte die Gamescom knapp ihren alten Besucherrekord erreichen; wenn auch leicht verfehlen. Diesen Trend schließen sich 19% aller Befragten an. Diese fanden die Gamescom 2014 sogar noch wesentlich schlechter als in den in den letzten Jahren. Das wird vor allem an den zu vollen Gängen und zu lauten Hallen liegen. Jeweils 6% fanden die Qualität der Messe in diesem Jahr gleichbleibend gut beziehungsweise schlecht oder wesentlich besser als in den Vorjahren – ein kleiner Prozentsatz, der bereits Auskunft darüber gibt, wie viel Interesse noch an der Messe besteht. 25% der Umfrageteilnehmer haben aktuell schon gar kein Interesse mehr an der Gamescom und sind gleich daheim geblieben.

Unterm Strich merkt man, dass die Qualität der Messe im Angesicht der Besucher auch in diesem Jahr abgenommen hat. Es wird Zeit, dass die Gamescom wieder zu ihrer einstigen Stärke im Jahr 2009 zurückkehrt. Andernfalls wird es auch in den nächsten Jahren wieder nur überwiegend negative Meinungen geben, die man auch nicht mit dem überpositiven Gamescom TV mit Moderatorin Annica Hansen verschweigen kann – auch wenn man es natürlich wieder genau so handhaben wird.

Gewinnspiel (02. – 30. September 2014)

Gewinnspiel Ein Brief an Momo (1)In einem Review können wir euch Ein Brief an Momo diesmal zwar leider nicht vorstellen, doch das hält uns in keiner Weise davon ab, den Film zu verlosen. Hiroyuki Okiura möchte mit seinem Familienfilm an den Stil der Hayao-Miyazaki-Klassiker Mein Nachbar Totoro oder Chihiros Reise ins Zauberland anknüpfen. Die titelgebende Momo denkt im Film ständig an den letzten Brief ihres Vaters. Was dort drinsteht, dürft ihr ab dem 5. September 2014 sehr gerne selbst herausfinden, denn an diesem Tag erscheint der Titel im Handel. Bereits vor dem offiziellen Release beginnen wir mit der Verlosung des Titels. Um Ein Brief an Momo auf Blu-ray Disc gewinnen zu können, habt ihr mehrere Teilnahmemöglichkeiten. Ihr dürft an allen Möglichkeiten teilnehmen, für die ihr jeweils ein bis drei Lose erhaltet. Je mehr Lose ihr am Ende habt, desto höher ist auch eure Gewinnchance.

1. Auf unserer Facebook-Seite veröffentlichen am 02.09.2014 ein Bild zum Gewinnspiel, welches ihr kommentieren und öffentlich mit euren Freunden teilen müsst. Schreibt uns unter dem Bild einfach eure Vermutung, was wohl im titelgebenden Brief an Momo drinsteht. Zudem müsst ihr unsere Facebook-Seite spätestens zum Ende der Verlosung mit einem „Gefällt mir“ versehen haben. (ein Los)

2. In der NextGen-Comunity veröffentlichen wir am 02.09.2014 ein Bild zum Gewinnspiel, welches ihr kommentieren und öffentlich mit euren Freunden teilen müsst. Schreibt uns unter dem Bild eure Vermutung, was wohl im titelgebenden Brief an Momo drinsteht. Zudem müsst ihr zum Ende der Verlosung ein Mitglied der NextGen-Community sein. (ein Los)

3. Auf unserem Twitter-Auftritt veröffentlichen wir am 02.09.2014 ein Bild zum Gewinnspiel, welches ihr retweeten müsst. Zudem müsst ihr auf unseren Beitrag eure Vermutung antworten, was wohl im titelgebenden Brief an Momo drinsteht. Abschließend müsst ihr zum Ende unserer Verlosung ein Follower unseres Twitter-Auftritts sein. (ein Los)

4. Wer an den Teilnahmemöglichkeiten 1 bis 3 teilnimmt und uns Screenshots von sämtlichen Vorgängen via E-Mail mit dem Betreff „Teilnahme 4: Ein Brief an Momo“ bis zum Ende der Verlosung zuschickt, erhält drei zusätzliche Lose.

5. Ihr schickt uns eine E-Mail mit dem Betreff „Teilnahme 5: Ein Brief an Momo“. Die E-Mail enthält eure Vermutung, was wohl im titelgebenden Brief an Momo drinsteht und den Link zu unserem Gewinnspiel (ein Los). Wenn im Empfänger eine weitere Person angegeben ist und sich diese Person auf gleichem Weg teilnimmt, erhalten beide Teilnehmer zwei zusätzliche Lose.

Teilnahmeberechtigt sind alle Personen, die mindestens das achtzehnte Lebensjahr vollendet und ihren Erstwohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland haben. Minderjährige Nutzer müssen vor der Teilnahme eine Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten einholen. Mitarbeiter von Gameplay Gamers und Universum Film sind von der Verlosung ausgeschlossen. An der Verlosung nehmen alle Personen teil, welche die jeweils gewünschten Anforderungen erfüllen. Erfüllt kein Teilnehmer die Anforderungen, wird der Gewinn unter allen Teilnehmern gleichermaßen verlost. Der Gewinner der Verlosung wird schriftlich nach Ablauf des Gewinnspiels ab dem 1. Oktober 2014 informiert. Er hat anschließend 72 Stunden Zeit, sich bei uns zu melden. Andernfalls erhält nach denselben Gewinnspielregeln ein anderer Teilnehmer die Chance auf den Gewinn. Aus Datenschutzgründen werden die Gewinner namentlich nicht auf Gameplay Gamers, Facebook, Twitter und in der NextGen-Community erwähnt. Sie dürfen sich dort aber sehr gerne selbst als solche zu erkennen geben. Teilnahmeschluss ist der 30. September 2014, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

Review: Godzilla vs. Mechagodzilla II

Godzilla vs. Mechagodzilla II (1)Godzilla vs. Mechagodzilla II ist wieder so ein Film, bei dem man die Verantwortlichen für den deutschen Titel gerne schlagen möchte. Es handelt sich hierbei nämlich nicht um einen Nachfolger, wie es der Titel vielleicht vermuten lässt – er ist schlicht Teil der Heisei-Reihe.

Godzilla vs. Mechagodzilla II (2)Der zwanzigste Godzilla-Film wird hierzulande auf den Namen Godzilla vs. Mechagodzilla II getauft, da der Film Godzilla gegen King Kong hierzulande unter anderem schon als Godzilla vs. Mechagodzilla vermarktet wird. Lustigerweise ist einem das Jahre später bei einem neuen Godzilla-Film ebenfalls wieder egal. Das macht die Zusammenhänge und Einordnung aller Filme unnötig kompliziert und erst wenn man sich ein wenig mit der Chronologie der Filme auseinandergesetzt hat, kann man die Filme auch endlich auseinanderhalten. Bei Godzilla vs. Mechagodzilla II handelt es sich um den Nachfolger von Godzilla – Duell der Megasaurier aus dem Jahr 1992. Ein Jahr später bastelt man im Forschungszentrum der frisch gegründeten G-Force an einem Pendant zu Gojira, um diesen endgültig in die Schranken zu weisen. Das Ungetüm, welches Gojira ähnelt, tauft man auf den Namen Mekagojira. Der riesige Roboter soll schon bald einsatzbereit sein und im Zweikampf gegen Gojira antreten – dazu muss der jedoch erst einmal irgendwo auftauchen. Zufälligerweise finden zur gleichen Zeit auf der im Pazifik gelegenen fiktiven Insel Adonoa Wissenschaftler ein angebliches Dinosaurierei. Als die Wissenschaftler das Ei bergen wollen, taucht plötzlich das Monster Radon auf und wütet auf der Insel. Aufgeschreckt durch den Krach lässt auch Gojira nicht länger auf sich warten.

Kuckucksei

Godzilla vs. Mechagodzilla II (3)Den Wissenschaftlern gelingt es während des Kampfes zwischen den beiden Giganten das Ei sicher von der Insel und in die japanische Stadt Kyōto zu bringen. Dort versucht man das Ei auszubrüten, doch als das Ei auf einmal beginnt rot zu leuchten und die Eierschale langsam aufbricht, staunen die Forscher nicht schlecht. Anstatt eines kleinen Pteranodon schlüpft aus dem Ei ein Nachkomme von Gojira, welches spontan auf den Namen Baby getauft wird. Mit Hilfe von telepathischen Kindern möchte man Baby in seinem etwas größeren Gehege mit einem Lied eine Freude bereiten, doch sorgt das dafür, dass sich Baby aufregt und Gojira in seine Nähe lockt. Unterdessen erkennen die Wissenschaftler, dass Baby über ein zweites Gehirn in Rückennähe verfügt, weshalb Gojira ebenfalls über diese Schwachstelle verfügen müsste. Der Plan, Mekagojira gegen Gojira antreten zu lassen, kann nun endlich in die Tat umgesetzt werden. Die Wissenschaftlerinnen Azusa Gojo und Miki Saegusa versuchen den Plan zwar zu torpedieren, doch gegen die militärische Leitung der G-Force haben sie keine Macht. Man versucht Baby aus der Schusslinie von den großen Städten zu bringen, doch als Baby und Azusa im von einem Helikopter gehaltenen Container verweilen, taucht plötzlich der totgeglaubte Radon wieder auf und entführt den Container – zum Unwollen Gojiras.

Ein Fest für die Augen

Godzilla vs. Mechagodzilla II (4)Fortlaufend verliert der Handlungsteil in Godzilla vs. Mechagodzilla II an Stellenwert. Das ist jedoch nicht negativ gemeint, denn nur so kann sich in den letzten dreißig bis vierzig Minuten ein Kampf entwickeln, den es in dieser Größenordnung bisher in der Reihe kaum gegeben hat. Hier kämpfen Gojira und Radon gegeneinander, Radon wehrt sich gegen Garuda (eine Art fliegender Kampfroboter) und dann taucht auch noch der titelgebende Mekagojira auf, der mit Garuda zu Suupaamekagojira verschmilzt. Diese Kämpfe, bei denen auch mehrere Gebäude zu Bruch gehen, ist ein wahres Fest für die Augen eines jeden Godzilla-Fans. Weniger nett für die Augen sind die recht großen japanischen Untertitel. Das rührt daher, dass die Blu-ray nur mit der deutschen und der englischen Synchronisation ausgeliefert wird. Der japanische Ton fehlt und die Untertitel sind wohl ein Überrest dessen, da dort wohl alle Ausländer tatsächlich in Englisch sprechen. Mehr als zwanzig Jahre nach Erscheinen des Films würden wir uns über ein vollständiges klares Bild freuen. Auf der einen Seite ist es sogar etwas schade, dass das Bild des Films ein wenig neblig wirkt. Auf der anderen Seite haucht das dem Film auch ein wenig Stil ein – ein japanischer Film der frühen Neunziger Jahre eben. Wer sich auf den Film einlässt, kommt in den Genuss wirklich grandioser Action, die man so nur sehr selten erlebt!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Selten habe ich einen Film so genossen. Der Kampf zwischen Gojira und Mekagojira ist wirklich großartig inszeniert und durch die verschiedenen Einstellmöglichkeiten des metallenen Gojira-Pendants erlangt der Film am Ende noch einmal eine ganz andere Tiefe – zudem mischt Radon ordentlich mit und sorgt auch noch für eine nette kleine Überraschung. Storytechnisch bewegt sich der Film auf einer Ebene mit den früheren Teilen der Reihe. Herausragende Merkmale finden sich hier zwar nicht, aber das ist auch nicht die Absicht von Godzilla vs. Mechagodzilla II. Hier steht wahrhaftig die pure Action auf dem Plan, die man in kaum einen anderen Godzilla-Film so grandios erlebt. Der einzige Wermutstropfen ist für mich, dass der Film an einer Stelle ein paar Minuten lang unsynchron ist – das hätte man für die Veröffentlichung auf Blu-ray Disc durch eine erneute Bearbeitung verhindern können. Trotzdem gehört Godzilla vs. Mechagodzilla II trotz dieses – für manche Filmsammler gravierenden Mankos – meiner Meinung nach in jede gut sortierte Godzilla-Filmsammlung. Sehenswert!

Prime Time: One Piece (TV-Box 7) Unboxing

Noch bevor die Serie in Deutschland auf DVD fortgesetzt wird, hatten wir bereits eine Woche vor dem offiziellen Release die Gelegenheit, die 33 Episoden der siebten DVD-Box zu sehen. Wie bei den sechs vorherigen Boxen widmen wir uns auch der siebten Serienbox einem Unboxing-Video, passend zu unserem Review. In diesem stellen wir euch die optischen und haptischen Merkmale der Box vor und verraten euch außerdem ein klein wenig zur Serie; worauf ihr euch freuen dürft und welcher Meinung unser Chefredakteur bei den vorliegenden Episoden sind. Viel Spaß!

Review: One Piece: Box 7 (Episoden 196-228)

One Piece - Box 7 (1)Seit März 2013 mussten sich Fans des Anime One Piece gedulden, bis weitere Episoden auf DVD erschienen sind. Bereits eine Woche vor dem Release-Datum hatten wir die Gelegenheit, alle 33 Episoden der siebten Box anzusehen und schon hat uns das One-Piece-Fieber wieder gepackt!

One Piece - Box 7 (2)Wir erinnern uns noch sehr gut an das Ende der einhundertfünfundneunzigsten Episode. Die Strohhutpiraten fallen von Skypia wieder hinunter auf die Grandline. Leider landen sie dabei nicht auf dem offenen Meer, sondern quasi in einem See umringt von massiven Felswänden. Noch dazu ist dieser See im Grunde nur der Hafen der G8-Marinebasis. Die Marine staunt nicht schlecht, als plötzlich ein fremdes Schiff in der Bucht vor Anker geht. Als diese jedoch die Flying Lamb, also das Schiff der siebenköpfigen Piratenbande, untersuchen, finden sie dort nur den Goldschatz aus Skypia, aber keine Piraten. Die erste Hälfte der ersten Episode der vorliegenden Box muss gänzlich ohne die Strohhüte auskommen, bis diese nach und nach wieder in Erscheinung treten. Diese haben sich noch gerade rechtzeitig in Sicherheit gebracht, sind dafür aber über das ganze Gebiet verstreut. Einzeln machen sie sich auf, die Marinebasis zu erkunden und ihre Freunde wiederzufinden. Zum Glück taucht zur gleichen Zeit ein Schiff der Marine, welches zuvor in einen Taifun geraten ist, vor der Basis auf. So können sich die Freunde unter die ankommenden Personen mischen. Während Nami zur Putzkraft degradiert wird, werden Sanji und Ruffy als neue Köche in der Kantine eingestellt. Als dann auch noch ein Inspektor in der Basis eintritt, ist das Chaos im Stützpunkt bereits vorprogrammiert.

Auf der Flucht

One Piece - Box 7 (3)Die Flucht aus der Marinebasis ist jedoch nicht das einzige Abenteuer, welches Ruffy, Nami, Lysop, Zorro, Robin, Chopper und Sanji bestreiten müssen. Schon bald gehen sie auf der so genannten Insel Longring-Longland von Bord und erleben eine Fauna und Flora, die sich voll und ganz auf die Länge konzentriert hat. Dort treffen sie unter anderem auf die gefürchteten Foxy-Piraten. Angeführt werden diese vom Kapitän der Sexy Foxy, Foxy. Wie es der Name schon vermuten lässt, sind die Piraten ganz schön fuchsig. Sie fordern Ruffy zum Davy Back Fight auf. Der willigt ohne Nachzudenken natürlich ein und erfährt die Spielregeln erst nach Abschluss des Vertrags. Hier werden mehrere Runden gespielt und jedes Mal, wenn eine der beiden Parteien gewinnt, muss ein Mitglied der gegnerischen Bande das Lager wechseln. Wer hier wen an welche Mannschaft verliert, verraten wir nicht. Zu guter Letzt verlieren die Freunde auch noch durch ein magisches Seepferdchen ihre Erinnerungen. Sie gucken ganz schön verdutzt, als sie aus ihren tiefen Träumen erwachen und sich statt auf dem East Ocean auf einmal auf der Grandline befinden. Ob sie aus dieser misslichen Lage entkommen können, verraten wir euch ebenfalls nicht. Zwischenzeitlich bekommen die Strohhüte es auch noch mit anderen Widersachern zu tun, denen sie sich in ihrer Lage so gut es geht entledigen müssen.

Traditionelle Veröffentlichung

One Piece - Box 7 (4)Der Anime One Piece erzählt in der vorliegenden Box weniger eine zusammenhänge Story. Es werden mehrere kürzere Erlebnisse geschildert, was wiederum bedeutet, dass die Flying Lamb nur ein wenig über die Grandline tuckert. Gut wiederum finden wir, dass in einigen Folgen kurz auf die Vergangenheit der Charaktere eingegangen wird. Besonders nachdem die letzte Serienbox von One Piece vor über einem Jahr erschienen ist, kommen die Infohäppchen uns nur gelegen. Außerdem unterstreichen sie noch einmal die Motivation der Helden und die Verbindung zur eigentlichen Handlung wird anhand von verschiedenen Erlebnissen und sogar Formen aufgebaut. Obwohl One Piece in den vorliegenden Episoden etwas schwächelt und die inhaltlichen Stärken nicht ganz ausspielen kann, können wir sonst nur wenig bemängeln. Das Bild im 4:3-Format wirkt selbst auf einem HD-Fernseher sehr gut und wird mit einer sehr gelungenen musikalischen Begleitung unterlegt. Auch die prägnanten Synchronsprecher sind sich ihrer Arbeit bewusst. Schade nur, dass (deutsche) Untertitel für Hörgeschädigte abermals fehlen und eine japanische Tonspur vergeblich gesucht wird. Das steht jedoch in Tradition zur Serienveröffentlichung und stört Fans, die bisher dabeigeblieben sind, vermutlich wenig. Das Paket wird dafür wieder einmal mit einem durchaus gelungenen Booklet sehr gut abgerundet.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 196 bis 228 der Serie): Auch wenn viele es schade finden, ist es mir persönlich egal, dass die japanische Tonspur nicht beiliegt. Schade finde ich wiederum, dass die Serie ab Folge 207 nicht im 16:9-Format vorliegt und man hier weiterhin auf die Bildversion der deutschen Fassung zurückgreift. Damit kann ich jedoch sehr gut leben, denn nach über einem Jahr konnte ich endlich wieder ins One-Piece-Universum abtauchen und die Zeit vergessen. Endlich weiß ich, wie es nach der Rückkehr auf die Grandline mit den Strohhüten weitergeht. Schade nur, dass die 33 enthaltenen Episoden jetzt wieder vorbei sind und ich auf die nächsten Folgen warten muss. Das ist besonders deshalb so schade, da ich nach ein paar kürzeren Abenteuern dieser Box das Gefühl habe, dass es in der nächsten Box wieder ein paar Zusammenhänge mehr gibt – die Weichen sind zumindest gestellt. One Piece möchte ich nach wie vor jedem Anime-Fan empfehlen, doch auch wenn die vorliegenden Episoden eher schwach sind und kaum die sonst sehr gute Qualität der Serie widerspiegeln, folgen nach ein paar schwächeren Folgen meist geniale Ideen. Trotzdem sollte man die Reise der Strohhüte wohl durchgehend anschauen, denn wenn mich die Serie etwas gelehrt hat, dann ist es das, dass viele nebensächliche Fakten später erneut aufgegriffen werden und in die Handlung mit einfließen könnten. Ich bin sehr gespannt, ob das auch diesmal der Fall ist!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Piece: Box 7 (Episoden 196-228)!

Partner: NMag #56 erschienen – Sport ist kein Mord

NMag #56 Cover (1)Der Sommer lässt in diesem Jahr anscheinend vergeblich auf sich warten. Die recht kühlen Temperaturen können dann jedoch als Ausrede benutzt werden, wenn man mal wieder eine Stunde zu viel mit Wii U und 3DS verbracht hat. In der 56. NMag-Ausgabe widmet sich das NMag-Team aktuellen Titeln, die wochenlang an den Bildschirm fesseln. Bestes Beispiel dafür dürfte wohl Nintendos aktueller Hit Mario Kart 8 sein. Seit Wochen rast fast die gesamte Redaktion ununterbrochen über die Pisten des Rennspiels. Heiß her geht es auch auf dem Fußballfeld in Inazuma Eleven Go: Licht & Schatten. Wer es gemächlicher mag, wird sich über den Ausflug auf den Golfplatz in Mario Golf: World Tour freuen. Abseits des sportlichen Wettkampfs genießt das Team die Action in Kirby: Triple Deluxe, um dem Vielfraß bei seiner Reise in ein magisches Land zu begleiten.

Das ist jedoch noch lange nicht alles. Die NMag-Redaktion hatte die Gelegenheit Yoichi Wada, den Schöpfer von Harvest Moon und Hometown Story, ausgiebig zu interviewen. Des Weiteren wird geklärt, was es eigentlich mit den auf der E3 angekündigten amiibo-Figuren auf sich hat. Abgerundet wird das Paket mit dem Besuch der Role Play Convention 2014, einer Untersuchung von Nintendos „Weltherrschaft“ und einem Blick auf die Mangas von Professor Layton und Ace Attorney. Und jetzt schnell unter http://n-mag.org die nagelneue Ausgabe kostenlos herunterladen. Viel Spaß beim Lesen!

Preview: Evolve

Evolve (1)Manche Spiele tauchen plötzlich auf einer Messe auf, doch nicht immer bekommt man von diesen Titeln überhaupt etwas mit. Evolve ist solch ein Spiel, welches wir uns erst auf der Gamescom in Ruhe anschauen konnten und sind nach dem Anspielen sehr zwiegespalten.

Evolve (2)Wir befinden uns irgendwo im Weltraum und nehmen Kurs auf einen monsterverseuchten Planeten. Die Aufgabe unseres vierköpfigen Teams ist klar – es gibt ein bestimmtes Monster, welches wir auf dem Planeten aufspüren, jagen und erlegen müssen. Was ein wenig nach der Monster-Hunter-Serie aus dem Hause Capcom klingt, ist in der Praxis jedoch ein gänzlich anderes Spiel. Als Schütze, Fallensteller, Sanitäter oder Unterstützter lassen wir uns auf den Planeten fallen. Als Fallensteller nehmen wir mit unserem monströsen Spürhund die Fährte auf, laufen dem Tier hinterher und sobald wir in der Nähe des Monsters sind, aktivieren wir unsere Falle. Wichtig dabei ist, dass auch die anderen Spieler in der Nähe sind, denn bei der Falle handelt sich nicht um eine Science-Fiction-Bärenfalle, sondern um eine Barriere, die ein ganzes Gebiet verschließt. Hier kommt weder das Monster noch jemand unseres Teams raus oder rein – es sei denn, wir deaktivieren die Falle. Während der Schütze das Monster aufs Korn nimmt, wird dieser vom Unterstützer in sofern unterstützt, dass der Schütze deutlich mehr Schaden am Monster verrichtet. Ist einer unserer Kameraden gefallen, hilft nur noch der Sanitäter, der tote beziehungsweise bewusstlose Helden wieder ins Leben zurückruft. Jede Partie funktioniert also nur durch äußerst präzise und auch koordinierte Zusammenarbeit.

Die Jäger und der Gejagte

Evolve (3)Das heißt auch, dass Evolve entsprechend auf einen Mehrspielermodus ausgelegt ist. Ob es im fertigen Spiel eine Singleplayer-Kampagne geben wird, wollte man uns während des Termins noch nicht mitteilen. Solch eine Kampagne stellen wir uns auch nur schwerlich vor, denn mit drei zusätzlichen Begleitern, die dazu nur von der künstlichen Intelligenz gesteuert werden, ist das Konzept von Evolve nahezu nicht machbar. Zudem sollte jeder Spielteilnehmer auch über ein Headset verfügen, damit Absprachen vorgenommen werden können und die Jagd nicht zu einer Tortur verkommt. Hier stellt sich jedoch die Frage, ob wir der Jäger oder der Gejagte sein wollen. Die Krux an Evolve ist nämlich, dass der Ego-Shooter sich zu einem Third-Person-Action-Spiel verwandelt, sobald wir die Rolle des fünften Spielers einnehmen. Anstatt nur Jagd auf die vierköpfige Gruppe zu nehmen, müssen wir nämlich unterwegs schwächere Monster besiegen und sie fressen. Dadurch erlangen wir immer mehr Kraft und bauen diese in drei Stufen auf. Je mächtiger wir sind, desto eher können wir uns den Jägern entledigen. Das Ziel als Monster ist es nämlich, dass wir die Gruppe voneinander trennen und sie einzeln ins virtuelle Jenseits schicken. Je geschickter wir uns dabei anstellen, desto eher ist uns auch der Erfolg sicher. Bisher spielen sich beide Seiten übrigens sehr ausgeglichen. Ein gutes Omen!

Ermüdende Partien

Evolve (4)Auf der technischen Seite besticht Evolve bisher mit einer hübschen grafischen Oberfläche. Die Texturen wirken knackig und überall gibt es kleine Details, die wesentlich zur Jagd auf das Monster beitragen. Beispielsweise werden Vögel aufgescheucht, wenn ein Monster sich diesen nähert und Fußspuren werden markiert, damit wir die Verfolgung besser aufnehmen können. Den Soundtrack konnten wir während der Präsentation noch nicht genießen, da uns ständig ein Entwickler im Nacken saß, der uns Informationen zum Spiel eintrichterte. Nach drei Evolve-Partien fragen wir uns jedoch, ob dies das vollständige Spiel ist. Nahezu jede Partie spielt sich nämlich gleich – das Monster wird gejagt. Sekundäre Ziele haben wir nicht bemerkt und auch die Charakterauswahl zwischen gerade einmal vier Klassen ist uns für den Moment noch zu wenig. Außerdem würden wir uns darüber freuen, wenn wir unser Team facettenreich gestalten können oder gar Jagdgesellschaften bilden dürften, mit denen wir dann Jagd auf gleich mehrere Monster machen dürfen. All dies sind Elemente, die Evolve in der fertigen Fassung sicherlich wesentlich spannender machen würden. Zum Vollpreis sollte 2K Games Evolve nicht in den Laden stellen – dafür bietet der Titel noch zu wenige Inhalte. Werden die bis 2015 nachgereicht, könnte 2K Games mit Evolve ordentlich zur Jagd blasen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Prognose (basierend auf der PC-Fassung und der Gamescom-Präsentation): Hier wartet wohl oder übel ein Spiel auf uns, welches man im nächsten Jahr unbedingt einmal für ein, zwei Stunden ausprobieren sollte. Evolve besticht nämlich mit einem recht interessanten Konzept. Entweder spielt man den Jäger oder den Gejagten, um quasi früher oder später die Jäger zu den Gejagten zu machen. Das Spielprinzip fühlt sich frisch an und besticht mit der einen oder anderen netten Idee. Man kann im Moment schwer sagen, in welche Richtung sich Evolve entwickeln wird. Auf der einen Seite wird der Titel im Mehrspielermodus online eine Menge Spaß machen, doch auf der anderen Seite würde ich eine Singleplayer-Kampagne sehr vermissen – schließlich möchte ich vom Spiel auch noch etwas haben, wenn die Server früher oder später abgeschaltet werden. Es ist meiner Meinung nach jedoch wichtig, dass man bei den Turtle Rock Studios sich nicht auf das aktuelle Gerüst verlässt und dieses bis zum Release im nächsten Jahr noch ausbaut. Vier Klassen sind eindeutig zu wenig, denn so wird jede Jagd der anderen gleichen und das macht auf Dauer auch den härtesten Monsterjäger nicht froh! In Evolve steckt viel Potential, doch jetzt müssen Entwickler und Publisher nur noch beweisen, dieses auch noch zu nutzen – dann kann nämlich eigentlich kaum mehr etwas schiefgehen!

Vielen Dank an 2K Games für die freundliche Einladung zur Gamescom-Präsentation!

Preview: Orcs Must Die! Unchained

Orcs Must Die! - Unchained (1)Am Multiplayer-Online-Battle-Arena-Genre scheiden sich die Geister. Die eine Spielerhälfte kann nicht genug davon kriegen und feiert E-Sportler im Internet. Die andere Hälfte der Gamer kann der Faszination nichts abgewinnen. Bei Orcs Must Die! Unchained ist das nicht anders.

Orcs Must Die! - Unchained (2)Von einer Handlung ist in Orcs Must Die! Unchained aktuell noch nichts zu bemerken. Es ist also im Moment noch nicht möglich, dem Sinn unserer Helden im Spiel irgendwie plausibel zu erklären. Bevor wir uns jedoch über solche Kleinigkeiten aufregen, starten wir vor dem Spielbeginn erst einmal das Tutorial. Hier wird relativ einfach erklärt, wie das Spiel in seinen Grundzügen funktioniert – leider aber sehr unspektakulär. Wir laufen durch das bisher einzige Spielgebiet und klicken Hinweissymbole an, woraufhin uns eine Stimme aus dem Off erzählt, welche Bedeutung eine Tür oder eine Spielfigur hat. Untertitel gibt es bisher keine und auch Spieler, die für die englische Sprache noch zu jung sind, könnten ein paar Probleme haben, das Spielsystem zu verstehen. An der Stelle hoffen wir, dass in der finalen Fassung auch ein deutsches Tutorial enthalten sein wird. Haben wir uns ohne Gegenwehr und gegen stupide Wachen bewährt, können wir auch schon das erste richtige Match bestreiten. Zunächst heißt es, einen Helden auszuwählen, mit dem wir uns ins Getümmel stürzen. Jeder Held verfügt dabei über verschiedene Spezialfähigkeiten, die einzelne Runden recht abwechslungsreich gestalten können. Vom Peitschenschwinger bis zur Magiebegabten ist alles dabei, was man sich nur wünschen kann. Die grundlegende Steuerung verändert sich dabei aber nicht.

Es ist eine Falle!

Orcs Must Die! - Unchained (3)Ziel einer jeden Partie ist es, die eigenen Schergen stückchenweise in einen Teleporter zu führen, der in der feindlichen Basis am anderen Ende des Spielfelds steht. Unterwegs stehen jedoch Wachen herum, welche die Schergen aufs Korn nehmen und Tore verhindern den weiteren Zugang zur gegnerischen Festung. Es ist also klar, dass wir unsere Schergen, die wir in unserer Burg phasenweise automatisch herstellen, unterstützten müssen. Während wir uns auf den Angriff auf die gegnerische Burg wappnen, sind unsere Gegner nicht untätig und so wollen diese selbstverständlich auch unsere Basis auf demselben Wege erobern. Für jeden besiegten Gegner erhalten wir Punkte, die wir in den Ausgangspunkt unserer Schergen investieren sollten. Je öfter wir das machen, desto besser werden unsere Kreaturen und haben so gegenüber ihren Gegnern ein Vorteil. Direkt aufeinandertreffen werden die Schergen aber nicht. Sonst wäre es nämlich schlicht zu unübersichtlich, da noch weitere Elemente in den Kampf zwischen den fünf Helden unseres Teams und unseren fünf Gegenspielern einfließen. Beispielsweise errichten wir für erspielte Punkte Fallen, die aber nur in dafür ausgelegten Korridoren gelegt beziehungsweise errichtet werden können. Sobald sich dann die Gegner durch den Korridor bewegen, steht Gehacktes oder Gegrilltes wieder auf dem Speiseplan.

Chat-Probleme

Orcs Must Die! - Unchained (4)Das Spielsystem klingt zwar interessant, doch steht ein ganz großer Faktor auf dem Plan, der gegen den Spielspaß spricht. Wir reden nicht von den Echtgeldtransaktionen, die sicherlich ihren Weg in die fertige Fassung finden werden, sondern von unseren Mitspielern. Während des gesamten Spiels haben wir die Möglichkeit, mit diesen zu chatten. Spieler, die jedoch ihre ersten Schritte im Spiel machen, werden von ihren Mitspielern jedoch verschmäht und wenn nach bereits drei bis vier Minuten Spielzeit keine Erfolge ersichtlich sind, haben wir in den Chats auch schon die ersten Beleidigungen bemerkt. Das ist ein bekanntes Problem, mit dem viele Online-Rollenspiele wie World of Warcraft zu kämpfen haben. Wir hoffen jedoch, dass es in der fertigen Version eine Funktion gibt, solche Spieler zu melden. Selbst wenn man nicht direkt von der Beleidigung betroffen ist, stören solche Bemerkungen dennoch – in einem Spiel soll man ja auch in erster Linie Spaß haben. Apropos World of Warcraft – die Grafiken des Spiels erinnern frappierend an Blizzards Online-Rollenspiel. Wer also auf eine extrem bunte Optik allergisch reagiert, wird an Orcs Must Die! Unchained kaum Gefallen finden. Wer sich aber darauf einlässt, kann in ein spaßiges Multiplayer-Online-Battle-Arena-Spiel abtauchen, welches bisher nur im Detail noch hier und da ein paar Ecken und Kanten hat.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Gamescom-Präsentation und der Beta-Fassung): Als ich vor einiger Zeit zum ersten Mal einen Titel des Multiplayer-Online-Battle-Arena-Genres in Augenschein genommen habe, habe ich direkt ein Genre gefunden, von dem ich mich wohl für immer fernhalten möchte. Als ich auf der Gamescom 2014 jedoch die Gelegenheit hatte, mir Orcs Must Die! Unchained anzuschauen, habe ich dem Genre noch eine Chance geben und eine weitere, als ich zuhause in die Beta-Fassung eintauchen konnte. Dies wird allerdings die letzte Chance gewesen sein, denn Spaß hatte ich persönlich nur bedingt. Das liegt absolut nicht daran, dass Orcs Must Die! Unchained ein schlechtes Spiel sei – das ist es nämlich absolut nicht! Viel mehr möchte ich mich in einem Spiel mit solch einer Kulisse auch verlieren können und da weder Helden noch Spielwelt einen Hintergrund haben, den ich hier in irgendeiner Form erleben kann, reduziert sich das Spiel wieder auf die Grundwerte des Genres. Hauptsache ich verstärke so schnell ich kann meine Schergen und lasse die in die gegnerische Basis einmarschieren. Das kann aufgrund diverser Spezialfähigkeiten aller Helden durchaus Spaß machen, aber für die finale Version des Spiels wünsche ich mir aber facettenreiche Siegesbedingungen, damit die Partien noch abwechslungsreicher sein werden.

Vielen Dank an Gameforge für die freundliche Bereitstellung des Betacodes und die freundliche Einladung zur Gamescom-Präsentation!

Prime Time: Tales of Xillia 2 – Day One Edition (Unboxing)

Am vergangenen Freitag erschien Tales of Xillia 2 für die PlayStation 3 in Europa. Wir haben uns statt der Collector’s Edition die Day One Edition geschnappt – warum das so ist, klären wir ausführlich in unserem Video. In diesem stellen wir euch jedoch vor allem die Merkmale der Day One Edition vor. Wir wünschen euch viel Spaß beim Anschauen unseres Videos!

Review: Devil Survivor 2 – The Animation (Vol. 2)

Devil Survivor 2 - The Animation (1)Als die erste Volume von Devil Survivor 2 – The Animation schon im Juni 2014 bei uns erscheint, wird kurze Zeit später bekannt, dass sich die zweite Ausgabe von Juli auf August verschiebt. Das fanden wir zwar sehr schade, doch die Wartezeit findet nun endlich ihr Ende.

Devil Survivor 2 - The Animation (2)Während in der ersten Volume des Anime bereits vier Episoden vorhanden waren, kommen wir bei Devil Survivor 2 – The Animation (Vol. 2) nur noch in den Genuss von drei Folgen – das ist zwar schade, aber einen dreizehnteiligen Anime muss man ja irgendwie aufteilen. Die Episoden führen die Geschichte der ersten Volume jedoch nahtlos weiter. Bereits zu Beginn der fünften Folge erhalten Daichi Shijima und Io Nitta jedoch eine Hiobsbotschaft. Über die Applikation Nicaea bekommen sie auf ihrem Mobiltelefon ein Video zugespielt, in welchem sie den Tod ihres gemeinsamen Freundes Hibiki Kuze hilflos mit ansehen müssen. Wer die ersten Episoden gesehen hat – und das sollte man bei Devil Survivor 2 – The Animation auf jeden Fall vorher gemacht haben – weiß, dass es sich bei dem Video um eine Vorhersage handelt. Man ist sich nicht sicher, ob man den Tod der betroffenen Person verhindern kann oder nicht. Tatenlos wollen sie jedoch nicht herumsitzen und machen sich auf die Suche nach Hibiki in einer Welt, die vom Untergang bedroht ist. Gemeinsam haben sie in dieser Welt den Sonntag und Montag schon überlebt, indem sie die auftauchenden Eindringlinge, Septentrions genannt, besiegt haben. Der Kampf wird kein Ende finden, wenn sie Hibiki nicht bald finden. Dieser verfolgt nämlich Rebellenführer Ronaldo Kuriki von Tōkyō ins schöne Nagoya.

Tiefgreifende Entscheidungen

Devil Survivor 2 - The Animation (3)Erzählt wird die Geschichte diesmal aus mehreren Blickwinkeln. Das liegt vor allem daran, dass jetzt versucht wird, mehrere Charaktere gleichermaßen zu behandeln. Das gelingt dem Team hinter Regisseur Seiji Kishi bisher ausgezeichnet. So erleben wir nicht nur Protagonist Hibiki in Aktion, sondern auch seine Freunde und seine Gegenspieler. Außerdem macht Devil Survivor 2 – The Animation ein paar Zeitsprünge in die Vergangenheit, um ein wenig über die Hintergründe einiger Personen aufzuklären. Was man hier jedoch erfährt, wollen wir euch an dieser Stelle aus Spoiler-Gründen natürlich nicht verraten. Überwiegend werden aber vor allem die Erlebnisse der Charaktere am Dienstag und Mittwoch nach der Katastrophe vom Sonntag geschildert. In Nagoya kommt es schließlich zum Konflikt zwischen Ronaldo Kuriki, Hibiki Kuze und Yamato Hotsuin, dessen Familie das für die Story sehr wichtige Japan Meteorological Agency Geomagnetism Research Department gegründet hat. Fast sämtliche Charaktere müssen in den vorliegenden Episoden Entscheidungen treffen, die für ihr Leben und das ihrer Mitmenschen von Bedeutung ist. Durchgehend bleibt Devil Survivor 2 – The Animation spannend. Wir können jedoch – aus eigener Erfahrung – empfehlen, sich die ersten Folgen vor denen der zweiten Volume ein weiteres Mal anzusehen, da die Story komplex ist.

Mythologische Hintergründe

Devil Survivor 2 - The Animation (4)Weniger komplex, dafür sehr interessant und facettenreich sind die Hintergründe, welche die Dämonen, die in Devil Survivor 2 – The Animation beschworen werden, ausmachen. Nahezu jede Gestalt kommt in der Mythologie verschiedener Länder und Religionen vor. Der Engel der Nacht, genannt Lailah, taucht beispielsweise im Talmud des Judentums auf. Cait Sith ist hingegen der keltischen Mythologie entnommen. Wer sich für Mythologie interessiert, wird bei jedem Aufblitzen eines Dämons im Anime seine wahre Freude haben. Nachzulesen ist das übrigens auch im beiliegenden Booklet. In diesem gibt es wieder einmal viele Informationen – nicht nur zu den Dämonen, sondern auch zu den Charakteren und enthaltenen Episoden. Das macht einen hochwertigen Eindruck, auch wenn das im Umkehrschluss wieder heißt, dass auf digitales Bonusmaterial erneut verzichtet werden muss. Das ist zwar abermals sehr schade, doch beeinflusst das die Qualität des Animes in keiner Weise. Die optische Gestaltung ist auf der Blu-ray in 1080p wieder einmal sehr gut gelungen. Die Animationen wirken flüssig und die meist düstere Atmosphäre kommt sehr gut zur Geltung. Ergänzt wird dies durch eine tolle japanische und deutsche Synchronisation und einem gut unterlegten Soundtrack, der uns circa 75 Minuten lang durch insgesamt drei Episoden jederzeit begleitet und niemals stört.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Zum Glück habe ich mir die ersten paar Episoden von Devil Survivor 2 – The Animation nur einen Monat vor dem neuen Release der zweiten Volume angeschaut. Trotzdem habe ich dabei bemerkt, dass man in einem Monat sehr viel vergessen kann. Devil Survivor 2 – The Animation ist nämlich überraschend komplex und sehr vielschichtig. Ich empfehle euch also unbedingt, dass ihr die ersten Folgen kurz vor dem Anschauen der zweiten Volume nochmals wiederholt, um die Story gänzlich verstehen zu können. So oder so kann der Anime mich aber wieder einmal mit seinen Charakteren und seiner spannenden Handlung bei Laune halten. Wenn man sich zudem noch mit den mythologischen Hintergründen des Anime beschäftigt, ertappt man sich Stunden später, wie man wissenswerte Fakten im Internet oder gar in der Bibliothek studiert. Zudem bekomme ich mit jeder Minute des Anime mehr Lust darauf, das Spiel für den DS endlich einmal nachzuholen. Aus Zeitgründen werde ich dann aber wohl doch eher auf die dritte Volume warten und die Story in animierter Form genießen – sofern sich nicht auch diese Ausgabe ein weiteres Mal verschiebt.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Devil Survivor 2 – The Animation (Vol. 2)!