Review: Rory McIlroy PGA Tour

Rory McIlroy PGA Tour (1)Das muss man sich einmal vor Augen führen: Zwischen 1998 und 2013 schmückte der berühmte Golfprofi das Cover von Electronic Arts’ Sportspielreihe PGA Tour. 2014 kündigte der Videospielkonzern die Partnerschaft und machte so den Platz frei für Rory McIlroy.

Rory McIlroy PGA Tour (2)Die Hintergründe über die Vertragskündigung dürften vermutlich im Privatleben von Woods liegen. Während in Deutschland solch ein Skandal nur wenig Aufsehen erregt, ist es im stark konservativen Amerika wieder eine andere Geschichte. Egal wie der Konzern die Vertragskündigung nach außen kommuniziert – wir freuen uns darüber, dass nach einem Jahr Pause wieder ein neues PGA Tour in den Händlerregalen steht. Statt Tiger Woods prangert nun der nordirische Profigolfer Rory McIlroy auf dem Cover, der aufgrund seines recht jungen Alters von derzeit 26 Jahren natürlich noch nicht so viele Siege und Erfolge feiern konnte, wie sein Videospielvorlagenvorgänger. Frischen Wind bringt der Nordire auf jeden Fall mit ins Spiel. Sobald wir dieses nämlich starten, bekommen wir zunächst eine Einführung in die Steuerung spendiert. In der Vergangenheit waren wir zwar starke Verfechter der Wii-Fassungen und bis zum heutigen Tage hoffen wir immer noch darauf, dass Electronic Arts umdenkt und der Wii U zumindest ein genauso tolles Golfspiel schenkt wie der Vorgängerkonsole, doch auch die Steuerungsmöglichkeiten der PlayStation-4-Version gehen fließend einfach von der Hand – nur eben weniger instinktiv wie auf dem einstigen Nintendo-Flagschiff. Wir können zwischen den Methoden Arcade, Classic und Tour wechseln und erleben sie jeweils unterschiedlich.

Für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis

Rory McIlroy PGA Tour (3)Im Modus Arcade führen wir Schläge so aus, dass wir den linken Stick zurückziehen und mit ihm nach vorne preschen, wenn wir abschlagen wollen. Der Tour-Modus achtet zudem darauf, in welcher Intensität beziehungsweise wie lange wir den Schläger zurückhalten. Der Classic-Modus richtet sich voll und ganz an Knöpfchendrücker. Hier muss an bestimmten Stellen der eingestellte Knopf gedrückt werden, damit McIlroy und seine Kameraden die Bewegungen ausführen und der Golfball schließlich im Loch versenkt wird. Letzteres ist übrigens die sicherste Variante, da sie am genauesten funktioniert. Damit wir auch jederzeit sehen, wo der Ball hinfliegt, gibt es wie gehabt einen Zielbogen, doch das heißt nicht, dass dieser es uns zu leicht macht. Schließlich müssen Windrichtung und -stärke ebenso einberechnet werden, wie das Gefälle des Golfplatzes. Besonders beim Putten muss man schon sehr genau darauf achten, dass man die Neigungen korrekt abschätzt, damit man nicht dutzende Male das Loch verfehlt. In diesen Momenten ärgert allerhöchstens die Kamera, da besonders bei einer gesunden Entfernung vom Fernsehbildschirm die Endmarkierung kaum bis gar nicht zu erkennen ist. Da helfen die zwei zusätzlichen Zoom-Stufen nur bedingt. Oft haben wir uns dabei ertappt, vom gemütlichen Sofa aufzustehen, um die Markierung millimetergenau am Fernseher zu suchen.

Millimetergenaues Golfen

Rory McIlroy PGA Tour (4)So lustig dieser Fall auch ist: Bei den damaligen Wii-Fassungen, wo das Problem aufgrund der fehlenden HD-Möglichkeit nicht so häufig bestand, wäre das nicht ganz so ärgerlich gewesen, da man ja ohnehin schon herumsteht. Apropos HD: Die PlayStation-4-Fassung ist hier ein zweischneidiges Schwert. Bei den verschiedenen Challenges, wo die Umgebung in Neonfarben getaucht wird, läuft das Spiel im Normalfall absolut flüssig und sieht gestochen scharf aus. Wird aber auf den normalen Golfplätzen, welche zum Teil realen Vorbildern nachempfunden sind, das Publikum am Rande dargestellt, wirkt die Umgebung leider nicht mehr ganz so taufrisch, wie sie eigentlich sein sollte. Treppchenbildung ist hier eines der Ärgernisse, welche die Optik stören kann. Ebenfalls störend sind die fehlenden Untertitel. Wir bemängeln dies, da der Titel abermals nur in englischer Sprache bei uns erschienen ist. Da die amerikanischen Kommentatoren gerne mal ein wenig nuscheln, schadet das mitunter der Atmosphäre, wenn man sie gerade in einem spannenden Augenblick nicht versteht. Jüngere Spieler, die des Englischen noch gar nicht mächtig sind, werden trotz der jahrelangen Kritik daran so wieder einmal von Publisher sehr bewusst ausgeschlossen. Eine Spielanleitung ist in physischer Form ebenfalls nicht vorhanden, weshalb man fürs Nachschlagen ins Internet gucken muss.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Seit 2009 habe ich jeden Teil der Reihe gespielt, bis Electronic Arts damit begonnen hat, Nintendo nicht mehr zu unterstützen. Ich verstehe bis zum heutigen Tage – abgesehen vom wirtschaftlichen Aspekt – nicht warum, denn besonders die Serienteile, die auf der Wii erschienen sind, wurden über die Jahre immer und immer besser. Beim NMag habe ich Traumwertungen für die Reihe vergeben, denn verfügte die Serie mit jedem neuen Serienteil über mehr Inhalt und eine noch genauere Steuerung. Seit drei Jahren habe ich die PGA Tour gemieden, einmal freiwillig und einmal zwangsweise, da die Serie ein Jahr pausiert hat. Bei genauerer Betrachtung ist Rory McIlroy PGA Tour ein Rückschritt. Mir gefällt zwar auch die PlayStation-4-Fassung, doch finde ich es ziemlich langweilig, einfach nur Knöpfchen zu drücken oder die Sticks des Controllers zu bewegen, anstatt zu versuchen, die Bewegungen so gründlich es geht in der Realität umzusetzen. Wer aber noch nie mit der Wii Hand an die Reihe gelegt hat, wird sich an der Aufmachung von Rory McIlroy PGA Tour allerdings absolut nicht stören und höchstens fehlende Inhalte beklagen, die beim letzten Teil auf der Xbox 360 noch vorhanden waren. Der Titel verfügt aber immerhin über eine nette Auswahl an Plätzen und vor allem die neuen Challenges, bei denen noch mehr Geschick gefragt ist, haben es mir persönlich angetan. Dass die Optik, die teils mit angenehmen Nachtclubsounds unterlegt wird, nicht immer ganz dem Bild entspricht, mit dem Electronic Arts wirbt, ist mir persönlich dabei egal. Das Erlebnis des Golfen ist im Kern und um den Kern herum vorhanden und wird mich sicherlich einige Wochen an den Bildschirm fesseln. Vermutlich mit einem guten Freund, der beim Lesen dieser Zeilen jetzt an die gemeinsame Zeit auf der Wii zurückdenken wird und gerne schmunzeln darf.

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Rory McIlroy PGA Tour!

Review: Hamatora: The Animation (Vol. 2)

Hamatora - The Animation (Vol. 2) (1)Wer sich die ersten drei Episoden von Hamatora: The Animation angeschaut hat, der wird festgestellt haben, dass es ohne Hintergrundwissen aus dem Manga, nicht leicht ist, der Story zu folgen. So und nicht anders ist es auch bei der zweiten Volume geblieben. Leider.

Hamatora - The Animation (Vol. 2) (2)Das Problem ist nach wie vor dasselbe. Während Hamatora: The Comic im Jahr 2013 beginnt, findet die Handlung von Hamatora: The Animation ein Jahr später statt. Was innerhalb dieses Jahres passiert ist und wie die Charaktere einzuordnen sind, wird in der Anime-Serie gar nicht erzählt. Die Geschichte des Anime folgt nach wie vor der grundlegenden Tatsachen, mit welcher die Serie begonnen hat. Naisu leitet in der japanischen Stadt Yokohama immer noch die Detektei Hamatora. Da er sich kein eigenes Büro leisten kann, besteht das Büro nur aus einem Tisch und noch dazu befindet sich dieses in einem Café. Er oder seine Freunde nehmen dann die Aufträge an, die anschließend (auch in Kooperation mit der Polizei) gelöst werden. In der vierten Folge der Serie dreht sich alles um einen mysteriösen Werbefilm, der durchs Internet geistert und gar den 2. Platz in einem Online-Videoportal einnimmt. Je öfter das Video angeklickt wird, desto mehr Jugendliche gehen dazu über, Läden mit einer Schusswaffe auszurauben und somit Straftaten zu begehen. Wie sie an die Waffe gelangt sind, bleibt zunächst unklar, doch Naisu findet das während seiner Ermittlung schon bald heraus. In dieser Folge geht es vor allem darum, die Beeinflussbarkeit von Jugendlichen zu demonstrieren. Der gesellschaftliche Hintergrund bleibt dabei jedoch außen vor, die Motivationen entsprechend unklar.

Strippenzieher

Hamatora - The Animation (Vol. 2) (3)In der fünften Episode von Hamatora: The Animation verschlägt es die Gruppe in ein Thermalbad, ein sogenanntes Onsen. Hier sollen sie den Liebhaber einer Frau überprüfen, da sie vermutet, dass dieser fremdgeht. Dabei stellt er sich als ein Minimum Holder heraus. Um zu verstehen, was ein solches Minimum ist, sollte man die ersten drei Episoden und eventuell auch den ersten Manga-Band gelesen haben. Kurzum: Bei einem Minimum handelt es sich um eine Art Spezialfähigkeit einer Person, die eigentlich nur in einer besonderen Einrichtung, der sogenannten Facultas-Akademie, erlernt beziehungsweise trainiert werden kann. Hasuda Arata war allerdings nicht auf dieser Akademie und dennoch beherrscht er sein Verführungsminimum, in dem er in Windeseile sportliche Aktivitäten absolviert, damit sich sein Schweiß mit dem Wasserdampf im Onsen vermischt, um so andere Personen zu kontrollieren. Ob der durchtrainierte Arata nun fremdgeht oder nicht, findet ihr am besten selbst heraus. Sein Auftreten ist jedoch für die eigentliche Handlung sehr wichtig, die erstmals in der sechsten Folge wirklich an Bedeutung gewinnt. Naisu bemerkt, dass im Hintergrund eine andere Person die Fäden zieht, was er natürlich unbedingt herausfinden muss. Trotzdem dreht sich die sechste Person mehr um die Charaktere Bāsudei und Reshio beziehungsweise deren Kindheit.

Detektivgeschichten

Hamatora - The Animation (Vol. 2) (4)Man merkt anhand der drei vorliegenden Episoden der zweiten Volume, dass der Anime zwar einem stringenten Handlungsstrang folgt, der jedoch nur im Hintergrund zusammengesetzt wird und der Fokus jedes Mal auf einfachen Fällen liegt, die innerhalb von jeweils einer Folge gelöst werden. Das erinnert mitunter an Ghost in the Shell: Stand Alone Complex, doch kann der Anime aus dem Hause Nipponart dafür mit vielen Informationen punkten, die innerhalb dieser Episoden zum allgemeinen Verständnis des Universums und der Handlung beitragen. So bleibt es für Nichtkenner der Manga-Vorlage schwer, den Anime zu folgen. Trotzdem sind es gerade die immer wieder eingespielten Gags, welche Hamatora: The Animation an einigen Stellen sehr witzig machen und zumindest ein wenig zum Weitergucken motivieren. In technischer Hinsicht kann Hamatora: The Animation allerdings überzeugen. Die Bildqualität der Blu-ray-Fassung ist wirklich gut. Einziges Manko ist, dass sich die Charaktere manchmal zu stark vom Hintergrund absetzen. Die Synchronisation gefällt uns sowohl in der japanischen, als auch in der deutschen Version. Es sollte jedoch erwähnt werden, dass das Erzähl- und Dialogtempo sehr hoch ist und sich somit die japanische Synchronisation mehr an Japaner, als an Japanischverstehende richtet. Untertitel wechseln nämlich gerne mal im schnellen Tempo.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich muss offen und ehrlich zugeben, dass ich sowohl bei den ersten drei Episoden, als auch bei der zweiten Volume Probleme habe, der Handlung stets zu folgen und sämtliche Zusammenhänge zwischen den Charakteren zu verstehen. Die Fälle der Detektei Hamatora könnten so spannend sein, doch wenn mir die Figuren nicht als solche verständlich werden, fällt es mir schwer, bei dem recht hohen Erzähltempo mitzuhalten. Wer allerdings die Manga-Vorlage durcharbeitet, wird sicherlich keine oder kaum Probleme mit dem Anime haben, der meiner Meinung nach als eigenständige Produktion auch mit der zweiten Volume immer noch nicht funktionieren möchte. Es ist so viel Potential da, welches einfach nur genutzt werden möchte. Trotzdem bleibe ich weiterhin am Ball und hoffe, dass die nächsten Folgen zumindest noch auf ein Story-Ziel hinarbeiten.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Hamatora: The Animation (Vol. 2)!

Review: Ghost in the Shell – Stand Alone Complex (Staffel 1)

Ghost in the Shell - Stand Alone Complex (Staffel 1) (1)Bereits 1989 schafft Manga-Autor Shirō Masamune mit Ghost in the Shell eine Manga-Reihe, die bis heute unter Fans Kultstatus genießt. Mitte der Neunziger Jahre folgte ein erster Kinofilm, der Anfang des dritten Jahrtausends in eine ganze Anime-Serie verwandelt worden ist.

Ghost in the Shell - Stand Alone Complex (Staffel 1) (2)Die Anime-Serie Ghost in the Shell – Stand Alone Complex basiert zwar auf diesem Film, verlässt aber zuweilen bekannte Pfade. Sie erzählt die Geschichte von Sektion 9, welche im Japan der nahen Zukunft, genauer gesagt im Jahr 2030, auf Verbrecherjagd geht. Allerdings sind ihre Aufträge nicht von der Polizei genehmigt, denn sie existieren nur inoffiziell und müssen somit im Geheimen operieren. Die Zusammenarbeit mit anderen Behören findet nur bedingt statt. Das Geschehen findet in Ghost in the Shell nicht standardisiert wie in vielen anderen Anime in Tōkyō statt, sondern in der fiktiven japanischen Metropole Niihama. Im Mittelpunkt der Handlung steht Major Kusanagi Motoko, die auf Geheiß ihres Vorgesetzten Chief Aramaki Daisuke für Ruhe und Ordnung sorgt. Unterstützt wird sie durch ihr mehrköpfiges Team der Sektion 9. Zu diesem Team gehören unter anderem Batō, der sich vor allem mit der Wartung der so genannten Tachikoma beschäftigt; spinnenartigen Roboterwesen mit eigenem Verstand, die während der Einsätze zum Transport und Erfüllen von besonderen Aufgaben eingesetzt werden. Da die Tachikoma nur vier Beine haben, widerspricht ihre äußere Gestalt den Naturgesetzen, wodurch gezeigt wird, dass sie sich von Spinnentieren oder gar Insekten abheben und als eigenständige künstliche Lebensform charakterisiert werden.

Vision der Zukunft

Ghost in the Shell - Stand Alone Complex (Staffel 1) (3)Zum Team gehört ebenfalls Ishikawa, der sich allerdings eher im Hintergrund aufhält und vor allem Platz für den Charakter Togusa macht. Während in der Welt von Stand Alone Complex fast alle Menschen Cyber-Implantate nutzen oder gar ihren ganzen Körper gegen eine gänzlich nicht-menschliche Hülle ausgetauscht haben, ist der Charakter Togusa noch ein Mensch aus Fleisch und Blut. Damit steht er im direkten Kontrast zu Kusanagi, die ihren Körper aufgrund eines Unfalls aufgeben musste. Darauf beruht im Grunde auch der Titel des Anime, da mit Shell die Hülle eines Menschen und mit Ghost der Verstand oder gar die Seele gemeint ist. Anhand dieser Fakten lässt sich erkennen, dass Ghost in the Shell mit einer möglichen Vision von der Zukunft Ende der Achtziger Jahre geschrieben und gezeichnet worden ist. Von dieser mögen wir aufgrund heutigen Wissensstands noch lange entfernt sein, doch solche und weitere Science-Fiction-Elemente sind in Stand Alone Complex zahlreich vorhanden. Sie zeichnen ein fiktives Bild des Jahres 2030, welches sowohl von futuristischer Technik, als auch künftigen Retro-Elementen besteht, um einen wirklichkeitsnahen Kontrast herzustellen. Beispielsweise sind manche Häuser wie im späten 20. Jahrhundert eingerichtet, Batō fährt noch einen Oldtimer und Togusa bleibt natürlich seiner jahrzehntealten Handfeuerwaffe treu.

Fakten als Lückenfüller

Ghost in the Shell - Stand Alone Complex (Staffel 1) (4)Diese Gegensätze machen Ghost in the Shell trotz Einflüsse anderer westlicher Filme oder gar Anime wie Cowboy Bebop oder Patlabor einzigartig. Aufgrund der vielen Fakten, die Stand Alone Complex auszeichnen, ist es nicht immer leicht, die Zusammenhänge zu überblicken. Aus dem Grund wird die Rahmenhandlung um einen vermeintlichen Kriminellen, den sogenannten Lachenden Mann, auch nur alle paar Episoden fortgeführt. Hauptsächlich erzählt der Anime einzelne abgeschlossene Kriminalgeschichten, die sich im besten Falle direkt oder auf metaphysischer Ebene ergänzen. Das ist zwar ein spannendes Konzept, kann den einen oder anderen Zuschauer auf Dauer jedoch langweilen. Man sollte Stand Alone Complex unbedingt eine Chance geben, denn vor allem die letzten Episoden zeigen deutlich, wie die Technologie, die in den vorherigen Folgen gezeigt wird, von besonderer Bedeutung für die Story um Major Kusanagi und Co ist. Am Ende jeder Episode gibt es zudem einen Einblick in den Alltag der Tachikoma, die zunächst nervig und deplatziert wirken, später aber dermaßen lustig sind, dass man die Tachikoma schnell in sein Herz schließt. Auf technischer Ebene wurde die erste Staffel mit 26 Episoden sehr gut umgesetzt. Das Bild ist nur an gewollten Stellen unscharf und die Synchronsprecher unterstützen die Atmosphäre sowohl auf Deutsch, als auch auf Japanisch.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ghost in the Shell ist eine der Anime, um den ich bis heute herumgekommen bin. Wie ich das geschafft habe, weiß ich nach dem Ansehen der ersten Staffel auch nicht. Zumindest hat Stand Alone Complex mir deutlich gezeigt, wie aufwändig es ist, einen Anime mit reichlich Ideen und Fakten zu füttern, ohne dabei die Rahmenhandlung zu vergessen. Das ist hier nämlich leider der Fall, wird diese nur alle paar Episoden fortgeführt und zwischendurch werden abgeschlossene Kriminalgeschichten erzählt. Diese sind zwar auch nett, aber nicht detailliert genug geschildert. Bleibt man aber tatsächlich standhaft und schaut sich die Staffel bis zum Ende an, fällt einem auf, dass viele der Elemente, die in eben diesen Folgen vorgestellt werden, von elementarer Bedeutung für die Rahmenhandlung um den Lachenden Mann sind. Die 26 Episoden umfassende erste Staffel von Stand Alone Complex zeichnet dennoch ein vorstellbares Bild einer möglichen Zukunft, die mit genügend Science-Fiction-Elementen aufgewertet wird. Wenn man abgeschlossenen und kurzen Handlungsbögen abseits der Rahmenhandlung nicht abgeneigt und falls man Fan von dystopischen Science-Fiction-Werken wie Blade Runner, Psycho-Pass, Patlabor und Co ist, dann kommt man auch um Ghost in the Shell nicht herum.

Vielen Dank an Nipponart für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Ghost in the Shell – Stand Alone Complex!

© 2002-2004 Shirow Masamune-Production I.G/KODANSHA (Abbildungen)

Review: J-Stars Victory VS+

J-Stars Victory VS+ (1)Man nehme dutzende Charaktere aus verschiedenen Franchises und wirft sie in den Ring, wo sie gegeneinander antreten sollen. Das klingt im ersten Moment nach der Super-Smash-Bros.-Reihe von Nintendo, doch ist das Spiel am Ende mehr als nur ein stumpfer Abklatsch.

J-Stars Victory VS+ (2)Zunächst waren die Befürchtungen groß, denn Ende 2012 hat Sony mit PlayStation All-Stars: Battle Royale gezeigt, wie man es nicht macht. Die Entwickler haben das Erfolgskonzept einfach nur kopiert und Charaktere draufgeklatscht, die sich nicht einmal exklusiv auf Sony-Konsolen tummeln. J-Stars Victory VS+ geht einen gänzlich anderen Weg, den japanische Videospieler bereits seit März 2014 erleben durften. Anstatt Charaktere der Anime- und Manga-Welt nur in den Kampf zu schicken und zu hoffen, dass irgendwelche Items aufpoppen und den Figuren zum Sieg verhelfen, müssen diese sich gänzlich und allein auf ihre Fähigkeiten konzentrieren. Gummimensch Monkey D. Ruffy muss so seine Arme und Beine mit Bedacht sehr schnell vor- und zurückschnellen lassen, sodass die bekannte Gum-Gum-Pistole oder -Bazooka zum Vorschein kommt. Son Gokū hingegen kann sich wie in der Vorlage von Toriyama Akira von einem Ort zum nächsten teleportieren und sein gefangenes Opfer so hin- und herschleudern. Himura Kenshin aus Rurōni Kenshin kämpft dafür mit seinem Katana um die Vorherrschaft in der Auseinandersetzung. Neben den bereits genannten Charakteren haben es aber noch viele andere Figuren in die Riege der Kämpfer geschafft. Unter anderem dürfen wir mit Norimaki Arare, Kurosaki Ichigo, Uzumaki Naruto oder Toriko die zahlreichen Kämpfe des Beat ’em ups bestreiten.

Urkomischer Wahnsinn

J-Stars Victory VS+ (3)Die Kämpfe des Spiels laufen in der Regel gleich ab. Es treten bis zu drei Charaktere des eigenen Teams gegen ein anderes Team in einem dreidimensionalen Kampfgebiet gleichzeitig an. Zwei dieser Charaktere sind normale Kämpfer, die dritte Figur im Bunde ein so genannter Helfercharakter. Den können wir auf Knopfdruck rufen, sodass dieser uns hilft, den Feind zu verdreschen. Das ist besonders hilfreich, wenn dieser uns in die Mangel genommen hat und ein Entkommen fast unmöglich scheint. Zu den Helfercharakteren in J-Stars Victory VS+ gehören zum Beispiel Kirisaki Chitoge aus Nisekoi: Liebe, Lügen & Yakuza oder Kagura und Sadaharu aus Gintama, die gleich im Doppel antreten. Wenn sich der Kampf zu unserem Vorteil entwickelt, können wir auch den Siegestaumel aktivieren, sodass die beiden Hauptkämpfer bis zu zwei besondere Angriffe beginnen können. Nur so ist es Son Gokū möglich, zum Super-Saiyajin zu mutieren und eine Genkidama auf den Feind loszulassen. In Kombination mit all den anderen Elementen des Spiels ist das urkomisch. Ein Beispiel: Mit Ruffy und seinem Bruder Portgas D. Ace aus One Piece kämpfen wir im aus Dr. Slump bekannten Dörfchen Pinguinhausen und kämpfen gegen Ryōtsu Kankichi, der dort genau so deplatziert wirkt, wie Arare, wenn man sie zum Beispiel auf dem Planeten Namek aus Dragonball Z aussetzen würde – Toriyama hin oder her!

Geniale Umsetzung

J-Stars Victory VS+ (4)Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass J-Stars Victory VS+ in mehrere Spielmodi aufgeteilt ist. So gibt es zum einen den Abenteuermodus, in welchem wir unter anderem mit Pirat Ruffy in der so genannten J-Welt verschiedene Inseln ansiedeln, um dort in Kämpfen Erfahrungspunkte zu sammeln, seine Crew zu vergrößern und Aufträge für die hiesige Bevölkerung zu erledigen. Die Story ist recht banal, da es im Grunde nur auf die typischen Kämpfe hinausläuft. Das macht aber nichts, denn sehen diese sowohl im Abenteuermodus, als auch auf der Siegesstraße, in den freien Kämpfen oder online einfach nur genial aus. Das liegt zum einen am wunderbar umgesetzten Anime-Stil, vielen zerstörbaren Gebäuden und Objekten und auch an der japanischen Synchronisation. Zwar sind die Texte fast nicht vertont, doch hat jeder Charakter seine typische japanische Synchronstimme aus den verschiedenen Anime. Die hervorragende Präsentation wird mit bekannten, aber leider viel zu oft wiederholenden Musikstücken, atmosphärisch gut unterlegt. Selbst wenn man einige der umgesetzten Werke nicht kennt, beginnt man schnell mitzusummen. Am für ein Beat ’em up wohl wichtigsten Kriterium, nämlich die Steuerung, haben wir ebenso nichts auszusetzen. Anfangs wirkt die Steuerung zwar ein wenig überladen, aber nach ein bis zwei Spielstunden hat man sich daran gewöhnt und sie gemeistert.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Wenn ein Spiel nur ansatzweise an Nintendos Super-Smash-Bros.-Reihe erinnert, kann man mich nach dem 2012 veröffentlichten PlayStation All-Stars: Battle Royale schnell auf die Palme kriegen. Uninspiriert und viel zu ähnlich fiel das Spiel aus, ohne auch nur eigene Ansätze wirklich gut umzusetzen. J-Stars Victory VS+ geht diesen Weg zum Glück nicht. Hier wird tatsächlich Wert auf die verschiedenen Kampfstile der Charaktere beziehungsweise deren Eigenschaften gelegt. Helden wie Monkey D. Ruffy wurden ihrem Vorbild getreu umgesetzt und so unterscheiden sich die Charaktere im Spiel wesentlich voneinander, doch lassen sie sich alle sehr ähnlich spielen, sodass man auch als Beat-’em-up-Neuling schnell Fuß in der J-Welt fassen und jede Menge Spaß mit Titel aus dem Hause Bandai Namco haben kann. Selbst wenn man nicht alle Anime kennt, die in J-Stars Victory VS+ zum Tragen kommen, so kann das Spiel dennoch unterhalten. Schade ist in meinen Augen nur, dass der Abenteuermodus sehr generisch wirkt und die Synchronstimmen hier so gut wie nicht zum Einsatz kommen. Das ist aber nur ein kleiner Wermutstropfen, denn ich hoffe sehr, dass Bandai Namco noch einen Nachfolger produzieren lässt, der mit noch viel mehr tollen Ideen auftrumpfen kann. Jeder, der etwas für Anime und Beat ’em ups übrig hat, sollte bei J-Stars Victory VS+ unbedingt zuschlagen!

Vielen Dank an Bandai Namco für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von J-Stars Victory VS+!

Review: Kidnapping Freddy Heineken

Kidnapping Freddy Heineken (1)Am 9. November 1983 wurde der Brauereimagnat Alfred Heineken von den Kriminellen Cor van Hout, Willem Holleeder, Jan Boellaard, Frans Meijer und Martin Erkamps entführt. Der Film Kidnapping Freddy Heineken von Regisseur Daniel Alfredson basiert auf dem Ereignis.

Kidnapping Freddy Heineken (2)Einer ehrlichen Arbeit gehen die fünf genannten Entführer 1983 nicht mehr nach. Sie haben sich zwar auf das Gaststättengewerbe konzentriert, doch nachdem ihr Unternehmen Konkurs anmelden musste, finden sie sich im harten Alltag der Arbeitslosigkeit wieder. Sie benötigen dringend Geld und vermitteln illegale Beschäftigte für den Bausektor. Über Wasser können sie sich damit aber nicht halten, weshalb sie sich an die Bank wenden, um an ein Darlehen zu gelangen. Sie können dem Bankier zwar eines ihrer Gebäude aus ihren Immobiliengeschäften anbieten, doch dieser kann das Gebäude nicht als Versicherung akzeptieren. Der Grund dafür ist denkbar einfach. Die Bande hat das Gebäude an eine Gruppe Punks vermietet, die vom Bankier gar als Kommune bezeichnet werden, doch zahlen diese ihre Miete nicht und halten das Haus im Grunde besetzt. Als die Bande zu ihrer alten Tätigkeit zurückkehrt, greifen sie mit harten Bandagen durch und versuchen die Punks eigenständig zu entfernen. Allerdings tritt die Polizei ebenfalls in den Krawall mit ein, wodurch die Freunde verhaftet werden. So beschließen sie an einem Abend, dass sie ins organisierte Verbrechen eintreten müssen, um das große Geld zu machen. Während einer Bootsfahrt treffen sie gemeinsam die Entscheidung, dass sie eine berühmte Person entführen müssten. Die Wahl fällt auf Alfred Heineken.

Wasserdichte Entführung

Kidnapping Freddy Heineken (3)In der ersten halben Stunde des Films werden sowohl die Charaktere ausgiebig vorgestellt, als auch die Entführung des Bierbarons geplant. Je näher sie der Vollendung ihres Plans kommen, desto mehr bemerken sie, dass sie für eine durchgeplante Entführung erst einmal Eigenkapitel investieren müssen. Sobald sie das Geld aufgetrieben haben, gelingt es ihnen, am Abend des 9. Novembers 1983 Alfred Heineken zu entführen. Zunächst scheint der Plan ein wenig schief zu laufen. Zunächst werden sie von einem Taxi verfolgt und dann spricht einer von ihnen mit Heineken versehentlich auf Niederländisch, statt wie vereinbart nur auf Englisch mit ihm zu kommunizieren. Der Mittelteil des Films erstreckt sich über einen Zeitraum von circa drei Wochen; genau die Zeit, die Heineken in einem schalldichten Raum am Ende einer Werkstatt zusammen mit seinem ebenfalls entführten Chauffeur ausharren musste. Für die Freunde wird es zunehmend schwieriger, ihre normalen Leben weiterzuführen. Ständig werden sie in den Nachrichten mit der Entführung von Heineken konfrontiert. Jedes falsche Wort außerhalb der Werkstatt könnte irgendjemanden auf ihre Spur bringen und durch kleine Fehler wird langsam auch die Polizei auf sie aufmerksam. Abschließend wird dargstellt, wie die Entführer die 35 Millionen Gulden erpressen können und schließlich versuchen, vor der Polizei zu fliehen.

Wahre Begebenheit

Kidnapping Freddy Heineken (4)Ob sich tatsächlich alle dargestellten Begebenheiten genauso in der Wirklichkeit abgespielt haben, wird sich heute leider nicht mehr feststellen können. Alfred Heineken starb 2003 an einer Lungenentzündung und Cor van Hout wurde im selben Jahr ermordet. Die restlichen Teilnehmer an der Entführung sind bisweilen bis heute noch an kriminellen Machenschaften beteiligt. Ein genaueres Bild aller Tatsachen einzufangen, wäre zwar die Krönung für einen Film, der auf einer wahren Begebenheit basiert, doch könnte mitunter so auch die Spannung zu kurz kommen. Diese ist nämlich durchweg vorhanden. Zwar baut der Film die Action in der ersten Hälfte ab, kann aber durch den psychischen Druck, der auf den Charakteren lastet, auch in dieser Kategorie punkten. Das liegt vor allem an zwei Schauspielern. So tritt im Film der etwas in die Jahre gekommene, aber immer noch überzeugende Anthony Hopkins als der entführte Alfred Heineken auf. Willem Holleeder wird von Sam Worthington verkörpert, der laut eigener Aussage den lebenden Holleder getroffen hat, um die Rolle besser einfangen zu können. Gedreht wurde der Film aus organisatorischen Gründen nicht nur in Amsterdam, sondern auch in New Orleans. Trotzdem wir ein authentisches Bild der niederländischen und sehr einzigartigen Stadt eingefangen, welches dem Film in puncto Atmosphäre sehr gut tut.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Hin und wieder trinke ich sehr gerne mal ein Bier von Heineken und wenn man sich das Logo des Biers betrachtet, sollte man künftig an Alfred Heineken denken. Dieser hat sich in seinem Leben nämlich vor allem der Werbung des Konzern gewidmet, am heutigen Logo mitgewirkt und das Bier schließlich zu einer großen Weltmarke ausgebaut. Da ich erst ein paar Jahre nach der Entführung geboren wurde, habe ich über diesen Vorfall erst erfahren, als der Film von Splendid Film veröffentlicht worden ist. Vielleicht mag der Film an ein paar Stellen nicht authentisch wirken, wie sich die Entführung wirklich abgespielt hat, doch hat dies dem Film absolut nicht geschadet. Er ist von vorne bis hinten spannend. Das liegt zunächst am Action-Anteil, der dennoch auf einem sehr humanen Niveau bleibt und trotzdem überzeugen kann. Des Weiteren kann der psychische Druck, der auf den Entführern lastet, weiter in die Handlung ziehen. Die ganzen 95 Minuten lang wurde mir nicht langweilig und wer Filme mit seichter Action mag, wird hier sehr glücklich werden.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Kidnapping Freddy Heineken!

Partner: Video-Games-Live-Konzert-Gewinnspiel

Video Games Live Gewinnspiel (1)Bei unserer Partnerseite Nintendofans.de läuft bis zum 26. Juli 2015 noch ein Gewinnspiel, bei dem ihr Tickets für die Video-Games-Live-Konzerte gewinnen könnt. Um an diesem Gewinnspiel teilnehmen zu dürfen, müsst ihr unserem Partner euren Favoriten in Sachen Videospielmusik nennen. Wir drücken euch die Daumen und wünschen viel Glück!

Prime Time: Coppelion (Vol. 1 – 4) Unboxing

In den letzten Monaten haben wir euch die Anime-Serie Coppelion vorgestellt. Damit ihr euch auch von der physischen Form des Anime ein Bild machen könnt, stellen wir euch alle vier Volumes in einem einzelnen Unboxing-Video vor. Wir wünschen euch viel Spaß und gute Unterhaltung!

Review: Der Mythos

Der Mythos (1)Nachdem die Arbeiten von New Police Story abgeschlossen waren, haben sich Jackie Chan und Stanley Tong 2005 zusammengesetzt, um den Film Der Mythos auf die Leinwand zu bannen. Mit internationaler Besetzung ist ihnen damit ein recht unterhaltsamer Film gelungen.

Der Mythos (2)Der Film spielt auf zwei Handlungsebenen. Während sich eine um den Archäologen Jack dreht und damit in der Gegenwart angesiedelt ist, findet das Geschehen in der Vergangenheit vor mehr als zweitausend Jahren statt. Genauer gesagt finden wir uns bei der Eröffnung des Films im ersten Jahr der Qín-Dynastie, der ersten Dynastie des Kaiserreichs China. General Meng Yi erhält den Auftrag, die Prinzessin Ok-soo aus ihrer Heimat ins Reich zu bringen. Dort soll sie als Konkubine des Kaisers Qín Shǐhuángdì dienen. Allerdings widersetzt sich der Verlobte der Prinzessin den Befehlen Meng Yis, wodurch die Situation eskaliert und es zu Kämpfen kommt. Meng Yi und Ok-soo fallen bei einem dieser Kämpfe in eine Schlucht und landen im Wasser. Sie werden von der Strömung fortgetragen und müssen den Heimweg ohne Begleitschutz und durch karge Landschaften eigenständig finden. Unterwegs müssen Meng Yi und Ok-soo extremen Temperaturen trotzen und Wegelagerern entkommen. Thematisiert wird in dieser Zeitepoche vor allem die Liebe, die sie gegenseitig füreinander empfinden, aber aufgrund ihres Standesunterschied nicht nachgehen dürfen. Umso problematischer wird es für die beiden, sobald sie in eine Verschwörung am Kaiserhof verwickelt werden. Das Schicksal von Meng Yi und Ok-soo endet für beide auf unterschiedliche Art und Weise sehr tragisch.

Reinkarnation

Der Mythos (3)In alternierenden Abständen springt der Film in die Handlungsebene in der Gegenwart. Hier wird Archäologe Jack, der wie Meng Yi von Jackie Chan gespielt wird, von seinem Freund William besucht. Dieser unterrichtet Jack von einer Entdeckung im indischen Dasar, welche Jack zuvor als Mythos abgetan hat. Trotzdem beschließen die beiden, gemeinsam nach Indien zureisen, um Williams Entdeckung nachzugehen. Sie können unbemerkt in einen Tempel gelangen, wo sie einen schwebenden Sarkophag entdecken. Als William einen Stein im Raum bewegt, fällt der Sarkophag jedoch zu Boden. Jack, der in den letzten Monaten ständig von der Prinzessin Ok-soo träumt, findet im Behälter ein Bild von ihr. Er ist fassungslos, doch müssen sie erst einmal aus dem Tempel entkommen, da die Wächter auf sie aufmerksam geworden sind. Während William es noch gerade rechtzeitig zum Helikopter schafft, muss Jack zurückbleiben, da der Hubschrauber sonst Gefahr laufen würde, abzustürzen. Wie Meng Yi landet auch Jack im Fluss, wird aber von der hübschen Samantha und ihrem Elefanten aus den Fluten gerettet. Sie hilft ihm aus Indien zu entkommen, damit er zurück in Hongkong den Stein und das Bild untersuchen kann. In dieser Zeitebene wird das Thema Reinkarnation besprochen. So und nicht anders werden beide Epochen wie ein Puzzle zusammengefügt.

Chinesische und indische Kultur

Der Mythos (4)Die zweite Hälfte des Films überrascht zudem mit einer weiteren Wendung, über die wir an dieser Stelle aus Spoiler-Gründen nichts verraten möchten. Gedreht wurde der Film sowohl in China, als auch in Indien. Das Besondere an den Drehorten ist, dass an diesen eigentlich nicht gedreht werden darf. Sowohl die Ruinenstadt in Indien, als auch das chinesische Mausoleum Qín Shǐhuángdìs sind für Drehaufnahmen eigentlich tabu. Umso mehr freut es uns, dass es Chan und Tong gelungen ist, Genehmigungen für diese Orte zu erhalten, um den kulturellen Aspekt beider Länder einzufangen. Teilweise merkt man Der Mythos an, dass man auch ein wenig an Indiana Jones erinnern will oder zurückdenkt Armour of God: Der rechte Arm der Götter und Armour of God II: Der starke Arm der Götter. Wie auch immer, der große Hit ist den beiden mit Der Mythos allerdings nicht gelungen. Die Handlung ist zwar spannend und kann zwei Stunden lang durchaus unterhalten, aber viele Spezialeffekte wirken selbst für eine chinesische Produktion unausgereift. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, bekommt beim Kauf gleich vier Stunden Bonusmaterial dazu. Des Weiteren liegt ein Audiokommentar von Stanley Tong, Barbie Tung und Oliver Wong vor. Dadurch kann Der Mythos seine wenigen Defizite in Inhalt und Bildqualität durch die tolle Ausstattung gleich wieder wettmachen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Idee der Reinkarnation ist in Filmen nicht neu und wird auch in Zukunft sicherlich noch häufig aufgegriffen werden. Jackie Chan und Stanley Tong haben es mit Der Mythos aber geschafft, das Thema hervorragend mit nur zwei Figuren getrennt über 2200 Jahre zu behandeln. Sogar das Leitmotiv, welches Meng Yi dazu antreibt, Prinzessin Ok-soo zu beschützen, wird in die Gegenwart übertragen. Es bleibt durchgehend bei einer sehr platonischen Liebe, leidenschaftlich wird es dabei nicht. Das will der Film aber eigentlich auch gar nicht, denn das Thema ist tiefgründiger und so überrascht mich auch das Ende, welches sehr untypisch für einen Jackie-Chan-Film ist. Leider muss ich aber auch gestehen, dass ich es sehr schade finde, dass der Martial-Arts-Anteil fast gar nicht zur Geltung kommt. Ich merke Chan an, dass er gerne so viel zeigen möchte, es aufgrund der Handlung aber nicht immer passt. Trotzdem hätten ein paar mehr Szenen mit Schlägen und Tritten Der Mythos gutgetan. Die Fließbandszene und das Auftreten von Mallika Sherawat können das allerdings, genauso wie das sehr großzügige Bonusmaterial, gut entschädigen.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Der Mythos!

Review: Under Control

Under Control (1)Auf dem Cover von Under Control prangert mal wieder der Name von Jackie Chan. Zwar ist der Schauspieler hier in einer Hauptrolle vertreten, doch gebührt vor allem der Darstellerin Qi Shu die Ehre, da sie den elementaren Part des Schauspielergespanns einnimmt.

Under Control (2)Der Film dreht sich nämlich voll und ganz um die junge Bu, die in einem kleinen Fischerdorf in Taiwan lebt. Sie hat zwar einen Freund, der sie auch gerne heiraten möchte, doch spürt sie in ihrem Herzen, dass sie ihn nicht wirklich liebt und eigentlich unglücklich ist. Sie kann zwar mit ihrer Mutter offen über das Problem reden, doch ist sie ihr eigentlich keine große Hilfe. In der Nähe ihres Fischerdorfes leben viele Delfine. Mit einem von ihnen freundet sie sich sogar an. Obwohl der Delfin sicherlich nicht mit ihr kommunizieren kann, findet sie bei genau den Trost, den sie bei den Menschen nicht bekommt. Eines Abends fischt sie aus dem Wasser eine Flaschenpost, die aus Hongkong abgeschickt worden ist. Sie kennt zwar nicht den Absender, doch scheint dieser genauso einsam zu sein, wie sie selbst. Kurzerhand beschließt Bu, Taiwan zu verlassen und ihr Glück in der chinesischen Hafenmetropole zu finden. Ihr gelingt es, den Absender der Flaschenpost zu finden. Allerdings gesteht Albert ihr, dass er homosexuell sei und die Flaschenpost eigentlich dazu gedacht war, seinen Exfreund zurückzugewinnen. Albert sagt ein paar verletzende Worte, woraufhin Bu zunächst sehr traurig ist. Sie streiten sich, doch genau dieser Streit macht sie zu unzertrennlichen Freunden. Da sie eine Zeit lang in der Stadt bleiben will, begleitet sie Albert bei seiner Arbeit als Visagist auf eine Yacht.

Romanze mit Jackie Chan

Under Control (3)Die andere Hälfte des Films dreht sich um den Millionär C.N. Chan, der sein Firmenimperium langsam aber stetig ausgebaut hat und jetzt mit sauberen Recycling-Geschäften seine Moneten verdient. Er beschließt am selben Tag wie Bu und Albert seine Zeit auf See zu vertreiben. Da Bu von der Arbeit ihres Freundes gelangweilt wird, beobachtet sie das Treiben auf anderen Schiffen. Dort sieht sie auch, wie Chan die Schläger eines Konkurrenten bekämpft. Als er in die Enge getrieben wird, beschließt Bu eigenhändig, ihn zu retten. Den beiden gelingt die Flucht, doch stranden sie auf einer kleinen einsamen Insel vor der Küste Hongkongs. Bu wird schnell klar, dass sie sich in Chan verliebt hat. Sie verbringen gemeinsam sehr viel Zeit, doch Chan wird durch seine Firmen dermaßen eingespannt, dass er den Blick aufs Wesentliche verliert und auch Bu für seine Geschäfte einspannen will. Enttäuscht verlässt sie Hongkong. Under Control ist durchgehend eine Liebesgeschichte mit seichten lustigen Momenten. Es bleibt dabei aber alles auf einem sehr liebevollen Niveau, denn wie man unlängst von The Protector weiß, mag es Jackie Chan nicht, wenn man zu viel nackte Haut in Filmen mit ihm in der Hauptrolle sieht. Martial-Arts-Fans dürfen sich zudem nur über ein paar Kämpfe freuen, die zudem teilweise sehr stümperhaft in die romantische Handlung eingewoben sind.

Unerfüllte Erwartungen

Under Control (4)Bitte nicht falsch verstehen. Die beiden tollen Kämpfe zwischen Jackie Chan und Bradley James Allan sind wirklich großartig inszeniert und gehören zum besten, was wir in Filmen mit der Martial-Arts-Legende bis dato gesehen haben. Während ein Kampf zumindest noch einen Sinn für die Story ergibt, ist der andere allerdings wahllos eingewebt. Das ist sehr schade und stört ein wenig das Gesamtbild. Das hätte man wesentlich besser lösen können. Was sich der Regisseur, Vincent Kok, dabei gedacht, bleibt wohl ein Geheimnis. Ein Geheimnis wird wohl auch die deutsche Schnittfassung bleiben. Under Control hat hier nämlich eine ganz eigene Leidensgeschichte hinter sich, denn der Film wurde in der deutschen Schnittfassung um circa zwanzig Minuten geschnitten, wodurch wenige Szenen, die fürs volle Verständnis wichtig wären, ursprünglich nicht aufgegriffen worden sind. Das ist zwar ärgerlich, doch seit ein paar Jahren wird der Film ebenso in der Hongkong-Fassung ausgeliefert, darunter auch die Blu-ray der Dragon Edition, die bei unserem Test vorliegt. Soll heißen, dass alle entfallenen Szenen in den Film eingewoben sind, aber nur im kantonesischen Originalton mit deutschen Untertiteln vorliegen. Dafür kann das Bonusmaterial mit einem deutsch unterlegten Making-of punkten. Zu viel darf man von Under Control aber nicht erwarten, denn die Erwartungen erfüllt er nicht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Das Schlimmste was man machen kann, bevor man sich Under Control ansehen möchte, ist, sich einen Trailer anzuschauen, der nicht auf der Hongkong-Version beruht. Hier wird nämlich ein Martial-Arts- oder Action-Film mit Kampfszenen suggeriert und das trifft auf Under Control definitiv nicht zu. Das soll absolut nicht heißen, dass es keine Kämpfe gibt. Die beiden Kämpfe zwischen Bradley James Allan und Jackie Chan gehören zum Besten, was ich je in Jackie Chans Laufbahn gesehen habe. Leider wurde nur einer der beiden Kämpfe ordentlich in die Handlung eingewebt. Der andere fühlt sich schon wie erzwungener Fanservice an. Die restliche Geschichte passt zudem auch nicht so wirklich zu einer Action-Legende wie Jackie Chan, doch spielt er die Rolle des C.N. Chan mit Bravour. Mein Lob geht aber auch an Qi Shu, welche die Rolle der viel wichtigeren Bu ebenso toll spielt. Trotzdem bieten mir beide Genre-Anleihen zu wenig, sodass sich Under Control mit der Zeit richtig zieht. Wenn man sich den Film anschauen will, sollte man sich aber auf jeden Fall die Originalfassung anschauen, denn mit den fehlenden zwanzig Minuten in der deutschen Fassung ergeben manche Zusammenhänge viel weniger Sinn. Man kann sich Under Control zwar gefahrlos ansehen, doch Action-Fans sind hier eher falsch am Platz.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Under Control!

Review: Aldnoah.Zero – Vol. 1

Aldnoah.Zero - Vol. 1 (1)Bis zum heutigen Tag hat die Menschheit noch keinen Kontakt zu einer außerirdischen Lebensform aufgebaut. Im Anime Aldnoah.Zero hingegen ist die Kontaktaufnahme dank der Apollo-17-Mission geglückt. In der Realität war es der letzte bemannte Raumflug zum Mond.

Aldnoah.Zero - Vol. 1 (2)Im Jahr 1972 hat die Besatzung der Apollo 17 auf der Rückseite des Mondes das sogenannte Hypergate entdeckt, welches das Reisen zwischen Mond und Mars ermöglicht. Das entdeckte Portal wurde von den Erdlingen zunächst genutzt, um die Ressourcen des Mars auszubeuten. Auf der Oberfläche des roten Planeten haben die Menschen jedoch auch die Spuren einer seit Urzeiten untergegangen Zivilisation entdeckt. Die Überbleibsel der Arudonoa-Zivilisation hat der Menschheit einen ungeheuren Technologieschub ermöglicht. Als sich durch Spannungen die Kolonie auf dem Mars für unabhängig erklärte, kam es zu einem Krieg, der dazu führte, dass das Hypergate überlastet wurde und ein Großteil des Mondes abgespaltet wurde. Die Teile des Mondes landeten auf der Erde, wodurch überall auf dem Planeten Krater entstanden. Als der Krieg 1999 zwischen dem Planeten Erde und dem Kaiserreich Vuāsu auf lange Sicht zu keinem Ergebnis führte, entschied man sich zu einem Waffenstillstand und für den Frieden. Mittlerweile sind fünfzehn Jahre ins Land gestrichen und wir schreiben somit das Jahr 2014. Prinzessin Aseiramu Vuāsu Aryūshia ist auf dem Weg zur Erde, um die diplomatischen und politischen Beziehungen zwischen beiden Planeten zu vertiefen. Während auf der Erde die Ankunft der Prinzessin begrüßt wird, sorgt ihre Reise für Abneigung im Kaiserreich Vuāsu.

Kämpfe zwischen Kataphrakten

Aldnoah.Zero - Vol. 1 (3)Als auf die Prinzessin bei ihrer Fahrt zur Botschaft ein Anschlag mittels Raketen verübt und schließlich auf diesem Weg vermeintlich getötet wird, ist das für das Kaiserreich Vuāsu ein Angriff auf ihr Staatssouverän, wodurch das Militär die Kontrolle übernimmt und zugleich einen Angriff auf die Erde initiiert – schließlich haben die Schlachtschiffe im Orbit nur darauf gewartet, die Erde anzugreifen. So werden weltweit Städte wie New Orleans, Beijing oder Tōkyō als Ziele bestimmt und tausende Menschenleben werden innerhalb weniger Sekunden ausgelöscht. In der japanischen Stadt Shinawara bereiten sich die ersten Kadetten vor, um den Angriff abzuwehren. Der Krieg wird allerdings nicht Mann gegen Mann im üblichen Sinne geführt. Stattdessen sitzen die Kriegsteilnehmer in so genannten Kataphrakten. Dabei handelt es sich nicht um stark gepanzerte Ritter, die zu Pferde reiten, sondern um Mechs, die mit gigantischen Waffen aufeinander schießen oder einstechen. Sie bemerken dabei allerdings recht schnell, dass das Kaiserreich Vuāsu in den letzten fünfzehn Jahren die Rüstungsindustrie stetig vorangetrieben und Wissen über die Technologie der Arudonoa-Zivilisation gesammelt hat. So ist es den irdischen Kataphrakten nicht möglich, die feindlichen Mechs zu bekämpfen und müssen stetig Verluste hinnehmen. Das weckt aber nur den Kampfgeist der Erdbewohner.

Hauptaugenmerk: Kriegsführung

Aldnoah.Zero - Vol. 1 (4)Obwohl sich die Ereignisse in Aldnoah.Zero geradezu überschlagen, sind es nur sehr wenige Momente, die im Anime vorgestellt werden. Diese wenigen zwischenmenschlichen Momente bleiben uns dafür umso mehr in Erinnerung, doch aus Spoilergründen möchten wir auf diese an dieser Stelle nicht eingehen. Es sei nur so viel gesagt, dass das Zwischenmenschliche auch aus dem Innern der Kataphrakten zu spüren ist. Das Hauptaugenmerk liegt nämlich vor allem auf der Kriegsführung, denn schließlich müssen sich die Charaktere zunächst der überstarken Bedrohung stellen und ihren Feind verstehen lernen. An vielen Stellen wirkt der Anime sehr realitätsbezogen, denn einige Orte sehen so aus, als seien sie für den Anime nur mit einem Filter überzogen worden. Während ruhige Momente mit Klavierklängen unterlegt werden, sind die Kämpfe in adrenalingeladener Musik getränkt. Die Kataphrakten werden dabei in den meisten Szenen dreidimensional vor einem zweidimensionalen Hintergrund eingefangen. Das wirkt an manchen Stellen etwas störend, doch baut der Anime durchgehend auf diesem Stil auf, weshalb man schon vor dem Kauf sich damit arrangieren sollte. Wer sich aber dennoch auf Aldnoah.Zero einlässt, bekommt einen sehr spannenden und nervenaufreibenden Anime geboten, in denen vor allem die letzte Szene der ersten Episode große Kritik am Krieg übt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Der Anime Aldnoah.Zero richtet sich vor allem an Fans von Mech-Serien, die bereits Neon Genesis Evangelion und Co verschlungen haben. Die Serie charakterisiert politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Probleme, die schließlich in zwei Kriegen enden. Der Beginn des zweiten Kriegs markiert den Auftakt des Animes, der mit einem Anschlag auf das Staatssouverän vom Kaiserreich Vuāsu beginnt. Dabei erhalten wir zwar nur einen geringen Einblick in das Leben der Erdbewohner und den Siedlern auf dem Mars, doch dafür bleibt im Angesicht der kritischen Auseinandersetzung einfach keine Zeit. Wie der Krieg zwischen den Kataphrakten geschlagen wird, ist die zentrale Frage der vorliegenden drei Episoden. Da man bisher nur wenig über beide Nationen erfährt und das Science-Fiction-Spektakel bislang noch ein wenig aufs Nötigste reduziert wirkt, fällt mir das Urteil schwer. Ich wurde zwar gut unterhalten, kann mir aber noch nicht vorstellen, wie die Reise des Anime enden wird. Weiterschauen werde ich die Serie aber auf jeden Fall!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Aldnoah.Zero – Vol. 1!

Review: Tōkyō Ghoul – Vol. 2

Tokyo Ghoul - Vol. 2 (1)In einem Moment ist man noch ein Mensch und im nächsten Augenblick erwacht man schon als Hybridwesen. Kaneki Ken muss sich dieser Realität stellen, denn nach einem Date mit der hübschen Kaneshiro Rize erwacht er im Krankenhaus halb als Mensch und halb als Ghul.

Tokyo Ghoul - Vol. 2 (2)Tōkyō Ghoul spielt im modernen Tōkyō, in denen Ghule schon immer unentdeckt getarnt als Menschen lebten. Sie unterscheiden sich lediglich ihrer Essensgewohnheiten. Zwar besuchen sie wie Menschen Cafés, Restaurants und andere Plätze, in denen sie typische Nahrung zu sich nehmen können, doch ist dieses Essen Gift für ihre Körper. Sie können es höchstens mit suggeriertem Kauen hinunterschlucken, doch bevor es vom Körper verdaut wird, müssen sie es aus ihrem Magen verbannen. So viel hat Protagonist Ken bereits gelernt. Damit er jedoch nicht zu einer Bestie mutiert und Menschen in Tōkyō auflauert, um sie schließlich zu töten und zu essen, muss er viel Kaffee trinken, denn das Heißgetränk ist das einzige, was ihn von seinem Hunger ablenkt. Wie gut, dass er im Café Anteiku Freunde findet, die ebenfalls Ghule sind und ihm einen Arbeitsplatz bieten. Mittlerweile sind mehrere Monate ins Land gezogen, doch hört Ken im Café immer wieder von Vorfällen, die sich in der japanischen Hauptstadt ereignen. Eine Spezialeinheit, bestehend aus Ghuljägern, die sogenannten Tauben, machen in den Straßen und Hinterhöfen von Tōkyō Jagd auf die Ghule. Aus diesem Grund müssen sich sowohl Ken, als auch seine Ghulfreunde vor den Tauben verstecken und zudem immer auf der Hut sein, sollten sie das Café verlassen – schließlich könnte jede Konfrontation die letzte sein.

Kannibalismus

Tokyo Ghoul - Vol. 2 (3)Ein neuer wichtiger Charakter im Anime Tōkyō Ghoul ist Tsukiyama Shū, der sich angeblich mit Rize auf einer sehr intellektuellen Ebene hervorragend austauschen konnte. Da Rize nicht mehr unter den Lebenden weilt, sieht er in Ken einen neuen Gesprächspartner, um sich über Literatur und berühmte Autoren austauschen zu können. Während Ken vor Shū gewarnt wird, ignoriert er ihre Warnungen und entdeckt in ihm einen anständigen Ghul, mit dem er sich nur wenige Tage später verabredet. Als sich Ken wegen dem nicht durchschaubaren Shū an einer Tassenscherbe schneidet, lädt der ihn gleich in ein edles Restaurant ein. Anstatt jedoch dort zu dinieren, taucht Shū nicht auf. Der Raum entpuppt sich als Fahrstuhl, sodass Ken hinab in den Keller des Gebäudes gefahren wird, wo eine riesige Arena auf ihn wartet. Dort soll Ken von einem Schlächter zu Tode gefoltert werden, damit sich dutzende Ghule an Kens Fleisch laben können. Als Shū bemerkt, dass Ken nur mit einem roten Ghulauge gesegnet ist, bricht er das Festmahl ab und tötet stattdessen den Schlächter. Ken beschwichtigt er damit, dass es nur ein sehr makaberer Scherz war und er niemals zugelassen hätte, dass man ihn tötet. Als Ken einen Tag später auf der Straße seinen früheren Feind Nishio Nishiki vor Kannibalen rettet und so seine Freundin kennenlernt, nutzt Shū die Gelegenheit, um einen perfiden Plan zu schmieden.

Menschlichkeit

Tokyo Ghoul - Vol. 2 (4)Tōkyō Ghoul nutzt die Folgen der zweiten Volume, um ein gesellschaftliches Problem in der Ghulwelt aufzuwerfen. Da Ghulfleisch für Ghule angeblich ungenießbar ist, wird Protagonist Ken zur optimalen Mahlzeit auserkoren. Nishiki, ebenfalls ein Ghul, wird nur wenig später zu einem Opfer von Ghulen, die sich an ihm laben wollen. Das Moralverständnis, welches bisher nur die Menschen betraf, rückt in den vorliegenden Episoden in den Mittelpunkt der Ghule. In Tōkyō Ghoul wird es zunehmend schwieriger, über die Entscheidungen einzelner Individuen zu urteilen. Schwierig ist auch der Einsatz der Tauben einzuordnen, da es diesmal freundliche Ghule trifft, die keine Jagd auf Menschen machen. Am optischen Erscheinungsbild hat sich in den Episoden 4 bis 6 nichts geändert. Nach wie vor sind die Grafiken optisch sehr scharf und das Bild kontrastreich. Hin und wieder wird dennoch kurz mit diffusem Licht gespielt, um ein paar Charaktere besser einfangen zu können. Musikalisch bleibt der Soundtrack auf einer sehr düsteren Ebene, denn heitere Szenen gibt es so gut wie nicht. Musik hat in den behandelten Episoden dennoch eine besondere Bedeutung. Beispielsweise wird die neunte Symphonie von Antonín Dvořák an einer Stelle eingespielt, um Shūs Kunstverständnis darzustellen. Uns gefällt es, da zwischen den makaberen Szenen so noch ein Überbleibsel Menschlichkeit bleibt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Tōkyō Ghoul hat mich theoretisch schon nach der ersten Episode auf eine Reise mitgenommen, die ich so schnell nicht beenden möchte, auch wenn der Anime nur aus zwölf Folgen besteht. Das heißt also, dass ich nach der zweiten Volume bereits die Hälfte der Serie erlebt habe. Der Anime hat mich mittlerweile aber nicht nur theoretisch begeistert, denn spätestens ab jener Szene, wo Ken vom Schlächter malträtiert werden soll, habe ich jede einzelne Minute von Tōkyō Ghoul genossen und in mir aufgesogen. Dabei bleibt die Serie nicht mehr ein bloßes Fantasy-Drama, sondern ein Anime, der sich mit gesellschaftlichen Problemen beschäftigt, die sich zum Beispiel in Form von Diskriminierung oder sogar im Kannibalismus unter Ghulen äußern. In Tōkyō Ghoul werden eben Probleme mit anderen Mitteln erörtert, wie man sie vielleicht von einem intelligenten Anime erwarten würde. Trotzdem sind viele der Sachverhalte in die Realität übertragbar. Ich bin gespannt, welche Themen Tōkyō Ghoul in der zweiten Hälfte der Serie noch aufgreifen wird und vor allem mit welchen Mitteln.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Tōkyō Ghoul!

Review: 1911 Revolution

1911 Revolution (1)Im Jahr 2012 jährte sich ein Ereignis zum einhundertsten Mal. Seit mehr als einhundert Jahren ist China ohne Kaiser; erst eine Republik, dann eine Volksrepublik. Zu diesem Anlass wurden die Ereignisse von 1910 bis 1912 im Film 1911 Revolution noch einmal zusammen gefasst.

1911 Revolution (2)Die Bevölkerung Chinas leidet zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht nur unter den feindlichen, ausländischen Mächten, die einige Teile des Landes besetzt haben, sondern auch unter der Regierung selbst. Die Qing-Dynastie herrschte zu diesem Zeitpunkt seit mehr als 250 Jahren. Da Kaiserinwitwe Longyu kaum etwas die Besatzer unternimmt und das Volk leiden muss, wird der Widerstand im Volk immer größer. Aus der Bevölkerung entsteht eine neue Armee, die sich den Streitkräften des Kaisers widersetzen. Anführer der Revolution sind Huang Xin und Sun Yat-sen. Letzterer ist für das Ziel der Revolution, die seit über zweitausend Jahren bestehende Monarchie zu stürzen, von besonderer Bedeutung. Zweitrangig wird im Film eine unterhaltende Geschichte erzählt, viel mehr möchte das Werk uns die Eckpfeiler der Revolution näherbringen, in der viel Blut vergossen wurde. So erleben wir in 1911 Revolution, wie der bewaffnete Aufstand von Wuchang stattgefunden hat und wie die Kaiserinwitwe zur Abdankung gezwungen wurde. Diese Szenen werden durchgehend mit informativen Texten, die teils ein Erzähler vorliest, kurz ein- oder ausgeleitet. Besonders gut zur Geltung wird die Reaktion des Kaiserhauses eingefangen, welches immer mehr an Macht verliert und bei den Revolutionären auch keine Chance mehr dazu hat, zumindest eine konstitutionelle Monarchie zu etablieren. Somit ist ebenfalls die andere Seite des Konflikts deutlich charakterisiert.

Die Xinhai-Revolution

1911 Revolution (3)Man möchte um jeden Preis eine Republik in China gründen; möglichst ohne Blutvergießen. Es ist beachtlich, wie gut die Charaktere mit ihren Vorstellungen der idealen Herrschaft im Land umgehen und welche Entwicklung sie im Verlauf der auf zwei Stunden ausgelegten Handlung durchmachen. Man kann von der heutigen Volksrepublik China halten was möchte, damals war eine Revolution, um eine Republik zu errichten, wohl unumgänglich, um China vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Somit kann man definitiv davon sprechen, dass die Xinhai-Revolution eines der bedeutendsten Ereignisse in der Geschichte Chinas, sogar eines der wichtigsten Ereignisse in der Weltgeschichte gewesen ist. 1911 Revolution ist ein beeindruckender Historienfilm, welcher das Nationalgefühl von China gut zum Ausdruck bringt und ein elementares Stück der chinesischen Geschichte behandelt. In die Rolle von Longyu schlüpft Joan Chen und Winston Chao verkörpert abermals Dr. Sun Yat-sen. Nicht nur von seinem verblüffenden Schauspieltalent, sondern auch vom Aussehen könnte man sich kaum jemand besseres für diese Rolle aussuchen. Dem einen oder anderen Zuschauer wird es verwundern, dass Jackie Chan in die Rolle des Huang Xin schlüpft. Ist das Multitalent normal für seine illustren Figuren in diversen Action-Filmen bekannt, mimt er hier einen ernsthaften Menschen. Chan ist aber nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Regisseur tätig.

Realistisches Kriegsszenario

1911 Revolution (4)Der Brillanz des Films tut dies allerdings keinen Abbruch. Da die Revolution nicht ohne viele blutige Auseinandersetzungen erkauft werden konnte, erleben wir in 1911 Revolution relativ viele Schusswechsel und auch diverse Schlachtfelder und Schützengraben werden vorgestellt. Bomben und Granaten explodieren mit ordentlichem Krach und wenn man sich erst einmal die Ausmaße der Auseinandersetzungen ansieht, dann wird man richtig in die Atmosphäre der Revolution gezogen. Man versteht das Leiden der Opfer und Verwundeten. Sämtliche Effekte wirken in Chans einhundertstem Film sehr realistisch. Ob dies wirklich sein hundertes Film ist, gesteht er in einem Interview, müsse er selbst erst einmal prüfen. Schließlich wirkt er in seinen Filmen nicht nur als Regisseur und Schauspieler mit und nimmt auch gerne mal die eine oder andere Position ein. Optisch sieht der Film in 1080p sehr gut aus, fällt aufgrund des Settings (Schützengräben, Schlachtfelder) oft etwas aus. Die Musik von Ding Wei untermalt das Geschehen passend. Bedrohliche, ruhige und wichtige Szenen werden ausgezeichnet zum Ausdruck gebracht. Die intelligenten Dialoge bereichern den Inhalt des Films, sowohl in der deutschen Synchronfassung als auch in Mandarin. Beide Tonspuren liegen auf der Blu-ray in DTS-HD 5.1 vor. Untertitel darf man sich in Deutsch und Niederländisch hinzuschalten.

Halbgares Bonusmaterial

1911 Revolution (5)Bei den eingangs bereits erwähnten eingeblendeten kleinen Texten in Mandarin und Englisch werden aber auch bei der deutschen Tonspur Untertitel hinzugeschaltet, die häufig zu schnell verschwinden. Hier hätte Mighty Titles die eingeblendeten Untertitel nach Fertigstellung ruhig noch einmal überprüfen  können. 75 Minuten Bonusmaterial sind auf der Blu-ray neben ein paar einzelnen Trailern ebenfalls enthalten, doch nur die halbstündige Pressekonferenz konnte uns wirklich überzeugen. Hier werden wichtige Fragen zu den Charakteren von Jackie Chan und Co beantwortet. Es wäre auch toll gewesen, mehrere Interviews mit dem Martial-Arts-Star und seinen Kollegen auf der Disc vorzufinden, doch einzig und allein das Interview mit Li Bingbing hat uns nicht sonderlich vom Hocker gehauen. Nicht informativ und zu kurz ist es ausgefallen. Der restliche Bonus beschränkt sich auf B-Roll-Material und kurze Making-ofs, die aber ebenfalls nur wie pures B-Roll-Material wirken. Eine Dokumentation über die Geschehnisse von 1911 hätten das Gesamtwerk abgerundet. Unterm Strich bleibt aber dennoch ein mehr als ansehnlicher Film. Wer sich für die Geschichte Chinas interessiert und sich dabei die eine oder andere Freiheit im Handlungsverlauf gefallen lässt, der darf sich auf 121 Minuten pure Spannung und tolle Dialoge in einem realistischen Setting freuen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die letzten einhundert Jahre von China sind sehr tragisch. Man stürzt zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Monarchie, um die Republik zu gründen, bis diese 1949 zur Volksrepublik umfunktioniert wird. Ohne die Revolution wäre dies de facto nicht möglich gewesen. Das unter den ausländischen Besatzern und der Herrschaft der Qing-Dynastie leidende Volk beginnt sich nach den Opiumkriegen gegen die Ungerechtheit langsam aber sicher aufzulehnen. Das Ergebnis ist eine Revolution, die aus der Monarchie in China schlussendlich eine bis heute währende Republik, wenn vielleicht auch in einer nicht von Anfang an so gewollten Form, besteht. Ich finde es erstaunlich, wie gut die Rollen von Huang Xin und Sun Yat-sen in 1911 Revolution verkörpert werden. Der Film hat genau die richtige Länge, greift alle wichtigen Eckpfeiler ab und nimmt sich dabei auch die eine oder andere Freiheit, um die Geschichte weiterzuspinnen. Einzig allein interessant hätte ich es gefunden, die am Ende der Handlung angelegten Verhandlungen etwas in die Länge zu ziehen und mehr über die Herrschaft der Qing-Dynastie zu erfahren. Die Ausgangslage ist im Film einfach nur, dass die Herrschaft unter den Qing schlecht ist. Bei meinem ersten Review zu 1911 Revolution von 2012 habe ich beschlossen, dass ich den Film erst wieder anschaue, wenn mein Hintergrundwissen über die chinesische Geschichte gewachsen sei. Mir sind zwar nicht viele neue Details aufgefallen, doch habe ich durch mein Studium nun ein wesentlich besseres Verständnis für die Hintergründe erlangt. Nach wie vor möchte ich dem Film allen empfehlen, die sich für die Geschichte Chinas interessieren.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von 1911 Revolution!

Gewinnspiel (4. bis 30. Juli 2015)

Gewinnspiel Inazuma Eleven Go - HomepageAm dritten Juli 2015 hat Gameplay Gamers bereits den fünften Geburtstag gefeiert. Aus diesem Anlass verlosen in diesem Jahr in freundlicher Zusammenarbeit mit Nintendo einmal das Spiel Inazuma Eleven Go – Chrono Stones: Flammenwall und einmal das Spiel Inazuma Eleven Go – Chrono Stones: Donnerknall, jeweils für den Nintendo 3DS. Um an unserem Gewinnspiel teilzunehmen, habt ihr mehrere Möglichkeiten, die ihr gerne miteinander kombinieren dürft. Für jede Teilnahme erhaltet ihr Lose; je mehr Lose man besitzt, desto höher sind am Ende die Gewinnchancen. Wie folgt könnt ihr am Gewinnspiel teilnehmen:

1. Schreibt unter diesem Beitrag einen kurzen, aber aussagekräftigen Absatz, welches der beiden Spiele ihr gewinnen wollt und warum. (3 Lose)

2. Gratuliert uns unter diesem Beitrag zu unserem fünften Geburtstag und teilt uns mit, welche Aspekte unserer Homepage wir in Zukunft noch verbessern können. Markiert euren Kommentar bitte entweder mit #flammenwall oder #donnerknall. (2 Lose)

3. Teilt das Bild zum Gewinnspiel auf unserer Facebook-Seite öffentlich mit euren Freunden und hinterlasst uns unter dem Bild einen Kommentar, den ihr mit #flammenwall oder #donnerknall markiert. (3 Lose)

4. In separaten Kommentaren unter dem Gewinnspielbild dürft ihr Freunde markieren, um auf das Gewinnspiel hinzuweisen. Für jeden Freund, der unsere Seite ein „Gefällt mir“ spendiert und das in einer Antwort auf euren Kommentar bestätigt, erhalten beide Teilnehmer zusätzliche Chancen. (je Freund 2 Lose)

5. Ihr abonniert hier unseren Newsletter. (1 Los)

Teilnahmeberechtigt sind alle Personen, die mindestens das achtzehnte Lebensjahr vollendet und ihren Erstwohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland haben. Minderjährige Nutzer müssen vor der Teilnahme eine Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten einholen. Mitarbeiter von Gameplay Gamers und Nintendo sind von der Verlosung ausgeschlossen. An der Verlosung nehmen alle Personen teil, welche die jeweils gewünschten Anforderungen erfüllen. Erfüllt kein Teilnehmer die Anforderungen, wird der Gewinn unter allen Teilnehmern gleichermaßen verlost. Die Gewinner der Verlosung werden schriftlich nach Ablauf des Gewinnspiels ab dem 31.07.2015 informiert. Sie haben anschließend 72 Stunden Zeit, sich bei uns zu melden. Andernfalls erhält nach denselben Gewinnspielregeln ein anderer Teilnehmer die Chance auf den Gewinn. Aus Datenschutzgründen werden die Gewinner namentlich nicht auf Gameplay Gamers oder Facebook erwähnt. Sie dürfen sich dort aber sehr gerne selbst als solche zu erkennen geben. Teilnahmeschluss ist der 30.07.2015, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

Gameplay Gamers feiert den fünften Geburtstag!

Gameplay Gamers feiert den vierten Geburtstag (1)Hochgeschätzte Gameplay-Gamers-Leser,

fünf Jahre sind eine lange Zeit. Trotzdem sind sie wie im Flug vergangen, denn kaum tippen wir diese Zeilen für euch, gehen uns viele schöne und manchmal sogar traurige Erinnerungen der letzten Jahre durch den Kopf. Immer wenn wir von einer Messe kommen und Erlebnisse verarbeiten, realisieren wir, dass sich die Branche weiter entwickelt. Mit einem Grinsen im Gesicht freuen wir uns inständig schon auf die nächsten Jahre, um völlig neue Ideen erleben zu wollen. Diese schönen Momente werden zum Glück nicht oft von schlechten Nachrichten überschattet, so auch Björn Rohwers Rücktritt als stellvertretender Chefredakteur kurz nach unserem vierten Geburtstag. Trotzdem wünschen wir ihm viel Glück auf seiner weiteren Reise und wissen bekanntlich, dass man sich immer zweimal im Leben trifft.

Unser Redaktionsteam, derzeit bestehend aus drei festen Mitarbeitern, schreiben für euch seit dem Jahr 2010 Artikel zu Videospielen, Anime, Manga, ostasiatischen Filmen und Kultur. Jede Erfahrung, die wir mit einem neuen Bericht sammeln, lassen wir in nachfolgende Artikel selbstverständlich seit jeher einfließen. Das betrifft sowohl unsere Artikel, als auch unsere Webseite. Nicht immer werdet ihr diese Veränderungen oberflächlich bemerken, doch beim genauen Betrachten sind sie im Detail jederzeit zu erkennen. Auch wenn wir mit unserer Internetpräsenz derzeit mehr als nur zufrieden sind, überlegen wir uns weiterhin, wie wir Gameplay Gamers künftig noch weiter verbessern können. An dieser Stelle bleibt uns daher nur eines möglich: Vielen Dank für tolle fünf Jahre mit euch!

Eric Ebelt

Prime Time: One Piece (TV-Box 9 + Film 8) Unboxing

Bereits vor einer ganzen Weile haben wir euch sowohl die neunte Serienbox von One Piece, als auch den achten Film des Franchises in Form von Reviews vorgestellt. Klassisch möchten wir das mit einem Unboxing-Video abschließen, bevor wir euch schon in Kürze die nächste Serienbox in einem weiteren Review vorstellen. Viel Spaß beim Anschauen!

Partner: NMag # 60 erschienen – Flauschig und wollig

NMag #60 Flauschig und wollig (1)Der Sommer beginnt für die NMag-Redaktion mit einem lang ersehnten Jump ‘n’ Run. Yoshi’s Woolly World ist endlich in Europa erschienen und verzaubert die Redaktion mit seinem flauschigen und wolligen Grafikstil. Im großen dreiseitigen Test durchleuchtet die Redaktion die vielen kleinen Details des Spiels. Damit auch bei unentschlossenen Fans Interesse am Spiel geweckt werden kann, verlost das Magazin in Zusammenarbeit mit Nintendo das Spiel mit einem Plüsch-Yoshi-Amiibo. Außerdem beschießt sich die NMag-Redaktion in Splatoon mit Farbe und hilft Abraham Lincoln in Code Name: S.T.E.A.M. bei der Rettung der Erde. In Puzzle & Dragons Z + Puzzle & Dragons: Super Mario Bros. Edition löst sie Puzzles und erkundet Dungeons, in Kirby und der Regenbogen-Pinsel hilft sie Kirby die Farben ins Dream Land zurückzubringen und in Art Academy: Atelier zaubert sie künstlerische Meisterwerke auf die Leinwand beziehungsweise aufs Wii U GamePad.

Da Farbe in vielen Spielen ein wichtiges Thema ist, beschäftigt sich die NMag-Redaktion des Weiteren mit Farbe in Videospielen. Außerdem wurde ihr Geschichtstrieb geweckt, sodass auch die Geschichte in Videospielen nicht zu kurz kommt. Abschließend blickt die Redaktion noch auf zwanzig Jahre E3 zurück und besinnt sich an die ganz besonderen Momente der Messe. Schlussendlich stellt sie sich auch die Frage, wie die diesjährige Messe ausgefallen ist. Und jetzt schnell unter http://n-mag.org die nagelneue Ausgabe kostenlos herunterladen. Viel Spaß beim Lesen!

Review: The Guest

The Guest (1)Normalerweise öffnet man nicht jedem Fremden seine Tür und lässt dabei vor allem nicht jeden Unbekannten in sein Haus. Laura Petersen hingegen sperrt in ihrer Verzweiflung die Haustür auf, denn der junge Mann scheint ihren verstorbenen Sohn Caleb gekannt zu haben.

The Guest (2)Caleb Petersen ist im Nahen Osten während eines Einsatzes gefallen. Während Lauras Mann Spencer und die Kinder Anna und Luke mit dem Verlust langsam zurechtkommen, kann sie sich nicht aus ihrer Trauer befreien und verfällt in Depressionen. Gerade als sie einen neuen Tiefpunkt erreicht hat, klingelt David Collins an ihrer Haustür. Sie öffnet ihm bereitwillig die Tür, als er erzählt, dass er zusammen mit Caleb in der Armee gedient habe. Sie freut sich über sein Kommen, denn nur so gelingt es ihr, ihre Erinnerungen an ihren Sohn zu verarbeiten. Er besucht die Familie direkt nach seiner Entlassung, weil er ihrem Sohn versprochen habe, nach dessen Familie zu sehen und ihr zu sagen, dass er sie liebt. Obwohl Spencer dem ehemaligen Soldaten Misstrauen entgegenbringt, akzeptiert er ihn schon bald – fast schon wie sein eigen Fleisch und Blut. Luke, der keine Freunde in seinem näheren Umfeld hat, freut sich über Davids Auftreten. David wird von der Familie aufgenommen und fast schon als Ersatz für ihren Verlust gesehen. Anna lässt sich hingegen nicht so leicht beeindrucken und bleibt eher auf Distanz. Eines Tages belauscht sie ihn bei einem Telefonat, welches ihr Misstrauen weckt. Sie telefoniert mit der Armee, um herauszufinden, wer David tatsächlich ist. Angeblich sei David bei einem Unfall ums Leben gekommen, doch entfesselt sie mit dem Anruf seinen Zorn.

Psychopathen haben schwarzen Humor

The Guest (3)Während sich die ersten dreißig Minuten noch wie ein normales Familiendrama anfühlen, ist es mit dem Hausfrieden nach Annas Anruf schon bald vorbei. Wie genau die Fassade in The Guest bröckelt, möchten wir an dieser Stelle nicht verraten. Die auftretende Wendung ist zwar nicht überraschend, doch bleibt die Story dadurch durchweg sehr spannend und entwickelt sich vom Familiendrama zum packenden Thriller. In der ersten Hälfte des Films wird in den Dialogen nicht mit sehr schwarzem Humor gegeizt. David stiftet Luke sogar an, Verbrechen zu begehen, die jenseits von dessen Vorstellungskraft liegen. In der zweiten Filmhälfte nimmt hingegen die Action zu. Schießereien, Explosionen und eine kurze Verfolgungsjagd sind in die Handlung integriert. Dan Stevens, den der eine oder andere von euch eventuell noch aus der Fernsehserie Downton Abbey kennt, ist in The Guest in der Rolle von David Collins zu sehen und spielt den mal mehr, mal weniger psychopathischen Soldaten mit Bravour. Von einen Moment auf den anderen gelingt es Stevens, seiner Figur so viel Ausdruck zu geben, dass die beklemmende Atmosphäre in der ersten Filmhälfte nur davon profitiert. Die noch nicht ganz so erfahrene Maika Monroe gelingt es aber ebenfalls, der zweitwichtigen Person in der Handlung reichlich Leben einzuhauchen. Lance Reddick als Carver überzeugt uns ebenso.

Stilmittel der Achtziger Jahre

The Guest (4)Bis zum Ende bleibt The Guest spannend und bietet selbst nach dem Abspann noch genügend Zündstoff, um den Kult um David Collins weiter auszuarbeiten. Regisseur Adam Wingard wäre ein Narr, würde er hier noch nicht eine Schippe draufsetzen. Wer seine Gedanken zum Film hören will, der freut sich sicherlich auch über den Audiokommentar. Dieser liegt nicht nur für den gesamten Film, sondern auch für die entfallenen, erweiterten und alternativen Szenen vor, die im Bonusbereich des Films auf euch warten. Trotzdem können wir sagen, dass diese Szenen im Film meist deplatziert wirken würden, da alle wichtigen Fakten genauso, wie sie in den Film im Endeffekt eingearbeitet worden sind, vortrefflich eingefügt sind. The Guest kann circa einhundert Minuten lang sowohl in der deutschen Synchronisation, als auch in der englischen Originalfassung durchweg punkten. Für die deutsche Synchronisation von Dan Stevens darf sich Arne Obermeyer verantwortlich fühlen, dessen Stimme uns nicht mehr aus dem Kopf gehen will. Während der Ton in DTS-HD 5.1 Master Audio vorliegt, kann das Bild in 1080p und im 16:9-Bildformat (2,40:1) punkten. Alle Szenen bieten reichlich Kontrast und können trotzdem mit einem bestimmten Stilmittel beeindrucken. Man spielt mit Licht und mit Musik so, dass der Film fast wie ein moderner Film der Achtziger Jahre wirkt. Grandios!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): In den ersten Minuten zieht sich The Guest ganz schön die Länge. Das ist aber gewollt, denn die Einführung in das Leben der Petersens ist der Ausgangspunkt des Films, den man nicht überspielen kann. Dan Stevens sorgt mit seiner Ausstrahlung außerdem dafür, dass die Rolle von David Collins sehr an den Nerven der Zuschauer zerrt. In der ersten Filmhälfte wirkt die Atmosphäre nämlich meist sehr angespannt; man hat ständig ein mulmiges Gefühl. Ab der zweiten Hälfte weiß man zwar, wie es um David Collins ungefähr steht, doch bleibt es wirklich fast bis zum Ende ungeklärt, wie es dazu kommen konnte. Durch den gelungenen Einsatz von Licht und Musik hatte ich beim Anschauen oft das Gefühl, mich in einen Film der Achtziger Jahre verloren zu haben. Ich hoffe sehr, dass Regisseur Adam Wingard sich dem Kult um David Collins irgendwann in einem weiteren Film annehmen wird, denn The Guest ist nicht nur ein guter Film – er hat auch das Potential, mindestens mit einem Nachfolger gewürdigt zu werden.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Guest!

Prime Time: Yoshi’s Woolly World – Special Edition (Unboxing)

Am heutigen Tage ist Yoshi’s Woolly World für die Wii U in Europa erschienen. Unser Chefredakteur Eric hatte das Glück, eine der begehrten Special Editions inklusive eines grünen Woll-Yoshis beim Online-Versandhaus Amazon zu ergattern. Zusammen packt er die Special Edition mit euch aus und erzählt dabei, was er an der Edition auszusetzen hat und was ihm ganz besonders gefällt. Wir wünschen euch viel Spaß und gute Unterhaltung mit unserem Unboxing-Video zu Yoshi’s Woolly World für die Wii U!

Review: Tōkyō Ghoul – Vol. 1

Tokyo Ghoul (1)Wenn man jung ist, kann man sich nichts sehnlicher vorstellen, als mit der Frau auszugehen, für die man schon sehr lange schwärmt. Der Student Kaneki Ken kommt in diese Situation, doch anstatt den Himmel zu genießen, durchlebt er in Tōkyō Ghoul die Hölle auf Erden.

Tokyo Ghoul (2)Die Bevölkerung von Hauptstadt Japans wird seit geraumer Zeit von mysteriösen Vorfällen erschüttert. Sogenannte Ghule wüten in Tōkyō und ziehen Menschen bei lebendigem Leib die Haut ab, um sich an ihren Innereien zu laben. Vor dieser Kulisse beziehungsweise kurz nach dem letzten Vorfall, der aufgedeckt wurde, findet die Handlung von Tōkyō Ghoul statt. Es beginnt mit dem eingangs erwähnten Date von Kaneki Ken und seiner Begleiterin Kaneshiro Rize. Zunächst verläuft dieses gewöhnlich oder zumindest ohne irgendeinen Zwischenfall. Sie verabreden sich in einer Buchhandlung, da sie den gleichen Lieblingsautoren haben und sich sehr für Romane interessieren. Anschließend gehen sie noch gemeinsam in ein Restaurant, in dem sich Ken seiner Essgewohnheiten hingibt. Rize hingegen rührt ihr Essen gar nicht erst an. Dennoch genießt sie die Anwesenheit von Ken, der sich bereits wie im siebten Himmel fühlt. Nach ihrem Date erfährt Ken von Rize, dass sie in der Nähe des letzten Vorfalls lebt und sie Angst hat, nach Hause zu gehen. Ken willigt ein, sie nach Hause zu begleiten. Dabei vertraut er ihr intime Geheimnisse an, die er bisher nur seinem besten Freund Nagachika Hideyoshi erzählt hat. Als Ken Rize schließlich näherkommt, beißt sie ihn auf einer Baustelle, wodurch Ken fast stirbt. Nur durch Glück wird Rize von einem herabfallenden Stahlträger getroffen.

Hybridwesen

Tokyo Ghoul (3)Ken weiß nicht wie ihm geschieht und verliert das Bewusstsein. Er bekommt nur rudimentär mit, was um ihn herum eigentlich geschieht. Als er im Zimmer eines Krankenhauses wieder aufwacht, realisiert er langsam, dass er nur durch das Implantieren von Organen überlebt hat. Er ist nun zur Hälfe Mensch und zur Hälfte Ghul. Ken befindet sich zwischen den Stühlen, denn zum einen versteht er sich immer noch als Mensch und möchte entsprechend human und vor allem moralisch handeln. Zum anderen hat er als Ghul seinen Appetit auf normales Essen verloren und spürt den Drang, Menschen aufzuschlitzen, um seinen eigenen Hunger zu stillen. Je mehr er sich weigert, seine Moralvorstellungen aufzugeben, desto wahnsinniger wird er. So und nicht anders kommt es dazu, dass er auf der Suche nach einem Opfer auf einen Ghul stößt, der den Mord bereits begangen hat. Die Freundschaft wehrt aber nicht lange, denn kurz darauf tritt der brutale Nishio Nishiki ins Rampenlicht und tötet seinen Artgenossen. Kirishima Tōka rettet Ken aus der Situation und wenig später erwacht er schließlich in einem Café, welches als getarnter Unterschlupft von gutmütigen Ghulen dient. Hier wird Ken von Tōka und ihrem Arbeitgeber in die Subkultur der Ghule sehr behutsam eingeführt. Vor allem wie das Problem mit der Nahrungsaufnahme für Ken gelöst werden soll, wird in Café Anteiku erläutert.

Einblick in die Fraktionen

Tokyo Ghoul (4)Die ersten drei Episoden des Anime, welche auf der Blu-ray der ersten Volume enthalten sind, behandeln vor allem die Grundlagen, wie ein Ghul in Tōkyō überleben kann. Zudem werden die Fraktionen vorgestellt. Zum einen verschiedene Ghule, die unterschiedliche Auffassungen vertreten und zum anderen eine Spezialeinheit, die Jagd auf die Ghule macht, um Tōkyō zu einem sichereren Ort zu machen. Die Handlung bleibt durchgehend sehr spannend und durch einige Überraschungen bricht der Storyfluss in keiner Minute ab. Optisch ist der Anime in der Blu-ray-Fassung gestochen scharf und spielt bei Entfernungen mit diffusem Licht, um auf die Charaktere besser einzugehen. Diesen werden sowohl in der deutschen Synchronisation, als auch in der japanischen Originalfassung von berühmten Sprechern Leben eingehaucht. In der deutschen Tonfassung ist unter anderem die Stimme von Ricardo Richter zu hören und in der japanischen Synchronisation ist Hanazawa Kana eine der Synchronsprecherinnen. Die Musik des Anime bleibt in der Regel düster, da die Handlung ebenfalls nur wenig Platz für heitere Momente lässt. Bonusmaterial gibt es in digitaler Form leider nicht. Dafür winkt ein Booklet mit Hintergrundinformationen, Episodenguide und Interview uns zu. Die ersten sechstausend Käufer, die sich die erste Volume zulegen, erhalten außerdem den praktischen Schuber gratis.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Der Anime Tōkyō Ghoul erzählt in den ersten drei Episoden den Auftakt einer hoffentlich sehr spannenden Geschichte. Mich hat die Handlung um den jungen Kaneki Ken nämlich bereits überzeugt und ich hoffe sehr, dass der Anime die gute Qualität in puncto Spannung und Unterhaltung halten kann. Die Idee hinter dem Hybridwesen ist vielleicht nicht neu, doch funktioniert der Anime auf dieser Grundlage sehr gut. Ken steht ständig zwischen den Stühlen zwischen Menschlichkeit und dem Dasein als blutrünstige Bestie. Unaufhaltsam werde ich durch die verschiedenen Fraktionen in die Welt von Tōkyō Ghoul eingeführt, wodurch ich für beide Seiten Verständnis erlange. Ich bin sehr gespannt darauf, wie die Serie in den nächsten neun Episoden fortgesetzt wird und vielleicht sogar Fragen aufwirft, mit denen ich jetzt noch nicht rechne. Da man im Interview bereits darauf verwiesen hat, dass alleine in der ersten Folge zwei Drittel des ersten Manga verarbeitet worden sind, bin ich mir fast schon sicher, dass man diese kurze Serie zu einem befriedigenden Ende führen wird.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Tōkyō Ghoul!

Umfrage: Schlachtfeld E3 2015

Umfrage Schlachtfeld E3 2014 (1)Traditionell fragen wir euch heute zum Abschluss der E3-Woche die Frage, welcher der drei Konsolenhersteller die diesjährige Messe für sich entscheiden konnte. Microsoft zeigte nur ein paar Spiele und lieferte im Großen und Ganzen eine solide Präsentation ab. Sony hingegen punktete durchweg mit den Ankündigungen zum Remake von Final Fantasy VII und mit der Kickstarter-Kampagne zu Shenmue III. Nintendo konnte mit keinen Überraschungen punkten und bildete in unseren Augen das Schlusslicht, selbst hinter den Konferenzen von Electronic Arts und Ubisoft! Trotzdem sind wir auf eure Meinung gespannt. Wer hat in diesem Jahr eurer Meinung nach wirklich das Rennen gemacht?

Special: Nintendo auf der E3 2015

Nintendo auf der E3 2015 (1)Nachdem Microsoft auf der E3 2015 uns nicht so überzeugen konnte und die Pressekonferenz von Sony glatt das Wunder von Los Angeles zelebrierte, waren wir vor allem auf das Digital Event von Nintendo gespannt, denn Nintendo hatte es im Angesicht der Konkurrenz schwer.

Nintendo auf der E3 2015 (2)Das Digital Event von Nintendo begann wirklich großartig. Iwata Satoru, Miyamoto Shigeru und Reggie Fils-Aimé wurden als Muppets dargestellt, die sich gerade auf das diesjährige Event vorbereiten. Plötzlich verwandeln sie sich alle in Tiere. Fils-Aimé spuckt Federn aus, Iwata packt sich an Hasenohren und Miyamoto tritt als Fuchs in Erscheinung. Nintendo-Fans haben es längst erkannt – die erste Präsentation sollte sich um das im letzten Jahr vorgestellte Star-Fox-Spiel drehen, welches jetzt auf den Namen Star Fox Zero hört. Die ersten Szenen verhalten sich allerdings noch sehr verhalten. Optisch sieht der Titel aus wie zu Gamecube-Zeiten und die Steuerungsmöglichkeiten werden das typische Gameplay der meisten Teile der Serie wohl verhindern, da auf dem Fernsehbildschirm kinoreife Szenen ablaufen sollen und sich die Action auf dem Wii U GamePad abspielen wird. Anschließend trat Miyamoto, nun wieder in menschlicher Form, in Erscheinung, um über Hintergründe über die Star-Fox-Reihe zu sprechen. Teilweise schon etwas zu lang für ein Event dieser Größenkategorie. Fils-Aimé wiederum sprach im Anschluss beiläufig über Themenparkattraktionen, schnitt die noch ominöse Plattform Nintendo NX an und thematisierte den dreißigsten Geburtstag der Super-Mario-Bros.-Reihe und wie sich Mario über die Zeit verändert hat. Leider sehr zeitraubend.

Unkreativer Einstand

Nintendo auf der E3 2015 (3)Mit Fils-Aimé ging es auch im nächsten Videoclip weiter, um die Amiibo-Figuren in ein neues Licht zu rücken. Er sprach mit Karthik Bala von Activision über die Verwendung von zwei besonderen Figuren in Skylanders: SuperCharger. Die beiden neuen Figuren können sowohl als Amiibo, als auch als Skylander-Figuren verwendet werden. Natürlich exklusiv auf Nintendo-Plattformen. Anschließend ging es mit The Legend of Zelda: Tri Force Heroes weiter, welches im Grunde wie The Legend of Zelda: Four Swords funktioniert – mit nur drei Links, die im Mehrspielermodus kleine und große Gefahren meistern müssen. Im Anschluss hatte man wieder eine Entwicklergeschichte für uns parat, in der Aonuma Eiji und Shikata Hiromasa über die Entstehung des Titels sprachen. In einem ging man in einen Trailer und zu den bereits im Vorfeld geleakten Informationen zu Hyrule Warriors Legends über. Das Spiel bietet grundsätzlich dieselbe Spielerfahrung wie Hyrule Warriors, bietet allerdings Charaktere aus The Legend of Zelda: The Wind Waker (HD). Wir bleiben bei Spielen für den 3DS, denn kurz darauf wurde Metroid Prime: Federation Force angekündigt, welches Kämpfe aus der Metroid-Prime-Reihe und mindestens ein weiteres Minispiel bieten wird. Der 3DS-Teil wird fürs Erste mit einem tollen englischsprachigen Trailer zu Fire Emblem: Fates abgeschlossen.

Abruptes Ende

Nintendo auf der E3 2015 (4)Als nächstes stand als großartige Überleitung Shin Megami Tensei X Fire Emblem auf dem Plan. Das zweite Wii-U-Spiel im Digital Event hat es uns gleich angetan. Die Fortsetzung des Events wird mit einem neuen Trailer zu Xenoblade Chronicles X gefeiert, welches auch sehr großartig aussieht und die HD-Konsole Ende des Jahres in Europa an ihre Grenzen bringen wird. Anschließend ging es mit Animal Crossing weiter, welches mit Animal Crossing: Happy Home Designer und Animal Crossing: Amiibo Festival gleich zwei Spin-offs erhält, von welchen letzteres sogar für die Wii U erscheint (allerdings ein Partyspiel im Sinne von Mario Party darstellt). Obwohl der Release von Yoshi’s Woolly World schon kurz vor der Tür steht, lässt es sich die Koordinatorin des Projekts, Watanabe Emi, nicht nehmen, um über die Entstehung der Woll-Yoshis zu sprechen. Obwohl Yōkai Watch bereits vor einigen Monaten endlich für den Westen bestätigt wurde, gab es anschließend den ersten Trailer zum Level-5-Rollenspiel für den 3DS. Zum Ende hin gab es noch einiges zum Super-Mario-Franchise zu hören und zu sehen: Mit Mario & Luigi: Paper Jam Bros., Mario Tennis: Ultra Smash, Super Mario Maker und einer wunderbaren Super-Mario-Charity-Aktion schließt Nintendo das Digital Event nach langatmigen fünfzig Minuten abrupt ab. Wir sind einfach nur enttäuscht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Meinung: Ich habe mich schon in den letzten Jahren darüber aufgeregt, dass Nintendo auf eine Pressekonferenz während der Electronic Entertainment Expo verzichtet. Im Konzert der drei Konsolenhersteller spielt Nintendo eine immer unwichtigere Rolle, denn so kann man mit der Konkurrenz nicht konkurrieren. Des Weiteren hat Nintendo die Angewohnheit, solche Veranstaltungen anfangs großartig zu inszenieren, doch dann sehr schnell den Fokus auf die eigentlichen Inhalte zu legen. Das mag zwar richtig sein, doch fehlt dem ganzen Spektakel anschließend ein gewisser Rahmen. Dazu kommt, dass es in diesem Jahr keine Überraschung gab, die man tatsächlich so nennen kann. The Legend of Zelda: Tri Force Heroes, Animal Crossing: Amiibo Festival und Mario Tennis: Ultra Smash sind sicherlich nette Spiele, aber eben keine Blockbuster, auf die ich mich monatelang geistig vorbereiten muss. Da Nintendo übers Jahr verteilt kleinere Nintendo-Direct-Ausgaben verteilt, bin ich mir jedoch sicher, dass wir in den nächsten Monaten sicherlich auch noch das eine oder andere Spiel vorgestellt bekommen werden, doch Nintendo sollte die Wirksamkeit der E3 nicht unterschätzen. Wenn man sich die Konkurrenz anguckt, die super mit Drittherstellern zusammenarbeitet, muss sich der Konzern langsam in Acht nehmen. Die diesjährige Veranstaltung ist dafür allerdings wohl einer der letzten Sargnägel für die Wii U gewesen, denn so kann man eine Konsole sicher nicht verkaufen und nach all den Jahren, wo ich den Konzern sehr gerne in Schutz genommen habe, kann ich das zumindest in Anbetracht der nächsten Monate nicht mehr tun.

Jonas Meinung: Nach den durchaus sehr gelungenen Pressekonferenzen von Sony Computer Entertainment und Ubisoft zuvor, waren die Erwartungen an Nintendos Auftritt bei mir nicht gerade niedrig. Der wirklich spaßige Einstieg mit Muppet-Figuren der bekannten Nintendo-Mitarbeiter lieferte zusammen mit Star Fox Zero einen Auftakt, der aber tatsächlich mithalten konnte. Leider wurden dann sowohl die Spiele, als auch die Anzahl der lustigen Abschnitte immer seltener und langwierige Erzählungen von Entwicklern gewannen die Oberhand. Neuheiten wie The Legend of Zelda: Tri Force Heroes oder Mario & Luigi: Paper Jam Bros. sahen zwar sehr interessant aus – wirklich große Titel blieben aber größtenteils aus, von der Wii U will ich gar nicht erst reden. Da ist der Gedanke gar nicht mal so abwegig, dass Nintendo die Konsole insgeheim schon abgeschrieben hat. Für den 3DS erscheinen Kracher wie Fire Emblem Fates auch erst nächstes Jahr, sodass trotz einer herzhaften offenen Präsentation mit viel Witz zum Humor, Nintendo auf der E3 für mich vom letztjährigen ersten auf den diesjährigen letzten Platz gefallen ist.

E3 2015: Die Termine der Pressekonferenzen

E3 2015 - Die Termine der Pressekonferenzen (1)Nachdem die Ausgaben der Electronic Entertainment Expo in den letzten Jahren eher weniger mit Überraschungen auftrumpfen konnten, sehen wir die diesjährige Videospielmesse mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf uns zukommen. Auf der einen Seite wurden bereits im Vorfeld große Titel vorgestellt, deren Enthüllungen wir auf der Messe erwartet oder erhofft hatten und so der Konkurrenz unweigerlich die Show gestohlen haben. Auf der anderen Seite hoffen wir dennoch, dass die großen Konsolenhersteller endlich mit großartigen Spielen für ihre Flagschiffe vorstellen. Sowohl Sony Computer Entertainment, als auch Microsoft Xbox und Nintendo müssen in diesem Jahr Software vorstellen, um uns das nächste Jahr über mit tollen Titeln beglücken zu können. Aus diesem Grund haben wir uns in diesem Jahr dazu entschlossen, nur über die drei großen Publisher zu sprechen.

Trotzdem möchten wir die anderen Publisher nicht unerwähnt lassen, denn am Montag um vier Uhr in der Früh markiert Bethesda den Beginn des Zeitraums der Pressekonferenzen. Um 18:30 Uhr deutscher Zeit geht es dann weiter mit Microsoft Xbox, gefolgt von Electronic Arts um 22 Uhr. Ubisoft legt am Dienstag um Mitternacht nach. Sony Computer Entertainment startet die Übertragung ihrer Pressekonferenz um 3 Uhr in der Früh. Dann habt ihr fünfzehn Stunden Pause, bis es um 18 Uhr mit Nintendo losgeht. Direkt im Anschluss um 19 Uhr dürft ihre euch über die Übertragung von Square Enix freuen. Den Abschluss der E3 markiert zum ersten Mal die Pressekonferenz über PC-Spiele, welche von der Zeitschrift PC Gamer ausgelegt wird, einem großen US-amerikanischen Computerspielmagazin. Auch hier müsst ihr wach bleiben, da die Show erst um 2 Uhr in der Nacht deutscher Zeit beginnt. Wer sich für einen der Publisher interessiert und nicht weiß, wann und wo er das Digitalangebot der Firmen erleben kann, der braucht nur auf einen unserer Hyperlinks zu klicken und schon landet er beim entsprechenden Stream. Wir wünschen euch viel Spaß mit den Konferenzen und unserer Berichterstattung!

Review: Blade of the Rose

Blade of the Rose (1)Obwohl Die Chroniken von Huadu: Blade of the Rose oder kurz Blade of the Rose, wie der Film in der Blu-ray-Fassung hierzulande vermarktet wird, nur wenig mit Jackie Chan zu tun hat, hält sein guter Name mal wieder für einen sehr, sehr durchschnittlichen Film her. Schade.

Blade of the Rose (2)Blade of the Rose spielt im Fantasy-Reich Huadu, welches diversen ostasiatischen Einflüssen unterliegt. Das männliche Geschlecht hat hier seit jeher ausgedient. Männer werden wie Tiere gehalten oder müssen Sklavenarbeit für ihre Besitzerinnen verrichten. Was für den einen oder anderen männlichen Zuschauer sicher für eine erotische Fantasie klingt, ist im Land Huadu bittere Realität. Hier halten die Damen alle wichtigen Posten inne und Männer müssen darauf warten, dass irgendjemand endlich die Emanzipation einleitet. Das Weltbild von Huadu steht also im krassen Kontrast zur Geschichte der realen Welt, in der Frauen jahrhundertelang auf ihre Rechte warten und dafür kämpfen mussten. Schuld am ganzen Debakel ist Kaiserin Ya Ge, die mit ihren Gesetzen verordnet hat, dass alle männlichen Bewohner des Landes nicht mehr als den Rang eines Sklaven innehalten dürfen. Des Weiteren ist es streng verboten, sich in einen seiner Sklaven zu verlieben – auch wenn das Zeugen von Kindern zu den Aufgaben eines Mannes gehört. Wer so mit der Hälfte der Bevölkerung umgeht, muss selbstverständlich jederzeit auf der Hut sein, um nicht zum Ziel von Attentaten oder ähnlichem zu werden. Aus dem Grund finden sich im Palast der durchtriebenen Kaiserin auch nur weibliche Wächter. Im Handlungsverlauf erfahren wir zudem, dass sich die Kaiserin vor einer Prophezeiung fürchtet.

Zwillinge

Blade of the Rose (3)Diese Prophezeiung besagt, dass eines Tages ein junger Mann auftauchen wird, der mit dem sagenumwobenen Schwert Excalibur bewaffnet, die Herrscherin beseitigen und die Macht in die Hände der Männlichkeit zurückgeben wird. Diese Prophezeiung scheint sich langsam zu erfüllen, als auf dem Markt mit Sklaven gehandelt wird und diese bei einem Aufruhr aus der Stadt fliehen beziehungsweise als Druckmittel genommen werden, damit die Protagonistin außerhalb der Stadt einen anderen entflohenen Sklaven einfangen kann. Dabei trifft sie auf eine illustre Schaustellerbande, in denen auch die beiden Tollpatsche Wirrkopf und Klotzkopf arbeiten. Diese haben eine Steintafel gefunden, welche sich als Schatzkarte entpuppt. Die drei schließen sich zusammen und bekommen zudem auch noch Hilfe von der Zwillingsschwester der Protagonistin. Dadurch wird auch der Originaltitel The Twins Effect II untermauert. Mit dem ersten Teil hat Blade of the Rose allerdings nicht viel zu tun, Vorwissen wird also nicht benötigt. Die restliche Geschichte kann man sich übrigens selbst denken. In Blade of the Rose passiert nicht wahnsinnig viel und überraschende Wendungen sind kaum vorhanden. Während die erste Hälfte des Films eher wie eine Komödie wirkt, formt sich die Story in der zweiten Hälfte zu einem tiefsinnigen Drama über Liebe. Dieser Bruch kommt uns aber viel zu schnell.

Kurzer Gastauftritt

Blade of the Rose (4)Stellenweise weiß der Film nicht, ob er nun eine Komödie, ein Drama, ein Martial-Arts-Epos oder eine Mischung aus allen drei Genres sein möchte. Die Symbiose ist Regisseur Corey Yuen mit Blade of the Rose definitiv nicht gelungen. Man versucht aus jedem Genre etwas zu nehmen, schafft es aber nicht, diesen Gedanken zu Ende zu führen. Blade of the Rose ist sehr ermüdend, doch wer bis zum letzten Drittel des Films durchhält, bekommt dafür ein schönes Ende spendiert, in der mit Magie und Schwertkämpfen ansatzweise geglänzt wird. Man muss dazu sagen, dass die Spezialeffekte alles andere als gut sind. Das passt außerdem ganz gut zur deutschen Synchronisation, denn diese ist bei vielen Schauspielern einfach unpassend. Einzig und allein Donnie Yen wurde mit der bekannten Synchronstimme aus der Ip-Man-Trilogie gut synchronisiert. Wir empfehlen unbedingt, den kantonesischen Originalton einzuschalten. Da ist der Film nämlich noch ansatzweise witzig und der Humor, den man so nur in Hinterhöfen von Berliner Kneipenlokale hören würde, fällt dann auch weg. Fans von Donnie Yen und von Jackie Chan haben allerdings Grund zur Freude, denn beide liefern sich in Blade of the Rose einen schön choreographierten Schlagabtausch mit Stockwaffen. Jackie Chans Mitwirkung ist aber wohl eher darauf zurückzuführen, dass sein Sohn Jaycee Chan im Film sein Debüt feierte.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Blade of the Rose ist wahrhaftig eine Mogelpackung. Wieder einmal wird ein Film in die Jackie-Chan-Reihe der Dragon Edition bei Splendid Film aufgenommen und wieder einmal taucht Jackie Chan nur ganz am Rande auf. Während solche Rollen in vorherigen Filmen zumindest noch elementare Bedeutungen wie in Tokyo Power Man hatten, ist Chans Rolle hier einfach nur ein Tempelwächter, der keine einzige Zeile Text hat. Da frage ich mich wahrhaftig, was Corey Yuen geritten hat, die Rolle überhaupt mit Chan zu besetzen. Auch wenn der Film das Schauspieldebüt von seinem Sohn Jaycee Chan darstellt, bin ich sehr enttäuscht. Immerhin kann diese Szene im ganzen Martial-Arts-Aspekt des Films am ehesten überzeugen. Schließlich liefert sich Chan hier mit Donnie Yen einen sehr schönen Stockkampf. Der Rest des Films eignet sich allerdings nur für verregnete Sonntagnachmittage und dann auch nur, wenn man die Schauspieler kennt und man unbedingt ihre Darbietung in Blade of the Rose erleben möchte. Allen anderen sei gesagt, dass man sich den Film ruhig sparen kann. Hier verpasst man wirklich nichts.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Blade of the Rose!

Prime Time: The Order: 1886 (Spielkritik)

Bereits vor einigen Wochen haben wir euch das Action-Spiel zum Mitgucken in unserem Review ausgiebig vorgestellt. Wer lesefaul ist, kommt heute nach fast dreijähriger Pause wieder in den Genuss unserer Spielkritik. Nachdem wir beim letzten Mal Theatrhythm: Final Fantasy vorgestellt haben, geht es heute um The Order: 1886. Wir empfehlen euch bei dieser Ausgabe allerdings, sie als mp3-Datei von Youtube herunterzuladen, da sie mit 21 Minuten die bisher längste Ausgabe geworden ist. Wir hoffen trotzdem, dass sie euch gefällt und wünschen euch viel Spaß!

Review: Coppelion – Vol. 4

Coppelion (Vol. 4) (1)Nachdem die Spannung am Ende der dritten Volume einen neuen Höhepunkt erreicht hat, ist das Schlimmste aber noch nicht überstanden. In der vierten und somit letzten Volume des Anime Coppelion geht es abschließend vor allem um die inneren Werte sämtlicher Charaktere.

Coppelion (Vol. 4) (2)Der Handlungsort hat sich auch in der vierten Volume von Coppelion nicht geändert. Immer noch sind unsere drei Protagonistinnen Ibara, Aoi und Taeko im kontaminierten Tōkyō, ergo der in Coppelion ehemaligen Hauptstadt, unterwegs. Ursprünglich waren die drei genannten Coppelion nur dazu gezüchtet, um als überlegene Menschen in Tōkyō Überlebende zu finden und aus der Hölle zu befreien. Obwohl sie dort einige Freunde getroffen haben, haben sie sich zugleich auch neue Feinde gemacht. Ihr größter Konkurrent ist wohl die Erste Division. Diese Einheit wurde damals von der Regierung bei der Evakuierung der Stadt zurückgelassen und seitdem fristen sie ihr Dasein in der nahezu menschenleeren Riesenmetropole. Da sie sich im Stich gelassen fühlen und sich durch die Strahlenkrankheit langsam verändern, planen sie, die Menschheit zu vernichten. Um dieses Ziel zu erreichen, haben sie sich mit Ozu Shion und Ozu Kanon zusammengetan. Die Ozu-Schwestern sind ebenfalls Coppelion und können daher den Strahlen in den kontaminierten Zonen trotzen. Gemeinsam planen sie, das Kraftwerk in der Mitte von Tōkyō mit atomaren Material zu füllen und schließlich in die Luft zu sprengen. Dadurch würde nicht nur der Rest Japans, sondern gleich die ganze Welt einem nuklearen Winter anheimfallen. Ibaras, Aois und Taekos Aufgabe ist es, sie davon abzuhalten.

Flucht aus der Hölle

Coppelion (Vol. 4) (3)Zum Glück lassen sich die beiden Ozu-Schwestern schnell von ihrem Plan abbringen und so ist ihnen die Vernichtung ihrer ehemaligen Kolleginnen wichtiger, als das Ausradieren der restlichen Welt. Mit ihren übernatürlichen Kräften stellen sie sich Ibara, Aoi, Taeko und gar ihrem Ex-Kollegen Haruto in den Weg. Zugleich präsentiert die Erste Division den Helden ihre Geheimwaffe – eine riesige Stahlspinne. Während dem Kampf gegen das Stahlmonster eilt Haruto zum Umspannwerk, um seinen Verbündeten zu helfen, damit Züge wieder fahren können. Schließlich planen die restlichen Überlebenden immer noch aus dem kontaminierten Tōkyō zu fliehen. Am Umspannwerk kommt es schließlich zu einer tragischen Wendung, auf die wir hier aber nicht eingehen möchten. Trotzdem gelingt es allen Beteiligten, den Strom für das Schienennetzwerk und somit den Zug wieder in Gang zu setzen. Außerdem können sie die Erste Division und die Ozu-Schwestern fürs Erste in Schach halten. Die anschließende Flucht nimmt die letzten beiden Episoden in Anspruch, denn obwohl man alle Widersacher erstmal besiegt hat, geben diese natürlich nicht so einfach auf. So liefern sich die Coppelion mehrere Gefechte bei laufender Fahrt und beziehen sogar die Umgebung mit ein, um sich gegenseitig zu bekämpfen. Es bleibt durch und durch spannend und endet mit einem kleinen Lichtblick.

Himmlisches Ende

Coppelion (Vol. 4) (4)Obwohl Atomenergie immer noch das prägnante Thema des Animes ist, verliert dieses in den letzten Episoden ein wenig an Stellenwert. Dadurch, dass die Charaktere von einer atomaren Wolke fliehen und mit dem Zug einen ganzen Wolkengürtel durchdringen müssen, wird aber zumindest sekundär darauf hingewiesen, dass die Menschheit vor Atomenergie fliehen will. Viel wichtiger sind in den letzten Folgen die inneren Werte der Protagonisten. Obwohl sie sich stellenweise bis aufs Äußerste bekämpfen, siegt am Ende die Humanität. Es werden viele moralische Entscheidungen getroffen, die Coppelion zu einem runden Abschluss führen. Der Anime wird im Verlauf der Storyline vielleicht nicht gänzlich abgeschlossen, doch werden alle wichtigen Fragen geklärt und dadurch, dass am Ende genügend Figuren überleben, gibt es auch Hoffnung auf weitere Episoden. Schließlich wird der Manga heutzutage immer noch fortgesetzt. Wir wünschen uns auf jeden Fall eine Fortsetzung von Coppelion, denn nachdem man die Charaktere (sowohl innerhalb als auch außerhalb Tōkyōs) etabliert und das Szenario tiefgründig gestaltet hat, wäre es schade, wenn man hier nicht ansetzen würde. So oder so – am Ende ist und bleibt Coppelion ein Anime, den man sich unbedingt einmal ansehen sollte, wenn man sich für das Setting und einen tiefgründigen Umgang mit den Themen interessiert.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nach nur dreizehn Episoden endet der Anime Coppelion auf eine wirklich angenehme Art und Weise. Die Handlung wird nahezu abgeschlossen und bietet sogar noch ein paar lose Fäden, an denen man noch ein weiteres Mal anknüpfen könnte. Ob es zu einer weiteren Staffel kommt, steht derzeit aber noch in den Sternen. Ich wünsche es mir jedoch sehr oder zumindest eine Veröffentlichung des Mangas in Deutschland, denn das Szenario und die Charaktere finde ich persönlich einfach zu interessant, als dass ich mich jetzt nicht mehr damit beschäftigen möchte. Obwohl mich der Anime auch optisch an vielen Stellen anspricht, gibt es ein paar Punkte, die ich bei einer weiteren Staffel nicht mehr sehen möchte. Zu starke Konturen und teils zu knappe Animationen machen hin und wieder nicht gerade qualitativ auf den Anime aufmerksam. Wer die Oberflächlichkeiten allerdings außer Acht lässt und sich mit den Fragen, welche Coppelion aufwirft, tatsächlich beschäftigt, wird den Anime mehr als nur gerne konsumieren. Er ist inhaltlich sehr intelligent und zudem recht spannend geschrieben. Schade nur, dass das Bonusmaterial bei der vierten Volume noch dünner als bei den vorherigen drei Ausgaben ausfällt. Das Booklet bietet kaum Inhalt und weitreichende digitale Inhalte liegen auf der Blu-ray Disc nicht vor. Wer die ersten drei Volumes mochte, kommt um die vierte nicht herum.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Coppelion – Vol. 4!

Gewinnspiel (2. bis 14. Juni 2015)

Gewinnspiel Juni 2015 (Homepage)Anfang Mai erschien Kirby und der Regenbogen-Pinsel für die Wii U in Europa. Nachdem wir euch das Spiel bereits in einem Review ausgiebig vorgestellt haben, freuen wir uns euch heute mitzuteilen, dass wir in freundlicher Zusammenarbeit mit Nintendo ein Exemplar des Spiels verlosen dürfen. Um an unserem Gewinnspiel teilnehmen zu können, habt ihr gleich mehrere Möglichkeiten, die ihr auch gerne kombinieren dürft. Für jede Teilnahme gibt es unterschiedlich viele Lose. Je mehr Lose man besitzt, desto höher ist die Gewinnchance:

1. Kirby kann sich in diesem Spiel in einen Panzer, in ein Unterseeboot oder in eine Rakete verwandeln. In welches Vehikel möchtet ihr euch gerne verwandeln und warum? Schreibt dies in einen Kommentar unter diesen Gewinnspielbeitrag. (5 Lose)

2. Spricht euch Kirby und der Regenbogen-Pinsel an? Hinterlasst uns eure Meinung zum Spiel im Kommentarbereich unter unserem Review. Markiert euren Kommentar bitte mit „#Kirby-Gewinnspiel“. (5 Lose)

3. Wir posten ein Bild zum Gewinnspiel auf Facebook. Dieses müsst ihr öffentlich mit euren Freunden teilen. Des Weiteren könnt ihr in separaten Kommentaren unter dem Bild zum Gewinnspiel auf Facebook einen Freund markieren und so auf das Gewinnspiel aufmerksam machen. (3 Lose + je 1 Los)

Teilnahmeberechtigt sind alle Personen, die mindestens das achtzehnte Lebensjahr vollendet und ihren Erstwohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland haben. Minderjährige Nutzer müssen vor der Teilnahme eine Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten einholen. Mitarbeiter von Gameplay Gamers und Nintendo sind von der Verlosung ausgeschlossen. An der Verlosung nehmen alle Personen teil, welche die jeweils gewünschten Anforderungen erfüllen. Erfüllt kein Teilnehmer die Anforderungen, wird der Gewinn unter allen Teilnehmern gleichermaßen verlost. Der Gewinner der Verlosung wird schriftlich nach Ablauf des Gewinnspiels ab dem 15.06.2015 informiert. Er hat anschließend 72 Stunden Zeit, sich bei uns zu melden. Andernfalls erhält nach denselben Gewinnspielregeln ein anderer Teilnehmer die Chance auf den Gewinn. Aus Datenschutzgründen werden die Gewinner namentlich nicht auf Gameplay Gamers oder Facebook erwähnt. Sie dürfen sich dort aber sehr gerne selbst als solche zu erkennen geben. Teilnahmeschluss ist der 14.06.2015, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

Review: Puzzle & Dragons Z + Puzzle & Dragons: Super Mario Bros. Edition

Puzzle & Dragons Z + Puzzle & Dragons Super Mario Bros. Edition (1)GungHo Online Entertainment legte mit Puzzle & Dragons im Jahr 2012 den Grundstein für ein neues Franchise. Zunächst erschien das Spiel nur für iOS- und Android-Geräte, doch 2014 fasste der Entwickler in Japan mit gleich zwei Titeln Fuß auf mobilen Nintendo-Plattformen.

Puzzle & Dragons Z + Puzzle & Dragons Super Mario Bros. Edition (2)Die Rede ist von den Titeln Puzzle & Dragons Z und Puzzle & Dragons: Super Mario Bros. Edition. Beide Spiele erschienen in Japan einzeln, doch für den europäischen Markt hat sich Publisher Nintendo dazu entschieden, beide Titel im Bundle zu veröffentlichen. Soll heißen, dass beide Spiele wie damals die vier Super-Mario-Bros.-Titel auf einer Cartridge vorliegen. Puzzle & Dragons Z spielt im Fantasy-Reich Dragomessia. Dieses Land wird von Menschen und von Drachen bevölkert, die teils im Einklang und teils im Zwist miteinander leben. Unser Held, dem wir selbst einen Namen verpassen dürfen, ist zu Beginn des Spiels noch unerfahren und so müssen wir erst einmal die Grundlagen des Spiels verinnerlichen, indem wir die Stadt Zed City erkunden. Unser Heimatort ist moderner und futuristischer japanischer Architektur nachempfunden und erstrahlt wie der Rest des Spiels in einem schönen Anime-Look. In Zed City werden zudem jegliche Individuen zu Rangern ausgebildet, die Monster zähmen sollen und in Kämpfen gegen noch mächtigere Feinde antreten lassen. Dem einen oder anderen wird dieses System sicherlich von der Pokémon- oder Dragon-Quest-Monsters-Serie sehr bekannt vorkommen, doch unterscheidet sich das Spiel im Spieldesign stark von den Vorbildern. Am Forschungsinstitut angekommen, werden wir endlich in die grundlegenden Regeln eingeführt.

Zwei verschiedene Perspektiven

Puzzle & Dragons Z + Puzzle & Dragons Super Mario Bros. Edition (3)In Zed City dürfen wir uns in typischer Rollenspielmanier frei bewegen, mit den Bewohnern reden, Aufträge annehmen und Geheimnisse entdecken. Sobald wir jedoch das erste Mal auf Patrouille gehen wollen, wird die Stadt von Paradox, einer gefährlichen Organisation, welche die Welt zerstören will, angegriffen. Das Umland von Zed City bleibt von dem Angriff nicht verschont und so werden puzzle-artige Stücke der Welt hinausgerissen, die wir im Verlauf der Story wieder reaktiveren müssen, in dem wir die fünf Himmelsdrachen konsultieren. Der Weg zu den Lindwürmern führt uns durch aberdutzende Dungeons, die allerdings nicht wie unser Aufenthalt in Zed City aus der Vogelperspektive, sondern stattdessen aus der Ego-Ansicht dargestellt werden. Zudem bewegen wir uns wie im Rollenspiel Dragon Quest Swords: Die maskierte Königin und der Spiegelturm automatisch. Manchmal können wir in den Dungeons auch unterschiedliche Wege einschlagen und so auf anderen Wegen zu den Bossgegnern zu gelangen. Unterwegs stoßen wir dann auf andere Gegner oder Schätze. Begegnungen mit den Anhängern von Paradox und Treffen mit freundlichen Charakteren sind hier inbegriffen. Das macht durchaus Spaß und erhöht dann den Widerspielwert, wenn unsere Monster im Team zu schwach für den nächsten Spielabschnitt sind und noch ein wenig Training brauchen.

Puzzle-Kampfsystem

Puzzle & Dragons Z + Puzzle & Dragons Super Mario Bros. Edition (4)Die Auseinandersetzungen zwischen unserem Monster-Team und den gegnerischer Truppen oder wildlebenden Monstern sind Dreh- und Angelpunkt des Spiels. Die Kämpfe laufen zwar alle rundenbasiert ab, doch geben wir den Monstern nur indirekt Befehle. Anstatt Techniken aus einem Menü auszuwählen, funktioniert Puzzle Dragons Z wie ein Puzzle-Spiel. Auf dem unteren Bildschirm sind bis zu sechs verschiedenfarbige Symbole abgebildet, die wir mit Hilfe des Stylus verschieben und so anordnen müssen, dass mindestens drei gleichfarbige Symbole nebeneinander stehen. Sobald wir damit beginnen, ein Symbol zu verschieben, läuft die Zeit. Innerhalb weniger Sekunden haben wir so die Möglichkeit, mehrere Kombinationen zu bilden. Sobald die Zeit abgelaufen oder wir das Symbol losgelassen haben, lösen sich alle vertikalen und horizontalen Reihen auf, in denen mindestens drei Symbole aneinanderhängen. Sollten so andere Ketten entstehen, da sämtliche Elemente nach unten fallen, werden diese ebenfalls im jeweiligen Zug aufgelöst. Je mehr Kombinationen wir dadurch erreichen, desto stärker fallen die Angriffe unserer Monster aus beziehungsweise regenerieren deutlich mehr Lebensenergie, die für das ganze Team gilt. Tiefe gewinnt das Kampfsystem dadurch, dass fast alle Symbole den Elementen Holz, Wasser, Feuer, Licht und Schatten zugeordnet sind.

Der Klempner lässt grüßen

Puzzle & Dragons Z + Puzzle & Dragons Super Mario Bros. Edition (5)Dadurch, dass alle Monster Stärken und Schwächen haben, kommt es mehrmals im Spiel vor, dass wir unser Team überarbeiten müssen, um langfristig Erfolg zu haben. Rollenspielmuffel, die nur mit den Startmonstern überleben wollen, können mitunter schlechte Karten haben. So sieht es auch bei Puzzle & Dragons: Super Mario Bros. Edition aus. Grundlegend hat sich hier nichts am Spielsystem verändert. Es gibt nun allerdings keine Stadt mehr. Stattdessen laufen wir mit Mario wie in New Super Mario Bros. U über eine Oberwelt, wählen die Levels aus und attackieren dann mit Koopas, Gumbas und Co. Fans des Universums freuen sich über die vielen bekannten Gesichter, doch erreicht das Spin-off trotz des Super-Mario-Charmes nicht die Einzigartigkeit der Vorlage. Während dort nämlich sämtliche Elemente frisch wirken und mit einem tollen Soundtrack unterlegt werden, fühlt sich Puzzle & Dragons: Super Mario Bros. Edition eher wie eine Resteverwertung der New-Super-Mario-Bros.-Jump-’n’-Runs an. Man kennt viele Grafiken und vor allem Sounds und Musik bereits zugenüge. Hier hätten wir uns über mehr Liebe zum Detail gefreut, indem man alles ein wenig aufgepeppt hätte. Beide Titel können dennoch dutzende Stunden unterhalten. Allerdings nur alleine, denn lokale oder Online-Modi hat man leider versäumt zu integrieren. Das stößt gelegentlich leider bitter auf.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Als Puzzle & Dragons Z + Puzzle & Dragons: Super Mario Bros. Edition zum ersten Mal im Rahmen einer Nintendo-Direct-Ausgabe für Europa angekündigt worden ist, habe ich es im ersten Moment als einen simplen Bejeweled-Klon abgetan. Im Grunde hat der Titel meine Aufmerksamkeit nur durch Puzzle & Dragons: Super Mario Bros. Edition erregt. Ausgerechnet die Version mit den liebevollen Super-Mario-Elementen hat mir im Test nicht einmal so gut gefallen. Ich finde Puzzle & Dragons Z wesentlich interessanter, da der Stil hier nicht so aufgesetzt wirkt und mehr von seinem Inhalt und seiner netten Geschichte rund um die Organisation Paradox lebt. Trotzdem wird es wohl noch etwas dauern, bis ich das Puzzle-System von Puzzle & Dragons Z gänzlich akzeptieren werde. Mir würde es besser gefallen, wenn es sich mehr wie Bejeweled anfühlen würde. Sprich je schneller ich agiere und je geschickter ich in brenzligen Situationen noch Elemente vertauschen könnte, desto besser würde ich mich anstellen. Dadurch, dass das Spiel rundenbasiert abläuft und ich Angriffen von Gegnern nicht entkommen kann, kommt es öfters vor, dass ich so viel Schaden kassiere, den ich fast gar nicht mehr regenerieren kann, weil einfach die Herzblöcke nicht auftauchen wollen. Da helfen auch die Spezialfähigkeiten nicht viel, die meine Monster aktivieren können. Das durchs Zufallsprinzip entstandene Leiden nervt mich teilweise tierisch. Trotzdem ertappe ich mich oft und gerne dabei, wie ich meinen ausgeschalteten 3DS wieder öffne und das bereits eingelegte Spiel starte. Besonders Fans von Puzzle Quest sollten einen Blick riskieren!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Puzzle & Dragons Z + Puzzle & Dragons: Super Mario Bros. Edition!

Review: The Devil is a Part-Timer (Vol. 4)

The Devil is a Part-Timer (Vol. 4) (1)Obwohl The Devil is Part-Timer! seit Februar 2007 in Japan in Manga-Form veröffentlicht wird und auf sieben Ausgaben kommt, wurde der Anime im Frühling 2013 auf mehreren japanischen Fernsehsendern mit gerade einmal dreizehn Folgen schon komplett ausgestrahlt.

The Devil is a Part-Timer (Vol. 4) (2)An der Grundthematik der Serie hat sich auch in den letzten drei Episoden nichts verändert. Satan Jakobu, der Dämonenfürst von Ente Isla, hat es aus einer parallelen Fantasy-Welt ins moderne Japan unfreiwillig verschlagen. Eher gesagt haben es die Helden von Ente Isla es endlich geschafft, ihn von der Insel zu verbannen. Es hat zwar etwas Eingewöhnungszeit in Anspruch genommen, doch mittlerweile hat sich der König der Dämonen in Japan eingelebt. Nach wie vor lebt er unter dem Decknamen Maō Sadao in einer kleinen Wohnung in der Metropole Tōkyō. Zusammen mit Arushieru, seinem Diener von Ente Isla, der sich in Japan übrigens Ashiya Shirō nennt, operieren sie anfangs von ihrer kleinen Basis, um sich statt Ente Isla unsere Welt unter den Nagel zu reißen. Allerdings funktioniert das nicht so, wie es sich die beiden vorstellen. Da ihre Kräfte auf ein Minimum reduziert worden sind, können sie die Welt nicht im Sturm erobern, sondern müssen erst einmal Arbeit finden, um überhaupt leben zu können. Je mehr sie sich jedoch mit unserer Welt identifizieren, desto eher gewöhnen sie sich an die Strukturen und vor allem an die Menschen. Sie leben unter ihnen und bauen bald Sympathie und Empathie für diese auf. Während sie ihren Plan umschmeißen, stoßen aus der Parallelwelt immer mehr Protagonisten und Antagonisten hinzu, die sich damit nicht abfinden.

Offene Handlungsstränge

The Devil is a Part-Timer (Vol. 4) (3)Sie können nicht glauben, dass der Dämonenfürst die Welt nicht mehr unterjochen will und setzen alles daran, ihn mit einem weiteren Portal erneut zu verbannen und seiner gerechten Strafe zuzuführen. Dass sich dieser das nicht gefallen lassen will, dürfte Kennern der Serie nach zehn Episoden bereits klar sein. Zumal ehemalige Verbündete zu Feinden worden und feindlich gesinnte Charaktere mittlerweile auch schon in den Reihen von Maō kämpfen. Das Leben geht in Tōkyō zwar seinen gewohnten Gang, doch als plötzlich Maōs Arbeitskollegin Sasaki Chiho vom Erzengel Sarieru entführt wird, kennt Maō keine Gnade mehr und macht sich auf die Jagd auf seinen Feind. Die Handlung in den letzten Episoden von The Devil is a Part-Timer! ist zwar nach wie vor sehr unterhaltsam, bietet aber keine Struktur. Sie erzählt die Geschichte von Maō und seinen Freunden und Feinden einfach weiter, arbeitet aber absolut nicht auf ein Ziel hin. Die Problematik dürfte jedem klar sein: Der Anime wird nicht einmal ansatzweise abgeschlossen und hat ein offenes Ende. Da der Manga in Deutschland bisher nie erschienen ist, werden Fans nicht um einen Import des Mangas aus Japan verzichten können. Man hätte den Anime ruhig mit einem alternativen Ende abschließen dürfen oder zumindest eine weitere Staffel in Auftrag geben können. Somit teilt der Anime das Ende von Btooom!, das aber wesentlich runder wirkte und als Manga auch in Deutschland fortgeführt wird.

Japanische Übertreibungen

The Devil is a Part-Timer (Vol. 4) (4)Auf der technischen Seite bietet die vierte Volume von The Devil is a Part-Timer! nicht mehr und nicht weniger als die drei vorherigen Veröffentlichungen. Das Bild wird auf der Blu-ray Disc in 1080p präsentiert. Es ist knackig scharf und vor allem die sehr spärlich eingesetzten Effekte können begeistern. Die deutsche Synchronisation ist zwar gut, doch möchten wir euch viel lieber die japanische Originalfassung ans Herz legen. Wenn die Charaktere übertreiben, dann ist das vor allem durch die Betonung diverser Silben im Japanischen wesentlich witziger. Jede Episode hat dabei eine Laufzeit von circa 25 Minuten, wodurch auch diese Volume circa 75 Minuten mit Humor überzeugen kann. Die Laufzeit wird allerdings mit ein paar Trailern zu anderen Anime von Anime House erweitert und bietet im Bonusmaterial des Weiteren zwei Sammlungen der Lieder; sprich alle Intros und Outros werden als Karaoke-Versionen zusammengefasst. Das ist zwar nett, reißt aber im Endeffekt keine Bäume aus. Bonusmaterial wie bei Tari Tari (Vol. 3) gibt es hier leider nicht. Gerne hätten wir die Synchronsprecher bei ihrer Arbeit abermals begleitet. Dafür liegt auch der vierten Volume in physischer Form ironischerweise ein netter Bierdeckel im Stil von The Devil is Part-Timer! bei, der allerdings zu schade dafür ist, um als Untersetzer herzuhalten. Ein dünnes Booklet rundet das Paket ab.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die ersten Episoden von The Devil is a Part-Timer! finde ich wirklich großartig. Schnell habe ich jedoch gemerkt, dass der Anime an Fahrt verliert und in die Bedeutungslosigkeit abdriftet. Dies ist tatsächlich eingetroffen, denn so gut wie nichts hat in diesem Anime eine Bedeutung für die Handlung. Es werden einfach diverse Handlungsstränge aneinandergereiht und die Zusammenhänge werden auch ganz gut erläutert, doch zielt es der Anime einfach nicht auf eine Lösung des Konflikts ab. Er zeigt nur den Beginn einer bis heute siebenteiligen Manga-Reihe. Aus den Socken haut mich das nicht, denn bereits von Btooom! bin ich bei solchen Anime etwas negativ eingestellt, da das Produkt so für die Fans, die keine Manga lesen, nur ansatzweise gut erklärt wird. Dadurch, dass der Manga hierzulande noch nicht veröffentlicht wurde, dürfen Fans wohl noch länger auf eine Fortsetzung warten. Daher kann ich vorerst leider keine Empfehlung mehr für The Devil is Part-Timer! aussprechen. Wer es aber nur auf den Humor abgesehen hat, wird hier fündig.

Vielen Dank an Anime House für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Devil is a Part-Timer! (Vol 4)!

Review: Samurai Champloo

Samurai Champloo (1)Anime, die sich mit der Edo-Zeit und Samurai beschäftigen, sind hierzulande leider rar gesät. Samurai Champloo aus dem Jahr 2004 entführt uns in die Zeit des Tokugawa-Shōgunats und schickt uns auf eine Reise quer durchs spätfeudale Japan mit drei unterschiedlichen Figuren.

Samurai Champloo (2)Der Auftakt von Samurai Champloo beginnt mit einem Zufall in einem Teehaus. Mugen, ein zielloser Vagabund, macht in diesem Teehaus Rast. Die fünfzehnjährige Fū arbeitet hier als Bedienung und wird vom Sohn des Landvogts und seinen Freunden bedrängt. Mugen erklärt sich bereit, die unliebsamen Gäste mit Gewalt zu entfernen. Genau in diesem Moment betritt der Rōnin Jin das Lokal, der sich Mugens Vorhaben anschließt. Obwohl der Kampf zu ihrem Gunsten ausgeht, entbrennt zwischen Mugen und Jin ein heftiger Streit, der dazu führt, dass die beiden verhaftet und für ihre Taten hingerichtet werden sollen. Fū beschließt den beiden in ihrer misslichen Lage zu helfen. Als Gegenleitung erwartet sie jedoch, dass Mugen und Jin ihr bei der Suche nach dem Samurai, der nach Sonnenblumen duftet, helfen. Sie willigen ein und schieben ihren Kampf so lange auf, bis ihre Aufgabe als Fūs Leibwächter abgeschlossen ist. Das Trio beginnt eine Reise durchs spätfeudale Japan der Edo-Zeit. Ihre Reise ist lang und beschwerlich. Um in Gasthäusern übernachten und in Restaurants speisen zu dürfen, brauchen sie jedoch Geld, welches sie durch diverse Arbeiten oder durch Glücksspiel verdienen. Als sie Edo erreichen, erfährt Fū etwas über den Anhänger, den sie vom erwähnten Samurai erhalten hat, wodurch sie ihr letztes Reiseziel bestimmen können. Ihr Reise soll in Nagasaki enden.

Ernste Themen vor historischer Kulisse

Samurai Champloo (3)Samurai Champloo baut hauptsächlich auf den drei Charakteren Mugen, Jin und Fū auf. Da die drei Figuren unterschiedliche Persönlichkeiten und Ansichten haben, stoßen sie nicht nur einmal aneinander. Zuweilen trennen sich ihre Wege deshalb, doch nach kurzer Zeit finden sie wieder zueinander. Trotz ihrer Differenzen schweißt sie ihre Reise durch die Provinzen Japans auf den Inseln Honshū und Kyūshū weiter zusammen. Unterwegs bekommen sie es überwiegend mit ihnen feindlich gesinnten Fraktionen zu tun. Agenten des Shōgunats sind ihnen zwar durchgehend auf den Fersen, doch auch Entführer, Menschenschmuggler, Diebe, Glücksspieler und Bordellbetreiber wollen ihnen an den Kragen. Der Anime beschäftigt sich anhand dieser Beispiele mit ernsten Themen wie Menschenhandel oder Prostitution. In einer Folge wird selbst das illegale Überschreiten eines Grenzpostens aufgegriffen. Ein wichtiger Aspekt von Samurai Champloo ist auch das Auftauchen des Christentums, welches in dieser Epoche Japans verboten war. Obwohl sich der Anime an historischen Tatsachen orientiert, erhebt Samurai Champloo keinen Anspruch auf historische Korrektheit. So treten zwar einige historische Personen auf oder werden zumindest genannt, doch gibt es viele populärkulturelle Einflüsse. So tauchen etwa Graffitis, der Baseball-Sport oder Musik des Hip-Hop-Genres auf.

Hip-Hop ergänzt Chanbara

Samurai Champloo (4)Hip-Hop-Musik ist zudem die Hauptkomponente des Soundtracks von Samurai Champloo. Direkt beim Opening wird uns klar, dass der Anime hier einen eher unkonventionellen Weg einschlägt. Das mag zwar recht eigensinnig klingen, doch wer den Chanbara-Anteil der Serie mit den Klängen von den Künstlern Fat Jon, Force Of Nature, Nujabes und Tsutchie unterlegt betrachtet, wird nicht abstreiten können, wie sehr sich diese Elemente ergänzen. Optisch kann Samurai Champloo in der Blu-ray-Fassung aber nicht gänzlich glänzen. Das liegt daran, dass alle 26 Episoden durchgehend in diffusem Licht erstrahlen. In schlichten Momenten mag das Stilmittel zwar das Innenleben der Protagonisten unterstreichen, doch in anderen Szenen stört es uns, da der Anime so oft unscharf eingefangen wird. Dafür entschädigt die gute deutsche Synchronisation, die bis auf ein paar Ausnahmen von falsch ausgesprochenen japanischen Begriffen, mit tollen Sprechern punkten kann. So sind unter anderem Corinna Dorenkamp (Fū), David Nathan (Mugen) und Markus Pfeiffer (Jin) zu hören. Fans des Originals freuen sich über die Stimmen von Nakai Kazuya, Kawasumi Ayako und Satō Ginpei. Der Anime-Serie liegen in der Gesamtausgabe ein Booklet mit Hintergrundinformationen und drei sehr schönen Postkarten bei, welche das Werk von Watanabe Shin’ichirō annehmlich abrunden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich bin ein großer Bewunderer von Regisseur Watanabe Shin’ichirō. Cowboy Bebop zählt bis heute zu den beeindruckendsten Anime, die ich je in meinem Leben gesehen habe. Entsprechend muss sich Samurai Champloo an seinem vorherigen Werk messen lassen. Nachdem ich alle 26 Folgen des Anime in nur vier Tagen konsumiert habe, kann ich bestätigen, dass der Anime mit vielen Ideen von Watanabe gefüllt ist. Wie Cowboy Bebop beschäftigt sich Samurai Champloo mit ernsten Themen, die diesmal aber weniger die Charaktere direkt, sondern mehr die japanische Gesellschaft der Edo-Zeit betreffen, hinterfragen oder einfach nur darstellen sollen. Das für nahezu sämtliche Ausländer geltende Verbot Japan zu betreten wird ebenso vorgestellt wie auch das Ausleben einer christlichen Religion in Japan, welches unter Todesstrafe stand. Obwohl zu Beginn der ersten Episode darauf hingewiesen wird, dass der Anime keinen Anspruch auf historische Korrektheit erhebt, bietet er dennoch reichlich Ankerpunkte, die an die Tatsachen der Edo-Zeit erinnern. Außerdem werden alle Inhalte, die so abstrus erscheinen, dass sie unmöglich wahr sein können, sowieso unter anderem von einem Erzähler in die Geschichte, die niemand kennt, eingeordnet. Abschließend möchte ich noch betonen, dass man keinen Hip-Hop mögen muss, um Samurai Champloo genießen zu können. Obwohl ich mit der Musikrichtung wenig anfangen kann, mag ich ihre Einflüsse im Soundtrack. Besonders die Schwertkämpfe profitieren davon und machen den Anime so einzigartig, dass man ihn einfachen sehen muss.

Vielen Dank an Nipponart für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Samurai Champloo!

© manglobe / Shimoigusa Champloos (Abbildungen)

Review: Code Name: S.T.E.A.M.

Code Name S.T.E.A.M. (1)Das Entwicklerstudio Intelligent Systems hat in den letzten Jahrzehnten reichlich Erfahrungen mit Strategie- und Rollenspielen gesammelt. Es ist Zeit für ein Projekt, in welchem wir das Geschehen nicht aus der Vogelperspektive, sondern aus der Third-Person-Ansicht erleben.

Code Name S.T.E.A.M. (2)Die Handlung von Code Name: S.T.E.A.M. ist schnell erzählt. Außerirdische greifen die Erde an und während wir im viktorianischen London die Bedrohung bekämpfen, erhalten wir auch Unterstützung aus der Luft. Gerade noch entkommen wir dem Trubel vor dem Buckingham Palace und stehen an Bord des Luftschiffs im Jahr 1865 auf einmal dem 16. Präsidenten der Vereinigten Staaten gegenüber. Abraham Lincoln hat die Bedrohung aus dem All kommen sehen und deshalb seinen Tod im selben Jahr vorgetäuscht, um sich voll und ganz den Aliens zu widmen. In uns sieht der Präsident ein potentielles Mitglied für seine private Armee, die gegen die außerirdischen Lebensformen antritt. Ob wir wollen oder nicht: Fortan sind wir Teil des Strike Team Eliminating (the) Alien Menace, kurz S.T.E.A.M.. Unter diesem Codenamen retten wir zunächst Königin Victoria, bevor wir anschließend mit vereinten Kräften diverser Neuzugänge in Lincolns Armee die Vereinigten Staaten und schließlich den ganzen Planeten beschützen. Dabei entpuppt sich der Titel nicht als purer Third-Person-Shooter, wie so manch einer beim Anblick der Screenshots vermuten könnte, sondern um einen reinen Strategie-Titel mit gehörigem Action-Anteil. Da Intelligent Systems bereits viel Erfahrung mit der Fire-Emblem-Reihe sammeln konnte, ist es nicht verwunderlich, dass es hier rundenbasiert zugeht.

Einmal richtig Dampf ablassen

Code Name S.T.E.A.M. (3)Abraham Lincolns Luftschiff, die Liberty, ist Ausgangspunkt des Spiels. Von hier aus starten wir unsere Missionen, die der Reihe nach im Lauf der Kampagne freigeschaltet werden. Das Spiel ist in mehrere Kapitel gegliedert, welche wiederum in diverse Sektoren unterteilt sind. Sobald wir einen Sektor betreten, unterteilt sich das Spielfeld gleich in mehrere quadratische Felder. Mit jedem der vier Charaktere, die wir gleichzeitig in die Schlacht führen, können wir eine bestimmte Anzahl von Feldern voranschreiten. Die Anzahl der möglichen Aktionen wird in Dampf gemessen. Gehen wir also ein Feld nach vorne, verbrauchen wir einen Punkt Dampf. Andere Aktionen benötigen hingegen mehr Dampf, weshalb wir immer mit unserem Dampf haushalten sollten. Da es keine Übersichtskarte gibt, darf man sich darüber freuen, dass jeder Schritt rückgängig gemacht werden kann. Sobald allerdings eine andere Aktion außer Schritte durchgeführt wird, gibt es kein Zurück mehr. Das heißt, sobald wir einen Angriff starten oder von einem Alien selbst während unseres Zuges angegriffen werden, wird Dampf von unserem Konto abgezogen. Der Clou am Verbrauchssystem des Spiels ist, dass wir Dampf für den gegnerischen Zug aufsparen können. Sobald sich uns nämlich ein Alien nähert, können wir den Außerirdischen dazu kriegen, seinen Angriff auf uns zu unterbrechen oder zu stoppen.

Kehrseite der Medaille

Code Name S.T.E.A.M. (4)Für jeden erledigten Gegner erhalten wir Medaillen, die ebenso in einem Sektor großzügig verteilt sind und nur darauf warten, von uns gesammelt zu werden. Für eine bestimmte Menge Medaillen schalten wir neue Waffen frei, mit denen wir unsere Agenten ausrüsten dürfen. Da gibt es zum Beispiel Waffen, die auf Knopfdruck Dampf absondern oder auch Waffen, die im Kampf Shuriken auf die Gegner feuern. Manche Waffen haben sogar einen gegenteiligen Effekt. Wenn einer unserer Agenten verwundet wird, haben wir nicht die Möglichkeit, Items zum Heilen einzusetzen. Stattdessen können manche Waffen Geschosse abfeuern, welche die entsprechende Figur oder wie im Falle der Waffe Schwanengesang auch mehrere Charaktere heilen. Des Weiteren können wir die im Sektor gefundenen Medaillen an bestimmten Säulen während der Schlacht dazu verwenden, um unsere Agenten aufzuladen. Medaillen finden wir aber nicht nur im Lauf der Kampagne, sondern auch im Versus-Modus. Hier treten wir lokal oder übers Internet gegen einen anderen Spieler an. Ziel ist es entweder, das gegnerische Team zu besiegen, so viele Medaillen wie möglich zu sammeln oder aus dem Cockpit eines riesigen Lincoln-Roboters einen feindlichen Robotergiganten zu besiegen. Letzteres ist auch der einzige Spielmodus, in dem beide Spieler simultan und nicht abwechselnd antreten.

Startschwierigkeiten

Code Name S.T.E.A.M. (5)Sowohl mit einem anderen (gegnerischen) Spieler als auch im Alleingang macht Code Name: S.T.E.A.M. Spaß. Allerdings hat der Titel mit einigen Defiziten zu kämpfen. Dadurch, dass es keine Übersichtskarte gibt, ist es in unseren Augen mehr als nur umständlich, zwischen den Charakteren auf einem dermaßen kleinen Bildschirm hin- und herzuschalten, um einen Blick übers Spielfeld zu erhaschen. Besonders beim ersten Betreten des Sektors ist dies ärgerlich, da wir so noch nicht wissen, wo Gegner auf uns lauern. Fallen wir im Kampf, ist es danach aber viel zu leicht, da man den Feinden so auflauern oder aus dem Weg gehen kann. Einher geht dieses Problem mit der Steuerung. Wir bewegen uns mit dem Analog-Stick und haben drei Möglichkeiten, wie wir uns umsehen. Dies geschieht entweder über die Knöpfe oder mittels des Stylus, den wir über den Touchscreen führen. Die dritte Alternative wäre der zweite Stick des Schiebepad Pros. Da wir einige Aktionen aber ausnahmslos nur über den Touchscreen ausführen können und es keine Möglichkeit gibt, die Tasten neu zu konfigurieren, ist keine der Steuerungsmethoden wirklich gut geeignet. Wir hoffen sehr, dass Nintendo hier noch einen Patch nachliefern wird. Besitzer des New 3DS dürfen sich abschließend darüber freuen, dass sie die Amiibo-Figuren von Fire-Emblem-Charakteren beim Spielen benutzen können.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Als der Titel angekündigt wurde, habe ich mich sehr auf das Spiel gefreut. Ich mag Strategie-Spiele und diese dürfen auch wie die Fire-Emblem- oder Heroes-of-Might-and-Magic-Serien gerne rundenbasiert sein. Zudem weiß ich, dass Intelligent Systems über das Wissen verfügt, ein Spielkonzept zu entwerfen, welches mich stundenlang an eine Konsole fesseln kann. Code Name: S.T.E.A.M. ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite finde ich die Idee großartig, alle Bewegungen aus der Third-Person-Perspektive zu sehen, doch auf der anderen Seite fehlt mir einfach eine Übersichtskarte. Dass ich beim Online-Spielen darauf verzichten muss, damit ich den Gegner nicht kommen sehe, ist mir bewusst und das sollte auch so sein, doch in der Kampagne ist das einfach nur nervig und hinderlich. Beim ersten Versuch schaffe ich es öfters nicht, alle Agenten lebendig ins Ziel zu bekommen. Wenn ich es dann aber nochmals probiere, gelingt es mir auf Anhieb, da ich mich mit dem Sektor ja mittlerweile gut auskenne. Außerdem muss ich sagen, dass ich mit keiner der drei Methoden, das Spiel zu steuern, wirklich gut klar gekommen bin. Meistens habe ich dann doch mit dem Schiebepad Pro gespielt, auch wenn ich es absolut nicht verstehen kann, warum dann nicht auch die anderen Knöpfe der Peripherie für andere Aktionen benutzt werden können. Mit Code Name: S.T.E.A.M. verschenkt Nintendo jede Menge Potential und ich hoffe sehr, sofern das Franchise fortgeführt werden sollte, dass man sich dann für die Feinheiten etwas mehr Zeit lässt. Wirklich schlecht ist der Titel nämlich nicht. Dafür besitzt er viel zu viele gute Ansätze. Wer Strategie-Spiele mag, darf ruhig einen Blick riskieren, doch eine gute Alternative zu Fire Emblem: Awakening darf man sich von Code Name: S.T.E.A.M. nicht erwarten.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Code Name: S.T.E.A.M.!