Review: The Devil is a Part-Timer (Vol. 4)

The Devil is a Part-Timer (Vol. 4) (1)Obwohl The Devil is Part-Timer! seit Februar 2007 in Japan in Manga-Form veröffentlicht wird und auf sieben Ausgaben kommt, wurde der Anime im Frühling 2013 auf mehreren japanischen Fernsehsendern mit gerade einmal dreizehn Folgen schon komplett ausgestrahlt.

The Devil is a Part-Timer (Vol. 4) (2)An der Grundthematik der Serie hat sich auch in den letzten drei Episoden nichts verändert. Satan Jakobu, der Dämonenfürst von Ente Isla, hat es aus einer parallelen Fantasy-Welt ins moderne Japan unfreiwillig verschlagen. Eher gesagt haben es die Helden von Ente Isla es endlich geschafft, ihn von der Insel zu verbannen. Es hat zwar etwas Eingewöhnungszeit in Anspruch genommen, doch mittlerweile hat sich der König der Dämonen in Japan eingelebt. Nach wie vor lebt er unter dem Decknamen Maō Sadao in einer kleinen Wohnung in der Metropole Tōkyō. Zusammen mit Arushieru, seinem Diener von Ente Isla, der sich in Japan übrigens Ashiya Shirō nennt, operieren sie anfangs von ihrer kleinen Basis, um sich statt Ente Isla unsere Welt unter den Nagel zu reißen. Allerdings funktioniert das nicht so, wie es sich die beiden vorstellen. Da ihre Kräfte auf ein Minimum reduziert worden sind, können sie die Welt nicht im Sturm erobern, sondern müssen erst einmal Arbeit finden, um überhaupt leben zu können. Je mehr sie sich jedoch mit unserer Welt identifizieren, desto eher gewöhnen sie sich an die Strukturen und vor allem an die Menschen. Sie leben unter ihnen und bauen bald Sympathie und Empathie für diese auf. Während sie ihren Plan umschmeißen, stoßen aus der Parallelwelt immer mehr Protagonisten und Antagonisten hinzu, die sich damit nicht abfinden.

Offene Handlungsstränge

The Devil is a Part-Timer (Vol. 4) (3)Sie können nicht glauben, dass der Dämonenfürst die Welt nicht mehr unterjochen will und setzen alles daran, ihn mit einem weiteren Portal erneut zu verbannen und seiner gerechten Strafe zuzuführen. Dass sich dieser das nicht gefallen lassen will, dürfte Kennern der Serie nach zehn Episoden bereits klar sein. Zumal ehemalige Verbündete zu Feinden worden und feindlich gesinnte Charaktere mittlerweile auch schon in den Reihen von Maō kämpfen. Das Leben geht in Tōkyō zwar seinen gewohnten Gang, doch als plötzlich Maōs Arbeitskollegin Sasaki Chiho vom Erzengel Sarieru entführt wird, kennt Maō keine Gnade mehr und macht sich auf die Jagd auf seinen Feind. Die Handlung in den letzten Episoden von The Devil is a Part-Timer! ist zwar nach wie vor sehr unterhaltsam, bietet aber keine Struktur. Sie erzählt die Geschichte von Maō und seinen Freunden und Feinden einfach weiter, arbeitet aber absolut nicht auf ein Ziel hin. Die Problematik dürfte jedem klar sein: Der Anime wird nicht einmal ansatzweise abgeschlossen und hat ein offenes Ende. Da der Manga in Deutschland bisher nie erschienen ist, werden Fans nicht um einen Import des Mangas aus Japan verzichten können. Man hätte den Anime ruhig mit einem alternativen Ende abschließen dürfen oder zumindest eine weitere Staffel in Auftrag geben können. Somit teilt der Anime das Ende von Btooom!, das aber wesentlich runder wirkte und als Manga auch in Deutschland fortgeführt wird.

Japanische Übertreibungen

The Devil is a Part-Timer (Vol. 4) (4)Auf der technischen Seite bietet die vierte Volume von The Devil is a Part-Timer! nicht mehr und nicht weniger als die drei vorherigen Veröffentlichungen. Das Bild wird auf der Blu-ray Disc in 1080p präsentiert. Es ist knackig scharf und vor allem die sehr spärlich eingesetzten Effekte können begeistern. Die deutsche Synchronisation ist zwar gut, doch möchten wir euch viel lieber die japanische Originalfassung ans Herz legen. Wenn die Charaktere übertreiben, dann ist das vor allem durch die Betonung diverser Silben im Japanischen wesentlich witziger. Jede Episode hat dabei eine Laufzeit von circa 25 Minuten, wodurch auch diese Volume circa 75 Minuten mit Humor überzeugen kann. Die Laufzeit wird allerdings mit ein paar Trailern zu anderen Anime von Anime House erweitert und bietet im Bonusmaterial des Weiteren zwei Sammlungen der Lieder; sprich alle Intros und Outros werden als Karaoke-Versionen zusammengefasst. Das ist zwar nett, reißt aber im Endeffekt keine Bäume aus. Bonusmaterial wie bei Tari Tari (Vol. 3) gibt es hier leider nicht. Gerne hätten wir die Synchronsprecher bei ihrer Arbeit abermals begleitet. Dafür liegt auch der vierten Volume in physischer Form ironischerweise ein netter Bierdeckel im Stil von The Devil is Part-Timer! bei, der allerdings zu schade dafür ist, um als Untersetzer herzuhalten. Ein dünnes Booklet rundet das Paket ab.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die ersten Episoden von The Devil is a Part-Timer! finde ich wirklich großartig. Schnell habe ich jedoch gemerkt, dass der Anime an Fahrt verliert und in die Bedeutungslosigkeit abdriftet. Dies ist tatsächlich eingetroffen, denn so gut wie nichts hat in diesem Anime eine Bedeutung für die Handlung. Es werden einfach diverse Handlungsstränge aneinandergereiht und die Zusammenhänge werden auch ganz gut erläutert, doch zielt es der Anime einfach nicht auf eine Lösung des Konflikts ab. Er zeigt nur den Beginn einer bis heute siebenteiligen Manga-Reihe. Aus den Socken haut mich das nicht, denn bereits von Btooom! bin ich bei solchen Anime etwas negativ eingestellt, da das Produkt so für die Fans, die keine Manga lesen, nur ansatzweise gut erklärt wird. Dadurch, dass der Manga hierzulande noch nicht veröffentlicht wurde, dürfen Fans wohl noch länger auf eine Fortsetzung warten. Daher kann ich vorerst leider keine Empfehlung mehr für The Devil is Part-Timer! aussprechen. Wer es aber nur auf den Humor abgesehen hat, wird hier fündig.

Vielen Dank an Anime House für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Devil is a Part-Timer! (Vol 4)!

Review: Samurai Champloo

Samurai Champloo (1)Anime, die sich mit der Edo-Zeit und Samurai beschäftigen, sind hierzulande leider rar gesät. Samurai Champloo aus dem Jahr 2004 entführt uns in die Zeit des Tokugawa-Shōgunats und schickt uns auf eine Reise quer durchs spätfeudale Japan mit drei unterschiedlichen Figuren.

Samurai Champloo (2)Der Auftakt von Samurai Champloo beginnt mit einem Zufall in einem Teehaus. Mugen, ein zielloser Vagabund, macht in diesem Teehaus Rast. Die fünfzehnjährige Fū arbeitet hier als Bedienung und wird vom Sohn des Landvogts und seinen Freunden bedrängt. Mugen erklärt sich bereit, die unliebsamen Gäste mit Gewalt zu entfernen. Genau in diesem Moment betritt der Rōnin Jin das Lokal, der sich Mugens Vorhaben anschließt. Obwohl der Kampf zu ihrem Gunsten ausgeht, entbrennt zwischen Mugen und Jin ein heftiger Streit, der dazu führt, dass die beiden verhaftet und für ihre Taten hingerichtet werden sollen. Fū beschließt den beiden in ihrer misslichen Lage zu helfen. Als Gegenleitung erwartet sie jedoch, dass Mugen und Jin ihr bei der Suche nach dem Samurai, der nach Sonnenblumen duftet, helfen. Sie willigen ein und schieben ihren Kampf so lange auf, bis ihre Aufgabe als Fūs Leibwächter abgeschlossen ist. Das Trio beginnt eine Reise durchs spätfeudale Japan der Edo-Zeit. Ihre Reise ist lang und beschwerlich. Um in Gasthäusern übernachten und in Restaurants speisen zu dürfen, brauchen sie jedoch Geld, welches sie durch diverse Arbeiten oder durch Glücksspiel verdienen. Als sie Edo erreichen, erfährt Fū etwas über den Anhänger, den sie vom erwähnten Samurai erhalten hat, wodurch sie ihr letztes Reiseziel bestimmen können. Ihr Reise soll in Nagasaki enden.

Ernste Themen vor historischer Kulisse

Samurai Champloo (3)Samurai Champloo baut hauptsächlich auf den drei Charakteren Mugen, Jin und Fū auf. Da die drei Figuren unterschiedliche Persönlichkeiten und Ansichten haben, stoßen sie nicht nur einmal aneinander. Zuweilen trennen sich ihre Wege deshalb, doch nach kurzer Zeit finden sie wieder zueinander. Trotz ihrer Differenzen schweißt sie ihre Reise durch die Provinzen Japans auf den Inseln Honshū und Kyūshū weiter zusammen. Unterwegs bekommen sie es überwiegend mit ihnen feindlich gesinnten Fraktionen zu tun. Agenten des Shōgunats sind ihnen zwar durchgehend auf den Fersen, doch auch Entführer, Menschenschmuggler, Diebe, Glücksspieler und Bordellbetreiber wollen ihnen an den Kragen. Der Anime beschäftigt sich anhand dieser Beispiele mit ernsten Themen wie Menschenhandel oder Prostitution. In einer Folge wird selbst das illegale Überschreiten eines Grenzpostens aufgegriffen. Ein wichtiger Aspekt von Samurai Champloo ist auch das Auftauchen des Christentums, welches in dieser Epoche Japans verboten war. Obwohl sich der Anime an historischen Tatsachen orientiert, erhebt Samurai Champloo keinen Anspruch auf historische Korrektheit. So treten zwar einige historische Personen auf oder werden zumindest genannt, doch gibt es viele populärkulturelle Einflüsse. So tauchen etwa Graffitis, der Baseball-Sport oder Musik des Hip-Hop-Genres auf.

Hip-Hop ergänzt Chanbara

Samurai Champloo (4)Hip-Hop-Musik ist zudem die Hauptkomponente des Soundtracks von Samurai Champloo. Direkt beim Opening wird uns klar, dass der Anime hier einen eher unkonventionellen Weg einschlägt. Das mag zwar recht eigensinnig klingen, doch wer den Chanbara-Anteil der Serie mit den Klängen von den Künstlern Fat Jon, Force Of Nature, Nujabes und Tsutchie unterlegt betrachtet, wird nicht abstreiten können, wie sehr sich diese Elemente ergänzen. Optisch kann Samurai Champloo in der Blu-ray-Fassung aber nicht gänzlich glänzen. Das liegt daran, dass alle 26 Episoden durchgehend in diffusem Licht erstrahlen. In schlichten Momenten mag das Stilmittel zwar das Innenleben der Protagonisten unterstreichen, doch in anderen Szenen stört es uns, da der Anime so oft unscharf eingefangen wird. Dafür entschädigt die gute deutsche Synchronisation, die bis auf ein paar Ausnahmen von falsch ausgesprochenen japanischen Begriffen, mit tollen Sprechern punkten kann. So sind unter anderem Corinna Dorenkamp (Fū), David Nathan (Mugen) und Markus Pfeiffer (Jin) zu hören. Fans des Originals freuen sich über die Stimmen von Nakai Kazuya, Kawasumi Ayako und Satō Ginpei. Der Anime-Serie liegen in der Gesamtausgabe ein Booklet mit Hintergrundinformationen und drei sehr schönen Postkarten bei, welche das Werk von Watanabe Shin’ichirō annehmlich abrunden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich bin ein großer Bewunderer von Regisseur Watanabe Shin’ichirō. Cowboy Bebop zählt bis heute zu den beeindruckendsten Anime, die ich je in meinem Leben gesehen habe. Entsprechend muss sich Samurai Champloo an seinem vorherigen Werk messen lassen. Nachdem ich alle 26 Folgen des Anime in nur vier Tagen konsumiert habe, kann ich bestätigen, dass der Anime mit vielen Ideen von Watanabe gefüllt ist. Wie Cowboy Bebop beschäftigt sich Samurai Champloo mit ernsten Themen, die diesmal aber weniger die Charaktere direkt, sondern mehr die japanische Gesellschaft der Edo-Zeit betreffen, hinterfragen oder einfach nur darstellen sollen. Das für nahezu sämtliche Ausländer geltende Verbot Japan zu betreten wird ebenso vorgestellt wie auch das Ausleben einer christlichen Religion in Japan, welches unter Todesstrafe stand. Obwohl zu Beginn der ersten Episode darauf hingewiesen wird, dass der Anime keinen Anspruch auf historische Korrektheit erhebt, bietet er dennoch reichlich Ankerpunkte, die an die Tatsachen der Edo-Zeit erinnern. Außerdem werden alle Inhalte, die so abstrus erscheinen, dass sie unmöglich wahr sein können, sowieso unter anderem von einem Erzähler in die Geschichte, die niemand kennt, eingeordnet. Abschließend möchte ich noch betonen, dass man keinen Hip-Hop mögen muss, um Samurai Champloo genießen zu können. Obwohl ich mit der Musikrichtung wenig anfangen kann, mag ich ihre Einflüsse im Soundtrack. Besonders die Schwertkämpfe profitieren davon und machen den Anime so einzigartig, dass man ihn einfachen sehen muss.

Vielen Dank an Nipponart für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Samurai Champloo!

© manglobe / Shimoigusa Champloos (Abbildungen)

Review: Code Name: S.T.E.A.M.

Code Name S.T.E.A.M. (1)Das Entwicklerstudio Intelligent Systems hat in den letzten Jahrzehnten reichlich Erfahrungen mit Strategie- und Rollenspielen gesammelt. Es ist Zeit für ein Projekt, in welchem wir das Geschehen nicht aus der Vogelperspektive, sondern aus der Third-Person-Ansicht erleben.

Code Name S.T.E.A.M. (2)Die Handlung von Code Name: S.T.E.A.M. ist schnell erzählt. Außerirdische greifen die Erde an und während wir im viktorianischen London die Bedrohung bekämpfen, erhalten wir auch Unterstützung aus der Luft. Gerade noch entkommen wir dem Trubel vor dem Buckingham Palace und stehen an Bord des Luftschiffs im Jahr 1865 auf einmal dem 16. Präsidenten der Vereinigten Staaten gegenüber. Abraham Lincoln hat die Bedrohung aus dem All kommen sehen und deshalb seinen Tod im selben Jahr vorgetäuscht, um sich voll und ganz den Aliens zu widmen. In uns sieht der Präsident ein potentielles Mitglied für seine private Armee, die gegen die außerirdischen Lebensformen antritt. Ob wir wollen oder nicht: Fortan sind wir Teil des Strike Team Eliminating (the) Alien Menace, kurz S.T.E.A.M.. Unter diesem Codenamen retten wir zunächst Königin Victoria, bevor wir anschließend mit vereinten Kräften diverser Neuzugänge in Lincolns Armee die Vereinigten Staaten und schließlich den ganzen Planeten beschützen. Dabei entpuppt sich der Titel nicht als purer Third-Person-Shooter, wie so manch einer beim Anblick der Screenshots vermuten könnte, sondern um einen reinen Strategie-Titel mit gehörigem Action-Anteil. Da Intelligent Systems bereits viel Erfahrung mit der Fire-Emblem-Reihe sammeln konnte, ist es nicht verwunderlich, dass es hier rundenbasiert zugeht.

Einmal richtig Dampf ablassen

Code Name S.T.E.A.M. (3)Abraham Lincolns Luftschiff, die Liberty, ist Ausgangspunkt des Spiels. Von hier aus starten wir unsere Missionen, die der Reihe nach im Lauf der Kampagne freigeschaltet werden. Das Spiel ist in mehrere Kapitel gegliedert, welche wiederum in diverse Sektoren unterteilt sind. Sobald wir einen Sektor betreten, unterteilt sich das Spielfeld gleich in mehrere quadratische Felder. Mit jedem der vier Charaktere, die wir gleichzeitig in die Schlacht führen, können wir eine bestimmte Anzahl von Feldern voranschreiten. Die Anzahl der möglichen Aktionen wird in Dampf gemessen. Gehen wir also ein Feld nach vorne, verbrauchen wir einen Punkt Dampf. Andere Aktionen benötigen hingegen mehr Dampf, weshalb wir immer mit unserem Dampf haushalten sollten. Da es keine Übersichtskarte gibt, darf man sich darüber freuen, dass jeder Schritt rückgängig gemacht werden kann. Sobald allerdings eine andere Aktion außer Schritte durchgeführt wird, gibt es kein Zurück mehr. Das heißt, sobald wir einen Angriff starten oder von einem Alien selbst während unseres Zuges angegriffen werden, wird Dampf von unserem Konto abgezogen. Der Clou am Verbrauchssystem des Spiels ist, dass wir Dampf für den gegnerischen Zug aufsparen können. Sobald sich uns nämlich ein Alien nähert, können wir den Außerirdischen dazu kriegen, seinen Angriff auf uns zu unterbrechen oder zu stoppen.

Kehrseite der Medaille

Code Name S.T.E.A.M. (4)Für jeden erledigten Gegner erhalten wir Medaillen, die ebenso in einem Sektor großzügig verteilt sind und nur darauf warten, von uns gesammelt zu werden. Für eine bestimmte Menge Medaillen schalten wir neue Waffen frei, mit denen wir unsere Agenten ausrüsten dürfen. Da gibt es zum Beispiel Waffen, die auf Knopfdruck Dampf absondern oder auch Waffen, die im Kampf Shuriken auf die Gegner feuern. Manche Waffen haben sogar einen gegenteiligen Effekt. Wenn einer unserer Agenten verwundet wird, haben wir nicht die Möglichkeit, Items zum Heilen einzusetzen. Stattdessen können manche Waffen Geschosse abfeuern, welche die entsprechende Figur oder wie im Falle der Waffe Schwanengesang auch mehrere Charaktere heilen. Des Weiteren können wir die im Sektor gefundenen Medaillen an bestimmten Säulen während der Schlacht dazu verwenden, um unsere Agenten aufzuladen. Medaillen finden wir aber nicht nur im Lauf der Kampagne, sondern auch im Versus-Modus. Hier treten wir lokal oder übers Internet gegen einen anderen Spieler an. Ziel ist es entweder, das gegnerische Team zu besiegen, so viele Medaillen wie möglich zu sammeln oder aus dem Cockpit eines riesigen Lincoln-Roboters einen feindlichen Robotergiganten zu besiegen. Letzteres ist auch der einzige Spielmodus, in dem beide Spieler simultan und nicht abwechselnd antreten.

Startschwierigkeiten

Code Name S.T.E.A.M. (5)Sowohl mit einem anderen (gegnerischen) Spieler als auch im Alleingang macht Code Name: S.T.E.A.M. Spaß. Allerdings hat der Titel mit einigen Defiziten zu kämpfen. Dadurch, dass es keine Übersichtskarte gibt, ist es in unseren Augen mehr als nur umständlich, zwischen den Charakteren auf einem dermaßen kleinen Bildschirm hin- und herzuschalten, um einen Blick übers Spielfeld zu erhaschen. Besonders beim ersten Betreten des Sektors ist dies ärgerlich, da wir so noch nicht wissen, wo Gegner auf uns lauern. Fallen wir im Kampf, ist es danach aber viel zu leicht, da man den Feinden so auflauern oder aus dem Weg gehen kann. Einher geht dieses Problem mit der Steuerung. Wir bewegen uns mit dem Analog-Stick und haben drei Möglichkeiten, wie wir uns umsehen. Dies geschieht entweder über die Knöpfe oder mittels des Stylus, den wir über den Touchscreen führen. Die dritte Alternative wäre der zweite Stick des Schiebepad Pros. Da wir einige Aktionen aber ausnahmslos nur über den Touchscreen ausführen können und es keine Möglichkeit gibt, die Tasten neu zu konfigurieren, ist keine der Steuerungsmethoden wirklich gut geeignet. Wir hoffen sehr, dass Nintendo hier noch einen Patch nachliefern wird. Besitzer des New 3DS dürfen sich abschließend darüber freuen, dass sie die Amiibo-Figuren von Fire-Emblem-Charakteren beim Spielen benutzen können.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Als der Titel angekündigt wurde, habe ich mich sehr auf das Spiel gefreut. Ich mag Strategie-Spiele und diese dürfen auch wie die Fire-Emblem- oder Heroes-of-Might-and-Magic-Serien gerne rundenbasiert sein. Zudem weiß ich, dass Intelligent Systems über das Wissen verfügt, ein Spielkonzept zu entwerfen, welches mich stundenlang an eine Konsole fesseln kann. Code Name: S.T.E.A.M. ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite finde ich die Idee großartig, alle Bewegungen aus der Third-Person-Perspektive zu sehen, doch auf der anderen Seite fehlt mir einfach eine Übersichtskarte. Dass ich beim Online-Spielen darauf verzichten muss, damit ich den Gegner nicht kommen sehe, ist mir bewusst und das sollte auch so sein, doch in der Kampagne ist das einfach nur nervig und hinderlich. Beim ersten Versuch schaffe ich es öfters nicht, alle Agenten lebendig ins Ziel zu bekommen. Wenn ich es dann aber nochmals probiere, gelingt es mir auf Anhieb, da ich mich mit dem Sektor ja mittlerweile gut auskenne. Außerdem muss ich sagen, dass ich mit keiner der drei Methoden, das Spiel zu steuern, wirklich gut klar gekommen bin. Meistens habe ich dann doch mit dem Schiebepad Pro gespielt, auch wenn ich es absolut nicht verstehen kann, warum dann nicht auch die anderen Knöpfe der Peripherie für andere Aktionen benutzt werden können. Mit Code Name: S.T.E.A.M. verschenkt Nintendo jede Menge Potential und ich hoffe sehr, sofern das Franchise fortgeführt werden sollte, dass man sich dann für die Feinheiten etwas mehr Zeit lässt. Wirklich schlecht ist der Titel nämlich nicht. Dafür besitzt er viel zu viele gute Ansätze. Wer Strategie-Spiele mag, darf ruhig einen Blick riskieren, doch eine gute Alternative zu Fire Emblem: Awakening darf man sich von Code Name: S.T.E.A.M. nicht erwarten.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Code Name: S.T.E.A.M.!

Review: Coppelion – Vol. 3

Coppelion - Vol. 3 (1)Nachdem die erste Volume von Coppelion wunderbar in die Handlung hineingeführt hat, war die zweite Volume erfolgreich dabei, einen roten Faden zu etablieren. Dieser wird in den drei Episoden der dritten Volume erfolgreich fortgeführt und zuweilen sehr tiefgründig wird.

Coppelion - Vol. 3 (2)Coppelion spielt in einer dystopischen Zukunft mitten in der japanischen Hauptstadt Tōkyō, in welcher der Ausnahmezustand längst aufgehoben wurde. Die einstige Riesenmetropole ist radioaktiv verseucht und somit unbewohnbar. Allerdings gibt es dort zwanzig Jahre nach der Katastrophe immer noch Menschen, die ihren Wohnort nicht verlassen wollen oder können. Aus keinem anderen Grund wurden die titelgebenden Coppelion gezüchtet. Die drei Mädchen Ibara, Taeko und Aoi sind solche Coppelion, ergo gezüchtete und genetisch aufgebesserte Menschen. Sie benötigen keine Schutzanzüge, um in der verstrahlten Stadt überleben zu können. Die dreiköpfige Rettungseinheit ist beim Vordringen in Tōkyō auf Kajii Gojiro und seine schwangere Tochter Ibuki gestoßen. Sie steht kurz vor der Geburt und sollte deshalb unbedingt ins Krankenhaus der Stadt gebracht werden, welches das Hauptquartier von ihrer Gruppe ist. Allerdings stellt sich ihnen die Erste Division entgegen. Die militärische Einheit war einst dazu ausgebildet, die Stadt zu evakuieren, doch wurde sie von der Regierung mitten in Tōkyō zurückgelassen. Niemand außerhalb der Metropole dachte daran, dass die Soldaten überlebt haben könnten. Getrieben von Rachegefühlen verfolgen sie einen todbringenden Plan.

Truppenbildung

Coppelion - Vol. 3 (3)Inmitten der Stadt wird das radioaktive Leck von einem Steinsarg abgedeckt, doch die Erste Division plant, diesen Sarg mit weiterem radioaktiven Material zu füllen und zu sprengen. Die Explosion hätte für die gesamte Welt verheerende Folgen und würde sie in kurzer Zeit ebenso wie Tōkyō zu einem lebensfeindlichen Ort machen. Da die Strahlung allerdings um den Sarg herum zu gewaltig ist, können dort selbst Menschen mit Schutzanzügen nicht lange überleben. Deshalb hat die Erste Division zwei Coppelions der Säuberungseinheit auf ihre Seite gezogen und sie davon überzeugt, dass die Menschheit schlecht sei. Ozu Kanon und Ozu Shion waren einst die beiden Partner von Haruto, der sich der Rettungseinheit bereits angeschlossen hat und jetzt gegen seine ehemaligen Verbündeten antreten muss. Obwohl die Erste Division ihr Ziel nicht aus den Augen lassen will, haben die Ozu-Zwillingsschwestern nichts anderes im Sinn, als zuvor ihre Kontrahenten auszuschalten. Diese müssen sich nun zeitgleich der Ersten Division stellen und den Transport der restlichen Überlebenden aus dem Planet-Gebäude in die Wege leiten. Entsprechend werden zwei Trupps gebildet. Während der Rettungstrupp Mensch und Tier in Sicherheit bringen kann, soll die andere Gruppe die Gegenspieler ablenken. Dabei kommt es zwangsweise zu brutalen Auseinandersetzungen mit Waffengewalt.

Existenzängste

Coppelion - Vol. 3 (4)Durch den riesigen Steinsarg inmitten von Tōkyō wird in Coppelion noch einmal deutlich, welche Intention der Anime überhaupt hat. Coppelion kritisiert die sorglose Verwendung von Atomenergie und welche Folgen dieser Umgang haben kann. Außerdem weitet Coppelion die Themen aus. Die Protagonisten und Antagonisten hinterfragen auf gegensätzliche Art und Weise ihre Existenz und wie sie damit und ihren Erschaffern umzugehen haben. Auch die Robotereinheit, welche mit Gefühlen ausgestattet ist, versucht mit dem biblischen Vergleich von Noahs Arche zu erklären, warum Tiere und Menschen gerettet werden müssten, aber er nicht. Das regt zum Nachdenken an und versucht die Grenzen der Forschung aufzuzeigen oder gar aufzuzwingen. Während in den ersten sieben Episoden vor allem Bilder benutzt wurden, um Stellung zu ergreifen, sind es in den vorliegenden drei Folgen viel mehr unsere Gedanken, die mit in den Anime einfließen. Genial! Auf der technischen Seite verfügt der Anime abermals über ein schönes Bild, in welchem höchstens zu starke Konturen stören können. Dafür bietet er abermals einen beklemmenden Soundtrack, um den Grundton des Anime zu treffen. Digitales Bonusmaterial gibt es nur in Form von Trailern, doch wie die zwei vorherigen Volumes kommt auch die dritte Volume nicht ohne ein tolles Booklet aus!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die ersten sechs Episoden hat sich der Anime Zeit gelassen, um die Grundthematik genau zu erklären und die Handlung richtig gut ins Rollen zu bringen. Daran ändert sich auch in den vorliegenden drei Folgen nichts. Hier gibt es sogar ein paar neue Einflüsse, die Coppelion noch interessanter gestalten. Ich finde es richtig gut, wie die Story geschildert und erweitert wird. Die Handlung um Ibara, Taeko und Aoi ist spannend und wird mit genügend Action aufgepeppt. Obwohl das Thema Atomenergie im Anime langsam zurückgeht, bleibt Coppelion trotzdem intelligent. In den drei Episoden der dritten Volume versucht der Anime die Wissenschaft vielleicht zwar nicht zu brüskieren, aber auf jeden Fall zu hinterfragen. Insbesondere die menschliche und tierische Existenz wird mit einem biblischen Vergleich (Arche Noah) hervorgehoben, die Bedeutung der Coppelion und von Robotern hingegen abgewertet. Da jetzt nur noch eine Volume übrig ist, bis der Anime leider auch schon zu einem Ende kommt, bin ich gespannt, welche Haltung der Anime von Regisseur Suzuki Shingo am Schluss einnehmen wird!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Coppelion – Vol. 3!

Prime Time: The Witcher 3 – Collector’s Edition (Unboxing)

Vor wenigen Tagen ist das Rollenspiel The Witcher 3 weltweit erschienen. Als Fan der Reihe hat sich unser Chefredakteur Eric die Collector’s Edition, welche exklusiv bei Amazon erhältlich war, gekrallt und prompt ein Unboxing-Video dazu aufgenommen. Wir bitten allerdings zu entschuldigen, dass das Unboxing-Video niemals alle Objekte gleichzeitig beinhaltet – dafür ist die Packung einfach zu groß. Trotzdem wünschen wir euch noch viel Spaß!

Review: One Piece: Abenteuer in Alabasta – Die Wüstenprinzessin

One Piece - Abenteuer in Alabasta - Die Wüstenprinzessin (1)Als der Film 2007 in Japan veröffentlicht wurde, befanden sich die Strohhüte noch mitten in der Handlung auf Enies Lobby. Es war also kein Platz für das Einweben eines neuen Films mit eigenständiger Story. Stattdessen hat man sich an das Abenteuer in Alabasta erinnert.

One Piece - Abenteuer in Alabasta - Die Wüstenprinzessin (2)Der achte Film der Reihe, One Piece: Abenteuer in Alabasta – Die Wüstenprinzessin, bietet grundlegend dieselbe Handlung wie schon die Episoden der vierten Serienbox. Soll heißen, dass man nichts verpasst, wenn man den achten Kinofilm auslässt. Dieser beginnt übrigens damit, dass die Strohhut-Piraten Prinzessin Vivi bereits aufgenommen haben und mittlerweile auf dem Weg zum Königreich Alabasta sind. Kurz vor ihrem Ziel angeln Ruffy und Lysop mit Vivis Ente Karuh als Köder den Charakter Bon Curry. An Bord angekommen entpuppt er sich als Verwandlungskünstler, der die Fähigkeit hat, jedes Lebewesen zu imitieren, wenn er es nur einmal berührt. Bei seiner Verabschiedung erfahren die Strohhüte seinen Namen, der für Vivi nicht neu ist. Bon Curry gehört nämlich zu Sir Crocodiles Leuten, die im Königreich Alabasta eingefallen sind und langsam versuchen, die Macht zu übernehmen. Mit ihrer Firma Baroque sind sie drauf und dran, König Kobra abzusetzen und einen Militärstaat zu errichten. Ruffy und Co können das selbstverständlich nicht zulassen und versichern Vivi, dass sie ihr helfen werden, ihr Königreich und ihren Vater zu retten und Sir Crocodile aus ihrem Land zu vertreiben. Da wird auch das Leitthema Freundschaft deutlich, welches ebenso stark im Film wie damals in der Fernsehausstrahlung in verschiedenen Situationen charakterisiert wird.

Unterschiede zwischen Film und Serie

One Piece - Abenteuer in Alabasta - Die Wüstenprinzessin (3)Grundsätzlich erfahren wir im achten Film der One-Piece-Serie nicht mehr und nicht weniger, als in den Episoden der Fernsehserie. Man hat sich hier allerdings auf die wichtigsten Fakten beschränkt, an den eher unwichtigen Stellen stark gekürzt und sich auf das Wesentliche der Handlung konzentriert. Viele One-Piece-Fans lieben das Abenteuer in Alabasta und genau die werden sich auch über die Kürzungen freuen. Wenn wir uns an die Episoden erinnern, denken wir vor allem die Zusammenfassungen am Anfang der Folgen inklusive Landkarten, auf der sämtliche Charaktere mit ihren Positionen auf der Insel festgehalten werden. Das fällt im Film zum Glück flach, um nicht wertvolle Zeit zu verlieren. Damit der Film inhaltlich Sinn ergibt, hat man an verschiedenen Stellen allerdings nicht nur gekürzt. Geringfügige Änderungen sind ebenso enthalten, um an anderen Filmstellen Zeit einzusparen. Beispielsweise erfahren wir im Film direkt von den Markierungen an den Armen der Strohhüte und nicht erst später, um das Überraschungsmoment zu erzeugen beziehungsweise im Film vorwegzunehmen, da es später kaum Bedeutung hätte. Die Änderungen muss man zwar als Fan der Serie nicht mögen, sind allerdings sehr sinnvoll eingewoben, um den Film mit begrenzter Laufzeit sehr gut zu füllen. Das heißt aber auch, dass Dialoge gekürzt worden sind, um die Kämpfe besser zu betonen.

Reduzierung aufs Nötigste

One Piece - Abenteuer in Alabasta - Die Wüstenprinzessin (4)Trotzdem: Wer Kämpfe erwartet, die sich minutenlang strecken, wird vom achten One-Piece-Film enttäuscht sein. In Alabasta tauchen so viele Gegenspieler auf, dass nicht einmal alle im Film auftauchen können. Die prägnantesten für die Handlung allerdings werden meist schnell abgearbeitet oder in alternierender Reihenfolge bekämpft. Die Verantwortlichen haben sich dennoch Gedanken gemacht und die Handlung, die im Anime auf circa achthundert Minuten kommt, auf anderthalb Stunden runtergekürzt, ohne dass es Verständnisprobleme gibt und das muss man erst einmal schaffen. Der offensichtlichste Unterschied zwischen Serie und Film ist aber wohl das Bildformat. Während die Serie damals noch im 4:3-Format auf DVD erschien, erstrahlt das Bild hier im 16:9-Format. Auf der Blu-ray-Fassung selbstverständlich in Full-HD. Das Tonformat liegt in Dolby Digital 2.0 und in DTS HD Master Audio 5.1 vor, sowohl in der deutschen als auch in der japanischen Synchronisation (mit deutschen Untertiteln). Beide Sprachfassungen sind hervorragend gelungen. Blöd ist nur, dass Chopper-Synchronsprecher Martin Halm nicht nur das Rentier, sondern auch den Rebell Corsa spricht. Im Endeffekt stört das aber kaum, da sich beide Charaktere nie miteinander unterhalten. Schade ist aber, dass auf der Blu-ray Disc keinerlei Bonusmaterial vorliegt. Über Hintergründe hätten wir uns gefreut.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Folgen, die in Alabasta spielen, sind für mich immer noch ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite mag ich es, wie genial die einzelnen Charaktere (insbesondere Prinzessin Vivi) charakterisiert werden, aber auf der anderen Seite hat sich die Handlung doch ein wenig gestreckt. Der Film wiederum ist meiner Meinung nach schon zu sehr komprimiert. Man hätte ihm ruhig eine halbe Stunde mehr geben können, um tiefer in das Innenleben der Charaktere hineinblicken zu können. So sind die Charaktere allesamt sehr oberflächlich dargestellt, da vor allem einzelne Verknüpfungen fehlen. Zudem wird vom Film stellenweise vorausgesetzt, dass man die Episoden allesamt kennt. Sicherlich richtet sich solch ein Streifen nur an die Kenner der Serie und alle anderen werden ohnehin nicht zuschlagen, doch haben die Produzenten vergessen, was ein Film wirklich ausmacht. Man kann One Piece: Abenteuer in Alabasta – Die Wüstenprinzessin zwar anschauen, doch wer die Serie und vor allem die Episoden, die im Wüstenstaat spielen, kennt, kann den Film ruhig auslassen, da er nur eine leicht alternative Version von der Serie zeigt.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Piece: Abenteuer in Alabasta – Die Wüstenprinzessin!

Review: Kirby und der Regenbogen-Pinsel

Kirby und der Regenbogen-Pinsel (1)Auf der Electronic Entertainment Expo 2014 kündigte Nintendo das Spiel im Rahmen ihres Digital Events erstmals an. Während die Japaner bereits im Januar Hand anlegen durften an Kirby und der Regenbogen-Pinsel, mussten Europäer fast ein ganzes Jahr auf den Titel warten.

Kirby und der Regenbogen-Pinsel (2)Die Geschichte von Kirby und der Regenbogen-Pinsel ist schnell erzählt, denn im Grunde hat sich nicht viel im Dream Land verändert. Kirby mampft sich fröhlich durch das Dream Land und gerade als er den nächsten Apfel in sich hineinstopfen möchte, öffnet sich plötzlich der Himmel. Aus einer Parallelwelt heraus stiehlt die gemeine Künstlerin Tonia dem Dream Land seine Farben, um ihre eigene Welt damit zu füllen. Kirby bleibt von Tonias Zauberkraft nicht verschont, doch zum Glück schafft es auch das bunte Wesen Eline aus der Parallelwelt in das nun durch und durch graue Dream Land. Schnell erlangt der Edelknödel seine Farbe zurück und beschließt auf der Stelle, seiner neuen Freundin Eline zu helfen. Anstatt sich also dem verblassten Apfel und somit der Völlerei hinzugeben, machen sich die beiden durch das Portal am Himmel auf, um Elines Welt vor ihrer ehemaligen Freundin Tonia zu retten. Es beginnt eine Reise durch sieben fantasievolle Welten mit jeweils drei typischen Levels und jeweils einer Bossgegner-Stage. Allerdings spielt sich Kirby und der Regenbogen-Pinsel durchgehend anders als die herkömmlichen Jump ’n’ Runs der Reihe. Hierbei handelt es sich weniger um ein Jump ’n’ Run, sondern mehr um ein Geschicklichkeitsspiel. Kirby kann zwar an einigen Stellen nach wie vor durch die Gegend hüpfen, doch kontrollieren wir ihn diesmal indirekt.

Der Regenbogen-Pinsel

Kirby und der Regenbogen-Pinsel (3)Tippen wir ihn beispielsweise an, schreckt der kugelrunde Vielfraß auf und rollt aufgrund seiner Körperstruktur los, bis er wieder zum Stillstand kommt. Um Kirby auf höhergelegene Plattformen zu dirigieren, zeichnen wir einfach mit Hilfe des Touch Pens eine Linie auf den Bildschirm des Wii U GamePads, damit er die Verbindung zwischen beiden Ebenen nutzen kann. Das machen wir durchgehend im ganzen Spiel, um überall Sterne einzusammeln, die bis zu fünf versteckten Schätze in einem Level zu finden und Gegner aus dem Weg zu rollen. Die Schwerkraft kann uns an den von uns gezeichneten Linien übrigens egal sein, denn hier klebt Kirby einfach dran und fällt nur herunter, wenn sich die Linie nach einigen Sekunden auflöst. Haben wir einhundert Sterne gesammelt, können wir auch einen Spezialangriff mit voller Kraft starten, um größere Gegner oder besondere Steine zu beseitigen. Hin und wieder ist das nötig, um an die bereits erwähnten Schätze in Truhenform zu gelangen, in denen sich sammelbare Figuren oder Soundtrack-Stücke aus früheren Kirby-Spielen befinden. Später ist das Einsetzen dieser Fähigkeit besonders knifflig, da wir mit Wasser, Lava, Bomben und noch gefährlicheren Gegnern zu tun bekommen, die uns bei Körperkontakt ausbremsen oder es gar schaffen, unsere Fähigkeit abzuwürgen. Als Kirby aus Knete hat man es eben nicht leicht!

Kurze Reise

Kirby und der Regenbogen-Pinsel (4)Kirby und der Regenbogen-Pinsel fällt größtenteils sehr leicht aus. Besonders die ersten paar Levels bieten kaum Herausforderungen und führen ins Spielkonzept ein. Ab der dritten Welt werden Spielabschnitte kniffliger und hin und wieder darf sich Kirby auch verwandeln. Je länger wir mit der Steuerung, die in den ersten zwei Spielstunden gewöhnungsbedürftig wirkt, auseinandersetzt, desto eher meistern wir diese Stellen. Scheitern wir mehr als zwei Mal an derselben Stelle, bietet uns der Titel sogar an, den Abschnitt zu überspringen. Wir verurteilen Nintendo für diese Praxis immer noch, da so selbst unerfahrene Spieler weniger Anreiz haben, selbst kleine Herausforderungen zu meistern. Abstellen lassen sich diese Anzeigen nach den zwei Fehlversuchen in den Optionen übrigens nicht. Kirby und der Regenbogen-Pinsel bietet außerdem auch einen Mehrspielermodus, in dem bis zu drei andere Spieler die Rolle von Waddle Dees übernehmen können, um Kirby zu beschützen. Dadurch, dass sich das Spiel um Kirby und nicht um die Waddle Dees dreht, wirkt der Modus aufgesetzt. Hier wäre sicherlich mehr möglich, würde die Wii U mehr als ein Wii U GamePad unterstützen. Optisch wirkt der Titel aufgrund seines Knetmassestils sehr charmant und die Musik gehört mit zum Besten in der gesamten Kirby-Reihe. Schade nur, dass Kirbys Reise nach circa fünf Stunden vorbei ist.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Als der Titel angekündigt wurde, habe ich mich sehr darüber gefreut, dass auch Kirby nun sein erstes Abenteuer auf der Wii U erhält. Allerdings hielt die Freude nicht lange an, denn nachdem mir bewusst wurde, dass das Spiel ausnahmslos mit dem Touch Pen und dem Wii U GamePad gespielt wird, habe ich mich gefragt, warum Nintendo das Spiel nicht auf dem 3DS veröffentlicht. Wenn ich alleine spiele, ist es einfach Stromverschwendung, den Fernseher nebenbei laufen zu lassen – dort passiert nichts anderes, als auch auf dem Screen des Wii U GamePads, auf den ich ohnehin durchgehend starren muss. Der Mehrspielermodus bietet nämlich auch keinen großen Anreiz, sodass ich Freunde lieber zu einer Partie Mario Kart 8 oder Super Smash Bros. for Wii U einlade. Da der Titel außerdem über keine Online-Anbindung verfügt, über welche ich sehr gerne mit Freunden in Highscore-Listen gemessen hätte, verlängert der Titel seine Spielzeit nicht wirklich gut. Der Anreiz liegt in Kirby und der Regenbogen-Pinsel eher darin, wieder einmal alle versteckten Objekte zu finden, die kreuz und quer in der Welt verteilt sind. Ist man gut, kann man alle Inhalte des Story-Modus beim ersten Durchgang in unter fünf Stunden finden. Wenn man allerdings ungeübt ist und auch alle Herausforderungen bestehen will, kann man gerne drei bis vier Stunden dazu addieren. Kirby und der Regenbogen-Pinsel ist dadurch kein schlechtes Spiel. Es verfügt über ein paar spaßige Ideen, einen unvergleichlichen Look, einen tollen Soundtrack und obwohl mir die Steuerung anfangs zu ungenau erschien, komme ich genau mit dieser am Ende des Spiels am besten aus – genau dann, wenn das Spiel leider schon vorbei ist und im Regal verstauben wird.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

Review: Das Leben des Budori Gusko

Das Leben des Budori Gusko (1)In Japan wurde der Film mit dem Originaltitel Guskō Budori no Denki bereits Mitte 2012 auf der großen Leinwand gezeigt. Hierzulande hat man abermals darauf verzichtet, einen Anime in die Kinos zu bringen. Stattdessen erscheint Das Leben des Budori Gusko direkt auf Blu-ray.

Das Leben des Budori Gusko (2)Wie es der Filmtitel schon vermuten lässt, dreht sich der Titel voll und ganz um den Charakter Guskō Budori. Dieser lebt im fiktiven Land Ihatov mit seiner Familie tief in einem Wald. Das Leben geht seinen gewohnten Gang. Budori geht zur Schule, während sein Vater Nadori als Holzfäller im Wald sein Tagwerk verrichtet. Seine Mutter bestellt hingegen das Feld, damit seine Familie im Winter genügend Nahrung hat. Neri, Budoris Schwester, hilft ihr dabei. Es ist eine freundliche Familie, die in einer heilen und funktionierenden Welt lebt. Eines Tages soll sich Budoris Leben allerdings für immer ändern. Die Sonne lässt sich im Frühling nicht mehr so häufig blicken, sodass im Mai sogar noch Schneeregen auf die Erde rieselt. Dadurch muss die Familie die Ernte stark rationieren, um über den langen Winter zu kommen. Es soll der letzte Winter sein, den sie als Familie erleben werden, denn im nächsten Frühjahr steigt die Temperatur nicht mehr an. Budoris Vater verschwindet im Wald und kurz darauf versucht seine Mutter ihren Gatten zu finden. Als die beiden nicht wiederkehren, taucht plötzlich ein Kinderfänger auf, der die Situation der beiden Kinder ausnutzt. Während Budori sich den Worten des Mannes verschließen kann, gibt seine Schwester aufgrund des Hungers nach.

Biografische Ereignisse

Das Leben des Budori Gusko (3)Die Ausgangslage des Films versetzt Budori in eine Lage, die sich niemand von uns in solch einem Alter wünschen würde. Ganz alleine auf der Welt, beschließt er, das Land Ihatov zu bereisen und einen neuen Sinn zu finden. Die Handlung schildert fortan mehrere Stationen seines Lebens. So trifft er beim Verlassen des Waldes auf den Großbauern Rotbart, der ihn unter seine Fittiche nimmt und ihn in der Landwirtschaft unterrichtet. Durch aufkommende Dürreperioden in den folgenden Jahren verschlägt es Budori außerdem in die Stadt, wo er mit seinem Wissen zunächst kurz von Professor Kūbō und später von einer ganzen Gesellschaft in die Vulkanologie eingewiesen wird. Zwischenzeitlich wacht Budori immer wieder in einer anderen Welt auf, in welcher der Kinderfänger als Richter auftritt und ihn fürs Überschreiten der Grenze zur Rechenschaft ziehen will. Allerdings muss man dazu sagen, dass der Film mit seiner Handlung an vielen Stellen sehr offen bleibt. Er bietet dafür genügend Freiraum zur Interpretation, denn Das Leben des Budori Gusko spielt nur so mit Metaphern. Es gibt kein Muster, nachdem der Film die elegische Grundstimmung mit Höhen und Tiefen aufbaut. Es ist eine gewollte Aneinanderkettung von Ereignissen, die zum Teil biografisch sind und das Leben des bereits 1933 verstorbenen Autors Miyazawa Kenji versucht wiederzugeben.

Universelle Ideen

Das Leben des Budori Gusko (4)Um von Äußerlichkeiten abzulenken und den Blick auf das Wesentliche zu richten, hat sich Regisseur Sugii Gisaburō wie bei seinem Anime Ginga Tetsudō no Yoru aus dem Jahr 1985 dafür entschieden, die Charaktere auch bei dieser Umsetzung eines Miyazawa-Romans als Katzen erscheinen zu lassen. Mit dieser Entscheidung sollen nicht in erster Linie mehr Kinder angesprochen werden, sondern die verarbeiteten Ideen universeller erscheinen. Des Weiteren wird durch die Vulkanologie auch auf Katastrophen hingewiesen und diese verarbeitet. Dadurch könnte man sich stundenlang mit den Themen und Theorien des Films beschäftigen. Während der Film inhaltlich eine ganz eigene Note für sich innehält, braucht er sich auf der technischen Seite nicht vor der Konkurrenz verstecken. Wunderschöne Grafiken, vor allem die Wälder und Felder in der ersten Filmhälfte, erweichen unser Herz auf eine sehr schöne und auch sehr traurige Art und Weise. Dem Soundtrack gelingt es weitgehend durchgehend die Stimmung der Charaktere widerzuspiegeln, ohne dass diese ihre Emotionen ständig mit Worten untermauern müssen. Sowohl die deutsche, als auch die japanische Synchronisation können in den Dialogen glänzen. Fans der deutschen Synchronisation dürfen sich über einen Besuch im Synchronunternehmen Kölnsynchron freuen. Ein tolles Booklet liegt ebenfalls bei.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Das Leben des Budori ist ein Film, den man sich wirklich in Ruhe anschauen und sich viel Zeit dafür nehmen sollte. Er bietet keinerlei oder kaum Action, stattdessen möchte er lieber mit vielen Metaphern über Leben, Familie, Tod und Selbstaufopferung zum Nachdenken anregen. Das Leben des Budori Gusko bietet so viele Facetten, über die man sich stundenlang austauschen möchte, da viele Handlungsstränge im Film einfach nicht zu Ende erzählt werden. Zumindest nicht zu solchen Enden, die man bei einer stringenten Erzählung erwarten würde. Dieser Anime ist wesentlich tiefgründiger und fühlt sich stellenweise sehr echt und real an, zumal Miyazawa Kenji, der Autor der Buchvorlage, sein eigenes Leben in sein Werk hat einfließen lassen. So wurde seine Heimat Iwate von Dürren heimgesucht und zudem wird ihm nachgesagt, dass er ein aufmerksamer Schüler war. Außerdem hat er seine Schwester verloren und beschäftigte sich später mit Geologie. Ich bin froh, dass das Booklet, welches der Blu-ray Disc beiliegt, solche Fakten ergänzend liefert, um das Werk als ganzes ansatzweise verstehen zu können. Wer sich auf diesen intelligenten Anime einlassen und sich mit tiefgründigen Fragen beschäftigen möchte, wird sicherlich nicht enttäuscht werden!

Vielen Dank an Anime House für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

Review: Sin City 2: A Dame to kill for

Sin City 2 - A Dame to kill for (1)1991 vollendet der Comicautor Frank Miller den ersten Band der Comic-Reihe Sin City. Eine Reihe, die er eine ganze Dekade lang in insgesamt dreizehn Bänden fortführt und beendet. Im Jahr 2005 folgte ein Kinofilm. Bis Sin City 2: A Dame to kill for sollten neun Jahre vergehen.

Sin City 2 - A Dame to kill for (2)Um die Handlung von Sin City 2: A Dame to kill for verstehen zu können, ist Vorwissen aus dem ersten Serienteil nicht unbedingt vonnöten. Allerdings vereinfacht es das Verstehen sehr, da Sin City 2 zeitlich vor, während und nach den Geschehnissen des ersten Films spielt. Die Charaktere sind zum Teil dieselben Figuren, doch treten neue Persönlichkeiten auf. Wer den ersten Teil noch nicht gesehen hat und sich nicht beeinflussen lassen möchte, sollte jetzt nicht weiterlesen, da wir für das Review auf offene und abgeschlossene Handlungsstränge aus dem ersten Film eingehen. Unter den bereits bekannten Charakteren befindet sich zum Beispiel die Tänzerin Nancy Callahan, die nach dem Tod ihres Retters und Beschützers John Hartigan in der Bar arbeitet, in der Senator Roark im Hinterzimmer illegales Glücksspiel betreibt. Dieser ist indirekt für Hartigans Tod verantwortlich, weshalb Callahan versucht, Rache zu nehmen und ihn zu töten. Währendessen wird sie von Visionen geplagt, in denen Hartigan auftritt. Im zweiten Teil der Sin-City-Reihe sind die Szenen abermals intelligent miteinander verknüpft. Das heißt, dass sich die Handlungsorte überschneiden, in welchen die Figuren auftreten. Die Bar, in der Callahan tanzt, wird so auch von anderen Charakteren besucht. Beispielsweise von Johnny, der sich Roark mehrmals im Kartenspiel stellt und seine Vergangenheit aufarbeitet.

Überkreuzende Handlungsstränge

Sin City 2 - A Dame to kill for (3)Dwight McCarthy hingegen ist ein Privatdetektiv in Basin City, der eigentlich nur Fotos für eine eifersüchtige Frau von ihrem Ehemann Joey und seiner Geliebten machen soll. McCarthy entscheidet sich allerdings dafür, Joey auszuschalten, um dessen Geliebte vor dem sicheren Tod zu retten. Wie Johnny muss sich auch McCarthy seiner Vergangenheit stellen, um sich von seiner ehemaligen Partnerin Ava Lord mental zu trennen. Physisch fällt es ihm jedoch schwer, von ihr Abschied zu nehmen. Sie üben Geschlechtsverkehr aus, doch als sie ihm erzählt, dass ihr Ehemann sie verprügelt, will er ihr helfen. Um ihren Ehemann auszuschalten, besucht er die eingangs erwähnte Bar, in welcher er auf seinen Freund Marv trifft, welcher bereits im ersten Teil auf einen unglücklichen Rachefeldzug durch die Stadt gegangen ist. Gemeinsam stürmen sie das Anwesen und erfahren dort, dass Lord nicht ganz so unschuldig ist und ihre eigenen Pläne verfolgt. Um diese zu verwirklichen, spannt sie den Polizisten Mort mit den Mitteln ihrer Weiblichkeit für ihre Zwecke ein. Nicht nur die Bar, sondern auch der Stadtteil Sacred Oaks und das Rotlichtviertel sind wiederkehrende Handlungsorte in Sin City 2: A Dame to kill for. Das heißt im Umkehrschluss, dass weitere Nebenfiguren aus dem ersten Teil wie Manute, Goldie, Wendie, Gail und Miho ebenso alternierend in Erscheinung treten.

Unvergessliche Elemente

Sin City 2 - A Dame to kill for (4)Am optischen Erscheinungsbild hat sich nichts geändert. Wie in Sin City wurden die meisten Szenen vor einem Greenscreen gedreht und die Hintergründe später am Computer ausgefüllt. Da Sin City ursprünglich ein Comic ist, soll auch der Film so wirken. Die Umgebungen sind somit allesamt surreal gestaltet. Durch den Schwarzweißfilter wirkt die angewandte Technik allerdings ansatzweise echt. Das heißt aber nicht, dass Sin City 2 durchgehend farblos ausfällt. Einzelne Elemente, sprich ein Hemd, die Augenfarbe, Reklametafeln oder gleich eine ganze Person können auch in Farbe erscheinen und heben sich somit besonders von Hintergrund und Umgebung ab, die farblos gestaltet sind. Erzählt wird die Geschichte des Films sowohl in Dialogen, als auch in Monologen. Ebenso kommen Gedankengänge zur Geltung, die uns das Innenleben der Charaktere näherbringen und uns tiefer in die Atmosphäre ziehen. Nach wie vor ist man von den finsteren Charakteren fasziniert, die fast episodenartig vorgestellt werden, doch wird die beklemmende Atmosphäre des Vorgängers nicht ganz erreicht. Wer allerdings schon den ersten Teil mochte, wird auch in den zweiten Film eintauchen können. Das liegt vor allem an den herausragenden Schauspielern wie Joseph Gordon-Levitt. Eva Green bleibt uns noch sehr lange im Gedächtnis, denn diese spielt Ava Lord erschreckend faszinierend.

Konfliktlösung

Sin City 2 - A Dame to kill for (5)In weiteren Rollen sehen wir unter anderem Bruce Willis (Hartigan), Jessica Alba (Callahan), Ray Liotta (Joey) oder Christopher Meloni (Mort). Eine Überraschung stellt Christopher Lloyd dar, der hier einen Arzt spielt, der zudem drogensüchtig ist. Sämtliche Schauspieler verkörpern ihre Rollen auf die eine oder andere Weise so gut, dass sie sich gegenseitig voneinander abheben, obwohl sie alle sündigen und in den gleichen Sumpf des Verbrechens hinabsteigen. Nahezu jede Figur hat mit einem inneren Konflikt zu kämpfen. Ein Mann, der sich nicht im Stande fühlt, sich von seiner Liebe zu trennen und ein verheirateter Mann, der sich seinen Neigungen und einer Illusion hingibt, sind nur zwei Beispiele, die sich in Basin City ereignen. Gelöst werden die inneren und äußeren Probleme ohnehin meistens mit Gewalt. Es beginnt mit einem recht philosophischen Selbstmord und endet mit dem Ausschalten eines Antagonisten. In Basin City werden die Probleme unter Freunden und Verwandten allerdings ebenso gelöst. Dazwischen werden dutzende Gegenspieler ausgeschaltet und die Gewalt mit filmischen Stilmitteln dargestellt. Köpfe werden abgetrennt, Kehlen durchgeschlitzt und unwichtige Figuren mit einem Lächeln im Gesicht durchlöchert. Das ist alles so überzeichnet, dass die Graphic Novel ständig und überall dargestellt wird. Fans der Vorlage wird es gefallen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Vor kurzem habe ich Sin City zum ersten Mal gesehen und war gleich von den vielen Stilmitteln beeindruckt – in Bild und Ton! Einen Tag später konnte ich bereits Sin City 2: A Dame to kill for anschauen und war nicht mehr so ganz begeistert. Mir hat der Film zwar gefallen, doch ergänzt er die Handlung einfach nur, ohne neue Akzente zu setzen. Wären beide Filme direkt hintereinander gedreht worden, wie es heute leider viel zu oft der Fall ist, hätte ich volles Verständnis dafür gehabt. Allerdings sind zwischen den Dreharbeiten neun Jahre vergangen. Neun Jahre, in denen man genug Zeit hatte, eben diese Akzente auszuarbeiten, zumal der Nachfolger bereits nach dem Kinostart des ersten Teils beschlossene Sache war. So ist es nicht verwunderlich, dass Sin City 2 an den Kinokassen gefloppt ist. Die Fortsetzung kommt für einen Erfolg viel zu spät und so würde es mich nicht wundern, wenn die Arbeiten am dritten (und vermutlich) letzten Film eingestellt werden, sofern der Film den Heimkinomarkt nicht erobern kann. Trotzdem möchte ich Fans des ersten Teils auch den zweiten Teil empfehlen, da er immer noch überdurchschnittlich ist und einfach nur mehr vom Gleichen bietet. Besonders Eva Green hat mich die ganzen 103 Minuten des Films mit ihrer Schauspielkunst beeindruckt. Definitiv eine ihrer besten Rollen!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Sin City 2: A Dame to kill for!

Review: Coppelion – Vol. 2

Coppelion - Vol. 2 (1)Vor ein paar Monaten haben wir euch bereits die erste Volume von Coppelion vorgestellt, die mit vier Episoden einen guten Einstand lieferte. Die zweite Volume verfügt zwar nur über drei Folgen, doch sind diese nicht minder spannend und werden zum Teil sogar politisch.

Coppelion - Vol. 2 (2)Japans Hauptstadt Tōkyō wurde in der dystopischen Zukunft, in welcher Coppelion spielt, kontaminiert. Der Regierungssitz wurde verlegt und die Stadt weitgehend evakuiert. Dennoch leben wenige Menschen weiterhin in der verlassenen Metropole und fristen dort ihr Dasein. Aus keinem anderen Grund wurde die Bildung einer Spezialeinheit in Auftrag gegeben. Dabei herausgekommen sind die so genannten Coppelion, die aufgrund ihrer genetischen Struktur gefahrlos in Tōkyō als Rettungseinheit operieren können. Spezialanzüge brauchen sie nicht und sobald sie Überlebende der Katastrophe gefunden haben, werden diese umgehend von ihnen mit der Hilfe von Außentrupps evakuiert – sofern sich die Menschen nicht weigern. Das ist in den ersten vier Episoden bisweilen nämlich häufiger vorgekommen, doch langsam hat sich auch ein roter Handlungsfaden entwickelt, den wir in den drei vorliegenden Folgen der zweiten Volume bereits erfahren dürfen. Dabei fängt ihr Arbeitstag wie gewöhnlich an. Die drei Coppelion Ibara, Taeko und Aoi entdecken einen verunglückten Transporter auf dem Weg in ein Krankenhaus in der Tōkyōter Innenstadt. Als sie den verletzten Kaiji Gojiro und seine schwangere Tochter Ibuki retten, werden sie von maskierten Männern angegriffen.

Vergessene Bedrohung

Coppelion - Vol. 2 (3)Ihnen gelingt zwar die Flucht, doch wird Taeko beim Versuch Ibuki zu schützen, verwundet. Herr Kaiji führt die Gruppe zu einem Ort namens Planet. Ein wissenschaftliches Großlabor, das inmitten der verseuchten Stadt zumindest in den Innenräumen unbeschadet geblieben ist. Dort bekommt Taeko die Hilfe, die sie benötigt. Außerdem planen sie ihr weiteres Vorgehen, denn Ibuki steht kurz vor der Geburt und muss dringend ins Krankenhaus, welches als das Hauptquartier ihrer Gruppe fungiert. Sie erfahren, dass es sich bei den Maskierten um die so genannte Erste Division handelt. Die Coppelion horchen auf, denn schließlich stellen sie die mittlerweile dritte Division der Bodenstreitkräfte dar. Die Erste Division war ebenfalls für die Evakuierung der Stadt tätig, doch stehen sie stellvertretend dafür, dass die Schutzanzüge vor einigen Jahren noch nicht ausgereift waren. Ebenso sind sie das Sinnbild für die Opfer, die der Strahlenkrankheit anheimgefallen sind. Sie wurden damals in der Stadt zurückgelassen und mit der Zeit hat man sie bereits vergessen. Ihre Darstellung soll vor dem falschen Einsatz von Atomenergie oder gar Kernwaffen mahnen. Die Erste Division verfolgt in Coppelion eigene Pläne und hat es deswegen auf die titelgebenden Protagonistinnen abgesehen. Eine der drei Coppelion wird entführt, woraufhin ein weiterer Coppelion namens Haruto eingeführt wird.

Der richtige Umgang

Coppelion - Vol. 2 (4)Die vorliegenden drei Episoden drehen sich vor allem um die Rettung der Entführten, doch da Haruto der Säuberungseinheit angehört, hat er ein gänzlich anderes Moralverständnis als seine weiblichen Mitstreiter. Sein Auftrag ist es, die Erste Division auszuschalten und somit ihre diabolischen Pläne zu vereiteln. Außerhalb Tōkyōs trifft ihr Vorgesetzter Herr Mishima auf den Premierminister Japans. Als der Premierminister von der Existenz der Ersten Division erfährt, befehligt er, dass die Rettungseinheit ebenfalls zur Vernichtung hinzugezogen werden sollen. Er lässt sich hier auch nicht auf Diskussionen ein; später empfängt er Herrn Mishima nicht einmal mehr. Man geht hier auf den falschen Umgang mit nuklearen Problemen um und versucht so wichtige Parallelen zur Realität zu ziehen (Umgang der japanischen Regierung mit Fukushima). Es ist erstaunlich, wie man in einem verhältnismäßig kurzen Anime so viele unterschiedliche Aspekte unterbringen kann. Obwohl man die ernste Intention des Anime nicht von der Hand weisen kann, bietet er ebenfalls wieder spannende Erlebnisse mit unseren drei Hauptfiguren, die sehr dramatisch und vor allem actionreich inszeniert werden. Es wird auf zwei Unterhaltungsebenen hervorragend gezeigt, wie man mit dem Thema umgehen darf. Durch den Cliffhanger am Ende der siebten Episode freuen wir uns schon auf weitere Folgen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Atomenergie ist allgegenwärtig. Man bezieht sie oder spricht darüber, aber man macht sich nur selten Gedanken darüber, wie man als privater Mensch damit umzugehen hat. Sie hat weitreichende Vor- und Nachteile. Der Anime Coppelion versucht auf sehr beeindruckende Weise und mit erschreckenden Bildern zu zeigen, zu welchem schrecklichen Szenario der falsche Umgang mit Atomenergie führen kann. Des Weiteren ist der Anime nicht weniger unterhaltend. Durch den einsetzenden roten Faden durch die Story von Coppelion fiebert man mit den Charakteren mit, die Bedrohung durch die Erste Division zu verhindern. Auf zwei Ebenen gelingt es Coppelion mich bei Laune zu halten und ich bin schon sehr gespannt darauf, welche Akzente der Anime in den nächsten sechs Episoden setzen wird.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Coppelion – Vol. 2!

Review: One Piece: Box 9 (Episoden 264-294)

One Piece - Box 9 (1)Eigentlich suchen Ruffy und die anderen Strohhut-Piraten in der Stadt Water Seven nur nach einem Schiffszimmermann, der sich um ihr ramponiertes Schiff, die Flying Lamb, kümmert. Als sie diesen jedoch finden, soll das Verschwinden ihrer Kameradin Robin aber alles ändern.

One Piece - Box 9 (2)Die Ereignisse in der Stadt Water Seven überschlagen sich. Robin möchte auf einmal nichts mehr mit den Strohhüten zu schaffen haben und auf Herrn Eisberg, der Leiter der größten Werft in Water Seven, wird ein Mordanschlag verübt. Dieser wird prompt Ruffy und seinen Mitstreitern angehängt, doch es stellt sich schon bald heraus, dass hinter dem Anschlag auf Herrn Eisberg die geheime Organisation Cipherpol 9 steckt. Die Geheimagenten sind nur im Auftrag der Weltregierung unterwegs. Sie sollen die geheimen Pläne für eine uralte Waffe finden, mit der man auf einen Schlag die gesamte Welt vernichten kann. Irgendwie scheinen der Cyborg Frankie und Robin mit diesen Plänen unweigerlich verknüpft zu sein. Während Frankie von den Geheimagenten mit Gewalt gefangen genommen wird, stellt sich Robin der Weltregierung auf eigene Faust. Sie möchte ihre Freunde nicht in Gefahr bringen und gibt schließlich nach; ohne jedoch eine Erklärung zu liefern. Ruffy und Co wollen und können sich ihrer Entscheidung nicht beugen und nehmen mit dem Rocketman, einer Eisenbahn, die zwischen Water Seven und der Gerichtsinsel Enies Lobby verkehrt, die Verfolgung auf. Sie schaffen es allerdings nicht rechtzeitig, den Gefangenentransport einzuholen und müssen die Festung infiltrieren. Dass das gleich nach hinten losgeht, liegt wieder einmal an Ruffy.

Neue Gefahren

One Piece - Box 9 (3)Gemeinsam mit Frankies Familie stürmen sie die Insel und machen dort Bekanntschaft mit alten und neuen Feinden, die nur auf ihre Ankunft gewartet haben. Der Oberbefehlshaber der Cipherpol 9, Spandam, verfolgt allerdings nicht die Interessen der Regierung, sondern ist nur auf seine eigenen Vorteile aus und handelt kaum in deren Auftrag. In den vorliegenden Episoden stehen sowohl Spandam, als auch die Agenten der Cipherpol 9 im Mittelpunkt. Obwohl diese selbst in einem Zwist mit Spandam stehen, müssen sie für ihn arbeiten. Da die Gerichtsinsel Enies Lobby zugleich der Hauptsitz der Cipherpol 9 ist, bekommen es Ruffy, Zorro, Sanji und Nami mit weiteren Feinden zu tun, die sich ihnen in den Weg stellen. Da wäre zum einen das Plappermaul Eule, der einen aufgedunsenen Körper besitzt. Zudem sind seine Zähne mit einem Reißverschluss versehen, damit er nicht alles verraten kann, was ihm seine Kollegen anvertrauen – lustigerweise passiert das trotzdem häufig genug. Außerdem neu im Bunde sind Jabura und Kumadori. Bei dem letztgenannten Charakter hat man sich an das japanische Kabuki-Theater orientiert. Obwohl die Feinde gemeinsam Enies Lobby sehr gut verteidigen könnten, hat Spandam noch ein Ass im Ärmel. Sollte es zum Äußersten kommen, kann er einen Buster Call auslösen, welcher gleich zehn Kriegsschiffe auf den Plan rufen kann.

Gestreckte Handlung

One Piece - Box 9 (4)Die 31 Episoden der neunten Serienbox befinden sich auf einem mittelmäßigen Niveau – trotz der eigentlich sehr spannenden Handlung. Das liegt aber vor allem daran, dass einige Folgen unglaublich in die Länge gezogen werden. Nicht ganz unschuldig daran sind die neuen Intros, die für die vorliegenden Episoden genutzt wurden. Sie bieten ein zu langsames Tempo, sodass man sich nicht gleich in eine Folge hineingeworfen fühlt. Die Zusammenfassung am Anfang einer Episode nimmt zudem gefühlt viel zu viel Platz ein; die Ereignisse werden wiederholt so oft wiederholt, dass es auch der letzte One-Piece-Fan verstanden hat. Zudem sind Rückblicke nicht ausgeschlossen. Während Robins Kindheit auf der Insel Ohara absolut erklärt werden muss, sind wir bei den anderen Rückblicken verärgert, denn diese haben nur Ruffys Kindheit oder die ersten Begegnungen der Strohhüte zum Inhalt – und den hat man in der Serie schon mal genau so gesehen! Hier merkt man, dass Tōei Animation die Serie Ende 2006 unbedingt strecken musste. Das merkt man auch an den Spezialfolgen, die in der Parallelwelt Grand Jipang spielen und die Handlung von One Piece nicht beeinflussen. Jipang leitet sich hierbei von Jipangu ab; ein Begriff, der alternativ für Japan benutzt wird beziehungsweise wurde. So hat dies bitteren Nachgeschmack zur Folge, auch wenn diese Staffel genial dramatisch endet.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 264 bis 294 der Serie): Ich liebe One Piece und ich liebe Anime, doch wenn ich es etwas nicht mag, dann sind das Anime, die künstlich in die Länge gezogen werden. Bei einem Anime, der sowieso schon mehrere hundert Folgen auf dem Buckel hat, finde ich das besonders ärgerlich. Die Episoden der neunten Serienbox von One Piece sind nämlich genau das – gefühlt unendlich in die Länge gezogen. Zusammenfassungen nehmen gut und gerne inklusive Intro bis dreißig Prozent einer Folge ein. Wäre das noch zu ertragen, wollen mich die Verantwortlichen auch noch mit Episoden ärgern, in denen nur das gezeigt wird, was ich auch schon in den ersten zweihundert Folgen der Serie erlebt habe. Das darf bitte nicht falsch verstanden werden! Ich finde es gut, wenn einzelne Motive noch einmal deutlich gemacht werden, doch diesen ganze Episoden zu widmen, ist verschenkte Liebesmühe. Dafür habe ich mich sehr darüber gefreut, dass man auch endlich mal etwas aus Robins Kindheit sehen kann. Dieser Charakter war bisher ja recht mysteriös aufgebaut und so finde ich es toll, dass nun auch dieses Geheimnis gelüftet wurde. Hoffen wir mal, dass sich One Piece nach diesen ständigen Wiederholungen fängt und mir mit der zehnten Serienbox Episoden begegnen, die sich mehr an den ersten zweihundert Folgen orientieren. Erinnern tut man sich an diese ja anscheinend sehr gerne – dann auch bitte genau so umsetzen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Piece: Box 9 (Episoden 264-294)!

Prime Time: Super Smash Bros. for Nintendo 3DS / for Wii U (Premium Sound Selection) Unboxing

Bereits im Oktober 2014 konnten Fans von Beat ’em ups Hand anlegen an Super Smash Bros. for Nintendo 3DS. Bis zum letzten Dezember musste man sich dann gedulden, wenn man sich auch auf der großen Mattscheibe in Super Smash Bros. for Wii U die virtuelle Birne einschlagen wollte. Hatte man beide Spiele im Club Nintendo registriert, erhielt man als Dankeschön in den letzten Tagen die Premium Sound Selection auf zwei CDs. Wir haben unsere CD einmal ausgepackt und verraten euch, über welche Tracks sich Besitzer des Soundtracks freuen dürfen.

Review: Zombiber

Zombiber (1)Wer sich fernab der Blockbuster auch für Nischentitel interessiert, wird sicherlich gerne mal durch die Tonträgerabteilung in Kaufhäusern schlendern und kuriose Filme entdecken. Einer dieser Kuriositäten ist sicherlich der Film Zombiber von Regisseur Jordan Rubin.

Zombiber (2)Jenn wurde von ihrem Freund Sam mit einer anderen Frau betrogen, doch da dieser nicht mit ihr Schluss machen möchte, hält er den Kontakt zu Jenn. Daraufhin beschließt Jenns Freundin Mary, sie und ihre gemeinsame Verbindungsschwester Zoe zu einem Wochenende außerhalb der Stadt und in der freien Natur zu verbringen. Die einzige Kommunikation nach außen ist der Festnetzanschluss in der Blockhütte ihres Cousins, was vor allem Zoe und Jenn zusetzt, da diese sich ins finstere Mittelalter, sprich die Zeit vor Instagram und Co, zurückversetzt fühlen. Nach kurzem Hin und Her versuchen die Mädchen ihren Spaß am See zu haben und von der Männerwelt abzuschalten. Die Idylle wärt jedoch nicht lange, denn am Abend tauchen an der Blockhütte nach vier Stunden Fahrtzeit ihre Freunde Tommy und Buck auf, die sogar Sam mit auf den Trip genommen haben. Während Buck sofort über seine Freundin Zoe herfällt, kann auch Tommy seine Finger nicht bei sich behalten und verschwindet daraufhin mit Mary gleich ins Hinterzimmer. Während ihre gemeinsamen Freunde Geschlechtsverkehr ausüben und die Situation für Jenn und Sam nicht noch peinlicher werden kann, ist die Situation zwischen den beiden angespannt. Jenn lässt sich allerdings nicht mehr auf Sam ein und zieht es vor, lieber zu duschen. In der Dusche macht sie eine folgenschwere Entdeckung. Der Horror beginnt!

Nagetier-Horrorfilm

Zombiber (3)Unter Geschrei verlässt Jenn das Badezimmer, um ihre Freunde zu warnen. Die überwältigen den scheinbar tollwütigen Biber mit einem Baseballschläger. Anstatt wieder nach Hause zu fahren, wollen sie das Wochenende dennoch in den Bergen und am See verbringen. Hätten sie lieber auf Jenn gehört, denn während sie im See baden, schrecken sie die restlichen Biber auf, die ebenfalls schon zu kleinen Monstern mutiert sind. Die restliche Geschichte können sich Fans von Horror-Filmen sicherlich denken, doch um die Spannung nicht zu nehmen, wollen wir euch an dieser Stelle nicht zu viel verraten. Wie bei einer guten Zombie-Apokalypse sind die Biber gänzlich mutiert und nagen alles an, was ihnen in die Quere kommt. Das Bein von Buck, der Hund von Zoe, Telefonleitungen und ganz klassisch Bäume und Holz. Ihr habt sehr wohl richtig gelesen! Die Biber sind dermaßen intelligent, dass sie auch die Telefonleitung in der Blockhütte kappen und dasselbe Spiel sogar bei ihren Nachbarn wiederholen. Gemeinsam mit dem Jäger Smyth wollen die jungen Leute aus der Wildnis entkommen, doch kaum haben sie den nächsten Schritt geplant, bemerken sie, dass die Biber ihnen mal wieder voraus sind. Das ist dermaßen hanebüchen, dass es auch schon wieder richtig lustig und unterhaltend ist. Dazu kommt, dass die Zombiber ihre Krankheit an andere Lebewesen weitergeben können.

Gute alte Tugenden

Zombiber (4)Welche abstrusen Gestalten dadurch herauskommen können, solltet ihr am besten selbst im Film erleben. Gut gefällt uns dabei, dass man sich bei der Maske einigermaßen viel Mühe gegeben hat und die optische Präsenz der monströsen Elemente gar nicht so schlecht ist. Die Biber sind übrigens keine miesen Computereffektspielereien, sondern kleine Puppen und Maschinen. Man fühlt sich direkt wieder in die Achtziger Jahre versetzt. Trotzdem könnte das erste Drittel des Films für den einen oder anderen Zuschauer anstrengend sein. In achtzig Prozent aller Dialoge geht es nur um Geschlechtsverkehr. Das nimmt in den anderen beiden Filmdritteln zwar nicht ab, fällt dann aber nach der Eingewöhnungszeit gar nicht mehr auf. Einen Oscar für die schauspielerische Leistung bekommt keiner der Darsteller. Die meisten Schauspieler tun ihr Bestes, doch überzeugen kann eigentlich nur Cortney Palm in der Rolle von Zoe. Von Anfang bis Ende macht Zoe so einiges durch; ihre Entwicklung ist allerdings glaubhaft und jederzeit nachvollziehbar. Sowohl in der guten deutschen Synchronisation, als auch in der englischen Originalfassung, kann der Film in 1080p und im 16:9-Format (1,85:1) mit einem guten Bild punkten. Nur gelegentlich stören ein paar wenige Unschärfe-Effekte. Wer sich tatsächlich auf Zombiber einlässt, weiß 78 Minuten lang genau, was er da bekommt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Als ich zum ersten Mal von Zombiber gehört habe, war mir schon klar, dass hier kein Top-Hit der Filmwelt auf mich warten würde. Bei solch einem Filmtitel weiß man schließlich schon vorher, was man bekommt. Aufgrund dieser Tatsache war mir bewusst, auf was ich mich hier einlasse und kann deswegen nicht vom Film enttäuscht sein. Sicherlich sind die Dialoge platt und mit fortschreitender Laufzeit werden die Situationen immer abstruser. Die Biber beißen sich langsam durch das Holz, die Blockhütte fängt durch einen Kurzschluss (natürlich erzeugt von einem Biber) Feuer und in Anbetracht der wenigen Optionen, die den Charakteren bleiben, wollen diese lieber noch ein weiteres Mal miteinander schlafen, als sich zu retten. Solche und andere Momente sind aber prägnant für Zombiber und machen den Film deswegen zu einem Genuss für Fans des guten Trash-Fans. Bis zu einem bestimmten Grad nimmt sich Zombiber ernst, doch irgendwann fällt die mutige Fassade des Drehbuchautors und der wahre Schrecken ist im Grunde nur für die besten Lachanfälle zuständig, die ich seit langem bei einem Horror-Film hatte. Man muss dem Film eine Chance geben, doch wenn ihr ihn euch tatsächlich anschauen wollt, trommelt lieber noch schnell eure besten Freunde zusammen und genießt einen unvergesslichen Abend!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Zombiber!

Review: Toukiden Kiwami

Toukiden Kiwami (1)Mit dem Monster-Hunter-Franchise hat Capcom eine Videospielserie geschaffen, welche vor allem im Land der aufgehenden Sonne sich vieler Fans erfreut. Trotzdem ist die Reihe alles andere als zugänglich. Toukiden Kiwami schafft es, dieses Manko gekonnt zu umgehen.

Toukiden Kiwami (2)Zu Beginn des Spiels erstellen wir in einem leicht verständlichen Editor unseren Charakter, der fortan sein Dasein als Dämonenjäger im Dorf Utakata fristen darf. Hier schließen wir uns den örtlichen Dämonenjägern an, mit denen wir gemeinsam außerhalb des Dorfes die bösen Oni vertreiben. In der japanischen Mythologie tauchen Oni seit Jahrhunderten auf und werden übersetzt oft als Dämonen, Teufel oder Oger übersetzt. Dämonen passt unserer Meinung bei der Darstellung von Oni in Toukiden Kiwami allerdings am besten. Utakata ist zwar mit einer magischen Barriere umgeben, welche die Oni nicht durchdringen können, doch planen unsere Feinde die Menschheit zu vernichten. Ergo müssen wir verhindern, dass die Oni die Barriere durchbrechen. Je mehr Missionen wir für den Schutz Utakatas absolvieren, desto eher machen Gerüchte die Runde, dass die Oni ebenso daran arbeiten, eine uralte Macht zu erwecken, die vor acht Jahren bereits von den Dämonenjägern abgewehrt wurde. Diese zeitliche Differenz ist im Verlauf der Handlung sehr wichtig, da wir öfters mit den Dorfbewohnern und vor allem sehr häufig mit unseren Mitstreitern Gespräche zwischen den Missionen führen, in denen wir erfahren, wie sie persönlich von der Geschichte betroffen sind. Die Story ist zwar spannend, wird aber durch das Aufleben des Heldenkomplex bei sämtlichen Gruppenmitglieder gestört.

Pure Waffengewalt

Toukiden Kiwami (3)Nach einer Mission heißt vor einer Mission. Das bedeutet, dass wir uns in Utakata nicht auf die faule Haut legen dürfen. In den Missionen erbeuten wir von vernichteten Oni Materialien oder finden diese blinkend am Wegesrand. Haben wir bestimmte Objekte in einer gewissen Anzahl gesammelt, können wir diese beim Schmied einschmelzen und daraus neue Waffen und Rüstungsteile formen. Man kann zwar lange Vertrauen in seine alte Rüstung setzen, doch besonders die Waffen sollte man sobald wie nur möglich verbessern, denn einige Kämpfe in Toukiden Kiwami ziehen sich mit veralteten Schwertern oder Gewehren ohne ausreichend Schusskraft zu sehr in die Länge. Wer gut vorbereitet in die Schlacht zieht, wird selten auf nennenswerte Probleme stoßen. Durch das breitgefächerte Waffensortiment kann man zudem mit oder ohne Experimentieren schnell einen Spielstil verinnerlichen, mit dem man den Rest des Spiels verbringen möchte. Neben Schwertern und Gewehren, gibt es beispielsweise auch Lanzen oder stählerne Handschuhe. Außerdem ist man selten alleine unterwegs. In der Regel unterstützen uns bei der Suche nach bestimmten Oni unsere virtuellen Freunde, die ordentlich austeilen und verschiedene Spezialfähigkeiten haben. Besonders bei den Bosskämpfen ist ein gutes Team hilfreich, denn mit der Zeit treten uns immer stärkere Oni im Kampf gegenüber.

Leben nach dem Tod

Toukiden Kiwami (4)Neben Missionen dürfen wir ebenfalls Quests erfüllen, von denen wir maximal fünf Stück auf einmal aktivieren können. Allerdings ist das Quest-System von Koei Tecmo fehlerhaft. Wenn wir zum Beispiel eine bestimmte Anzahl eines Oni-Typs ins Nirwana schicken sollen, müssen wir den Quest unbedingt aktivieren. Sonst werden die Tode nicht gezählt. Sollen wir aber nur eine gewisse Anzahl Objekte wie Lotusblüten sammeln, ist es unsinnig, einen sehr wertvollen Platz in der Quest-Liste dafür zu vergeuden. Selbst wenn wir fünf Quests aktiviert haben, so können wir einen sechsten Quest trotzdem annehmen und abschließen, wenn wir die Items in unserem Beutel bereits verstaut haben. Sowohl für Missionen als auch für Quests erhalten wir Haku, die Währung des Spiels. Diese geben wir beim Schmied, beim eher unwichtigen Item-Händler oder bei einer Geistlichen aus. Bei dieser verbessern wir unsere gefundenen Mitama, Seelen von göttlichen Wesen, Geistern oder gestorbenen Menschen. Hier nutzt Koei Tecmo wieder sämtliches Wissen aus ihren Historienspielen wie Samurai Warriors 4, denn vor allem Personen der japanischen Geschichte wie die erste Königin Japans Himiko oder Reichseiniger Tokugawa Ieyasu und Oda Nobunaga werden in den Mitama verewigt. Die Mitama lassen sich in den Waffensockeln einfügen. Je mächtiger sie sind, desto mehr Fähigkeiten haben wir.

Kampf der Giganten

Toukiden Kiwami (5)Man kann nicht leugnen, dass sich Toukiden Kiwami sehr an Capcoms Monster-Hunter-Serie orientiert. Allerdings verschlimmbessern die Entwickler von Koei Tecmo das Vorbild. Bisher hat es uns sehr gestört, dass man sehr viel Zeit in ein Spiel stecken musste, um es ansatzweise zu beherrschen. Selbst nachdem die Grundlagen in Monster Hunter 3: Ultimate erlernt waren, war es schwierig, sich in der prähistorischen Welt zurecht zu finden. In Toukiden Kiwami ist die Spielwelt wesentlich moderner und nachdem wir hier die Grundkenntnisse erlangt haben, können wir problemlos ins Geschehen eintauchen. Bereits nach ein bis zwei Stunden können wir schon große Erfolge feiern. In einem Teil der Monster-Hunter-Reihe säßen wir hier noch daran, eine angemessene Ausrüstung für die Monsterjagd zusammen zu stellen. Dafür bietet Toukiden Kiwami den ganzen Simulationsansatz nicht, der Capcoms Werk einzigartig macht. Toukiden Kiwami fühlt sich eher wie Phantasy Star Online: Episode I & II an. Anstatt überall langatmige Animationen abzuspielen, wird hier ein Item einfach vom Boden aufgehoben. So müssen wir auch nicht ständig irgendwelche Tränke benutzen, um unsere Ausdaueranzeige im grünen Bereich zu halten und unsere Waffen werden auch nicht stumpf. Es ist alles sehr viel klarer definiert und formuliert. Die Bedienung wird gestärkt, die Atmosphäre abgeschwächt.

Gemeinsame Oni-Jagd

Toukiden Kiwami (6)Wer sämtliche Herausforderungen des Einzelspielermodus bestehen will, wird sicherlich bis zu vierzig oder fünfzig Stunden beschäftigt sein. Dass dieser jedoch alleine ganz schnell öde wird, weiß man spätestens nach den ersten fünf Kapiteln. Also verbinden wir die PlayStation 4 mit dem Internet und gehen mit unseren Freunden auf die Oni los. Koei Tecmo vergisst hier die Spieler, die lieber offline gemeinsam vor dem Fernseher die riesigen Oni zu Fall bringen wollen. Unverständlich, denn bei Hyrule Warriors und Konsorten klappt das doch auch ohne Probleme. Trotzdem macht der Titel online sicher genauso viel Spaß. Mit echten Menschen ist der Erfolg noch viel süßer, als es mit den intelligenten virtuellen Mitstreitern der Fall ist. So bietet Toukiden Kiwami noch eine deutlich längere Spielzeit, wenn man denn Willens ist, sich so lange mit dem Titel zu beschäftigen. Man muss sich nämlich im Klaren darüber sein, dass Toukiden Kiwami das Rad nicht neu erfindet und wie ein Monster-Hunter-Ableger sehr schnell sehr repetitiv wird. Wer monatelang nicht spielt, wird sich in Toukiden Kiwami dank der übersichtlichen Gestaltung aber schneller wieder einfinden können. Optisch merkt man dem Titel an, dass er zunächst für die PlayStation Vita entwickelt worden ist. Trotzdem sieht die PlayStation-4-Fassung alles andere als schlecht aus und touchiert so keine Defizite weg.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Grundsätzlich mag ich das Konzept von Capcoms Monster-Hunter-Reihe sehr, doch hat es Capcom bisher versäumt, sämtlichen Ablegern eine vernünftige Einleitung zu spendieren. Fast alles muss ich mir dort selbstständig beibringen; Erklärungen sind Mangelware. Da bin ich froh, dass Koei Tecmo einen Klon ins Rennen schickt, der für mich alles gleich viel besser macht. Man zeigt mir an jeder Stelle des Spiels meine Möglichkeiten auf. Ich muss nicht stundenlang durch die Gegend laufen, um die Schwachstellen von Gegnern herauszufinden. Außerdem sagt man mir klipp und klar, welche Ausrüstung ich mir zusammenstellen kann und erfahre auch relativ schnell, was ich dafür tun muss. Ich kann Monster-Hunter-Fans verstehen, die lieber alles selbst herausfinden wollen und vor allem den zeitintensiven Simulationsansatz mögen, doch für die Spieler, die zu wenig Geduld oder einfach nicht die Zeit haben, sich fünfzig Stunden in ein eigentlich tolles Spiel einzuarbeiten, bis es richtig losgeht, ist Toukiden Kiwami eine sehr gute Alternative. Allerdings muss ich sagen, dass ich mir persönlich noch mehr erhofft hatte. Obwohl ich die ersten Stunden wirklich genossen habe, lässt nach 25 Stunden Spielzeit die Konzentration oder eher gesagt der Wille nach, mich weiterhin mit dem Spiel zu beschäftigen. Auch hier sind die Aufgaben zu repetitiv und selbst der Kampf gegen die Oni gegen abwechslungsreicher sein. Beispielsweise wird die Umgebung der Spielwelt nicht mit einbezogen. Die optimale Lösung, das Spielprinzip zu perfektionieren, bietet demnach weder die Monster-Hunter- oder die Toukiden-Reihe. Ich hoffe jedoch sehr, dass Koei Tecmo weiterhin am Franchise arbeiten wird und mit dem nächsten Serienteil deutlich mehr Abwechslung ins Spiel bringt.

Vielen Dank an Deep Silver für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Toukiden Kiwami!

Review: The Devil is a Part-Timer! (Vol. 3)

The Devil is a Part-Timer! (Vol. 3) (1)Nach den turbulenten Ereignissen der ersten beiden Volumes kehrt langsam wieder Ruhe in der Nachbarschaft ein. Satan Jakobu und sein treuer Diener Arushieru können sich also erst einmal wieder entspannen, doch langsam, aber sicher, beginnt die Fassade wieder zu bröckeln.

The Devil is a Part-Timer! (Vol. 3) (2)Nach wie vor lebt Satan Jakobu unter dem Decknamen Maō Sadao mit seinem Diener in einer kleinen Wohnung mitten in der japanischen Metropole Tōkyō. Damit die beiden überhaupt in der modernen Welt überleben können, arbeitet Maō immer noch in einer MgRonald-Filiale in der Innenstadt. Zu Beginn der vier enthaltenen Episoden wird er gleich zum stellvertretenden Filialleiter ernannt. Zwar hat er nun eine größere Weisungsbefugnis, doch mit neuen Rechten kommen zugleich neue Pflichten auf ihn zu. Besonders ärgerlich dürfte es sein, dass genau in diesem Moment auf der gegenüberliegenden Straßenseite die Konkurrenzkette Sentucky Fried Chicken ein Geschäft eröffnet hat. Die Kundschaft wendet sich prompt von MgRonald ab und Sentucky Fried Chicken verdient ein Vermögen mit ihren leckeren Hähnchen. Zusammen mit seinen Kollegen, wozu sich auch Sasaki Chiho zählt, die sich unsterblich in den Fürsten der Dämonen verliebt hat, müssen sie sich eine Taktik überlegen, um die einst treue Kundschaft zurück zu gewinnen. Ob und mit welchen Mitteln ihnen das gelingt, möchten wir an dieser Stelle nicht verraten. Immerhin erhalten wir durch das anstehende Tanabata-Fest einen guten Einblick in die japanische Tradition. Japanische Tradition ist ein gutes Stichwort, denn unter Maōs Wohnung zieht ihre neue und traditionsbewusste Nachbarin Kamazuki Suzuno ein.

Probleme des Großstadtlebens

The Devil is a Part-Timer! (Vol. 3) (3)Die Charaktere lernen sich untereinander kennen, schließen neue Freundschaften und bilden dadurch Sphären, innerhalb welcher sie schließlich agieren. Dadurch kommen reichlich neue Geheimnisse ans Tageslicht und Verwechslungen sind ebenfalls an der Tagesordnung. Dazu kommen die typischen Probleme des Lebens mit und unter Freunden. Arushieru leidet unter heftigen Magenschmerzen, was sein Mitbewohner Hanzo Urushihara, sofort ausgenutzt wird. Da dieser das Haus nicht verlassen darf, surft er den ganzen Tag lang im Internet und hat so relativ schnell den großen Online-Versandhandel Jungle entdeckt. Hier bestellt er Tag ein, Tag aus die unnützesten Dinge und reduziert somit die Haushaltskasse von Arushieru und Maō. Dieser wiederum versteht die eindeutigen Anspielungen seitens Sasaki nicht, wenn diese bei einer Bestellung in der Filiale im Fushima-Park nur leicht bekleidet im Bikini mit ihren prallen Brüsten, vor ihm steht (obwohl sie ihm ihre Liebe schon gestanden hat). The Devil is a Part-Timer! verliert auch in der dritten und somit vorletzten Volume nicht an Humor, doch stagniert dafür die Handlung sehr. Es werden zwar immer mal wieder wichtige Fakten in die Geschichte eingewoben, doch sind diese rar gesät. Man weiß nicht, woraufhin die Serie aufbauen möchte. Drei Folgen bleibt dem Anime noch Zeit, zum Ende zu kommen.

Moderne Veröffentlichung

The Devil is a Part-Timer! (Vol. 3) (4)Im Gegensatz zu den anderen drei der insgesamt vier Volumes, verfügt The Devil is a Part-Timer! (Vol. 3) gleich über vier Episoden und bietet somit eine Gesamtlaufzeit von circa zwei Stunden, wenn das recht spärliche Bonusmaterial mit einberechnet wird. Dieses besteht aus Karaoke-Versionen von Intro und Outro, sowie Trailern zu anderen Titeln von Anime House. In physischer Form wird das Bonusmaterial abermals von einem kleinen Booklet ergänzt. In diesem befinden sich zum einen Hintergrundinformationen über die einzelnen Episoden. Die Infohäppchen sind quasi wie eine Speisekarte formuliert. Des Weiteren werden die wichtigen Charaktere mit ihren Eigenheiten aufgelistet und ein wenig charakterisiert. Dazu gesellen sich Informationen zu dem Filmgenre Jidaigeki (da es in einer Episode angesprochen wird) und zu Udon; inklusive einer kurzen Anleitung, wie ihr beim Kochen von Zaru Udon vorgehen müsst. Der obligatorische Bierdeckel darf auch bei der dritten Volume nicht fehlen. Am technischen Gerüst hat sich bei The Devil is a Part-Timer! nichts geändert. Das Bild strahlt nach wie vor in 1080p auf dem Fernsehbildschirm und bietet damit ein sehr scharfes Erlebnis, welches mit schönen (dieses Mal aber zu selten genutzten) Effekten ergänzt wird. Das Tonformat bleibt bei DTS-HD Master Audio 2.0. Die japanische Synchronisation ist abermals herausragend.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die erste Hälfte von The Devil is Part-Timer! hat mir sehr gut gefallen. Zumindest in Bezug auf den tollen Humor. Die Handlung ist nämlich schon etwas abgedreht und verliert in meinen Augen in den vorliegenden Episoden recht schnell den Pfaden. So kann ich zwar bei vielen lustigen Stellen und sehr komischen Situationen mehr als nur einmal lachen, doch wenn die Erzählung darunter leidet, stufe ich das nicht sonderlich qualitativ ein. Drei Episoden bleiben dem Anime noch übrig, um zu einem befriedigenden Ende zu gelangen. Ich hoffe sehr, dass The Devil is Part-Timer! in den letzten Folgen noch die Kurve bekommt und mich zufriedenstellen wird. Nach den ersten sechs tollen Folgen bin ich nach der zehnten Episoden nämlich doch etwas schockiert, wie schnell ein Anime mit nur wenigen Folgen an Qualität einbüßen kann.

Vielen Dank an Anime House für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Devil is a Part-Timer! (Vol. 3)!

Review: The Protector

The Protector (1)In den Achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts versucht Jackie Chan im US-amerikanischen Filmmarkt Fuß zu fassen. Nachdem dieses Unterfangen 1980 mit Die große Keilerei bereits fehlschlug, versuchte er es in Zusammenarbeit mit Regisseur James Glickenhaus 1985 erneut.

The Protector (2)Die Handlung von The Protector ist zu Beginn in New York City angesiedelt. In einer Nacht wird dort im Stadtteil Bronx ein Lastwagen mit einer Ladung Computerteile überfallen. Die beiden Polizisten Billy Wong und Michael Alexander kommen leider zu spät am Tatort an. Während der Fall für sie abgehakt ist, versuchen sie sich nach der langen Nacht und nach dem Dienst mit Alkohol in einer Bar zu betäuben. Kaum haben sie sich gesetzt, wird die Bar von einer Gruppe Kleinkrimineller überfallen. Bei diesem Vorfall wird Wongs Kollege Alexander tödlich verwundet. Dem Schützen gelingt es vom Ort des Geschehens zu fliehen, woraufhin Wong sofort die Verfolgung aufnimmt. Es folgt eine Jagd durch die Straßen von New York City, welche für den Todesschützen im East River tödlich endet. Daraufhin wird Wong vom Polizeichef zum Personenschutz versetzt. Während einer Modenschau wird Laura Shapiro von unbekannten Tätern entführt. Es stellt sich jedoch schnell heraus, dass hinter dem Vorfall der Drogenbaron Harold Ko steckt. Gemeinsam mit seinem neuen Partner Danny Garoni will Wong den Fall aufklären. Ihre Reise führt sie aus den Vereinigten Staaten von Amerika nach Hongkong (damals noch im Kolonialbesitz der britischen Krone). Dort erhalten sie weitere Instruktionen, wie sie vorzugehen haben. Ihre erste Anlaufstelle ist hier ein Massage-Salon.

Von New York City nach Hongkong

The Protector (3)Langsam decken die New Yorker Polizisten Wong und Garoni die Verschwörung auf. Ihr Ziel ist nicht nur die Entführung von Shapiro aufzuklären, sondern auch das Drogenkartell von Ko zu sprengen. Da sich in Hongkong Gerüchte schnell verbreiten, hat dieser schon längst vom Auftrag der beiden Polizisten erfahren. Um den Rückschlag aufzuholen, müssen sie sich mit ihren Kontaktmann im Hafen der Stadt auseinandersetzen. So und nicht anderes gelangen sie immer weiter an Informationen. Das Bild setzt sich langsam zusammen, doch die Gefahren nehmen nicht ab. So versuchen Kos Leute mehrmals, Wong und Garoni zu töten. Auch eine Bestechung wird unternommen. Wie sich die restliche Handlung entwickelt, kann man sich grundsätzlich denken, da diese sich kaum überraschend entwickelt. Trotzdem ist es spannend, die Aufklärung beider Fälle mitzuerleben. Man fiebert regelrecht mit Wong und Garoni mit, wie sie sich in der Hongkonger Unterwelt herumschlagen. The Protector legt den eigentlichen Schwerpunkt aber klar auf die Action. Dadurch, dass mit Jackie Chan und Danny Aiello zwei Schauspieler unterschiedlicher Nationalitäten mitwirken, fällt diese zudem variantenreich aus. Chan setzt auf sein Können als Martial-Arts-Künstler und Aiello lässt seine Fäuste sprechen. Zudem macht er gelegentlich Gebrauch von seiner Maschinenpistole, um Dampf abzulassen.

Uneinigkeiten

The Protector (4)Obwohl Glickenhaus’ The Protector finanziell kein Erfolg wurde, schaffte er es, eine wirklich gute Symbiose zwischen ostasiatischer Kampfkunst und brachialer Waffengewalt zu schaffen. Trotzdem ist der Film sehr US-amerikanisch inszeniert. Man merkt ständig, dass Hollywood seine Hände im Spiel hat. Die Handlung des Films ist so ernst wie sein Humor. Zwar müssen wir manchmal bei bestimmten Dialogen schmunzeln, doch in Gelächter brechen wir niemals aus. Die Synchronsprecher verrichten ihre Arbeit dennoch sehr, sehr gut. Zudem hat man für die wichtigsten Charaktere auf bekannte Sprecher zurückgegriffen. Hans-Georg Panczak, den die meisten von euch sicherlich als Stimme von Mark Hamill aus der alten Star-Wars-Trilogie kennen, leiht beispielsweise Chan seine Stimme. Das Bild liegt im 16:9-Format vor und sieht verhältnismäßig gut aus. Zumindest in der westlichen Fassung. Auf der Blu-ray Disc liegt im Bonusbereich nämlich auch noch der Jackie-Chan-Cut in einem HD-Upscale vor. Chan und Glickenhaus hatten sich beim Dreh aufgrund verschiedener Entscheidungen des Regisseurs dermaßen verkracht, dass sich Chan genötigt fühlte, den Film eigens erneut zu schneiden. Diese Version richtet sich mehr ans Hongkong-Kino-Publikum. Es lohnt sich also auch diese Fassung zu anzusehen, da hier weitere Handlungsstränge (alternativ) eingewoben worden sind.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): In der ganz ursprünglichen Glickenhaus-Version richtet sich der Film trotz gekonnter Verbindung von ostasiatischer Kampfkunst und brachialer Action-Gewalt vor allem an Fans der US-amerikanischen Action-Kinos. Das muss nichts schlechtes sein, denn in den Achtziger Jahren befand sich die Action bei den meisten Filmen auf einem noch sehr humanen Niveau. The Protector unterhält etwas mehr als neunzig Minuten wirklich gut. Man merkt jedoch, dass einige Szenen einfach nicht auf Hauptdarsteller Chan zugeschnitten sind. Beispielsweise kommt es zu ein paar Szenen im Massage-Salon, in denen viel nackte Haut bei Frauen gezeigt und sexuelle Handlungen angedeutet werden. Auch einige Action-Szenen, bei denen US-typisch herumgeballert wird, waren Chan ein Dorn im Auge. Daher sollten sich Fans des Hongkong-Kinos unbedingt auch die Chan-Schnittfassung ansehen. Hier werden die angesprochenen Szenen wegrationalisiert und teilweise durch neue Handlungsstränge ersetzt. Chan hat zurück in Hongkong nämlich gänzlich neue Szenen mit zum Teil neuen Darstellern gedreht, um das Erlebnis intensiver zu gestalten. Gelungen ist ihm das auf jeden Fall. Mir gefällt diese Fassung persönlich besser – auch wenn ich es mehr als nur schade finde, dass dadurch Danny Aiellos Figur Garoni unterpräsent erscheint und der Film stellenweise so wirkt, dass nur Chan die Hauptrolle einnehme. Egal welche Version ich mir auch anschaue: Sie haben ihre Vor- und Nachteile, unterhaltsam sind sie aber beide.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Protector!

Review: Hamatora: The Animation (Vol. 1)

Hamatora - The Animation (Vol. 1) (1)Wer in Hamatora: The Animation ein- und durchsteigen will, sollte sich zuvor mindestens den ersten Band der Manga-Reihe durchgelesen haben. Es wird viel Fachwissen vorausgesetzt, welches im Anime nicht sonderlich tiefgehend erklärt wird. Eigentlich kein sehr guter Start!

Hamatora - The Animation (Vol. 1) (2)Während Hamatora: The Comic im Jahr 2013 beginnt, ist Hamatora: The Animation bereits im Jahr 2014 angesiedelt. Entsprechend schwierig wird es für Neulinge, die Charaktere richtig einzuordnen. Außerdem weiß man als Nichtkenner des Franchises nicht, was innerhalb dieses einen Jahres passiert ist. Trotz anfänglicher Verwirrungen ist die Ausgangslage jedoch fast dieselbe. Naisu leitet in der japanischen Stadt Yokohama die Detektei Hamatora. Allerdings kann er sich kein eigenes Büro leisten. So und nicht anders kam es dazu, dass er sich in einem Café eingenistet hat. Der Begriff Büro ist für die Detektei allerdings übertrieben, denn ein einzelner Tisch kann wohl nur schlecht das Büro einer engagierten Detektei darstellen. Gemeinsam mit seinen beiden Kollegen Murasaki und Hajime löst er in Yokohama einen Fall nach dem anderen. In ihrem ersten Fall sollen sie einen Tresor bewachen, dessen Inhalt für die Bösewichte in der ersten Episode anscheinend von Bedeutung sind. Es kommt dazu, dass der Tresor geöffnet werden muss, doch welche Entdeckung sie machen, solltet ihr am besten mit eigenen Augen erleben. Der zweite Fall dreht sich hingegen ums Mobbing und in der dritten Folge auf der Blu-ray Disc wird der wohl wichtigste Hintergrund von Hamatora: The Comic beziehungsweise Hamatora: The Animation ins Rampenlicht gerückt. Es geht ums Minimum.

Minimum

Hamatora - The Animation (Vol. 1) (3)Mit Minimum ist hier eine spezielle Fähigkeit gemeint, welche die verschiedenen Charaktere in Hamatora: The Animation auszeichnen. Selbst die Protagonisten Naisu und Murasaki sind mit solchen Fähigkeiten ausgestattet, welche sie an der Facultas-Akademie erlangt haben. So ist es der Detektei auch möglich, gegen gefährliche Gegner, sogenannte Minimum Holders, anzutreten. Darauf läuft es wie im Manga nämlich auch im Anime hinaus. Die Action wirkt stellenweise zwar übertrieben, doch liegt der Fokus sowieso auf der Aufklärung und den Dialogen. Diese sind recht humorvoll geschrieben, doch auf Seiten der Bösewichte können diese eine ungeheure Tiefe erlangen. So oder so: Obwohl einige Fakten mit der Zeit leicht geklärt werden, bietet der Anime keinesfalls die Einleitung, welche wir im Manga erfahren. In den meisten Fällen würden wir dann direkt vom Kauf des Anime abraten, doch wer sich die erste Volume des Animes in der limitierten Erstauflage zulegen will, erhält den ersten Band kostenlos obendrauf. Das ist ein feiner Zug seitens Kazé Anime und gefällt uns sehr gut. Falls ihr allerdings noch ein wenig zu den enthaltenen Episoden oder den Charakteren erfahren wollt, dürft ihr euch über ein kleines Booklet freuen, welches ebenfalls der ersten Volume beiliegt – ebenso wie zwei Karteikarten zu je einem Protagonist. Digitales Bonusmaterial fehlt.

Maximum

Hamatora - The Animation (Vol. 1) (4)Auf der technischen Seite verfügt Hamatora: The Animation optisch über ein wunderschönes Bild in der Full-HD-Auflösung. Sämtliche Konturen fallen scharf aus. Hintergründe wirken so, als ob man sie direkt von der Realität übernommen und mit reichlich Farbe aufgepuscht hätte. Vor allem in Innenräumen hat man das Gefühl, dass die Texturen photorealistisch ausfallen. Unterlegt werden sämtliche Szenen mit einer gelungenen Hintergrundmusik. Kämpfe werden mit bedrohlichen Klängen unterlegt und in den lustigen Momenten erklingen fröhliche Melodien. Hamatora: The Animation liegt auf der Blu-ray Disc sowohl in der herausragenden japanischen Synchronisation vor, als auch in einer guten deutschen Übersetzung. Hier wartet beispielsweise die Stimme von Matti Klemm auf euch, während in der japanischen Fassung Ōsaka Ryōta dem Charakter Naisu seine Stimme leiht, der beispielsweise auch schon für den Charakter Nanashi in Akiba’s Trip: Undead & Undressed verantwortlich war. Die deutsche Fassung kann ohne deutsche Untertitel angeschaut werden, doch wer die japanische Fassung genießen möchte, muss mal wieder Untertitel zwangsweise in Kauf nehmen. Im Jahr 2015 ist das antiquiert und muss wirklich nicht mehr sein. Trotzdem ist der überwiegende technische Aspekt grundlegend herausragend gelungen und verbessert das Gesamterlebnis erheblich.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Der Anime Hamatora: The Animation ist eine nette Ergänzung zum Manga, doch als eigenständige Produktion kann der Titel einfach nicht funktionieren. Grundlegende Fakten werden so gut wie gar nicht erklärt und wenn man eine Sekunde lang nicht aufpasst, kann man mitunter schon den Anschluss verpassen. Warum man sich nicht einfach am Manga orientiert hat, ist mir ein Rätsel. Ich finde es gut, dass die Fälle wohl eigenständig aufgebaut sind, doch es fehlt einfach eine Einleitung für jeden, der den Manga noch nicht gelesen hat und vielleicht auch nicht lesen will. Da hilft es Kazé Anime in meinen Augen nur wenig, den Manga in der Limited Edition der ersten Volume kostenlos beizulegen. Das ist wirklich ein netter Zug und wer sowieso beide Medien konsumieren will, wird sich sicherlich sehr darüber freuen, doch am undurchsichtigen Anime ändert sich daran nichts. Ich hoffe sehr, dass sich die Handlung mit den nächsten Volumes schnell einpendeln wird und zumindest über einzelne Fragmente Charaktere und Handlung deutlich besser erklärt beziehungsweise charakteririsiert werden.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Hamatora: The Animation (Vol. 1)!

Review: Mythica – Weg der Gefährten

Mythica - Weg der Gefährten (1)Mythica – Weg der Gefährten ist ein Fantasy-Film aus dem Jahr 2015 von Regisseurin Anne K. Black. Er dreht sich um den Werdegang einer jungen Frau, die vom Stand einer Sklavin zu dem einer Heldin aufsteigt. Gepaart wird die Handlung mit vielen fantasievollen Elementen.

Mythica - Weg der Gefährten (2)Der Orden der Kleriker, in welchem die Priesterin Teela dient, wird von einer Horde Orks mit einem Oger im Schlepptau überfallen. Die Geistlichen haben gegen die Übermacht der Orks keine Chance. Entweder werden sie auf der Stelle exekutiert oder von den feindlichen Wesen entführt. Während des Kampfes wird Teela vom Obersten des Ordens auserkoren, einen wohl magischen Stein in ein entferntes Kloster zu bringen. Teela gelingt es, aus dem Getümmel zu fliehen, doch anstatt sich zum Kloster aufzumachen, schlägt sie einen anderen Weg ein. In der nächsten Stadt hingegen lebt die junge Sklavin Marek, die sich mit ihrer Rolle allerdings nicht so ganz abfinden möchte. Hinter dem Rücken ihres Besitzers experimentiert sie mit Pulvern und Kräutern; sie erlernt die Kunst der Alchemie. Von Gojun Pye, einem Magier, der sich in der Stadt niedergelassen hat, wird sie motiviert, ihr wahres Potenzial zu erkennen. Von ihren Emotionen überwältigt versucht sie aus der Stadt zu fliehen, doch wird sie von einer Gruppe Gauner überfallen. Zum Glück ist der Stadtsoldat Thane in der Nähe, der trotz Trunkenheit noch immer kämpfen kann und Marek so zur Flucht verhilft. Als sie die Stadt verlassen will, trifft sie auf einem Heuwagen den Schurken Dagen, der sie allerdings beraubt. Kurz darauf werden Marek und Dagen von Stadtsoldaten eingefangen und direkt wieder getrennt.

Vier Helden müsst ihr sein

Mythica - Weg der Gefährten (3)Mareks Besitzer ist erzürnt über ihre Flucht und als sie ihm sein Geld nicht aushändigen kann, will er sie schlagen und sich ihr entledigen, damit sie ihr Dasein in Zukunft im Freudenhaus der Stadt verbringen darf. Durch diese Tat wird Mareks volles magisches Potenzial entfacht. Sie entlädt einen dunklen Zauberspruch auf ihren Besitzer. Nach dessen Tod wird sie von den Stadtbewohnern als Mörderin angeklagt, doch schafft sie es gerade rechtzeitig in die nächste Stadt und ins dortige Wirtshaus. Dort trifft sie auf die Priesterin Teela, die nach Gefährten für die Rettung ihres Ordens sucht. Die Belohnung von zweihundert Silberstücken scheint jedoch zu wenig für die Helden zu sein, die sich dort Tag ein, Tag aus betrinken. Marek, die gerade ihr magisches Talent entdeckt hat, ist da allerdings anderer Ansicht und bittet der Priesterin ihre Hilfe an. Sofern Marek noch zwei Gefährten auftreiben kann, darf sie sie auch begleiten. Da fallen ihr direkt zwei alte Bekannte ein. Der desertierte Thane wird mittlerweile von zwei Stadtsoldaten außerhalb der Stadtmauern in einem Gefängnis gefangen gehalten und Dagen fühlt sich in der Freiheit wieder heimisch und durchkämmt ein Schlafzimmer nach dem nächsten, um die holde Weiblichkeit zu beglücken. Marek gelingt es, eine Gruppe zu bilden. Zu viert machen sie sich auf, um den Orden zu retten und so Teelas Schwester zu befreien.

Zwischen zwei Vorbildern

Mythica - Weg der Gefährten (4)Die Story ist für einen Film nicht sonderlich originell. Daraus macht auch der Text auf der Verpackungsrückseite keinen Hehl. Man hat sich bewusst an Pen-and-Paper-Rollenspielen wie Das Schwarze Auge oder Dungeons and Dragons orientiert. Andererseits möchte man hier auch an große Vorbilder wie Der Herr der Ringe oder Game of Thrones anknüpfen. Das ist pures Wunschdenken, denn während in den beiden Fantasy-Epen großartige Schauspieler mitwirken, sind es in Mythica – Weg der Gefährten eher Kandidaten, die im besten Falle auf dem Weg dorthin sind. In Melanie Stone und Nicola Posener schlummert unserer Meinung nach Potenzial, zumal Posener bereits in Paladin: Der Drachentöter überzeugen konnte. In einer kurzen Nebenrolle tritt sogar Kevin Sorbo als Gojun Pye in Erscheinung. Retten kann er die Schauspielerriege mit Sätzen, die in zwei Minuten abgehandelt sind, allerdings nicht. Die Story scheint in der ersten Filmhälfte tatsächlich an Tiefgang zu gewinnen, doch zum Ende hin fällt sie fast stufenlos auf ein Minimum. Vor allem der Kampf gegen den bösen Oger leidet darunter, da dieser mit einfachen Kamera-Einstellungen schwach ausfällt. Das Ende bleibt zudem halbwegs offen. Der Auftrag ist dann zwar irgendwie erfüllt, doch wie es mit den Abenteurern weitergeht, erfahren wir dann auch noch in zwei weiteren Filmen. Na toll!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Wenn man sich eine Szene von Mythica – Weg der Gefährten ansieht, dann weiß man auch schon, wie der ganze Rest des Films ausfällt. Das Werk von Regisseurin Anne K. Black ist definitiv nicht schlecht, doch hat man jederzeit das Gefühl, dass sich Black viel zu sehr an großen Vorlagen bedient und einzelne Elemente zusammenklatscht. An manchen Stellen wirkt das einfach nur aufgesetzt und an anderen wiederum unweigerlich komisch. Trotzdem merkt man dem Film jederzeit, dass man sich wirklich Mühe gegeben hat, auch wenn die Qualität zum Ende der 93 Minuten Laufzeit doch schon stark schwindet. Es wäre durchaus mehr möglich gewesen, wenn man sich in der Vorproduktion noch mehr Gedanken gemacht hätte. Inhaltlich und optisch mag der erste Teil der Trilogie nicht sonderlich ausgereift sein, doch an einem verregneten Sonntagnachmittag kann man sich diesen Film dennoch ohne Bedenken anschauen. Unterhalten kann er nämlich tatsächlich von Anfang bis Ende – trotz der genannten schmerzhaften Defizite.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Mythica – Weg der Gefährten!

Prime Time: Devil Survivor 2 – The Animation (Unboxing)

In den letzten Monaten haben wir euch bereits die erste, zweite, dritte und vierte Volume der Anime-Umsetzung des Videospiels Shin Megami Tensei: Devil Survivor 2 in unabhängigen Reviews vorgestellt. Wie immer folgt bei euch uns auch ein Unboxing-Video, in welchem wir euch die optischen und haptischen Merkmale des Schubers vorstellen möchten. Wir wünschen euch dabei gute Unterhaltung!

Review: Master of Death

Master of Death (1)Heutzutage wird gefühlt jeder zweite Film so gedreht, dass man mit einem zusätzlichen 3D-Feature ins Kino gelockt wird. In den Siebziger Jahren war dies fast undenkbar, doch 1978 haben sich die Köpfe hinter Master of Death genau dieses Ziel zum Vorsatz genommen.

Master of Death (2)Lord Ting Chun reist durch das alte China und wird von einer Gruppe unbekannter Schläger aufgelauert. Diese sind zwar schnell besiegt, doch anstatt die Reise fortzusetzen, lässt sich der Lord gleich die Augen verbinden. Die unterlegenen Kämpfer können ihn so nahezu gefahrlos zur Adligen Nan Nan bringen. Nan Nan erzählt Ting Chun von ihren todkranken Bruder, welcher innerhalb von nur drei Tagen die westlichen Berge überqueren muss. Nur dort soll es einen Arzt geben, welcher ihren Bruder von der Krankheit erlösen kann. Obwohl Lord Ting Chun seine Bedenken äußert, willigt er ein, Nan Nans Bruder in den Westen zu bringen. Er weiß von den Gefahren, welche im Tal, den so genannten Stormy Hills, auf sie warten. Aus Nan Nans besten Kriegern darf er ein paar Begleiter wählen, welche ihn und ihren Bruder auf der Reise beschützen sollen. Im Verlauf der Handlung schließen sich der illustren Truppe noch zwei Freunde Ting Chuns an, welche die Reise zunächst erheitern. Schon bald erkennen die Kämpfer allerdings, dass sie auf ihrer Reise nichts zu Lachen haben, denn ständig werden sie von neuen Gefahren davon abgehalten, den Weg über die Berge zu finden. Erschwert wird dies zudem durch zwei gewiefte Gastwirte, die vorgeben, freundlich zu sein, doch ihre ganz eigenen Interessen verfolgen. Ting Chun muss lernen, dass er nicht jedem blind vertrauen darf.

Drahtseil-Action

Master of Death (3)Die Handlung von Master of Death wird stringent bis zum Ende erzählt. Jederzeit hat man als Zuschauer das Ziel vor Augen, welches Lord Ting Chun und seine Eskorte erreichen wollen. Bei jeder neuen Etappe, welche sie auf ihrer Reise erwischen, ahnt man als Zuschauer zwar, dass dies nur eine Falle sein kann oder weiß sogar, was gleich passieren wird, doch fiebert man mit den Protagonisten in den aufkommenden Kämpfen mit. Sowohl die Handlung, als auch der Action-Anteil halten sich in diesem Martial-Arts-Film zwar die Waage, doch merkt man deutlich, dass man den Fokus definitiv auf die Action gelegt hat, um im Kino durch das 3D-Feature begeistern zu können. Jackie Chan in der Rolle von Ting Chun attackiert hier mit Stäben oder seinen blanken Fäusten. Man merkt deutlich, dass es sich hierbei noch um eine der frühen Produktionen handelt, in welcher Chan auftritt. Die Choreographien wirken noch nicht wie aus einem Guss, langweilen beim Zusehen aber niemals. Man muss allerdings mit (teils deutlich sichtbaren) Drahtseilen keine Probleme haben, denn manche Kämpfer springen hier unmenschlich weit oder hoch. So und nicht anders wurde auch mit den Stäben hantiert, die als Waffe eingesetzt werden. Dafür sind die Auseinandersetzungen nicht gestreckt und wirken auch nicht zu kurz, zumal die Konfliktlösung am Ende zweimal umgeschmissen wird.

Ein Stück Hongkong-Kinogeschichte

Master of Death (4)Die Geschichte des 3D-Films reicht bis in die Neunziger Jahre des 19. Jahrhunderts zurück. In Hongkong kam es allerdings erst im Jahr 1978 dazu, das ein Film tatsächlich in 3D gedreht worden ist. Diese 3D-Fassung von Master of Death liegt sogar der Blu-ray-Fassung als Bonus dabei. Allerdings benötigt man für die Vintage-3D-Version natürlich eine 3D-Brille (anaglyph rot/cyan), die selbstklärend nicht im Lieferumfang enthalten ist. Wer jedoch in den Besitz einer solchen Brille gelangt, kann mit Master of Death ein Stück Hongkong-Kinogeschichte im eigenen Wohnzimmer erleben. Aufgrund des Filmalters solltet ihr allerdings nicht mit dem besten Bild aller Zeiten rechnen. Obwohl dieser Film als digital überarbeitet in den Handel kam, fühlt sich das Bild nicht besser an, als es auf einer DVD der Fall wäre. Die Auflösung fällt zwar höher auf, doch Bildverunreinigungen und eine viel zu große Unschärfe stehen dem Vergnügen im Weg. Neben dem Bild im 16:9-Format (2,35:1) liegt die Tonspuren des Films sowohl in einer deutschen Synchronisation oder in Mandarin in DTS HD 5.1 beziehungsweise 2.0 (Mono) DTS-HD bei. Anmerken möchten wir jedoch, dass der Film in beiden Fassungen einen anderen Soundtrack bietet. Die Musikauswahl nimmt sich bei beiden Titel nicht viel. Ein Audiokommentar von Martial-Arts-Experte Andrew Staton rundet den Film gut ab.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Man kann es kaum glauben, doch Master of Death ist tatsächlich einer der letzten Filme von Regisseur Lo Wei. Los Filme gehörten für mich immer zu den Titeln, die mich nie so ganz zufriedengestellt haben. Dieses Fazit kann ich für Master of Death genauso übertragen. Die Handlung beginnt sehr, sehr schleppend. Erst in der zweiten Filmhälfte kann diese tatsächlich mit geschickten Wendungen und brenzligen Situationen für die Charaktere überzeugen. Die Kampfszenen hingegen wirken für mich nicht wirklich ausgereift. Man arbeitet viel zu sehr mit Drahtseilen, versucht übertriebene Szenen zu ermöglichen und obendrein mit 3D zu unterhalten, sofern man die nötige Ausrüstung dafür hat oder den Film zufällig 1978 bei der Uraufführung in Hongkong gesehen hat. Master of Death ist ein sehr mittelmäßiger Film. Als Fan älterer Kung-Fu-Filme kann man mit dem Titel zwar nichts falsch machen, doch warten weitaus bessere Filme mit Jackie Chan in der Hauptrolle im Martial-Arts-Filmregal.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Master of Death!

Review: Hamatora: The Comic (Band 1)

Hamatora - The Comic (Band 1) (1)Hamatora: The Comic dreht sich um den Detektiv Naisu. Der siebzehnjährige Naisu war einst ein Student an der Facultas-Akademie und erreichte dort die besten Leistungen in sämtlichen Disziplinen, wie man es sich nur vorstellen kann. Trotzdem hat er der Akademie den Rücken zugekehrt, um eine Arbeit als Detektiv aufzunehmen. Der Leitung der Facultas-Akademie ist das allerdings ein Dorn im Auge, denn diese wollen Naisu lieber für ihre Zwecke ausnutzen. Die Facultas-Akademie dürfen nämlich nur wenige Menschen besuchen und zwar Menschen, die einzigartig sind. Bereits ein Zeigefinger, der über den Mittelfinger hinausragt, wird an der Akademie als eine Besonderheit angesehen und die Besonderheit daraufhin geschult und dazu ausgebaut. Personen mit so einer speziellen Eigenschaft werden Minimum Holders genannt. Naisu verfügt beispielsweise über die Kraft, in Schallgeschwindigkeit seinen Gegner in einem Umkreis von nur fünf Metern auszuschalten. Für die Akademie ist seine Fähigkeit mehr als nur nützlich, weshalb sie den besten Studenten des 55er Jahrgangs, Murasaki, aussenden, um Naisu zur Rückkehr an die Akademie und Eingliederung in die Institution zu bewegen. Blöd nur, dass gerade jetzt der Kundenansturm beginnt und ein Auftrag nach dem anderen in der Detektei Hamatora eingeht. So bleibt Murasaki nicht anderes übrig, als zu kooperieren.

Gelungener Einstieg

Im ersten Band aus dem Jahr 2013 bekommen es Murasaki, Naisu und seine Partnerin Hajime mit diversen Aufträgen zu tun. Für ihren ersten gemeinsamen Auftrag sollen sie im fünften Stock eines Hochhauses auf Gespensterjagd gehen und machen dabei die Bekanntschaft mit einem Perversling. Dann wiederum sollen sie einen jungen Mann dingfest machen, welcher mit seiner Stimme alle Personen in einem mittelgroßen Radius gleichzeitig ausschalten kann. Schlussendlich bekommen es die drei Helden noch mit einer Entführung zu tun, wodurch sie sich mit einer Verbrecherorganisation in Yokohama anlegen müssen. Alle Fälle haben nicht nur den Handlungsort Yokohama gemeinsam, sondern laufen am Ende darauf hinaus, dass ein Minimum Holder für die verschiedenen Gräueltaten verantwortlich ist. Dadurch kommt die Action im Manga definitiv nicht zu kurz, denn durch die verschiedenen Fähigkeiten wird die Dramatik auf die Spitze getrieben und verschiedene Angriffstechniken überhaupt ermöglicht. Trotzdem liegt der Fokus definitiv auf den Dialogen, welche die Charaktere gut einstufen und diese somit sehr unterschiedlich ausfallen. Der von Kitajima Yukino geschriebene und von Kodama Yūki gezeichnete Manga unterhält auf mehr als zweihundert Seiten mit Humor und Spannung als Einstieg sehr, sehr gut. Es bleibt aber abzuwarten, wie sich die Story entwickelt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Nachdem ich mir zunächst die ersten drei Episoden des Anime angeschaut habe, konnte ich zumindest schon einmal die Charaktere kennenlernen. Jetzt – nach dem Lesen des ersten Bands – verstehe ich auch endlich, wie sich Naisu und Murasaki kennengelernt haben. Der Manga baut wirklich peu á peu Spannung auf und liefert genau im richtigen Moment die Informationen, die ich zum Verständnis benötige. Wenn man den Anime schauen möchte, sollte man dieses Vorwissen aus dem Manga auf jeden Fall mitbringen, da dort nur sehr, sehr nebensächlich wichtige Fakten erklärt werden. Das Szenario von Hamatora: The Comic ist interessant, bietet aufgrund der Thematik zahlreiche Möglichkeiten, wie sich die Story entwickeln kann und durch die drei wichtigen und sehr unterschiedlichen Hauptfiguren bleibt es durchgehend unterhaltsam. Während Naisu die Aufträge locker angehen lässt, ist Murasaki viel zu verkrampft und Hajime hält sich aus den Streitigkeiten lieber heraus und genießt eher ihr nächstes Essen. Der Einstieg von Hamatora: The Comic ist Kitajima Yukino und Kodama Yūki zwar gelungen, doch noch sehe ich keinen roten Faden, auf den Hamatora hinarbeiten will. Ich hoffe sehr, dass die beiden kreativen Köpfe das in Zukunft hinbekommen werden und freue mich bereits auf den nächsten Band der Manga-Reihe!

Vielen Dank an Kazé Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Hamatora: The Comic (Band 1)!

Review: Bladestorm: Nightmare

Bladestorm Nightmare (1)Wie wir es jüngst an Samurai Warriors 4 sehen, beschäftigt sich das Entwicklerstudio Koei Tecmo nach wie vor sehr gerne mit den historischen Hintergründen diverser Nationen. 2007 veröffentlichte man Bladestorm: Der Hundertjährige Krieg für PlayStation 3 und Xbox 360.

Bladestorm Nightmare (2)Bis 2015 sollte es allerdings dauern, bis der Titel halbwegs einen Nachfolger erhalten sollte. In Bladestorm: Nightmare erleben wir nach wie vor den Hundertjährigen Krieg von Seiten der Engländer und der Franzosen, doch wurde der Umfang um eine weitere Kampagne erweitert. Auf die zusätzlichen Szenarien werden wir gleich eingehen, doch zunächst möchten wir einen groben Umriss über die Ausgangslage des Hundertjährigen Kriegs liefern. Im Jahr 1066 wird England von Wilhelm I. erobert. In den kommenden zwei Jahrhunderten waren die englischen Könige zwar den französischen Herrschern gleichgestellt, doch waren sie zugleich die größten Grundbesitzer in Frankreich. Frankreich gelingt es, den einstigen Vasallen immer mehr zu schwächen. Es kommt zu Eroberungen und versuchten Rückeroberungen diverser Landstriche. 1328 stirbt schließlich Karl IV. von Frankreich und damit der letzte männliche Kapetinger. So kam es zu einem Erbfolgestreit, der damit endete, dass 1337 Frankreich die Mobilmachung der Truppen ausrief. Der folgende Krieg sollte sich über einhundert Jahre strecken. Genau in diese Zeitepoche fällt Bladestorm: Nightmare, doch anstatt wie in Dynasty Warriors und Co in die Rolle berühmter Persönlichkeiten zu schlüpfen, spielen wir hier zunächst eines Söldner, den wir mithilfe eines recht großzügigen Editors von Grund auf selbst erstellen können.

Wohl gestärkt in den Kampf

Bladestorm Nightmare (3)Ausgangspunkt der Hundred-Years’-War-Kampagne ist eine Taverne. Hier unterhalten wir uns mit diversen Nichtspielercharakteren, die uns Informationen, Hintergründe und Gerüchte verraten, mit denen wir dann auf dem Schlachtfeld konfrontiert werden. Außerdem haben wir hier die Möglichkeit, unsere Söldner zu verwalten und unsere Truppen zu verbessern. Um das zu erreichen, können wir entweder bei einem Händler neue Ausrüstungsgegenstände erwerben und die Soldaten damit ausrüsten oder wir investieren gewonnene Fähigkeitspunkte in diverse Fertigkeiten unserer Truppen. Dazu benötigen wir jedoch erst einmal diverse Bücher, die wir auf dem Schlachtfeld gescriptet oder zufällig finden, aus denen wir dann das Wissen für das Kommandieren der neuen Einheiten ziehen. Nach einem gut erklärten Tutorial, in dem wir die Grundlagen des Spiels erlernen, werden wir auch schon ins Schlachtengetümmel geworfen. In Bladestorm: Nightmare ist es grundsätzlich immer unsere Aufgabe, in verschiedenen Arealen ein Dorf, eine Stadt oder eine Burg einzunehmen. Jede Ortschaft wird selbstverständlich vom Feind bewacht, den es zu besiegen gilt. Da laufen wir mit Schwertkämpfern direkt ins Gefecht oder positionieren uns mit Bogenschützen außerhalb der Mauern, um unsere Feinde innerhalb des bewachten Gebiets zu überraschen. Die Angriffsmöglichkeiten sind sehr variantenreich.

Eroberungen und Rückeroberungen

Bladestorm Nightmare (4)Immer wenn wir Ortschaften einnehmen, müssen wir allerdings damit rechnen, dass der Feind zurückschlägt. Deshalb ist Eile geboten, damit der Gegner nur wenig Chancen hat, seine alte Stärke zurückzuerlangen. Für erledigte Gegner hagelt es derweil Erfahrungspunkte, wodurch unsere Truppen im Level aufsteigen. Genau an dieser Stelle ist Geduld gefragt, denn die Stufe der Einheiten gilt nur für den entsprechenden Söldner, mit dem wir in der Schlacht gekämpft haben. Zwar können wir für einen Stufenaufstieg in der Taverne auch Skill-Punkte bezahlen, doch das wird auf die Dauer ziemlich teuer. Des Weiteren merkt man schnell, dass man sich schon auf einen bestimmten Einheitentyp eingespielt hat und zukünftig nur noch genau diesen verwenden will. Großartige Vor- und Nachteile der verschiedenen Truppentypen wie in Fire Emblem: Awakening gibt es in Bladestorm: Nightmare leider nicht. In späteren Spielstunden radieren wir also mit schmächtigen Fechterinnen ganze Elefantenherden aus. Fanatiker des Realismus dürfen sich zurecht die Haare ausreißen. Die Schlachten fallen in fast allen Fällen nach demselben Schema aus und werden durch das Eskortieren von Nichtspielercharakteren ansatzweise aufgelockert. Letztgenanntes ist aber genau genommen das absolut nervigste Gameplay-Element, welches wir in den letzten Jahren seit den Bugs in Gothic 3 erlebt haben.

Repetitive Schlachten

Bladestorm Nightmare (5)Interessant und knifflig wird es eventuell durch die begrenzte Spielzeit für eine Mission, denn um so manches Ziel einzunehmen, stehen uns nur eine gewisse Anzahl an Tagen zu. Wer also beispielsweise nicht innerhalb von drei Tagen in Paris einmarschiert, unterliegt automatisch. Immer wenn nach zehn Minuten die Nacht einbricht, legen alle Soldaten die Waffen nieder. In diesen Fällen ist es gänzlich egal, ob der Kommandant der jeweiligen Basis schon fast am Boden liegt oder wir kurz vor der Stadt stehen und eigentlich nur noch eine Minute bräuchten. Knifflig ist das nur, wenn man tatsächlich alle Orte auf der Karte einnehmen will, doch wer nur schnell das Missionsziel erreichen will, schafft dies meist direkt am ersten Tag. Je länger wir uns mit Bladestorm: Nightmare beschäftigen, desto effektiver gehen wir vor und erreichen mit der Zeit auch immer bessere Leistungen. Höhepunkte des Story-Modus sind historische Schlachten, in denen wir viele Hintergründe erfahren. Etwa die Schlacht bei Crécy, in welcher die Engländer erfolgreich Langbogenschützen eingesetzt haben. Allerdings müssen wir leider gestehen, dass es Bladestorm: Nightmare mit der Geschichte nicht wirklich ernst meint. Zwar tauchen wie in den anderen Spielen von Koei Tecmo Persönlichkeiten auf, die tatsächlich im Verlauf der Geschichte eine Bedeutung gespielt haben, doch altern oder sterben sie hier nie.

Alternative Geschichtsschreibung

Bladestorm Nightmare (6)Edward of Woodstock, der 1376 starb, trifft im Spiel also unter anderem auf Jeanne d’Arc, die nach seinem Tod 1412 überhaupt erst geboren wurde. Außerdem ändert das Spiel gerne den Verlauf der Geschichte. So wird Jeanne d’Arc beispielsweise niemals hingerichtet. Mit solchen gravierenden Änderungen verliert die Grausamkeit des Hundertjährigen Kriegs stark an Bedeutung. Die Romantisierung des Kriegs hingegen nimmt durch solche Begebenheiten ein wenig zu. Vollkommen unhistorisch ist die neue Nightmare-Kampagne. Während einer Schlacht tauchen plötzlich Monster, Dämonen und Untote auf. Die beiden großen Nationen beschuldigen sich nun gegenseitig, an dem Debakel Schuld zu sein. Dennoch schließen sie sich schnell zusammen, um die neue Bedrohung zu bekämpfen. Die insgesamt neun Kapitel sind schnell erledigt, doch bieten sie ein paar neue Ansätze. Das Spielgeschehen ist nun nicht mehr in Tage eingeteilt. Das heißt nicht, dass es einen dynamischen Wechsel der Tageszeiten gibt, sondern nur, dass wir unbegrenzt Krieg führen können, ohne dass wir vom Einbruch der Nacht unterbrochen werden. Das finden wir persönlich gut, da wir nun nicht mehr kurz vor der Eroberung einer Burg gegebenenfalls von unserem Ziel abgehalten werden. Des Weiteren dürfen wir mit der Zeit auch selbst immer mehr Monster kontrollieren. Spannend und spaßig.

Zusammenschluss der Söldner

Bladestorm Nightmare (7)In beiden Modi dürfen wir mit Erfüllen der Aufträge und größerer Berühmtheit auch mehr als einen Söldner aufs Feld schicken. Entweder wechseln wir zwischen den Charakteren durch, geben ihnen spezielle Befehle oder schließen uns auf dem Schlachtfeld einfach zu einer noch größeren Armee zusammen. Wer einmal mit vier Söldnern und mehr als einhundert Soldaten über die Landstriche marschiert ist und dabei unzählige Feinde ausradiert hat, merkt schnell, wie mächtig man gemeinsam ist. Besonders dann, wenn man den titelgebenden Bladestorm entfesselt. Dies ist ein Spezialangriff, der unglaublich viel Schaden anrichtet. Einziges Manko ist jedoch, dass dieser automatisch ausgelöst wird, wenn wir genügend Gegner ins virtuelle Nirwana geschickt haben. Nur wenn wir uns mit einem anderen Söldner verbündet haben, dürfen wir diesen Angriff auch auf Knopfdruck entfesseln. Besonders viel Spaß macht der Titel übrigens im Mehrspielermodus. Dieser ist allerdings nur online verfügbar. Wer also kein Geld für ein Mehrspielervergnügen ausgeben möchte, schaut in die Röhre. Schade, denn ein kooperativer oder gar kompetitiver Multiplayer-Modus wäre offline tatsächlich die Krönung gewesen, um uns tatsächlich auch langfristig an Bladestorm: Nightmare zu binden. Ärgerlich ist das vor allem deshalb, da die grundlegende Technik des Spiels mittlerweile sehr veraltet ist.

Zeitintensive Videospielportierung

Bladestorm Nightmare (8)Bereits als das Spiel 2007 zum ersten Mal für die letzte Konsolengeneration erschienen ist, sah es optisch sehr nach einem aufpolierten PlayStation-2-Titel aus. Acht Jahre später hat sich daran fast nichts verändert. Zwar müssen hunderte Soldaten auf dem Schlachtfeld berechnet werden, doch nutzt Bladestorm: Nightmare die Hardware der PlayStation 4 nicht aus. In der getesteten Version für Sonys aktuelles Konsolenstandbein sind Texturen schwach aufgelöst, ein leichtes Dauerruckeln ist bemerkbar und Truppen tauchen erst auf, wenn wir nah genug an diese herantreten. Vor allem beim Heldenwechsel ist das ärgerlich, wenn auf dutzende Gegner gleichzeitig geladen werden, die plötzlich rund um uns herumstehen und schon angreifen, während wir noch unvorbereitet sind. Man hatte in unseren Augen wirklich genügend Zeit, das Spiel an die neue Hardware-Generation anzupassen. Wunder erwarten wir beileibe nicht, doch wenn man den Titel kaum aufpoliert, hätte man das Spiel auch für die noch mehr verbreiterte PlayStation 3 hierzulande veröffentlichen können. Ausgleich bietet der wirklich gute Soundtrack. Mit Chorgesang und Kriegsklängen, die uns durchgehend motivieren, hat Entwickler Koei Tecmo alles richtig gemacht. Schade nur, dass sich der Soundtrack schnell wiederholt, da man fürs Durchspielen circa fünfzig bis siebzig Stunden Zeit einplanen sollte.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Koei Tecmo entwickelt sich derzeit zu einem meiner Lieblingsentwickler. Objektiv betrachtet ist Bladestorm: Nightmare zwar ein recht durchschnittliches Spiel, da man viele gute Ansätze einfach nicht zu Ende gedacht hat. Subjektiv gesehen hatte ich trotzdem mehr als fünfzig Stunden meinen Spaß mit dem Titel. Ich finde es sehr motivierend, mit meinen Truppen übers Schlachtfeld zu laufen, die gegnerischen Reihen mit zunehmender Spielzeit immer einfacher zu durchdringen, Städte zu plündern, das gefundene Geld in immer bessere Ausrüstung zu investieren und meine Truppen zu verbessern. Schade finde ich jedoch, dass fast jeder einzelne Auftrag des Spiels darin endet, irgendeinen Stützpunkt zu erobern oder selten auch mal zu verteidigen. Man hat zwar gelegentlich auch Nichtspielercharaktere ins Missionsdesign integriert, welche ich beschützen soll, doch diese Aufgaben sind dermaßen langweilig und einfach nur nervig, weil sich besagte Charaktere einfach viel zu langsam und zudem auch unkontrolliert bewegen. Des Weiteren ist das Spiel nicht ohne Bugs. Dreimal ist mir das Bild eingefroren (hat die Konsole zum Absturz gebracht), dann haben meine Soldaten bis zum Einbruch der Nacht keinerlei Schaden mehr angerichtet und ein weiteres Mal hat sich ein wichtiger Nichtspielercharakter einfach nicht mehr von der Stelle bewegt, sodass die Mission erst nach dem Neuladen abgeschlossen werden konnte. Man sollte also resistent sein, wenn man Bladestorm: Nightmare spielen möchte. Aufgrund der langen Spielzeit ist das aber nicht ganz so schlimm, wie es sich im ersten Moment anhört. Während ich anfangs noch auf jedem Schlachtfeld alle feindlichen Basen einnehmen wollte, bin ich im späteren Verlauf des Spiel richtig durchgerast, um die Ziele zu erfüllen. Man sollte den Umfang der Handlung des Hundertjährigen Kriegs wirklich nicht unterschätzen. Wer täglich nicht sehr viel spielt, wird mit dem Titel tatsächlich mehrere Wochen beschäftigt sein. Kann man über einige der unhistorischen Begebenheiten und ein paar Änderungen im Geschichtsverlauf hinwegsehen, wird man mit Bladestorm: Nightmare trotz einiger Defizite sehr viel Spaß haben können.

Vielen Dank an Deep Silver für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Bladestorm: Nightmare!

Review: Hand of Death

Hand of Death (1)Der Film Hand of Death wird beim Publisher Splendid Film in der großen Jackie-Chan-Reihe veröffentlicht. Jackie Chan hat zwar ein paar größere Auftritte im Film, ist allerdings wie bei Tokyo Powerman unterpräsent und einzig allein ein Bindeglied zwischen den Charakteren.

Hand of Death (2)Hand of Death spielt vor der Kulisse des Kaiserreichs China in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts; die Qing-Dynastie hat sich also bereits erfolgreich etabliert. Ausgangspunkt des Films ist ein chinesischer Shàolín-Tempel. Dieser Tempel sei das Zentrum der chinesischen Kampfkunst und schon viele große und weise Kämpfer sollen aus ihm hervorgegangen sein. Nach der Machtergreifung der Mandschuren hat sich der junge Kämpfer Shih Shao-Feng von der neuen Regierung einspannen lassen. Anstatt seine erlernten Kampfkünste mit Bedacht und redlich einzusetzen, missbraucht er sie, um Schrecken über das Land zu bringen. Zu seinen ersten Taten gehört auch der Überfall auf den genannten Shàolín-Tempel. Als seine Brüder in die Welt hinausziehen wollen, stehen auch schon die ersten Bogenschützen vor den Toren des Tempels, welche dutzende ahnungslose Schüler töten. Daraufhin versucht Shihs Meister mit ihm zu reden, um ein weiteres Blutbad zu verhindern. In seiner Wut tötet der Schüler Shih Shao-Feng seinen Meister. Es beginnt eine Terror-Herrschaft des Schreckens, denn jeder, der sich Shih widersetzt, wird sofort durch seine Hand exekutiert. Um sich selbst vor gefährlichen Widersachern zu schützen, ernennt er die besten acht Kämpfer zu seinen Leibwächtern und verschanzt sich daraufhin die meiste Zeit in seinem Anwesen, um vom Wohlstand zu leben.

Kampf um des Friedens Willen

Hand of Death (3)Die friedliebenden buddhistischen Mönche können das allerdings nicht dulden und schicken den jungen Kung-Fu-Kämpfer Yun Fei ins Feld, der sich um das Problem kümmern soll. Auf dem Weg durchs Land tritt Yun auf den Holzfäller Tan Feng, der für Shih arbeitet. Dieser gibt Yun den Rat, dass er sich von Shih fernhalten soll, denn nur Neugierige und Shàolín-Kämpfer finden den Tod. Später erfährt Yun von Tan, dass Tans Bruder von Shih ermordet wurde und er seit drei Jahren nur unter dem Vorwand, seinen Bruder eines Tages zu rächen, für Shih als Holzfäller tätig ist. Als sie erkennen, dass sie das gleiche Ziel haben, kann Tan seinen Plan endlich in die Tat umsetzen. Allerdings benötigen sie noch die Hilfe von anderen Kämpfern, die ebenfalls eine mehr oder weniger wichtige Vorgeschichte besitzen. Zur Hilfe eilen somit zwei weitere Schüler der buddhistischen Mönche. Des Weiteren haben sie von einem Krieger namens Zorro gehört, der seit vielen Jahren sein Schwert nicht mehr gezogen hat und seinen Kummer in Alkohol ertrinkt. Zorros Geliebte wurde nämlich im Kampf gegen Shih von ihm selbst getötet. Das kann er sich nicht verzeihen, doch als auch er endlich die Möglichkeit sieht, es Shih heimzuzahlen, schließt er sich der vierköpfigen Gruppe an. Zorros Schwert wird neu geschmiedet und der Plan vervollständigt. Im Eifer des Gefechts wird Yun allerdings verraten.

Mäßige Handlung, zwiespältige Action

Hand of Death (4)Die Handlung von Hand of Death gewinnt sicherlich keinen Drehbuchautorenpreis. Sie kann nicht mit plötzlichen Wendungen überraschen und Tiefgang besitzt sie auch nicht. Allerdings werden die Motive der Charaktere mehr als deutlich dargestellt, so dass man die Geschichte gänzlich außer Acht lassen kann. Der Martial-Arts-Anteil ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite bietet er schöne Choreographien und auf der anderen Seite sind manche Kampfszenen schlecht geschnitten (obwohl der Titel uncut auf der Blu-ray Disc vorliegt). Dafür überzeugen die wirklich schönen Landschaftsbilder Chinas in Full-HD. Für einen Film aus dem Jahr 1976 ist dies nicht selbstverständlich! Der Ton in 5.1 DTS-HD Master Audio geht ebenfalls in Ordnung, sowohl in der deutschen Fassung, als auch im Originalton in Mandarin. Bonusmaterial liegt in Form von einigen Vintage-Trailern, weiteren Trailern zu Splendid-Film-Titeln und des Originalfilmtrailers bei. Ein besonderes Schmankerl ist der Audiokommentar von Hongkong-Kino-Experte Bey Logan. Obwohl der Verpackungstext behauptet, dass es die erste Zusammenarbeit zwischen Regisseur John Woo und Jackie Chan ist, stimmt das nicht ganz. Bereits Jahre zuvor hat Chan für Woo die Choreographien in The Young Dragons übernommen. Gesehen haben muss man die zweite Zusammenarbeit nicht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich finde es immer sehr schade, wenn auf der Verpackung groß Jackie Chans Name aufgedruckt wird und dieser dann im Film nur ganz am Rande auftaucht. In Hand of Death hat er zwar eine wichtige Funktion, doch sind es die anderen Schauspieler, welcher der Ruhm gebührt – allen voran Tan Tao-Liang als Yun Fei. In Hand of Death erwartet einen außerdem nichts besonderes. Für einen Regisseur, der später großkalibrige Action inszenieren wird, ist die Produktion aus dem Jahre 1976 sicherlich nicht das, was man von John Woo erwarten würde. Es ist eben ein frühes Werk des Künstlers, das sich an den folgenden Film einfach nicht messen lassen darf. Hand of Death bietet weder eine intelligente oder tiefgehende Handlung, noch kann die Action beziehungsweise der Martial-Arts-Anteil des Films durchgehend überzeugen. Der Film findet seinen Höhepunkt vor allem im Showdown, der allerdings in wenigen Minuten abgehandelt wird und für Fans der frühen Martial-Arts-Filme sicherlich zu kurz kommt. Hand of Death muss man nicht gesehen haben, doch wenn man seine Jackie-Chan-Reihe vervollständigen möchte, kommt man nicht umher.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Hand of Death!

Review: Samurai Warriors 4

Samurai Warriors 4 (1)Wer denkt, dass Japan seit jeher ein geeintes Kaiserreich war, irrt sich gewaltig. Im Lauf der Jahrhunderte durchlebte das Land eine Epoche der Umwälzung. Gemeint ist die Sengoku-Zeit, welche in Samurai Warriors 4 abermals als Kulisse zum Schnetzelfest benutzt wird.

Samurai Warriors 4 (2)Als das Ashikaga-Shōgunat spätestens Ende des 15. Jahrhunderts an Bedeutung verloren hatte, zerfiel das Land in mehrere Provinzen, an deren Spitze die so genannten Daimyō standen. Die Macht eines solchen Lokalherrschers konnte in Form von Besitz und Militärstärke gemessen werden. Mehr als einhundert Jahre lang bekriegten sich die Daimyō untereinander, um ihren Einfluss zu vergrößern. Es konnte allerdings bis zum Jahr 1560 keine eindeutige Entwicklung der Kämpfe ausgemacht werden. Erst als der Daimyō Imagawa Yoshimoto beschließt, Kyōto einzunehmen, überrascht der vorher unauffällige Oda Nobunaga. Mit einer nur zweitausend Mann starken Armee gelingt es ihm, Imagawas Heer aus 25.000 Mann zu besiegen. Er merkt, welch Stratege in ihm steckt und beginnt mit der Reichseinigung Japans. Es dauert allerdings noch bis zum Jahr 1603, bis man tatsächlich davon sprechen kann, dass Japan geeint ist. Das Spiel Samurai Warriors 4 befasst sich vor allem mit den letzten fünfzig Jahren der Zeit der Streitenden Reiche. Wir schlüpfen unter anderem in die Haut von den drei Reichseinigern, Oda Nobunaga, Toyotomi Hideyoshi und Tokugawa Ieyasu. Insgesamt warten 55 Charaktere darauf, von uns in die verschiedenen Schlachten geführt zu werden. Alle Persönlichkeiten, die in Samurai Warriors 4 vorkommen und ebenso spielbar sind, haben tatsächlich existiert.

Schlachtengetümmel

Samurai Warriors 4 (3)Samurai Warriors 4 ist in verschiedene Spielmodi aufgeteilt. Im Story-Modus wählen wir uns zunächst eine von mehreren Legenden aus, die sich dann mit einem speziellen Charakter wie Mōri Motonari oder Sanada Nobuyuki befassen. Anschließend wählen wir die Schlacht und die Kämpfer aus, die wir in den Kampf führen wollen. Je nachdem für welche Helden wir uns entscheiden, verändern sich die Dialoge vor und nach der Schlacht geringfügig. Wer absolut nichts verpassen will, kommt um das mehrmalige Durchspielen der meisten Schlachten also nicht herum. Die kriegerischen Auseinandersetzungen auf dem Feld laufen nach dem Schema ab, wie wir es schon aus Spielen wie Hyrule Warriors oder aus anderen Titeln mit dem Musō-Spielprinzip kennen. Das heißt, dass wir uns durch unzählige Gegnerhorden kämpfen. Wenn wir unzählig schreiben, meinen wir das auch so. Während jeder Schlacht schicken wir so viele Gegner ins virtuelle Nirwana, dass der Zähler in den Tausenderbereich wandert. Diese Feinde sind natürlich nur Statisten, doch unter ihnen warten auch historische Persönlichkeiten auf uns, die aus dem Weg geräumt werden müssen. Während wir über das Schlachtfeld laufen, ertönen neue Befehle auf dem Bildschirm. Zum Beispiel soll verhindert werden, dass sich zwei Feinde auf dem Schlachtfeld begegnen, damit die gegnerische Truppenmoral nicht ansteigt.

Routine-Einsatz

Samurai Warriors 4 (4)Zum Glück sind wir immer mit zwei Charakteren gleichzeitig unterwegs. Wenn also plötzlich auf der anderen Seite des Schlachtfelds unsere Hilfe benötigt wird, wir aber immer noch mit einem anderen Problem zu kämpfen haben, schicken wir einfach unseren Kumpanen an diese Stelle. Oft agiert die künstliche Intelligenz unseres Mitstreiters hervorragend, sodass sich der automatisch an den Zielort begibt. Sobald dieser am Ziel angekommen ist, wechseln wir auf Knopfdruck zu ihm. Manchmal fragen wir uns aber, ob dieser den Befehl überhaupt erhalten hat. Sollten wir nämlich in einem Gebiet unterwegs sein, wo die Truppenmoral des Gegners noch besonders hoch ist, müssen wir uns selbst auf unbedeutende Gegner konzentrieren. Da helfen wir unserem Mitstreiter schon, den richtigen Weg einzuschlagen und wenige Sekunden später steht dieser plötzlich neben uns; und auf einmal sind die zwei Minuten für den Bonus abgelaufen. Das ist zwar ärgerlich, doch beim nächsten Mal machen wir es dann eben selbst, zumal sich auch schnell Routine einstellt. Schnell die wichtigen Gegner ausschalten, auf dem Weg die tückischen Bannerträger zur Senkung der gegnerischen Moral beseitigen und auch darauf achten, alle Edelsteine und Waffen einzusammeln. Diese beiden Objekte miteinander kombiniert ergeben nämlich äußerst effektive Wundermittel gegen unsere Feinde. Hurra!

Popkulturelle Einflüsse

Samurai Warriors 4 (5)Mit verbesserten Waffen steigern wir unsere Kampfwerte, können Spezialangriffe effektiver einsetzen, generieren bei allen hundert besiegten Gegnern ein wenig unserer Lebensenergie oder fügen den Feinden sogar elementaren Schaden zu. Hier wird deutlich, dass das feudale Japan nicht sehr realistisch eingefangen wird. Vor allem wirken die meisten Charaktere mit dem Auftreten eines J-Pop-Stars etwas deplatziert. Manche schlagen passend dazu gar mit Instrumenten um sich. Das nimmt ebenso viel von der ernsten Atmosphäre wie die Dialoge zwischen den Charakteren, die gelegentlich mit teilweise unpassendem Humor aufgelockert werden sollen. Trotzdem machen die popkulturellen Einflüsse so viel Spaß wie bei Ganbare-Goemon-Ablegern, weshalb wir dem Titel das gerne verziehen. Wir merken aber dennoch, dass die Waage zwischen Humor und Ernsthaftigkeit besonders bei den Toden der Charaktere Oda Nobunaga und Toyotomi Hideyoshi nicht gehalten werden kann. Davon abgesehen, ist in Samurai Warriors 4 alles enthalten, was wir uns für das Einfangen der Zeit der Streitenden Reiche wünschen. Hauptaugenmerk des Spiels ist der romantisierte Krieg. Von der Schlacht von Itsukushima bis hin zur Belagerung von Ōsaka werden alle wichtigen Schlachten der Zeit vorgestellt. Bei der Schlacht von Sekigahara dürfen wir sogar auf beiden Seiten antreten.

Drei Plattformen, ein Spielstand

Samurai Warriors 4 (6)Neben dem Story-Modus wartet auch noch der Chronicle Mode auf uns. Hier dürfen wir aus Teilen eines Baukasten einen eigenen Helden erstellen, der dann von Tokugawa Ieyasu oder anderen Daimyō durchs Land geschickt wird, um wichtige Persönlichkeiten kennenzulernen. In beiden Spielmodi schalten wir neue Charaktere frei, die wir dann im Free Mode verwenden können. Da dürfen dann auch Legenden Schlachten schlagen, bei denen sie unterlagen oder längst das Zeitliche gesegnet haben. Optisch brilliert der Titel auf der PlayStation 4 mit einer konstant hohen Bildwiederholungsrate und sauberer Kantenglättung. Einzig und allein den Texturen und Gesichtsanimationen merkt man an, dass sie ursprünglich für die PlayStation 3 entwickelt worden sind. Apropos PlayStation 3: Besitzt ihr das Spiel auch für diese Konsole oder die tragbare PlayStation Vita, dürft ihr die Spielstände mit den anderen beiden Versionen synchronisieren. Wer also auch unterwegs schnetzeln will, muss keine Angst davor haben, die Errungenschaften auf zwei Plattformen unabhängig voneinander freizuspielen. So macht das Schnetzelfest bei der tollen japanischen Musik ungleich viel mehr gute Laune. Nach zwanzig Spielstunden kann das Musō-Prinzip von Koei Tecmo zwar ermüden, doch wer genau dann einen Freund zum lokalen oder Online-Mehrspielermodus einlädt, findet den Langzeitspaß!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Früher konnte ich nie so wirklich die Faszination für Dynasty Warriors, Samurai Warriors und Konsorten verstehen. Nachdem ich aber im letzten Sommer Hyrule Warriors regelrecht genossen habe, hat mich Koei Tecmo anscheinend erfolgreich in die Welt der turbulenten Schnetzelorgie eingeführt. Natürlich ist das Gameplay von Samurai Warriors 4 mit der Zeit recht eintönig, doch trotzdem macht das Spielprinzip zwischendurch immer wieder Spaß und ganz besonders kooperativ mit einem Freund kann das Abschlachten ganzer Heerscharen motivieren. Es sind lediglich die kleinen Dinge, an denen die Entwickler unbedingt schrauben sollten. Gelegentliche Aussetzer der künstlichen Intelligenz der Mitstreiter stören, das Verhalten von Computergegnern könnte wesentlich besser und die zu erledigenden Aufgaben vielfältiger. Positiv hervorheben möchte ich, dass das Aufpoppen der Gegner nicht so stark ins Gewicht fällt, wie bei Hyrule Warriors. So kann ich die Gegner schon aus weiter Ferne sehen und mich auf sie einstellen. Mir würde es sehr gefallen, wenn sich die Architektur der Schlachtfelder verändern lassen könnte. Hin und wieder gibt es zwar Karten, auf denen eine Flut eintritt und diese bestimmte Bereiche unpassierbar macht, doch ist das leider nur die Ausnahme. Wer mit den Vorgängern bereits Spaß hatte, wird vielleicht nicht so viel Neues entdecken, aber wer das Musō-Spielprinzip kennenlernen möchte, erfährt mit Samurai Warriors 4 eine sehr gute und vor allem trotz der englischen Bildschirmtexte eine leicht verständliche Einführung in das sehr große Franchise.

Vielen Dank an Deep Silver für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Samurai Warriors 4!

Prime Time: Horror-Kid-Figur (Unboxing)

Wer The Legend of Zelda: Majora’s Mask 3D bei diversen Händlern vorbestellte, erhielt als Bonus eine limitierte Horror-Kid-Figur. Diese wird derzeit auch schon auf eBay bei hohen Preisen gehandelt. Zusammen mit euch packen wir solch eine Figur aus und verraten euch, was an der Skull Kid Statue so faszinierend ist. Gute Unterhaltung wünschen wir euch!

Review: The Unforgiven

The Unforgiven (1)Der japanische Film The Unforgiven von Regisseur Lee Sang-il aus dem Jahr 2013 behandelt das tragische Thema Tod auf vielfältige Weise. Erzählt wird die Geschichte des Charakters Kamata Junbei und schildert, wie ein einstiger Samurai von der Vergangenheit eingeholt wird.

The Unforgiven (2)Im Jahr 1853 tauchte der US-amerikanische Commodore Matthew Perry mit den Schwarzen Schiffen vor der Küste Japans auf. Die Öffnung des Landes wurde durch die Vereinigten Staaten erzwungen, um Japan in den Handel mit dem Westen zu drängen. Die folgenden Jahre waren von einer politischen Umwälzung geprägt. Das Tokugawa-Shōgunat wurde entmachtet und das Amt des Tennō erhielt die politische Bedeutung zurück, welche es seit Jahrhunderten nicht mehr innehielt. The Unforgiven lässt sich historisch genau in den Jahren 1869 und 1880 einordnen. Er spielt somit im zweiten und im zwölften Jahr der Meiji-Zeit. Kamata ist direkt von den Auswirkungen der neuen Regierung betroffen, denn als er sich gegen diese auflehnt, muss er auf die Insel Ezo flüchten. Auf der heutigen Insel Hokkaidō lebt er länger als eine Dekade als einfacher Landwirt, doch nach elf Jahren taucht sein alter Kamerad Baba Kingo auf, der auf der Suche nach zwei Verbrechern ist. Diese haben einer Prostituierten bleibende Schnittwunden zugefügt. Obgleich es untersagt ist, auf Personen Kopfgelder auszusetzen, sind eintausend Yen Belohung auf die Köpfe von Hotta Sanosuke und Hotta Unosuke ausgesetzt. Kamata lehnt Babas Angebot ab, doch als die Ernte spärlicher als gedacht ausfällt, gräbt der ehemalige Samurai sein Schwert aus und folgt seinem alten Freund auf die Kopfgeldjagd.

Japanisches Historiendrama

The Unforgiven (3)Während ihrer Reise durch das karge Ezo lauert ihnen Sawada Goro auf. Dieser befindet sich ebenfalls auf der Kopfgeldjagd und will die Belohung, welche auf die Brüder ausgesetzt ist, mit Baba und Kamata teilen, sofern sie gemeinsam operieren sollten. Des Weiteren verfügt er über das Wissen einer Abkürzung zum Ort des Geschehens. Obwohl sich die beiden zunächst gegen die Beteiligung Sawadas aussprechen, schließen sie sich dennoch zusammen, um ihre Reise um zwei Tage zu verkürzen. Ihr Zielort, ein kleines Dorf, wird vom Dorfvorsteher Oishi Ichizo kontrolliert. Dieser arbeitet weitgehend im gesetzlichen Rahmen, nimmt sich aber mehr als einmal Freiheiten, um das Gesetz zu seinem Vorteil zu interpretieren. Jetzt müssen sich die drei Kopfgeldjäger nicht nur um die Hotta-Brüder Gedanken machen, sondern sich zudem noch mit einem weiteren Feind konfrontiert sehen. Obwohl solche Themen Action vermuten lassen, bleibt The Unforgiven 135 Minuten lang auf einem recht zurückhaltenden Niveau. Es handelt sich hierbei um ein Drama, welches sich stark mit politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen beschäftigt. Das Wegfallen des Shinōkōshō, also des Vier-Stände-Systems aus der Edo-Zeit, wird genauso thematisiert wie die Diskriminierung der ethnischen Minderheit Ainu. Die Dialoge nehmen sich viel Zeit, um auf solche Tatsachen aufmerksam zu machen.

Technische Defizite

The Unforgiven (4)Während der Titel inhaltlich definitiv viele Qualitäten aufweist, sind wir von der Ausstattung und Umsetzung der Blu-ray-Fassung von The Unforgiven sehr enttäuscht. Der Film bietet ein meist opulentes Bild durchgehend in einer Full-HD-Auflösung. Nur selten stören hier ein paar Unschärfeeinstellungen. Das Audioformat in DTS-HD Master Audio 5.1 kann ebenfalls nicht gänzlich überzeugen. Der Film wechselt zwischenzeitlich auf die Originaltonspur, wenn sich Kamata oder Sawada in der Ainu-Sprache mit der ethnischen Minderheit unterhalten. Um die Charaktere problemlos verstehen zu können, muss die Lautstärke höhergestellt werden. Später stellt man sie dann wieder herunter, weil die Musik des Films gegebenenfalls zu lautstark sein könnte. Fans der japanischen Originaltonspur haben keine Möglichkeit auf diese zu wechseln, da sie einfach keinen Platz auf der deutschen Veröffentlichung der Blu-ray-Fassung gefunden hat. Möchte man den Film also auf Japanisch genießen, ist ein Import die einzige Möglichkeit. Recht dürftig fällt auch das Bonusmaterial aus. Aus dem spartanisch gestalteten Menü heraus können wir lediglich auf einen deutschsprachigen Trailer von The Unforgiven zugreifen, der den Film dazu action-lastiger darstellt, als er überhaupt ist. Immerhin liegt ein Code bei, den wir beim Streaming-Dienst Flixter einlösen und so The Unforgiven auch streamen dürfen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): The Unforgiven ist kein Film, den ich mir zwischendurch angucken möchte. Das Drama aus dem Jahr 2013 mit Watanabe Ken in einer der Hauptrollen beschäftigt sich mit einem historischen Hintergrund, welcher für das Japan der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von immenser Bedeutung ist. Durch den politischen Regierungswechsel liegt die Macht nicht mehr beim Shōgun, sondern de facto beim Tennō. In dieser Zeit werden außerdem die Stände abgeschafft, womit sich in erster Linie Kamata Jubei konfrontiert sehen muss. Sein Leben ändert sich innerhalb weniger Tage schlagartig und wird für mindestens elf Jahre von der politischen Umwälzung bestimmt – bis er durch das Auftreten von Baba Kingo von der Vergangenheit eingeholt wird. Armut und Hunger bestimmen seinen Alltag, weshalb der einstige Samurai wieder zum Schwert greift und mit verschiedenen Arten von Tod konfrontiert wird. Dabei stellt der Film mehrmals die Frage, wie, wann und ob man überhaupt töten sollte. Wie sich das in The Unforgiven genau widerspiegelt, möchte ich aber nicht verraten. Watanabe-Fans, die sich mit ein paar politischen und gesellschaftlichen Problemen der frühen Meiji-Zeit beschäftigen möchten, sollten sich The Unforgiven definitiv einmal anschauen. Das Remake von Clint Eastwoods Western Erbarmungslos sollte man mal gesehen haben, doch actionreiche Höhepunkte bietet Lee Sang-ils Werk allerdings kaum.

Vielen Dank an Warner Home Video für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Unforgiven!

Review: The Devil is a Part-Timer! (Vol. 2)

The Devil is a Part-Timer (Vol. 2) (1)Da leitet man als Dämonenfürst sein Imperium erfolgreich wie ein Unternehmen, doch dann kommen die sogenannten Helden, die dafür sorgen, dass man mittels eines Zauberspruchs in einem Paralleluniversum landet, in dem man sich erst einmal mühselig zurechtfinden muss.

The Devil is a Part-Timer (Vol. 2) (2)So und nicht anders erging es dem Dämonenfürsten von Ente Isla. Satan Jakobu wird gleich mit seinem treuen Diener Arushieru in eine Welt versetzt, die wir nur allzu gut kennen. Soll heißen, dass die beiden Anhänger des Bösen in unserer Realität landen; genauer gesagt in der japanischen Hauptstadt Tōkyō. Dort angekommen fällt es ihnen zunächst schwer, sich in ihrer neuen Umgebung überhaupt zurechtzufinden. Ein neuer Unterschlupf muss her und Essen ist ein ebenso wichtiger Teil des täglichen Überlebens. Blöd nur, dass ihre Zauberkräfte in Tōkyō schnell schwinden und man mit den Magiekapazitäten haushalten muss. Um ihre Existenz zu sichern, wird selbstverständlich hart gearbeitet. Ein Glück, dass die Fastfood-Kette MgRonald für Satan Jakobu, der sich mittlerweile Maō Sadao nennt, einen Teilzeitjob anbietet. Während der Arbeit schmiedet Maō Pläne, wie er sowohl nach Ente Isla zurückkehren, als auch die Herrschaft über den Planeten Erde zu übernehmen kann. Beim Burgerbraten lernt er die junge Sasaki Chiho kennen, die sich prompt in ihn verliebt und ihn absolut nicht mehr loslassen kann und will. Schließlich kommt es am Ende der dritten Episode der ersten Volume zu einem Date zwischen den beiden Arbeitskollegen. Bevor Sasaki ihre Gefühle Maō jedoch gestehen kann, wird ihr privates Treffen durch ein heftiges Erdbeben jäh unterbrochen.

Verrat in den eigenen Reihen

The Devil is a Part-Timer (Vol. 2) (3)Schnell stellt sich auch heraus, wer für das mysteriöse Erdbeben verantwortlich ist. Niemand geringeres als Rushiferu, der früher für Satan Jakobu gearbeitet hat und jetzt für Oruba Meiyā kämpft. Dieser Verrat kann natürlich nicht einfach so hingenommen werden, weshalb mitten in Shibuya ein Kampf entbrennt. Meiyā nimmt in Kauf, dass bei diesem Kampf die Bewohner Tōkyōs verletzt werden können. Mittlerweile hat sich Maō allerdings an die Menschen bereits gewöhnt, sodass er sie nur ungern sterben lassen möchte. Das kommt seiner Feindin Emiria Yusutīna, die in der realen Welt den Namen Yusa Emi angenommen hat, sehr gelegen. Seit längerer Zeit wartet sie nur auf eine Gelegenheit, Maō aus dem Verkehr zu ziehen. Vor allem da in den vorliegenden Episoden klar wird, welch besondere Motivation sie antreibt, ist es erstaunlich, dass ihr genau in diesem Moment klar wird, dass sie nun mit Maō Seite an Seite kämpfen muss. Sowohl der Kampf, als auch der innere Konflikt von Yusa, erstrecken sich über die ersten beiden Episoden der insgesamt drei Folgen in der zweiten Volume. Die dritte Episode dreht sich dann noch um einen mysteriösen Vorfall in Sasakis Schule, der vor allem durch den neu eingeführten Charakter Urushihara Hanzō dramatisiert wird. Wer Urushihara tatsächlich ist, lassen wir an dieser Stelle offen. Er sorgt jedenfalls für reichlich Lachanfälle.

Von Fotos und Filmen

The Devil is a Part-Timer (Vol. 2) (4)Humor ist auch wieder der Überbegriff der vorliegenden Episoden von The Devil is a Part-Timer!. Wie schon in den ersten Folgen werden viele Sachverhalte zunächst ernst aufgebaut, um dann nach und nach ins Lächerliche gezogen zu werden. So auch während des Kampfes gegen Rushiferu, wo sich Maō und sein Diener beziehungsweise Mitbewohner darüber streiten, ob der Dämonenfürst sich Filme ansehen darf. An anderer Stelle überlegen sich die Charaktere auch, ob sie sich das Foto ihrer Vermieterin im Bikini anschauen können, ohne dabei ins Badezimmer zu verschwinden. Wie wir das tatsächlich meinen, erfahrt ihr am besten selbst in den zahlreichen lustig geschriebenen Dialogen. Sowohl die deutsche Synchronisation, als auch die japanische Originalfassung ist wirklich gut gelungen. Wir empfehlen allerdings, den Anime auf Japanisch anzugucken beziehungsweise anzuhören, da Emotionen hier ein wenig mehr in das typisch japanische Bild des Humors passen. Der Ton in DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo passt hervorragend zum gestochen scharfen Bild in 1080p. Wer diesmal mehr Bonusmaterial erhofft, wird vermutlich ein wenig enttäuscht sein. Mehr als beim letzten Mal gibt es in digitaler Form nicht. Das gilt auch für physisches Material. Ein Booklet ergänzt einige Informationen aus der Serie und ein Bierdeckel rundet das Paket ironisch ab.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die ersten Episoden von The Devil is a Part-Timer! haben mir sehr gut gezeigt, welche besonderen Merkmale die Serie hat. Die Story des Anime ist zwar nicht besonders tiefgehend, doch machen das die Dialoge und vor allem die vielen lustigen Situationen zwischen den Charakteren wieder wett. Es vergeht kaum eine Minute, ohne dass ich zumindest nicht einmal schmunzeln muss. Wenn ich dann auf einmal in einem Lachanfall ausarte, weiß ich, dass mich der Anime bei Laune hält. Glücklicherweise hat der Anime es geschafft, kurz vor der Halbzeit noch ein paar neue und wichtige Charaktere einzuführen beziehungsweise besser zu beleuchten. Ich hoffe sehr, dass man an diesen Stellen in den nächsten Folgen noch ansetzen wird. Das Potential ist definitiv gegeben!

Vielen Dank an Anime House für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Devil is a Part-Timer! (Vol. 2)!

Partner: Shulk-Amiibo-Gewinnspiel

Gewinnspiel The Lost DungeonBei unserer Partnerseite habt ihr noch bis zum 31. März 2015 die Gelegenheit, einen Amiibo zu gewinnen. Genauer gesagt den Amiibo des Nintendo-Charakters Shulk, den ihr beispielsweise aus Xenoblade Chronicles für die Wii oder aus Super Smash Bros. for Nintendo 3DS kennt. Was ihr dafür tun müsst, erfahrt ihr auf der Gewinnspielseite von unserem Partner The Lost Dungeon, welche ihr hier findet. Wir wünschen euch viel Glück!

Partner: NMag #59 erschienen – Einladung zum Maskenball

NMag #59 erschienen (1)Kaum wacht die Redaktion aus Ihrem Winterschlaf auf und schon erstrahlt das neue NMag in einem gänzlich neuen Design. Die kreativen Köpfe haben sich einiges ausgedacht, um das NMag-Erlebnis noch informativer, spannender und lustiger zu gestalten. Die neue Ausgabe steht ganz im Zeichen von The Legend of Zelda: Majora’s Mask 3D. Zu diesem Anlass verlost das Magazin in Zusammenarbeit mit Nintendo eine limitierte Horror-Kid-Figur. Neben Majora’s Mask 3D haben es noch viele weitere Titel ins Testlabor geschafft. Darunter befinden sich vor allem Rollenspiele wie Xenoblade Chronicles 3D, Inazuma Eleven Go Chrono Stones: Donnerknall & Flammenwall, Monster Hunter 4: Ultimate, Rune Factory 4 und Persona Q: Shadow of the Labyrinth. Die nötige Portion Party-Spaß erhält die Redaktion in Mario Party 10 und eine Prise Action gibt es in Ace Combat: Assault Horizon Legacy+.

Da das Tetris-Franchise im letzten Jahr seinen dreißigsten Geburtstag feierte, hat sich das NMag auf die Suche nach dem Ursprung der Serie gemacht. Herausgekommen ist dabei ein wirtschaftspolitischer Krimi. Ebenso interessant dürfte die Leidenschaft an zwei weiteren Videospielserien sein. Die NMag-Redaktion ergründet die Faszination von Monster Hunter und stellt sich schlussendlich auch noch die Frage, welches der beste The-Legend-of-Zelda-Teil ist. Und jetzt schnell unter http://n-mag.org die nagelneue Ausgabe kostenlos herunterladen. Viel Spaß beim Lesen!

Neuer Partner: The Lost Dungeon

Bereits seit einigen Monaten unterhält Gameplay Gamers gute Beziehungen zu The Lost Dungeon. Insgeheim lief auch schon eine Partnerschaft, doch wie das mit vergessenen Dungeons so ist, hatten wir schon bald darin verinnert und den Weg nicht mehr herausgefunden. Zurück daheim möchten wir euch unsere Partnerseite heute vorstellen. Das Online-Magazin The Lost Dungeon beschäftigt sich mit allerlei Nerd-Themen quer durch alle Genres und Medien. Die Schwerpunkte liegen dabei auf Animes, Mangas, PC- und Videospielen, Comics sowie Filmen und Serien, aber auch Bücher und Brett- und Kartenspiele haben ihren Platz auf der Seite. Neben Rezensionen bietet The Lost Dungeon immer wieder News, Artikel und Kolumnen an. Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr The Lost Dungeon einen Besuch abstatten möchtet.