Review: Chibi-Robo! Let’s Go, Photo!

Chibi-Robo! Let's Go, Photo! (1)Am 3. Juli 2013 erscheint Jissha de Chibi-Robo! in Japan. Exakt ein Jahr dauert es, bis das Spiel aus dem Hause Nintendo zwischenzeitlich in Nordamerika als Chibi-Robo! Photo Finder und hierzulande unter dem Titel Chibi-Robo! Let’s Go, Photo! erscheint.

Chibi-Robo! Let's Go, Photo! (2)Chibi-Robo! dürfte wohl nur den allerwenigsten von euch noch ein Begriff sein. Schließlich erschien bisher nur ein einziger Teil des Franchises in Europa. 2005 legt das Entwicklerstudio Skip den Grundstein dazu, doch hierzulande ist es erst im Mai 2006 soweit. Somit ist der Titel eines der letzten Spiele, die für den Gamecube noch erscheinen. Das Spielprinzip scheint für den westlichen Markt zunehmend uninteressant zu sein. Zwei Nachfolger für den Nintendo DS folgen zwar, doch während Chibi-Robo!: Park Patrol gerade noch so den Sprung auf den amerikanischen Kontinent und nach Australien schafft, bleibt Okaeri! Chibi-Robo! Happy Richie Ōsōji! ein Exklusivtitel für Japan. Selbst die New-Play-Control-Reihe für die Wii kommt im Westen ohne den kleinen Roboter aus. 2014 wagt man den Schritt und bringt den Download-Titel Chibi-Robo! Let’s Go Photo! auch ins westliche eShop-Angebot. Der Titel für Nintendos 3DS nutzt die Funktionen des Handhelds dabei auch gut aus, doch der Reihe nach: Chibi-Robo ist nicht in Vergessenheit geraten. In der nahen Zukunft treten wir aus der Versenkung wieder zurück ins Tageslicht. Bekanntschaft machen wir mit dem Direktor eines Museums, der uns prompt einstellt und uns mit den ersten Aufgaben betraut. Wir sollen ihm dabei helfen, die Ausstellungsflächen des noch leeren Museums mit Objekten zu füllen.

Auf der Suche nach dem besten Schnappschuss

Chibi-Robo! Let's Go, Photo! (3)An einem großen Laptop erfahren wir von einem sprechenden Smartphone beziehungsweise eines Personal Digital Assistant, wie dieser zu verwenden ist und wie unsere ersten Schritte im Museum aussehen werden. Am Laptop erstellen wir uns für eine bestimmte Anzahl an Happy-Punkten bestimmte Vorlagen; dann müssen wir uns in der realen Umgebung sehr gut umschauen beziehungsweise mit der 3DS-Kamera interagieren. Auf den Silhouettenkarten sind nämlich – wie könnte es auch anders sein – Silhouetten abgebildet. Sieht die Silhouette also so aus wie eine Dose, dann sollten wir eine Dose suchen und sie fotografieren. Können wir in der Silhouette ein Buch ausmachen, sollten wir ein Buch suchen. Grundsätzlich sind diese Aufgaben eine spaßige Angelegenheit, da wir so auch Objekte suchen, die eigentlich gar nichts mit der Silhouette zu tun haben, aber recht gut auf diese zutreffen. Anstatt eines Buchs haben wir uns beispielsweise eine Blu-ray-Schachtel gesucht und dabei einhundertprozentige Übereinstimmung erreicht. Nachdem wir das Foto gemacht haben, müssen wir mit Chibi-Robo in die Vergangenheit reisen und das Objekt aus dem Foto ausreißen. Der Titel macht jedoch keinen Hehl daraus, mit lustigen Ideen zu spielen. Die genannte Dose spricht mit uns und wir können sie nur zum Schweigen bringen, wenn wir sie ins Schwindeln bringen.

Durchgeknalltes Gameplay

Chibi-Robo! Let's Go, Photo! (4)Sobald wir das Objekt aus der Vergangenheit in die Gegenwart (oder Zukunft) bringen, ist es nur noch ein Katzensprung zum Abgeben des Objekts, um die Ausstellungsfläche zu füllen. Wollen wir neue Silhouettenkarten erstellen, brauchen wir die bereits genannten Happy-Punkte. Die gibt es für Jobs, die wir für andere Roboter und Co. erfüllen dürfen. Dabei kann es sich um das Abmessen einer bestimmten Länge oder einer einfachen Shooter-Einlage handeln. Dennoch gibt es Aufträge wie das Suchen eines Schweinemagens unter mehreren Fleischartikeln, die man nur dann erfüllen kann, wenn man denn auch tatsächlich weiß, wie der Schweinemagen aussieht. Die Prozedur wiederholt sich zwar ständig, doch trotzdem sollten wir aufpassen, dass Chibi-Robo nicht die Energie ausgeht. Hat Chibi-Robo nämlich kaum mehr Watt gespeichert, sollten wir schleunigst die nächste Steckdose aufsuchen, wo wir den Titel derweil auch direkt abspeichern können. Apropos Steckdose: Bei der Erkennung von Gegenständen ist das Spiel leider nicht immer perfekt. Manchmal können einfach andere Objekte genommen werden und gelegentlich erkennt das Spiel Motive nicht, wenn sich die nicht explizit vom Hintergrund abweichen. Das langwierige Gameplay wird so durchaus zu einer Geduldsprobe, den sich vor allem die langjährigen Chibi-Robo-Fans stellen dürfen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Trotz weitverbreiteter günstiger Angebote habe ich Chibi-Robo! damals nicht in meine Sammlung aufgenommen. Ein wenig ärgere ich mich darüber, da das Spielkonzept aus dem Jahr 2005 sehr interessant ist. Weniger interessant finde ich das Konzept jedoch im Jahr 2014. Das Suchen nach den richtigen Motiven macht zwar durchaus Spaß, doch wenn man in seiner Wohnung nur ein mögliches Motiv für etwas steckdosenförmiges findet und sich dieses aufgrund der hellen Tapete nicht stark genug absetzt und dadurch das Motiv nicht erkannt wird, ärgert mich das sehr. Man kommt zum Teil also nicht umher, den 3DS mit zu Freunden zu nehmen und dort den einen oder anderen Schnappschuss zu knipsen. Zudem bietet es sich an, den Titel bei Tageslicht zu spielen, da die 3DS-Kamera sehr, sehr oft gebraucht wird. Im Kern macht Chibi-Robo! Let’s Go, Photo! zwar eine Menge Spaß, da die verrückten Ideen bei mir punkten, doch auf Dauer werde ich sicherlich nicht so viel Spaß mit dem Titel haben. Hin und wieder ein Spielstart werde ich zwar wagen, aber auf Dauer ist das Gameplay mir dann doch etwas zu dröge. Ist man jedoch Fan des kleinen Roboters und möchte endlich mal einen lokalisierten Nachfolger spielen, kommt man um den Download des Titels nicht herum!

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Chibi-Robo! Let’s Go, Photo!

Review: Meister aller Klassen III

Meister aller Klassen III (1)Die Achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts sind schon sehr kurios. Martial-Arts-Filme sind hierzulande meistens nur in sehr geschnittener Form erhältlich und Titel, die inhaltlich nichts miteinander zu tun haben, werden zu einer eigenen Filmreihe erkoren, wie es hier der Fall ist.

Meister aller Klassen III (2)Eine richtige Trilogie wird mit Meister aller Klassen III dementsprechend nicht vollendet. Die Filme tragen im Original ohnehin andere Titel. Während der zweite Serienteil deshalb schon vor dem ersten Teil gedreht werden kann, ist es nicht verwunderlich, dass der dritte Teil somit beim Kinostart der zweiten Filmepisode schon lange im Kasten ist. Die Einordnung des Films, der im Original New Fist of Fury heißt, ist jedoch nicht nur deshalb abenteuerlich. Regisseur Wei Lo dreht 1972 zusammen mit Bruce Lee Todesgrüße aus Shanghai. 1973 stirbt der bis dahin wohl bekannteste Kampfkünstler an bis heute nicht gänzlich geklärten Umständen. Zu diesem Zeitpunkt kennt Lo Jackie Chan bereits, da dieser in Todesgrüße aus Shanghai als Stuntdouble tätig ist. 1976 dreht Lo in Anlehnung an diesen Film, der auf den Namen Fist of Fury hört, New Fist of Fury beziehungsweise Meister aller Klassen III. Chan erhält in diesem Film seine erste große Rolle. Eine wichtige Rolle spielt auch der historische Kontext für den Film. 1895 muss China in Folge des Ersten Chinesisch-Japanischen Kriegs die Insel Taiwan an Japan abtreten. Taiwan wird zu einer Kolonie Japans, wodurch das Kaiserreich im Zeitalter des Imperialismus an Prestige gewinnt. Der Film thematisiert die Gegensätze zwischen Japanern und Taiwanesen über eine kurze Zeitspanne, gefühlt mehrere Wochen, hinweg.

Von Shanghai nach Taiwan

Meister aller Klassen III (3)Nach der Schlacht um Shanghai im Jahr 1937 fliehen Rebellen aus der Stadt. Ihr Ziel ist die Insel Taiwan, denn eine der Rebellen möchte dort ihren letzten Verwandten, ihren Großvater, aufsuchen. In Shanghai hat ihre Familie eine Kampfschule besessen, doch durch die Angriffe der Japaner kamen diese ums Leben. Sie schwört Rache, doch anstatt von ihrem Großvater in Schutz genommen zu werden, möchte dieser sie lieber fort schicken, da ihr Leben auf Taiwan wohl ebenso gefährdet ist. Sie bleibt jedoch standhaft und verweilt auf Taiwan. Ein anderer der Rebellen verliert bei der Ankunft im Hafen jedoch sein Nunchaku beziehungsweise wird es ihm dort von einem Dieb gestohlen. Dies ist die erste Szene im Film, in dem sich die zwei elementaren Handlungsstränge überschneiden. Der Dieb ist niemand geringeres als Ah Lung, der im Ort bereits bestens bekannt ist, Ärger zu machen. Grund dafür ist jedoch die japanische Besatzung, die ihm und seinem Onkel den Handel untersagt. Lung gerät zudem ständig mit den Japanern zusammen und zieht ebenso ständig den Kürzeren. Als er sich eines Tages mit einer Kampfschule anlegt, wird er bewusstlos geschlagen. Von besagter Enkelin wird Lung in einem Graben gefunden und gesund gepflegt. Als ihr Großvater dann auch noch durch einen Japaner den Tod ereilt, schließt sich Lung ihrer Sache an und lernt in ihrer Schule Kung Fu.

Kritikpunkte

Meister aller Klassen III (4)Die Gegensätze zwischen der taiwanesischen und japanischen Kultur werden dabei vor allem durch die Dialoge deutlich gemacht. Es ist klar, dass der Film 31 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs Kritik an der japanischen Nation übt. Wenn ein Taiwanese davon spricht, dass er alle Japaner wie Hunde abschlachten will, sollte man sich jedoch fragen, ob es die einzige Aufgabe des Films sein soll, Kritik auszuüben. Kritik wird jedoch auch in weitaus humanerer Form geäußert. Der Film liegt zudem in drei Fassungen auf der Blu-ray Disc vor. Die ungeschnittene Fassung hat 121, die deutsche Kinofassung noch 93 und die internationale Version kommt mit 83 Minuten aus. Geschnitten wird nicht nur an Kampfszenen. Ebenso sind die Dialoge von der Schere betroffen, weshalb interessante Fakten in den kürzeren Fassungen verloren gehen. Es empfiehlt sich definitiv die Langfassung zu sehen. Die unsynchronisierten Stellen sind dabei mit deutschten Texten untertitelt. Leider liegen nur die kürzeren Fassungen in 5.1 DTS-HD vor; die Langfassung kommt mit 2.0 (Mono) DTS-HD aus. Die Qualität der Tonspur und auch die Qualität des Bildes lassen stellenweise leider sehr zu wünschen übrig. Die Tonspuren beinhalten teilweise dumpfes Klopfen und Walzgeräusche im Hintergrund. In puncto Bild gibt es regelmäßig verschiedene Verunreinigungen. Bonusmaterial liegt nicht vor.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Geschichte Chinas und Japans ist für mich immer sehr interessant. Diese Charakterisierung in Filmen zu bestaunen, ist immer ein Genuss. Meister aller Klassen III, egal ob der Titel für diesen Film nun Sinn ergibt oder nicht, ist – im Hinblick auf das Entstehungsjahr – sicherlich ein netter Versuch, die Vergangenheit in unterhaltsamer Weise aufzuarbeiten. Die Martial-Arts-Einlagen mögen zwar nicht die besten seien, doch da Chan hier noch am Anfang seiner Karriere steht, habe ich damit kein Problem. Viel interessanter sind ohnehin auch die Dialoge, welche die beiden Kulturen vorstellen. Schade finde ich jedoch, dass die Geschichte recht einseitig wirkt, da das Geschehen in vielen Fällen nur (negativ) aus Sichtweise der taiwanesischen Bevölkerung erzählt wird. Unpassend ist in meinen Augen jedoch, dass man den Film vor einem ernsten Hintergrund zeigt, ihn aber zudem auch noch einmal nutzt, um an Bruce Lee zu erinnern. In zwei Szenen wird nämlich einfach kurz ein Bild von Lee eingespielt. Das ist zwar eine Verbeugung vor seiner Leistung, aber einfach unpassend. Trotzdem sollte man sich Meister aller Klassen III anschauen, wenn man Chan in seiner ersten großen Rolle unbedingt einmal in Aktion sehen möchte.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Meister aller Klassen III!

Review: Mega Man VI

Mega Man VI (1)Nachdem bisherige Mega-Man-Spiele in Europa erschienen sind, muss man sich beim 1993 in Japan veröffentlichten Mega Man VI ganze zwei Dekaden gedulden. 2014 erscheint der Titel hierzulande endlich für die Virtual Console der Wii U und treibt uns erneut in den Wahnsinn.

Mega Man VI (2)Mega Man VI führt die Geschichte der Vorgänger fort. Es kommt zum ersten alljährlichen Wettstreit zwischen Robotern. Der pazifistische Dr. Light hält solch einen Wettstreit jedoch für falsch und bangt um den Weltfrieden. Aus keinem anderen Grund entsendet er seinen Schützling Mega Man, der das Turnier beaufsichtigen soll. Dr. Light sollte Recht mit seiner Vermutung haben, denn plötzlich gibt sich ein fehlgeleiteter Wissenschaftler namens Mr. X zu erkennen. Dieser prahlt damit, dass er die Roboter allesamt umfunktioniert habe und er nun die Weltherrschaft an sich reißen will. Zum Glück ist Mega Man zur Stelle, den wir bei seiner Aufgabe, die acht gegnerischen Roboter zu besiegen, tatkräftig zur Seite stehen. Mega Mans Reise führt ihn rund um den fiktiven Globus zu acht verschiedenen Schauplätzen der Erde. Dort trifft er diesmal auf Blizzard Man, Centaur Man, Flame Man, Knight Man, Plant Man, Tomahawk Man, Wind Man und Yamato Man. Bereits an den Namen der Roboter ist wie in den Vorgängern zu erkennen, in welchem Setting sich die Feinde bewegen und über welche Fähigkeiten sie verfügen. Während Blizzard Man also in schneebedeckten Bergen haust, hat sich Tomahawk Man in einem uramerikanischen Gebiet niedergelassen, Knight Man versteckt sich in einer Burg und Yamato Man genießt den Blick auf den Berg Fuji im schönen Japan.

Selbstmordabenteuer

Mega Man VI (3)Jeder der acht feindlichen Roboter verfügt über Spezialtechniken, die zunächst durchschaut werden müssen. Bis wir jedoch überhaupt erst einmal in den Ring mit solch einem Feind treten dürfen, gibt es unzählige Gefahren und Fallen zu überstehen. Wie die fünf Vorgänger ist nämlich auch Mega Man VI kein Zuckerschlecken. Betrachtet man sich die sehr bunten Screenshots, bemerkt ein Laie sicherlich nicht, welcher Schwierigkeitsgrad in Mega Man VI steckt. Die ersten Schritte in jedem Level mögen vielleicht einfach sein, doch sobald man auf den nächsten Bildschirm gelangt, entfaltet sich schon das wahre Gesicht des Spiels. Gegner, die mit Lasersalven auf einen schießen und neu auftauchen, sobald wir das Gebiet auch nur um ein paar Meter verlassen haben, sind da nur der Anfang. Zudem möchten Plattformen mittels Sprüngen gut abgestimmt werden. Fallen wir nämlich in ein Loch oder berühren die gefürchteten Stacheln, verlieren wir unmittelbar einen Versuch. Diese sind erneut sehr, sehr wertvoll, da 1-ups und selbst Energiekugeln zum Auffüllen der Energieleiste rar gesät sind. Man entdeckt zwar ständig Power-ups am Wegesrand, doch um an diese zu gelangen, ist der Einsatz einer bestimmten Waffe unumgänglich. Diese erhalten wir nach dem Mega-Man-Prinzip jedoch nur, wenn wir aus einem Gefecht mit einem der Roboter siegreich hervorgehen.

Die Suche nach der besten Route

Mega Man VI (4)Es wird wohl kaum einen Spieler geben, der nicht zuerst alle Stages versucht bis zum Ende durchzuhalten und dann entscheidet, in welcher Reihenfolge er die diversen Roboter angeht. Das System funktioniert 1993 wie heute und motiviert uns, die Techniken der Gegner und die Level-Architektur auswendig zu lernen. Mit der Zeit erkennen wie selbst Schwachstellen von gewöhnlichen Gegnern und erinnern uns an abgetrennte Bereiche, die wir nur mit einer der verschiedenen Waffen erreichen können, um so eine nahezu perfekte Route durch das Spiel zu finden. Mega Man VI ist zunächst nach wie vor kein Spiel, welches man kurz einlegen und Erfolge feiern kann. Der Titel entfaltet erst mit mehreren Spielstarts sein volles Potential. Ärgerlich ist es 1993 dann jedoch schon, dass der Titel über keinen batteriegeschützten Speicherstand verfügt. Sollten wir das Spiel in der Urversion spielen, ist das Aufschreiben von Gitternetzpasswörtern unumgänglich. In der Download-Variante für die Wii U können ungeübte Spieler jedoch tricksen und sich den Spielstand separat notieren. Mega Man VI bleibt uns jedoch vor allem deshalb in Erinnerung, weil es mit verrückten Ideen (Tanuki, die mit Spielbällen werfen) aufwartet und technisch seinerzeit gar mit diversen physikalischen Gesetzen spielt. Dazu gesellt sich der typische Grafikstil und ein toller Ohrwurmsoundtrack.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Virtual-Console-Fassung des Spiels): Die Mega-Man-Reihe ist definitiv nichts für schwache Nerven. Wer hier nach dem ersten Versuch bereits frustriert den Controller in die Ecke schmeißen will, hat mein vollstes Mitgefühl. Dennoch ist dies der falsche Weg, um mit diesem Spiel Spaß zu haben. Man muss es einfach immer und immer wieder versuchen, die Situation zu meistern. Eine Lektion, die von Videospielherstellern heutzutage viel zu wenig gelehrt wird. Bereits beim zweiten Versuch bemerkt man, dass man den letzten Checkpoint mit etwas mehr Energie erreicht hat. Man wird tatsächlich besser – man muss es nämlich einfach nur wollen und genau dann funktioniert Mega Man VI als Action-Titel mit einigen Jump-’n’-Run-Einlagen hervorragend. Dutzende Löcher, die zunächst ein unüberwindbares Hindernis darstellen, sind anschließend nur noch eine Lappalie. Ein Roboter, der einfach nicht kleinzukriegen ist, ist nur noch Altmetall, wenn man den Gegner aus einer anderen Perspektive beziehungsweise mit einer anderen Waffe betrachtet. Wer einen Klassiker erleben und spüren will, wie Videospiele damals funktionierten, kommt um Mega Man VI nicht herum!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Downloadcodes von Mega Man VI!

Review: Death Note – Box 1

Death Note - Box 1 (1)Vor einigen Jahren erschienen die Death-Note-Anime-Episoden bei einem anderen Anbieter in mehreren Volumes. Mittlerweile hat sich Kazé Anime die Rechte am Anime gesichert und veröffentlicht die von vielen Fans gelobte 37-teilige Serie in zwei einzelnen schicken Boxen.

Death Note - Box 1 (2)Light Yagami ist eigentlich ein normaler Oberschüler in der japanischen Hauptstadt Tōkyō, der jedoch mit dem Shinigami, einem Todesgott (beziehungsweise Todesgeist) Ryuk eine Gemeinsamkeit teilt. Sie sind der Welt der Menschen überdrüssig geworden, da sie Straftäter, welche die Welt schlechter machen, nicht verstehen. Eines Tages verliert Ryuk in der Welt der Menschen das Death Note. Beim Death Note handelt es sich um ein Notizbuch, welches übernatürliche Kräfte hat. Davon ahnt Light Yagami jedoch noch nichts, als er während des Unterrichts auf den Rasen schaut und dort das Buch bemerkt. Nach dem Unterricht nimmt er das Buch jedoch mit nach Hause. Die in Englisch geschriebene Anleitung im Buch kommt dem talentierten Schüler nur gelegen. Diese besagt nämlich, dass ein Mensch, dessen Namen und Gesicht man kennt, in vierzig Sekunden stirbt, wenn man seinen Namen in das Notizbuch schreibt. Als im Tōkyōter Stadtteil Shibuya ein Verbrechen geschieht und es im Fernsehen live durch die Nachrichten übertragen wird, probiert Light das Death Note aus. Überrascht ist er, dass dies tatsächlich funktioniert und schon bald sucht er sich neue Opfer, die einen Tod seiner Meinung nach verdient haben. Ein Vergewaltiger und selbst ein Klassenkamerad, der Schwächere ausnutzt, stehen schon bald auf seiner Todesliste. Da erscheint ihm Ryuk.

Mit der Lizenz zum Töten

Death Note - Box 1 (3)Light hat vor Ryuk jedoch keine Angst und nachdem Ryuk von Light erfährt, dass er mit der Macht des Death Note eine neue und bessere Welt erschaffen will, in dem die Menschen ohne Angst vor dem Bösen leben können, beschließt der Todesgott, dass er Ryuk beim Vorhaben stillschweigend unterstützen wird. Wir möchten nicht zu sehr ins Detail gehen, mit welcher Macht das Death Note tatsächlich ausgestattet ist, doch im Verlauf der ersten achtzehn Folgen erfahren wir genügend Regeln und Einschränkungen, die das Büchlein vielleicht doch nicht so allmächtig erscheinen lassen. Nach einigen Wochen leeren sich die Gefängniszellen in Japan. Gibt man jedoch nicht die Art des Todes an, an welchem die Person sterben soll, erliegen die Betroffenen dem Herzversagen. Genau dieses Herzversagen taucht jedoch so oft auf, dass die Polizei auf die Tode aufmerksam wird. Interpol leitet eine Untersuchung ein, die klären soll, wer dahinter steckt. Während man anfangs noch von einer Einzelperson absieht und größere Organisationen in Betracht zieht, ändert sich der Verdacht alsbald, als man beschließt, den mysteriösen Ermittler L einzubeziehen. Dieser ist Light in vielerlei Hinsicht nicht unähnlich und verfügt ebenfalls über einen scharfen Verstand. In wenigen Tagen gelingt es L, mehrere Tatsachen über Light herauszufinden. Dieser nimmt insgeheim Ls Herausforderung an.

Betagte DVD-Fassung

Death Note - Box 1 (4)Die Handlung von Death Note ist von Beginn an sehr ausgeklügelt. Mittendrin gibt es zwar immer die eine oder andere Szene, die den ganzen Anime um einigen Minuten pro Folge doch gerne mal streckt, aber im Endeffekt kann jede Episode gut unterhalten. Nicht nur Light und L sind dabei interessante Charaktere, auch ein bestimmter Inspektor bei der Polizei und noch eine weitere Figur, die nicht unwichtig für die Serie ist, mischen sich ins Geschehen ein und gestalten die Story um das Death Note sehr interessant. Was man am Inhalt nicht bemängeln kann, müssen wir jedoch an der technischen Seite anmerken. Death Note ist bisher – selbst in der japanischen Heimat – nur auf DVD erschienen. Das heißt, dass es sich hierbei immer noch um dieselbe technische Fassung handelt, die damals im Fernsehen ausgestrahlt und auf DVD schon einmal erschienen ist. Die Qualität geht größtenteils in Ordnung, doch einige Szenen wirken etwas unscharf, da man zu stark mit Weichzeichnern gearbeitet hat. Das unterstützt auf der anderen Seite die nicht vorhandene Transparenz der Handlung. Unterlegt werden die Szenen meist mit düsteren und teils melancholischen Klängen. Sowohl der japanische Ton als auch die deutsche Synchronisation wissen zu überzeugen. Wer die Serie nicht kennt und auf Bonusmaterial keinen Wert legt, bekommt mit Death Note – Box 1 einen sehr guten Einstieg.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Dadurch, dass ich vor ungefähr zwei Jahren bereits die Realverfilmungen gesehen habe, kannte ich die Handlung von Death Note bereits. Interessanterweise decken die Verfilmungen genau das ab, was wirklich wichtig ist. Das heißt, dass der Anime mit (für mich) bekannten Fakten arbeitet und diese zum Teil deutlich streckt. Kennt man die Filme jedoch noch nicht, ist der Anime sicherlich einer der spannendsten und vor allem storytechnisch ausgeklügelten überhaupt. In wirklich jeder Episode gefallen mir die Charaktere und wie sie im Anime mit der Zeit langsam, aber zielstrebig, eingeführt werden. Später kommen dann noch einige Überschneidungen dazu, die die Verbindungen unter den Charakteren wesentlich komplexer gestalten. Es gibt zahlreiche Wendungen, die den Anime zudem sehr intelligent erscheinen lassen. Kaum denkt man, dass Light L oder L Light auf die Schliche kommt, passiert etwas völlig unerwartetes und macht die Handlung um ein paar Folgen länger. Man bemerkt kaum, wie schnell die Zeit vergeht, wenn man sich auf Death Note einlässt. Wer unbefangen an diesen genialen Anime herangeht, wird eines der besten Werke erleben, die in den letzten Jahren für Furore sorgten.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Death Note – Box 1!

Review: Wii Sports Club

Wii Sports Club (1)2006 ist das wohl wichtigste Jahr in der Videospielgeschichte von Nintendo. In diesem Jahr erscheint nicht nur die zuvor noch von der Konkurrenz belächelte Wii, sondern auch Wii Sports. Das Spiel präsentiert in diesem Jahr hervorragend, wozu die Wii im Stande ist.

Wii Sports Club (2)Als ein Videospielsystem für Vielspieler will Nintendo 2006 die Wii nicht vermarkten. Nach dem eher mittelmäßig verkauften Gamecube ändert Nintendo nicht nur das Marketing. Auch die Zielgruppe wird erweitert. Anstatt wie die Jahre zuvor die üblichen Hardcore-Spieler in erster Linie anzusprechen, positioniert man sich schon mit dem 2004 in Japan veröffentlichten Nintendo DS so, um jeden Spielertyp anzusprechen. Mit Wii Sports gelingt Nintendo 2006 schließlich der Durchbruch. In Europa liegt jeder Konsole das Spiel bereits bei, sodass sich Wii Sports mit der Zeit zu einem der meistverkauftesten Videospiele aller Zeiten avanciert. In Windeseile ist die Wii ausverkauft; das Spiel in aller Munde. Um der großen Nachfrage Herr zu werden, sind Promoter von Nintendo auch in kleineren Städten unterwegs, um in dortigen Läden die Wii vorzustellen, sodass Interessierte gleich das Spiel vor Ort ausprobieren können. Bei Wii Sports handelt es sich um ein Sportspiel, bei dem man mit der damals innovativen Wii Remote Tennis, Bowling, Boxen, Baseball und Golf spielen kann. Das Interessante daran ist, dass der Fernbedienungscontroller die Bewegung des Spielers erkennt und diese ins Spiel übernimmt. Das sorgt 2006 für offene Münder, eine verdutzte Konkurrenz und Muskelkater. Zudem zählt seitdem die Ausrede nicht mehr, dass man sich mal kurz wo kratzen wollte.

Genauigkeit punktet (theoretisch)

Wii Sports Club (3)Mit der Zeit machen sich aber Stimmen laut, die von der anfangs suggerierten 1:1-Steuerung nicht überzeugt sind – sie existiert schlicht nicht. Um Abhilfe zu schaffen, veröffentlicht der japanische Konzern im Jahr 2009 den Nachfolger Wii Sports Resort. Hier warten nicht nur neue Sportarten wie Bogenschießen auf uns, sondern auch eine erweiterte Steuerung. Dem Spiel liegt ein Wii-MotionPlus-Adapter bei, der einen zweiten Gyrosensor beinhaltet und die Steuerung theoretisch noch genauer gestaltet. Diese Technik sei drei Jahre zuvor noch zu teuer gewesen; später veröffentlicht man jedoch auch Wii-Fernbedienungen, welche diesen zweiten Sensor beinhalten. Genutzt hat diese Technik jedoch kaum ein Spiel, die Beliebtheit des Wii Balance Boards lässt grüßen. Während die Konkurrenz ähnliche Gehversuche in diesem Markt unternimmt, aber teils kläglich daran scheitert, kann Nintendo auf die Technik dank Abwärtskompatibilität der Wii U zurückgreifen. Obwohl die Wii U alleine durch den Preis nicht mehr jeden Spielertyp anspricht, möchte Nintendo auf diese eine Stärke der Wii abermals setzen und veröffentlicht in mehreren Paketen die alten Sportarten des ersten Teils als Download für die Wii U. Im Sommer 2014 folgt dann die Retail-Version, die ohne einen Vor- oder Nachteil alle Download-Pakete in ein seit 2006 bekanntes Gewand hüllt.

(Praktisch) ungenaue Steuerung

Wii Sports Club (4)Alle fünf eingangs erwähnten (ursprünglichen) Sportarten sind in Wii Sports Club enthalten. Diese fünf Sportarten liegen jetzt nicht nur in einer höheren Auflösung vor; sie unterstützten auch die bereits genannte Wii-MotionPlus-Technologie. Theoretisch ist es so möglich, die Schläge in Tennis, den Abschlag in Golf, einen Schlag beim Boxen, das Ausholen mit dem Baseball-Schläger und das Werfen einer Bowling-Kugel genau abzustimmen. In der Realität ist dieses Unterfangen jedoch komplizierter als gedacht. Zum einen muss man sich wirklich sehr gut konzentrieren, damit man beispielsweise Schläge im Golfsport nicht verzieht und der Golfball im Bunker landet. Zum anderen kommt es derzeit noch ungewohnt oft vor, dass sich die Wii-Fernbedienung dekalibriert und wir sie rekalibrieren müssen. Das ständige Einstellen von etwas, was eigentlich eine Ausnahme sein sollte, nervt auf die Dauer gewaltig. Besonders ärgerlich ist das, wenn man nach den gewohnten Tennis-Regeln online oder lokal gegen einen Gegenspieler antritt. Bemerkt man die Fehlkalibrierung erst bei einem Schmetterschlag, hat man direkt einen Punkt eingebüßt. Nach fünf Jahren Erfahrung mit Wii MotionPlus hätten wir hier sehr viel mehr Feingefühl seitens Nintendo erwartet. Wir trauen jedoch unseren Augen noch weniger, als wir uns durch die Sportarten klicken und beim Boxsport angekommen sind.

Erweiterte Steuerung

Wii Sports Club (5)War es 2006 in Wii Sports noch möglich, mit einer Wii-Fernbedienung und dem Nunchuck zu spielen, geht dies derweil nicht mehr. Wir können entweder eine Fernbedienung in die eine und eine weitere in die andere Hand legen, um zweihändig boxen zu können, oder wir machen dies tatsächlich einhändig! Das macht nicht nur wirklich Sinn, ist im Mehrspielermodus auch noch unfreiwillig komisch. Zudem ermüdet dies einen unserer Arme ungemein. In der Regel ist es bei solch einer undurchdachten Steuerung wirklich nötig, bald eine Pause einzulegen, wie sie uns das Spiel nach so gut wie jeder Übung vorschlägt. Das ist zwar auch nervig, doch ist nicht alles schlecht an Wii Sports Club. Man hat beispielsweise die Baseball-Steuerung überarbeitet. Ist man der Pitcher, kann man den Ball nun mit Hilfe des Wii U GamePads nun einer genauen Richtung zuordnen und zusätzlich die Art des Wurfes bestimmen. Ebenso ist es jetzt unsere Aufgabe, den Ball mit Hilfe des GamePads zu fangen, wenn der Gegner einen Ball ins Feld schleudert. Großartig! Eine weitere tolle Idee ist, dass man das GamePad beim Golfen auf den Boden legen kann. Da holen wir mit der Fernbedienung aus und sehen unseren Schläger den Ball treffen, wenn wir über den Fußboden und auf das GamePad blicken. Wie der Golfball fliegt, erleben wir selbstverständlich auf dem heimischen HD-Fernseher.

Logische Verbesserungen

Wii Sports Club (6)Um zu üben bietet das Spiel verschiedene Trainingsmöglichkeiten. Beim Bowlen können wir verschiedene Pin-Aufstellungen abarbeiten und beim Tennis Aufschläge auf große Maulwürfe schmettern. Wir sind gespannt, ob sich hier wieder eine bestimmte Tierschutzorganisation einmischen wird. Erreichen wir in den verschiedenen Sportarten Erfolge, hagelt es (sogar im lokalen Mehrspielermodus) Punkte, um unser Können in einem Rang auszudrücken. Online können wir nun ebenfalls gegen Gegenspieler antreten. An fast allen Ecken und Enden hat man trotzdem versucht, Wii Sports so gut es geht zu erweitern und zu verbessern. Optisch sieht schon Wii Sports trotz der altbackenen Technik auf einem HD-Fernseher sehr gut aus, doch durch Wii Sports Club merkt man erst recht, wie viel Luft eigentlich nach oben ist. Die schönen HD-Grafiken machen das Spiel ein klein wenig stimmiger. Beim Soundtrack hat man sich teils neue Stücke ausgesucht oder bekannte Tracks aufgemöbelt. Kurioserweise hat man sich einen neuen Sprecher für Tennis besorgt und den Sprecher beim Golfen wegrationalisiert. Diese Entscheidung ist zwar kurios, doch nicht so fragwürdig, warum die Steuerung in Wii Sports Club (im Vergleich zum Original zum Veröffentlichungszeitpunkt) leider nicht so gut funktioniert, wie wir das im Jahr 2014 erwarten. Kurz vorm Ziel geht dem Spiel die Puste aus.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Wii- und der Wii-U-Fassung): Wie bei den meisten Wii-Besitzern war 2006 Wii Sports auch mein erstes Spiel für die Konsole. Besonders in den ersten Monaten habe ich das Spiel immer wieder mit Freunden gespielt, bis genügend andere Mehrspielertitel erschienen und Wii Sports langsam abgelöst haben. Trotzdem habe ich Wii Sports immer wieder hervorgekramt, um den Titel mit Freunden zu spielen. Selbiges Schicksal wird Wii Sports Club bei mir direkt erfahren. So schön ich die neuen HD-Grafiken jetzt finde und so gut Nintendo die einzelnen Sportarten mit neuen Features ergänzt hat, so schade finde ich, dass die Steuerung in der Praxis bei mir nicht funktioniert. Kaum habe ich in Tennis drei bis vier Bälle abgewehrt, hält mein Mii seinen Schläger schon wieder ganz verkehrt. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich mit derlei Problemen im ursprünglichen Spiel gekämpft habe. Gut finde ich jedoch, dass Nintendo endlich einsieht, dass die Menschen online spielen wollen und bis auf ein bis zwei Ausnahmen hat der Online-Aufbau bei mir doch gut geklappt. Inständig hoffe ich jedoch auf einen Patch, der sowohl die Steuerungsprobleme in den Griff bekommt, gegebenenfalls auch alte Wii-Fernbedienungen spieltauglich macht oder gar eine Arcade-Steuerung ermöglicht wird. Wer auf einen Online-Modus verzichten kann und noch nie Wii Sports gespielt hat, kann ruhigen Gewissens zur günstigen Wii-Fassung greifen. Wer sich von den Steuerungsdefiziten, die ich im Test erlebt habe, nicht abschrecken lässt, darf natürlich auch zur Wii-U-Fassung greifen. Wii Sports bleibt so oder so ein Meilenstein der Videospielgeschichte, den man unter keinen Umständen verpassen darf!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Wii Sports Club!

Review: Psycho-Pass – Vol. 3 (Episoden 13 – 17)

Psycho-Pass - Vol. 3 (1)Mit Psycho-Pass – Vol. 3 erscheint die vorletzte Volume der Anime-Serie. Die Handlung der vorherigen Episoden wird dabei nahtlos fortgesetzt, gibt Einblicke in das Sicherheitssystem in der Stadt beziehungsweise hinterfragt dieses durch Antagonisten und Protagonisten.

Psycho-Pass - Vol. 3 (2)Nach den Geschehnissen der vorherigen Episoden geht es in Psycho-Pass nonstop weiter. Die Trauerfeier für Akane Tsunemoris Freundin, die vom Straftäter Shōgo Makishima vor ihren Augen hingerichtet wurde, findet gerade statt. Sie erkennt, dass sie zum Trauern jedoch keine Zeit hat. Sie unterhält sich mit ihrem Kollegen Shinya Kōgami, der ihrer Meinung ist und sie fortan bei der Ermittlung unterstützt. Es geht ihr nicht nur darum, ihre Freundin zu rächen, sondern Gerechtigkeit für alle Opfer von Makishima zu erkämpfen. Der Direktorin des Amts für öffentliche Sicherheit ist es jedoch wichtig, dass Makishima nicht getötet wird. Das Team soll ihn unter keinen Umständen töten und ihn lebendig gefangen nehmen. Der Psycho-Pass von Makishima steigt jedoch nicht an, wie wir es in den letzten Folgen erfahren haben. Daher ist es schwierig, den Verbrecher dingfest zu machen. Trotzdem findet das Team schon bald eine Spur; sie sind Makishima dicht auf den Fersen. Das nützt jedoch nur wenig, denn gerade als sie die Ermittlung vertiefen wollen, wird die Stadt von einer neuen Welle des Verbrechens heimgesucht. Mit Helmen maskierte Personen beginnen willkürlich friedliche Bewohner und korrekte Angestellte zu ermorden. Das Problem ist dem Team auch bestens bekannt, denn der Psycho-Pass von den Übeltätern steigt ebenfalls nicht an. Sie kopieren gar den der Opfer!

Ausnahmezustand

Psycho-Pass - Vol. 3 (3)Die Handlung von Psycho-Pass bleibt gewohnt spannend. Die Ermittlungsmöglichkeiten sind zwar weitgehend erklärt, doch werden uns aufgrund der Vorfälle weitere Einsatzoptionen mit neuen Gegenständen erläutert. Da der Dominator nur reagiert, wenn der Psycho-Pass einen bestimmten Wert überschreitet, ist dieser nutzlos, um auf Personen zu zielen, deren Psycho-Pass sich nicht verändert. Entsprechend wird das Team um Akane Tsunemori zum einen mit Elektro-Schlagstöcken ausgerüstet, um im Nahkampf gegen ihre Gegner gefeit zu sein. Zum anderen erhalten sie Granaten, die einen elektromagnetischen Impuls aussenden und auch die Umgebung elektronisch überlasten. Diese Granaten sollen sie zwar nur im Notfall einsetzen, da sie die direkte Umgebung in Mitleidenschaft ziehen, doch ihr Einsatz zeichnet sich von Anfang an unwiderruflich ab. Nachdem die Maskierten willkürlich durch die Bevölkerung morden, beginnt diese sich zu wehren und zu drastischen Maßnahmen zu greifen. Somit ist es verständlich, dass sich Kōgami und Co. mit der Waffe zur Wehr setzen müssen, um der Überzahl der Gegner Herr werden zu können. Interessanter ist jedoch, dass wir langsam ein Gespür dafür und Tatsachen serviert bekommen, welchen Plan Makishima eigentlich verfolgt. Auch ein sehr interessanter Storytwist am Ende von Episode 16 sorgt für offene Münder.

Song-Austausch

Psycho-Pass - Vol. 3 (4)Die gesamten Episoden haben uns nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch wieder einmal sehr gut gefallen. Der düstere Stil, der an dystopische Filme und Spiele erinnert, gefällt uns vor allem deshalb sehr gut, da er mit der erwachsenen Handlung hervorragend harmoniert. Lichteffekte und Animationen machen im 16:9-Format bei 1080p auch einen hervorragenden Eindruck. Außerdem passt sich die musikalische Untermalung den jeweiligen Situationen sehr gut an. Zudem fällt auf, dass die Köpfe hinter dem Projekt mit dieser Volume eine geänderte Titelmelodie und einen neuen Song beim Abspann verwenden. Anstatt also Abnormalize und Namae no nai Kaibutsu beim Vor- und Abspann zu hören, vernehmen wir nun durchgehend Out of Control und All alone with you. Das macht aber nichts, denn beide Songs passen thematisch sehr gut zum Anime. Bei der Synchronisation schenken sich beide Tonspuren nichts. Sowohl der japanische Originalton (der nur mit deutschen Untertiteln auswählbar ist), als auch die deutsche Synchronisation gefallen uns sehr gut. Die Sprecher hauchen sämtlichen Charakteren in beiden Sprachfassungen Leben ein. Bonusmaterial liegt in digitaler Form nur von Trailern von weiteren Kazé-Anime-Titeln vor, Einblicke in die Produktion gibt es leider abermals nicht. Dafür entschädigen drei physische Postkarten mit Motiven der Charaktere.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Psycho-Pass ist derzeit unschlagbar der Anime, bei dem ich ungeduldig auf die nächste Volume warte. Wirklich jede Episode ist sehr spannend und führt mich immer tiefer in die Welt von Psycho-Pass ein, ohne dabei auch nur im geringsten langweilig zu werden. Hinzukommen gelegentliche Storytwists, die mal mehr, mal weniger das bisher erlangte Wissen umschmeißen oder erweitern. In die Tiefe möchte ich nicht gehen, doch die Entwicklung eines bestimmten Charakters habe ich vielleicht vermutet, aber nicht in dieser Form kommen sehen, wie sie tatsächlich in Episode 16 vorkommt. Es bleibt also auch noch in den kommenden Episoden sehr spannend und ich frage mich tatsächlich, wie das noch enden wird. Ich kann den Anime an dieser Stelle aufgrund seiner erwachsenen Handlung, seines düsteren Stils, seinen tiefgründigen Charakteren und seinem interessanten Zukunftsszenario nur einmal mehr empfehlen. Psycho-Pass gehört in jede gut sortierte Anime-Sammlung!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Psycho-Pass – Vol. 3 (Episode 13 – 17)!

Review: Devil Survivor 2 – The Animation (Vol. 1)

Devil Survivor 2 - The Animation (Vol. 1) (1)Im Juli 2011 erscheint in Japan Shin Megami Tensei: Devil Survivor 2 für den Nintendo DS. Mehr als zwei Jahre soll es dauern, bis der Titel in hiesigen Gefilden erscheint. Während man noch an einer 3DS-Version des Spiels werkelt, versüßt man uns die Wartezeit mit dem Anime.

Devil Survivor 2 - The Animation (Vol. 1) (2)Das Leben geht für jeden Menschen seinen gewohnten Gang in der japanischen Hauptstadt Tōkyō. Zu den Bewohnern der Metropole gehören auch die beiden Oberschüler und Freunde Daichi Shijima und Hibiki Kuze. An einem Sonntag treffen sich die beiden im Stadtbezirk Shibuya, um über ihre Zukunft nach der Oberschule zu sprechen. Beide haben bereits die Testprüfung abgelegt, die notwendig ist, um an einer Universität studieren zu können. Die beiden sind sich jedoch noch nicht im Klaren darüber, wie ihr Studium später aussehen wird. Während für Daichi definitiv der Spaß im Vordergrund stehen soll, hat Hibiki noch keinen Plan, was er überhaupt studieren möchte. Es ist ein ganz normaler Sonntag, der jäh durch ein bestimmtes Ereignis unterbrochen wird. Daichi stellt seinem Freund die Internetseite Nicaea vor. Ist man mit der Seite verbunden, erhält man kurz vor dem Tod eines Freundes dessen Bild aufs Mobiltelefon geliefert. Hibiki und Daichi denken, es sei nur ein makabrerer Spaß. Anscheinend ist die Seite doch schon so populär, dass zwei Mädchen im Café ebenfalls eine Erfahrung mit Nicaea gemacht haben; ihre Freundin ist gestorben und tatsächlich haben sie kurz vor ihrem Tod ein Bild von ihr im virtuellen Briefkasten gehabt. Aus Witz wird Ernst, denn als die beiden auf ihre Untergrundbahn warten, erhalten sie ein Video von ihrem Tod.

Tōkyō unter Beschuss

Devil Survivor 2 - The Animation (Vol. 1) (3)Gerade in dem Moment, wo es ihnen zu unheimlich wird, wollen sie die Haltestelle zwar verlassen, doch hindert sie ein Erdbeben daran. Kurz bevor der Zug einfährt, taucht eine Frage auf ihren mobilen Geräten auf. Sie sollen sich entscheiden, ob sie leben oder sterben wollen. Selbstverständlich entscheiden sich die beiden in letzter Minute für das Leben; sie bleiben vom Unglück unverzehrt. Ebenfalls unter den Überlebenden ist die junge Io Nitta. Auch sie durfte die entscheidende Wahl treffen. Als wäre dieser Vorfall noch nicht schon kurios genug, tauchen plötzlich Dämonen auf, die sie fortan in brenzligen Situationen beschützen und für sie kämpfen wollen. Nach dem Verlassen des Schachts erfahren sie leider, dass das Unglück mit der Untergrundbahn nicht das einzige Problem in Tōkyō ist. In der Ferne sehen sie, wie sich eine gigantische Staubwolke bildet. Als das Mobilfunknetz ausfällt und quasi der Notstand ausgerufen wird, beschließen die beiden, sich an einem ruhigen Ort zu verstecken. Daraus wird jedoch nichts, da mysteriöse Monstren erscheinen, gegen die sie beziehungsweise ihre Dämonen kämpfen müssen. Daraufhin wird das Japan Meteorological Agency Geomagnetism Research Department auf die drei Charaktere aufmerksam, welches sie unmittelbar gefangen nimmt. Interessanterweise verfügt die Organisation über ein großes Hintergrundwissen.

Spannende Rollenspielhandlung

Devil Survivor 2 - The Animation (Vol. 1) (4)In den ersten vier von insgesamt dreizehn Episoden erfahren wir leider noch nicht sehr viel über das, was der Auslöser von allen Vorfällen angeht. Jedoch scheinen die Eindringlinge, wie die übernatürlichen Wesen genannt werden, verantwortlich zu sein. Der Kampf gegen die Eindringlinge beginnt und wird bereits in den ersten Episoden mehrere Todesopfer fordern. Devil Survivor 2 – The Animation zeigt, dass der Anime keine Kompromisse machen will. Keine Kompromisse werden auch beim Bildmaterial gemacht. Die Animationen sehen sehr gut aus und werfen das Geschehen in eine bedrohliche, teils sogar dystopische, Atmosphäre. Unterstützt wird das mit einem gelungenen Soundtrack, der keinen Moment langweilig wirkt. Obwohl die Geschichte auf einem Videospiel basiert und gerade einmal dreizehn Episoden für die Umsetzung einer Rollenspielhandlung wohl sehr wenig sind, kann man der Story trotz alledem sehr gut folgen. Die Geschichte um Freundschaft, Selbstfindung und Bestimmung ist in den ersten vier Episoden schon mal ein sehr gutes Beispiel, was man vom Rest des Anime und auch des Spiels erwarten darf. Käufer der Erstauflage erhalten neben dem Anime auf Blu-ray auch eine Sammlerbox, in der alle vier Volumes Platz finden werden. Obendrein gibt es noch ein kurzes Booklet mit farbigen Abbildungen und ein paar Informationen zu den Folgen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Gespielt habe ich Shin Megami Tensei: Devil Survivor 2 zu meiner Schande leider nie. Nachdem ich die ersten vier Episoden des Anime gesehen habe, würde ich das aber nur zu gerne sobald als möglich nachholen. Rollenspiele für Nintendos DS haben mich bisher nämlich so gut wie nie enttäuscht. Die Story des Anime ist nämlich sehr spannend und unterhaltsam, weshalb ich mir das im Spiel nicht anders vorstellen kann. Zudem gefällt mir das in Tōkyō angesiedelte Setting sehr gut, welches durch das Gameplay des Videospiels in Anime-Form prächtig ergänzt wird. Die Dämonen, die man mittels Mobiltelefon beschwört und die Einwirkungen verschiedener Fantasy-Typen ist klasse! Umso mehr ist es schade, dass die erste Volume nur vier Episoden enthält und mich jetzt noch gut einen Monat auf Nachschub warten lässt. Ein Grund mehr, sich alle vier Folgen noch einmal anzuschauen, um auf die nächste Volume hinfiebern zu können oder vielleicht auch das Spiel nachzuholen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Devil Survivor 2 – The Animation (Vol. 1)!

Review: Pokémon: Art Academy

Piccadilly_TS_0228Die Pokémon-Reihe war zunächst nur als Rollenspielserie geplant, doch schon bald haben die japanischen Köpfe das Potential der Reihe erkannt. Pokémon Snap ist wohl der exotischste Titel des Franchises. Pokémon: Art Academy erweitert das Franchise um einen Malkurs.

Pokémon Art Academy (2)Grundsätzlich kann Pokémon: Art Academy als eine Art Crossover zwischen Pokémon und Art Academy gewertet werden. Wir schlüpfen in die Rolle eines Jungen oder Mädchens und schreiben uns nach einem Übungskurs in die Pokémon-Kunstakademie ein. Fortan werden wir von Professor Albrecht, der übrigens der Bruder von Vince ist, in der Kunst des Malens und des Zeichnens unterrichtet. Für alle Nichtkenner der Art-Academy-Reihe ist der Name Vince sicherlich gewöhnlich, doch ist er jener Künstler, bei dem wir zuletzt in New Art Academy so viele Kunstwerke geschaffen haben. Eine weitere wichtige Figur, um die nette Story vorantreiben zu können, ist die junge Emily. Diese schreibt sich zur selben Zeit in der Kunstakademie ein wie wir. Während unsere Werke bei den ersten Lektionen bereits nach kleinen Kunstwerken aussehen, sieht die Realität bei Emily anders aus. So sehr sie sich auch bemüht, ihre Bilder sind eine halbe Katastrophe. Sehr nett, wenn die Rivalität im Franchise auch mal zu unserem Gunsten ausfällt. Dennoch ist es Professor Albrecht egal, wie das Bild im Endeffekt aussieht. Getadelt wird nicht, doch auch nicht unbedingt gelobt. Stattdessen wird man immer wieder angespornt, weitere tolle Ergebnisse zu erzielen. Das ist im Gegensatz zum freudigen Nihilismus von Meister Vince eine willkommene Abwechslung.

Ansteigende Lernkurve

Pokémon Art Academy (3)Die Lektionen in Pokémon: Art Academy bauen wie in der Art-Academy-Reihe aufeinander auf. Aufgebaut sind diese so, dass Professor Albrecht uns zeigt, was in der jeweiligen Phase zu tun ist. Anschließend sind wir an der Reihe und führen Pinselstriche und Co. nach. Zudem sind die Lektionen in verschiedene Kurse unterteilt. Im Anfängerkurs lernen wir einfache Formen kennen und in welcher Reihenfolge wir beim Malen arbeiten. Weitführende Hilfe gibt es im Studentenkurs, auf den später der Absolventenkurs folgt. Vom anfänglichen Erstellen von Konturen, dem Ausfüllen von Teilbereichen bis hin zum Schraffieren und Skizzieren erlernen wir viele hilfreiche Techniken. In der Realität ist das Arbeiten mit Radiergummi und mehreren Ebenen so vielleicht nicht machbar, doch gefallen uns diese vielen Optionen sehr. Kaum haben wir ein Pokémon gemalt, wollen wir auch schon das nächste auf die digitale Leinwand bannen. Haben wir uns noch bei New Art Academy darüber beschwert, dass es keine Bewertungskriterien für von uns gemalten Bildern gibt, setzt Pokémon: Art Academy neue, wenn auch kleine, Maßstäbe. Für ein beendetes Werk erhalten wir entweder eine goldene oder eine silberne Medaille. Das Spektrum könnte zwar größer sein, doch finden wir es schade, dass uns der Titel die Bewertungskriterien nicht offenlegt. Potential verschenkt!

Ein Schritt nach dem anderen

Pokémon Art Academy (4)Auf der technischen Seite ist Pokémon: Art Academy ein zweischneidiges Schwert. Die Optik ist zwar absolut ausreichend, unterstreicht den Pokémon-Charme mit farbenfroher Grafik und ist für eine Simulation definitiv zweckmäßig, doch nutzt der Titel niemals den Tiefeneffekt des Nintendo 3DS. Beim Erstellen von Kunstwerken können wir das sehr gut verstehen, da hier Genauigkeit (auch beim Zoomen) zählt. Warum man jedoch auf diese Spielerei auch bei den Story-Einheiten verzichtet hat, ist uns ein Rätsel. Akustisch unterscheidet sich der Titel jedoch von der Art-Academy-Serie. Hier sucht man die Nähe zur Pokémon-Reihe, in der es eher fröhliche Musikstücke gibt, denen wir lauschen dürfen. Der Soundtrack ist passend, doch hin und wieder fehlt uns die lockere Gelassenheit des Vorbilds. An der Steuerung hat sich seit den letzten Ablegern der Art-Academy-Reihe nichts geändert. Über den Touchscreen wählen wir die verschiedenen Werkzeuge aus und zeichnen ebenfalls über diesen. Nur für einzelne Aktionen, wie in einer Lektion zum nächsten Schritt überzugehen, ist Knöpfchendrücken gefragt. Wer bereits bei früheren Teilen Spaß beim Zeichnen und Malen hatte, wird (sofern die Pokémon-Affinität vorliegt) auch mit Pokémon: Art Academy zufriedengestellt. Möchte man jedoch ins Franchise hineinschnuppern, empfehlen wir eher die früheren Serienteile.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Ich verfolge die Art-Academy-Reihe seit ihrem Bestehen. Entsprechend habe ich die vielen kleinen Veränderungen im Lauf der Jahre mitbekommen. Pokémon: Art Academy macht meiner Meinung nach kaum etwas anders und nicht unbedingt besser. Es ist nach wie vor ein erholsames Spiel für zwischendurch. Möchte man jedoch wirklich viel Spaß mit dem Titel haben, ist ein Mindestmaß an Kreativität erforderlich. Lernresistenz ist ebenfalls ein sehr wichtiger Faktor, denn mit der Zeit werden immer mehr Techniken abgefragt, die man beherrschen sollte. Das gefällt mir zwar, doch finde ich es nach wie vor schade, dass auch Pokémon: Art Academy an den bekannten Problemen krankt. Eine Sprachausgabe gibt es nicht. Wie Vince bleibt auch Professor Albrecht stumm. Zwar gibt es jetzt zwei verschiedene Bewertungen für abgegebene Bilder, doch sind beide Wertungen undurchschaubar. Für die Zukunft wünsche ich mir hier mehr Transparenz, auch wenn es vielleicht schwierig ist, ein allgemeines Bewertungsmaß zu etablieren. Unterm Strich muss ich jedoch abermals sagen, dass der Titel das echte Gefühl, einen Pinsel zu schwingen, nicht ersetzen kann. Pokémon: Art Academy trägt jedoch stark dazu bei, seine persönlichen Interessen daraufhin auszuweiten!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Pokémon Art Academy!

Review: Senran Kagura – Vol. 3

Senran Kagura - Vol. 3 (1)Mit großen Schritten geht es auf das unausweichliche Finale zu. In der dritten Volume von Senran Kagura dreht sich wieder einmal alles um die Shinobi, ihre Widersacherinnen, einer Verräterin und weiblichen Geschlechtsmerkmalen; wie das bei einer Ninja-Ausbildung so ist.

Senran Kagura - Vol. 3 (2)Gegen ihre Widersacherinnen von der feindlichen Schlangen-Mädchenschule haben die fünf Freundinnen Asuka, Ikaruga, Katsuragi, Yagyūund Hibari von der Hanzō-Akademie absolut keine Chance. Die Lage ist aussichtslos und bald kommt ihr Lehrer Kiriya dahinter, dass es vermutlich eine Spionin in der Akademie geben muss. Anders ist es wohl nicht zu erklären, warum die gegnerische Schule übermächtig erscheint. Er vermutet eine Verräterin und um zu erkennen, wer dies wohl sein kann, plant er zusammen mit Daidōji, seine fünf Schülerinnen zu testen. Sie organisieren einen Hiking-Ausflug für die Freundinnen. Irgendwo in Japan gibt es ein geheimes Areal, in dem Extreme wie Kälte und Hitze aufeinander treffen und genau in diesem Bereich schlummert eine sagenumwobene Schriftrolle, welche sie finden sollen. Um schnellstmöglich ans Ziel zu kommen, teilen sie sich auf. Jeder kämpft alleine in Dschungel, Eiswüste und auf einem Floß, welches über einen Fluss fährt, in dem hungrige Piranhas nur darauf warten, den Shinobi die Kleider vom Leib zu reißen. Am Ende machen sie schließlich Bekanntschaft mit Daidōji; der Hiking-Ausflug ist jedoch ohne Ergebnis. Kiriya kommt zur Überlegung, dass die Verräterin vielleicht eine frühere Schülerin von ihm sein könnte. Hier käme jedoch nur Rin in Frage, die bei einer gefährlichen Mission jedoch einst ums Leben kam.

Zwei Schulen, zwei Gegner

Senran Kagura - Vol. 3 (3)Senran Kagura gewinnt abermals an Tiefe. Das liegt nicht nur an den tiefen Ausschnitten der Charaktere, die hin und wieder dezent gezeigt werden, sondern viel mehr an der Handlung. In erneut drei Episoden, die inhaltlich aufeinander aufbauen, bekommen wir nicht nur eine rasante Geschichte präsentiert, die mit viel Action auftrumpft. Einblicke in den Beginn der Ausbildung von unseren Heldinnen gewährt man uns ebenfalls. Das ist besonders deshalb wichtig, da man die Charaktere so wesentlich besser verstehen lernt. Überraschungen sind in diesen Szenen nicht ausgeschlossen, da sich einige Charaktere über die Zeit hin doch sehr zu den uns bekannten Charakterzügen entwickelt haben. Das Geschehen schwenkt zudem diverse Male zur gegnerischen Schlangen-Mädchenschule, doch finden wir es schade, dass die dortigen Charaktere nur am Rande auftauchen. Immerhin erfährt man etwas mehr über die geheimnisvolle Anführerin und eine ihrer wertvollsten Handlangerinnen. Richtige Duelle mit Schwertkampf und Co. gibt es in den drei vorliegenden Episoden jedoch kaum. Am Ende der neunten und somit letzten Episode dieser Blu-ray Disc gibt es jedoch ein Duell, welches das Finale einläutet, welches dann hoffentlich sämtliche Fragen beantworten wird. Da nützen dann auch keine, manchmal recht plumpe, Kameraschwenks auf die Brüste der Heldinnen.

Japanische Lautmalerei

Senran Kagura - Vol. 3 (4)Die Ecchi-Elemente des Animes sind natürlich nicht Hauptaugenmerk; auch wenn einzelne Szenen des Anime das nur zu gerne suggerieren möchten. Viel wichtiger ist dabei nämlich der sehr tolle Humor, der unzertrennlich mit diesen Elementen verbunden ist. Anspielungen aufs Grapschen oder Vergleiche zwischen Körbchengrößen unter Frauen sind sehr amüsant. Auch andere Einspielungen wie das Auftauchen eines Eisbären mit der einhergehenden Lautmalerei der japanischen Sprache ist einfach großartig. Deshalb empfehlen wir euch sehr, den Anime in der japanischen Synchronisation anzuschauen. Emotionen kommen dort wesentlich besser zur Geltung, als in der deutschen Fassung. Diese ist zwar für sich genommen nicht schlecht, kann aber eben nicht das volle Potential entfalten. Beide Tonspuren liegen in DTS-HD Master Audio 2.0 vor, während die Bildschirmauflösung der Blu-ray selbstverständlich in 1080p auf der Disc schlummert. Japanischkundige werden es jedoch abermals schade finden, dass die japanische Synchronisation nur mit nicht abschaltbaren Untertiteln anzuhören ist. Neben drei Episoden, die circa 75 Minuten Laufzeit einnehmen, liegt kein digitales Bonusmaterial mehr vor. Dafür entschädigen zwei doch sehr reizvolle Postkarten, die der dritten Volume beiliegen. Senran Kagura – Vol. 3 bricht die Tradition, im Guten wie im Schlechten, nicht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nach sechs Episoden habe ich gehofft, dass der Anime so langsam das Finale einläutet. Bei recht wenigen Folgen ist es nämlich immer recht kompliziert, einen vernünftigen Handlungsbogen zu konstruieren. Senran Kagura tut sich damit meiner Meinung nach etwas schwer; trotzdem ist die Einleitung zu erkennen. Der Konflikt zwischen beiden Schulen wird mit spaßigen Elementen, die aus Humor und einer gesunden Ecchi-Portion bestehen, charakterisiert. Zudem kommt die Action nicht zu kurz und auch der Ernst der Lage bleibt allseits bestehen – so kurios das auch klingen mag. Sofern man bis hierhin durchgehalten hat, wird man auch mit der dritten Volume seinen wahren Spaß haben. Einzig schade finde ich nur, dass abermals auf Bonusmaterial verzichtet wird. Die zwei Postkarten schaue ich mir zwar gerne an, doch bieten sie mir kein Hintergrundwissen, nach dem ich mich mit jeder weiteren Folge von Senran Kagura so sehr sehne. Wer darauf verzichten kann, erhält mit Senran Kagura – Vol. 3 dennoch abermals ein sorgenfreies Paket!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Senran Kagura – Vol. 3!

Review: Btooom! (Band 2)

Btooom! (Band 2) (1)Der zweite Manga von Btooom! beginnt genau dort, wo der erste Band aufgehört hat. Ryōta Sakamoto befindet sich in einem Kampf mit einem hübschen Mädchen. Dieses schockt sich mit ihrem Elektroschocker jedoch selbst, weshalb sie bewusstlos wird. Sie hat Angst vor dem Protagonisten, der sie huckepack nimmt, um sie in Sicherheit zu bringen. Aus Furcht davor, dass Ryōta sie vergewaltigen wird, aktiviert sie eine ihrer Bomben, da sie lieber sterben will. Nachdem Ryōta sie davon überzeugt hat, dass er ihr nichts Böses antun wird, finden sich die beiden bei Kiyoshi Taira ein. Dieser ist quasi Ryōtas Partner im perfiden Spiel von Btooom!. Die drei beschließen, zu dritt und gemeinsam zu agieren, um der Insel entkommen zu können. Ihr Unterfangen wird jedoch jäh gestört, als im Schutz der Dunkelheit funkelnde Augen im Dschungel auftauchen. Wenig später geben sich die riesigen Komodowarane zu erkennen, die sie daraufhin am Fluss attackieren. Zwar gelingt ihnen die Flucht ins Wasser, doch haben sie ihre Bomben an ihrem Lagerplatz vergessen. Herr Taira macht sich auf, um die Bomben und ihre Taschen zu holen. Die Komodowarane fühlen sich dadurch jedoch provoziert und beißen Taira ins Bein. Nun steht Ryōta vor der moralischen Entscheidung, das betäubte Mädchen und den verletzten Taira zurückzulassen oder einen Weg zu finden, um alle zu retten.

Zwischenmenschlichkeit

Selbst wenn der Vorfall mit den Komodowaranen nicht unbedingt der Realität entspricht, ist die Jagd durch den Dschungel spannend inszeniert. Die zwischenmenschlichen Beziehungen der drei Freunde werden auf eine harte Probe gestellt – und das nicht nur im Kampf gegen die Echsen. Wir befinden uns immerhin immer noch auf der Insel und ihre Feinde, der Söldner Masashi Miyamoto und der dubiose Anwalt Sōichi Natsume, sind ihnen dicht auf den Fersen. Das gipfelt in einem Kampf in einem Gebäudekomplex, bei dem nicht alle überleben werden und den Fortschritt der Spielteilnehmer, welcher durch die Mikrochips symbolisiert wird, einmal mehr neu verteilt. Die Spannung, die im ersten Band aufgebaut wurde, ist im zweiten Manga immer noch vorhanden. Das liegt zum einen daran, dass man nicht auf die Flashbacks verzichtet und somit auch das Leben von Ryōta und dem Mädchen Himiko vor der Insel gut geschildert wird. Viel wichtiger sind jedoch die zwischenmenschlichen Beziehungen, welche die sozialen Verhältnisse auf der Insel bestimmen. Nebenher wird auch kurz auf die Firma Tyrannos Japan eingegangen. Das bringt zumindest etwas Licht ins Dunkle. Wir sind jedoch immer noch nicht im Klaren darüber, welche Geheimnisse Btooom! noch für uns bereithalten wird. Junya Inoue arbeitet am Manga Btooom! schließlich immer noch fleißig bis heute.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Da ich den Anime bereits kenne, wusste ich leider schon, was mich ungefähr in diesem Band erwartet. Somit blieb die große Spannung für mich zwar aus, doch kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass der Manga für jeden, der den Anime noch nicht gesehen hat, dennoch spannend ist. Btooom! ist in vielen Punkten einfach unberechenbar. Man weiß nie, was in der nächsten Szene passiert und jedes Mal hat man unweigerlich im Hinterkopf, dass einem Verbündete jederzeit verraten könnten. Als Leser geht es einem also nicht anders, als den Protagonisten und Antagonisten des Manga. Btooom! ist aber besonders deshalb so interessant, weil gelegentlich zwischen den Zeiten gesprungen wird und ich das Leben der Charaktere aus verschiedenen Zeitebenen kennenlerne. Btooom! ist ein Manga, um den man nur schwer herumkommt. Da der Anime nur über wenige Episoden verfügt, kann ich mir zudem sehr gut vorstellen, dass mit dem nächsten Manga für mich definitiv mehr Spannung aufkommen wird.

Vielen Dank an Tokyopop für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Btooom! (Band 2)!

Review: Canton Godfather

Canton Godfather (1)Die erste Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts wird in US-amerikanischen Filmen sehr oft in Form von Gangsterfilmen charakterisiert. Jackie Chan möchte das Treiben von Triaden in den Straßen von Hongkong vorstellen, geht jedoch weitgehend einen deutlich unblutigeren Weg.

Canton Godfather (2)In der Mitte der Dreißiger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts nimmt sich Chen-Wah Kuo vor, von Kanton nach Hongkong zu reisen, um dort Arbeit zu finden. In der Metropole wird Kuo jedoch zunächst nicht fündig. Stattdessen fällt er auf einen Arbeitsvermittler herein. Dadurch verliert er den Großteil seiner Ersparnisse, die von den Reisekosten übrig geblieben sind. Von dem Glück verlassen, verbringt er seine Zeit auf einer Parkbank. Dort trifft er auf eine Frau, die ihm eine Rose verkaufen will. Angeblich solle diese ihm Glück bringen. Zunächst zögert Kuo, doch in dem Moment, als er ihr seinen letzten Dollar gibt, rast ein Auto hinter ihm über die Parkbank und die nahen Treppen hinunter. Er sieht sofort nach, ob sich jemand verletzt hat. Als er Hilfe leisten will, tauchen mit Maschinenpistolen bewaffnete Triaden auf. In Kuos Augen und als Kampfkünstler sei es seine Aufgabe, den Personen im Wagen zu helfen. Nach einem kurzen Kampf erfährt Kuo, wen er da eigentlich gerettet hat. Es handelt sich dabei um einen hoch angesehenen Triadenboss in Hongkong. Als Kuo ihn in Sicherheit bringt, ist die hoch angesehene Persönlichkeit jedoch nicht von Kuo überzeugt und will ihn eigentlich aus dem Weg räumen. Er erliegt jedoch seinen Wunden mit unvollendeten Sätzen. Es kommt wie es kommen muss: Die Komplizen des Triadenbosses ernennen Kuo zu ihrem Großen Bruder.

Verkettung ungünstiger Zufälle

Canton Godfather (3)Großer Bruder bedeutet in diesem Falle so viel wie, dass Kuo jetzt ihr Anführer ist. Dieser lehnt jedoch Gewalt und jegliche Form von Verbrechen ab. Entsprechend schlecht kann sich Kuo unter seinen Leuten behaupten. Einige sind der Meinung, dass Fei die Rolle des neuen Bosses besser stehen würde. Dieser intrigiert, indem er sich mit Kuos Gegenspieler Tiger zusammentut. Der Auslöser der Fehde zwischen Kuo und Tiger ist jedoch ein Nachtclub. Nach dessen Fertigstellung verlangt Tiger die Hälfte aller Einkünfte, was wiederum nicht in den Interessen von Kuo steht. Eingewoben in die Haupthandlung ist jedoch eine Geschichte, die nur lose mit den eigentlichen Geschehnissen verknüpft ist. Die eingangs schon erwähnte Rosenverkäuferin hat eine Tochter, die glaubt, dass ihre Mutter wohlhabend sei. Dadurch ist es der Tochter möglich, sich mit ihrem reichen Freund zu verloben. Als Kuo davon erfährt, hilft er der Rosenverkäuferin, die Täuschung durch finanzielle Mittel aufrechtzuerhalten. Da es dazu jedoch nötig ist, Polizeichef Ho von dem eintreffenden Multimilliardär abzulenken, verstrickt sich die Geschichte in viele ungünstige Zufälle und lustige Situationen, mit denen sowohl die Charaktere, als auch die Zuschauer zukämpfen haben. Humor und weniger Action heißt die Devise, die Regisseur und Hauptdarsteller Jackie Chan hier an den Tag legt.

Willkürliche Schnittfassung

Canton Godfather (4)Trotzdem gibt es in Canton Godfather einige Action-Szenen zu sehen. Besonders die Szene, in der sich Altmeister Jackie Chan in einer Seilerei mit Feis Schergen prügelt, ist mal wieder eine Filmstelle, die Fans in ihren Gedanken seit 1989 bereits verankert haben. Der Humor ist auf einem gewohnt guten Niveau, doch kann dieser in der deutschen Fassung nicht immer in vollem Glanz erstrahlen. Der Grund ist schnell gefunden. Während die deutsche Fassung nur 93 Minuten umfasst, bietet die Filmfassung im kantonesischen Original satte 128 Minuten. Positiv hervorheben möchten wir hier Publisher Splendid Film. Dieser ermöglicht es, dass der Film entweder in der deutschen Fassung, im Original oder in der deutschen Fassung mit den ausgebliebenen Szenen untertitelt angesehen werden kann. Wir empfehlen auf jeden Fall eine der letzten beiden Varianten, denn man hat hier nicht etwa brutale Action-Szenen entfernt, sondern willkürlich die Szene angesetzt, dass zum Teil die Handlung nicht nachvollziehbar sein kann. Bonusmaterial liegt in Form eines Audiokommentars von Bey Logan, einem recht kurzen Special mit Jackie Chan (der über seinen Filmschnitt philosophiert) und auch in der Originalfassung entfernten beziehungsweise ersetzten Szenen vor. Canton Godfather mag zwar unterm Strich keine originelle Geschichte erzählen, aber zumindest eine sehr witzige!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Bei Canton Godfather habe ich zunächst auf einen ernsten Film gewartet, doch bereits nach wenigen Szenen wird klar, dass auch hier nicht Gewalt verherrlicht wird. Auf der einen Seite wird Gewalt negativ dargestellt und auf der anderen Seite steht bei dieser Jackie-Chan-Produktion abermals der Humor wieder im Vordergrund. Die Geschichte in Canton Godfather mag zwar nicht sonderlich originell sein, doch der Humor, der besonders durch Jackie Chan, Bill Tung und Richard Ng betont wird. Auch wiederkehrende Motive, wie die Rose (hier als Symbol des Glücks), bringen Running Gags in den Film. Auch die Übersetzung ins Deutsche ist gut gelungen, doch sollte man sich definitiv nicht die deutsche Schnittfassung anschauen. Die Zusammenhänge der Handlung sind hier sehr schwer zu verstehen, da die Schere beim Schnitt einfach willkürlich angesetzt wurde und Canton Godfather verstümmelt. Wer sich den Film jedoch komplett in der auf der Blu-ray Disc enthaltenen kantonesischen Sprachfassung anschaut oder zumindest die in der deutschen Fassung nicht enthaltenen Szenen untertitelt anschaut, wird mit Canton Godfather zwar immer noch keine originelle Story erleben, aber zumindest einen ganzen Nachmittag mit witzigen Dialogen, illustren Begegnungen und weiteren humorvollen Inhalten gut unterhalten.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Canton Godfather!

Review: Meister aller Klassen II

Meister aller Klassen II (1)Während Meister aller Klassen im Jahr 1980 die Kinos erobert, wurde Meister aller Klassen II bereits zwei Jahre zuvor gedreht. Der Grund dafür ist einfach: Beide Filme tragen im Original unterschiedliche Titel, die hierzulande willkürlich in eine Trilogie gepresst werden.

Meister aller Klassen II (2)Inhaltlich haben die beiden Filme somit nichts gemeinsam. Während Meister aller Klassen die Geschichte zweier Kampfsportler und ihren unterschiedlichen Werdegang erzählt, versetzt der zweite Teil den Zuschauer in einen Shàolín-Tempel. Hier verbringt Lung seine Zeit, der zwar unter Shàolín-Mönchen lebt, jedoch eine andere Mentalität an den Tag legt. Trotzdem ist sein Lebensinhalt die Kampfkunst, die er zu perfektionieren versucht. Eines Tages wird jedoch das Buch der sieben Fäuste aus dem Shàolín-Tempel gestohlen. Während fünf Mönche gar nichts gegen den Übeltäter ausrichten können, schläft Lung am Eingang der Bibliothek einfach ein. Der Abt des Ordens nimmt die Schuld auf sich und lässt sich für einhundert Tage unter dem Tempel in den Katakomben einsperren. Die fünf Mönche und Lung werden dazu verdonnert, drei Tage lang zu fasten. Der Ärger nimmt jedoch nicht ab, da Lung stattdessen lieber in der Natur Kleintiere fängt und sie zu einem Eintopf verarbeitet. Obwohl die anderen Mönche von der seltsamen Suppe ebenfalls kosten, wird nur er zu einer Strafarbeit verordnet. Er fühlt sich ungerecht behandelt und muss mit einem riesigen Pinsel Schreibarbeiten verrichten. Während das Leben im Shàolín-Tempel wieder seinen gewohnten Lauf nimmt, erlangt der Dieb des Buchs unermessliche Kräfte und beginnt seinen Feldzug durchs Land, um Stärke zu zeigen.

Training mit Geistern

Meister aller Klassen II (3)Die Technik der sieben Fäuste lässt sich nur mit einer einzigen Kampftechnik besiegen. Dabei handelt es sich um die Technik der fünf Fäuste, welche jedoch seit langer Zeit verschollen ist. In einer weiteren Nacht donnert ein Komet in den Tempel, welcher dafür sorgt, dass dubiose Geister in der Bibliothek herumspuken. Der furchtlose Lung widersetzt sich den Geistern und überlistet sie. Nach einigen Scherereien im Tempel, führen die fünf Geister Lung zum Buch der fünf Fäuste. Von den Geistern verlangt er, dass sie ihn in den Techniken des Drachens, der Schlange, des Kranichs, des Tigers und des Leoparden unterrichten sollen. Noch ahnt Lung jedoch nicht, dass sich jemand des Buchs der sieben Fäuste bemächtigt. Erst als ein Kampfkunstlehrer mit seiner Tochter im Tempel erscheint, wird dem Orden klar, dass sie es mit einem gefährlichen Kampfsportler zu tun haben, dessen oberstes Ziel ist, Ansehen zu erlangen. Als plötzlich jener Kampfkunstlehrer ermordet wird und der Verdacht auf einen Mönch im Tempel fällt, eskaliert die Situation. Flucht, Verfolgung und Hexenjagd stehen an der Tagesordnung. Als dann auch noch der Bösewicht in der besagten Kampfkunstschule auftaucht und das Siegel beansprucht, muss sich Lung mehreren Prüfungen unterziehen, die ihn nicht nur vordern, sondern auch für die finale Auseinandersetzung vorbereiten sollen.

Kuriositätenkabinett

Meister aller Klassen II (4)Meister aller Klassen II kann die Qualität des Vorgängers, sofern wir bei der Trilogie-Theorie bleiben, absolut nicht einfangen. Die Geschichte ist weitgehend in die Länge gezogen und die komischen Szenen beziehungsweise das, was man hier als Humor verkauft, ist in den meisten Fällen nicht lustig. Beispielsweise gibt es eine Szene, in der Lung (gespielt von Jackie Chan) versucht, die Geister aus ihrem Versteck zu locken, indem er auf sie uriniert. Außerdem sind die Kostüme der Geister alles andere als gut. Sie wirken viel zu künstlich und ein Großteil der Spezialeffekte ziehen viele Szenen ins Lächerliche. Beispielsweise ist der Komet einfach nur die Lunte eines Feuerwerkskörpers, der vor einem schwarzen Bild nicht mal annähernd als ein Komet identifiziert werden kann. Immerhin kann der Film mit zwei grandiosen Kampfszenen am Ende die Qualität zumindest noch ein klein wenig heraufschrauben. Ebenfalls gefällt uns, wie der Film die Geschehnisse auflöst (selbst wenn die Lösung ein klein wenig unlogisch ist). Das Bild in 1080p geht für einen Film des Jahres 1978 halbwegs in Ordnung, für die Blu-ray hätten wir jedoch mehr erwartet. Die Synchronisation kann nur in seltenen Fällen mit Humor punkten. Wir empfehlen hier also klar den kantonesischen Originalton. Nach 99 Minuten ist der Spuk vorbei und dann sind wir auch froh, dass man uns hier mit Bonusmaterial verschont.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich finde es schade, wie man damals den einen oder anderen Film in eine Reihe gepresst hat, obwohl diese gar nichts miteinander zu tun haben. So habe ich mich bei Meister aller Klassen II auf eine Fortsetzung, oder zumindest auf eine inhaltliche Orientierung am Vorgänger, gefreut. Leider wurde ich hier enttäuscht. Dass Geschichte und Schauplatz nichts mehr mit Meister aller Klassen zu tun haben, kann ich noch absolut nachvollziehen. Doch erwarte ich ein wenig mehr, als das was hier abgeliefert wird. Das fängt schon mit manchen Kostümen an, denn die Kostüme der Geister wirken viel zu künstlich; ich kann sie beim besten Willen als solche Erscheinungen nicht ernst nehmen. Da hilft auch der zeitweise gute Effekt, der die Geister als halbdurchsichtige Erscheinung einblendet, beim besten Willen nicht mehr viel. Ebenso ulkig ist der Komet, der mit der Lunte eines Feuerwerkskörpers charakterisiert wird. Das ist bereits 1978 eine antiquierte Technik. Leider ist der Humor in Meister aller Klassen II auch nicht besonders gut. Viele Sprüche wirken deplatziert und auch Aktionen wie das Fangen von Kleintieren oder das Urinieren in einer Ecke sind in diesem Zusammenhang einfach nicht spaßig. Meister aller Klassen II kann man sich meiner Meinung nach getrost schenken. Man verpasst absolut nichts, wenn man den Film nicht gesehen hat. Bis auf einige der Martial-Arts-Einlagen wird man bitter enttäuscht!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Meister aller Klassen!

Review: Godzilla kehrt zurück

Godzilla kehrt zurück (1)1954 begründet Regisseur Ishirō Honda das Kaijū-Filmgenre, als Godzilla – Das Original in die Kinos kommt. Aufgrund des überraschenden Erfolgs versucht Regisseur Motoyoshi Odaman nur ein halbes Jahr später eine direkte Fortsetzung auf die Leinwand zu bannen.

Godzilla kehrt zurück (2)Dass eine Fortsetzung nur ein halbes Jahr später in die Kinos kommt, ist heutzutage einfach nicht möglich. Zu hoch sind die Kosten bei der Produktion eines Films und zu hoch ist das Risiko Ideen nicht gut genug umsetzen zu können. Im April 1955 denkt Odaman jedoch nicht daran und bringt mit Godzilla kehrt zurück die direkte Fortsetzung des ersten Films mit der Riesenechse in die Kinos. An der eigentlichen Intention des Monsters hat sich nichts geändert. Gojira, wie das Monster eigentlich heißt, ist nach wie vor Kritik an Atomkraft. Zwar werden die Ereignisse, sprich die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki im Jahr 1945 und auch das Schiffsunglück der Daigo Fukuryū Maru 1954, nicht thematisiert, doch wird in einer Szene darauf hingewiesen, was zum Auftauchen des Monsters geführt hat: Atomtests. Die Handlung des zweiten Films setzt damit ein, dass der Pilot Kobayashi auf der Insel Iwato vor der Küste Japans notlanden muss. Als der Pilot Tsukioka zur Hilfe eilt und Kobayashi verarztet, machen die beiden eine überraschende Entdeckung. Als der Boden bebt, bemerken die beiden, dass hinter den Bergen zwei gigantische Monster miteinander kämpfen. Sofort ist ihnen klar, dass es sich bei einem der beiden Monster um Gojira handelt; obwohl dieser am Ende des letzten Teils bekanntermaßen durch den Oxygen-Zerstörer vernichtet wurde.

Gojira gegen Anguirus

Godzilla kehrt zurück (3)Bei ihrer Rückkehr nach Ōsaka berichten sie den Behörden von dem Zwischenfall auf Iwato. Dr. Yamane, der ebenfalls schon im ersten Teil zu Rate gezogen wurde, stellt sofort klar, dass es sich hierbei nicht um den besiegten Gojira handelt, sondern um ein neues Monster seiner Art. Dass andere Monster wird als Ankylosaurus identifiziert, jedoch fortan Anguirus genannt. Diese Kreaturen nehmen jedoch monströse Ausmaße an, so dass sich Japan nur ein Jahr nach der Zerstörung von Tōkyō mit einer weitaus größeren Bedrohung konfrontiert sehen muss. Das Militär ermittelt fortan die Standorte beider Monster und kommt zum Schluss, dass sich beide Wesen auf Ōsaka zu bewegen. Dr. Yamane stellt klar, dass jegliche Waffen machtlos gegen beide Wesen sind und der Oxygen-Zerstörer nicht mehr eingesetzt werden könne, da das Wissen über dieses Mittel mit Dr. Serizawa gestorben sei. Ōsaka wird dennoch verteidigt, in dem man Gojira mit Leuchtraketen von der Stadt ablenken will. Als jedoch während eines Gefangentransports Sträflinge entfliehen und durch einen Unfall ein Fabrikgelände in Ōsaka in Brand gesetzt wird, wird Gojira von den Raketen abgelenkt und lässt anschließend seine Wut an der Stadt aus. Anguirus folgt dem Monster aus dem Meer. Es folgt ein Kampf, der nur einen Gewinner haben kann, aber Ōsaka definitiv in ein Trümmerfeld verwandeln wird.

Godzilla, Gojira und Gigantis

Godzilla kehrt zurück (4)Damit ist die Handlung jedoch nicht abgeschlossen und es folgt der Showdown fernab des japanischen Handelszentrums im Norden Japans. Die Geschichte um die beiden Piloten wird nach Hokkaidō verlegt, wo eines der Monster mit den Tücken eisiger Temperaturen kämpft. Obwohl der Kampf gegen Gojira in Godzilla kehrt zurück verstärkt aufgegriffen wird, bleibt es dabei natürlich nicht. Neben einer Liebesgeschichte wird diesmal auch das Rachemotiv aufgegriffen, welches in der japanischen Geschichte durch den insbesondere von Inazō Nitobe geprägten Begriff Bushidō erklärt wird. Die Handlung hat durchaus Potential, welches aber nicht genutzt werden kann. Der Film kommt selbst 1955 zu früh und erreicht deshalb nicht die Qualität des Vorgängers. Trotzdem befindet sich der Film technisch auf einem ähnlich hohen Niveau wie der Vorgängerfilm. Der Kampf zwischen Gojira und Anguirus wirkt spannend und die Zerstörung von Ōsaka ist ein Genuss für Fans alter Modellstädte. Leider kann der Soundtrack des Films da nicht mithalten. Er versteckt sich zu oft im Hintergrund, anstatt die Atmosphäre zu untermauern. Wer nichts vom legendären Monster verpassen will, schlägt bei Godzilla kehrt zurück abermals zu, da es sich hierbei tatsächlich um die japanische Fassung handelt und Gojira nicht wie in der amerikanischen Ausgabe in Gigantis umbenannt wurde.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Heutzutage würde es sich kein Regisseur trauen, einen Nachfolger in so kurzer Zeit nach einem erfolgreichen Film zu drehen. Zeitlich ist das bei aufwendigen Produktionen heutzutage zudem auch gar nicht mehr möglich. Auch 1955 hat sich Odaman beeilen müssen, um noch auf der Erfolgswelle von Godzilla – Das Original mitschwimmen zu können. Gelungen ist ihm das nur bedingt. Godzilla kehrt zurück ist zwar kein schlechter Film, kommt aber nicht an Gojiras Debüt heran. Die Handlung wird sinnvoll fortgeführt, ein neues Monster eingeführt und wichtige Themen und Charaktere ins Universum eingeleitet. Unterm Strich ist das jedoch zu wenig, da die eigentliche Intention des Monsters nicht deutlich gemacht, wenn auch kurz erläutert wird. So bleibt unterm Strich in meinen Augen immer noch ein guter Monsterfilm, der sich jedoch in erster Linie nur an die Kenner des Vorgängers richtet, welche die Geschehnisse weiterverfolgen wollen – und in Anbetracht des spannenden Kampfes zwischen Gojira und Anguirus ist Godzilla kehrt zurück als Fortsetzung genau der richtige Film!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Godzilla kehrt zurück!

Review: City Hunter

City Hunter (1)Nachdem Tsukasa Hōjō seinen Manga Ein Supertrio beendet hat, beginnt er 1985 damit, den Manga City Hunter zu zeichnen. Bis zur letzten Seite des Mangas im Jahr 1991 erfreut sich dieser großer Beliebtheit. 1993 will Hongkong-Regisseur Wong Jing den Manga adaptieren.

City Hunter (2)Privatdetektiv Ryo Saeba, der auch City Hunter genannt wird, muss mit ansehen, wie sein Partner von Gaunern erschossen wird. Sein letzter Wunsch ist es, dass City Hunter sich um seine kleine Cousine Kaori (in der westlichen Fassung Carrie genannt) kümmert, die durch seinen Tod nun alleine auf der Welt ist. City Hunter willigt ein, doch in Windeseile ist das Mädchen erwachsen geworden und es fällt ihm schwer, seine Gefühle zu unterdrücken. Carrie ist es jedoch wichtig, dass er ihr seine Gefühle gesteht. In mehreren Situationen während der Handlung könnte es dazu kommen, doch wird die Story von unvermeintlichen Wendungen durchzogen. Das beginnt bereits mit der Ausgangssituation des Films. Verlagsleiter Imamura bittet den Privatdetektiv, seine verschwundene Tochter Kiyoko aufzuspüren. City Hunter erhält von seinen Kontakten schnell den Aufenthaltsort von Kiyoko. Er trifft sie in Hongkong an einem Platz, wo sich Kiyoko mit verschiedenen Skatern aufhält. Da sie sich weigert, mit ihm zu ihrem Vater zurückzukehren, hetzt sie ihre Freunde auf City Hunter, während sie in Ruhe verschwinden kann. Durch eine Verkettung unglücklicher Zufälle gelangt Kiyoko so an die Bordkarte eines Erholungsschiffs. Die ungewollte Einladung nimmt sie gerne an, doch ebenfalls durch pure Zufälle wird auch City Hunter an Bord des Dampfers getrieben.

Eine Schifffahrt, die ist lustig…

City Hunter (3)Damit jedoch nicht genug! Nicht nur City Hunter, Carrie und Kiyoko haben ihren Weg auf das Schiff gefunden. Auch eine Gruppe von Terroristen haben sich unter die Passagiere gemischt. Um punkt Mitternacht wollen diese die Kontrolle über das Schiff übernehmen, sämtliche Passagiere ausrauben und ein Blutbad anrichten. Bis City Hunter den Verbrechern auf die Schliche kommt, dauert es nicht lange. In der Zwischenzeit kann sich der Film aber in aller Ruhe die Zeit nehmen, um weitere Charaktere vorzustellen. Saeko Nogami, die Rivalin von City Hunter, befindet sich mit einer Kollegin undercover auf dem Schiff. Sämtliche Fäden der Handlung werden nach und nach zusammengeführt und miteinander verknüpft. Bis die Situation eskaliert, vergehen zwar einige Minuten, doch kann der Film bereits vorher mit irrwitzigen Martial-Arts-Einheiten und recht humorvollen Szenen begeistern. Das liegt vor allem an der Mitwirkung von Jackie Chan, der in dieser Hongkong-Version von City Hunter den titelgebenden Helden spielt. Kumiko Gotō, die in diesen Jahren fast Miss Japan geworden wäre, ist als Kiyoko zu sehen, die ebenfalls sehr zum Humor beiträgt. Der Australier Richard Norton übernimmt die Rolle des Bösewichts MacDonald und Gary Daniels ist als dessen Handlanger zu sehen. Chan legt sich mit beiden Gegnern in bester Kampfsportmanier an.

Die berühmteste Street-Fighter-Hommage der Welt

City Hunter (4)Fans der Vorlage werden wohl kritisieren, dass sich die Hongkong-Adaption von City Hunter fernab des Originals bewegt. Die Manga-Anleihen sind zwar durchweg zu erkennen und in jenen Momenten auch sehr gut umgesetzt, doch alleine die Nichtnennung von bestimmten Namen und Martial-Arts-Einlagen, die weniger auf den Manga, sondern viel mehr auf Jackie Chan zurückzuführen sind, können Kenner des Mangas abschrecken. Auch das westliche Publikum könnte doppelt überfordert sein, den Humor zu verstehen. Wer jedoch sowohl den Humor japanischer Comics und lustige Dialoge eines Hongkong-Films mag, wird sich sehr schnell an diese Umsetzung von City Hunter gewöhnen. Auf der technischen Seite besticht das Bild im 16:9-Format mit einem sauberen Bild auf Blu-ray. Ebenso gut gelungen ist der Ton. Sowohl in der deutschen Synchronisation, als auch im kantonesischen Original erhalten wir in 5.1 DTS-HD einen sauberen Klang. Die Szene, in denen Street-Fighter-Charaktere quasi zum Leben erweckt werden, erzeugt jedoch eher nostalgische Gefühle an eines der besten Beat ’em ups aller Zeiten, als mit hochkarätigen Soundeffekten zu brillieren. Auf der Disc schlummert zudem ein Audiokommentar von Bey Logan, ein alternatives Opening, das sich mehr an der Manga-Vorlage orientiert und sehr interessante Interviews mit der Filmcrew.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Manga-Vorlage wurde hierzulande wegen Lizenzproblemen leider nie vollständig veröffentlicht. Nur einzelne Filme des Anime und die Realverfilmung haben es in den letzten Jahren geschafft, sich hierzulande zu etablieren. City Hunter war mir schon länger ein Begriff; schließlich kenne ich den Film noch von der Fernsehausstrahlung auf diversen Sendern. Zuletzt habe ich den Film vor mehr als zehn Jahren gesehen, weshalb mir viele Szenen gar nicht mehr in Erinnerung geblieben sind – bis auf die berühmte Szene mit Charakteren aus dem Street-Fighter-Franchise natürlich. Aus heutiger Sicht muss ich jedoch sagen, dass der Film weder dem Manga gerecht wird, noch als Jackie-Chan-Film funktioniert. City Hunter hat die Elemente beider Medien, doch während die Manga-Elemente irgendwann zu stark zurückgefahren werden, dreht Jackie Chan irgendwann zu sehr auf. Man kann bei einer Verfilmung nicht einfach sich die künstlerische Freiheit nehmen und Elemente einführen, die nur halbwegs in den Film passen. Ich kann Jackie-Chan-Fans verstehen, die ihren Helden gerne in seinen besten Choreographien sehen wollen, das möchte ich in den meisten seiner Filme bekanntermaßen auch, doch in City Hunter hat das einfach nicht ganz geklappt. Am Ende bleibt ein Film, der zwar rund einhundert Minuten lang sehr witzig ist und auch unterhält, doch kann er City-Hunter-Leser und Jackie-Chan-Fans nicht gleichermaßen zufriedenstellen.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von City Hunter!

Review: Jin-Roh: The Wolf Brigade

Jin-Roh The Wolf Brigade (1)Animes, die einen Zeitabschnitt der japanischen Geschichte behandeln, gibt es sehr häufig. Es ist jedoch weitaus schwieriger einen Anime zu finden, der historische Tatsachen aufgreift und sie so verändert, dass ein düsteres und fiktives Abbild unserer Erde gezeichnet wird.

Jin-Roh The Wolf Brigade (2)Jin-Roh: The Wolfs Brigade oder Jin-Roh: Die Wolfsbrigade, wie der Titel hierzulande auch genannt wird, erzählt solch eine Geschichte. Wir befinden uns im Japan der Fünfziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts. In der fiktiven Welt von Jin-Roh hat Deutschland den Zweiten Weltkrieg gewonnen und beherrscht trotz des Drei-Mächte-Pakts nun auch Japan. Von diesen Hintergründen erfährt man in Jin-Roh aus Dialogen jedoch nichts. Es wird einleitend nur von einer Besatzungsmacht gesprochen, doch wenn man sich einzelne gezeichnete Elemente näher anschaut, fallen sofort Volkswagen auf und auch Helme, welche denen der Wehrmacht ähneln, lassen sich in Jin-Roh ausmachen. Die Bevölkerung wird von einem Polizei-Staat unterdrückt, den es so in dieser Form nicht einmal während der Zeit des Tokugawa-Shōgunats gegeben hätte. Wo Menschen ihrer Rechte beraubt werden, regt sich für gewöhnlich Widerstand. So auch im Tōkyōter Stadtteil Akasaka. In diesen Wirren ist es eine Terroristische Organisation, die als Die Sekte bekannt wird, welche sich gegen die Polizei durchsetzen will. Die Regierung bildet daraufhin eine Spezialeinheit, welche den Terror bekämpfen soll. Zu der Wolfsbrigade gehört auch der Soldat Kazuki Fuse. Während eines Auftrags weigert er sich, ein kleines und mit einer Bombe bewaffnetes Mädchen zu erschießen. Die Bombe explodiert dennoch.

Zweifel und Moralvorstellungen

Jin-Roh The Wolf Brigade (3)Da er sein Verhalten nicht rechtfertigen kann, wird er von seinen Vorgesetzten suspendiert. Er wird zurück auf die Akademie geschickt, doch anstatt sich dort seiner Ausbildung zu erinnern, kommen in Fuse immer mehr Gewissensbisse auf. Er stellt seine Moral oder zumindest das, was er für moralische Werte hielt, in Frage. Er sucht das Grab des toten Mädchens auf, wo er auf deren angebliche Schwester Kei Amemiya trifft. In Wahrheit ist sie jedoch genau wie das tote Mädchen eine Laufbotin für Die Sekte. Die beiden kommen sich näher und verbringen Zeit miteinander, um die Geschehnisse zu verarbeiten. Das macht sie beide zur Zielscheibe der Polizei. Als diese ebenfalls auch noch die Wolfsbrigade aus dem Verkehr ziehen will, ist der einzige Ausweg für Fuse und Amemiya die Flucht. Wie das Schicksal der beiden endet, wollen wir an dieser Stelle gar nicht verraten. Die Handlung von Jin-Roh ist diesbezüglich ohnehin schwer zu verstehen, da diese vor allem durch die politischen Motive der Regierung und auch die moralischen Ansichten der beiden Hauptfiguren geleitet wird. Als Zuschauer wird man in Jin-Roh nach einer kurzen Einleitung einfach ins Geschehen geworfen und am Ende des Films endet die Story plötzlich mit einer Metapher, die nicht zutreffender für die Rollen von Fuse und Amemiya sein könnte. Es wird zuweilen sehr melancholisch.

Das Märchen vom Rotkäppchen

Jin-Roh The Wolf Brigade (4)Das liegt vor allem daran, dass sich der Anime sehr oft auf das Märchen Rotkäppchen von Jacob und Wilhelm Grimm bezieht. Während Fuse Teil der Wolfsbrigade und somit auch als Wolf charakterisiert wird, ist Amemiya ein Rotkäppchen im Dienste der Sekte. Allerdings müssen wir erwähnen, dass sich das Märchen in der hier behandelten Fassung teils stark von der europäischen Vorlage unterscheidet. Zwar sind einzelne Elemente nicht von der Hand zu weisen, aber grundlegend kann man sagen, dass diese Interpretation durchaus düsterer ist. Düster ist auch der Stil des Anime. Die meisten Szenen spielen sich in der Nacht oder in den dunklen Katakomben ab und nur einzelne Lichtquellen unterstreichen diese Atmosphäre. Es gibt ebenso Tagszenen, doch hier wird die Umgebung relativ trist und trostlos dargestellt. Das Bild wirkt in der Blu-ray-Fassung nicht scharf, sondern eher schwammig und grobkörnig. Bei der Blu-ray-Auflage wäre bei diesem Film aus dem Jahre 1999 tatsächlich mehr möglich gewesen. Dafür ist die Klangqualität wirklich sehr gut und der Soundtrack unterstreicht das melancholische Geschehen hervorragend. Neben Originalskizzen, Animationsstudien und Trailern, liegt auf der Disc neben einem internationalen Featurette auch ein Making-of bei, welches sogar durch einen deutscher Sprecher auszugsweise übersetzt wird. Definitiv ein angenehmer Bonus!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Bereits vor einigen Monaten konnte ich den Film im Fernsehen verfolgen und war direkt von der Qualität des Animes begeistert. Dazu sollte ich jedoch direkt sagen, dass sich der Film vor allem an jene Zuschauer richtet, die sich auch gerne nach dem Ansehen eines Films mit dessen Bedeutung befassen und nicht alles auf dem Silbertablett serviert bekommen wollen. Jin-Roh: The Wolf Brigade ist in dieser Hinsicht ein Paradebeispiel, denn der Film erzählt einem wirklich wenig über die Ereignisse der fiktiven Geschichtsschreibung und vieles erkennt man nur, wenn man sich einzelne Teile des Films genau betrachtet. Auch wenn ich sehr gerne tiefer in das Universum von Jin-Roh einsteigen will und ich es deshalb schade finde, dass der Film mit Informationen geizt, finde ich genau diese Erzählweise dennoch sehr interessant. Beim zweiten Ansehen sind mir doch einige Elemente aufgefallen, die ich beim ersten Anschauen nicht bemerkt habe. Schade ist jedoch, dass gerade die gute japanische Synchronfassung, welche die melancholische Gestaltung Japans in Jin-Roh hervorragend zum Ausdruck bringt, schlecht abgemischt ist. Im Vergleich zur restlichen Geräuschkulisse ist diese einfach viel zu leise. Die deutsche Synchronisation ist jedoch alles andere als schlecht und wartet zudem mit bekannten Synchronstimmen auf, weshalb man definitiv auf seine Kosten kommen wird. Wer sich gerne mit tiefgründigen Animes beschäftigt, sollte bei Jin-Roh unbedingt zugreifen!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Jin-Roh: The Wolf Brigade!

Gameplay Gamers feiert den vierten Geburtstag

Gameplay Gamers feiert Geburtstag (1)Hochgeschätzte Gameplay-Gamers-Leser,

die Zeit vergeht wie im Flug. Es kommt uns erst wie gestern vor, dass sich Eric und Thomas an einen Tisch gesetzt und Gameplay Gamers ins Leben gerufen haben. Trotzdem ist dieses Ereignis jetzt schon mehr als vier Jahre her. Unser Team besteht nicht mehr aus zwei Leuten, sondern aus einer beschaulichen Anzahl von Redakteuren. Jahr für Jahr, Monat für Monat, Tag für Tag ist es seit 2010 unsere Aufgabe, euch mit Artikeln zu Videospielen, Anime, Manga, asiatischen Filmen und Kultur zu versorgen. In diesen vier Jahren haben wir sehr viele Erfahrungen gesammelt, die wir jederzeit in Gameplay Gamers einfließen lassen. Entweder in unseren Artikeln oder in der Gestaltung unserer Seite. Auch wenn wir mit unserer Internetpräsenz im derzeitigen Zustand sehr zufrieden sind, überlegen wir uns für die nächsten Monate bereits, welche Änderungen wir noch an ihr vornehmen können, um euch ein noch besseres Erlebnis bieten zu können; dass Gameplay Gamers eine Seite ist, die ihr jederzeit gerne aufsuchen möchtet.

Eine dieser Änderungen habt ihr vielleicht schon selbst bemerkt. Bisher war es so, dass wir nur die neun aktuellsten Artikel auf unserer Startseite angezeigt haben. Da Internetleitungen immer schneller und Benutzerfreundlichkeit immer wichtigere Aspekte von Websites werden, haben wir uns dazu entschlossen, ab sofort stolze dreißig Artikel auf einer Seite anzeigen zu lassen. Damit ersparen wir euch unnötiges Weiterklicken, falls ihr euch für einen älteren, aber noch nicht ganz vergessenen Artikel interessiert. Die Räder stehen natürlich nicht still. Im Lauf des Jahres werden wir sicherlich noch die eine oder andere Änderung an Gameplay Gamers vornehmen. Abschließend möchten wir uns aber natürlich noch bei euch bedanken. Ohne die stetig ansteigenden Besucherzahlen und freundlichen Kommentare würden wir nicht wissen, dass wir mit unserer Seite den richtigen Weg einschlagen. Bei Vorschlägen und Kritik, wie wir Gameplay Gamers noch besser machen können, freuen wir uns natürlich jederzeit über eine Nachricht von euch!

Eric Ebelt & Björn Rohwer

Prime Time: Fate/Zero – Vol. 2 (Unboxing)

Nachdem wir euch bereits vor einiger Zeit die erste Volume sowohl in einem Unboxing-Video, als auch in einem Review vorgestellt haben, folgt nun das Video zur zweiten Volume. Passend zu unserem aktuellen Review präsentieren wir euch abermals alle optischen und haptischen Vor- und Nachteile dieser Ausgabe. Wir wünschen euch viel Spaß beim Anschauen!

Review: Pullblox World

Pullblox World (1)2011 erscheint Pullblox für den 3DS und nur ein Jahr später erscheint mit Fallblox auch schon der nächste Nachfolger der Reihe für Nintendos Handheld. Am 19. Juni 2014 macht die Serie mit Pullblox World einen Sprung auf die Wii U, um uns dort Gehirnschmalz abzufordern.

Pullblox World (2)Mallo, der Held der ersten beiden Teile, ist in Pullblox World abermals die tragende Figur. Er ist unterwegs mit ein paar Freunden; allesamt Kindern. Sie erreichen den Pullblox Park von Meister Blox. Hier ist Schreckliches passiert, denn Kinder haben in seinem Park gespielt und stecken nun in den Blöcken fest. Das ist natürlich eine Aufgabe für unseren Helden Mallo, der sofort zur Tat schreitet und im Park die Kinder aus ihrer misslichen Lage retten will. Wer bis hierhin folgen konnte, wird das Grundkonzept von Pullblox World schon kennen und hat auch die Vorgänger gespielt. Für alle, welche die beiden Spiele auf Nintendos Handheld noch nicht gespielt haben, denen sei gesagt, dass sich das alles vielleicht ein wenig theatralisch anhört, das Spiel aber wesentlich kinderfreundlicher ist. Die Levels beziehungsweise Rätsel des Titels spielen sich in einem dreidimensionalen Raum ab. Am Boden sind Markierungen angebracht, an denen wir erkennen können, in welchem Raster sich die Blöcke hinausschieben lassen. Die stecken allesamt in einer unsichtbaren Wand an der Rückseite des Levels. Wir können quasi nur ihre Vorderseite sehen, welche wir packen können und auf dem sichtbaren Feld ziehen wir den Stein dann wahlweise bis zum Maximum hinaus. Auf einen Block, der nur ein Feld nach oben groß ist, können wir springen und so auch schon den nächsten Block herausziehen.

Liebesgrüße aus Persien

Pullblox World (3)Das Spielkonzept ist leicht verständlich und geht schnell in Fleisch und Blut über. Mit der Zeit werden die Herausforderungen nicht weniger und das Spiel interessanter. Zum Beispiel können wir einen Block auch von der Seite packen und ihn hinausziehen. Später kommen noch weitere Elemente hinzu. So stecken dann verschiedenfarbige Luken in den Blöcken, die uns jeweils zu ihrem gleichfarbigen Pendant führen. Außerdem gibt es Schalter, die mehrere Blöcke aus der Wand holen oder sie in diese zurückführen. Am Ende des Aufstiegs steckt dann in einem Block immer ein Kind. Es reicht nicht, dass wir den Block herausziehen. Wir müssen auf den letzten Block tatsächlich kraxeln und das nach seiner Mutter schreiende Kind in den Arm nehmen. Natürlich kann es vorkommen, dass wir von den Blöcken ganz oben bis nach ganz unten fallen. Schaden nehmen wir dabei nicht, doch kann es mitunter sein, dass wir dann keinen direkten Weg mehr nach oben finden. Anstatt auf den Reset-Knopf am Boden eines jeden Levels zu drücken, können wir die Zeit auf Knopfdruck zurückspulen. Die ganze Zeit, in der wir uns bewegt haben, wird dann revidiert. Das erinnert an Prince of Persia: The Sands of Time und Ubisofts Prinz würde neidisch erblassen, falls er jemals Pullblox World spielen könnte. Eine Vorspulfunktion, falls wir zu viel zurückgespult haben, gibt es aber nicht.

Zweihundertfünfzig Herausforderungen

Pullblox World (4)Die meisten Rätsel sind schon binnen weniger Minuten gelöst. Der Schwierigkeitsgrad ist in Pullblox World jedoch – subjektiv gesehen – nicht ausgereift. Zwischendurch gibt es nämlich immer mal wieder ein paar Rätsel, die exorbitant schwieriger wirken und uns regelrecht zur Verzweiflung treiben. Wenn wir partout nicht auf die Lösung kommen, können wir aber auch im Miiverse einen Screenshot von der Situation posten. In unserem Test hat sich sogar prompt ein anderer Spieler gemeldet, der uns Screenshots gezeigt hat, wie wir das Rätsel lösen dürfen. An solchen Stellen merkt man immer wieder, wie großartig Nintendos Miiverse eigentlich ist. Der Titel bietet über zweihundertfünfzig neue Herausforderungen und bis wir jede einzelne davon abgearbeitet haben, dürften etliche Stunden vergehen. Ist das noch nicht genug, können wir im Editor, in welchem mit fortgeschrittenem Spielstand immer mehr Features zugänglich werden, auch noch eigene Rätsel kreieren und sie mit der Welt teilen. Schade nur, dass der Titel sowohl online als auch offline keine kooperativen Spielmodi bietet. Auch das GamePad wird im eigentlichen Spiel nicht ausreichend genutzt. Wir können lediglich das Geschehen auf dem Screen verfolgen. Immerhin kann der farbenfrohe Grafikstil und die schönen Melodien darüber ein klein wenig hinwegtrösten. Pullblox World begeistert wohl jeden Rätselfan!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Zwar habe ich mir vor kurzem Pullblox und Fallblox heruntergeladen, doch zu erst gespielt habe ich Pullblox World. Das macht aber auch nichts, da sich die Spiele wohl nicht so stark unterscheiden. Zudem ist das Spielkonzept sehr leicht zu erlernen. Genau so und nicht anders sollte ein Puzzle-Spiel funktionieren. Von der ersten Minute an fesselt mich Pullblox World und sobald ich ein Kind aus einem Block gerettet habe, kribbelt es mir schon wieder in den Fingerspitzen. Ich muss sofort das nächste Rätsel lösen, um mein Gemüt zu besänftigen. Ein Kreislauf, der sich ständig schließt und von Neuem beginnt. Bis ich wohl sämtliche Rätsel von Pullblox World gelöst habe, werden noch etliche Stunden vergehen. Schade, dass ich diese Zeit nur alleine vor dem Fernseher verbringen kann. Die Entwickler haben es abermals versäumt, einen Mehrspielermodus zu integrieren. Dabei wäre ein Modus, in welchem ich kooperativ mit einem Freund ein Rätsel nach dem anderen lösen könnte, genau die Langzeitmotivation, welche Pullblox World gut getan hätte. Der Level-Editor und die farbenfrohe Optik samt charmanten Soundtrack kann dennoch entschädigen und mich dazu bewegen, Pullblox World immer und immer wieder zu starten. Genial!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Pullblox World!

Review: Godzilla – Das Original

Godzilla - Das Original (1)Im Jahr 1954 legt Regisseur Ishirō Honda mit dem Filmklassiker Godzilla – Das Original den Grundstein für den bis heute anhaltenden Kult um die gleichnamige Riesenechse. Auslöser des Filmdrehs ist das Schiffsunglück der Daigo Fukuryū Maru am ersten März 1954.

Godzilla - Das Original (2)An diesem Tag zünden die Vereinigten Staaten von Amerika eine Atombombe im Pazifik, die besagtes Fischerboot radioaktiv kontaminiert. Dies führt dazu, dass die Schiffsbesatzung an der Strahlenkrankheit leidet und einzelne Mannschaftsmitglieder den Tod finden. Politisch ist dieser Vorfall ein Desaster, da sich beide Nationen nach dem Zweiten Weltkrieg annähern. So nutzt Honda den Vorfall, um die beiden Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki in den letzten Tagen des Kriegs zu verarbeiten. Godzilla beziehungsweise Gojira ist geboren, um Atomkraft als negative Kraft darzustellen; vor den Gefahren dieser Energie zu mahnen. Dabei nutzt Honda zunächst die Kulisse einer Insel vor Japan. Vor der Küste werden mehrere Boote von einer unbekannten Kraft zerstört. Überlebende gibt es kaum und wenn es sie gibt, sind sie nicht in der Lage, über die mysteriösen Geschehnisse zu sprechen. Auf der Insel Oda berichtet ein alter Mann den restlichen Dorfmitgliedern, dass hinter den Vorfällen das Monster Gojira steckt. Eines Nacht prasselt Regen nieder und es stürmt über die Insel. Der Schrecken steht im Gesicht eines jungen Dorfbewohners, denn dieser muss mit ansehen, wie Gojira auf die Insel kommt. Dr. Yamane reist mit weiteren Wissenschaftlern auf die Insel, um die Vorfälle dieser Nacht zu untersuchen. Dabei gelingt es ihm ein Foto von Gojira zu knipsen.

Verantwortung in Menschenhand

Godzilla - Das Original (3)Die Geschichte des Films dreht sich jedoch nicht hauptsächlich um Dr. Yamane, denn dessen Tochter Emiko ist mit Dr. Serizawa liiert. Sie empfindet für ihn jedoch nur brüderliche Liebe und ihr Herz gehört Hideto Ogata, doch ihr Vater stellt sich gegen sie. Der Film handelt somit nicht nur von der Jagd auf das uralte Monster, sondern dreht sich auch um die Figuren selbst. Liebe ist dabei nur ein kleiner Faktor, der mit in die Geschichte des Films einfließt. Wichtiger ist die Verantwortung, die in den Händen von Dr. Serizawa liegt. Diesem gelingt es nämlich, während seiner Forschungsarbeit ein Mittel gegen sämtliche Lebensformen zu entwickeln. Er ist sich jedoch bewusst, dass der Oxygen-Zerstörer niemals in die Hände einer Regierung oder einer Einzelperson fallen darf, welche die wohl gefährlichste Waffe der Menschheit für böse Zwecke missbrauchen könnte. Der Film trifft eindeutig die Aussage, dass derlei Kräfte nicht in Menschenhand gehören und kritisiert somit bereits den Ausgangspunkt des Films. Durch die Atomwaffentests der Vereinigten Staaten habe Gojira erst den Meeresboden verlassen, um sich ein neues Zuhause zu suchen. Seine Reise führt ihn dabei von der Insel Oda zum größten Ballungsraum der Welt. Tōkyō-Yokohama beginnt damit, sich auf einen Angriff von Gojira mit einem riesigen Netz aus Stromleitungen und einem militärischen Aufgebot zu wappnen.

Ein Monster wird sechzig Jahre alt

Godzilla - Das Original (4)Bei einer auf geschätzt fünfzig Meter großen Kreatur geht dieser Plan natürlich jedoch nicht auf. Gojira gelingt es, die Innenstadt von Tōkyō zu betreten und einzelne Stadtteile in Schutt und Asche zu legen. Heutzutage mag man die Effekte vielleicht amüsant finden, doch im Jahr 1954 beeindruckt Tricktechniker Eiji Tsuburaya mit kleinen Städten, Modelleisenbahnen und einem Gojira, der mit dem Speien von Energiestrahlen Autos zerstört, mit seinem Schwanz in den Städten ganze Gebäude niederreißt und Eisenbahnwagons in seinem Maul zerquetscht. In unseren Ohren erklingt dabei immer der typische Schrei des Monsters, der durch verfremdete Cello-Klänge erzeugt wird. Für Godzilla-Fans sicherlich eine wahre Freude, doch die Technik in puncto Bild und Ton hat sich in der Blu-ray-Fassung nur wenig verbessert. Da der Film im November 2014 seinen sechzigsten Geburtstag feiert, wäre eine Überarbeitung des Materials sicherlich ein nettes Geburtstagsgeschenk gewesen. Das schwarzweiße 4:3-Bild und der Ton in DTS-HD 1.0 rufen in uns stattdessen nostalgische Gefühle hervor. Bonusmaterial finden wir auf der Disc nur in Form von Trailern zu diversen Godzilla-Filmen vor, die bei Splendid Film erscheinen. Godzilla – Das Original, welcher an Eugène Louriés Panik in New York von 1953 angelehnt ist, sollte sich kein Filmliebhaber entgehen lassen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Während Godzilla (2014) im Kino erneut auf den Leinwänden zu sehen ist, erscheinen bei Publisher Splendid Film die Godzilla-Filme der Shōwa- und Heisei-Zeit vom japanischen Studio Tōhō. Godzilla – Das Original aus dem Jahr 1954 markiert dabei den Anfang einer Kinolegende. Kritisch werden Ereignisse aus den Jahren 1945 und 1954 thematisiert und sachlich verarbeitet. Um die Gefahren von Atomkraft zu verdeutlichen, entwickelt man das Monster Gojira, welches mühelos Tōkyō zerstören kann. Drumherum existieren glaubhafte Charaktere, die nicht nur Verantwortung tragen müssen, sondern auch lernen, damit umzugehen. Der Film stellt sich die Frage, ob man ein Problem (Gojira) mit einem anderen Problem (der Oxygen-Zerstörer) bekämpfen kann und welche Auswirkungen die Verwendung einer solchen Waffe überhaupt erst haben kann. Auswirkungen, die sich der ehemalige Kriegsgegner nicht dringend genug gestellt hat. Godzilla – Das Original ist nicht nur ein Stück Filmgeschichte, sondern ein historisches Kulturgut.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Godzilla – Das Original!

Review: Meister aller Klassen

Meister aller Klassen (1)Meister aller Klassen ist für Regisseur und Hauptdarsteller Jackie Chan einer der wichtigsten Filme in seiner Karriere. Obwohl es sich bei diesem Film bereits um seine dritte Regiearbeit handelt, ist Meister aller Klassen Chans erster von vielen Filmen bei Golden Harvest.

Meister aller Klassen (2)Meister aller Klassen erzählt die Geschichte zweier Freunde, die in einer Kampfkunstschule ihre Fähigkeiten in Kung Fu üben. Während Tiger sich seinen Fertigkeiten bewusst ist und deswegen auch von seinem Meister für den anstehenden Löwentanz ausgewählt wird, ist sein Freund Dragon zwar auch ein geübter Kampfkünstler, jedoch wesentlich bescheidener. Am Tag des Löwentanzes fällt Tiger jedoch von einem Gerüst und über einen Eimer, den Dragon angeblich dort abgestellt haben soll. Tiger fällt für den Löwentanz aus, weshalb Dragon von Meister Tien als Ersatz und als Strafe auserkoren wird. Sie machen sich auf zum Löwentanz, während Tiger in der Schule seine Wunden kurieren soll. Der Löwentanz entbrennt und selbst Dragon scheint der Herausforderung gewachsen zu sein. Beim Löwentanz bemerkt er jedoch, dass sein Kontrahent im Kostüm des schwarzen Löwen sein guter Freund Tiger steckt. Von dieser Überraschung gebeutelt, verliert Dragon den Löwentanz und das Preisgeld erhält nicht die Tien-Schule, sondern deren stärkster Mitbewerber. Warum sich Tiger von der Konkurrenz zu dieser Tat verführen hat lassen, bleibt in Meister aller Klassen im Dunkeln. Fakt ist jedoch, dass die Geschichte am Abend durch einen Zufall mit einer Prostituierten ans Licht kommt. Tien wirft Tiger aus der Schule, der sich daraufhin bei der dubiosen Konkurrenz bewirbt.

Verwechslungen

Meister aller Klassen (3)Anstatt eine Stelle als Kung-Fu-Lehrer anzutreten, soll er der Schule dabei helfen, einen von der Polizei verhafteten Kampfkünstler zu befreien. Während Tiger trotz Bedenken einwilligt, muss sich Dragon in der Tien-Schule dem Zorn seines Meisters aussetzen. Auf kurz oder lang beschließen Dragon und Tien jedoch, dass man Tiger zurückholen muss und Hass niemanden etwas nützt. Also macht sich Dragon auf die Suche nach Tiger, während dieser eine Straftat nach der anderen begeht. Da Tiger ständig mit seinem weißen Fächer prahlt, verwickelt er damit unbewusst seinen Freund in die Angelegenheit. Das Markenzeichen beider Kämpfer ist nämlich der großer weißer Fächer. Selbst Polizeichef Sang Kung ist überzeugt, dass Dragon der gesuchte Tiger ist. Durch diese ungünstigen Zufälle gerät Dragon immer wieder in sehr abstruse und aberwitzige Situationen, für die sein Freund verantwortlich ist. Selbst mit den beiden Kindern des Polizeichefs gerät Dragon zusammen. Von diesen Familienverhältnissen weiß Dragon jedoch nichts und beschwert sich – ohne Namen zu nennen – immer mal wieder über den Sohn, während er mit dem Vater spricht und beleidigt ihn dadurch indirekt. Das ist wirklich sehr witzig und Fans von Klamauk-Kung-Fu-Filmen kommen hier eindeutig auf ihre Kosten. Der Humor wird also auch in Jackie Chans (erst) dritter Regiearbeit hervorgehoben.

Meister aller Choreographien

Meister aller Klassen (4)Dabei bleibt es jedoch nicht, denn vorwiegend handelt es sich bei Meister aller Klassen (der Film wird manchmal auch als The Young Master betitelt) immer noch um einen Martial-Arts-Film. Von diesen gibt es sogar reichlich. Während beim Löwentanz noch leichte Kost gezeigt wird, steigert sich der Martial-Arts-Anteil bis zum Finale exponentiell. Zwischendurch gibt es Kämpfe, wo mit Bänken gekämpft wird. Am Ende wartet ein Kampf auf uns, der fünfzehn bis zwanzig Minuten einnimmt und großartig choreographiert ist. Natürlich wirkt der Kampf übertrieben, da man mit Drahtseilen arbeitet, aber sowohl Tritte, als auch Schläge und Schreie wirken in dieser Kombination klasse. Nicht ganz so gut ist das Bild des Films aus dem Jahre 1980 gealtert. Auch wenn der charmante Soundtrack das Bild unterstützt, wirkt es an einigen Stellen gequetscht, in anderen Szenen etwas grobkörnig. Hier hätte man das Bild für die Blu-ray-Fassung ruhig überarbeiten können. Wer sich den 107 Minuten langen Filmen ansieht, muss mit dreizehn Minuten unsynchronisierten Szenen mit Untertiteln leben. Die Schnitte beziehen sich meist auf die Kämpfe, weshalb die Story auch in der deutschen Schnittfassung durchaus nachvollziehbar ist. Bonusmaterial liegt in Form eines Workshop mit Jackie Chan, einem Interview Ing-Sik Whang und einem Audiokommentar von und mit Bey Logan vor.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Handlung von Meister aller Klassen ist zwar nicht sonderlich originell und sie gibt es so ähnlich sicherlich in vielen Filmen dieser Zeit, aber sie reicht dafür aus, um die sehr witzigen Geschehnisse, in die Jackie Chan alias Dragon ständig hineintappt, hervorragend einzuleiten. Diese humorvollen Szenen werden dabei immer mit Martial-Arts-Elementen aufgepeppt und bieten somit sowohl für Klamauk-Fans, als auch für Kampfkunstliebhaber gute Unterhaltung. Weniger interessant ist das Bonusmaterial, denn wer sich schon einige Jackie-Chan-Filme der Digitally-Mastered-Dragon-Edition-Reihe angeschaut hat, der wird bereits wissen, dass Chan sehr gerne und ausschweifend über seine Schnitttechnik philosophiert und wie sich diese vor allem vom Schnitt des US-amerikanischen Kinos absetzt. Das Bonusmaterial bietet nur beim Interview mit Ing-Sik Whang wirklich nennenswerte Informationen, da es einen kurzen, aber recht guten Einblick in die Entstehung von diversen Hongkong-Filmen am Ende der Siebziger Jahre bietet. Trotzdem sollte man sich Meister aller Klassen vor allem aufgrund des furiosen Endkampfes anschauen. Fast zwanzig Minuten lang fliegen hier die Fetzen und der Kampf wird dabei kein Stück langweilig, da man auch hier wieder mit dem typischen Humor arbeitet.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Meister aller Klassen!

Prime Time: Btooom! – Vol. 1 – 4 (Unboxing)

Zur ersten, zweiten, dritten und vierten Volume von Btooom! haben wir euch bereits jeweils ein Review präsentiert, welche die Serie inhaltlich gut beschreibt. In unserem Unboxing-Video fassen wir alle vier Volumes zusammen und zeigen euch, auf welche physischen Merkmale ihr euch beim Kauf aller vier Ausgaben freuen dürft. Wir wünschen euch gute Unterhaltung!

Review: Fate/Zero – Vol. 2 (Episoden 7 – 13)

Fate Zero - Vol. 2 (1)Im Zweimonatstakt erscheint die Serie Fate/Zero bei Peppermint Anime auf Blu-ray Disc. Im Mai 2014 ist es die zweite Volume der Serie, die wir uns genauer anschauen sollten. Das liegt vor allem daran, dass uns die Geschichte des Anime undurchsichtiger denn je erscheint.

Fate Zero - Vol. 2 (2)Die vorliegenden sieben Episoden knüpfen unmittelbar an die Geschehnisse der ersten sechs Folgen aus der ersten Volume an. Der vierte Krieg um den Heiligen Gral ist im vollen Gange, die Masters und Servants kämpfen immer noch um ihre Vormachtstellung in diesem Krieg. In dieser Zeit mischt sich jedoch die Kirche ein, denn Ryūnosuke und Caster sind einmal mehr außer Kontrolle geraten. Anstatt sich ehrenhaft dem Kampf um den Heiligen Gral zu widmen, ziehen die beiden mordend durchs Land. Aus Spaß am Töten ermorden sie viele Kinder. Der Spur aus Leichen folgen einige der Kampfteilnehmer, um dem bösen Vorhaben ein Ende zu setzen. Allen voran stellt sich die verletzte Saber dem durchtriebenen Caster in den Weg. Der sieht in ihr jedoch nicht einen direkten Feind, sondern nur seine geliebte Jeanne d’Arc. Trotz alledem fesselt er sie mit Magie. In jenem Moment taucht Lancer auf und gemeinsam nehmen sie den Kampf gegen Caster auf, um die Kinder zu retten. Das Treiben in Fate/Zero wird auch in der zweiten Volume einmal mehr aus verschiedenen Perspektiven gezeigt. Das heißt, dass es nicht nur um die Servants geht – auch die Masters müssen sich ihren Gegenspielern stellen. Vor und im Schloss der Einzberns kommt es ebenfalls zu erbitterten Kämpfen. In Fuyuki wird auch das Leben von Alexander dem Großen vorgestellt, der das moderne Leben lieben lernt.

Soziologisches Projekt

Fate Zero - Vol. 2 (3)Wer sich nun tatsächlich hinter den Figuren, die sich Saber, Lancer, Caster, Archer und Rider nennen, verbergen, wissen meistens nur die Masters der Servants selbst – und natürlich wir als Zuschauer. Dazu gibt es auch einen guten Grund, denn wenn ein Servant erfährt, wer sich im Körper des anderen Servants verbirgt, könnte der Kampf sehr schnell sehr ungleich verlaufen. Schließlich würde man dann über die Fähigkeiten der Gegner Bescheid wissen und die vielen Schwachstellen der Feinde ausnutzen können. In einer bestimmten Folge werden jedoch die ersten Masken fallengelassen, was sehr gut in die tiefgründige Handlung passt. Anstatt die Episoden auf Kämpfe aufzubauen, herrschen diesmal nämlich Dialoge vor. In diesen geht es dann über die Existenz des Heiligen Grals und über die Servants selbst, denn es sind nicht nur die Masters, die sich einen Herzenswunsch erfüllen lassen wollen, sondern auch die Servants haben Interesse daran, bei einem Sieg dem Gral ihren Wunsch mitzuteilen. Vor allem jegliche Ansichten mit den Servants untereinander zu vergleichen, ist ein interessantes soziologisches Projekt. Wie sie aufeinander reagieren, sollte man sich definitiv nicht entgehen lassen. Da der Anime aufgrund der inhaltlichen Stärken nicht genug Fans haben kann, hat der Publisher Peppermint Anime erneut drei Postkarten mit hübschen Motiven beigelegt. Schade nur, dass die Postkarten für Sammler wohl viel zu schade sind, um sie tatsächlich zu verschicken.

Einzbern-Sōdanshitsu

Fate Zero - Vol. 2 (4)Auf der technischen Seite beeindrucken die Episoden der zweiten Volume von Fate/Zero mit einem sehr schönen Bild. Es wirkt sehr scharf, wird jedoch mit Filtern überzogen, um ständig die angespannte Atmosphäre einzufangen. Lichteffekte, die durchaus vorhanden sind, werden so vortrefflich abgeschwächt. Das Bild liegt auf der Blu-ray Disc selbstverständlich im Full-HD-Format 1080p vor. Beim Ton können wir uns ebenfalls nicht beklagen. Die deutschen Sprecher heben sich sehr gut von den Hintergrundgeräuschen und dem Soundtrack ab. Dies gilt auch für die japanische Originaltonspur. Beide Tonspuren schenken sich unserer Meinung nach so gut wie nichts, weshalb man sich getrost beide Fassungen anhören kann. Natürlich ist die japanische Fassung ein wenig authentischer, doch wer des Japanischen mächtig ist, wird sich vermutlich darüber ärgern, dass die japanische Tonspur nur mit aktivierten deutschen Untertiteln abgespielt werden kann. Leider ein viel zu häufiges Problem bei Animes, welches wir in Zukunft am liebsten nicht mehr begegnen möchten. In Zukunft würden wir uns jedoch sehr darüber freuen, wenn wir wieder mit charmanten Bonusmaterial konfrontiert werden. Auf der vorliegenden Blu-ray schlummern beispielsweise zwei Bonus-Folgen von Einzbern-Sōdanshitsu. Die sind nicht nur sehr witzig, sondern zum Verständnis der Serie hilfreich.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die ersten Episoden von Fate/Zero sind so aufgebaut, dass ich langsam, aber stetig, in die Serie eingeführt werde. Die Folgen der zweiten Volume bauen konsequent darauf ab. Leider finde ich es etwas schade, dass es zwar einen durchgehenden Handlungsstrang gibt, die meisten Episoden aber abgeschlossen sind. Da mit der dreizehnten Episode die erste Staffel der Serie abgeschlossen wird, kann ich mich aber trotzdem über einen Cliffhanger freuen. Dieser ist zwar nicht so spannend, wie ich mir das wünsche, doch reicht er aus, um mich auf die nächsten Episoden vorzubereiten. Positiv hervorheben möchte ich, dass es bei den vorliegenden Folgen wesentlich leichter ist, in die Handlung einzutauchen. Zwar ist die Story immer noch sehr undurchsichtig, da man nicht viel über die Charaktere erfährt, aber da nur wenige bis keine neuen Figuren auftauchen, kann ich damit absolut leben. Wer also die ersten Folgen bereits genießen konnte, wird sicherlich auch mit der zweiten Volume seine wahre Freude mit Fate/Zero haben!

Vielen Dank an Peppermint Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Fate/Zero – Vol. 2 (Episoden 7 – 13)!

Review: Resident Evil: Marhawa Desire (Band 5)

Resident Evil Marhawa Desire (Band 5) (1)Fans der Resident-Evil:-Marhawa-Desire-Manga-Reihe müssen jeweils ein halbes Jahr darauf warten, bis der nächste Band hierzulande erscheint. Das Warten hat mit dem fünften und somit leider auch letzten Band jedoch endgültig ein Ende. Die Geschehnisse in der Marhawa-Akademie überschlagen sich regelrecht. Der Ausnahmezustand ist eingetreten. Das heißt, dass sämtliche Studenten nun als Infizierte dahin vegetieren und hinter jeder Ecke eine potentielle Gefahr lauern kann. Die Studentinnen Bindi und Nanan zum Beispiel, mit denen unser Held zum Teil schon Freundschaft geschlossen hat, hat es jedoch noch schlimmer getroffen. Sie tauchen als Mutanten auf, die sich Ricky und seinen neuen Freunden von der Bioterrorism Security Assessment Alliance schlagartig in den Weg stellen. Gerade noch musste Protagonist Ricky seinen Onkel töten, um ihn von seinem Leiden zu erlösen, da wird er erneut vor die moralische Entscheidung gestellt, Freunde zu töten. Am Ende des vierten Bandes erscheint die Flucht aus der Marhawa-Akademie in greifbare Nähe zu rücken. In den Katakomben unter der schulischen Einrichtung werden Ricky Tozawa und Chris Redfield von einem Mutanten auch schon erwartet, den sie aus dem Weg räumen müssen. Ihre Gefährten stoßen schon bald zu ihnen, doch auf dem Weg zum Helikopter taucht noch ein weiterer der Mutanten auf.

Ein Ende mit Schrecken

Ob die Flucht aus der Marhawa-Akademie gelingt, verraten wir an dieser Stelle nicht. Wer die Spiele kennt, wird jedoch wissen, dass es besonders zum Ende hin sehr actiongeladen zugeht. Die Protagonisten müssen zudem einen hohen Preis zahlen. Bemerkenswert ist dabei jedoch, dass der Manga am Ende noch die Brücke schlägt, um auf die Handlung von Resident Evil 6 einzugehen. Außerdem wird gelüftet, wer die kuttentragenden Person wirklich ist. Fans von Resident Evil wird jedoch besonders in diesem Manga schnell klar, welche Persönlichkeit sich hier verbirgt. Im fünften und letzten Band wird vor allem großer Wert auf die Künste von Naoki Serizawa gelegt. Seine Zeichnungen sind brutal, schockierend und abstoßend. Er versteht es, den Horror, den Resident Evil verkörpern will, auszudrücken. Im letztem Band hat die absteigende Handlung dieses Dramas jedoch bereits begonnen. Soll heißen, dass der Fokus besonders auf die Action und das dargestellte Grauen gelegt wird. Die Handlung wird so kaum vorangetrieben, denn mehr als eine Handvoll Schauplätze gibt es diesmal nicht. Das ist sehr schade, da wir den 168-seitigen Manga so sehr schnell durchgeblättert haben. Dadurch kann die Spannung am Ende auch nur gerade so aufrecht erhalten werden. Da jedoch hinter jeder Ecke der Tod lauern kann, muss und sollte man sich aber aufs Unfassbare vorbereiten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Die ersten vier Manga der Serie habe ich im Sturm verschlungen. Interessant, spannend und zum Teil intelligent wird die Story von der Manga-Reihe aufgebaut. Das, was sich jedoch im vierten Manga von Resident Evil: Marhawa Desire schon abgezeichnet hat, findet jetzt ihren Höhepunkt. Es geht lediglich noch darum, in der Marhawa-Akademie den Ausgang zu finden. Zwischenmenschliche Beziehungen gibt es in meinen Augen kaum noch. Umso überraschender kommt da für mich, dass mit dieser Ausgabe bereits das Finale stattfindet. Besonders im Hinblick auf die Person mit der Kutte, hätte man noch eine weitere spannende Geschichte erzählen können. Dann wäre die Action, welche den fünften und letzten Band dominiert, mir nicht ganz so schlimm im Gedächtnis geblieben. Auch wenn mir der fünfte Band der Reihe am wenigsten gefällt, kommt man um ihn dennoch nicht herum. Schließlich möchte man wissen, wer unter der Kutte steckt, wer der Hölle entkommen kann und wie schlussendlich der Bogen zum Spiel Resident Evil 6 geschlagen werden kann.

Vielen Dank an Kazé Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Resident Evil: Marhawa Desire (Band 5)!

Review: Senran Kagura – Vol. 2

Senran Kagura (1)Senran Kagura geht in die nächste Runde. Diesmal mit den Episoden vier, fünf und sechs. Die Folgen drehen sich einmal um einen Bade- und Trainingsausflug am Meer und ein anderes Mal um einen überlangen Kampf in der Hanzō-Akademie in Japans Hauptstadt Tōkyō. Sie setzen die Story der ersten Volume fort.

Senran Kagura (2)Der Meister von Asuka, Ikaruga, Katsuragi, Yagyū und Hibari überrascht die Shinobi in ihrer Ausbildung mit einem Ausflug ans Meer. Das haben sie Kiriya vielleicht nicht zugetraut, aber sie sind ihrem Meister zu Dank verpflichtet. Auf der Insel angekommen, wartet jedoch nicht ein malerischer Sandstrand auf sie. Es geht ins Inselinnere. Ein verlassenes Haus, wo sich die ersten Spinnentiere bereits eingenistet haben, wartet bereits auf sie. Während die Illusion vom Badeausflug wie eine Seifenblase zerplatzt, machen sich die Ninja in Ausbildung jedoch an die Arbeit. Zum einen möchte das Haus auf Vordermann gebracht werden und zum anderen sollen die fünf Freundinnen natürlich an ihren Kampftechniken feilen. Der Urlaub könnte in dieser Idylle fast nicht schöner sein, da werden sie auch schon von zwei ihrer Feindinnen aus dem Hinterhalt attackiert. Mirai und Hikage stiften Unruhe, doch ihre Ziele bleiben wiederum im Verborgenen. Es ist klar, dass der Urlaub nicht lange dauern kann. Also reisen sie zurück nach Tōkyō und trainieren dort in der Hanzō-Akademie weiter. Das Leben nimmt seinen Lauf, doch plötzlich tauchen zwei junge Schüler in der Akademie auf. Kiriya geht davon aus, dass diese den Unterricht schwänzen und versucht sie zu vertreiben. Blöderweise entpuppen sich die beiden – Achtung Wortwitz! – als Puppen der feindlich gesinnten Schlangen-Schule

Wahre Kampfkraft einer Shinobi

Senran Kagura (3)Die Schlangen-Schule für Mädchen hat ihre besten Shinobi geschickt, um Asuka, Katsuragi, Ikaruga, Yagyū and Hibari zu testen. Kiriya kann nicht eingreifen, denn als er sich umdreht, befindet sich bereits ein Bannkreis um die gesamte Akademie. Dieser ist so stark und erinnert ihn an eine seine ehemaligen Schülerinnen. Währenddessen werden die Freundinnen in den Hallen der Akademie voneinander getrennt, wodurch jede Shinobi auf eine Gegnerin trifft. In allen Ecken und Enden des Gebäudes entbrennen Kämpfe, in denen ein paar Geheimnisse ans Tageslicht kommen und zudem noch ein paar Einblicke in die Kämpfernaturen von Helden und Bösewichtern gegeben werden. Während die Kämpfe zwar spannend sind, wird jegliche Auseinandersetzung natürlich mit den weiblichen Geschlechtsmerkmalen betont. Ohne auch nur eine Brustwarze spezifisch darzustellen, wird hier viel mit überproportionalen Brüsten und nackter Haut gespielt. Zumal eine Shinobi ja fast nackt sein muss, um ihre maximale Kampfkraft entfalten zu können. Erklärt wird dies abermals durch den aus den ersten Folgen bekannten Erzähler. Das ist aufschlussreich, lenkt aber vom Wesentlichen natürlich nicht ab. Viel interessanter ist da schon das Auftauchen einer schwarzen Katze, die eine Bedeutung für Kiriya haben könnte. Das plötzliche Auftauchen von Hanzō bringt Kopfzerbrechen mit sich.

Auf zur Halbzeit

Senran Kagura (4)Ein wesentlicher Bestandteil von Senran Kagura ist jedoch die Handlung, die sich vor allem im Hintergrund langsam aufbaut. So erfahren wir etwas über eine Yin- und eine Yang-Rolle, die irgendwie zusammen gehören, aber an zwei verschiedenen Stellen aufbewahrt werden. Was das alles mit dem legendären Ninja zu tun hat, der irgendwann auftauchen soll, können wir bisher ebenfalls nur vermuten. Senran Kagura bietet im zweiten Episodenpack nicht mehr Antworten als Fragen, weshalb es spannend bleibt. Einen so starken Bezug auf die japanische Kultur nimmt die zweite Volume zwar nicht, doch empfehlen wir weiterhin die japanische Originaltonspur. Hier kommt der Humor deutlich mehr zur Geltung als in der deutschen Version. Beide Tonspuren liegen derweil in DTS-HD Master Audio 2.0 vor, während das Bild in 1080p einen sehr guten Eindruck macht. Leider haben wir bei diesen Episoden das Gefühl, dass man an der einen oder anderen Stelle etwas zu viel an Animationen gespart hat. Gespart hat man auch am Bonusmaterial, welches diesmal in digitaler Form gar nicht vorhanden ist. Nur zwei lustvolle Postkarten, die in unseren Augen viel zu schade sind, um sie bekritzeln und verschicken zu können, liegen der Blu-ray-Variante bei. Sammler freuen sich über den Bonus und stellen die Schachtel in den beiliegenden Schuber der ersten Volume.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem ich mich mit den ersten Folgen des Animes absolut anfreunden konnte, stellt sich bei diesem Episodenpack ein klein wenig Ernüchterung ein. Es gibt zu wenige witzige Momente durch die Ecchi-Elemente, denn davon gab es in den ersten drei Episoden deutlich mehr. Diesmal wird der Fokus auf die Kämpfe mit den Shinobi gelegt. Das ist zwar nichts schlechtes, aber mir haben die Dialoge der vorherigen Episoden besser gefallen. Zudem hätte ich mir gewünscht, dass die Handlung ein wenig mehr zur Geltung kommt. Die baut sich im Hintergrund zwar weiter auf, aber im Angesicht dessen, dass die Hälfte des Animes mit dieser Volume geschafft ist, hätte ich auf mehr Antworten oder viel mehr neue Fragen, die in den nächsten Episoden gelöst werden können, gehofft. Es bleibt daher spannend und ich kann es kaum erwarten, wie es in den nächsten Episoden weitergeht.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Senran Kagura – Vol. 2!

Review: Kirby Triple Deluxe

CTR_Parufe_PS_GEP_140225.inddKirby-Fans mussten in der Vergangenheit sehr stark sein. Hierzulande erschienen die letzten Abenteuer des kleinen Nimmersatts 2011, während Japaner und Amerikaner noch in den Genuss von der in hiesigen Gefilden unveröffentlichten Kirby’s Dream Collection kamen.

Kirby Triple Deluxe (2)Da es sich bei Kirby’s Dream Collection jedoch nur um eine Zusammenstellung bekannter Serienteile handelt, ist das natürlich nicht so schlimm, doch fragen wir uns, warum Nintendo uns die Kollektion zwei Jahre später immer noch vorenthält. Nichtsdestotrotz haben wir uns vielleicht gerade deshalb so sehr auf Kirby Triple Deluxe gefreut. Im ersten Abenteuer von Kirby auf dem 3DS passiert auch gleich ein großes Unglück. Eine gigantische Bohnenstange bricht durch den Boden des Dream Lands und hievt das Schloss von König Nickerchen, der hier selbstverständlich wieder König Dedede genannt wird, in den Himmel. Da Kirby in der Nacht für gewöhnlich schläft, bekommt er davon erst am nächsten Morgen etwas mit. Als er am Morgen aufwacht, stellt er fest, dass er sich im Land Floralia befindet, welches über dem Dream Land auf mehreren Inseln schwebt. Als er Dededes Schloss betritt, muss Kirby mit ansehen, wie die insektoide Lebensform Taranza seinen ewigen Kontrahenten entführt. Im Grunde hätte das Dream Land damit endlich Ruhe, doch da Kirby natürlich ein gutmütiger Kerl ist, eilt er Dedede natürlich sofort zur Hilfe. Taranza steigt immer weiter auf, sodass Kirby sämtliche Ebenen von Floralia durchstreifen muss. Unterschiedliche Themenwelten wie saftige Grasländer, kalte Eiswüsten oder das Innere von Vulkanen sind dabei inbegriffen.

Meganova-Kirby

Kirby Triple Deluxe (3)Kirby Triple Deluxe spielt sich weitgehend wie die Vorgänger. Mit Kirby durchsausen wir also die (eigentlich) zweidimensionalen Spielabschnitte, saugen dabei massenweise Gegner auf, kopieren ihre Spezialfähigkeiten und richten diese schlussendlich wieder gegen Kirbys Feinde. Haben wir durchs Runterschlucken eine Fähigkeit kopiert, attackiert Kirby danach beispielsweise mit einem Schirm, einem Schwert oder einem Bogen. Ihr habt richtig gelesen, denn auch wenn die meisten Spezialfähigkeiten bereits aus dem Franchise bekannt sein dürften, haben sich die Entwickler Gedanken gemacht und das Repertoire sinnvoll erweitert. Der Angriff mit dem Bogen ist nur eine Neuerung. Dazu gesellt sich noch eine Glocke, mit der wir den Gegner die Ohren abschlagen. Eine viel wichtigere Neuerung bei den Techniken ist jedoch die Meganova. In einigen Levels taucht (meist gegen Ende) eine Frucht auf, die wir nur berühren brauchen. Kirby erhält anschließend versteckte Kräfte, die es ihm ermöglicht, nicht nur mehrere Gegner gleichzeitig, sondern auch gigantische Objekte einzusaugen. Das macht das Spiel an diesen Stellen zwar unwesentlich leichter, aber die Entwickler spielen an diesen Stellen mit vielen Ideen. Beispielsweise das Einsaugen von Gegnern durch ein ganzes Röhrensystem oder das Miteinsaugen der Lebensenergieanzeige eines Bossgegners. Nett!

Rundumsorglospaket

Kirby Triple Deluxe (4)Der Schwierigkeitsgrad des Spiels ist nicht sonderlich hoch, doch das war in der Kirby-Serie eh nie der Fall gewesen. Dafür bietet Kirby Triple Deluxe viele Geheimnisse, die gelüftet werden wollen. Um die Bossgegner herausfordern zu können, müssen wir eine kleine Anzahl von Sonnensteinen sammeln. Nebenbei finden wir Glücksbringer, die Figuren aus zahlreichen Kirby-Titeln darstellen. Via StreetPass können wir auf andere Spieler treffen, welche uns ebenfalls einen Glücksbringer geben, sobald wir den freundlichen Waddle Dee treffen, der uns immer mal wieder mit einer süßen Mahlzeit belohnt, welche die Lebensenergie auffrischt. Der Grundgedanke hinter Kirby Triple Deluxe ist also immer noch derselbe, weshalb sich vor allem Veteranen heimisch fühlen werden. Das liegt auch an dem kunterbunten Grafikstil, der die Spielwelt mit bekannten Elementen durchzieht. Gepaart wird der schöne Grafikstil mit einem wirklich tollen Soundtrack, der zum einen aus neuen Kompositionen besteht und zum anderen mit Remixes aus bekannten Tracks aufwarten kann. Wie Kirby’s Fun Pak bietet der Titel auch freischaltbare Spielmodi wie die Arena, wo wir gegen die Bossgegner antreten, ein Rhythmusspiel mit Dedede, ein Battle-Modus mit Mehrspielerfunktion und sogar noch ein zusätzliches Abenteuer mit Dedede in der Hauptrolle. Natürlich angelehnt ans Hauptspiel!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Kirby ist und bleibt einer meiner liebsten Nintendo-Helden! Ich kann deshalb Kirby Triple Deluxe einfach nicht böse sein, dass es wieder mal sehr leicht ist und wieder nur dezente Neuerungen bietet. Dafür unterhält mich der Titel nach Abschluss der recht kurzen Handlung (man kann den Titel in fünf bis sechs Stunden durchspielen) immer noch, da die sammelbaren Glücksbringer kreuz und quer und vor allem sehr gut in der Spielwelt versteckt sind. Bis ich diese alle gesammelt habe, werden sicherlich noch weitere fünf Spielstunden vergehen. Kirby Triple Deluxe schiebe ich aber vor allem wegen dem tollen Soundtrack sehr gerne und immer wieder in den Cartridge-Schacht meines 3DS. Hier erwarten mich jene Melodien, die ich bereits auf GameBoy, Super Nintendo und Wii erlebt habe und für Kirby Triple Deluxe neu arrangiert worden sind. Hinzukommen wirklich gut komponierte Stücke, die sich hervorragend in das Soundtrack-Ensemble einreihen. Wer sich nicht davor scheut, ein sehr leichtes Abenteuer anzugehen, aber dennoch durch viele ansprechende Ideen gut unterhalten werden will, der sollte um Kirby Triple Deluxe besser keinen Bogen machen. Die Levels sind nämlich wirklich so fantasiereich, dass man sie selbst erlebt haben muss. Zudem sind sie ausreichend groß und ebenso ausreichend klein, dass man Kirby Triple Deluxe auch unterwegs in der Bahn sehr gut spielen kann. Mit etwas Glück erfüllt dann auch gleich die StreetPass-Funktion ihren Zweck!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Kirby Triple Deluxe!

Review: Mario Kart 8

Mario Kart 8 (1)Lange hat es gedauert, doch jetzt erhält auch endlich die Wii U ihren Mario-Kart-Ableger. In Mario Kart 8 hat sich jedoch nicht so viel verändert, wie wir anfänglich noch erhofft haben. Trotzdem ist der Titel unbedingt einen Blick wert, wie wir nach etlichen Stunden feststellen.

Mario Kart 8 (2)Eine Geschichte haben wir bereits in Mario Kart 7 vermisst. Obwohl wir auch bei Mario Kart 8 absolut nicht damit gerechnet haben, finden wir es dennoch sehr schade, dass das japanische Unternehmen nicht versucht, eine Kampagne ins Spiel zu packen. Es ist wieder einmal nur unsere Aufgabe, 32 Rennpisten (aufgeteilt auf acht Cups im Grand-Prix-Modus) unsicher zu machen und unsere Kontrahenten abzuhängen. Während 16 Rennpisten völlig neu und nur für Mario Kart 8 konzipiert worden sind, ist die andere Hälfte ein Bestand aus Strecken, die wir bereits aus den vorherigen Ablegern kennen. Darunter fällt unter anderem Toads Autobahn vom Nintendo 64 oder die Kuhmuh-Weide aus Mario Kart Wii. Die Handheld-Ableger sind von Nintendo ebenfalls nicht vergessen worden und ein Ausflug auf die Strecke Ticktack-Trauma ist ebenso vorprogrammiert. Die entsprechenden Strecken haben jedoch nicht nur eine Zeitreise ins HD-Zeitalter hinter sich. Sie wurden ebenso generalüberholt, um auch die speziellen Features von Mario Kart 8 zum Ausdruck zu bringen. Dabei müssen wir jedoch sagen, dass das gerade einmal ein Feature ist, welches nicht einmal so große Veränderungen in die Reihe bringt. An bestimmten Stellen ändert sich nämlich die Streckenarchitektur und wir düsen anschließend nur an Wänden oder Schrägen entlang. Das war es dann auch schon!

Kluge Gedanken

Mario Kart 8 (3)Diese Raserei verwirrt nicht einmal, da die Kamera jederzeit mitschwankt. Außerdem sind Features wie der Gleitschirm und der Propellerantrieb, wenn das Geschehen in die Lüfte oder unter die Wasseroberfläche verlegt wird, bereits aus Mario Kart 7 bekannt. Das macht Mario Kart 8 nicht einzigartig. Der Grundgedanke an der Reihe wird nur konsequent weitergeführt. Auf der einen Seite ist das sicherlich nichts falsches, aber auf der anderen Seite fühlt sich der Titel immer mehr generisch an. Alleinstellungsmerkmale wie zwei Items in Mario Kart: Double Dash!! gibt es fast nicht, doch dennoch hat sich Nintendo einige Gedanken gemacht, um das Spielgeschehen zu beschleunigen. Fallen wir beispielsweise in einen Abgrund, taucht Lakitu diesmal unverzüglich auf und bringt uns sofort auf die Kartbahn zurück. Zwar müssen wir dann immer noch ein, zwei Strafsekunden einbüßen, doch fühlt sich das Spiel dadurch sehr viel flotter an. Mario Kart 8 wird jedoch auch fairer. War es früher möglich, dass wir einen Koopa-Panzer oder eine Bananenschale hinter uns herziehen konnten und zugleich das nächste Item einsammeln durften, ist das nun nicht mehr möglich. Selbst wenn wir den Panzer hinter uns herziehen, können wir in der Zeit kein weiteres Item von der Strecke aufnehmen. Zudem wurden in Mario Kart 8 neue Items hinzugefügt und unnötige Items wegrationalisiert.

Der blanke Item-Irrsinn

Mario Kart 8 (4)Einige von euch erinnern sich vielleicht noch an die Wolke, die euer Kart in Mario Kart Wii zwar stark beschleunigt hat, aber euch am Ende mit einem Schrumpfvorgang bestraft hat. Die Wolke hat in Mario Kart 8 zum Glück ausgedient. Stattdessen gibt es jetzt die Acht, die euch gleich acht Items auf einmal beschert. Die Items schwirren in der Zeit quasi um euch herum und selbst eure Kontrahenten können sich an den Items bereichern, sofern sie nicht in einen Koopa-Panzer oder in eine Bob-omb rasen. Ein weiteres neues Item ist die Bumerangblume, mit der wir dreimal einen Bumerang nach vorne sausen lassen und bis zu drei Gegner auf einen Streich abservieren können. Zu guter Letzt gesellt sich die Münze dazu. Diese erhalten wir vor allem auf den vorderen Plätzen, mit der wir einen ganz kleinen Boost bekommen, aber auch den Münzvorrat auf bis zu zehn Münzen aufstocken können. Über diesen Weg schalten wir neue Fahrzeugteile frei, doch dazu gleich mehr. Der Rest der Items, die Mario Kart 8 wie jeden anderen Ableger der Reihe auszeichnen, ist eigentlich schon bekannt. Mit dem Blitz schrumpfen wir alle Gegner, mit dem Stern erhalten wir temporär Unbesiegbarkeit, der rote Panzer verfolgt nach dem Abwurf euren nächsten Kontrahenten und der blaue Stachelpanzer rast wie in Mario Kart 64 auf dem Boden vor bis zum Erstplatzierten im Rennen.

Ungerechtigkeit auf der Piste

Mario Kart 8 (5)Mario Kart 8 bietet wie sein direkter 3DS-Vorgänger die Möglichkeit, diverse Fahrzeugteile freizuschalten. Auf diesem Weg könnt ihr eure Karts nach euren persönlichen Vorstellungen gestalten und so auf euch personalisieren. Das unschlagbare Kart gibt es aber natürlich nicht, da jede Zusammenstellung ihre Vor- und Nachteile hat. Leider sind die Karts nicht auf jeder Strecke gleich gut. Selbiges gilt auf für die Bikes. Nachdem wir erst dachten, dass Nintendo mit Mario Kart 7 wieder zur Besinnung gekommen ist, versuchen die Entwickler auf Gedeih und Verderb wieder, die Bikes ins Spiel zu integrieren. Obwohl der Konzern in einer Ausgabe Nintendo Direct beschwichtigt, dass man beide Vehikel so gut wie nur möglich ausgleicht, hat man dieses Unterfangen nicht geschafft. In unserem Test fällt auf, dass Bikes immer noch etwas stärker sind und die Balance gefährden. Der Schwierigkeitsgrad ist ebenso ein Ärgernis. In der untersten Kubikzentimeterklasse ist Mario Kart 8 noch ein Spaziergang, danach eine ganz kleine, aber feine Herausforderung und in der höchsten Klasse versucht uns das Spiel in den Wahnsinn zu treiben. Das hat weniger mit Können, sondern mehr mit Glück zu tun. Bei den Vorgängern war das nicht anders, doch wer während eines Grand Prix riskiert, kurz vorm Ziel einen Fehler zu machen, schafft es in so vielen Fällen nicht mal mehr aufs Treppchen.

Wenn der Sprit ausgeht

Mario Kart 8 (6)Ein neues Feature von Mario Kart 8 ist der Youtube-Upload. Wir können Rennen, in denen wir uns ganz besonders geschlagen haben, als Favorit speichern und die Daten anschließend auch bearbeiten. Da legen wir dann die Akteure oder die Länge des Clips fest und laden den Clip anschließend auf Youtube hoch. Dazu ist jedoch ein kostenfreier Google-Account nötig. Die Upload-Funktion ist zwar gut, doch würde es uns besser gefallen, wenn wir gleich ganze Rennen in unseren Kanal laden könnten. So macht es den Eindruck, als ob Nintendo seinen Kunden die Möglichkeit gibt, recht kurze Werbeclips zu erstellen, die das Spielgeschehen ja nicht unmittelbar darstellen. Dargestellt wird das Spiel übrigens in hochauflösenden und sehr schönen Grafiken, die hervorragend zum Spiel passen. Selbst die Strecken der älteren Titel sehen hervorragend aus und werden mit einem passenden Soundtrack unterlegt. Während der Titel im Einzelspielermodus gerade noch so zufriedenstellt, entfaltet der Titel mit Freunden oder unbekannten Mitspielern sein wahres Potential. Schade nur, dass man dem Titel anmerkt, dass die Entwickler auf der Zielgeraden einfach keine Zeit mehr hatten. Beim Schlachtmodus hat man sich sogar die Arenen gespart. Das Ballonplatzen findet also nur auf den Rennpisten statt. Unterm Strich hinterlassen alle diese kleinen Defizite einen bitteren Beigeschmack.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: In den ersten Tagen nach Release hat sich Mario Kart 8 weltweit gut verkauft. Ich denke zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht, dass Mario Kart 8 der erhoffte Systemseller für die Wii U wird. Mario Kart 8 ist grundsätzlich ein gutes Spiel, doch mangelt es im Spiel an Innovationen. Der Gleitschirm und der Propellerantrieb sind nichts Neues und auch das groß angekündigte Antigravitationsfeature verändert das Spielgefühl nur kaum. Da sind die neuen Items wie die Bumerangblume, die Münze oder die Acht besser eingefügt. Einen Blumentopf kann Nintendo damit jedoch nicht gewinnen. Ebenso nicht mit der Charakterauswahl. Diese ist zwar groß, doch wenn man bestimmte Charaktere aus den Vorgängern entfernt und dafür alle sieben Koopalinge einfügt, ist das nicht gerade innovativ. Dann gibt es jedoch Dinge, die mich sehr viel mehr stören, wie der unausgereifte Schwierigkeitsgrad. Das man in sämtlichen Teilen der Mario-Kart-Reihe eine Portion Glück braucht, ist nichts Neues. Der Glücksfaktor ist in Mario Kart 8 jedoch wieder viel zu hoch. Beispielsweise fahre ich ein Rennen nahezu ohne Probleme und bekomme kurz vorm Ziel erst einen blauen Panzer ab und schon war es das mit dem Treppchenplatz. Dafür macht der Titel zusammen mit Freunden wieder eine Menge Spaß und dann kann man selbst über diese Ungerechtigkeiten hinwegsehen. Wer eine Wii U besitzt und dringend einen Mehrspielertitel sucht, kommt um Mario Kart 8 definitiv nicht herum. Sich aber wegen diesem Spiel extra eine Wii U zuzulegen, ist in meinen Augen jedoch leicht übertrieben. Dazu müsste Mario Kart 8 wesentlich mehr Abwechslung bieten!

Jonas’ Fazit: Endlich ist es soweit und mit Mario kann ich nun auch auf der Wii U meine Runden drehen. Nintendo dürfte sich darüber wahrscheinlich genauso freuen wie wir Spieler, denn nichts braucht die Konsole momentan mehr, als Spiele wie Mario Kart 8. Auch wenn am Grundprinzip des Kartfahrens natürlich nicht so viel geschraubt werden kann, brilliert Mario Kart 8 neben dem technischen Wandel für mich mit genug Innovationen oder wenigstens Verbesserungen. Die wunderschöne und gestochen scharfe HD-Optik drückt mir zusammen mit dem jazzigen Soundtrack direkt beim ersten Rennen auf die Augen und Ohren. Generell dürften die Sinne auch von den Anit-Gravity-Passagen nicht selten überfordert werden – diese wirken sich aber auch spielerisch aus. Selten gab es so vielseitige Strecken mit zahllosen Abkürzungen. Nach Mario Kart Wii auf Nintendos letzter Heimkonsole haben die Entwickler wohl eingesehen, dass Items zwar dazugehören, aber das Können des Fahrers immer noch ausschlaggebend für den Erfolg sein sollte. Deswegen finde ich es auch super, dass besonders gute Items nicht nur seltener in den Boxen zu finden sind, sondern auch nur noch eines pro Fahrer gehalten werden darf. Der spaßige Online-Modus wird meiner Ansicht nach deswegen wohl in Zukunft von den guten Spielern dominiert werden. Leider wollte Nintendo sich auch an einem neuen Battle-Modus probieren, aus dem im Endeffekt eine mittelschwere Katastrophe geworden ist. Wären hier zumindest noch die alten Varianten spielbar, hätte sich Mario Kart 8 unschwer auf den ersten Platz der Nintendo-Fun-Racer niederlassen können.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Mario Kart 8!

Review: Tomodachi Life

CTR_Clone_PS_ANIVA_GEP_140409.inddTomodachi ist das japanische Wort für Freund, doch Freunde hat sich Tomodachi Life schon im Vorfeld nicht gemacht. Manch Homosexueller ist empört darüber, wie Nintendo mit einem nachträglich veröffentlichen Patch gleichgeschlechtliche Beziehungen untersagt.

Tomodachi Life (2)Dabei möchte Tomodachi Life nur ein illustres Spiel sein, welches einer breiten Käuferschicht Spaß machen möchte. Das Spiel beginnt damit, indem wir eine Insel irgendwo im Nirgendwo betreten. Das Eiland soll unser nächstes Zuhause werden. Wir erstellen uns dazu einen Mii, der uns am besten ähnlich sein sollte, da im Spiel darauf Bezug genommen wird. Die witzigen Avatare, die Nintendo 2006 nach Veröffentlichung der Wii auf alle nachfolgenden Konsolen übertragen hat, stehen in diesem Spiel im Vordergrund. Unser Alter Ego fühlt sich bereits in den ersten Spielminuten Recht einsam, weshalb wir ihm ein paar Freunde an die Seite stellen. Die Miis können wir entweder mit dem Mii Maker direkt im Spiel von Grund auf erstellen oder wir wählen aus den auf dem 3DS gespeicherten Miis eine Vorlage aus. Danach müssen wir dem Mii noch eine Persönlichkeit geben, die sich über ein paar überschaubare Optionen via Schiebereglern einstellen lässt. Wir können zwar jedwede Person erstellen, doch empfiehlt es sich durchaus, die Miis Freunden, Bekannten oder Familienmitgliedern nachzuempfinden und ihre Persönlichkeiten möglichst dem echten Vorbild anzupassen. Ihr werdet dabei sehr überrascht sein, wie viele Eigenschaften eurer Miis dem der Vorbilder entsprechen. Das ist aber sicherlich nicht die Intention des Spiels, denn was folgt, ist absolut kranker Humor!

Bedürfnisse eines Miis

Tomodachi Life (3)Alle Miis, die sich auf der Insel wohnen, quartieren sich in einem Wohnheim ein. Im Herzen der Insel gelegen, besuchen wir jene Residenz täglich. Bereits beim Anblick des Gebäudes sehen wir an den Fenstern, welcher Mii gerade zuhause, auswärts unterwegs oder auch in tiefe Träume versunken ist. Ein echtes Spielziel hat Tomodachi Life dabei nicht. Der Titel ist eine Simulation eines Lebens, welches in der Realität so nicht möglich wäre. Das aber macht den Reiz des Spiels aus. Wir besuchen zunächst einmal einen Mii und erkundigen uns dann nach seinen Bedürfnissen. Oftmals hat ein Mii Hunger, woraufhin wir in den örtlichen Inselladen rennen und dort Grünzeug, Fleisch oder Obst besorgen. Jeder Mii mag natürlich etwas anderes, weshalb seine Vorlieben mit der Zeit herausgefunden werden wollen. Dasselbe Spiel funktioniert mit Kleidungsstücken oder Inneneinrichtungen für sein Zimmer. Mit jedem Problem, welches wir lösen, erhalten wir ein wenig Taschengeld und der Mii erhält Erfahrung, wodurch uns beziehungsweise dem Mii mit der Zeit immer mehr Möglichkeiten offenstehen. Nach jedem Stufenaufstieg können wir einem Mii ein Liedgenre beibringen oder ihm sogar ohne zusätzliche Kosten eine Inneneinrichtung schenken. Manchmal möchte ein Mii auch, dass wir ihm eine neue Phrase beibringen, die er in emotionalen Lagen vermitteln möchte.

Zwischenmenschliche Beziehungen

Tomodachi Life (4)Lustig wird es, wenn wir einen schlafenden Mii aufsuchen und seine Träume besuchen. Hier träumt ein Mii davon, wie er als Skelett an einem überdimensionalen Rucksack hängt oder in einer Fabrik in Farbe mehrfach in Farbe getauft wird – hier dürfen wir sogar hämisch auf das Knöpfchen drücken. Oder die Miis träumen von anderen Miis, mit denen sie vielleicht einmal eine nähere Beziehung eingehen möchten. Abenteuerlich wird es, wenn wir einen Bewohner mit einem anderen Mii zusammenbringen und sie sich daraufhin gut verstehen. Im Verlauf des Spiels ist es nämlich möglich, dass sich männliche und weibliche Miis so gut verstehen, dass sie heiraten und sogar Kinder bekommen können. In der ursprünglichen Fassung war es sogar möglich, dass sich auch homosexuelle Pärchen bilden können. Offiziell hat man aber verlauten lassen, dass es sich hierbei um einen technischen Fehler handelt, der die Erfahrung mit dem Spiel durchaus beeinträchtigen kann. Unter anderem kann es ohne Patch dazu führen, dass man den (einzigen) Spielstand nicht mehr speichern kann. Anstatt den Spielcode derart stark umzuschreiben, um die Fehler zu verhindern, hat sich Nintendo jedoch für den Patch entschieden und verhindert homosexuelle Beziehungen damit. Jedoch geht der Konzern in seiner Wortwahl recht ungeschickt damit um; er bezeichnet solche Beziehungen als seltsam.

Kommunikation nach außen

Tomodachi Life (5)Hintergründe gibt es dafür genug. Man muss sich im Klaren darüber sein, dass Nintendo ein familienorientierter Konzern ist und in vielen Ländern der Erde homosexuelle Beziehungen als falsch angesehen werden. Nicht nur das Unternehmen, sondern auch das Bewusstsein der jeweiligen Bevölkerung muss sich ändern. Außerdem ist Nintendo eine japanische Firma und obwohl man in Japan seit Jahrhunderten mit Homosexualität einen lockeren Umgang pflegt, gibt es in Japan ein Gesetz, das homosexuelle Ehen nicht ermöglicht. Selbst in Deutschland ist es nicht erlaubt, dass homosexuelle Pärchen Ehen eingehen dürfen. Ihr Zusammenleben ist in Deutschland nur als eingetragene Lebenspartnerschaft möglich. Nintendo möchte sich mit dem Patch sicherlich nicht gegen Homosexuelle richten, da man auch immer wieder betont, dass man Spiele produziert, die jedem Spaß machen sollen. In Zukunft wird man sich jedoch zweimal überlegen, wie man mit dieser Thematik umgeht. Ein Dialog ist hier wichtig! Trotz dieses Fauxpas ist Tomodachi Life kein Rückschritt, sondern ein Stillstand. Jedoch ein Stillstand, der mit seinen witzigen Ideen alle paar Minuten ein Lächeln auf unser Gesicht und das unserer Miis zaubert. Entweder sind die Dialoge zwischen unseren Freunden so komisch, dass sie keinen Sinn ergeben oder Geschenke, die wir erhalten, einfach nur sehr kurios sind.

Humor für Wahnsinnige

Tomodachi Life (6)Wenn wir in Minispielen nach dem Memory-Prinzip oder dem Erraten von Bildern im Spiel den Kürzeren ziehen, erhalten wir als Geschenk gerne mal eine Rolle Klopapier. Gewinnen wir, bekommen wir zwar schon mal Gegenstände wie Discokugeln, aber selbst ein Töpfchen inklusive Klobrille kann dann und wann schon mal in unser Repertoire wandern. Entweder können wir diese Schätze an unsere Freunde verschenken oder sie beim Pfandleiher für viele Euros verhökern. Je mehr Miis sich auf der Insel niederlassen und je mehr Probleme wir von ihnen lösen, desto mehr Gebäude sind auf dem Eiland zugänglich. Beim Brunnen können alle Bewohner täglich ein paar Euros in ein Sparschwein werfen, welches wir anschließend sofort plündern dürfen und beim Funkturm können wir uns die Mii-Nachrichten anschauen. Dabei erkennt man sofort, dass es sich bei Tomodachi Life um ein typisch japanisches Spiel handelt. Die News werden fast immer von einem anderen Mii moderiert und gezeigte Umfragen sind mit den anderen Inselbewohnern aufgenommen beziehungsweise zusammengeschnitten. Hier kommt der Humor des Spiels ebenfalls zur Geltung, weil die gesprochenen Dialoge der Mii im Kontext urkomisch sind. Deshalb halten wir es für besonders wichtig, sich an den echten Vorbildern der Miis am Charakter zu orientieren, um allseits bestens unterhalten zu werden.

Plappernde Miis

Tomodachi Life (7)Ein offensichtliches Vorbild von Tomodachi Life ist unverkennbar die Die-Sims-Reihe aus dem Hause Electronic Arts. Nintendo fokussiert sich jedoch mehr auf die Beziehungen. Die Sims sprechen zwar auch Bände, nur verstehen tun wir sie nicht. Bei Tomodachi Life ist es jedoch so, dass die Miis durchgehend vertont sind. Beim Erstellen des Miis verpassen wir der Figur nämlich eine (in einem gewissen Rahmen) frei personalisierbare Stimme, die sich etwa in Tonhöhe oder Sprechgeschwindigkeit unterscheidet. Schön hört sich das aber in fast keiner Einstellung an, da die technischen Möglichkeiten bei dieser vorhandenen Individualität sehr schnell an ihre Grenzen kommen. Die optische Gestaltung des Spiels passt zu den schrulligen Miis, doch etwas frischer könnte die Grafik schon wirken. Das ist vor allem deswegen schade, weil wir das Spiel nur aus der Position des Spielers und nicht eines Miis erleben. Gerne hätten wir die Insel zu Fuß erkundet. Dafür gibt es Ablenkung von Besuchern via StreetPass und via SpotPass kann unsere Insel Waren exportieren. Tomodachi Life kann jeden Tag für ein paar Minuten unterhalten, doch bietet der Titel in unseren Augen zu wenig Abwechslung. Man hätte nur einmal ins eigene Repertoire schauen müssen und Animal Crossing als ein weiteres Vorbild nehmen können. So bleibt leider nur eine recht abwechslungsarme Realitätsflucht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Als Tomodachi Life eines Nachmittags im Rahmen einer Ausgabe von Nintendo Direct für Europa angekündigt wurde, habe ich den Titel noch nicht richtig wahrgenommen. Erst in den darauffolgenden Wochen habe ich mich immer ein wenig mehr über das Spiel informiert, zumal es aufgrund des Patches auf die Version 1.1 ohnehin in den Medien von allen Seiten kritisiert wurde. Es kommt mir so vor, dass Tomodachi Life aufgrund dessen von diesem kleinen Skandal auf dieses Spielelement reduziert und als Vermittler von alten Werten gesehen wird. Ich denke nicht, dass dies das Ziel von Tomodachi Life ist. Nintendo möchte mit den eigenen Spielen eine breite Käuferschicht ansprechen und Spiele produzieren, die jedem Spaß machen. Man kann Nintendo nur ankreiden, wie man im Dialog mit der Bezeichnung von homosexuellen Beziehungen umgegangen ist. Nur bietet Tomodachi Life neben dem Schließen von Ehen noch viele weitere Features, die wesentlich wichtiger für das Verständnis des Spiels sind. Es geht um Freundschaften zwischen den Miis; um zwischenmenschliche Beziehungen zwischen ihnen, die mit lustigen Dialogen in urkomischen Situationen einfach nur abgedreht sind. Leider unterhält der Titel trotz seines tollen Humors nicht lange am Stück. Tomodachi Life zielt darauf ab, über einen längeren Zeitraum immer wieder kurz eingelegt zu werden. Egal wie das eigene Leben läuft, Tomodachi Life zaubert ein Lächeln ins Gesicht!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Tomodachi Life!

Gewinnspiel (16. – 30. Juni 2014)

Inazuma Eleven Gewinnspiel Juni 2014 (1)Die Fußball-Weltmeisterschaft begonnen. Viele Menschen sind gerade im Fußballfieber. Um den Fußballwahn nicht entkommen zu können, veranstalten wir im Juni in Zusammenarbeit mit Nintendo ein Fußball-Gewinnspiel. Zu gewinnen gibt es ein Paket, in dem die beiden Titel Inazuma Eleven 3: Team Oger greift an! und Inazuma Eleven Go: Licht enthalten sind. Um an unserer Verlosung teilzunehmen, habt ihr die nun die drei folgenden Möglichkeiten:

1. Auf unserer Facebook-Seite veröffentlichen wir am 16.06.2014 ein Bild zum Gewinnspiel, welches ihr kommentieren und öffentlich mit euren Freunden teilen müsst. Schreibt uns unter dem Bild euren Tipp, welche Fußballmannschaft ins WM-Finale einziehen soll. Zudem müsst ihr unsere Facebook-Seite spätestens zum Ende der Verlosung mit einem „Gefällt mir“ versehen haben.

2. In der NextGen-Community veröffentlichen wir am 16.06.2014 ein Bild zum Gewinnspiel, welches ihr kommentieren und öffentlich mit euren Freunden teilen müsst. Schreibt uns unter dem Bild euren Tipp, welche Fußballmannschaft ins WM-Finale einziehen soll. Zudem müsst ihr zum Ende der Verlosung ein Mitglied der NextGen-Community sein.

3. Ihr schickt uns eine E-Mail, in welcher ihr den Link zu diesem Gewinnspielartikel setzt. Schreibt uns ebenfalls in diese Mail euren Tipp, welche Fußballmannschaft ins WM-Finale einziehen soll. Des Weiteren muss die Mail an einen für uns erkennbaren weiteren Empfänger geschickt werden. Sobald dieser mit seiner E-Mail-Adresse an unserem Gewinnspiel teilnimmt, erhalten beide Gewinnspielteilnehmer eine Chance auf den Gewinn.

Teilnahmeberechtigt sind alle Personen, die mindestens das achtzehnte Lebensjahr vollendet haben und ihren Erstwohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland haben. Minderjährige Nutzer müssen vor der Teilnahme eine Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten einholen. Mitarbeiter von Gameplay Gamers und Nintendo sind von der Verlosung ausgeschlossen. An der Verlosung nehmen alle Personen teil, welche die jeweils gewünschten Anforderungen erfüllen. Erfüllt kein Teilnehmer die Anforderungen, wird der Gewinn unter allen Teilnehmern gleichermaßen verlost. Der Gewinner der Verlosung wird schriftlich nach Ablauf des Gewinnspiels ab dem 1. Juli 2014 informiert. Er hat anschließend 72 Stunden Zeit, sich bei uns zu melden. Andernfalls erhält nach denselben Gewinnspielregeln ein anderer Teilnehmer die Chance auf den Gewinn. Aus Datenschutzgründen werden die Gewinner namentlich nicht auf Gameplay Gamers, Facebook und in der NextGen-Community erwähnt. Sie dürfen sich dort aber sehr gerne selbst als solche zu erkennen geben. Teilnahmeschluss ist der 30. Juni 2014, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

Umfrage: Schlachtfeld E3 2014

Umfrage Schlachtfeld E3 2014 (1)Wie in jedem Jahr stellen wir euch am Ende der E3-Woche die Frage, welcher der drei großen Konsolenhersteller diese Messe für sich entschieden hat. Während Sony Computer Entertainment mit ein paar wichtigen Titeln auftrumpfen kann, distanziert sich Microsoft von der ursprünglichen Kinect-Vision; zeigt im gleichen Atemzug aber nicht viele hauseigene Titel und identifziert sich mehr mit Drittherstellertiteln. Nintendo hält sich aus dem Kampf der Streithähne hinaus und präsentiert in Form eines Digital Events alle wichtigen Titel der nächsten Monate – ohne ein einziges Drittherstellerspiel. Wir würden uns freuen, wenn ihr kurz an unserer Umfrage teilnehmen könntet und bedanken uns schon einmal im Voraus dafür. Voraussichtlich Ende Juni werden wir das Ergebnis veröffentlichen.

Special: Sony auf der E3 2014

Sony auf der E3 2014 (1)Als letzte der großen Firmen veranstaltet Sony Computer Entertainment in der Nacht von Montag auf Dienstag eine richtige Pressekonferenz. Da Konkurrenz Microsoft die Messlatte niedrig gelegt hat, sollte Sony leichtes Spiel haben, eine großartige Präsentation auf die Bühne zu bringen.

Sony auf der E3 2014 (2)Wie auch bei der Konferenz von Microsoft beginnt Sony nicht mit einem eigenen Spiel. Zu Beginn des Events präsentiert man uns den Titel Bunnies Destiny, welches für PlayStation-4-Nutzer mit einigen exklusiven Inhalten und einer Multiplayer-Beta daher kommt. Nach dieser eindrucksvollen Präsentation geht es direkt weiter zu den Sony-Titeln. Stolz werden Gameplay-Szenen aus The Order 1886 präsentiert und inFamous 2 darf mit einem Download-Content-Paket noch einmal auf die Bühne treten. Dann kommt schon die erste große Überraschung. Dadurch, dass im Vorfeld eindrücklich gesagt wurde, dass Media Molecule nicht an der Electronic Entertainment Expo 2014 teilnimmt, hatte wohl kaum jemand Little Big Planet 3 für die PlayStation 4 auf dem Schirm. Im November soll der Titel erscheinen, der sicherlich wieder viele Sackboy-Fans erfreuen wird – große Revolutionen werden aber wohl eher nicht geboten. Immerhin dürfen diesmal vier Spieler simultan ran. Vom kuscheligen Sackboy werden wir darauf in eine düstere Atmosphäre entführt. Bloodborne heißt der neue Titel von den Dark-Souls-Entwicklern, der uns ins blutige Mittelalter entführt. Ebenso blutig geht es danach mit Far Cry 4 weiter, das in einer Live-Demo präsentiert wird. Das Spiel wirkt grafisch wirklich beeindruckend und kommt mit einem ungewöhnlichen Feature daher – der Multiplayer-Modus kann auch mit Freunden gespielt werden, die das Spiel nicht besitzen.

Überraschende Rückkehr

Sony auf der E3 2014 (3)Brutal geht es auch in den kommenden beiden Spielen der Sony-Pressekonferenz zu. Erst wird der Nachfolger zu Dead Island präsentiert, der von dem Berliner Yager-Studio entwickelt wird und gleich im Anschluss ist Battlefield Hardline mit einem Gameplay-Trailer an der Reihe. Danach der nächste Schnitt – von den brutalen Triple-A-Titeln geht es zu den Indie-Spielen. Magicka 2 wird in einem ulkigen Trailer präsentiert und diversen anderen Indie-Titeln wird in einem Trailer-Mix Platz eingeräumt. Ein großer Titel, der aber in gewisser Weise auch in jene Indie-Schiene passt, ist auch das Grim-Fandango-Remake. Der Adventure-Klassiker von Tim Schafer bekommt exklusiv auf der PlayStation 4 und ebenso der PlayStation Vita ein Remake spendiert. Das kommt unerwartet, ist aber wirklich beachtenswert. Weiter geht es mit drei weiteren (zumindest zeitlichen) Exklusiv-Titeln, die in ihrer Gestaltung unterschiedlicher kaum sein könnten. Let It Die von Gōichi Suda bietet, dem Titel entsprechend, sehr viel Gewalt, Metallsägen, Gasmasken und Waffen. Abzû hingegen bewegt sich irgendwo zwischen dem Tauchabenteuer Endless Ocean für die Wii und das häufig gelobte Journey. Das Spiel No Man’s Sky entführt uns hingegen ins Weltall. Hier erkunden wir die Planeten des Universums und liefern und Schusswechsel im Raum. Nachdem knapp eine Stunde der Pressekonferenz vergangen ist, widmet sich Sony nach Spielen lieber anderen Themen.

Abseits der Spiele

Sony auf der E3 2014 (4)Die hauseigene Virtual-Reality-Brille Project Morpheus wird kurz erwähnt, es wird ein bisschen für das PlayStation Network geworben, man bietet den ein oder anderen Free-to-Play-Titel an und die PlayStation Now Beta startet schon in Kürze. Danach geht es weiter mit PlayStation TV, welches im Laufe des Jahres für neunundneunzig Euro sogar in Europa erscheinen soll und nach einer kurzen Mortal-Kombat-X-Gameplay-Sequenz, geht es auch noch ins Film-Segment. Mit Powers hat man eine hauseigene Serie, die sich um Superhelden und Detektivarbeit dreht, und 2015 kommt dann auch noch ein Animationsfilm mit Ratchet & Clank in die Kinos. Insgesamt eine sehr flache halbe Stunde, bevor man am Ende noch einmal fünf interessante Videospieltitel dem Publikum vorführt. Die PlayStation 4 bekommt bereits Ende Juli eine Remastered-Version von The Last of Us, Metal Gear Solid V: The Phantom Pain ist im Anmarsch und Grand Theft Auto V erscheint im Herbst 2014 auch endlich. Kleiner Scherz am Rande; hierbei handelt es sich natürlich um eine grafisch aufpolierte Fassung für die PlayStation 4, die Xbox One und den PC. Nach einer Batman:-Arkham-Knight-Gameplay-Sequenz kommt zum Abschluss noch eine Neuankündigung. Uncharted 4: A Thief’s End ist keine Überraschung, wird aber trotz nichtssagenden Trailer viele Käufer auf locken. Nach zwei Stunden kommt die Längste der Pressekonferenzen endlich zu ihrem Ende.

Geschrieben von Björn Rohwer

Björns Fazit (basierend auf der Sony-Pressekonferenz): Ich glaube, dass ich einfach übersättigt bin von der Videospielbranche. Anders kann ich mir die folgenden Worte jedenfalls kaum erklären. Wenn ich mir die gute Pressekonferenz ansehe, die eigentlich viele hervorragende Spiele bietet und ich mich dann ausschließlich für das Grim-Fandango-Remake interessiert, sollte ich mir vielleicht ernsthaft Gedanken machen. Es sind zwar deutlich mehr Spiele, die interessant und exklusiv sind, als beim direkten Konkurrenten Microsoft, aber auch Sony konnte mich dieses Jahr wirklich nicht begeistern. Zudem war die Pressekonferenz einfach viel zu lang. Nintendo hat es für mich mit einem hohen Tempo wirklich perfekt gemacht und zudem sehr viel Material erst im Nachhinein gezeigt. In den nächsten Jahren könnte sich Sony ein wenig an Nintendos Aufmachung orientieren.

Erics Fazit (basierend auf der Sony-Pressekonferenz): Ähnlich wie Microsoft zieht auch Sony Computer Entertainment die Show groß mit Drittherstellerspielen auf. Das macht aber nichts, da der Konzern selbst genügend Spiele in der Pipeline hat. Darunter finden sich hochkarätige Titel wie The Order 1886, Litte Big Planet 3 oder Uncharted 4: A Thief’ End. Das sind für mich alles Gründe, die für einen Kauf der PlayStation 4 sprechen. Sony versteht es im Gegensatz zu Microsoft, die Konsole in attraktiver Form zu vermarkten. Hier muss der Konkurrent ordentlich aufholen. Schade finde ich jedoch, dass man die Pressekonferenz mit Themen wie PlayStation Now und Co. künstlich in die Länge zieht. Das kann man alles wesentlich kompakter gestalten oder weitere spezielle Events dafür einplanen. Im Großen und Ganzen bin ich mit der Pressekonferenz jedoch sehr zufrieden und jetzt steht für mich unumstößlich fest, dass bis Ende nächsten Jahres definitiv eine PlayStation 4 in meinem Konsolenregal ein schönes Plätzchen finden wird.

Jonas’ Fazit (basierend auf der Sony-Pressekonferenz): Sonys Konferenz war jene, auf die ich mich neben Nintendos Konferenz im Vorhinein schon am meisten gefreut hatte. Zwar besitze ich noch keine PlayStation 4, aber jedes gute Spiel macht für mich das Gerät interessanter. Zu einem meiner Highlights, Bloodborne, wurde leider recht wenig gezeigt, dafür fühlte ich mich von No Man’s Sky ungemein angesprochen. Daneben sah ich in Little Big Planet 3 und dem neuen Spiel von Gōichi Suda auch die Überraschungen und noch nicht geleakte Spiele des Abends. Sony konnte die Ankündigungen wohl besser unter Kontrolle halten als die Konkurrenz. Leider konnten die Japaner auch dieses Jahr nicht darauf verzichten, erneut eine Reihe von Zahlen und Fakten anzuführen, die von einem Schlipsträger langatmig vorgetragen wurden. Das hatte sogar Microsoft besser gemacht.