Review: Hamatora: The Animation (Vol. 1)

Hamatora - The Animation (Vol. 1) (1)Wer in Hamatora: The Animation ein- und durchsteigen will, sollte sich zuvor mindestens den ersten Band der Manga-Reihe durchgelesen haben. Es wird viel Fachwissen vorausgesetzt, welches im Anime nicht sonderlich tiefgehend erklärt wird. Eigentlich kein sehr guter Start!

Hamatora - The Animation (Vol. 1) (2)Während Hamatora: The Comic im Jahr 2013 beginnt, ist Hamatora: The Animation bereits im Jahr 2014 angesiedelt. Entsprechend schwierig wird es für Neulinge, die Charaktere richtig einzuordnen. Außerdem weiß man als Nichtkenner des Franchises nicht, was innerhalb dieses einen Jahres passiert ist. Trotz anfänglicher Verwirrungen ist die Ausgangslage jedoch fast dieselbe. Naisu leitet in der japanischen Stadt Yokohama die Detektei Hamatora. Allerdings kann er sich kein eigenes Büro leisten. So und nicht anders kam es dazu, dass er sich in einem Café eingenistet hat. Der Begriff Büro ist für die Detektei allerdings übertrieben, denn ein einzelner Tisch kann wohl nur schlecht das Büro einer engagierten Detektei darstellen. Gemeinsam mit seinen beiden Kollegen Murasaki und Hajime löst er in Yokohama einen Fall nach dem anderen. In ihrem ersten Fall sollen sie einen Tresor bewachen, dessen Inhalt für die Bösewichte in der ersten Episode anscheinend von Bedeutung sind. Es kommt dazu, dass der Tresor geöffnet werden muss, doch welche Entdeckung sie machen, solltet ihr am besten mit eigenen Augen erleben. Der zweite Fall dreht sich hingegen ums Mobbing und in der dritten Folge auf der Blu-ray Disc wird der wohl wichtigste Hintergrund von Hamatora: The Comic beziehungsweise Hamatora: The Animation ins Rampenlicht gerückt. Es geht ums Minimum.

Minimum

Hamatora - The Animation (Vol. 1) (3)Mit Minimum ist hier eine spezielle Fähigkeit gemeint, welche die verschiedenen Charaktere in Hamatora: The Animation auszeichnen. Selbst die Protagonisten Naisu und Murasaki sind mit solchen Fähigkeiten ausgestattet, welche sie an der Facultas-Akademie erlangt haben. So ist es der Detektei auch möglich, gegen gefährliche Gegner, sogenannte Minimum Holders, anzutreten. Darauf läuft es wie im Manga nämlich auch im Anime hinaus. Die Action wirkt stellenweise zwar übertrieben, doch liegt der Fokus sowieso auf der Aufklärung und den Dialogen. Diese sind recht humorvoll geschrieben, doch auf Seiten der Bösewichte können diese eine ungeheure Tiefe erlangen. So oder so: Obwohl einige Fakten mit der Zeit leicht geklärt werden, bietet der Anime keinesfalls die Einleitung, welche wir im Manga erfahren. In den meisten Fällen würden wir dann direkt vom Kauf des Anime abraten, doch wer sich die erste Volume des Animes in der limitierten Erstauflage zulegen will, erhält den ersten Band kostenlos obendrauf. Das ist ein feiner Zug seitens Kazé Anime und gefällt uns sehr gut. Falls ihr allerdings noch ein wenig zu den enthaltenen Episoden oder den Charakteren erfahren wollt, dürft ihr euch über ein kleines Booklet freuen, welches ebenfalls der ersten Volume beiliegt – ebenso wie zwei Karteikarten zu je einem Protagonist. Digitales Bonusmaterial fehlt.

Maximum

Hamatora - The Animation (Vol. 1) (4)Auf der technischen Seite verfügt Hamatora: The Animation optisch über ein wunderschönes Bild in der Full-HD-Auflösung. Sämtliche Konturen fallen scharf aus. Hintergründe wirken so, als ob man sie direkt von der Realität übernommen und mit reichlich Farbe aufgepuscht hätte. Vor allem in Innenräumen hat man das Gefühl, dass die Texturen photorealistisch ausfallen. Unterlegt werden sämtliche Szenen mit einer gelungenen Hintergrundmusik. Kämpfe werden mit bedrohlichen Klängen unterlegt und in den lustigen Momenten erklingen fröhliche Melodien. Hamatora: The Animation liegt auf der Blu-ray Disc sowohl in der herausragenden japanischen Synchronisation vor, als auch in einer guten deutschen Übersetzung. Hier wartet beispielsweise die Stimme von Matti Klemm auf euch, während in der japanischen Fassung Ōsaka Ryōta dem Charakter Naisu seine Stimme leiht, der beispielsweise auch schon für den Charakter Nanashi in Akiba’s Trip: Undead & Undressed verantwortlich war. Die deutsche Fassung kann ohne deutsche Untertitel angeschaut werden, doch wer die japanische Fassung genießen möchte, muss mal wieder Untertitel zwangsweise in Kauf nehmen. Im Jahr 2015 ist das antiquiert und muss wirklich nicht mehr sein. Trotzdem ist der überwiegende technische Aspekt grundlegend herausragend gelungen und verbessert das Gesamterlebnis erheblich.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Der Anime Hamatora: The Animation ist eine nette Ergänzung zum Manga, doch als eigenständige Produktion kann der Titel einfach nicht funktionieren. Grundlegende Fakten werden so gut wie gar nicht erklärt und wenn man eine Sekunde lang nicht aufpasst, kann man mitunter schon den Anschluss verpassen. Warum man sich nicht einfach am Manga orientiert hat, ist mir ein Rätsel. Ich finde es gut, dass die Fälle wohl eigenständig aufgebaut sind, doch es fehlt einfach eine Einleitung für jeden, der den Manga noch nicht gelesen hat und vielleicht auch nicht lesen will. Da hilft es Kazé Anime in meinen Augen nur wenig, den Manga in der Limited Edition der ersten Volume kostenlos beizulegen. Das ist wirklich ein netter Zug und wer sowieso beide Medien konsumieren will, wird sich sicherlich sehr darüber freuen, doch am undurchsichtigen Anime ändert sich daran nichts. Ich hoffe sehr, dass sich die Handlung mit den nächsten Volumes schnell einpendeln wird und zumindest über einzelne Fragmente Charaktere und Handlung deutlich besser erklärt beziehungsweise charakteririsiert werden.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Hamatora: The Animation (Vol. 1)!

Review: Mythica – Weg der Gefährten

Mythica - Weg der Gefährten (1)Mythica – Weg der Gefährten ist ein Fantasy-Film aus dem Jahr 2015 von Regisseurin Anne K. Black. Er dreht sich um den Werdegang einer jungen Frau, die vom Stand einer Sklavin zu dem einer Heldin aufsteigt. Gepaart wird die Handlung mit vielen fantasievollen Elementen.

Mythica - Weg der Gefährten (2)Der Orden der Kleriker, in welchem die Priesterin Teela dient, wird von einer Horde Orks mit einem Oger im Schlepptau überfallen. Die Geistlichen haben gegen die Übermacht der Orks keine Chance. Entweder werden sie auf der Stelle exekutiert oder von den feindlichen Wesen entführt. Während des Kampfes wird Teela vom Obersten des Ordens auserkoren, einen wohl magischen Stein in ein entferntes Kloster zu bringen. Teela gelingt es, aus dem Getümmel zu fliehen, doch anstatt sich zum Kloster aufzumachen, schlägt sie einen anderen Weg ein. In der nächsten Stadt hingegen lebt die junge Sklavin Marek, die sich mit ihrer Rolle allerdings nicht so ganz abfinden möchte. Hinter dem Rücken ihres Besitzers experimentiert sie mit Pulvern und Kräutern; sie erlernt die Kunst der Alchemie. Von Gojun Pye, einem Magier, der sich in der Stadt niedergelassen hat, wird sie motiviert, ihr wahres Potenzial zu erkennen. Von ihren Emotionen überwältigt versucht sie aus der Stadt zu fliehen, doch wird sie von einer Gruppe Gauner überfallen. Zum Glück ist der Stadtsoldat Thane in der Nähe, der trotz Trunkenheit noch immer kämpfen kann und Marek so zur Flucht verhilft. Als sie die Stadt verlassen will, trifft sie auf einem Heuwagen den Schurken Dagen, der sie allerdings beraubt. Kurz darauf werden Marek und Dagen von Stadtsoldaten eingefangen und direkt wieder getrennt.

Vier Helden müsst ihr sein

Mythica - Weg der Gefährten (3)Mareks Besitzer ist erzürnt über ihre Flucht und als sie ihm sein Geld nicht aushändigen kann, will er sie schlagen und sich ihr entledigen, damit sie ihr Dasein in Zukunft im Freudenhaus der Stadt verbringen darf. Durch diese Tat wird Mareks volles magisches Potenzial entfacht. Sie entlädt einen dunklen Zauberspruch auf ihren Besitzer. Nach dessen Tod wird sie von den Stadtbewohnern als Mörderin angeklagt, doch schafft sie es gerade rechtzeitig in die nächste Stadt und ins dortige Wirtshaus. Dort trifft sie auf die Priesterin Teela, die nach Gefährten für die Rettung ihres Ordens sucht. Die Belohnung von zweihundert Silberstücken scheint jedoch zu wenig für die Helden zu sein, die sich dort Tag ein, Tag aus betrinken. Marek, die gerade ihr magisches Talent entdeckt hat, ist da allerdings anderer Ansicht und bittet der Priesterin ihre Hilfe an. Sofern Marek noch zwei Gefährten auftreiben kann, darf sie sie auch begleiten. Da fallen ihr direkt zwei alte Bekannte ein. Der desertierte Thane wird mittlerweile von zwei Stadtsoldaten außerhalb der Stadtmauern in einem Gefängnis gefangen gehalten und Dagen fühlt sich in der Freiheit wieder heimisch und durchkämmt ein Schlafzimmer nach dem nächsten, um die holde Weiblichkeit zu beglücken. Marek gelingt es, eine Gruppe zu bilden. Zu viert machen sie sich auf, um den Orden zu retten und so Teelas Schwester zu befreien.

Zwischen zwei Vorbildern

Mythica - Weg der Gefährten (4)Die Story ist für einen Film nicht sonderlich originell. Daraus macht auch der Text auf der Verpackungsrückseite keinen Hehl. Man hat sich bewusst an Pen-and-Paper-Rollenspielen wie Das Schwarze Auge oder Dungeons and Dragons orientiert. Andererseits möchte man hier auch an große Vorbilder wie Der Herr der Ringe oder Game of Thrones anknüpfen. Das ist pures Wunschdenken, denn während in den beiden Fantasy-Epen großartige Schauspieler mitwirken, sind es in Mythica – Weg der Gefährten eher Kandidaten, die im besten Falle auf dem Weg dorthin sind. In Melanie Stone und Nicola Posener schlummert unserer Meinung nach Potenzial, zumal Posener bereits in Paladin: Der Drachentöter überzeugen konnte. In einer kurzen Nebenrolle tritt sogar Kevin Sorbo als Gojun Pye in Erscheinung. Retten kann er die Schauspielerriege mit Sätzen, die in zwei Minuten abgehandelt sind, allerdings nicht. Die Story scheint in der ersten Filmhälfte tatsächlich an Tiefgang zu gewinnen, doch zum Ende hin fällt sie fast stufenlos auf ein Minimum. Vor allem der Kampf gegen den bösen Oger leidet darunter, da dieser mit einfachen Kamera-Einstellungen schwach ausfällt. Das Ende bleibt zudem halbwegs offen. Der Auftrag ist dann zwar irgendwie erfüllt, doch wie es mit den Abenteurern weitergeht, erfahren wir dann auch noch in zwei weiteren Filmen. Na toll!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Wenn man sich eine Szene von Mythica – Weg der Gefährten ansieht, dann weiß man auch schon, wie der ganze Rest des Films ausfällt. Das Werk von Regisseurin Anne K. Black ist definitiv nicht schlecht, doch hat man jederzeit das Gefühl, dass sich Black viel zu sehr an großen Vorlagen bedient und einzelne Elemente zusammenklatscht. An manchen Stellen wirkt das einfach nur aufgesetzt und an anderen wiederum unweigerlich komisch. Trotzdem merkt man dem Film jederzeit, dass man sich wirklich Mühe gegeben hat, auch wenn die Qualität zum Ende der 93 Minuten Laufzeit doch schon stark schwindet. Es wäre durchaus mehr möglich gewesen, wenn man sich in der Vorproduktion noch mehr Gedanken gemacht hätte. Inhaltlich und optisch mag der erste Teil der Trilogie nicht sonderlich ausgereift sein, doch an einem verregneten Sonntagnachmittag kann man sich diesen Film dennoch ohne Bedenken anschauen. Unterhalten kann er nämlich tatsächlich von Anfang bis Ende – trotz der genannten schmerzhaften Defizite.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Mythica – Weg der Gefährten!

Prime Time: Devil Survivor 2 – The Animation (Unboxing)

In den letzten Monaten haben wir euch bereits die erste, zweite, dritte und vierte Volume der Anime-Umsetzung des Videospiels Shin Megami Tensei: Devil Survivor 2 in unabhängigen Reviews vorgestellt. Wie immer folgt bei euch uns auch ein Unboxing-Video, in welchem wir euch die optischen und haptischen Merkmale des Schubers vorstellen möchten. Wir wünschen euch dabei gute Unterhaltung!

Review: Master of Death

Master of Death (1)Heutzutage wird gefühlt jeder zweite Film so gedreht, dass man mit einem zusätzlichen 3D-Feature ins Kino gelockt wird. In den Siebziger Jahren war dies fast undenkbar, doch 1978 haben sich die Köpfe hinter Master of Death genau dieses Ziel zum Vorsatz genommen.

Master of Death (2)Lord Ting Chun reist durch das alte China und wird von einer Gruppe unbekannter Schläger aufgelauert. Diese sind zwar schnell besiegt, doch anstatt die Reise fortzusetzen, lässt sich der Lord gleich die Augen verbinden. Die unterlegenen Kämpfer können ihn so nahezu gefahrlos zur Adligen Nan Nan bringen. Nan Nan erzählt Ting Chun von ihren todkranken Bruder, welcher innerhalb von nur drei Tagen die westlichen Berge überqueren muss. Nur dort soll es einen Arzt geben, welcher ihren Bruder von der Krankheit erlösen kann. Obwohl Lord Ting Chun seine Bedenken äußert, willigt er ein, Nan Nans Bruder in den Westen zu bringen. Er weiß von den Gefahren, welche im Tal, den so genannten Stormy Hills, auf sie warten. Aus Nan Nans besten Kriegern darf er ein paar Begleiter wählen, welche ihn und ihren Bruder auf der Reise beschützen sollen. Im Verlauf der Handlung schließen sich der illustren Truppe noch zwei Freunde Ting Chuns an, welche die Reise zunächst erheitern. Schon bald erkennen die Kämpfer allerdings, dass sie auf ihrer Reise nichts zu Lachen haben, denn ständig werden sie von neuen Gefahren davon abgehalten, den Weg über die Berge zu finden. Erschwert wird dies zudem durch zwei gewiefte Gastwirte, die vorgeben, freundlich zu sein, doch ihre ganz eigenen Interessen verfolgen. Ting Chun muss lernen, dass er nicht jedem blind vertrauen darf.

Drahtseil-Action

Master of Death (3)Die Handlung von Master of Death wird stringent bis zum Ende erzählt. Jederzeit hat man als Zuschauer das Ziel vor Augen, welches Lord Ting Chun und seine Eskorte erreichen wollen. Bei jeder neuen Etappe, welche sie auf ihrer Reise erwischen, ahnt man als Zuschauer zwar, dass dies nur eine Falle sein kann oder weiß sogar, was gleich passieren wird, doch fiebert man mit den Protagonisten in den aufkommenden Kämpfen mit. Sowohl die Handlung, als auch der Action-Anteil halten sich in diesem Martial-Arts-Film zwar die Waage, doch merkt man deutlich, dass man den Fokus definitiv auf die Action gelegt hat, um im Kino durch das 3D-Feature begeistern zu können. Jackie Chan in der Rolle von Ting Chun attackiert hier mit Stäben oder seinen blanken Fäusten. Man merkt deutlich, dass es sich hierbei noch um eine der frühen Produktionen handelt, in welcher Chan auftritt. Die Choreographien wirken noch nicht wie aus einem Guss, langweilen beim Zusehen aber niemals. Man muss allerdings mit (teils deutlich sichtbaren) Drahtseilen keine Probleme haben, denn manche Kämpfer springen hier unmenschlich weit oder hoch. So und nicht anders wurde auch mit den Stäben hantiert, die als Waffe eingesetzt werden. Dafür sind die Auseinandersetzungen nicht gestreckt und wirken auch nicht zu kurz, zumal die Konfliktlösung am Ende zweimal umgeschmissen wird.

Ein Stück Hongkong-Kinogeschichte

Master of Death (4)Die Geschichte des 3D-Films reicht bis in die Neunziger Jahre des 19. Jahrhunderts zurück. In Hongkong kam es allerdings erst im Jahr 1978 dazu, das ein Film tatsächlich in 3D gedreht worden ist. Diese 3D-Fassung von Master of Death liegt sogar der Blu-ray-Fassung als Bonus dabei. Allerdings benötigt man für die Vintage-3D-Version natürlich eine 3D-Brille (anaglyph rot/cyan), die selbstklärend nicht im Lieferumfang enthalten ist. Wer jedoch in den Besitz einer solchen Brille gelangt, kann mit Master of Death ein Stück Hongkong-Kinogeschichte im eigenen Wohnzimmer erleben. Aufgrund des Filmalters solltet ihr allerdings nicht mit dem besten Bild aller Zeiten rechnen. Obwohl dieser Film als digital überarbeitet in den Handel kam, fühlt sich das Bild nicht besser an, als es auf einer DVD der Fall wäre. Die Auflösung fällt zwar höher auf, doch Bildverunreinigungen und eine viel zu große Unschärfe stehen dem Vergnügen im Weg. Neben dem Bild im 16:9-Format (2,35:1) liegt die Tonspuren des Films sowohl in einer deutschen Synchronisation oder in Mandarin in DTS HD 5.1 beziehungsweise 2.0 (Mono) DTS-HD bei. Anmerken möchten wir jedoch, dass der Film in beiden Fassungen einen anderen Soundtrack bietet. Die Musikauswahl nimmt sich bei beiden Titel nicht viel. Ein Audiokommentar von Martial-Arts-Experte Andrew Staton rundet den Film gut ab.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Man kann es kaum glauben, doch Master of Death ist tatsächlich einer der letzten Filme von Regisseur Lo Wei. Los Filme gehörten für mich immer zu den Titeln, die mich nie so ganz zufriedengestellt haben. Dieses Fazit kann ich für Master of Death genauso übertragen. Die Handlung beginnt sehr, sehr schleppend. Erst in der zweiten Filmhälfte kann diese tatsächlich mit geschickten Wendungen und brenzligen Situationen für die Charaktere überzeugen. Die Kampfszenen hingegen wirken für mich nicht wirklich ausgereift. Man arbeitet viel zu sehr mit Drahtseilen, versucht übertriebene Szenen zu ermöglichen und obendrein mit 3D zu unterhalten, sofern man die nötige Ausrüstung dafür hat oder den Film zufällig 1978 bei der Uraufführung in Hongkong gesehen hat. Master of Death ist ein sehr mittelmäßiger Film. Als Fan älterer Kung-Fu-Filme kann man mit dem Titel zwar nichts falsch machen, doch warten weitaus bessere Filme mit Jackie Chan in der Hauptrolle im Martial-Arts-Filmregal.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Master of Death!

Review: Hamatora: The Comic (Band 1)

Hamatora - The Comic (Band 1) (1)Hamatora: The Comic dreht sich um den Detektiv Naisu. Der siebzehnjährige Naisu war einst ein Student an der Facultas-Akademie und erreichte dort die besten Leistungen in sämtlichen Disziplinen, wie man es sich nur vorstellen kann. Trotzdem hat er der Akademie den Rücken zugekehrt, um eine Arbeit als Detektiv aufzunehmen. Der Leitung der Facultas-Akademie ist das allerdings ein Dorn im Auge, denn diese wollen Naisu lieber für ihre Zwecke ausnutzen. Die Facultas-Akademie dürfen nämlich nur wenige Menschen besuchen und zwar Menschen, die einzigartig sind. Bereits ein Zeigefinger, der über den Mittelfinger hinausragt, wird an der Akademie als eine Besonderheit angesehen und die Besonderheit daraufhin geschult und dazu ausgebaut. Personen mit so einer speziellen Eigenschaft werden Minimum Holders genannt. Naisu verfügt beispielsweise über die Kraft, in Schallgeschwindigkeit seinen Gegner in einem Umkreis von nur fünf Metern auszuschalten. Für die Akademie ist seine Fähigkeit mehr als nur nützlich, weshalb sie den besten Studenten des 55er Jahrgangs, Murasaki, aussenden, um Naisu zur Rückkehr an die Akademie und Eingliederung in die Institution zu bewegen. Blöd nur, dass gerade jetzt der Kundenansturm beginnt und ein Auftrag nach dem anderen in der Detektei Hamatora eingeht. So bleibt Murasaki nicht anderes übrig, als zu kooperieren.

Gelungener Einstieg

Im ersten Band aus dem Jahr 2013 bekommen es Murasaki, Naisu und seine Partnerin Hajime mit diversen Aufträgen zu tun. Für ihren ersten gemeinsamen Auftrag sollen sie im fünften Stock eines Hochhauses auf Gespensterjagd gehen und machen dabei die Bekanntschaft mit einem Perversling. Dann wiederum sollen sie einen jungen Mann dingfest machen, welcher mit seiner Stimme alle Personen in einem mittelgroßen Radius gleichzeitig ausschalten kann. Schlussendlich bekommen es die drei Helden noch mit einer Entführung zu tun, wodurch sie sich mit einer Verbrecherorganisation in Yokohama anlegen müssen. Alle Fälle haben nicht nur den Handlungsort Yokohama gemeinsam, sondern laufen am Ende darauf hinaus, dass ein Minimum Holder für die verschiedenen Gräueltaten verantwortlich ist. Dadurch kommt die Action im Manga definitiv nicht zu kurz, denn durch die verschiedenen Fähigkeiten wird die Dramatik auf die Spitze getrieben und verschiedene Angriffstechniken überhaupt ermöglicht. Trotzdem liegt der Fokus definitiv auf den Dialogen, welche die Charaktere gut einstufen und diese somit sehr unterschiedlich ausfallen. Der von Kitajima Yukino geschriebene und von Kodama Yūki gezeichnete Manga unterhält auf mehr als zweihundert Seiten mit Humor und Spannung als Einstieg sehr, sehr gut. Es bleibt aber abzuwarten, wie sich die Story entwickelt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Nachdem ich mir zunächst die ersten drei Episoden des Anime angeschaut habe, konnte ich zumindest schon einmal die Charaktere kennenlernen. Jetzt – nach dem Lesen des ersten Bands – verstehe ich auch endlich, wie sich Naisu und Murasaki kennengelernt haben. Der Manga baut wirklich peu á peu Spannung auf und liefert genau im richtigen Moment die Informationen, die ich zum Verständnis benötige. Wenn man den Anime schauen möchte, sollte man dieses Vorwissen aus dem Manga auf jeden Fall mitbringen, da dort nur sehr, sehr nebensächlich wichtige Fakten erklärt werden. Das Szenario von Hamatora: The Comic ist interessant, bietet aufgrund der Thematik zahlreiche Möglichkeiten, wie sich die Story entwickeln kann und durch die drei wichtigen und sehr unterschiedlichen Hauptfiguren bleibt es durchgehend unterhaltsam. Während Naisu die Aufträge locker angehen lässt, ist Murasaki viel zu verkrampft und Hajime hält sich aus den Streitigkeiten lieber heraus und genießt eher ihr nächstes Essen. Der Einstieg von Hamatora: The Comic ist Kitajima Yukino und Kodama Yūki zwar gelungen, doch noch sehe ich keinen roten Faden, auf den Hamatora hinarbeiten will. Ich hoffe sehr, dass die beiden kreativen Köpfe das in Zukunft hinbekommen werden und freue mich bereits auf den nächsten Band der Manga-Reihe!

Vielen Dank an Kazé Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Hamatora: The Comic (Band 1)!

Review: Bladestorm: Nightmare

Bladestorm Nightmare (1)Wie wir es jüngst an Samurai Warriors 4 sehen, beschäftigt sich das Entwicklerstudio Koei Tecmo nach wie vor sehr gerne mit den historischen Hintergründen diverser Nationen. 2007 veröffentlichte man Bladestorm: Der Hundertjährige Krieg für PlayStation 3 und Xbox 360.

Bladestorm Nightmare (2)Bis 2015 sollte es allerdings dauern, bis der Titel halbwegs einen Nachfolger erhalten sollte. In Bladestorm: Nightmare erleben wir nach wie vor den Hundertjährigen Krieg von Seiten der Engländer und der Franzosen, doch wurde der Umfang um eine weitere Kampagne erweitert. Auf die zusätzlichen Szenarien werden wir gleich eingehen, doch zunächst möchten wir einen groben Umriss über die Ausgangslage des Hundertjährigen Kriegs liefern. Im Jahr 1066 wird England von Wilhelm I. erobert. In den kommenden zwei Jahrhunderten waren die englischen Könige zwar den französischen Herrschern gleichgestellt, doch waren sie zugleich die größten Grundbesitzer in Frankreich. Frankreich gelingt es, den einstigen Vasallen immer mehr zu schwächen. Es kommt zu Eroberungen und versuchten Rückeroberungen diverser Landstriche. 1328 stirbt schließlich Karl IV. von Frankreich und damit der letzte männliche Kapetinger. So kam es zu einem Erbfolgestreit, der damit endete, dass 1337 Frankreich die Mobilmachung der Truppen ausrief. Der folgende Krieg sollte sich über einhundert Jahre strecken. Genau in diese Zeitepoche fällt Bladestorm: Nightmare, doch anstatt wie in Dynasty Warriors und Co in die Rolle berühmter Persönlichkeiten zu schlüpfen, spielen wir hier zunächst eines Söldner, den wir mithilfe eines recht großzügigen Editors von Grund auf selbst erstellen können.

Wohl gestärkt in den Kampf

Bladestorm Nightmare (3)Ausgangspunkt der Hundred-Years’-War-Kampagne ist eine Taverne. Hier unterhalten wir uns mit diversen Nichtspielercharakteren, die uns Informationen, Hintergründe und Gerüchte verraten, mit denen wir dann auf dem Schlachtfeld konfrontiert werden. Außerdem haben wir hier die Möglichkeit, unsere Söldner zu verwalten und unsere Truppen zu verbessern. Um das zu erreichen, können wir entweder bei einem Händler neue Ausrüstungsgegenstände erwerben und die Soldaten damit ausrüsten oder wir investieren gewonnene Fähigkeitspunkte in diverse Fertigkeiten unserer Truppen. Dazu benötigen wir jedoch erst einmal diverse Bücher, die wir auf dem Schlachtfeld gescriptet oder zufällig finden, aus denen wir dann das Wissen für das Kommandieren der neuen Einheiten ziehen. Nach einem gut erklärten Tutorial, in dem wir die Grundlagen des Spiels erlernen, werden wir auch schon ins Schlachtengetümmel geworfen. In Bladestorm: Nightmare ist es grundsätzlich immer unsere Aufgabe, in verschiedenen Arealen ein Dorf, eine Stadt oder eine Burg einzunehmen. Jede Ortschaft wird selbstverständlich vom Feind bewacht, den es zu besiegen gilt. Da laufen wir mit Schwertkämpfern direkt ins Gefecht oder positionieren uns mit Bogenschützen außerhalb der Mauern, um unsere Feinde innerhalb des bewachten Gebiets zu überraschen. Die Angriffsmöglichkeiten sind sehr variantenreich.

Eroberungen und Rückeroberungen

Bladestorm Nightmare (4)Immer wenn wir Ortschaften einnehmen, müssen wir allerdings damit rechnen, dass der Feind zurückschlägt. Deshalb ist Eile geboten, damit der Gegner nur wenig Chancen hat, seine alte Stärke zurückzuerlangen. Für erledigte Gegner hagelt es derweil Erfahrungspunkte, wodurch unsere Truppen im Level aufsteigen. Genau an dieser Stelle ist Geduld gefragt, denn die Stufe der Einheiten gilt nur für den entsprechenden Söldner, mit dem wir in der Schlacht gekämpft haben. Zwar können wir für einen Stufenaufstieg in der Taverne auch Skill-Punkte bezahlen, doch das wird auf die Dauer ziemlich teuer. Des Weiteren merkt man schnell, dass man sich schon auf einen bestimmten Einheitentyp eingespielt hat und zukünftig nur noch genau diesen verwenden will. Großartige Vor- und Nachteile der verschiedenen Truppentypen wie in Fire Emblem: Awakening gibt es in Bladestorm: Nightmare leider nicht. In späteren Spielstunden radieren wir also mit schmächtigen Fechterinnen ganze Elefantenherden aus. Fanatiker des Realismus dürfen sich zurecht die Haare ausreißen. Die Schlachten fallen in fast allen Fällen nach demselben Schema aus und werden durch das Eskortieren von Nichtspielercharakteren ansatzweise aufgelockert. Letztgenanntes ist aber genau genommen das absolut nervigste Gameplay-Element, welches wir in den letzten Jahren seit den Bugs in Gothic 3 erlebt haben.

Repetitive Schlachten

Bladestorm Nightmare (5)Interessant und knifflig wird es eventuell durch die begrenzte Spielzeit für eine Mission, denn um so manches Ziel einzunehmen, stehen uns nur eine gewisse Anzahl an Tagen zu. Wer also beispielsweise nicht innerhalb von drei Tagen in Paris einmarschiert, unterliegt automatisch. Immer wenn nach zehn Minuten die Nacht einbricht, legen alle Soldaten die Waffen nieder. In diesen Fällen ist es gänzlich egal, ob der Kommandant der jeweiligen Basis schon fast am Boden liegt oder wir kurz vor der Stadt stehen und eigentlich nur noch eine Minute bräuchten. Knifflig ist das nur, wenn man tatsächlich alle Orte auf der Karte einnehmen will, doch wer nur schnell das Missionsziel erreichen will, schafft dies meist direkt am ersten Tag. Je länger wir uns mit Bladestorm: Nightmare beschäftigen, desto effektiver gehen wir vor und erreichen mit der Zeit auch immer bessere Leistungen. Höhepunkte des Story-Modus sind historische Schlachten, in denen wir viele Hintergründe erfahren. Etwa die Schlacht bei Crécy, in welcher die Engländer erfolgreich Langbogenschützen eingesetzt haben. Allerdings müssen wir leider gestehen, dass es Bladestorm: Nightmare mit der Geschichte nicht wirklich ernst meint. Zwar tauchen wie in den anderen Spielen von Koei Tecmo Persönlichkeiten auf, die tatsächlich im Verlauf der Geschichte eine Bedeutung gespielt haben, doch altern oder sterben sie hier nie.

Alternative Geschichtsschreibung

Bladestorm Nightmare (6)Edward of Woodstock, der 1376 starb, trifft im Spiel also unter anderem auf Jeanne d’Arc, die nach seinem Tod 1412 überhaupt erst geboren wurde. Außerdem ändert das Spiel gerne den Verlauf der Geschichte. So wird Jeanne d’Arc beispielsweise niemals hingerichtet. Mit solchen gravierenden Änderungen verliert die Grausamkeit des Hundertjährigen Kriegs stark an Bedeutung. Die Romantisierung des Kriegs hingegen nimmt durch solche Begebenheiten ein wenig zu. Vollkommen unhistorisch ist die neue Nightmare-Kampagne. Während einer Schlacht tauchen plötzlich Monster, Dämonen und Untote auf. Die beiden großen Nationen beschuldigen sich nun gegenseitig, an dem Debakel Schuld zu sein. Dennoch schließen sie sich schnell zusammen, um die neue Bedrohung zu bekämpfen. Die insgesamt neun Kapitel sind schnell erledigt, doch bieten sie ein paar neue Ansätze. Das Spielgeschehen ist nun nicht mehr in Tage eingeteilt. Das heißt nicht, dass es einen dynamischen Wechsel der Tageszeiten gibt, sondern nur, dass wir unbegrenzt Krieg führen können, ohne dass wir vom Einbruch der Nacht unterbrochen werden. Das finden wir persönlich gut, da wir nun nicht mehr kurz vor der Eroberung einer Burg gegebenenfalls von unserem Ziel abgehalten werden. Des Weiteren dürfen wir mit der Zeit auch selbst immer mehr Monster kontrollieren. Spannend und spaßig.

Zusammenschluss der Söldner

Bladestorm Nightmare (7)In beiden Modi dürfen wir mit Erfüllen der Aufträge und größerer Berühmtheit auch mehr als einen Söldner aufs Feld schicken. Entweder wechseln wir zwischen den Charakteren durch, geben ihnen spezielle Befehle oder schließen uns auf dem Schlachtfeld einfach zu einer noch größeren Armee zusammen. Wer einmal mit vier Söldnern und mehr als einhundert Soldaten über die Landstriche marschiert ist und dabei unzählige Feinde ausradiert hat, merkt schnell, wie mächtig man gemeinsam ist. Besonders dann, wenn man den titelgebenden Bladestorm entfesselt. Dies ist ein Spezialangriff, der unglaublich viel Schaden anrichtet. Einziges Manko ist jedoch, dass dieser automatisch ausgelöst wird, wenn wir genügend Gegner ins virtuelle Nirwana geschickt haben. Nur wenn wir uns mit einem anderen Söldner verbündet haben, dürfen wir diesen Angriff auch auf Knopfdruck entfesseln. Besonders viel Spaß macht der Titel übrigens im Mehrspielermodus. Dieser ist allerdings nur online verfügbar. Wer also kein Geld für ein Mehrspielervergnügen ausgeben möchte, schaut in die Röhre. Schade, denn ein kooperativer oder gar kompetitiver Multiplayer-Modus wäre offline tatsächlich die Krönung gewesen, um uns tatsächlich auch langfristig an Bladestorm: Nightmare zu binden. Ärgerlich ist das vor allem deshalb, da die grundlegende Technik des Spiels mittlerweile sehr veraltet ist.

Zeitintensive Videospielportierung

Bladestorm Nightmare (8)Bereits als das Spiel 2007 zum ersten Mal für die letzte Konsolengeneration erschienen ist, sah es optisch sehr nach einem aufpolierten PlayStation-2-Titel aus. Acht Jahre später hat sich daran fast nichts verändert. Zwar müssen hunderte Soldaten auf dem Schlachtfeld berechnet werden, doch nutzt Bladestorm: Nightmare die Hardware der PlayStation 4 nicht aus. In der getesteten Version für Sonys aktuelles Konsolenstandbein sind Texturen schwach aufgelöst, ein leichtes Dauerruckeln ist bemerkbar und Truppen tauchen erst auf, wenn wir nah genug an diese herantreten. Vor allem beim Heldenwechsel ist das ärgerlich, wenn auf dutzende Gegner gleichzeitig geladen werden, die plötzlich rund um uns herumstehen und schon angreifen, während wir noch unvorbereitet sind. Man hatte in unseren Augen wirklich genügend Zeit, das Spiel an die neue Hardware-Generation anzupassen. Wunder erwarten wir beileibe nicht, doch wenn man den Titel kaum aufpoliert, hätte man das Spiel auch für die noch mehr verbreiterte PlayStation 3 hierzulande veröffentlichen können. Ausgleich bietet der wirklich gute Soundtrack. Mit Chorgesang und Kriegsklängen, die uns durchgehend motivieren, hat Entwickler Koei Tecmo alles richtig gemacht. Schade nur, dass sich der Soundtrack schnell wiederholt, da man fürs Durchspielen circa fünfzig bis siebzig Stunden Zeit einplanen sollte.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Koei Tecmo entwickelt sich derzeit zu einem meiner Lieblingsentwickler. Objektiv betrachtet ist Bladestorm: Nightmare zwar ein recht durchschnittliches Spiel, da man viele gute Ansätze einfach nicht zu Ende gedacht hat. Subjektiv gesehen hatte ich trotzdem mehr als fünfzig Stunden meinen Spaß mit dem Titel. Ich finde es sehr motivierend, mit meinen Truppen übers Schlachtfeld zu laufen, die gegnerischen Reihen mit zunehmender Spielzeit immer einfacher zu durchdringen, Städte zu plündern, das gefundene Geld in immer bessere Ausrüstung zu investieren und meine Truppen zu verbessern. Schade finde ich jedoch, dass fast jeder einzelne Auftrag des Spiels darin endet, irgendeinen Stützpunkt zu erobern oder selten auch mal zu verteidigen. Man hat zwar gelegentlich auch Nichtspielercharaktere ins Missionsdesign integriert, welche ich beschützen soll, doch diese Aufgaben sind dermaßen langweilig und einfach nur nervig, weil sich besagte Charaktere einfach viel zu langsam und zudem auch unkontrolliert bewegen. Des Weiteren ist das Spiel nicht ohne Bugs. Dreimal ist mir das Bild eingefroren (hat die Konsole zum Absturz gebracht), dann haben meine Soldaten bis zum Einbruch der Nacht keinerlei Schaden mehr angerichtet und ein weiteres Mal hat sich ein wichtiger Nichtspielercharakter einfach nicht mehr von der Stelle bewegt, sodass die Mission erst nach dem Neuladen abgeschlossen werden konnte. Man sollte also resistent sein, wenn man Bladestorm: Nightmare spielen möchte. Aufgrund der langen Spielzeit ist das aber nicht ganz so schlimm, wie es sich im ersten Moment anhört. Während ich anfangs noch auf jedem Schlachtfeld alle feindlichen Basen einnehmen wollte, bin ich im späteren Verlauf des Spiel richtig durchgerast, um die Ziele zu erfüllen. Man sollte den Umfang der Handlung des Hundertjährigen Kriegs wirklich nicht unterschätzen. Wer täglich nicht sehr viel spielt, wird mit dem Titel tatsächlich mehrere Wochen beschäftigt sein. Kann man über einige der unhistorischen Begebenheiten und ein paar Änderungen im Geschichtsverlauf hinwegsehen, wird man mit Bladestorm: Nightmare trotz einiger Defizite sehr viel Spaß haben können.

Vielen Dank an Deep Silver für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Bladestorm: Nightmare!

Review: Hand of Death

Hand of Death (1)Der Film Hand of Death wird beim Publisher Splendid Film in der großen Jackie-Chan-Reihe veröffentlicht. Jackie Chan hat zwar ein paar größere Auftritte im Film, ist allerdings wie bei Tokyo Powerman unterpräsent und einzig allein ein Bindeglied zwischen den Charakteren.

Hand of Death (2)Hand of Death spielt vor der Kulisse des Kaiserreichs China in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts; die Qing-Dynastie hat sich also bereits erfolgreich etabliert. Ausgangspunkt des Films ist ein chinesischer Shàolín-Tempel. Dieser Tempel sei das Zentrum der chinesischen Kampfkunst und schon viele große und weise Kämpfer sollen aus ihm hervorgegangen sein. Nach der Machtergreifung der Mandschuren hat sich der junge Kämpfer Shih Shao-Feng von der neuen Regierung einspannen lassen. Anstatt seine erlernten Kampfkünste mit Bedacht und redlich einzusetzen, missbraucht er sie, um Schrecken über das Land zu bringen. Zu seinen ersten Taten gehört auch der Überfall auf den genannten Shàolín-Tempel. Als seine Brüder in die Welt hinausziehen wollen, stehen auch schon die ersten Bogenschützen vor den Toren des Tempels, welche dutzende ahnungslose Schüler töten. Daraufhin versucht Shihs Meister mit ihm zu reden, um ein weiteres Blutbad zu verhindern. In seiner Wut tötet der Schüler Shih Shao-Feng seinen Meister. Es beginnt eine Terror-Herrschaft des Schreckens, denn jeder, der sich Shih widersetzt, wird sofort durch seine Hand exekutiert. Um sich selbst vor gefährlichen Widersachern zu schützen, ernennt er die besten acht Kämpfer zu seinen Leibwächtern und verschanzt sich daraufhin die meiste Zeit in seinem Anwesen, um vom Wohlstand zu leben.

Kampf um des Friedens Willen

Hand of Death (3)Die friedliebenden buddhistischen Mönche können das allerdings nicht dulden und schicken den jungen Kung-Fu-Kämpfer Yun Fei ins Feld, der sich um das Problem kümmern soll. Auf dem Weg durchs Land tritt Yun auf den Holzfäller Tan Feng, der für Shih arbeitet. Dieser gibt Yun den Rat, dass er sich von Shih fernhalten soll, denn nur Neugierige und Shàolín-Kämpfer finden den Tod. Später erfährt Yun von Tan, dass Tans Bruder von Shih ermordet wurde und er seit drei Jahren nur unter dem Vorwand, seinen Bruder eines Tages zu rächen, für Shih als Holzfäller tätig ist. Als sie erkennen, dass sie das gleiche Ziel haben, kann Tan seinen Plan endlich in die Tat umsetzen. Allerdings benötigen sie noch die Hilfe von anderen Kämpfern, die ebenfalls eine mehr oder weniger wichtige Vorgeschichte besitzen. Zur Hilfe eilen somit zwei weitere Schüler der buddhistischen Mönche. Des Weiteren haben sie von einem Krieger namens Zorro gehört, der seit vielen Jahren sein Schwert nicht mehr gezogen hat und seinen Kummer in Alkohol ertrinkt. Zorros Geliebte wurde nämlich im Kampf gegen Shih von ihm selbst getötet. Das kann er sich nicht verzeihen, doch als auch er endlich die Möglichkeit sieht, es Shih heimzuzahlen, schließt er sich der vierköpfigen Gruppe an. Zorros Schwert wird neu geschmiedet und der Plan vervollständigt. Im Eifer des Gefechts wird Yun allerdings verraten.

Mäßige Handlung, zwiespältige Action

Hand of Death (4)Die Handlung von Hand of Death gewinnt sicherlich keinen Drehbuchautorenpreis. Sie kann nicht mit plötzlichen Wendungen überraschen und Tiefgang besitzt sie auch nicht. Allerdings werden die Motive der Charaktere mehr als deutlich dargestellt, so dass man die Geschichte gänzlich außer Acht lassen kann. Der Martial-Arts-Anteil ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite bietet er schöne Choreographien und auf der anderen Seite sind manche Kampfszenen schlecht geschnitten (obwohl der Titel uncut auf der Blu-ray Disc vorliegt). Dafür überzeugen die wirklich schönen Landschaftsbilder Chinas in Full-HD. Für einen Film aus dem Jahr 1976 ist dies nicht selbstverständlich! Der Ton in 5.1 DTS-HD Master Audio geht ebenfalls in Ordnung, sowohl in der deutschen Fassung, als auch im Originalton in Mandarin. Bonusmaterial liegt in Form von einigen Vintage-Trailern, weiteren Trailern zu Splendid-Film-Titeln und des Originalfilmtrailers bei. Ein besonderes Schmankerl ist der Audiokommentar von Hongkong-Kino-Experte Bey Logan. Obwohl der Verpackungstext behauptet, dass es die erste Zusammenarbeit zwischen Regisseur John Woo und Jackie Chan ist, stimmt das nicht ganz. Bereits Jahre zuvor hat Chan für Woo die Choreographien in The Young Dragons übernommen. Gesehen haben muss man die zweite Zusammenarbeit nicht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich finde es immer sehr schade, wenn auf der Verpackung groß Jackie Chans Name aufgedruckt wird und dieser dann im Film nur ganz am Rande auftaucht. In Hand of Death hat er zwar eine wichtige Funktion, doch sind es die anderen Schauspieler, welcher der Ruhm gebührt – allen voran Tan Tao-Liang als Yun Fei. In Hand of Death erwartet einen außerdem nichts besonderes. Für einen Regisseur, der später großkalibrige Action inszenieren wird, ist die Produktion aus dem Jahre 1976 sicherlich nicht das, was man von John Woo erwarten würde. Es ist eben ein frühes Werk des Künstlers, das sich an den folgenden Film einfach nicht messen lassen darf. Hand of Death bietet weder eine intelligente oder tiefgehende Handlung, noch kann die Action beziehungsweise der Martial-Arts-Anteil des Films durchgehend überzeugen. Der Film findet seinen Höhepunkt vor allem im Showdown, der allerdings in wenigen Minuten abgehandelt wird und für Fans der frühen Martial-Arts-Filme sicherlich zu kurz kommt. Hand of Death muss man nicht gesehen haben, doch wenn man seine Jackie-Chan-Reihe vervollständigen möchte, kommt man nicht umher.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Hand of Death!

Review: Samurai Warriors 4

Samurai Warriors 4 (1)Wer denkt, dass Japan seit jeher ein geeintes Kaiserreich war, irrt sich gewaltig. Im Lauf der Jahrhunderte durchlebte das Land eine Epoche der Umwälzung. Gemeint ist die Sengoku-Zeit, welche in Samurai Warriors 4 abermals als Kulisse zum Schnetzelfest benutzt wird.

Samurai Warriors 4 (2)Als das Ashikaga-Shōgunat spätestens Ende des 15. Jahrhunderts an Bedeutung verloren hatte, zerfiel das Land in mehrere Provinzen, an deren Spitze die so genannten Daimyō standen. Die Macht eines solchen Lokalherrschers konnte in Form von Besitz und Militärstärke gemessen werden. Mehr als einhundert Jahre lang bekriegten sich die Daimyō untereinander, um ihren Einfluss zu vergrößern. Es konnte allerdings bis zum Jahr 1560 keine eindeutige Entwicklung der Kämpfe ausgemacht werden. Erst als der Daimyō Imagawa Yoshimoto beschließt, Kyōto einzunehmen, überrascht der vorher unauffällige Oda Nobunaga. Mit einer nur zweitausend Mann starken Armee gelingt es ihm, Imagawas Heer aus 25.000 Mann zu besiegen. Er merkt, welch Stratege in ihm steckt und beginnt mit der Reichseinigung Japans. Es dauert allerdings noch bis zum Jahr 1603, bis man tatsächlich davon sprechen kann, dass Japan geeint ist. Das Spiel Samurai Warriors 4 befasst sich vor allem mit den letzten fünfzig Jahren der Zeit der Streitenden Reiche. Wir schlüpfen unter anderem in die Haut von den drei Reichseinigern, Oda Nobunaga, Toyotomi Hideyoshi und Tokugawa Ieyasu. Insgesamt warten 55 Charaktere darauf, von uns in die verschiedenen Schlachten geführt zu werden. Alle Persönlichkeiten, die in Samurai Warriors 4 vorkommen und ebenso spielbar sind, haben tatsächlich existiert.

Schlachtengetümmel

Samurai Warriors 4 (3)Samurai Warriors 4 ist in verschiedene Spielmodi aufgeteilt. Im Story-Modus wählen wir uns zunächst eine von mehreren Legenden aus, die sich dann mit einem speziellen Charakter wie Mōri Motonari oder Sanada Nobuyuki befassen. Anschließend wählen wir die Schlacht und die Kämpfer aus, die wir in den Kampf führen wollen. Je nachdem für welche Helden wir uns entscheiden, verändern sich die Dialoge vor und nach der Schlacht geringfügig. Wer absolut nichts verpassen will, kommt um das mehrmalige Durchspielen der meisten Schlachten also nicht herum. Die kriegerischen Auseinandersetzungen auf dem Feld laufen nach dem Schema ab, wie wir es schon aus Spielen wie Hyrule Warriors oder aus anderen Titeln mit dem Musō-Spielprinzip kennen. Das heißt, dass wir uns durch unzählige Gegnerhorden kämpfen. Wenn wir unzählig schreiben, meinen wir das auch so. Während jeder Schlacht schicken wir so viele Gegner ins virtuelle Nirwana, dass der Zähler in den Tausenderbereich wandert. Diese Feinde sind natürlich nur Statisten, doch unter ihnen warten auch historische Persönlichkeiten auf uns, die aus dem Weg geräumt werden müssen. Während wir über das Schlachtfeld laufen, ertönen neue Befehle auf dem Bildschirm. Zum Beispiel soll verhindert werden, dass sich zwei Feinde auf dem Schlachtfeld begegnen, damit die gegnerische Truppenmoral nicht ansteigt.

Routine-Einsatz

Samurai Warriors 4 (4)Zum Glück sind wir immer mit zwei Charakteren gleichzeitig unterwegs. Wenn also plötzlich auf der anderen Seite des Schlachtfelds unsere Hilfe benötigt wird, wir aber immer noch mit einem anderen Problem zu kämpfen haben, schicken wir einfach unseren Kumpanen an diese Stelle. Oft agiert die künstliche Intelligenz unseres Mitstreiters hervorragend, sodass sich der automatisch an den Zielort begibt. Sobald dieser am Ziel angekommen ist, wechseln wir auf Knopfdruck zu ihm. Manchmal fragen wir uns aber, ob dieser den Befehl überhaupt erhalten hat. Sollten wir nämlich in einem Gebiet unterwegs sein, wo die Truppenmoral des Gegners noch besonders hoch ist, müssen wir uns selbst auf unbedeutende Gegner konzentrieren. Da helfen wir unserem Mitstreiter schon, den richtigen Weg einzuschlagen und wenige Sekunden später steht dieser plötzlich neben uns; und auf einmal sind die zwei Minuten für den Bonus abgelaufen. Das ist zwar ärgerlich, doch beim nächsten Mal machen wir es dann eben selbst, zumal sich auch schnell Routine einstellt. Schnell die wichtigen Gegner ausschalten, auf dem Weg die tückischen Bannerträger zur Senkung der gegnerischen Moral beseitigen und auch darauf achten, alle Edelsteine und Waffen einzusammeln. Diese beiden Objekte miteinander kombiniert ergeben nämlich äußerst effektive Wundermittel gegen unsere Feinde. Hurra!

Popkulturelle Einflüsse

Samurai Warriors 4 (5)Mit verbesserten Waffen steigern wir unsere Kampfwerte, können Spezialangriffe effektiver einsetzen, generieren bei allen hundert besiegten Gegnern ein wenig unserer Lebensenergie oder fügen den Feinden sogar elementaren Schaden zu. Hier wird deutlich, dass das feudale Japan nicht sehr realistisch eingefangen wird. Vor allem wirken die meisten Charaktere mit dem Auftreten eines J-Pop-Stars etwas deplatziert. Manche schlagen passend dazu gar mit Instrumenten um sich. Das nimmt ebenso viel von der ernsten Atmosphäre wie die Dialoge zwischen den Charakteren, die gelegentlich mit teilweise unpassendem Humor aufgelockert werden sollen. Trotzdem machen die popkulturellen Einflüsse so viel Spaß wie bei Ganbare-Goemon-Ablegern, weshalb wir dem Titel das gerne verziehen. Wir merken aber dennoch, dass die Waage zwischen Humor und Ernsthaftigkeit besonders bei den Toden der Charaktere Oda Nobunaga und Toyotomi Hideyoshi nicht gehalten werden kann. Davon abgesehen, ist in Samurai Warriors 4 alles enthalten, was wir uns für das Einfangen der Zeit der Streitenden Reiche wünschen. Hauptaugenmerk des Spiels ist der romantisierte Krieg. Von der Schlacht von Itsukushima bis hin zur Belagerung von Ōsaka werden alle wichtigen Schlachten der Zeit vorgestellt. Bei der Schlacht von Sekigahara dürfen wir sogar auf beiden Seiten antreten.

Drei Plattformen, ein Spielstand

Samurai Warriors 4 (6)Neben dem Story-Modus wartet auch noch der Chronicle Mode auf uns. Hier dürfen wir aus Teilen eines Baukasten einen eigenen Helden erstellen, der dann von Tokugawa Ieyasu oder anderen Daimyō durchs Land geschickt wird, um wichtige Persönlichkeiten kennenzulernen. In beiden Spielmodi schalten wir neue Charaktere frei, die wir dann im Free Mode verwenden können. Da dürfen dann auch Legenden Schlachten schlagen, bei denen sie unterlagen oder längst das Zeitliche gesegnet haben. Optisch brilliert der Titel auf der PlayStation 4 mit einer konstant hohen Bildwiederholungsrate und sauberer Kantenglättung. Einzig und allein den Texturen und Gesichtsanimationen merkt man an, dass sie ursprünglich für die PlayStation 3 entwickelt worden sind. Apropos PlayStation 3: Besitzt ihr das Spiel auch für diese Konsole oder die tragbare PlayStation Vita, dürft ihr die Spielstände mit den anderen beiden Versionen synchronisieren. Wer also auch unterwegs schnetzeln will, muss keine Angst davor haben, die Errungenschaften auf zwei Plattformen unabhängig voneinander freizuspielen. So macht das Schnetzelfest bei der tollen japanischen Musik ungleich viel mehr gute Laune. Nach zwanzig Spielstunden kann das Musō-Prinzip von Koei Tecmo zwar ermüden, doch wer genau dann einen Freund zum lokalen oder Online-Mehrspielermodus einlädt, findet den Langzeitspaß!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Früher konnte ich nie so wirklich die Faszination für Dynasty Warriors, Samurai Warriors und Konsorten verstehen. Nachdem ich aber im letzten Sommer Hyrule Warriors regelrecht genossen habe, hat mich Koei Tecmo anscheinend erfolgreich in die Welt der turbulenten Schnetzelorgie eingeführt. Natürlich ist das Gameplay von Samurai Warriors 4 mit der Zeit recht eintönig, doch trotzdem macht das Spielprinzip zwischendurch immer wieder Spaß und ganz besonders kooperativ mit einem Freund kann das Abschlachten ganzer Heerscharen motivieren. Es sind lediglich die kleinen Dinge, an denen die Entwickler unbedingt schrauben sollten. Gelegentliche Aussetzer der künstlichen Intelligenz der Mitstreiter stören, das Verhalten von Computergegnern könnte wesentlich besser und die zu erledigenden Aufgaben vielfältiger. Positiv hervorheben möchte ich, dass das Aufpoppen der Gegner nicht so stark ins Gewicht fällt, wie bei Hyrule Warriors. So kann ich die Gegner schon aus weiter Ferne sehen und mich auf sie einstellen. Mir würde es sehr gefallen, wenn sich die Architektur der Schlachtfelder verändern lassen könnte. Hin und wieder gibt es zwar Karten, auf denen eine Flut eintritt und diese bestimmte Bereiche unpassierbar macht, doch ist das leider nur die Ausnahme. Wer mit den Vorgängern bereits Spaß hatte, wird vielleicht nicht so viel Neues entdecken, aber wer das Musō-Spielprinzip kennenlernen möchte, erfährt mit Samurai Warriors 4 eine sehr gute und vor allem trotz der englischen Bildschirmtexte eine leicht verständliche Einführung in das sehr große Franchise.

Vielen Dank an Deep Silver für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Samurai Warriors 4!

Prime Time: Horror-Kid-Figur (Unboxing)

Wer The Legend of Zelda: Majora’s Mask 3D bei diversen Händlern vorbestellte, erhielt als Bonus eine limitierte Horror-Kid-Figur. Diese wird derzeit auch schon auf eBay bei hohen Preisen gehandelt. Zusammen mit euch packen wir solch eine Figur aus und verraten euch, was an der Skull Kid Statue so faszinierend ist. Gute Unterhaltung wünschen wir euch!

Review: The Unforgiven

The Unforgiven (1)Der japanische Film The Unforgiven von Regisseur Lee Sang-il aus dem Jahr 2013 behandelt das tragische Thema Tod auf vielfältige Weise. Erzählt wird die Geschichte des Charakters Kamata Junbei und schildert, wie ein einstiger Samurai von der Vergangenheit eingeholt wird.

The Unforgiven (2)Im Jahr 1853 tauchte der US-amerikanische Commodore Matthew Perry mit den Schwarzen Schiffen vor der Küste Japans auf. Die Öffnung des Landes wurde durch die Vereinigten Staaten erzwungen, um Japan in den Handel mit dem Westen zu drängen. Die folgenden Jahre waren von einer politischen Umwälzung geprägt. Das Tokugawa-Shōgunat wurde entmachtet und das Amt des Tennō erhielt die politische Bedeutung zurück, welche es seit Jahrhunderten nicht mehr innehielt. The Unforgiven lässt sich historisch genau in den Jahren 1869 und 1880 einordnen. Er spielt somit im zweiten und im zwölften Jahr der Meiji-Zeit. Kamata ist direkt von den Auswirkungen der neuen Regierung betroffen, denn als er sich gegen diese auflehnt, muss er auf die Insel Ezo flüchten. Auf der heutigen Insel Hokkaidō lebt er länger als eine Dekade als einfacher Landwirt, doch nach elf Jahren taucht sein alter Kamerad Baba Kingo auf, der auf der Suche nach zwei Verbrechern ist. Diese haben einer Prostituierten bleibende Schnittwunden zugefügt. Obgleich es untersagt ist, auf Personen Kopfgelder auszusetzen, sind eintausend Yen Belohung auf die Köpfe von Hotta Sanosuke und Hotta Unosuke ausgesetzt. Kamata lehnt Babas Angebot ab, doch als die Ernte spärlicher als gedacht ausfällt, gräbt der ehemalige Samurai sein Schwert aus und folgt seinem alten Freund auf die Kopfgeldjagd.

Japanisches Historiendrama

The Unforgiven (3)Während ihrer Reise durch das karge Ezo lauert ihnen Sawada Goro auf. Dieser befindet sich ebenfalls auf der Kopfgeldjagd und will die Belohung, welche auf die Brüder ausgesetzt ist, mit Baba und Kamata teilen, sofern sie gemeinsam operieren sollten. Des Weiteren verfügt er über das Wissen einer Abkürzung zum Ort des Geschehens. Obwohl sich die beiden zunächst gegen die Beteiligung Sawadas aussprechen, schließen sie sich dennoch zusammen, um ihre Reise um zwei Tage zu verkürzen. Ihr Zielort, ein kleines Dorf, wird vom Dorfvorsteher Oishi Ichizo kontrolliert. Dieser arbeitet weitgehend im gesetzlichen Rahmen, nimmt sich aber mehr als einmal Freiheiten, um das Gesetz zu seinem Vorteil zu interpretieren. Jetzt müssen sich die drei Kopfgeldjäger nicht nur um die Hotta-Brüder Gedanken machen, sondern sich zudem noch mit einem weiteren Feind konfrontiert sehen. Obwohl solche Themen Action vermuten lassen, bleibt The Unforgiven 135 Minuten lang auf einem recht zurückhaltenden Niveau. Es handelt sich hierbei um ein Drama, welches sich stark mit politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen beschäftigt. Das Wegfallen des Shinōkōshō, also des Vier-Stände-Systems aus der Edo-Zeit, wird genauso thematisiert wie die Diskriminierung der ethnischen Minderheit Ainu. Die Dialoge nehmen sich viel Zeit, um auf solche Tatsachen aufmerksam zu machen.

Technische Defizite

The Unforgiven (4)Während der Titel inhaltlich definitiv viele Qualitäten aufweist, sind wir von der Ausstattung und Umsetzung der Blu-ray-Fassung von The Unforgiven sehr enttäuscht. Der Film bietet ein meist opulentes Bild durchgehend in einer Full-HD-Auflösung. Nur selten stören hier ein paar Unschärfeeinstellungen. Das Audioformat in DTS-HD Master Audio 5.1 kann ebenfalls nicht gänzlich überzeugen. Der Film wechselt zwischenzeitlich auf die Originaltonspur, wenn sich Kamata oder Sawada in der Ainu-Sprache mit der ethnischen Minderheit unterhalten. Um die Charaktere problemlos verstehen zu können, muss die Lautstärke höhergestellt werden. Später stellt man sie dann wieder herunter, weil die Musik des Films gegebenenfalls zu lautstark sein könnte. Fans der japanischen Originaltonspur haben keine Möglichkeit auf diese zu wechseln, da sie einfach keinen Platz auf der deutschen Veröffentlichung der Blu-ray-Fassung gefunden hat. Möchte man den Film also auf Japanisch genießen, ist ein Import die einzige Möglichkeit. Recht dürftig fällt auch das Bonusmaterial aus. Aus dem spartanisch gestalteten Menü heraus können wir lediglich auf einen deutschsprachigen Trailer von The Unforgiven zugreifen, der den Film dazu action-lastiger darstellt, als er überhaupt ist. Immerhin liegt ein Code bei, den wir beim Streaming-Dienst Flixter einlösen und so The Unforgiven auch streamen dürfen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): The Unforgiven ist kein Film, den ich mir zwischendurch angucken möchte. Das Drama aus dem Jahr 2013 mit Watanabe Ken in einer der Hauptrollen beschäftigt sich mit einem historischen Hintergrund, welcher für das Japan der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von immenser Bedeutung ist. Durch den politischen Regierungswechsel liegt die Macht nicht mehr beim Shōgun, sondern de facto beim Tennō. In dieser Zeit werden außerdem die Stände abgeschafft, womit sich in erster Linie Kamata Jubei konfrontiert sehen muss. Sein Leben ändert sich innerhalb weniger Tage schlagartig und wird für mindestens elf Jahre von der politischen Umwälzung bestimmt – bis er durch das Auftreten von Baba Kingo von der Vergangenheit eingeholt wird. Armut und Hunger bestimmen seinen Alltag, weshalb der einstige Samurai wieder zum Schwert greift und mit verschiedenen Arten von Tod konfrontiert wird. Dabei stellt der Film mehrmals die Frage, wie, wann und ob man überhaupt töten sollte. Wie sich das in The Unforgiven genau widerspiegelt, möchte ich aber nicht verraten. Watanabe-Fans, die sich mit ein paar politischen und gesellschaftlichen Problemen der frühen Meiji-Zeit beschäftigen möchten, sollten sich The Unforgiven definitiv einmal anschauen. Das Remake von Clint Eastwoods Western Erbarmungslos sollte man mal gesehen haben, doch actionreiche Höhepunkte bietet Lee Sang-ils Werk allerdings kaum.

Vielen Dank an Warner Home Video für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Unforgiven!

Review: The Devil is a Part-Timer! (Vol. 2)

The Devil is a Part-Timer (Vol. 2) (1)Da leitet man als Dämonenfürst sein Imperium erfolgreich wie ein Unternehmen, doch dann kommen die sogenannten Helden, die dafür sorgen, dass man mittels eines Zauberspruchs in einem Paralleluniversum landet, in dem man sich erst einmal mühselig zurechtfinden muss.

The Devil is a Part-Timer (Vol. 2) (2)So und nicht anders erging es dem Dämonenfürsten von Ente Isla. Satan Jakobu wird gleich mit seinem treuen Diener Arushieru in eine Welt versetzt, die wir nur allzu gut kennen. Soll heißen, dass die beiden Anhänger des Bösen in unserer Realität landen; genauer gesagt in der japanischen Hauptstadt Tōkyō. Dort angekommen fällt es ihnen zunächst schwer, sich in ihrer neuen Umgebung überhaupt zurechtzufinden. Ein neuer Unterschlupf muss her und Essen ist ein ebenso wichtiger Teil des täglichen Überlebens. Blöd nur, dass ihre Zauberkräfte in Tōkyō schnell schwinden und man mit den Magiekapazitäten haushalten muss. Um ihre Existenz zu sichern, wird selbstverständlich hart gearbeitet. Ein Glück, dass die Fastfood-Kette MgRonald für Satan Jakobu, der sich mittlerweile Maō Sadao nennt, einen Teilzeitjob anbietet. Während der Arbeit schmiedet Maō Pläne, wie er sowohl nach Ente Isla zurückkehren, als auch die Herrschaft über den Planeten Erde zu übernehmen kann. Beim Burgerbraten lernt er die junge Sasaki Chiho kennen, die sich prompt in ihn verliebt und ihn absolut nicht mehr loslassen kann und will. Schließlich kommt es am Ende der dritten Episode der ersten Volume zu einem Date zwischen den beiden Arbeitskollegen. Bevor Sasaki ihre Gefühle Maō jedoch gestehen kann, wird ihr privates Treffen durch ein heftiges Erdbeben jäh unterbrochen.

Verrat in den eigenen Reihen

The Devil is a Part-Timer (Vol. 2) (3)Schnell stellt sich auch heraus, wer für das mysteriöse Erdbeben verantwortlich ist. Niemand geringeres als Rushiferu, der früher für Satan Jakobu gearbeitet hat und jetzt für Oruba Meiyā kämpft. Dieser Verrat kann natürlich nicht einfach so hingenommen werden, weshalb mitten in Shibuya ein Kampf entbrennt. Meiyā nimmt in Kauf, dass bei diesem Kampf die Bewohner Tōkyōs verletzt werden können. Mittlerweile hat sich Maō allerdings an die Menschen bereits gewöhnt, sodass er sie nur ungern sterben lassen möchte. Das kommt seiner Feindin Emiria Yusutīna, die in der realen Welt den Namen Yusa Emi angenommen hat, sehr gelegen. Seit längerer Zeit wartet sie nur auf eine Gelegenheit, Maō aus dem Verkehr zu ziehen. Vor allem da in den vorliegenden Episoden klar wird, welch besondere Motivation sie antreibt, ist es erstaunlich, dass ihr genau in diesem Moment klar wird, dass sie nun mit Maō Seite an Seite kämpfen muss. Sowohl der Kampf, als auch der innere Konflikt von Yusa, erstrecken sich über die ersten beiden Episoden der insgesamt drei Folgen in der zweiten Volume. Die dritte Episode dreht sich dann noch um einen mysteriösen Vorfall in Sasakis Schule, der vor allem durch den neu eingeführten Charakter Urushihara Hanzō dramatisiert wird. Wer Urushihara tatsächlich ist, lassen wir an dieser Stelle offen. Er sorgt jedenfalls für reichlich Lachanfälle.

Von Fotos und Filmen

The Devil is a Part-Timer (Vol. 2) (4)Humor ist auch wieder der Überbegriff der vorliegenden Episoden von The Devil is a Part-Timer!. Wie schon in den ersten Folgen werden viele Sachverhalte zunächst ernst aufgebaut, um dann nach und nach ins Lächerliche gezogen zu werden. So auch während des Kampfes gegen Rushiferu, wo sich Maō und sein Diener beziehungsweise Mitbewohner darüber streiten, ob der Dämonenfürst sich Filme ansehen darf. An anderer Stelle überlegen sich die Charaktere auch, ob sie sich das Foto ihrer Vermieterin im Bikini anschauen können, ohne dabei ins Badezimmer zu verschwinden. Wie wir das tatsächlich meinen, erfahrt ihr am besten selbst in den zahlreichen lustig geschriebenen Dialogen. Sowohl die deutsche Synchronisation, als auch die japanische Originalfassung ist wirklich gut gelungen. Wir empfehlen allerdings, den Anime auf Japanisch anzugucken beziehungsweise anzuhören, da Emotionen hier ein wenig mehr in das typisch japanische Bild des Humors passen. Der Ton in DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo passt hervorragend zum gestochen scharfen Bild in 1080p. Wer diesmal mehr Bonusmaterial erhofft, wird vermutlich ein wenig enttäuscht sein. Mehr als beim letzten Mal gibt es in digitaler Form nicht. Das gilt auch für physisches Material. Ein Booklet ergänzt einige Informationen aus der Serie und ein Bierdeckel rundet das Paket ironisch ab.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die ersten Episoden von The Devil is a Part-Timer! haben mir sehr gut gezeigt, welche besonderen Merkmale die Serie hat. Die Story des Anime ist zwar nicht besonders tiefgehend, doch machen das die Dialoge und vor allem die vielen lustigen Situationen zwischen den Charakteren wieder wett. Es vergeht kaum eine Minute, ohne dass ich zumindest nicht einmal schmunzeln muss. Wenn ich dann auf einmal in einem Lachanfall ausarte, weiß ich, dass mich der Anime bei Laune hält. Glücklicherweise hat der Anime es geschafft, kurz vor der Halbzeit noch ein paar neue und wichtige Charaktere einzuführen beziehungsweise besser zu beleuchten. Ich hoffe sehr, dass man an diesen Stellen in den nächsten Folgen noch ansetzen wird. Das Potential ist definitiv gegeben!

Vielen Dank an Anime House für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Devil is a Part-Timer! (Vol. 2)!

Partner: Shulk-Amiibo-Gewinnspiel

Gewinnspiel The Lost DungeonBei unserer Partnerseite habt ihr noch bis zum 31. März 2015 die Gelegenheit, einen Amiibo zu gewinnen. Genauer gesagt den Amiibo des Nintendo-Charakters Shulk, den ihr beispielsweise aus Xenoblade Chronicles für die Wii oder aus Super Smash Bros. for Nintendo 3DS kennt. Was ihr dafür tun müsst, erfahrt ihr auf der Gewinnspielseite von unserem Partner The Lost Dungeon, welche ihr hier findet. Wir wünschen euch viel Glück!

Partner: NMag #59 erschienen – Einladung zum Maskenball

NMag #59 erschienen (1)Kaum wacht die Redaktion aus Ihrem Winterschlaf auf und schon erstrahlt das neue NMag in einem gänzlich neuen Design. Die kreativen Köpfe haben sich einiges ausgedacht, um das NMag-Erlebnis noch informativer, spannender und lustiger zu gestalten. Die neue Ausgabe steht ganz im Zeichen von The Legend of Zelda: Majora’s Mask 3D. Zu diesem Anlass verlost das Magazin in Zusammenarbeit mit Nintendo eine limitierte Horror-Kid-Figur. Neben Majora’s Mask 3D haben es noch viele weitere Titel ins Testlabor geschafft. Darunter befinden sich vor allem Rollenspiele wie Xenoblade Chronicles 3D, Inazuma Eleven Go Chrono Stones: Donnerknall & Flammenwall, Monster Hunter 4: Ultimate, Rune Factory 4 und Persona Q: Shadow of the Labyrinth. Die nötige Portion Party-Spaß erhält die Redaktion in Mario Party 10 und eine Prise Action gibt es in Ace Combat: Assault Horizon Legacy+.

Da das Tetris-Franchise im letzten Jahr seinen dreißigsten Geburtstag feierte, hat sich das NMag auf die Suche nach dem Ursprung der Serie gemacht. Herausgekommen ist dabei ein wirtschaftspolitischer Krimi. Ebenso interessant dürfte die Leidenschaft an zwei weiteren Videospielserien sein. Die NMag-Redaktion ergründet die Faszination von Monster Hunter und stellt sich schlussendlich auch noch die Frage, welches der beste The-Legend-of-Zelda-Teil ist. Und jetzt schnell unter http://n-mag.org die nagelneue Ausgabe kostenlos herunterladen. Viel Spaß beim Lesen!

Neuer Partner: The Lost Dungeon

Bereits seit einigen Monaten unterhält Gameplay Gamers gute Beziehungen zu The Lost Dungeon. Insgeheim lief auch schon eine Partnerschaft, doch wie das mit vergessenen Dungeons so ist, hatten wir schon bald darin verinnert und den Weg nicht mehr herausgefunden. Zurück daheim möchten wir euch unsere Partnerseite heute vorstellen. Das Online-Magazin The Lost Dungeon beschäftigt sich mit allerlei Nerd-Themen quer durch alle Genres und Medien. Die Schwerpunkte liegen dabei auf Animes, Mangas, PC- und Videospielen, Comics sowie Filmen und Serien, aber auch Bücher und Brett- und Kartenspiele haben ihren Platz auf der Seite. Neben Rezensionen bietet The Lost Dungeon immer wieder News, Artikel und Kolumnen an. Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr The Lost Dungeon einen Besuch abstatten möchtet.

Prime Time: One Piece (TV-Box 8 + Film 7) Unboxing

Ahoi Piraten! Nachdem wir euch die achte Serienbox und den siebten Film in Review-Form auf unserer Internetpräsenz vorgestellt haben, folgt nun wie bei der siebten Serienbox ein Unboxing-Video zur achten Box der Anime-Serie. Wir haben uns den Schuber, die Datenträger und das Booklet einmal genauer angeschaut. Zudem zeigen wir euch im Video auch noch die Blu-ray-Verpackung des siebten Films, der zeitlich während der 229. Episode des Anime angesiedelt ist. Viel Spaß mit unserem Unboxing-Video!

Prime Time: Final Fantasy: Type-0 HD – Collector’s Edition (Unboxing)

Heute, am 20. März 2015, erschien Final Fantasy: Type-0 in Europa. Wir haben uns natürlich die Chance nicht entgehen lassen und haben eine Collector’s Edition des Spiels für die PlayStation 4 besorgt. Diese stellen wir euch in unserem Unboxing-Video ausführlich vor. Welche tollen Inhalte diese Edition beinhaltet, erfahrt ihr in unserem Video. Viel Spaß beim Anschauen!

Review: Nisekoi – Liebe, Lügen & Yakuza (Vol. 2)

Nisekoi - Liebe, Lügen & Yakuza - Vol. 2 (1)Die erste Volume von Nisekoi – Liebe, Lügen & Yakuza beinhaltete die ersten fünf Folgen, die allerdings kaum Höhepunkte liefern konnten. Zum Glück hat sich das in den nächsten fünf Episoden der zweiten Volume entscheidend geändert. Der Humor hat nicht darunter gelitten!

Nisekoi - Liebe, Lügen & Yakuza - Vol. 2 (2)Raku Ichijō hat es nun wahrhaftig nicht leicht. Auf dem Weg zum Erwachsensein möchte der junge Mann einfach nur sein Leben genießen und hat auch nichts dagegen, zum ersten Mal in seiner Existenz verliebt zu sein. Blöd nur, dass er seiner großen Liebe Kosaki Onodera seine Gefühle nicht offenbaren kann. Das liegt weniger daran, dass sein Vater einen Yakuza-Klan leitet, sondern eher an den Umständen, dass dieser mit der verfeindeten Familie Kirisaki auch noch Frieden schließen muss. Als Beweis des guten Willens verkuppeln beide Familien ihre Sprösslinge. Während der Ichijō-Klan Raku ins offene Messer laufen lässt, wird Chitoge von ihrer Familie zu der Beziehung ebenfalls gedrängt. Obwohl sie sich nicht ausstehen können, müssen sie die Scharade rund um die Uhr mitspielen, damit zwischen ihren Familien kein Krieg entbrennt. Der Schulweg, der Unterricht, das Mittagessen und dieselben Aktivitäten mit gemeinsamen Freunden müssen sie teilen. Dass das den Ärger zwischen den Streithähnen nur noch einmal mehr heraufbeschwört, dürfte nun auch jedem klar sein, der die Episoden der ersten Volume von Nisekoi noch nicht gesehen hat. Das Tohuwabohu zwischen Chitoge und Raku wird in den vorliegenden Folgen abermals auf die Spitze getrieben. Der Grund für diese Aufregung ist die Mund-zu-Mund-Beatmung, die Chitoge erst jetzt als solche charakterisiert.

Überdrehter Humor

Nisekoi - Liebe, Lügen & Yakuza - Vol. 2 (3)Als Chitoge für den Schwimmwettbewerb trainiert hatte, ist sie bewusstlos geworden. Zum Glück war Raku zur Stelle und konnte sie wiederbeleben, doch anstatt ihm zu danken, hat sie nur den vermeintlichen Kuss realisiert und Raku geschlagen. Einen Tag später setzt die Story wieder ein und Chitoge möchte sich, so glaubt man, bei ihrem Lebensretter bedanken. Davon, dass sie bewusstlos war, weiß sie allerdings immer noch nicht und ihr könnt euch denken, wie der Dialog zwischen den beiden ausgeht. Dieser Dialog ist quasi stellvertretend für ein Groß der Gespräche zwischen den Charakteren von Nisekoi. Sie reden oft aneinander vorbei und sind dabei meistens auf sich selbst fixiert. Oder sie konzentrieren sich dermaßen stark auf ihr Gegenüber, dass sie ihre eigenen Beweggründe in den Hintergrund stellen und so trotzdem keinen Konsens finden. Dadurch, dass viele Charaktere überzeichnet wirken, werden wir mit sehr speziellem Humor überhäuft. Wenn man sich allerdings schon jahrelang mit Anime und Manga beschäftigt, kann einen das aber nicht mehr schocken. Man beginnt schließlich, solch überdrehte Momente zu genießen und lauthals zu lachen. Die lustigen Momente werden vor allem in den letzten beiden Episoden der zweiten Volume deutlich auf die Höhe getrieben, als sich die Freunde im Zeltlager in einem Onsen, sprich einer heißen Quelle, entspannen wollen.

Damals im Zeltlager

Nisekoi - Liebe, Lügen & Yakuza - Vol. 2 (4)Das Zeltlager ist in den vorliegenden fünf Episoden einer von zwei Schauplätzen. Der andere ist wie gewohnt die Schule; der soziale Dreh- und Angelpunkt eines jeden Teenagers. In den Räumlichkeiten der Institution geht diesmal auch einiges zu Bruch und verhindert so, dass die Gefühle einiger Personen ans Tageslicht kommen. Davon betroffen sind vor allem Kosaki, die all ihren Mut zusammen nehmen will und ihre Gefühle offenbaren möchte, und auch Seishirō, die neu an der Schule ist, aber aufgrund ihres männlichen Auftretens als Schüler und weniger als Schülerin identifiziert wird. Nur Chitoge kennt sie aus ihrer Kindheit. Zeitweise haben wir das Gefühl, dass die Story ein wenig vor sich hindümpelt, aber wenn wir sie mal ein wenig genauer betrachten, bemerken wir schnell, dass die Serie auf einen Klimax hinarbeitet. Vor allem Chitoge entwickelt sich immer mehr zu einer undurchsichtigen Persönlichkeit, die ein Geheimnis verbirgt, welches dem von Hauptfigur Raku nicht sehr unähnlich ist. Wer bereits die ersten Episoden gesehen hat und unbedingt wissen will, wie sich die Handlung entwickelt, kommt um die zweite Volume definitiv nicht herum. Die Handlung ist wesentlich spannender und die Sachverhalte lustiger. Als Bonusmaterial liegt ein zusammengefaltetes Poster und ein paar Postkarten bei, welche den Pappschuber aufgrund ihrer Dicke fast komplett blockieren.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem die Serie einen vortrefflichen Start hingelegt hat und mit vielen Parallelen zu Shakespeares’ Romeo und Julia punktete, war nach der ersten Folge allerdings schnell die Luft raus. Die Geschichten um Chitoge, Kosaki, Raku und ihren Freunden sind nicht langweilig gewesen, doch boten sie kaum Höhepunkte, die mir im Gedächtnis geblieben sind. Die Episoden der zweiten Volume machen das zum Glück nicht mehr. Durch die neu eingeführte Figur Seishirō kommen weitere Facetten hinzu, welche das Verheimlichen der eigentlich nicht existenten Beziehung zwischen Chitoge und Raku erschweren. Dass schon bald die Gefühle diverser Charaktere verletzt werden, wird sich wohl nicht verhindern lassen. Dadurch, dass die Serie mit viel Humor gestaltet ist, kann ich mich aber dennoch freuen, da diese Geschichten sicherlich so ulkig präsentiert werden, dass es schwer sein wird, nicht zu lachen. Trotzdem darf eine gewisse Ernsthaftigkeit bei diesem Thema nicht vernachlässigt werden und genau hier läuft Nisekoi: Liebe, Lügen & Yakuza Gefahr, den Spagat zwischen Humor und dem Ernst des Lebens nicht zu schaffen. Ich bin schon sehr gespannt darauf, wie der Anime das bewerkstelligen wird!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Nisekoi: Liebe, Lügen & Yakuza (Volume 2)!

Review: One Piece: Schloss Karakuris Metall-Soldaten

One Piece - Schloß Karakuris Metall-Soldaten (1)Nachdem die Episoden der One-Piece-Boxen durch Kazé Anime bisher so aufgeteilt waren, dass man zu jeder Serienbox auch einen Film des Franchises sehen kann, geht diese Rechnung mit der siebten Serienbox allerdings nicht mehr auf – wenn auch nur ganz, ganz knapp.

One Piece - Schloß Karakuris Metall-Soldaten (2)Den siebten One-Piece-Film kann man hervorragend in der Mitte der 229. Episode einfügen, denn die Flying Lamb, das Schiff der Strohhut-Piraten, ist schon ein wenig ramponiert und sollte so bald wie möglich repariert werden. Das Zusammentreffen mit Frankie und auch der Besuch in Water 7 steht ihnen also noch bevor. One Piece: Schloss Karakuris Metall-Soldaten beginnt damit, dass die Strohhüte während eines Sturms ein zerstörtes Schiff mitten auf dem Ozean entdecken und untersuchen wollen. Mit einer einzigen Truhe fällt die Beute zwar recht dünn aus, doch freuen sie sich bei ihrer Rückkehr auf ihr Schiff umso mehr über viele Goldstücke. Daraus wird allerdings nicht, denn als Lysop das Schloss der Truhe knackt, entdecken die Strohhüte unter Einspielung der Melodie Freude schöner Götterfunken nicht das erhoffte Gold, sondern nur eine ältere Dame. Schnell wollen sie diese wieder loswerden, doch bevor die Piraten sie über Bord werfen können, erzählt sie ihnen von einer goldenen Krone. Mit neuem Ziel vor Augen, beschließen die Strohhüte, die Frau zu ihrer Heimatinsel zu begleiten und sich auf die Suche nach dem Schatz zu begeben. Das Log-Port-Problem ist auch schnell gelöst, denn ihre neue Reisebegleitung verfügt über einen Krötport, mit dem sie die Insel Mecha Island überhaupt erreichen können. Dort werden sie allerdings schon erwartet.

Gemeinsame Schatzsuche

One Piece - Schloß Karakuris Metall-Soldaten (3)Als die Bewohner von Mecha Island die Piratenflagge am Horizont erspähen, geben sie sofort Lord Ratchet Bescheid, der mit seinen beiden Untertanen Erich und Ernst, sowie den Metall-Schergen Stellung am Strand bezieht. Nach einem kurzen Intermezzo ist das Segel des Schiffs zerrissen und die ältere Dame verschwunden. Trotzdem lässt sich die Crew nicht zur Flucht bewegen und verharrt zunächst in der Bucht von Mecha Island, um doch noch irgendwie an den Schatz zu gelangen. Robin bemerkt, dass der Fundort des Schatzes mit dem Volkslied, welches auf der Insel gesungen wird, zusammenhängt. Mit mehr Glück als Verstand gelingt es Kapitän Ruffy, die ersten Rätsel zu lösen. Lord Ratchet, der insgeheim schon ewig nach der Krone sucht, erfährt davon und beschließt, mit den Piraten zusammenzuarbeiten. Dabei erkunden sie zusammen eine unterschiedliche Höhle und machen gemeinsam Entdeckungen, von denen sie nicht in ihren kühnsten Träumen gerechnet hätten. Die Handlung des siebten Films ist wirklich gelungen inszeniert, da der Film es schafft, den Spannungsbogen schnell aufzubauen und mit netten (allerdings vorhersehbaren Wendungen) zu punkten. Themen, die in Schloss Karakuris Metall-Soldaten aufgegriffen werden, sind Freundschaft, Zusammenhalt, Vertrauen und Liebe. Alle Charaktere gehen vortrefflich mit ihren Gefühlen zueinander um.

Übersetzungsproblematik

One Piece - Schloß Karakuris Metall-Soldaten (4)Obwohl man der Handlung hervorragend folgen kann und selbst als One-Piece-Laie sogar Spaß mit dem Film haben kann, ist die Übersetzung teilweise eine wirkliche Frechheit. Über recht genaue Übersetzungen (Krötport statt Kame-Port) können wir uns wenig beschweren, doch wenn bei einem Charakter dick und fett auf dessen Umhang der Schriftzug seines wahren Namens Honki zu sehen ist, und er dann Ernst genannt wird, ist das nicht gerade ein Paradebeispiel für eine gute Übersetzung. Über solche Kleinigkeiten kann man sich zurecht aufregen, doch dem Filmspaß tut dies keinen Abbruch. Ebenfalls schade ist, dass bei Auswahl der japanischen Synchronfassung wieder nicht abschaltbare deutsche Untertitel auf dem Bild erscheinen. Das muss im Jahr 2015 echt nicht mehr sein! Sowohl die deutsche, als auch die japanische Synchronfassung, können uns mit ihren Sprechern überzeugen, zumal in den tollen Dialogen wieder jede Menge Witze eingebaut werden, die unsere Helden seit Anbeginn der Anime-Serie auszeichnen und wir absolut nicht mehr missen möchten. Während der Ton in Dolby Digital 2.0 (deutsche Fassung) und DTS-HD MA 5.1 (in Japanisch) vorliegt, kann das Bild des 94-minütigen Films in 16:9 und 1080p mit gestochen scharfen Grafiken punkten. Das Bonusmaterial besteht übrigens wieder nur aus Trailern zu (anderen) Animes. Schade!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): One Piece: Schloss Karakuris Metall-Soldaten ist definitiv einer der besseren One-Piece-Filme bisher. Sowohl die Handlung, als auch die Charaktere wissen zu überzeugen. Die Schatzsuche nach der goldenen Krone auf und unterhalb von Mecha Island ist spannend inszeniert und kann zumindest mit einer nicht ganz so vorhersehbaren Wendung überzeugen. Die Bösewichte bleiben zwar blass, doch das muss man sich bei so einem Film innerhalb eines gigantischen Universums eben gefallen lassen. Schließlich werden die Figuren später – wenn überhaupt – nur am Rande vorkommen und für die eigentliche Story keinerlei Bedeutung mehr haben. Trotzdem bin ich diesmal nicht mit der deutschen Übersetzung zufrieden. Die Synchronisation ist nach wie vor klasse, daran kann man auch als Originaltonhörer sicherlich nicht meckern. Allerdings frage ich mich, warum man manche Charaktere so umbenennt, dass es im Kontext einfach keinen Sinn ergibt. Lord Ratchet hat im Japanischen einen Doktor-Titel, den ihn eher als Wissenschaftler, denn als Adligen identifiziert. Honki heißt, wie es auf seinem Umhang steht, Honki und nicht Ernst (auch wenn der Begriff Ernst im Japanischen Honki bedeutet). Darüber lässt sich sicherlich streiten, denn auch so ist die Geschichte durchgehend leicht verständlich und selbst für Laien sehr zugänglich. Eine Empfehlung gibt es von mir deshalb auch aufgrund der (in meinen Augen unüberlegten) Übersetzung deshalb auf jeden Fall!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Piece: Schloss Karakuris Metall-Soldaten!

Prime Time: Death Note – Vol. 2 (Unboxing)

Nachdem wir euch bereits vor einer ganzen Weile das Review zu ersten Volume von Death Note präsentiert und mit einem Unboxing-Video gekürt haben, folgt heute passend zum Review der zweiten Volume unser Unboxing-Video dazu. An den grundlegenden Eigenschaften hat sich nichts geändert. Der Schuber ist nach wie vor sehr hochwertig, doch fehlen uns immer noch Inhaltsangaben zu den Episoden. Mehr dazu gibt es in unserem Video. Wir wünschen euch viel Spaß!

Review: One Piece: Box 8 (Episoden 229-263)

One Piece Box 8 (1)Nachdem im August 2014 die siebte Serienbox des Animes One Piece erschienen ist, dauerte es bis zum letzten Oktober, dass man die achte Box nachreichte. Da die kommende Box auch noch verschoben wurde, mussten wir aus zeitlichen Gründen auch unser Review verschieben.

One Piece Box 8 (2)Die erste Episode der vorliegenden Serienbox knüpft direkt an die Geschehnisse der letzten Folge aus der letzten Box an. Da wollten die Strohhüte nur einen im Meer herumflitzenden Frosch verfolgen und schon haben sie sich auf Eisenbahnschienen (im Meer!) manövriert, auf der sie mit ihrem Schiff, der Flying Lamb, unweigerlich festsitzen. Wie es der Zufall, den man aus zahlreichen Hollywood-Filmen kennt, so will, taucht am Horizont auch plötzlich ein Ungetüm auf, welches Dampf speit und auf die Flying Lamb zurast. So irrwitzig das für uns auch klingt, so farbenfroh wird das kommende Unglück im Anime eingefangen. Als ob die Flying Lamb nicht schon genug durchgemacht hat, ist sie nun völlig ramponiert – aber immer noch fahrtauglich. Am nächsten Bahnübergang erfährt die Crew von der freundlichem Oma Cocolo, dass es in der Stadt Water 7 einen Schiffszimmermann gibt, der ihr Schiff wieder auf Vordermann bringen kann. Da die Strohhüte ohnehin schon auf der Suche nach einem neuen Crewmitglied sind, welches sich mit der kontinuierlichen Instandsetzung ihres liebgewonnen Schiffs befassen möchte, ist ihnen das natürlich recht. Zudem zeigt der Log-Port ohnehin auf Water 7, sodass Ruffy, Zorro, Nami, Lysop, Sanji, Chopper und Robin die Stadt des Wassers absolut nicht verfehlen können. Dort wird ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt.

Freund oder Feind?

One Piece Box 8 (3)In Water 7 angekommen überschlagen sich die Ereignisse. Damit die Strohhüte nicht mit dem ganzen Goldschatz aus Skypia im Gepäck zur Zielscheibe von Dieben werden, beschließen sie, das Geld in Scheine umzutauschen. Blöd nur, dass das Familie Frankie mitbekommt und plant, unseren Freunden das Geld aus der Tasche zu ziehen. Mit dreihundert Millionen Berry in der Tasche sollte es kein Problem sein, in der Werft von Herrn Eisberg die Flying Lamb zu reparieren. Es stellt sich allerdings heraus, dass das Schiff nicht mehr zu retten ist. Das kann und will Lysop nicht akzeptieren, woraufhin ein Streit mit Kapitän Ruffy entbrennt. Etwa zur gleichen Zeit besuchen Chopper und Robin die Innenstadt, doch plötzlich verschwindet die Archäologin des Teams spurlos. Als dann auch noch auf Herrn Eisberg ein Mordanschlag – angeblich unter Beisein von Nico Robin – verübt wird, fällt der Verdacht sofort auf die Strohhüte, die zu diesem Zeitpunkt aber mehr damit beschäftigt sind, sich ihr Geld aus dem Frankie House, dem Unterschlupf der Bande, zurückzuholen und so auf einen gerissenen Gegner stoßen. Frankie hatte Gründe, sich das Geld unter den Nagel zu reißen, doch erfahren wir davon noch nichts. Durch Verfolgungsjagden quer durch Water 7 wird die Crew zeitweise sogar getrennt, doch setzt sie alles daran, die wahren Übeltäter in der Werft zu entlarven.

Änderung des Erzählstils

One Piece Box 8 (4)Leitthemen sind in den Episoden 229 bis 263, die in dieser Serienbox enthalten sind, in erster Linie Freundschaft und Verrat. Sowohl innerhalb als auch außerhalb der Crew geht es um die zwischenmenschliche Beziehung untereinander. Während manche Charaktere jahrelang ihre wahre Identität verschleiern konnten und sich plötzlich gegen ihren Verbündeten wenden, sind andere Figuren dermaßen um das Wohl ihrer Freunde besorgt, dass sie dafür bereitwillig eine Strafe auf sich nehmen und für immer auf der Gerichtsinsel Enies Lobby verrotten wollen. In den vorliegenden Episoden kochen die Gefühle also ständig hoch, was aber vor allem daran liegt, dass die wenigen Überraschungen gut platziert in die Handlung eingewoben sind. Ab der 238. Folge ändert die Serie sogar den Erzählstil, den man so aus Fernsehserien (vor allem seit Mitte der Neunziger Jahre) kennt. Anstatt nun zuerst das Opening abzuspielen und dann eine kurze Zusammenfassung zu geben, erfahren wir diese – und die ersten paar Szenen – bereits vor dem Eröffnungslied. Dadurch kann man sich bereits vor dem Intro auf weitere Szenen gespannt vorbereiten und fröhlich mitsingen. Uns gefällt diese Gestaltung! Als Bonusmaterial liegen den sechs Datenträgern wieder ein Booklet bei, welches nicht mit Informationen zu Charakteren, Orten und Episoden geizt. So darf das in Zukunft weitergehen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 229 bis 263 der Serie): Nachdem die letzten paar Abenteuer der Strohhüte eher recht kurz und abgeschlossen waren, kann man sich in der nun mehr achten Serienbox wieder über eine richtig durchgehende und vor allem sehr spannende Handlung freuen. Alle Folgen sind für das Verständnis wichtig und werden zuweilen clever auf verschiedene Akteure aufgeteilt, so dass ich immer mal wieder Einblicke in das Leben der Hauptfiguren und sogar Nebencharaktere (inklusive Rückblenden) erhalte. Dadurch, dass in den vorliegenden 35 Episoden immer mal wieder unerwartete Wendungen eintreten können und Charaktere zwischenzeitlich die Seiten wechseln, macht es unglaublich viel Spaß, sich alle Folgen anzuschauen. Schnell habe ich hier wieder das Gefühl, dass ich mir nur noch die nächste Episode angucken will, weil ich unbedingt wissen möchte, wie es mit Ruffy, Zorro und Co weitergehen wird. So sieht es auch nach über achthundert Minuten Laufzeit aus. Wenn die Serie nach dem spannenden Cliffhanger weiter so interessant bleibt, habe ich die kurzen und eher unwichtigen Abenteuer der Strohhüte sicherlich bald vergessen. One-Piece-Fans müssen bei dieser Serienbox, wenn sie es nicht schon längst getan haben, auf jeden Fall zuschlagen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Piece Box 8 (Episoden 229-263)!

Review: Hard to Die

Hard to Die (1)1993 entschließt sich Regisseur Kirk Wong, anstatt Fantasy-Filme lieber einmal einen Action-Streifen auf die Leinwand zu bringen. Die Handlung für den Film schwirrt ihm schon länger durch den Kopf. Die Idee zu seinem Film legt er der Produktionsfirma Golden Harvest vor.

Hard to Die (2)Golden Harvest scheint beeindruckt und finanziert den Film daraufhin. Nun muss nur noch ein geeigneter Schauspieler für Hard to Die gefunden werden. Die Wahl fällt zunächst auf Jet Li, doch der möchte lieber in Tai Chi Master mitwirken. Glück für Jackie Chan, der die Rolle des Inspektor Chan prompt annimmt. Zu Beginn des Films geht es dem Inspektor alles andere als gut und das ändert sich im Verlauf der Story nicht großartig. Der Grund dafür ist denkbar einfach, denn als Polizist wird man Tag für Tag aufs Neue mit Verbrechen konfrontiert und in einigen Fällen gerät man auch ins Fadenkreuz der miesesten Verbrecher. Eines Tages gerät Chan in eine Schießerei auf offener Straße. Um die Bürger von Hongkong zu beschützen, ist ihm jedes Mittel Recht und verwickelt sich in das Verbrechen. Kurz darauf muss Chan im britischen Militärkrankenhaus an den Sitzungen bei einer Psychologin teilnehmen, die ihm dringend rät, sich beurlauben zu lassen. Chan hingegen denkt nicht daran und weigert sich. Er will unter allen Umständen im Dienst bleiben. Sein nächster Fall dreht sich um den gierigen Bauunternehmer Wong. Dieser steht im Streit mit seinen Arbeitnehmern und hat Angst davor, dass er Opfer einer Entführung wird. Chan versichert ihm, dass es nicht dazu kommen wird und er sich nicht sorgen muss. Kurz darauf wird Wong von unbekannten Tätern entführt.

Fallakten als Erzählstil

Hard to Die (3)In Hard to Die erhalten wir jedoch nicht nur Einblicke in die Polizeiarbeit. Auch das Werk der Entführer wird immer mal wieder ins Licht gerückt. Mit einem Blutschwur verbrüdern sich die Ganoven und planen die Entführung solange durch, bis sie diese tatsächlich umsetzen. Es beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen den Kriminellen und Chan. Inspektor Chan muss bald jedoch eingestehen, dass die Gegenseite intelligenter vorgeht, als gedacht. So erpressen sie von Wongs Frau sechzig Millionen Hongkong-Dollar, welche sie auf mehrere Konten in Taiwan überweisen soll. Um den Fall aufzuklären, erhält Chan von Beginn an Unterstützung von Detective Hung. Gemeinsam erkunden sie nicht nur die Hongkonger Unterwelt, sondern geraten auch in eine Hetzjagd in Taiwan. Ein Ausflug nach Kowloon ist ebenfalls inbegriffen. Immer wieder werden deutsche Untertitel eingeblendet, welche auf die Uhrzeit und den Tag hinweisen. So möchte der Film quasi die Fallakte suggerieren, auf welcher die Story basiert. Regisseur Wong bezieht sich in seinem Werk auf reale Tatsachen, die er zur Unterhaltung der Zuschauer mit reichlich Action und Dramatik unterlegt. Uns gefällt dieser Erzählstil definitiv, doch fehlt es dem Film vor allem in den ersten Minuten an Verknüpfungen. Spätestens nach einer halben Stunde ist davon aber nichts mehr zu spüren; die Story funktioniert dann flüssig.

Ungewöhnlich ernste Story

Hard to Die (4)Die Spannung des Films steigt mit jeder Minute an. Als Zuschauer wissen wir schon längst, wie das Spiel zwischen Chan und Hung läuft, doch bis die Charaktere sich ebenfalls auf das Spiel einlassen, bleibt der Film spannend und temporeich. Einzig allein die Dialoge (in der deutschen Synchronisation) wirken für einen ernsten Film gelegentlich etwas hölzern. Witzig ist hier nämlich so gut wie nichts, was sehr ungewöhnlich für einen Film mit Altmeister Chan in der Hauptrolle ist. Am Martial-Arts-Anteil des Films können wir dafür aber wieder nichts bemängeln. Die Kampfszenen sind intelligent in die restliche Action eingestrickt. Diese legt zudem Wert auf Schießereien und Verfolgungsjagden. Langweilig wird es also nie. Negativ fällt uns auf, dass vor allem in der ersten Filmhälfte Synchronisation und Hintergrundmusik nicht gut abgemischt sind. Hier sind die Stimmen meist ein Stückchen zu leise. Ansonsten können wir an der deutschen Synchronisation und am kantonesischen Originalton, welche jeweils in 5.1 DTS-HD und 2.0 (Mono) DTS-HD vorliegen, nichts bemängeln. Wer den Film in der Originalfassung sehen möchte, freut sich über deutsche Untertitel. Das Bild in 1080p und im 16:9-Format macht mehr als zwanzig Jahre nach der Erstveröffentlichung eine sehr gute Figur. Bonusmaterial liegt in Form von Interviews und entfallenen Szenen vor.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Es ist doch recht seltsam, dass Jackie Chan die ganzen 108 Minuten so gut wie keinen (wirklichen) Witz reißt und die Handlung durchweg ernst bleibt. Mir hat das trotzdem ganz gut gefallen, da man hier einmal mehr sehen kann, dass Chan auch ernste Rollen verkörpern und spielen kann. Schießereien und Action-Sequenzen sind in Hard to Die von Bruce Law wirklich gut eingefangen, da dieser einen natürlichen Stil verfolgt. Im Interview ist er sichtlich froh darüber, dass es 1993 in Hongkong kaum Experten gab, die mit Computereffekten arbeiten konnten. So sind auch die Explosionen in so manch brenzliger Szene alle echt; dem Film tut das wirklich richtig gut. Natürlich wird im Gegensatz zum realen Fall, auf dem Crime Story, so der englische Titel des Films, basiert, an vielen Stellen überzogen, doch Fans des Action-Hongkong-Kinos kommen um Hard to Die definitiv nicht herum, sofern sie denn nicht darauf bestehen, unbedingt auch mit Humor unterhalten werden zu wollen.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Hard to Die!

Review: The Dragons of Camelot

The Dragons of Camelot (1)Wenn man sich heutzutage über Fantasy-Filme unterhält, redet man wohl zuerst über die drei Teile der Der-Herr-der-Ringe-Trilogie oder dessen drei Prequels, die Regisseur Peter Jackson aus dem Roman Der Hobbit gezaubert hat. Tatsächlich existieren noch mehr Fantasy-Filme.

The Dragons of Camelot (2)Einer dieser Fantasy-Filme ist The Dragons of Camelot, welcher sich durchgehend mit der britischen Mythologie beschäftigt. Im Mittelalter angesiedelt, erzählt The Dragons of Camelot nicht die bekannte Sage um König Arthur, wie er das Schwert Excalibur aus dem Stein zieht und auch die Ritter der Tafelrunde sind längst passé. König Arthur liegt zu Beginn des Films im Sterben und bittet Galahad, den er bis zu diesem Zeitpunkt als seinen Sohn ansieht, darum, seinen leiblichen Vater Lancelot aufzusuchen. Wo sich dieser in Großbritannien aufhält, ist allerdings ungewiss. Mit seinen letzten Worten, bevor Merlin ihm seine Augen schließt, bittet er Galahad eindringlich darum, denn Lancelot sei der einzig wahre Herrscher für Camelot und dieser soll verhindern, dass seine durchtriebene Schwester Morgan die Macht am Königshof übernimmt. Dummerweise ist genau Morgan für den Tod des Königs verantwortlich und ihre Pläne sind bereits tiefgehender, als die Königstreuen vermuten. Morgan reist zu einem See am Fuße eines hohen Felsvorsprungs, wo sie einen der letzten Drachen konsultiert. Sie fleht ihn um ihre Hilfe an, damit sie dazu im Stande ist, Camelot zu übernehmen. Der Drache sichert ihr einen seiner Söhne zu, um die Burg angreifen zu können. Der Putsch gelingt und Galahad mitsamt seiner Mutter Guinevere werden von den abtrünnigen Soldaten gefangengenommen.

Kurzes Abenteuer

The Dragons of Camelot (3)Während des Gerangels zerbricht das Schwert Excalibur, welches die Hoffnung für Camelot darstellt. In letzter Sekunde gelingt es Galahad, die Scherben des Schwerts einzusammeln und die Flucht zu ergreifen. In der Freiheit angekommen, reist Galahad quer durch die walisischen Lande, um seinen wahren Vater Lancelot aufzustöbern. Unterwegs trifft er auf Sir Perceval und Sir Bors, mit denen er sich verbündet, um gemeinsam gegen Morgan und ihren Drachen zu kämpfen, zu denen sich im Verlauf der Handlung noch zwei weitere Lindwürmer gesellen. Auch Sir Lancelot, der sich mittlerweile in allen Tavernen des Landes betrinkt, willigt nach kurzem Zögern ein, sich der gerechten Sache anzuschließen. Verfolgt werden die Ritter der Tafelrunde von Morgans Soldaten, denn die magiebegabte Schwester Arthurs kann mit ihrer Kristallkugel jeden Schritt ihrer Widersacher beobachten. Bis alle Anhänger gesammelt, das Schwert repariert, Merlin und Guinevere befreit und Morgan besiegt ist, ist es ein langer Weg. Langweilig wird uns dabei zwar nicht, doch kann man dem Film anmerken, dass er nur mit einem kleinen Budget für den Heimkinomarkt produziert worden ist. Zu kurz fällt die Story aus und zu wenig werden die verschiedenen Charaktere beleuchtet, um ihre Beweggründe glaubhaft nachvollziehen zu können. Hier verschenkt The Dragons of Camelot viel Potential.

Britische Fantasy

The Dragons of Camelot (4)Wer sich nicht mit der britischen Fernseh- und Populärlandschaft auskennt, der wird keinen der Darsteller kennen. Viele Schauspieler haben hier sogar ihren ersten Auftritt in einem Film und das merkt man den schauspielerischen Leistungen auch an, die einfach albern wirken. Die Leistungen, die uns am ehesten überzeugen, werden von Selina Giles, Alexandra Evans und Mark Griffin eingefangen. Auch Sandra Darnell kann in ihrer Rolle als Morgan begeistern. Die restliche Darstellerriege wirkt austauschbar. Auf der technischen Seite kann The Dragons of Camelot schon eher überzeugen. Das Bild in Full-HD wirkt meist gestochen scharf und mit den Bildern, die vor Ort in Wales eingefangen worden sind, bietet man eine natürliche Kulisse, die man nicht mehr missen möchte. Die Spezialeffekte können uns dagegen nicht vom Hocker hauen. Vor allem die Drachen wirken zu gewollt, doch das ist bei einem dünnen Budget auch nicht anders umsetzbar und sollte von jedem akzeptiert werden, der sich auf The Dragons of Camelot einlässt. Die Soundkulisse ist passend, reißt aber ebenfalls keine Bäume aus. Wer dem Englischen mächtig ist, sollte sich den Film im Originalton anhören. Die Synchronisation geht zwar in Ordnung, aber dank britischer Dialekte wirkt der Titel sehr viel authentischer. Fantasy-Fans dürfen ruhig einen Blick riskieren, den Heiligen Gral finden sie hier aber nicht!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): The Dragons of Camelot ist eine typische Mogelpackung für Menschen, die sich nicht mit Filmen auskennen. Auf dem Cover werden gleich fünf Drachen abgebildet, die mit Feuer um sich speien, durch die Lüfte gleiten und sich an Türmen der Burgmauer von Camelot festkrallen. Feuerspeiende Drachen gibt es im Film tatsächlich, doch taucht höchstens ein Drache auf einmal im Bild auf, da es von der Handlung sonst eh keinen Sinn ergibt. Dann sind auf dem Cover auch noch hunderte Ritter abgebildet, die sich gegenseitig mit Schwertern und Lanzen aufspießen wollen. Das ist schön und nett, doch im Film wirkt diese hitzig suggerierte Schlacht alles andere als spannend – in The Dragons of Camelot kämpfen vielleicht zwanzig bis dreißig Ritter im Burghof. Zudem wurden auch nur wenige Darsteller mit hochwertigen Kleidungsstücken oder Rüstungen ausgestattet, die auf dem Cover zu sehen sind. Worum es tatsächlich im Film geht, ist für einen Laien einfach nicht ersichtlich und selbst der Aufdruck, dass Mark L. Lester, der damals Das Phantom Kommando auf die Welt losgelassen hat, für den Film verantwortlich ist, kann The Dragons of Camelot nicht mehr helfen. Wer den Regisseur kennt, weiß, dass er in den letzten Jahren nur trashige Filme wie Sand Sharks produziert hat. Wenn einem das aber alles egal ist und man sich einen Film für einen sehr gemütlichen oder verregneten Sonntagnachmittag sucht, wird mit The Dragons of Camelot sicherlich einen 81-minütigen Zeitvertreib finden. Trotz aller Makel, die der Film sicherlich hat, wurde mir während der ganzen Zeit einfach nicht langweilig. In Erinnerung bleibt mir der Film deswegen aber trotzdem nicht.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Dragons of Camelot!

Review: Die Unbesiegbaren der Shaolin

Die Unbesiegbaren der Shaolin (1)Die Unbesiegbaren der Shaolin ist endlich mal wieder ein Filmtitel, der den Inhalt des Films auch sehr gut verkörpert. Auch wenn wir uns mit dem englischen Titel Snake and Crane Arts of Shaolin eher identifizieren können, tut das dem spaßigen Filmvergnügen keinen Abbruch.

Die Unbesiegbaren der Shaolin (2)Alljährlich treffen sich die acht Großmeister der Shàolín beim Herbst-Festival, um über ihre Kampftechniken zu philosophieren und sie weiterzuentwickeln. Mit geeintem Wissen machen es sich die Shàolín zur Aufgabe, eine gemeinsame Kampftechnik zu entwickeln, in dem sie die Technik der Schlange und die Technik des Adlers einfließen lassen. Jene Technik taufen sie auf den Namen Technik der neun Drachenschwänze, mit welcher man gegen jeden Gegner bestehen kann. Mit dem Wissen dieser Technik möchten die acht Großmeister der Shàolín in China den Frieden für alle Zeit aufrechterhalten. Allerdings kommt es, wie man vortrefflich in der Einleitung des Films berichtet, ganz anders. Plötzlich verschwinden die acht Großmeister von der Bildfläche und das Wissen über die Technik geht somit vermeintlich verloren. Mit einem Donnerschlag wechselt das Geschehen zum Kampfkünstler Yin-Fung, dem nur durch einen bloßen Zufall jenes Buch in die Hände fällt, welches das Wissen über die Technik der neun Drachenschwänze beinhaltet. Es machen sich Gerüchte breit und schnell sind Yin-Fung jede Menge gefährlicher Raufbolde und Halsabschneider auf den Fersen. Nachdem er sich in der Wildnis beim Angeln entspannen wollte und die Attacke von gleich drei Angreifern abwehren musste, begibt er sich flugs in die nächste Stadt, wo schon der nächste Ärger wartet.

Ehrenvolles Handeln

Die Unbesiegbaren der Shaolin (3)Mit zunehmender Laufzeit des Films erfahren wir immer mehr über die Beweggründe von Yin-Fung, der als Vagabund durchs Land reist, um einen ganz bestimmten Mann zu treffen. Auf diesem Weg lernt er Personen der unterschiedlichsten Fraktionen kennen, die sich dem Buch bemächtigen wollen. Während sich manche als Freunde zu erkennen geben, muss er wegen der Gier seiner Feinde auch um sein Leben fürchten. Jackie Chan verkörpert mit Yin-Fung abermals einen Gutmenschen, der für die gerechte Sache eintritt und sich nicht von Fleischeslust oder gigantischen Geldbeträgen verleiten lässt. Mehrmals bieten Frauen ihm ihren Körper an. Das wirkt nicht so peinlich wie in früheren Wei-Lo-Produktionen, aber in ständigen Wiederholungen kann es den einen oder anderen Zuschauer dennoch verprellen. Uns soll es recht sein, da der Film weniger Wert auf humorvolle Einlagen legt und eher eine ernste Geschichte über Ehre und Verrat erzählen möchte. Humor ist in Die Unbesiegbaren der Shaolin tatsächlich unterpräsent. Nur in wenigen Dialogen werden freudig Metaphern oder flotte Sprüche verwendet. Vor allem in den Kämpfen, die besonders in der zweiten Filmhälfte dominant sind, kommt man ohne allzu starke Umschreibungen für Objekte nicht aus. Wenn dann mal eine Sänfte als Mandarinenkiste bezeichnet wird, bleibt bei uns kein Auge trocken.

Glanzvolle Choreographien

Die Unbesiegbaren der Shaolin (4)Die Struktur der Handlung gefällt uns sehr gut, da die verschiedenen Charaktere jeweils zur richtigen Zeit eingeführt werden. So wird die Story passend um weitere Aspekte ergänzt, die sie sehr vielschichtig macht. Der Hintergrund über das Verschwinden der acht Großmeister der Shàolín wird ebenfalls behutsam zum besten Zeitpunkt gelüftet, um die Spannung bis zum Schluss aufrechtzuerhalten. Die große und obligatorische Auseinandersetzung mit dem Feind am Ende des 102-minütigen Films wird somit gut angeheizt. Choreographisch erwartet Fans von Martial-Arts-Filmen nämlich wahre Glanzleistungen. Weder wurde hier mit Drahtseilen getrickst, noch wirken die Kämpfe zu übertrieben. Sie sind natürlich und geben einen guten Einblick auf eine reibungslose Produktion. Über die erfahren wir im Bonusmaterial allerdings nichts, da hier nur auf den deutschen Trailer und den Original-Trailer in Mandarin gesetzt wird. Dafür können wir euch sowohl die deutsche Synchronisation, als auch den Originalton ans Herz legen. Man hat sich die Mühe gemacht, die Texte verständlich und wenig albern ins Deutsche zu übertragen. Da der Film hierzulande damals geschnitten war, sind fehlende Szenen in Mandarin deutsch untertitelt. Zusätzlich liegt auf der Blu-ray-Disc die deutsche Kinofassung bei, wenn man auf den Wechsel zwischen beiden Sprachen keine Lust hat. Gut!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Unbesiegbaren der Shaolin ist einer der besten frühen Martial-Arts-Filme mit Jackie Chan in der Hauptrolle. Er verkörpert seine Rolle glaubhaft und stellt sein Können als Kampfkünstler mit wunderbaren Choreographien zur Schau. Die dutzenden Nebendarsteller tun ihr übriges, um den Film zu einem wahren Genuss zu machen. In den restlichen Disziplinen kann der Titel ebenfalls bei mir punkten. Die Story ist von vorne bis hinten stringent erzählt und wird jeweils im richtigen Zeitpunkt mit neuen Charakteren ergänzt, die weitere Aspekte in die Handlung bringen, um diese zur nächsten wichtigen Etappe zu leiten. Zwischendurch gibt es zwar auch Wiederholungen, wenn sich Yin-Fung Frauen an den Hals werfen, nur damit er ihnen Zugriff zum Buch mit der Kampftechnik gibt, doch das stört mich nur wenig. Unterlegt werden die Szenen mit einem charmanten Soundtrack, der zwar nicht in Erinnerung bleiben wird, aber definitiv passend ist. So manch einem Zuschauer könnte allerhöchstens durch massenhaft viel zu stark eingesetzte Soundeffekte bei Schlägen und Tritten schwindelig werden. Ein notwendiges Übel, welches man eben eingehen muss. Schade ist nur, dass das Bild an einigen Stellen mangelhaft ist. Das kann auf eine schlechte Lagerung des Rohmaterials zurückzuführen sein, doch eine saubere digitale Bearbeitung erfolgte beim Film aus dem Jahr 1978 nicht. Wer darüber hinwegsehen kann, bekommt einen tollen Martial-Arts-Film, der in keiner Sammlung fehlen darf.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Die Unbesiegbaren der Shaolin!

Review: The Expendables 3 – A Man’s Job

The Expendables 3 - A Man's Job (1)Stallone, Statham, Banderas, Li, Snipes, Lundgren, Grammer, Couture, Crews, Lutz, Rousey, Powell, Ortiz, Davi, Gibson, Ford und Schwarzenegger – Action-Fans wird bei diesen Namen schwindelig werden. Blöd nur, dass genug irgendwann auch wirklich genug heißt.

The Expendables 3 - A Man's Job (2)Die Eröffnungssequenz von The Expendables 3 – A Man’s Job zeigt uns bereits nach wenigen Minuten, was wir auch vom dritten Teil der jungen Action-Filmreihe erwarten dürfen. So ist das Team rund um Barney Ross mittlerweile auf vier Mann geschrumpft. Mit einem leichten Anflug von Melancholie möchte uns Regisseur Patrick Hughes zeigen, dass die besten Tage der Helden bereits vorbei sind und wird dies in den insgesamt 132 Minuten Filmmaterial des Extended Director’s Cut noch mehrere Male zeigen. Die Expendables haben von der Central Intelligence Agency einen Tipp bekommen, wo ein ehemaliger Team-Kamerad von den bösen Halunken einer nicht näher spezifizierten Militäreinheit gefangen gehalten wird. Schnell ist das Team mit einem Helikopter zur Stelle, der auf einem stark bewaffneten Zug landet, wo auch schon das erste große Feuergefecht stattfindet. Ihren Freund Doc, der seinen Namen nur bekommen hat, weil er angeblich mal als Arzt praktizierte, haben sie schnell befreit. Anstatt sich jedoch mit dem Hubschrauber in die Freiheit zu transportieren, muss Doc es noch einmal richtig krachen lassen und feuert mit einem Geschütz auf die näherkommende Bastion des Militärs. In letzter Sekunde können die Jungs dennoch fliehen und der Zug rast mit hoher Geschwindigkeit schnurstracks in die Festung, die daraufhin in die Luft fliegt. Explosiv!

Für die junge Generation

The Expendables 3 - A Man's Job (3)Nicht mehr und nicht weniger dürfen Fans der Action-Legenden im dritten Teil erwarten. Die wichtige Handlung reißt nämlich heutzutage ebenfalls keine Bäume mehr aus. Beim nächsten Einsatz in Somalia erwartet uns nämlich auch nicht weiter als heiße Explosionen. Dort sollen die Expendables einen Waffenhändler kaltstellen, doch dieser entpuppt sich als Barneys alter Verbündeter Conrad Stonebanks. Ohne mit der Wimper zu zucken und ohne auch nur einmal nachzudenken, zücken die Jungs ihre Kanonen und mähen alles nieder, was sich nicht schnell genug in Sicherheit bringen kann. Bei den Schusswechseln wird Caesar stark verletzt und die Mission lautet nun ganz traditionell Rache. Barney will seine Freunde allerdings nicht mit in den Auftrag einbeziehen, da er nicht will, dass sie in eine Sache reingezogen werden, die nur ihn und Stonebanks betreffen. Stattdessen reist er lieber quer durch die Vereinigten Staaten, um die neuen, jüngeren und besseren Expendables anzuwerben. Zumindest trifft der Film diese Aussage und stößt damit Fans von Jason Statham, Dolph Lundgren oder Randy Couture dermaßen vor den Kopf, dass man sich fragt, was sich Drehbuchautor Stallone dabei wieder gedacht hat. Vermutlich ist er auch das (wie die gekürzte Kinofassung) der jungen Generation schuldig, damit diese auch bloß nicht in die Videothek gehen, um sich Klassiker auszuleihen.

Untertrieben und übertrieben

The Expendables 3 - A Man's Job (4)Ein weiteres Problem, welches The Expendables 3 plagt, sind nicht nur die neuen Gesichter, die absolut austauschbar sind und nicht annähernd ähnliche Referenzen bieten, wie Stallone und Co, sondern die schiere Masse an verschiedenen Charakteren. Bis zu fünfzehn Charaktere ballern sich gleichzeitig durchs Bild. Der Fokus wird zwar auf wenige Helden und Antihelden gelenkt, doch wirken diese meistens noch blasser als in den ersten beiden Teilen. Zumindest freuen wir uns über das Mitwirken von Harrison Ford und Mel Gibson. Besonders letzterer legt sich als Conrad Stonebanks wirklich in die Vollen, um einen glaubwürdigen Widersacher abzugeben. Schade nur, dass Nebenfiguren wie Goran Vata, gespielt von Ex-Bond-Bösewicht Robert Davi, deplatziert wirken und einfach nicht weitere Aspekte mit in die Story bringen. In unseren Augen hat man es mit The Expendables 3 – A Man’s Job gleichermaßen unter-, als auch übertrieben. Optisch lässt sich der Film dafür in wunderbarer Full-HD-Qualität genießen. Besonders das große Finale, wo man mit Helikoptern und Panzern auffährt, sieht richtig klasse aus – mit Ausnahme von einigen Explosionseffekten, die bei den Vorgängern deutlich besser waren. Den Soundtrack kann man getrost in die Tonne kloppen, da Spannung und Dynamik damit nicht aufkommen wollen. Zwei Stunden Bonusmaterial runden das Paket ab.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Wer an The Expendables 3 – A Man’s Job mit hohen Erwartungen herangeht, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen. Wer allerdings mit niedrigen Erwartungen an solch einen Film herangeht und diese Erwartungen dann im Verlauf des Films noch einmal unterboten werden, kann nicht noch mehr enttäuscht werden. Obwohl der Titel mit vielen großen Namen aufwarten kann, ist es genau dieser Aspekt, welcher dem Film das Genick bricht. Natürlich finde ich es toll, wenn reihenweise Charaktere vorkommen, die von Hollywood-Legenden wie Harrison Ford (der übrigens auch mein Lieblingsschauspieler ist), Arnold Schwarzenegger und Konsorten verkörpert werden – aber dann müssen diese Charaktere auch ausgearbeitet werden und nicht gesichtslos wirken oder so tun, als ob ihnen die gesamte Rachestory so nahegeht, obwohl reihenweise die Menschen um sie herum sterben. Ab einem bestimmten Punkt im Film habe ich echt das Gefühl gehabt, dass es in irgendeiner Weise nur noch darum geht, wie viele und auf welche Weise man seine Feinde umlegt. Zugegeben – das war in den beiden Vorgängern nicht viel anders, doch hat man sich dort zumindest noch Mühe gegeben, ansatzweise eine Handlung auszuarbeiten, um zumindest ein wenig über die Action-Ebene ansatzweise intelligent hinauszukommen. Unterm Strich bietet The Expendables 3 – A Man’s Job nicht mehr, sondern eher weniger als seine beiden Vorgänger. Bleibt zu hoffen, dass Stallone die Marke mit dem Teil einstampft oder sich beim vierten Teil zumindest auf alte Tugenden beruft.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung von The Expendables 3 – A Man’s Job!

Review: Karate Bomber

Karate Bomber (1)Als man 1980 Yī Zhāo Bàn Shì Chuǎng Jiāng Hú in den Kinos in Hongkong zeigte, wusste man noch nicht, welchen tollen Titel sich die Verantwortlichen hierzulande 1989 ausdenken würden. In der Bundesrepublik wurde der Film auf den Namen Karate Bomber getauft.

Karate Bomber (2)Das macht natürlich alles keinen Sinn, da sich der Film nicht um die Kampfsportart Karate, sondern Kung Fu dreht. Aus solchen Fehlern lernt man jedoch auch in Amerika nicht, denn wenn man nur ein paar Jahre zurückblickt, fällt einem direkt das gleichnamige Remake von Karate Kid ein. Obwohl Jackie Chan hier in einer der beiden Hauptrollen zusehen war, hat es ihn wohl nicht gestört, die eigene Kultur für eine andere, die inhaltlich absolut nichts mit dem Film zu tun hat, aufzugeben. Entsprechend dürfte Chan auch egal sein, was man hierzulande mit Half a Loaf of Kung Fu, so der englische Titel von Karate Bomber, gemacht hat. Ähnlich geht es auch dem Helden des Films, Jiang – ironischerweise gespielt von Chan. Dieser ist ein sorgloser Taugenichts und verbringt seine Zeit damit als Tagelöhner zu arbeiten. Eines Tages macht er ein Nickerchen zwischen den Ästen eines Baumes, als plötzlich der tägliche Trubel am schwarzen Brett losgeht und Jiang den Drang verspürt, dort einmal nach dem Rechten zu sehen. Es wird ein Leibwächter für einen adligen Mann gesucht. Schnell reißt Jiang das Blatt vom Aushang ab und begibt sich zum Anwesen des Herrn. Nach kurzer Überlegung wird er gleich eingestellt und in das Hausleben eingeführt. Sein Arbeitgeber beherbergt auch noch einen weiteren Hausgast, dem Jiang tunlichst aus dem Weg gehen sollte, er es aber nicht tut.

Dr. Kimble auf der Flucht

Karate Bomber (3)Gemeint ist damit eine Dame, die von allen als Erhabene angesprochen wird, hinterrücks aber einfach nur Hexe genannt wird. Direkt in der ersten Nacht schleicht sich Jiang zu ihrer Tür, um sie durch ein Guckloch zu beobachten. Sein Arbeitskollege erwischt ihn dabei, doch verrät er Jiang nicht und nutzt das Guckloch selbst, um einen Blick zu erhaschen. Blöd nur, dass die Hexe eine giftige Schlange durchs kleine Loch schickt und Jiangs Kollegen gleich tötet. Jiang flüchtet vom Anwesen und wird in den nächsten Tagen von der Erhabenen gnadenlos gejagt. Mehr durch Missgeschicke gelingt es ihm so, einen Attentäter zur Strecke zu bringen, dafür eine Belohnung einzustecken und als Held gefeiert zu werden. Während die Stadtbewohner ihn prompt verehren, gibt es einige weniger leichtgläubige Individuen, die ihn durchschauen und ihn in Frage stellen. Darunter fallen ulkige Figuren wie ein Möchtegernkämpfer, der ihm neue, aber meist nutzlose, Kampftechniken beibringt. Ebenfalls mit von der Partie ist auch ein Bettler, der Jiang mehr als einmal aus der Klemme hilft. Jiang möchte von ihm unterrichtet werden, doch der weigert sich. Erst als Jiang nicht locker lässt, bietet der Bettler ihm an, für ihn einen gefährlichen Auftrag auszuführen. Jiang willigt ein und kommt so nicht nur mit der Erhabenen, sondern auch noch mit gierigen Dieben und gefürchteten Kämpfern zusammen.

Synthesizer-Soundeffekte aus der Hölle

Karate Bomber (4)Viele Situationen werden in Karate Bomber erheiternd dargestellt und auch in der deutschen Synchronisation, in der Christian Tramitz Chan seine Stimme leiht, gibt es nette Einfälle, um ernste Momente aufzulockern. Beispielsweise reißt Chan einen seiner Gegner einen falschen Bart ab – der Bettler erkennt Jiangs Gegner zugleich als den Mann mit tausend Gesichter. Wer aber auf flotte Sprüche wie in Police Story hofft, wird wohl weniger zufrieden sein. Trotzdem werden die Dialoge nicht langweilig, auch wenn die Synchronisation zuweilen eher schnell produziert, als gut übersetzt wirkt. Dialoge machen allerdings nur in der ersten Hälfte den Großteil des Films aus. In der zweiten Filmhälfte geht es ans Eingemachte; die Kämpfe. Diese wirken für uns meist gut choreographiert, da sie weder übertrieben, noch langweilig wirken. Hin und wieder stellt sich Chan zwar ein wenig tollpatschig an, ist aber aufgrund der Rolle des Jiang nicht anders umsetzbar gewesen – Kung Fu kann Jiang nämlich so gut wie nicht, lernt im Verlauf der Handlung aber genug, um die Bösewichte im großen Finale gehörig zu verkloppen. Man merkt dem Film aufgrund so mancher Synthesizer-Soundeffekte das Alter deutlich an, denn die nerven zwischenzeitlich sehr gerne. Das Bild ist dafür umso besser gealtert und wirkt auch in der Blu-ray-Fassung wirklich alles andere als schlecht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die ersten Minuten des Films sind recht schlimm gestaltet. Hier hüpft Jackie Chan von rechts nach links und von links nach rechts durch das Bild, vollführt dabei Tricks und durch einen hippen Filmschnitt verschwindet der Kampfkünstler immer mal wieder für einen Bruchteil einer Sekunde. Nach der grauenvollen Einleitung bessert sich der Film aber durchgehend bis zum Schluss, denn ähnlich nervig wird es nur in wenigen Momenten, wo der Tontechniker wohl gerade den Synthesizer entdeckt hat und mit ihm gerade Schabernack treiben wollte. Sieht man davon ab, kann der Film dennoch Freunde gewinnen. Die Dialoge beziehungsweise lustigen Sprüche reißen keine Bäume aus, doch sind sie alles andere als langweilig in die stringente Handlung eingewebt. Aufgelockert werden die Dialoge zudem mit allerlei Kampfszenen, in denen Chan aber nur sehr nette Choreographien aufführen darf, da seine Rolle (Jiang) kaum Kung Fu beherrscht. Das große Finale, in denen Chan seine Gegner aber dennoch überwältigen kann, stellt abschließend das Highlight von Karate Bomber dar. Fans von seichten Martial-Arts-Filmen dürfen ohne Bedenken zugreifen.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Karate Bomber!

Review: Nisekoi: Liebe, Lügen & Yakuza – Vol. 1

Nisekoi - Liebe, Lügen & Yakuza - Vol. 1 (1)Die Geschichte von William Shakespeares Romeo und Julia, welche sich um ein Liebespaar dreht und in einer Katastrophe endet, dürfte in der Grundfassung jedem bekannt sein. Manga-Autor Naoshi Komi nahm sich Shakespeares Werk als Vorbild und schuf daraufhin Nisekoi.

Nisekoi - Liebe, Lügen & Yakuza - Vol. 1 (2)In der deutschen Anime-Veröffentlichung erhält Nisekoi noch den Zusatz Liebe, Lügen & Yakuza. Aus Familie Montague wird Familie Ichijō, dessen Oberhaupt einen Yakuza-Klan leitet und aus den Capulets werden die Kirisakis, die eine verfeindete Bande darstellen und in den Bezirk der Yakuza vordringen. Raku Ichijō möchte allerdings nicht in die Fußstapfen seines Vaters treten und stattdessen ein angesehener Beamter werden. Während das alle dem Klan angehörenden Yakuza nicht verstehen können, hört sein Vater ihm nicht einmal zu und plant im Hintergrund, wie er ihn doch auf seine Seite ziehen kann. Auf dem Schulweg stößt Raku mit einem blonden Mädchen zusammen. Direkt wird den beiden Individuen klar, dass sie sich nicht ausstehen können und gehen sofort getrennte Wege, bis eben jenes Mädchen in der ersten Schulstunde als Rakus neue Mitschülerin Chitoge Kirisaki vorgestellt wird. Das schockt die beiden zunächst, doch schließlich kann man sich auch in einem Klassenraum noch ganz gut aus dem Weg gehen – allerdings nur, bis Raku plötzlich auffällt, dass sein geliebtes Amulett verschwunden ist. Er fordert Chitoge auf, ihr bei der Suche zu unterstützen. Obwohl sich diese erst wehrt, willigt sie ein, ihm zu helfen – aber nur unter der Vorraussetzung, dass sie in der Schule nie mehr miteinander reden werden. Daraus wird allerdings absolut nichts!

Schlüssel zum Herzen eines Menschen

Nisekoi - Liebe, Lügen & Yakuza - Vol. 1 (3)Das beginnt damit, dass Raku von seiner Lehrerin den Auftrag erhält, Chitoge in der Schule herumzuführen und sich zusammen um die ausgesetzten Tiere zu kümmern, welche auch in der Schule untergebracht werden. Die Suche nach dem Amulett entpuppt sich allerdings als schwieriger als gedacht. Chitoge gelingt es zwar mit Mühe und Not, das Amulett zu finden, doch wird sowohl ihr als auch ihrer gemeinsamen Klassenkameradin Kosaki Onodera klar, warum Raku so sehr an diesem Schmuckstück hängt. Als er jünger war, hat er einer Freundin versprochen, gut auf das Amulett (welches übrigens auch über ein Schloss verfügt) zu achten, während diese Freundin den Schlüssel verwahrt. Nach so vielen Jahren kann sich Raku aber weder an den Namen, noch an das Gesicht des Mädchens erinnern. Allerdings ist ihm dieses Ereignis nachhaltig in Erinnerung geblieben. Der Schlüssel zu diesem Schloss, welcher auch wunderbar als Metapher zu verstehen ist, ist im Grunde aber nicht verloren, sondern schon in greifbarer Nähe. Wie genau wir das meinen, müsst ihr in Nisekoi allerdings schon mit eigenen Augen erleben. Zudem fragt ihr euch jetzt sicherlich, was das ganze Liebestheater mit Romeo und Julia zu tun hat. Im Grunde erzählt es anfangs die gleiche Geschichte, doch dreht Komi die Rollenverteilung um. Nicht Raku und Chitoge wollen sich lieben, sondern ihre Familien.

Vorgetäuschte Liebe

Nisekoi - Liebe, Lügen & Yakuza - Vol. 1 (4)Lieben heißt hier allerdings mehr zusammenarbeiten, denn bevor die Familienfehde sich noch zu einem Krieg entwickelt, beschließen die Oberhäupter, dass ihre Kinder für mindestens drei lange Jahre ein Paar sein müssen, damit die hitzigen Gemüter ihrer Väter nicht explodieren. In den ersten Folgen erhalten wir also einen Einblick in das Gefühlsleben von Chitoge und Raku, die sich in wenigen Momenten echt gern haben, aber sich eigentlich gegenseitig an die Gurgel gehen wollen. Dazu gesellen sich noch Gang-Mitglieder und Yakuza, welche sowohl Chitoge, als auch Raku, das Liebespaar nicht abkaufen wollen, um einen Grund zu finden, sich weiter zu bekämpfen. Außerdem müssen sie das Paar auch vor ihren Klassenkameraden mimen und das trifft besonders Kosaki, denn die hat geheime Gefühle für Raku. Das Liebesdreieck, wie wir es schon aus Die Ewigkeit, die du dir wünschst kennen, schlägt auch in Nisekoi: Liebe, Lügen und Yakuza zu. Anders wie in der Anime-Umsetzung der Dating-Simulation erreicht Nisekoi allerdings nicht so starke Tiefen und drückt auch nicht dermaßen auf die Tränendrüse – viel mehr besticht Nisekoi mit viel (gewolltem) Humor. Das wird zum Glück mit einer guten Portion Action untermalt, wodurch die lustigen Szenen stark überzeichnet sind. Während die Story ihr Potenzial erst noch ausspielen muss, kann uns zumindest der Humor begeistern.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nisekoi: Liebe, Lügen & Yakuza bedient sich klar an der Vorlage von William Shakespeares Romeo und Julia. Allerdings hat sich der Autor des Manga einen intelligenten Kniff ausgedacht und dreht die Rollenverteilung sehr geschickt um. Nicht die beiden Titelhelden, im übertragenen Sinne also Raku und Chitoge, wollen gegen den Willen ihrer Familien zusammen sein – hier sind es die Oberhäupter der beiden verfeindeten Familien, die den Frieden aufrechterhalten und einen Krieg verhindern wollen und ihre beiden Kinder zu einem Paar machen. Besonders unter dem Aspekt, dass die beiden Streithähne sich nicht ausstehen können, werden viele Szenen verkompliziert, denn es muss zum einen der Schein aufrechterhalten werden und zum anderen dürfen Gefühle anderer Menschen ebenfalls nicht verletzt werden. Besonders lustig wird das durch überzeichneten Humor, der genau richtig eingesetzt wird. Allerdings erhält die Story nach der ersten Episode dadurch kaum weitere Höhepunkte und Nisekoi läuft Gefahr, sich in einer flachen Handlung zu verlieren. Das Potenzial ist auf jeden Fall vorhanden und ich hoffe sehr, dass Nisekoi es in den nächsten Episoden geschickt nutzen wird, um mich dauerhaft bei Laune zu halten.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Nisekoi: Liebe, Lügen und Yakuza (Vol. 1)!

Review: The Legend of Zelda: Majora’s Mask 3D

The Legend of Zelda - Majora's Mask 3D (1)Als The Legend of Zelda: Ocarina of Time 3D erschien, war die Freude unter den Fans groß. Das Verlangen nach einer 3D-Version von The Legend of Zelda: Majora’s Mask stieg an und nach zahlreichen Anspielungen seitens Nintendo erschien der Titel schlussendlich im Februar.

The Legend of Zelda - Majora's Mask 3D (2)Große Änderungen gibt es, wie damals schon in Ocarina of Time 3D, auch hier nicht. Nach wie vor schlüpfen wir in die Rolle des Hylianer Link, der nach seinem Abenteuer in Hyrule in die weite Welt aufbricht. Als er durch einen düsteren Wald reitet, ahnt er nichts Schlimmes. Plötzlich erschreckt jedoch das Horror-Kid ihn und sein Pferd Epona. Kurzerhand stiehlt das Horror-Kid, welches von den beiden Feen Tael und Taya begleitet wird, Links Fohlen und macht sich mit seiner Okarina auf und davon. Link nimmt selbstverständlich die Verfolgung auf, doch legt das Horror-Kid bei der nächstbesten Gelegenheit einen Fluch über den Helden. Fortan muss Link sein Dasein als Deku fristen. Zudem wird dabei die Fee Taya vom Horror-Kid und Tael getrennt, weshalb sich die beiden Feinde zusammentun und zu Freunden werden. Über einen magisches Weg gelangen sie nach Unruh-Stadt in der Parallelwelt Termina. Hier wartet allerdings noch nicht das Horror-Kid auf sie, sondern ein Mond, der droht, in nur drei Tagen auf die Erde zu stürzen. Schuld daran ist, wie uns der Maskenhändler im Uhrturm, dem Ausgangspunkt aller Abenteuer in Majora’s Mask 3D, versichert, jenes Horror-Kid, welches Majoras Maske gestohlen hat und nun damit bösartige Taten vollbringt. Link und Taya stehen somit 72 Stunden zur Verfügung, um das Horror-Kid zu finden und das Unheil abzuwenden.

Dämmerung des ersten Tages

The Legend of Zelda - Majora's Mask 3D (3)Das klingt zunächst nach sehr viel Zeit, doch eine Stunde in Termina sind umgerechnet circa eine Minute Spielzeit. Für einen Teil der The-Legend-of-Zelda-Reihe wirkt das zunächst sehr erschreckend, doch der Kniff des Serienteils eröffnet sich uns bei der Konfrontation mit dem Horror-Kid in den letzten sechs Stunden dieser drei Tage. Wir ergattern die Okarina zurück, erinnern uns an die Hymne der Zeit und reisen mit dem Lied an den Anfang der Zeitspanne. Der Mond hat sich etwas zurückgezogen, die Leute sind noch nicht so ganz in Panik geraten und überall in der heiteren Stadt freut man sich auf den Karneval der Zeit. Zum Glück bricht mit der ersten Zeitreise auch der auf Link lastende Fluch. Mit der Deku-Maske kann er sich nun jederzeit in einen Deku verwandeln, um die Vorteile des Deku-Daseins auszunutzen. So sehr wir uns mit Link darüber freuen, so wenig ist der Maskenhändler erpicht über unsere Rückkehr. Majoras Maske konnten wir mit dem Horror-Kid nämlich noch nicht abluchsen. Bis wir die Macht haben, um die finsteren Mächte der Maske zu bekämpfen, vergehen noch etliche Spielstunden. Unser Ziel ist es nämlich, in alle vier Himmelsrichtungen zu reisen und die dort schlummernden Geister zu wecken. Eine Legende von Termina berichtet nämlich von vier Giganten, die einmal zum Karneval der Zeit erschienen sind und der steht ja kurz bevor.

Es verbleiben 72 Stunden

The Legend of Zelda - Majora's Mask 3D (4)Die Gebiete von Termina sind sehr abwechslungsreich ausgefallen. Im Süden erstrecken sich die Sümpfe des Dämmerwalds und im Norden erklimmen wir den Pic Hibernia. Reisen wir in den Westen, erreichen wir das Meer und somit die Schädelbucht. Im Osten hingegen markiert ein Canyon, in dem Geister ihr Unwesen treiben, eine weitere Grenze der Fantasy-Welt. Alle Orte müssen wir im Verlauf der Handlung erkunden und uns als Problemlöser bereitstellen. Da möchte eine Prinzessin gerettet oder der Frühling zur Rückkehr gebeten werden. Ob wir in der Zeitspanne von 72 Stunden ein komplettes Gebiet erkunden können, hängt davon ab, wie gut wir uns mit der Umgebung vertraut machen. Im Normalfall reicht diese Zeit aber nicht aus. Zum Glück erhalten wir nach dem Überwinden einer Etappe meist einen Gegenstand, der uns die vorherige Arbeit erspart, sollten wir zurückkehren. Sämtliche Gebrauchsgegenstände sind nämlich auch dann noch in unserem Inventar, wenn wir die Zeit zurückdrehen. Einzig und allein Verbrauchsobjekte verschwinden, doch Pfeile, Bomben und Rubine finden wir auf den Ebenen von Termina in Massen. Für letzteres gibt es sogar eine Bank, für welche die Regeln der Zeit ebenfalls nicht gelten. Wie wir teilweise mit der Zeit umgehen, sollte gelegentlich ein Paradoxon auslösen, aber so genau haben es die Entwickler zum Glück nicht genommen.

Maskenball

The Legend of Zelda - Majora's Mask 3D (5)Am Ende eines jeden Gebiets wartet ein Dungeon auf uns, in denen wir uns in viele Kämpfe verstricken lassen und allerhand Rätsel lösen. Der Rätselanteil steigt von Tempel zu Tempel zum Glück enorm und bietet hin und wieder richtige Kopfnüsse. Zudem gibt es, wie von der Serie gewohnt, in jedem Dungeon einen Schlüsselgegenstand, mit dem wir bestimmte Rätsel überhaupt erst lösen können. Ohne diese Items würde sich auch die weitere Reise durch das Land Termina erschweren beziehungsweise unmöglich machen. Abwechslungsreiche Items wie im Vorgänger Ocarina of Time gibt es in Majora’s Mask allerdings nicht. Das hat auch den einfachen Grund, dass sich die Entwickler auf andere Aspekte des Spiels konzentriert haben. Neben den typischen Items wie den Bogen, den Fanghaken oder die Krabbelminen, gibt es außerdem jede Menge Masken zu finden. Diese erhalten wir, wenn wir uns mit den Bewohnern der Spielwelt anfreunden und uns in ihr Leben einmischen. Diese Geschichten bereichern die Atmosphäre des Spiels enorm. Da verhindern wir kurz nach Mitternacht mal einen Überfall auf eine ältere Dame, schlichten den Disput zwischen den Handwerkern und den Stadtsoldaten im Büro des Bürgermeisters, beschützen die Farm vor Außerirdischen oder helfen einem Liebespaar, welches eine schwierige Zeit durchmacht, zusammen zu kommen.

Freizeitbeschäftigungen

The Legend of Zelda - Majora's Mask 3D (6)Alle Masken haben zudem verschiedene Auswirkungen auf die Umwelt. Mit der Felsmaske werden wir von den Gerudo in der Piratenfestung nicht mehr wahrgenommen, mit der Bremer Maske können wir kleine Tiere marschieren lassen und mit der bereits aus Ocarina of Time bekannten Maske der Wahrheit erhalten wir von den Allwissenden Steinen Informationen, die kleine Hinweise auf die Bewohner der Spielwelt preisgeben. Den Großteil der Charaktere, die wir im Verlauf des Spiels treffen, kennen wir bereits aus Ocarina of Time. Es gibt nur wenige Figuren, die extra für das Spiel entworfen worden sind. Uns macht das allerdings nichts, da es so des Öfteren vorkommt, dass wir über etwaige Sachverhalte schmunzeln dürfen. Durch die vielen Masken fällt sofort auf, dass es in Majora’s Mask wirklich sehr viel zu tun gibt. Gerade die Fülle an Nebenbeschäftigungen, die nur an bestimmten Tagen und gewissen Uhrzeiten wahrgenommen werden können, machen die Spielwelt richtig stimmig. Dadurch, dass wir mit einem fortlaufenden Spielstand auch immer mehr Optionen haben, wie wir mit der Spielwelt interagieren können, kombinieren wir clever Orte mit Aufträgen, die vorher unzugänglich für uns waren. Ein Glück, dass im Notizbuch, welches wir zu Beginn des Spiels erhalten, alle wichtigen Aufgaben mit Zwischenschritten übersichtlich permanent aufgelistet werden.

Packendes Spielerlebnis

The Legend of Zelda - Majora's Mask 3D (7)Damals wie heute beeindruckt Majora’s Mask mit (für die jeweilige Plattform) fabelhaften Grafiken und Texturen. Damit das Spiel auf dem Nintendo 64 überhaupt lauffähig war, kam man um den Kauf des Expansion-Paks (einer Arbeitsspeicher-Erweiterung für das Nintendo 64) nicht herum. Diese Anschaffung entfällt bei Majora’s Mask 3D allerdings. Auf dem 3DS sehen alle Texturen wirklich gut aus. Einzig und allein schade ist, dass die Framerate kurz in den Keller geht, wenn zu viele Objekte gleichzeitig dargestellt werden. Das wäre sicherlich vermeidbar gewesen. Dafür entschädigt jederzeit der großartige Soundtrack, der mit seinen mystischen Klängen wunderbar zur apokalyptischen Weltuntergangsstimmung des Spiels passt. Majora’s Mask 3D ist eines der wenigen Spiele, die das Schiebepad Pro unterstützen. Die Kameraführung wird dadurch erheblich verbessert. Wir können euch nur zur Nutzung der Peripherie raten. Wer einen New Nintendo 3DS (XL) besitzt, kann auch den C-Stick zur Steuerung benutzen. Ärgerlich ist allerdings, dass sowohl die Schultertasten des Schiebepad Pros, als auch die des Hardware-Updates, nicht angesprochen werden. Da man ständig zwischen Items und Masken wechseln muss, hätte diese Funktion das Spielerlebnis deutlich erhöht. Trotzdem wartet hier einer der besten Teile des The-Legend-of-Zelda-Epos auf euch!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-64- und der Nintendo-3DS-Fassung): Als ich im Jahr 2002 zum ersten Mal The Legend of Zelda: Majora’s Mask gespielt habe, habe ich mich auf Anhieb in das Spiel verliebt. Von der ersten Minute an werde ich in ein packendes Epos voller spannender Geschichten und illustren Charaktere hineingeworfen. Ich darf eine Welt erkunden, die kurz vor dem Untergang steht und bekomme die Möglichkeit, diese Welt vor der drohenden Apokalypse zu retten. Gut, das mag in Fantasy-Spielen nichts neues sein, doch die Idee hinter Majora’s Mask, dass ich jederzeit die Zeit vorspulen oder zum Ausgangspunkt meiner Reise zurückkehren darf, finde ich grandios. Dadurch erhalten alle Charaktere einen Tagesablauf, wodurch ich sie an unterschiedlichen Stellen der Spielwelt wiedertreffe und mich in ihr Leben einmischen darf. Schließlich wird man für fast alles auch reichlich belohnt! Die Charaktere fühlen sich für mich schon wie eine zweite Familie an – so authentisch wirkt die Atmosphäre des Spiels auf mich! Gekoppelt mit den stark aufgebohrten Texturen der 3DS-Fassung und der Untermalung mit mystischen Klängen, die mich sowohl durch die Oberwelt, als auch durch die Dungeons begleiten, werde ich richtig ins Spiel hineingezogen. Majora’s Mask ist und bleibt meine Lieblingsepisode der Reihe und ist in meinen Augen sogar der beste Serienteil, der auf dem 3DS in ein würdiges und erfrischendes Gewand gesteckt wurde.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Legend of Zelda: Majora’s Mask 3D!

Review: Coppelion – Vol. 1

Coppelion - Vol. 1 (1)Japan ist eine Nation, die auf Atomenergie angewiesen ist, um den Energiehaushalt decken zu können. Wie man den Umgang mit Atomkraft kritisiert, bewies Ishirō Honda schon im Jahr 1954 mit Godzilla. Dass Kritik in Manga-Form funktioniert, beweist Tomonori Inoue mit Coppelion seit 2008.

Coppelion - Vol. 1 (2)Die Story von Coppelion setzt zeitlich irgendwann in den Jahren bis zur Jahrhundertwende ein, denn mehr Informationen möchte man uns auf der Packungsrückseite in Form des Jahres 20XX nicht verraten. Was im ersten Moment nach der Mega-Man-Videospielserie klingt, ist im Anime aber glücklicherweise ganz anders. Coppelion erzählt von einer Katastrophe, die die ehemalige Hauptstadt Japans kontaminiert hat. Die radioaktive Strahlung macht das Leben in und um Tōkyō nahezu unmöglich. Trotzdem leben immer noch vereinzelt Menschen in der einstigen Millionenmetropole, die sich aus den unterschiedlichsten Gründen weigern, diese zu verlassen. Daraufhin bildet die Regierung die so genannte Sondertruppe der Dritten Division der Bodenstreitkräfte, welche sich gleich aus zwei Teams zusammensetzt. In den ersten vier Episoden von Coppelion wird vor allem Wert auf die Schilderung der Rettungseinheit gelegt. Diese Einheit besteht aus den drei Charakteren Ibara, Aoi und Taeko. Die drei jungen Frauen, die man äußerlich sofort als typisch normale Schulmädchen identifizieren würde, können sich aufgrund ihrer genetischen Struktur ohne Schutzanzug in die kontaminierte Zone wagen, denn die Strahlung im Stadtzentrum ist so hoch, dass die Schutzanzüge der Dritten Division absolut nicht ausreichen würden, um die Menschen vor der (fast) unsichtbaren Gefahr zu schützen.

Erschreckende Bestandsaufnahme

Coppelion - Vol. 1 (3)Während ihres ersten Ausflugs in die ehemalige Hauptstadt, lernen die drei Protagonistinnen einige unterschiedliche Charaktere kennen, welche das Ausmaß der Zerstörung und gar deren Überlebenswillen in dieser dystopischen Welt kennzeichnen. Während die Familie Kawabata durch die starke Verstrahlung vor allem psychologisch belastet wird, versucht Denjirō Shiba, der das Kraftwerk im Herzen der Stadt entworfen hat, die restlichen Tōkyōter mit Nahrung zu versorgen und ihr Überleben zu sichern. Wohlgemerkt spielt die Handlung von Coppelion zwanzig Jahre nach dem tragischen Vorfall. Durch die Dialoge zwischen den Figuren wird sehr viel Kritik am Umgang mit Atomenergie geübt. Da der Anime, anders als der Manga, nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima erschienen ist, spricht er nachhaltig auf dieses Ereignis an. Teile der Präfektur Fukushima werden schließlich noch hunderte Jahre lang nicht bewohnbar sein. Ebenfalls in der Kritik steht die fehlende Endlagerlösung für Nuklearabfall. Gezeigt wird dies (für Anime-Verhältnisse) mit beeindruckenden Bildern. Ein riesiger Sarg aus Beton oder ein ganzer See voller Fässer mit Atommüll. Obwohl Coppelion nicht mit Verweisen auf reale und erschreckende Tatsachen geizt, verfügt der Anime zum Glück über weitere Qualitäten, welche für den Unterhaltungswert für den Zuschauer verantwortlich sind.

Glaubwürdige Gestaltung

Coppelion - Vol. 1 (4)Die Dialoge zwischen Ibara, Aoi und Taeko sind abseits der ernsten Momente lustig gestaltet. Aoi freut sich darüber, ein Mensch zu sein, der jegliche Nahrung genießen kann, während die Anführerin der Gruppe, Ibara, eher pragmatisch ist und sich stattdessen lieber eine Sprite mit den nötigen Nährstoffen verabreicht. Ihre Taten spiegeln sich auch in ihren Charakterzügen wieder. Taeko ist somit ein recht einfühlsamer Mensch; sie macht sich selbst Gedanken um verwundete Wölfe am Straßenrand, die für sie eigentlich eine große Gefahr darstellen. Alle Charaktere wirken, bis auf vereinzelte Eigenschaften, sehr real und somit nachvollziehbar. Wie bereits erwähnt, beeindruckt Coppelion mit beeindruckenden Bildern. Dank der Full-HD-Auflösung der Blu-ray-Fassung wird Tōkyō, welches langsam von der Natur zurückerobert wird, atmosphärisch eingefangen. Störend fallen vereinzelt nur zu starke Konturen auf, welche die Charaktere vom Hintergrund abheben sollen. Dafür beeindruckt die Soundkulisse. Sowohl die Effekte, als auch der Soundtrack ergeben ein stimmiges Gesamtbild. Stimmig ist auch das physische Bonusmaterial, welches in Form eines 24-seitigen Booklets vorliegt. Das Heftchen wurde von Kazé Anime sorgfältig mit vielen Informationen zu Charakteren und mit Fakten gespickt. Schlussendlich liefert es klare Inhaltsangaben zu den vier Folgen. Klasse!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Coppelion bietet Spielraum für reichlich Interpretationen. Viel wichtiger ist jedoch, dass Coppelion auch für den Laien die Kritik am Umgang mit Atomenergie deutlich machen kann. Regisseur Shingo Suzuki beweist mit starken Bildern in Anime-Form, wie eine nukleare Katastrophe aussehen kann, wenn man nicht damit aufhört, Atomenergie zu verwenden oder endlich eine Endlagerlösung findet. Gekoppelt wird dies mit einer spannenden Handlung, die im Serienauftakt allerdings noch sehr viel Wert auf eine vernünftige Einführung der Charaktere legt und die ersten Gegenspieler andeutet. Dazu gesellt sich Action, die zwar schon ein wenig übertrieben für so ein ernstes Werk wirkt, aber dennoch unterhalten kann. Es ist zwar schade, dass bereits nach vier Folgen vorerst Schluss mit Coppelion ist, doch dank des sorgfältig gestalteten Booklets kann ich mich auch nach dem Abspann mit der Serie auseinandersetzen, Hintergründe erfahren und Motive entdecken, die beim Schauen unentdeckt geblieben sind. Wer sich mit ernsten Hintergründen in einem sehr gut gestalteten Anime auseinandersetzen will, sollte sich Coppelion unbedingt anschauen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Coppelion – Vol. 1!

Review: The Order: 1886

The Order 1886 (1)Bereits vor dem offiziellen Release von The Order: 1886 wurde das Spiel sowohl von Gamern, als auch von der Presse heftig diskutiert. Je näher die Veröffentlichung rückte, desto eher war es allen klar, dass The Order: 1886 ein Spiel mit extrem vielen Zwischensequenzen sein wird.

The Order 1886 (2)Das merken wir bereits im Prolog des Spiels, in welchem wir Ende November des Jahrs 1886 von zwei Männern mit unserem Kopf in ein Wasserbecken getunkt werden. Wir wissen nicht, wie lange wir schon in dem Gefängnis gehalten werden, doch genug ist irgendwann einfach genug. Wir können uns aus den Fängen unserer Peiniger befreien und gelangen so endlich an die Oberfläche, wo wir prompt von Jägern und Vertrauten gejagt und beschützt werden. Der letzte Ausweg für uns ist der Fall ins kalte Wasser der Londoner Themse. Danach macht die Handlung einen Zeitsprung zurück in den Oktober 1886. Unser Leben scheint hier noch nach den für uns geltenden Regeln abzulaufen. Wir sind Sir Galahad, Mitglied des Ritterordens – und wir können uns noch nicht im Entferntesten ausrechnen, wie sich unser Leben innerhalb von nur einem Monat sich dermaßen verändern wird. Als Mitglied des Ritterordens sind wir Teil eines Krieges und bekämpfen in den Londoner Straßen die gefährlichen Halbblüter; halb Mensch, halb Tier. Dies ist allerdings nur die Rahmenhandlung des Universums, in dem wir uns gerade zurechtfinden wollen. Schnell geraten wir in einen Konflikt mit den Rebellen, die Königin Victoria am liebsten am Galgen baumeln sehen wollen. Später mischen sich noch eine indische Fraktion und Vampire ins Geschehen ein. All diese Verbindungen führen uns in ein Geflecht aus Lügen und Verrat, welches wir im Verlauf der Story durchschauen müssen.

Filmreife Inszenierung

The Order 1886 (3)Mehr wollen wir zur Handlung von The Order: 1886 nicht verraten, denn das Spiel lebt sehr von der Story und den dutzenden Zwischensequenzen. Diese nehmen auch den Hauptteil des Spiels ein. Um diesen Fakt kommt kein Interessent drumherum, denn während das Spiel nach circa acht Stunden endet, haben wir in dieser Zeit vielleicht zwei Stunden damit verbracht, in der Gegend herumzuballern. Die Zwischensequenzen werden immerhin mit reichlich Quick Time Events aufgelockert. Ärgerlich ist allerdings, dass wir diese Events in der Regel immer auslösen müssen. Alternative Wege, einen Konflikt zu lösen, gibt es so gut wie nie. Besonders im Finale ist das sehr ärgerlich und eben deshalb wird der Epilog definitiv noch viel diskutiert werden. Man merkt den Zwischensequenzen allerdings sehr an, wie sehr das Entwicklerteam an seiner Story um Galahad, Perceval und Co festhält und wie viel Liebe man in die Handlung eigentlich gesteckt hat. Als Spieler fragt man sich dann im Verlauf der kurzen Spielzeit aber mehrmals, ob man dieses Herzblut nicht eher in die Ausarbeitung eines mitreißenden Films, denn in ein Videospiel gesteckt haben sollte. Zumal das eigentliche Gameplay niemals übers Mittelmaß hinauskommt. Hier laufen wir mit Galahad durch Schlauchlevels und spritzen die Gegner mit Blei voll, bis unser Magazin leer ist. Das Waffenarsenal ist durchaus vielschichtig.

Leben und sterben in Whitechapel

The Order 1886 (4)Wir ballern uns mit Revolvern, Gewehren und auch einer retrofuturistischen Waffe durch die Gegnerhorden. Dabei suchen wir immer wieder Deckung und werfen auch mal Granaten auf die Feinde. Das ist zwar spannend, aber sehr repetitiv. Dazu gibt es nebenher eigentlich nur wenig zu tun. Es gibt kaum Abzweigungen, die wir auf unserem Feldzug gegen Halbblüter und Vampire nehmen können. Falls wir dennoch mal eine Nische entdecken, können wir dort im Regelfall höchstens mal ein Objekt genauer unter die Lupe nehmen. Spieltechnisch hat das aber keinerlei Auswirkungen. Ebenfalls sind Informationen, die wir aus englischsprachigen Zeitungen oder Wachswalzen aufnehmen, kein elementarer Bestandteil des Spielgefühls. Sie bereichern allerdings stark die Hintergrundatmosphäre. Auf diese Atmosphäre setzt der Titel sehr, denn es wird Bezug zu verschiedenen fiktiven und historischen Ereignissen genommen. Die Namen der Ritter des Ordens gehen auf die Artus-Sage zurück, in Whitechapel geschehen gerade die Ripper-Morde und Nikola Tesla etwa unterstützt uns als Q des Ritterordens mit technischem Firlefanz. Außerdem merkt man daran recht eindeutig, dass der Titel in einem Paralleluniversum angesiedelt ist und sich historische Ereignisse ein wenig verfrühen. Macht aber nichts, da die Stimmung im viktorianischen Setting so einmal mehr angeheizt wird.

Unglaublich hübsch

The Order 1886 (5)Der technische Aspekt von The Order: 1886 ist ebenfalls nicht zu verachten. Der Titel gehört zu den hübschesten Spielen, die wir in dieser Konsolengeneration bisher gesehen haben. Das ging während der Entwicklung sogar soweit, dass man zwangsweise schwarze Balken oben und unten am Bildschirmrand einblenden musste, damit das Spiel überhaupt erst flüssig mit dreißig Bildern pro Sekunde läuft. Während wir diese beiden schwarzen Balken aus der Hölle bei The Evil Within noch verurteilt haben, fällt uns das bei The Order: 1886 nicht annähernd so schlimm auf. Das liegt vor allem daran, dass wir uns anders wie beim Titel von Bethesda nicht ständig aus Furcht vor den Gegnern umdrehen müssen und eigentlich nur schnurstracks nach vorne oder zur Seite laufen. Da behält man tatsächlich alles im Überblick und hier sind die Balken absolut kein Zierwerk. Sie unterstützen einmal mehr die cineastische Präsentation des Spiels. Es gibt zwar auch in The Order: 1886 einige Nebelfetzen, doch so blöd das auch klingen mag, erhöhen diese die Atmosphäre ebenfalls. Unterlegt wird das Abenteuer in vielen Momenten mit einem passenden Soundtrack, der die Emotionen der Charaktere zusätzlich zu den wunderschönen Gesichtsanimationen, glaubhaft wiedergibt. The Order: 1886 mag zwar spieltechnisch mau sein, doch an der Präsentation dürfen sich alle mal ein Beispiel nehmen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Seit der Ankündigung von The Order: 1886 habe ich mich sehr auf das Spiel gefreut. Kurzum war der Titel schon lange einer der Kaufgründe für die PlayStation 4 für mich, da mich das Szenario im viktorianischen England schon immer sehr fasziniert hat. Im Vorfeld war mir schon lange klar, dass der Titel spielerisch nur wenig zu bieten hat und der Fokus auf der spannend erzählten Story liegt. Genau diese ist auch schuld daran, warum ich The Order: 1886 gleich beim ersten Spielstart in einem Rutsch und in einer Nacht durchgespielt habe. Sie bietet so viele verschiedene Aspekte, die auf historische und fiktive Ereignisse zurückführen und gleich so viel Atmosphäre bescheren. Nikola Tesla als Q des Ritterordens herzunehmen, die Ripper-Morde geschickt in die Handlung einzuweben und König Artus zu erwähnen, sind in meinen Augen sehr reichhaltige Ideen. Während ich an der Präsentation und Atmosphäre von The Order: 1886 absolut nichts auszusetzen habe, stört mich allerdings das Gameplay. Mir gefallen die Schießereien und sogar die Schlauchlevels machen mir nur wenig aus, da man in der Regel immer zu zweit unterwegs ist und Galahad sich so mit seinem Verbündeten unterhält, doch tröstet das nicht darüber hinweg, dass das Gameplay recht eintönig ausfällt. Es gibt zwar hin und wieder nette Details am Straßenrand zu bestaunen und auch mal Schleichmissionen zu überleben, doch all das bietet nur wenig Abwechslung. Wer sich auf das Spiel einlassen will, sollte auf jeden Fall ein Cineast sein und Zwischensequenzen genießen oder gar lieben können. Andernfalls wird einem bereits nach ein bis zwei Spielstunden extrem langweilig werden. Mann kann es einfach nicht anders ausdrücken – The Order: 1886 ist ein sechzig Euro teurer Blockbuster.

Vielen Dank an Sony Computer Entertainment für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Order: 1886!

Review: Tiger der Todesarena

Tiger der Todesarena (1)Im gleichen Entstehungsjahr wie Wooden Man dreht Wei Lo, in Zusammenarbeit mit Jackie Chan, den Film Tiger der Todesarena. Durchweg ist nicht zu erkennen, womit Regisseur Lo eigentlich abzielen wollte – trotz anfangs geradliniger Handlung und schönen Kampfszenen.

Tiger der Todesarena (2)Zunächst einmal dreht sich die Handlung des Films um einen Dieb, der in das Haus eines reichen Millionärs einbricht, um eine wertvolle Perle zu stehlen. Bei seiner Flucht wird er von einem muskulösen Kraftprotz aufgehalten. Es gesellt sich schon bald eine dritte Figur dazu, die versucht, den beiden die Perle mit List abzunehmen. So wandert die Perle reihum und landet schließlich in den Händen von Mei Xing He. Diesem bringen gerissene Übeltäter an einer Waldlichtung fast schon im Minutentakt Opfergaben dar. Sie sollen niemanden töten und ihm jedes Jahr einen kleinen Schatz bringen, damit sie selbst ein Jahr lang weiterleben dürfen. Plötzlich taucht der Diener eines Adligen auf, der Mei Xing He darum bitten, gegen einen Unsterblichen zu kämpfen. Das weckt natürlich die Neugier von Mei Xing He. Sie reisen gemeinsam durchs feudale China und landen schließlich in den Hallen von Hua Wu Bin. Dieser bittet ihn, seine Frau zu ermorden. Nach einem Unsterblichen klingt das nicht, denn schnell erfahren wir, dass das mit der Unsterblichkeit ein wenig anders gemeint ist. Er leidet innerlich Qualen, denn er wurde von seiner Ehefrau vergiftet. Da sie allerdings auf ihn angewiesen ist, lässt sie ihm jedes Jahr das Gegengift zukommen, um ihn für ihre perfiden Zwecke, über die wir so gut wie nichts erfahren, am Leben zu erhalten. Ganz schön gewitzt!

Verwirrspiel

Tiger der Todesarena (3)Mei Xing He will eine Ausnahme machen, doch genau mit dieser Einwilligung beginnt der Film, eine ungeahnte Wendung zu nehmen, die dermaßen konfus ist, das man sich schon fragt, ob die Synchronisation geschlampt und versucht hat, wichtige Details zu vertuschen. Hua Wu Bins Frau wird von vier großen Kämpfern bewacht, die Mei Xing He allesamt töten muss, um überhaupt zu ihr vorzudringen. Blöd nur, dass Hua Wu Bin auf einmal einen Angriff auf den Helden der Geschichte startet, was dazu führt, dass er von dessen Untertanen in die nächste Stadt gebracht und dort von der örtlichen Polizei in Haft genommen wird. Schlussendlich wird dann auch seine wahre Identität offenbart, über die wir aus Spoiler-Gründen natürlich nichts verraten wollen. Plötzlich und unerwartet eingeführte Figuren wie die seiner Freundin oder eine Dame, für die er zeitweise als Sklave arbeiten muss und zunächst zur Nebensache verkommen, sprechen nicht gerade für ein gut ausgearbeitetes Drehbuch. Was sich Autor Gu Long dabei gedacht hat, verstehen wir beim besten Willen nicht. Verrückter wird es nur, wenn gleich drei Charaktere vermeintlich innerhalb der Handlung sterben und auf einmal wieder in Aktion treten. Auch das Wechseln der Seiten einiger Charaktere innerhalb des Machtgefüges lässt Fragezeichen über unseren Häuptern erscheinen. Leicht verständlich ist der Film nicht!

Film für Nostalgiker

Tiger der Todesarena (4)Warum man sich damals für den deutschen Titel Tiger der Todesarena entschieden hat, ist für uns ebenfalls nicht sonderlich klar. Der englische Titel, The Killer Meteors, hätte man auch in hiesigen Filmen übernehmen können, da so zumindest auf die titelgebenden Waffen von Mei Xing He hingewiesen würde. Diese werden für das Jahr 1976 mit sehr netten Spezialeffekten eingefangen, reißen künstlerisch aber keine Bäume aus. Viel eher gefallen uns da schon die schönen Naturlandschaften Chinas und die Requisiten, die man für Wei Los Werk erstellt hat. Leider hat man versäumt, das Bild des Films für die Blu-ray-Fassung zu überarbeiten. An sehr vielen Stellen bemerkt man Bildverunreinigungen, die störend auffallen. Für Nostalgiker ist das sicherlich nicht schlimm, aber mit der heutigen Technik wäre eine Überarbeitung wirklich wünschenswert gewesen. Die Tonqualität ist zumindest angemessen, aber auch hier hätte man weitere Verbesserungen durchführen können. Wer einen packenden Soundtrack erhofft, wird leider enttäuscht werden. Es gibt nur sehr wenige Musikstücke, die einleitend zu den Szenen gespielt werden. In Tiger der Todesarena wird mehr Wert auf die Dialoge und Soundeffekte, wie das Rauschen eines Wasserfalls oder die obligatorischen Schlaggeräusche beim Aufprall auf den Körper, gelegt. Unterm Strich wartet hier ein recht mittelmäßiger Streifen auf euch!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die frühen Filme mit Jackie Chan sind in meinen Augen sehr gewöhnungsbedürftig. Sie passen noch nicht so recht zu dem Komiker, der er in vielen späteren Filmen wird – und in Tiger der Todesarena wirkt Chan deutlich anders als in den meisten seiner Rollen. Anstatt einen Gutmenschen zu spielen, verkörpert er hier den Bösewicht. Das ist gewöhnungsbedürftig, doch mit seinem charmanten Lächeln, schafft er es, auch diese Rolle irgendwie zu meistern. Warum man den Film allerdings wieder innerhalb der Jackie-Chan-Reihe bei Splendid Film vermarkten muss, ist mir ein Rätsel. Chan hat für den Film zwar anders wie in Tokyo Powerman immer noch eine größere Bedeutung, doch ist er auch hier nur in drei bis vier Szenen des gesamten 105-minütigen Films zu sehen. Yu Wang, der den Helden des Films mit schönen Choreographien ausschmückt, bekommt so nicht den Ruhm, den er eigentlich verdient. Diese beiden Schauspieler sind es auch, welche Tiger der Todesarena gerade noch so retten, denn weder ist die Handlung strukturiert, noch kann sie uns mit ihren zahlreichen Wendungen in der zweiten Filmhälfte, überraschen. Findet man den Film irgendwann auf dem Grabbeltisch, kann man gerne zuschlagen, aber solange sollte man sich als Martial-Arts-Fan nach besseren Streifen umsehen. Die Auswahl ist schließlich groß genug!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Tiger der Todesarena!