Review: The Last of Us: Remastered

The Last of Us - Remastered (1)Als The Last of Us: Remastered bei uns endlich im Briefkasten lag, haben wir uns gefreut. Die Grafik des Spiels wurde angepasst und das Ergebnis ist eine verbesserte Atmosphäre, in die wir bei gleicher Handlung in die postapokalyptische Welt eintauchen können.

The Last of Us - Remastered (2)Eigentlich stehen wir Neuauflagen ein wenig skeptisch gegenüber. Schließlich soll ein schon bekanntes Spiel einfach nur ein bisschen bearbeitet werden, um mit altem Inhalt auch auf der neuen Konsolen zu laufen. Ein bisschen Aufschrauben der Grafik hier, ein wenig Anpassung an den neuen Controllern da, und fertig ist das scheinbar neue Spiel. Zudem scheint dies auch ein Kult der Spielindustrie zu werden, da neben The Last of Us auch Games wie Uncharted oder Halo in naher Zukunft neu aufbereitet erscheinen (sollen). In unserem Review gehen wir der Frage nach, ob das Ziel eine lieblose Portierung ist, um erneut den Kunden das Geld aus der Tasche ziehen zu können oder ob mehr hinter der neuen Version steckt, als ursprünglich angenommen. Wir haben uns mit viel Skepsis, aber auch mit sehr viel Freude und Spannung Naughty Dogs Meisterwerk der letzten Konsolengeneration angeschaut und können die neue Remastered-Version nun in dieses Schema einordnen. Zweifelsohne ist das Spiel in unseren Augen eines der besten Spiele, die für die alten Konsolen jemals erschienen sind und gerade deswegen ist die Freude groß, den Titel nochmals erleben zu können – mit einer, von den Entwicklern, groß umworbenen Grafik. Es wurde aber nicht nur an der Grafik geschraubt. Inhaltliche Anpassungen und weitere zusätzliche Elemente sollen die Spieler erfreuen.

Frischzellenkur

The Last of Us - Remastered (3)Zusätzlich gibt es nämlich alle Download-Inhalte in der überarbeiteten Version kostenlos obendrauf. Auf die ganzen Details des Hauptspiels möchten wir an dieser Stelle aber nicht eingehen, denn das haben wir in unserem Test Mitte 2013 bereits zugenüge getan. An dem ursprünglichen Inhalt hat sich nämlich so gut wie nichts verändert. Das wäre auch schade, da unser Test bereits gezeigt, wie uns der Titel bezaubert hat. So sind auch die Charaktere von The Last of Us: Remastered altbekannt; mit Ausnahme jener, die durch den herunterladbaren Zusatzinhalt einen neuen Auftritt im Spiel genießen dürfen. Während gleich zwei der drei Erweiterungen eher für den Mehrspielermodus gedacht sind, liegt für den Einzelspieler Left Behind auf der Disc dabei. In dieser Episode wird die Vorgeschichte zum Hauptspiel und das Überleben Ellies und des schwer verletzten Joels gespielt. Die erste Handlung befasst sich mit einem Ereignis zwischen Ellie und ihrer Freundin Riley und schildert ihr Überleben in einer Welt voller Infizierten. Im zweiten Part durchsucht Ellie das Einkaufszentrum, in welchem sich Joel im Hauptspiel verletzt hat und um sein Leben kämpft. Hier machen wir uns mit der Protagonistin auf die Suche nach Materialien für die erste Hilfe, was sich jedoch schwerer als gedacht herausstellt. Left Behind kann uns circa zwei zusätzliche Stunden bei Laune halten.

Stimmiges Gesamtpaket

The Last of Us - Remastered (4)Wir können es nur noch einmal betonen: Inhaltlich hat sich in The Last of Us: Remastered nichts verändert und somit sind gescriptete Szene identisch mit denen, die wir schon von der PlayStation 3 kennen. Trotzdem wurde die Grafik mit hochauflösenden Texturen ausgestattet, die in butterweichen sechzig Bildern pro Sekunden dargestellt werden können. Individuell dürfen wir die Bildwiederholungsrate auf die Hälfte drosseln. Für PlayStation-3-Verhältnisse war die Grafik von The Last of Us atemberaubend und daran hat sich auch in der Remastered-Version nichts geändert. Wir müssen zugeben, dass wir noch kein Spiel mit solch detaillierter Grafik und Lichteffekten gesehen haben und wir noch tiefer in die Spielwelt eindringen als zuvor. Licht- und Schatteneffekte sorgen für eine bedrückende Stimmung, wohingegen eine stärkere Vegetation in den Städten uns den Zerfall einer Stadt wesentlich besser verdeutlichen soll. Die Steuerung wurde ebenfalls an den neuen DualShock-4-Controller angepasst und macht von dessen Features Gebrauch. Hin und wieder kommen Touchpad und Lautsprecher zum Einsatz. Für viele Spieler sind das nur marginale Punkt im Gesamtpaket, welches vor allem mit seiner tollen Story unterhält. Verbindet man eine wunderbare Optik und eine tolle Story aber so wie in The Last of Us: Remastered, erhält man ein unvergessliches Spiel.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der PlayStation-3- und PlayStation-4-Fassung): Inhaltlich kann ich mich meinem vorherigen Fazit im ursprünglichen Review nur anschließen und hinzufügen, dass sich Spieler, die den Titel schon gespielt haben, bei der Remastered-Version beruhigt zuschlagen können, da die verbesserte Grafik wirklich sehenswert ist und ein zweiter oder sogar dritter Durchlauf der Story wieder in Angriff genommen werden darf. Für Spieler die bisher um den Titel herum gekommen sind, lässt sich meinerseits nur eine Empfehlung aussprechen und das Spiel als absoluten Must-Have-Titel krönen. Das Entwicklerteam hat es mit der Story geschafft, mich in den Bann der Geschichte zu ziehen und mit den Charakteren zu fühlen. Obwohl ich das Spiel schon letztes Jahr einmal durchgespielt hatte, haben mich einige nostalgische Momente auch bei diesem Durchlauf noch immer schwer getroffen.

Vielen Dank an Sony Computer Entertainment für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Last of Us: Remastered!

Review: Dragon Age: Inquisition

Dragon Age Inquisition (1)Das zu Electronic Arts gehörende Entwicklerstudio Bioware steht schon seit sehr langer Zeit für qualitativ äußerst hochwertige Spiele. Mit Dragon Age: Inquisition stellt Electronic Arts den nunmehr dritten Teil der berühmtberüchtigten Rollenspielreihe in die Ladenregale.

Dragon Age Inquisition (2)Wie vor zwei Jahren versprochen, setzen die Entwickler bei ihren neuen Rollenspielen auf die Frostbite-Engine von Dice, um den Spielwelten einen neuen Glanz zu verleihen. Dabei möchte man sich The Elder Scrolls V: Skyrim zum Vorbild nehmen und eine Welt randvoll mit Nebenmissionen, Weitläufigkeit und einer Atmosphäre füllen, die kein Spieler vermissen möchte. In der Tat gibt es dabei insgesamt zehn Gebiete, die wir erkunden dürfen und welche sich auch stark unterscheiden. So sehen wir an der Sturmküste ein Gebiet mit vielen schroffen Felskanten und nur wenig Vegetation, im Westgrate eine Wüste mit nichts außer Sand, im Fahlbruch eine eher unheimlich wirkende Landschaft, welche nicht gerade einladend aussieht, und die Smaragdgräber, welche nur so vor Flora strahlen. Somit entpuppt sich der neue Teil weit mehr als sein Vorgänger als ein Rollenspiel für Entdecker mit einer abwechslungsreichen und vor allem weitläufigen Spielwelt. Die Spielgebiete sind übrigens im bekannten Ferelden und im benachbarten Kaiserreich Orlais angesiedelt. Die zehn Landschaften werden nach und nach freigeschaltet und somit haben wir am Ende auch tatsächlich die Möglichkeit, sämtliche Gebiete zu erkunden. Hier können wir an dieser Stelle schon sagen, dass die Entwickler in puncto Abwechslungsreichtum und Atmosphäre ihrem großen Vorbild sehr nahekommen.

Epischer Einstieg

Dragon Age Inquisition (3)Schon bei der Mass-Effect-Trilogie wusste Bioware, wie man den Spieleinstieg durchaus episch gestalten kann. Hier hat man auf das geschickte Händchen vertraut und einen durchaus gelungenen Einstand gefunden. Zu Beginn des Spiels findet ein Attentat auf eine Konklave statt, auf welcher sich viele wichtige Anführer des Krieges zwischen Magiern und Templern, sowie der Kirche, aufgehalten haben. Dabei werden Führungspersonen aller Parteien ausgelöscht. Unser Charakter überlebt natürlich den Hinterhalt und wird ohne Erinnerungen an diesen ins Spiel geworfen. Der Anschlag auf die Konklave hat den Waffenstillstand zwischen Templern und Magiern beendet und der Krieg eskaliert endgültig. Negativ müssen wir hervorheben, dass der Einstieg nichts für Einsteiger ist. In den vorherigen Teilen wird der Krieg zwischen den Parteien langsam aufgebaut und wir erfahren Schritt für Schritt, wie es zu den Ereignissen am Spielanfang kommt. Neulingen wird einfach eine Story vorgesetzt und können mit bekannten Charakteren aus den ersten Spielen nichts anfangen. Hier empfiehlt sich natürlich, die Serie von Anfang an zu erleben oder auf Dragon Age Keep zurückzugreifen. Dieses Feature erlaubt uns, die Geschichte der ersten beiden Teile in einer kurzen Zusammenfassung zu erleben und wichtige Entscheidungen nach unseren eigenen Wünschen zu beeinflussen.

In und neben der Handlung

Dragon Age Inquisition (4)Wie für Bioware typisch, ist nicht nur die Handlung der elementare Punkt, sondern auch die Nebenmissionen tragen zum Spielerlebnis bei. Da gibt es zum Beispiel unsere Begleiter, von denen einige von Beginn an mit uns zu Felde ziehen, während andere optional rekrutiert werden können. Jeder einzelne Charakter hat seine eigene Geschichte zu erzählen, wie er sich der Inquisition anschloss. Dabei erfahren wir so manch interessantes Detail über sie und erwecken die Welt immer mehr zum leben. Das ein oder andere mal machen es uns unsere Kameraden nicht einfach bei der Wahl, welchen wir mitnehmen wollen. Auch hier fällt uns eine kleine Schwäche auf: Nicht alle Charaktere wurden mit gleich viel Liebe und Umfang gestaltet, wie es noch im Vorgänger der Fall war. Somit hat uns zum Beispiel Sera wesentlich mehr zu erzählen als der grimmige Zwerg Varric. Hier bleiben uns also einige Charaktere mehr, andere wiederum weniger in Erinnerung. Gerade Mass Effekt zeigt doch, wie jeder Charakter einen denkwürdigen Auftritt hat. Auf der anderen Seite gibt es die Nebenmissionen, welche aber kaum erwähnenswert sind. Die Hauptstory behandelt die Bedrohung eines Dimensionsrisses am Himmel, der Dämonen in die Spielwelt schickt. Jeder der Parteien will sich dafür die Schuld in die Schuhe schieben; die Spannung dementsprechend aufgerieben.

Der Held und seine Basis

Dragon Age Inquisition (5)Wie bereits erwähnt, überleben wir das Attentat knapp und haben keine Erinnerung, haben uns aber ein Souvenir eingepackt – ein geheimnisvoller Splitter in unserer Hand, mit welchem wir die Dimensionsrisse schließen können. Mehr gibt es nicht zu sagen, da unser Charakter blass bleibt. Wir haben nie die Möglichkeit, richtig böse zu sein, da alle Entscheidungen, die in diese Richtung gehen, eher hart und gerecht, als wirklich grausam sind. Im Allgemeinen ist Inquisition im Gegensatz zu Dragon Age: Origins lieber und netter und nicht mehr so düster und tragisch. Bei der Charaktererstellung haben wir die Wahl zwischen den Klassen Krieger, Magier und Schurke. Bei den Völkern stehen Menschen, Elfen, Zwerge und Qunari zur Auswahl. Die Möglichkeit eines Zwergenmagiers bleibt uns verweht, da Zwerge immun gegen Magie sind. Unterschiede gibt es nicht nur im Kampf, sondern auch in verschiedenen Dialogen. Somit können wir als Magier in einem Gerichtsverfahren gegen einen anderen Zauberer entscheiden, dass dieser milde davonkommt und nur die magischen Fähigkeiten als Strafe verliert. Wollen wir uns zurückziehen, können wir uns in unsere Basis verkriechen. In dieser können wir Aufträge erledigen ohne einen Finger zu krümmen, Waffen und Rüstungen schmieden lassen, Machtpunkte für neue Gebiete ausgeben und unsere Burg ausbauen.

Mitten im Kampf

Dragon Age Inquisition (6)Im Kampf müssen wir selten auf die Taktikansicht zurückgreifen, da unsere Kameraden klug agieren. Fällt ein Mitstreiter, wird er vom Magier wiederbelebt, falls dieser Wiederbelebung gelernt hat. Das geschieht, ohne dass wir Befehle geben müssten. Auch werden Verbündete automatisch, falls gelernt, mit speziellen Zaubern belegt, um den Widerstand zu erhöhen. Es gibt keine Heilungsmagie mehr, was die Relevanz von Tränken erhöht. Die Gefechte an sich sind einfacher gestrickt, als noch in Origins. So halten wir die linke Maustaste gedrückt und der Held schlägt durchgehend auf seinen Gegner ein. Die neue Grafik sorgt dafür, dass das Spiel dynamischer ist und Feinde eine gewisse Vielfalt hergeben. Jeder Gegner wird frontal angegriffen und nach einer gewissen Zeit fällt dieser schon um. Das klingt zwar langweilig, ist es aber absolut nicht! Gerade die Kämpfe gegen Drachen sind hammerhart und wir müssen dabei oft pausieren, um uns eine neue Taktik einfallen zu lassen. Fernkämpfer sollten einen großen Abstand halten, was sie nicht automatisch akzeptieren wollen. Mit im Spiel ist auch ein Mehrspielermodus, in welchem wir mit vier menschlichen Spielern gegen Gegnerwellen antreten müssen. Hier hat man sich ein wenig an Mass Effect 3 bedient. Die Kämpfe machen zwar sehr viel Spaß, lassen jedoch auch etwas Abwechslung vermissen.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Wie wohl jedes Open-World-Rollenspiel hat auch Dragon Age: Inquisition seine Stärken und Schwächen. Ich bekomme eine wunderbare Spielwelt mit einem knackigen Kampfsystem serviert und komme dazu noch in den Genuss einer wunderschönen Grafik und einer absolut überzeugenden Story. Schwächen findet man hingegen nur im Detail und somit finde ich den Mehrspielermodus etwas zu unattraktiv, um mich langfristig daran zu fesseln. Die Begleiter sind in wenigen Fällen etwas öde und das Kampfsystem hier und da mal etwas eintönig. Im Großen und Ganzen ist das Spiel jedoch eines der besten Titel, die ich in letzter Zeit getestet habe und zeigt mir erneut, dass Bioware nicht umsonst meine aktuelle Lieblingsvideospielschmiede ist. Die Story hat ihren absoluten Reiz und wird wunderbar dargestellt, manche Gegner sind wirklich knackig und rauben das ein oder andere mal meinen letzten Nerv (vielleicht liegt es auch am Schwierigkeitsgrad) und gerade die einzelnen Interaktionen zwischen Nichtspielercharakteren und meinem Helden sind absolut klasse und lassen die Spielwelt sehr lebendig wirken.

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Age: Inquisition!

Review: Destiny

Destiny (1)Bungie ist ein Name, der keinen Erklärungsbedarf benötigt. Nach dem das Entwicklerstudio mit der Halo-Reihe einen Meilenstein der Videospielgeschichte erschaffen hatte, war es lange Zeit still um das Entwicklerteam in Kirkland an der Westküste der Vereinigten Staaten.

Destiny (2)2010 hat Bungie ihr letztes Meisterwerk, Halo: Reach, fertiggestellt und arbeitet nun seit vier Jahren an der Marke Destiny unter der Flagge von Activision. Das Projekt ist in einem neuen Universum, in einer post-apokalyptischen Zukunft des Jahres 2700, angesiedelt. Das Design ist hingegen eine Mischung aus Science-Fiction- und Fantasy-Elementen, so dass der Ort der Handlung zwar eine entfernte Zukunft ist, die Charaktere jedoch in modernen Ritterrüstungen stecken. Alles fängt mit einer Kugel an, die über der Erde erscheint. Diese wird als Reisender betitelt und ist verantwortlich für das Goldene Zeitalter der Menschen. Diese Kugel bringt uns die Technologie, andere Planeten zu bereisen und zu besiedeln. Allerdings bringt eben jene auch die Dunkelheit mit sich und so kommen einige Aliens zur Erde, um den Reisenden zu zerstören. Die Aliens beginnen damit, die Menschheit auf der Erde auszurotten, was infolge dessen auch dem Goldenen Zeitalter ein Ende setzt. Der Reisende setzt sich für die Rettung der Menschen ein und bleibt sehr nahe im Orbit der Erde, von wo er eine einzige, von den letzten Menschen errichtete, Stadt vor den Außerirdischen beschützt. Diese letzte Festung ist der Rückzugsort der Hüter, welche durch den Reisenden eine mysteriöse Kraft bekommen, sowie einen kleinen Roboter den man liebevoll Geist nennt und die Kraft des Lichtes trägt.

Widerstand gegen die Bedrohung

Destiny (3)Wir spielen so einen Hüter, welcher die Erde vor einer dunklen Bedrohung aus dem All retten muss. Ein umherirrender Geist nutzte das Licht, um uns zum Leben zu erwecken und brachte uns in die Festung, damit wir als einer der Auserwählten gegen die Aliens ankämpfen. Wir haben dabei Zugriff auf drei Rassen sowie drei unterschiedliche Klassen. Als Rasse können wir uns für die Menschen, Exos und Erwachten entscheiden. Während jedem klar sein sollte, was ein Mensch ist, sind die anderen Rassen eher mysteriöse und geheimnisvolle Wesen. Die Exos sind Maschinen, welche von Menschen erschaffen wurden, um sie bei der Verteidigung der Welt zu unterstützen. Jedoch haben diese im Lauf der Zeit ein eigenständiges Bewusstsein entwickelt und kämpfen nun als Hüter für den Reisenden. Dann gibt es noch die Erwachten, welche die Nachkommen der Menschen und bei dem letzten Überfall der Dunkelheit an den Rand des Sonnensystems geflohen sind. Irgendetwas geschah mit ihnen draußen im All, das sie für immer veränderte. Die Erwachten leben überwiegend im Riff und nur wenige kehren zurück, um für die Erde zu kämpfen. Es gibt zwar nur drei Rassen, jedoch wurden diese von Bungie mit schönen und mysteriösen Geschichten ausgeschmückt. Haben wir uns für eine der drei Rassen entschieden, können wir auch schon zwischen den drei Klassen entscheiden.

Altbekanntes Klassenprinzip

Destiny (4)Da gibt es den Warlock, der als Magier gesehen werden darf, da dieser mit arkaner Energie den Gegner schweren Schaden zufügt, im Gegenzug aber sehr wenig aushält. Der Titan ist hingegen der klassische Tank, welcher sich immer im Nahkampf befindet und das Feuer der Feinde auf sich zieht. Verbündete kann der Titan auch mit seinem Schild beschützen und damit als Unterstützung für andere dienen. Die dritte und damit letzte Klasse ist der Jäger, welcher als Scharfschütze eine Daseinsberechtigung führt, aber auch einen mörderischen Nahkampf mit seinen Klingen ausführen kann. Das Spielprinzip auf welches zurückgegriffen wird, ist kein neues, aber ein sehr schön bedachtes und ausgeschmücktes, welches absolut zur Spielwelt passt. In der Realität gibt es jedoch einige Auffälligkeiten. Zum Beispiel, dass der Titan nicht wesentlich mehr aushält als der Jäger und gerade gegen sehr große Gegnerhorden auch nicht lange an vorderster Front überlebt. Viel eher heißt es, in Deckung zu gehen wenn man beschossen wird und den richtigen Moment mit egal welcher Klasse abzupassen. Zudem sollte man möglichst mit Freunden in einer Gruppe spielen, da alleine die Herausforderung zwar machbar ist, jedoch einiges an Frust und neuen Versuchen mit sich bringt. Dadurch wird die Spielzeit auch drastisch angehoben, da man alleine wesentlich länger für ein Level braucht.

Individualisierungsprobleme

Destiny (5)Ein wichtiger Aspekt ist die Individualisierung der Klassen und deren Fähigkeiten. Durch besiegte Bossgegner, nach Levelabschluss oder in Kisten finden wir neue Gegenstände wie Waffen, Helme oder Armschützer für unseren Charakter. Neue Objekte sind meist stärker und geben uns einen höheren Verteidigungswert. Negativ fällt auf, dass Rüstungsgegenstände für jede Klasse gleich aussehen und sich nur die Farben ändern – eine richtige Individualisierung gegenüber anderen Spielern gibt es bisher also nicht wirklich und somit sehen die Klassen alle relativ gleich aus. Hier hoffen wir uns Abhilfe durch Zusatzinhalte oder Updates, die ebenso kostenlos die Spielwelt erweitern werden. Netter sind hingegen die Fähigkeiten anzusehen, welche jede Klasse mit sich bringt. Somit kann der Warlock durch seine Hände einen Kraftstoß erzeugen, der Gegnern die Energie absaugt um die Abklingzeit seiner Granaten zu verkürzen. Zudem ist es möglich Energiebälle abzufeuern und großen Flächenschaden damit zu verursachen, sowie sich auf kurze Distanz im Sprung zu teleportieren. Optional kann sich der Warlock auch in Flammen hüllen und dem Gegner im Nahkampf so Schaden zufügen oder seine Waffen mit einem Feuer-Buff belegen. Der Jäger kann hingegen mehr Kraft in seine Klingenangriffe investieren, um tödliche Kombinationen an den Tag legen zu können.

Abwechslungsreiche Gegner

Destiny (6)Der Titan kann einen Sprung ausführen und mit der Faust eine Druckwelle auf dem Boden verursachen, die für Feinde in der Umgebung tödlich ist. Optional kann er ein großes Schild erzeugen, um sich selbst oder Verbündete vor Feinden zu schützen. Da kein Gegner dem anderen gleicht, haben wir es mit diversen Herausforderungen zu tun. Diese bestehen aus vier Rassen: Gefallene, Kabale, Schar und Vex. Die Gefallenen sind vierarmige Wesen, welche in großen Mengen antanzen und kaum gepanzert sind. Die Schar, welche sehr an die Flood aus Halo erinnern, treffen wir meist auf dem Mond, wo aus jedem Loch kriechen. Komplizierter und technisch hoch entwickelter sind die letzten beiden Fraktionen; Kabale und Vex. Die Kabale haben einen massigen Körper, dicke Waffen und große Schilde. Diese Gegner sind im Nah- wie im Fernkampf gleich tödlich. Hier müssen wir gerade die Soldaten mit Schildern clever umgehen, um diese in den Rücken schießen zu können. Die Vex hingegen sind Roboter, welche im Einklang funktionieren und auch dann noch kämpfen, wenn man ihnen den Kopf weg geschossen hat. Diese erinnern entfernt an die Zylonen aus Battlestar Galactica. Die Gegner sind allesamt sehr schön gestaltet und abwechslungsreich. Jedoch würden wir uns auch hier über mehr Tiefgang freuen und mehr Geschichten zu den einzelnen Rassen erfahren.

Kampf um die Planeten

Destiny (7)Destiny spielt sich von der Steuerung her genau so gut wie Halo und es lässt sich absolut nicht verschweigen, dass die Jungs und Mädels bei Bungie Elemente aus ihrer alten Serie genutzt haben. Das ist jedoch keineswegs negativ anzusehen, da sich Destiny auf den Konsolen sehr flüssig spielen lässt. Probleme mit der Internetverbindung oder Bugs gibt es kaum. Hier liefert man ein technisch einwandfreies Spiel ab. Einziges Manko ist bisher in unseren Augen der Player-versus-Player-Modus sowie die Vielfalt der einzelnen Level. Der Versus-Modus wirkt noch sehr stark unausbalanciert und gerade Gegner mit sehr starken Waffen machen uns mit wenigen Schüssen den Garaus. Ein Matchmarketing wäre hier sicherlich von Vorteil – gerade für Spieler mit geringerem Level. Zudem ist es unglaublich störend, dass wir Missionen immer an denselben Orten spielen. Sind wir in Altrussland unterwegs, so gehen wir immer durch dieselbe Architektur und finden in denselben Tunnelsystemen immer wieder etwas Neues für eine Mission, obwohl wir diesen Tunnel schon gefühlte hunderte Male abgegrast haben. Hier hätten wir uns ein wenig mehr Vielfalt gewünscht und mehr Areale, die man auf einem Planeten besuchen kann. Es ist wirklich nervig wenn man ans andere Ende eines Planeten reist, das Level jedoch genau so aussieht wie zuvor. Wir hoffen auf neue Inhalte.

Hübsche Idylle

Destiny (8)Ein großes Lob gilt noch Grafik und Atmosphäre auszusprechen. Wir haben uns wiederholt dabei ertappt, gerade bei neuen Planeten, einfach mal stehenzubleiben und in aller Ruhe die Landschaft zu begutachten. Auch wenn wir mit Freunden spielen, kommt es häufig vor, dass wir warten mussten, weil jemand sich die Zeit nimmt, um die Atmosphäre zu genießen. Die Weitsicht ist absolut atemberaubend, so dass wir auf dem Mars zum Beispiel einfach in das weite Universum schauen, aber auch das hervorragend gestaltete Terrain beobachten können. Der Mond glänzt mit seinen vielen Kratern und seiner weiß leuchtenden Umgebung. Sogar die Erde kann man wunderbar sehen, wenn man in ihre Richtung schaut. Das Riff, dem Ort der Erleuchteten, ist ein wirklich abgewrackt aussehender Teil im Universum und auch der Erde merkt man den Verfall an. Zudem sind Gegner und Charaktere sehr detailreich gestaltet. Gerade die Waffen haben eine Menge an Details und sehen sehr gut aus. Die Gegner sehen sehr liebevoll gezeichnet aus und wir erkennen wirklich marginale Auffälligkeiten bei jedem Gegnertyp. Es lässt sich zusammenfassen, dass die Entwickler bei Bungie wirklich viel Wert auf eine authentische Umgebung gelegt haben und mit viel Liebe zum Detail die einzelnen Planeten ausgebaut haben. Deshalb ist es so schade, dass es nur wenige Levels pro Planet gibt.

Kritikpunkt: Story

Destiny (9)Ein wichtiger Kritikpunkt des Spiels ist in jedem Falle die Story. Diese fängt stark an, erklärt direkt zu Anfang wunderbar die Geschehnisse der damaligen Zeit und führt uns somit sehr stark in das Spiel ein. Jedoch lässt diese Erzählweise genau so schnell wieder nach und jede angenommene Mission wird nur noch mit einem kleinen und unbedeutendem Text begleitet. Wir hätten uns wesentlich mehr Geschichten über die anderen Rassen und Gegner gewünscht. Würde das Spiel hier so in seiner Veranschaulichung über die einzelnen Rassen nachlegen wie es zum Beispiel Mass Effect 3 macht, hätte das Spiel wirkliches Potential zehn Jahre zu halten. Bungie ließ schon verlauten, dass man einen Plan über eine ganze Dekade verfolgt und dies lässt sich nur bewerkstelligen, wenn die Rassen mit Informationen gefüttert werden, unerwartete Wendungen hinzukommen um den Spieler tiefer in die Geschehnisse eintauchen dürfen. Zur Zeit fühlt sich die Story unvollständig und nur oberflächlich an. Hier sollte man wesentlich mehr von einem Vollpreistitel erwarten dürfen und nicht nur darauf hoffen, dass teure Zusatzinhalte mehr Content zur Geschichte liefern. Diese sollten zudem kostenlos allen Käufern zur Verfügung gestellt werden. Hier appellieren wir an Bungie Inhalt nachzuschieben und ein bisher grandioses Spiel in Richtung Perfektion voranzutreiben.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Wie man diesem Test entziehen kann, bin ich voller Lob für das Spiel. Jedoch gibt es auch einige Schwächen, über die ich zwar hinwegsehen kann, mich aber doch ärgern. Das Spiel ist sehr schön gestaltet, lässt sich flüssig spielen und glänzt vor vielen verschiedenen Gegnertypen und dem größten Pluspunkt, dass man mit Freunden einen unvergleichlichen Spielspaß erleben kann. Jedoch sind es einfach viel zu wenige Levels auf den Planeten und die Aussicht ist auch nicht wirklich besser, da anscheinend nur die Zusatzinhalte neue Areale einfügen werden. Hier sollte Bungie seine Strategie noch einmal überdenken und auch Inhalte kostenlos nachliefern, um die aktuelle Spielerzahl aufrecht zu erhalten. Auch fände ich es interessant, mal eine der gegnerischen Rassen spielen zu können – vielleicht als eine Art Überläufer, denn die Gegner sind wirklich absolut genial dargestellt und passen wie die Faust aufs Auge in das frische Destiny-Universum, in dem ich noch viele Abenteuer erleben möchte.

Vielen Dank an Activision für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Destiny!

Review: Fifa 15

Fifa 15 (1)Derzeit versorgt Electronic Arts die Fans mit den alljährlichen Sportspielupdates. Kurz nach Madden NFL 15 folgt nun auch noch Fifa 15. Diesmal lag der Fokus für die Entwickler auf einer verbesserten Stadionatmosphäre, um dem Spiel dadurch mehr Authentizität zu verleihen.

Fifa 15 (2)Im Vorfeld wurde viel versprochen. So sollten bekannte Teams ihre Stadionhymnen erhalten, Fangesänge integriert und sogar Choreographien der Fans bei Heimspielen auftauchen. Was von den ganzen Versprechungen eingehalten wurde, bekommen wir direkt zu Spielbeginn gezeigt. Beim Starten des Spiels werden wir in den Finalspieltag der englischen Premier League geworfen. An einem der bekanntesten Fußballschauplätze, der Anfield Road, begegnen sich die Titelaspiranten Liverpool und Manchester City. Es ist das finale Spiel um die Meisterschaft und somit kann es am Ende des Matches nur einen Gewinner geben. Auch die Fans fiebern fleißig mit und lautstark hören wir aus den Rängen You´ll Never Walk Alone, die wohl bekannteste Hymne im Fußball an dem wohl bekanntesten Schauplatz – Gänsehaut ist damit absolut garantiert und besser hätten wir einen Einstand in das Spielgeschehen sicher nicht erwarten können. Als das Spiel beginnt, fühlen wir uns nahezu entfremdet. Das Spiel ist um einiges anders als sein Vorgänger und das merken wir an der Spielgeschwindigkeit, dem schnellen Aufbauspiel und der Optik, welche sich hin zu einer TV-Übertragung entwickelt. Die Torhüter legen sich langsam den Ball hin, wir sehen die Schrittfolge zum Abstoß und auch bei Ecken legen sich die Spieler den Ball penibel auf die Linie oder dem Viertelkreis.

Der Schein trügt Fifa 15 (3)Allerdings weiß die Optik auch ein bisschen zu trügen. Keine Frage: Die Choreographien sind der Wahnsinn und werden schön eingefangen und bei den wichtigsten Mannschaften hört man aus dem Stadion das ein und andere Mal einen Fangesang, aber so sensationell wie beim ersten Spiel wird es nie mehr. Hier haben die Entwickler bei ein bisschen nachgeholfen, um einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen, welcher nachher etwas verschwindet. Spielen wir die Partie zwischen Liverpool und Manchester City noch einmal an der Anfield Road nach, so ist der Gesang zu You´ll Never Walk Alone nicht mehr so laut und impulsiv wie noch beim Einstiegsspiel. Dies ist aber alles nur halb so wild, da wirklich eine sehr gute Atmosphäre in jedem Spiel zu erkennen ist und die vereinsspezifischen Choreographien uns ein Mittendrin-Gefühl vermitteln. Ein bisschen Enttäuschung macht sich aber trotzdem breit, da es noch viele mittelklassige Vereine gibt, die auf eben eine solche Fanperformance verzichten müssen und sich bei einigen Traditionsclubs wie dem VFB Stuttgart oder SV Werder Bremen die Stadiongesänge ständig wiederholen. Zudem kommen wir nicht herum, die Polygonzuschauer zu kritisieren – sobald die Kamera in die Zuschauerränge schwenkt, bekommen wir Gestalten zu sehen, die Kindern wahrscheinlich mehr Angst machen, anstatt Fans zu identifizieren.

Mit Tempo übers Spielfeld

Fifa 15 (4)Wie bereits in der Einleitung erwähnt, waren wir vom schnellen Tempo überrascht. Lobten wir letztes Jahr noch den langsamen Spielaufbau und seine Nähe zum Realismus, wurde das Konzept anscheinend über Bord geworfen, die Schraube für Tempo angedreht. Somit lässt sich Fifa 15 wieder ein bisschen arcade-mäßiger spielen. Uns gefiel dies überraschend gut und ist eine gelungene Abwechslung zum letzten Serienableger. Auffällig ist auch, dass nun die Dribblings wieder etwas leichter als im Vorgänger sind. Die Spieler wirken dynamischer am Ball und können viel stärkere Haken im Lauf schlagen, um so die Abwehrspieler stehen zu lassen – Grundvoraussetzung sind natürlich Spieler mit einer starken Technik, Ballkontrolle und hoher Geschwindigkeit. Natürlich bringt der bessere Angriff auch ein, in unseren Augen großes, Problem mit. Die Abwehrreihen haben nun deutlich mehr Probleme, einen Angriff zu halten und tappen dadurch oft mal ins Leere. Der Spielablauf ist auf die Offensive ausgelegt und es gibt viel mehr Torchancen, da die Abwehr sich recht leicht durch Einzelaktionen austricksen lässt. Zudem ist die künstliche Intelligenz derzeit noch verbesserungswürdig. Unter hohem Druck schickt der Computer den Ball ins Aus und ermöglicht uns so wieder in Ballbesitz zu kommen –hier muss Electronic Arts in den nächsten Wochen nachbessern!

Menü-Wirrwarr und ein bekanntes Problem

Fifa 15 (5)Als positiv, aber auf den ersten Blick verwirrend, stellt sich das Menü vor. Dieses wirkt auf uns recht modern und scheint mit seiner Ausstrahlung neue Reize setzen zu wollen. Wie im Vorgänger lässt sich alles über die Schultertasten umblättern und mit dem Analog-Stick dann auswählen. Sehr schön gestaltet finden wir das Team-Managment, in dem wir die Aufstellung unseres Vereines vor dem Spiel festlegen. Hier werden Werte der Spieler in einem Graphen angezeigt und so können wir wesentlich schneller und überlegter einen Wechsel vornehmen und das Spiel so nach unseren Stärken anpassen. Das funktioniert außerordentlich gut und so können wir das manuelles Durchschauen der Spielerwerte schneller durchführen. Eine kleine und bescheidene, weil in den letzten Jahren immer wiederkehrende, Kritik bekommen die deutschen Kommentatoren Frank „Buschi“ Buschmann und Manfred „Manni“ Breuckmann von uns. Es wirkt so langsam wie eine CD der Greatest Hits, was die Beiden da abliefern und nach einigen Jahren können wir alle Sprüche auswendig vorsagen. Vor allem sind immer noch Fehler enthalten, wie einen Abschluss als Pass zu degradieren oder dass ein Schuss, der gefühlte hundert Meter über das Tor ging, als knappe Chance wahrgenommen wird. Aber wir müssen uns tatsächlich selber eingestehen, dass dies Meckern auf hohem Niveau ist.

Ärger mit Torhütern

Fifa 15 (6)Die Grafik wurde noch einmal überarbeitet und so sieht Fifa wirklich von Jahr zu Jahr besser aus. Die Spielermodelle wirken realistischer und gerade die Animationen bei Torschüssen sind sehr flüssig und glaubhaft dargestellt. Absolut schön anzusehen ist auch, wenn die Kamera nach guten oder schlechten Szenen auf die Gesichter der Spieler hält und wir dabei Emotionen erleben. Hier können wir ein lautstarkes Meckern oder das Verziehen einiger Gesichtsmuskeln bemerken, wodurch wir uns wie in einer TV-Übertragung fühlen. Nach dem Zuckerbrot kommt ein Letztes mal die Peitsche und wir kritisieren Torhüter, welche alle an einen Manuel-Neuer-Klon erinnern. Diese rennen vermehrt eigenständig aus dem Strafraum, um einen etwas zu weit geratenen Pass in Neuer-Gedächtnis-Manier zu klären. Dabei kommt es dann auch gerne mal vor, dass ein guter Gegner den Torhüter einfach umrundet und ins leere Tor einschieben kann. Eine nette Neuerung, welche sich als Schwachstelle herausstellt, ist das Abprallen von Bällen bei den Torhütern. Diese fausten nun Bälle auch gerne mal blind nach vorne aus dem Strafraum, welche die Gegner dann als Volley auf das Tor ziehen können. Dies ist an sich eine nette Sache, die das Spielgeschehen spannender macht durch – jedoch findet dies zu häufig statt und wird so mehr zur Frustration als zur dynamischen Neuerung.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Kurz und knapp – auch wenn in diesem Review viel Kritik zu lesen ist, ist das neue Fifa in meinen Augen das Beste seit sehr langer Zeit. Fifa 14 hat mir in weiten Teilen nicht gefallen und alles, was in diesem Spiel von mir kritisiert wurde, hat sich in Fifa 15 geändert. Einzig die defensiven Zweikämpfe sind doch ein wenig verbesserungswürdig, da bisher nur der bessere Angriff das Spiel gewinnt und die Verteidigung nur ein unbedeutendes Nebenelement zu sein scheint. Sehr positiv sind die Bemühung und die Umsetzung der Entwickler bezüglich der Atmosphäre, welche in den letzten Jahren stark gelitten hat beziehungsweise einfach nur ignoriert wurde. Nun bekommt der Spieler auch viel von der Stimmung im Stadion mit und die Anfeuerungen motivieren immer weiter nach vorne zu kämpfen. Alles in allem ist das neue Fifa ein absolut rundes Spiel mit nur kleinen Ecken und Kanten, welche aber hoffentlich mit den nächsten Updates ausgemerzt werden.

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Fifa 15!

Review: Madden NFL 15

Madden NFL 15 (1)Wir kommen nicht umher, bei den dauerhaften Fortsetzungen von Fifa, Madden und Co. eine Phrase zu schreiben, die sich auf ein neues Jahr bezieht – aber wieder ist es ein Jahr rum und ein neues Madden erhältlich. Wir sind gespannt, welche Neuerungen das Spiel mit sich bringt.

Madden NFL 15 (2)Es ist nicht verwunderlich, dass Jahr für Jahr die Verkaufszahlen der Madden-NFL-Serie in Deutschland steigen. American Football erhält immer mehr Einzug in unsere Gesellschaft und somit ist nicht nur der Super Bowl das einzige Highlight, welches im deutschen Fernsehen übertragen wird, sondern auch die Rechte für die Play-offs wurden letztes Jahr gesichert. Und was im Fernsehen immer beliebter wird, erhält auch gerne mal den Einzug auf die heimischen Konsolen. Vor allem Sportspiele sind in Deutschland sehr beliebt und dazu gehört seit einigen Jahren schon Madden NFL. Zwar gibt es immer noch kein deutsches Menü im Spiel, aber es ist überall hier im Handel erhältlich, was vor einigen Jahre leider noch nicht der Fall war. Mit steigenden Absatzzahlen werden jedoch auch die Erwartungen der Fangemeinde viel höher geschraubt und somit haben sich die Entwickler etwas Neues einfallen lassen. Der Fokus liegt dieses Jahr auf der Defensive und deren Möglichkeit über Quick-Time-Events mehr Druck auf die gegnerischen Angriffsformationen ausüben zu können. Somit sollte das Problem behoben sein, dass jedes Spiel nur noch ein ständiger Schlagabtausch in der Offensive ist und die Ergebnisse dementsprechend hoch ausfallen. Zu recht fragt ihr euch jetzt, ob die neue Defensiv-Mechanik den Schlagabtausch verhindern und Partien spannender gestalten kann.

Abgemagerter Spielbeginn

Madden NFL 15 (3)Während wir letztes Jahr noch die Aufmachung der Spiele und den Einzug der Moderatoren in das Spiel lobend erwähnt haben, sind wir dieses Jahr etwas enttäuscht gewesen. So haben die Entwickler die gut inszenierten Vereinslogos mit metallischem Sound sowie die Ansicht der gegeneinander antretenden Städte wieder entfernt und durch eine einfache Ansicht des Spielfelds ersetzt. Zudem wurde die nette Moderatorin am Spielfeldrand und der Münzwurf entfernt. Wer nun zuerst mit dem Kick oder Return anfangen darf, entscheidet das System per Zufall. In unseren Augen schadet dies etwas dem Spielgefühl und das wunderbare Mittendrin-Gefühl, welches wir im letzten Jahr noch freudig begrüßt haben, geht dieses Jahr vollends verloren. Einzig sieht man die Quarterbacks beim Einlauf in einem kleinen Video präsentiert. Positiv hervorheben müssen wir hingegen abermals die Engine, die Electronic Arts für seine Sportspiele benutzt. Die Kollisionen sehen wirklich fantastisch aus und jeder noch so kleine Hit wirkt so authentisch, dass man selbst als Spieler das Gesicht vor Schmerz verziehen oder durch einen Aufschrei zeigen muss, wie schmerzhaft die Szene im Spiel gerade aussah. Diese realistisch wirkenden Animationen tragen wesentlich zum Spielgenuss bei und zeigen uns deutlich die verschiedensten Konsequenzen eines Zweikampfs in einem Football-Match.

Das Playbook – der Weg zum Erfolg

Madden NFL 15 (4)Für Neulinge der Serie wurde das sogenannte Game-Flow-System einsteigerfreundlicher gestaltet. Somit ist es nicht mehr zwingend notwendig, sich mit dem Playbook des Vereins auseinander zu setzen. Die Änderung dabei ist, dass wir im Angriff nun zwischen Pass- oder Laufspielzug wählen dürfen. Dies gilt im Übrigen auch für die Defensive, so können wir zwischen aggressiver oder zurückhaltender Spielweise wählen. Für Einsteiger ist diese Hilfe sicherlich eine Bereicherung, für erfahrene Spieler jedoch nicht zu empfehlen. Neu ist, dass man im Game-Flow-System auch die beliebtesten Spielzüge der Community einsehen kann und diese auch sofort zur Auswahl hat – dies bringt einiges an Abwechslung auf das Spielfeld. Die größte Neuerung jedoch die Defensivstruktur. Anhand von Quick-Time-Events können wir schneller Vorblocker wegschieben, um uns den Weg zum Ballträger zu ebnen oder gezielt mit risikoreichen Tacklings Runningbacks oder Receiver umhauen. Dabei hilft auch, dass wir die Spielfeldansicht ändern können und nun das Spiel nicht mehr zwingend aus der offensiven Perspektive anschauen müssen, sondern eine Hinteransicht der eigenen Defensive auswählen können. Hier gibt es von unserer Seite aus ein großes Lob an den Entwickler, da unsere Defensive viel variantenreicher genutzt werden kann, als in allen bisherigen Spielen der Serie.

Wenig neu, aber neu genug

Madden NFL 15 (5)Spielerisch liegt die einzige Neuerung in der Defensive und selbst diese konnten wir innerhalb von sieben Zeilen erklären. Es mag nicht zwar viel klingen, gestaltet Madden NFL 15 aber um einiges dynamischer als die Vorgänger. Die anderen Bereiche sind nahezu identisch geblieben, aber Bewährtes möchten die Entwickler wohl auch nicht gerne ändern. Der Karrieremodus hat sich über mehrere Jahre kaum geändert. Die Karriere können wir als Spieler, Manager oder Club-Besitzer hinlegen und in allen drei Positionen nach der schönsten Trophäe im Football streben – dem Super Bowl. Eine kleine Neuerung ist jedoch schon gegeben, welche unserer Meinung nach aber kaum eine Erwähnung findet. So können wir in der Spielvorbereitung ein Zeitbudget benutzen, mit welchem wir Trainings- und Motivationsmaßnahmen auswählen können, um die Leistung unserer Spieler zu steigern. Nach einigen Seasons konnten wir aber keinen wirklichen Effekt feststellen. Madden NFL bleibt ein solides Spiel, an dem Football-Legionäre und Neulinge ihren Spaß finden werden. Gerade für Anfänger bleibt das Spiel einsteigerfreundlich und gibt einen Einblick, wie der Sport funktioniert und auf was Neulinge zu achten haben. Es lehrt die Grundverständnisse der wichtigsten Regeln. Es werden aber gute Englisch-Kenntnisse vorausgesetzt – der Titel ist leider nur in englischer Sprache erhältlich.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Ich bin wieder einmal voll zufrieden mit dem, was Electronic Arts hier präsentiert. Viele mögen sich beschweren, dass sich die Sportspiele Jahr für Jahr kaum weiter entwickeln und wollen eine überwerfende Veränderung des Genres. In meinen Augen funktioniert das Spiel flüssig, gibt ein hohes Grad an Details wieder und macht Spiel für Spiel aufs neue Spaß. Jedes Tackling fühlt sich anders an, Spielzüge können immer neu gestaltet werden und jeder Gegner lässt sich anders spielen und passt sich nach der Zeit auch der eigenen Spielweise an. So stehe ich immer wieder vor der Herausforderung auch meine Spielweise zu ändern, abzuwarten wie der Gegner reagiert, um dann eventuell auf eine neue Taktik zu setzen – das hört sich an, als ob man ein Team wirklich coachen müsste und genau so erlebe ich das Spiel auch und gerade deswegen bin ich so begeistert von Madden NFL 15. Der letzte Kritikpunkt meinerseits über die letzten Jahre, die Defensive, wurde überarbeitet und nun habe ich auch Spaß daran, gegen den Ball spielen zu müssen und gegebenenfalls durch meine Verteidigung einen Sieg zu erkämpfen. Für die nächsten Jahre können dann die Fans und Stadionatmosphäre in Angriff genommen werden. Schließlich kommt man nur so Schritt für Schritt an die Perfektion heran!

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Madden NFL 15!

Review: ArmA III

ArmA III (1)Ein Sprichwort besagt, dass manche Sachen lieber zu spät als nie eintreffen sollten. ArmA III aus dem Haus Bohemia Interactive fällt genau in diese Sparte. Grund warum der Titel an Beliebtheit gewinnt, sind wohl die vielen kostenlosen Modifikationen für das Hauptspiel.

ArmA III (2)Mit etwas Verzögerung hat es die berühmte Militärsimulation des tschechischen Entwicklers endlich auch in unsere Redaktion geschafft. Jedoch hat es auch ein gutes halbes Jahr gedauert, bis ArmA III wirklich ein fertiges Produkt war. Im September 2013 wurde der Titel ohne eine wirkliche Einzelspielerkampagne veröffentlicht. Einen Monat später folgte dann der erste Akt, namentlich Survive. Anfang dieses Jahres folgte der zweite Abschnitt des Einzelspielermodus unter dem Namen Adapt. Mit Win hat die Trilogie dann ihr Ende gefunden. In ArmA III steht das Jahr 2035 auf der Insel Altis unter keinem guten Stern. Es herrscht ein neuer Bürgerkrieg, nachdem ein bewaffneter Konflikt mit der separationswilligen Nachbarinsel Stratis kaum fünf Jahre her ist. In diesem Konflikt wurden bereits North-Atlantic-Treaty-Organization-Truppen entsandt, welche den Frieden wahren sollen. Nun ist die Führungsetage der Meinung, dass die Fortsetzung der Friedensmission überflüssig sei und ein Abzug der Einheiten befehligt wird. Mit dem Abzug der Truppen entfacht der Konflikt neu und die Region befindet sich abermals in Kämpfen um das Territorium des Landes. Wir schlüpfen dabei in die Rolle des Corporal Ben Kerry und gehören zu den letzten Truppen der NATO auf Altis, welche gerade die Koffer packen, doch werden wir unerwartet angegriffen und müssen uns mit allen Mitteln verteidigen.

Drei Kampagnen

ArmA III (3)Die Kampagne gliedert sich in drei Teile. Nach dem überraschendem Angriff beginnt für uns die erste Kampagne mit dem Sammeln der verbliebenen NATO-Einheiten, doch die NATO-Truppen sind über die Insel verstreut und Gerätschaften weitestgehend schon abtransportiert. Es bleiben uns nur wenige Handfeuerwaffen, um unseren Weg über die Insel zu bewältigen. Dabei überfallen wir als eine Art Guerillatruppe feindliche Kommunikationseinrichtungen, schalten hochrangige Offiziere aus und müssen uns gegen allerlei Soldaten verteidigen. Wir schließen uns sogar dem einheimischen Widerstand an, um unsere Kräfte zu bündeln. Der zweite Spielabschnitt beschäftigt sich in Folge damit, dass wir mit dem Widerstand gewisse Missionen erfüllen, die hauptsächlich darin bestehen, Offiziere auszuschalten und Stützpunkte einzunehmen. Erst die dritte und damit letzte Kampagne eröffnet uns wieder etwas größere Schlachten. Infanterie, Panzer- und Luftstreitkräfte lassen grüßen. Allerdings müssen wir dabei bemängeln, dass wir weiterhin überwiegend zu Fuß unterwegs sind und nur selten Vehikel benutzen dürfen. Kooperativ mit Mitspielern dürfen wir ebenfalls nicht spielen. Da boten uns die älteren Teile größere Freiheiten. Die Spielzeit des letzten Zusatzinhalts bietet gerade einmal nur sechs Stunden. Das ist im Vergleich zu den vorherigen Inhalten sehr dünn.

Modifikationen als Wunderwaffe

ArmA III (4)Viele verschiedene Modifikationen halten die Community stets auf Trab und sorgen für viel Abwechslung. Die wohl beliebteste ist Ende Juni 2014 Altis Life, in der das alltägliche Leben simuliert werden soll. So haben wir die Wahl, ob wir als Polizist oder als Bürger im Spiel starten möchten und dementsprechend sind auch unsere Aufgaben zugeteilt. Als Bürger agieren wir frei, können Obst pflücken und verkaufen, bekommen einen Stundenlohn und können von diesem dann Fahrlizenzen, Autos oder sogar Waffen kaufen. Mit Waffen können wir dann auf die kriminelle Bahn geraten und andere Spieler überfallen, mit Obst beladene Trucks klauen oder sogar Drogen herstellen und verkaufen. Als Polizist gilt es dann, die Straftäter zu finden und diese festzunehmen, um den Frieden auf Altis zu wahren. Eigentlich ein ganz einfaches System, welches hervorragend funktioniert – vor allem da die Server wie Rollenspielserver aufgebaut sind und die Spieler ebenso handeln, sich geschickte Ausreden ausdenken, wenn sie verhaftet werden, und untereinander über alles mögliche kommunizieren. Des Weiteren gibt es viele andere Modifikationen, wovon die meisten wiederum DayZ ähneln wollen, welches ja mittlerweile als Stand-alone-Version gekauft werden kann. Das Thema Zombies wirkt dabei allerdings ausgelutscht und somit sind die Server hier eher leer als voll.

Muskelkraft unter der Haube

ArmA III (5)Das Besondere an der ArmA-Reihe war immer die Weitsicht, welche die Serie bot. Selbst mit dem neuen Teil der Serie bekommen wir erstaunliche Grafikeffekte geboten, die unserer PC-Hardware natürlich fleißig Leistung entlocken. Das Panorama ist nämlich wirklich herrlich und die Weitsicht scheint grenzenlos zu sein. So können wir aus mehreren Kilometern noch Bäume erkennen und minimale Bewegungen auf den Straßen. Dementsprechend ist die Kampfweite von zwei- bis fünfhundert Metern mit Sturmgewehren normal, was in kaum einem anderen Taktik-Shooter denkbar wäre. Wer aber eine solche Weitsicht genießen und Bäume sowie Büsche aus mehreren Kilometern Entfernung sehen will, muss einen High-End-PC besitzen, doch auch dieser wird mit Einbrüchen in der Bildwiederholungsrate zu kämpfen haben. Abstriche müssen wohl oder über gemacht werden, doch wird man auch auf mittleren Einstellungen mit einer Grafik belohnt, die kaum ein Spiel an den Tag legt. Leider ist das Spiel auch heute noch von einigen Bugs geplagt. Die Entwickler versprechen jedoch, dass sie auch weiterhin darum bemüht sind, diese auszumerzen. Wir wünschen uns jedoch neben den versprochenen Bugfixes vernünftige Coop-Missionen und am liebsten auch eine Multiplayer-Kampagne und genau dann wären wir mit dem Spiel auch wirklich rundum zufrieden!

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit: ArmA III ist serientypisch und bietet mir alles in verbesserter Form, was ich von vorherigen Serienteilen kenne: Eine wunderbare Weitsicht, ein schwer zu erlernendes, aber hoch realistisches Setting (inklusive Steuerung) und spannende Kämpfe, in denen ich auf mein virtuelles Leben achtgebe. Gerade der Grad an Realismus macht das Spiel spannend und somit halte ich große Distanzen und Deckung, um gegen Feinde vorzugehen. Dies macht allerdings auch das Treffen der Gegner schwieriger und somit gehe ich mit meiner Munition auch sorgfältig um und schieße ausschließlich nur im Einzelschuss. Leider stört die gewaltige Hardwareleistung genauso wie die künstliche Intelligenz, welche aber auch in den vorherigen Spielen nie zu begeistern wusste. Am meisten Spaß machen jedoch die unterschiedlichen Modifikationen, die erst ein wahres Rollenspiel-Feeling erschaffen können. Hier geht es nicht mehr stumpf um das Militär, sondern schickt mich in allerlei Welten, welche mich auf ihre eigene Art und Weise zu faszinieren wissen. Gerade Altis Life ist mit guter Erinnerung in meinem Gedächtnis geblieben und wird sicherlich noch einige Male angespielt werden.

Vielen Dank an Peter Games für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von ArmA III!

Review: EA Sports UFC

EA Sports UFC (1)Wie so oft ist ein in den Vereinigten Staaten beliebter Sport in Deutschland ein Reizthema. Der Ultimate Fighting Championship ist eine Kampfsportveranstaltung, bei dem die wichtigsten Kernelemente des Mixed-Martial-Arts zusammen kommen.

EA Sports UFC (2)Die Kämpfer stehen sich im Octagon, einem achteckigen Käfig, gegenüber und kämpfen bis zur Bewusstlosigkeit gegeneinander. Weil das Einschlagen auf am Boden liegende Gegner der Bayerischen Landeszentrale für Medien zu viel war, gab es kurzerhand ein Fernsehverbot für die Übertragung der Kämpfe in Deutschland. Daher ist der Sport hier eher unbekannt und trifft nur auf eine kleinere Gruppe an Fans – aber es gibt sie! Als Nachfolger von THQs UFC-Reihe hält EA Sports UFC Einzug in unserem Regal – und das unzensiert! Die große Frage ist jedoch, ob die Mixed-Martial-Arts-Simulation an die sehr gute UFC-Undisputed-Reihe von THQ anknüpfen kann oder ob es ein eher durchwachsenes Spiel sein wird, wie Electronic Arts erstes MMA-Spiel. Durch die Pleite des Publishers THQ ging die Lizenz an Electronic Arts über und seit diesem Moment sind die Fans eher skeptisch. Leider müssen wir jetzt schon eingestehen, dass diese Skepsis zu Recht besteht und das neue Spiel leider nicht an die UFC-Undisputed-Reihe anknüpfen kann. Angefangen mit dem Tutorial, welches schon so schlecht gestaltet wurde, dass wir gerne den Controller in Richtung Wand geschleudert hätten, statt den Gegner im Ring. Zwar werden die Grundlagen erläutert, doch sind diese dermaßen umfangreich, dass es einige Zeit in Anspruch nimmt, bis man mal selber frei im Octagon steht.

Kampfkunst

EA Sports UFC (3)Die vier elementaren Kernbegriffe, die jeder Kämpfer kennen muss, lauten Striking, Clinch, Boden und Submission. Ersteres ist der klassische Kampf im Stand, in dem es darum geht, so viele Tritte und Schläge wie möglich auszuteilen. Dabei können Höhe der Tritte variieren. Geht es dann in den Clinch, müssen wir uns befreien oder zumindest in eine günstige Position gelangen, um weiterkämpfen zu können. Ein Clinch führt schnell zu unserem nächsten Punkt, dem Bodenkampf. Dabei ist es enorm wichtig, uns eine vorteilhafte Ausgangslage zu schaffen. Sitzt unser Gegner zum Beispiel auf uns, so lassen sich seine Schläge nur schwer blocken und wir müssen alles daran setzen, uns so schnell wie möglich zu befreien. Schaffen wir dies nicht, so kann es schnell zur Submission kommen; ein erzwungenes Abklopfen des Gegenspielers. Dies wird durch ein Minispiel realisiert, bei dem es auf die Reaktionszeit sowie Antizipation der Spieler hinter dem Controller ankommt. So muss der rechte Stick in dieselbe Richtung gedreht werden, wie unser Gegner, um den Versuchen sich, zu befreien im Sand zu versenken. Wir bekommen mit EA Sports UFC also ein Spiel, welches taktisches Danken fordert und unsere Reaktionszeit testen möchte, denn wie in einem echten Kampf ist jede Sekunde enorm wichtig und jeder kleine Fehler wird sofort bestraft – sofern unser Gegner diesen erkennt.

Spuren des Kampfes

EA Sports UFC (4)Großes Kino ist, egal wie der Kampf verläuft, dass jeder Gegner seine Spuren hinterlässt. So sind die Kämpfer von Blessuren, erröteten Hautpartien oder Schnittwunden bedeckt und man sieht ihnen je nach Kampfdauer die Erschöpfung in den Gesichtern an. Platzwunden und deformierte Körperpartien sind an der Tagesordnung und gehören zum Geschäft wie Zucker zur Zuckerwatte. Wichtig ist den Entwicklern auch der Fokus auf Realismus. Nicht nur was die optischen Wunden betrifft, sondern auch die Varianz, die hinter den Kämpfen steckt. So haben die wählbaren Kämpfer spezielle, ihnen zugeschriebene, Fähigkeiten. Forrest Griffin ist ein sehr agiler Kämpfer, welcher durch hohe Geschwindigkeit auf sich aufmerksam macht, während Cain Velasquez durch Körpermasse und seinem harten Schlag auffällt. Interessant ist dabei, dass wir die Möglichkeit besitzen, mit Bruce Lee zu spielen – dem Vorbild aller Kämpfer. Bruce Lee gilt als Vater des Mixed-Martial-Arts und die Idee, diverse Fähigkeiten der Kampfkunst in einer zu perfektionieren, ist der Grundgedanke, aus dem die UFC geschaffen wurde. So wird der verstorbene Chinese gewürdigt und jüngeren Generationen ans Herz gelegt. Lee alleine ist aber kein Garant für den Sieg, da er nie der bekannte Ringer war und im Grappling-Kampf schlechte Karten hat – hier wurde nicht an Realismus gespart.

Der Start einer Karriere

EA Sports UFC (5)Der Kern von EA Sports UFC ist klar der Karriere-Modus, in dem wir zum Champion werden können. Wir fangen an, für eine kleine Fernsehshow zu kämpfen, um uns so einen Vertrag für die UFC zu qualifizieren. Ganz besonders ist dabei, dass die Aufmachung des Spiels wirklich wie eine Fernsehübertragung wirkt und detailgetreu umgesetzt wurde. Die Schauplätze sowie die Einmärsche der Kämpfer sind realitätsnah dargestellt und sorgen für ein vertrautes Feeling unter den Kennern. Unser Kämpfer ist am Anfang ein Frischling, der sehr unbeholfen wirkt. Sind wir am Anfang noch langsam und unbeweglich, verbessern sich unsere Fähigkeiten von Sieg zu Sieg, indem wir in Kämpfen und Trainingseinheiten Erfahrungspunkte sammeln, um durch diese neue Angriffe zu erlernen. Negativ fallen dabei die Trainingseinheiten auf, die sich einseitig anfühlen. Hier müssen wir nur angezeigte Tastenkombinationen drücken, um weitere Erfahrungspunkte zu gewinnen – dies wirkt sehr einschläfernd und deplatziert. Zum Glück reichen die durch Kämpfe verdienten Erfahrungspunkte aus, um auf das Training ganz zu verzichten beziehungsweise das Training manuell zu überspringen. Jedoch wirken die Kämpfe nach ein paar Runden leider eher monoton und wir merken, dass sich EA Sports UFC nicht so griffig anfühlt, wie noch die alte UFC-Undisputed-Reihe von THQ.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Electronic Arts macht nichts falsch, aber auch nichts richtig – und genau hier liegt die Schwäche des ersten lizenzierten UFC-Ablegers aus dem Hause Electronic Arts. Man hat mal wieder sehr viel versprochen, aber im Endeffekt kommt man mit EA Sports UFC nicht an die Undisputed-Reihe vom bereits zerschlagenen Unternehmen THQ heran. Die Steuerung ist zwar gleich, vermittelt aber kein neues Gefühl und somit kann man getrost auf die älteren Ableger zurück greifen. Für EA Sport UFC sprechen eigentlich nur die Lizenzen, sowie die durchaus gelungene Grafik, welche mit vielen Details punkten kann. Mit Bruce Lee gibt es außerdem einen Kämpfer, den wirklich jeder einmal gespielt haben sollte, um in Nostalgie zu versenken und ihn nicht nur in einem seiner (wenigen) Filme zu bewundern!

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von EA Sports UFC!

Review: Wolfenstein: The New Order

Wolfenstein - The New Order (1)Die Nationalsozialisten sind zurück! Besser gesagt, waren sie niemals weg, denn Wolfenstein: The New Order schickt uns in die guten alten Sechziger Jahre – mit der Besonderheit, dass die Nazis die Weltherrschaft an sich reißen konnten und dementsprechend überall präsent sind.

Wolfenstein - The New Order (2)Das so genannte Totenkopf-Regime hat den Zweiten Krieg gewonnen und die komplette Welt besiedelt. Die nationalsozialistische Diktatur verbreitet Angst und Schrecken um den Globus und besonders die futuristischen Waffen tragen ihren Teil dazu bei. Die Alliierten haben den Krieg gegen gigantische Stampfmaschinen und Roboterhunde verloren. Das Besondere ist aber, dass nicht Adolf Hitler die Kontrolle über diese Waffen hat, sondern die Befehle von General Totenkopf in Auftrag gegeben werden. Für uns geht die Geschichte schon vierzehn Jahre früher los. Genauer gesagt mit dem letzten verzweifelten Angriff der Amerikaner auf General Totenkopf und seine Schergen. Wir treten dabei in die Fußstapfen von William B.J. Blazkowicz und sehen, wie dieser Angriff fehlschlägt und B.J. sich dabei eine Kopfverletzung einfängt. Von nun an befindet sich der Protagonist über Jahre hinweg in einer Art Wachkoma, aus dem er sich nicht zu erholen scheint. Er verpasst die Kapitulation der Vereinigten Staaten nach einem Atomangriff und erlebt nicht mit, wie sich London zu einem zweiten Berlin formt. Erst als Totenkopf-Soldaten die Nervenklinik überfallen, erwacht B.J. aus seinem Koma und erledigt, was er vor vierzehn Jahren angefangen hat. Zunächst gilt es jedoch, an die Steuerung herangeführt zu werden und die schlauchartigen Spielabschnitte beherrschen zu lernen.

Old-School-Feeling

Wolfenstein - The New Order (3)Das Ziel der Entwickler war von Anfang an einen Ego-Shooter erschaffen zu wollen, der alte Erinnerungen mit neuer Grafik wieder aufleben lassen soll. Somit ähnelt das Spiel eigentlich den meisten Genrekollegen: Schlauchartiges Leveldesign, Gegnerhorden und viel gescriptete Action! Irgendwie ist es dann aber doch ein wenig anders. The New Order orientiert sich ganz an Spielen, die in den Neunziger Jahren und Anfang des 21. Jahrhunderts erschienen sind. Wenn wir von Kugeln getroffen, so können wir uns nicht hinter irgendwelchen Gegenständen verstecken und darauf warten, dass sich die Gesundheitsanzeige von selbst auffüllt. Health-Pakete und Panzerungsboni müssen mühsam in den einzelnen Levels gesucht werden. Auch finden wir Items ganz klassisch in Kisten, welche wir zerstören müssen. Hier bekommen wir wirklich ein anderes Spielgefühl zu Gesicht, in dem wir viel schneller agieren müssen, um zu viel Gesundheit zu verlieren. Verschanzen hilft niemanden. Einzig negativ ist uns aufgefallen, dass wir aufblinkende Gegenstände wie Waffen oder Gesundheitspackungen manuell durch Knöpfchendrücken aufsammeln müssen. Automatisch passiert hier nichts. Somit verbringen wir im Endeffekt doch viel zu viel Zeit damit, auf den Boden zu starren, um irgendwelche Gegenstände einzusammeln – dies stört den Spielfluss an vielen Ecken und Kanten!

Höhen und Tiefen

Wolfenstein - The New Order (4)The New Order ist ein klassischer und schneller Ego-Shooter mit einer präzisen Steuerung, geballter Action und einem rudimentären Deckungssystem. Da Deckungen aber zerschossen werden können, bleiben uns eigentlich nur zwei Optionen: Schleichen oder Sturmangriff. Hier ist es häufig klüger, Munition zu sparen und Gegner lautlos auszuschalten. Empfehlenswert ist die Option bei Offizieren, da diese durch Funk Verstärkung rufen können. Da die Soldaten immer feste Routen laufen, kann man sich in aller Ruhe dabei eine gewinnbringende Taktik ausdenken. Jedoch bringt das Schleichen gewisse Schwächen mit sich. Wir können es meist nie sonderlich abschätzen, ob wir von unseren Feinden nun gehört oder gesehen werden oder ob wir wirklich in jeder Position vor den Augen der Nationalsozialisten verborgen sind. The New Order erfindet das Rad somit nicht neu und bietet keine Besonderheiten, die das Genre revolutionieren. Auch storytechnisch gibt es Höhen und Tiefen. So bekommen wir sehr viel geballte Waffenkraft zu sehen, aber auch einige sehr ruhige Passagen, während man immer wieder ins Berliner Hauptquartier des Widerstandes zurückkehrt. Auf unserem Weg treffen wir auf viele interessante Charaktere, erforschen die Umgebung genau und erledigen einige Botengänge. Mit zwölf bis fünfzehn Spielstunden bekommen wir durchaus Vielfalt geboten.

Technische Abstriche

Wolfenstein - The New Order (5)Wieder einmal ist ein Spiel nicht so in der neuen Konsolengeneration angekommen, wie sich das so mancher von uns wünscht. Viele der Texturen wirken verwaschen und der Großteil der Animationen macht einen Eindruck, als ob die Spielcharaktere unter einer Bewegungsasthenie leiden. Die Animationen schwelgen viel zu sehr in der Vergangenheit. Im Jahr 2014 erwarten wir von einem Spiel in diesem Punkt mehr, da dies ganz besonders im Vergleich zwischen der Spielgrafik und den Zwischensequenzen auffällt. The Last of Us für die PlayStation 3 hat da schon im letzten Jahr gezeigt, was in der letzten Konsolengeneration technisch machbar war. Zudem gibt es in The New Order nur wenige Handlungsorte, die auch wirklich detailreich ausgestattet sind. Dazu gehört das Hauptquartier des Widerstandes, welches mit sehr schönen Lichteffekten und vielen Details durchdrungen ist. Im Gegenzug landen wir dann zu oft in irgendwelchen Gegenden wo tatsächlich fast alle Texturen wie ein Haufen aus Matsch zu sein scheinen. Dafür stemmt die PlayStation 4 die volle Full-HD-Auflösung bei fast konstant sechzig Bildern pro Sekunde; nur gelegentlich haben wir mit kleinen Rucklern zu kämpfen. Größere Fehler fallen uns in der optischen Gestaltung jedoch nicht auf. Abschließend lässt sich noch festhalten, dass die künstliche Intelligenz ihren üblichen Zweck erfüllt.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Beim Spielen von Wolfenstein: The New Order stellt sich eigentlich nur die Frage, was man sich von diesem Spiel erhofft. Die Entwickler waren bedacht darauf, ein Spiel der alten Generation zu entwerfen und ein gewisses Feeling der Vergangenheit in die Gegenwart zu transportieren. Wer diese Zeit und vor allem die Spiele gemocht hat, kann bei The New Order getrost zuschlagen und sich den Titel ins Regal stellen. Erwartet man jedoch Innovationen, bahnbrechende Neuerungen oder zumindest eine monströse Grafik, wie sie auf PlayStation 4 und Xbox One in der Theorie möglich ist, sollte lieber die Finger vom Spiel lassen. Der Titel möchte einfach eine spezielle Zielgruppe ansprechen und hier haben die Entwickler alle Aufgaben erfüllt. Das Spiel bietet viele Momente, um mich in Nostalgie der alten Tage versenken zu lassen und für die Zukunft wünsche ich mir jetzt tatsächlich mehr solcher Spiele. Endlich wieder auf die Gesundheit meines Protagonisten zu achten, übertriebene Waffen benutzen und ebenso übertrieben starke Gegner zu bekämpfen, möchte ich in dieser Form gerne ein weiteres Mal erleben!

Vielen Dank an Bethesda für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Wolfenstein: The New Order!

Special: Electronic Arts auf der E3 2014

Electronic Arts auf der E3 2014 (1)Es ist wieder so weit – die Electronic Entertainment Expo öffnet ihre Pforten und einer der größten Dritthersteller der Welt stellt seine neuen Titel vor. Im Vordergrund stehen dabei die neuen Konsolen und ihre Leistungsfähigkeit bezüglich der vorgestellten Spiele.

Electronic Arts auf der E3 2014 (2)Wie jedes Jahr ist Electronic Arts darauf bedacht, eine gewaltige und cineastische Vorstellung abzuliefern und somit bekommen wir mit dem Startschuss, zu Beginn der Pressekonferenz, einen Teaser zu Star Wars: Battlefront gezeigt. Allerdings wird im Anschluss nicht näher auf das Spiel eingegangen, sondern wie in den Vorjahren, gewohnt schnell, zum nächsten Spiel gewechselt. Dabei handelt es sich zunächst um Dragon Age: Inquisition von Bioware, welche für die Erfolgsreihe Mass Effect verantwortlich ist. Neben aktuellem Gameplay-Material in welchem vor allem die Grafikeffekte bestaunt werden dürfen und die vier Protagonisten, um welche sich das Spiel drehen wird, gibt es einige neue Trailer, die präsentiert werden. Nach dieser Vorstellung bleiben wir jedoch bei Bioware und bekommen sehr wenige Bilder vom nächsten Teil der erwähnten Mass-Effect-Reihe zu sehen – in Form eines Entwicklertagebuchs. Ohne die Chance auf einen Atemzug geht es auch schon direkt mit einem Trailer zu Die Sims 4 weiter. Die Entwickler stellen vor allem die Emotionen der Sims in den Vordergrund und heben hervor, wie verschiedene Aktivitäten wie Sport, Essen gehen, Faulenzen und vieles mehr mit neu animierten Gesichtszügen untermalt werden. Genau so wechselhaft wie sich dieser Text lesen lässt, ist auch die Eröffnung von Electronic Arts zur diesjährigen E3 – ein willkürliche Aneinanderreihung von Trailern aus teilweise recht unterschiedlichsten Genres.

Fortsetzungen bekannter Marken

Electronic Arts auf der E3 2014 (3)Wir können sicherlich behaupten, dass unter dem Label EA Sports die meisten Titel pro Jahr veröffentlicht werden. Auch zu diesem jährlichen Event werden uns wieder viele Sportspiele vorgestellt und die Neuerungen erläutert. Angefangen mit einem neuen Ultimate-Fighting-Championship-Titel, über die populären Fifa- und Madden-NFL-Reihen bis hin zu einem sehr eigenwilligen Golfspiel; aber immer der Reihe nach. Bruce Lee ist zurück! Wir veralbern euch nicht! In EA Sports UFC kann man neben den offiziellen Kämpfern auch mit dem Meister der freien Kampfkünste spielen. Ein Trailer stellt imposant vor, warum dies möglich ist und verweist darauf, dass Bruce Lee als der Vorreiter des Mixed Martial Arts gesehen werden muss. Schließlich ist es sein freier Kampfstil, der die Kämpfer täglich motiviert aus vielen Disziplinen das Beste zu vereinen und im Octagon alles zu geben. Im darauf folgenden Trailer werden immer wieder Kämpfer eingespielt, die von ihm als ihr großes Vorbild reden. Keine vier Minuten wird Fifa 15 der Masse vorgestellt. Dieses Jahr gibt es ausnahmsweise wenig neue Versprechen bezüglich der Spielmechanik und so soll lediglich die Verteidigung noch einmal ein wenig überarbeitet werden. Das Hauptaugenmark der Entwickler liegt dieses Jahr an den Stadien und ihrer Atmosphäre – also alles was sich um den Platz herum abspielt.

Die jährliche Sportwelle

Electronic Arts auf der E3 2014 (4)Endlich wird das in Angriff genommen, worüber Fans der Fifa-Serie seit Jahren motzen. So sollen Emotionen der Spieler eine wesentliche Rolle spielen und neue Gesichtsanimationen dafür gebastelt werden. Zudem sollen viele Vereine ihre eigenen und originalen Stadionsongs erhalten, wenn das Spiel beginnt, ein Tor fällt oder der Abpfiff naht. So sollen die Fans des FC Liverpool zu You´ll never walk alone die Schäle hochhalten und fleißig mitsingen – wir sind gespannt drauf. Von den NHL- und NBA-Titeln wird allerdings sehr wenig gezeigt und nur unwesentliche Informationen ausgegeben, wohingegen Madden 15 stark präsentiert wird. Hier möchten sich die Entwickler dieses Jahr vermehrt auf die Defensive spezialisieren und neue Tackling-Optionen in Form von Quick Time Events einbauen. So darf man Gegenspieler gezielt tackeln, ein Risiko-Angriff ausführen oder versuchen, direkt in die Knie zu gehen. Neu ist auch, dass man die eigene Defensive aus der Hintersicht sehen kann und nicht mehr wie in den vorherigen Teilen nur aus einer Perspektive – wir sind aufs Gameplay gespannt und hoffen auf ein besseres Football-Feeling. PGA Tour sehen wir mit gemischten Gefühlen. Der Trailer wirbt mit sonderbaren Hindernissen und so sehen wir, wie ein Schlachtschiff auf das Golffeld an geschwommen kommt und den Platz crashed – sicherlich interessant!

Zwei große Kracher

Electronic Arts auf der E3 2014 (5)Neben dem erst kürzlich geleakten Battlefield: Hardline, wird auch ein Entwicklertagebuch zu Mirror’s Edge 2 gezeigt. Battlefield: Hardline nutzt ein Polizei-Setting und setzt auf wilde Verfolgungsjagden, Bankraub und Schießereien. Jedoch sind wir skeptisch, da es sehr an Battlefield 4 erinnert. Es ist unseriös, wenn jeder zweite Polizist mit einer Panzerfaust herum rennt und ganze Städte in Schutt und Asche legen darf. Nicht mal die bekanntesten Filme wie Stirb Langsam oder Bad Boys haben solch einen rasanten Schusswechsel und soviel Schaden zu verzeichnen wie Battlefield: Hardline – so wirken die Bankräuber strukturierter und besser bewaffnet als die meisten Militärs dieser Welt. Mirror’s Edge hingegen macht einen positiven Eindruck, auch wenn man im Endeffekt nur wenig Spielmaterial zu sehen bekommt. Die Entwickler zeigen, wie sehr man mit Parkour-Experten zusammen arbeitet und wie wichtig der waffenlose Kampf fürs Spiel ist. Wie im Vorgänger versucht man seine Gegenspieler nämlich geschickt aus zu manövrieren, diese zu umgehen oder im schnellen Nahkampf bewusstlos zu treten. Es scheint so, als ob die Entwickler sich bewusst sind, was die Fans von der Fortsetzung erwarten, nach dem die Ankündigung schon mehrere Jahre gedauert hat – wir finden gut, wie sehr die Entwickler auch zeigen, dass auf die Fans viel Wert gelegt wird.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit: Wie die letzten Jahre war es wieder eine kurze und knappe und auch nur selten strukturierte Pressekonferenz. Mal wurde ein Trailer gezeigt zu dem sich Electronic Arts dann nicht oder nur kaum geäußert hat, dann wurde minutenlang über ein Spiel geredet und zwischen den Sportspielen wurde auch hin und wieder mal ein Trailer eines anderen Genres eingebaut. Sicherlich nicht die durchdachteste Pressekonferenz dieser E3, aber trotzdem mit vielen technischen Show-Spielereien. Jedoch hätten wir uns ein paar mehr Überraschungen erhofft in Form von Neuankündigungen. Alles was gezeigt wurde, war soweit bekannt und somit gibt es nur ein paar neue Bilder, Spielszenen und Randinformationen zum Gameplay.

Review: Infamous: Second Son

Infamous - Second Son (1)Kaum jemand träumt wohl nicht davon, eines schönen Tages aufzuwachen und Kräfte wie ein Superheld zu besitzen. So ergeht es nämlich dem Protagonisten Delsin Rowe, ein Amerikaner indianischer Abstammung, als er unerwartet zu seinen Fähigkeiten kommt.

Infamous - Second Son (2)Delsin wird unerwartet zu einem Helden mit sonderbaren Kräften, nachdem ein Transporter voller Gefangenen vor dem Lagerhaus seines Stammes verunglückt. In diesem Transporter sitzen keine normalen Häftlinge, sondern Mutanten, welche liebevoll Bioterroristen oder Conduits genannt werden. Ähnlich wie in X-Men gibt es unzählbar viele Mutanten in dieser Welt, welche allesamt über verschiedene Fähigkeiten verfügen. Deren Existenz geht auf die Zündung einer Strahlenbombe im ersten Teil der Reihe zurück, die schon den damaligen Protagonisten Cole McGrath zu einem Helden werden ließ. Als Delsin einen der Gefangenen berührt, stell er selber erstmals fest, dass er ebenfalls ein Bioterrorist mit der Fähigkeit, Kräfte von anderen Conduits zu absorbieren, ist. Er absorbiert die Kraft eines Mannes und kann sich plötzlich in Rauch auflösen und so durch Gegenstände springen. Durch diesen Unfall wird Brooke Augustine, die Chefin des Department of Unified Protection, auf den Plan gerufen. Hier begegnen wir das erste Mal unserer Widersacherin, welche alle Mutanten auslöschen will. Das Sonderbare ist, dass es sich bei unserem Feind ebenfalls um eine Mutantin handelt, welche Delsins Stammesbrüder mit Betonschrapnellen versehrt und lebensgefährlich verletzt. Um seinen Stamm zu retten macht der Held sich auf den Weg, um ihre Kraft zu absorbieren.

Seattle und die Space Needle

Infamous - Second Son (3)Da sich das Böse ja irgendwo verstecken muss, kommen die Entwickler auf die Idee, das Szenario nach Seattle zu verlagern. So fahren wir mit unserem virtuellen Bruder Reggie dort hin, um uns mitten ins Getümmel zu stürzen. Die ersten Minuten verbringen wir damit, die famose Grafik auf uns wirken zu lassen. Die Stadt mit dem hohen und schönen Turm in der Mitte, genannt Space Needle, strotzt nur so vor Details und Leben. Nässeeffekte zaubern realistisch wirkende Pfützen auf den Asphalt und die Lichteffekte sind wahnsinnig gut. Vor allem wenn wir unsere Rauchkräfte nutzen, sehen wir selbst zart das Licht durch uns strahlen. Unsere erste Aufgabe erhalten wir von Reggie per Telefon und bekommen gesagt, dass wir ein Kommandofahrzeug zerstören müssen, um die Truppen zu vertreiben. Besonders cool ist, dass Sony Computer Entertainment hier auf die Fähigkeiten des Controllers besonders gerne eingeht. Bei Anrufen dröhnt das Klingeln aus dem Controller und durchs Wischen über das Touchpad, wenn wir uns in Nähe von Rauch befinden, absorbieren wir diesen um unsere Energie zu erneuern. Die Kämpfe sind fordernd, da von allen Seiten die Soldaten auf uns schießen und wir hin und wieder schnell Deckung suchen müssen, um uns zu erholen. Erst wenn wir eine Zentrale zerstören, tauchen in diesem Gebiet keine Einheiten mehr auf. Heikel!

Die Macht des Rauches

Infamous - Second Son (4)Wie bereits erwähnt, müssen wir unsere Kräfte gut einteilen, da wir eine Art Magiebalken besitzen, der sich bei Benutzung immer weiter leert. Diesen füllen wir auf, indem wir Rauch aus qualmenden Objekten ziehen. Anfangs haben wir eine Kette, welche sich in Kombination mit unserer Fähigkeit in eine Flammenpeitsche verwandelt. Des Weiteren können wir kleine Rauchbomben abwerfen, die den Gegner Schaden zufügen. Anhand eines Skilltrees können wir weitere Fähigkeiten freischalten oder unsere aktuellen verbessern – so lassen sich zum Beispiel mit der Zeit Rauchminen legen, die explodieren wenn der Gegner hineintappt. Ganz gelegen kommen uns auch Lüftungsschächte an den umliegenden Gebäuden: Per Tastendruck verwandelt sich Delsin in Rauch und missbraucht die Schächte als Abkürzung aufs Dach. Anders als bei den Vorgängerspielen bleiben wir jedoch nicht nur bei einer Kraft, sondern können die anderer Mutanten absorbieren. So haben wir die Möglichkeit an ganze vier Arten von Fähigkeiten zu kommen, die sich zwar von der Benutzung her ähneln, aber jeweils ihre eigenen Besonderheiten besitzen. Im Gegensatz zu den Vorgängern gibt es dadurch eine klare Motivation immer weiter zu spielen, um neue Kräfte zu erhalten und dann zu entscheiden, mit welcher man am liebsten spielt – diese Tatsache sorgt bei uns für zusätzliche Motivation.

Kreatives Spieldesign

Infamous - Second Son (5)Besonders hervorgehoben wird die Inszenierung des Spiels, besonders bei den Bosskämpfen. So müssen wir eine Mutantin in einem Rennen durch nächtliche Straßen verfolgen. Dabei beeindrucken uns die Neonspuren, welche sie hinter sich herzieht und die dunkle Stadt in farbenfroh erleuchten lässt – die PlayStation 4 zeigt hier, wie schön Licht- und Partikeleffekte in einem Spiel sein können. Nachdem wir den Kampf gewonnen haben, absorbieren wir ihre Kraft und können diese unmittelbar danach benutzen. Dabei ändert sich die Dynamik des Spiels auch. Während wir mit der Rauchkraft noch die Lüftungsschächte benutzen mussten oder mühsam an den Häusern hochklettern, können wir mit der Neonkraft wie die Comicfigur Flash ein Haus vertikal erstürmen. Natürlich müssen wir jetzt auch keinen Rauch mehr absorbieren, um unsere Energie aufzufüllen, sondern nach Neonreklameschildern Ausschau halten, welche uns die nötige Energie geben. Anhand der vielen Fähigkeiten und Änderungen sehen wir, wie die Entwickler das Spielprinzip durchdacht haben und dadurch eine gewisse Feinheit schaffen. Unsere stärkste Kraft ist eine Art Finisher-Move. In einer Bildschirmecke befindet sich eine Anzeige, die sich im Kampf füllt. Hat sie ihre maximale Kapazität erreicht, können wir eine Bombe einsetzen. Mehr verraten wir nicht – man muss es selbst gesehen haben.

Gut und Böse

Infamous - Second Son (6)Schon der Trailer des Spiels zeigt, dass wir die Wahl zwischen der guten und der bösen Seite haben und dass das einen Einfluss auf das Spielgeschehen haben soll. An dieser Stelle haben die Entwickler leider ein bisschen geschummelt. Es ist Jacke wie Hose, ob man nun Feinde tötet oder sie einfach nur festnagelt, um Punkte für gutes Verhalten zu sammeln. Eigentlich ändert sich nur das Verhalten der Leute auf den Straßen, ob diese uns zujubeln oder vor und weg rennen (Fable lässt grüßen) und dass wir ein paar besondere Schussvarianten freischalten, die uns das Töten oder Betäuben einfacher machen. In der Handlung gibt es nur minimale Auswirkungen, so dass wir nur an ein paar Stellen sehr plakativ uns für eine von zwei Richtungen entscheiden müssen. Es gibt somit kein Arbeiten mit Feinheiten oder ganz große Auswirkungen wie zum Beispiel in der Mass-Effect-Trilogie. Die Handlungsmissionen finden ihren Wert eigentlich im Experimentieren mit den Kräften und erfreuen sich an dem Spaß, durch die Gegend zu laufen und die schnellen bewegungsintensiven Kämpfe auszutragen. Es lässt sich also festhalten, dass die Handlung nicht das herausragende Element des Spiels ist – die freie Welt, vielfältige Gegner, die Superkräfte, sowie die bezaubernde Optik sind die wahren Knackpunkte des Spiels und machen aus Infamous: Second Son einen richtig guten Exklusivtitel.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit: Wer auf Superhelden mag und fantastische Kräfte willkommen heißt, kann bei Infamous: Second Son getrost zuschlagen. Wer eine seriöse und tiefgehende Handlung sucht, in der jede Entscheidung etwas verändern kann, sollte die Finger von dem Spiel lassen. Trotz dieses Mankos kann mich Infamous: Second Son absolut zu begeistern. Die Grafikeffekte sind richtig schön und das Beste, was ich bisher auf den noch recht jungen PlayStation 4 gesehen habe. Zudem macht es einfach mal Spaß, sinnlos durch eine Stadt zu laufen, die Superkräfte auszunutzen, den Tag ausklingen und einfach mal ordentlich Dampf ab zu lassen – und genau dafür eignet sich Infamous: Second Son. Es ist eines der wenigen Spiele, wo ich getrost wegschauen kann, wenn die Handlung nicht ganz interessant oder gar in sich nicht stimmig ist. Ich habe einfach Spaß an der Freude und genau so sollte man den Titel angehen.

Vielen Dank an Sony Computer Entertainment für die freundliche Bereitstellung von Infamous: Second Son!

Review: Metal Gear Solid V: Ground Zeroes

Metal Gear Solid V - Ground Zeroes (1)Bis Metal Gear Solid V: The Phantom Pain erscheint, müssen wir uns noch bis 2015 gedulden – in der Zwischenzeit müssen wir uns mit dem Prolog Metal Gear Solid V: Ground Zeroes begnügen. Vorab stellt Konami klar, dass das Spiel kurz ist und die Spielmechanik vorstellt.

Metal Gear Solid V - Ground Zeroes (2)Lange ist es her, dass wir einen weiteren Teil der Hauptreihe des beliebten Franchises auf den Konsolen spielen konnten. Metal-Gear-Solid-Schöpfer, Hideo Kojima, gilt wegen des Titels als eine Legende unter den Videospielentwicklern. Im Jahr 1987 veröffentlich Konami das erste Spiel mit dem Namen Metal Gear und nun gibt es schon weit mehr als zehn Spiele, die in diesem fiktiven Universum angesiedelt sind. Erstmals wird uns eine neue und zudem frei begehbare Welt versprochen, in der wir unseren Handlungen freien Lauf lassen dürfen. Diese Versprechen beziehen sich allerdings eher auf The Phantom Pain statt auf Ground Zeroes. Wir bekommen nämlich keine wirklich offene Welt geboten, sondern nur die Möglichkeit in einem bestimmten Areal verschiedene Wege zu gehen, die uns zum Ziel führen. Wir haben auch die Möglichkeit, die Gegner in aller Ruhe zu beobachten und einen Plan zu schmieden, wie wir vorgehen möchten. Entscheidungsfreiheit ist das absolut passende Wort und genau darauf will uns das Spiel vorbereiten und warm auf den nächsten Ableger einstellen. Unsere Mission ist es, ein geheimes Camp der US-Regierung zu infiltrieren und zwei Ziele aus der Gefangenschaft zu befreien – das war es dann auch schon. Nach der Hauptmission stehen uns zusätzlich vier Nebenaufträge zu Verfügung, welche aber allesamt im selben Areal spielen.

Entscheidungsfreiheit

Metal Gear Solid V - Ground Zeroes (3)Die offene Spielwelt stellt uns natürlich primär vor zwei verschiedenen Vorgehensweisen – Sturmangriff oder leises und unauffälliges Vorgehen. Actiongeladener ist natürlich ein direkter Angriff auf den Stützpunkt, jedoch müssen wir mit viel Widerstand rechnen. Wir können als Infanterist in das Camp laufen und uns bis zu den Panzern durchschießen, um diese dann benutzen zu können, um nur noch mehr Chaos zu stiften. Natürlich können wir es auch leise angehen lassen, unsere Gegner systematisch einzeln rauspicken um diese dann mit Betäubungsschüssen in den sanften Schlaf zu wiegen. Auffällig ist, dass die Spielmechanik sich um einiges geändert hat. Wir können nun gegnerische Soldaten durch ein Fernglas markieren und deren Bewegungen sogar durch Gegenstände hindurch wahrnehmen – hier stellen wir uns die Frage, was das noch mit der ursprünglichem Intention des Franchises zu tun hat. Was uns aber sehr gefreut hat, ist, dass die albernen Sounds der Soldaten und die Markierungen über deren Köpfe wie noch in Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots verschwunden sind. Das Spiel nimmt sich wesentlich ernster und wird nicht durch alberne Aktionen ins Lächerliche gezogen. Auch wenn sicherlich viele Spieler gerade darin den Charme der Reihe entdeckten, freut sich zumindest der Schreiberling dieser Zeilen.

Mauer Inhalt mit viel Potenzial

Metal Gear Solid V - Ground Zeroes (4)Wie schon angesprochen ist der Inhalt für bis zu dreißig Euro wirklich gering. Die Story haben wir in weniger als neunzig Spielminuten abgeschlossen, für Nebenmissionen brauchen wir vielleicht je fünfzehn Minuten. Insgesamt kommen wir also auf knapp zweieinhalb Spielstunden für den stolzen Kaufpreis. Das ist zwar nicht viel, lohnt sich unter bestimmten Umständen dennoch. Es ist einfach nett zu sehen, wie gut zum Beispiel die gegnerische künstliche Intelligenz reagiert. Die feindlichen Soldaten haben keine wirklich feste Routen und viele Variablen spielen eine Rolle. So müssen wir mit Bedacht vorgehen, uns in grünen Wiesen verstecken und hoffen, dass uns die Gegner nicht sehen. Falls dies doch der Fall sein sollte, können wir auf viele und effektive Nahkampftechniken zurückgreifen. Überhaupt ist es eine große Freude, dass Kojima weiterhin den Möglichkeiten die Treue hält. So überraschen wir Gegner mit gezückter Waffe von hinten, weisen sie an die Hände zu heben und warten dann gespannt darauf, ob sich diese ergeben oder den Helden zu spielen wollen. Es ist eben das Unvorhersehbare, was in Kombination mit der offenen Spielwelt einen spannenden Effekt hinzufügt. Gerade diese Möglichkeiten sorgen auch dafür, dass es deutlich befriedigender für uns ist, durch die Mission zu schleichen, statt wie wild loszuschießen.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Bis zu dreißig Euro für vielleicht drei Stunden Spielzeit ist ein bisschen hoch gegriffen und auch das einzige, was wir dem Spiel vorwerfen können, denn spielerisch sehne ich mich nun heiß nach einem Nachfolger – nach Metal Gear Solid V: The Phantom Pain! Die offene Welt, viele Möglichkeiten und auch die wunderschöne Grafik wissen mich zu begeistern. Einige nette Easter Eggs sind zudem im Spiel versteckt und sorgen für Kenner immer wieder für ein Schmunzeln. Ich habe die Hauptmission und alle Nebenmissionen in einem Zuge durchgespielt, was heute nur noch selten bei den meisten Spielen ist und gerade so etwas zeigt mir, dass mich das Spiel wirklich fesseln kann – leider nur nicht sonderlich lang. Für Fans der Reihe lässt sich der Prolog Metal Gear Solid V: Ground Zeroes nur empfehlen, vor allem da der gespeicherte Spielstand sich auch für The Phantom Pain wieder verwenden lassen soll und so einige Vorteile bringen kann. Ich bin schon sehr gespannt, wo die Reise des Franchises in Zukunft hingehen wird.

Vielen Dank an Konami für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Metal Gear Solid V: Ground Zeroes!

Review: Tomb Raider

Tomb Raider (1)Die Archäologin Lara Croft ist nach mehreren Jahren Abstinenz wieder zurück und somit findet eine traditionelle Videospielreihe ihren Weg zurück ins Händlerregal. Diesmal geht es jedoch um einen Serienneustart. Genauer gesagt um das erste Abenteuer der jungen Lara.

Tomb Raider (2)Die Protagonistin kommt frisch von der Universität und will sich ihre ersten Errungenschaften als Archäologin verdienen. Dafür geht sie auf ein Schiff namens Endurance, welches nach einer mysteriösen Insel mitten im pazifischen Ozean sucht. Auf dem Weg dahin erleidet die Crew jedoch Schiffbruch und die Mitglieder werden getrennt. Auf sich allein gestellt muss Lara nach dem Rest der Mannschaft suchen, welches auch richtig viel Spielzeit in Anspruch nimmt. Die übernatürlichen Momente, welche die Serie ausmachen, kommen erst später hinzu und verleihen dem Spiel das nötige Element um noch einmal richtig aufzutrumpfen. Leider gibt es im Spiel des Öfteren Logiklücken und einen nicht ganz überzeugenden Bösewicht. Der langsame und unspannende Anfang in Kombination mit der wirren Story und dem nicht gerade charismatischen Feind sorgen dafür, dass die neue Lara Croft nicht wirklich an den Konkurrenten Nathan Drake aus der Uncharted-Reihe herankommt. Der größte Unterschied liegt in den Dialogen, welche in Uncharted immer wieder Emotionen oder Gelächter im positiven Sinne auslösen und bei Tomb Raider eher stumpf und unemotional wirken. Das hat klar zur Folge, dass wir uns nicht wirklich in die Story hineinversetzen konnten und das Spiel wirklich stupide durchgespielt haben ohne dabei einmal richtig mitzufiebern.

Actiongeladenes Abenteuer

Tomb Raider (3)Im Vergleich zu den alten Titeln haben die Rätsel im Spiel stark abgenommen und an der Action-Maschine wurde stark gedreht. Nur mühsam von der Story motiviert, erkunden wir in sehr linearer Weise die Insel, welche im Laufe der Handlung immer sehr actionlastig bleibt, doch das geht ganz schön rund: Ständig explodiert irgendetwas und Einzelteile diverser Gegenstände fliegen knapp an Lara vorbei, während sie durch brennende Tempelanlagen läuft. Diese Szenen spielen sich rasant und sehen unheimlich gut aus. Dabei setzen die Entwickler auf ein leicht zu handhabendes Gameplay, welches der Inszenierung hilft und die Spielabschnitte wie in einem Kinofilm erscheinen lässt. Wer mal keine Lust hat, dem überwiegend sehr linearen Spielgeschehen nach zu kommen, kann in die sogenannten Hub-Areale gehen, von denen es ein halbes Dutzend gibt, die man nach und nach abklappern kann. Hier steht es uns frei, uns umzusehen um verschiedene Sammelgegenstände und Geheimnissen zu finden. Nebenbei bekommen wir auch Erfahrungspunkte und das für Ausrüstungsupgrades wichtige Bergungsgut. An Lagerfeuern verbessern wir mit diesen unser Waffenrepertoire. Die Suche nach diesen fesselte uns teilweise sogar mehr als die Story und somit ist der Erkundungstrip ein klasse Bonus in einem sonst durchschnittlichem Spiel.

Lichtblicke

Tomb Raider (4)Am meisten konnte uns die Optik überzeugen, welche wirklich cineastisch wirkt. Neben atemberaubenden Panoramen und einer guten Weitsicht bekommt man in der PC-Fassung auch hochauflösende Texturen, feine Beleuchtungseffekte, Anti-Aliasing und Tessellation. Wer eine AMD-Grafikkarte besitzt, bekommt als Bonus sogar die Funktion TressFX, welche wir im Menü einschalten können. Diese Funktion lässt Laras Haarpracht wesentlich feiner und authentischer wirken und wir müssen zugeben, dass gerade diese Kleinigkeit uns echt umgeworfen hat. Die Haare glänzen richtig, werden vom Wind beeinflusst und wir können sicherlich auch mehrere tausend Haare einzeln zählen. Schade, dass Lara in einigen Szenen ihren sonst üblichen Zopf trägt – da geht vom Effekt natürlich etwas verloren! Ebenfalls gut umgesetzt (und das ist keine Selbstverständlichkeit mehr), ist die Anpassung an Maus und Tastatur. Am PC steuert sich das Spiel wirklich hervorragend und präzise, womit wir Lara jederzeit voll im Griff haben. Die Maus erlaubt darüber hinaus exaktes Zielen im Kampf, was es förmlich schon einfach macht, unsere Gegner auszuschalten. Rein spielerisch können wir daher jedem PC-Spieler nur wärmstens empfehlen, das Spiel auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad durchzuspielen, um auch eine gewisse Herausforderung zu haben.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Lara ist zurück, doch leider wusste mich der Neustart der Serie nicht zu begeistern. Die neue Lara ist jung, sieht gut aus, wirkt ängstlich und unerfahren – diese Eigenschaften lassen sie wirklich süß wirken und haben auch einen gewissen Charme. Spielerisch ist die Umsetzung für den PC ebenfalls hervorragend und gerade die Grafik weiß mich voll und ganz zu überzeugen. Leider hat man jedoch am falschen Ende gespart und somit bekomme ich eine langweilige Story vorgesetzt. Außerdem können mich die kaum fordernden Gegner nicht hinterm Ofen hervorlocken. An den Bösewicht, den mir die Entwickler präsentieren, kann ich mich jetzt schon kaum mehr erinnern. Ein weiterer negativer Punkt ist die Level-Architektur und dessen Struktur. Zwar sieht alles sehr schön aus, doch fehlt es an Weitläufigkeit und so muss ich die Geschichte der jungen Lara auf einem sehr linearen und somit langweiligen Weg bestreiten. Schade!

Vielen Dank an Square Enix für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars von Tomb Raider!

Review: Madden NFL 25

Madden NFL 25 (1)Ähnlich wie bei Fifa 14 winkt auch Madden NFL 25 mit der Ignite-Engine, welche die neue Konsolengeneration auf ein grafisch anderes Level heben kann. Was sich beim Sprung auf die PlayStation 4 noch alles geändert hat, präsentieren wir euch abermals in unserem Review.

Madden NFL 25 (2)Jahr für Jahr wächst in Deutschland die Fangemeinde der Football-Spieler und selbst die wenigen Vereine in unserem Land bekommen vermehrt Anfragen von Jugendlichen, die diese wunderbare Sportart erlernen möchten. Es sind nun nicht mehr nur US-amerikanische Filme, die uns von einer fremden Sportart erzählen, sondern eine Entwicklung, die hier zu Lande starker Beliebtheit entgegentritt. Da klingt es nahezu logisch, dass Madden NFL 25 hierzulande stets wachsende Verkaufszahlen nachzuweisen hat. American Football ist schwer am kommen! Leider ist das Spiel nur in englischer Sprachausgabe zu haben, jedoch sind wir zuversichtlich, dass auch dies sich im Laufe der Zeit noch ändern wird. Daran gibt es jedoch auch Vorteile und so lernen Spieler automatisch die internationalen Begriffe, welche einfach zu dieser Sportart gehören, kennen. Vorweg können wir leider nur sagen, dass es kaum neue Innovationen gibt – außer der Grafik. Ob es die fehlende Konkurrenz in dem Bereich ist, der die Serie durchaus nach vorne treiben könnte, ist fraglich. Ein altes Konzept kann trotzdem noch funktionieren und Football ist nun mal kein außergewöhnlich schwieriger Sport, sondern auf reinste Taktik bedacht. Mit Videospielen zur Sportart kann man sich zudem wunderbar auch auf den alljährlichen Super Bowl einstimmen, der hierzulande ebenfalls übertragen wird.

Beitragende Moderatoren

Madden NFL 25 (3)Das Erste, was uns an Madden NFL 25 neben der aufpolierten Optik auffällt, ist, dass beliebte Moderatoren vor jedem Spiel erscheinen. Erst werden sehr gut inszenierte Vereinslogos mit metallischem Sound aneinander geschlagen eingeblendet. Anschließend berichtet dazu eine Moderatorin live vom Spielfeldrand. Dann sehen wir zwei Kommentatoren, welche über die letzten Resultate, Stärken und Sonstiges plaudern. Wir bekommen direkt zum Spielbeginn ein Gefühl, als ob wir uns in einer Live-Übertragung befinden würden. Zudem sieht man die Fans in den Rängen stehen, welche für ordentlich Krawall sorgen. Wie in jedem neueren Sportspiel aus dem Hause Electronic Arts, existiert in Madden NFL 25 eine Kollisionsberechnung, die die Tacklings authentischer wirken lassen, als in den bisherigen Ablegern der Serie, woran die neue Engine sicher nicht ganz unschuldig ist. Diese Animationen lassen das Spiel wesentlich flüssiger und realistischer wirken – die Resultate können sich wirklich sehen lassen! Wenn wir einem Gegner mittels Tackle an den Kniescheiben zusetzen, sticht uns sofort ins Auge, wie seine Beine nach hinten gestoßen werden und der Oberkörper nach vorne fällt. Diese realistisch wirkenden Animationen tragen wesentlich zum Spielgenuss bei und zeigen uns deutlich die verschiedensten Konsequenzen eines Zweikampfs in einem Football-Match.

Das Playbook – der Weg zum Erfolg

Madden NFL 25 (4)Für Neulinge der Serie wurde das so genannte Game-Flow-System einsteigerfreundlicher gestaltet. Somit ist es nicht mehr zwingend notwendig, sich mit dem Playbook des Vereins auseinanderzusetzen und man erhält die Möglichkeit, automatisch einen passenden Spielzug für die momentane Spielsituation auswählen zu können. Die Änderung dabei ist, dass wir im Angriff nun zwischen Pass- oder Laufspielzug wählen dürfen. Dies gilt im Übrigen auch für die Defensive, so kann man aggressiv oder zurückhaltend agieren. Für Einsteiger ist diese Hilfestellung sicherlich eine Bereicherung, für erfahrene Spieler jedoch nicht zu empfehlen, da einzelne Spielzüge aus dem Playbook (sofern der Spieler genug Fachwissen mitbringt), wesentlich mehr Yards erzielen und gegnerische Angriffe schon in der Entstehung vernichtet werden können. Grafisch hat sich durch die bereits mehrfach erwähnte neue Engine einiges getan. Die Fans sehen auch aus der Ferne teilweise besser aus, wenn auch noch nicht ganz zufriedenstellend. Dafür sehen die Spieler wirklich detailliert aus und verziehen bei jedem Tackle das Gesicht. Auch die Moderatoren sind gut animiert und wirken sehr glaubwürdig. Vor allem gefällt uns aber das Spielfeld, wo wir nun jedes einzelne Grashalm sehen können. Dabei handelt es sich nur um eine Verbesserung im Detail, die wir aber umso mehr lieben.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Die Madden-NFL-Serie hat nun stolze 25 Jahre auf dem Buckel, doch handelt es sich bei dem fast dreißigsten Serienteil um die erste Fassung für die neue Konsolengeneration, die mit Xbox One und PlayStation 4 Ende letzten Jahres gestartet ist. Madden NFL 25 macht nicht viel richtig und ebenso wenig falsch. Obwohl es im Spiel kaum Verbesserungen gibt und ich mit böser Zunge sagen könnte, dass es dasselbe ist wie letztes Jahr, so ist es doch ein grundsolides Spiel. American Football kommt mit keiner Vereinsvielfalt daher, weil es so etwas wie Auf- oder Abstieg nicht gibt und selbst an den Spielern ändert sich beim jährlichen Update nie wirklich viel. Es ist eben Football, ein Spiel für Taktikfüchse und Männer, die aufs Ganze gehen. Jeder Tackle macht Spaß, jeder gefangene Ball und jeder Touchdown ist ein tolles Gefühl und jeder Sack sorgt für Freude – mehr brauche ich persönlich nicht, damit ich mit Madden NFL 25 Spaß haben kann.

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Madden NFL 25!

Review: Killzone: Shadow Fall

Killzone Shadow Fall (1)Jeder kennt sie! Die Rede ist von Spielen, welche exklusiv nur für eine Plattform entwickelt werden, um für diese zu werben. Killzone: Shadow Fall ist ein solcher Titel und dabei sogar der vierte Ableger der Reihe, welcher diesmal das Aushängeschild der PlayStation 4 darstellen soll.

Killzone Shadow Fall (2)Es ist bekannt, dass sich die Entwickler von Guerilla Games gerne an der deutschen Geschichte bedienen und das Böse im Spiel, die Helghast, so den Nationalsozialisten ähneln. Nicht nur die schwarzen Uniformen mit den roten Armbinden sind uns aus der Geschichte bekannt, sondern auch die Frisuren und Bärte der Helghast-Führung erinnern uns an Persönlichkeiten wie Wilhelm I. oder Bismarck. Es scheint so, dass alles was deutsch war, für die Entwickler als Verifizierung des Bösen dient. Auch der neuste Ableger bedient sich fleißig an unserer Geschichtsschreibung. Nachdem die Helghast den Krieg verloren haben, werden diese auf einen Planeten der Vektaner gebracht, eine Mauer gebaut und somit der Planet in zwei Lager geteilt – Osten und Westen. Auf der einen Seite finden wir die Armut und den Hass der Helghast, auf der anderen die Vorurteile und den Reichtum der Vektaner. Ein Konflikt beider Parteien ist also vorprogrammiert und eine Stimmung wie zu Zeiten des Kalten Kriegs ist geschaffen, in dem die Geheimdienste fleißig arbeiten, sabotieren und schnüffeln. Der Krieg aus den vorherigen Spielen ist entsprechend in den Hintergrund gerückt und die Bevölkerung muss sich auf völlig neue Probleme einlassen. Die Helghast als Rasse, welche feindselig und fast ausgerottet ist und die Vektaner als Volk, welches in Frieden leben möchte, um sein Reichtum und Wohlstand zu genießen.

Das Leben als Agent

Killzone Shadow Fall (3)Da der Krieg vorbei ist und die Spannungen zwischen beiden Parteien sich dramatisch anspannen, finden Operationen nur noch im Geheimen statt, um kein großes Aufsehen zu erregen und die Schuld stets von sich weisen zu können. Wie bereits erwähnt, finden wir uns in einem Szenario ähnlich des Kalten Krieges wieder, der Blütezeit der Geheimdienste aller Welt. Wir schlüpfen in die Rolle des Shadow Marshall Lucas Kellan, welcher als Kind das Eintreffen der Helghast miterlebt und traumatische Erinnerungen mit ihnen verknüpft, unter welchen er stark zu leiden scheint. Anders als im Vorgänger sind wir fast das ganze Spiel alleine unterwegs und bekommen eine wesentlich offenere Spielwelt präsentiert. Dies ermöglicht es uns, in vielen verschiedenen Variationen an unser Ziel zu gelangen – leise oder mit lautem Krach – das Rad wird also nicht neu erfunden. Wir können die Gegend nun auskundschaften und dann überlegen, wie wir vorgehen, um die Gegnermassen auszuschalten. Dabei sollten wir stets Vorsicht walten lassen, um die Feinde nicht auf uns aufmerksam zu machen. Ganz interessant ist jedoch unsere neue Drohne, welche uns immer begleitet. Sie kann unsere Feinde unter Beschuss nehmen, ein Schild zum Schutz aufstellen, als Seilrutsche dienen um Hindernisse zu überwinden oder mehrere Feinde gleichzeitig mit einem elektrischen Stoß lähmen – eine Universaldrohne eben.

Der Weg in die Zukunft

Killzone Shadow Fall (4)Am modernen Waffendesign mit Zielvorrichtungen, EMP-Granaten, Laser-Minen und unserer Drohne merken wir, dass wir uns im Jahr 2390 befinden. Die Welt und ihre Umgebungen sind futuristisch und glaubhaft dargestellt. Levels wirken weitläufiger und mit toller und sehr weiter Kulisse ausgestattet. Selbst die künstliche Intelligenz macht einen Schritt in die Zukunft. Stellen wir uns einer Horde Helghast, müssen wir uns sicher sein, ob wir mit der auch fertig werden. Den Fluchtweg gibt es zwar, jedoch finden dann einige Projektile den Weg in den Rücken und das Leben des Shadow Marshall findet ein schnelles Ende. Die Feinde passen sich dabei unseren Bewegungen an und nutzen den Moment aus, in dem wir uns umdrehen. Das Verstecken hinter Hindernissen ist gefährlich und währt nicht lange, da die Helghast zudem geschickt die offene Spielwelt nutzen, um über die Flanken und auch über Umwege zu kommen, nur um uns noch geschickter einzukesseln. Hier ist also immer Vorsicht gefragt und ein gutes Auge für den Feind. Die Geschichte hingegen, welche uns im Verlauf des Spiels erzählt wird, macht nichts richtig und nichts falsch. Zwar bleiben die großen Überraschungsmomente aus, doch gibt es auch nichts wirklich groß zu bemängeln – lediglich Emotionen hätten etwas authentischer sein können, um den Charakteren etwas mehr Leben einzuhauchen und eine gewisse Grundstimmung einzufangen.

Eine wahre Augenweide

Killzone Shadow Fall (5)Über den Mehrspielermodus muss man nur wenige Worte verlieren. Für diejenigen, die es noch nicht wissen, sollte gesagt sein, dass man für eine Partie mit Freunden oder fremden Spielern ein PlayStation-Plus-Abo benötigt und somit fallen für sämtliche Spiele eine monatliche Gebühr an, um diese online spielen zu können. Im Gegensatz zu Killzone 3 ist das neue Spiel wesentlich rasanter geworden und die Steuerung geschmeidiger. Hier erinnert uns das Spiel eher an ein Call of Duty – nur in einem anderen Szenario. Viele Spieler werden sicherlich ihre Freude damit haben und somit muss man die Entwickler in dem Bereich sicherlich loben, da der Spielspaß gewaltig angezogen wurde. Um die sechzig Bilder pro Sekunde zu halten, müssen jedoch Abstriche in Sachen Grafik in Kauf genommen werden. Apropos Grafik: Hier macht der Titel den Next-Gen-Konsolen alle Ehre. Wir können tatsächlich Vergleiche mit aktuellen PC-Spielen ziehen und sehen, dass die neue Konsole derzeit auf Augenhöhe mit einem High-End-Rechner ist. Besonders das Level, in welchem wir über den Staudamm fliegen, lässt und mehrfach die Augen reiben. Hier bekommt man eine nahezu grenzenlose Aussicht geboten, in der jedes Haus detailliert ausgeschmückt zu sein scheint. Nur selten sehen wir lieblose Texturschmieren an irgendwelchen Gegenständen und somit ist der Gesamteindruck (zumindest in Sachen Grafik) wirklich prächtig.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit: Killzone: Shadow Fall ist ein gelungener Start in die neue Welt der Konsolen. Zwar ist die Story hinter dem Spiel etwas lau, jedoch habe ich stets meinen Spaß mit dem Titel. Auf höchstem Schwierigkeitsgrad sind die Gegner stets fordernd und fast jeder Fehler wird deswegen bestraft. Auch versuche ich es gerne einmal mit der Hau-drauf-Taktik und muss zusehen, wie ich an dieser gerne das eine oder andere Mal scheitere. Besonders viel Spaß macht mir jedoch der Mehrspielerpart, da die rasante Action sehr an alte Call-of-Duty-Tage erinnert, ohne dass dabei alle zehn Sekunden etwas vom Himmel fällt. Hier könnte sich Activision sicher etwas für künftige Titel abgucken. Wenn jetzt noch sinnvolle herunterladbare Zusatzinhalte nachgeliefert werden, bin ich mehr als glücklich mit Killzone: Shadow Fall. Auch wenn ich sagen muss, dass ich weiterhin gegen monatliche Gebühren beim Spielen bin und somit gegen den Online-Kurs der aktuellen Konsolengeneration.

Vielen Dank an Sony Computer Entertainment für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Killzone: Shadow Fall!

Review: Assassin’s Creed IV: Black Flag

Assassin's Creed IV - Black Flag (1)Nachdem wir in Assassin’s Creed III die Vereinigten Staaten von Amerika kennenlernen durften und uns für die Unabhängigkeit des Landes eingesetzt haben, führt uns das neue Spiel in die Karibik. Genauer gesagt in die Karibik des Zeitalters der freien und wilden Piraten.

Assassin's Creed IV - Black Flag (2)Die Der-Fluch-der-Karibik-Filmreihe wird schon seit Jahren nicht mehr mit einem neuen Teil bedacht. Computerspiele rund um das Piraten-Setting hatten kaum einen Erfolg bei Presse und Fans. Der Publisher Ubisoft dachte sich wohl, dass man sich dieser Herausforderung auch mal stellen möchte. Dafür nehme man die erfolgreichste Marke des Hauses, wechsle erneut das Setting und auf Seiten des Gameplays berufe man sich auf das Gewohnte, welches über Jahre hinweg für den Erfolg der Serie steht. Viele Fans zeigten sich skeptisch, fanden das Szenario nicht wirklich passen und setzten sich eher für eine grundlegende Erneuerung der Serie ein, vor allem da in den letzten Jahren genügend Spiele der Reihe den Weg auf den Markt fanden. Wir können aber vorwegnehmen, dass die Entwickler unter Ubisofts Flagge absolut nichts falsch gemacht haben und zeigen, dass Altbewährtes viel Spaß machen kann. Wie erwähnt, geht es ins freie Gewässer und dementsprechend liegt ein großer Schwerpunkt im Spiel bei den Seeschlachten, welche laut den Entwicklern so realistisch wie möglich sein sollen. Hier ist dann richtiges Timing, schlaue Wendemanöver und vor allem Durchhaltekraft gefragt. Wir zerstören Schiffe, entern diese oder gehen, wenn alles besonders schlecht läuft, ehrenvoll mit unserem Schiff unter – aber auch die Landpassagen kommen keineswegs zu kurz.

Die brutale Welt der Piraten

Assassin's Creed IV - Black Flag (3)Während der Disney-Konzern mit Fluch der Karibik eher eine jüngere Zielgruppe anspricht, kennt Assassin’s Creed IV: Black Flag eher weniger Kompromisse. Hier bekommen wir keine wirklich lustige Geschichte erzählt oder abgestumpfte Brutalität, sondern die harten Seiten der Piraterie. Hier wird sich stets geprügelt, Personen werden umgebracht, Schiffe zerschossen und gerade dann, wenn guter Rum im Spiel ist, fliegen schnell die Fäuste. Dabei gehen wir ähnlich wie in Assassin’s Creed III vor und haben die Möglichkeit, äußerst brutal unsere Feinde auszuschalten oder diese im Verborgenen zu meucheln, um unser Ziel zu erreichen. Unser Waffenarsenal ist mit den berühmten Assassinenklingen, den typischen Schwertern der Zeit, sowie Handfeuerwaffen gewohnt ausgebaut. Hinzu kommen die üblichen Fähigkeiten wie der Einsatz von Rauchbomben, das Werfen von Münzen, um so Menschen anzulocken oder die guten alten Fäuste. Vom Spielumfang und dem Prinzip hat sich also nur sehr wenig geändert und Serienkenner finden sich hier schnell zurecht. Neueinsteiger hingegen auch, da die Steuerung für Konsolen sehr leicht gestaltet ist und am Anfang des Spiels erklärt wird. Die Steuerung der Schiffe funktioniert genau so wie im Vorgänger und bietet somit auch die gleiche Dynamik. Hier treffen wir also auf ein bekanntes und ähnliches Setting.

Vom Taugenichts zum Assassinen

Assassin's Creed IV - Black Flag (4)Interessant hingegen ist der neue Protagonist Edward Kenway. Bei diesem handelt es sich um den Vater von Haytham Kenway und somit um den Großvater von Connor Kenway, die wir bereits aus Assassin’s Creed III kennen. Edward Kenway verlässt seine Frau und die britische Heimat, um in der Karibik ein Piratenleben zu führen. Zu Beginn des Spiels landen wir betrunken in einer Seeschlacht und verlieren dabei unser Schiff. Wir stranden mit jemandem, der ein Assassine zu sein scheint. Als er anfängt, von seinem Geld zu sprechen, werden unsere Ohren wach. Allerdings habe er seinen Auftrag noch nicht abgeschlossen und das Geld aus diesem Grund noch nicht. So kommt unser Held auf die Idee, den Assassinen zu töten und ihm seine Identität samt der Kutte zu rauben. Wir spielen also keinen richtig ausgebildeten Assassinen, sondern einen ständig betrunkenen Piraten, welcher sich eine goldene Nase verdienen möchte. Positiv hervorheben müssen wir, dass wir in dem Spiel viel mehr über die Beweggründe des Protagonisten erfahren, als in allen anderen Spielen der Serie bisher. Überrascht hat uns nur, dass unser Pirat eleganter mordet, als bisher jeder Assassine und dabei war unser Protagonist vorher keine relevante Person. Diese kleine Logiklücke stört uns jedoch nicht weiter, da wir somit die ganzen Kunststücke nicht nach und nach erlernen müssen.

Rauf aufs Meer

Assassin's Creed IV - Black Flag (5)Gerade das neue Setting auf dem Meer hat uns sehr gefallen. Die Karibikwelt ist groß, die Wellen sind eindrucksvoll animiert und das Gefühl, ein eigenes Schiff zu steuern, ist besser denn eh und je. Unser Schiff hat mehr Waffen und Munitionsarten als noch im Vorgänger und zudem kann man mittels Fernrohr die Ladung anderer Schiffe ausspähen, jagt auf Wale oder Haie machen oder mit einer Tauchglocke nach Schätzen suchen. Man bietet also auch genug Abwechslung auf hoher See, damit uns nicht der Spielspaß vergeht. Zudem sind die Einflüsse des Wetters wesentlich wichtiger als zuvor. Wenn Wind aufkommt, merken wir richtig wie sich unser Schiff begrenzt in verschiedene Richtungen steuern lässt oder Nebel, der unsere Sichtweite eingrenzt. Ein nettes Feature ist auch, dass wir auf Knopfdruck die Mannschaft zum Singen animieren können. An Land finden wir Notenblätter, welche neue Songs für unsere Crew freischalten und somit bekommen wir eine echte Piratenatmosphäre vorgetragen. Das Spiel will diese Idylle vermitteln und weniger den Konflikt zwischen Templern und Assassinen, welcher nur eine geringe Rolle spielt. Es geht hier also wirklich um die Piraterie und somit treffen wir in der Karibik berühmte Persönlichkeiten wie Captain Blackbeard oder Captain Kidd. Käpt’n Iglo haben wir hingegen persönlich und schmerzlich vermisst.

Gefährliche Gewässer

Assassin's Creed IV - Black Flag (6)Bei Laune hält uns besonders der Schwierigkeitsgrad auf hoher See. Desto tiefer wir in den Süden fahren, desto stärker wird die künstliche Intelligenz zu Wasser. Gegner hinterlassen dann zwar eine wesentlich imposantere Beute, jedoch brauchen sie nur wenige Breitseiten, um uns an den Grund des Meeres zu befördern. Zudem werden viele Gewässer von Forts bewacht, welche wir besser umschiffen sollten oder, falls wir draufgängerisch sind, unter Kanonenhagel stellen. Die Gefechte haben uns im Test auf der PlayStation 4 gefallen, da auf jede Salve dichter Pulverdampf folgt. Uns bleibt zudem immer die Wahl, ob wir ein Schiff aus der Distanz niederschießen wollen, oder ob wir ein gegnerisches Schiff rammen, um dies anschließend zu entern. Einen Unterschied machen jedoch große Schiffe aus. Diesen müssen wir beim Entern die Flagge entwenden oder die Pulverfässer entzünden. Hier wimmelt uns dafür aber eine größere Beute und die Wahl, ob wir unsere Gefangenen laufen lassen oder deren Schiff ausschlachten, um unseres zu reparieren. Das Spiel auf dem Land ist jedoch wenig erwähnenswert und somit gibt es nichts wirklich neues. Das Entwicklerteam bietet ein vertrautes und gewohntes Spielgefühl an, was nichts schlechtes zu heißen hat, sondern eine bewährte Mechanik einfach ruhen lässt – hier muss wohl jeder seine eigene Meinung finden.

Lange, aber interessante Story

Assassin's Creed IV - Black Flag (7)Die Geschichte hinter dem Spiel betrachten wir mit verschiedenen Augen, da sie durch viele Hochs und Tiefs geht. Auf der einen Seite erfahren wir wesentlich mehr als in den anderen Teilen der Assassin’s-Creed-Reihe über den Protagonisten und dessen Beweggründe und wir bekommen genug Szenen zu sehen, die uns wirklich mitreißen. Zudem beeindrucken uns tolle Charaktere, welche uns ans Herz wachsen. Auf der anderen Seite gibt es endlose Aufgaben, welche wir nebenbei annehmen können und die sich im Kern kaum unterscheiden. Zudem sehen auch die Story-Missionen irgendwie gewohnt und bekannt aus. Wir haben ein Ziel, müssen dieses finden und ausschalten. Dabei bleibt es uns überlassen, ob wir nicht entdeckt werden wollen oder wir uns brutal in die Menge stürzen. Wir werden das bekannte Gefühl einfach nicht los, als ob es schon etliche Assassin’s-Creed-Teile gab, in denen wir genau das gemacht haben. Hier fehlt es unserer Meinung nach eindeutig an Kreativität seitens der Entwickler und es ist schade, dass wir nur mit sehr gelungenen Seekämpfen belohnt werden, statt mit neuen und interessanten Aufgaben zu Land. Auch hätte man aus der Grafik sicherlich mehr herausholen können. Die PlayStation-4-Fassung sieht war sehr gut aus, dennoch bleibt hier noch Luft nach oben und als NextGen-Spiel können wir den Titel daher nicht bezeichnen.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Im Schnitt hat mir Assassin’s Creed IV: Black Flag wirklich gut gefallen. Das Szenario ist irgendwie unerwartet neu, die Seeschlachten und das Entern von Schiffen machen mir eine Menge Spaß und auch die Geschichte hinter dem Spiel hat irgendetwas Spannendes und wusste mich daher zu fesseln. Schade sind die im Review genannten Landpassagen, welche nicht gerade kreativ wirken und eine Wiederholung älterer Spiele darstellen. Keine neuen Aufgaben sorgen für nur relativ wenig Reiz. Hervorragend ist dafür der Kampfstil unserer Protagonisten Edward Kenway. Dieser schaut wesentlich eleganter aus als alle bisherigen Assassinen zusammen und das will schon etwas heißen, denn schließlich spielen wir keinen wahrhaftigen Berufsmeuchler, sondern einen Trunkenbold. Dieser will wie der größte und ebenso gefürchtetste Pirat sein – das aber mit Recht! Wer also dem Szenario nicht abgeneigt ist, kann bedenkenlos zuschlagen.

Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Assassin’s Creed IV: Black Flag!

Review: X: Rebirth

X Rebirth (1)Die X-Reihe hat schon eine lange Geschichte hinter sich. Der erste Teil der Reihe wurde noch unter dem Publisher THQ im Jahre 1999 veröffentlicht. Vierzehn Jahre später ist es eines der wenigen Spiele, welches aus deutschem Hause stammt und international für Aufsehen sorgt.

X Rebirth (2)Schon beim zweiten Teil wechselt das Entwicklerteam den Publisher und mit Deep Silver fällt die Wahl auf eine heimische Firma. So entwickelte sich die Weltraumsimulation sehr schnell zu einem Produkt mit dem Prädikat „Made in Germany“. Das erfolgreichste Spiel der Reihe erscheint 2005 unter dem Titel X³: Reunion und wird seitdem immer weiter verbessert und mit etlichen Modifikationen in Form von Add-ons ausgestattet. Das letzte war Add-on, X³: Albion Prelude, erscheint im Jahr 2011. Wie man sieht, gibt es noch Entwickler, die auch etliche Jahre nach Veröffentlichung zu ihrem Produkt stehen und nach und nach immer mehr Erweiterungen in das Spielgeschehen einbauen. Schließlich wird am 20. April 2011 von Publisher Deep Silver und Entwickler Egosoft ein neues Spiel aus der X-Reihe angekündigt. Dabei soll X: Rebirth, wie der Name schon sagt, einen Neustart darstellen, in dem viele alte, historisch gewachsene Funktionen komplett überarbeitet werden. Es wurden diesmal keine Ressourcen der Vorgänger benutzt, sondern ein von Grund auf neu entwickeltes Spiel. Das Ziel ist es, den Alteingesessenen ein gewohntes Erlebnis zu bieten und gleichzeitig das Spiel für Neueinsteiger interessant zu gestalten. Vorweg können wir sagen, dass den Entwicklern dieser Spagat nicht gelungen ist und wir verraten euch selbstverständlich gerne warum.

Abgebrochen: Die Story

X Rebirth (3)In X: Rebirth übernehmen wir die Rolle eines jungen Abenteurers, der mit seiner zugleich ungewöhnlichen und mysteriösen Gefährtin ein in die Jahre gekommenes Schiff mit einer glorreichen Vergangenheit steuert. Das Intro zeigt uns dabei die Geschichte des Schiffes und erzählt davon, wie wir das wohl einzige Exemplar davon besitzen. Unmittelbar nach diesem Einstiegsvideo finden wir uns in unserem Schiff wieder und gehen der ersten Mission nach, in der wir zu einer Raumstation reisen sollen. In dieser Raumstation lassen wir unser Schiff bewaffnen und heuern die ersten Leute für unsere Crew an. Kurz darauf sollen wir uns schon wieder auf den Weg machen, um unsere neuen Waffen zu testen und schon geht es mit dem Ärger los – ein Bluescreen stellt sich uns in den Weg! Nach dem PC-Neustart laden wir den letzten Spielstand und versuchen es erneut. Wir befinden wieder im Beschleunigungstunnel und dann folgt auch schon das nächste Ärgernis – ein Absturz! Nach dutzenden Abstürzen und Bluescreens war uns klar, dass ein ausführlicher Test des Spiels zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich ist. Etwa zeitgleich geht eine E-Mail in unserem Postfach ein, in dem der Entwickler um Geduld bittet, bis die Fehler ausgebessert werden. Warum die ganzen Fehler bei der Qualitätssicherung des Titels jedoch nicht aufgefallen sind, verrät man uns nicht.

Es wird einmal in einer weit, weit entfernten Galaxis…

X Rebirth (4)Leider können wir auch kein positives Fazit darüber fällen, was uns in den vierzig Minuten nach Spielstart erwartet. Die Gesichter der Begleiter und anderer Personen sehen aus wie im Jahr 2002. Dementsprechend auch die Bewegungsanimationen. In Gesprächen neigen einige Nichtspielercharaktere sogar dazu, ungewollte Kniebeugen zu machen, was aber immerhin amüsieren kann. Die Steuerung ist zudem alles andere als einsteigerfreundlich und Anfänger werden sich leicht überfordert fühlen. Veteranen hingegen wird auffallen, dass die Steuerung sehr schwammig und ungenau ist und somit hat der Entwickler das Kunstwerk vollbracht, beide Spielertypen mit Unzufriedenheit zu füttern. Wir können also festhalten, dass man die Missionen aktuell nicht spielen kann und die Steuerung ebenso unbrauchbar ist. Wir werden das Gefühl einfach nicht los, als ob man uns eine frühe Alpha-Version des Spieles geschickt hat. Jedoch gibt es auch einen Lichtblick, da kein X-Spiel bisher einen guten Start hingelegt hat und die kreativen Köpfe dahinter fleißig am weiterentwickeln sind. Man kennt intern also schon die Probleme und mit Sicherheit wird das Spiel in den nächsten Monaten fertig gestellt werden. Wenn es dazu endlich kommt, sind wir geneigt dazu, unser Review entsprechend der Spielverbesserung anzupassen und zu ergänzen. Derzeit raten wir jedoch klar vom Kauf ab!

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit: Ich gehe stark davon aus, dass unser Review einiges stark und direkt wiedergibt, was man in einem Fazit sagen kann oder sogar muss. Ich möchte jeden davon abraten, sich das Spiel zum aktuellen Zeitpunkt zu kaufen. Miese Framerate-Einbrüche, ständige Abstürze, eine fehlerhafte künstliche Intelligenz und eine absolut unpräzise und überladene Steuerung sorgen nicht gerade für den Spielspaß, den man mit einem Teil der X-Reihe haben sollte. Aber ich bin mir sicher, dass die Entwickler in naher Zeit einiges beheben werden, Grafiken nochmals überdenken und die miesen Bugs beseitigen werden. Jedoch ist es unverzeihlich in der heutigen Zeit, ein Spiel zum Vollpreis zu verkaufen, welches mit solchen Fehlern und Kinderkrankheiten belastet ist. Vor Release wurde das Spiel anscheinend nicht intern getestet und auch die ersten drei Patches haben noch keine spürbare Verbesserung gebracht. Es heißt jedoch, dass gut Ding Weile haben will und das Potenzial dafür ist definitiv vorhanden.

Vielen Dank an Deep Silver für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von X: Rebirth!

Review: Call of Duty: Ghosts

Call of Duty - Ghosts (1)Erstaunlich wie schnell die Zeit vergeht. Wieder ist ein Jahr vergangen und dazu brauchen wir wahrhaftig keinen Kalender benutzen. Das erkennen wir an vielen Videospielserien, die jedes Jahr fortgesetzt werden, wie zum Beispiel Call of Duty. Jährlich ruft also die Pflicht!

Call of Duty - Ghosts (2)Seit immerhin sieben Jahren benutzen wir diese Zeitrechnung und wissen somit auch, dass sowohl Winter, als auch Weihnachten vor der Haustüre stehen. Es wird sogar vermutet, dass der Weihnachtsmann einen Pakt mit dem Publisher Activision eingegangen ist um den Winter ganz für sich zu beanspruchen. Gäbe es da nur nicht dieses gemeine Battlefield 4, welches in diesem Winter ebenso seinen Platz am Kamin sucht. Der Weihnachtsmann steht nur vor sehr ernsthaften Probleme, konnte dieser damals einfach alle Zettel in die Sparte Call of Duty einordnen, muss er sich dieses Jahr viel mehr Mühe machen und wirklich gucken, was sich die Spielergemeinde zu Weihnachten wünscht. Nachdem wir uns schon mit dem großen Schlachtfeld beschäftigt haben, waren wir schon gespannt darauf, was das schnellere Spiel hergibt. Immerhin hat der Weihnachtsmann beziehungsweise Activision eine komplett neue Engine versprochen, ein noch besseres Erlebnis und eine völlig andere Umgebungstechnik. Vielleicht waren es aber auch alles nur Inhalte, die sich die Entwickler selbst von dem Mann mit dem langen Bart gewünscht haben. Da es noch ein paar Wochen bis Weihnachten sind und wir euch eine Entscheidungshilfe bei eurem Wunschzettel sein wollen, spannen wir euch nicht länger auf die Folter und verraten euch, wo Call of Duty: Ghost die Schwerpunkte legt.

Festgemetzel

Call of Duty - Ghosts (3)Bevor wir uns mit der neuen Engine beschäftigen, gucken wir uns die Inhalt des Geschenks an und entdecken jede Menge Explosionen, Schüsse, Soldaten, zerstörte Raumstationen und Nonstop-Action. Also prinzipiell das gleiche Gebilde wie im letzten Jahr, um uns den Winter zu versüßen. Ist natürlich alles fein anzusehen und super inszeniert, weicht jedoch auch ganz stark von der Realität ab und vermittelt somit kein wirklich authentisches Spielgefühl. Wer aber Action auf hohem Niveau sucht, ist hier absolut richtig. Was uns dabei nur gestört hat, ist, dass die Missionen über die letzten sieben Jahre der Call-of-Duty-Ära, sich langsam, aber sicher wiederholen. Es gibt sogar ein Level, welches wir nicht erwähnen wollen, welches fast genau so abläuft wie in einem der vorherigen Teile. Entweder wollte man Zeit sparen oder man war der Meinung, dass schon im Vorgänger gerade diese Mission super ankam – wir können es uns nicht wirklich erklären. Neu ist sicherlich, die Art einen Krieg anzufangen. Angriffe auf fremdes Land und schnelle Invasionen sind anscheinend zu langweilig geworden und somit wird das Schlachtfeld zu Kriegsbeginn mal schnell in den Orbit verlegt. Das ist mal etwas neues beziehungsweise anderes und sicher auch spannend, haben sich die Entwickler wohl gedacht. Realität sucht man hier vergebens, aber garantiert ist definitiv pure Action.

Knecht Ruprecht

Call of Duty - Ghosts (4)Auf der Electronic Entertainment Expo 2013 wurde kaum ein Feature so groß angekündigt, wie der Hund in Call of Duty: Ghosts. Unser neues Haustier, welches auf den Namen Riley hört, wirkt zugegebenermaßen sehr aggressiv. Nachdem Serien wie Kommissar Rex und Filme wie I am Legend die Begeisterung für den treuen Begleiter weckten, dachten sich die Entwickler wohl, einen Hund in das Call-of-Duty-Universum zu integrieren. Der Schäferhund ist ein treuer Teil unseres Squads und kann sogar von uns gesteuert werden. Wir können jetzt Räume zuerst mit dem Hund stürmen, um ein bisschen Chaos zu stiften und dann selber und überraschend eintreten. Um ehrlich zu sein, können wir dies jedoch nur in gerade mal einer Mission machen und somit ist der Zauber so schnell verflogen, wie er auch gekommen ist. Dennoch gibt es einige Missionen, in welchen uns der Hund immer mehr ans Herz wächst und auch gewisse Emotionen hervorruft. Hier haben wir es also nicht nur mit einer Witzfigur zu tun, sondern mit einem Kameraden, dessen Leben uns auch irgendwie wichtig zu sein scheint. Leider wurde das Feature nicht wirklich zu Ende gedacht und wirkt weitestgehend überflüssig. Hier denken wir ganz klar, dass, wenn Call of Duty mal etwas seltener und vor allem durchdachter erscheinen würde, uns solche Szenen sicherlich mehr beeindruckt hätten.

Zombies sind tot, es leben die Aliens!

Call of Duty - Ghosts (5)Über den Mehrspielermodus muss man nur wenig Worte verlieren. Die Karten sind alle wie gewohnt sehr linear und schreiben verschiedene Wege in eine Richtung vor, man schaltet mit einem Aufstieg neue Waffen frei und das alles gewohnt spritzig und knackig. Wer also die vorherigen Teile gespielt hat, wird sich schnell zurechtfinden und wer etwas neues erwartet hat, wird wohl enttäuscht sein. Neu sind nur zwei Modi mit den Namen Cranked und Blitz. In Cranked sind wir nach einem Kill kurzweilig schneller, haben aber nur dreißig Sekunden Zeit, um einen weiteren Abschuss zu tätigen. Gelingt dies nicht, so explodieren wir. Im Modus Blitz müssen wir, wie beim American Football, in die gegnerische Endzone laufen. Hinzu kommt ein Ersatz für den Zombie-Modus und dieser nennt sich liebevoll Extinction. Hier kämpfen wir uns durch Wellen von Aliens und ebenso ums nackte Überleben. Es ist also nichts wirklich neues, sorgt aber für eine gewisse Ablenkung zwischen den rasanten Online-Matches. Zu guter Letzt gibt es dann auch noch die neue und kostenlose Call-of-Duty-Applikation, mit welcher ihr plattformübergreifend Clans bilden könnt, um gegen andere Gruppierungen in den Krieg zu ziehen. Hier merken wir schnell, dass Tablet PCs und Smartphones immer mehr eine Rolle für moderne Spiele einnehmen.

Die neue alte Engine

Call of Duty - Ghosts (6)Zum Schluss kommen wir noch zur neuen Engine, die uns für Call of Duty: Ghosts auf der letzten E3 zugesichert wurde. Die neue Engine ist so gut, dass sie sich hinter der alten echt verstecken kann und man dies nicht erkennt. Dabei wurde auf der Messe in Los Angeles doch so viel versprochen! Wir wissen noch genau, wie man uns die neuste Technikrevolution gezeigt hat, dass Fische nun auch auf unsere Bewegung reagieren und wegschwimmen, solch einen technischen Durchbruch haben wir bisher nur bei Super Mario 64 gesehen – wie schnell sich doch die Technik entwickelt! Auch wurde davon geschwärmt, wie stark doch die neue PC-Fassung aussieht und diese mit Spielen wie Battlefield 4 mithalten soll. Hier hat der Weihnachtsmann, pardon, wir meinen natürlich Activision, seinen eigenen Wunsch nicht erfüllen können. Es ist schon irgendwie verwirrend, wenn man die ganze Zeit von etwas schwärmt, was nicht da ist – erinnert an die Vorstellung von Schnee an Weihnachten. Aber mal im Ernst: Es wurde mal wieder dieselbe Engine benutzt, welche, wie jedes Jahr, einfach etwas aufpoliert wurde. Wir verstehen nicht, warum man nicht gleich gesagt hat, dass man sich für diesen Schritt entscheidet, anstatt zu versuchen, uns etwas vorzugaukeln. Wir sehen das als schlechten Schachzug von Activision, Werbung für ein falsches Produkt zu machen.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Mal wieder ist es schwer, eine klare Meinung abzugeben. Auf der einen Seite macht Call of Duty: Ghosts alles richtig, was man an den Verkaufszahlen und vollen Servern sehen kann. Viele Spieler scheinen ihren Spaß zu haben mit dem, Jahr für Jahr, gleichen Spielprinzip. Dies ist sicherlich auch nicht verwerflich, aber mich weiß es leider nicht mehr zu begeistern. Leider nimmt auch immer mehr die Qualität des Singleplayer-Modus ab. Während ich immer der Meinung war, dass die Battlefield-Reihe für den Mehrspielermodus und die Call-of-Duty-Serie für den Einzelspieler steht, hat sich in den letzten zwei Jahren einiges geändert. Es weiß mich einfach nicht mehr zu begeistern, in keinen der beiden Teilbereiche! Battlefield 4 ist im Mehrspielermodus klar überlegen und kommt mit viel mehr Innovationen daher, da sich hier die Entwickler einfach mal trauen, etwas neues zu versuchen. In meinen Augen würde der Call-of-Duty-Reihe mal eine zwei- bis dreijährige Abstinenz nicht schaden, damit sich die Spieler mal vom Einheitsbrei erholen können. Sicherlich wäre dann ein neuer Call-of-Duty-Teil der absolute Hit, da man Leute in den Reihen hat, welche tolle Geschichten schreiben können, die Mittel für eine neue Engine haben und die Fähigkeiten wieder ganz oben anzugreifen.

Vielen Dank an Activision für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars zu Call of Duty: Ghosts!

Review: Battlefield 4

Battlefield 4 (1)Zwei Jahre ist es jetzt schon her, dass Battlefield 3 erschienen ist und dem Konkurrenten Call of Duty neue Maßstäbe setzte. Eine hervorragende Download-Inhaltepolitik und ein großer Umfang reichte aus, um das Spiel zwei Jahre auf dem Markt zu halten, ohne dass es altert.

Battlefield 4 (2)Selbst zwei Jahre nach Release sind die Server von Battlefield 3 rappelvoll und der Andrang der Spieler ist abnormal. Starke Zusatzinhalte fügten neue Spielinhalte wie Waffen, Karten und Fahrzeuge hinzu und sorgten für stets frischen Wind unter den Spielern. Nun möchte die schwedische Entwicklerstube Dice ihre neue Frostbite Engine 3 vorstellen und zeigen, dass man noch einmal eine Schippe drauflegen kann. Wie zuvor steht Battlefield 4 nicht für Tempo und Zielgenauigkeit, sondern für mehr Realismus und somit kommt es auf das Team an, um eine Runde gewinnen zu können und nicht wie in vielen anderen Titeln auf die Einzelleistung. Der Krieg findet schließlich auf einem großen und offenen Schlachtfeld statt und nicht in engen, unzerstörbaren Räumen. Letzteres hat jetzt ausgedient. In Battlefield 4 wurde noch einmal am Zerstörungsgrad herumgeschraubt und nun stürzen sogar ganze Hochhäuser und Straßen ein. Da der Fokus aber auch zwei Jahre später auf dem Multiplayer-Aspekt gelegt wird, ist die Kampagne bekannterweise wieder sehr enttäuschend. Hier hat man sich wieder an Klischees bedient und mit den Chinesen eine dritte Fraktion ins Spiel eingeführt, welche auch im Mehrspielermodus verfügbar ist. Im Einzelspielermodus verschlägt es uns ins Reich der Mitte, um als US-Soldat einen Konflikt zwischen Russen und Chinesen zu begutachten.

Unbrauchbarer Singleplayer-Modus

Battlefield 4 (3)Direkt in der ersten Szene, die man uns vorsetzt, finden wir uns in einem sinkenden Auto wieder und werden aufgefordert, die Scheibe zu zerschießen – obwohl einer unserer Kameraden mit einem Bein im Sitz festhängt. Mit dem Abdrücken der Waffe setzt die Zeit 14 Minuten vor der Eröffnungssequenz an. Das skurrile dabei ist, dass wir eigentlich gar nicht wissen, worum es gerade geht und was wir machen – jedenfalls befinden wir uns vor einer Fabrik, welche wir gleich stürmen. Oben angekommen stürzt die Fabrik ein, ein Kamerad verletzt sich am Bein, welches wir anschließend abtrennen müssen. Dann schnappen wir uns ein Fluchtfahrzeug, welches wiederum von einem Helikopter verfolgt wird und wir unter Beschuss ins Meer fahren und untergehen. Die Story ist genau so, wie sich der Text jetzt gelesen hat – nicht nachvollziehbar. So verläuft die ganze Story und wir erfahren nie wirklich, wie es zu dem Konflikt zwischen Russen und Chinesen gekommen ist und was wir als Amerikaner damit zu tun haben. Die Handlung weißt große Lücken auf und ist eigentlich total überflüssig. Positiv sind nur die Zwischensequenzen, welche schön animiert, actionreich und grafisch überragend sind. Den Soldaten mit ihren netten Schlachtreden merkt man Emotionen an und wir sind dabei mitten im Getümmel – mehr muss man nicht wissen. Überflüssig!

Wenige, aber effektive Neuerungen

Battlefield 4 (4)Im Vergleich zu Battlefield 3 hat sich nicht so viel getan. Grafisch fliegen ein paar mehr Partikel herum aber sonst sieht alles wie bisher aus. Die Neuerungen findet man eher im Detail. Neben neuen und umfangreichen Mehrspielerkarten, Waffen und Ausrüstung gibt es die Chinesen als dritte Fraktion. Diese kämpfen auf verschiedenen Maps gegen Russen oder Amerikaner und kommen auch mit eigenen Waffen daher. Eine schöne Neuerung ist der Kampf im Wasser und somit bekommen wir neue und schnelle Boote bereitgestellt und auch die Möglichkeit, auf Tauchgang zu gehen. Leider können wir hier keine Waffen nutzen, dafür aber jetzt beim Schwimmen die Sekundärwaffe abfeuern. Die größte Veränderung ist wohl die, die von Dice liebevoll als Levolution bezeichnet wird. Einige Karten können nach einer bestimmten Aktion ihre Grundstruktur verändern! Die Map Flood Zone hat zum Beispiel einen Staudamm, der gesprengt werden kann und damit die halbe Map überflutet, was die Straßen unbrauchbar macht und der Kampf auf die Dächer verschiedener Gebäude verlagert. Ein weiteres Beispiel wäre Paracel Storm. Hier zieht ein Sturm auf, der immer heftiger wird, bis die Waffen vom Wind wackeln, Wellen an Land schlagen und sogar ein Schlachtschiff strandet. Diese Änderungen sind zwar wirklich gering, dafür aber sehr unterhaltsam.

Unschlagbare Atmosphäre

Battlefield 4 (5)Schon im Vorgänger wurde die Atmosphäre von uns in den Himmel gelobt und das ändert sich auch hier nicht. Gerade die Levolution sorgt für einen ganzen weiteren Pluspunkt, da ein einfacher Sturm zum Beispiel ein ganz neues Feeling einbringt. Wenn wir am Strand herlaufen, einen Gegner anvisieren wollen und der Wind uns das Visier verzieht, ist das ganz einfach sensationell. Wir haben stets das Mittendringefühl und die Optik trägt wesentlich dazu bei. Wenn die Wellen schlagen, der Wind pfeift, Granaten explodieren, Boote an uns vorbei sausen und wir die Schreie anderer Soldaten vernehmen, die vor Granaten warnen, bekommen wir einmal mehr das Gefühl, in einem Schützgraben zu liegen. Die Soundkulisse ist in keinem Spiel so hervorragend wie in Battlefield 4 und jede Runde staunen wir ein weiteres Mal über den Klang des Krieges. Seit Battlefield Bad Company gibt es die Möglichkeit, den Sound auf Kriegskulisse zu stellen, um den optimalen und realistischsten Klang herauszukitzeln. Wer daheim sogar ein 5.1-Soundsystem besitzt, wird vom Glauben abfallen und auch den Krieg genießen lernen. Das Tolle daran ist, dass die zwei neuen Konsolen diese Leistung ebenso erbringen sollen und sich demnach auch die Konsolenspieler auf ein Spiel mit solch einer Atmosphäre, Grafik und Sound freuen dürfen, ohne Abstriche hinnehmen zu müssen.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Ich frage mich, was ich als endloser Fan der Reihe noch sagen kann. Ich bleibe dabei, dass der Singleplayer-Modus ein Beisatz ohne Freude ist. Dieser wirkt absolut fehl am Platz, erzählt nichts halbes und nichts ganzes und weiß nur mit seiner schönen Optik zu verwundern. Aber bei Battlefield 4 geht es mehr um den Mehrspielermodus, zu diesem ich nicht wirklich viel geschrieben habe. Es hat sich so gut wie gar nichts verändert. Die Klassen sind immer noch dieselben und ich bewege mich nach wie vor zu Fuß, am Boden, im Wasser und in der Luft. Dazu gibt es eine unzählbare Auswahl an Waffen und Modifikationen. Das hat aber auch nichts schlechtes zu heißen, da sich die Klassen durchaus bewehrt haben. Hinzu kommt die neue Levolution und der verbesserte Zerstörungsgrad, die den Unterschied ausmachen und in meinen Augen den Neupreis rechtfertigen. Die neuen Karten sind wirklich gut und jede bietet ihre Eigenschaft, um das Schlachtfeld zu verändern, was wirklich absolut außergewöhnlich ist. Somit hat Battlefield 4 noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht und Call of Duty: Ghosts wird es schwer haben, sich an diesem zu messen. Ich bin dann mal auf dem Schlachtfeld – wir sehen uns Soldat!

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars von Battlefield 4!

Review: Total War: Rome II

Total War - Rome II (1)Die bekannte Total-War-Reihe gibt es jetzt schon seit über ein Jahrzehnt und steht für eine strategisch realistische Kriegserfahrung und Simulation, die ihres gleichen sucht. Nun wird mit Total War: Rome II einer der ältesten Teile neu aufpoliert.

Total War - Rome II (2)Während wir mit Total War: Shogun 2 im Japan des 16. Jahrhunderts unterwegs waren, unternehmen wir mit Rome II einen etwas größeren Sprung in die Vergangenheit. Hier führt es uns in das Jahr 272 vor Christus, wo Rom neben Griechenland, Karthago, Ägypten und Makedonien die wohl modernste Macht darstellt. Neben den großen Mächten gibt es aber noch viele weitere Stämme, welche immer wieder für Gefahr sorgen. Darunter zählen die verschiedensten germanischen Stämme wie zum Beispiel die Sueben und Goten. In der Kampagne übernehmen wir die Rolle des Oberbefehlshaber der römischen Streitkraft, wahlweise aber auch als Anführer der oben genannten Truppen sowie weiteren spielbaren Fraktionen. Jede Fraktion hat dabei seine eigenen militärischen oder wirtschaftlichen Stärken und Schwächen. Neben den großen und bekannten Parteien gibt es insgesamt 117 Fraktionen, welche aber selbst Geschichtsinteressierten überwiegend nicht bekannt sein dürften. Am Spielprinzip haben die Entwickler von Creative Assembly grundsätzlich nichts geändert. Wir versuchen weiterhin mit anderen Nationen zu verhandeln, unser Reich immer weiter auszudehnen und nebenbei auf Unruhen in den eigenen Reihen acht zu geben. Wenn es zu einer Schlacht kommt, wechselt die Übersichtskarte in den Schlachtfeldmodus, in welchem wir unsere eigenen Einheiten befehligen können – eben so, wie man es bisher kennt.

Umfangreicher Einzelspielermodus

Total War - Rome II (3)Haben wir uns für eine Fraktion entschieden, beginnt unser Aufstieg zu einer großen Nation. Wichtig ist dabei der kontinuierliche Aufbau und Erweiterung unserer Städte, um unseren Handel, die Zufriedenheit des Volkes und die öffentliche Ordnung zu verbessern. Jedes Gebäude bereichert unsere Fähigkeiten in puncto Nahrung, Ordnung oder Handel mit speziellen Waren. Ist die Sicherheit des Volkes gegeben und die Nahrung ausreichend, wächst eine Stadt immer weiter und somit können wir neue Gebäude bauen. Bauen wir an einem freien Platz kein Gebäude, so verkommt diese Stelle in unserer Stadt als Slum und die Bevölkerung wird zunehmend unzufriedener. Daher ist es wichtig, immer ausgewogen eine Stadt zu bebauen, da auch einige Gebäude, wie Militärausbildungsstätten, für negative Ordnung und Nahrungsverbrauch sorgen. Hier ist also eine Menge Feingefühl gefragt. Neben dem Bebauen von Städten gibt es aber auch noch die Forschung, welche in Militär- und Zivilforschung unterteilt ist. Dabei gibt es aber noch Untergruppen, die beim Militär die Bereiche Belagerung, Taktik, sowie Verwaltung und im Zivilbereich Wirtschaft, Philosophie sowie Konstruktion ausmachen. Hier gehen wir gezielt anhand der Forschung in bestimmte Richtungen, um zum Beispiel stärkere Einheiten rekrutieren zu können. Eingesessenen Spielern kommt das alles sehr bekannt vor, was aber nichts Schlechtes zu heißen hat.

Wenige Neuerungen

Total War - Rome II (4)Die meisten größeren Neuerungen machen einen sehr positiven Eindruck. So werden mehrere Regionen zu einer Provinz zusammengefasst, die der Spieler dann als Ganzes verwaltet. So liegt Rom in der Provinz Italia, welche nicht nur aus der Stadt Roma besteht, sondern auch aus Neapolis, Ariminum und Velathri. Allerdings gehören Ariminum und Velathri nicht direkt zu den Gebieten Roms, sondern zu fremden Stämmen. Zu Rom gehören noch Gebiete aus der Provinz Magna Graecia. Europa ist nicht gerade sortiert und der Bevölkerung gefällt es immer besser, wenn sie mit Gleichgesinnten vereint sind, was meist nur durch Krieg zu schaffen ist, um eine Provinz ganz für sich zu erobern. Hat man eine Provinz vollständig erobert, kann man so genannte Edikte veröffentlichen, also für die ganze Provinz geltende Befehle, die zur Verstärkungen, etwa der Kampfkraft führen. Eine Neuerung ist auch, dass nun eine Armee vom Land aus Schiffe beschießen kann und umgekehrt. So können wir in Gefechten mit Schiffen ans Ufer segeln, von dort aus den Feind angreifen und unsere Bodenstreitmacht unterstützen. Negativ ist uns bisher nur die künstliche Intelligenz aufgefallen, welche in den Schlachten nie so richtig weiß, wie sie nun zu reagieren hat. Wir können unsere Einheiten in verschiedene Formationen stellen und nun sogar mehrere Soldaten auf einen Feind schicken. Die Gegner laufen jedoch oft in die Falle rein oder wählen unlogische Wege. Schade drum!

Viele kleine Details

Total War - Rome II (5)Neben der Kampagne dürfen auch wir ein schnelles Gefecht starten, in dem wir über eine gewisse Geldsumme verfügen, welche wir für Einheiten ausgeben dürfen. Ist die Einheit zusammengestellt, versuchen wir in der Schlacht den Computergegner zu besiegen. Neben diesem Modus gibt es auch eine kurze Mehrspielerkampagne zwischen zwei Parteien aus je einem Spieler und dann gibt es noch den Coop-Modus für zwei Spieler, in dem wir gemeinsam Aufgaben erledigen können. Der Multiplayer-Anteil verfügt so über keine großen Neuerungen und hält sich eher verlegen. Dafür bietet Einzelspielerkampagne endlosen Spaß und das stellt uns voll und ganz zufrieden. Hübsch anzusehen ist hingegen die Grafik, da sich der Entwickler diesmal ein bisschen mehr Mühe gegeben hat. Nun haben Einheiten nicht mehr dieselben Gesichter, wenn sie im Glied stehen, sondern können alle mit ihrer eigenen Persönlichkeit glänzen. Auch sehr schön sind die Kleinigkeiten auf dem Schlachtfeld, wie das Schreien einer Legion, wenn sich der Feind nähert oder das nervöse Schlagen mit den eigenen Schwertern auf die Schilde. Hier unterscheiden sich auch wieder einige Nationen. Die Sueben rennen schreiend in das Getümmel, während die Spartaner immer ruhig stehen bleiben und man ihnen keine Angst anmerkt, wenn der Feind auf sie stürmt. Nett ist auch die Funktion einer Verfolgungskamera, welche das Schlachtfeld nochmals schöner in Szene setzt.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit: Als großer Fan der antiken Geschichte hat mich Total War: Rome II sehr zu begeistern gewusst. Zwar spürt man hier und da leider noch die Aussetzer der künstlichen Intelligenz, jedoch ist das Gesamtpaket stimmig. Die Einheiten sehen wirklich aus wie zur damaligen Zeit, man bekommt eine große Vielfalt an Einheiten geboten und die Idee mit den einzelnen untereinander aufgeteilten Provinzen ist hervorragend. Ebenso ist die Vereinfachung der Forschung für mich ein großer Pluspunkt. Negativ ist wie schon erwähnt die Computer gesteuerte Dummheit, sowie die politische Ebene im Spiel. Leider haben die Ratsmitglieder anderer Häuser keinen wirklichen Einfluss auf mein Handeln und somit dienen politische Intrigen wirklich keinem etwas. Töte ich einen General einer anderen Familie, so muss ich mit keinen Konsequenzen rechnen. Ist meine Partei prozentual die schwächte in der Regierung, habe ich auch mit keinen Auswirkungen zu kämpfen. Hier hätte man sich durchaus mehr einfallen lassen können, um dem Spieler das Leben im alten Rom besser zu gestalten.

Vielen Dank an Deep Silver für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Total War: Rome II!

Review: The Last of Us

The Last of Us (1)Mit The Last of Us erscheint noch einer der wenigen Top-Titel für die PlayStation 3, bevor diese von der PlayStation 4 abgelöst wird. Daher sind wir gespannt, was der Entwickler Naughty Dog aus der aktuellen Konsole noch herauskitzeln kann.

The Last of Us (2)Bekannt geworden ist das Studio durch die Uncharted-Trilogie, welche nur für die PlayStation 3 erschienen ist. Mit ihrem neuem Spiel versucht die Entwicklerstube ein komplett neues Szenario in Angriff zu nehmen und beruft sich dabei auf eine postapokalyptische Welt, in der ein mysteriöser Pilz die Bevölkerung mutieren und außer Kontrolle geraten lässt. Sicherlich ist dies kein komplett neues Konzept und wurde schon in vielen Spielen angewendet, doch wollen wir hier dem Entwickler die Chance geben zu zeigen, warum die Uncharted-Reihe solch einen Erfolg hat. Flapsige Sprüche, coole Charaktere und abenteuerliche Klettereinlagen sind hier allerdings nicht zu finden und somit zeigt uns Naughty Dog eine etwas andere Situation rund um einem vom Leben gezeichneten Mann und einer vierzehnjährigen Waisen in einer verseuchten und gebeutelten Welt. Schon der Anfang des Spiels fährt eine sehr viel emotionalere Schiene als zum Beispiel ein Teil der Resident-Evil-Reihe und so bekommen wir die Möglichkeit, das Lebensumfeld des Protagonisten vor der Epidemie kennenzulernen. Wir haben also einen gewissen Vorspann, welchen wir bis zum Beginn des gesellschaftlichen Zusammenbruchs selbst erleben. Uns hat dieser Einstieg sehr gut gefallen und schon an dieser Stelle hebt sich das Spiel von anderen Genrekollegen positiv ab.

Menschlichkeit

The Last of Us (3)Wie bereits angedeutet, ist Joel das komplette Gegenteil von Nathan Drake (Protagonist der Uncharted-Serie). Nachdem er mehrere Jahre ein Leben im militärischem Sperrgebiet verbracht hat, ist er abgespannt und zynisch. Selbst seine raue Stimme zeigt uns, dass wir es mit einem Charakter zu tun haben, welcher vom Leben bestraft wurde. Das genaue Gegenteil ist hingegen unsere Begleiterin Ellie, eine fröhliches und clevere Teenagerin. Bei ihr erkennt man Hoffnung und Lebensfreude, neue Sachen zu entdecken. Im Laufe des Spiels versucht sich selber das Pfeifen beizubringen und ist immer wieder erstaunt, wenn sie Gegenstände wie Comics aus der alten Zeit vor dem Virus findet. Trotz ihres jungen Alters und Erscheinungsbild ist sie keine hilflose Jungfrau in Nöten, sondern weiß sich mit Messer und Schusswaffen zu verteidigen. Die beiden zusammen geben ein sehr interessantes Paar ab und wirken das ganze Spiel über wie echte Menschen. Während wir mit Joel nach brauchbaren Gegenständen fürs Überleben suchen, also ganz in die Rolle des Erwachsenen schlüpfen, interagiert Ellie mit Dingen in der Spielwelt. Sie stöbert durch Kartons und alte Schallplatten und ist traurig, dass sie keines der Lieder hören wird. In einem Restaurant fummelt sie an einem Spielautomaten herum und erinnert sich an Freunde, die damit umgehen konnten.

Ode an MacGyver

The Last of Us (4)Wie in BioShock Infinite haben wir einen Begleiter, welcher mehr ist als nur eine einfache künstliche Intelligenz. Sie ist einfallsreich, belebt die trostlose Welt und ist keineswegs eine Belastung, um welche wir uns Minute um Minute kümmern müssen. Wir wünschen uns mehr solcher Spiele, in denen wir nicht von störenden Kameraden, sondern von lieb gewonnenen Charakteren begleitet werden. Jedenfalls können wir auch in The Last of Us unsere Waffen modifizieren. Drücken wir die Select-Taste geht Joel in die Knie und öffnet seinen Rucksack. Aus Gegenständen wie Plastikflaschen, Klebeband und Scheren können wir manch hilfreiches Utensil basteln. So können wir mit Klebeband mehrere Scheren an eine Nahkampfwaffe, wie zum Beispiel ein Rohr, befestigen, damit dieses in den nächsten zwei Schlägen sofort tödlich ist. Zudem treffen wir im Spiel häufig auf Werkbanken, an denen wir unsere Schießeisen verbessern können. Hier dürfen wir ganz stupide die Kapazität, Schussgeschwindigkeit sowie Nachladegeschwindigkeit verbessern. Nebenbei kann man noch erwähnen, dass es auch möglich ist, unseren Charakter anhand von Pillen selbst zu verbessern, welche wir im Spiel finden. Ab einer gewissen Menge können wir diese dann gegen einen zusätzlichen Gesundheitsbalken eintauschen oder für eine Verbesserung unseres Lauschmodus sorgen.

Starke Inszenierung

The Last of Us (5)Besonders hervorgehoben ist die Inszenierung des Spiels. Hier lässt man zum Beispiel die Zwischenszenen fließend ins Spielgeschehen einfließen, damit keine störenden Ladepausen zustande kommen. Das sorgt dafür, dass stets die Atmosphäre aufrecht erhalten wird, ähnlich wie bei einem Film. Nett gestaltet ist vor allem die Umgebung, in der sich die Auswirkung der Katastrophe widerspiegelt. Die Städte sind vom Grün überwachsen, verlassene Autos stehen auf den Straßen, Häuser sind verbarrikadiert und wenn man mal auf andere Menschen stößt, sind diese eher feindlicher Natur und jagen nach allem, was man bekommen kann. Hier bekommen wir ein optisches Gefühl wie in Crysis, wo man richtig die Verwahrlosung einer Stadt erlebt. Niemals fühlen wir uns wirklich sicher und spüren die Angst am eigenen Leib. Auf freiem Feld müssen wir uns vor Banditen und deren Fallen in Acht nehmen, sowie uns voraussehend an diese herantasten. Betreten wir ein Gebäude, verändert sich die Atmosphäre sehr schnell und wir haben vermehrt Angst vor den infizierten Gestalten, welche hinter jeder Ecke lauern könnten. Alles was wir in dieser Welt finden, erzählt eine Geschichte über den Ausbruch der Infektion oder die Leute, die einst hier gelebt haben. Solch ein Gefühl haben bisher nur wenige Spiele in uns hervorgebracht. Das spricht eindeutig für The Last of Us!

Fortlaufende Infizierung

The Last of Us (6)Ein Lob gilt der künstlichen Intelligenz, welche uns immer wieder in große Schwierigkeiten gebracht hat. Wir sind nicht gerade Experten im Schleichen und versuchen trotzdem unser Bestes, doch werden wir manchmal von Feinden gesehen, während wir einen ihrer Kollegen von hinten mit dem Messer bearbeiten. Diese schlagen sofort Krawall und holen ihre Freunde mit in den Ring. Gerade die Munitionsknappheit zwingt uns förmlich, Gegner mit Geräuschen abzulenken und sie von hinten niederzustechen. Ganz anders ist hingegen das Verhalten der Infizierten, welche in vier Stufen unterteilt werden können. Die kürzlich verseuchten geraten schnell in Panik und fallen uns sofort an. Gegner, bei denen der Virus ausgeprägter ist, stehen konfus herum und reagieren nur, wenn wir uns ihnen nähern. Die so genannten Klicker schnalzen mit der Zunge und sind blind. Bewegen wir uns langsam, hören sie uns nicht. Wenn wir jedoch schnell sind, stürmen diese hartnäckigen Monster auf uns zu und können uns mit nur einem Schlag die Kehle durchbeißen. Die letzte evolutionäre Stufe sind die Bloater, die mit einem Pilz bewachsenen Koloss zu vergleichen sind. Sie halten sehr viele Schüsse aus, töten uns im Nahkampf sofort und aus der Distanz werfen sie Sporenbomben, welche temporär Schaden verursachen. Keine schönen Dinge, die Naughty Dog uns da vor die Nase setzt, aber dafür ein beeindruckendes Spiel, an welchem sich PlayStation-3-Besitzer noch lange erinnern werden.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit: Ich bin der Meinung, dass mit The Last of Us ein fast makelloser Titel für die aktuelle Konsolengeneration erschienen ist und dass sich der Kauf auf jeden Fall lohnt. Das einzige was in meinen Augen stört, ist die schlechte Synchronisation von Joel, über die man jedoch hinwegsehen kann. Das Spielerlebnis hingegen ist einmalig und nie zuvor habe ich solch eine spannende Geschichte in einer postapokalyptischen Welt spielen dürfen. Bisher stand immer Resident Evil 4 auf meiner Topliste, da dies das letzte Spiel war, in dem mir Horror und eine gute Geschichte mit interessanten Charakteren geboten wurde. Nun aber kann ich behaupten, dass Naughty Dogs neustes Werk Resident Evil 4 in meiner persönlichen Hitliste endlich den Rang abgelaufen hat und mir somit noch lange in Erinnerung bleiben wird. Hier steht das Element Horror zwar nicht im Vordergrund, jedoch merke ich immer aufs Neue, wie schwer doch das Überleben in einer solch fremden Welt sein kann und wie wichtig dann noch Emotionen sind. Dazu kommt noch, dass der Entwickler es wieder geschafft hat, aus einer solch veralteten Konsole eine Grafik herauszukitzeln, wie ich sie bisher bei keinem anderen Konsolenspiel gesehen habe. Es ist ein Spiel, in dem man Gewalt gerne vermeiden möchte, anstatt sich daran zu ergötzen. Zudem wirken die Charaktere authentisch und sind voll von Emotionen. Man kämpft nicht nur gegen Banditen und Infizierte, sondern auch um eine Beziehung zwischen zwei Charakteren. Besitzer einer PlayStation 3 sollten sich diesen Exklusivtitel auf keinen Fall entgehen lassen!

Special: Electronic Arts auf der E3 2013

Electronic Arts auf der E3 2013 (1)Wie in jedem Jahr hat natürlich auch einer der größten Dritthersteller der Welt seine eigene Pressekonferenz auf der diesjährigen E3. Dort wurden sämtliche Titel vorgestellt, welche in naher Zukunft erscheinen werden – vor allem Titel für die NextGen-Konsolen.

Electronic Arts auf der E3 2013 (2)Peter Moore eröffnet die Show und direkt zu Beginn deutet er Dragon Age III vom Entwicklerstudio BioWare an, von dem wir später mehr erfahren. Es wird nicht viel geredet, wie es bei Electronic Arts üblich ist, sondern dem Zuschauer direkt die Trailer um die Ohren gefegt. Den Anfang macht ein Trailer, welcher wie die Battlefield-3-Teaser aufgebaut ist, jedoch erfahren wir schnell anhand der Bilder, dass es sich um Plants vs. Zombies handelt. Das neue Spiel hört auf den Zusatz Garden Warfare und von Popcap entwickelt. Die Entwickler versprechen einen Third-Person-Shooter im Universum der kultigen Pflanzen. Das gezeigte Material sieht sehr witzig aus und ist liebevoll gestaltet. Hier kann man sich auf was Unterhaltsames freuen. Als nächstes betritt Ex-Infity-Ward-Mann Vince Zampella die Bühne und präsentiert den Online-Ego-Shooter Titanfall. Hier bekommen wir das gleiche zu sehen wie schon bei Microsofts Pressekonferenz. Es wird eine einzigartige Spielerfahrung versprochen und ein komplett neues Mehrspielererlebnis mit futuristischen Waffen und riesigen Maschinen, genannt Titans. Wir sind gespannt, wie sich das Spiel entwickeln wird, da es prinzipiell sehr gut aussieht, aber eben nicht das Rad neu erfindet. Auch direkt nach dem gezeigten Material geht es ununterbrochen weiter mit der Präsentation neuer Spiele.

Ab auf die Rennbahn!

Electronic Arts auf der E3 2013 (3)Ganz groß wird dabei das neue Need for Speed: Rivals vorgestellt. Die Live-Demo sieht sehr gut aus und weiß mit einer schicken Grafik zu begeistern. Nicht nur die Autos sehen gut aus, sondern auch die Wettereffekte, Lichteffekte, Strecken und die Umgebung rundherum. Zusätzlich wird auch die aktuelle Tablet-Generation mit eingebunden, welche schließlich bei vielen Spielen auf der E3 nicht fehlen darf. Auf Need for Speed beziehen sich die Entwickler mit der Möglichkeit, mit einem Tablet die Polizei zu unterstützen, was durch den zweiten Screen möglich ist. Nach dem gezeigten Material betritt Aaron Paul, bekannt aus Breaking Bad, die Bühne und stellt sehr überraschend einen Need-for-Speed-Film vor, welcher 2014 erscheinen wird.. Was uns da wohl erwarten wird, sehen wir wohl endgültig im nächsten Jahr – aber wir sind schon jetzt sehr gespannt darauf. Nachdem Electronic Arts das Rennspielkapitel auf der Pressekonferenz abschließt, wird endlich Dragon Age III vorgestellt, welches den Beinamen Inquisition trägt. Das Spiel soll Ende 2014 für die PlayStation 4 und die Xbox One erscheinen, doch vorab werden wir mit einem Trailer abgespeist. Die Grafik sieht dank der Frostbite-3-Engine richtig gut aus und wir bekommen ein sehr düsteres Szenario vorgehalten. Das sieht fast schon aus wie die Apokalypse in der fiktiven Welt.

Sport, Sport und noch mehr Sport

Electronic Arts auf der E3 2013 (4)Es folgen die Sportspiel-Ankündigungen für die NextGen-Konsolen. Den Anfang macht dabei NBA Live 14 mit einem Trailer und einem Gastauftritt von NBA-Star Kyrie Irving, der den Titel in den Himmel lobt. Versprochen wird eine neue Physik bei Tacklings, mehr technische Tricks und viele Daten zu Spielern, welche mit stündlichen Updates immer aktuell gehalten werden sollen. Ohne Pause geht es mit Cam Weber weiter, welcher Madden NFL 14 vorstellt. Hierbei handelt es sich eher um eine Präsentation mit Fakten, welche mehr Realismus, sichere Steps und mehr Dynamik während der Laufwege versprechen. Fifa 14, dessen Vorgänger sich in Europa als wahre Verkaufsschlager entpuppten, wird ebenfalls auf der neuen Generation fortgesetzt. Viel Wert soll diesmal auf die Atmosphäre gelegt werden, welche sogar wohl sehr ausschlaggebend für die Leistungen unserer Kicker sein soll. Wenn sich Electronic Arts hier ein Vorbild an Madden NFL nimmt, finden wir das umso besser. Das Spiel wird im Herbst 2013 für die alte Konsolengeneration, dem PC und (vermutlich bei Launch) für die Xbox One und die PlayStation 4 erscheinen. Zum Schluss wird noch kurz ein weiterer Sporttitel mit UFC-Lizenz vorgestellt. Die Möglichkeiten der neuen Grafikleistung stehen auch hier im Vordergrund. Durch Motion Capture sehen die Bewegungen hier erstklassig aus.

Eine große Überraschung

Electronic Arts auf der E3 2013 (5)Als Aushängeschild für die neue Grafikleistung dient selbstverständlich der Ego-Shooter Battlefield 4. Es werden einige Neuerungen gegenüber den Vorgänger genannt und so soll die Umgebung noch zerstörbarer sein, sodass sogar Autobahnstraßen zusammenstürzen können wenn man die Stützpfeiler zerstört – gefährlich für Fahrzeuge! Ebenso wird es mit den Chinesen eine weitere Fraktion für den Mehrspielermodus geben, wie schon zuvor in Battlefield 2. Zurückkehren wird auch der Commander-Modus aus dem Battlefield-Titel von 2005. Diesen kann man sogar von seinem Tablet aus bedienen, um sein Team mit Ressourcen, Fahrzeugen und Luftschlägen zu unterstützen. Das Szenario wird viel städtischer sein, als noch im Vorgänger und so sehen wir im Trailer auch das ein oder andere Hochhaus einstürzen und viel Staub aufwirbeln. Die Grafik sticht natürlich absolut heraus und so können wir gespannt auf die nächsten Monate warten. Gegen Ende der Konferenz bekommen wir dann noch eine große Überraschung zu sehen, welche die Ankündigung von Mirror’s Edge 2 ist. Hier flattert nur ein Trailer über die Leinwand, welcher aber eindeutig Lust auf mehr macht. Nach jahrelangen Gerüchten ist es nahezu eine Erlösung, endlich die Bestätigung zu bekommen, dass ein gewünschter Titel nach ewigen Jahren einen neuen Teil spendiert bekommt.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der Electronic-Arts-Pressekonferenz): Die Konferenz von Electronic Arts war wirklich kurz und knapp gehalten. Im Gegensatz zu Sony und Microsoft wurde hier nicht viel geredet, sondern Butter bei die Fische gegeben und zwar in Form von Trailer, mehr Trailer und noch mehr Trailer. Man bekam einen Blockbuster nach dem anderen um den Kopf gehauen und wer mich kennt, der weiß, dass das genau nach meinem Geschmack ist. Gerade Spiele wie Dragon Age III: Inquisition, Battlefield 4 und Mirror’s Edge 2 lassen mein Herz höher schlagen und an einen goldenen Start der NextGen-Konsolen glauben. Weitere Knaller sind aber auch das kürzlich angekündigte Need for Speed: Rivals, sowie das Free-to-Play-Spiel Command & Conquer. Vielleicht hätte ich mir noch die ein oder andere Information zum neuen Star Wars: Battlefront gewünscht, aber man kann eben nicht alles auf dem Silbertablett vorgesetzt bekommen. Ich bin dennoch absolut zufrieden, wie die Präsentationen aufgebaut waren und nahm zu guter letzt viele Eindrücke über die Zukunft des Gaming mit.

Special: Sony auf der E3 2013

Sony auf der E3 2013 (1)Wir befinden uns mitten in der Nacht. Genauer gesagt drei Uhr deutscher Uhrzeit und wir warten gebannt darauf, wie Sony die schwere Attacke von Microsoft um den Königsplatz der NextGen-Konsolen wegstecken wird und wie das Unternehmen kontern will.

Sony auf der E3 2013 (2)Es ist wie in jedem Jahr – die großen Publisher treffen sich in Los Angeles, um ein wenig über ihre Jahrespläne zu reden und schon versammelt sich die halbe Welt, um von allen Neuheiten vor Ort zu berichten. Genauso machen wir das jetzt auch, indem wir nach und nach aufzeigen, was Sony alles rund um die PlayStation 4, exklusiven Titeln und dem Ausbau von weiteren sozialen Features zu bieten hat. Im Vordergrund steht natürlich die neue PlayStation 4, dessen geballte Ladung an Leistung die Gaming-Welt in ein neues Zeitalter katapultieren soll. Nicht nur das Design von Sonys neuer Wunderwaffe wird präsentiert, sondern auch der weltweite Preis bekannt gegeben. Um es vorweg zu nehmen, der Preis wird in den vereinigten Staaten bei vierhundert Dollar liegen, in England bei 350 Pfund und in Europa mit vierhundert Euro zu Buche schlagen. Der Preis weiß zu verwundern, vor allem weil die Xbox One mit satten einhundert Euro mehr zur Kasse bittet. Eine Frage darf aber nicht außen vor bleiben, denn wir wollen schließlich wissen, was Sonys Konsole zu bieten hat, damit wir diesen Preis berappen. Zu Beginn stellt Sony aktuelle und ältere PlayStation-3-Spiele vor, wie die HD-Versionen von Final Fantasy X, Final Fantasy X-2, God of War oder Titel wie The Walking Dead. Dabei wird der hauseigene Handheld, die PlayStation Vita, in den Vordergrund gerückt.

Erfrischung alter Bekannter

Sony auf der E3 2013 (3)Mit Trailern wird die PlayStation Vita vermarktet, damit wir auch in den nächsten Monaten Freude an dem Handheld haben und unterwegs leistungsstarke Spiele genießen dürfen. Ob das die Verkäufe der PlayStation Vita ankurbelt, steht allerdings in den Sternen. Es befinden sich immerhin über sechzig Titel in Entwicklung – wir können gespannt sein. Neben den Spielen der Playstation Vita werden auch zahlreiche Indie-Titel vorgestellt. Neben den großen Entwicklern räumt Sony auch den kleinen Firmen etwas Zeit ein. Hier werden amüsante Titel wie Transistor, Mercenary Kings, Octodad und viele mehr für die PlayStation 4 vorgestellt, welche im nächsten Jahr erscheinen sollen. Es wird jedenfalls viel Wert auf den Support solcher Entwicklerstudios gelegt und den Erhalt von PlayStation 3 und PlayStation Vita am Markt. Für ihr aktuelles Flaggschiff hat Sony aktuell wenig neues in petto, verweist jedoch auf die noch erscheinenden Spiele wie Beyond: Two Souls, Batman: Arkham Origins und Gran Turismo 6 und zeigt damit, dass die PlayStation 3 noch lange nicht am Ende ihrer Kräfte angekommen ist. Alleine in diesem Jahr erscheinen einige Hochkaräter, um die Community bei Laune zu halten. Umgehend nach dieser kurzen Ansprache wird auch schon die Konsole der breiten Masse vorgestellt oder eher gesagt das Design der PlayStation 4 enthüllt.

Spiele, Spiele, Spiele

Sony auf der E3 2013 (4)Die neue Wunderbox sieht sehr konform und klein aus für die Leistung, welche in ihr steckt. Andrew House stellt zuerst die exklusiven Features vor und so erfahren wir, dass sogar einige Filme von Sony Pictures nur auf der PlayStation 4 erscheinen werden. Zudem soll es am ersten Verkaufstag schon Angebote zu Filmen und Musik geben, die Rede ist von 150.000 Filmen und zwanzig Millionen Songs, welche man sich leihen oder kaufen kann. Nach dieser Information soll es mit den Feauters schon gewesen sein und es wurden umgehend neue Spiele gezeigt, angefangen mit The Order: 1886. Hierbei handelt es sich um ein neues Spiel im Steampunk-Setting, welches uns zurück in ein stark verändertes Jahr 1866 schickt. Die Grafik sieht schick aus und es verspricht ein aktiongeladenes Spiel zu werden. Unmittelbar nach dem Trailer werden Spiele vorgestellt, welche schon zur Bekanntgabe der PlayStation 4 gezeigt wurden. Hierbei handelt es sich um Killzone: Shadow Fall, das Rennspiel Drive Club, den Action-Thriller Infamous: Second Son und das wohl eher verrückte Spiel Knack. Dann werden wir von Trailern zu Final Fantasy XV (welches ursprünglich als Final Fantasy Versus XIII geplant war) und Kingdom Hearts III von Square Enix überrascht. Auch ein Spiel zu den Mad-Max-Filmen ist in Planung. Die Trailer beweisen deutlich die Grafikpower der Konsole.

Kampf gegen die Konkurrenz

Sony auf der E3 2013 (5)Nachdem Microsoft mit der Xbox One und der Ankündigung eines Online-Zwangs und der Sperre für Gebrauchtspiele für reichlich Gesprächsstoff sorgte, fährt Sony eine ganz andere Schiene. Hier distanziert man sich von der heftigen und umstrittenen Politik der Konkurrenz und unterstützt Spieler, welche gerne ihre Spiele weiter verkaufen oder nur gebraucht kaufen wollen. Es wurde somit bestätigt, dass PlayStation-4-Spiele ohne weitere Kosten gebraucht genutzt werden können. Zudem wird es möglich sein, Offline-Titel auch jederzeit offline spielen zu können. Somit hat Sony zwei Seitenhiebe in Richtung Microsoft abgegeben. Einen Haken gibt es jedoch und so werden sicherlich einige Nutzer einer Sony-Konsole enttäuscht sein. Für ein volles Mehrspielererlebnis muss man zwingend PlayStation-Plus-Mitglied sein. Für knapp fünf Euro im Monat bekommen wir die Rechte, uneingeschränkt den Mehrspielermodus eines Spiels nutzen zu können, Gratisspiele für die PlayStation 3 und die PlayStation Vita abzugreifen und als Startbonus kostenlos das Online-Rennspiel Drive Club zu erhaschen. Weiter werden des Öfteren Rabatte veröffentlicht, automatische Updates und den Zugriff auf einen Cloud Speicher ermöglicht. Hier hat sich Sony in Richtung Microsoft orientiert, um selber Profit daraus zu schöpfen. Einige Kunden wurden damit verärgert.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der Pressekonferenz von Sony Computer Entertainment): Die Zeit wird zeigen, welche der drei Konsolen das Rennen machen wird. Bisher haben alle drei Konsolen ihre Vor- und Nachteile. Während die Xbox One interessantere Features bietet und ebenso viele exklusive Spiele, lockt die PlayStation 4 mit einem Preis von knapp vierhundert Euro, wirbt damit, keinen Kopierschutz zu haben und vor allem auf den Onlinezwang verzichtet. Die Wii U hingegen interessiert mich persönlich nicht, da ich lieber eine Konsole im Wohnzimmer stehen habe, die technisch auf der Höhe der Zeit ist, doch das ist hier nicht das Thema. Bei Sony lassen mich jedoch die ganzen sozialen Aspekte kalt, welche ich eher als störend empfinde. Hier hätte man vielleicht auch mehr auf modernes Fernsehen wie Microsoft setzen sollen. Die Nebengeschichten sprechen ganz klar für Microsoft, die Sympathie und Kundenfreundschaft jedoch für Sony. Sich für eine Konsole entscheiden zu müssen wird sicherlich sehr schwer und somit kann ich es nur noch einmal wiederholen: Die Zeit wird zeigen, welche der drei Konsolen das Rennen machen wird.

Erics Fazit (basierend auf der Pressekonferenz von Sony Computer Entertainment): Die Pressekonferenz an sich gefiel mir bei Microsoft, wenn ich hier schon den Vergleich ziehen muss, deutlich besser, als bei Sony. Mit den Konsolen sind beide Konkurrenten jedoch gleich auf (Nintendo zähle ich sogar als großer Nintendo-Fan mal dezent nicht dazu, um den Rahmen meines Fazits nicht zu sprngen). Technisch werden sich Xbox One und PlayStation 4 wieder so wenig schenken, wie es die Xbox 360 und die PlayStation 3 gemacht haben. Ob ich hier und da einen Lichteffekt oder ein Polygon mehr erspähe, ist mir grundsätzlich egal. Ich möchte mich auch gar nicht so sehr auf die Technik einlassen, denn nach wie vor vertrete ich die Meinung, dass das Gameplay im Vordergrund stehen sollte. Und hier kann ich mir bei Sony ein deutlich besseres Bild machen, als bei der Konkurrenz aus dem Hause Microsoft. The Order: 1886 und Final Fantasy XV, sofern denn der letzte Titel exklusiv für die PlayStation 4 erscheinen wird, sind für mich schon mal die beiden Spiele, die einen Kauf der Konsole unabdingbar machen und mit Metal Gear Solid V: The Phantom Pain habe ich auch schon ein drittes Spiel, welches mich reizen würde. So kam es heute Mittag auch schon dazu, dass ich mir die Konsole prophylaktisch vorbestellt habe. Wenn ich für die fast gleiche Leistung einhundert Euro weniger zahle und dafür auf ein oder zwei Microsoft-Exklusivtitel verzichten muss, dann habe ich damit ehrlich gesagt gar kein Problem. Auch wenn ich Sonys Antwort auf Microsoft gut heiße, frage ich mich tatsächlich, in welcher Welt wir leben, damit solche allgemeinen Grundlagen wie die Möglichkeit, Gebrauchtspiele abspielen zu können, erwähnt werden müssen.

Review: Metro: Last Light

Metro - Last Light (1)Nach dem Erfolg der Bücher, rund um die postapokalyptische Welt und das Leben in den U-Bahn Stationen Russlands, sowie dem ersten Spiel des Franchises, erscheint nun ein neuer Titel in der von Dmitri Gluchowskis erschaffener Welt.

Metro - Last Light (2)Während sich Metro 2033 noch einigermaßen an die Vorlage des Buches hielt, schweift der zweite Teil jedoch ein wenig ab. Im Gegensatz zum Buch hat unser Spielheld Artjom seine letzte Aufgabe überlebt und so erfahren wir eine weitere Geschichte über ihn, welche es in keinem Buch zu lesen gibt. Nachdem Artjom die Mutantenwesen, die so genannten Schwarzen, vernichten konnte, plagen ihn nun jede Nacht wiederkehrende Träume über seine Vergangenheit. Gleich im Intro erfahren wir, wieso Artjom wohl niemals seinen Seelenfrieden finden dürfte – aufgrund dessen, was er mit den Mutantenwesen angestellt hat. Last Light knüpft in etwa da an, wo Metro 2033 aufgehört hat. Dabei wird die Geschichte parallel zum Buch Metro 2034 erzählt, indem Artjom nur als Randbemerkung erwähnt wird. Wir begeben uns also wieder in den Untergrund der Metro, wo Gefahren auf uns lauern und wir das menschliche Elend in einer dürsten Atmosphäre verpackt serviert bekommen, sowie in einigen Passagen in die postapokalyptische Oberwelt, in der wir kein einziges Haus mehr aufrecht stehen sehen und Mutanten täglich auf uns als Nahrungsquelle warten. Für Spieler, die Metro 2033 nicht kennen, lässt sich sagen, dass ein Atomkrieg die Planetenoberfläche unbewohnbar gemacht hat und sich die Bevölkerung in das U-Bahn-System zurückzog.

Lebhafte Spielwelt

Metro - Last Light (3)Das Leben im Untergrund sollte an sich schon hart klingen, jedoch kommen auf die Überlebenden noch wesentlich mehr Probleme zu, als man annehmen sollte. Nachdem die Menschheit vom Aussterben bedroht ist, sollte man meinen, dass sie sich gegenseitig helfen und sich die Überlebenden füreinander einsetzen. Stattdessen ist das Leben genau so erbärmlich wie vor der Katastrophe. Neben Mutanten und der radioaktiven Oberfläche gibt es zu allem Überfluss politische Splittergruppen, welche versuchen, die Metro an sich zu reißen, um ihr System und ihre Ordnung zu verbreiten. Eine Gruppierung sind die Nachfolger der sowjetischen Roten Armee, welche eine kommunistische Ordnung schaffen möchte. Dann haben wir noch die nach Rassenreinheit strebenden Nationalsozialisten, welche absurd die Kopfformen von Menschen messen, um die Reinheit zu bestimmen. Passt dabei ein Mensch nicht in ihr Ideal, wird dieser exekutiert. Als dritte Gruppierung ist noch die so genannte Hanse zu erwähnen – eine Handelsstadt, welche die Hauptstation der Metro ist, weil alle Linien sich genau dort treffen. Diese Stadt ist eher als neutral anzusehen, da ihr Augenmerk auf das Handeln mit anderen liegt und sie kein aggressives Vorgehen befürwortet. Wir bekommen also eine funktionierende mit vielen Facetten präsentiert.

Klassischer Ego-Shooter

Metro - Last Light (4)Auch spielerisch wird versucht, eine gewisse Stimmung aufzubauen. Zwar sieht alles nach einem normalen Ego-Shooter aus und spielt sich auch so, jedoch gibt es Kleinigkeiten, welche immer wieder für eine stimmungsvolle Kulisse sorgen. So müssen wir manuell uns den Dreck von der Gasmaske wischen wenn unser Sichtfeld Matsch abbekommen hat und zudem auf die Haltungsdauer unserer Filters achten, um diesen auch zeitgerecht auszutauschen. An der Oberfläche geht nämlich nichts ohne unsere Gasmaske, da die radioaktive Strahlung schnell den Spieltod herbeiführen kann. In der Metro hingegen sind wir auf Licht angewiesen. Da Batterien eine Seltenheit sind, haben wir eine Lampe, welche wir im Spielverlauf immer mal wieder aufladen müssen. Dazu können wir eine Art Pumpe rauskramen, um durch stetiges Pumpen unsere Batterie wieder aufzuladen. All das gibt uns das Gefühl, als ob wir uns wirklich in den Hauptcharakter hineinversetzen und eine Individualität vom feinsten geboten bekommen. Ansonsten finden sich gewisse Standards wieder, wie das Aufrüsten unserer Waffen mit Schalldämpfer oder Visiere, sowie unterschiedliche Wurfgeschosse. Die Ego-Shooter-Mechanik ist sehr solide und eingängiger als noch im Videospielvorgänger und sorgt gleichzeitig für ein wunderbares postapokalyptisches Gefühl.

Gefühl von Angst und Unsicherheit

Metro - Last Light (5)Die radioaktiv verseuchte Oberwelt ist ebenso schön wie bedrohlich, was sicherlich viel mit der hauseigenen 4A-Engine zu tun hat. Diese zaubert nicht nur stimmige Wetterlandschaften und bedrohliche Häuserschluchten auf den Schirm, sondern auch schmutzige U-Bahn-Stationen, detailgetreue Waffen und gruselige Mutanten. Für besondere Stimmung sorgen die Licht- und Schatteneffekte, Partikel und sehr aufwändig modelliertes Wasser. Alles was die Kulisse betrifft, beweist Metro: Last Light, dass es keiner Grafik-Engine hinterher hinkt. Hier muss sich der Entwickler nicht vor Größen wie Crytek und Dice verstecken. Einzig zu kritisieren sind die Bewegungen einzelner Charaktere, welche sehr steif aussehen und ihre Mimik unglaubwürdig gedeutet werden kann. Hier hätte man mit besserem Motion Capture arbeiten sollen, um die Stimmung in Konversationen oben zu halten. Auch der russische Akzent wurde in unseren Augen zu überzogen hinübergebracht, so dass selbst russische Kollegen das eine oder andere mal schmunzeln bei der Aussprache mussten. Aber gerade die Engine sorgt dafür, dass uns viele Momente im Spiel berühren und schockieren, gerade was die menschliche Moral betrifft. Wenn man viele Leute kümmernd um ein Feuer stehen sieht, dann kommt das Gefühl von Angst und Unsicherheit in uns hervor.

Von Menschen und Mutanten

Metro - Last Light (6)Bei einer atemberaubenden Kulisse muss leider einer leiden, nämlich die künstliche Intelligenz. Wenn diese mitspielt, entwickeln sich unterhaltsame Projektilschlachten, wovon keiner zu treffen vermag. Auch wenn wir mit der Taschenlampe im Dunkeln vor einem Gegner stehen, vermag dieser uns nicht zu sehen und stattdessen die Situation für ungefährlich zu halten. Selbst wenn wir in einer Gegnergruppe den einen oder anderen mit einer Schalldämpferpistole abschießen, so reagieren die umher stehenden nicht. Daher ist es eigentlich relativ einfach, sich mit Schalldämpfer ausgerüsteten Waffen und Wurfmessern im Dunkeln zu bewegen und die Gegner systematisch auszuschalten. Sie lassen sich auch häufig wie Hühner auf der Stange einer nach dem anderen aus dem Weg räumen oder sie rennen verzweifelt von einer Deckung zur nächsten, um dann wieder zu ihrer alten Position zurückzukehren, wo vor zwei Minuten noch ein Verbündeter gefallen ist. Selbst auf laute Geräusche, wie das Zerbrechen einer Glasscheibe, wird nicht reagiert. Wir können somit machen, was wir wollen, doch schenkt man uns einfach keine Beachtung. Somit sind nur noch die Mutanten eine Bedrohung, welche uns wenigstens immer direkt und aggressiv angreifen, aber denen dienen wir ja auch als Nahrung.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Ich bin eigentlich sehr zufrieden mit dem Spiel und hatte meinen Spaß. Wenn man erst mal über die schlechte künstliche Intelligenz hinwegschauen kann, so bekommt man eine hervorragende Spielwelt mit einer dichten Stimmung präsentiert. Für Fans der Bücher, wie ich es auch bin, ist das Spiel ein absoluter Must-Have-Titel, da man viele Parallelen zu Beschreibungen der Umgebung wiederfindet. Auf den Stationen sieht man die unzählige Menschenmasse, überall wird laut geredet, so dass man seinen Nachbarn nicht mehr verstehen kann, die Leute grillen sich Ratten am Feuer und trinken Pilztee und ab und zu hört man einen an seiner Gitarre spielen und einen schönen Song singen, während die Umgebung einfach nur trostlos aussieht. Genau wie im Buch beschrieben entdeckt man all diese Eigenschaften wieder. Selbst die düstere Atmosphäre in den Tunneln der U-Bahn, die Geräusche verstorbener spielender Kinder in den Rohrleitungen, sowie das Jaulen der Mutanten an der Oberfläche. Ein in sich stimmiges Spiel mit einer ausgeprägten Atmosphäre.

Vielen Dank an Deep Silver für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Metro: Last Light!

Review: BioShock Infinite

Bioshock Infinite (1)BioShock Infinite ist wie das erste BioShock, hebt sich von diesem aber stark ab. Das klingt verwirrend, aber genau das ist das gesamte Spiel auch. Statt in die Tiefen des Meeres, zieht es und hoch über die Wolken nach Columbia, einer fliegenden Stadt!

Bioshock Infinite (2)Unser Hauptcharakter im Spiel nennt sich Booker DeWitt und dieser hat anscheinend eine gewisse Schuld zu begleichen. Dieses Detail erfahren wir schon am Anfang des Spiels, als wir von einem Pärchen, in einem Boot, zu einem Leuchtturm gefahren werden. Diese zwei teilen uns mit einfachen Worten mit, dass wir ihnen die Kleine bringen und wir unsere Schuld tilgen sollen. Dabei beginnt BioShock Infinite mit einer Hommage an den ersten Serienteil. DeWitt öffnet eine kleine Kiste und gelangt unmittelbar zu einem Leuchtturm, welcher uns in den Himmel katapultiert. Ähnlich kennen wir das vom ersten BioShock, als wir eine Kiste öffneten, daraufhin unser Flugzeug abstürzte und wir in einem Leuchtturm nach Rettung suchten, welcher uns aber in die Unterwasserstadt Rapture führte. Schon zu Beginn des Spiels stellen sich uns Fragen über Fragen und somit baut der Entwickler schon zu Anfang einen hohen Spannungsbogen in das Spiel ein. Unsere einzige Information bleibt, dass wir ein Mädchen namens Elizabeth in der Wolkenstadt Columbia suchen müssen, um diese heil nach New York zu schaffen. Dabei gehen wir in gewohnter Ego-Shooter-Manier vor und schießen alles um, was uns vor die Flinte läuft. Optional haben wir noch die serientypischen Kräfte, welche wir nutzen dürfen. Diese ermöglichen es uns Raben auf unsere Feinde zu hetzen, Blitze zu erzeugen oder Gegner gegeneinander aufhetzen zu lassen – typisch BioShock eben.

Aktuell beliebt: Steampunk

Bioshock Infinite (3)Die Geschichte rund um BioShock spricht eine deutliche Zielgruppe an, nämlich die der Steampunker. Einige Spiele haben zuletzt dank diesem Szenario auf sich aufmerksam gemacht und damit viele Spieler in ihrem Bann gezogen. Ein Beispiel ist dabei Dishonored: Die Maske des Zorns, welches gerade mit dem neuen Szenario zu begeistern wusste. Auch die Entwickler von BioShock Infinite dürften ihre Zielgruppe voll und ganz erreichen. Es treffen viktorianische Elemente auf Mythen aus der amerikanischen Pionierzeit. Hinzugefügt werden nur noch wundersame Technologien auf den alten Unterdrückerstaat, sowie ein paar magische Fähigkeiten und einfallsreiche Waffendesigns. Selbst unsere Begleiterin Elizabeth nutzt besondere Fähigkeiten, um Portale zu Paralleldimensionen zu schaffen. Somit kann sie uns immer wieder verschiedene Gegenstände, wie Munitionskisten oder Verbandskisten, aber auch schützende Wände und Wachroboter, in die Spielwelt holen. Zudem ist es das erste Mal seit langem in der Videospielgeschichte, dass wir einen kompetenten Begleiter wie sie zur Verfügung stehen haben. Zu keiner Zeit haben wir das Gefühl, einen Klotz am Bein zu haben, sondern eine Person, welche uns auch wirklich unterstützt. All unsere Nerd-Phantasien werden befriedigt und das Spielgeschehen ist dabei über weite Strecken genial inszeniert.

Himmlisches Columbia

Bioshock Infinite (4)Unsere ersten Schritte durch Columbia lassen uns einfach nur staunen. Die Stadt ist wunderschön gestaltet und die Idylle packt uns direkt beim Herzen. Die Spielwelt strahlt nur so durch satte Farben, imposante Gebäude und überdimensionalen Luftkissen, auf welchen die Bauwerke stehen. Es wirkt auf uns wirklich wie der Garten Eden, welchen die Spielwelt auch in ihrer Ideologie darstellen soll. Aber schnell wirft die nahezu perfekte Welt ihre langen Schatten und wir erleben hautnah, wie diese von fanatischen Christen dominiert wird. Männer in weißen Kitteln beten dabei nicht den gewöhnlichen Gott an, sondern Statuen von George Washington, Benjamin Franklin und Thomas Jefferson. Hier bekommen wir den Eindruck, dass es sich um eine faschistische Welt mit pro-amerikanischem Denken handelt und genau das bekommen wir im weiterem Spielverlauf immer öfters gezeigt. Gerade wenn es um die Rassenfrage geht und man jetzt erst realisiert, dass Menschen mit weißer Hautfarbe eine bevorzugte Rolle spielen, wo hingegen Afroamerikaner ihr Leben als Sklaven führen. All das kennt man aus der amerikanischen Geschichte und dies wird in dem vermeidlichen Paradies über den Wolken wieder aufgegriffen. Hinter diesem System steckt Zachary Hale Comstock, der als der Prophet Columbias angesehen wird und nicht gerade viel von Menschenrechten hält.

Lost über den Wolken

Bioshock Infinite (5)BioShock Infinite beherrscht die Kunst, uns immer wieder mit spannenden Fragen zu füttern, uns vermeidliche Antworten zu präsentieren, welche dann aber im Nachhinein annulliert werden, nur um durch weitere Fragen ersetzt werden zu wollen. Hier kann man einen direkten Vergleich mit der Fernsehserie Lost in Betracht ziehen. Genau wie in der Serie drückt sich BioShock Infinite davor beim packenden Finale uns klare Antworten zu geben und spielt uns stattdessen den Ball gleich wieder zurück. Es werden weniger Fragen beantwortet, als neue dazu kommen und somit wächst der Spannungsbogen bis ins Unermessliche weiter, so dass wir das Spiel auf Anhieb haben durchspielen wollen. Am liebsten ohne irgendwelche Pausen. Wir kommen zu dem Entschluss, dass sich die Autoren entweder beim Finale großflächig in Philosophie, Quantenphysik und Symbolik verzettelt haben oder dass dieses Spiel einfach ein Ende für die Videospieler bietet, welche gerne die Geschehnisse bis zum bitteren Ende interpretieren wollen. Wir stimmen für den zweiten Punkt und gehen stark davon aus, dass der Entwickler unsere Gehirnzellen durchbrennen lassen möchte. Wir bekommen in unseren Augen also ein offenes Ende und die Möglichkeit, unsere eigenen Antworten zu finden. Mit dieser Variante haben wir auch viel mehr Spaß und nehmen das Spiel zudem sehr ernst. Die Geschichte weiß zu faszinieren und bietet ein Konzept wie die großen Hollywood Filme.

Mystische Elizabeth

Bioshock Infinite (6)Einen Absatz haben wir uns extra für unsere Begleiterin Elizabeth übriggelassen, um nochmals näher auf einen Charakter einzugehen, wie man ihn kein zweites Mal gesehen hat. Schon zu Anfang des Spiels wird eine gewisse Spannung aufgebaut, als uns Elizabeth fragt, ob wir Angst vor Gott haben. Booker DeWitt antwortet daraufhin nur, dass er sich nicht vor dem Allmächtigen fürchtet, sondern vor ihr. Es wird also kein Geheimnis daraus gemacht, dass unsere weibliche Gefährtin gewisse Eigenschaften mit sich bringt, welche uns sehr mysteriös vermittelt werden. Schon die Tatsache, dass sie Risse zu anderen Dimensionen erschaffen kann, lässt uns des Öfteren mit offenen Augen vor dem Monitor stehen. Aber es ist nicht nur ihre große Stärke, welche uns beeindruckt. Vielmehr ist es unsere emotionale Bindung, die uns mit Wehmut an unsere Abenteuer zurückdenken lässt. Sie ist immer aktiv vor Ort und kommentiert dabei nicht nur das Geschehen, sie bemerkt sogar unbedeutende Kleinigkeiten in der Umgebung, macht Bemerkungen wenn sie Tote sieht und lehnt sich sogar zum Ausruhen an Mauern an. Im Spiel kommt sie uns nie in die Quere und ist ein belebender Aspekt, welcher uns immer wieder den Mut gibt, weiter zu machen und nicht an größeren Gegnern zu verzagen. Sie ist kurzgefasst einfach ein vollständiger Teil dieser Welt.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Ich kann dieses Spiel nur bis zum Himmel loben und bisher ist es eindeutig mein Spiel für das Jahr 2013. Es ist einfach atemberaubend, was die Entwickler über diesen langen Entwicklungszeitraum auf die Beine gestellt haben. Nicht nur die Spielwelt ist so verblüffend, dass mir der Atem wegbleibt, wenn ich durch das verschworene Columbia laufen, sondern auch die Nebencharaktere, allen vorweg Elizabeth, sind einzigartig und wissen zu überzeugen. Selten habe ich zu einer Spielfigur eine solch emotionale Beziehung aufgebaut als zu ihr. Ich spüre förmlich ihre Angst, ihre Unsicherheit und ihren Mut, mich in jeder Hinsicht zu unterstützen. Und das alles in einer solch grausamen Welt, welche versucht wie der Garten Eden zu erscheinen, jedoch von faschistischen Einwohnern und Propaganda zerfressen ist. Bis zum Ende bleibt ein hoher Spannungsbogen durch Fragen bestehen, die sich immer weiter stapeln. Gerade das Ende gibt mir nochmals die Möglichkeit, sich alles auszumalen und zu verstehen. So stelle ich mir ein grandioses Spiel vor und kann BioShock Infinite daher absolut weiter empfehlen!

Vielen Dank an 2K Games für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von BioShock Infinite!

Review: Crysis 3

Crysis 3 (1)Es ist kein Geheimnis, dass Crysis 3 gerade in der PC-Version seine Muskeln spielen lässt. Nachdem man bereits aus internen Reihen Negatives zur aktuellen Konsolengeneration vernommen hat, will Crytek jetzt zeigen, wozu der heimische PC in der Lage ist.

Crysis 3 (2)Dabei wird viel Wert auf eine atemberaubende Grafik und eine dichte Atmosphäre gesetzt. Diese sollen wir wie in Crysis 2 wieder einmal in New York genießen dürfen, doch hat sich vieles verändert: Die Geschichte ist 25 Jahre nach dem Vorgänger angesetzt und dort versuchen wir einen Weg in den sogenannten Liberty Dome, jener Glaskuppel, die New York nun in ein gewaltiges Biotop verwandelt hat, zu finden. Mitten in diesem Biotop verstecken sich zahlreiche Söldner der C.E.L.L.-Organisation und natürlich die mysteriöse Alien-Rasse Ceph. Um gegen diese Bedrohungen bestehen zu können, haben wir den altbekannten und serientypischen Nanosuit, welcher uns unsichtbar werden lässt, die Widerstandsfähigkeit erhöht und uns schneller sprinten, sowie höher springen lässt. Neu ist hingegen nur der sogenannte Predator-Bogen, welchen wir unsichtbar, also ohne unsere Tarnung aufzugeben, abfeuern können. Zudem gibt es ein paar Alien-Waffen und ein Wiedersehen mit einem altbekannten Charakter, nämlich Psycho. Diesen kahl rasierten Charakter kennen viele Spieler noch aus dem ersten Crysis-Teil und aus Crysis: Warhead. Psycho ist ein lustiger Nebencharakter, welcher uns immer begleitet und ein leidenschaftlicher Haudrauf mit Hang zum F-Wort ist. Er repräsentiert das Menschliche in dieser Geschichte, welches unser Hauptcharakter Prophet mehr und mehr verliert.

Lebhafte Spielwelt

Crysis 3 (3)Schon die ersten Schritte unter dem Liberty Dome rufen in uns viele Erinnerungen wach und zeigen, warum die Crysis-Titel stets zur grafischen Referenz avancierten. Auf diesem Abenteuerspielplatz erwartet uns eine angenehme Ruhe – zwischen einzelnen Gebäuden blitzen die wunderschönen Sonnenstrahlen und die sattgrünen Gewächse bewegen sich physikalisch unglaublich präzise, das Wasser reflektiert alle Gegenstände und Häuser in allen Formen und Farben. Wer also viel Wert auf eine Grafik legt, wie man sie nirgendwo ein zweites mal findet, ist mit dem Titel vollends bedient. Neben der Grafik legen die Macher viel Wert auf einen synthetischen Soundtrack, der von vereinzelten Klängen oder Klavierpassagen unterlegt ist. Dies fängt eine Stimmung ein, welche die Spielwelt zu einem Optimum reifen lässt. Dabei wirkt alles wohldosiert. Das Zusammenspiel aus liebevoll ausgearbeiteten Details, scharfen Texturen, Licht- und Schatteneffekten und der Soundkulisse ist betörend und wohltuend zugleich. Die Inszenierung der Spielwelt ist einmalig und somit für viele schon einen Kauf wert. Der einzige fade Beigeschmack ist, dass die volle Grafikpracht nur auf High-End-Rechnern geliefert wird und diese nun einmal ihren Preis kosten. Wer solch ein PC sein Eigen nennt, kann sich dafür auf etwas gefasst machen, was er niemals zuvor erblickt hat.

Nichts für Forscher

Crysis 3 (4)Die meiste Zeit sind wir im Spiel zu Fuß unterwegs, wobei wir ab und zu auch mal einen Buggy fahren dürfen. Diese Szenen sind aber nicht wirklich erwähnenswert und sorgen nur dafür, dass wir einen schlauchigen Weg schneller passieren können. Hier konnten die Entwickler leider nicht Wort halten und setzen uns wie in Crysis 2 in eine eingezäunte Spielwelt mit sieben Kapitel vor die Nase. Obwohl von Crytek oft das Wort Sandbox zu hören war, können wir die Spielwelt von Crysis 3 nicht frei erforschen. Stattdessen sind wir, wie schon gesagt, an Kapitel gebunden. Jedes dieser Kapitel führt uns durch einen neuen und immerhin recht großen Abschnitt des Liberty Domes. Dabei können wir frei nach eigenem Ermessen auch optionale Zwischenaufgaben absolvieren. Die vielfältigen Möglichkeiten, von A nach B zu kommen und wie wir uns durch die Masse an Feinden kämpfen, ist wohl die Definition von Sandbox seitens Entwickler Crytek – schade! Wir haben also nur die Wahl, ob wir unseren Anzug auf Tarnung schalten und an allen Gegnern vorbei laufen, oder ob wir auf volle Panzerung gehen und alles ausradieren, was uns vor die Flinte läuft. Optional können wir auch noch Geschütze und Minenfelder der Gegner hacken, um unsere Feinde mit ihren eigenen Waffen zu schlagen. Bis auf das Hacken ist aber leider alles gleich wie schon im Vorgänger und gerade hier hätten wir uns ein kleines bisschen mehr erwartet.

Ein Nanosuit für alle Fälle

Crysis 3 (5)Während wir am Anfang und in der Mitte des Spiels noch viel schleichen können, kommt diese Option gegen Ende des Spiels nicht mehr in Frage. Hier zeigt sich, wer ausgewogen seine Fähigkeiten geskillt hat. Ein auf Tarnung getrimmter Anzug macht uns nicht gleich unsterblich, sondern eher anfällig gegen Feinde, welche uns dann doch sehen. Zum Level-Ende hin bleibt uns nichts anderes übrig, als mit deutlicher Waffensprache uns den Weg frei zu schießen. Gerade in dieser Passage ist ein Nanosuit, welcher auf Panzerung ausgelegt ist, sehr von Vorteil. Damit wir in den entsprechenden Situationen nicht wild im Anzugsmenü rumfummeln müssen, lassen sich die zuvor freigeschalteten Upgrades zu Sets zusammenlegen und speichern. So wird mit ein paar Klicks unser Tarnmann zu einem echten Rambo, welcher selbst unter heftigstem Beschuss auch noch mit der brenzligsten Situation umgehen kann. Zu erwähnen ist auch, dass Crytek davon geredet hat, dass man, wenn man alle Upgrade-Pakete gefunden hat, alle Möglichkeiten des Nanosuit freischalten kann. Wer allerdings nicht alles findet, muss sich keine Sorgen machen. Wir haben beim ersten Durchgang auch bei weitem nicht alle Pakete gefunden und konnten trotzdem zum Ende gelangen und dieses auch bestehen. Dies liegt sicherlich daran, dass die Gegner nicht übermächtig sind und zudem die Panzerungsfunktion ihren Teil dazu beiträgt.

Verbesserte künstliche Intelligenz

Crysis 3 (6)Unser Mann im Nanosuit ist die einzige Hoffnung, unsere Erde zu retten. Aber auch der Anzug macht uns nicht gleich unsterblich, denn unsere Feinde haben ordentlich dazu gelernt. Machen wir uns unsichtbar, so setzen die Feinde Drohnen ein, welche unseren Anzug deaktivieren können. Aktivieren wir nun unsere verstärkte Panzerung, so werden die Gegner außerirdische Plasmagranaten nutzen, um unsere Barriere schnell zu durchdringen. Die Feinde reagieren somit intelligent auf unsere Vorgehensweise, um mit voller Gewalt dagegen zu wirken. Die Kämpfe sind stark inszeniert und abwechslungsreich. Zudem bekommen wir auch genügend Möglichkeiten, um unseren Feinden Feuer unterm Hintern zu machen. Wir können das frische Upgrade-System nutzen und während des Spiels unsere Waffen aufrüsten. Ein netter Schalldämpfer, explosive Munition oder auch ein neues Zielfernrohr lässt der Baukasten zu. Stehen Feinde zum Beispiel im Wasser, so können wir unseren Bogen mit den Elektropfeilen nutzen, um einfach nur in die Pfütze zu schießen und schon werden unsere Feinde unter Strom gesetzt. Steht hingegen eine große Gruppe C.E.L.L.-Soldaten auf einem Haus, so nutzen wir die Explosivpfeile, um großen Flächenschaden anzurichten – an Möglichkeiten mangelt es Crysis 3 also nicht, doch leider stoßen wir nicht so oft auf solche Momenten, da die Spielzeit mit knapp sechs Stunden sehr eng bemessen ist.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Crysis 3 hat seine Licht- und Schattenseiten. Zu den Lichtseiten gehört eindeutig die wundervolle Grafik, der melancholische Sound, sowie dieser, immer wieder auftretende, Wow-Moment, wenn man in voller Grafikpracht die wunderschön gestaltete Spielwelt mit all ihren Details sieht. Auch positiv ist, dass die Feinde uns ein wenig mehr fordern als noch in Crysis 2 und actionvolle Einlagen garantiert sind. Zu den Schattenseiten gehört hingegen die geringe Spielzeit von gerade einmal sechs Stunden, sowie die Story, welche sich selbst ein bisschen verstrickt. Viele Fragen bleiben einfach offen im Raum stehen – wie zum Beispiel, warum Psycho nicht mehr seinen Nanosuit trägt oder was es nun wirklich mit Prophet auf sich hat. Im Vergleich zum Vorgänger ist die Spielwelt ein wenig offener, jedoch nicht so offen wie noch im ersten Teil der Crysis-Serie. Am Ende behalten wir das Spiel dennoch in bester Erinnerung, was vor allem an der Grafik, des schön gestalteten New Yorks und der brachialen Action liegt.

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars zu Crysis 3!

Review: Aliens: Colonial Marines

Aliens Colonial Marines (1)Die Erwartungen an Aliens: Colonial Marines wurden nach Bekanntgabe der Entwicklung des Titels anhand verschiedener Trailer und Demos hoch angesetzt, denn schließlich ist die Aliens-Saga für Filmkenner eine wahre Legende.

Aliens Colonial Marines (2)Vor allem die Vorgeschichte zu Aliens, Prometheus, welche letztes Jahr im Kino anlief, ließ die Herzen der Fans einmal höherschlagen und das Verlangen nach neuen medialen Inhalten der Geschichte rund um die schleimigen Viecher wachsen. Aber ob das neue Spiel aus dem Hause Gearbox Software uns nach fünf Jahren Entwicklungszeit befriedigen kann, ist eine sehr gute Frage, denn schließlich ist erst vor kurzem Duke Nukem Forever mit einer ewigen Entwicklungsphase mehr schlecht als recht erschienen und somit sehen wir erst mal mit einem skeptischen Blick auf das Spiel und wollen uns positiv überraschen lassen. Dieses knüpft an die Ereignisse des zweiten Films an. Genau elf Monaten nach den Geschehnissen des zweiten Teils wird ein Funkspruch abgefangen und der Spieler wird mit seiner Einheit auf die U.S.S. Sulaco geschickt um zu erfahren, was dort mit der Besatzung geschehen ist. Jedoch wird nicht nur unsere Einheit dorthin entsandt, sondern auch Söldner der Weyland-Yutani-Gesellschaft. Daraus erfolgt ein Gefecht zwischen drei Parteien, die alle um das nackte Überleben kämpfen. Während die menschlichen Parteien sich gegenseitig beschießen, gibt es dann auch noch die Xenomorphs, welche natürlich aus ihrem instinktiven Trieben heraus versuchen alles und jeden zu erledigen. Hin und wieder finden wir im Spielverlauf des Öfteren Andeutungen und Übereinstimmungen zu dem Spielfilm, welche unser Fanherz wieder erinnern lassen.

Enttäuschung auf den ersten Blick

Aliens Colonial Marines (3)Nachdem das Entwicklerstudio viele wunderbare Trailer gezeigt hatte und sogar eine Demo veröffentlicht wurde, welche die Eindrücke einer authentischen Kulisse bestätigt hat, sind wir von dem Endergebnis jedoch stark enttäuscht. In der Demo sahen wir noch wunderbare Lichteffekte, welche für ein Horrorgefühl wie in den erstklassigen Spielen und Filmen sorgen. Gerade die dynamischen Effekte des Lichtes waren mit das Beste in der Demoversion und in jedem Trailer gab es neues Material, welches die Atmosphäre abermals verdichten ließ. Umso mehr sind wir enttäuscht von der fertigen Version des Spiels, da so ziemlich alles, was uns gezeigt und versprochen wurde, einfach fehlt. Prinzipiell wurde mit einem komplett anderem Spiel geworben als es im Endeffekt wirklich ist. Hier stellt sich die Frage, ob dies überhaupt gesetzliche Nachfolgen haben könnte, wenn die Fangemeinschaft dagegen Stunk läuft. Es wurden nahezu alle Lichteffekte entfernt und selbst die Gesichter der Charaktere haben sich im Gegensatz zur Demo stark verschlechtert. Wir stellen uns die Frage, wieso sich ein Spielentwickler die Mühe einer solchen Demo abverlangt, wenn er nicht einmal diese Qualität in seinem fertigen Produkt präsentieren möchte oder gar will. Schon vorab können wir jetzt festhalten, dass eine Menge an Atmosphäre verloren geht und das gerade Kennern der Demo damit einiges abverlangt wird, wenn man sich den Unterschieden bewusst ist.

Negativpunkt Grafik

Aliens Colonial Marines (4)Dass die Lichteffekte fehlen sind anbei nicht die einzigen negativen Punkte in Sachen Grafik. Wir bekommen eine Pixelwand nach der anderen geliefert und viele schmierige Texturen. Wir fühlen uns so, als ob wir einfach mal in der Zeit um mehrere Jahre zurückgereist sind. Es ist das gleiche Schicksal, welches der Duke ergriff. Eine viel zu lange Entwicklungszeit und das Ergebnis einer alten und nicht verfeinerten Engine. Es mag durchaus hart klingen nach einer so langen Entwicklungszeit, aber schon der Anfang des Spiels vermiest dem Spieler jeglichen Spielspaß. Wir setzen unser Hauptaugenmerk nicht auf die Grafik oder knallige Effekte, jedoch erhoffen wir uns ein zeitlich angepasstes Spiel und kein Spiel alternder Erscheinung – das ist schon echt harter Tobak! Die Texturen sind an allen Ecken und Kanten schlecht aufgelöst, blass und sehr farbarm gehalten, wie es uns seit Jahren schon nicht mehr begegnet ist. Dazu bewegen sich die Charaktere so, als hätten sie einen Stock im Hintern und die Gesichter sehen nahezu aus wie die von Porzellanpuppen. Selbst die Bluteffekte können wir nur als altbacken abstempeln, da diese aussehen wie Ketchupspritzer an einer Decke. Wir reden hier definitiv nicht von einem alten Gruselfilm! Hinzu kommen noch ein paar große Clipping-Fehler und fertig ist das Meisterwerk. Als Verbraucher darf man sich zurecht fragen, was die Entwickler hier fabriziert haben, aber sicherlich nicht sinnvoll am Spiel gearbeitet.

Spielerische Feinheiten

Aliens Colonial Marines (5)Positiv können wir aber hervorheben, dass die Xenomorphs ein wirklich gutes Design haben und jederzeit zu überzeugen wissen. Hier kommt für uns das erste Mal richtiges Aliens-Feeling auf und so identifizieren wir das Spiel mit den Kino-Klassikern. Komisch hingegen finden wir, warum die Aliens wesentlich besser animiert in ihren Bewegungsmustern sind als die Menschen. Es macht den Eindruck, als ob man die ganze Energie auf die Entwicklung deren Aussehens gesetzt hat. Gelungen sind zudem kleinere Details wie zum Beispiel der Motiontracker, welchen man auch aus dem Film kennt. Mit diesem Sensor können wir die Aliens in unserer Nähe sehen und aufspüren. Schön anzusehen ist auch, dass wir das Gewehr genau wie im Film aufschultern und das vor allem der Sound unserer Waffe so wunderbar und unverfälscht klingt wie in der Vorlage. Jede einzelne LED-Anzeige ist dort, wo sie hingehört. Wir fragen uns, ob dies wirklich die Highlights sind, die ein ganzes Spiel vor einer schlechten Rezession bewahren. Es fällt uns auch noch ein weiteres Highlight ein. Die Lebensanzeige ist endlich nicht mehr wie in den meisten Ego-Shootern regenerativ, sondern muss ganz nach der alten Schule mit Medipaks aufgeladen werden. Wir verlieren nach unseren Schilden das Leben, welches in drei Balken eingeteilt ist. Ist einer dieser Balken verbraucht, so können wir diesen nur anhand von Medizinkisten wieder auffüllen – wenigstens etwas Erfreuliches!

Lichtblick Multiplayer-Modus

Aliens Colonial Marines (6)Den einzigen Spaß mit diesem Spiel hatten wir im Mehrspielermodus. In klassischer Manier schlüpfen wir in die Rolle eines Marines oder in die eines Aliens. Dabei stehen uns natürlich verschiedene Klassen zur Auswahl, welche wir selbst kreieren können. Bei den Marines suchen wir uns verschiedene Waffen aus, welche wir mit Aufsätzen wie dem Flammenwerfer oder Zielobjekten verfeinern. Bei den Xenomorphs hingegen schalten wir mit Levelaufstiegen neue Nahkampffähigkeiten frei, welche wir ausrüsten können. Die Mehrspielerkarten bieten eine Vielfalt an Variation und somit haben wir die Möglichkeit auf Maps mit einer sehr offenen Spielwelt zurückzugreifen oder Karten zu spielen, welche uns in dunkle und enge Gebiete eines Raumschiffs spielen lassen. Dabei müssen wir mit den Marines natürlich immer sehr eng zusammenbleiben, um uns zu verteidigen, wohingegen die Xenomorphs natürlich auf den richtigen Moment warten sollten, um blitzschnell zuzuschlagen. Dabei lassen sich die Aliens sehr schnell und wenig spielen, halten jedoch nicht viel aus. Hier haben wir die besten Möglichkeiten, wenn wir nur einem Marine schnell und mit viel Wendigkeit nahe kommen und ausschalten. Leider bietet der Mehrspielermodus nur wenig Möglichkeiten, den Spielspaß auf lange Zeit hoch zu halten. Hier fehlt es uns vor allem an Abwechslung und verschiedenen Spielmodi. Es fehlt hier und da ganz einfach an Balance im Spielverhalten. Tödlich!

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Selten wurde ich von einem Spiel so dermaßen enttäuscht und ich finde es eine Unverschämtheit, dass der Entwickler mit einem Produkt geworben hat, welches ich jetzt absolut nicht in der Hand halte. Ich frage mich gerade nach den Enttäuschungen der letzten Spieltitel, was sich die Entwickler dabei gedacht haben beziehungsweise was geschehen ist. Es fehlt der kreative Geist, mal etwas Neues zu versuchen, etwas zu riskieren, einfach etwas Besonderes zu machen. Entweder etwas, was die Grafikfreaks beeindruckt, etwas was eine unglaublich dichte Atmosphäre schafft oder eine Story, die einfach unvergleichlich ist. Ich habe das Gefühl, dass wir sehr oft nur noch Einheitsbrei geliefert bekommen, welchen man durch eine große Werbekampagne und jeder Menge Lügen über Innovation an die Masse verkaufen möchte, um nur noch einen großen Profit zu erzielen. Da fragt man sich wirklich, wieso nur so selten tolle Spiele wie Mass Effect 3, Assassin’s Creed III oder Hitman: Absolution auf den Markt kommen und dabei in meinen Augen immer noch einen frischen Wind mit in den Videospielmarkt bringen und auf ihre Art zu begeistern wissen. Ich bin vor allem enttäuscht, da Alien: Colonial Marines ein riesiges Potenzial hat und die Entwickler geworben haben, dieses Potenzial zu kennen und nutzen zu wollen. Stattdessen werden Filmlizenzen immer verhunz! Es sah doch alles so gut aus in der Demo, alles so stimmig! Man hat eindeutig das Konzept verraten. Ich fühle mich einfach nur um ein Produkt durch manipulierte Werbung betrogen, mehr möchte ich dazu nicht sagen!

Vielen Dank an Sega und Deep Silver für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Aliens: Colonial Marines!

Review: Hitman: Absolution

Hitman Absolution (1)Nach einer langen Pause haben wir wieder die Möglichkeit, uns noch einmal in die Rolle von Agent 47 hineinzuversetzen und unsere Gegner anhand vieler Optionen auszuschalten. Wir haben das Essen unserer Feinde vergiftet oder diese mit der Klaviersaite erdrosselt.

Hitman Absolution (2)Wie in den vorherigen Serienteilen gibt es wieder zahlreiche Möglichkeiten, unsere Feinde unbemerkt zu töten oder aggressiv in die Front zu springen. Ersteres ist dabei die langatmige, aber effektivere Variante. Meistens tun wir dies auch elegant im schicken Anzug oder clever verkleidet. Selten gehen wir dabei in die Vollen und schießen uns im Bademantel durch die Gegnermassen, eben so wie wir halt in dem Zeitpunkt verkleidet sind, wenn wir auffliegen. Hitman: Absolution ist also ein klassisches Hitman, welches dieselben Eigenschaften mit sich bringt wie der Vorgänger Hitman: Blood Money. Den meisten Spaß haben wir als lautloser Killer, indem wir die Gebiete genauestens durchkämmen, um möglichst gute Positionen zu finden, in denen wir unser Hauptziel töten können, ohne dabei erwischt zu werden. Kreativität wird belohnt und man kann sich im Menü einen guten Überblick darüber verschaffen, welche levelspezifischen Herausforderungen man noch erledigen muss. Tötet man einen Gegner aus Versehen, erhält man auch keinen Bonus am Ende des jeweiligen Levels. Deshalb hat man das Gefühl, als würde taktisches Töten höher bewertet werden als reine Schusskraft. Leider haben wir aber auch den Eindruck gewonnen, dass uns das Leveldesign praktisch den besten Weg zum perfekten Attentat vorgibt. Dieser Punkt stört und vermiest niemals den Spielspaß.

Lebhafter Agent 47

Hitman Absolution (3)Unser Hauptcharakter bekommt im neuem Teil wesentlich mehr Leben eingehaucht und somit erkennen wir leichte Gefühlsschwankungen am sonst so eiskalten Killer. Die Spielwelt ist zwar offen, jedoch ist die Handlung konzentrierter und jede Tötung, die wir vollziehen, wird in der Geschichte aufgegriffen. Es wird also eine menschlichere Geschichte von Agent 47 erzählt, die den Protagonisten in ein deutlich besseres Licht rückt. Weg von dem Image des Killers ohne Gefühle, hin zu einer Person, welche auch den Schmerz zu spüren bekommt und dem auch verschiedene Ereignisse nahegehen. Hier gilt aber auch ein großes Lob an unseren eigentlichen Feind Blake Dexter. Er wirkt wie ein typischer Urbösewicht und wird in dem Spiel super in Szene gesetzt. Er ist leicht gestört und sicherlich eines der Highlights in Hitman: Absolution. Leider ist sein Ende nicht zufriedenstellend und wir hätten uns etwas Würdigeres gewünscht, auch wenn er der Buhmann im Spiel ist. Eines muss man der Story jedoch vorwerfen – sie ist absolut nichts für Serienneulinge. Wer die Vorgänger nicht kennt, den lassen die Entwickler im Regen stehen. Zusammenhänge zu den Vorgängern werden nicht erklärt, sondern nur am Anfang des Spiels anhand eines Intros zusammengeschnitten. Hier hätte man sich entweder mehr Mühe für das Intro geben oder während des Spiels verschiedene Elemente einführen müssen, um die vorhergegangene Story aufzurollen.

Kritikpunkt: Speichersystem

Hitman Absolution (4)Hier greifen wir ein Problem auf, welches gerade in den letzten Spielstunden auffällt. Gegen Ende des Spiels verliert Hitman: Absolution ganz klar an Unterhaltung und endet letzten Endes zu abrupt. Das verleitet uns dazu, dass wir jedes Level nochmal spielen wollen, um alternative Möglichkeiten zu suchen. Das momentane Ende nimmt uns nicht wirklich mit und wir hätten eher mit einem größeren Knall gerechnet. Aber kommen wir zum Speichersystem, welches uns gewaltig auf die Nerven geht. Erfahrene Spieler werden sich hier sicherlich nicht angesprochen fühlen, aber für Neulinge ist dies sicherlich sehr störend. Während der Levels wird man mindestens einen Checkpoint auswählen können, den man aktivieren kann. Das bringt aber auch ein gewaltiges Risiko mit sich, da man die Kontrollpunkte für später sparen kann, um fiese Wiederholungen zu vermeiden. Verzögert man jedoch das Speichern, kann es passieren, dass man wieder von vorne beginnen muss, wenn nicht alles so wie gehabt läuft. Es ist also eine Art Dilemma, in welchem wir uns befinden. Entweder wir gehen auf Nummer sicher und speichern oder wie versuchen einen Durchgang ohne auch nur einen Checkpoint zu aktivieren, um die Punkte aufzusparen. Spieler, welche in höheren Schwierigkeitsgraden agieren, müssen damit leben, dass die Checkpoints auf mittlerem Niveau ausgeschaltet sind.

Instinktiver Killer

Hitman Absolution (5)Der Instinktmodus ist eine absolute Neuerung im Hitman-Universum. Per Knopfdruck werden dabei Zielpersonen rot markiert und störende Nichtziele gelb angezeigt, auch durch Wände hindurch, sodass wir einen Raum nicht betreten müssen, wenn potentielle Gefahr droht. Des Weiteren werden Patrouillenrouten von Wachen hervorgehoben und relevante Gegenstände und Orte ebenso. Wichtig ist dieser Modus auch, wenn wir verkleidet sind und unbemerkt an anderen vorbei gehen wollen. Haben wir uns zum Beispiel in ein Mechaniker-Outfit geworfen und wollen so durch die Werkstatt gehen, kann es sein, dass den Kollegen schnell auffällt, dass sie uns gar nicht kennen. Durch das Aktivieren unseres Instinkts können wir für kurze Zeit verhindern, dass wir auffallen und die anderen Mechaniker misstrauisch werden, auch wenn wir ihnen verdammt nahe kommen sollten und sie uns direkt ins Gesicht schauen. Die optischen Hilfen unserer Fähigkeit sind dabei auf niedrigem Schwierigkeitsgrad immer verfügbar, jedoch müssen wir für verschiedene Aktionen auch Instinkt sammeln. Zum Beispiel können wir in Zeitlupe mehrere Gegner markieren und dann einen ultimativen und schnellen Kill an mehreren Zielen ausüben. Das sieht nicht nur genial aus, sondern ist auch sehr effektiv. Unseren Instinkt laden wir auf, indem wir unsere Feinde lautlos und unbemerkt ausschalten, also dem Gegenteil von dem, was uns mit Instinkt möglich wird.

Stil und Atmosphäre

Hitman Absolution (6)Sind am Anfang die Levels eher überschaubar und sehr linear, so werden die Missionen im weiteren Verlauf wesentlich komplexer, die Möglichkeiten deutlich zahlreicher und die Lösungsmöglichkeiten zum Abschließen von Aufträgen erheblich origineller. Dabei sehen die Schauplätze unverschämt gut aus und haben uns nicht nur einmal die Kinnlade runterklappen lassen. Ob im Regen von Chicago oder unter der Sonne von South Dakota, die Wettereffekte sehen absolut fantastisch aus. Auch in den diversen Clubs werden wir von Lichteffekten verwöhnt und kommen aus dem Staunen kaum noch raus. Ärgerlich ist nur, dass uns ab und zu Gegner über den Weg laufen, welche wir schon mehrmals gesehen haben, aber da können wir drüber hinweg sehen. Die Charaktermodelle sind erstklassig und die Beleuchtung ist ein Traum für jeden Gamer. Jedoch ist uns auch eine Schwäche aufgefallen, die gerade in der Hektik ein wenig nerven kann. Somit müssen wir, wenn wir zum Beispiel einen Schalter aktivieren wollen, Millimeter genau an diesem Schalter stehen, um ihn bewegen zu können, doch trotzdem lässt uns das Spiel nicht los: Es ist schon ein famoses Gefühl, wenn man sich als Polizist verkleidet durch die Menschenmassen schlängelt. Somit kann uns das Spiel nicht nur optisch, sondern auch spieltechnisch absolut begeistern.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Hitman: Absolution lässt mein Serienherz wieder einmal höherschlagen. Nachdem für mich mit Assassin’s Creed III und Far Cry 3 wieder zwei ebenbürtige Nachfolger auf den Markt gebracht worden sind, kann sich Hitman: Absolution nun offiziell dazuzählen. Man wird das Gefühl nicht los, in einer vertrauten Spielwelt zu sein und das Spiel schon über Jahre zu kennen. Dabei ist das nicht negativ gemeint, sondern eher gesagt sogar sehr positiv! Fans der älteren Spiele werden sich absolut befriedigt fühlen und genau das serviert bekommen, was sie erwarten. Neulinge werden leider hier ein wenig vernachlässigt und müssen sich erst an die schwierige Steuerung gewöhnen und an die zahlreichen Möglichkeiten, die dieses Spiel bietet. Hier ist es vor allem wichtig, Geduld zu bewahren und den richtigen Zeitpunkt abzuwarten. Man spioniert verschiedenen Charakteren erst nach und studiert ihre Verhaltensmuster. Dann muss nur noch das Timing stimmen, um unser Zielobjekt unbemerkt auszuschalten – genau das ist es, was man von Agent 47 erwartet. Von meiner Seite aus gibt es eine klare Kaufempfehlung und Neulinge sollten sich unbedingt in die Spielwelt anhand der älteren Titel einarbeiten, um auch Hitman: Absolution von Anfang bis Ende genießen zu können.

Vielen Dank an Square Enix für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Hitman: Absolution!

Review: Medal of Honor: Warfighter

Schon im Jahr 2010 haben Entwickler Danger Close Games und Publisher Electronic Arts versucht, mit Medal of Honor einen direkten Konkurrenten zu Call of Duty: Modern Warfare auf die Beine zu stellen. Das neue Spiel wusste jedoch nicht wirklich zu begeistern und bot nur durchschnittliche Ego-Shooter-Kost.

Im Vergleich zum Vorgänger hat sich in Medal of Honor: Warfighter einiges getan. Wir sind Teil eines Sondereinsatzkommandos und blicken auf dreizehn Missionen zurück, welche allesamt action- und temporeich aufgezogen wurden. Neben wilden Verfolgungsjagden gibt es auch reichlich Schleicheinlagen, in denen wir unsere Gegner so leise wie nur möglich ausschalten sollen. Schließlich sind wir ein professionell ausgebildeter Elite-Killer! Wir werden quer durch die Welt geschickt, um an verschiedenen Orten gegen den Terrorismus vorzugehen. Im Mittelpunkt stehen dabei aber nicht nur die Handlungen rund um das Böse der Welt, sondern auch um die Geschehnisse eines Mannes und sein Familienleben. Stets werden wir mit den persönlichen Problemen unseres Charakters konfrontiert und welche Auswirkungen die ständigen und geheimen Einsätze auf das Familienleben haben. Ein Soldat hat es eben nicht einfach, das zivile Leben mit dem militärischen unter ein Dach zu bringen. Vor allem müssen sich die Angehörigen ständig Sorgen machen und das weiß Warfighter auch zu präsentieren. Gerade in der Darstellung verschiedener Charaktere werden die Stärken der Frostbite-2-Engine wieder einmal sichtbar. Die Umgebungsstimmungen sind also in den Zwischenszenen, sowie auf dem Schlachtfeld gegeben und so bekommen wir eine gute, wenn auch nicht überragende, Geschichte erzählt.

Neue Mehrspieler-Erfahrung

Danger Close Games ist endlich wieder für die Entwicklung des Mehrspielerteils von Medal of Honor verantwortlich und das verspricht eine ganze Menge! Im neuem Mehrspielermodus von Warfighter ist es möglich, Spezialeinheiten aus aller Welt zu spielen. Dabei können wir uns für Soldaten des britischen Special Air Service, die amerikanischen Navy SEALs oder des deutschen Kommando Spezialkräfte entscheiden. Natürlich stehen aber noch viel mehr Nationen samt ihrer Spezialeinheiten zur Auswahl. Im Spiel haben wir dann die Wahl zwischen sechs Klassen (Spec Ops, Sniper, Heavy Gunner, Point Man, Assault und Demolition), wovon jede Klasse eine exklusive Sekundärwaffe sowie Granaten besitzt. Dazu kommen noch verschiedene Spezialfähigkeiten, wie erweiterte Gesundheit oder verschiedene Arten von Luftangriffen. Das Prinzip ist also wie bei den meisten Ego-Shootern gehalten und so können wir unsere Klassen immer wieder anpassen und auswählen. Eine Neuerung ist das so genannte Fire-Buddy-System, mit dem unsere Mitspieler zu unseren besten Freunden werden. Bleiben wir während eines Gefechts in der Nähe unseres Buddys, so erhalten wir einige Vorteile und vermeiden somit zum Beispiel Munitionsknappheit. Jedoch sollten wir darauf achten, nicht zu lange bei unserem Freund zu bleiben, da wir sonst ein leichtes Ziel abgeben und sich ein Gegner über einen Double Kill freuen könnte.

Fehlerhaftes Buddy-System

Deswegen müssen wir taktisch agieren und zusehen, dass wir stets zusammen bleiben. Jedoch in gewissen Abständen, damit wir nicht in eine Falle laufen. Sollte unser Buddy sterben, so wird der Feind, welcher ihn ausgeschaltet hat, für kurze Zeit markiert und für uns selbst hinter der dicksten Wand hingegen jegliches physikalisches Gesetz deutlich sichtbar. Erledigen wir nun diesen Gegner, kommt unser Freund automatisch wieder zurück ins Gefecht. Schaffen wir dies nicht, spawnt unser Teamkamerad an irgendeiner Stelle auf der Karte. Es wird uns also aufgezwungen, mehr im Team zu spielen und es scheint faktisch zu klappen. Das neue System funktioniert aber leider nicht so wie gewollt und es kommt somit vermehrt zu langen Wartezeiten nach unserem Ableben. Ist nämlich ein Feind in der Nähe unseres Kammerrads, so können wir bei ihm nicht wieder einsteigen. Und dies geschieht leider öfters, als wir es uns wünschen. Im neuem Mehrspielermodus Home Run wird uns dies allerdings verwehrt und so dürfen wir, wenn wir in der Schlacht fallen, erst wieder in der nächsten Runde teilnehmen. Spiele wie Counter-Strike haben derlei Regeln zwar schon länger, jedoch erhöht es die Spannung in Warfighter erheblich. Unser Ziel ist es beispielsweise, unseren Flaggenträger zu verteidigen, während er die Flagge in unsere Basis schleppt. Dabei sollten wir aber gut Acht geben, da unser Leben sehr kostbar ist.

Kleiner Bruder von Battlefield

Sterben wir, so kommen wir nicht wieder zurück, um unseren Flaggenträger zu schützen und unser Team ist dezimiert. Dabei können sogar bis zu sechs Spieler die Flagge aufnehmen und diese in die Basis schleppen. Das ein so alter Spielmodus uns noch zu begeistern weiß, finden wir absolut super. Auffällig ist bisher nur das Waffenhandling. Hier scheint sich einiges geändert zu haben, da sich die Waffen nun wesentlich authentischer anfühlen. Während in Battlefield 3 die Waffen noch einen mäßigen Rückstoß haben und sich trotzdem sehr zeitnah anfühlen, setzt Medal of Honor: Warfighter auf wesentlich mehr Rückstoß bei den Schusswaffen. Die Waffenhandhabung ist äußert schwierig gestaltet und läuft noch lange nicht so flüssig. Heftige Rückstöße und das daraus resultierende ungenaue Zielen sind das Ergebnis beim Dauerfeuer. Grafisch und vom Sound her orientiert sich Warfighter mit der Frostbite-2-Engine stark an Battlefield 3 und so sehen wir einige weitere Parallelen. Das allgemeine Setting fühlt sich an, als ob Medal of Honor ein leicht verändertes Battlefield 3 ist. Man braucht also keine Innovationen zu erwarten und Spieler, die Battlefield gespielt haben, finden sich sehr schnell in zurecht. Ebenfalls ist es ungewohnt, nicht mehr gegen die „Bösen“ zu kämpfen, sondern gegen andere Spezialeinheiten aus aller Welt. Deutsche schießen also wieder auf Amerikaner, sicherlich etwas makaber.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Medal of Honor: Warfighter ist für mich ein Spiel, welches ich empfehlen kann. Gleichzeitig muss ich aber sagen, dass man es nicht gespielt haben muss. Die Geschichte ist gut erzählt, die Grafik schön und die Steuerung bekannt knackig. Für einen Battlefield-3-Verteranen wie mich ist das allerdings schon Gewohnheitskost und nichts Neues. Somit wirkt Warfighter schlicht wie ein Update mit einem schlechteren Mehrspielermodus. Der Versuch, enge Karten wie bei Call of Duty zu nutzen, ist nach hinten losgegangen und man fühlt sich schlicht der möglichen Freiheit beraubt. Ebenso ist das Buddy-System eher störend als hilfreich und hat für einige wartende Minuten gesorgt. Überzeugen konnte mich also nur die Geschichte, welche sehr gut erzählt wird und die Emotionen der Charaktere authentisch wiedergibt. Ob eine Story, die gerade einmal nur fünf Stunden dauert, das Geld wert ist, muss jeder für sich entscheiden. Wer das Hauptaugenmark darauf legt, kann getrost zuschlagen, doch wer eine neue Mehrspieler-Erfahrung sucht, sollte sich eher mit Battlefield 3 auseinandersetzen.

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Medal of Honor: Warfighter!

Review: Call of Duty: Black Ops 2

Wie jedes Jahr verkaufen sich die Call-of-Duty-Titel wie warme Semmel und veranstalten schon vor Release einen riesigen Hype. Nicht anders war es bei Treyarchs neustem Titel. In unserem Review erfahrt ihr, ob das jährliche Konzept auch dieses Jahr aufgehen wird.

Diesmal verschlägt es uns ein wenig in die Zukunft – um genau zu sein ins Jahr 2025. Hier steuern wir Alex Mansons Sohn David, welcher sich im Altenheim vom stark gealterten Woods die Geschichte rund um den Oberbösewicht Menendez erzählen lässt. So wechseln sich Missionen in der Vergangenheit mit Aufträgen in der nahen Zukunft ab. In der Zukunft jagen wir wie gewohnt den Bösewicht hinter den terroristischen Aktivitäten, während wir uns in der Vergangenheit mit früheren Geschehnissen auseinandersetzen, wie zum Beispiel mit der Befreiung von Woods in Vietnam. Dabei versuchen die Entwickler eine hollywoodreife Inszenierung aufzubauen, welche uns an die Geschichte fesseln soll. Jedoch haben in unseren Augen die Entwickler mehr versprochen, als schließlich gehalten wurde. Anfangs war die PC-Version leider nicht spielbar und wir mussten einen Patch abwarten. Starke Spielfehler und das ständige Nachziehen der Maus raubten uns den Spielspaß. Aber selbst mit dem aktuellen Patch, mit dem das Spiel endlich flüssig läuft, sind uns viele Fehler aufgefallen. Zum Beispiel stimmt die Synchronisation in der deutschen Version nicht überein und so bewegen sich oft die Münder einfach nicht lippensynchron. Des Weiteren haben wir das Gefühl, dass die Autozielfunktion der Konsolenversionen stark übernommen wurde, da wir nicht einmal auf einen Gegner zielen müssen, um ihn zu treffen.

Alles schon einmal gesehen

Die Engine ist auch seit Jahren immer noch dieselbe und wirkt mittlerweile stark veraltet. Neulich verkündeten die Entwickler noch, wie aktuell ihre Grafik-Engine über all die Jahre noch ist und das man auch in naher Zeit an dieser festhalten möchte. Wir fragen uns nur, wie den Fans dies bei der modernen Technik noch gefallen kann. Wenn wir in Gesprächen mal nicht genau auf einen Charakter schauen, sondern nur auf den Baum im Hintergrund, dann verschwimmen die Texturen in den Gesichtern sofort und wir bekommen einen Pixelbrei vorgesetzt, den ihr ungern sehen wollt. Die Kantenglättung ist auch nicht die feinste und so sehen wir ständig irgendwelche Texturen aufflimmern oder Gegenstände im Hintergrund verschwinden. Uns fällt vor allem auf, dass dies bei Call of Duty: Modern Warfare 3 noch nicht der Fall war und ob nicht sogar ein Versagen seitens Treyarch daran schuld sei. Leider stört dies unheimlich die Atmosphäre und raubt uns oft genug den Spielspaß. Ein weiterer Grund, warum wir nicht wirklich warm geworden sind, ist die schreckliche Vertonung der Cutscenes. Immer wieder sind die Charaktere minutenlang still und sagen kein Wort. In den meisten Szenen kommt kein echtes Dialog-Feeling zustande. Es wirkt alles absolut leblos, lieblos und absolut ohne weitere Emotionen zusammengebastelt. Das ist besonders deshalb sehr schade, da vor allem Black Ops 2 mit seiner komplexen Geschichte zu begeistern wusste.

Ohne Emotionen, ohne Lust

Es wurde wesentlich mehr versprochen, als wir zu sehen bekommen. Als Beispiel nehmen wir mal die Handlungsfreiheit, welche uns vorgehalten wird. In Wahrheit können wir meist zwischen zwei Wegen entscheiden, müssen aber einen von beiden nehmen. Entweder gehen wir direkt an die Front, oder bleiben als Scharfschütze zurück. Mehr Entscheidungsfreiheiten gibt es nicht und dies sehen wir nicht wirklich als revolutionäre Neuerung an. Ebenfalls stören die ständigen Ausrüstungsszenen vor jeder neuen Mission. Nach dem Abschluss eines Auftrages kommen wir in ein Menü, in welchem wir die Ausrüstung dem nächsten Auftrag nach anpassen können. Aber dieses Menü stört eher den Spielfluss und raubt der schwachen Geschichte auch noch den Rest an Begeisterung. Es kommt über die ganze Spieldauer nicht einmal das Gefühl auf, in einer flüssigen und übereinander greifenden Spielwelt zu sein und eine tolle Geschichte zu erleben. Es wirkt eher so, als ob wir Missionsbröckchen durchlaufen, welche miteinander wenig zu tun haben. Passend zur „offenen“ Spielwelt steht die Tatsache, dass wenn wir ein Schlachtfeld verlassen beziehungsweise uns zu weit entfernen, das Spiel einfach aus irgendeinem Grund endet. Wir fühlen uns hier sichtlich durch den Kakao gezogen und dachten die ganze Testphase lang, dass wir eine Beta-Version des Spiels vorliegen haben.

Lichtblick Multiplayer-Modus

Ein kleiner Lichtblick ist der Mehrspielermodus von Black Ops 2. Nachdem der Einzelspieler absolut schlecht abgeschnitten hat und nicht empfehlenswert ist, beschäftigten wir uns mit der starken Seite des Spiels – dem Mehrspielerpart. Wir haben zehn Punkte, welche wir beim Erstellen einer neuen Klasse für den Multiplayer-Modus vergeben dürfen. So bestimmen wir die Individualität unserer Klasse auf dem Schlachtfeld und müssen so entscheiden, welche Gadgets wir mit in den Krieg nehmen. Wir haben zudem massig Entscheidungsmöglichkeiten, um uns auszurüsten. Eine Sekundärwaffe ist zum Beispiel keine Pflicht mehr und stattdessen können wir nun weitere Gadgets einpacken, wie Haft- und EMP-Granaten. Mit den für die Serie bekannten Perks können wir unseren Soldaten ausstatten und neue Fähigkeiten nutzen. Für einen Punktabzug können wir zum Beispiel schneller sprinten, nicht aber mehr im Radar erfasst werden oder schneller unsere Waffe nachladen. Waffenaufsätze verbessern zudem unseren Soldaten für den Einsatz. So gibt es zum Beispiel einen Millimeter-Wave-Scanner, welcher Scharfschützen und feindliche Sprengstoffe aufspürt. Ansonsten ist auch leider der Mehrspielermodus keine Neuerung auf diesem Gebiet und bietet den gewöhnlichen, unserer Meinung nach eher schon ausgelutschten, Spielspaß. Es stört überwiegend noch, dass die Waffen nicht ausbalanciert sind und man wieder auf dedizierte Server verzichtet hat.

Der Zombiemodus

Bisher waren die Gastauftritte der Zombies in Call of Duty eine kleine und unbedeutende Zugabe, nun ist es jedoch ein eigenständiger Spielteil. Wir können alleine oder kooperativ eine Kampagne starten und uns gegen Massen von Untoten durchkämpfen. Dies wurde uns versprochen, jedoch auch hier nicht eingehalten. Auf gerade einmal drei Karten bekämpfen wir wellenweise Zombies und haben drei verschiedene Modi zur Auswahl. TranZit ist dabei tatsächlich der lustigste. Vier Spieler müssen versuchen, zusammen so lange wie möglich zu überleben. Alle starten nur mit einer Pistole und verdienen mit jedem Zombie-Kill Geld. Dieses kann investiert werden, um neue Räume zu öffnen oder Knarren zu kaufen. Haben wir die erste Welle überstanden, so kommt ein Bus vorbei, der uns durch alle drei Maps bringt, auf denen immer mehr Zombies auf uns warten. Unseren Bus können wir dabei immer weiter mit verschiedenen Gegenständen aufrüsten, welche sich in der Spielwelt finden lassen. Hupt unser Bus, sollten wir uns auch schnell auf den Weg zu diesem machen, da der Fahrer nach einiger Zeit einfach ohne uns losfährt. Wer die planmäßige Abfahrt verpasst, muss dem Bus hinterher rennen, was sich aber durch die Massen an Zombies als sehr schwierig gestaltet. Aber auch hier stört uns, wie im gesamten Spiel, die Optik. Im Überlebenskampf ist die ganze Welt in Nebel gehüllt und die Levels sind sehr düster. Die wenigen Lichteffekte sehen schlecht und nicht mehr zeitgemäß aus. Black Ops 2 hat auf ganzer Linie sein Ziel verfehlt.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Wenn man mich nach einer Kaufempfehlung fragen würde, würde ich trauriger weise ein klares Nein als Antwort geben. Für mich ist die Call-of-Duty-Serie aktuelle Spielgeschichte und ich freue mich auf jeden weiteren Teil. Aber mit Modern Warfare 3 war die Luft raus und Black Ops 2 ist für mich sogar schon ein überflüssiges Produkt. Die Serie braucht unbedingt einen Neustart und muss von den hochnäsigen Entwicklerteams entlastet werden. Die Verkaufszahlen stimmen, also sind die Entwickler im Recht und sehen ihre veraltete Engine immer noch als das Nonplusultra an. Über die Hälfte aller Topspiele brillieren mit einer wunderbaren Grafik und haben eigene Stärken in verschiedenen Bereichen. Sei es die Detailgenauigkeit in Battlefield, die Lichteffekte aus Crysis oder die lebhafte Spielwelt in Assassin’s Creed, alle haben etwas vorzuweisen – Call of Duty hingegen mittlerweile nur noch eine Engine, welche sich Jahr für Jahr in Dauerproduktion befindet. Wenn wenigstens die Geschichte und ihre Inszenierung in Black Ops 2 gestimmt hätte, könnte ich vielleicht ein Auge zudrücken, aber dem ist nicht so. Die Story packt mich nicht, die ständigen Explosionen kenne ich seit Modern Warfare aus dem Jahr 2007 und die Grafik alleine ist ebenso vom Stand von vor sechs Jahren. Schade um so ein gutes Franchise und auch schade um mein Fazit – aus Call of Duty: Black Ops 2 hätte so viel mehr werden können.

Vielen Dank an Activision für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Call of Duty: Black Ops 2!

Review: Assassin’s Creed III

Einen Monat länger mussten PC-Spieler auf Assassin’s Creed III warten, um mit Connor für die Freiheit Amerikas zu kämpfen. Nebenbei erleben wir auch das Ende der Geschichte um Desmond Miles, welcher in unserer Zeit versucht, die Welt vor dem Abgrund zu retten.

Schon auf einem Ubisoft-Event in Köln hatten wir die Möglichkeit, in die Rolle des neuen Assassinen zu schlüpfen und waren restlos begeistert. Mit Vorfreude stürzten wir uns also in das Abenteuer, welches den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg zwischen den Jahren 1775 bis 1783 thematisiert. Wie erwähnt schlüpfen wir dabei in die Rolle von Ratohnhaké:ton, kurz Connor, um die Geschichte rundum Desmond abzuschließen, welcher jetzt schon seit dem ersten Assassin’s Creed die Geschichte seiner Vorfahren erlebt. Vorweg lässt sich sagen, dass sich Assassin’s Creed III von dem Stadt-Setting entfernt und das Geschehen in dichte Wälder und große Schlachtfelder zieht. Wirklich große Städte bekommen wir nur mit Boston und New York vorgesetzt, in denen wir uns frei bewegen können. Jedoch sind selbstverständlich überall Wachen in diesen Städten und so müssen wir aufpassen, dass wir uns nicht all zu sehr daneben benehmen. Neben der Geschichte versprachen die Entwickler aber auch eine absolut lebendige Spielwelt mit wechselndem Wetter, Charaktere welche ihr eigenes Dasein im Spiel ausleben und viele Tiere in freier Wildbahn. Letztere kann man sogar jagen, um Fleisch und Felle zu gewinnen. Diese können wir dann verkaufen oder in die Entwicklung verschiedener Gegenstände stecken.

Lebhafte Spielwelt

Ein besonderes Feature ist die neue Grafik-Engine AnvilNext, welche optisch ein schöneres Erlebnis in der Umgebung und auch in den Charaktermodellen bietet. Zudem verfügt diese nun endlich über eine verbesserte künstliche Intelligenz, die in den Vorgängern zurecht des Öfteren kritisiert wurde. Dank der neuen Engine wirkt die Welt um uns herum wesentlich lebendiger und ansprechender als noch in den Vorgängern. Gerade die Kolonialstädte stechen aus dem Muster heraus und zeigen eine völlig interaktive Spielwelt, die viele Geschichten zu erzählen hat. Nebenbei treffen wir zum Beispiel auf berühmte historische Charaktere wie Benjamin Franklin, George Washington und weitere weltbekannte Personen, mit denen wir auch oft in Gesprächen vertieft werden. Die großen Städte sind an sich auch das Prachtvollste im Spiel, bieten eine wunderbar aufgebaute Architektur und eine authentische Dynamik. Während man am Hafen vom Zeitungsjungen aufgefordert wird, die Tageszeitung zu kaufen, stehlen Diebe auf dem Markt oder britische Soldaten vergehen sich an unschuldigen Bürgern. Im Gegenteil hierzu stehen die Wälder, welche mit Tieren gespickt sind und uns Bäume zum Klettern bieten. Hier finden wir schneller Schutz vor Feinden und können taktischer und freier agieren und reagieren. Aber auch Patrouillen machen uns dort das Leben schwer, sind jedoch nicht so gefährlich wie die Masse an Stadtsoldaten.

Dynamisches Wetter

Besonders praktisch sind die akrobatischen Wege, wenn Schnee auf dem Boden liegt. Wie im echten Leben verlangsamt das Weiß den Helden auf seinen Wegen. Highlight der neuen Engine sind jedoch die dynamischen Wetterbedingungen, denn jetzt wechselt das Wetter an der virtuellen Ostküste fließend und regelmäßig. An einem Tag liegt Schnee im Wald und die weiße Pracht schmückt die Umgebung, an einem anderen Tag weht ein stürmischer Wind am Hafen entlang und lässt die Schiffe schaukeln. Wenn wir genug Glück haben, können wir bei Sonnenschein und blauem Himmel die Wälder Nordamerikas durchforsten. Gerade in der PC-Fassung machen sich die Stärken des heimischen Rechners in der Darstellung des Wetters bemerkbar. Der Regen sieht unheimlich echt aus und verblüfft gerade dann, wenn wir auf See sind. Gehen wir durch den Schnee, so hinterlassen wir so tiefe Spuren wie unsere Gegner. An diesen Spuren können wir ebenso gut eine Fährte aufnehmen, um unsere Feinde von den Baumkronen aus zu verfolgen, denn der Schnee macht uns und unseren Gegenpart wesentlich langsamer. Egal welche Wetterbedingungen wir vorfinden, wir bekommen immer eine Spielwelt geboten, welche uns mit ihrer Optik zum Staunen bringt und zum Weiterspielen ermutigt. Manchmal haben wir uns sogar dabei ertappt, wie wir einfach nur dastehen und die wunderbar geschmückte Spielwelt begutachten.

Vater-Sohn-Tragödie

Das Spiel starten wir nicht direkt in der Rolle von Connor, sondern in der seines alten Herrn, welcher ebenso ein Assassine ist. Dieser kommt von England angereist, um spezielle Aufträge auf in der Neuen Welt zu erledigen. Näher gehen wir hier aber nicht auf den Charakter ein, da wir euch die Story nicht unnötig spoilern wollen. Wichtig ist aber, dass er sich verliebt und zwar in eine einheimische Ureinwohnerin. Er zeugt mit ihr ein Kind – unseren Protagonisten Connor! Der Hauptcharakter lernt seinen Vater in der Jugend jedoch niemals kennen und wächst ohne ihn auf. Als unser Held jedoch mit ansehen muss, wie die Briten seine Mutter töten und die Heimat niederbrennen, entschließt er sich, selber ein Assassine zu werden – ganz wie sein Vater. Sein Motiv ist Rache und dieses Motiv treibt ihn an, der Beste der Besten zu werden. In Connor haben wir in unseren Augen den agilsten und bisher besten Assassinen der Spielreihe entdeckt. Keiner wirkt schneller zu Fuß, klettert eleganter und zeigt solch brutale Nahkampf-Moves wie er. Seine tödlichste Waffe ist sicherlich das Tomahawk und zudem auch noch seine Assassinenklingen. Jedoch führen wir eine Steinschlosspistole mit uns und können auch die Musketen der gefallenen Soldaten aufheben, um Schüsse abzugeben. Gerade diese Kombinationsmöglichkeiten lassen uns äußerst konsequent und nahezu übermächtig wirken. Aber als Meuchelmörder darf man dies sein und seine Kunst zu nutzen wissen.

Gewehrschüsse

Dabei bleiben wir zum Glück immer noch ein Assassine, denn anstatt mit der bewaffneten Truppe ins Getümmel zu stürzen, müssen wir einzelne Verstärkungstruppen aus dem Hinterhalt angreifen oder die Hauptmänner in ihren Basen aufspüren und eliminieren. Dabei machen wir uns neuerdings auch den dichten Wald zu Nutze oder wir sprinten durch die Schlachtfelder und dringen zum Feind durch, während die Armee des Gegners ihre Schussintervalle unterbrechen. Sehen wir eine Gruppe ihr Gewehr auf uns anlegen, so können wir einen Feind packen und ihn vor uns halten. Somit geht die komplette Salve auf ihren eigenen Mann und wir nehmen keinen Schaden. Gerade der Übergang zu dieser Aktion wird sehr schön in Szene gesetzt und zeigt nochmals, wie agil Connor wirkt. Jeder gegnerische Trupp wird aber von einem etwas kräftigerem Soldaten angeführt, welcher uns ein Dorn im Auge ist. Dieser kann uns einfach packen oder schubsen und bringt uns somit in die ein oder andere gefährliche Lage. Somit ist es wichtig, bei einem verdeckten Angriff zuerst ihn auszuschalten, um mit dem Rest des Trupps keine weiteren Probleme zu haben. Desto größer jedoch die Menge an Soldaten wird, desto schwieriger wird es. Es ist also nicht ratsam, in eine Stadt zu rennen und alles umzuhauen, da Gewehrsalven in großer Menge öfters tödlich enden.

Nervenaufreibendes Schleichen

Als negativen und völlig überflüssigen Punkt können wir die Stealth-Missionen festhalten. Wie in den Vorgängern kommen wir zu Missionen, in denen wir Gegner leise und unbemerkt ausschalten müssen. Leider können dies viele Spiele wie die der Splinter-Cell-Serie besser als Assassin’s Creed III. Bei diesen Missionen fühlen wir uns an Freiheit beraubt und erleben den einen oder anderen Frustmoment. Entweder klettert unser Charakter nicht wie gewollt eine Wand hinauf und wir werden sofort entdeckt, oder ein Gegner wird mal übersehen und wir fliegen somit auf. Es ist einfach nervend, dass wir, sobald wir entdeckt werden, die Mission sofort abgebrochen und neu gestartet werden muss. Hier fehlt uns eine Speicherfunktion, denn ohne diese sind wir gezwungen, gescheiterte Stealth-Missionen immer wieder von vorne zu beginnen. Leider haben die Entwickler nicht aus ihren Fehlern gelernt und auf die Community gehört, welche sich schon seit Anbeginn über dieses Manko beschwert. Hier hätten wir uns eine größere Entscheidungsfreiheit gewünscht und bei der ein oder anderen Mission wäre das aggressive Vorstoßen sicherlich weitaus effektiver gewesen. Aber dies ist nur ein kleiner Punkt, welcher uns stört und nicht der Rede wert ist. Die Missionen sind mit ein bisschen Geduld alle machbar und lockten uns nicht annähernd von der fabelhaften Spielwelt weg. Wir erhoffen uns jedoch für die nächsten Titel endlich mal eine Verbesserung in diesem Bereich.

Amerika als Spielwelt

Wenn wir mal keine Lust auf Schlachten oder Verfolgungsjagden haben, in denen wir über und auch durch Häuser fliehen können, können wir in der Stille der Wälder versuchen, unsere Ruhe zu finden. Da die komplette Gegend etwa anderthalbmal so groß wie Rom aus Assassin’s Creed: Brotherhood sein soll, werden wir dort sicherlich ein ruhiges Plätzchen finden. Aber zu früh freuen sollten wir uns nicht, denn wenn wir den Wald durchstreifen, werden wir spätestens anhand der ersten Blutspur im Schnee erkennen, dass der Wald auch nicht ganz ohne Gefahren ist. So kann es vorkommen, dass wir einem aggressiven Bären auf die Pfoten treten, während wir dabei sind, frisch erlegtes Wild zu häuten. In diesem Falle sollten wir uns schnell entscheiden, ob wir die Flucht über die Bäume ergreifen oder wir uns Meister Petz stellen. Wenn wir uns zu schwach fühlen, dem Winterruher alleine gegenüber zu treten, können wir auch die Bruderschaft zur Hilfe holen. Haben wir neben den ganzen Konflikten immer noch Zeit, sollten wir uns einmal mehr in aller Ruhe die atmosphärische Gegend und auch die Ostküstenstädte anschauen, denn solch einen authentischen und schönen Blick in das Geschehen des achtzehnten Jahrhunderts werden wir vermutlich so schnell in keinem anderen Titel finden.

Kleine, aber feine Unterschiede

Assassin's Creed III (9)Nachdem die PC-Fassung bereits einige Zeit auf dem Markt erhältlich ist, folgte pünktlich zum Release der Wii U auch noch die entsprechende Wii-U-Fassung, die kleine, aber feine Unterschiede zu den Versionen für die Konkurrenzsystem enthält. Der wohl größte Vorteil liegt im wahrsten Sinne des Wortes klar in der Hand. Das Wii U GamePad bietet uns die Möglichkeit, das komplette Spiel völlig losgelöst vom heimischen Fernsehgerät oder vom PC-Bildschirm auch nur auf dem Bildschirm des neuen Eingabegeräts zu zocken. Zwar darf man sich von der Wii U nicht allzu weit entfernen, um die maximale Reichweite nicht auszureizen, aber wer beispielsweise sein Bett in der Nähe der Konsole stehen hat, darf sich auch dann mit dem Assassinen Connor auf Reisen begeben, wenn er heimlich unter der Bettdecke spielen möchte. Auf dem Wii U GamePad  fallen dann auch die grafischen Einbußen nicht so stark ins Gewicht. Nutzt man dieses durchaus nützliche Feature nicht, zeigt einem der Bildschirm des Wii U GamePad die Karte an und bietet außerdem die Möglichkeit, im Stil von Link aus The Legend of Zelda in Windeseile sein Pferd herbeizurufen. Assassin’s Creed III hat uns sowohl auf dem PC, als auch auf der Konsole überzeugt und wir sind schon sehr gespannt darauf, wie Ubisoft die Zukunft des Franchises gestalten möchte.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl und ergänzt von Patrick Overkamp

Axels Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Nachdem der zweite Teil der Assassin’s-Creed-Reihe eine einzige Enttäuschung für mich war, bin ich mit Assassin’s Creed III hingegen absolut warm geworden. Vor allem das Setting weiß mich als Fan der Geschichte zu begeistern und der unverfehlbare Sound der Musketen ist Gesang in meinen Ohren. Zudem gefällt mir der Hauptcharakter Connor, welcher absolut beweglich wirkt und sich als genau so guter Kämpfer entpuppt. Seine Moves sind absolut einzigartig und die Möglichkeiten der Brutalität kaum zu überbieten. Egal ob im Nahkampf mit dem Tomahawk oder im Fernkampf mit einer Muskete – alle Variationen stehen mir frei zur Verfügung. Leider trüben die Stealth-Missionen meine Stimmung, da die mich mehrmals zur Weißglut treiben und ich hier nicht alle möglichen Fähigkeiten geschickt ausspielen kann. Hier sehe ich noch Verbesserungsbedarf, doch stimmt das Gesamtkonzept so sehr, dass es eine klare Kaufempfehlung von mir gibt. Alleine die offene Spielwelt und die grandios in Szene gesetzten Seeschlachten sollten Spieler für mehrere Stunden am heimischen Computer festhalten.

Patricks Fazit (basierend auf der Wii-U-Fassung): Meine Erfahrungen mit Assassin’s Creed halten sich stark in Grenzen, aber auch als Quasi-Neueinsteiger hatte ich keinerlei Probleme, mich mit dem Gameplay und der Spielwelt anzufreunden. Die scheinbar unendlich weite Welt, die man frei erkunden kann, die beeindruckende Grafik und die Geschmeidigkeit, mit der Connor durch die Gegend klettert, tun ihr Übriges dazu bei, um aus Assassin’s Creed III einen hochkarätigen Titel zu machen. Der clevere Einsatz des Wii U GamePads kommt außerdem noch dazu. Etwas bedauerlich ist die Vereinfachung des Kampfsystems. Dies wurde auf den Gebrauch von nur noch zwei Tasten reduziert und dürfte gerade erfahrenen Spielern, die sich dadurch etwas unterfordert fühlen könnten, negativ ins Auge fallen. Trotz kleinerer technischer Fehler kann ich an dieser Stelle aber trotzdem ohne schlechtes Gewissen eine Kaufempfehlung für Assassin’s Creed III aussprechen.

Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplar von Assassin’s Creed III!