Review: Dragonball Z: Movies 9 – 12

Nachdem Anime Virtual bereits zwei Boxen mit jeweils vier Dragonball-Z-Filmen auf DVD in den letzten Monaten in den Handel gebracht hat, erscheint mit den Dragonball Z: Movies 9 – 12 hierzulande die letzte von drei Editionen, die sich mit den Filmen zur Serie beschäftigt.

Im ersten der vier oder eher gesagt fünf Filme (dazu später mehr) dieser Box, veranstaltet Multimillionär Excess Money ein Kampfsportturnier für seinen Sohn Dollar. Diese Chance, ihre Kräfte unter Beweis zu stellen, lassen sich unsere Freunde selbstverständlich nicht nehmen und melden sich für das Turnier an. Der Sieger soll zudem die Möglichkeit offenbart werden, gegen Mr. Satan zu kämpfen. Dass sich die Freunde darauf natürlich nicht freuen, dürfte Fans klar sein, schließlich ist Mr. Satan alles andere als gegen sie gewachsen. In Super-Saiyajin Son Gohan wird das Turnier allerdings nach anderen Regeln ausgefochten, wie beispielsweise beim großen Kampfsportturnier aus der Serie. Die vier Kämpfer, die am Ende übrig bleiben, dürfen ihr Können nicht gegeneinander in zwei Halbfinalrunden unter Beweis stellen. Stattdessen ist es ihre Aufgabe in unterschiedlichen Arenen jeweils einen Schüler von Mr. Satan zu besiegen und anschließend als erstes wieder aus dem Gebiet zurückkehren. Excess Money behauptet in der Öffentlichkeit jedoch, dass es sich hierbei um Außerirdische handelt. Allerdings haben es tatsächlich Außerirdische geschafft, unbemerkt auf dem Planeten zu landen. Für ihren Meister Bojack, der sich dank der Zerstörung von Meister Kaios Planeten befreien konnte,  wollen die Kämpfer die Erde erobern. Erst als der mittlerweile verstorbene Son Gokū, aus dem Jenseits heraus, seine Kraft auf seinen Sohn Son Gohan übertragen kann, hat dieser eine realistische Chance auf den Sieg gegen Bojack.

Man sieht sich im Leben immer dreimal

Im zweiten Film der Box, der auf den Namen Brolys Rückkehr getauft wurde, haben sich Son Goten, Trunks und Videl auf die Suche nach den Dragonballs gemacht. Auf ihrer Suche landen sie in einem Dorf, in dem alle Bewohner fürchterliche Angst vor einem Monster haben. Sie willigen ein, den Leuten zu helfen und besiegen den Dinosaurier mit links, doch am nächsten Tag wird ihre Kampfkraft auf die Probe gestellt. Der von Son Gokū besiegte legendäre Super-Saiyajin Broly ist auf der Erde gelandet und sinnt nur nach einem: Rache. Broly hat aber nicht bedacht, dass Son Gokū mittlerweile verschieden ist. Einzig allein die geballte Familienkraft kann den wahnsinnigen Broly jetzt noch aufhalten, doch wird dies nicht das letzte Mal sein, wo sie auf Broly stoßen, denn in Film Nr. 11 dürfen sich Son Goten und Trunks auf ein Wiedersehen freuen. Eigentlich ist dieses Treffen nur zufällig durch eine bestimmte Situation gegeben. Mr. Satan hat C18 immer noch nicht das Preisgeld des Turniers ausgezahlt, bei dem sie ihn hat gewinnen lassen. Als dann plötzlich eine Einladung zum Kampf ins Haus flattert, entschließt sich Mr. Satan plötzlich gegen seinen ehemaligen Konkurrenten Jagga anzutreten. C18 folgt ihm ebenso wie Son Goten und Trunks, die dann in Angriff der Bio-Kämpfer entdecken müssen, dass einer von Jaggas Wissenschaftlern einen Klon von Broly gezüchtet hat. Der Kampf scheint aussichtslos und noch dazu läuft eine Flüssigkeit unentwegt aus einem Behälter aus, die das Erbmaterial eines jeden lebenden Organismus samt desselbigen in sich aufnimmt.

Die doppelte Ladung

Der letzte Film besteht ganz genau genommen aus zwei Filmen, die in Deutschland unter dem Titel Dragonball Z: Der Film als ein Werk in den Kinos vorgeführt wurden. Auf dem vierten Datenträger dieser Box befindet sich exakt diese Fassung. Im ersten Teil des Films (Fusion) explodiert die Seelenreinigungsmaschine im Jenseits, wodurch nicht nur auf einmal die Toten auf der Erdoberfläche wandeln und für Chaos sorgen, auch im Jenseits offenbart sich ein neuer Feind für den dort hart trainierenden Son Gokū. Als dieser sich gerade bei einem Turnier mit Paikuhan einen Schlagabtausch liefert, erfahren die beiden Kämpfer von der Tragödie. Beim Ort des Geschehens angekommen, kümmert sich Paikuhan darum, den Herrn der Unterwelt aus einer magischen Barriere zu befreien und Son Gokū kümmert sich um den gefährlichen Janemba. Als dann auch noch Vegeta mitsamt Körper erscheint, schlägt unser Held eine Fusion vor, um den fast unbesiegbaren Gegner zur Strecke zu bringen. Obwohl sich Vegeta erst weigert, willigt er dennoch ein, um den Frieden im Jenseits und auf der Erde zu bewahren. Auf der Erde ist die Lage zwar nicht ganz so dramatisch und bei weitem nicht so gefährlich, doch auch hier nutzen Son Goten und Trunks die Möglichkeit und fusionieren sich, um die Zombiewelle zurück ins Jenseits zu befördern. Im zweiten Teil des Films retten Son Gohan und Videl einen alten Kauz, der sich umbringen möchte.

Schnitte in der deutschen Fassung

Dies entpuppt sich allerdings schon bald als Finte, denn der Herr wollte die beiden eigentlich nur darum bitten, die Dragonballs zu suchen. Vor Shenlong sollen sie den Wunsch äußern, dass der Drache bitte eine Spieldose öffnen möchte, in der ein großer Krieger auf seine Rettung wartet. Der Held erscheint zwar, doch ist dieser alles andere als dankbar. In Tapion, so der Name des Kriegers, ist ein Dämon gefangen, der sich immer wieder aufs Neue befreien will und nicht nur die Erde, sondern das ganze Universum zerstören möchte. Das müssen unsere Kämpfer natürlich verhindern und dabei am liebsten noch ihren neu gewonnen Freund Tapion von seinem Fluch befreien. Beide Filme haben in der deutschen Kinoversion einige Schnitte erdulden müssen. Somit sind sie auch in dieser Box nicht durchgehend auf Deutsch enthalten, doch stattdessen entschied man sich dafür, die ungeschnittenen Fassung beider Filme auf einer zusätzlichen, fünften Disc unterzubringen. Die Schnitte beziehen sich lediglich auf ein paar Minuten. Grundsätzlich sind sie nicht für das Verständnis der Handlung wichtig, viel mehr unverständlich. In Die Fusion kehrt mit der Schwelle an Toten auch ein gewisser Diktator mit an die Oberfläche zurück. Es wird zwar an keinerlei Stelle direkt von Adolf Hitler geredet, doch ist die Ähnlichkeit nicht zu leugnen. Scheitel, Bart, Haltung und Kleidung erinnern uns an einen bösen Menschen, jedoch sind die Szenen, in welcher der Diktator erscheint, als Parodie und keinesfalls als Propaganda anzusehen. Hakenkreuze wurden ebenfalls durch eine andere Symbolik ersetzt.

Keine Tonspurarbeiten

Jüngere Zuschauer werden den Diktator kaum kennen und keine Zusammenhänge bilden können. Für ältere Semester regt diese Szene eher zum Schmunzeln an. Das Auftauchen der Person wirkt trotzdem ein wenig unpassend im Dragonball-Universum. In Drachenfaust – Ryuuken sind weniger Szenen geschnitten, doch wir wissen nicht, was an einem betrunkenen Muten Rōshi schlimm sein soll, wenn er in der Serie kaum davor zurückschreckt, dem einen oder anderen Mädchen nachzustellen. Die damaligen Köpfe hinter der deutschsprachigen Umsetzung des Films haben einmal mehr eine witzige Stelle kaputt gemacht. Mit Abspann ist Fusion fünf und Drachenfaust – Ryuuken circa eine Minute länger als in der deutschen Kinofassung. Die deutschen Fassungen sind insgesamt 246 Minuten lang, nehmen wir die Szenen der ungeschnittenen Versionen des zwölften und dreizehnten Films dazu, so kommen wir auf eine gesamte Lauflänge von 252 Minuten. Das steht ungefähr im Einklang zur angegebenen Laufzeit auf der Verpackung (256 Minuten). Darüber schauen wir sehr gerne hinweg, da als Extra die beiden ungeschnittenen Fassungen nochmals auf einer weiteren Disc beiliegen. Dieser hochwertige Eindruck täuscht aber nicht darüber hinweg, dass es technisch möglich gewesen wäre, die deutsche Synchronisation zu nehmen und über bestimmte Szenen der japanischen Fassung zu verteilen. Die ungeschnittenen Szenen hätten dann auf Japanisch bleiben oder gar neu synchronisiert werden, letzteres wäre aber ein großer Aufwand gewesen. Beide Tonspuren sind laut Packungstext in Dolby Digital 2.0 auf den Discs enthalten, wobei sich die deutsche Synchronisation allerdings deutlich frischer anfühlt.

Zwei (deutsche) Songs

Bei den Synchronsprechern hat man keine Versuche durchgeführt und die Sprecher aus der Serie genommen, wie es sich eben für eine ordentliche Anime-Produktion gehört. Fans des japanischen Originals und vor allem jenen, die des Japanisch mächtig sind, wird es abermals stören, dass deutsche Untertitel jederzeit und nur bei laufender japanischer Tonspur sichtbar und nicht abstellbar sind. Besonders bei einer Neuveröffentlichung (alle 13 Filme wurden bereits von Polyband veröffentlicht) ist das sehr ärgerlich. Erfreulicherweise liegen alle Film eim 16:9-Bildformat vor, was in Anbetracht der 4:3-Filme eine angenehme Steierung ist. Die Bildqualität der Kinofassung der letzten beiden Filme ist hingegen unverständlich, genau wie deren Tonqualität. Das Knistern des dunkleren Bildes verdeckt Details und Tommy Morgensterns Stimme hört sich eher befremdlich, als nach Son Gokū an. Außerdem ist es bei den restlichen Filmen ebenfalls so, dass Songs des Originals in der deutschen Tonspur fehlen und stattdessen nur mit Musik und teils dazu mit ganz anderen Stücken als im Original unterlegt sind. Es wäre auf der technischen Seite auch hier kein Problem gewesen, die Tonspuren richtig zu schneiden und zumindest die japanischen Songs mit einzubeziehen. Immerhin kann die Kinofassung mit zwei auf Deutsch gesungenen Liedern punkten, das war es aber auch schon. Abschließend bleibt uns nur noch zu sagen, dass Dragonball-Z-Fans auch mit den restlichen Filmen gute Abendunterhaltung finden werden und das obwohl die Story hin und wieder auf der Strecke bleibt, anstatt das Geschehen voranzutreiben. Uns hat der Abschluss der Filmreihe gefallen und wir sind schon sehr gespannt darauf, ob Son Gokū irgendwann nochmals auf den Leinwänden der Lichtspielhäuser sein Kamehameha abfeuern wird – dann aber bitte auch hierzulande und auch sehr gerne ungeschnitten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Im Moment fiebere ich total dem Release der Dragonball-Serie entgegen, weshalb ich die fünf Filme dieser Edition regelrecht in mich aufgesogen habe. Zwar bin ich aufgrund der Handlung eher ein Fan der traditionellen Serie, doch die Kämpfe in den Dragonball-Z-Filmen können mich ebenfalls für die eine oder andere Stunde an den Bildschirm locken. So habe ich die vier deutschen Fassungen an einem Abend angeschaut und die japanischen Originalversionen direkt einen Tag später. Alle Charaktere kommen mit ihrer Persönlichkeit aus der Serie daher und treiben die Handlung, wenn auch nur wenig, stetig voran. Besonders die in die ernste Story eingebauten lockeren Dialoge oder Aktionen gefallen mir sehr und sind immer wieder für einen Lacher gut. Beispielsweise wenn Trunks auf der Flucht von Broly ist, von diesen gepackt und über ihn gehalten wird und dann Trunks plötzlich Wasser lassen muss. Inhaltlich kann und möchte ich der Dragonball-Z-Ideologie kaum etwas negativ ankreiden. Sie steht im Einklang mit der Serie, doch technisch erwarte ich einfach mehr. Hier wurden die alten Daten genommen und abermals auf DVD verewigt. Ich weiß nicht, ob es so sehr Probleme mit den Lizenzen gibt, doch mir würde es sehr gefallen, wenn entfallene beziehungsweise gestrichene Szenen (meinetwegen auch im Originalton) in die deutsche Fassung mit eingearbeitet werden und das Bildmaterial poliert wird. Letzteres ist zwar bis auf eine Ausnahme gut, doch eben diese Ausnahme stört mich sehr, zumal auf dem nächsten Datenträger eine deutlich bessere Qualität zu finden ist, allerdings nur mit japanischen Dialogen und zudem mit nicht abschaltbaren Untertiteln. Das ist ebenfalls so nervig wie der Austausch der japanischen Songs des Originals. Unter diesem Aspekt mag die neue Auflage für den einen oder anderen Dragonball-Z-Fan vielleicht nicht gerade die beste sein, aber wohl die aktuell günstigste. Fans werden mit Abstrichen zwar ebenfalls glücklich werden, doch hoffen wir mal, dass die Filme irgendwann vollständig, wie sie ursprünglich von Toei Animation geplant waren, auch in Deutschland erscheinen werden – dann auch gerne auf Blu-ray und in High Definition.

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplar der Dragonball Z: Movies 9 – 12!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s