Review: Ranma ½ – Box 1

Ranma 1.2 - Box 1 (1)Wenn man über Animes der Achtziger Jahre spricht, dann fallen einem nicht zuletzt Kickers, Dragonball oder Ranma ½ ein. Wir haben uns an die letztgenannte Serie erinnert und uns die ersten 27 Episoden angeschaut, die in der ersten DVD-Box enthalten sind.

Ranma 1.2 - Box 1 (2)Als männlicher Kampfsportler hat man es nicht leicht. Gerade denkt man noch, dass man es sich zum Ziel setzt, ein starker Kämpfer zu werden, als der Vater mit einem von Japan nach China reist, um dort zu trainieren. Dass es sich bei dem Trainingsort um die verwunschenen Jusenkyō-Quellen handelt, weiß Ranma zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Sein Vater Genma weiß zudem nicht, dass die Quellen allesamt verflucht sind. In jeder Quelle ist nämlich vor mehreren hundert Jahren jemand ertrunken und wer immer in eine dieser Quellen fällt, wird damit bestraft, sich genau immer in dieses Wesen zu verwandeln, wenn er mit kaltem Wasser in Berührung kommt. Aufgehoben kann die Verwandlung nur mit der Berührung von heißem oder warmen Wasser, jedoch auch nur bis zu dem Zeitpunkt, wo der Betroffene wieder mit kaltem Wasser überschüttet wird. Seit diesem Vorfall verwandelt sich Ranma in ein Mädchen und Genma nimmt die Gestalt eines Pandas an. Bei ihrer Rückreise nach Japan muss Ranma jedoch noch etwas erfahren, was sein Leben noch gravierender verändern wird. Sein Vater Genma hat ihn nämlich mit Akane Tendō verlobt, der Tochter seines besten Freundes Sōun. Obwohl Ranma und Akane beide sehr stur sind und sich natürlich nicht auf die Verlobung einlassen wollen, entwickeln sie mit jeder weiteren Episode Gefühle füreinander.

Gefühlschaos

Ranma 1.2 - Box 1 (3)Damit der Anime des Martial-Arts- und des Romance-Genres jedoch spannend bleibt und nicht gleich zum Ende vorspringt, gestehen Ranma und Akane sich ihre Gefühle nicht ein. Hin und wieder scheint jedoch ein Lichtblick zu entstehen, der die Liebe zwischen den beiden deutlich zeigt. Im nächsten Moment wird dieser Hoffnungsschimmer jedoch von einer dritten Person unweigerlich zerstört. Ranma ½ lebt von diesen Momenten und vor allem durch sehr illustre Figuren. Da wäre beispielsweise Akanes geldgierige Schwester, die erotische Fotos von der weiblichen Ranma an Tatewaki Kunō verkauft, der sich nämlich in das Mädchen mit dem Zopf, wie er Ranma immer nennt, unsterblich verliebt hat. Selbstverständlich hat er diese Gefühle neben seinen langjährigen Gefühlen für Akane. Akane hingegen interessiert sich weniger für Tatewaki und ist heimlich in Dr. Tōfū verliebt. Dr. Tōfū hingegen dreht genau in den Momenten durch, wenn Akanes älteste Schwester Kasumi auf die Bühne tritt. In diesen Momenten kann der Arzt – zum Unwohl seiner Patienten – nicht mehr klar denken. Wäre das Gefühlschaos damit noch recht überschaubar, taucht außerdem noch Tatewakis Schwester Kodachi auf, die jede Rivalin in der rhythmischen Kampfgymnastik ausstechen möchte und sich dabei zufällig in Ranma verliebt. Die Amazone Shānpú tut es ihr natürlich gleich.

Gnadenloser Humor

Ranma 1.2 - Box 1 (4)Zu guter Letzt wäre noch Ryōga Hibiki erwähnenswert. Ständig fordert er seinen Rivalen Ranma zum Kampf, verläuft sich jedoch in ganz Japan und kommt somit öfters zu spät zu einem Kampf, der entsprechend nicht stattfindet. Da er Ranma für sein Leiden, auf das wir an dieser Stelle aus Spoiler-Gründen nicht eingehen wollen, verantwortlich macht, verliebt er sich ebenfalls in Akane. Dass durch diese kuriose Liebeskonstellation viele verrückte Ideen und humorvolle Einfälle vorprogrammiert sind, dürfte euch mittlerweile klar sein. Oft ist es sogar so, dass die Charaktere aneinander vorbeireden oder wie Genma Saotome gerne aus der Situation flüchten, in dem sie sich verwandeln. In seiner Panda-Form hält Genma zum Beispiel Schilder hoch, auf denen dann in japanischen Schriftzeichen ein komischer Beitrag zur Situation geliefert wird. Diese Kommentare werden in lateinischen Lettern auf Deutsch übersetzt und über das Bild gelegt. Abschalten kann man sie zwar nicht, aber da ohnehin nur die deutsche Tonspur auf den insgesamt fünf Datenträgern enthalten ist, fällt das nicht so stark ins Gewicht. Zudem stören die temporären Untertitel nicht. Die Bildqualität im 4:3-Format ist für eine Produktion aus dem Jahr 1989 sehr ordentlich. Wer beim Anwählen der Episoden im Menü nicht weiß, wo er aufgehört hat, freut sich über den Episodenguide auf den Slimcases.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 1 – 27 der Serie): Lange hat es gedauert, bis ich genügend Zeit für diese Serie gefunden habe und ich bereue es absolut nicht, dass ich so lange damit gewartet habe. Jetzt kann ich jede einzelne Episode von Ranma ½ genießen und mir die Serie in einem gemütlichen Tagestakt anschauen. Das Beste daran ist jedoch, dass ich sehr viel seit der letzten Ausstrahlung auf RTL 2 im Jahr 2002 vergessen habe und mich jetzt auf eine Reise ins Japan der Achtziger Jahre einlassen kann – wenn auch nur in Anime-Form. Ranma ½ bietet zwar keinen durchgehenden Handlungsstrang, doch dafür genügend andere Elemente, die diesen Anime so unvergesslich machen. Die Geschichte um Ranma und Akane, ihrer Verlobung, den äußeren Einflüssen, die ihre Hochzeit verhindern wollen und zudem die illustren Charaktere mit ihren teils verfremdlichten Weltanschauungen machen Ranma ½ so grandios! Hier jagt ein Gag den nächsten und durch die Situationen, in denen die Charaktere meist sehr unfreiwillig geworfen werden, bleibt einfach kein Auge trocken. Ich freue mich schon auf die nächsten Episoden in der zweiten Serienbox, die sicherlich noch mehr Action und Spannung bieten werden!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Ranma ½ – Box 1!

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