Review: Tōkyō Ghoul √A (Vol. 1)

tokyo-ghoul-%e2%88%9aa-vol-1-1Während der ersten Staffel von Tōkyō Ghoul ausgerechnet auf der Zielgeraden die Puste ausgegangen ist, kann die zweite Season an dieses kleine Fiasko anschließen. Der Übergang zur zwölfteiligen Anime-Serie Tōkyō Ghoul √A ist dem Produktionsteam nur halbwegs gelungen.

tokyo-ghoul-%e2%88%9aa-vol-1-2Wir erinnern uns an die Ausgangslage der ersten Staffel: Kaneki Ken hat sich untersterblich in Kaneshiro Rize verliebt und freut sich darüber, dass er mit ihr ausgehen darf. Die Verabredung endet jedoch mit dem Tod von Rize, als auf einer Baustelle einige Stahlträger auf das Pärchen herunterfallen. Ken kann dem Tod nur knapp von der Schippe springen, denn auch er wird bei diesem Vorfall schwer verletzt. Durch eine Organtransplantation gelingt es den Ärzten, Ken zu retten – in seinem Körper stecken nun Organe von seiner Angebetenen. Diese war zu Lebzeiten jedoch eine Ghula, sodass Ken peu á peu den Appetit auf Menschenfleisch gewinnt. Wie die Geschichte in der ersten Staffel von Tōkyō Ghoul weitergeht, sollte jeder an der zweiten Season Interessierte wissen – schließlich knüpft die erste Episode an den sich überschlagenden Ereignissen am Ende der ersten Staffel an. Protagonist Kaneki Ken wurde von einer feindlichen Organisation entführt und gefoltert. Eingeschlossen in seiner Gedankenwelt musste sich der Halbghul mit seiner düsteren Seite auseinandersetzen und gab den Kampf gegen diese schließlich auf. Er hat die dunkle Seite in seinem Körper akzeptiert und mischt sich gleich ins Kampfgeschehen ein, um seine Freunde aus den Kämpfen, die seit dem Staffelfinale wüten, zu befreien. Wir mögen diese Nahtlosigkeit ohne einsetzenden Zeitsprung.

Neue Sichtweisen aufs Geschehen

tokyo-ghoul-%e2%88%9aa-vol-1-3Mit der ersten Episode in der ersten Volume von Tōkyō Ghoul √A verlagert man den Fokus der Handlung allerdings weg von Ken. Sein Werdegang ist de facto abgeschlossen, sodass nun Zeit ist, die Handlung aus anderen Sichtweisen fortzuführen. Verstärkt erfahren wir, wie der Arbeitsalltag der Tauben funktioniert. Dadurch wird jedoch der Action-Anteil drastisch zurückgeschraubt, sodass vornehmlich ruhige Momente herrschen. Da die Anime-Serie wenige Monate nach dem Serienauftakt spielt, hat im Herzen von Tōkyō der Winter Einzug gehalten. Kahle Bäume und in Daunenjacken gehüllte Bürger sind das Ergebnis, das wir durch die dunkle Jahreszeit präsentiert bekommen. Die winterliche Kulisse wird jedoch stets mit warmen Farben in der Umgebung untermauert, sodass die sonst übliche düstere Atmosphäre nur selten und meistens auch nur in dunklen Innenräumen zum Vorschein kommt. Das sorgt für ein sehr wohliges Gefühl beim Zuschauer, der sich jetzt quasi mit einer bedrückenden Klarheit konfrontiert fühlen darf. Dargestellt wird das Bild dazu in der scharfen Auflösung von 1080p im bildschirmfüllenden 16:9-Format, das besonders durch die handgezeichneten Charaktere für große Augen sorgt. Die musikalische Untermalung tut ihr Übriges, um das Geschehen jederzeit mit bedrohlichen Musikstücken oder ruhigen Klavierklängen zu untermalen.

Einblicke in die Produktion

tokyo-ghoul-%e2%88%9aa-vol-1-4Die deutsche und auch die japanische Tonspur liegen laut Herstellerangaben im Format DTS HD Master Audio 2.0 vor. In dieser Disziplin wissen sowohl die deutsche Synchronisation, als auch der japanische Originalton mit prominenten Sprechern wie Ricardo Richter oder Konishi Katsuyuki zu überzeugen. Unterm Strich gefallen uns die japanischen Stimmen aber ein klein wenig besser, da sie in unseren Ohren in puncto Betonungen authentischer klingen. Das digitale Bonusmaterial besteht aus Trailern zu anderen Kazé-Anime-Titeln und einem etwa zwanzigminütigen Interview mit Regisseur Morita Shūhei. In diesem erfahren wir ein paar Hintergründe zur Faszination des Animes in Japan und erhalten ein paar Einblicke in den Arbeitsalltag und die Produktionen von Anime-Titeln. Das Interview ist durchaus sehenswert: Herr Morita hält sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf und stellt interessante Fakten vor. Käufer der Erstauflage erhalten neben einem Booklet auch einen limitierten Schuber, in dem alle vier Volumes der Anime-Serie Platz finden werden. Über die Qualität von Schuber und Booklet können wir nur wenig sagen, da uns diese zum Testen nicht vorlagen. Wir gehen aber davon aus, dass diese – wie für Kazé Anime üblich – wieder sehr hochwertig ausfallen. Unterm Strich feiert die erste Volume von Tōkyō Ghoul √A einen ganz gelungenen Einstand.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Anime-Serie Tōkyō Ghoul habe ich – vielleicht mit Ausnahme der vierten Volume – richtig genossen und sie auch als einer der besten Anime der letzten Jahre bezeichnet. Gerne würde ich auch sofort Tōkyō Ghoul √A dieses Kompliment machen. Allerdings ist der Funke in der ersten Volume noch nicht so ganz auf mich übergesprungen. Ich finde es gut, dass man die Geschichte von Ken abzieht, um andere Aspekte der facettenreichen Handlung mit ihren vielseitigen Akteuren zu durchleuchten. Allerdings sehe ich hier noch keinen roten Faden, der mich durch die Story führen möchte. Teilweise ist Planungslosigkeit zu spüren und ich hoffe sehr, dass das Produktionsteam sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnt, da sich die Handlung laut Regisseur Morita Shūhei nun anders als im Manga entwickeln wird. Ob es ihm und seinen Leuten gelingt, trotzdem eine spannende Geschichte zu präsentieren, bleibt abzuwarten. Lust auf die nächsten Folgen habe ich, auch wenn diese bei der ersten Staffel sicherlich sehr viel größer war, aber immer noch.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Tōkyō Ghoul √A (Vol. 1)!

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