Review: Tōkyō Ghoul √A (Vol. 2)

tokyo-ghoul-%e2%88%9aa-vol-2-1Die erste Volume von Tōkyō Ghoul √A hat die erste Staffel der Serie so fortgeführt, wie diese geendet hat. Wer darauf gehofft hat, dass mit der zweiten Volume eine Entwicklung einsetzt, wird beim Anschauen der drei enthaltenen Episoden allerdings wohl ein wenig enttäuscht sein.

tokyo-ghoul-%e2%88%9aa-vol-2-2Bereits die erste Volume der zwölfteiligen Anime-Serie hat sich von der ursprünglichen Story entfernt. Kaneki Ken ist nur noch ein Mittel zum Zweck, um die Handlung irgendwie vorantreiben zu können. Der innere Kampf um seine wahre Identität hat seine Entwicklung de facto abgeschlossen, sodass für ihn nun der Vorhang als Hauptrolle gefallen ist. In der zweiten Staffel mit dem Titel Tōkyō Ghoul √A stehen stattdessen andere Figuren im Vordergrund, die wir überwiegend schon aus der ersten Season kannten, in den vorliegenden Folgen aber zumindest so tiefgründig behandelt werden, wie sie es auch verdienen. Hauptsächlich dreht sich die Story mittlerweile um Amon Kōtarō, der es sich mit seiner neuen Partnerin Mado Akira seit einigen Episoden zur Aufgabe gemacht hat, Ken auf die Schliche zu kommen. Während dadurch die Action in der ersten Volume heruntergeschraubt wurde, kann diese sich in den drei enthaltenen Folgen der zweiten Ausgabe wieder etwas mehr entfalten. Die gegnerische Organisation, genannt Phönixbaum, überfällt die Commission of Counter Ghoul, wodurch sich die Ermittler damit konfrontiert sehen, die Ghule loszuwerden. Wie und ob das überhaupt aufgrund der zahlreichen Angreifer gelingen kann, verraten wir natürlich nicht. Verraten können wir euch aber, dass selbst in der zweiten Volume ein roter Faden durch die Story kaum zu spüren ist.

Ohnmächtige Farbenpracht

tokyo-ghoul-%e2%88%9aa-vol-2-3Das Bild der Episoden in der zweiten Volume kann mit handgezeichneten Elementen punkten. Nachteilig wirken in der Auflösung von 1080p und im 16:9-Bildformat nur die Animationen, die unserer Meinung seit der letzten Volume etwas abgenommen haben. Hier wäre zwar durchaus mehr möglich gewesen, doch verzaubern uns kontrastreiche Konturen und vor allem die realitätsnahen Hintergründe weiterhin. Viel wichtiger ist jedoch, dass das Bild oft in einfachen Weißtönen gehalten ist, was jedoch in erster Linie an der sterilen Bauart des fast durchgehenden Handlungsorts liegt. Dieser farbliche Einfall wirkt fast schon ohnmächtig auf uns, sodass klar wird, dass viele der Charaktere keinerlei Wahl in ihrer Entscheidungsfindung haben. Tatsächlich werden in der fünften und sechsten Episode der Serie philosophische Fragen aufgeworfen. Auf der einen Seite stellt Amon beispielsweise die Frage, warum sich Menschen dafür entscheiden, Ghule zu werden – auf der anderen Seite wird hinterfragt, was es bedeutet, ein Ghul zu sein. Das schaffen sowohl die japanischen, als auch die deutschen Synchronsprecher sehr gut. Wer jedoch ein wenig mehr Authentizität haben möchte, schaltet ohnehin zur japanischen Tonspur mit den nicht abschaltbaren gelben Untertiteln. Das Tonformat ändert sich zum Glück nicht – beide Synchronisationen liegen in DTS-HD Master Audio 2.0 vor.

Einblicke in die Synchronisation

tokyo-ghoul-%e2%88%9aa-vol-2-4Im digitalen Bonusbereich der zweiten Volume von Tōkyō Ghoul √A wartet neben den üblichen Trailern zu weiteren Kazé-Anime-Titeln zum einen ein ungefähr dreißigminütiges Synchronpanel auf uns. Hier kommen in einer heiteren Fragerunde von Fans die beiden deutschen Synchronsprecher Sarah Alles und René Dawn-Claude, sowie Regisseur Morita Shūhei ausführlich zu Wort. Besprochen werden unter anderem die Schwierigkeiten bei Synchronisationen, die Unterschiede zwischen deutscher und japanischer Vertonung und auch welche Vorbilder bei Sprechern und Anime die drei Beteiligten haben, bleibt nicht unerwähnt. Zum anderen befindet sich ein etwa fünfminütiges Live Dubbing auf der Blu-ray Disc. Bei selbigem Event vertonen die beiden Synchronsprecher hier ihre zugeteilten Rollen, Kirishima Tōka und Kirishima Ayato. Wer schon immer mal einen Eindruck erhalten wollte, wie Synchronisationen ansatzweise funktionieren, wird hier definitiv fündig. Neben dem zugleich interessanten, als auch lustigen digitalen Bonusmaterial liegt der Disc abermals ein Booklet bei. Über dessen Inhalte können wir allerdings nur spekulieren, da es uns nicht zum Testen vorlag. Wir gehen aber davon aus, dass sich das Booklet handwerklich an denen der ersten Staffel orientiert und qualitativ hochwertig ist. Somit kann uns auch die zweite Volume noch halbwegs überzeugen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich habe mich nach der weitgehend echt tollen ersten Staffel sehr auf Tōkyō Ghoul √A gefreut. Nach zwei Volumes frage ich mich aber ernsthaft, was aus der einst sehr intelligenten und zudem auch aufeinander aufbauenden Handlung geschehen ist. So finde ich es zwar nach wie vor spannend, dass ich vieles über die zuvor eher im Hintergrund agierenden Charaktere erfahre, doch finde ich es sehr, sehr schade, dass man es tatsächlich versäumt hat, mit einem roten Faden eine Geschichte weiterzuerzählen. Das muss in der nächsten Volume dringend besser werden! Immerhin können die philosophischen Fragen, die in der fünften und sechsten Episode aufgeworfen werden, nicht nur die beteiligten Charaktere, sondern auch mich über das Dasein als Ghul zum Nachdenken anregen. So wird die Serie zumindest leicht auf eine neue Ebene gehievt. Trotzdem hoffe ich nach den zwei eher mittelmäßigen Volumes, dass das Produktionsteam mit der zweiten Serienhälfte zu altem Glanz zurückfinden wird. Verdient hätte es die ursprünglich richtig gute Anime-Serie auf jeden Fall und vielleicht setzt mit Volume 3 endlich eine Entwicklung ein.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Tōkyō Ghoul √A (Vol. 2)!

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