Review: Tōkyō Ghoul √A (Vol. 3)

tokyo-ghoul-%e2%88%9aa-vol-3-1Die ersten beiden Volumes von Tōkyō Ghoul √A haben uns nicht gerade mit ihrer Handlung überzeugen können. Der Fokus in der Anime-Serie liegt seit dem Staffelauftakt auf den verschiedenen Charakteren. Dieser Linie bleibt Tōkyō Ghoul √A auch diesmal sehr, sehr treu.

tokyo-ghoul-%e2%88%9aa-vol-3-2Am Ende der zweiten Volume haben wir erfahren, dass die Commission of Counter Ghoul die Augen nicht weiter verschließen kann. Nach dem Überfall der Organisation Phönixbaum auf die Zentrale der Kommission soll sich das Blatt nun wenden. Informationen werden eingeholt, um das Versteck des Phönixbaums ausfindig zu machen. Über ein paar Ecken herum erhalten die Ermittler Shinohara Yukinori und Suzuya Jūzō Details über ein bestimmtes Café, das sich im zwanzigsten Bezirk der Stadt befindet. Dort angekommen lernen die beiden Ermittler den Café-Betreiber Yoshimura kennen, der seine Identität als Ghul selbstverständlich verschleiern muss. In diesen Wirren taucht auch Kaneki Ken wieder auf, der sich seit einigen Folgen bekanntermaßen zurückgezogen hat. Obwohl Yoshimura möchte, dass sich Ken wieder im Café einlebt, ist sich dieser unsicher und verschwindet wieder im Großstadtdschungel von Japans Hauptstadt. Wie die sechs vorherigen Episoden drehen sich auch die drei enthaltenen Folgen der dritten Volume wieder um das Leben vieler verschiedener Charaktere. Das heißt, dass der rote Handlungsfaden, der sich mittlerweile endlich gebildet hat, immer noch etwas außen vor gelassen wird. Dennoch können die drei Episoden ungeachtet dessen inhaltlich überzeugen – unter anderem werden ein paar Geheimnisse gelüftet, wie zum Beispiel wer die Figur Eule ist.

Befreiende Tränen

tokyo-ghoul-%e2%88%9aa-vol-3-3Das Bild in der Auflösung von 1080p kann im bildschirmfüllenden 16:9-Format auch bei der dritten Volume überzeugen. Nach wie vor sind die meisten Elemente handgezeichnet, sodass ein wunderbarer Stil durchgehend zu spüren ist und uns regelrecht verzaubern kann. Ein besonderes Stil-Element stellt in den vorliegenden drei Episoden der einsetzende Schneefall dar. Tōkyō wird zwar nicht in eine weiße Schneedecke gehüllt, doch die einzelnen Schneeflocken symbolisieren fast schon wie eine Metapher die unterdrückten Tränen von Yoshimura. Dabei wird der Schnee jedoch als etwas Positives ausgedrückt, da er für einige der Charaktere eine befreiende Wirkung hat. Hinzukommt, dass sich helle und dunkle Farbtöne diesmal die Waage halten. Während die hellen Töne die Hoffnung der Figuren ausdrücken, beschreiben die – vor allem in Innenräumen und bei Nacht genutzten – dunklen Farben die Ausweglosigkeit der Freunde, die durch das Café Anteiku verbunden sind. Besonderen Tiefgang erhält die Handlung durch die Dialoge, welche speziell für Yoshimura klaustrophobisch wirken müssen. In nur sehr wenigen Anime haben wir die Gefühlswelt so sehr nachvollziehen können, wie bei Tōkyō Ghoul √A. Das liegt aber auch daran, dass sich so gut wie alle Synchronsprecher sehr viel Mühe gegeben haben, um die Geschichte möglichst passend vorantreiben zu können.

Auf der Suche nach Bonusmaterial

tokyo-ghoul-%e2%88%9aa-vol-3-4Sowohl die deutsche, als auch die japanische Synchronisation liegen im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 vor. Beide Synchronisationen sind empfehlenswert. Sogar die deutsche Version kann diesmal ein paar Punkte wettmachen. Anders wie bei den vorherigen beiden Volumes von Tōkyō Ghoul √A liegt der dritten Ausgabe neben den obligatorischen Trailern zu weiteren Kazé-Anime-Titeln kein digitales Bonusmaterial bei. Das ist schade, da gerade das digitale Bonusmaterial einen sehr guten Einblick in die Produktion des Titels gegeben hat. Hier hoffen wir stark, dass die vierte und somit auch letzte Volume einen Ausgleich zur seit einigen Episoden schwächelnden Handlung bietet. Ob im physischen Bonusbereich ein Booklet beiliegt, können wir euch an dieser Stelle nicht sagen. Die Herstellerangaben schweigen dazu. Ohnehin könnten wir über dessen Inhalt und vor allem dessen Qualität jedoch nur spekulieren – für unseren Test lag uns die Fassung für Endverbraucher schlichtweg nicht vor. Wir gehen jedoch davon aus, dass es im Falle dessen dieselben Stärken bietet wie die Heftchen, die den Volumes der ersten Staffel beilagen. Da sich die Handlung der Anime-Serie in der dritten Ausgabe der viergeteilten Veröffentlichung zumindest etwas entfalten konnte, gelingt es Tōkyō Ghoul √A kurz vor dem Finale endlich wieder ein wenig mehr zu überzeugen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die ersten beiden Volumes beziehungsweise der Staffelauftakt von Tōkyō Ghoul √A haben mich nicht gerade vom Hocker gehauen. Bei einer Anime-Serie brauche ich fast immer einen durchgehenden Handlungsfaden, der mit Wendungen und Überraschungen zu jederzeit Spannung aufbauen kann. Tōkyō Ghoul √A ist dieses Konzept fast schon egal, denn stattdessen rücken verschiedene Charaktere in den Fokus der Erzählweise. So erfahre ich zwar nach wie vor viele interessante Hintergründe über die unterschiedlichsten Akteure, doch gelingt es dem Anime so nur, sich peu á peu wie ein Mosaik zusammenzusetzen. Immerhin kann sich mit dem Angriff auf das vermeintliche Versteck der Organisation Phönixbaum so etwas wie ein roter Faden entwickeln, sodass man die Weichen für das hoffentlich großartige Finale gestellt hat. Überzeugt bin ich davon nach drei eher mittelmäßigen Volumes zwar noch nicht, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Tōkyō Ghoul √A (Vol. 3)!

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