Review: Tōkyō Ghoul √A (Vol. 4)

tokyo-ghoul-%e2%88%9aa-vol-4-1Drei Ausgaben lang konnte sich Tōkyō Ghoul √A halbwegs unserer Aufmerksamkeit erfreuen – und genauso lang haben wir gehofft, dass sich die Handlung zumindest bis zum Finale entwickelt. Nach dem Anschauen der letzten Folge sind wir jedoch alles andere als befriedigt.

tokyo-ghoul-%e2%88%9aa-vol-4-2Inhaltlich setzen die drei Episoden der vierten Volume von Tōkyō Ghoul √A an das Ende von der neunten Episode aus der dritten Ausgabe an. Die Commission of Counter Ghoul greift den zwanzigsten Bezirk von Japans Hauptstadt Tōkyō an. Zwischen den angreifenden Taubenschwärmen und den Ghulen entbrennt zwischen den Hochhäusern ein erbitterter und vor allem blutiger Kampf. Beide Parteien sind sehr uneinsichtig, sodass die Straßen schrittweise mit Leichen und Verwundeten gepflastert werden. In diesen Wirren wird auch Yoshimura hineingezogen, der seine geheime Identität als Eule nicht mehr länger verschweigen kann und sich einen hitzigen Kampf mit seinen Gegenspielern liefert. Ebenfalls vertreten ist natürlich Kaneki Ken, der jedoch erst in der letzten Episode einen besonderen Auftritt hat und die Anime-Serie mit einer besonderen Botschaft zurücklässt. Welche das ist, können wir euch aus Spoiler-Gründen nicht verraten. Trotzdem solltet ihr bis dorthin nicht zu viel erwarten, da sich die Serie auch im Finale immer noch sehr viel mehr mit den Figuren, als mit einer stringenten Handlung beschäftigen will. Das ist mehr als schade, da zum Ende hin sogar ein paar neue Fragen aufgeworfen werden und so Handlungsstränge einfach offen bleiben. Was sich das Produktionsteam davon verspricht, wissen wir nicht. Eine Fortsetzung wäre wünschenswert.

Schall und Rauch

tokyo-ghoul-%e2%88%9aa-vol-4-3An der Qualität des Bildes in der Auflösung von 1080p und im 16:9-Format hat sich erfreulich wenig verändert. Während die Animationen zwar verbesserungswürdig sind, können uns die handgezeichneten Elemente dennoch begeistern – schließlich sind handgezeichnete Bestandteile in Anime heutzutage nicht mehr ganz so üblich wie noch vor ein paar Jahrzehnten. Besonderen Wert hat das Produktionsteam von Tōkyō Ghoul √A auf die Bildsprache gelegt – insbesondere Feuer und Eis können in den drei vorliegenden Episoden als verbildlichte Metaphern, die Hand in Hand mit der Story gehen, gesehen werden. Während in den letzten Folgen der Schneefall noch als Zeichen der Hoffnung eingestuft werden konnte, fühlt sich der weiße Schnee jetzt wie Benommenheit an. Das Feuer hingegen steht für die Zerstörungswut, die im zwanzigsten Bezirk von beiden Seiten aus angerichtet wird. Hinzukommt diffuses Licht, das von Nebel und Rauch entsprechend aus verschiedenen Betrachtungsweisen gesehen werden kann. Musikalisch werden die vorliegenden Episoden im Tonformat DTS HD Master Audio 2.0 aus einem Gemisch aus Geigen- und Klavierklängen unterlegt. Sowohl die deutschen, als auch die japanischen Synchronsprecher verpassen der restlichen Atmosphäre ihr markantes Design, das wir – zusammen mit der ersten Staffel – 24 Folgen lang richtig genossen haben.

Vollendung einer Serienbox

tokyo-ghoul-%e2%88%9aa-vol-4-4In puncto Bonusmaterial führt die vierte Volume von Tōkyō Ghoul √A das fort, was die dritte Ausgabe bereits begonnen hat. Nachdem die ersten beiden Volumes nämlich ein paar interessante Einblicke in die Produktion und die Synchronisation der Anime-Serie ermöglichten, gibt es auf der letzten Disc der Serie neben den obligatorischen Trailern zu weiteren Kazé-Anime-Titeln wie auf der dritten Scheibe nämlich nichts. Das ist sehr schade, da man mit den ersten beiden Veröffentlichungen Großartiges geleistet hat. Um das fehlende digitale Bonusmaterial wieder wettzumachen, liegt der Anime-Serie in der Hülle der vierten Volume laut Herstellerangaben abermals ein Booklet bei. Zum Inhalt und zur Qualität des Booklets können wir euch leider keine Informationen mitteilen, da es uns zum Testen nicht zur Verfügung stand. Allerdings gehen wir – wie bei den vorherigen drei Volumes von Tōkyō Ghoul √A – davon aus, dass sich das Heftlein inhaltlich und qualitativ an den Booklets der ersten Staffel orientiert, die wir im verlinkten Unboxing-Video ebenfalls vorstellen. Wer die Serie trotz ihrer vorhandenen Defizite, die im Bereich der Erzählweise oder genauer gesagt beim Aufbau der Handlung deutlich spürbar sind, bis hierhin verfolgt und sich die limitierte Erstauflage der ersten Volume gegönnt hat, darf jetzt die letzte Ausgabe in den vermutlich stabilen Schuber stecken.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Als ich vor einiger Zeit die Anime-Serie Re: Hamatora gesehen habe, war ich positiv überrascht. Ich hätte niemals erwartet, dass sich eine Serie, die ich in der ersten Staffel bis zum Finale eher ermüdend fand, mit einer zweiten Season zu den besten Anime entwickelt, die ich jemals gesehen habe. Warum ich das erwähne, sollte jeder wissen, der sich meine Reviews zu Tōkyō Ghoul √A durchgelesen hat. Während in diesem Falle die erste Staffel bis auf das Ende echt gut war, hat sich die zweite Season viel zu oft in Nebenhandlungen verstrickt und hat zu viele Charaktere auf zu wenig Raum vorgestellt. Am Ende hat man mich dann sogar noch mit offenen Handlungssträngen und ein paar neu aufgeworfenen Fragen zurückgelassen. So sehr ich das eigentliche Szenario um Ghule in Japans Hauptstadt auch mag, so sehr kann ich nur spekulieren, wie sich die Handlung weiterentwickelt. Da noch keine dritte Staffel angekündigt oder gar bestätigt ist, bin ich sehr enttäuscht von dieser Entwicklung beziehungsweise dem Ergebnis. Man hätte sehr viel mehr aus der Anime-Serie, die mit der ersten Staffel so fantastische Grundlagen geschaffen hat, herausholen können. Wer wirklich beinharter Fan der Vorlage ist, wird sicher dennoch zuschlagen – möchte man aber in erster Linie rundum von einer stringenten Geschichte zufriedengestellt werden, sollte man mit dem Kauf von Tōkyō Ghoul √A erst einmal noch abwarten – mit einer möglichen dritten Staffel könnte das Franchise immerhin noch einmal kurz aufblühen. Regisseur Morita Shūhei weiß hoffentlich, was er in den nächsten Monaten zu tun hat!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Tōkyō Ghoul √A (Vol. 4)!

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