Review: Shantae: ½-Genie Hero

shantae-%c2%bd-genie-hero-1Nachdem die Halb-Dschinn Shantae erstmals 2001 gegen Piraten im absoluten Game-Boy-Color-Geheimtipp kämpfen musste, pausierte die Serie bis zum Jahr 2010. In den letzten Jahren erschienen dann gleich mehrere Ableger mit der Dame für den Nintendo eShop.

shantae-%c2%bd-genie-hero-2Shantae: ½-Genie Hero aus dem Jahr 2016 stellt hier keine Ausnahme dar. Wir schlüpfen erneut in die Rolle der jungen Dame, die mal wieder alle möglichen Abenteuer erleben will. Schuld daran ist diesmal ihr Onkel Mimic, der abermals an einer neuen Maschine tüftelt. Mit dem sogenannten Dynamo möchte er seine und Shantaes Heimatstadt Scuttle Town mit elektrischem Licht zu einem sicheren Ort machen. Wir sollen ihm bei diesem Unterfangen helfen, indem wir die in separate Gebiete unterteilte Spielwelt bereisen und die nötigen Materialien aufspüren. Dass wir bei der Suche gestört werden, ist dabei natürlich vorprogrammiert. Neben bekannten und freundlich gesinnten Charakteren wie Shantaes Freundin Rottytops und ihr guter Kumpel Bolo, sind nämlich auch wieder durchtriebene Figuren mit an Bord. Dazu zählen zum Beispiel Piratenkapitänin Risky Boots oder der gefürchtete Ammo Baron, die wir schon aus vorherigen Serienteilen kennen. Neu in der Charakterriege ist eine weitere Halb-Dschinn, die Shantae das Leben schwer macht und für reichlich Chaos in Scuttle Town sorgt. Trotz der feindlichen Absichten bleibt die Story zumeist auf einem sehr friedlichen Niveau, das mit reichlich Humor unterlegt wird. Dieser geht in der deutschen Fassung aufgrund einer mangelhaften Übersetzung teilweise jedoch flöten – verschenktes Potential!

Verwandlungskünste

shantae-%c2%bd-genie-hero-3Am eigentlichen Gameplay hat sich in Shantae: ½-Genie Hero nur sehr wenig geändert. Das große Vorbild, die Metroid-Reihe, ist quasi an allen Ecken und Enden spürbar, denn mit zunehmender Spieldauer kommen wir bei sehr gründlicher Suche und nach dem Besiegen von Bossgegnern in den Genuss neuer Spezialfähigkeiten in Form von Tänzen. Mit den Tänzen können wir uns in der zweidimensionalen Spielwelt etwa in einen Affen, einen Elefanten, eine Maus, eine Meerjungfrau oder eine Krabbe verwandeln. Zusätzlich erhalten wir für unsere Verwandlungen im Verlauf des Spiels ebenfalls Verbesserungen, wodurch das System stets tiefgründig wirkt. Jede der Verwandlungen bietet nämlich die Möglichkeit, tiefer in die Spielwelt einzutauchen. Als Affe können wir an Wänden hinaufklettern, als Maus winzig kleine Gänge erkunden und als Elefant brüchige Mauern einreißen. So und nicht anders entdecken wir Geheimnisse wie Schatztruhen oder versteckte Räume, die nicht selten Power-ups wie Lebensenergie-Erweiterungen und weitere Verbesserungen beheimaten. Da die Spielwelt jedoch viel stärker als die vorherigen Serienteile in unabhängige Gebiete unterteilt ist und wir so viel zu oft durch dieselben Levels laufen, macht sich schnell Ernüchterung breit. Das macht das Vorbild Metroid und einige seiner Nachahmer dann doch deutlich besser.

Tolles Abenteuer mit Mängeln

shantae-%c2%bd-genie-hero-4Deshalb ist Shantae: ½-Genie Hero aber bei Weitem noch kein schlechtes Spiel – im Gegenteil! In allen Winkeln finden wir Edelsteine, die wir im Shop gegen weitere Ausrüstung eintauschen, damit wir die Gegner mit Shantaes Haar noch schneller und effektiver verhauen können. Oder wir erlernen Zaubersprüche wie Feuerbälle und brutzeln die Feinde, um anschließend Fleisch zum Heilen einzusammeln. Das sieht im aufgebohrten Comic-Stil zusammen mit dem müden, aber markanten Soundtrack so liebevoll aus, dass man dem Spiel den Schnitzer gerne verzeiht. Wer die Vorgänger kennt und sich zu einem kleinen Shantae-Fan entwickelt hat, wird wohl auch wieder seinen Spaß mit Shantae: ½-Genie Hero haben. Will man jedoch in die Serie einsteigen, empfiehlt es sich viel eher das leicht bessere Shantae and the Pirate’s Curse aus dem Jahr 2014 zu spielen. Das bietet im Grunde zwar fast denselben Inhalt beziehungsweise Umfang, zieht sich aber dank einer schlüssigeren Spielwelt mit sehr viel weniger Wiederholungen nicht ganz so stark in die Länge. Da das Shantae-Spielgefühl in beiden Titeln aber dennoch gut zur Geltung kommt, kann auch Shantae: ½-Genie Hero gut und gerne einige Stunden lang unterhalten. Wer nach einem lückenfüllenden Action-Adventure sucht, darf hier ruhig zuschlagen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Wii-U-Fassung): Shantae: ½-Genie Hero versetzt mich abermals in die charmante Fantasy-Welt Sequin Land, in der ich im Grunde wieder einmal dasselbe Abenteuer erlebe. Trotzdem macht auch das beim wiederholten Male noch Spaß, da die Verwandlungen für reichlich Abwechslung sorgen und es wieder einmal viele Geheimnisse zu lüften gilt, um Shantaes Fähigkeiten und Attribute zu verbessern. Leider wird diese Faszination öfters durch die schwache deutsche Übersetzung unterbrochen und mit nervigen Level-Wiederholungen malträtiert. Dennoch dürfen Fans von Action-Adventures und Fans der Shantae-Serie einen Blick ins zauberhafte Abenteuer, das mit vielen zu entdeckenden Geheimnissen aufwartet, riskieren.

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