Review: Stella Women’s Academy, High School Division Class C³ (Vol. 1)

Jeder kennt sicherlich die Situation oder kann sie zumindest leicht nachempfinden, wie es ist, ohne Freunde als Schüler oder Student an einer neuen Institution seine Ausbildung fortzusetzen und es dazu gehört, parallel soziale Kontakte zu knüpfen, zu hegen und zu pflegen.

Genau diese Thematik nimmt sich die dreizehnteilige Anime-Serie Stella Women’s Academy, High School Division Class C³ als Vorbild und verpasst der Geschichte mit Bravour ein japanisches Gewand. Schließlich besuchen japanische Schüler auch diverse Clubs, um das soziale Leben an der Schule zu bereichern. Ähnlich wie in der Anime-Serie Love, Chūnibyō & Other Delusions! kämpft auch an der titelgebenden Stella-Mädchenschule ein Club ums Überleben und benötigt dringend neue Mitglieder. Das eigentliche Geschehen wird jedoch aus der Sicht der frischen Oberschülerin Yamato Yura, die die Stella-Mädchenschule seit Neuestem besucht, geschildert. Schüchtern wie sie ist, hat sie zunächst starke Probleme damit, das Wohnheim zu finden. Kaum ist es ihr gelungen, sich häuslich in ihrem Zimmer einzurichten, albert sie auch schon in ihrem Zimmer herum, schaut sich den Film Rambo im Fernsehen an und spielt zugleich eine Szenen daraus vor der Flimmerkiste nach. Blöd nur, dass Kirishima Rento, ein Mitglied des nach Mitgliedern suchenden C³-Clubs, plötzlich im Raum steht und Yura als so durchgeknallt einstuft, dass sie sie prompt in den Clubraum einlädt. Zunächst denkt Yura hier noch, dass sich in diesem Club alles um Kuchenessen und Teetrinken dreht, doch irrt sie sich gewaltig. Zu Yuras Überraschung betreiben die Mädchen des C³-Clubs den Sport Airsoft.

Airsoft-Club

Im deutschsprachigen Raum ist der Begriff Softair zwar geläufiger, doch da in der Anime-Serie auf den in den Vereinigten Staaten von Amerika gefestigten Begriff zurückgegriffen wird, verwenden wir im Folgenden ebenfalls den Begriff Airsoft. Wem Airsoft kein Begriff ist, dem sei gesagt, dass es sich hierbei meist um einen Mannschaftssport handelt, der in klar definierten Bereichen wie einem Waldstück oder einem Stadtgebiet gespielt wird. Die Teams stehen sich mit verschiedenen Spielzeugwaffen gegenüber und bekämpfen sich so lange, bis ein Team völlig besiegt ist. Obwohl Yura anscheinend kein Problem damit hat, derlei Szenen aus dem Fernsehen nachzuäffen, entscheidet sie sich erst einmal dagegen, dem C³-Club beizutreten, da ihrer Einschätzung nach Kriegsspiele nichts für Mädchen seien. Entsprechend lässt sich sagen, dass die ersten fünf Episoden sich hauptsächlich um die Aufnahme von Yura drehen. Um das zu erreichen, leisten auf der einen Seite die Mädchen des Clubs Überzeugungsarbeit und auf der anderen Seite liegt es an Yura, ihre Schüchternheit zu bekämpfen. So veranstalten die Mädchen des Clubs kleinere Spiele, um Yura vom Spaß, den sie mit Airsoft haben könnte, zu überzeugen. Obwohl Club-Leiterin Kashima Sonora Yura dabei unterstützt, nicht dem Club beitreten zu müssen, versucht Yura über ihren eigenen Schatten zu springen.

Humorvolle Ballerorgien

Ob und wie es der schüchternen Yura gelingt, dieses Kunststück zu vollbringen, verraten wir an dieser Stelle natürlich nicht. Es geht in der Anime-Serie jedoch nicht nur um Freundschaft, soziale Aktivitäten und Selbstfindung. Ebenfalls ist Fantasie ein großes Thema, denn Yura hat die Gabe, in eine Fantasie-Welt zu flüchten und ihren Alltag heiter auszugestalten. Zu Beginn der Serie kommt sie so statt mit dem Zug mit einer Kutsche an der Schule an und während der Airsoft-Matches stellt sie sich sogar vor, wahrhaftig in einem Kriegsgebiet zu sein. Zwar sind die Grundlagen für die Handlung allesamt durchdacht, doch müssen wir klar feststellen, dass es sich bei Stella Women’s Academy, High School Division Class C³ eher um sehr seichte Unterhaltung handelt. Es dreht sich fast ausschließlich alles um Airsoft und den Club. Das Privatleben der Charaktere wird kaum bis gar nicht durchleuchtet. Hier verschenkt das Animationsstudio Gainax also deutlich Potenzial. Das merken wir auch bei der optischen Gestaltung. Zwar überzeugt uns der Anime mit hübschen Charaktermodellen und netten Hintergründen, die jedoch zusammen mit den Effekten nur sehr spärlich animiert worden sind. Dafür entschädigt die Anime-Serie mit einer tollen japanischen Synchronisation und einer guten deutschen Vertonung, sodass man die Serie vor allem wegen des Humors schauen möchte.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Viel erwartet habe ich von der Anime-Serie Stella Women’s Academy, High School Division Class C³ im Vorfeld nicht. Das sollte sich in den ersten Minuten der ersten Episode zwar auch bestätigen, doch mit zunehmender Laufzeit habe ich durchaus Gefallen an der Serie gefunden. Einen Blumentopf für die beste Handlung gewinnt die Serie sicherlich nicht und auch die Persönlichkeiten der Charaktere sind mir viel zu blass, als dass ich mich wirklich mit den Figuren auseinandersetzen könnte. Trotzdem ist die seichte Unterhaltung mit ihrem netten Humor besonders zwischenzeitlich nach einem harten Arbeitstag oder zur Ablenkung beim harten Selbststudium sicherlich für den einen oder anderen Zuschauer eine gute Möglichkeit, abzuschalten. Wer also schon immer einmal, in manchen Szenen teils sogar leicht bekleidete, Mädchen im Anime-Format mit Airsoft-Waffen aufeinander losgehen sehen wollte, kann bei Stella Women’s Academy, High School Division Class C³ ruhig mal einen Blick riskieren!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Stella Women’s Academy, High School Division Class C³!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s