Review: Detektiv Conan (Box 4, Episoden 103-129)

Im März 2018 wurde die vierte Serienbox von der Anime-Serie Detektiv Conan veröffentlicht. Diesmal sind die Episoden 103 bis 129 mit an Bord, die jedoch genau wie bei der dritten Volume das Problem haben, dass sie nichts mit der grundlegenden Handlung zu tun haben.

Wer die ersten drei Serienboxen von Detektiv Conan bereits gesehen hat, wird vermutlich gar nicht erwarten, dass auf einmal eine stringente Handlung erzählt wird. Stattdessen beschäftigen sich auch die Episoden der vierten Volume mit einzelnen und stets abgeschlossenen Fällen, die der titelgebende Detektiv mit seinem scharfen Sachverstand lösen muss. Am Serienszenario hat sich dementsprechend auch nichts verändert. So lebt der zum Kind geschrumpfte siebzehnjährige Schülerdetektiv Kudō Shin’ichi unter dem Alias Edogawa Conan im Haushalt seiner Freundin Mōri Ran respektive deren Vater Mōri Kogorō. Beide wissen natürlich nicht, dass Shin’ichi jenes Kind ist, das bei den beiden in der Wohnung haust. In früheren Folgen hat Ran zwar hin und wieder den Verdacht gehegt, wer Conan tatsächlich ist, doch scheinen sich die Zweifel für sie in Luft aufgelöst zu haben. Sie akzeptiert Conan als den kleinen Jungen, der er augenscheinlich ist. Auch dass ihr Vater auf einmal jeden einzelnen Fall lösen kann, ist für sie mittlerweile eine Selbstverständlichkeit. Kogorōs Popularität steigt zunehmend und ist weitgehend als Detektiv bekannt, der seine Fälle im Schlaf löst. Serienkenner wissen allerdings, dass der kleine Conan hinter jeder Rätsellösung steckt: Mit dem Narkose-Chronometer betäubt er sein „Onkelchen“ und imitiert mit dem Stimmentransponser Kogorōs Stimme.

Spannende Kriminalfälle

Obwohl sämtliche Episoden bis auf seltene Verweise auf die Haupthandlung vollständig von dieser getrennt sind, können die einzelnen Folgen mit ihrer losgelösten Geschichte dennoch überzeugen. Die einzelnen Storylines drehen sich um Mörder und Verbrecher aus verschiedenen Gesellschaftsschichten. Ihre Motive sind aus anderen Kriminalgeschichten bestens bekannt: Eifersucht, Habgier und andere niedrige Beweggründe veranlassen die illustren Figuren aus Detektiv Conan zu ungeheuerlichen Taten. Von den Tätern clever inszeniert, müssen Conan, Kogorō und Co die Morde aufklären. Nach wie vor scheinen dem Autor der Manga-Vorlage die Ideen nicht auszugehen. Aoyama Gōshō hat Geniestreiche fabriziert, die auch in Anime-Form wunderbar funktionieren. Es macht Spaß, bei jeder Folge mitzurätseln, wer denn eigentlich der Täter ist. Die Angelschnur, die in den vorherigen Volumes bei den Straftaten noch verhältnismäßig oft zum Einsatz kommt, ist in den Episoden der vierten Serienbox kaum mehr ein Mittel zum Zweck. Diesmal kommen unter anderem ein Stromausfall oder ein Wespennest zum Einsatz, um das Opfer zu töten. In einer Doppelfolge begeht sogar jemand einen Diebstahl bei einem Juwelier und verbuddelt die Beute an verschiedenen Stellen auf einem fremden Grundstück, um dessen Besitzer eines Mordes überführen zu wollen. Interessant!

Wiedersehen mit alten Freunden

Sowohl in dieser Doppelfolge als auch einer weiteren kleinen Auswahl an Episoden sind die Detective Boys mit von der Partie. Ebenfalls gibt es ein zweifaches Wiedersehen mit Hattori Heiji, dem Conan bei der Jagd auf einen Serienmörder helfen will. In wenigen Episoden wird das Geschehen aus Tōkyō in die umliegenden Präfekturen oder in die Stadt Ōsaka verlegt, um ein wenig Abwechslung in den durchritualisierten Alltag der Detektive zu bringen. Da es sich bei der vierten Volume von Detektiv Conan um die erste Serienbox der zweiten Staffel handelt, ist es nicht verwunderlich, dass nach den leichten Ermüdungserscheinungen am Ende der ersten Season ein frischer Wind weht. Dieser tut dem Franchise sichtlich gut, auch wenn die eigentliche Story ein wenig mehr zur Geltung kommen dürfte. So können zwar die einzelnen Fälle überzeugen, doch wollen die Zuschauer sicherlich gerne mehr über Conans Widersacher erfahren und einen Weg aufgezeigt bekommen, wie der drollige Detektiv seine alte Gestalt wieder annehmen könnte. Dennoch können die Episoden der vierten Serienbox auf technischer Ebene mit den Folgen der vorherigen Box mithalten, der Charme des Jahres 1998 ist an allen Ecken und Enden zu spüren. Als Bonus liegt ein Episodenguide in Form eines Booklets bei, in dem die Inhaltsangaben zu allen enthaltenen Folgen nachgelesen werden können.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 103 bis 129 der Serie): Grundsätzlich ist eine jede Episode der vierten Serienbox der Anime-Serie Detektiv Conan von Anfang bis Ende spannend. Das liegt vor allem daran, dass die Fälle deutlich abwechslungsreicher als noch zuvor sind. Es macht sehr viel Spaß, dabei mitzurätseln, wer der Täter oder gar Mörder ist. Für den durchschnittlichen Zuschauer bleiben die Folgen meistens bis zum Ende nicht durchschaubar, sodass dieser bei der Lösung des Rätsels um die Identität des Täters stets erleichternd ist. Schade ist aber dennoch, dass die Serie in den vorliegenden Episoden die eigentliche Handlung kaum bis gar nicht vorantreibt. Das fällt besonders deshalb negativ auf, da mit dieser Serienbox die zweite Staffel der Anime-Serie eingeläutet wird. Bleibt zu hoffen, dass die fünfte und nächste Volume ein wenig mehr Licht ins Dunkle um die mysteriöse Organisation bringt.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Detektiv Conan (Box 4, Episoden 103-129)!

 

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