Preview: Mafia II

Vorgestern wurde weltweit die Demoversion der PC-Fassung von Mafia II exklusiv über Steam veröffentlicht. Aus diesem Grund mussten wir das Downloadprogramm zwangsweise auf unseren Festplatten installieren. Nachdem das Herunterladen des Gangester-Epos abgeschlossen war, konnten wir uns in das Unterweltleben von Empire Bay City wagen.

Vor unserem Haus pulsiert das Leben. Aus dem Fenster schauend erkennen wir zahlreiche Automobile, welche die Straße auf und ab fahren und Fußgänger, die sich auf dem Weg zu ihren Arbeitsstellen machen. Aus dem Radio dröhnt ein gesungener Song und das Telefon klingelt. Am anderen Ende der Leitung hören wir unseren Freund Joe, welcher um unsere tatkräftige Unterstützung bittet. Gesagt, getan. Bevor wir das Haus verlassen, genehmigen wir uns ein kühles Bier und wechseln unsere Kleidung. Schließlich muss ein Mafioso souverän auftreten. Nachdem wir das Haus verlassen, laufen wir schnurstracks auf unsere Garage zu. Wir entscheiden uns für ein eher unauffälliges Auto. Auf dem Radar in der rechen, unteren Bildschirmecke wird unser Zielort deutlich markiert. Wir treten aufs Gaspedal und erleben während der Autofahrt eine weitaus lebendigere Stadt, als im Vorgänger aus dem Jahr 2002.

Observation

Am Zielort angekommen, treffen wir auf unsere Freunde Joe und Henry. Gemeinsam observieren wir die gegenüberliegende Brennerei – cineastisch präsentiert und mit einer sehr guten, deutschen Synchronisation vertont. Während des Gesprächs zwischen Hauptdarsteller Vito und seinem Kumpel Henry werden in der Zwischenzeit Kisten mit Alkohol auf der anderen Straßenseite verladen. Plötzlich fahren schwarze Wagen vor und unsere Feinde eröffnen das Feuer, als sie unsere Waffen bemerken. Aus dem Fenster im zweiten Stock erledigen wir fünf Männer mit einem Maschinengewehr. Die Gegner entpuppen sich leider als Kanonenfutter, da sie keine Deckung suchen. Nach dem Massaker verlassen wir die Wohnung durch das Treppenhaus, wo sich unsere Freunde bereits um einen Angreifer kümmern. Im Erdgeschoss angekommen lehnen wir uns neben der Eingangstür an die Wand, während Joe die Tür aufreißt und uns Feuerschutz gibt. Wir spähen hinter dem Türrahmen hervor und erledigen zwei weitere unserer Gegner. Joe und Henry warten bereits bei der Brennerei, wessen Tür wir auftreten dürfen – mit anschließender Stürmung des Gebäudes.

Brennerei-Action

Ein Sektempfang erwartet uns in der Brennerei nicht. Stattdessen wollen uns die feindlichen Handlanger mit blauen Bohnen füttern. Die Gegner scheinen hier ein wenig intelligenter zu agieren. Sie gehen öfters in Deckung und treffen uns an empfindlicheren Stellen. Mehrere Spieltode dürfen wir in der Brennerei verzeichnen, bis wir schließlich im obersten Stockwerk angelangt sind. Es kommt, wie es kommen musste. Henry wird von einer Kugel erwischt, der Boss unserer Feinde wird von Joe und Vito ins virtuelle Nirwana geschickt. Während Joe den verwundeten Henry auf dem Rücken trägt und erklärlicherweise im obersten Stockwerk verweilt, bahnen wir uns den Weg durch das einstürzende Hochhaus und erledigen nebenbei drei weitere Gegner. Am Ausgang angekommen, befinden sich Joe und Henry seltsamerweise wieder hinter uns. Leider können wir nicht einfach den Wagen starten und uns unbemerkt aus dem Staub machen. Die Polizei ist uns auf die Schliche gekommen und fahndet bereits in ganz Empire Bay City nach uns. Auf einer Brücke, wo eine Straßensperre aus mehreren Streifenwagen auf uns wartet, endet unsere Flucht. Hinter uns heulen bereits die ersten Sirenen weiterer Polizeiautos auf und schneiden uns somit den Rückweg ab.

Stadtleben

An dieser Stelle endet die Demo und lässt die Fortsetzung dieser Mission offen. Wir sind umso gespannter, was uns die Entwickler im fertigen Spiel präsentieren möchten. Fortgesetzt wird diese Geschichte allerhöchstens in einer weiteren Demoversion, da der gespielte Level in dieser Form nicht im Endprodukt auftauchen wird. Abseits dieser Mission haben wir ebenfalls die Möglichkeit, die Sehenswürdigkeiten von Empire Bay City in einem abgetrennten Gebiet zu erkunden. Im Diner verzehren wir etwa Cola und Hamburger und im Waffenladen stocken wir unseren Munitionsvorrat auf. Je nachdem wie viele Patronen wir einkaufen, verschwinden diese auch unter der Glasscheibe der Theke. Wir dürfen den Ladenbesitzer auch ins Jenseits befördern und anschließend die Kasse leeren, um unser habseliges Geld auf unmoralische Art und Weise zurück zu erlangen. Die Boutiquen der Stadt dürfen ebenfalls überfallen werden. An diesen Orten können wir uns übrigens auch neu einkleiden, was besonders wirksam ist, wenn wir von den Gesetzeshütern verfolgt werden. Über diesen Weg sinkt nämlich unser Gesuchtheitsgrad – dummerweise kann man sich innerhalb von ein paar Sekunden ebenfalls genau so oft neu einkleiden und jedes Mal werden wir für die Polizei unattraktiver. Das zieht Spannung und Dynamik aus dem Spiel, besonders für freiberufliche Chaosstifter. Diese freuen sich aber auch über die Autowerkstatt, wo man den eigenen Wagen neu lackieren lassen darf und die Nummernschilder ausgewechselt werden können. Außerdem ist es möglich, dass der Motor des Autos ausgewechselt werden kann und man so schneller vor der Polizei flüchten kann. Freizeitaktivitäten, wie man sie beispielsweise aus Grand Theft Auto IV kennt, sucht man in Mafia II vergeblich.

Würdiger Nachfolger?

Es mangelt Mafia II stellenweise an klugen und vor allem an facettenreichen Gegnern, da sie jedes Mal nach dem gleichen und teils wenig intelligenten Raster vorgehen. Außerdem gab es außerhalb der Mission nicht wirklich viel zu tun und hoffen stark, dass die Demo nur einen kleinen Teil von dem enthält, was uns im fertigen Spiel erwartet. Gut gelungen hingegen ist die Fahrzeugphysik. Während wir im normalen Modus eine Steuerung für Anfänger erleben, gefällt uns die simultane Einstellung weitaus besser. Je nachdem wie schnell man fährt und bremst, unterscheiden sich die Bremsspuren in ihrer Länge. Außerdem wirkt es authentischer, wenn unser Wagen nicht in Windeseile auf einhundert Sachen pro Stunde beschleunigen kann, ohne das die Spielfigur automatisch überhaupt in einen höheren Gang schaltet. Mafia II lebt besonders von seiner Atmosphäre und den vielen, kleinen Details. So liegt beispielsweise eine alte Playboy-Ausgabe in Vitos Haus auf dem Tisch herum und auf der Straße werden an Ständen Hot Dogs verkauft. Wir sind sehr gespannt darauf, wie sich das fertige Produkt anfühlen wird. In wenigen Wochen werden wir die Vollversion des Spiels anspielen und ausführlich testen können. Aber eines wissen wir eigentlich jetzt schon: Mafia II ist ein Angebot, dass wir nicht ablehnen können.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Prognose (basierend auf der PC-Fassung): Die Demo von Mafia II hat mir außerordentlich gut gefallen. Seit mehr als sechs Jahren warte ich sehnsüchtig darauf, dass das Gangster-Epos um die italiensche Mafia endlich fortgesetzt wird. Nach den ersten Spielminuten wusste ich sofort, dass mich die Demo nicht enttäuscht hat. Man bekommt wirklich ein sehr gutes Gefühl davon, wie Mafia II aussehen wird und was man erleben kann. Bisher haben mich auch nur Kleinigkeiten gestört, die den freien Spielablauf aber vielleicht etwas monoton gestalten lassen können. Dennoch liegt der Hauptaugenmerk auch dieses Mal wieder auf der Haupthandlung und auch hier sehe ich, dass die Entwickler ein großartiges Meisterwerk geschaffen haben. Sicherlich kann sich meine Meinung nach dem Beenden der Vollversion ändern, aber daran glaube ich derzeit jedenfalls noch nicht. Wer den ersten Teil gespielt hat und das Sommerloch ausnutzen möchte, kommt um Mafia II nicht herum. Schreibt euch das Spiel unbedingt auf eure Einkaufsliste – ein authentischeres Spiel dieses Genres wird so schnell nicht wieder seinen Weg in die Läden finden.

Thomas‘ Prognose (basierend auf der PC-Fassung): Ich will Mafia II haben!!! Ach, was ein tolles Spiel! Mit dem traumhaft schönen Soundtrack durch die Straßen von Empire Bay City zu cruisen, den kühlen Fahrtwind in den Haaren zu spüren und die Thompson auf dem Beifahrersitz liegen zu sehen, gibt nicht nur ein Gänsehautgefühl erster Klasse, sondern lässt einen am liebsten gleich mit Vito tauschen wollen. Allein die Demo von Mafia II hat es mir schon angetan, obgleich ich zunächst kritisch dem Titel gegenüberstand, da leider schon so manche Fortsetzung von großen Erfolgstiteln in die Hose gegangen ist. Doch ich wurde bei Mafia absolut nicht enttäuscht und kann beruhigt durchatmen! Das Spiel übertrifft sich selbst und das in allen Lagen.  Ich stimme zu, dass Vitos Gegner nicht gerade die Hellsten sind, als besonders störend fand ich die Aussetzer der künstlichen Intelligenz aber nicht. Wie Schießbudenfiguren kam sie mir nicht vor, obgleich der ein oder andere Polizist, doch mal schneller hinter einem Auto in Deckung gehen könnte, statt sich vor Vito und seinen Jungs auf offener Straße als Sieb zu fühlen. Doch für mich ändert das nichts, ich will Mafia II haben und freue mich riesig darauf! Und jedem der jetzt meint Mafia II hätte nicht die besten Chancen auf einen Hit, nun dem werde ich ein Angebot machen, das er nicht ablehnen kann!

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