Prime Time: Bleach (Box 3, Unboxing)

Nachdem wir vor Kurzem unser Review zur dritten Serienbox von Bleach veröffentlicht haben, möchten wir heute ergänzend dazu unser Unboxing-Video ans Herz legen. Unser Chefredakteur Eric verrät euch, welche Stärken und Schwächen die dritte Veröffentlichung hat. Viel Spaß beim Anschauen unseres Videos!

Review: Sky Force Anniversary

Seit 2004 versucht die Sky-Force-Reihe Shoot-’em-up-Fans zu begeistern. Mit Sky Force Anniversary erschien bereits 2015 für andere Plattformen eine spezielle Geburtstagsversion des Klassikers, die es Anfang 2017 ulkigerweise auch noch auf die Wii U geschafft hat.

Inhaltlich orientiert sich Sky Force Anniversary stark an Shoot ’em ups, die seit Jahrzehnten in Arcade-Hallen die Zeit vertreiben. Das heißt allerdings auch, dass so etwas wie eine Story außen vorgelassen werden kann. Zwar erfahren wir anfangs etwas von einem bösen General, den wir vermutlich besiegen müssen, um die Welt zu retten, doch mehr Informationen will uns das Spiel selbst in der elektronischen Bedienungsanleitung nicht verraten. Das ist auf der einen Seite schade, da besonders bei Arcade-Titeln eine hintergründige Geschichte mit dem einen oder anderen illustren Charakter nett wäre, um nachhaltig im Gedächtnis zu bleiben. Auf der anderen Seite können wir aber auch getrost darauf verzichten, da wir so direkt ins Gameplay einsteigen können. Gespielt wird Sky Force Anniversary aus der Vogelperspektive. Aus dieser kontrollieren wir unser hochtechnologisches Flugzeug, das mit zahlreichen Schild- und Waffensystemen ausgestattet ist. Während der Bildschirm automatisch weiterscrollt, nehmen uns Gegner aufs Korn, die peu á peu am Horizont in Form von Helikoptern, Panzern, Schiffen oder Geschütztürmen erscheinen. Während kleinere Gegner nur als Kanonenfutter gedacht sind, schießen die mittleren bis größeren Einheiten durchaus jede Menge Kugeln und Lasersalven auf unser fliegendes Vehikel, denen wir stets geschickt ausweichen müssen.

Künstliche Spielstreckung

Es reicht aber nicht, nur den Feinden auszuweichen. Um Medaillen zu gewinnen, müssen wir bestimmte Missionsziele wie das Erreichen einer bestimmten Abschussquote, die Rettung im Vorbeiflug aller Menschen, die sich aufs Schlachtfeld verirrten oder gar das Einsammeln aller Sterne. Letztere erhalten wir, wenn wir Gegner pulverisieren und benötigen sie, um in der Basis neue Waffen oder Verbesserungen zu erwerben. Das motiviert jedoch nur bis zu einem bestimmten Grad, denn die Upgrades werden immer teurer und wer in der zweiten Hälfte der insgesamt neun Levels, die unter anderem mit Medaillen freigeschaltet werden, Erfolge feiern will, muss zwangsweise auf die Verbesserungen zurückgreifen. Das führt dazu, dass wir die Levels immer und immer wieder spielen müssen, um Sterne und Medaillen zu sammeln. So wird der Titel künstlich zu sehr in die Länge gezogen und sorgt mit dem repetitiven Gameplay schnell für Ermüdung. Es fehlen uns weitere Levels, die vielleicht mit anderen Settings wie den Tropen überzeugen würden – genauso gut hätte man mit mehr Sternen für das Besiegen von Gegnern den Fortschritt spürbar beschleunigen können. Immerhin dürfen wir die Levels, die mit satten Farben und schönen Licht- und Wettereffekten ausstaffiert sind, auch zu zweit angehen, sodass der Titel zumindest für Nachmittage zu zweit eine klare Empfehlung ist.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der eShop-Fassung): Shoot ’em ups unterhalten in der Regel nur kurzfristig. Wer sich jedoch auf Sky Force Anniversary einlassen will, muss wahrhaftig damit rechnen, erst nach einigen Stunden den Abspann über den Bildschirm flitzen zu sehen. Das liegt nicht daran, dass die Levels unglaublich lange sind – im Gegenteil. Nach wenigen Minuten habe ich das Level-Ende zwar erreicht, doch müssen bestimmte Missionsziele erfüllt werden, damit ich den nächsten Level freischalten kann. Da es mit der Standardausführung mehr als knifflig ist, beispielsweise alle Gegner zu besiegen, steht und fällt mein Fortschritt mit neuer Ausrüstung, die ich mir über zahlreiche Stunden zusammenspare. Einzelspieler könnte das repetitive Gameplay durchaus stören, doch wer mit einem Freund in den Krieg zieht, wird sich ein paar Nachmittage lang gut unterhalten fühlen.

Prime Time: Serial Experiments Lain – Gesamtausgabe (Unboxing)

Vor einiger Zeit haben wir euch die Anime-Serie Serial Experiments Lain, die mit ihrem Cyberpunk-Setting punkten kann, ausführlich in einer Rezension vorgestellt. Heute möchten wir euch die physische Veröffentlichung der Serie noch in Form eines Unboxing-Videos vorstellen. Viel Spaß!

Review: Ikaruga

Am 20. Dezember 2001 lud das Entwicklerstudio Treasure in japanische Arcade-Hallen ein, ihr damals neues Werk Ikaruga zu spielen. Portierungen auf die Sega Dreamcast, den Nintendo GameCube, die Xbox 360 und den PC folgten über die Jahre hinweg – und seit Mai 2018 dürfen auch Nintendo-Switch-Spieler mit einem Hardcore-Fetisch sich an dem Spiel erfreuen.

Wie für Shoot ’em ups üblich, gibt es in Ikaruga keine sonderlich ausgetüftelte Handlung. Im Spiel selbst werden während der insgesamt fünf Kapitel sehr knappe und nur sehr kurz eingeblendete Texte angezeigt, die die Story symbolisieren sollen. Da eine elektronische Bedienungsanleitung auf der Switch fehlt, sind Hintergrundinformationen aus der Anleitung der alten physischen Fassungen und offizielle Herstellerangaben die einzigen Anhaltspunkte, um die Geschichte zu umreißen. In dem nach seinem Familiennamen benannten Inselstaat Hōrai entdeckt Tenrō das ominöse Ubusunagami Ōkinokai, eine göttliche Kraft, mit der er andere Nationen unterwerfen will. Ein Zusammenschluss von anderen Staaten versucht sich gegen Hōrai aufzulehnen, scheitert aber kläglich an diesem Unterfangen, sodass nur der Pilot Shinra übrig bleibt. Er wird von den Bewohnern einer im Krieg zerstörten Stadt gesund gepflegt, die ihm nach seiner Genesung auch noch das titelgebende und zudem leistungsstarke Flugschiff Ikaruga anvertrauen. Mit neuem Mut schwört Shinra Rache und stellt sich den Truppen von Hōrai im Kampf. Aufgabe des Spielers ist, das Flugschiff Ikaruga durch fünf Levels zu lotsen. Im ersten Moment klingt nach das zwar nach einem überschaubaren Spiel, das ist es im Grunde auch, doch verfügt Ikaruga über Aspekte, die zum wiederholten Durchspielen animieren.

Schwarz und Weiß

Einer dieser Aspekte ist das durchweg adrenalingeladene Gameplay, das sich in Ikaruga von anderen Titeln des Genres leicht unterscheidet. Aus der Vogelperspektive werden wie in anderen Shoot ’em ups die auftauchenden Gegner aufs Korn genommen, doch sollte ein Feind in Stücke gerissen werden, besteht in Ikaruga je nach ausgewähltem Schwierigkeitsgrad die Möglichkeit, das eine letzte Projektilsalve auf den Spieler losgelassen wird. Bei Kontakt mit feindlichen Schüssen muss das im Übrigen nicht zwangsläufig der Verlust eines wertvollen Versuchs bedeuten, denn auf Knopfdruck kann der Spieler Ikarugas Schuss- und Schildfarbe verändern. So darf zwischen einem weißen und einem schwarzen Schild gewechselt werden, die exakt den Farben der Gegner entsprechen. Schwarze Laser-Salven schädigen Ikaruga also nicht, sofern der schwarze Schild aktiviert ist. Hinzu kommt, dass so der Spezialangriff aufgeladen wird, der verheerenden Schaden bei Gegnern anrichten kann. Diesbezüglich ist es auch wichtig, die Schwachstellen der Feinde auszunutzen. Schwarze Gegner sind somit besonders anfällig bei weißen Schüssen und umgekehrt. Dies erfordert jedoch ein hohes Maß an Konzentration, da schon ab dem zweiten Level die Gegner nicht mehr so zahm wie im Spielauftakt sind und entsprechend mit der gegensätzlichen Farbe attackieren. Ganz schön fies!

Anpassungsmöglichkeiten

Auf dieser Basis dürfte jedem klar sein, dass Ikaruga definitiv kein leichtes Spiel ist. Um Erfolge zu feiern, sind besonders in den letzten zwei Spieldritteln gute Reflexe nötig, um dutzenden Gegnern und hunderten Projektilen gleichzeitig auf dem Bildschirm auszuweichen. Es ist jedoch nicht so, dass Anfänger keinen Spaß mit dem Titel haben können. In den Optionen können viele verschiedene Einstellungen vorgenommen werden, die das Spielerlebnis entscheidend verändern. Dazu zählt beispielsweise die Anzahl an Versuchen und Continues, die praktisch ins Unendliche umgewandelt werden dürfen. Dass jene Spieler dann nicht auf den Online-Ranglisten auftauchen und diese verwässern, versteht sich dabei von selbst. Experten werden aber ebenfalls bedient, denn Bildschirmanzeigen wie der Aufladebalken des Spezialangriffs dürfen optional ausgeschaltet werden. Ein etwas anderes Spielgefühl kann durch den gedrehten Bildschirm erzeugt werden. Normalerweise ist der Spielausschnitt, wie auf den Screenshots zu sehen ist, hochformatig angeordnet, kann aber auch ins Querformat gewandelt werden, wodurch sich der Bildschirm für den einen oder anderen besser füllt. Der Soundtrack gehört zwar nicht zum Besten des Genres, unterhält aber mit eingehenden Stücken. Ausgleich schafft der tolle HD-Rumble-Effekt im Handheld-Modus, der bei Verlust eines Versuchs eintritt – und genau dieses Gefühl dürfte jedem Spieler ständig aufs Neue widerfahren.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch-Fassung): Ikaruga ist ein Shoot ’em up, das in den Grundlagen und in der Ausarbeitung der Story im Grunde nicht sehr viel anders macht als die restlichen Genre-Vertreter. Dennoch kann Ikaruga diese Einfallslosigkeit mit dem gelungenen Gameplay wettmachen. Durch das Wechseln der Schuss- und Schildfarbe wird jederzeit die Aufmerksamkeitsspanne belastet und gute Reflexe gefordert. Es ist definitiv keine Seltenheit, dass im Sekundentakt ein Versuch nach dem anderen vom Konto abgebucht wird. Ein Vorteil ist hierbei zum einen, dass kein Geld wie bei der Arcade-Version nachgeschmissen werden muss, und zum anderen, dass Einstellungsmöglichkeiten den Titel für jeden Spielertyp attraktiv machen, ohne zu sehr den horrenden Schwierigkeitsgrad zu verändern. Grafisch und akustisch ist der Titel gutes Mittelmaß und hat sich bis auf minimale Anpassungen wie eine höhere Auflösung kaum seit der Erstveröffentlichung verändert. Nicht unerwähnt bleiben darf der gelungene HD-Rumble-Effekt, der bei jedem Verlust eines Versuchs sich so anfühlt, als würden Ikarugas Systemen gleichzeitig die Energie entzogen. Obwohl sicherlich auch Anfänger Spaß mit Ikaruga haben können, ist es auf lange Sicht gesehen auf jeden Fall ein Spiel, das sich an Profis richtet, die den Titel immer und immer durchspielen, ihre Fähigkeiten verbessern und sich auf der Highscore-Liste im Internet verewigen wollen.

Review: Accel World (Vol. 4)

Mit der vierten und letzten Volume von der Anime-Serie Accel World von Animationsstudio Sunrise wird die Handlung zu einem Ende geführt. Inhaltlich und optisch können die letzten Folgen das Niveau der vorherigen Episoden halten – im guten, wie im schlechten Sinne.

Zu Beginn der vierten Volume von Accel World, die die Episoden 19 bis 24 enthält, befindet sich Kuroyukihime mit ihrer Schulfreundin Wakamiya Megumi immer noch auf Klassenfahrt auf Okinawa. Unter anderem lernt sie dort neue Freunde kennen, mit denen sie sich in die virtuellen Gefechte stürzt. Währenddessen muss sich Protagonist Arita Haruyuki mit dem neuen Schüler Nōmi Seiji herumschlagen. Dieser erpresst ihn und hat ihm sogar schon seine Flugfähigkeit abgeluchst. Damit ebbt der Ärger jedoch noch lange nicht ab, denn mit jedem weiteren Tag ohne Kuroyukihime nimmt die Demütigung durch Seiji weiter zu. Dies führt zu Alpträumen und Unsicherheiten bei Haruyuki, der sich daraufhin nicht traut, seiner Freundin sein großes Problem anzuvertrauen und schiebt alles auf die Einsamkeit. Obwohl Haruyuki nach wie vor sehr überzeichnet dargestellt wird, fühlt sich diese Entscheidung erschreckend echt an, wodurch die ernste Lage, in der sich die Charaktere gerade befinden, verdeutlicht wird. Über kurz oder lang landet Haruyuki mit seinen Freunden in einem Café im Tōkyōer Stadtteil Akihabara, wo das Finale schließlich eingeleitet wird. Fans des Franchises werden mit diesem sicherlich zufrieden gestellt werden, aber wer sich voll und ganz in der Welt von Accel World verlieren will, dem wird es vermutlich streckenweise an Spannung fehlen, da die Serie ihr volles Potenzial auf der Zielgeraden einfach nicht entfalten will.

Facettenreiche Kämpfe

In den Kämpfen von Accel World kommen illustre Gestalten zur Geltung. Hier kämpfen Feen, furchteinflößende Drachen und sogar Roboter, die sich in ihrer optischen Gestaltungsweise an den Transformers orientieren, gegeneinander. Die abwechslungsreiche Inszenierung der Kämpfe lässt diese niemals langweilig werden, was mitunter auch am fliegenden Wechsel der Landschaften wirkt. Gerade kämpfen die Akteure noch in einer Stadt, die in das rote Licht des Sonnenuntergangs getränkt wird – und auf einmal finden sich die Charaktere im offenen Meer wieder, wo der Kampf in die nächste Runde geht. In einer anderen Episode gehören etwa das ewige Eis oder mit Totenköpfen verzierte Orte zu den Schauplätzen. Farbliche Gegensätze unterstützen in so manchem Fall auch hervorragend die Bedrohlichkeitsstufe einer solchen Auseinandersetzung, sodass der Zuschauer direkt weiß, in welcher Lage sich die Figuren befinden. Es sind jedoch nicht nur die Kämpfe, die in Accel World für Begeisterung sorgen, sondern dann und wann auch kleine Details. An einer Stelle besucht Haruyuki zum Beispiel einen Raum mit alten Arcade-Maschinen, auf denen unter anderem Tekken Tag Tournament 2 gespielt wird. Was für den Zuschauer womöglich noch ein halbwegs aktuelles Spiel sein mag, ist für die Zukunftsgesellschaft von Accel World schon ein Relikt aus vergessenen Tagen.

Bekanntes Gesamtbild

Während der Kämpfe zwischen den verschiedenen Figuren verlagert sich das Geschehen in virtuelle Welten, die wie schon in der dritten Volume fantasievoll wirken. Obwohl die Welten schön gestaltet sind, wirken sie mit ihren Hintergründen im Vergleich mit den Szenen, die in der „echten” Welt angesiedelt sind, im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p sehr viel starrer. Licht- und Schatteneffekte schaffen hierbei den Ausgleich zu den eher aufgesetzten Animationen und dürftigen Spezialeffekten, denen in der Produktion offensichtlich nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Da die Kämpfe für die Charaktere jedoch nicht „real” sind, kann in diesem Falle auch eine durch und durch logische Erklärung als Sündenbock dienen, denn im Gegensatz zu den virtuellen Schlachtfeldern können öffentliche Plätze und diverse Inneneinrichtungen von Restaurants, Schlafzimmern und Co mit mehr und vor allem mit greifbaren Details punkten. Der Soundtrack im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 schafft es, alle Szenen mit der richtigen Stimmung hervorragend zu untermalen. Hinzu kommen gute deutsche Sprecher, wobei optional auf die authentische japanische Tonspur in Verbindung mit deutschen Untertiteln gewechselt werden darf. Digitales Bonusmaterial liegt auf der Disc zwar nicht vor, doch dafür sollen drei Postkarten im physischen Bereich entschädigen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Wer die Episoden der ersten drei Volumes von der Anime-Serie Accel World bereits gesehen hat, wird eventuell schon etwas ermüdet sein. Das liegt daran, dass die Serie an vielen Stellen ihr volles Potenzial nicht entfalten will, obwohl den Möglichkeiten eigentlich keinerlei Grenzen gesetzt sind. Entsprechend wirkt das Finale der Serie auch nur für die echten Fans zufriedenstellend, alle anderen hätten sich da sicherlich mehr gewünscht. Dafür können die Kämpfe mit abwechslungsreichen Szenarien punkten und kleinere Details lockern die Handlung gelegentlich auf. Dennoch wirkt die Serie in den Kämpfen, auch wenn es womöglich so gewollt ist, in puncto Optik nicht auf dem aktuellen Stand, denn die schwachen Animationen und die starren Hintergründe geben in Kombination ein wenig ansprechendes Bild ab. Unterm Strich bietet die vierte Volume das bekannte Gesamtbild der Serie. Wer damit in den ersten drei Volumes zufrieden war, darf auch dieses Mal bedenkenlos zuschlagen. Alle anderen verpassen nichts und können sich nach guten oder gar besseren Alternativen wie Sword Art Online umsehen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Accel World (Vol. 4)!

Review: Mega Man Legacy Collection

1987 schuf Capcom mit der Mega-Man-Videospielserie ein Franchise, das auch 2018 noch zu den beliebtesten Reihen gehört, zumindest was der Retro-Faktor und der hohe Schwierigkeitsgrad angeht. In der Mega Man Legacy Collection fasst der Publisher die ersten sechs Mega-Man-Abenteuer vom Nintendo Entertainment System in einer Kollektion zusammen.

Sechs verschiedene Spiele klingen im ersten Moment natürlich viel und das ist es im Grunde auch. Trotzdem sei schon an dieser Stelle gesagt, dass sich das grundlegende Gameplay und die Handlungsstränge der sechs verschiedenen Spiele nur geringfügig voneinander unterscheiden. Angesiedelt sind sämtliche Titel im Jahr 20XX, also in einer fernen oder nahen Zukunft. In der Grundkonstellation hat der Wissenschaftler Dr. Light diverse Roboter wie den titelgebenden Mega Man konstruiert, die der Menschheit bei ihren alltäglichen Problemen helfen soll. Sein Konkurrent Dr. Wily plant hingegen die Welt zu erobern und programmiert Lights Werke kurzerhand um. Es gelingt ihm jedoch nicht, Mega Man zu bekehren. Dieser muss seine Artgenossen daraufhin der Reihe nach aus dem Weg räumen, um die Welt vor Dr. Wilys bösen Absichten zu schützen – ein System, das sich mit leichten Abwandlungen in der Story durch alle sechs Spiele der Legacy Collection zieht. Obwohl es den Anschein haben könnte, dass diese wiederholenden Strukturen den Spieler ermüden würden, hat es bei der Mega-Man-Reihe seit dem ersten Teil von 1987 sogar den gegenteiligen Effekt. Diese Design-Entscheidung ist so stark mit dem Gameplay verwoben, dass sich über die Jahre hinweg ein regelrechter Fanzirkel entwickelt hat, der im Internet darüber diskutiert, in welcher Reihenfolge die verschiedenen Roboter am ehesten aus dem Weg geräumt werden sollten.

Auf der Suche nach dem nächsten Bossgegner

Aus einem Menü heraus darf in jedem der sechs Titel der nächste zu besiegende Roboter aus einer mehr oder weniger überschaubaren Auswahl an Feinden ausgewählt werden. Daraufhin landet Mega Man in einem Level, das auf die Thematik des Roboters zugeschnitten ist. Unter anderem taucht der Held ins Meer ab, schlägt sich in Fabriken mit Elektrizität herum oder schlittert auf glatten Oberflächen auf schneebedeckten Bergen – immer darauf achtend, das angreifende Gegner mit Schüssen eliminiert und Abgründe gemieden werden. Sowohl die Auswahl der Themenwelten als auch die Diversität der verschiedenen Bossgegner ist abwechslungsreich – und je nach gewählter Route durch ein Spiel auch unterschiedlich schwierig zu meistern. Jeder Bossgegner agiert nach einem bestimmten Muster, das erst einmal durchschaut werden will und einen Versuch nach dem anderen fordert. Ist die Verhaltensweise jedoch erst einmal durchschaut, kann ein Bossgegner in der Regel schnell aus dem Verkehr gezogen und daraufhin seine Waffe in den eigenen Besitz übernommen werden. Da jeder Bossgegner eine andere Schwäche hat, ist es sinnvoll, die gesammelten Waffen immer mal wieder auszuprobieren und im richtigen Moment einzusetzen. So gehört zu jedem Mega-Man-Spiel auch stets der Wille, Experimente einzugehen, der mit jedem abgeschlossenen Level mit der Ausschüttung von Glückshormonen belohnt wird. Jüngere Spieler, die mit Videospielen aus der 8-Bit-Ära nur wenig zu tun haben, müssen sich an dieses Konzept eventuell erst noch gewöhnen.

Wer hat an der Uhr gedreht?

Wer sich auch nach dutzenden Anläufen gar nicht mit dem hohen Schwierigkeitsgrad der Mega-Man-Spiele anfreunden kann, freut sich sicherlich über die Zurückspulfunktion. Bei gedrückter L-Taste wird das Geschehen solange zurückgedreht, bis der Spieler an der Stelle angelangt ist, die er korrigieren möchte. Ein Sturz in einen Abgrund der zweidimensionalen Level-Architektur ist damit ebenso wenig tödlich wie der finale Treffer durch ein verirrtes Projektil der Gegner. Leider lässt sich diese Funktion nicht ausstellen, sodass auch Profis schnell in Versuchung geführt werden und das Spiel austricksen möchten, wenn ein Sprung mal wieder nicht rechtzeitig ausgeführt wurde und der Level-Anfang nach dem Ableben der Spielfigur das größere – und jetzt vor allem ein nicht mehr notwendiges – Übel darstellt. Für Anfänger ist das Konzept optimal, verführte Fortgeschrittene bleiben hingegen Stillstehende. Hier wäre eine elegantere Lösung, beispielsweise eine begrenzbare Nutzung der Zurückspulfunktion wie im GameCube-Titel Prince of Persia: The Sands of Time, wünschenswert gewesen. Sicherlich hätte dies aus den sechs Klassikern fast schon neue Spiele gemacht; die eine oder andere neue Erfahrung hätte der Reihe aber bestimmt auch nicht geschadet. Wer konsequent bleibt und die Funktion außer Acht lässt, kann wunderbar in eine Zeit zurückreisen, in der ein Erfolg in einem Videospiel eine andere und womöglich wichtigere Bedeutung hatte. Immerhin lassen sich alle Titel in der Legacy Collection jederzeit speichern, was das mittlerweile arg veraltete Merken von Passwörtern obsolet macht.

Nostalgische Zeitreise

Ergänzend liegt der Kollektion auch ein Herausforderungsmodus bei, der ohne die Zurückspulfunktion auskommt. In diesem wird der Spieler in bekannte Spielsituationen geworfen, die er in einer bestimmten Zeit meistern muss. Bestzeiten landen auf einer Online-Rangliste, sodass es stets motivierend ist, die Fähigkeiten zu verbessern und mit anderen Spielern zu konkurrieren. Ebenfalls schön ist das Museum und die Galerie, in denen Artworks von Charakteren mit (deutschen) Beschreibungen aufgelistet und hochauflösende Cover, Anleitungen oder Werbetexte der Originalspiele zu finden sind. Vor allem ältere Mega-Man-Fans werden beim Schwelgen in Erinnerungen ihre wahre Freude daran haben. Kenner der japanischen Versionen müssen auch nicht verzagen, denn neben der in Europa und Nordamerika veröffentlichen Fassung, sind auch alle sechs japanischen Rockman-Titel auswählbar. In grafischer Hinsicht handelt es sich bei allen Werken um Spiele für das Nintendo Entertainment System beziehungsweise Famicom, sodass die Pixelgrafik keinen Mangel darstellt. Wer es nostalgisch mag, kann als grafisches Feature auch Fernsehr- und Monitor-Filter über das Bild legen. Akustisch können die rockigen Tracks aus den späten 1980er und frühen 1990er Jahre aber auch heute noch punkten. Abschließend sei gesagt, dass beim Spielen die chronologische Reihenfolge unbedingt eingehalten werden sollte, um auch die Entwicklung mit ihren kleinen Details und Verbesserungen wie aufladbaren Schüsse und Co, wirklich würdigen zu können.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch-Fassung): Weltweit begeistert die Mega-Man-Reihe seit 1987 und besonders die ersten Teile für das Nintendo Entertainment System sind in Fankreisen legendär – der Name der Mega Man Legacy Collection ist also definitiv berechtigt. Alle sechs Spiele fühlen sich zwar stets so gut wie früher an, doch wer ‚zu spät’ mit Videospielen angefangen hat und deshalb wohl weniger herausfordernde Titel gespielt hat, freut sich in den bockschweren Mega-Man-Titeln über eine hervorragend funktionierende Zurückspulfunktion, die sekundengenaue Wiederholungen ermöglicht. Hinzu kommen ein paar nette Herausforderungen mit Online-Ranglisten, sowie Museen und Galerien, in denen in nostalgischen Erinnerungen geschwelgt werden oder auch einfach nur das Hintergrundwissen über das Mega-Man-Franchise aufgefrischt werden darf. Einzig und allein die Steuerung mit einem Joy-Con im Tisch-Modus ist ein Graus, da stets darauf geachtet werden muss, dass die L-Taste nicht berührt wird, da sonst irgendeine (frei belegbare!) Funktion ausgeführt wird. Capcom ist mit der Mega Man Legacy Collection eine rundum gelungene Sammlung geglückt, die nicht nur Fans der Originale, sondern auch Action-Spieler mit einem Retro-Fetisch ansprechen und glücklich machen wird.

Review: Bleach (Box 3, Episoden 42-63)

Mit der dritten Serienbox betreten Bleach-Fans aus dem deutschsprachigen Raum Neuland in der Anime-Serie, kannten sie bisher doch maximal die ersten 52 Episoden durch die eine oder andere Ausstrahlung im Fernsehen. Dank Kazé Anime geht Kurosaki Ichigos Reise weiter.

Wer die ersten beiden Serienboxen konsumiert hat, wird sehr gut wissen, dass beide Pakete unterschiedliche Schwerpunkte hatten. Während der Serienauftakt die Grundlagen der Serie gelegt und vor allem die zwischenmenschlichen Beziehungen in den Mittelpunkt gerückt hat, machte Bleach mit dem Einbruch in die Soul Society eine Kehrtwendung und hat sich im Grunde fast schon neu erfunden. Eine solch schlagartige Entwicklung lässt natürlich hoffen, dass jedes neue Kapitel der Anime-Serie neue Akzente setzt. Mit der dritten Serienbox, in denen die Episoden 42 bis 63 enthalten sind, wird mit jeder angesehenen Folge deutlich, dass Bleach dieser Spagat nicht gelingt und vielleicht auch gar nicht anstrebt. In der dritten Box geht der Kampf in der Soul Society beziehungsweise dessen Mittelpunkt Seireitei weiter, denn obwohl die Wiedervereinigung von Ichigo und der Shinigami Kuchiki Rukia in greifbare Nähe gerückt ist, hat er keine Chance gegen Rukias Bruder Kuchiki Byakuya zu bestehen. In letzter Sekunde bewahrt Shihōin Yoruichi Ichigo davor, den Kampf gegen Byakuya aufzunehmen und bringt ihn an einen magischen Ort, wo er binnen weniger Tage stärker und neue Angriffsmuster lernen muss. Obwohl sie eigentlich reichlich Zeit zum Trainieren hätten, wird Rukias Hinrichtung plötzlich einige Tage vorverlegt. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, der nicht nur an den Nerven der Charaktere, sondern auch an denen des Zuschauers nagt: Spannend, aber nur sehr selten überraschend.

Konzentration auf Kämpfe

Sämtliche Kämpfe in Bleach sind effektreich gestaltet. Sowohl die Animationen der Figuren sind gelungen, als auch ihre Angriffe. Charaktere leuchten auf, Blitze werden durchs Bild gejagt, Staub vom Boden aufgewirbelt, Gebäude zum Einsturz gebracht und die Umgebungen in Flammen getaucht. Hinzu kommen großartige Kamera-Einstellungen bei den kämpfenden Akteuren, sodass Staub und Rauch die Sicht auf sie nach einem Schlagabtausch erst freilegen müssen, damit sie den einen oder anderen flotten Spruch als Konter auf die Attacke geben können. So sind die Auseinandersetzungen zwischen den Charakteren das Hauptaugenmerk der in der dritten Serienbox vorliegenden Episoden und noch dazu wirklich abwechslungsreich inszeniert. Auf der künstlerischen Ebene gibt es nur wenige andere Anime-Serien, die mit Actionszenen auf diesem Niveau mithalten können. Aufgrund des Alters der Serie liegen die Episoden alle im 4:3-Format vor, sodass links und rechts schwarze Balken auf einem 16:9-Fernseher oder äquivalentem Bildschirm möglicherweise stören können. In puncto Tonqualität können alle Folgen in Dolby Digital 2.0 punkten. So dröhnen Schrittgeräusche in den Kämpfen zusammen mit dem obligatorischen Kampfgeschrei und den Geräuschen bei Schlägen und Tritten klar aus den Lautsprechern. Hinzu kommt ein angenehmer Soundtrack, der mit Klavier- und Harfenklängen die teils arg melancholischen Szenen hervorragend begleitet.

Neue Synchronisation mit alten Schwächen

Ein großes Manko stellt leider nach wie vor die falsche Aussprache japanischer Namen und Begrifflichkeiten in der deutschen Synchronisation dar, worunter die Atmosphäre mitunter stark leidet. Ishida Uryū und Kuchiki Rukia sind die Figuren, die wirklich jedes Mal darunter leiden müssen wie Ryūku in der deutschen Fassung der Anime-Serie Death Note. Ärgerlich ist das vor allem deshalb, da die Synchronisation von Bleach ab Episode 54 von Kazé Anime in Auftrag gegeben und hier keinerlei Änderungen vorgenommen wurden. Auch wenn dieses Defizit auf der einen Seite nicht verständlich ist, darf der Publisher auf der anderen Seite gelobt werden. Ein Großteil der deutschen Sprecher konnte auch für die Synchronisation der „neuen” Episoden gewonnen werden. Dennoch gibt es ein paar Ausnahmen: Uryū wird nun nicht mehr von Markus Pfeiffer, sondern von Arne Stephan gesprochen; Yoruichi wird hingegen von Julia von Tettenborn anstatt von Susanne Dobrusskin vertont. Die Unterschiede in den Stimmen sind jedoch marginal und fallen niemals störend auf. Wer es jedoch etwas authentischer in puncto Humor und korrekte Aussprache der Namen mag, darf auf die ebenfalls gute japanische Synchronisation ausweichen. Digitales oder physisches Bonusmaterial gibt es auch bei der dritten Serienbox von Bleach traditionell nicht. Besonders ein Booklet mit Episodenguide hätte das Paket abgerundet.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 42 bis 63 der Serie): Obwohl die ersten beiden Serienboxen von der Anime-Serie Bleach jedes Mal neue Akzente gesetzt haben, können die Folgen der dritten Serienbox nicht gänzlich mit deren inhaltlicher Qualität mithalten. Vor allem die Story ist in den Hintergrund gerückt und macht Platz für ausufernde Kämpfe, die aber wenigstens an verschiedenen Orten und meistens alternierend zwischen unterschiedlichen Figuren stattfinden. Dennoch werden im Hintergrund einige Informationen aufgeworfen, die sich über die 22 enthaltenen Folgen zusammensetzen. Die vorliegenden Episoden sind eine konsequente Fortsetzung der Geschichte, die in der zweiten Serienbox begonnen hat. Das ist keinesfalls etwas schlechtes, doch die Erwartungen, die mit dem Übergang von einem zum nächsten Kapitel geschürt worden sind, können die hier besprochenen Episoden nicht ganz erfüllen. Ärgerlich ist bei den Episoden der dritten Serienbox aber vor allem die deutsche Synchronisation. Zwar können die Stimmen bekannter Synchronsprecher ihren Charakteren auf wunderbare Art und Weise Leben eingehaucht werden, doch stört es enorm, dass niemanden aufgefallen ist, dass einige japanische Namen bei der von Panini in Auftrag gegebenen Synchronisation damals falsch ausgesprochen wurden und dass dieser Fehler bei den hinzugekommenen Episoden der dritten Serienbox nicht ausgebessert worden ist. Wer es also authentischer mag, darf jedoch gerne auf die richtig gute japanische Tonspur ausweichen und versteht dank deutscher Untertitel ebenfalls alle Zusammenhänge. Fans der Serie werden sich davon aber nicht beirren lassen und sowieso zugreifen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Bleach (Box 3, Episoden 42-63)!

Review: Othello

In den 1880er Jahren erfand der Engländer Lewis Waterman das Brettspiel Reversi, welches 1971 vom Japaner Hasegawa Gorō (angeblich ohne Wissen von Reversi gehabt zu haben) in Japan unter dem Alias Othello adaptiert und mehrfach als Videospiel umgesetzt wurde.

Obwohl Othello-Titel auch auf späteren Nintendo-Konsolen erschienen, mussten europäische Fans vermutlich seit Othello für den Game Boy von 1990 auf einen weiteren Ableger warten – viele Spieler werden das Brettspiel mit seiner Analogie an Shakespeares Theaterstück Othello, der Mohr von Venedig sicherlich gar nicht mehr kennen. Damit es nicht ganz in Vergessenheit gerät, haben sich die Entwickler bei Arc System Works rechtzeitig zum Launch der Nintendo Switch am 3. März 2017 gedacht, dass Othello zurückkehren sollte. Wer das Brettspiel, selbst in Videospielform, noch nie gespielt hat, der sollte wissen, dass Othello auf einem acht Mal acht Felder großen schachtbrettartigen Spielfeld gespielt wird. Zu Beginn einer Partie liegen in der Mitte des Bretts vier Spielsteine, zwei schwarze und zwei weiße. Abwechselnd legen beide Spieler jeweils einen Stein ihrer Spielfarbe hinzu, um die anderen Steine umzufärben. Allerdings dürfen wir unseren Spielstein nur an bestimmten Positionen ablegen. Von dieser Stelle aus werden alle Steine der gegnerischen Farbe horizontal, vertikal und diagonal umgedreht, bis ein Stein unserer Farbe erreicht wird. Linien, in denen keiner unserer Spielsteine auftaucht, werden logischerweise nicht beachtet. Ziel des Spiels ist es, entweder alle andersfarbigen Steine frühzeitig umzudrehen oder am Partie-Ende, wenn also 64 Steine auf dem Feld liegen, mehr Steine als der Gegner eingefärbt zu haben. Spannend!

Spartanisches Gesamtpaket

Ausgerichtet ist der Titel auf lokale Partien für zwei menschliche Spieler; einen Online-Modus gibt es nicht. Dennoch verfügt die Switch-Version über einen Einzelspielermodus, in dem wir gegen den Computergegner antreten dürfen. Dessen Stärke ist von Level 1 bis 16 einstellbar, wobei wir erst auf den höheren Spielstufen starke Unterschiede feststellen können. In der Regel berechnet der Computergegner seine nächsten Schritte zwar schnell, doch auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad kann er auch mal bis zu einer halben Minute überlegen. In Anbetracht der Leistungsfähigkeit der Konsole kann das nerven, fällt aber aufgrund des nicht zu häufigen Vorkommens nicht allzu negativ ins Gewicht. Eine vordefinierte Lernkurve gibt es nicht: So gibt es weder vorgefertigte Spielsituationen, noch ein Zeitlimit oder ähnliche Einstellungsmöglichkeiten, die die Partien abwechslungsreicher gemacht hätten. Während Neulinge sich darüber freuen, dass die Positionen, auf denen sie Spielsteine ablegen können, stets angezeigt werden, schalten Othello-Experten die Anzeigen einfach ab. Optisch bietet Othello keinen Schnickschnack und konzentriert sich glücklicherweise aufs Wesentliche. Akustisch haut man uns durchgehend ein und dasselbe Musikstück um die Ohren – hier wäre mehr möglich gewesen. Eine Unterstützung für den Pro Controller fehlt in der Release-Fassung. Ob hier nachgebessert wird, können wir zwar noch nicht sagen, doch dafür lässt sich der Titel auch bequem per Touchscreen-Steuerung spielen, was reiselustige Spieler freut.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Lange Zeit habe ich kein Othello mehr gespielt und habe mich deshalb ganz besonders über die Veröffentlichung im eShop für die Switch gefreut. Ich kann mich stundenlang gegen den Computergegner messen, ohne dass mir dabei langweilig wird. Richtig gut ist das Spiel natürlich erst, wenn ich meine Switch unterwegs auspacke und gegen einen menschlichen Gegner antrete. Dass der Titel im Handheld-Modus wahlweise auch über den Touchscreen gespielt werden kann, bereichert das Spielvergnügen ungemein und stellt eine wesentlich engere Nähe zum originalen Brettspiel dar. Wer kurzweilige Unterhaltung sucht, wird bei Othello – für einen verhältnismäßig sehr günstigen Preis – definitiv fündig.

Review: Yōkai Watch (Band 8)

In der Yōkai-Watch-Manga-Reihe gibt es leider nur sehr selten Überraschungen, die die Erzählstruktur der zugegebenermaßen repetitiven Geschichte auflockern. Meistens treffen Protagonist Nathan und sein Yōkai-Butler Whisper auf irgendwelche Kreaturen, mit denen sie ein Abenteuer erleben, das am Anfang auf ‚Feindschaft’ aufbaut, sich aber auf recht wenigen Seiten schnell in eine Freundschaft verwandelt. Interessanterweise verläuft die Story um Nathan und Co im mittlerweile achten Band der Reihe weitgehend im Hintergrund. Stattdessen ist der Platz einer neuen Akteurin gewidmet, die Kenner der Videospielvorlage möglicherweise aus Yōkai Watch 3 für den 3DS bereits kennen. Erika Deneke, so der eingedeutschte Name der frischen Protagonistin, ist ein junges Mädchen, das sich sehr für Zeichentrickserien und alles, was mit dem Weltraum zu tun hat, interessiert. Eines Tages trifft sie den Yōkai Usapyon, den sie zunächst für einen Außerirdischen hält. Nach langem Hin und Her schenkt sie ihm trotz seines Weltraumfahrer-Outfits Glauben und die beiden schließen wie Nathan und Whisper das Band der Freundschaft. Allerdings läuft bei Erika und Usapyon einiges schief, da die Möchtegern-Heldin sehr tollpatschig ist und sie von einem Moment auf den anderen von verschiedenen Yōkai beseelt wird. Das bringt frischen Wind und ist zumindest teilweise unterhaltsam.

Neue Geschichte, alter Humor

Obwohl der Humor nicht mehr ganz so zünden kann wie noch in vorherigen Bänden, ist die Story um Erika und Usapyon dennoch positiv hervorzuheben. Das liegt daran, dass die insgesamt drei Kapitel, in denen die beiden Figuren auftreten, tatsächlich logisch aufeinander aufbauen. So wird Usapyons Vergangenheit thematisiert, die ihm schließlich seine Existenz als Yōkai einbrachte. Auf dieser Basis wird der Bau einer Rakete eingelenkt, der wiederum den Bogen zu Usapyons Vergangenheit schlägt. Nathans Auftritte, die zwischen diesen drei Kapiteln in einzelnen Abschnitten eingearbeitet sind, wirken da ebenso als Lückenfüller wie die Kapitel, die sich nur um Jibanyan drehen. Da Autor Konishi Noriyuki in den letzten Bänden nur bedingt daran gedacht hat, die Story auf eine neue Ebene zu hieven, ist der achte Band der Reihe eine willkommene Abwechslung in puncto Erzählweise. Wer also nach ein paar Bänden ausgestiegen ist, darf der Manga-Serie an dieser Stelle gerne noch eine Chance geben. Allerdings – und das sollte jeder Interessent wissen – hat sich am Rest des Erscheinungsbildes nichts verändert. So spricht der Humor meist nur jüngere Leser an, die von den recht ähnlichen Gags und Jokes noch nicht genug haben und auch die überzeichnete Gestik und Mimik der Charaktere mögen. In dieser Disziplin darf und sollte Yōkai Watch noch etwas nachlegen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Fans der Yōkai-Watch-Manga-Reihe mussten mit den letzten Bänden Ausdauer unter Beweis stellen, da sich am Konzept kaum bis gar nichts verändert hat. So trödelte die Handlung vor sich hin, es fehlte an neuen Aspekten und vor allem der Humor, der zwischenzeitlich richtig überzeugen konnte, verlor spätestens mit dem siebten Band wieder an Bedeutung. Im achten Band der Serie hat sich – bis auf die große Ausnahme eines gänzlich neuen Handlungsstrangs – nichts verändert. Dieser ist auch der einzige Kaufgrund für Interessierte, die (wieder) ins Yōkai-Watch-Universum einsteigen wollen. Erika Deneke und Usapyon sind zwei erfrischende Charaktere, die neuen Wind in die Story bringen und vor allem durch den logischen Aufbau ihres Handlungsstrangs auf Dauer deutlich besser funktionieren können als die Abenteuer von Nathan und Whisper. Das Potenzial ist da und darf auf dieser Basis in den nächsten Bänden ruhig ausgearbeitet werden!

Vielen Dank an Kazé Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Yōkai Watch (Band 8)!

Review: Tumblestone

Tumblestone (1)Puzzle-Spiele sind wie dafür gemacht, um sie unterwegs bei kurzen Bahnfahrten zu genießen. Tumblestone setzt zwar auf Heimkonsolen und den PC, doch auch hier schafft es der Titel, uns nicht nur sehr viel Spaß zu machen, sondern uns auch in die Puzzle-Sucht zu treiben.

Tumblestone (2)Tumblestone bietet mehrere abwechslungsreiche und vor allem interessante Spielmodi, die uns stundenlang vor den Bildschirm fesseln wollen. Im sehr umfangreichen Story-Modus schlüpfen wir in die Rolle verschiedener Charaktere, die allesamt ihr eigenes Leiden haben und deshalb wie verrückt Puzzles lösen wollen. Eine dieser illustren Figuren ist die historische Persönlichkeit Kleopatra VII. Philopator. Diese macht einen Spaziergang durch ihr Königinnenreich und ist gerade auf dem Weg zum Mittagessen, als der Weg ihr plötzlich versperrt ist. Tumblestones haben sich ihr in den Weg gelegt. Damit die Königin ihren Caesar’s Salad – den möchte sie tatsächlich – bekommt, müssen wir ihr dabei assistieren, die Steine aus dem Weg zu schaffen. Der Titel beweist Humor, schließlich spielt der Salat auf ihre intime Beziehung zu Gaius Iulius Caesar an. Über eine Gebietskarte klappern wir der Reihe nach die Levels der Spielwelt ab und lösen der Reihe nach Rätsel, die es zu lösen gilt. Sobald wir einen Level betreten, wechselt das Geschehen prompt in den Puzzle-Modus. Hier tauchen am oberen Bildschirmrand Blöcke verschiedener Farben auf, die wir auflösen müssen. Nun ist es unsere Aufgabe, jeweils drei Steine der gleichen Farbe zu markieren, damit sie verschwinden. Dieses System müssen wir so lange verfolgen, bis gar kein Block mehr ersichtlich ist.

Zweischneidiges Konzept

Tumblestone (3)Dabei dürfen wir aber nur die untersten Blöcke des Gebildes auswählen, was die ganze Sache natürlich sehr kompliziert macht. Das Konzept ist zwar verständlich und sehr leicht zu erlernen, doch es ist wirklich schwierig zu meistern. Es gibt bei jedem Rätsel nämlich nur eine beziehungsweise nur sehr wenige Varianten, wie wir es lösen können. Treffen wir eine falsche Entscheidung (und die treffen wir vor allem zu Beginn recht schnell), zieht das leider viel zu oft Folgefehler nach sich, die dazu führen, dass wir das Puzzle nochmals von vorne beginnen müssen. Die letzten Steine zurücklegen ist nicht möglich. Wenn sich Anfänger an Tumblestone versuchen möchten, sollten sie also frustresistent sein. Wer hingegen Herausforderungen sucht, probiert den Mehrspielermodus gegen Freunde oder gegen die Computergegner aus. Letztere verfügen über verschiedene und glücklicherweise einstellbare Schwierigkeitsstufen. Wenn uns die Computergegner zu leicht sind, machen wir sie ganz einfach übermächtig. Wir wissen nicht, wie menschliche Spieler hier eine Chance haben sollen, denn in unserem Test haben wir gerade einmal sechs bis neun Blöcke aufgelöst, da war der Gegner schon fertig. Wer aber gegen Freunde antritt oder seinen Schwierigkeitsgrad gefunden hat, wird sicherlich sehr viel Zeit in Tumblestone investieren wollen – und süchtig davon werden!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Wii-U-Fassung): Als Puzzle-Fanatiker habe ich mich gleich in Tumblestone verliebt. Das Konzept des Rätsellösens ist recht schnell erlernt und wahnsinnig schnell verinnerlicht – man merkt richtig, wie schnell man seine Züge plant und sie in die Tat umsetzt. Problematisch ist jedoch das Meistern des Konzepts von Tumblestone, denn dieses funktioniert nicht so, wie man es sich von einem Puzzle-Spiel erwarten würde. Durch den sehr geringen Variantenspielraum können einem recht schnell Flüchtigkeitsfehler passieren – blöd nur, dass jeder kleine Fehler meist unausweichlich dazu führen kann, dass ich das Puzzle gänzlich neu starten muss. Dieser Umstand demotiviert mich regelmäßig und wird vor allem Anfänger zur Verzweiflung treiben. Wer sich davon jedoch nicht abschrecken lässt, kommt in den Genuss eines abwechslungsreichen Puzzle-Spiels, das man trotz seines Defizits immer und immer wieder spielen möchte.

Prime Time: Detektiv Conan (Box 3, Unboxing)

Nachdem wir euch schon vor geraumer Zeit die inhaltliche Qualität der Episoden 69 bis 102 von Detektiv Conan in einem Review schmackhaft gemacht haben, möchten wir unsere Rezension heute wie üblich mit einem Unboxing-Video fortführen. In unserem Video verraten wir euch alles zur optischen und haptischen Aufmachung der dritten Serienbox. Wir wünschen euch viel Vergnügen beim Anschauen!

Prime Time: One Piece (TV-Box 14) Unboxing

Auf die Inhalte und Gestaltung der Anime-Serie One Piece bezüglich der vierzehnten Serienbox sind wir bereits in einem Review eingegangen. Heute folgt klassisch unser Unboxing-Video zu der besprochenen Serienboxen, in der wir alle optischen und haptischen Merkmale besprechen. Viel Spaß beim Anschauen!

Review: Of Mice and Sand

Als der Nintendo DS 2004 veröffentlicht wurde, erkannten ein paar Entwickler das Potenzial von Echtzeit-Strategiespielen, die man auf Nintendos Handheld zum Leben erwecken lassen konnte. Da das Genre allerdings in Vergessenheit geriet, blieb die erhoffte Revolution auf den Handhelds aus.

Der Titel des Spiels orientiert sich zweifellos am US-amerikanischen Roman Of Mice and Men von John Ernst Steinbeck aus dem Jahr 1937. Während in Steinbecks Werk zwei Wanderarbeiter nach dem wenig realistischen und eher mythischen American Dream streben, sind es im Spiel vom Entwicklerstudio Arc System Works wahrhaftig die titelgebenden Mäuse, die sich ein besseres Leben erhoffen. Wir begleiten die peu á peu anwachsende Mäusetruppe dabei, ihr Ziel, das von Sagen umwobene El Dorado zu finden. Um nach El Dorado zu gelangen, durchqueren wir mit den Mäusen und ihrem Wüstenschiff die sandige Spielwelt und werden gleich zu Beginn des Spiels mit zahlreichen Tutorials erschlagen. Diese geben uns zwar kurz und knapp Anweisungen, wie das Spiel funktioniert, fühlen sich kumuliert jedoch reichlich nervig an. Nach den ersten dreißig bis sechzig Minuten nehmen solche Informationstexte allerdings merklich ab, sodass wir uns tatsächlich voll und ganz auf das Echtzeit-Strategiespiel konzentrieren können. Obwohl das Spiel kaum eine Spieltiefe wie Genre-Klassiker, die Ende der 1990er Jahre und nach der anschließenden Jahrtausendwende auf dem PC erschienen sind, entwickelt, heißt das aber nicht, dass der Titel nicht komplex ist. Wichtig ist dabei zu erwähnen, dass sämtliche Texte auf Englisch sind und wer nicht erst herumexperimentieren will, sollte zumindest über gute Schulenglischkenntnisse verfügen.

Wuselnde Mäusekolonie

Wer diese Hürde überwunden hat, darf sich auf ein erfrischend eingängiges Spielprinzip freuen. Das Geschehen wird in diesem Zusammenhang durchweg aus der zweidimensionalen Seitenansicht dargestellt. Während auf dem oberen Bildschirm das gesamte Wüstenschiff zu sehen ist, sehen wir auf dem unteren 3DS-Bildschirm einen kleinen Ausschnitt davon. Hier dürfen wir intuitiv mit dem Touchpen auswählen, wo wir Schlafräume, Werkbänke oder Lagerräume unterbringen wollen. Damit die panisch herumlaufenden Mäuse auch alle Ebenen erklimmen können, müssen wir zudem Leitern im Wüstenschiff platzieren. Zwar fällt die Entscheidung bei der Anordnung der verschiedenen Räume nicht sonderlich stark ins Gewicht, doch wer einen Lagerraum in der Nähe einer Werkbank positioniert, wird sich darüber freuen, dass die Arbeitsprozesse wesentlich effektiver funktionieren. Während der automatischen Fahrt durch die Wüste sammeln wir übrigens Metall- und Schrottteile ein, welche die Mäuse im Wüstenschiff hin und her transportieren. Das erinnert zwar ein wenig an das charmante Wuseln aus Die Siedler II: Veni, vidi, vici, doch unterbrechen die Mäuse den Warenkreislauf nicht durch Weitergabe an ein anderes Individuum. Da das Wüstenschiff trotz Ausbaumöglichkeiten überschaubar bleibt, geht das immer noch flott vonstatten und zumindest auf dem oberen Bildschirm haben wir immer alles im Blick. Nur auf dem unteren Bildschirm leidet im fortgeschrittenen Spielverlauf die Übersicht merklich.

Of Mice and Mistakes

Aufgelockert wird das Spiel durch Aufträge, die wir an den Außenposten in der Wüste erhalten. Um diese abzuschließen, müssen wir im Wüstenschiff bestimmte Objekte fertigen, die wir dann dem Auftraggeber aushändigen. Als Belohnung winken Geld, Nahrungsmittel zum Überleben und nicht selten Treibstoff. Wir müssen also darauf achten, dass die Mäuse immer die Möglichkeit haben, sich auszuruhen und – wie könnte es auch anders sein – mit Käse ihren Appetit zu stillen. Die Spritanzeige müssen wir ebenfalls beachten, wenn wir nicht mitten in der Wüste ohne jedwede Hoffnung stranden wollen. Inhaltlich macht Of Mice and Sand vieles richtig und kann sowohl stundenlang, als auch während mittellangen Bus- und Bahnfahrten, in seinen Bann ziehen. Größter Kritikpunkt dürfte wohl sein, dass die Aufträge repetitiv sind und Aufgaben umständlich einzeln in einem Menü verteilt werden müssen. An der technischen Seite könnten sich womöglich auch beinharte Genre-Fans stören. Während die optischen Defizite wie unzeitgemäße Animationen oder nicht so schöne Texturen und Grafiken dank des putzigen Retro-Grafikstils noch verziehen werden können, ist die musikalische Untermalung ziemlich einseitig. Die Musik ist zwar stimmig, doch die sich zu rasch wiederholende Dauerschleife kann bei längerer Spielzeit an den Nerven zerren. So bleibt der Titel für hungrige Genre-Fans interessant, doch zum Einstieg ins Genre gibt es bessere Alternativen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Of Mice and Sand ist durchaus kein schlechter Vertreter des oft totgesagten Echtzeit-Strategie-Genres und eigentlich sollten sich Fans über jeden einzelnen Happen zur Sättigung freuen. Der Titel ist allerdings kein Paradebeispiel dafür, wie man das Genre auf Nintendos Handheld angemessen präsentiert. Das Setting und das Gameplay können mich in ihren Grundfesten zwar begeistern, doch hat man einfach nicht im Detail am Spiel geschliffen. Im Kern liegt das vor allem an den langwierigen und ermüdenden Herstellungsaufgaben, die nämlich umständlich einzeln in Auftrag gegeben werden müssen, sodass sich das Spiel schon nach kurzer Zeit repetitiv anfühlt. Neben der umständlichen Bedienung sorgt auch der einseitige Soundtrack dafür, dass ich Of Mice and Sand wohl nur selten zur Abwechslung bei Bahnfahrten herauskramen werde. Unterm Strich bleibt das Spiel ein netter Echtzeit-Strategie-Titel, der hungrige Genre-Fans kurzzeitig sättigt und Einsteigern zu besseren Alternativen rät.

Review: Accel World (Vol. 3)

Mittlerweile hat die Anime-Serie Accel World von Animationsstudio Sunrise die Hälfte aller Episoden hinter sich gelassen. Nachdem in der ersten Volume die Grundlagen geschaffen worden, nutze die zweite Ausgabe diese Basis, um die Beziehungen zwischen den wichtigen Charakteren zu festigen und auszuarbeiten.

Serienkenner mussten sich in den ersten beiden Volumes von Accel World schon mit vielen Ereignissen auseinandersetzen, die einen mehr oder weniger starken Einfluss auf die Story hatten. Vor allem Fans von Kuroyukihime, die ihren realen Namen wie ihren Augapfel hütet, wurden auf eine harte Probe gestellt, musste diese doch bei einem Autounfall fast schon das Zeitliche segnen. Trotzdem sorgte gerade dieser Vorfall dafür, dass die Handlung in Schwung geriet. So konnten sich die Figuren in der zweiten Volume auf einer zwischenmenschlichen Ebene wesentlich besser kennenlernen und sich untereinander austauschen. Vor allem das Auftauchen von Kōzuki Yuniko, die sich zunächst als Arita Haruyukis Cousine ausgegeben hat und schließlich als Nachfolgerin des Roten Königs entlarvt wurde, war für die Handlung der Serie von essentieller Bedeutung, da so eine Konfrontation mit Kuroyukihime provoziert wurde und die Zuschauer wesentlich tiefer in den Zwist zwischen den Königen eintauchen konnten. Außerdem wurden so auch die Territorialkämpfe in der Tōkyōer Innenstadt in den Mittelpunkt der Handlung, zumindest abseits der illustren Situationen des Alltags, gerückt. Nachdem am Ende der zweiten Volume fürs Erste ein wenig Ruhe eingekehrt ist, müssen sich die Protagonisten in der dritten Ausgabe abermals mit neuen Problemen auseinandersetzen.

Neuer Feind, neues Problem

So fühlt sich Haruyukis und Mayuzumi Takumus gemeinsame Freundin Kurashima Chiyuri von der Gruppe ausgeschlossen, da sie die Brain-Burst-Applikation nicht nutzt. Zu Beginn der 13. Episode und somit in der ersten Folge dieser Volume kann Chiyuri immer noch nicht glauben, dass Brain Burst weniger Spaß machen soll als es scheint und relativiert damit den Ernst, mit dem die restlichen Charaktere beziehungsweise Burst Linker Tag für Tag in die Kämpfe steigen. In der Zwischenzeit leidet Haruyuki an Alpträumen. Zum einen werden die Klassen ihrer Mittelschule durch den Eintritt ins neue Schuljahr neu gemischt, wodurch Haruyuki Angst davor hat, in einer Klasse mit Araya zu landen. Zum anderen geht seine Freundin Kuroyukihime auf eine zehntägige Klassenfahrt nach Okinawa, weshalb Haruyuki und der Rest der Bande das Geheimnis um den neuen Schüler Nōmi Seiji alleine lüften müssen. Dieser scheint jedoch mit allen Wassern gewaschen zu sein und ist den Freunden jedes Mal einen Schritt voraus. Das führt schließlich dazu, dass er etwas gegen Haruyuki und Chiyuri in der Hand hat und sie damit erpresst. Da es sich bei Seiji ebenfalls um einen Burst Linker handelt, spitzt sich die Lage nicht nur in der realen, sondern auch in der virtuellen Welt zu. Hier beweist die Anime-Serie einmal mehr, dass sie sich auch mit sozialen Problemen auseinandersetzt.

Gestaltungsform des Trübsals

Obwohl Accel World damit auch in der dritten Volume ernste und kritische Themen anspricht, gibt es dennoch einige Szenen, in denen der Humor der Serie zur Geltung kommt. Vor allem in jenem Moment, in dem Kuroyukihime Haruyuki beichtet, nach Okinawa zu reisen und ihm anbietet, einen Wunsch zu erfüllen, kommen Haruyukis pubertäre Gedanken ans Tageslicht. Die Überhand können diese Szenen aufgrund der ernsten Thematik allerdings nicht mehr gewinnen, dafür ist die Lage viel zu bedrohlich. Dies spiegelt sich auch in der optischen Gestaltung der Serie wieder. Manche Momente werden in das Licht der untergehenden Sonne eingehüllt oder mit dunklen Farben ausgeschmückt. Auch die Mimik von Haruyuki, die in der Regel sehr kindlich ausfällt und sich damit ohnehin von den anderen Charakteren mehr oder weniger unterscheidet, ist von diesen Auswirkungen betroffen. Sie wirken im Detail etwas erwachsener. Die restliche Gestaltung der Anime-Serie orientiert sich stark an den beiden vorherigen Volumes. So ist das Stadtbild von Tōkyō zwar nach wie vor greifbar gestaltet, die virtuellen Welten wirken jedoch zum Teil surreal. Im digitalen Bereich dieser Volume liegen Clear Opening und Clear Ending, die ab der 14. Episode verwendet werden, als Bonusmaterial vor. Laut den Herstellerangaben der Website liegen drei Postkarten in physischer Form bei.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Es ist wirklich erstaunlich, wie sehr es das Animationsstudio Sunrise schafft, die verschiedenen Episoden von Accel World fast schon wie Kapitel auf die einzelnen Volumes aufzuteilen. Während in der ersten Volume fast nur die Grundlagen der Serie vorgestellt und eigentlich nur eine etwas längere Einleitung geboten wird, stehen bei der zweiten Ausgabe klar die zwischenmenschlichen Beziehungen im Mittelpunkt. Auf dieser Basis ist es den Charakteren möglich, sich neuen Problemen in der dritten Volume auszusetzen und (sowohl gemeinsam als auch alleine) nach Lösungen zu suchen. Die Spannung in den vorliegenden sechs Folgen dieses Pakets ist nach wie vor jederzeit zu spüren und durch den Konflikt zwischen Seiji, Haruyuki und Chiyuri wird die Story von Accel World auf eine neue Ebene gehievt. Wer schon mit den ersten beiden Volumes seine Freude hatte, wird bei der dritten Ausgabe erst recht nicht enttäuscht werden.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Accel World (Vol. 3)!

Review: Brynhildr in the Darkness (Vol. 4)

Mit der vierten und letzten Volume endet die Anime-Serie Brynhildr in the Darkness von dem Animationsstudio Arms. Dieses Mal rückt der Humor in den Hintergrund, sodass die düstere und spannende Handlung wesentlich stärker zur Geltung kommen kann.

Kazumi Schlierenzauer macht zu Beginn der elften und damit ersten Folge der vierten Volume von Brynhildr in the Darkness eine folgenschwere Entdeckung. Ein Berg ist explodiert und da es sich dabei nicht um einen Vulkan handelt, finden die Magierinnen die Ursache für diesen Vorfall schnell heraus: Sie vermuten die Valkyria Fujisaki Mako hinter dem Vorfall, da nur dieses Mädchen die Macht dazu hat, eine derartige Explosion auszulösen. Den Angriff der Walküre überlebt Wakabayashi Hatsuna, die sich unmittelbar nach ihrer wundersamen Erholung aufmacht, um Murakami Ryōta und seine Freundinnen vor der Bestie zu warnen. Es ist jedoch nicht nur Mako, die den Freunden Schwierigkeiten bereitet. Sie stehen immer noch vor dem gravierenden Problem, dass die Magierinnen immer noch nicht über ausreichende Mengen der Medizin haben, um lange genug zu leben – Ryōtas Onkel Hashiratani Kogorō und sein Forschungsteam machen zwar Fortschritte, doch benötigen sie noch mindestens einen Monat, um einen Durchbruch zu erzielen. Da der Pillenvorrat noch maximal für eine Woche ausreicht, treffen die Mädchen einen Entschluss und wählen die Magierin aus, die die ganze Medizin bekommt, um überleben zu können. Als Mako den Aufenthaltsort von Kuroha Neko und Co herausfindet, eskaliert die Situation in der Sternwarte und der Showdown beginnt.

Der Feind meines Feindes ist mein Freund

Auch in der vierten Ausgabe von Brynhildr in the Darkness werden die aus den vorherigen Volumes bekannten Themen mehr oder weniger ausführlich behandelt. Insbesondere die Freundschaft, die die Charaktere miteinander verbindet und gar den Tod überwindet, ist von essentieller Bedeutung. Liebe wird ebenfalls thematisiert, sowohl in der wahren, als auch in abgeschwächter Form. Dieses Mal muss sich Ryōta nicht nur Sorgen um Kazumis sexuelle Anspielungen zu machen, sondern sich auch vor Hatsuna in Acht nehmen, die ihn schon nach wenigen Augenblicken schonend beibringt, dass sie jetzt ein Paar seien. In der vierten Volume tritt neben den Mitarbeitern des Forschungslabors ein neuer Feind ins Rampenlicht – die so genannte Hexenjagd will sämtliche Magierinnen vernichten. Was ihre Intention und was ihr Ziel ist, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Es hievt die Handlung jedoch kurz vor dem Finale auf eine ganz neue Ebene. An dieser Stelle sollte jedoch gesagt werden, dass die Hexenjagd und das Laboratorium als Gegenspieler kaum bis gar nicht vorgestellt werden. Immerhin gelingt es der Serie die Story am Ende der 13. Episode zu einem zufriedenstellenden Ende zu führen, obwohl noch die eine oder andere Frage zum Schluss offen bleibt. Als kleines Schmankerl liegt auf dem Datenträger noch eine Original Video Animation vor, die ein dazwischen geschobenes Ereignis während der 11. Episode ins Rampenlicht rückt.

Gewohnte Ausarbeitung

Unter optischen Gesichtspunkten entsprechen die vier vorliegenden Episoden exakt den aus den bisherigen drei Ausgaben bekannten Details. Das heißt, dass sowohl die Charaktere als auch die Hintergründe schön gestaltet sind. Im bildschirmfüllenden 16:9-Format und in einer Auflösung von 1080p kann das Bild somit grundsätzlich punkten; bei den Animationen der Figuren wäre jedoch bei einer Anime-Serie aus dem Jahr 2014 mehr möglich gewesen. Beim Soundtrack gibt es hingegen nichts zu meckern, heitere als auch spannende Szenen werden mit den richtigen Klängen getroffen. Die Musikstücke sind klar und deutlich zu hören, der Ton in DTS-HD Master Audio 2.0 ist daran nicht ganz unschuldig. In puncto Synchronisation kann nicht nur der japanische Originalton punkten, sondern auch die deutschen Stimmen. Fast alle Sprecher beziehungsweise Sprecherinnen wurden hervorragend ausgewählt und verleihen ihren zugewiesenen Rollen reichlich Leben, sodass der Zuschauer schnell eine Bindung zu den einzelnen Figuren aufbauen kann. Neben den obligatorischen Trailern zu weiteren Titeln aus dem Hause Kazé Anime befindet sich kein Bonusmaterial auf der Disc. Das ist schade, denn insbesondere die Umsetzung vom Manga zum Anime hätte wirklich sehr gute Einblicke in das Franchise gegeben, da der Manga zum Veröffentlichungszeitpunkt des Animes noch nicht abgeschlossen war. Hier wurde auf der Zielgeraden deutlich Potential verschenkt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Wer die Anime-Serie Brynhildr in the Darkness bis an diese Stelle verfolgt hat, wird sich auch mit der vierten Volume sofort anfreunden können. Die Geschichte wird zwar nicht gänzlich abgeschlossen, aber auf jeden Fall zu einem mehr als nur zufriedenen Ende geführt. Das ist etwas, an dem viele kurze Anime-Serien, die auf einer Manga-Vorlage basieren, scheitern. Interessant ist auch, wie die vierzehnte Folge, eine Bonus-Episode im Original-Video-Animation-Format, in die Handlung eingewoben ist. Hier kommt dann auch der serientypische Humor zur Sprache, der in den anderen drei Folgen zu Gunsten der düsteren und spannenden Handlung in den Hintergrund gerückt ist. In puncto technischer Gestaltung orientieren sich die vier Episoden der vierten Volume sehr an den drei vorherigen Ausgaben, sodass hier keine großen Überraschungen erwartet werden dürfen. Fans der Serie schlagen bei der vierten Volume dennoch zu, da vor allem die positive Kehrtwende bei der Handlung der Spannung sehr zugute kommt!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Brynhildr in the Darkness (Vol. 4)!

Prime Time: Bleach (Box 2, Unboxing)

Bereits passend zu unserer Rezension der ersten Serienbox von der Anime-Serie Bleach haben wir euch ein Unboxing-Video präsentiert – und genauso machen wir es bei der zweiten Volume. Wir stellen euch die haptischen und optischen Merkmale der Box vor und wünschen euch viel Vergnügen beim Anschauen!

Review: Detektiv Conan (Box 3, Episoden 69-102)

Im September 2017 veröffentlichte Publisher Kazé Anime die dritte Serienbox von der Anime-Serie Detektiv Conan. Diese enthält die Episoden 69 bis 102 und bietet erneut viele interessante Fälle, die jedoch allesamt sehr wenig mit der eigentlichen Handlung zu tun haben.

Fans von Detektiv Conan ist dieser Umstand jedoch nicht neu, denn bereits in den vorherigen 68 Episoden gab es nur sehr wenige Folgen, die sich tatsächlich mit der Fortführung der eigentlichen Storyline beschäftigten. Nach wie vor lebt der im Serienauftakt zum Kind geschrumpfte siebzehnjährige Schülerdetektiv Kudō Shin’ichi im Haushalt seiner Freundin Mōri Ran und deren Vater Mōri Kogorō, einem zunehmend immer berühmteren Privatdetektiv, den er schon nach wenigen Folgen liebevoll als sein „Onkelchen“ bezeichnet. Die beiden wissen natürlich nicht, dass sich hinter dem drolligen Kerlchen Shin’ichi befindet, obwohl Ran hin und wieder Anzeichen entdeckt, dass Edogawa Conan eigentlich ihr Freund ist, den sie schon seit dutzenden Folgen schmerzlich vermisst. Unter anderem bemerkt sie das daran, dass Brillenträger Conan ohne sein Lesegerät Shin’ichi frappierend ähnlich sieht. Außerdem kann es doch nicht sein, dass ihr Vater sich für jeden neuen Fall früher sichtlich bemühen musste und ihm jetzt die Fälle nur so in den Schoß fallen. Seit einiger Zeit wird Kogorō gar als genau der Detektiv bezeichnet, der seine Fälle im Schlaf löst. Das liegt jedoch nur daran, dass Conan ihn mit Hilfe seines Narkose-Chronometers kurzzeitig betäubt und dann mit seinem Stimmentransponser Kogorōs Stimme imitiert, um die einzelnen Kriminalfälle für ihn aufzulösen.

Konstruierte Kriminalfälle

Über die Story lässt sich sicherlich streiten, doch nicht von der Hand zu weisen ist, dass jeder einzelne Fall in puncto Handlung spannend gestaltet und zudem jeder Mord, jeder Raub, jede Entführung und alle anderen Verbrechen clever von den Tätern inszeniert werden. Nur selten kommen Zuschauer früher als Conan darauf, wie die Tat abgelaufen sein mag. Dies beweist ein weiteres Mal, wie viele Ideen der Autor der Manga-Vorlage Aoyama Gōshō beziehungsweise die Mitarbeiter des Animationsstudios in die Serie haben einfließen lassen. Auffällig ist dabei nur, dass sehr viele Verbrechen mittels Angelschnur und Klebeband begangen werden – und diese konstruierten Fälle sind das einzige, was einzelnen Episoden der Anime-Serie hin und wieder ein wenig die Spannung raubt. Unterm Strich ist dies jedoch nicht schlimm, da es auch genügend Folgen gibt, in denen andere Gegenstände verwendet werden, um Morde und Co in die Tat umzusetzen. So wird in einer Episode beispielsweise Chloroform schockgefroren, damit das Opfer nach einer bestimmten Zeit durch die entstandenen Dämpfe betäubt wird und der Täter leichtes Spiel hat, das Opfer im richtigen Moment zu töten. In einer anderen Folge fangen Conan und seine Freunde, die Detective Boys, über ein Funkgerät ein Gespräch ab, das mit dem Selbstmord einer Nebenfigur enden kann. Spannend und abwechslungsreich!

Abschluss der ersten Staffel

Die wichtigsten Episoden dieser Serienbox dürften nach der deutschen Episodenzählung der Anime-Serie jedoch die Folgen 78 und 79 sein, denn in diesen wird ein weiterer und wichtiger Charakter eingeführt. Hierbei handelt es sich um den Meisterdieb 1412, der besser bekannt ist als Kaitō Kid. Detektiv-Conan-Fans kennen diese wiederkehrende Nebenfigur eventuell aus der Anime-Serie Magic Kaitō: Kid the Phantom Thief und werden wissen, dass Conans neuer Widersacher in puncto Tricks ebenbürtig ist. Worauf es der Dieb abgesehen hat und ob es ihm gelingt, das Kleinod trotz des massiven Einsatzes von Sicherheitskräften und der Polizei zu stehlen, wird an dieser Stelle aus Spoiler-Gründen selbstverständlich nicht verraten. Auf jeden Fall funktioniert der Einsatz als direkter Konkurrent in Detektiv Conan wesentlich besser, als Conan selbst in Magic Kaitō nur als Gimmick in manchen Folgen einzubauen. Abseits dessen setzen die Episoden der dritten Serienbox von Detektiv Conan auf ein ähnliches technisches Grundgerüst wie die vorherigen 68 Episoden. Der Charme der Jahre 1997 und 1998 ist in den vorliegenden Folgen, die in einem beiliegenden Episodenguide in Form eines Booklets allesamt grob nachgelesen werden können, deutlich vorhanden. Da mit Episode 102 die erste Serienstaffel abgeschlossen wird, steigt die Vorfreude auf die vierte Serienbox so gleich doppelt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 69 bis 102 der Serie): Mit der dritten Serienbox von Detektiv Conan wird die erste Staffel der langlebigen Anime-Serie abgeschlossen. Leider versäumt es die Serie abermals, mehr über die Männer in Schwarz zu verraten. Stattdessen verwickelt sich Edogawa Conan zusammen mit Kogorō oder den Detective Boys immer mehr in neue Fälle, die serientypisch meist in einer, seltener in zwei oder gar drei Episoden, gelöst werden. Obwohl die Serie die eigentliche Story nicht vorantreiben will beziehungsweise kann, hat sie jedoch nicht an Biss verloren. Auch wenn viele Kriminalfälle in Detektiv Conan künstlich wirken oder teils arg konstruiert sind, geht die Spannung niemals verloren und kaum ist eine Folge abgeschlossen, will auch schon der nächste Fall zusammen mit Conan und Co in Angriff genommen werden. In der zweiten Serienstaffel darf aber gerne etwas mehr auf die eigentliche Handlung eingegangen werden, denn so toll die einzelnen Episoden mit ihren Fällen auch inszeniert sein mögen, irgendwann muss Conan schließlich auf eine heiße Spur stoßen, um die mysteriöse Organisation zu enttarnen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Detektiv Conan (Box 3, Episoden 69-102)!

Review: One Piece Box 14 (Episoden 422-456)

In der letzten Serienbox löste ein unerwartetes Ereignis eine Kettenreaktion aus, die schließlich dazu führte, dass sich die Charaktere kreuz und quer über die Welt verteilt haben. In der vierzehnten Box konzentriert sich die Handlung von One Piece dabei hauptsächlich auf Ruffy.

Eigentlich hatten die Strohhüte als ihr nächstes Ziel die Fischmenscheninsel anvisiert. Diese befindet sich allerdings tausende Meter unter der Meeresoberfläche, weshalb die Crew auf dem Sabaody-Archipel einen Schiffshandwerker finden mussten, der ihr Schiff entsprechend beschichtet, sodass es auch in die Untiefen des Meeres abtauchen kann. Durch die Entführung der Meerjungfrau Kamy legten sich die Piraten allerdings mit den Weltaristokraten an, wodurch die Marine auf den Plan gerufen wurde und sogar einer der sieben Samurai der Meere, Bartholomäus Bär, auf dem Archipel erschien. Der Cyborg brauchte mit seiner Hand jeden der Strohhüte aufgrund seiner Fähigkeit nur einmal leicht berühren, um sie einzeln drei Tage und drei Nächte auf eine Weltreise zu schicken. So landeten alle Charaktere auf verschiedenen Inseln an unterschiedlichen Plätzen auf der Welt. Obwohl die Helden voneinander getrennt sind und eine gemeinsame Weiterreise erst einmal in weite Ferne rückt, nehmen die Abenteuer für sie deshalb aber noch lange nicht auf. Auf Amazon Lily, einer von Frauen bevölkerten Insel, erfährt Ruffy schließlich, dass sein Bruder Ace in weniger als einer Woche im Marine-Hauptquartier hingerichtet werden soll. Da Ace derzeit noch im Unterwassergefängnis Impel Down einsitzt, beschließt Ruffy ihn zu retten und ihn so vor dem Tod zu bewahren.

Aus Feinden werden Freunde

Hauptsächlich spielen die Episoden 422 bis 456 in besagter Strafanstalt. Auf mehreren Ebenen werden in diesem Gefängnis der Marine Piraten aufgrund unterschiedlich starker Verbrechen vor der Außenwelt verwahrt. Ein Eindringen ist fast völlig unmöglich, doch da alle sieben Samurai der Meere sich im Marine-Hauptquartier melden sollen und der Weg dank einer Strömung durch den Calm Belt unweigerlich an Impel Down vorbeiführt, hat Ruffy ein Ass im Ärmel. Da sich die Anführerin der Frauengruppe auf Amazon Lily, Boa Hancock, in den Strohhutträger verliebt hat und zufälligerweise eine der sieben Samurai ist, erfüllt sie ihm sehr gerne seinen Wunsch und schmuggelt ihn in das Gefängnis ein. Obwohl er ihr mit einem Ehrenwort verspricht, kein Chaos in der Strafanstalt anzurichten, geht wie gewohnt einiges bei seinem Plan schief. In Impel Down sitzen nämlich auch ein paar Gestalten ein, die Ruffy auf seiner bisherigen Reise durch den Eastblue und über die Grandline schon kennengelernt hat. Buggy, der Clown muss ausgerechnet während Ruffys Einbruch seinen Ausbruch planen und schnell werden die Wärter auf die beiden Piraten aufmerksam, die sich daraufhin zusammenschließen. Wenig später wird das ungleiche Duo von weiteren (ehemaligen) Feinden und Freunden ergänzt: Unter anderem gibt es ein Wiedersehen mit Bon Curry und Sir Crocodile.

Wettlauf gegen die Zeit

Im Hintergrund tickt mit jeder Episode unermüdlich die Zeit bis zur Hinrichtung herunter. Es bleibt somit stets spannend, wie Ruffy und seine neuen Kumpanen im Kampf gegen die Wärter des Gefängnisses ankommen. Vor allem die Auseinandersetzung mit Direktor Magellan, der seine Teufelskraft durch den Verzehr der Gift-Frucht erlangt hat, gehört zu den ausweglosesten Kämpfe, in die der Strohhut-Pirat bisher geraten ist. Obwohl der Fokus klar auf dem Handlungsstrang in und um Impel Down liegt, wird hin und wieder auch das Geschehen der anderen Figuren erläutert: Beispielsweise muss sich Chopper auf einer Insel mit riesigen Vögeln herumschlagen, Frankie wird zu einem Cyborg umfunktioniert, der nun mit Tee statt mit Cola betrieben wird und Nico Robin landet in einem Land, dessen Bewohner siebenhundert Jahre lang auf einer gigantischen Brücke leben und diese fertigstellen sollen. Diese Geschehnisse kommen in der vierzehnten Serienbox allerdings ein wenig zu kurz; stattdessen wird der Impel-Down-Handlungsstrang sehr in die Länge gezogen, ohne jedoch mit Filler-Episoden zu nerven. Einzig und allein ein mehrere Episoden umfassendes Ereignis, das auf den aus One Piece: Strong World bekannten Charakter Shiki kurz und knapp eingeht, ist zwar deutlich als Special reklamiert, wirkt jedoch viel zu gewollt in die Story der Anime-Serie eingewoben.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 422 bis 456 der Serie): Es ist in gewisser Weise schon ulkig, wie sich die Erzählstrategie des Franchises ändert. In einer Serienbox wird noch ein langer Handlungsstrang in aller Seelenruhe zu Ende erzählt und schon im darauffolgenden Episodenpaket kommen eher kleinere Geschichten zur Geltung. Die vierzehnte Serienbox von One Piece gehört trotz einer Handvoll kleinerer Geschichten eher zu den Volumes, die sich auf eine längere Handlung einstellen. Entsprechend wirkt der Einbruch im Tiefseegefängnis Impel Down ein wenig gestreckt, fällt aber aufgrund vieler toller Ideen – sowohl in der architektonischen Ausarbeitung als auch bei den Insassen und Wärtern – nicht wirklich negativ auf. Es gibt ein Wiedersehen mit alten Bekannten, die Ruffy hunderte Episoden früher freundlich oder feindlich gesinnt waren, jetzt aber auf seiner Seite kämpfen oder es zumindest versuchen. Eine weitere Situation sorgt wiederum dafür, dass die Serienhandlung wieder mit älteren Ereignissen verknüpft wird, was erneut verdeutlicht, wie ausgearbeitet die Story von One Piece ist. Der Handlungsstrang von Impel Down gehört zwar nicht unbedingt zu den Sternstunden des Franchises, doch jeder Zuschauer, der bereits die Story in und um Enies Lobby erfolgreich verarbeiten konnte, wird auch hier wieder zufriedengestellt!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Piece: Box 13 (Episoden 422-456)!

Review: Far Cry 5

Spätestens seit Far Cry 3 gehört die Ego-Shooter-Reihe zu den beliebtesten Franchises von Ubisoft. Im fünften Teil der Hauptreihe, an dem gleich sechs Entwicklerstudios beteiligt waren, konfrontiert das französische Unternehmen die Spieler mit dem Thema Sektenkult.

Im fiktiven Hope County im US-Bundesstaat Montana hat Joseph Seed sich zu einem religiösen Führer auserkoren und schart gemeinsam mit seinen Kindern willensschwache Menschen um sich. Seine Glaubensgemeinde entwickelt sich mit der Zeit immer mehr zu einer radikalen Sekte, die sich aktiv gegen die letzten Bewohner des Landkreises richtet. Um die bösen Machenschaften des „Vaters“, wie Joseph Seed sich gar selbst bezeichnet, zu stoppen, wird ein Haftbefehl gegen ihn erlassen. Der Spieler gehört zu dem Spezialeinsatzkommando, der sich dem Sektenführer annehmen soll. Zunächst scheint die Verhaftung zwar wie geplant zu funktionieren, doch der Helikopter, der das Team sicher aus Hope County bringen soll, stürzt ab. Auf der einen Seite gelingt Joseph Seed die Flucht und andererseits muss auch der Spieler die Beine in die Hand nehmen, um aus der Situation zu fliehen. Über kurz oder lang trifft der Spieler auf den so genannten Widerstand, mit dem er sich verbündet und Aufträge für diesen erfüllt. Der Reihe nach werden Stützpunkte übernommen, Sektenmitglieder ausradiert und die Ordnung in allen drei Teilen des Bezirks wieder hergestellt. Dies geschieht – wie für das Genre und die Far-Cry-Reihe üblich – mit brachialer Waffengewalt, sodass die Handlung schnell zur Nebensache verkommt und an deren Stelle ein phänomenales Action-Feuerwerk tritt.

Action, Action und Action

Kaum wird der Spieler aus dem Einführungsgebiet entlassen, muss er sich mit den dort erlernten grundlegenden Kniffen in der offenen Spielwelt von Far Cry 5 zurechtfinden. Um an die Seed-Familie herantreten zu können, muss der Spieler allerhand Chaos stiften. Dazu zählt das Einnahmen von Stützpunkten der Sekte, das Befreien von unschuldigen County-Bürgern, das Sprengen von Silos und selbstverständlich das Erfüllen der Aufträge von Widerständlern. Es ist jedoch nicht so wie in anderen Open-World-Spielen, dass der Spieler seelenruhig von einem Auftrag zum nächsten hechten darf – stattdessen bekommt er es auch unterwegs andauernd mit einfachen Sektenmitgliedern zu tun, die etwa am Straßenrand kurz davor stehen, Unschuldige und Wehrlose zu töten, in Lieferwagen Gefangene und in Trucks wertvolle Waffen transportieren oder sich Schießereien mit dem Widerstand leisten. Es lohnt sich definitiv, an diesen Aktionen teilzunehmen, da auf diesem Weg öfters neue Informationen zusammenkommen. Beispielsweise erfährt der Spieler so, wo es in Hope County neue Aufträge für ihn gibt oder wo Verstecke mit wertvoller Beute auf ihn warten. Far Cry 5 lässt kaum eine Sekunde zum Verschnaufen. So entwickelt sich auf der einen Seite ein unermüdlicher Spielfluss, der auf der anderen Seite jedoch mit auf Dauer leider sehr repetitiven Aufgaben erkauft wird.

Erinnerungswürdige Momente

Selbstverständlich gibt es auch Ausnahmen wie die Zurückeroberung eines mit Maschinenpistolen ausgerüsteten Trucks; einer Mission, bei der zunächst ein halbes Dutzend Sektenmitglieder ins Nirwana gepustet, danach ein Schlüssel für die Lagerhalle gefunden und dann noch ein paar Kilometer lang eine Straßensperre nach der anderen durchbrochen werden muss. Diese Aufträge bleiben auch nach dem Abspann im Gedächtnis, kommen in Far Cry 5 aber tatsächlich selten vor. Ubisofts Ego-Shooter ist eine Spielwiese, auf der der Spieler Hope County so erkunden kann, wie er möchte – schließlich steht von Beginn an der komplette fiktive Landkreis im US-Bundesstaat Montana offen und da hinter jedem Baum und hinter jedem Hügel eine neue Sehenswürdigkeit darauf wartet entdeckt zu werden, ist es sehr leicht, trotz Wiederholungen im Spielfluss, sich in der Welt zu verlieren. Insbesondere die Prepper-Verstecke mit ihren Belohungen nach dem Durchkämmen dieser lockern den Action-Alltag auf, denn diese sind meistens verschlossen und müssen erst einmal irgendwie geöffnet werden. Oft kommt dann auch noch hinzu, dass die Bunker unter Wasser stehen und das Wasser abgepumpt werden möchte. Obwohl die eigentliche Handlung relativ kurz ausfallen würde, wird sie mit solchen Nebenbeschäftigungen teilweise also auch angenehm in die Länge gezogen.

Vielfältige Individualisierungsmöglichkeiten

Far Cry 5 ist zwar ein Ego-Shooter, doch im Jahr 2018 kommt fast kein Genre mehr ohne Rollenspiel-Elemente aus. Für Eroberungen, abgeschlossene Aufträge, gefundene Prepper-Verstecke oder mehrfach ausgelöste Aktionen erhält der Spieler Fähigkeitspunkte, die in einem separaten Menü in neue Fähigkeiten investiert werden können. Auf diesem Wege ist es jedem Spieler möglich, sich seinen ganz individuellen Charakter zusammenzuschneidern. Wer mehr Gesundheit benötigt, um in der Spielwelt überleben zu können – selbst der unterste Schwierigkeitsgrad kann ganz schön herausfordernd sein – oder Schlösser knacken will, kann seine Punkte in diese Kategorien investieren. Insbesondere Einsteiger sollten sich am Anfang des Spiels darauf einlassen, ein paar Fähigkeitspunkte zu erspielen, um ihre Spielweise herauszufinden. In diesem Punkt spielen auch die Waffen eine ganz besondere Rolle, denn die meisten Knarren sind laut und kaum ist der Abzug betätigt, werden auch schon die Wachen alarmiert oder gar Verstärkung angefordert. Mit Bogen und Co können Feinde auch lautlos ausgeschaltet werden. In bester Anschleichmanier ist es ebenfalls möglich, Gegner geräuschlos aus dem Gebüsch heraus zu attackieren und mit einem Schlag auszuschalten. Spezialwaffen wie Flammenwerfer, Scharfschützengewehre oder Granaten runden das Waffenpaket ab.

Reichlich Raum für Spielspaß

Eine weitere Möglichkeit, um mit Far Cry 5 Spaß zu haben, ist der Mehrspielermodus. Online können sich jederzeit Freunde des Spielers ins aktive Spiel einklinken, um die Missionen gemeinsam zu absolvieren oder einfach nur gemeinsam Schabernack in der Welt zu stiften. Ein zusätzlicher Pluspunkt des Spiels ist das sehr hohe Spieltempo und in puncto Bewegungsmuster erinnert es fast schon ein wenig an alte Unreal-Tournament-Tage. Wer sich darauf einlässt, wird sich auch schnell mit der sehr gut funktionierenden Maus- und Tastatur-Steuerung der PC-Fassung anfreunden können. In optischer Hinsicht bietet Far Cry 5 weitläufige Landstriche, die insbesondere am Tag mit schönen Lichteffekten punkten kann. Gesichtsanimationen und Gestiken der Nicht-Spieler-Charaktere befinden sich jedoch auf einem betagten Niveau. Akustisch trällern beim Fahren in den abwechslungsreichen Vehikeln christlich angehauchte Lieder oder Rock-Songs aus dem Radio. In der Natur wird hingegen weitgehend auf Musik verzichtet. Wer genug vom Spiel gesehen hat, kann auch den separaten Editor Far Cry Arcade anschmeißen und sich seine eigenen Levels kreieren. Allerdings sei gesagt, dass dieser Editor recht benutzerfeindlich ist und erst einmal ein wenig Einarbeitungszeit fordert. Unterm Strich ist Far Cry 5 ein Spiel, das Raum für reichlich Spielspaß lässt, sofern über repetitive Elemente und die wirklich nur wenig glaubhafte Sekten-Ideologie hinweggesehen werden kann.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Far Cry 5 ist ein Ego-Shooter, der sich in puncto Story und Atmosphäre nicht mit anderen Spielen des Genres messen kann. Obwohl die Story des Spiels so stark anfängt, lässt sie ebenso schnell nach dem Einführungsgebiet wieder nach. Überall in der Spielwelt sind zwar Informationen über die Sekte verstreut, doch es wird an keiner einzigen Stelle klar, wie die Sekte ihre Mitglieder überhaupt verführt und welche genauen Ziele sie hat. Die Sekten-Funktionäre sind lieblose Hüllen, die kein nachvollziehbares Feindbild darstellen und den Protagonisten – und somit den Spieler – einfach nur aus dem Weg räumen wollen. Ubisoft kratzt bei diesem Thema leider nur an der Oberfläche. Das heißt aber nicht, dass Far Cry 5 deshalb ein schlechtes Spiel ist, das Gegenteil ist der Fall. Kaum eine Sekunde vergeht im Spiel, ohne dass der Spieler von Sektenmitgliedern vom Boden oder aus der Luft verfolgt wird und an jeder Ecke im Spiel gibt es etwas zu entdecken. Schon nach wenigen Spielstunden fällt auf, dass sich einzelne Elemente wiederholen und am Ende alles darauf hinausläuft, dass irgendwer getötet oder irgendetwas in die Luft gesprengt wird. Dennoch gerät der Spieler durch Aufgaben, deren Belohnungen sich am Ende in neuen Spezialfähigkeiten widerspiegeln, in eine Motivationsspirale, die es schwer macht, sich nicht in der Spielwelt zu verlieren. Wenn Ubisoft beim nächsten Serienteil eine bessere Story und ein wesentlich abwechslungsreicheres Missionsdesign abliefert, sich gar an anderen Open-World-Spielen inspirieren lässt, dann kann aus einem guten auch noch ein sehr gutes Spiel werden!

Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Far Cry 5!

Review: Strike the Blood (Vol. 2)

Schon die erste Ausgabe von Strike the Blood hat bewiesen, dass die Anime-Serie Elemente der Genres Action, Fantasy, Science Fiction und sogar Erotik wunderbar miteinander paaren kann. Die zweite Volume setzt an diesem Konstrukt an und führt es hervorragend weiter.

In den ersten sechs Episoden von Strike the Blood wurden die Grundlagen der Anime-Serie gelegt. So wird in der ersten Volume unter anderem der Schauplatz, die fiktive Insel Itogami, vorgestellt und die zwischenmenschlichen Beziehungen beziehungsweise Zusammenhänge zwischen den einzelnen Charakteren verknüpft. Zu Beginn der zweiten Volume fühlt sich Protagonist Akatsuki Kojō gegenüber seiner Aufpasserin Himeragi Yukina schuldig, da sie stets ein Auge auf ihn werfen muss, um auszuschließen, dass er als vierter Shinso eine Bedrohung für die Bevölkerung der künstlichen Insel, auf der Menschen, Vampire, Geister und Halbdämonen mehr oder weniger miteinander leben, darstellt. Dementsprechend wird sie immer und immer wieder in den Schlamassel, den der junge Vampir wie ein Magnet anzieht, hineingezogen. Zuletzt mussten sie sich noch gegen einen Kampfpriester und anschließend gegen Terroristen stellen, was schlussendlich dazu führte, dass Kojō von Yukinas Blut trinken durfte, um wieder zu Kräften zu kommen. Mit einem Schuss Romantik, wie man ihn eher aus Fernsehserien wie The Vampire Diaries kennt, wird der Fokus jedoch nicht ins Unwesentliche verschoben – Strike the Blood beschäftigt sich im Kern immer noch mit dem Kampf gegen die Mächte, die Kojō und Co ans Leder wollen. Ein neuer Bösewicht gibt sich zu Beginn der zweiten Volume ebenfalls zu erkennen: Er will die ganze Welt in einen Krieg stürzen.

Zwischenmenschliche Beziehungen

Dazu gehören abermals Kämpfe, die zwar jeder Fan direkt aufsaugt, unterm Strich jedoch ein wenig zu kurz kommen. In diesen Wirren bleibt deshalb auch viel Raum für weitere Charaktere, beispielsweise Kirasaka Sayaka. Sie ist eine Sandkastenfreundin von Yukina und deshalb nicht erfreut darüber, dass Yukina von Kojō permanent einer Gefahr ausgesetzt wird und versucht, Kojō von ihr fernzuhalten. Des Weiteren kommt im Verlauf der Gespräche zwischen Kojō und Sayaka heraus, dass beide ein wenig mehr für ihre gemeinsame Freundin fühlen. Während Kojō vor allem ihre Persönlichkeit lobt, stehen für Sayaka Yukinas körperliche Merkmale im Vordergrund, was natürlich dazu führt, dass sich Sayaka und Kojō in die Haare bekommen. Dann wird zu allem Überdruss auch noch Kojōs Freundin Aiba Asagi in einen Kampf verwickelt und muss deshalb ins  Krankenzimmer der Schule gebracht werden. Nachdem es ihr besser geht, überrascht sie Kojō mit einer ganz besonderen Aktion, wodurch sich die beiden näher kommen. So kommen neben den Kämpfen und dem Schutz von der Insel Itogami auch die zwischenmenschlichen Beziehungen nicht zu kurz. Schlussendlich sind Kojō und Yukina auch noch auf einer geheimnisvollen Insel unterwegs, wo sie einerseits von Soldaten bedroht werden und andererseits ebenfalls die Möglichkeit haben, sich etwas näher zu kommen. Zudem wird hier die Bühne für eine weitere neue Persönlichkeit freigemacht.

Konsequente Serienfortführung

Unter optischen Gesichtspunkten entsprechen die sechs Episoden der zweiten Volume den vorherigen Folgen aus der ersten Ausgabe. Das heißt, dass Umgebungen und Charaktere sehr gut miteinander harmonieren. Allerdings sind die Kampfeffekte nach wie vor nicht auf demselben Niveau. Anders sieht es da schon bei der Akustik aus: Sowohl die deutsche als auch die japanische Tonspur liegt im Tonformat DTS HD Master Audio 2.0 vor. Zwar ist den japanischen Originalsprechern anzumerken, dass sie ein wenig mehr Emotionen in die ihnen zugeteilten Charakteren packen, doch können auch die deutschen Synchronsprecher den Persönlichkeiten reichlich Leben einhauchen. So fühlt sich keine einzige Szene ermüdend an. Ergänzend sollte der stets passende Soundtrack erwähnt werden, der in ruhigen Momenten mit leisen Klängen die Stimmung untermalt und sobald es ein wenig actionreicher in den Szenen abläuft, können auch paralysierende Stücke sehr gut die Spannung unterstützen. Weniger spannend ist die restliche Ausstattung der Blu-ray Disc. Bonusmaterial liegt in der zweiten Volume von Strike the Blood nicht vor. Dies gilt sowohl für die digitale Ausstattung als auch für die physische Veröffentlichung. Ein wenig schade ist das schon, da weiterführende Informationen zu einer Anime-Serie immer eine sehr willkommene Ergänzung sind. Fans der ersten Stunde lassen sich davon nicht beirren und dürfen das Defizit gerne ausklammern.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem die erste Volume die Grundlagen für die Anime-Serie legen konnte, steht im zweiten Episodenpaket die konsequente Fortführung der Story im Vordergrund. Es gibt zwar auch Kämpfe zwischen Kojō, Yukina, Sayaka und Co, doch liegt der Fokus definitiv auf der Handlung und der weiteren Entfaltung der zwischenmenschlichen Beziehungen, die sich diesmal sehr stark auf Romantik und Erotik konzentriert und mit geschickter Zweideutigkeit nicht geizt. Das Konzept geht auf und das, obwohl es recht wenige Kämpfe und Konflikte gibt, die von den Figuren gelöst werden wollen. In der restlichen Gestaltung entspricht die zweite Volume der vorherigen Ausgabe, optisch und akustisch dürfen also keine großen Verbesserungen, aber auch keine großen Verschlechterungen erwartet werden. Wer den Auftakt der Anime-Serie bereits mochte, wird auch mit der zweite Volume wieder jede Menge Spaß haben.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Strike the Blood (Vol. 2)!

Prime Time: Detektiv Conan (Box 2, Unboxing)

Vor ein paar Tagen haben wir euch bereits unsere Rezension zur zweiten Serienbox von Detektiv Conan präsentiert. Heute möchten wir unser Review mit einem Unboxing-Video ergänzen, in welchem wir auf die optischen und haptischen Merkmale der Veröffentlichung eingehen. Wir wünschen euch viel Vergnügen!

Review: God of War

Zwischen 2005 und 2013 wurden gleich sieben Titel der God-of-War-Reihe veröffentlicht – nach einer fünfjährigen Pause ohne neuen Ableger veröffentlichte Sony im April 2018 den achten Serienteil unter dem einfachen und zugleich auch einfallslosen Namen God of War.

Bei God of War handelt es sich nicht – wie der Titel des Spiels womöglich vermuten lässt – um eine Neuinterpretation des ersten Serienteils, sondern um eine vollwertige weitere Episode, die sich um Protagonist Kratos dreht. Nachdem die Entwickler den Fundus der griechischen Götterwelt in den ersten sieben Teilen abgehandelt haben, wenden sie sich im mittlerweile achten Spiel der nordischen Mythologie zu. Für Kratos beginnt mit den einleitenden Szenen des Spiels ein neuer Lebensabschnitt, denn der Spieler begleitet ihn dabei, wie er einen Baum fällt, ihn zu Kleinholz verarbeitet, die Scheitel aufstapelt, einen Leichnam darauf ablegt und ihn schließlich zusammen mit seinem Sohn anzündet. Gemeinsam müssen sie mit ansehen, wie Laufey, Kratos’ Frau und Atreus’ Mutter, von den Flammen verschlungen werden. Um mit der Trauer umzugehen, beschließt Kratos, seinen Sohn in der Jagd zu unterrichten und kaum neigt sich der Jagdausflug dem Ende zu, taucht ein Unbekannter vor ihrer Hütte auf, der Kratos zu kennen scheint und sich mit ihm ein Kräftemessen liefert. Nur knapp dem Tod entkommen, möchten Vater und Sohn Laufeys letzten Wunsch erfüllen und ihre Asche auf dem höchsten Gipfel verstreuen. Dass auf dem Weg ständig neue Gefahren lauern, ist ein netter und logischer Nebeneffekt der interessanten und teilweise ganz schön spannenden Geschichte.

Große Spielwelt mit vielen Ideen

In puncto Gameplay unterscheidet sich der Titel stark von den vorherigen Ablegern, da in diesen vor allem der Action-Anteil des Action-Adventures im Vordergrund stand. Diesmal erkundet Kratos mit Atreus eine große und zusammenhängende Spielwelt, die ähnlich wie die Level-Architektur der Metroid-Reihe hin und wieder in Sackgassen endet. Hier warten Türen oder Truhen auf den Spartaner, die erst mit neuen und später erlernbaren Fähigkeiten geöffnet werden können. Da in den Nebenabschnitten der Spielwelt, die nicht selten mit einigen Quests von wenigen Nicht-Spieler-Charakteren kombinierbar sind, wertvolle Ausrüstung auf Kratos wartet, lohnt sich die stete Rückkehr an bereits besuchte Orte im Verlauf der Handlung sehr. Hinzu kommen knifflige Rätsel, deren repetitive Merkmale mit der Zeit zwar deutlich werden, doch den harten Action-Alltag auflockern und auf diesem Weg ein wirklich ausgewogenes Spielerlebnis liefern. Egal wohin Kratos und Atreus in der fantasievollen Spielwelt auch reisen, in den nordischen Wäldern, finsteren Höhlen, einem in Nebel gehüllten See und schneebedeckten Gebieten lauern immer wieder neue und vor allem sehr abwechslungsreiche Feinde auf das Duo. Untote Nah- und Fernkämpfer, gefräßige Wölfe, feuerspeiende Drachen, Tatzelwürmer, Wiedergänger, Trolle und Co drücken sich in God of War die Klinke in die Hand.

Kontrolle im Kampf

Um die zahlreichen Feinde zu besiegen, die meistens auch in (gut gemischten!) Teams agieren und aus allen Blickwinkeln Jagd auf Kratos und Atreus machen, müssen Vater und Sohn gut zusammenarbeiten. Die Kontrolle beider Spielfiguren liegt dabei beim Spieler, der auf Knopfdruck Atreus den Befehl erteilen kann, die Ungetüme mit Pfeilen zu beschäftigen, um selbst einen Angriff aus dem Hinterhalt zu starten. Anfangs fühlt sich dies teils sehr ungewohnt und teils sogar nervig an, da Atreus vor allem in den ersten Spielstunden kein sonderlich sympathischer Charakter ist, an dem sich nicht nur Kratos, sondern auch der Spieler gewöhnen muss. Hinzu kommt, dass die Bedienung des Spiels in den Kämpfen verbesserungswürdig ist. Oft wird das Geschehen viel zu sehr aus Nähe gezeigt, sodass die Übersicht – vor allem beim Kampf gegen mehrere Feinde gleichzeitig – arg darunter leidet. In späteren Spielstunden ist dieses Manko aber kaum noch spürbar, da sich der Spieler mit den Pfeilanzeigen am unteren Bildschirmrand, die Gegnerpositionen und bevorstehende Angriffe signalisieren, arrangiert hat. Bosskämpfe sind in God of War ebenfalls wieder vorhanden, können aber nicht mit der Inszenierung früherer Serienteile mithalten. Dank der Angriffsvielfalt der Charaktere machen alle Konfrontationen dennoch sehr viel Spaß, da sich jeder Kampf anders anfühlt.

Gefangen in der Motivationsspirale

Ebenfalls häufen sich mit der Zeit auf der einen Seite für besiegte Gegner oder mehrfach ausgeführte Aktionen Erfahrungspunkte an, mit denen neue Spezialangriffe freigeschaltet werden können. Auf der anderen Seite summieren sich durchs Absuchen gesäuberter Spielabschnitte sowohl das Hacksilber in der Geldbörse als auch wertvolle Materialien. Hacksilber lässt sich bei den Zwergen wiederum in neue Ausrüstungsgegenstände investieren und zusätzlich mit Materialien verbessern. Schnell gelangt der Spieler in eine Motivationsspirale, die das Gameplay konstant bis zum Abspann fördert. Ebenso gut eingearbeitet sind die mythologischen Hintergründe, die in Gesprächen zwischen Kratos, Atreus und den Nicht-Spieler-Charakteren erörtert werden. Unverzeihlich ist jedoch, dass die Schriftgröße der einzelnen Texte im Spiel viel zu gering ausfällt. Hierbei handelt es sich um ein Problem, an dem viele Spiele seit der PlayStation-3-Ära zu nagen haben und auch den Entwicklern von God of War scheint dieser negative Umstand egal zu sein. Ein wenig Linderung verschafft die wunderschöne Optik des Spiels, denn vor allem die Gebiete voller Vegetation können es mit Grafikwundern wie Horizon: Zero Dawn aufnehmen. Akustisch untermalt der Soundtrack mitsamt den Soundeffekten die raue Atmosphäre gut. Für PlayStation-4-Besitzer ist God of War definitiv ein Pflichtkauf!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Den Entwicklern von God of War mag die Namensgebung des Spiels vielleicht nicht gelungen sein, das gute Spiel hingegen schon. Storytechnisch kann God of War über viele Spielstunden hinweg sowohl mit spannenden Momenten zwischen Kratos, Atreus und ihren Feinden und Freunden, als auch mit interessanten Hintergründen über die nordische Mythologie punkten. Hinzu kommt eine teils weitläufige und teils verschachtelte Spielwelt, die sich stark am Aufbau der Metroid-Level-Architektur orientiert, aber gerade damit punkten kann. Es macht Spaß, alle Winkel der Welt zu erkunden, an bereits besuchte Orte zurückzukehren und immer wieder neue Ausrüstung zu finden, um Kratos peu á peu zu verbessern. Gemischt wird das Abenteuer mit heftigen Kämpfen gegen abwechslungsreiche Gegnertypen, die ein befriedigendes Gefühl zurücklassen, sobald sie geschafft sind. God of War bietet zudem eine sehr hübsche Oberfläche, in die sich jeder Spieler sofort verlieben wird. Fans der Reihe dürfen, auch wenn die Bosskämpfe nicht mehr so spektakulär ausfallen wie in früheren Episoden, nahezu bedenkenlos zugreifen. Einzig und allein die verschachtelte Spielwelt könnte Action-Enthusiasten ein Dorn im Auge sein. Wer bisher noch keinen Teil der Reihe gespielt hat, kann God of War als einen sehr angenehmen Einstieg ins Franchise betrachten.

Vielen Dank an Sony Interactive Entertainment für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von God of War!

Review: Bleach (Box 2, Episoden 21-41)

In den ersten zwanzig Episoden der Anime-Serie Bleach wurden die Grundlagen für die Story gelegt. Überraschenderweise werden diese in den Folgen 21 bis 41 kaum mehr benötigt und machen so Platz für einen gänzlich neuen und ebenso unterhaltsamen Handlungsstrang.

Wer sich an den Serienauftakt erinnert, wird den Kampf gegen die Hollows noch sehr, sehr gut im Gedächtnis haben. Kurosaki Ichigo, ein gewöhnlicher Oberschüler, der über spirituelle Fähigkeiten verfügt und mit den Seelen verstorbener Menschen kommunizieren kann, traf auf die Shinigami Rukia Kukichi. Im Eifer des Gefechts musste sie ihre Kräfte gänzlich auf Ichigo übertragen, damit dieser einen der monsterähnlichen Hollows besiegen konnte. Als Shinigami stammt Rukia jedoch aus der so genannten Soul Society, einem geheimnisvollen Ort fernab der Menschenwelt – und in dieser abgeschotteten Gesellschaft gibt es bestimmte Gesetze, die penibel eingehalten werden müssen. So ist es Shinigami etwa verboten, ihre Kräfte an einen Menschen zu übertragen. Dies führte schließlich dazu, dass Rukia von ihrem Bruder Kuchiki Byakuya und dessen Vizekommandanten Abarai Renji in Karakura, einem der wichtigen Handlungsorte von Bleach, aufgespürt und schließlich aufgefordert wurde, zurückzukehren. An diese Geschichte knüpft die zweite Serienbox nahtlos an. Nach ausuferndem Training bricht Ichigo zusammen mit seinen Freunden und Verbündeten Inoue Orihime, Ishida Uryū und Sado Yasutora in die Soul Society ein, um die hilflose Rukia zu retten. Diese soll aufgrund ihrer Straftaten nämlich binnen weniger Wochen zum Tode verurteilt und hingerichtet werden.

Einbruch in die Soul Society

Nachdem in der ersten Serienbox beziehungsweise dem als erstes Kapitel bezeichneten Handlungsstrang der Haupthandlungsort der Serie die an das westliche Tōkyō angelehnte japanische Stadt Karakura war, verlagert sich das Geschehen in den vorliegenden Episoden in die – in vorherigen Folgen bereits mehrfach erwähnte – Soul Society. Diese Welt, die vor allem feudalen Strukturen unterworfen und alter japanischer und chinesischer Architektur, gepaart mit Elementen des 20. Jahrhunderts, nachempfunden ist, stellt im Grunde den Himmel dar, in dem die durch die Shinigami geläuterten Seelen gelangen und ihren Frieden finden. Ein gänzlich friedvoller Ort ist jedoch auch die Soul Society nicht, denn die Anime-Serie macht keinen Hehl daraus, den neuen Handlungsort kritisch darzustellen. So ist es den Seelen aufgrund der riesigen Gesellschaft nur sehr selten möglich, verstorbene Angehörige zu finden. Ebenso gibt es große soziale Unterschiede, sodass Adlige und arme Familien koexistieren. Zudem suggerieren einige Militärs ein fast schon totalitäres System. Es ist wirklich spannend und interessant, mit jeder weiteren Episode in das soziale System der Soul Society einzudringen. Auch der Einblick in die Vergangenheit von Rukia und Renji unterstützt die Ausarbeitung der Soul Society, die in der ersten Serienbox nur als loses Konzept im Hintergrund peu á peu aufgebaut wurde.

Einflüsse einer Weiterentwicklung

Es wäre an dieser Stelle jedoch vollkommen falsch, die zweite Serienbox beziehungsweise die 21 enthaltenen Episoden nur als eine logische Fortsetzung der vorherigen Folgen zu betrachten. Die Geschichte, die in der zweiten Serienbox aufgegriffen wird, ist viel eher eine konsequente Weiterentwicklung. So wird der Kampf gegen die Hollows gefühlt Jahre in die Vergangenheit verlagert und der Fokus vollkommen auf die Rettung von Rukia gelegt. Auf Kämpfe wird in der zweiten Serienbox beziehungsweise dem zweiten großen Kapitel der Anime-Serie aber natürlich nicht verzichtet. Bereits bevor die Freunde nach Seireitei, dem Zentrum der Soul Society, gelangen können, stellt sich ihnen ihr erster Feind in den Weg. In den darauffolgenden Episoden ist der erzähltechnische Einfluss von anderen Anime-Serien wie One Piece deutlich zu spüren. So werden die Freunde unter anderem voneinander getrennt und müssen deshalb an unterschiedlichen Orten kämpfen, bevor sie sich erst später wieder zusammenschließen. Genau wie Bleach bestimmten Einflüssen unterlegen ist, hat die Serie auch andere Anime inspiriert. Der Aufbau der Soul Society mit ihrer großen Mauer um das Zentrum herum erinnert beispielsweise an Attack on Titan. Unterm Strich lässt sich sagen, dass das zweite Episodenpaket von Bleach an die Qualität der ersten Box anknüpft und sich die Story ihrer neuen Umgebung sehr gut anpasst.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 21 bis 41 der Serie): Es kommt nur sehr, sehr selten vor, dass sich eine Anime-Serie von ihren Grundzügen verabschiedet und eine gänzlich neue Geschichte erzählt, die nichts mehr mit den einleitenden Elementen zu tun hat. Bleach ist solch eine Serie und verpasst dem als zweites Kapitel bezeichneten Handlungsstrang einen ganz neuen Anstrich. Die Story findet nun kaum mehr in einer japanischen Stadt zu Beginn des 21. Jahrhunderts statt, sondern an einem interessanten Ort, der feudalen Strukturen unterworfen ist und mit alter chinesischer und japanischer Architektur einen ganz eigenen Stil aufweist. Im Mittelpunkt der spannenden und unterhaltsamen Handlung steht die Rettung von Rukia, die passenderweise auch im Zentrum der Soul Society verwahrt wird. Bis die Charaktere dort angelangen, müssen sie einige Prüfungen und Kämpfe überstehen, die gewohnt mit viel Action und Humor unterlegt sind. Wer die ersten Episoden von Bleach bereits mochte, wird auch die 21 Folgen des zweiten Episodenpakets verschlingen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Bleach (Box 2, Episoden 21-41)!

Review: Tōkyō Ghoul: Jack & Pinto

In den Jahren 2013 und 2015 liefen die beiden Staffeln der Anime-Serie Tōkyō Ghoul im japanischen Fernsehen. Noch 2015 folgten in Japan gleich zwei Original Video Animations, die hierzulande nicht getrennt, sondern Ende 2017 zusammen auf einer Blu-ray Disc ausgeliefert wurden.

Auf dem Datenträger schlummern die beiden Original Video Animations Tōkyō Ghoul: Jack und Tōkyō Ghoul: Pinto. Erstgenannte Original Video Animation spielt im 13. Bezirk der japanischen Hauptstadt Tōkyō und beginnt mit einem Mord an einem nicht näher definierten Opfer. Zeitlich ist die Original Video Animation zwölf Jahre vor den Geschehnissen der Serie einzuordnen, sodass der spätere Ermittler Fura Taishi hier noch als Oberschüler zu sehen ist. Er wird als unruhiger Geist charakterisiert und ist dem Leistungsdruck der Schule nicht gewachsen, sodass er im Unterricht seinen Mitschüler Arima Kishō angreift. Des Weiteren stellt Taishi seine Entscheidung, sein Baseball-Training aufzugeben, in Frage. In der Nacht streift eine mit einem Kürbiskopf inklusive flammender Augen maskierte Person durch die Gassen der Metropole und tötet wahllos Menschen. Da Taishi die meiste Zeit ohnehin in der Gegend herumlungert, stoßen die beiden ungleichen Figuren aufeinander. Während des Kampfes wird Taishis Freundin Sasada Aki verletzt und sein Freund Ryō gar getötet. In jenem Moment taucht Kishō auf, um Taishi zu unterstützen. Er erklärt ihm, dass er ein Ghulermittler ist, der die Aufgabe hat, Ghule aufzuspüren und zu töten. Taishi schließt sich ihm und Minami Uruka an, um Jagd auf den als „Laterne“ bezeichneten Ghul mit dem Kürbiskopf zu machen. Die durchdachte Story wird binnen dreißig Minuten mit Wendungen und Überraschungen gut erzählt.

Beginn einer wunderbaren Freundschaft

Während Tōkyō Ghoul: Jack das alltägliche Leben mit all seinen Freuden der Arbeit als Ghulermittler mit den verbundenen Leiden gegenüberstellt, stehen in Tōkyō Ghoul: Pinto besondere Persönlichkeiten im Mittelpunkt der Erzählung. Auch diese Original Video Animation beginnt mit einem Mord: Der Ghul Tsukiyama Shū, den Fans der Serie als den „Gourmet“ kennen, tötet gleich zu Anfang der 24-minütigen Original Video Animation einen Jogger. Beim Verzehr seiner Mahlzeit wird er von der kleinen Hori Chie überrascht, die ein Foto von ihm schießt. Zwar ist Shū wütend auf sie, doch mit ihrem fröhlichen Temperament hört sie nicht auf, weitere Fotos von ihm zu schießen und so kommt es dazu, dass Shū sie nicht tötet, sich die beiden stattdessen mehr oder weniger anfreunden und schließlich in einem Café landen. Die Kommunikation fällt Shū schwer, da Chie ständig abgelenkt wird – mit der Zeit findet er jedoch mehr über sie heraus. Ihre schulischen Leistungen sinken zunehmend, da sie sich vor allem auf die Fotografie stürzt. Statt den Unterricht zu besuchen, verbringt sie ihre Zeit viel lieber unter freiem Himmel und knipst Bilder von Tieren, Pflanzen, ihrer Umwelt und natürlich von Shū. Hauptsächlich wird versucht, das Dasein der Ghule, die in ihrer Situation festgefahren sind, auf Chie zu übertragen. In dem Moment, in dem Shū sie zu einem nächtlichen Treffen einlädt, schwenkt die Handlung allerdings ein wenig ab ins Makabere.

Grandioses Doppelpack

Unter technischen Aspekten überzeugen beide Original Video Animations, da sie der Qualität der Anime-Serie in nichts nachstehen. Sämtliche Darstellungen von Gebäuden, Innenräumen und sogar zerstörten Häuserruinen mit eingeschlagenen Fenstern und am Boden liegenden Glasscherben zaubern in der Auflösung von 1080p im bildschirmfüllenden 16:9-Format ein romantisches Bild auf die Mattscheibe, das noch dazu oft mit einem malerischen Himmel unterlegt wird. Dunkle Gassen sorgen hingegen für eine undurchsichtige Kampfentwicklung, die mit schönen Effekten wie dem Wachsen von Körperteilen aus der Haut der Ghule oder das Ziehen von Waffen durch die Ermittler unterlegt werden. Hinzu kommen schöne Lichteffekte, ausgelöst durch Reklametafeln in der Nacht, dem Sonnenuntergang oder dem Mondlicht, das die Charaktere tangiert und ihre Modelle so noch viel besser mit den Umgebungen harmonieren lassen. Auf der akustischen Seite beeindrucken die beiden Original Video Animations ebenfalls, denn beide Tonspuren liegen im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 vor, was dazu führt, dass die akustische Kulisse des Sommers mit dem Zirpen der Zikaden oder in der Nacht die Sirenen von Streifenwagen das typische Stadtrauschen durchbrechen. Die Musik wird oft von melancholisch wirkenden Klavierklängen oder durch klassische Musik begleitet. Hinzu kommen zwei hervorragende Synchronfassungen auf Deutsch und Japanisch, sowie ein 16-seitiges Booklet, das die einzige Sonderausstattung des Doppelpacks darstellt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Während die erste Staffel wirklich in ihren Bann gezogen hat, hat die zweite Staffel das Problem gehabt, sich zu stark von der Manga-Vorlage zu entfernen und konnte aus diesem Grund leider nicht mehr so gut überzeugen. Das sieht bei den beiden Original Video Animations wiederum anders aus. Sowohl Tōkyō Ghoul: Jack als auch Tōkyō Ghoul: Pinto bieten jeweils eine spannende oder zumindest interessante Geschichte, die unabhängig voneinander funktionieren. So kann die Handlung des Franchises einerseits aus dem Blickwinkel der Ermittler und andererseits auch aus der Sicht der Bösewichte gut erzählt werden. Hinzu kommt, dass die technische Gestaltung der Original Video Animations der Qualität der Anime-Serie entspricht. Vor allem der Einsatz von Lichteffekten und der bewusst verwendeten Akustik machen beide Werke zu einem Genuss. Kenner der Anime-Serie oder des Mangas werden sich hier sofort heimisch fühlen und sollten unbedingt zuschlagen. Wer jedoch noch keine Erfahrung mit dem Tōkyō-Ghoul-Universum gesammelt hat, sollte sich zumindest die erste Staffel der Anime-Serie vorher anschauen, denn obwohl beide Storylines auch unabhängig von der Serie verstanden werden dürfen, können so viele beiläufige Details einfach nicht registriert werden und das haben die beiden wirklich sehr schönen Original Video Animations einfach nicht verdient.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Tōkyō Ghoul: Jack & Pinto!

Prime Time: One Piece (TV-Box 13) Unboxing

Vor einigen Tagen haben wir euch bereits die Merkmale der Episoden aus der dreizehnten Serienbox in einer Rezension bereits ausgiebig vorgestellt. Heute folgt unser Unboxing-Video zu dieser Volume, in dem euch unser Chefredakteur Eric auch ein paar weitere Merkmale zur Synchronisation und zum Bildformat erklärt. Wir wünschen euch viel Spaß!

Review: Detektiv Conan (Box 2, Episoden 35-68)

Nachdem Kazé Anime im März 2017 die erste Serienbox von der Anime-Serie Detektiv Conan veröffentlicht hatte, mussten Fans auf eine weitere Fortsetzung ihrer Lieblingsserie nicht lange warten. Schon im Juni 2017 folgte das zweite und ebenso sehenswürdige Episodenpaket.

Für den Privatdetektiv Mōri Kogorō hätte es definitiv nicht besser kommen können: Jahrelang war der ehemalige Polizist, dessen Spürsinn von seinen Kollegen meist belächelt wurde, nur bedingt erfolgreich. Als seine Tochter Mōri Ran den kleinen Jungen Edogawa Conan mit zu ihnen nach Hause brachte, änderte sich die Situation von Kogorō schlagartig. Zwar kommt es ihnen und den Menschen, die ihnen nahestehen, hin und wieder merkwürdig vor, dass Kogorō plötzlich einen Fall nach dem anderen bearbeiten und lösen kann, doch ahnt niemand, dass im Körper des Grundschülers eigentlich der siebzehnjährige Kudō Shin’ichi steckt, der noch dazu Rans Freund ist. Er wurde von mysteriösen Männern in schwarzen Anzügen geschrumpft, obwohl diese denken, ihn getötet zu haben. Um sich und Ran zu schützen, muss er seine wahre Identität geheim halten und im Verborgenen versuchen, mehr über die Männer in Schwarz herauszufinden. Damit das Unterfangen gelingt, beschließt Shin’ichi in der Rolle von Conan Kogorō unter die Arme zu greifen und ihm dabei zu helfen, mehr über die dubiosen Machenschaften zu erfahren, in die Kogorōs mal mehr und mal weniger bereitwilligen Klienten hineingezogen werden – schließlich ist es auf diesem Wege durchaus möglich, auf eine Spur zu stoßen. Während diese im Serienauftakt kaum greifbar war, gibt es diesmal ein paar Hinweise.

Verzahnte Fälle

Hauptsächlich handelt es sich bei den vorliegenden Folgen wieder um in sich abgeschlossene Episoden, die abwechslungsreiche Fälle aufwerfen, die nur selten miteinander verknüpft sind. Dennoch tauchen in späteren Folgen Charaktere auf, die bereits einmal in Erscheinung getreten sind. Beispielsweise stößt Kogorō in der 68. Episode auf seinen alten Freund Ōmura Jun, der schon in der ersten Serienbox in den Kreis der Verdächtigen gerückt ist – dieses Mal ist es ein merkwürdiges Klopfen, das Jun Nacht für Nacht wach hält. An dieser Episode ist auch der eher konstruierte Aufbau eines Falls beziehungsweise einer Episode von Detektiv Conan zu erkennen. Gerade in dem Moment, in dem sich Kogorō, Ran und Conan mit Jun unterhalten, geschieht auf der Straße ein Mord. Dieser Aufbau sollte vom Zuschauer angenommen werden, da die einzelnen Geschichten inklusive des teils waghalsigen Aufklärens der Verbrechen den Charme der Anime-Serie ausmachen. Zudem können die Geschehnisse in den Episoden so bis zur letzten Minute tatsächlich sehr gut ineinandergreifen, sodass es auch durchweg sehr spannend bleibt. Wer jedes Detail aufklaubt, wird sich schnell dabei ertappen, zusammen mit den beiden Detektiven den Fall lösen zu wollen. Da sich ein Fall – bis auf ein paar Ausnahmen – auf eine Folge beschränkt, eignet sich Detektiv Conan auch für zwischendurch. Toll!

Unter Verdacht

Obwohl die meisten Episoden für sich alleine stehen und nur selten ein (geringes) Vorwissen erwartet wird, gibt es in der zweiten Serienbox dennoch ein paar Episoden, die die nur selten spürbare Rahmenhandlung fortführen. Unter anderem tauchen auf einmal Conans vermeintliche Eltern auf, die er prompt als Mitglieder der mysteriösen Organisation enttarnen will, die für seinen geschrumpften Körper verantwortlich ist. Des Weiteren tritt Hattori Heiji in Erscheinung, der als „Detektiv des Westens“ bezeichnet wird und Shin’ichis Konkurrent ist. Er kann nicht glauben, dass Kogorō so viele Fälle gelöst hat und vermutet prompt, dass Conan hinter allem steckt. Ob es ihm gelingt, Conans wahre Identität herauszufinden, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Dennoch sollten Detektiv-Conan-Fans nicht zu viel erwarten, denn die eigentliche Handlung bleibt eher im Hintergrund und lässt den anderen Fällen sehr viel mehr Raum, sich zu entfalten. An der optischen und akustischen Gestaltung hat sich seit dem Serienauftakt nichts getan. Das Bild erstrahlt mit schönen Farben im 4:3-Format und untermalt das Geschehen mit dem typischen Soundtrack in Dolby Digital 2.0. Die deutschen Synchronsprecher verleihen ihren Charakteren, trotz ein paar Ausrutschern bei der Aussprache japanischer Begriffe, sehr viel Leben, sodass das Ansehen zu einem wahren Genuss wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 35 bis 68 der Serie): Detektiv Conan gehört zu den Anime-Serien, die zwar auf eine durchaus intelligente Rahmenhandlung setzen, sie aber nur sehr, sehr selten ausspielen. So sind auch die meisten Episoden der zweiten Serienbox in sich geschlossen und bieten nur wenig Anhaltspunkte, die in die eigentliche Geschichte mit einfließen kann. Trotzdem schaffen es die vorliegenden Folgen schon sehr viel besser, diese mit netten Details zu ergänzen, als die vorherigen 34 Episoden der ersten Serienbox. An der restlichen Gestaltung hat sich hingegen nichts verändert und das ist auch nicht schlimm. Abgesehen von den technischen Aspekten, die einzig und allein auf den Entstehungszeitraum zurückzuführen sind, kann die Serie wieder einmal mit ihrem Humor, vielen illustren Figuren und den von vorne bis hinten konstruierten Fällen punkten. Nach wie vor macht es wirklich riesigen Spaß, auch als passiver Zuschauer die Fälle zusammen mit Conan und Co zu lösen. Wer das Konzept mag, wird auch hier mit den Folgen 35 bis 68 sehr gut unterhaltet werden.  

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Detektiv Conan (Box 1, Episoden 35-68)!

Review: Brynhildr in the Darkness (Vol. 3)

In der dritten Volume von Brynhildr in the Darkness dreht sich alles um Magie, außerirdisches Leben, Freundschaft, Verführungsversuche und Labor-Experimente. Ein elementarer Bestandteil ist diesmal auch der Wunsch nach Freiheit – und allen dazugehörigen Genüssen.

Zu Beginn der achten Episode kehren Murakami Ryōta und Kazumi Schlierenzauer aus dem Tōkyōer Stadtviertel Akihabara nach einer ausschweifenden Shopping-Tour mit anschließendem Besuch in einem Maid-Café zurück. Ryōta möchte sich allerdings fürs Erste von Kuroha Neko und den anderen Magierinnen zurückziehen, um die deutschsprachigen Materialien, die sie durch die Ersatzteile aus Akihabara überhaupt erst lesen konnten, zu studieren. Aus der Ruhe wird jedoch nichts, da am späten Abend Kazumi vorbeischaut und – neben dem einen oder anderen Verführungsversuch – Ryōta beim Unterfangen unter die Arme greift. Schon am nächsten Tag gelingt es Ryōta, eine Kirche aufzuspüren, wo er nach neuen Anhaltspunkten suchen kann. Diese ist jedoch zerstört und kurz nachdem er sich bei einem Laden in der Nähe nach der Ursache erkundigt, taucht vor Ort die Polizei auf, die Ryōta verhaften will. Im Tumult tauchen auch seine Freundinnen auf, um ihn zu unterstützen. Andernorts bedauert Ryōtas Onkel Hashiratani Kogorō immer noch, dass er seinem Neffen nicht helfen und das lebensnotwendige Medikament für die Magierinnen herstellen kann. Dafür freut sich dieser über eine neue Erkenntnis, dass er tatsächlich eine Eizelle eines Außerirdischen in die Hände bekommen hat. Wer sich erinnert, wird sehr wohl noch wissen, dass Ryōtas Freundin aus Kindheitstagen, Kuroneko, quasi wegen Außerirdischen ihr Leben lassen musste.

Freunde der Freiheit

Es gibt außerhalb Ryōtas Spurensuche noch weitere Geschichten, die in Brynhildr in the Darkness erzählt werden wollen und schließlich in die Rahmenhandlung einfließen. Beispielsweise der Handlungsbogen um Nanami Tokō, die unter der Aufsicht eines Angestellten des Forschungslabors steht und für diesen Leute beeinflussen soll. Ihre Spezialfähigkeit ist das Sehen, Lesen und Manipulieren von Erinnerungen anderer Menschen. Ihr Wunsch nach Freiheit ist zwar vorhanden, doch ist sie den Wissenschaftlern im Labor ebenso hörig und versucht entsprechend Kuroha und Co aufzuspüren. Allerdings will sie die Zeit, die sie in Freiheit genießen kann, auch wie ein ganz normales Mädchen erleben und versucht, einen Tag lang keine Magie einzusetzen. Die Protagonisten der Serie versuchen währenddessen Nanami in den Straßen mit Hilfe von Kazumi aufzuspüren. Ob es den Freunden schließlich gelingen wird, Nanami auf ihre Seite zu ziehen und sie vor den Mitarbeitern des Labors auch noch beschützen zu können, wird an dieser Stelle nicht verraten. Es sei jedoch gesagt, dass die Mission nur mit Ryōtas Onkel Hashiratani Kogorōs Eingriff erst erfolgreich sein kann. Nach wie vor gelingt es den Köpfen hinter dem Projekt, die facettenreiche Geschichte stets spannend und unterhaltsam zu erzählen. Das heißt, dass sich ernste Themen mehr als nur einmal mit humorvollen Szenen abwechseln, was der Anime-Serie definitiv und durchgehend gut tut.

Humor mit Sexappeal

Der Humor der Serie nutzt an allen erdenklichen Stellen, an denen das Leben der Charaktere einmal nicht bedroht wird, alle Möglichkeiten, um auf Perversionen hinzuweisen. Kazumi droht Ryōta beispielsweise damit, seine sexuellen Vorlieben allen anderen preiszugeben, wenn er nicht ihre Brüste berührt. In anderen Szenen explodiert Kuroha förmlich, wenn Kazumi wieder einmal mit Ryōta flirtet. Die Themen Liebe und Sexualität lockern die Geschichte auf und machen die zwischenmenschlichen Beziehungen unter den Charakteren wesentlich glaubhafter. Das war in den vorherigen beiden Volumes zwar genauso, doch ist es sehr erfreulich, dass das Animationsstudio Arms die Qualität in jeder einzelnen Episode halten kann. Allerdings gilt dies auch für die weniger schönen Aspekte, denn während sowohl die Hintergründe als auch die Charaktere selbst wirklich schön und detailreich gestaltet sind, fallen die Animationen ein wenig aus dem Rahmen. Hier wäre mehr möglich gewesen. Beim Soundtrack gibt es ebenso keine Veränderungen: Sämtliche Szenen werden je nach Stimmung mit heiteren oder düsteren Klängen unterlegt. Wer auf Bonusmaterial gehofft hat, wird enttäuscht. Auf dem Datenträger befindet sich kein digitales Material und laut Herstellerangaben auf der Webseite darf man sich auch auf physisches Material leider nicht freuen. Immerhin bietet die zehnte Episode ein neues Opening, über das sich Fans der Serie möglicherweise auch freuen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Brynhildr in the Darkness macht auch in der dritten Ausgabe genauso viel richtig wie in den vorherigen beiden Volumes. Die Handlung ist nach wie vor spannend erzählt und bietet gleich so verschiedene Facetten, die dafür sorgen, dass einem tatsächlich nie langweilig wird. Während andere Anime-Serien immer und immer wieder auf einem Element herumkauen, bis es auch der letzte Zuschauer verstanden hat, bietet Brynhildr in the Darkness fast schon mit jeder Szene etwas Neues. Hinzu kommt Humor, der jede erdenkliche Situation nutzt, um mit Anspielungen auf weibliche Körperteile oder den Liebesakt selbst jedem Zuschauer ein Schmunzeln ins Gesicht zu zaubern. Jetzt ist nur noch zu hoffen, dass die vierte und leider auch schon letzte Volume der Anime-Serie die Geschichte zu einem runden Ende führt. Daran scheitern, wenn auch gewollt, nämlich viele andere Anime und Brynhildr in the Darkness kann dieses Ende getrost erspart bleiben, um für immer im Gedächtnis bleiben zu können.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Brynhildr in the Darkness (Vol. 3)!

Review: One Piece Box 13 (Episoden 391-421)

Wem die mehr oder weniger langen Abenteuer der Strohhut-Piraten ein wenig zu viel geworden sind, darf sich jetzt über viele kleinere Geschichten freuen, die parallel voneinander stattfinden und zudem noch ernste Themen anreißen, die auch in der Realität von Bedeutung sind.

Am Ende der Episoden in der zwölften Serienbox standen die Strohhüte vor einem Problem – vor ihnen lag die Redline, die die Weiterfahrt auf der Grandline verhinderte. Über die Redline zu klettern und sich auf der anderen Seite ein neues Schiff zu gönnen, kommt für die Piraten selbstverständlich nicht in Frage. Aus diesem Grund entschließen sich Ruffy und Co, ihrem ehemaligen Feind und neuen Freund Okta Vertrauen zu schenken und mit ihm zum Sabaody-Archipel zu segeln. Dort soll es Schiffshandwerker geben, die einen Kahn mit einem gewissen Material beschichten können, sodass es auch ins Meer abtauchen kann. Da die Protagonisten so oder so gerne die Fischmenscheninsel, die tausende Meter unter der Meeresoberfläche liegt, besuchen wollen, nehmen sie das Angebot gerne an. Auf den miteinander verbundenen Inseln des Sabaody-Archipels müssen sie jedoch lernen, dass sie schon fast im anderen Teil der Welt sind, da hier ein wesentlich rauerer Ton herrscht als auf den Inseln, die sie auf der Grandline bereits erkundet haben. Über allen Menschen stehen hier die Himmelsdrachen-Menschen, die Nachfahren der Gründer der Weltregierung sind und mit eiserner Hand regieren. Willkürlich werden Menschen auf dem Archipel unterdrückt, Fischmenschen aufs Äußerste diskriminiert und andere Lebewesen wie Riesen oder Meerjungfrauen als Sklaven auf Auktionen verkauft.

Übermächtige Feinde

Letzteres Schicksal trifft im ersten Handlungsstrang der vorliegenden Episoden ihre jüngste Freundin Kamy. Von Menschenhändlern entführt, soll die Nixe auf einer Auktion an den Meistbietenden verhökert werden. Als die Strohhüte davon Wind bekommen, machen sie sich unverzüglich zum Auktionshaus auf und wollen ihren ganzen Schatz opfern, um Kamy vor ihrem düsteren Schicksal zu bewahren. Die Strohhüte haben allerdings nicht die Rechnung mit den Himmelsdrachen-Menschen, die auch als Weltaristokraten bezeichnet werden, gemacht. Sankt Charlos bietet gleich das Anderthalbfache, was die Strohhüte aufbringen können. Gutmensch Ruffy kann nicht tatenlos zu sehen und attackiert trotz Oktas Warnung den Weltaristokraten und zieht damit den ganzen Zorn der Marine auf sich: Bei einem Angriff auf einen Himmelsdrachen-Menschen muss diese nämlich sofort eingreifen. Dummerweise taucht nicht nur die Admiralität auf dem Sabaody-Archipel auf, sondern zu allem Ärgernis auch noch Bartholomäus Bär. Auf Thriller Bark sind die Strohhüte diesem Samurai der Meere nur knapp entkommen und jetzt stellt sich ihnen nicht nur ein Bartholomäus Bär in den Weg, sondern auch noch ein paar Klone des Cyborgs. Während diese nur mit starken Angriffen auf die Piraten losgehen, kann das Original nach wie vor seine Opfer einfach an andere Orte teleportieren.

Abschied und neuer Anfang

Wie die Helden aus dieser aussichtlosen Situation herauskommen, sollte jeder Zuschauer mit eigenen Augen erleben. Dadurch, dass sehr viele Handlungsstränge in den vorliegenden Folgen parallel voneinander stattfinden, bleibt es nicht nur spannend, sondern zudem auch noch abwechslungsreich. Viel wichtiger ist dabei sogar, dass sich die Serie auf einmal viel erwachsener anfühlt. One Piece schlägt in der dreizehnten Serienbox ganz neue Seiten auf und beschäftigt sich mit ernsten Themen, die auch in der Realität leider immer noch diskutiert werden müssen. Sklaverei, Diskriminierung, soziale Ausgrenzung und Menschenhandel zeigen in einer bewusst dosierten Form sinnbildlich, welche Probleme in manchen Teilen unserer Erde und in Winkeln der Welt von One Piece noch vorhanden sind. Erwähnenswert an der Veröffentlichung dieser Serienbox ist, dass nach der 400. Episode jahrelang keine deutsche Synchronisation angefertigt wurde. Leider sind die Sprecher Reinhard Brock als Erzähler und Philipp Brammer als Stimme von Zorro zwischenzeitlich verstorben, sodass Andreas Wilde und Uwe Thomsen diese beiden Rollen übernahmen. Während dies absolut verständlich ist und Thomsens Stimme sogar nahe am Vorgänger ist, ist es unerklärlich, warum bei den weiteren Folgen in den 2010er Jahren ebenfalls am 4:3-Format festgehalten wird, obwohl die Originalfassung seit der 207. Episode in Japan im zukunftsweisenden 16:9-Format ausgestrahlt wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 391 bis 421 der Serie): Nachdem in den letzten Handlungssträngen vor allem längere Erzählstrecken den Ton von One Piece angaben, sind es in den vorliegenden Episoden der mittlerweile dreizehnten Serienbox eher kleinere beziehungsweise überschaubare Geschichten, die dem Zuschauer serviert werden. Das ist jedoch absolut nicht schlimm, denn da vor allem in der zweiten Hälfte des Episodenpakets von einem Ort zum anderen gesprungen wird, bietet dies genügend Raum, um die Story aus verschiedenen Blickwinkeln zu genießen. Wirklich hervorragend ist dabei, dass sich die Anime-Serie in diesen Episoden noch ein wenig erwachsener anfühlt, da ernste Themen wie Diskriminierung, Rassismus oder Sklaverei mit Bedacht behandelt werden. Der Humor kommt trotz sehr ernster Angelegenheiten, die bei einer Figur möglicherweise sogar zum Tode führen kann, dennoch zur Geltung. So muss sich Ruffy unterbewusst mit den Themen Liebe und Sexualität auseinandersetzen, obwohl dies eher Bereiche sind, die Sanji zugeschrieben werden können. Dennoch gibt es Kritik, die bei der dreizehnten Serienbox sehr wohl angebracht ist. So ist es unverständlich, warum die Folgen ab der 401. Episode noch im 4:3-Bildformat und noch dazu mit ärgerlichen schwarzen Balken am unteren und oberen Bildschirmrand vorliegen. Bis auf diesen Umstand und zwei (überspringbare) Filler-Episoden, die mal wieder nichts mit der eigentlichen Handlung zu tun haben, ist aber auch die dreizehnte Box empfehlenswert!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Piece: Box 13 (Episoden 391-421)!

Prime Time: Bleach (Box 1, Unboxing)

Die Anime-Serie Bleach ist zwar vor einiger Zeit bereits schon auf DVD erschienen, doch konnten wir unsere Rezension erst vor einigen Tagen tätigen. In unserem Unboxing-Video möchten wir unser Review dahingehend ergänzen und euch die optischen und haptischen Merkmale vorzustellen. Viel Vergnügen!

Review: A Silent Voice – The Movie

In so gut wie jedem Film versteckt sich eine unterschwellige Botschaft; manchmal wird sogar auf eine ernste Thematik deutlich mit dem Fingerzeig hingewiesen. Sich mit einem solchen Thema auseinanderzusetzen und dabei einen langsamen Erzählstil in Kauf zu nehmen, trauen sich jedoch nur wenige Werke.

Beim Anime-Film A Silent Voice: The Movie aus dem Jahr 2016 handelt es sich um solch ein Werk, dem sogar eine pädagogische und sozialkritische Wirkung nachgesagt werden darf. Der Film stellt ein hörbehindertes Mädchen in den Mittelpunkt der Handlung, um die Situation von schwerhörigen bis gehörlosen Personen zu umschreiben. Ausgangspunkt der Geschichte, die sich circa 130 Minuten lang eher ruhig entfalten kann, ist die Versetzung von Nishimiya Shōko in die sechste Klasse einer Grundschule. Als neue Schülerin (und auch als neuer Schüler) ist es in Japan gang und gäbe, dass sich diese(r) seinen neuen Mitschülern vorstellt. Aufgrund ihrer Hörbehinderung fällt es Shōko logischerweise auch schwer, sich mit Worten auszudrücken. Aufgrund dessen hat sie auf einem Notizblock Sätze vorgefertigt, die sie ihren neuen Klassenkameraden zeigt. Obwohl zum Teil Freude unter den Kindern aufkommt, Shōko kennenzulernen, wird dieses Gefühl mit jedem weiteren Tag aufs Neue auf die Probe gestellt. Manchen Kindern fällt es schwer, sich mit ihrer Behinderung auseinanderzusetzen und selbst die Lehrer scheinen mit der Situation sehr wohl überfordert zu sein. Von der Schule wird zwar versucht, den Kindern die Zeichensprache beizubringen, doch ist dies die letzte und einzige pädagogische Maßnahme, die ergriffen wird, um den Zusammenhalt in der Klasse zu stärken: Beeindruckende und erschreckende Kritik!

Folgen von Mobbing

Obwohl Dreh- und Angelpunkt von A Silent Voice unumstößlich Shōko mit ihrem Handicap ist, ist der tatsächliche Hauptcharakter jedoch Ishida Shōya. Dieser ist ebenfalls ein Grundschüler in ihrer Klasse und ist der Auffassung, dass Shōko ein Individuum ist, das nicht in ihre Klasse passt. Deshalb beginnt er, sie zu ärgern und zu triezen. Zum Teil überschreiten seine Taten die Grenze zum Mobbing, was schließlich dazu führt, dass Shōko nach einiger Zeit wieder die Schule wechseln muss. Allerdings sorgt dieser Fall für einen harten Schnitt in der Gemeinschaft von Shōyas Klasse. Nun wenden sich seine einstigen Freunde gegen ihn, was für den Rest der Handlung nicht unerheblich ist. Während die ersten Szenen des Films die zeitliche Abfolge der Geschehnisse teilweise durcheinanderwürfeln, sind die Szenen nach einem circa fünfjährigen Zeitsprung stringent chronologischen geordnet. Mittlerweile besuchen Shōko und Shōya die Oberschule und begegnen sich dort zufällig wieder. Zunächst versucht Shōko dem einstigen Fiesling zwar aus dem Weg zu gehen, doch mit der Zeit wachsen die beiden durch Gespräche und Verabredungen zusammen. Diese konträre Gegenüberstellung der Tatsachen kann ebenso auf die anderen Freundschaften aus ihrer Kindheit übertragen werden, da auch diese Charaktere wieder auftreten und wesentlich mehr Akzeptanz als früher aufbringen.

Dreidimensionale Charaktere

Trotzdem kann Geschehenes nicht ungesagt gemacht werden, sodass sich A Silent Voice auf einer sehr erwachsenen Ebene mit den Themen Mobbing, Erwachsenwerden und sogar zwei Suizidversuchen von zwei unterschiedlichen Charakteren auseinandersetzt. Positiv ist auch hervorzuheben, dass die Persönlichkeiten der Akteure verschiedene Facetten aufweisen. Es sind dreidimensionale Charaktere und nur die allerwenigsten Figuren sind Stereotypen. Auch in puncto Stilmittel unterscheidet sich der Film von anderen Werken in einem Punkt deutlich. Um eine Differenz zu Personen darzustellen, mit denen Shōya nicht befreundet sein kann oder an die er sich schlichtweg nicht mehr erinnern kann, werden Kreuze über die Gesichter gelegt. Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist dies schon, wenn auch nur in sehr wenigen Szenen wirklich zu spüren. Viel eher fallen da schon die weniger schönen Unschärfe-Effekte auf, die selbst im Vordergrund der nahezu plastischen Umgebungen zu erkennen sind. Das ist überraschend, da es wirklich erstaunlich ist, wie gut das Produktionsteam Realaufnahmen gemacht und im Anime verwertet hat. Hinzu kommen schöne Lichteffekte und recht flüssige Animationen. Die deutsche Synchronisation ist wie der japanische Originalton gut gelungen, insbesondere Jill Schulz als Sprecherin verleiht der hörbehinderten Shōko mit Würde ihre Stimme. So geht der Film mit der Thematik auch in der deutschen Fassung mit Sachverstand und Respekt vor den Menschen um, die tagtäglich mit solch einer Behinderung leben müssen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): A Silent Voice: The Movie ist ein Film, der es weitgehend gut geschafft hat, eine siebenteilige Manga-Reihe in einem abendfüllenden Film zusammenzufassen. Mit der erwachsenen und pädagogisch wertvollen Handlung geht das Werk von Regisseurin Yamada Naoko aus einem angemessenen Blickwinkel mit der Thematik um und zeigt zum Teil sogar mit unkonventionellen Mitteln, welche Missstände in der Gesellschaft zum Teil immer noch vorliegen. Hinzu kommen dreidimensionale Charaktere, die in anderen Anime-Filmen so nicht funktionieren würden. Es ist ein Film, der sich nicht nur an Zuschauer im Teenager-Alter, sondern auch an Erwachsene richtet. Das liegt vor allem am langsamen Erzählstil, der jeder Szene und jeder Situation genau so viel Zeit zum Entfalten und zum Atmen lässt, wie viel sie auch benötigt. Dies gelingt dem Film sowohl im japanischen Originalton, als auch mit der würdevollen deutschen Synchronisation. Wer sich auf einen etwas anderen Anime-Film einlassen oder sich sogar mit der Thematik etwas tiefgründiger beschäftigen will, sollte bei A Silent Voice unbedingt einen Blick riskieren. Anime-Fans, die in erster Linie nur auf der Suche nach Unterhaltung sind, schauen sich nach Alternativen um.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von A Silent Voice: The Movie!