Review: Attack on Titan (Vol. 4)

Attack on Titan ist in der dritten Volume Erens Ziel, das Geheimnis des Kellers seines Elternhauses zu lüften, ein gutes Stück nähergekommen. Diesem Unterfangen machte allerdings ein neuer Feind einen Strich durch die Rechnung – nun muss dieser zunächst bekämpft werden.

Am Ende der dritten Volume ist es dem Aufklärungstrupp überraschend gelungen, den plötzlich aufgetauchten und so genannten weiblichen Titanen zu fangen. Obwohl Hauptgefreiter Levi Ackermann und Kommandant Erwin Smith überzeugt sind, dass sie die Situation unter Kontrolle haben, eskaliert diese nur wenige Augenblicke später. In völliger Selbstüberschätzung erklärt Levi dem weiblichen Titanen, dass er sich bewusst ist, dass ein ihn kontrollierendes menschliches Wesen in ihm steckt und er diesem Menschen alle Gliedmaßen abtrennen will. Daraufhin stößt der weibliche Titan einen dermaßen lauten Schrei aus, dass sämtliche Titanen der Umgebung angelockt werden und dafür sorgen, dass der weibliche Titan peu á peu aufgefressen wird, der Mensch in ihm entkommen und in seiner natürlichen Form weiter Jagd auf Eren Jäger machen kann. Dieser ist auf Geheiß von Levi weiterhin unterwegs mit anderen Mitgliedern des Aufklärungstrupps, um aus dem Wald zu verschwinden und das Ziel, zur Mauer Maria vorzudringen, zu verfolgen. Dadurch, dass die Flucht ihres Gegenspielers ihr Unterfangen torpediert, werden Eren und die anderen in einen Kampf verwickelt, der darin gipfelt, dass er sich entscheiden muss, ob er seinen Kollegen blind vertraut und auf ihren Wunsch hin nicht eingreift oder er sich in einen Titanen verwandelt, um sie zu unterstützen.

Spannung bis zur letzten Minute

In der vierten Volume erhalten Entscheidungen eine ganz neue Bedeutung. Schon in den Folgen der dritten Ausgabe hat Levi geäußert, dass es keine richtigen oder falschen Entscheidungen bezüglich Erens Verwandlungsfähigkeit gibt. Durch Bekanntwerden der wahren Bedrohung betrifft es allerdings auf einen Schlag den ganzen Aufklärungstrupp, wie sich Eren und einzelne Individuen bei verschiedenen Wahlmöglichkeiten in der Ereigniskette entscheiden. Neben dem Wald mit den riesigen Bäumen und der Ebene zwischen diesem und dem abgeschirmten Bereich hinter der Mauer Rose gibt es in der abschließenden Volume der ersten Staffel einen weiteren Handlungsort. Dieser umfasst den Bezirk Stohess, sodass schlussendlich auch die Militärpolizei durchleuchtet werden kann. Das Finale zu beschreiben würde an dieser Stelle aber nur mit Spoilern möglich sein, weshalb wir nur so viel verraten, dass die Identität von Erens Gegenspieler aufgedeckt werden kann und die Handlung zumindest halbwegs zu einem gelungenen Abschluss geführt werden kann. In puncto Spannung gelingt es Wit Studio, dem Animationsstudio der Anime-Serie, wunderbar, das Geschehen aus der Manga-Vorlage in animierte Bilder zu übertragen und bis zur letzten Minute zu begeistern. Obwohl das offene Ende Lust auf mehr macht, kann man sich nach dem Ansehen zurücklehnen.

Gelungener Staffel-Abschluss

Unserer Erfahrung nach gelingt es nur sehr wenigen Anime-Serien, bei einem offenen Ende zum einen die Spannung bis zur letzten Minute aufrechtzuerhalten und zum anderen, zugleich ausreichend Antworten zu liefern und neue Fragen aufzuwerfen. Wir sind definitiv sehr gespannt darauf, wie es mit der Serienhandlung weitergeht. Ebenfalls genüsslich bis zum Ende haben wir jedes einzelne Bild verschlungen, da man bis zuletzt an den wunderbaren Animationen, dem markanten Zeichenstil und der schönen Optik festgehalten hat. Ähnliches gilt auch für den Soundtrack der Serie, der wirklich fantastisch jede einzelne Szene unterlegt. Es war uns nicht möglich, hier das Haar in der Suppe zu finden – selbst die Lüftung der Identität des vermeintlichen Bösewichts ist gleichermaßen offensichtlich, als auch geschickt umgesetzt, dass man es zwar hätte kommen sehen müssen, man aber in keinem einzelnen Moment daran gedacht hat. In puncto Bonusmaterial fährt man dasselbe Hauptprogramm wie in den drei Volumes zuvor ab – mit dem Unterschied, dass ein Special vom Youtube-Kanal Ninotaku auf der Blu-ray Disc vorliegt. Hier erhalten wir leichte Einblicke in die Synchronisation mit den deutschen Sprechern. Fans der deutschen Fassung wird das freuen, doch wer den japanischen Originalton bevorzugt, hätte sich lieber Specials mit den japanischen Sprechern gewünscht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem ich nun die letzten Episoden der ersten Staffel von Attack on Titan gesehen habe, will ich mehr – viel mehr! Die Anime-Serie gehört für mich definitiv zum Besten, was ich seit langer Zeit gesehen habe. Das Universum ist facettenreich gestaltet, bietet mit vielseitigen Charakteren jede Menge Spielraum für zwischenmenschliche Beziehungen und überrascht im Handlungsverlauf mit zahlreichen Wendungen und cleveren Ideen. Hinzu kommt ein markanter Zeichenstil mit einem ebenso fantastischen Soundtrack, der das Ansehen jeder einzelnen Szene zum Genuss macht. Kaum hat man eine Episode zu Ende gesehen, will man sich auch schon aus Reflex die nächste Folge ansehen – und das immer und immer wieder. Nur selten habe ich bei einer Anime-Serie den Wunsch, sie regelrecht zu verschlingen. Entsprechend lässt sich an diesem Punkt abschließend sagen, dass ich jedem einzelnen Anime-Fan Attack on Titan nahelegen kann. Die Serie ist einfach nur großartig und gehört absolut zu den besten Anime aller Zeiten!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Attack on Titan (Vol. 4)!

Prime Time: Fairy Tail – Box 1 (Unboxing)

Publisher Kazé Anime hat Fairy Tail nun endlich auch in Deutschland veröffentlicht. Unser Chefredakteur hat sich die erste Volume der Serie angeschaut und seine Erkenntnisse in einem Review festgehalten. Passend dazu möchten wir euch heute auch das Unboxing-Video präsentieren – in diesem geht Eric auf die haptischen, optischen und physischen Vorzüge der ersten Serienbox ein. Wir wünschen euch viel Vergnügen!

Review: Fairy Tail (Box 1, Episoden 1-24)

Nachdem bekannt wurde, dass sich Kazé Anime die Lizenz von Fairy Tail für den deutschsprachigen Raum geschnappt hat, haben sich Fans auf die Veröffentlichung der Serie gefreut. Die erste von hoffentlich vielen weiteren Volumes begeistert uns zumindest fast durchgehend.

Im Königreich Fiore ist Magie etwas Alltägliches, denn im ganzen Land gibt es verschiedene Gilden, in denen Magier ausgebildet werden. Natsu Dragneel, ein Magier der titelgebenden Gilde Fairy Tail, verschlägt es zu Beginn der Anime-Serie zusammen mit seiner fliegenden blauen Katze Happy in die Stadt Hargeon, in der Zauberei nicht an der Tagesordnung steht. Entsprechend selten und besonders sind die wenigen Magier, die sich ins verschlafene Städtchen verirren. Zur selben Zeit begibt sich auch die Stellarmagierin Lucy Heartfilia nach Hargeon, da sie auf der Suche nach dem Feuermagier Salamander ist. Auf dem hiesigen Marktplatz macht sie dessen Bekanntschaft: Er bietet ihr an, sich ihm und somit der Gilde Fairy Tail anzuschließen. Da allerdings Natsu der wahre Feuermagier Salamander ist, darf dieser es natürlich nicht gestatten, dass sein Name und der Ruf der Magiergilde in den Schmutz gezogen werden. Zu viele Worte wollen wir über die Geschehnisse in der ersten Episode allerdings nicht verlieren – über kurz oder lang schweißen Natsu, Happy und Lucy jedoch zu einem unschlagbaren Team zusammen, das in der Serienhandlung ein Abenteuer nach dem anderen erlebt. Durch die kleineren Abenteuer in der ersten Serienbox bleibt so sehr viel Spielraum für Charakterentwicklung und Hintergründe, aber kaum Platz für eine stringente Geschichte.

Illustre Runde

Obwohl die ersten 24 Episoden, die jeweils eine ungefähre Laufzeit von 25 Minuten haben, mehrere Handlungsstränge aufgreifen, sind diese kleineren Abenteuer dennoch recht unterhaltsam. Zudem kann man die kurzen Geschichten der Serie schnell verzeihen, da die illustren Figuren mit ihren komplexen zwischenmenschlichen Beziehungen erst einmal aufgenommen werden müssen. Das geht sogar soweit, dass wie bei One Piece mehrmals auf die Kindheit der verschiedenen Charaktere eingegangen und in epischer Breite erzählt wird. Natsu wird in der Regel als stets motivierter und für das Gute einsetzender Feuermagier, der sowohl Flammen zum Frühstück verspeist, als auch Glut spucken kann, vorgestellt. Allerdings lassen manche seiner Aussagen an seiner Intelligenz zweifeln – im krassen Gegensatz dazu steht Lucy, die mit ehrlichen Ratschlägen ihre neuen Freunde unterstützt. Der alltägliche Wahnsinn der Gilde Fairy Tail macht allerdings auch vor ihr keinen Halt und so lässt sie sich gerne auch mal zu Natsus verrückten Ideen überreden. Mit der Zeit vergrößert sich die Truppe um zwei weitere Figuren. Da wäre zum einen der Eismagier Gray Fullbuster, der sich mit seinem Rivalen Natsu regelmäßig streiten muss und zudem den Drang hat, sich zu entkleiden. Zum anderen gibt es noch die hübsche Magiern Erza Scarlet, vor der jedes Mitglied der Gilde aus Angst zittert.

Übertriebener Humor

Anhand dieser Charaktere lässt sich nicht von der Hand weisen, dass Fairy Tail in so gut wie jeder Szene versucht, witzig zu sein. Dies gelingt der Anime-Serie auch weitgehend. Während durch die geschickte Betonung der Synchronsprecher in der japanischen Fassung absolut kein Auge trocken bleibt, kann die Serie allerdings auch in der deutschen Version punkten. Julius Jellinek und besonders seinen Kolleginnen Lina Rabea Mohr und Charlotte Uhlig gelingt es, ihren Charakteren reichlich japanischen Charme einzuhauchen. Nur manchmal hatten wir das Gefühl, dass man auf den einen oder anderen Gag hätte verzichten können – weniger ist bekanntlich oft mehr. Wer jedoch Serien wie One Piece oder Dragon Ball Z Kai mag, wird mit dem Humor von Fairy Tail schnell konform gehen. One Piece ist in diesem Zusammenhang ein gutes Stichwort, denn Mashima Hiro, dem Zeichner der Manga-Vorlage, wird aufgrund des Zeichenstils von Fairy Tail oft nachgesagt, er sei einmal Oda Eiichirōs Assistent gewesen. Dies ist zwar nicht der Fall, doch die Ähnlichkeiten zu Odas Zeichenstils sind nicht von der Hand zu weisen. Aufgrund des unterschiedlichen Settings, auf der einen Seite Piraten, auf der anderen Seite Magier, hat Fairy Tail jedoch reichlich Alleinstellungsmerkmale vorzuweisen, denen man als Fan von Anime-Serien mit mystischen Inhalten eine Chance geben sollte.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Sehr habe ich mich darüber gefreut, dass die Anime-Umsetzung von Fairy Tail endlich auch in Deutschland veröffentlicht wurde. Aufgrund von Zeitmangel habe ich es nämlich nie geschafft, mir die von Freunden oft gelobte Manga-Vorlage anzuschauen. Die ersten 24 Episoden haben mir von Fairy Tail ein gutes Bild gegeben, was ich von der Anime-Serie erwarten darf. Das sind in erster Linie überschaubare sowie spannende Geschichten und übertriebene Witze, die meistens hervorragend miteinander harmonieren. Schade finde ich in diesem Zusammenhang nur, dass die ersten Folgen in meinen Augen sich zu sehr mit den Charakteren beschäftigen und so quasi nur ein Abenteuer nach dem anderen abgehandelt wird. Da es sich jedoch hierbei nur um die ersten Episoden einer sehr langen Geschichte handelt, drücke ich gerne noch ein Auge zu – schließlich müssen nicht nur die Figuren, sondern auch das Universum Stück für Stück erläutert werden. Ich bin aber zuversichtlich, dass sich dies noch ändern kann und entsprechend schon sehr gespannt darauf, wie sich Fairy Tail in den nächsten Folgen entwickeln wird!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Fairy Tail (Box 1, Episoden 1-24)!

Prime Time: Fire Emblem Warriors – Limited Edition (Unboxing)

Am 20. Oktober 2017 erschien in Europa das Spiel Fire Emblem Warriors für die Nintendo Switch. Unser Chefredakteur Eric hat sich die Limited Edition vorbestellt und verrät euch, ob der Verkaufspreis von circa 75 Euro für diese Ausgabe gerechtfertigt ist. Wir wünschen euch viel Spaß beim Konsumieren!

Prime Time: Dragon Ball Z Kai (TV-Serie, Box 3) (Unboxing)

Vor einigen Tagen haben wir im Rahmen eines Reviews die dritte Volume von Dragon Ball Z Kai vorgestellt. Heute möchten wir euch in Form eines Unboxing-Videos die phystischen Vorteile der dritten Serienbox präsentieren. Wir wünschen euch viel Spaß beim Anschauen unseres Videos!

Prime Time: Elex – Collector’s Edition (Unboxing)

Am 17. Oktober 2017 erschien das Spiel Elex in Deutschland. Unser Chefredakteur, großer Fan des Entwicklerstudios Piranha Bytes, hat sich die teure Collector’s Edition gekauft und stellt sie euch heute in unserem Unboxing-Video vor. Ob diese Edition ihren hohen Verkaufspreis rechtfertigt, verrät euch Eric im Video. Wir wünschen euch gute Unterhaltung!

Review: Chrono Crusade

Chrono Crusade hat die Fans nach Ausstrahlung des Animes im Jahr 2003 gespalten. Die einen bezeichnen die Serie durchaus als unterhaltsames Popcornkino und die anderen raten eher dazu, sich viel lieber die Manga-Vorlage anzuschauen. Wir schließen uns letzterer Gruppe an.

Mit den echten Magdalenerinnen hat der Magalena-Orden in Chrono Cross zwar nichts zu tun, doch hindert das die Anime-Serie nicht daran, diese als Vorlage zu nutzen, um die Geschichte ins Rollen zu bringen. Die Nonnen schützen die Menschheit vor Dämonen, wobei die Serie zeitlich in den 1920er Jahren angesiedelt ist und überwiegend in den Vereinigten Staaten von Amerika, genauer gesagt im Bundesstaat New York, spielt. Später ist unter anderem auch ein Ausflug nach Kalifornien beziehungsweise San Francisco Teil der Handlung. Im Mittelpunkt dieser steht die Ordenskriegerin Rosette Christopher, die zusammen mit dem Teufel Chrono auf Dämonenjagd geht. Das ungleiche Paar sorgt trotz vorzeigbarer Erfolge für reichlich Chaos, sodass Rosette nicht selten Schelte von der Obrigkeit erhält. Dieser Handlungsverlauf wiederholt sich mehrmals, bis der Anime ungefähr ab der Serienhälfte ein wenig eigenständiger wird und den Fokus auf die zwischenmenschlichen Beziehungen und das Konkurrenzdenken zwischen der Juwelenhexe Satella Harvenheit und Rosette legt, sowie die Suche nach deren Bruder vertieft. Eingewoben ist die Serie in einen größeren und sogar religiösen Kontext, in der es um die Wiedergeburten der sieben Apostel geht, die Wunder bewirken können. Wie genau das zusammenhängt, müsst ihr durch das Anschauen jedoch selbst herausfinden.

Ein Fall von Gegensätzen

Um das Universum, in dem die Serie angesiedelt ist, glaubhafter beziehungsweise nachvollziehbarer zu machen, hat man kurze Bonus-Episoden auf die Discs gepackt, die Einzelheiten der 1920er Jahre und des christlichen Glaubens charmant erklären. Unter technischen Gesichtspunkten kann Chrono Crusade aber nicht ganz glänzen. Das hat vor allem mit dem Stil der Anime-Serie zu tun. So gut wie jeder der zahlreichen Hintergründe, der im 4:3-Bildformat (1,33:1) in der Auflösung von 1080p erstrahlt, ist in dunkle beziehungsweise triste Farben gehüllt. Das passt sehr gut zum dargestellten Zeitabschnitt der Geschichte und dies alleine wäre an sich zwar noch kein Problem, doch auch die Nebenfiguren werden ähnlich melancholisch gezeigt. Im krassen Gegensatz dazu werden die Hauptfiguren meist mit hellen Farben dargestellt, sodass diese häufig aus der Gesamtmasse unschön herausstechen. Einzig und allein in nächtlichen Szenen verblasst auch der Glanz der Protagonisten, sodass Chrono Crusade nur dann ein stimmiges Gesamtbild ergibt. Hier hätten wir von Animationsstudio Gonzo definitiv mehr erwartet. Dafür kann uns der Soundtrack von Itō Masumi, der nicht selten auf gut abgestimmte Klavierklänge zurückgreift, überzeugen. So bleiben uns die Szenen, die wichtig für die zwischenmenschlichen Beziehungen der Charaktere sind, besonders in Erinnerung.

Problematische Synchronisation

Beide Tonspuren liegen im Format DTS-HD Master Audio 5.1 vor, sodass die Musik klar und deutlich aus den Lautsprechern unseres Wiedergabegeräts ertönt. In puncto Synchronisation möchten wir allerdings unbedingt zum Originalton raten. In dieser ist beispielsweise die leider bereits verstorbene Kawakami Tomoko in der Rolle von Rosette zu hören. Videospieler kennen sie möglicherweise als Stimme von Aika aus dem Rollenspiel Skies of Arcadia. Ishida Akira, der in Fate/Zero Uryū Ryūnosuke gesprochen hat, ist ebenfalls mit von der Partie und spricht Chrono. Die deutsche Synchronfassung ist zwar in Ordnung, doch sind einige Stimmen wie die von Marie-Luise Schramm trotz passender Betonungen auf Dauer anstrengend. Immerhin können viele Nebenfiguren mit bekannten Sprechern punkten. Karl Schulz, den die meisten als markante Stimme von Muten Rōshi aus Dragon Ball Z oder Jet Black aus Cowboy Bebop kennen, ist als Wissenschaftler Edward Hamilton zu hören. Tilo Schmitz, der wohl am ehesten als deutsche Stimme von Teal’c aus Stargate bekannt ist, spricht in Chrono Crusade Ricardo Hendric. Die Popularität der Sprecher täuscht jedoch nicht darüber hinweg, dass die japanische Sprachausgabe dynamischer wirkt. Hinzuschaltbare deutsche Untertitel helfen allen Zuschauern, die des Japanischen nicht mächtig sind, beim Verstehen des Gesprochenen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Leider muss ich gestehen, dass ich mit der Anime-Serie Chrono Crusade von Anfang an nicht wirklich warm geworden bin. Die Geschichte dreht sich in meinen Augen immer nur darum, dass Rosette Christopher und Chrono zum Einsatzort der Polizei geschickt werden, um einen Dämon nach dem anderen zurück in die Hölle zu schicken. Erst nach einigen Episoden kann sich die Anime-Serie von diesem Konzept lösen und fühlt sich dann auch für mich ein wenig frischer an. Immerhin ist das Szenario originell, der Humor für das Genre angenehm und die Action durchaus ansehnlich. Meiner Meinung nach hätte aber die gesamte Handlung eher in einzigen Film gepasst, als dass man sie auf 24 Episoden mit 600 Minuten Laufzeit ausweiten müsste. Zwar habe ich die Manga-Vorlage von Moriyama Daisuke nicht gelesen, doch scheint diese laut einigen Fans die bessere Wahl zu sein. Daher möchte ich die Anime-Serie auch nur Fans der Vorlage empfehlen, die mit den Defiziten sicherlich leben können. Wer sich von diesen ohnehin nicht abschrecken lassen will und dennoch neugierig auf die Anime-Serie ist, darf ebenso einen Blick riskieren. Alle andere schauen sich lieber Alternativen wie Blue Exorcist an.

Vielen Dank an Nipponart für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Chrono Crusade!

© 2003 Gospel (Abbildungen)

Review: Attack on Titan (Vol. 3)

Während die erste Volume von Attack on Titan dazu genutzt wurde, um das recht facettenreiche Universum zu beleuchten, war die zweite Ausgabe nur eine konsequente Fortsetzung der Geschehnisse. Der dritten Volume gelingt es, der Handlung ganz neuen Schwung zu verleihen.

Nachdem Eren Jäger von einem Titanen lebendig verspeist wurde, hat man ihn logischerweise für tot gehalten. Allerdings verstarb Eren nicht – er hat durch das Ereignis eine neue Fähigkeit erhalten, mit der er sich selbst in einen Titanen verwandeln kann. Auf der einen Seite stellt er so für die Menschheit eine Waffe im Kampf gegen die Kolosse dar und auf der anderen Seite wird er von seinen Mitmenschen als Bedrohung eingestuft. Schließlich ist er nach der Verwandlung ein Titan, der noch dazu nicht im Stande ist, seine Kräfte zu kontrollieren. Nach langem Hin und Her in der zweiten Volume der Anime-Serie, in der man mit Erens Hilfe ein großes Loch in einer Mauer geschlossen hat, um die Titanen aufzuhalten, hat man ihn schließlich gefangen genommen und in ein Verlies geworfen. Dort wartete er unwissentlich auf das Tribunal, wo über sein Schicksal entschieden werden soll. Während der Gerichtsverhandlung soll nicht nur über Leben und Tod geurteilt, sondern auch geklärt werden, in welche Division der angehende Rekrut eingeteilt werden soll. Da Eren sich schon immer für den Aufklärungstrupp interessierte, wird er in diese Abteilung versetzt und dem Hauptgefreiten Levi Ackermann unterstellt. Dieser hat die Aufsicht über ihn und erhält von der Obrigkeit den Auftrag, das große Gebiet zwischen der Mauer Rose und der Mauer Maria zurückzuerobern.

Gesammelte Kräfte

In der dritten Volume werden viele neue Charaktere vorgestellt, welche die Serienhandlung durchaus bereichern. Levi wird nach außen als gefühllose Persönlichkeit charakterisiert, doch in den wichtigsten Szenen wird deutlich, dass er sich sehr wohl für seine Mitmenschen interessiert und sie in seiner militärischen Position unterstützt und beschützt. Eine weitere wichtige Figur wäre Abteilungsleiterin Hanji Zoe, die die Titanen wissenschaftlich untersucht und Experimente an zwei lebendig gefangenen Exemplaren durchführt. Nachdem derlei wissenschaftliche Erkenntnisse in der zweiten Volume aufgrund der großen Schlacht im Bezirk Trost ausbleiben mussten, freuen wir uns darüber, dass wir in den vorliegenden sechs Episoden neue Einblicke in das Universum von Attack on Titan erhalten. Das Leben der anderen Rekruten wird ebenfalls beleuchtet. Einige von ihnen, darunter auch viele von Erens Freunden, treten ebenfalls dem Aufklärungstrupp bei. Gemeinsam rücken sie mit ihrem Kommandanten Levi aus, um Eren sicher zur Mauer Rose zu bringen. Unterwegs machen die verschiedenen Einheiten der großflächigen Formation allerdings Bekanntschaft mit einem neuen Titanen, der nicht seinen Hunger stillen will, sondern auf der Suche nach Eren ist. Entsprechend spannend und ebenso dynamisch bleibt die zweite Hälfte der dritten und somit vorletzten Volume.

Hervorragendes Gesamtbild

Attack on Titan erfährt mit den enthaltenen Episoden in puncto Spannung und Erzählstruktur neuen Aufwind. Nicht besser hätte man hingegen die technische Gestaltung der Anime-Serie machen können. Diese gehört unter optischen und akustischen Gesichtspunkten nach wie vor genreübergreifend zum Besten, was die Anime-Landschaft zu bieten hat. Hübsche Charaktere, flüssige Animationen und nicht lächerlich wirkende dreidimensionale Effekte sind das Ergebnis, das uns im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p vorgesetzt wird. Der Soundtrack unterlegt sämtliche Situationen je nachdem entweder mit ruhigen oder mit bedrohlichen Klängen. Glaubhafte Soundeffekte und eine sowohl deutsche, als auch gute japanische Synchronisation vervollständigen das Gesamtbild. Im Originalton sind beispielsweise Ono Daisuke in der Rolle von Erwin Smith und Kaji Yūki als Stimme von Eren zu hören. In der deutschen Synchronisation übernehmen Peter Flechtner und Max Felder diese Aufgaben. Großartige Änderungen beim Bonusmaterial wurden bei der dritten Volume nicht vorgenommen. Im digitalen Bonusbereich liegen nun allerdings Clear Opening und Clear Ending neben den abermals enthaltenen und nach wie vor sehr lustigen Mini-Episoden bei. Ein netter Bonus, wobei Interviews, Making-ofs und Co jedoch sehr viel interessanter gewesen wären.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Als ich die Episoden der zweiten Volume von Attack on Titan gesehen habe, war ich nach dem wirklich großartigen Serienauftakt doch ein wenig überrascht, dass die Qualität der Serie bereits in der zweiten Ausgabe ein wenig nachgelassen hat. Daher freue ich mich umso mehr, dass dies wohl der Erzählweise, die sich voll und ganz auf die Schlacht im Bezirk Trost konzentriert hat, geschuldet ist. In der dritten Ausgabe gibt es für mich endlich wieder einen Grund zur Freude, denn die Handlung hat deutlich an Fahrt aufgenommen und trotz der dynamischen Erzählstruktur gelingt es der Serie mit eingeworfenen Informationen, jederzeit spannend, interessant und schlichtweg unterhaltsam zu sein. Mit neuen Hintergründen, sowie weiteren Freunden und Feinden im Geflecht der zwischenmenschlichen Beziehungen, gehört die dritte Volume von Attack on Titan nach der wunderbaren Exposition zu den Highlights der Serie. Wer das erste und zweite Episodenpaket verschlungen hat, der wird nicht um den Kauf der dritten Ausgabe herumkommen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Attack on Titan (Vol. 3)!

Preview: Need for Speed: Payback

2015 konnte Electronic Arts mit dem letzten Ableger der Need-for-Speed-Reihe eines der schönsten Rennspiele aller Zeiten auf den Bildschirm zaubern. Nach dem viertelstündigen Anspielen von Need for Speed: Packback sind wir uns sicher, dass dies erneut gelingen wird.

In der Anspielversion auf der Gamescom 2017 hatten wir die Auswahlmöglichkeit zwischen zwei verschiedenen Spielmodi. Wir konnten sowohl in die Einzelspielerkampagne einsteigen, als auch in einem separaten Rennen mitmischen. Zunächst haben wir uns für die Mission aus der Kampagne entschieden, in der wir in einem schicken Sportwagen einem Lastwagen hinterher fahren müssen, damit unsere Komplizin diesen kapern und mit einem anderen schönen Flitzer entkommen kann. Unterwegs machen wir Bekanntschaft mit diversen Verfolgern, die wir insofern abschütteln, indem wir sie rammen. Jede Kollision wird hier filmreif inszeniert. Das sieht zwar schön aus, reißt uns aber stets aus dem Fahrgefühl heraus. Hintergründig wird in Need for Speed: Payback abermals eine Geschichte erzählt. Diesmal spart sich Electronic Arts die mit Schauspielern gedrehten Zwischensequenzen aus Need for Speed. Das hat den Vorteil, dass die ganze Story nun nahtlos in Spielgrafik erzählt werden kann. Wer die Cutscenes aus dem Vorgänger jedoch mochte, wird diese Entscheidung vielleicht nicht begrüßen. Das einzelne Rennen hat uns ebenfalls gefallen, da die künstliche Intelligenz der Computergegner sich aktuell auf einem sehr humanen Niveau bewegt und niemals zu schwer oder zu leicht zu besiegen ist. Glücklicherweise verzichtet man hier auf die Kollisionen in Zeitlupe.

Geschmeidige Steuerung und nervige Kollisionen

Die Steuerung des Spiels funktioniert – anders als beim Konkurrenten The Crew 2 – wirklich sehr gut. Jeder unserer Befehle wird schnell und vor allem direkt auf unser Fahrzeug übertragen. Drifts fühlen sich geschmeidig an und hohe Geschwindigkeiten gehen sofort ins Mark über. Das einzige, was hier stört, ist der Übergang von einer der filmreifen Kollisionen. Da diese fast schon wie eine Zwangsneurose der Entwickler wirken, braucht es danach immer wieder ein paar Sekunden, bis wir wirklich wieder mitten im Geschehen stecken. Das hätte man wesentlich besser lösen können – beispielsweise indem man auf den Unsinn abseits der wichtigsten Punkte innerhalb einer Story-Mission verzichtet hätte. In restlichen technischen Belangen kann Need for Speed: Payback aber deutlich punkten. Die Umgebungsgrafiken, die sich in der Anspielversion auf einen Wüstenabschnitt beschränken, sehen fantastisch aus und verschwimmen angenehm bei einer hohen Fahrgeschwindigkeit. Dazu gesellt sich ein passender Soundtrack, der die Rennen in pures Adrenalin tränkt – zumindest die in der Demo verwendeten Musikstücke haben dieses Gefühl bei uns hervorgerufen. Ob der restliche Soundtrack ebenso überzeugt, werden wir zum Release des Spiels am 10. November 2017 erfahren. Wir sind aber zuversichtlich, dass uns das Spiel für lange Zeit an den Bildschirm fesseln wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Seit Jahren freue ich mich immer wieder aufs Neue, wenn ein weiterer Teil der Need-for-Speed-Reihe erscheint. Mit der letzten Folge habe ich unglaublich viele Stunden verbracht, sodass ich den Titel stets bis Tief in die Nacht spielen musste. Das Anspielen von Need for Speed: Payback hat mir auf der Gamescom sehr viel Spaß gemacht. Optisch gehört der Titel zu den schönsten Spielen seiner Zunft und auch die Steuerung funktioniert – und das ist für ein Rennspiel ein sehr wichtiges Kriterium. Dass die Story keinen Blumentopf gewinnen wird, dürfte jedem klar sein – so gut wie in keinem Rennspiel wurde eine bedeutsame Handlung erzählt und auch Payback dürfte das Rad nicht neu erfinden. Viel mehr frage ich mich jedoch, wie groß die Spielwelt ausfällt, ob es verschiedene Rennszenarien gibt und ob ich die gut gemeinten Kollisionszwischensequenzen auch abschalten kann. Diese haben mich zumindest in der Story-Mission unglaublich genervt, da sie mich stets aus dem rasanten Fahrvergnügen geworfen haben. Trotzdem ist dies für mich aktuell nur ein kalter Tropfen auf den heißen Stein, denn das Renngefühl ist bereits jetzt beeindruckend.

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Einladung zur Gamescom-Präsentation von Need for Speed: Payback!

Review: Heat Guy J

Obwohl Heat Guy J bereits im Jahr 2002 über die japanischen Fernsehbildschirme flimmerte und die Anime-Serie hierzulande schon vor ein paar Jahren veröffentlicht wurde, folgt mit der Gesamtausgabe eine Neuveröffentlichung des hochqualitativen Werks von Studio Satelight.

Heat Guy J erzählt die Geschichte des Polizisten Daisuke Aurōra und seines titelgebenden Partners Jei, kurz J. Bei J handelt es sich um den einzigen Androiden, dem es erlaubt ist, in der Stadt Judo zu leben. Zusammen mit ihrer Kollegin Kyōko Milchan bilden sie die Spezialeinheit der riesigen Stadt, die Züge von New York City und Tōkyō aufweist und mit verwinkelten Seitengassen auch ein wenig italienisches Flair versprüht. Tatsächlich handelt es sich bei Judo jedoch um eine Stadt, in der viele Ethnien Platz haben, sodass die verschiedenen Figuren sowohl japanische, als auch englische, deutsche und italienische Namen tragen. Dennoch ist die Welt, die aus sieben Megastädten und einem nur wenig beleuchteten Umland besteht, rein fiktiv. Hauptsächlich erzählt die Anime-Serie mehrere kleine Fälle, die Daisuke und J zu bearbeiten haben. Durch das beiläufige Einwerfen von vielen kleinen Informationshäppchen und durch das regelmäßige Einführen von weiteren Charakteren ergibt sich mit der Zeit ein roter Faden, der auf das Lösen des Mordfalls von Daisukes Vater hinzielt. Nebenher wird die Geschichte von Clair Leonelli erzählt, der nach dem Tod seines Vaters zum neuen Oberhaupt der Mafia gewählt wird. Die Anime-Serie steckt so voller liebevoller Details und Ideen, die sich mit jeder weiteren Folge zu einem stimmungsvollen Mosaik zusammensetzen.

Blick aufs US-amerikanische Kino

Unter optischen Gesichtspunkten kann man der Anime-Serie anmerken, dass sich das Produktionsteam an US-amerikanischen Science-Fiction-Werken orientiert hat. So glüht in einer Szene beispielsweise das Auge eines Androiden rot auf, was direkt an den Terminator aus dem gleichnamigen Film von Regisseur James Cameron erinnert. Fahrstühle und das Büro von Shun Aurōra ähneln, wenn auch nicht in ihrer Farbgebung, dem Film Blade Runner. Selbst das Androidengesetz, das besagt, dass Androiden keinen Fuß in die Stadt Judo setzen dürfen, scheint vom Replikantengesetz aus Ridley Scotts Film inspiriert worden zu sein. Durch die mafiösen Strukturen, die in Judo herrschen, ist es auch nicht verwunderlich, dass sich das Produktionsteam ebenfalls am Stil von Gangsterfilmen bedient hat. Das Geschäftszimmer von Clair Leonelli kommt, ähnlich wie Don Corleones Büro aus Der Pate, ebenfalls nicht ohne erinnerungswürdige Jalousien aus, die die gesamten Szenen im Raum verdunkeln. Dennoch wird die Serie deshalb nicht gänzlich in dunkle Farben getränkt; viele Szenen spielen tagsüber in Judo und zeigen die Stadt trotz spürbarer Gegensätze als fröhlichen Ort. Da der Anime aus dem Jahr 2002 stammt und selbst in Japan bis heute keine Blu-ray-Veröffentlichung stattfand, ist die Bildqualität leider erst ab einem gesunden Abstand zum Fernseher als gut einzustufen.

Prominente Synchronsprecher

Um das mittelprächtige Bild im 16:9-Bildverhältnis auszugleichen, kann Heat Guy J mit einer angenehmen Tonqualität im Format Dolby Digital 2.0 punkten. Dies gilt sowohl für die deutsche, als auch für die japanische Tonspur. Beide Synchronisationen kommen nicht ohne prominente Sprecher aus. Im japanischen Original wird Daisuke Aurōra beispielsweise von Matsukaze Masaya gesprochen, den Videospieler beispielsweise als Stimme von Hazuki Ryō aus Shenmue kennen. Für Android J zeigt sich hingegen Sugō Takayuki verantwortlich, der zuvor schon in vielen Anime-Serien und Videospielen Charakteren seine Stimme lieh. Bei der deutschen Synchronisation sind sogar einige Sprecher zu vernehmen, deren Stimmen selten in Anime zu hören sind. Hans-Georg Panczak, den die meisten sicherlich als Synchronsprecher von Luke Skywalker aus dem Star-Wars-Franchise kennen, spricht Boma. Mit dem bereits verstorbenen Norbert Gastell und Christoph Jablonka sind hingegen beide deutsche Stimmen von Homer Simpson aus Die Simpsons zu hören. Des Weiteren stammt die Stimme von Hauptdarsteller Daisuke von Dirk Meyer, der in One Piece den Charakter Lysop spricht. Beide Versionen gefallen uns zwar sehr gut, doch bei der deutschen Fassung ist anzumerken, dass der Ton der 25. Episode leicht zeitverzögert aus den Lautsprechern trällert – da es sich hierbei um die Neuveröffentlichung handelt, ist die fehlende Nachbearbeitung etwas ärgerlich.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Heat Guy J ist wirklich ein fantastischer Anime, den vermutlich viel zu wenige Anime-Liebhaber kennen, aber unbedingt noch kennenlernen sollten! Obwohl sich in den Jahren nach dem Fernsehserienboom viele an abgeschlossenen Episoden stören dürften, fällt das meiner Meinung nach bei Heat Guy J nicht ins Gewicht. Es werden genau richtig viele Episoden abgeschlossen und wichtige Folgen mit einem Cliffhanger versehen. Viel wichtiger ist jedoch, dass in so gut wie jeder Episode Informationen eingeschmissen werden, die entweder die Geschichte von Daisuke Aurōra vorantreiben oder das Universum mit Leben füllen. Heat Guy J packt ein gesundes Maß an Inhalte in nur 26 Folgen beziehungsweise 650 Minuten Laufzeit – und dennoch habe ich Lust, noch mehr Abenteuer in dieser fantastischen Welt zu erleben. Aktuell habe ich sogar den Wunsch, nachdem ich die Serie in nur zwei Tagen komplett gesehen habe, sie noch einmal anzuschauen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass ich die Serie jedem, der ein wenig mit dem Science-Fiction-Genre á la Blade Runner oder Psycho-Pass anfangen kann, ans Herz legen möchte. Heat Guy J hat es einfach verdient, von einem viel größeren Publikum genossen zu werden!

Vielen Dank an Nipponart für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Heat Guy J!

© 2002 SATELIGHT/HEATGUY-J PROJRCT (Abbildungen)

Review: Serial Experiments Lain

In Japan lief Serial Experiments Lain bereits 1998 auf dem Fernsehsender TV Tōkyō. Da der Anime-Boom in Deutschland noch ein wenig auf sich warten ließ, mussten wir auf die DVD-Veröffentlichung bis ins Jahr 2004 warten. 2017 erschien endlich auch die Blu-ray-Fassung.

Die Geschichte von Serial Experiments Lain dreht sich um die dreizehnjährige Iwakura Rein, deren Name für die Veröffentlichung zur titelgebenden Lain stilisiert wird. Sie lebt zusammen mit ihren Eltern und ihrer Schwester im Herzen von Tōkyō und besucht wie ein gewöhnliches Mädchen die Mittelschule. Obwohl sich Lain scheinbar am liebsten in der realen Welt aufhält, entwickelt sie im Verlauf der Geschichte ein größeres Interesse an der „The Wire“ genannten digitalen Welt. Bei The Wire handelt es sich um eine Mischung aus Internet und Virtual Reality, in der soziale Kontakte ähnlich möglich sind wie in der echten Welt. Aufgrund ihres steigenden Interesses am Netzwerk isoliert sie sich auf den ersten Blick weiter von der richtigen Welt – mit jeder weiteren Episode, die man sich von Serial Experiments Lain anschaut, wird jedoch klar, dass die Grenzen der digitalen und realen Welt für Lain verschwimmen und ineinander übergreifen. Die Story der dreizehnteiligen Anime-Serie ist komplex und schwer zu erklären, da Regisseur Abe Yoshitoshi viele Handlungsstränge bewusst offen lässt, sodass man als Zuschauer an vielen Stellen seine eigenen Schlüsse ziehen muss. Das Konzept geht unserer Meinung nach auf. Problematisch dürfte höchstens für den Publisher sein, dass die aus heutiger Sicht kultverdächtige Anime-Serie so nur auf ein überschaubares Publikum zielt.

Paralysierende Symbiose

Aufgrund dessen, dass der Anime im Jahr 1998 erstmals über die japanischen Fernsehbildschirme flimmerte, ist es verständlich, dass das Bildformat trotz der Auflösung von 1080p nur im Verhältnis 4:3 (1:1,33) vorliegt. Die schwarzen Balken links und rechts auf dem Bildschirm stören aber keineswegs, denn aufgrund der Thematik, die technische Errungenschaften und somit den Standard der späten 1990er Jahre in den Mittelpunkt stellt, ergibt sich zusammen mit der düsteren Akustik ein sehr atmosphärisches Gesamtbild. Meistens werden Räumlichkeiten mit dunklen Farben ausgeschmückt, die nur durch elektronisches Licht aufgehellt werden. Dennoch ist so die Kälte und die dunkle Grundstimmung, die aufgrund der weitgehend isolierten oder introvertierten Charaktere manchmal fast schon an einen Horrorfilm erinnert, jederzeit zu spüren. Während sich der Soundtrack gelegentlich auf Klavierklänge stützt, aber überwiegend aus elektronischer Musik besteht, tragen gar Soundeffekte maßgeblich zur Stimmung bei. Das Vorhandensein von elektrischem Strom ist im vernetzten Tōkyō übertrieben laut zu hören, was zu Reglosigkeit führt. Bild und Akustik paralysieren einfach mit jeder Folge zunehmend, sodass man sich von der ersten Minute an alleine aufgrund der technischen Gestaltung nicht mehr rühren kann. Nur selten haben wir eine ähnlich gute Symbiose erlebt.

Gelungene Synchronfassungen

Während die deutsche Tonspur im Format DTS-HD Master Audio 5.1 vorliegt, kann der japanische Originalton mit unkomprimiertem Ton im Format PCM 2.0 glänzen. Verständlich und bedrückend ist der Soundtrack bei beiden Tonspuren gleichermaßen. Ebenfalls auf derselben Höhe ist die Auswahl der Synchronsprecher. In der japanischen Originalfassung spricht Shimizu Kaori Hauptfigur Lain. Shimizu dürften manche Zuschauer unter anderem aus den Anime-Serien Inu Yasha oder School Rumble, andere wiederum aus ihrer Gesangskarriere kennen.  Ebenfalls aus dem Bereich der Musik und als Stimme von Saber in Fate/Zero bekannt ist Kawasumi Ayako, die in Serial Experiments Lain Iwakura Mika spricht. In der deutschen Fassung wird Mika hingegen von Diana Borgwardt gesprochen, die am ehesten als deutsche Stimme von C18 aus Dragon Ball Z bekannt sein dürfte. Lain selbst wird von Manja Doering gesprochen, die Alyson Flannigan in der American-Pie-Filmreihe ihre Stimme lieh. Beide Synchronfassungen sind zufriedenstellend; im Detail hat der japanische Originalton aufgrund besserer Betonungen die Nase leicht vorn. Wer des Japanischen nicht mächtig sein sollte, kann deutsche Untertitel hinzuschalten. Digitales Bonusmaterial liegt jedoch leider nicht vor; dafür aber eine physische Entschädigung in Form eines kleinen Posters und Stickers.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Serial Experiments Lain ist eine Anime-Serie, die aufgrund ihrer komplexen Handlung und ihres Cyberpunk-Szenarios nicht für den durchschnittlichen Anime-Zuschauer gedacht ist. Die Geschichte um Lain, die zwischen den beiden Welten wandelt, die sich für sie mit der Zeit sogar verbinden, ist intelligent, erwachsen und spannend erzählt. Man klaubt jedes einzelne Informationshäppchen auf und versteht nach dem Ansehen ohnehin nur das, was man sich selbst zusammengereimt hat. Mir gefallen solche Anime-Serien – und Serial Experiments Lain hat den Vorteil, dass man aufgrund des Entstehungszeitpunkts, dem Jahr 1998, auch eine ältere dystopische Zukunftsvorstellung vor sich hat, die zudem noch auf der technischen Seite mit paralysierender Optik und Akustik überzeugen kann. Wer sich auf solch eine Anime-Serie einlassen kann, wird mit Serial Experiments Lain absolut zufriedengestellt werden und kaum bessere Alternativen finden. Alle anderen sollten sich auch trotz der nicht gerade zugänglichen Thematik vielleicht über ihren Schatten springen, denn Serial Experiments Lain hat definitiv die Chance verdient, von einem größeren Publikum genossen zu werden, als nur von einem kleinen und überschaubaren Publikum!

Vielen Dank an Nipponart für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Serial Experiments Lain!

© 1998 Triangle Staff/Pioneer LDC (Abbildungen)

Review: Dragon Ball Z Kai (Box 3, Episoden 36-54)

Nach dem Auftreten der Saiyajin in der ersten Serienbox und sowohl der Reise nach Namekku, als auch die ersten Schritte auf Pikkoros Heimatplaneten in der zweiten Serienbox, steht in der dritten Ausgabe der erste große Kampf der Dragon-Ball-Z-Kai-Handlung an.

Wie für das Franchise typisch knüpfen die Episoden dieser Serienbox von Dragon Ball Z Kai an die vorhergehenden Ereignisse an. Während Son Gokū im Kampf besiegt wurde und seine Verletzungen in einem speziellen Behältnis in Furīzas Raumschiff auskuriert hat es sich Bejīta nach den Kämpfen ebenfalls gemütlich gemacht. Allerdings bemerkt er nicht, dass Son Gohan, Kuririn und Dende unbemerkt die sieben Dragon Balls vom Planeten Namekku an einen sicheren Ort gebracht haben, um dort den Drachen Porunga zu rufen. Anders wie Drache Shenron, der auf der Erde erscheint, wenn man die dortigen Dragon Balls sammelt, erfüllt Porunga gleich drei Wünsche. Da mehrere Charaktere in den letzten beiden Serienboxen bereits gestorben sind und der Kampf gegen Bösewicht Furīza in greifbare Nähe rückt, möchte das Trio, dass all ihre Freunde aus dem Jenseits ins Diesseits zurückkehren. So einfach wie sie sich das vorstellen, funktioniert ihr Vorhaben aber nicht. Porunga kann bei jedem Wunsch nur einen einzigen Charakter wieder ins Leben zurückrufen. Sie entscheiden sich für Pikkoro und wünschen sich, dass er von Porunga nach Namekku teleportiert wird. Dies gelingt dem Drachen zwar, doch taucht Pikkoro irgendwo auf dem Planeten auf und muss die Helden zunächst aufspüren – dann stirbt jedoch der Oberälteste, wodurch die Macht der Drachenkugeln erlischt.

Komprimierter Kampf mit Lücken

In den Episoden 36 bis 54 steht fast durchgehend der Kampf gegen Furīza im Mittelpunkt. Während sich Pikkoro zu Son Gohan, Kuririn und Dende aufmacht, beginnt für die drei kleinen Helden ein Kampf auf Zeit. Zum Glück bemerkt Bejīta, dass Furīza sich dem Ort des Geschehens genähert hat und mischt sich in den Kampf ein. Während in den Folgen der letzten beiden Serienboxen hauptsächlich die Story im Vordergrund stand und in einem gesunden Verhältnis mit den Kämpfen vermischt wurde, ändert sich dieses Konzept in den vorliegenden Episoden weitgehend. Hier werden Story-Schnipsel beiläufig eingeworfen und in erster Linie kämpfen die Freunde mitsamt ihrem neuen Verbündeten Bejīta gegen den bösartigen Furīza. Das ist jedoch gar nicht so schlimm, wie man es sich als Kenner der Vorlage Dragon Ball Z vorstellen mag. Während dort der Kampf gegen den Tyrannen noch in der 105. Folge wütet, ist der Spuk in Episode 54 von Dragon Ball Z Kai längst vorbei. Die Komprimierung des Kampfes aufs Nötigste funktioniert weitgehend sehr gut. So gehören lästige Filler-Episoden der Vergangenheit an und die Erzählung wirkt wesentlich kompakter. Hin und wieder hatten wir jedoch das Gefühl, dass ein wichtiges Bindeglied zwischen der einen oder anderen Kampfszene fehlt. Da wären erweiterte oder gar neue Szenen angebracht gewesen.

Designentscheidungen der Vorlage

Zusammenhängend wirken Furīzas – wohlgemerkt mehrfache – Einschätzungen, seine Feinde innerhalb von fünf Minuten zu erledigen, wie in der Vorlage auch in Dragon Ball Z Kai sehr lächerlich. Besonders seine letzte Bewertung der Lage, die zudem keinen Gegner betrifft und daher wesentlich zielsicherer sein sollte, hält einige Episoden später noch an. Ebenso fraglich ist die Einbindung von Ginyū in Froschgestalt. Ihm gelingt es für ein bis zwei Episoden seine Gestalt mit Bulma zu tauschen. Hier greift Son Gohan dermaßen schnell ein ohne die Situation gänzlich einzuschätzen, was dann in der Praxis nur wenig nachvollziehbar ist. Davon abgesehen kann der lange Kampf gegen Furīza mit einigen spannenden Höhepunkten überzeugen, da schließlich auch die eine oder andere Kampftechnik zum Einsatz kommt, die wir seit längerer Zeit oder noch sogar noch gar nicht in Dragon Ball Z Kai gesehen haben. Am optischen Gesamtbild hat sich in der dritten Serienbox nicht viel verändert. Nach wie vor können wir alle Folgen im bildschirmfüllenden 16:9-Format bei einer Auflösung von 1080p erleben. Da die Erstausstrahlung der Vorlage in den frühen 1990er Jahren stattfand, kann man dem Bild sein Alter jederzeit anmerken. Dennoch wird der Charme mit markanten Melodien jederzeit gut unterlegt. Bonusmaterial liegt physisch in Form eines Episodenguide und drei Postkarten mit Artworks darauf bei. Digitales Bonusmaterial gibt es erneut nicht zu erforschen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Aufgrund verschiedener Tätigkeiten hatte ich in den letzten Monaten leider kaum Zeit, die Blu-ray-Veröffentlichung von Dragon Ball Z Kai weiter zu verfolgen. Die ersten beiden Serienboxen haben mich sehr zufriedengestellt und auch die dritte Serienbox finde ich gelungen. Allerdings muss ich sagen, dass ich noch nie der größte Fan von ausufernden Kämpfen – und somit auch nie der größte Fan der Vorlage Dragon Ball Z – war. Diese Abneigung merke ich in der dritten Serienbox deutlich, da sich die Handlung fast durchweg auf den Kampf gegen Furīza konzentriert. Auch wenn dieser in den vorliegenden Episoden aufs Wesentliche komprimiert wurde, stören mich hier vor allem Anfeindungen seitens des Bösewichts, der die Helden mehrmals in fünf Minuten besiegen will. Das hat in der Vorlage nicht funktioniert und wurde auch nicht in Dragon Ball Z Kai vernünftig umgesetzt. Wer die Kämpfe aus Dragon Ball Z jedoch mochte, wird auch mit der Neuauflage weitgehend seinen Spaß haben. Für mich bleibt es jedoch die bisher schwächste Serienbox, freue ich mich jedoch bereits jetzt auf weitere Episoden mit Son Gokū und Co!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Ball Z Kai (Box 3, Episoden 36-54)!

Prime Time: Nintendo Classic Mini: Super Nintendo Entertainment System

Im November 2016 haben wir euch das Nintendo Classic Mini: Nintendo Entertainment System vorgestellt. Dieses wurde am 29. September 2017 mit einem Nachfolger beerbt, das ganze 21 Super-Nintendo-Spiele beinhaltet. Welche das sind und welchen Ersteindruck das Gerät am Tag der Veröffentlichung gemacht hat, erfahrt ihr von unserem Chefredakteur im Unboxing-Video. Wir wünschen euch viel Vergnügen!

Review: Attack on Titan (Vol. 2)

Lange Zeit mussten deutsche Fans von Attack on Titan auf die Anime-Umsetzung warten. Während der Manga bereits 2013 hierzulande erstmals veröffentlicht wurde, brachte Publisher Kazé Anime sowohl die erste, als auch die zweite Volume erst Ende 2016 auf den Markt.

In der ersten Volume von Attack on Titan wurden die Grundlagen für die Serienhandlung gelegt. Soll heißen, dass die wichtigsten Charaktere eingeführt worden sind und die Ausgangslage, die Bedrohung durch die Titanen, deutlich wurde. Die Handlung knüpft in der zweiten Volume nahtlos an die Geschehnisse der letzten Episode der ersten Ausgabe an, in denen sich die Ereignisse geradezu überschlagen haben. Wir haben erlebt, wie Hauptcharakter Eren Jäger bei der Rettung seines Freundes Armin Alert von einem Titanen verspeist und offensichtlich getötet wurde. Ebenso tauchte plötzlich aus dem Nichts ein spezieller Titan, der als Abnormer bezeichnet wird, auf. Der mysteriöse Titan stellt sich allerdings nicht gegen die Menschen, sondern zum Verwundern dieser gegen seine gefährlichen Artgenossen. So und nicht anders kann Mikasa Ackermann dem Angriff eines Titanen entkommen und sich mit einem anderen Trupp innerhalb des umkämpften Bezirks Trost zusammenschließen. Dieser hat das Problem, dass er von den Versorgungseinheiten nicht mehr unterstützt werden kann, da das Vorratslager von Titanen umzingelt wird. Armin entwickelt einen Plan, um zum Vorratslager vorzurücken und die wütenden Titanen auszuschalten. Er hat die Idee, den Abnormen zum Lager zu locken, um aus der Gefahrenzone quasi mit Geleitschutz zu entkommen.

In den Wirren des Krieges

Wäre dies noch nicht genug, werden die sechs Folgen der zweiten Volume aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Zum einen wird das Geschehen aus der Sicht von mehreren Rekruten dargestellt, die den Ernst der Lage trotz nicht gänzlich abgeschlossener Ausbildung meistern müssen. Zum anderen taucht plötzlich Eren unverletzt auf der Bildfläche auf, sodass das Erlebte der letzten Stunden aus einer völlig neuen Perspektive geschildert wird. In der zweiten Volume von Attack on Titan bleibt allerdings auch Platz für zwei weitere wichtige Charaktere. Auf der einen Seite steht Kommandant und Verantwortlicher für Bezirk Trost Dot Pixis, der sich für Armin und Mikasa einsetzt, die der Überzeugung sind, dass der Abnorme als große Hilfe bei der Zurückgewinnung der verlorenen Gebiete und als Waffe gegen die anderen Titanen eingesetzt werden kann. Auf der anderen Seite wird mit Levi Ackermann einer der ranghöchsten Kommandanten des Aufklärungstrupps vorgestellt, der während des Titanenangriffs außerhalb des Bezirks unterwegs war und sichtlich von den Ereignissen in Trost übermannt wird. Ein wichtiger Punkt, der in der zweiten Volume thematisiert wird, ist die Vergangenheitsbewältigung. Das gilt sowohl für die verbliebene Menschheit, die sich den Verbrechen im Jahr 846 bewusst wird, als auch Erens verschwommene Erinnerungen, die er lüften will.

Abnutzungserscheinungen

Obwohl die erste Volume uns durchaus überzeugen konnte und auch die Episoden der zweiten Ausgabe zufriedenstellend ausfallen, zeigen sich überraschend ein paar Abnutzungserscheinungen. Das liegt vor allem am Handlungsort, der sich vollkommen auf den Bezirk Trost beschränkt – und es ist fast durchweg nur der Kampf gegen die Titanen, den wir zu Gesicht bekommen. Auflockerung geschieht höchstens durch die Einführung der neuen Charaktere, die aber zumindest in der vorliegenden Ausgabe eine Randnotiz bleiben. Wir haben jedoch die Hoffnung, dass die Handlung in der dritten Volume an Fahrt und neue Tiefe gewinnt. In den restlichen Belangen, sprich der technischen Ausgestaltung der Anime-Serie, kann Attack on Titan wieder einmal begeistern. Sowohl die Animationen, als auch der Einsatz von dreidimensionalen Umgebungen und Effekten sehen in der bildschirmfüllenden Full-HD-Auflösung fantastisch aus. Der Soundtrack unterlegt sowohl die ruhigen, als auch die bedrohlichen Momente sehr gut – teilweise wird sogar mit Songs gearbeitet, um den jeweiligen Szenen eine ganz neue Dynamik zu verleihen. In puncto Bonusmaterial bietet die Anime-Serie einen ähnlichen Umfang wie die erste Volume. Beispielsweise liegt dieser Ausgabe abermals ein Aufnäher mit einem alternativen Motiv bei – so kann man sich in der Öffentlichkeit wunderbar als Fan brüsten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Als ich die ersten sieben Episoden von Attack on Titan gesehen habe, war ich von dieser Anime-Serie wirklich begeistert. Das bin ich auch nach dem Anschauen weiterer sechs Episoden, die auf der Disc der zweiten Volume vorhanden sind. Allerdings machen sich hier bereits ein paar Abnutzungserscheinungen bemerkbar. Das Szenario stagniert und die paar Informationen, die beiläufig immer mal wieder eingeworfen werden, sind für mich zu wenig, um eine Serie zu tragen. Hier hoffe ich sehr, dass die Handlung wieder ein wenig an Fahrt gewinnt. Dennoch gehört das Universum nach wie vor zu den besten Ideen, die man in einem Anime nur umsetzen kann, zumal man mit bewegten Bildern die Bedrohung durch die monströsen Titanen meiner Meinung nach noch besser als in einem Manga darstellen kann. Wer die erste Volume von Attack on Titan bereits mochte, darf trotz der sehr leichten Qualitätseinbußen bei der zweiten Ausgabe wieder zugreifen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Attack on Titan (Vol. 2)!

Special: Nintendo Classic Mini: Super Nintendo Entertainment System

Kaum startete der Vorverkauf vom Nintendo Classic Mini: Super Nintendo Entertainment System, war er wenige Minuten später schon vorbei. Aus vergangenen Fehlern hat Nintendo offensichtlich nicht gelernt, denn beim Miniatur-NES hat sich im Jahr 2016 ein sehr ähnliches Bild abgezeichnet.

Am 26. Juni 2017 und damit nur kurze Zeit nach der Electronic Entertainment Expo kündigte Nintendo – nachdem die Gerüchte über Monate brodelten – endlich das Nintendo Classic Mini: Super Nintendo Entertainment System an. Dabei handelt es sich ähnlich wie beim Nintendo Classic Mini: Nintendo Entertainment System um eine Miniaturvariante einer bereits vor Jahrzehnten veröffentlichten Nintendo-Konsole. Nach dem einschlagenden Erfolg des NES Mini ist es wenig überrascht, dass auch das Super Nintendo im Miniaturformat nach wenigen Minuten restlos ausverkauft war und die Preise im Internet für das begehrte Objekt in die Höhe sprießen. An diesem Punkt muss man sich auf der einen Seite fragen, warum wie aus dem Nichts wieder ein großes Interesse am Super Nintendo besteht und auf der anderen Seite, wieso Nintendo nicht aus dem Fehler des Vorjahres gelernt hat und keine größere Charge in Auftrag gegeben hat. In den Weiten des Internets machte schnell eine Verschwörungstheorie die Runde. So bezichtigten einige enttäuschte Fans, die keine Konsole mehr ergattern konnten, Nintendo der künstlichen Knappheit. Soll heißen, dass Nintendo das Angebot bewusst geringer als die tatsächlich vorhandene Nachfrage hält. Nach dem Debakel von 2016 ist das Misstrauen zwar nachzuvollziehen, doch zumindest für den nordamerikanischen Raum hat Chief Operating Officer von Nintendo of America, Reginald Fils-Aime, diese Vorwürfe entkräftet.

Zugang zur Nostalgie

Seiner Aussage zufolge soll es für die Miniaturfassung des Super Nintendos noch 2017 mindestens eine weitere Auslieferungswelle geben. 2018 soll sogar das Nintendo Classic Mini: Nintendo Entertainment System aufgrund der hohen Nachfrage seinen Weg zurück in die Kaufhausregale finden. Das knappe Angebot rechtfertigt jedoch noch lange nicht die plötzlich so hohe Beliebt einer Konsole, die ursprünglich im Jahr 1990 erschienen ist. Selbstverständlich wird niemanden entgangen sein, dass unter anderem durch das Auftreten von Independent-Spielen in den 2000er Jahren die Rückbesinnung an alte Werte und somit ein Interesse an Retro-Spielen losgetreten worden ist. Es wäre jedoch vollkommen falsch, den Grund einzig und allein in der Nostalgie zu suchen. Während das auf ältere Spieler, die in den 1980er Jahren geboren und somit in den 1990er Jahren womöglich mit der 16-Bit-Konsole aufgewachsen sind, durchaus zutreffen mag, haben jüngere Nintendo-Fans die Spiele dieser Epoche vermutlich eher durch die Virtual Console von Wii, Wii U und New 3DS kennengelernt. Abgesehen davon wurde die Virtual Console in den letzten Jahren kaum mehr von Nintendo unterstützt. Da die Produktion von Wii und Wii U eingestellt wurde, bleibt unter allen aktuellen Konsolen nur der New 3DS mit dem exklusiven Virtual-Console-Feature in Bezug die 16-Bit-Ära übrig. Für die Switch sind zwar auch Super-Nintendo-Spiele geplant, doch konkretisiert hat Nintendo diese Pläne kaum.

Gesunde Videospielsammlung

Wer nicht die Möglichkeit hat, auf seine Originalkonsole oder auf den Online-Katalog des eShops beziehungsweise des Wii-Shop-Kanals zugreifen zu können und auf einen Schlag – und zudem verhältnismäßig günstig – in den Genuss von einer gesunden Mischung bestehend aus Super-Nintendo-Klassikern kommen möchte, kommt um das Miniatur-Super-Nintendo nicht herum. Waren auf der Vorgängerkonsole noch dreißig Spiele installiert, müssen sich Super-Nintendo-Fans hingegen mit zwanzig beziehungsweise einundzwanzig Spielen begnügen. Zu den Top-Titeln gehören unter anderem Donkey Kong Country, F-Zero, Kirby’s Fun Pak, Starwing, Super Mario Kart, Super Mario World, Super Mario World 2: Yoshi’s Island, Super Metroid und The Legend of Zelda: A Link to the Past. Neben den genannten Titeln haben sich aber auch ein paar Rollenspiele in die Sammlung gemischt. So dürfen wir unter anderem in EarthBound, Final Fantasy VI und Super Mario RPG: Legend of the Seven Stars rundenbasierte Kämpfe bestreiten und in Secret of Mana auch in Echtzeit auf die Monster eindreschen. Neben den drei von Square Enix entwickelten Rollenspielen haben auch Capcom und Konami Spiele wie Mega Man X, Street Fighter II: Turbo – Hyper Fighting, Super Castlevania IV, Super Ghouls’n Ghosts und Super Probotector: Alien Rebels beigesteuert.

Hit-Dichte und exklusiver Titel

Nach dieser Aufzählung, bei der wir uns für die Titel der deutschen beziehungsweise japanischen Fassung entschieden haben, sind noch nicht einmal alle Spiele genannt, die auf der kleinen Konsole vorinstalliert sind. Dennoch reicht diese Auswahl bereits aus, um die hohe Hit-Dichte festzustellen. Ein genauerer Blick auf die Übersicht zeigt, dass Nintendo of Europe allerdings zu faul war, um die deutschen Lokalisationen auf der Konsole unterzubringen. Es sind durchgehend nur die US-Fassungen enthalten. Diese laufen zwar mit ein paar Bildern mehr pro Sekunde und wirken dadurch sehr viel flüssiger, doch wer des Englischen nicht mächtig ist, wird bei Secret of Mana oder The Legend of Zelda: A Link to the Past eventuell ein paar Wegfindungsprobleme bekommen. Während zu den Rollenspielen EarthBound, Final Fantasy VI und Super Mario RPG ohnehin keine offizielle deutsche Übersetzung vorliegt und man dies dem Publisher nicht vorwerfen darf, wird es bei den anderen Spielen hingegen keine oder höchstens nur leichte Probleme geben, da der dortige Texteinsatz minimal und somit die fehlende deutsche Übersetzung nicht sonderlich schmerzlich ausfällt. Bei den Spielen hat sich Nintendo allerdings einen besonderen Leckerbissen ausgedacht. Wer den ersten Level von Starwing beendet, schaltet auf der Konsole den 21. Titel frei, der weltweit zum ersten Mal offiziell spielbar ist: Star Fox 2. Sollte der Titel exklusiv auf dem Miniatur-Super-Nintendo vorhanden sein, dürfte er ein unschlagbarer Kaufgrund für Fans des Weltraumfuchses sein.

Neidische Blicke nach Fernost

Trotz der wirklich sehr guten Auswahl an Spielen auf der Konsole ist die eine oder andere Entscheidung seitens Nintendo für manchen Fan sicherlich nicht ganz nachvollziehbar. Donkey Kong Country ist unter technischen Gesichtspunkten zwar unumstritten ein Meilenstein in der Geschichte der Videospielgrafik, doch der inhaltlich wesentlich bessere zweite Teil fehlt in der Sammlung. Rollenspieler dürften unter anderem Chrono Trigger, Lufia II: Rise of the Sinistrals, Secret of Evermore oder Terranigma vermissen. Ebenfalls wichtige Spiele wie Harvest Moon, Pilotwings, SimCity oder Tetris & Dr. Mario, die noch ein wenig mehr Abwechslung gebracht hätten, suchen wir vergebens. Während Europäer – bis auf Konsolen- und Controller-Design – keinen Unterschied zur Konsole und zur nordamerikanischen Videospielauswahl entdecken, dürfen diese jedoch ein wenig neidisch auf die japanische Ausgabe schielen. Die Super-Famicom-Miniatur fällt mit den exklusiven Titeln Fire Emblem: Monshō no Nazo, The Legend of the Mystical Ninja, Tetris Attack und Super Soccer noch ein wenig abwechslungsreicher aus. Mit Street Fighter II: Turbo – Hyper Fighting hat die europäische Version aber die Nase vorn, denn Super Street Fighter II: The New Challengers ist in den Augen mancher Prügelspielfans die etwas weniger gelungene Version des Beat ’em ups. Warum abermals ein Fußballspiel in der europäischen Variante allerdings fehlt, dürfte im fußballverliebten Europa erneut ein ewiges Rätsel bleiben.

Problematischer Lieferumfang

Im Lieferumfang der Konsole sind zwar ein HDMI-Kabel und ein USB-Stromkabel enthalten, doch fehlt abermals der AC-Adapter, der von Nintendo einzeln vertrieben wird. Wer also über keinen Fernseher mit einem USB-Anschluss, der noch dazu ausreichend Strom liefern sollte, nicht verfügt, wird wie schon bei der Miniaturausgabe des NES noch einmal extra zur Kasse gebeten. Das ist vor allem vor dem Hintergrund, dass Nintendo im selben Erscheinungsjahr den New Nintendo 2DS mit Netzteil ausgeliefert hat, nicht nur ärgerlich, sondern auch unverständlich. Dennoch funktioniert die Installation an jedem Flachbildfernseher mit den nötigen Peripherien problemlos. Besitzer eines älteren Röhrenfernsehers werden die Konsole hingegen nicht ohne Weiteres an ihr Gerät anschließen können. Immerhin hat Nintendo aus einem weiteren Fehler gelernt und der Konsole gleich einen zweiten Controller beigelegt. Bei der Vorgängerkonsole war es nämlich nach der ersten Vorbestellaktion ebenfalls schwierig, eine zweite Steuerungseinheit in die Finger zu bekommen. Wer darauf gehofft hat, dass die Kabellänge der Super-Nintendo-Controller ein wenig länger ausfallen, wird halbwegs enttäuscht. So sind die Kabel zwar ein wenig länger, doch immer noch zu kurz. Wer Monitorbräune verhindern möchte, muss abermals auf Verlängerungskabel von Drittherstellern zurückgreifen. Wir empfehlen die Classic Extension von Capcy, die auch beim NES Mini mühelos funktioniert.

(K)eine Liebe zum Detail

Haben wir das Gerät erst einmal zum Laufen gebracht, landen wir direkt im recht übersichtlichen Menü, das wir noch dazu in verschiedenen Sprachen anzeigen lassen dürfen. Im Menü sind sämtliche enthaltenen Spiele ähnlich wie bei der Vorgängerkonsole mit dem US-amerikanischen Cover horizontal aufgelistet. Diese Liste dürfen wir nach verschiedenen Kriterien ordnen, beispielsweise alphabetisch, nach Publisher, Release-Datum oder Spieleranzahl. Bei der überschaubaren Anzahl an Titeln oder Publisher dürfte diese Funktion für viele Nutzer aber obsolet sein. Digitale Anleitungen zu den Titeln sind wie beim Nintendo Classic Mini: NES jedoch nicht vorhanden. Über einen QR-Code beziehungsweise einen angezeigten Link kommen wir allerdings auf eine Unterseite von Nintendos Homepage, auf der wir alle wichtigen Informationen zu den einzelnen Spielen abrufen können. Das ist umständlich und alles andere als liebevoll gelöst. Speicherplatzmangel dürfte es auf der Konsole nicht geben. Abseits des Videospielkatalogs stehen diverse Einstellungsmöglichkeiten für die Darstellung auf der Mattscheibe zur Verfügung. So können wir die Klassiker im originalen Seitenverhältnis oder im 4:3-Format spielen und wahlweise die Kathodenstrahlröhre auf unserem Flachbildfernseher simulieren. Hinzu kommen verschiedene Rahmen, um den Rest der Bildschirmfläche zu füllen. Im Optionsmenü dürfen wir zum einen die Konsole auf den Werkszustand zurücksetzen und zum anderen bestimmte Funktionen aktivieren beziehungsweise deaktivieren.

Vorspulen in der Zurückspulfunktion

Dazu gehört beispielsweise die Zurückspulfunktion. Fallen wir bei Super Mario World in einen Abgrund und verspielen unser letztes Leben oder werden in Secret of Mana von einem Bossgegner pulverisiert, ist diese Funktion zwar durchaus nützlich, doch umständlich zu nutzen. So müssen wir uns aus unserem gemütlichen Sessel erheben, den Reset-Knopf an der Konsole betätigen und dann über das Gamepad die Funktion aktivieren und in größeren Intervallen an die besagte Stelle unserer Spielsession vorspulen (anstatt vom aktuellen Augenblick zurückzuspulen). Ebenfalls enthalten ist die Funktion, in der wir mitten im Spiel abspeichern können, wenn wir plötzlich ein längeres Telefongespräch tätigen müssen, einen Termin haben oder der nächste klassische Savepoint mehr als fünf Minuten Spielzeit entfernt ist. Unterm Strich bietet das Nintendo Classic Mini: Super Nintendo Entertainment System zwar einen ähnlich angenehmen Umfang wie die Vorgängerkonsole, doch Verbesserungen innerhalb einer logischen Entwicklung bei Konsolen beschränken sich auf ein Minimum. Einen Modulschacht für Originalmodule gibt es zum Beispiel nicht und auch an einer eShop-Anbindung hat Publisher Nintendo nicht gedacht. Wer kein Retro-Einsteigermodell benötigt und mehr als die 21 vorinstallierten Titel spielen möchte, kommt um die Anschaffung einer gebrauchten Originalkonsole oder Alternativen von Drittherstellern nicht herum. Als Sammlerstück hat sich das Nintendo Classic Mini: Super Nintendo Entertainment System ein Platz in der Vitrine aber redlich verdient.

Geschrieben von Eric Ebelt

Review: Sonic Mania

Manchmal wissen die Fans eines Franchises einfach am besten, was sie gerne spielen wollen. So erging es auch Christian Whitehead, der sich an die Entwicklung von Sonic Mania machte und sie Sega-Produzenten Īzuka Takashi vorstellte, der sich gleich in den Prototyp verliebte.

In den letzten zehn Jahren haben sich Fans ständig darüber beschwert, dass die Qualität der Sonic-Videospiele stetig abnimmt. Vor allem die dreidimensionalen Abenteuer des blauen Igels stoßen dem einen oder anderen Fan bitter auf. Spätestens seit 2016 ist sich Sega dieser Kritik bewusst und versprach Besserung. Sonic Mania ist einer der ersten Titel, den sich die Fans des Franchises genau so wünschen. Um ein dreidimensionales Abenteuer handelt es sich bei Sonic Mania allerdings nicht, denn das fertige Spiel ist durchweg ein klassischer Serienteil geworden, der sich stark an den Sega-Mega-Drive-Ablegern orientiert. Das heißt allerdings auch, dass eine durchstrukturierte Geschichte nicht zu spüren ist. Dennoch lässt sich sagen, dass Dr. Eggman keine Ruhe geben will und nach wie vor seine durchtriebenen Pläne verfolgt. So entführt der wahnsinnige Wissenschaftler abermals Tiere, die wir in der Rolle von Sonic, Tails oder Knuckles befreien müssen. Dabei stellen sich uns verschiedene Roboter aus Eggmans Kreativwerkstatt in den Weg, die wir der Reihe nach besiegen müssen, um der Spur des Wissenschaftlers zu folgen. Einen Blumentopf kann die Handlung von Sonic Mania definitiv nicht gewinnen. Das ist aber auch gar nicht schlimm, da wie schon in den Anfängen der Serie in den frühen 1990er Jahren das Gameplay im Vordergrund steht – und hier kann der Titel auf ganzer Linie punkten.

Klassischer Serienteil

Wie schon in den Serienanfängen rasen wir in den zweidimensionalen Levels aus der Seitenperspektive von links nach rechts, von rechts nach links, von oben nach unten und von unten nach oben – kurzum querfeldein. Waren die früheren Abenteuer des blauen Igels bereits in umfangreichen Spielabschnitten angesiedelt, überwältigt uns Sonic Mania mit einer schier unglaublichen Anzahl an verwinkelten Passagen, zahlreichen Geheimverstecken mit Bonus-Items und sogar die eine oder andere Überraschung hat es ins Spiel geschafft. Eine dieser Überraschungen wäre die Stelle, in der wir uns mit Eggman ein Duell á la Dr. Robotnik’s Mean Bean Machine liefern. Im Kern bleibt Sonic Mania allerdings ein waschechtes Jump ’n’ Run, in dem besonderer Wert auf Geschwindigkeit gelegt wird. So düsen wir mit dem blauen Igel beziehungsweise mit Tails oder Knuckles durch die Landschaft und in Loopings, springen über Abgründe und attackieren aus dem Sprung Feinde. Entscheiden wir uns statt für den titelgebenden Helden lieber für den zweischwänzigen Fuchs Tails oder den roten Ameisenigel Knuckles, kommen wir sogar in den Genuss anderer Fähigkeiten, um die Levels zu meistern. Tails kann zum Beispiel durch die Luft fliegen und Knuckles kann sich an Wänden festhalten, um höhere Ebenen zu erklimmen: So fühlt sich der Titel mit jedem Charakter recht frisch an!

Ein Ring, sie zu knechten

Abwechslungsreich fallen auch die zwölf Zonen des Spiels aus. Wir flitzen unter anderem über Grünflächen und durch Fabrikanlagen, Filmstudios oder eine Wüstenlandschaft. Es macht sehr viel Spaß, die verschiedenen Levels zu erkunden, da in jedem Spielabschnitt unterschiedliche Elemente zu dessen Gestaltung eingesetzt wurden. In den Filmstudios können wir beispielsweise in einigen Momenten nur Sonics Silhouette erkennen und können nur an den markanten Formen der Objekte erahnen, was sich hinter dem Scheinwerferlicht verbirgt. In Fabrikanlagen zieht peu á peu schwarzer Rauch auf, der die Sicht vernebelt. Hier müssen wir Hebel betätigen, damit der Qualm wieder abziehen kann. Unterwegs sammeln wir Ringe ein; für jeweils einhundert Ringe erhalten wir einen zusätzlichen Versuch. Diese sind in Sonic Mania – wie schon ihre Farbe vermuten lässt – goldwert. Das liegt daran, dass wir bei einer Kollision mit einem Gegner oder einem anderen Hindernis sämtliche Ringe verlieren und nur ein paar von ihnen wieder aufheben können. Eine kleine Herausforderung beim sehr hohen Spieltempo! Dennoch ist Sonic Mania kein schwieriges Spiel geworden. Wer schon einmal einen der älteren Serienteile gespielt hat, steigt schnell ins Geschehen ein. Neulinge müssen hingegen eine kleine Einstiegshürde nehmen, da Erklärungen zu Objekten, Bonus-Items und Co ausbleiben.

Ein Spiel von Fans für Fans

Wer die Umgebungen gründlich absucht, wird früher oder später oder auch nur zufällig über die Bonus-Stages stolpern. Hier verschiebt sich auf der einen Seite die Ansicht zur Verfolgsperspektive und auf der anderen Seite müssen wir neben Ringen auch Kugeln einsammeln, um einen der begehrten Chaos Emeralds ergattern zu können. In puncto Steuerung finden sich dieselben Fehler, die schon in früheren Teilen der Reihe vorhanden waren. Wollen wir mit Sonic Geschwindigkeit aus dem Stand aufnehmen, müssen wir uns auf der Stelle drehen. Das geht zwar auf Knopfdruck, doch ist es nicht möglich, die Richtung zumindest beim Start zu ändern. Rasen wir in einen Looping und laufen danach hingegen der physikalischen Gesetze an der Decke entlang, müssen wir die Richtungstaste manchmal, aber nicht immer, im richtigen Moment ändern. Hier hätte dem Titel eine Generalüberholung gut getan! Dafür begeistert die optische Gestaltung des Spiels, die klar an der 16-Bit-Ära angelehnt ist und sogar diverse Filter bietet, um ein Gefühl der Spiele aus den 1990er Jahren zu vermitteln. Hinzu kommt ein Soundtrack von Tee Lopes, einem langjährigen Sonic-Fan und bekannt durch diverse Interpretationen von Videospielmusik, der beliebte Tracks aus früheren Ablegern und neue Stücke komponiert hat. Sonic Mania ist und bleibt so wahrhaftig ein tolles Spiel von Fans für Fans!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): In den 1990er Jahren bin ich eher mit Super Mario und weniger mit Sonic the Hedgehog aufgewachsen. Die klassischen Serienableger des blauen Igels habe ich dann Ende der 2000er Jahre auf der Wii beziehungsweise auf der Virtual Console nachgeholt. Sonic Mania hat mich in sämtlichen Punkten an meine Erfahrungen mit der Reihe zurückerinnert, denn das Spiel will nichts anderes, als sich an den klassischen Abenteuer zu orientieren und Erinnerungen wachzurütteln. Leveldesign, Grafiken, Soundtrack, Gameplay und Steuerung – alles erinnert mich an die Sega-Mega-Drive-Spiele. Wer das hohe Spieltempo nicht scheut oder einfach mal wieder ein liebevolles Jump ’n’ Run der alten Schule zocken möchte, muss bei Sonic Mania unbedingt zuschlagen.

Vielen Dank an Sega für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Sonic Mania!

Review: Uncharted: The Lost Legacy

Mit Uncharted 4: A Thief’s End sollte die Geschichte um Schatzjäger Nathan Drake enden. Dass Entwicklerstudio Naughty Dog allerdings noch nicht so ganz mit dem Franchise brechen will, beweist die Stand-Alone-Erweiterung Uncharted: The Lost Legacy für die PlayStation 4.

Nathan Drake ist aus dem Geschäft – zumindest vorläufig, wir glauben noch nicht so sehr an seine frühzeitige Rente – ausgestiegen. Entsprechend musste für die Erweiterung ein Ersatz gefunden werden. So schlüpfen wir in The Lost Legacy in die Rolle von Chloe Frazer, die Fans der Reihe schon aus dem zweiten und dritten Serienteil kennen. Unterstützt wird sie von der ehemaligen Shoreline-Anführerin und Gegenspielerin aus dem vierten Teil Nadine Ross. Zusammen suchen sie in Westindien beziehungsweise den Westghats nach dem Stoßzahn von Gaṇeśa – und wie das bei jeder Suche nach einem mythischen Artefakt so ist, muss es auch wieder einen Rivalen geben, der die Helden daran hindern will und so ist Nadines Bekannter Asav ebenso an Gaṇeśas Stoßzahn interessiert. Welchen Anreiz er dabei hat, wird erst in der letzten Spielstunde deutlich. Aus Spoiler-Gründen gehen wir an dieser Stelle nicht weiter darauf ein. Es sei jedoch gesagt, dass der Bösewicht eher blass bleibt und eher mit Worten denn mit Taten bedrohlich erscheint. Glaubhaft dargestellt werden hingegen die Hauptakteure Chloe und Nadine, die beide ihre eigenen und nachvollziehbaren Hintergründe spendiert bekamen. Trotzdem kann Nadine mit ihrem Verhalten gerne mal an unseren Nerven zerren. Wie gut, dass in Spielmitte ein weiterer Seriencharakter hinzu kommt und die Situation auflockert.

Bekannte Spielerfahrung

The Lost Legacy unterscheidet sich in puncto Gameplay hingegen kaum von seinen Vorgängern. Insbesondere den vierten Teil hat man sich zum Vorbild genommen, um die Spielerfahrung auf der PlayStation 4 wie begonnen fortzuführen. Soll heißen, dass wir in einer exotischen Spielwelt per pedes in Schlauchlevels und via Vehikel in weiträumigen Gebieten unterwegs sind, Rätsel in verschollenen Tempelanlagen lösen, durch Gebiete schleichen und uns mit den Söldnern von Asav anlegen. Letzteres geschieht entweder im Nahkampf, bei Schusswechseln oder während Verfolgungsjagden. Abwechslung wird in The Lost Legacy auf der einen Seite durchaus großgeschrieben – auf der anderen Seite sollte jeder, der einen früheren Serienteil gespielt hat, nicht mit Überraschungen rechnen. Es werden ausnahmslos dieselben Stilmittel genutzt, um die Geschichte voranzutreiben. So gibt es nach wie vor den bekannten Stein, der im Felsmassiv beim Klettern abbricht und manche Wege lassen sich nur bestreiten, wenn beide Spielfiguren zusammenarbeiten. Während das bei den Rätselmechaniken noch hervorragend funktioniert, fragen wir uns allen Ernstes, warum die Entwickler die künstliche Intelligenz der Charaktere nicht endlich in den Griff bekommen. Besonders wenn unsere beiden Verbündeten gleichzeitig agieren, ist ihr Hin- und Herlaufen stets verwirrend. Ärgerlich!

Ergänzendes Vermächtnis

Unter optischen Gesichtspunkten gehört The Lost Legacy hingegen zu den schönsten PlayStation-4-Spielen. Besonders in jenen Momenten, wenn wir uns den Weg durch den grünlichen Dschungel bahnen und plötzlich die Sicht auf einen alten Tempel freigelegt wird, ist das ein sehr atmosphärischer Augenblick. Da ist es auch kein Wunder, dass wir bei solchen Szenen innehalten und mit Chloes Smartphone ein Foto schießen. Das Knipsen von Fotos und das Sammeln von Schätzen sind in The Lost Legacy die zwei großen Sammelaufgaben, die zum Erkunden der teils freiläufigen und teils arg eingeschränkten Spielfeld einladen. Aufgrund der hübschen Grafik und der atmosphärischen Musikuntermalung mitsamt glaubhaften Soundeffekten macht dies aber stets Spaß und stört den eigentlichen Spielverlauf nicht, zumal sämtliche Sammelaufgaben optional sind. Wer den Titel nach gefühlt zehn kurzen Stunden durchgespielt hat, der darf sich auch noch in den Online-Mehrspielermodus stürzen. Wahlweise steht auch der Überleben-Modus zur Verfügung, in der wir in bekannten Gebieten aus der Uncharted-Reihe alleine oder im Team mit Freunden eine Gegnerwelle nach der anderen abwehren. Unterm Strich ist The Lost Legacy eine nette Ergänzung zum vierten Teil geworden, der sich aber genau wie dieser zu sehr auf den Lorbeeren der Reihe ausruht und kaum Neues wagt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: In meinen Augen sollte jeder die Uncharted-Reihe einmal gespielt haben, wobei ich bis heute klar an der Meinung festhalte, dass die ersten beiden Serienteile und vor allem die zweite Episode zum Besten gehören, was die Reihe in all den Jahren hervorgebracht hat. Danach ging es mit dem Franchise bergab, sofern man wie ich erwartet, dass den Entwicklern neue Gameplay-Mechaniken einfallen sollten, um die Spiele frisch zu halten. So nutzt sich die Reihe seit dem dritten Abenteuer auf der PlayStation 3 nach und nach ab, bietet im Grunde nur mehr vom Gleichen und verlegt den Fokus stattdessen auf die Story. Letzteres gelingt The Lost Legacy nur im Ansatz, denn der Bösewicht bleibt weitgehend blass, die Mythologie um Gaṇeśas Stoßzahn wird beiläufig eingeworfen und mit Nadine Ross hat man mir gezeigt, dass man mich als Spieler mit unglaublich nervigen Figuren nerven möchte. Auch in puncto Gameplay bietet The Lost Legacy nicht mehr und nicht weniger, als mir Uncharted 4: A Thief’s End auf der PlayStation 4 präsentiert hat. So ist The Lost Legacy für Hardcore-Fans immer noch ein fantastischer Action-Titel, doch als sechstes Spiel des Franchises hätte ich mir trotz des Spaßes, den ich beim Erkunden der Spielwelt hatte, sehr viel mehr erwartet.

Vielen Dank an Sony Interactive Entertainment für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Uncharted: The Lost Legacy!

Review: The Prisoner: Island of Fire

Zwar wird Jackie Chan auf dem deutschen Cover von The Prisoner: Island of Fire als Hauptdarsteller beworben, doch übernimmt der Schauspieler im Film von Zhū Yánpíng aus dem Jahr 1990 nur eine Nebenrolle, die nicht zu seinem familienfreundlichen Image der Zeit passt.

Im Mittelpunkt der Handlung des Films steht Wáng Wéi, ein Polizist, der gerade nach Hause zurückkehrt, um mit einem Kollegen, seiner Verlobten und künftigem Schwiegervater Zeit zu verbringen. Als seine Verlobte mit ihm das Haus verlässt, um ihn zum Hotel zu bringen, wird ihr Vater plötzlich von einer unbekannten Person aufgesucht und ermordet. Zwar kann Wáng den Mörder mit einem Schuss an der Hand verwunden, doch gelingt diesem die Flucht zu seinem Wagen, der beim Anlassen des Motors merkwürdigerweise explodiert. Über einen abgetrennten Finger gelingt Wáng im Polizeirevier die Identifikation des Mörders, der jedoch vor einem halben Jahr zum Tode verurteilt wurde. Um der mysteriösen Sache auf den Grund zu gehen, nutzt Wáng die Belästigung einer Frau in einer Kneipe aus, um sich nach einer Schlägerei unter falscher Identität ins Gefängnis einzuschleusen. Die Informationssuche im Gefängnis erweist sich jedoch als schwierig, sodass sich Wáng zwangsweise mit den anderen Insassen anfreunden muss. Primär dreht sich der Film um die zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen den Charakteren. In der Haftanstalt müssen sie nicht nur die Regeln der korrupten Wärter befolgen; es gilt zudem das Gesetz des Stärkeren. Der Gefangene Dà Chuí hat beispielsweise aus Notwehr einen Bandenboss getötet und soll ebenfalls ermordet werden.

Ungewöhnlicher Genre-Mix

Über lange Zeit verliert sich The Prisoner: Island of Fire in einem Strudel von verschiedenen Ereignissen, die nicht so recht in die Haupthandlung hineinpassen wollen. Offene Fragen werden tatsächlich erst gegen Ende des Films gelöst – dann aber mit einer intelligenten Wendung, die kaum vorhersehbar ist. Überraschend ist auch, dass der Film kaum auf Martial-Arts-Einlagen setzt und sogar recht blutig ist. Im Finale wird gar reichlich Gebrauch von Schusswaffen aus nächster Nähe gemacht, was gar nicht zum familienfreundlichen Image von Jackie Chan passt. Dieser spielt im Film tatsächlich nur aus Dankbarkeit gegenüber Regisseur Zhū Yánpíng mit, der ihn vor Luó Wéis dubiosen Verbindungen zu Triaden (keine Seltenheit unter den Regisseuren des Hongkong-Kinos) zu schützen. Ebenfalls tritt Sammo Hung im Film auf, der einerseits eine tragische Rolle einnimmt, da er ständig ausbricht beziehungsweise es versucht, um seinen Sohn zu besuchen und andererseits sehr zum Humor des Films beiträgt. So bleibt der Film weitgehend ein bunter Genre-Mix, der nicht jedem zusagen wird, aber definitiv nicht das Geringste an der Spannung des Films ändert, auch wenn auf Deutsch nur die gekürzte Fassung vorliegt. Erst im Juli 2017 wurde der Film ungeschnitten freigegeben, wodurch es Koch Media möglich war, die originale Taiwan-Fassung als Bonus beizulegen.

Ungekürzte Fassung als Beilage

Allerdings handelt es sich bei der Bonus Disc sowohl bei der Blu-ray-, als auch bei der DVD-Ausgabe um eine DVD. Soll heißen, dass die Taiwan-Fassung nur in durchschnittlicher Bildqualität und nur im 4:3-Letterbox-Bildformat vorliegt. Zudem erfolgte bei dieser Fassung keine Nachsynchronisation. Aufs Bild gepresste Untertitel auf Englisch und Chinesisch stören das Gesamtbild zwar nicht sonderlich, die hinzuschaltbaren deutschen Untertitel inmitten des Bildes hingegen schon. Wer darüber hinwegsehen kann, der erhält mit dem ungekürzten Film eine circa dreißig Minuten längere Fassung mit vielen weiteren Szenen, die sehr zur düsteren und klaustrophobischen Gefängnisatmosphäre beitragen. Zudem kommen Filmfreunde nur so in den Genuss des originalen Endes des Films. Bei der deutschen Fassung handelt es sich also um eine Version, die vom Regisseur so nicht gedacht war. Die Soundqualität ist bei der Originalfassung mittelmäßig, besonders beim Einsatz der Titelmelodie und lauter Musik wirkt der Ton kratzig. Bei der Blu-ray-Fassung verwendet man statt des Dolby-Digital-2.0-Tonformats das Format DTS-HD Master Audio 2.0, wodurch der Ton – insbesondere die deutsche Synchronisation – klarer wirkt. Zudem ist das Bildformat im 16:9-Format (1,85:1) angenehmer auf großen Breitbildbildschirmen wahrzunehmen. Egal welche Version man sich letzten Endes jedoch anschaut – unterhaltsam ist er durchweg bis zur letzten Sekunde.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray- und der DVD-Fassung): Filme, die dem Hongkong-Kino der 1980er und 1990er Jahre entspringen, schaue ich mir immer wieder gerne an. Übertriebene Spezialeffekte sind hier nämlich Mangelware, sodass ein Film wesentlich natürlicher wirkt. So auch The Prisoner: Island of Fire. Sowohl die gekürzte deutsche Fassung, als auch die taiwanesische Langfassung haben mir sehr gut gefallen. Die Geschichte wird spannend, in der deutschen Version manchmal mit etwas zu viel Humor, erzählt und die Charaktere sind sehr vielseitig gestaltet. Vielen dürfte der kuriose Genre-Mix aus Komödie, Tragödie, Action-Film und Thriller vielleicht nicht gefallen, doch ich konnte mich recht schnell damit anfreunden und fühlte mich durchweg gut unterhalten. Zudem muss man den Mut bei den Köpfen hinter dem Projekt anerkennen, da sie mit dem Titelsong Zuìhòu yī qiāng (Der letzte Schuss) von Lǎo Cuī direkte Kritik auf das Tiān’ānmén-Massaker von 1989 reagierten. So ist der Film abseits des interessanten Inhalts auch unter kulturellen Aspekten ein wichtiges Werk.

Vielen Dank an Koch Media für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Prisoner: Island of Fire!

Review: Die Sims 4

Im Jahr 2000 erschuf Entwicklerlegende Will Wright mit der Lebenssimulation Die Sims einen Meilenstein der Videospielgeschichte. 2014 veröffentlichte Publisher Electronic Arts den vierten Serienteil – und kann uns wie beim ersten Teil tagelang an den Bildschirm locken.

Eine Hintergrundgeschichte gibt es in Die Sims 4 nicht, da wir sie selbst schreiben. Zu Beginn einer Partie erstellen wir uns eine Spielfigur, einen der titelgebenden Sims. Wir legen fest, wie unser Charakter aussehen soll und wie alt er ist, in welchem Verwandtschaftsverhältnis er mit anderen Sims steht und vor allem werkeln wir ein wenig an seiner vielseitigen Persönlichkeit. So können wir erfolgssüchtige Snobs ebenso kreieren wie liebeshungrige Romantiker. Haben wir uns für einen Charakter zusammengeschustert und ihm einen Namen gegeben, ziehen wir auch schon in ein neues Wohnviertel und stehen direkt vor unvollendeten Tatsachen. Das Grundstück, das wir uns ausgesucht haben, ist leer. Also müssen wir erst einmal über das Baumenü Wohnraum schaffen, indem wir uns ein Häuslein bauen. Dafür stehen uns zu Beginn zwanzigtausend Simoleons, die Währung des Spiels, zur Verfügung. Wie schon in den vorherigen Ablegern können wir unsere Wohnung komplett selbst erstellen – soll heißen, dass wir zunächst das Gemäuer hochziehen und anschließend den Innenarchitekten spielen. Hier müssen wir dann schon geschickt planen, wie groß das Haus im Endeffekt wird und wie wir den Raum nutzen wollen. Die zwanzigtausend Simoleons sind, vor allem wenn wir uns gleich zu Beginn für ein großes Grundstück entscheiden, schneller als uns lieb ist ausgegeben.

Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft

Da das Errichten des Hauses inklusive Inneneinrichtung deutlich Zeit in Anspruch nehmen kann, haben die Entwickler bei Maxis sich einen Kniff überlegt. Einerseits dürfen wir aus einem leicht zu verstehenden Schaubild die Objekte auswählen, die wir fürs Bauen benötigen und andererseits können wir auch aus einer vorgefertigten Auswahl an Räumen in verschiedenen Größen für unterschiedlich große Geldbeutel wählen. Anschließend überarbeiten wir auf Wunsch noch die Maße der Räumlichkeiten, verschieben Möbel und ändern die Position der Türen, damit unsere Sims jederzeit in jedes der Zimmer gelangen können. Haben wir uns erst einmal in unserem virtuellen Eigenheim eingerichtet, rückt der nach einer kurzen Eingewöhnungszeit leicht zu bedienende Baumodus in den Hintergrund. Stattdessen wird die soziale Interaktion mit den anderen Bewohnern der Spielwelt in den Mittelpunkt gerückt. Auf offener Straße sprechen wir einfach die Figur an, mit der wir befreundet sein wollen und bauen mit ihr in Form von Gesprächen eine zwischenmenschliche Beziehung auf. Versteht man sich nicht, entwickelt sich halt eine kleine Feindschaft – und versteht man sich prächtig, kann man die frische Freundschaft auch sehr schnell zu einer Romanze oder gar zu einer festen Beziehung ausbauen. Heiraten und Kinderzeugen ist ebenfalls ein Teil der sozialen Interaktion.

Das Streben nach Glück

Je mehr wir mit den Sims interagieren, desto mehr Möglichkeiten stehen uns auch zur Verfügung. Freunde können wir zu Partys einladen, unsere Partnerin beziehungsweise unseren Partner zu einem romantischen Date entführen oder auch mitten in der Nacht aus dem Bett klingeln. Da der Geldbeutel nicht ewig gefüllt bleibt, sollte unser Sim eine Karriere einschlagen, damit wir mit den verdienten Brötchen auch bessere Inneneinrichtung erwerben können. Eine kleine Stereoanlage kann die Bedürfnisse eines Sims in puncto Musik beispielsweise nicht so gut erfüllen wir eine Jukebox. Die Qualität des Kühlschranks wiederum sorgt dafür, ob unser Charakter Magenschmerzen aufgrund minderwertigen Essens bekommt – und wer sich gegen die Anschaffung eines Mülleimers entscheidet, versinkt schon bald im Gestank in den eigenen vier Wänden. Entsprechend ist es sehr wichtig, dass man die Einrichtung auf die Bedürfnisse der Sims anpasst. Früher oder später schreien diese auch nach Kunst, Kultur und Freizeitmöglichkeiten, sodass wir sie ohne Bilder an der Wand, Instrumente zum Musizieren, einem Fernseher zum Gedankenverstreuen oder einem Swimmingpool im Garten einfach nicht mehr richtig glücklich kriegen. Diese Verknüpfungen sind zugleich intelligent als auch clever gelöst und sorgen dafür, dass das Spielprinzip durchweg zeitlos und endlos bleibt.

Detailliertes Puppenhaus

So faszinierend das Leben der Anderen auch sein mag, so gibt es auch ein paar Kritikpunkte. Leider ist Die Sims 4 auch im Jahr 2017 nicht ganz fehlerfrei. Manche Aufgaben, die wir unserem Sim zu weisen, werden von diesem zwar akzeptiert, aber aufgrund paralleler Tätigkeiten der Zielperson oder des eigenen Willens nicht durchgeführt. So müssen wir gelegentlich eine Interaktion mehrmals in Auftrag geben, bis sie ausgeführt wird. Andere Fehler sind hingegen nicht ganz nachvollziehbar. Wenn unser Sim beispielsweise das Geschirr vom Tisch in der Küche spülen soll, so macht er dies nicht im gleichen Raum – stattdessen begibt er sich ins Badezimmer und benutzt das dortige Waschbecken. Das Ergebnis ist zwar dasselbe, die Umsetzung hingegen fragwürdig. Auf der grafischen Seite kann das Spiel mit seinem schönen Comiclook punkten. Die Mimiken und Gestiken der Sims sind humorvoll animiert und die Interaktionen mit zahlreichen Details geschmückt. Zusammen mit dem entspannten Soundtrack und der ulkigen Sprachausgabe, die auf einer rein fiktiven Sprache basiert, macht es in Die Sims 4 auch dank der intuitiven Steuerung per Maus durchweg Spaß, sich durch die Baumenüs zu klicken und das Leben unserer Sims zu verfolgen. Sowohl Fans der Reihe, als auch jene, die es noch werden wollen, werden mit Die Sims 4 wochenlang gut unterhalten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Meine letzte Erfahrung mit dem Franchise liegt viele Jahre zurück, denn bis auf den vierten Teil habe ich tatsächlich nur das Seriendebüt gespielt. Optisch liegen zwischen beiden Spielen natürlich Welten, doch da meine Erinnerungen ohnehin verschwommen sind, brauchte ich ein wenig Einarbeitungszeit, um mich in Die Sims 4 zurechtzufinden. Nachdem ich mich aber an die verschiedenen Gameplay-Mechaniken und die Menü-Struktur gewöhnt hatte, habe ich mich in der Lebenssimulation sehr schnell zurechtgefunden. So halte ich es für den richtigen Schritt, sowohl auf vorgefertigte Räume zurückgreifen, als auch völlig frei mein Haus einrichten zu können. Je nachdem wie viel Zeit ich mit dem Spiel verbringe, werde ich später um Umbau- und Erweiterungsarbeiten ohnehin nicht herum kommen, was ebenso zum Spielspaß beiträgt. Dennoch kann ich mich mit den vorgefertigten Wohnungsbereichen schon sehr viel schneller mit den sozialen Aspekten des Spiels beschäftigen, auf die der Titel verstärkt setzt. Es macht richtig viel Spaß, Freundschaften zu schließen, sich eine Freundin zu angeln, sie zu betrügen, die Mütter anderer Menschen mit Lamas zu vergleichen oder eine Party für die quirligen Sims zu schmeißen. Egal ob es nun positive oder negative Beschäftigungen sind, alles wird nicht nur nachvollziehbar, sondern charmant und humorvoll in Szene gesetzt. Wer eine gut funktionierende Lebenssimulation sucht, kommt um Die Sims 4 definitiv nicht herum. Der Titel bietet wochenlangen Spielspaß und beschert einem besondere Momente, die man mehr nicht vergessen wird.

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Die Sims 4!

Review: Attack on Titan (Vol. 1)

Die meisten Anime-Serien erreichen erst nach mehreren Jahren Kultstatus. Attack on Titan ist hingegen ein gutes Beispiel dafür, dass manche Werke vom ersten Moment an so beliebt sind und man kaum genug Episoden konsumieren kann, um den eigenen Hunter danach zu stillen.

In der Anime-Serie Attack on Titan aus dem Jahr 2013, die wiederum auf dem seit 2009 veröffentlichten Manga basiert, dreht sich alles um Eren Jäger. Dieser lebt im Jahr 845 zusammen mit seinen Eltern und deren Ziehtochter Mikasa Ackermann im Bezirk Shinganshina. Umringt von einer fünfzig Meter hohen Mauer wiegt sich die verbliebene Menschheit seit mehr als einhundert Jahren vor den Titanen der Außenwelt in Sicherheit. Entsprechend zeigt die so genannte Mauergarnison kein Interesse daran, sich im Kampf zu schulen und ertränkt sich auf Kosten der Bevölkerung in Alkohol. Aufgrund dessen träumt Eren davon, eines Tages dem Aufklärungstrupp beizutreten, um seine Liebsten vor den Titanen zu schützen und die Welt zu einem sicheren Ort zu machen. Obwohl seine Mutter gegen seine Entscheidung ist, wird er ausgerechnet durch sie angespornt. Plötzlich bebt die Erde und ein neuer Titan, der aufgrund seiner Größe über die Mauern blicken kann und von den Menschen fortan als „kolossaler Titan“ bezeichnet wird, tritt ins Rampenlicht. Die Mauer wird von ihm eingerissen, sodass die kleineren Titanen nicht mehr an dieser kratzen müssen und in den Bezirk Shinganshina eindringen können. Wie es der Zufall beziehungsweise der Wille der Handlung so will, wird Erens Mutter bei diesem Vorfall getötet – und Rache wird zu Erens Leitmotiv.

Erzählung auf mehreren Zeitebenen

Die ersten sieben Episoden von Attack on Titan werden auf vier unterschiedlichen Zeitebenen erzählt. Nach dem verheerenden Titanenangriff springt die Handlung erst ins Jahr 847 und ein wenig später ins Jahr 850. Eren und Mikasa entschließen sich dazu, dem Militär beizutreten, um die Menschheit vor dem neuen und noch gefährlicheren Feind zu schützen. Hauptsächlich konzentriert sich die Anime-Serie zu Beginn auf die Ausbildung und die Entwicklungen der zwischenmenschlichen Beziehungen der Charaktere. Dieser Schritt ist äußerst wichtig, da das Ende ihrer Ausbildung mit dem Angriff auf die nächste Mauer und somit dem mittleren Bezirk von ehemals drei Bereichen markiert wird. Auf der einen Seite wird bei diesen Kämpfen wunderbar gezeigt, wie die titelgebenden Angriffe auf die Titanen mittels der 3D-Manöver funktionieren und andererseits auch, wie furchtbar und entmutigend die übermenschlichen Feinde sind. Alle paar Minuten muss man sich als Zuschauer von Haupt- und Nebenfiguren verabschieden, da sie von den menschenfressenden Wesen mit einem oder zwei Bissen heruntergeschluckt werden. Die letzte Zeitebene springt vor die Ereignisse der eigentlichen Story und zeigt in einer Vorgeschichte, wie die aus dem weit entfernten Asien stammende Mikasa bei Erens Familie aufgenommen wird. Das ist spannend und inszenatorisch clever gelöst!

Gelungener Serienauftakt

Unter optischen Gesichtspunkten gehört Attack on Titan aufgrund seines einbrennenden Stils zu den schönsten Anime-Serien unserer Zeit. Die Charaktere werden aufgrund ihrer militärischen und somit ähnlichen Uniformen mit abwechslungsreichen Frisuren und die Titanen trotz ihres teils kindlichen und teils makaberen Aussehens unverwechselbar dargestellt. Besonders in den Kämpfen können die flüssigen Animationen auch aufgrund der oft dreidimensionalen Umgebungen punkten. Hinzu kommt ein fabulöser Soundtrack, der einerseits die desillusionierte Vorstellung von Frieden zerstreut und andererseits die Auseinandersetzungen mit den Titanen adrenalingeladen unterlegt. In puncto Synchronisation können uns sowohl die deutschen, als auch die japanischen Synchronsprecher zufriedenstellen. Ebenfalls angenehm ist auch das Bonusmaterial ausgefallen. Neben dem stabilen Pappschuber der limitierten Erstauflage liegt ein – zugegeben knapp bemessenes – physisches Booklet bei, in dem ein Episodenguide mitsamt einer Auflistung der wichtigsten Szenen, mehreren Charaktervorstellungen und erheiternden Comicstrips enthalten ist. Ähnlich lustige Geschichten gibt es auch in sieben Mini-Episoden im Chibi-Look, die auf der Blu-ray Disc enthalten sind und den ernsten Alltag in der Welt von Attack on Titan auf lustige Art und Weise auf die Schippe nehmen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Bereits nach dem Anschauen der ersten Volume beziehungsweise der ersten sieben Episoden kann ich sagen, dass Manga-Zeichner Isayama Hajime mit seinem Werk Attack on Titan ein grandioses und vor allem unverbrauchtes Universum erschaffen hat. Dieses funktioniert selbst als Anime-Adaption hervorragend, denn auf der einen Seite wird die Geschichte verständlich erklärt und peu á peu mit Hintergründen gefüllt und auf der anderen Seite sind die Charaktere vielseitig und vor allem nicht ersetzbar. Der Tod ist ein zentrales und wiederkehrendes Stilmittel in Attack on Titan, vor dem offensichtlich nicht einmal Hauptcharaktere inmitten der Staffel gefeit sind. So bleibt es mit jeder Episode spannend, sodass ich kaum nach dem Beenden einer Folge unbedingt die nächste sehen möchte. Attack on Titan ist ein geniales Werk, das man gesehen haben muss!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Attack on Titan (Vol. 1)!

Review: Mario + Rabbids: Kingdom Battle

Nintendo hütet die hauseigenen Marken wie Drache Smaug im Kinderbuchklassiker Der kleine Hobbit seinen Schatz. Dementsprechend werden diese nur sehr selten an externe Entwicklerstudios außerhalb der Unternehmensstruktur geliehen. Ubisoft hatte das Glück und hat den Zuschlag für ein kunterbuntes Crossover bekommen.

Mario + Rabbids: Kingdom Battle beginnt seelenruhig in der Tüftelwerkstatt eines nicht näher beleuchteten Mädchen, das jedoch großer Fan des Super-Mario-Franchises sein muss – zumindest pfeift die Erfinderin des als Superfusionierer bekannten Geräts fröhlich die Titelmelodie von Super Mario Bros. und auch einige das Regal zierende Figuren zeugen von ihrem Interesse an der Marke. Als sie ihre Arbeit allerdings jäh unterbrechen muss, verpasst sie das wohl irrwitzigste Erlebnis, das in ihrem Keller wohl jemals stattgefunden hat. Ubisofts quirlige Rabbids tauchen mit ihrer Zeitwaschmaschine im Zimmer auf und treiben jede Menge Schabernack, der in einer Katastrophe endet. Die Zeitwaschmaschine springt an und sowohl der Superfusionierer, als auch ein paar andere Dinge werden mit in den „Waschgang“ gepackt und tauchen wenig später im Pilz-Königreich wieder auf. Trotz ständiger Prinzessinnenentführungen und anderen ulkigen Besuchern dürfte das Auftreten der herumschreienden Hasen auch für die Bewohner des von Schicksalsschlägen gezeichneten Landes eine Besonderheit sein. Da die Rabbids sprichwörtlich aus allen Wolken fallen, können sie die einzelnen Regionen des Staates flächendeckend mühelos einnehmen und weil sie zu allem Übel auch noch mit Blaster-Pistolen bewaffnet sind, wollen sie die annektierten Gebiete natürlich auch nicht hergeben.

Wahnsinn und Schwachsinn

Es sind jedoch nicht alle Rabbids dem bösen Wahnsinn verfallen. Dadurch, dass die eingangs erwähnten Figuren aus dem Regal mit in die Zeitwaschmaschine gepackt wurden, haben sich ein paar Rabbids mit diesen Figuren fusioniert. Klempner Mario macht zu Beginn des Abenteuers also Bekanntschaft mit Rabbid-Peach und Rabbid-Luigi. Zusammen mit dem eigentlich rein digitalen Hilfswerkzeug Beep-0, der im Grunde die zentrale Spielfigur darstellt, als Pointer-Funktion in den Kämpfen missbraucht wird und zugleich als Erzähler herhält, macht sich das Heldengespann auf dem Weg durch die vier Welten des Königreichs, um das Unheil rückgängig zu machen. Unterwegs treffen sie auf weitere bekannte Figuren aus dem Super-Mario-Universum wie zum Beispiel Peach, Luigi, Toad oder Yoshi. Marios Kontrahenten sind ebenfalls mit von der Partie. Unter anderem bekämpfen wir im Verlauf des Spiels einen Rabbid, der Donkey Kong frappierend ähnlich sieht. Bowser Junior lässt sich seinen Auftritt ebenfalls nicht nehmen und nutzt die Gunst der Stunde, um das Chaos im Pilz-Königreich auf eine neue Stufe zu hieven. Der Humor, der von sämtlichen Charakteren getragen wird und überwiegend auf gut gemeintem Slapstick basiert, spricht in erster Linie ein junges Zielpublikum an. Wer über die Witze in Samstagvormittagcartoons nicht (mehr) lachen kann, wird an vielen Stellen im Spiel sicherlich keine Miene verziehen. Eine verschenkte Chance, Ubisoft!

Knackige Gefechte

Im Kern handelt es sich bei Mario + Rabbids: Kingdom Battle allerdings um keine Abarbeitung von den besten Gags beider Unternehmen, sondern um ein rundenbasiertes Taktikspiel. So scheuchen wir in der Regel drei Spielfiguren über einen begrenzen Bereich, gehen hinter Objekten in Deckung und schalten unterwegs unsere Gegner mit allerlei Angriffsmanövern aus. Unsere Feinde können wir zum Beispiel mit dem Raserei-Befehl umlaufen oder auf einen unserer Kumpanen springen, damit wir so Gegner per Stampfattacke erledigen können. Haben wir uns bewegt und uns womöglich im Vorbeigehen ein Geplänkel mit den Feinden geliefert, können wir aber immer noch einen Schuss abfeuern oder eine Spezialfähigkeit aktivieren. Gehen wir beispielsweise davon aus, dass der Gegner ebenfalls eine Spezialattacke ausführen will, können wir uns so prophylaktisch vor etwaigem Schaden schützen. Haben wir solch eine Fähigkeit allerdings aktiviert, können wir sie für ein paar Runden nicht mehr ausführen. Es gehört also ständig dazu, die Fähigkeiten im richtigen Moment einzusetzen. Haben wir all unsere Charaktere übers Spielfeld bewegt, ist der Gegner am Zug. Dieser positioniert seine Figuren in der Regel sehr clever, sodass der simpelste unserer Fehler heftig bestraft werden kann. Je mehr man sich mit den Regeln des Spiels jedoch beschäftigt, desto eher gelingen einem die Gefechte. Ungeduldige Naturen dürfen ein Match im Einfach-Modus neu starten.

Gold und Macht

Je nachdem wie gut wir ein Gefecht abgeschlossen haben, erhalten wir eine Belohnung in Form von Goldmünzen. Diese geben wir in der Kampfzentrale für neue Waffen aus, die wir jedoch beim Erkunden der Spielwelt erst einmal freischalten müssen. Jede neue Schusswaffe richtet größeren Schaden bei den Gegnern an oder verfügt über spezielle Eigenschaften. So können wir mit einem Schuss auch Honig verschießen, um Gegner an Ort und Stelle festzukleben, ihnen mit Flammen einzuheizen oder dafür sorgen, dass die Feinde durch die Gegend geschleudert werden, um eventuell gar vom Spielfeld gepustet zu werden. Ebenfalls erhalten wir am Ende von einer Gefechtreihe Power-Kugeln für jeden Charakter, die wir in den ihnen zugeteilten Fähigkeitsbäumen ausgeben können, damit sie neue Talente erlernen. Rabbid Peach kann beispielsweise als Heilerin agieren oder lernen, bis zu vier Gegner auf einmal mit Raserei anzugreifen. Ebenfalls Sekundärwaffen lassen sich so freischalten. Mario kann dann zu einem Hammer greifen und an Ort und Stelle gehörigen Flächenschaden austeilen. Das Tolle an Mario + Rabbids: Kingdom Battle ist jedoch, dass man sich so – mit der Einschränkung, dass Mario und ein Rabbid im Team sein müssen – sein ganz persönliches Dream-Team zusammenstellen kann. Über Rabbid-Luigis Vampirfähigkeiten freut sich im Team indirekt jeder!

Gradlinig durchs Pilz-Königreich

Außerhalb der Gefechte dürfen wir die Spielwelt, die – wie für das Super-Mario-Franchise gewohnt – aus saftiggrünen Wiesen, staubtrockenen Wüsten, schneebedeckten Bergen, schaurigen Friedhöfen und gefährlichen Feuerlandschaften besteht, frei erkunden. Einerseits finden wir diese Möglichkeit durchaus angenehm, da wir auch Rätsel lösen müssen, um an weitere Waffen, Power-Kugeln oder sammelbaren Schnickschnack zu gelangen. Andererseits ist die gesamte Spielwelt sehr linear aufgebaut, sodass wir quasi nur Schlauchlevels mit der einen oder anderen Abzweigung erkunden. Hinzu kommt, dass die Rätsel in fast allen Fällen viel zu leicht ausfallen. Selten müssen mehr als ein bis zwei Schalter betätigt werden, sodass Rätselfreunde erst zum Ende des Spiels ein wenig gefordert werden. Ärgerlich ist in diesem Zusammenhang, dass wir erst nach jeder Welt neue Abenteuerfähigkeiten spendiert bekommen. Soll heißen, dass wir alle Welten im schlimmsten Fall mehrmals abgrasen müssen, um alle Geheimnisse zu entdecken, da wir erst nach dem Abschluss einer Region auf einmal und ohne sinnvolle Erklärung Blöcke verschieben oder zerhämmern, Statuen von einem Podest aufs andere transportieren oder Vulkangestein aus dem Weg räumen können. Auch wenn wir hier mehr erwartet hätten, ist das optionale Backtracking dank Belohnungen dennoch motivierend.

Bewegungseinschränkungen

Die Bedienung des Spiels ist unserer Meinung nach ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite ist es anfangs gewöhnungsbedürftig, dass man außerhalb der Gefechte den unscheinbaren Beep-0 steuert und nicht Mario, wie man es erwarten würde. Auf der anderen Seite fragen wir uns, warum man sich nicht einheitlich auf eine Kameraperspektive geeinigt hat. Nur in sehr wenigen Gebieten dürfen wir die Kamera frei justieren. Ansonsten bleibt die Perspektive starr und sorgt dann in jenen Momenten, in denen sie sich automatisch dreht, gerne dafür, dass wir an Ecken oder Kanten kurz hängen bleiben. Die Kämpfe finden hingegen in einer isometrischen Ansicht statt, in denen sich die Kamera nur in Neunzig-Grad-Schritten drehen lässt. Wäre dies noch verschmerzbar, fällt das Fehlen von Komfortfunktionen wie das gleichzeitige Markieren von mehreren Gegnern schmerzlich auf. Abseits dessen können wir uns aber sehr wohl mit der Technik des Spiels arrangieren. Sowohl auf dem Fernsehbildschirm, als auch im Handheld-Modus läuft das knallbunte Spielgeschehen stets flüssig. Hinzu kommt ein fantastischer Soundtrack von Grant Kirkhope, der beispielsweise auch für die Musik von Banjo-Kazooie verantwortlich war. So ist Mario + Rabbids trotz seiner kleinen Defizite optisch und akustisch ein Genuss. Schade, dass die Kampagne nach circa fünfzehn bis zwanzig Stunden beendet ist. Wer alle Boni finden will, darf die doppelte Zeit investieren.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Mario + Rabbids: Kingdom Battle war eines der ersten Spiele, die auf der Electronic Entertainment Expo im Juni 2017 vorgestellt wurden. Weniger als drei Monate später stand der Titel bereits im Laden und leider merkt man an ein paar Stellen, dass der Titel zu übereilt auf den Markt geworfen wurde. Kamera-Probleme, fehlende Komfortfunktionen, lineare Spielwelten, ein mauer Humor und sogar reproduzierbare Spielabstürze beim Endboss  – all das hätte in der Qualitätssicherung auffallen müssen! Dass man sich für die Veröffentlichung und nicht für eine Verschiebung aufs vierte Quartal entschieden hat, liegt wohl daran, dass der Titel im Kern einfach funktioniert und auch sehr viel Spaß machen kann. Immer wenn ich auf dem Schlachtfeld einen Fehler mache, spüre ich ein paar Sekunden oder Minuten später die Konsequenzen und genau dann verlangt mein Ehrgefühl, dass ich die feindlichen Rabbids ins virtuelle Nirwana puste – oder die Schlacht neu starte und mit Ehrgeiz und Elan andere Entscheidungen treffe. Wer rundenbasierte Taktik-Strategiespiele mag und sich auch mit dem Super-Mario- und Rabbids-Universum anfreunden kann, kommt um den Titel für seine Switch definitiv nicht herum. Bleibt zu hoffen, dass Ubisoft das eine oder andere Update nachreicht, um kleinere Fehler zu korrigieren oder den Titel um ein paar Komfortfunktionen zu ergänzen, denn auch ein gutes Rezept kann noch verfeinert werden!

Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Mario + Rabbids: Kingdom Battle!

Review: Ys VIII: Lacrimosa of Dana

Während die langjährige Ys-Reihe Mitte der 2000er Jahre eine neue Blütezeit erlebte, wurde es in den letzten Jahren still um das Franchise. Mit Ys VIII: Lacrimosa of Dana ist dem Spiel 2016 in Japan der erneute Durchbruch gelungen, den wir jetzt auch in Europa erleben dürfen.

Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön: So heißt es zumindest in einem deutschen Volkslied von Isa Vermehren aus dem Jahr 1934 und auch zu Beginn von Ys VIII sieht alles danach aus, dass die Schifffahrt der Lombardia friedlich verläuft. Der Kapitän hält sogar noch ein Bankett ab und dann geschieht auch schon die Katastrophe. Ein Seeungeheuer lässt das Schiff kentern und wenig später wacht unser Held Adol Christin auf der Isle of Seiren, der Insel der Sirenen, wieder auf. Schon immer wollte unser Abenteurer diese mysteriöse Insel, von der nie jemand zurückgekehrt ist, erkunden – da er jedoch selbst vom Kapitän der Lombardia davor gewarnt wurde, hat er diesen Traum bisher auch noch nicht in die Tat umgesetzt. Beim Erkunden der Insel treffen wir auf die ein wenig hochnäsige Laxia von Roswell, ebenso eine Überlebende des Unglücks. Wenig später komplettiert der ulkige Sahad Nautilus das Trio. Vom Kapitän, der ebenfalls auf der Insel gestrandet ist, erfahren wir, dass es wohl noch mehr Schiffsbrüchige auf dem Eiland gibt. Unsere Aufgaben in Ys VIII sind es, einerseits die Insel zu erkunden und zu kartographieren und andererseits dabei die Überlebenden aufzusammeln, damit diese das Dorf der Schiffbrüchigen mit nützlichen Funktionen erweitern. Die Geschichte wird dank dieser facettenreichen Charaktere durchaus spannend und interessant erzählt.

Actionorientiertes Kampfsystem

Je mehr Überlebende wir auf der geheimnisvollen Insel aufspüren, desto mehr Regionen stehen uns offen. Die meisten davon müssen wir aufgrund des linearen Erzählstrangs zwar ohnehin erkunden, doch gibt es auch beiläufig ein paar optionale Areale. Zahlreiche Gegnertypen, die nicht selten rezenten oder ausgestorbenen Lebensformen nachempfunden sind, wollen uns beim Vorankommen jedoch hindern. Während der Erkundungstour greifen wir nahtlos, soll heißen ohne Kampfbildschirm, zu den Waffen und greifen mit einem Helden unserer dreiköpfigen Gruppe die Gegner an. Adol schwingt beispielsweise sein Schwert, Laxia hingegen attackiert die Feinde mit ihrem Degen und Sahad wirbelt einen riesigen Anker umher. Im späteren Spielverlauf kommen noch drei weitere Charaktere hinzu, die wir in der Regel jederzeit mit dem aktuellen Team komplett oder einzeln austauschen können. Zum Angriff steht jedem Recken ein Standardangriff zur Verfügung. Variationen gibt es in Form der Spezialfähigkeiten, die allerdings die Spezialenergieleiste, die sich noch dazu alle Helden teilen, leeren. Das Teilen dieser Leiste klingt in der Theorie schlimmer, als es sich in der Praxis anfühlt, da diese Entscheidung nur uns betrifft. Die anderen beiden Figuren werden vom Computer gesteuert und können nach Herzenslust dem Kampf frönen. Geschickte Angriffe füllen die Leiste wieder auf.

Monstervielfalt

Des Weiteren macht es Sinn, nicht immer nur mit ein- und demselben Charakter zu kämpfen. Jede feindliche Lebensform ist anfällig gegen ein besonderes Angriffsmuster. Während riesige Insekten besonders anfällig gegen Laxias Degen sind, reagieren schleimige Monster auf Adols Schwert und gut gepanzerte Kreaturen lassen sich von Sahads Hammer zerschmettern. Tiefgründigkeit erhält das Kampfsystem durch Ausweich- und Abwehrfunktionen. Entwischen wir dem Gegner oder verteidigen seinen Angriff im richtigen Moment, erleiden wir keinerlei Schaden und haben anschließend ein paar Sekunden Zeit, die Defensive des Gegners zu malträtieren. Ist diese gänzlich gebrochen, sollten wir unbedingt den Gauge-Angriff eines Helden ausführen – wir können uns ein paar Minuten vom Knöpfchenhämmern befreien und zusehen, wie die Energieleiste des Gegners sinkt. Besonders bei den großen Bossgegnern, die sich in der Monsterhierarchie nicht ohne Grund ihren Platz erkämpft haben, ist das ein erfreulicher Anblick. Besiegte Gegner hinterlassen wie in typischen Rollenspielen Erfahrungspunkte, mit denen unsere Charaktere peu á peu automatisch aufstufen und Werte wie Stärke und Verteidigung erhöhen. Goldmünzen gibt es in Ys VIII allerdings nicht. Stattdessen sammeln wir Materialien wie Felle oder Knochen, um sie im Dorf zu neuer Ausrüstung zu verarbeiten.

Abenteuerstimmung

Es ist jedoch nicht nur die Fauna, die Materialien übrig lässt. Wer die Flora der Spielwelt im Blick hat, sammelt fleißig Gewächse. Gepflückte Pflanzen und Schleim von Gegnern eignen sich in ihrer Kombination im Übrigen hervorragend, um unsere leeren Flaschen mit Tränken zu füllen. Natürlich können wir Fleisch von Säugetieren, Reptilien, Amphibien oder Fischen auch braten, Gemüse anbauen oder Früchte von Bäumen ernten, um immer ausreichend Nahrung in unserem schier nimmervollen Beutel zu haben. Erzadern sollten wir hingegen zu keiner Zeit übersehen, denn Erze eignen sich hervorragend dazu, unsere Waffen bei der Schmiedin zu verbessern. Um auch überall in der Spielwelt an die benötigten Materialien zu gelangen, ist eine Abenteuerausrüstung obligatorisch. Fast sämtliche Objekte der Ausrüstung finden wir im Spieldurchgang im Vorbeilaufen. Mit den Kletterhandschuhen können wir an hängendem Gestrüpp hinaufklettern, mit speziellen Schuhen versinken wir nicht mehr im Sumpf und mit einer weiteren Vorrichtung können wir auch Unterwasser atmen, um beispielsweise ein versunkenes Geisterschiff oder geflutete Höhlen zu erkunden. Hier erinnert Ys VIII ein wenig an Terranigma und es gibt wohl für kaum ein Action-Rollenspiel ein größeres Kompliment, als mit diesem wohl für alle Zeit unsterblichen Super-Nintendo-Klassiker verglichen zu werden.

Anspielungen auf die Populärkultur

Epische Ausmaße nimmt auch die Handlung an. Obwohl die Story mit simplem Schiffbruch beginnt, entwickelt sie sich mit jeder Stunde zu einer der spannendsten Geschichten, die wir in Rollenspielen bisher erlebt haben. Wir entdecken mysteriöse Piratenverstecke, dann gibt es in den eigenen Reihen einen mordslustigen Verräter zu entlarven und später lesen wir noch ein Mädchen inmitten der prähistorischen Fauna und Flora auf. Wer jetzt an die Fernsehserie Die Verlorene Welt denkt, liegt bei dieser Ähnlichkeit vielleicht gar nicht mal so falsch. Das Werk basierend auf dem Roman von Sir Arthur Conan Doyle ist allerdings nicht die einzige Fernsehserie, die womöglich als Pate für das Inselszenario herhalten musste. Die Überlebenden der Lombardia entdecken in den Tiefen des Dschungels zudem Überreste einer untergegangenen Zivilisation. Hier erinnert Ys VIII, auch aufgrund des Zusammenlebens der Charaktere und einem weiteren untergeordneten Erzählstrang, stark an die Fernsehserie Lost. Zudem sind erwachsene Themen stets an der Tagesordnung. Neben zwischenmenschlichen Beziehungen werden unter anderem auch Darwinismus, Evolutionstheorie oder Kreationismus angesprochen. Wer alle Informationen aufsammeln will, sollte jedoch Englisch- oder Japanischkenntnisse mitbringen – eine Übersetzung ins Deutsche ist bei Ys VIII leider nicht erfolgt.

PlayStation-Vita-Herkunft

Dafür ist der Titel an vielen Stellen sehr gut auf Japanisch vertont. In puncto Steuerung kann der Titel fast durchweg überzeugen. Einzig und allein die Aktivierung des Gauge-Angriffs kann besonders im späteren Spielverlauf versehentlich aktiviert werden, da hierfür der Ausweichknopf und der Knopf für die Spezialfähigkeiten gleichzeitig gedrückt werden muss. Das hätte man sicher anders lösen können. Unter grafischen Gesichtspunkten greift Ys VIII oft auf eine sehr bunte Farbpalette zurück. Besonders bei den Hauptcharakteren ist dies zu merken, da sich diese im Anime-Stil sehr von den Umgebungen abgrenzen. Die Texturen der Landschaften wirken auf den ersten Blick scharf, doch je näher wir uns der jeweiligen Umgebung nähern, desto deutlicher wird der Texturenmatsch. Das heißt aber nicht, dass es sich hierbei um ein hässliches Spiel handelt – im Gegenteil: Der gesamte Look greift wunderbar ineinander! Allerdings wirken die Animationen der Helden oft etwas zu steif, sodass unterm Strich die PlayStation-Vita-Herkunft mehr als deutlich ist. Dafür läuft Ys VIII bis auf sehr seltene Ausnahmen mit einer butterweichen Bildwiederholungsrate. Musikalisch begeistert der Titel mit angenehmen Kompositionen und einigen Ohrwürmern. Diesen ist man selbst nach sechzig Spielstunden nicht überdrüssig, denn solange kann man brauchen, um das Spiel abschließen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Eigentlich wollte ich Ys VIII: Lacrimosa of Dana gar nicht so lange spielen, da ich meine freie Zeit lieber mit anderen Dingen füllen wollte. Das Spiel hat diesen Plan spätestens nach dem zweiten Spielstart allerdings zunichte gemacht. Kaum habe ich das erste Kapitel des Spiels abgeschlossen, wollte ich unbedingt wissen, wie die sehr spannende und vor allem wendungsreiche Geschichte weitergeht. Hinzu kommt ein fast durchweg gelungenes und vor allem schnelles Kampfsystem, sodass ich gar nicht mehr aufhören konnte, mich durch die Gegnerhorden zu schnetzeln, Materialien zu sammeln und mit neuer Ausrüstung weiter in den Urwald der Insel vorzudringen. Während ich die musikalische Untermalung durchaus für gelungen halte, finde ich es sehr schade, dass man der PlayStation-4-Fassung nicht mehr technische Aufmerksamkeit gewidmet hat. Zwar ist der Titel alles andere als hässlich, doch vor allem weil die Regionen in Instanzen aufgebaut sind, wäre es durchaus angebracht gewesen, den Titel noch ein wenig mehr für Sonys Konsolenflagschiff zu optimieren. Wer darüber hinwegsehen kann, wird in Ys VIII: Lacrimosa of Dana eines der besten und unterhaltsamsten Action-Rollenspiele des Jahres 2016 entdecken!

Vielen Dank an NIS America für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Ys VIII: Lacrimosa of Dana!

Preview: The Crew 2

Der erste Teil von The Crew öffnete im Dezember 2014 für Rennspielfans die gesamten Vereinigten Staaten von Amerika als Schauplatz – zumindest im Maßstab mit einigen markanten Stellen des Landes. Ähnlich umfangreich wird wohl auch The Crew 2 ausfallen.

Wieder einmal sind wir in Nordamerika, genauer gesagt im Bundesstaat New York, unterwegs. Wir starten auf einem Hügel und werden kurz darauf in die offene Spielwelt entlassen. Überall dürfen wir in dieser Version des Spiels aber noch nicht hinfahren, stattdessen sollen wir uns mit dem Fahrgefühl vertraut machen und New York City vom Boden, auf Wasseroberflächen oder aus der Luft nach Belieben erkunden. Ihr habt richtig gelesen, ähnlich wie im Rennspielklassiker Diddy Kong Racing gibt es in The Crew 2 drei verschiedene Vehikelarten, mit denen wir die Spielwelt erkunden können. Der Clou des Spiels ist es, dass wir unser Fahrzeug auf Knopfdruck vom Auto in ein Flugzeug oder in ein Boot verwandeln können. Dies geschieht allerdings ohne Verwandlungsanimation und wirkt dementsprechend albern. Wer darüber hinwegsehen kann, bekommt aber ein gut funktionierendes Gameplay-Element vorgesetzt, das das Erkunden der Spielwelt deutlich einfacher gestalten sollte. Per Flugzeug kommen wir natürlich wesentlich schneller zu einem der auf der Karte verteilten Events, als mit dem Auto, mit dem wir zwar auch durch die Walachei brettern können, für die optimale Geschwindigkeit aber eher das Straßennetz nutzen sollten. Haben wir ein Event erreicht, dürfen wir uns mit anderen Spielern, die sich online in unserer Spielsession aufhalten, messen.

Große Stärken und große Schwächen

In diesem Punkt ist The Crew erfreulich abwechslungsreich. Mal müssen wir zahlreiche Drifts in den Straßen von New York City hinlegen, dann müssen wir auf einer Rennpiste mindestens Dritter werden oder wir düsen ähnlich wie in Excitebike 64 mit Motorrädern über einen speziellen Parcours. Genau das ist, neben der großen Spielwelt selbstverständlich, auch die große Stärke des Spiels. Gar nicht gefallen hat uns in Zusammenhang mit den Events allerdings die Fahrphysik. Diese fiel zumindest in unserer Anspielsession bei Publisher Ubisoft noch viel zu sensibel aus. Wir konnten kaum vernünftig in Kurven und Abzweigungen einschlagen oder nach Sprüngen mit zweirädrigen Bodenfahrzeugen landen. Hier hoffen wir sehr, dass die Steuerungseinstellungen trotz des arcadigen Spielprinzips noch Spielraum für Individualisierungsmöglichkeiten lassen. Sollten die Entwickler derartiges nicht vorgesehen haben, sollten sie schleunigst bei der Konkurrenz Electronic Arts Need for Speed: Payback anspielen – dort wurde in puncto Steuerung alles richtig gemacht. Während der Konkurrenztitel Kollisionen mit anderen Fahrzeugen pompös inszeniert, fallen diese im direkten Vergleich in The Crew 2 deutlich abgeschwächt aus. Selbst wenn wir mit hohem Tempo ein anderes Fahrzeug rammen, wirkt das Schadensmodell alles andere als glaubwürdig. Hier sehen wir noch Nachholbedarf.

Optimierungsspielraum

Unter technischen Gesichtspunkten kann uns der Titel noch nicht ganz zufriedenstellen. Auf der einen Seite läuft das Spiel zwar sehr flüssig und auch die Texturen in der näheren Umgebung wirken hochauflösend. Auf der anderen Seite wirkt das Spiel aber eher wie ein Titel, der der PlayStation-2-Ära entspringt. Bei natürlichen Umgebungen wie Bergen oder Wäldern fällt dies noch nicht ganz so stark auf, doch sobald aus einem Wolkenkratzer plötzlich Fenster wachsen, obwohl wir uns diesem nur ein paar Meter genähert haben, ist das alles andere als schön. Hier müssen die Entwickler also noch deutlich nachlegen. Zum Soundtrack können wir zum aktuellen Zeitpunkt leider noch nichts sagen, da wir das Spiel auf der Gamescom 2017 nur ohne Ton spielen konnten, um den Anweisungen der Entwickler folgen zu können. Wir gehen aber davon aus, dass die Musikstücke zum Rennvergnügen passend gewählt werden. Wem der Soundtrack oder die Handlung des Spiels, über die man uns nichts erzählt hat, besonders wichtig sind, sollte auf jeden Fall auf die ersten Testberichte um den 16. März 2018 warten, denn an diesem Tag soll The Crew 2 für die drei Plattformen PC, PlayStation 4 und Xbox One erscheinen. Nintendo-Fans müssen allerdings leer ausgehen: Eine Switch-Fassung ist nicht geplant und aufgrund der Hardware-Anforderungen ohnehin unwahrscheinlich.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Prognose (basierend auf der PC-Fassung): The Crew fand ich 2014 recht interessant und vielversprechend. Außerhalb des Beta-Tests habe ich es aber nicht mehr angerührt, da die Ambitionen der Entwickler in meinen Augen zu hoch gegriffen waren. Die gesamten Vereinigten Staaten von Amerika zu erkunden, kann zwar bis zu einem gewissen Punkt deutlich Spaß machen, doch das ewige Fahren über Landstraßen und Highways hat mich eher abgeschreckt als angelockt. Zudem haben mich die oft gleichen Aufgaben damals vom Kauf abgehalten. Durch die sehr viel abwechslungsreicheren Events von The Crew 2 kann aber genau diese Tatsache für mich wieder interessant genug sein, um dem Titel im Auge zu behalten. Allerdings müssen die Entwickler mir noch in vielen ungeklärten Punkten zeigen, dass sie das große Potenzial, das in The Crew 2 schlummert, nutzen wollen. Ich rede hier nicht von einer spannenden Story – die erwarte ich bei dieser gigantischen und offenen Spielwelt nicht einmal! Ich rede aber von einem glaubwürdigen Schadensmodell, einer atmosphärischen Grafik und vor allem von einer nachvollziehbaren Fahrphysik, die im bisherigen Zustand für mehr Frust, als für Spaß sorgt. Bekommen die Entwickler diese Problemchen aber noch in den Griff, dann kann sich The Crew 2 zu einem der besten Rennspiele mausern. Der Release-Termin, der 16. März 2018, wirkt auf mich momentan aber noch etwas utopisch.

Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Einladung zur Gamescom-Präsentation von The Crew 2!

Review: Invaders of the Rokujōma (Vol. 1)

Abgedrehte Anime-Serien brauchen selbst im Land der aufgehenden Sonne Mut seitens der kreativen Köpfe hinter dem Projekt. Die zwölfteilige Reihe Invaders of the Rokujōma kann mit durchgeknallten Charakteren und einer irren Handlung zumindest im Auftakt punkten.

Im Mittelpunkt der Handlung von Invaders of the Rokujōma steht der junge Oberschüler Satomi Kōtarō. Zu Beginn des ersten Oberschuljahrs zieht er in seine erste kleine Wohnung, die ihm nur fünftausend Yen kostet. Wer die Mietkosten in Japans dicht besiedelten Ballungsräumen kennt, weiß sehr gut, dass dies ein Spottpreis ist. So gelingt es ihm seinen Vater, der derweil in einer Junggesellenbude absteigen kann, finanziell zu entlasten. Kaum hat er seinen ersten Tag an der neuen Oberschule hinter sich gelassen, nimmt die Geschichte der Anime-Serie ihren Lauf. Plötzlich taucht ein Geist auf, der sich als die verstorbene Higashihongan Sanae entpuppt. Da ihr zu Lebzeiten die Wohnung gehörte, denkt sie erst gar nicht daran, sie mit dem neuen Mieter zu teilen. Ein Streit entbrennt, der von der auf einem Besen „fliegenden“ Cosplayerin Nijino Yurika jäh unterbrochen wird. Sie behauptet, dass böse Kräfte auf dem Weg zur Wohnung sind, um diese zu okkupieren. Damit ist die Rahmenhandlung von Invaders of the Rokujōma aber noch lange nicht abgeschlossen, da noch weitere Personen Interesse an der Wohnung bekunden. Aus der Unterwelt steigt Kurano Kiriha empor, die den Schrein, der damals am Ort des Gebäudes stand, neu errichten will, um die Erde zu erobern. Theiamillis Gre Fortorthe hingegen ist eine intergalaktische Prinzessin und hat ähnliche Ziele.

Fünf Freunde

Ein Genie muss man wirklich nicht sein, um sich solch eine durchgedrehte Story auszudenken. Dennoch muss Takehaya, so der Künstlername des Autors, sehr viel Mut bei der Light-Novel- und Manga-Vorlage aufgebracht haben, zumal die Lösung des Problems nicht mit Spuk, Magie, Robotern oder Karate gelöst werden kann. Kasagi Shizuka, Freundin von Kōtarō und Besitzerin der Wohnungsanlage, kann die Geschichte zwar nur schwerlich glauben, verbietet es allen Parteien aufgrund des Krachs jedoch, ihren Konflikt friedlich beizulegen. Wenig später entscheiden sich die ungleichen Akteure, ihren Streit per Kartenspiel und Co beizulegen und so darüber zu entscheiden, wer schlussendlich in der Wohnung bleiben darf. Das klingt zwar danach, dass die Geschichte sehr schnell zu einem Ende gebracht werden könnte, doch wird ihre Idee stets durch (un)vorhergesehene Ereignisse unterbrochen. Mal müssen sie im Wettkampf beziehungsweise im Schulmarathon gegeneinander antreten und mal entscheiden sie sich dafür, einen Tag am Strand zu verbringen, um die Streitigkeiten kurzzeitig zu vergessen. Je mehr sie jedoch zusammen unternehmen, desto enger schweißen sie zusammen und umso komplizierter erscheint die Konfliktlösung. In einer Folge müssen die frischen Freunde beispielsweise trotz ihrer Rivalität Sanae aus den Klauen durchtriebener Geisterjäger befreien.

Serienhalbzeit

Es wurden sehr viele Ideen in Invaders of the Rokujōma verarbeitet, sodass sich die Anime-Serie aus dem Jahr 2014 stets frisch und unterhaltsam anfühlt. Fraglich ist jedoch, ob es dem Produktionsteam gelingt, die Geschichte in sechs weiteren Episoden zu einem Abschluss zu führen, obwohl die Manga-Reihe von 2013 bis heute weitergeführt wurde. Zu oft haben wir erlebt, dass dieser Spagat gut ausgeht. Auf der technischen Seite ist Invaders of the Rokujōma nur halbwegs geglückt. Viele Szenen und Kamera-Einstellungen wirken in der Auflösung von 1080p und im bildschirmfüllenden 16:9-Format zwar wirklich hervorragend, doch nicht selten stören uns diverse Animationen oder Charakterzeichnungen, die nicht gänzlich mit dem Stil des restlichen Werks konform gehen. Unter akustischen Gesichtspunkten bietet die Anime-Serie einen angenehmen Soundtrack, der die meist heiteren und selten nachdenklichen Momente gut unterlegt. Hinzu kommen gelungene deutsche und japanische Synchronsprecher, die den Charakteren Leben einhauchen. Digitales Bonusmaterial liegt auf der Blu-ray Disc nicht vor. Auf der offiziellen Homepage von Kazé Anime verspricht der Publisher jedoch ein zwanzigseitiges Booklet. Dieses stand uns zum Testen aber nicht zur Verfügung. Wir gehen aufgrund unserer Erfahrung mit Kazé Anime aber davon aus, dass es qualitativ hochwertig ist.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Wenn eine Anime-Serie versucht, eine überdrehte Handlung mit irrwitzigen Charakteren zu inszenieren, dann geht das nicht immer gut aus. In der ersten Episode von Invaders of the Rokujōma hat mir die Serie aber sehr gut gezeigt, wie spaßig ein Anime auf dieser Grundlage sein kann. Umso erschrockener war ich, als meine Auffassungsgabe nach der ersten Episode peu á peu nachließ. Die Geschichte hat wirklich das Potenzial, interessant, spannend und unterhaltsam zu sein. Leider gelingt der Anime-Serie dies nur im Ansatz. Das mag auf der einen Seite daran liegen, dass die Hälfte der Serie mit der sechsten Episode bereits erreicht wurde und auf der anderen Seite, dass die Story sich noch nicht gänzlich entfalten konnte beziehungsweise der Auftakt schon alles Wesentliche behandelt hat. Dennoch bin ich gespannt darauf, wie die Geschichte beziehungsweise die Verteilung der Wohnung in der zweiten und somit leider auch schon letzten Volume ausgehen wird.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Invaders of the Rokujōma (Vol. 1)!

Preview: Sonic Forces

Unter langjährigen Fans steht das Sonic-Franchise seit den ersten Abenteuern des blauen Igels in dreidimensionalen Spielwelten in Verruf. Das hat auch Publisher Sega gemerkt, der mit den kommenden Abenteuern Besserung verspricht – mit Sonic Forces kann dieser Plan aufgehen.

Ähnlich wie beim direkten Kontrahenten aus dem Hause Nintendo steht die Story der Sonic-the-Hedgehog-Spiele selten im Vordergrund. Zur Handlung wollte man sich bei Sega zwar noch nicht äußern, doch macht das im Grunde nichts, da das hohe Spieltempo des Titels im Vordergrund steht. Anspielen durften wir insgesamt vier Levels. Zunächst einmal wäre hier die Modern Sonic Stage zu nennen, in der wir mit dem Sonic der neueren Spiele sowohl aus der dreidimensionalen Verfolgeransicht, als auch aus der zweidimensionalen Seitenansicht unterwegs sind. Hier rasen wir also zunächst durch Gassen und über Straßen, sammeln die typischen Ringe ein, springen und attackieren aus der Luft Gegner, bestaunen links und rechts die wunderschön explodierende oder brennende Umgebung und an bestimmten Stellen des Spielabschnitts dreht sich die Seitenansicht in einem angenehmen Tempo und lässt uns das Spiel quasi wie zu Sega-Mega-Drive-Zeiten fortsetzen. Das funktioniert und fühlt sich gut an. In diesem Zusammenhang ist auch die Classic Stage zu erwähnen. Inwiefern sich das Gameplay hier mit dem der zweidimensionalen Abschnitte der Modern Stage unterscheidet, ist uns aktuell nicht bekannt. Hier durften wir einen Bosskampf gegen Dr. Eggman spielen, der – bis auf die Verwandlungsform des Wissenschaftlers – sehr stark an die ersten Teile erinnert.

Abwechslungsreiche Gameplay-Methoden

In der zweiten Phase des Bosskampfes müssen wir Felsblöcke, die Dr. Eggman aus dem Hintergrund auf uns schleudert, zurückfeuern. Hier zeigt das Spiel gut, dass man nicht nur hohes Tempo, sondern auch wieder ein wenig Geschick braucht, um alle Abschnitte zu meistern. Jeder Treffer sorgt wieder dafür, dass wir Ringe verlieren und sobald wir keinen mehr unser Eigen nennen, dürfen wir das Level erneut beziehungsweise vom letzten Kontrollpunkt beginnen. Neben dem modernen und klassischen Sonic wird es auch möglich sein, einen eigenen Avatar zu erstellen und mit ihm durch zweidimensionale Spielabschnitte zu sausen. Dabei dürfen wir auch Waffen wie einen Flammenwerfer verwenden, um Gegner wegzubrutzeln. Hier bleibt allerdings offen, wie großzügig der Charakter-Editor wirklich ausfällt, da wir in der Gamescom-Demo eine vorgefertigte Spielfigur vorgesetzt bekamen. Zu guter Letzt hatten wir auch die Möglichkeit, den Tag-Team-Modus zu spielen. Hier rasen wir gleich mit zwei Charakteren durch dreidimensionale Spielabschnitte und kombinieren ihre unterschiedlichen Fähigkeiten miteinander. Alle Gameplay-Methoden funktionieren in der Praxis zwar sehr gut und wir freuen uns schon wahnsinnig auf das fertige Spiel, doch bleibt hier schlussendlich die Frage offen, wie diese unterschiedlichen Levels überhaupt miteinander verknüpft werden.

Mit Vollgas ans Ziel

Optisch sieht Sonic Forces im aktuellen Zustand dafür schon sehr gut aus. Besonders die dreidimensionalen Levels werden pompös mit glanzvollen Hintergründen in Szene gesetzt. Die Charaktermodelle und Spezialeffekte wirken hingegen nicht immer passend in die Levels integriert. Das fällt beim hohen Spieltempo aber ebenso selten auf, wie so manch matschige Textur. Letzteres dürfte eventuell für den einen oder anderen Spieler bei der Switch-Fassung ärgerlich sein, da diese zudem mit einer verringerten Bildwiederholungsrate läuft. Wer also die technisch beste Variante spielen will, muss zur PlayStation-4- oder Xbox-One-Fassung greifen. Kaum Unterschiede sollte es hingegen bei der Soundkulisse geben, denn die rockige Musik passt jederzeit hervorragend zum Geschehen. Ob sich darunter auch Kompositionen mit Ohrwurmcharakter wie etwa bei Sonic the Hedgehog 4: Episode II befinden, können wir nach unserer halbstündigen Anspielsession bei Publisher Sega allerdings nicht beurteilen. Fakt ist jedoch, dass so gut wie alle Elemente wirklich clever ineinandergreifen und sich der Titel tatsächlich zu einem der besten Spiele des Franchises entwickeln kann. Wir sind uns sicher, dass Publisher Sega sein Versprechen halten kann, denn wirklich viel schiefgehen kann bei Sonic Forces nicht mehr. Wir drücken den Entwicklern beim Endspurt die Daumen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Prognose (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Ich muss ehrlich zugeben, dass ich in den letzten Jahren eher weniger Kontakt mit dem Sonic-Franchise hatte. Das lag nicht daran, dass die Spiele angeblich nicht so gut wie die Ursprünge der Serie sein sollten, sondern viel eher daran, dass von meiner Seite aus einfach kein Interesse an der Reihe bestand. Innovationen wie bei Nintendo bleiben bei den Sonic-Spielen nämlich gerne einmal aus. Sonic Forces hat mir aber gezeigt, dass Sega mit dem Spiel wieder eine ernstzunehmende Jump-’n’-Run-Alternative bieten will. Aufgrund vier verschiedener Spielmodi, von denen ich allerdings noch nicht so ganz überzeugt bin, dass sie vernünftig verknüpft werden, schönen und interessanten Spielwelten, toller Action bei einer hohen Geschwindigkeit und rockiger Musikuntermalung gebe ich dem Spiel definitiv eine Chance, wenn es Ende 2017 veröffentlicht wird.

Vielen Dank an Sega für die freundliche Einladung zur Gamescom-Präsentation von Sonic Forces!

Review: Food Wars (Vol. 2)

In der ersten Volume von Food Wars wurde die Grundlage der Anime-Serie gelegt, die Ausgangslage verdeutlicht und die illustren Charaktere vorgestellt. Die zweite Volume baut darauf zwar auf, vergisst jedoch durchgehend die Handlung in angemessener Weise zu entfalten.

Nach wie vor dreht sich in Food Wars alles um den fünfzehnjährigen Yukihira Sōma, der von seinem Vater auf die Tōtsuki-Kochschule geschickt wurde, um seine Kochtalente zu schärfen. Die Episoden der zweiten Volume von Food Wars knüpfen an die Geschichte der vorherigen Folgen nahtlos an. Das heißt, dass zu Beginn des zweiten Episodenpakets das Shokugeki zwischen Hauptcharakter Sōma und seiner Kontrahentin Mito Ikumi im Mittelpunkt der Handlung steht. Wer das Kochduell schließlich gewinnt und wie ihr Zwist anschließend gelöst wird, wollen wir euch an dieser Stelle aber nicht verraten. Viel wichtiger ist in der zweiten Volume ohnehin der Ausflug in ein Hotel. Hier wird den Schülern von der Oberschule eine Aufgabe nach der anderen gestellt, die sie unter Zeitdruck bestehen müssen. Tadokoro Megumi weicht bei einer Aufgabe allerdings von der Vorgabe ab und soll deshalb von der Schule verwiesen werden. Ihr guter Freund Sōma kann und will das aber nicht zulassen, sodass er den Aufgabensteller Shinomiya Kojirō ebenfalls zu einem Shokugeki herausfordert. Das Ende vom Lied ist, dass sowohl Sōma als auch Megumi um ihren Platz an der Tōtsuki-Kochschule fürchten müssen und gemeinsam im Shokugeki antreten sollen. Sōma darf ihr außerdem nur als unterstützende, nicht jedoch als beratende Funktion im Kochduell beistehen. Clever und spannend!

Repetitive Elemente

Obwohl die Geschichte – zumindest für das Genre – spannend erzählt wird und auch reichlich Platz für Humor bleibt, gibt es in den Episoden der zweiten Volume der Anime-Serie grundsätzlich keine großen Überraschungen oder Wendungen. Food Wars wiederholt sich an vielen Stellen sehr, da den Schülern ohnehin nur neue Aufgaben vorgesetzt werden und alles in Duellen und Prüfungen endet. Die zwischenmenschlichen Beziehungen, die man versucht hat in den ersten Episoden aufzubauen, werden in der zweiten Ausgabe nur beiläufig vertieft. Wir sind uns sicher, dass die Köpfe hinter dem Projekt wesentlich klügere Entscheidungen diesbezüglich hätten treffen können. Ein weiteres Element, das sich wie die Prüfungen wiederholt, ist das Konkurrenzdenken zwischen den einzelnen Akteuren. Neu im Bunde sind die Aldini-Brüder, die von Onkel und Vater aus Italien an die Tōtsuki-Kochschule nach Japan geschickt wurden, um ihre Kochfähigkeiten zu schärfen. Besonders das Schicksal von Takumi Aldini ist mit dem von Sōma zu vergleichen. Sein Charakter weicht jedoch stark von seinem Rivalen ab. Er teilt im Grunde seine arrogante und hochnäsige Einstellung mit der typischen Konkurrenz, was das Potenzial des durchaus interessanten Takumi gleich verspielt. Ebenso schwach wird auch die Beziehung zu seinem Bruder Isami Aldini dargestellt, der zur Randfigur verkommt.

Bekannte Merkmale

Gut finden wir jedoch, dass die technische Qualität der Anime-Serie unverändert geblieben ist. Im bildschirmfüllenden 16:9-Format können in der Auflösung von 1080p alle Szenen wunderbar glänzen. Dazu sollte direkt gesagt werden, dass Food Wars nur wenig an seinem in den ersten Episoden aufgebauten Charme verloren hat. Soll heißen, dass der Verzehr von Mahlzeiten gerne mal mit ein wenig Erotik unterlegt wird. Im wahrsten Sinne des Wortes wurden diese Elemente bereits in der ersten Volume ausgenudelt, sodass man hier an unnötigen Wiederholungen gespart hat. Wir gehen jedoch davon aus, dass wir in kommenden Folgen wieder ein wenig mehr Betonung auf nackte Haut und erotischen Lüsten erleben werden. Der Soundtrack der Anime-Serie passt genauso zum Geschehen wie die deutschen und japanischen Synchronsprecher zu ihren Rollen. Beide Tonspuren liegen in DTS-HD Master Audio 2.0 vor; Untertitel werden zur japanischen Tonspur automatisch hinzugeschaltet. Wer auf Bonusmaterial im digitalen Bereich gehofft hat, wird vermutlich enttäuscht sein. Auf dieses hat man bei der zweiten Volume gänzlich verzichtet. Dafür liegt in physischer Form ein Booklet zur Anime-Serie bei. Über dieses können wir an dieser Stelle aber nichts sagen, da man es für unser Review leider nicht zur Verfügung stellen konnte. Aus Erfahrung gehen wir hier allerdings – wie für den Publisher Kazé Anime typisch – von einer guten Qualität aus.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Mit Food Wars bin ich in der ersten Volume noch nicht richtig warmgeworden und das hat sich auch beim Anschauen der Episoden der zweiten Ausgabe nicht wirklich geändert. Während ich bei der ersten Volume im direkten Vergleich die fortlaufende Story noch als eine Stärke sehe, verkommt diese Stärke bei den vorliegenden Folgen aufgrund nerviger Widerholungen eher zur Schwäche. Das liegt ganz einfach daran, dass man sich ständig im Kreis dreht. Es folgt ein Kochduell auf das andere, eine Prüfung auf die nächste und ein Konkurrent ist so arrogant wie jeder andere Rivale auch. Food Wars hat Potenzial, ein abwechslungsstarker Anime zu sein, spielt es in den vorliegenden Episoden aber einfach nicht aus. Ich hoffe stark, dass sich dies in den nächsten beiden Volumes ändern wird, um meine Enttäuschung ein wenig zu lindern.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Food Wars (Vol. 2)!

Preview: Super Mario Odyssey

Im Jahr 2002 schickte Publisher Nintendo seinen schnauzbärtigen Klempner in Super Mario Sunshine das letzte Mal in offene, dreidimensionale Welten. Auf der Gamescom 2017 durften wir das ähnlich und vielleicht besser strukturierte Super Mario Odyssey selbst ausprobieren.

Über die Hintergrundgeschichte von Super Mario Odyssey ist noch nichts bekannt, doch die ersten Trailer suggerieren bereits, dass Bösewicht Bowser Monarchin Peach ehelichen will. Wir gehen davon aus, dass Mario dieses Vorhaben verhindern und die Prinzessin aus den Klauen des Reptils befreien muss. Seine Reise führt ihn dabei durch eine bisher nicht genau spezifizierte Anzahl von Welten und auch auf Nachfragen bei Nintendo haben wir nicht in Erfahrung bringen können, wie groß das Spiel tatsächlich ausfallen wird. Während dies bei anderen Publishern so kurz vor Release bedenklich sein könnte, vertrauen wir hier dem japanischen Traditionsunternehmen, da man uns in den Super-Mario-Hauptabenteuern in puncto Umfang bisher noch nie enttäuscht hat. Bisher bekannt ist zum Beispiel New Donk City, eine Stadt, die an New York City angelehnt ist und in der Pauline die Bürgermeisterin mimt. Ob wir passend zum Thema einen Gastauftritt von Donkey Kong erleben dürfen, ist zwar fraglich, doch würde es sich hier wunderbar anbieten, zumal im Spiel an allen Ecken und Enden eine fantastische Idee nach der anderen zum Tragen kommt. Dieser Ideenreichtum stellt mit Leichtigkeit das sehr abwechslungsreiche Super Mario Galaxy 2 aus dem Jahr 2010 in den Schatten – und das nicht nur in New Donk City, sondern auch in den anderen Welten.

Die Farbe des Geldes

Eine Oberwelt wie das Schloss in Super Mario 64, über die wir in die verschiedenen Welten reisen können, wird es in Super Mario Odyssey allerdings nicht geben. Das macht auch Sinn, da wir mit einem Raumschiff unterwegs sind und so die einzelnen Welten, wie beispielsweise das Sand Kingdom, das uns besonders gefallen hat, ansteuern können. Das Sand Kingdom ist ein Paradebeispiel dafür, wie gut die Gameplay-Mechaniken von Super Mario Odyssey in der Praxis funktionieren. Obwohl wir uns in einer offenen Spielwelt bewegen, passieren wir alle paar Minuten einen Kontrollpunkt, um bei einem möglichen Ableben unserer Spielfigur nicht am Level-Anfang beginnen zu müssen. Eine Versuchsanzahl gibt es in Super Mario Odyssey ebenfalls nicht; wir verlieren lediglich ein paar unserer Münzen, die wir unterwegs gesammelt haben. Hier hat man sich offensichtlich ein wenig von Sonic The Hedgehog inspirieren lassen. Neben den klassischen Goldmünzen gibt es auch lilafarbene, dreieckige Münzen. Diese sind allerdings nur in der Welt einsetzbar, in der wir sie auch gefunden haben. Im Sand Kingdom können wir diese beispielsweise gegen Poncho und Sombrero eintauschen, um Einlass in ein spezielles Lokal zu erhalten, um dort einen Mond zu ergattern. Die Monde dienen wiederum dafür, die Kraft des Raumschiffes zu verbessern, um so neue Gebiete erschließen zu können.

Grandioser Einfallsreichtum

Zu diesen Gebieten gehören auch das Schlemmerland und das Wooden Kingdom. Während wir im bewaldeten Königreich auf ein ausgestorbenes Urzeittier treffen, dürfen wir im jüngst vorgestellten Schlemmerland die Kochmütze aufsetzen und ähnlich wie in Yume Kōjō Doki Doki Panic, das außerhalb Japans frech als Super Mario Bros. 2 veröffentlicht wurde, Rüben aus dem Boden zupfen. Marios neue, sprechende Mütze ist diesmal Dreh- und Angelpunkt des Spiels, denn Cappy, so der Name der Kopfbedeckung, lässt sich auf Gegner schmeißen, um sich auf diesem Weg in diese zu verwandeln. Dadurch erhalten wir neue Fähigkeiten, die zum Vorankommen in den Levels vonnöten sind. Werfen wir die Mütze auf einen Kugelwilli, können wir kurze Zeit als Kanonenkugel durch die Luft brettern. Schmeißen wir sie hingegen auf eine Flamme, können wir unbeschadet Lavaseen überqueren. Der Einfallsreichtum endet mit der Übernahmefähigkeit allerdings nicht, denn auch die einzelnen Welten bietet viele Raffinessen. Im Sand Kingdom können wir nämlich auch noch auf einer löwenartigen Kreatur reiten, versteckte Bonus-Levels entdecken oder sogar durch eine 8-Bit-Röhre kriechen, um anschließend an der Wand zweidimensionale Spielabschnitte, die frappierend an Super Mario Bros. erinnern, zu absolvieren. Der Abwechslung sind hier definitiv keine Grenzen gesetzt!

Sorgenkinder

Ein wenig bedenklich finden wir im Moment noch die Steuerung des Spiels, denn mit dem Pro Controller konnten wir die Spezialangriffe mit Cappy während der Anspielsession nicht wirklich gut umsetzen. Wir hoffen stark auf Besserung bis zum Release. Unter grafischen Gesichtspunkten macht Super Mario Odyssey eine sehr gute, wenn auch nicht gänzlich makellose Figur. Auf der einen Seite kann uns das Jump ’n’ Run mit seiner kunterbunten Farbpalette, satten Texturen und comicartigen Effekten bereits im aktuellen Zustand sehr begeistern. Auf der anderen Seite fällt die fehlende Kantenglättung besonders in Umgebungen, die auf viele rechteckige Objekte setzt, störend auf. Während in der vorgestellten Wüstenwelt dieses Problem kaum bis gar nicht zu bemerken ist, springt uns die Treppchenbildung im Stadt-Level unangenehm ins Auge. Zugegeben saßen wir während unseres Anspieltermins einen halben Meter vor dem riesigen Fernseher, sodass das Fehlen von Anti-aliasing bei einem größeren Abstand zur Mattscheibe vermutlich gar nicht so stark auffallen wird. Dennoch sollten sich die Entwickler des Spiels nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen und bis zum Release im Oktober noch ein wenig Feintuning betreiben, denn dann kann sich die Odyssee auch zu einem wundervollen Abenteuer entwickeln, das wir nie vergessen werden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Prognose: Von Super Mario Odyssey bin ich wirklich begeistert. Bereits die ersten Trailer und Informationen, die ich während der Electronic Entertainment Expo 2017 sammeln konnte, haben mich heiß auf das Spiel gemacht. Nachdem ich nun selbst Hand anlegen konnte, kann ich den Veröffentlichungstermin gar nicht mehr erwarten. Die Welten sind groß und hinter jeder Ecke erwartet mich eine neue Überraschung. Während andere Titel dutzende Ideen in ein ganzes Spiel packen, finden sich diese in Super Mario Odyssey gerade einmal in einem Level! Etwas schade finde ich nur, dass die verschiedenen Kostüme allen Anschein nach nur kosmetischer Natur sind, um in den Welten bestimmte Ereignisse auslösen zu können. Ebenso konnte ich mich mit der Steuerung via Pro Controller noch nicht so ganz identifizieren und hier erwarte ich, nachdem sich Nintendo seit der Wii gegen alternative Steuerungsmethoden sträubt, das sie dieses Kunststück in Super Mario Odyssey endlich vollziehen werden. Der Titel ist einfach zu gut, um ihn mit vermeidbaren Kinderkrankheiten auszuliefern!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Einladung zur Gamescom-Präsentation von Super Mario Odyssey!

Review: Fate/stay night [Unlimited Blade Works] (Vol. 4)

In der dritten Volume konnte die Anime-Serie Fate/stay night [Unlimited Blade Works] nicht nur an Fahrt gewinnen, sondern schaffte es auch, wichtige Charaktere des Franchises aus anderen Blickwinkeln zu beleuchten. Die vierte Ausgabe bringt die Story zum runden Abschluss.

Am Ende der letzten Episode aus Volume 3 haben sich die Ereignisse regelrecht überschlagen. Tōsaka Rin wurde von ihrem ehemaligen Servant Archer entführt und ins verwüstete Schloss Einzbern, das seit dem tragischen Tod von Illyasviel von Einzbern und der Auslöschung ihres Servants Berserker leer steht, verschleppt. Der erzürnte Servant ist alles andere als mit Emiya Shirōs Lebensweise und seiner Meinung nach sehr arroganten Einstellung einverstanden, weshalb er ihn in Hinblick auf seine eigene Vergangenheit ins Nirwana schicken will. Er gibt dem eigentlich klar unterlegenen Master einen Tag Zeit, um zum Schloss zu kommen und ihn zum Kampf aufzufordern – andernfalls würde er Rin etwas antun und verspricht dem schleimigen Shinji Matō nach Ablauf der Frist freie Hand, was er mit Rin anstellen darf. Zusammen mit Rins neuem Servant Saber macht sicht sich Shirō auf zum Schloss, wo er bereits erwartet und in einen Kampf verwickelt wird. In diesen solle sich Saber nicht einmischen, denn Shirō ist felsenfest davon überzeugt, das Duell auf seine eigene Art und Weise zu gewinnen. Damit der Kampf auf Leben und Tod für Shirō noch sehr viel aussichtsloser erscheinen soll, errichtet der durchtriebene Archer für den Zweikampf eine Reality Marble, die wir bereits aus der letzten Volume kennen und dem Untertitel des Animes ein weiteres Mal einen besonderen Sinn gibt.

Konsequentes Finale

Bereits die ersten Episoden der vierten Volume bieten einige Überraschungen, die wiederum bestimmte Wendungen innerhalb der Handlung einleiten. Beispielsweise ist ein ausgeschiedener und für Tod gehaltener Master wieder im Rennen, der seine eigene Pläne mit der gefangenen Rin hat und deshalb Shinji ein Dorn im Auge ist. Lancer taucht in der entscheidenden Sekunde ebenfalls auf und sorgt dafür, dass sich die Handlung anschließend voll und ganz auf Gilgamesch konzentriert, der sein wahres Gesicht offenbart, den Spieß umdreht und Shinji für seine makaberen Zwecke missbraucht. Im Krieg um den Heiligen Gral entbrennt ein letzter Kampf, in dem alle verbliebenen Akteure mit hineingezogen werden. Bis zum Ende bleibt die Geschichte des Animes spannend, sodass wir uns nur zu gerne eine Episode nach der anderen anschauen. Ein wenig schade ist, dass sämtliche Episoden der dritten und der vierten Volume, also der zweiten Serienstaffel, in einer einheitlichen Länge vorliegen und es keine Folge mit Überlänge gibt. Dafür verzichtet die Episode, in dem der Kampf zwischen Archer und Shirō wütet, auf die Introsequenz und wirft uns direkt ins Geschehen. Der wichtigste Fakt ist jedoch, dass die Handlung der Serie konsequent zu einem zufriedenstellenden Ende geführt wird. Unterm Strich bleiben so kaum bis gar keine Fragen offen, die uns nach dem Ende quälen. Toll!

Versöhnlicher Serienabschluss

Auf der technischen Seite kann Fate/stay night [Unlimited Blade Works] ein viertes und letztes Mal punkten. Die sieben enthaltenen Episoden können uns mit einer fantastischen Bildqualität in der Auflösung von 1080p und im bildschirmfüllenden 16:9-Format durchaus überzeugen. Sämtliche Hintergründe wirken sehr realitätsnah und zeigen ein glaubhaftes Bild einer japanischen Kleinstadt. Die Charaktere wirken ein wenig überzeichnet, ordnen sich dafür aber hervorragend in das gute Gesamtbild ein, das mit zahlreichen Licht- und Spezialeffekten ein richtiger Augenschmaus für jeden Fan des Animationsstudio Ufotable sein dürfte. Nicht nur auf der optischen, sondern auch auf der akustischen Seite können sowohl die deutsche, als auch die japanische Tonspur im hochwertigen LPCM-2.0-Tonformat punkten. Jeder Angriff, jedes Geräusch und jedes Gespräch zwischen den Charakteren erklingt deutlich und klar aus den Lautsprechern unseres Fernsehgeräts. Wer es etwas authentischer mag, schaut sich den Anime mit eingeschaltetem Originalton an, die deutsche Synchronisation ist aber ebenfalls ein sehr guter Kompromiss. Neben drei Clear Endings lässt sich auf der Blu-ray Disc die circa zehnminütige Original Video Animation Sunny Day finden, welche ein alternatives Ende für die Serie beinhaltet. Das ist zwar nicht viel, aber immerhin ein sehr versöhnlicher Abschluss.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die ersten beiden Volumes von Fate/stay night [Unlimited Blade Works] haben sich in meinen Augen sehr viel Zeit gelassen, um in die Geschichte, das Universum und somit auch in das Leben der Charaktere einzuführen. Mit der dritten Ausgabe hat es das Animationsstudio Ufotable schließlich geschafft, die Story endlich ins Rollen zu bringen und seitdem habe ich jede einzelne Episode umso lieber verfolgt. Besonders nach dem dramatischen Ende der dritten Volume konnte ich es kaum erwarten, die Folgen der vierten und letzten Ausgabe zu verschlingen. Neben ein paar Überraschungen bieten die abschließenden Episoden auch wieder jede Menge Wendungen, die mich mit Spannung bis zur letzten Minute vor dem Fernsehbildschirm in ihren Bann ziehen. Wem die Anime-Serie bis hierhin gefallen hat, dürfte auch bei der letzten Volume zugreifen. Wer sich aber immer noch unsicher ist, sollte dem Universum lieber mit der älteren Serie Fate/Zero eine Chance geben, denn die vorherige Serie des Franchises hat mir wesentlich mehr zugesagt. Dennoch kann man auch mit Fate/stay night [Unlimited Blade Works] nichts falsch machen.

Vielen Dank an Peppermint Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Fate/stay night [Unlimited Blade Works] (Vol. 4)!

Review: Piczle Lines DX

Nintendo hat mit Picross 3D: Round 2 aus dem Jahr 2015 bewiesen, dass sich der Puzzle-Spaß nach wie vor großer Beliebtheit erfreut. Auf ein ähnliches Konzept setzt der Titel Piczle Lines DX, der auf Smartphones, Tablet-PCs und der Switch zum Rätseln animieren will.

Piczle Lines DX lässt sich in zwei verschiedene Spielmodi unterteilen. Auf der einen Seite erleben wir im Abenteuermodus eine seichte Story, die sich in fünf Kapiteln um einen Wissenschaftler dreht. Dessen neueste Erfindung, die Piczle-Matic-Kamera, kann alles und jeden in Pixel verwandeln. Die Katastrophe ist hier natürlich vorprogrammiert und so müssen wir in der Rolle seiner Assistentin den entstandenen Schaden wieder beheben, indem wir Rätsel lösen. Auf der anderen Seite können wir dies im Puzzle-Modus zwar ebenfalls tun, doch haben wir hier die Möglichkeit, einzelne Puzzles zu überspringen und müssen sie nicht der Reihe nach lösen wie im Abenteuermodus. Das Spielprinzip von Piczle Lines DX ist ebenso schnell erzählt, wie verinnerlicht. Auf einem schachbrettartigen Spielfeld befinden sich verschiedenfarbige Elemente, die jeweils mit einer Zahl versehen sind. Sie tauchen stets im Pärchen auf und müssen schlicht und einfach in Form von Linien miteinander verbunden werden. Allerdings dürfen beziehungsweise können sich diese Linien nur über so viele Felder erstrecken, wie auf den Objekten angegeben ist. Haben wir alle kreisförmigen Objekte miteinander verbunden, ist das Rätsel gelöst und hinterlässt ein kunterbuntes Mosaik, das einen bestimmten Gegenstand wie eine Lampe, einen Schraubenzieher oder einen Tennisball darstellen soll.

Malen nach Zahlen

Während dieses Unterfangen zunächst noch sehr einfach ist, zieht der Schwierigkeitsgrad mit der Zeit an. Er bleibt jedoch stets auf einem humanen Niveau, sodass Puzzle-Fanatiker Rätselkopfnüsse vermissen werden. Haben wir uns einmal vertan, können wir die falschen Linien löschen und ohne spürbaren Nachteil fortfahren. Eine zeitliche Limitierung wie im großen Vorbild hätte dem Titel, zumindest optional, gut getan. Die Bedienung von Piczle Lines DX ist grundsätzlich kinderleicht. Mit dem Control-Stick bewegen wir den Cursor übers Spielfeld und mit gedrücktem A-Knopf ziehen wir die Linien von einem Objekt zum passenden Gegenstück. Während dies im Handheld-Modus gut funktioniert, fühlt sich das Gameplay auf dem großen Fernseher (und mit Pro Controller) einfach zu schwammig an. Am empfehlenswertesten ist ohnehin die Steuerung per Touchscreen, da wir hier intuitiv unseren Finger übers Feld ziehen und wesentlich schneller zwei Punkte miteinander verbinden können. Da das Spielfeld aber meistens nicht auf den Bildschirm passt, müssen wir öfters den Bildausschnitt verschieben und genau in diesem Moment häkeln wir unbeabsichtigt die eine oder andere Schlangenlinie durchs Gebilde. Grafisch ist der Titel zum Glück aufs Nötigste reduziert, doch der dünne und monotone Soundtrack geht uns aufgrund des sehr großen Umfangs schnell auf die Nerven.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Switch-Fassung): Die Switch scheint sich nach Puyo Puyo Tetris, Puzzle Adventure Blockle und Co zu einer beliebten Plattform für Puzzle-Spiele zu entwickeln. Mir soll dies als Fan des Genres nur recht sein, denn auch mit Piczle Lines DX hatte ich zumindest zeitweise meinen Spaß. Das Spielkonzept funktioniert grundsätzlich sehr gut, doch der geringe Schwierigkeitsgrad dürfte Rätselfanatiker meiner Meinung nach schnell ein Dorn im Auge sein, da der Anspruch auf diesem Wege schnell sinkt. Trotzdem kann Piczle Lines DX auch so unterhalten, zumindest wenn ich die Musik ausstelle, da sowohl der Abenteuermodus, als auch der Puzzle-Modus zusammen mit zwei Musikstücken auskommen, die zudem noch recht schnell auf die Nerven gehen. Interessant ist auch das Preiskonzept. Während die Switch-Fassung circa fünfzehn Euro kostet, bleibt das Basis-Paket der Smartphone-Variante kostenlos. Allerdings wollen die Entwickler in Zukunft Download-Pakete bereitstellen, bei denen wiederum nur die Smartphone-Besitzer zur Kasse gebeten werden und Switch-Spieler sie kostenlos herunterladen dürfen. Da der Titel mit über dreihundert Rätseln aber ohnehin über einen großen Umfang verfügt, wird er auch so über Wochen hinweg bei Bahnfahrten, an verregneten Nachmittagen und kurz vorm Schlafengehen unterhalten können.

Vielen Dank an Rainy Frog für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Piczle Lines DX!

Review: Parasyte 2

Oft werden mehrere Teile einer Filmreihe wie bei Zurück in die Zukunft direkt hintereinander gedreht, um Produktionskosten einzusparen. Parasyte 2 aus dem Jahr 2015 wurde zusammen mit dem ersten Film gedreht und führt die Story mit einem Zeitsprung von mehreren Monaten konsequent fort.

Parasyte 2 beginnt mit einer kurzen Zusammenfassung der wichtigsten Geschehnisse des ersten Teils. Allerdings reichen diese unserem Erachten nach nicht aus, um die Handlung völlig verstehen zu können, da sie viel zu knapp geschildert werden und manche Stellen für Nichtkenner zusammenhanglos wirken. Wer Parasyte also noch nicht gesehen haben sollte, wird bei Parasyte 2 – zumindest ohne Hintergrundwissen über die Manga-Vorlage von Iwaaki Hitoshi beziehungsweise die von Regisseur Shimizu Ken’ichi gedrehte Anime-Serie – Probleme haben, um in die Story einzusteigen. Deshalb empfehlen wir an dieser Stelle (alleine schon aus Spoiler-Gründen) mit dem ersten Film anzufangen und an dieser Stelle lieber unsere Rezension zum ersten Teil zu lesen. Nach den Geschehnissen des ersten Teils spult die Story die Geschichte um ein paar Monate vor. Protagonist Izumi Shin’ichi hat es sich nach dem Tod seiner Mutter und der Nahtoderfahrung seiner Freundin Murano Satomi nun endgültig zur Aufgabe gemacht, die von Parasiten befallenen Menschen aufzuspüren und umzubringen. Am Ende des ersten Films haben aufmerksame Zuschauer allerdings gemerkt, dass Shin’ichis auffälliges Verhalten von einer unbekannten Person auf Fotos festgehalten wurde. Diese Person entpuppt sich zu Beginn des zweiten Films als Kuramori Shirō, einem übereifrigen Reporter.

Nervenkitzel bis zum Schluss

Beauftragt wurde Kuramori von Tamiya Ryōko, Shin’ichis ehemaliger Naturwissenschaftslehrerin, die durch ihre Schwangerschaft beziehungsweise ihrem dadurch gezwungenen Austritt aus dem Lehrerkollegium, den Oberschüler nicht weiter selbst beobachten kann. Kuramori ist allerdings der Auffassung, dass die Öffentlichkeit über die Parasiten Bescheid wissen sollte und droht damit, seine Fotos an die Medien weiterzuleiten. Shin’ichi bemerkt natürlich ebenso, dass Kuramori ihn verfolgt und erklärt ihm, dass seine Lehrerin ebenfalls von einem Parasiten befallen ist und dass die Parasiten es schon bis in die Politik geschafft haben. Als Kuramori daraufhin eigenhändig den Bürgermeister von Higashi-Fukuyama bespitzeln will, führt diese Entscheidung dazu, dass während seiner Abwesenheit seine Tochter ermordet wird und er die Schuld zu allem Übel in Tamiya sieht. Die Kettenreaktion sorgt dafür, dass auf der einen Seite die Ordnungshüter über die Parasiten informiert werden und auf der anderen Seite, dass Kuramori Tamiya stellen will, indem er ihren Sohn entführt und töten will. Shin’ichi findet sich zwischen diesen Fronten wieder, muss seine Identität beziehungsweise die von Migī geheim halten und zu guter Letzt auch noch verhindern, dass ihn der übermächtige Gotō, der gleich fünf Parasiten in seinem Körper beheimatet, aufspürt, um Satomi zu beschützen. Spannend!

Konsequente Fortsetzung

Es bleibt aber nicht nur die Handlung aufgrund einiger Wendungen und Überraschungen bis zur letzten der insgesamt 118 Minuten spannend, sondern auch die Charaktere. Diese entwickeln sich im Gegensatz zum ersten Film nämlich deutlich schneller und für die Story wesentlich effektiver weiter. Das kristallisiert sich vor allem in der Beziehung zwischen Shin’ichi und Satomi heraus, aber auch Tamiya kommt mit ihren Muttergefühlen dem Menschlichsein einen Schritt weiter. Durchaus lässt sich an dieser Stelle behaupten, dass der zweite Film eine konsequente Fortsetzung des ersten Teils ist. Das heißt zugleich allerdings auch, dass sich an der technischen Gestaltung des Films nichts verändert hat, was aber nicht sonderlich schlimm ist. Parasyte 2 kann mit einem klaren Bild in der Auflösung von 1080p punkten. Alle Charaktere werden kontraststark vor den urbanen Hintergründen eingefangen. Allerdings können wir uns mit dem einen oder anderen Spezialeffekt nicht anfreunden. In der Regel fallen diese zwar ansprechend aus, doch die Nahaufnahmen von Migī reißen uns gerne mal aus der sonst sehr dichten Präsentation und Atmosphäre heraus. Akustisch wird der Film passend mit Musikstücken unterlegt, die zum Teil auch schon aus dem ersten Teil bekannt sind. Sowohl der japanische Originalton, als auch die deutsche Synchronisation können uns zufriedenstellen. Bonusmaterial liegt bei Parasyte 2 jedoch wie beim ersten Teil weder digital noch physisch vor.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Parasyte 2 führt die Geschichte des ersten Teils konsequent fort. Das heißt, dass sämtliche Handlungsbögen im zweiten Teil zu einem runden Erlebnis zusammengeführt und die Story beendet wird. Obwohl man an der einen oder anderen Stelle des Endes interpretieren kann, dass es immer noch Schlupflöcher gibt, um die Handlung noch einmal fortzuführen, fühlt sich das Erlebnis mit dem Film mehr als bloß zufriedenstellend an. Ich habe tatsächlich das Gefühl, dass ich eine durchdachte Handlung ohne viel Schnickschnack erlebt habe, die ich auch gerne noch einmal erleben will. Da verzeihe ich dem Film auch mal das eine oder andere technische Defizit, das ich mir mit meiner Fantasie schön reden muss und auch von der Musik, die in einigen Situationen zu ähnlich, wenn auch passend, klingt, hätte ich mir mehr erhofft. Dennoch bleibt Parasyte 2 mit seiner tollen Story inklusive vieler Wendungen und Überraschungen, den interessanten Charakteren und cleveren Ideen die Fortsetzung, die sich Fans des ersten Teils erwarten und ebenso verdienen.

Vielen Dank an Eye See Movies für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Parasyte!