Review: Punch Line (Vol. 1)

punch-line-vol-1-1Wenn man sich die ersten Minuten der zwölfteiligen Anime-Serie Punch Line anschaut, kann man schnell auf die Idee kommen, die Serie mit dem Anime Samurai Flamenco zu vergleichen. Dass das aber im wahrsten Sinne des Wortes absoluter Stuss ist, wird jedem schnell klar.

punch-line-vol-1-2Silvester rückt unaufhaltsam näher; es ist bereits der 21. Dezember des Jahres. Hauptfigur der Serie Iridatsu Yūta und seine Nachbarin Chichibu Rabura ahnen nichts Schlimmes und schon wird die Busfahrt zur Tortur. Ihr Bus wird von ein paar Bösewichten überfallen, die bei den Anwesenden für Angst und Schrecken sorgen. Superheldin Strange Juice ist natürlich schnell zur Stelle, um die Situation unter Kontrolle zu bringen, den Übeltätern das Handwerk zu legen und die Menschen im Bus zu retten. Im Gedränge wird Rabura jedoch niedergeschlagen – und Yūta nutzt die Gelegenheit, um ein Blick auf ihr Höschen zu werfen. Dieser verbotene Blick setzt in Yūta allerdings mächtige Kräfte frei, die er nicht im Zaum halten kann. So unterstützt er Strange Juice bei der Verbrechensbekämpfung, wird aber aus dem Bus katapultiert, sodass er wenige Augenblicke später neben Strange Juice am Strand aufwacht. Dort verliert er abermals das Bewusstsein und wacht am Abend neben der sprechenden Katze Chiranosuke auf, die ihm ein wenig – und absolut nicht schonend – über seine neue Existenz aufklären will. So bemerkt Yūta schnell, dass ihm seine Beine fehlen und er jetzt als Geist sein Dasein fristen muss. Zudem hat ein anderes und noch nicht definiertes Individuum die Kontrolle über seinen ehemals menschlichen Körper übernommen und führt jetzt das Leben von Yūta normal weiter.

Indische Bücher und apokalyptische Kometen

punch-line-vol-1-3Während Chiranosuke ein Schläfchen hält und sich aus der Angelegenheit heraushalten möchte, soll sich Yūta auf die Suche nach dem indischen Buch Nandala Gandala machen. Mit dem alten Wälzer soll es ihm nämlich überhaupt erst möglich sein, wieder in seinen menschlichen Körper zu schlüpfen. Da er als Geist durch Wände gehen kann, ist es für ihn ein Leichtes, die Suche im Gebäudekomplex seines Zuhauses zu beginnen. Ob er das Nandala Gandala in seine Hände bekommt, verraten wir euch an dieser Stelle aber nicht. Verraten möchten wir euch an dieser Stelle aber unbedingt den Hintergrund über Yūtas magische Kräfte. Wenn er von einem Mädchen erregt wird, indem er dieses beispielsweise in ihren Höschen sieht, steigt seine Kraft auf ein halbwegs gesundes Niveau. Allerdings darf er diesen Wert nicht überschreiten, denn in dem Falle würde prompt ein Komet auf die Erde stürzen und die Menschheit gänzlich auslöschen. Mit diesem Fakt gewinnt Punch Line rasch unsere Aufmerksamkeit. Dieses Konzept ist – so wirr es für den einen oder anderen Interessenten in der Theorie auch klingen mag –unverbraucht und trotz des definitiv vorhandenen Stumpfsinns sehr unterhaltsam. Außerdem macht die Anime-Serie keinen Halt vor dem System und lässt während der ersten drei Episoden nicht nur einmal einen Kometen auf die Erde und unsere Kinnläden zu Boden stürzen.

Gewollter Humor mit übertriebenen Missverständnissen

punch-line-vol-1-4Obwohl das Konzept lustig klingt, schafft es die Handlung diesen Humor nur bruchstückhaft beizubehalten. Vor allem in der deutschen Synchronisation gehen einige Betonungen verloren, die maßgeblich zu den witzigen Stellen im Anime beitragen. Vor allem Yūtas Nachbarinnen Narugino Mikatan, Hikiotani Ito und Daihatsu Meika, die allesamt über ihre eigene Hintergrundgeschichte verfügen, verlieren dadurch in der DTS-HD-Master-Audio-2.0-Tonspur ein wenig an Authentizität. Trotzdem schaffen es gerade diese drei Figuren uns mit recht überdrehten Situationen und sehr übertriebenen Missverständnissen zum Lachen zu bringen. Die meiste Komik kennt man zwar bereits aus anderen Serien und Filmen, haben hier aber grundsätzlich nichts an ihrem Klang verloren, sofern man von gewolltem Humor noch nicht gesättigt ist. Auf der technischen Seite ist Punch Line ebenfalls zufriedenstellend. Beim 16:9-Bildformat in der Auflösung von 1080p fehlen manchmal an der einen oder anderen Stelle ein paar Details und ein paar Animationen wirken etwas abgehakt, doch können wir fast immer über diese kleinen Defizite hinwegsehen. Die Erstauflage von Punch Line, die uns zum Testen leider nicht vorlag, soll neben dem Schuber auch Taschentücher beinhalten – und genau die werden einige Zuschauer trotz der Mittelmäßigkeit des Animes auch bitter benötigen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich weiß nicht, was ich da genau gesehen habe und wenn ich darüber nachdenke, weiß ich auch ehrlich gesagt nicht, ob ich das überhaupt wissen möchte! Punch Line ist in erster Linie ein überdrehter Anime, der sehr stark mit sehr gewolltem Humor arbeitet und so gut wie jede Situation so weit wie nur möglich ins Lächerliche ziehen will. Das gelingt der Anime-Serie in den ersten drei Episoden auch durchaus gut und in jeder Episode durchgehend. Wenn man sich auf den Humor von Punch Line einlässt und von der gewollten Situationskomik, die genau in dieser Form schon von vielen anderen Filmen und Serien aufgebraucht wurde, noch nicht übersättigt ist, kann dieser wankelmütige Spagat auch durchaus gelingen. Man sollte sich den Anime in diesem Zusammenhang aber unbedingt im japanischen Original anschauen, da bei der zweckmäßigen deutschen Synchronisation ein wenig an Authentizität verloren geht. Nach dem Ansehen der drei Episoden kann ich unmöglich abschätzen, wohin die Reise mit Yūta und seinen Nachbarinnen hingehen wird – aber trotz der Mittelmäßigkeit des Animes möchte ich das unbedingt herausfinden.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Punch Line (Vol. 1)!

Prime Time: Der Hobbit 3D – Die Spielfilmtrilogie (Extended Edition) (Unboxing)

Vor ein paar Jahren haben wir euch bereits ein Unboxing-Video zur Der-Herr-der-Ringe-Trilogie gezeigt. Heute möchten wir die Prequel-Trilogie durchleuchten. Wie sich die Komplettboxen unterscheiden und worauf das Hauptaugenmerk gelegt wurde, erfahrt ihr in unserem Unboxing-Video. Viel Spaß beim Anschauen!

Special: Zwanzig Jahre Pokémon

20 Jahre Pokémon (1)Am 26. Februar 1996 erschien erstmals ein Teil der Pokémon-Reihe in Japan. An diesem Tag haben wohl nur die Entwickler an einen Erfolg der Spiele geglaubt. Die Faszination Pokémon hält jedoch auch heute, mehr als zwanzig Jahre später, immer noch an.

20 Jahre Pokémon (2)Eigentlich beginnt die Geschichte der Pokémon jedoch am 28. August 1965, denn an diesem Tag wurde ihr Erfinder Tajiri Satoshi geboren. Er wuchs in der Stadt Machida in der Präfektur Tōkyō auf. In den Sechzigerjahren waren die Mieten in der japanischen Hauptstadt noch nicht so hoch wie in den darauffolgenden Jahrzehnten, weshalb Machida auch noch nicht so dicht wie heute besiedelt war. Entsprechend konnte er seine frühe Kindheit damit verbringen, an Tümpeln, auf Feldern und in Wäldern Insekten, vornehmlich Käfer, zu fangen. Sein Hobby war in dieser Zeit bei Weitem keine Seltenheit. Besonders Kinder in ländlichen Gebieten widmeten sich diesem Zeitvertreib. Sein Hobby und die in den Siebzigerjahren beginnende und folgenschwere Bebauung der Grünflächen beeinflussten Tajiri jedoch maßgeblich. Er wollte nachfolgenden Generationen unbedingt die Möglichkeit geben, Insekten zu fangen und zu sammeln. Später beeinflussten ihn auch Videospiele, die ihn vom Lernen abgehalten haben sollen und dafür sorgten, dass er nur über Umwege an der Technischen Hochschule Tōkyō studieren konnte. Zusammen mit Freunden gründete er 1982 das Magazin Game Freak. Dieses Magazin wurde semiprofessionell per Hand geschrieben und schlussendlich zusammengeheftet. Game Freak gilt somit als eine Selbstpublikation – eine so genannte Dōjinshi.

Gründerjahre

20 Jahre Pokémon (3)Als Sugimori Ken auf das Magazin in einem auf Dōjinshi spezialisierten Laden entdeckte, nahm er Kontakt zu Tajiri auf und wurde schließlich als Illustrator für Game Freak eingestellt. Heute kennt man ihn als Pokémon-Zeichner, der dutzende der kleinen und großen Monster aufs Papier gebracht hat. 1989 war es dann vorbei mit der Zeitschrift in Eigenregie, denn am 26. April jenes Jahres gründete Tajiri das Unternehmen Game Freak, bei dem er bis heute der Leiter geblieben ist. Das nun auf Videospiele spezialisierte Entwicklungsstudio veröffentlichte in den ersten Jahren ein paar Spiele für Nintendo-Systeme und das Sega Mega Drive. 1991 wurde Tajiri auf den 1989 von Nintendo veröffentlichten und für die Branche revolutionären Game Boy aufmerksam. Als er zum ersten Mal das Game-Boy-Linkkabel betrachtete, soll wohl die grundlegende Idee zu Pokémon geboren worden sein. Angeblich stellte er sich nämlich in diesem Moment vor, wie Insekten über das Kabel von einem Gerät zum anderen kletterten. In den ersten Konzeptentwürfen nannte man die Monster noch schlicht Kapuseru Monsutā, also Kapselmonster. Später entschied man sich jedoch dazu, das Franchise in Poketto Monsutā, kurz Pokemon, umzutaufen und ulkigerweise für den weltweiten Markt als Pokémon, also mit einem Sonderzeichen über dem Buchstaben E, zu transkribieren.

Faszination Pokémon

20 Jahre Pokémon (4)Als dann am 26. Februar 1996 Poketto Monsutā Midori und Poketto Monsutā Aka, also die grüne und die rote Edition, in Japan veröffentlicht wurden, hatte man eindeutig zu wenig Exemplare des Spiels produziert und musste den Markt so schnell wie möglich sättigen. Bis der Hype in Nordamerika ankommen sollte, dauert es noch bis zum 30. September 1998. Europäische Spieler mussten auf die Ankunft der Taschenmonster sogar noch bis zum 8. Oktober 1999 warten. Bis heute versuchen sowohl Sozial- und Erziehungswissenschaftler, als auch Marketing-Forscher herauszufinden, wie dieser plötzliche Hype nicht nur in Japan, sondern auch in Europa und Nordamerika entstehen konnte. Ungefähr bis zur letzten Jahrtausendwende wurde von vielen Menschen in den Medien behauptet, dass Videospiele eine Männerdomäne seien. Dass dieses Schubladendenken zumindest nicht auf den deutschen Raum zutrifft und es seit Jahrzehnten massenweise Videospielerinnen gibt, dürfte zwar jedem bewusst sein, doch die Pokémon-Spiele sorgten dafür, dass in Medien mit diesem Irrtum aufgeräumt wurde. Das Phänomen wird von beiden Geschlechtern wahrgenommen. Gerne wird zwar behauptet, dass Jungs vom Wettkampf im Spiel fasziniert sind und Mädchen eine Affinität zu besonders putzigen Monstern aufbauen, doch sind dies Merkmale, die geschlechterübergreifend wahrgenommen werden und stellvertretend für zwei der Gameplay-Faktoren der Spiele stehen.

Lügenpresse?

20 Jahre Pokémon (5)Außerhalb Japans wurden die Taschenmonster in den Medien um die Jahrtausendwende, also zur Zeit des so genannten Pokémon-Booms jedoch nicht nur analysiert. In besonderem Maße wurde das Franchise sowohl von populärwissenschaftlichen Magazinen, als auch von öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern polarisiert. Die negative Darstellungsweise wurde vor allem auf Kinder im Grundschulalter gerichtet, die angeblich keine Zeit mehr zum Lernen aufbringen würden, um stattdessen Informationen über Pokémon auf dem Schulhof auszutauschen. Des Weiteren wurde davon gesprochen, dass die Pokémon-Videospiele die Gewaltbereitschaft gefördert hätten. Das Pokémon-Sammelkartenspiel hätte Kinder sogar in die Sucht und zu Diebstahl von Bargeld geführt. Sicherlich sind Kinder in ihrer Aufmerksamkeit ganz besonders anfällig, wenn neue und vor allem beliebte Vergnügungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen und in gewissem Maße dürften die Anschuldigungen in Form von Einzelfällen stattgefunden haben. Flächendeckende Beweise beziehungsweise wissenschaftliche Erkenntnisse fehlen jedoch bis heute. Dass das Pokémon-Franchise durch die Tauschfunktion in sämtlichen Editionen seit jeher die Freundschaften unter Videospielern fördert, wurde aufgrund der polarisierenden Anschuldigungen nur sehr selten in der Medienlandschaft aufgegriffen.

Pokémon verbinden

20 Jahre Pokémon (6)Bestes Beispiel dafür dürften allerdings zwei besondere Namen sein, denen man sowohl dem Protagonist, als auch dem Antagonist in den japanischen Versionen der grünen und roten Edition der Reihe aus einer vorgefertigten Auswahl geben konnte. Seinem Charakter durfte man hier den Namen Satoshi geben, während man dem Rivalen Shigeru nennen konnte. Diese beiden Namen sind Beweis für die Freundschaft, die zwischen Pokémon-Erfinder Tajiri Satoshi und Nintendos Mastermind Miyamoto Shigeru seit dem Beginn der Zusammenarbeit zwischen Game Freak und Nintendo besteht. In den westlichen Versionen erhielten die Charaktere und sogar die Pokémon in den meisten Fällen andere Namen. So sorgte man dafür, dass die Identifikation mit Japan und japanischen Begriffen verloren ging. Aus Vermarktungsgründen macht dies absolut Sinn, um eine bessere Zugänglichkeit beim Publikum erreichen zu können. Trotzdem sind bis heute noch einige Begriffe im Umlauf, die auf die Herkunft schließen lassen. Da wäre zum Beispiel die Bezeichnung der verschiedenen Regionen, in denen die Editionen spielen. In der grünen und roten Edition reisen wir beispielsweise durch die Kantō-Region, die es so auch in der Realität gibt. An der Stelle, wo im Spiel die Heimat des Protagonisten, Alabastia, liegt, befindet sich im echten Leben die eingangs erwähnte Stadt Machida.

Vertraute Orte

20 Jahre Pokémon (7)Man kann hier und auch in späteren Editionen unzählige Vergleiche ziehen. Das Kraftwerk im Osten von Azuria City ist beispielsweise dem Kernkraftwerk Tōkai nachempfunden und die beiden größten Städte der roten und grünen Edition, also Prismania City und Saffronia City, befinden sich an ungefähr den Koordinaten, an denen man Tōkyōs Stadtteile Shinjuku und Marunochi finden würde. Dieses Konzept wurde im Verlauf der gesamten Videospielreihe immer wieder angewandt. Selbiges gilt auch für andere Zutaten, die stellvertretend für einen Ausflug in die Pokémon-Welt stehen. Der Kampf gegen eine feindliche Organisation, das Sammeln einer mit jedem Aufguss ansteigenden Anzahl an zu fangenden Pokémon und der Weg zur Pokémon-Liga bilden grundsätzlich den Rahmen eines jeden Spiels. Wenn wir von der grünen Edition sprechen, so verwechseln dies einige Fans gerne mit der blauen Edition, die wir hierzulande neben der roten Edition ab Ende 1999 erwerben konnten. Dies ist allerdings nur bedingt richtig. In Japan erschien die blaue Edition erst am 15. Oktober 1996 und war somit erst ein halbes Jahr später verfügbar – außerdem konnte man die Edition zunächst nur via Bestellung über den Shōgakukan-Verlag erwerben und war damit nur begrenzt zugänglich. Inhaltlich war die blaue Edition bis auf ein paar verbesserte Grafiken aber identisch.

Rot, blau, grün

20 Jahre Pokémon (8)Der Quellcode der ursprünglichen Versionen war es im Übrigen mitunter auch, der die Veröffentlichung der Spiele im Westen verzögerte. Deshalb basieren die hierzulande veröffentlichten Varianten der blauen und roten Edition einzig und allein auf dem Quellcode der in Japan veröffentlichten blauen Edition. Um das Pokémon-Franchise in Fernost zu pushen, hat man am 1. April 1997 mit der Ausstrahlung eines Animes begonnen. Anders als in Japan, wo man mit der Ausstrahlung erst nach Veröffentlichung des Spiels begann, hatte man unter anderem in Europa den Vorteil, die Zeichentrickserie schon vor dem Release auszustrahlen. Aus Marketing-Sicht sicherlich die wohl beste Entscheidung! Der Anime folgt dem Werdegang des jungen und aufstrebenden Pokémon-Trainers Ash Ketchum, der von Professor Eich sein erstes Pokémon geschenkt bekommt und anschließend damit beginnt, die Welt zu bereisen, Arenaleiter herauszufordern und Orden für die Liga zu sammeln. Bis auf sehr wenige Episoden folgt der Anime einem routinierten Aufbau. Es wird in der Regel ein neues Pokémon vorgestellt und die Antagonisten Jessie und James vom Team Rocket tauchen auf, um mit mehr oder weniger geringem Erfolg Ashs Pikachu zu stehlen. Inhaltlich wirft der Anime jedoch einige interessante Themen auf, die nie mit einem abschließenden Ergebnis geklärt wurden.

Pikachu und die Revolution

20 Jahre Pokémon (9)So kann man deutlich sehen, dass die Charaktere in der Serie Fleisch essen, obwohl neben Pokémon grundsätzlich keine Tiere gezeigt werden. Das ethische Problem ist deutlich und wird sogar in der goldenen und silbernen Edition und deren Remakes in Form des ominösen Zinnober-(Vulkan-)Burgers angedeutet (und mit dem in diesen Spielen erstmals eingeführten und kuhähnlichen Pokémon Miltank wird zugleich eine gute Vorlage zur Spekulation über die Herkunft der Nahrung geliefert). Trotz solcher Logiklücken und des immer gleichen Konzepts konnte der Anime Erfolge verbuchen. Grund genug, um die so genannte erste Generation der Spiele (und Pokémon) mit der Special Pikachu Edition abzuschließen, die zwar technisch auf den vorherigen drei Editionen basiert, aber einige bekannte Momente aus dem Anime beinhaltet. Die Special Pikachu Edition, kurz gelbe Edition, bildet auch den Grundstein der Revolution der Spiele. So unterstützte das Spiel beispielsweise den Game Boy Printer und es war möglich mit Pikachu ein Minispiel zu absolvieren. Aus heutiger Sicht mag man darüber schmunzeln, doch so und nicht anders hat die Detailverliebtheit in den späteren Editionen einmal begonnen. Ende der Neunzigerjahre sorgte jedoch eine andere Revolution für Aufsehen. 42 der 151 Pokémon der ersten Generation konnten in Pokémon Stadium, das nur in Japan erschien, erstmals in 3D erlebt werden.

Entscheidende Veränderungen

20 Jahre Pokémon (10)Ein halbes Jahr später folgte ebenfalls für das Nintendo 64 Pokémon Stadium 2 (hierzulande startete die Reihe mit dem zweiten Ableger als erster Teil in der Zählung), in dem dann alle damaligen 151 Pokémon enthalten waren. Endlich konnten auch Europäer mit dem beiliegenden Transfer Pak für das Nintendo 64 ihre Pokémon in voller Farbenpracht auf dem Fernsehbildschirm bewundern. Am 21. November 1999 folgte in Japan die zweite Generation der Pokémon-Spiele, auf die wir uns in Europa noch anderthalb Jahre bis zum 6. April 2001 gedulden mussten. Pokémon: Goldene Edition & Silberne Edition enthielten nun ganze 251 Pokémon und boten zudem gleich eine doppelt so große Spielwelt. Haben wir hier einmal das Abenteuer in der neuen Region Jōto, die Teile der japanischen Regionen Chūbu und Kansai nachbildet, abgeschlossen, führt uns unser Weg in die aus den Vorgängern bekannte Kantō-Region. Dieses Feature ist in der Serie (mit Ausnahme der Remakes Pokémon: HeartGold & SoulSilver) definitiv einzigartig! Spieltechnische Ergänzungen wie wechselnde Wochentage und der Tag-und-Nacht-Wechsel wirkten sich sogar entscheidend auf einige Elemente wie den Pokémon-Fang und einige Geschäfte in der Spielwelt aus. Außerdem sorgten zwei neue Typen (Unlicht und Stahl) dafür, dass die Kämpfe eine ganze Note taktischer ausfielen.

Kompatibilitätsbrüche 

20 Jahre Pokémon (11)Wie bei der ersten Generation folgte auch bei der zweiten Generation eine dritte Ausgabe, die so genannte Kristall-Edition. Diese erweiterte die Geschichte um das legendäre Pokémon Suicune und bot erstmals die Möglichkeit, eine Trainerin statt eines Trainers zu spielen. In der japanischen Fassung war das Spiel mit einem Mobiltelefon-Adapter auf dem Game Boy Color sogar online spielbar. Pokémon Stadium 3 (beziehungsweise hierzulande Pokémon Stadium 2) bot auch hier die Möglichkeit, alle Pokémon der ersten beiden Generationen auf dem Fernsehbildschirm in Kämpfe zu schicken und die Game-Boy-Spiele in doppelter oder dreifacher Geschwindigkeit zu erleben. Während die ersten beiden Editionen bedingt zueinander kompatibel waren, musste man mit dem Umstieg auf die dritte Generation und somit auf den Game Boy Advance einige Abstriche machen. Die Kompatibilität wurde zwar aufgehoben, doch stattdessen lockte man mit ganzen 135 neuen Pokémon, der Einführung von Wesen, Fähigkeiten, Fleißpunkten, Doppelkämpfen und Wettbewerben. Anstatt des Team Rockets hat man sich ab dem 16. September 2004 in Japan in Pokémon: Rubin-Edition mit Team Magma und in Pokémon: Saphir-Edition mit Team Aqua angelegt. Wartete man auf die dritte Version, also Pokémon: Smaragd-Edition, bekam man es mit beiden Verbrecherorganisationen zu tun – ähnlich sieht es auch in den Remakes Pokémon: Omega Rubin & Alpha Saphir für den 3DS aus.

Online-Gehversuche

20 Jahre Pokémon (12)Zudem konzentrierte man sich in der dritten Variante auf die Kämpfe in Form einer erweiterten Safari-Zone, einer neuen Kampfzone und hat öfters Doppelkämpfe bestritten. Außerdem erkannte man das Potenzial des Gamecubes und schicke uns erstmals in Pokémon Colloseum und später in Pokémon XD: Der dunkle Sturm in dreidimensionale Abenteuer. In diesen Rollenspielen mussten Crypto-Pokémon befreit werden und hatten mit der eigentlichen Reihe, die ausnahmslos auf Handhelds erschien, nichts zu tun. Während wir in den Spielen der dritten Generation in der Hōen-Region unterwegs waren, die ungefähr der japanischen Insel Kyūshū entspricht und ein warmes Klima aufweist, sind wir in der vierten Generation und somit in der Diamant-, Perl- und Platin-Edition im eher kalten Shin’ō unterwegs, das an die japanische Insel Hokkaidō und den ehemaligen japanischen Besitz Sachalin erinnert. Die vierte Generation führte am 28. September 2006 in Japan ganze 107 neue Pokémon ein, unterteilte die Angriffe in physische und speziale Attacken, bot mit den Bildschirmen des Nintendo DS eine gute Menüführung, bis zum Jahr 2014 Online-Kämpfe und gar das Tauschen über das Internet war möglich. Mit Pokémon: Battle Revolution versuchte man das Pokémon-Stadium-Franchise wiederzubeleben, scheiterte jedoch vor allem am Umfang des Spiels, sofern man nicht über einen möglichst vollen Pokédex in den DS-Episoden verfügte. Ein weiterer Versuch, 3D-Kämpfe auf Wii oder gar Wii U zu ermöglichen, wurde seither nicht unternommen.

Zweiteilige Generation

20 Jahre Pokémon (13)Erstmals seit Game-Boy-Zeiten blieb man mit der nächsten Generation auf demselben Gerät, denn auch Pokémon: Schwarze & Weiße Edition erschienen auf dem DS – erstmals am 18. September 2010 und somit ganze vier Jahre nach der letzten Generation. Besonders an der fünften Generation war, dass wir Japan als inoffiziellen Handlungsort verlassen haben und mit der Einall-Region (die erstmals nicht falsch aus dem Japanischen transkribiert worden ist, sondern gleich komplett umbenannt wurde) ein Gebiet erkundeten, dass dem US-Bundesstaat New York nachempfunden ist. Locken wollte das Spiel mit einem Videochat auf DSi und 3DS. Außerdem hat sich Nintendo die Kritik an der unsicheren WEP-Verbindung zum Router zu Herzen genommen, weshalb der Titel auf 3DS und DSi auch via WPA-Verbindung mit dem Internet bis zum Abschalten der Wi-Fi Connection genutzt werden konnte. Selbiges betrifft auch Pokémon Schwarze & Weiße Edition 2, die zwar in derselben Region spielten, jedoch durch den zweijährigen Zeitsprung eine neue Handlung und ein paar Änderungen in der Spielwelt, sowie einer Unterstützung der 3DS-Download-Software Pokémon: Traumradar ab dem 23. Juni 2012 in Japan zum Kauf überreden wollten. Die fünfte Generation ist auch die erste Generation der Pokémon-Reihe, in der erstmals keine dritte Edition erschienen ist.

Vorläufiges Ende der Reise

20 Jahre Pokémon (14)Die sechste und bisher letzte Generation erschien weltweit am 12. Oktober 2013. Pokémon X & Y waren also die ersten und zugleich letzten Editionen, die weltweit zeitgleich erschienen sind. Aus Marketing-Sicht war dies vor allem aufgrund der Online-Anbindung ein cleverer Schachzug, um anderen Nationen keine entscheidenden Vorteile zu bieten. Neuerungen in der sechsten Generation waren unter anderem Massenbegegnungen, in denen man gleich gegen fünf Pokémon gleichzeitig antritt und wieder einmal eine neue Region erkundete, die erneut nicht Japan zugeordnet werden konnte. Die Karosu-Region ist Frankreich nachempfunden und somit führte uns die Reise als Pokémon-Trainer erstmals nach Europa. Obwohl wir viele Eigenschaften der Editionen aufgezählt haben, ist es schier unmöglich, sämtliche wichtigen Features in einem begrenzten Rahmen auch nur ansatzweise zu beschreiben. Das Franchise bietet nicht nur sechs Generationen voller spannender Rollenspiele mit bisher 722 Pokémon, sondern hat auch noch Ausflüge in andere Genres unternommen. In Pokémon Pinball haben wir die Taschenmonster zwar auch mit Pokébällen, aber dafür in Flipper-Automaten gefangen und in Pokémon: Trading Card Game haben wir das beliebte Sammelkartenspiel in elektronischer Form gespielt, ohne dabei horrende Beträge für echte Booster-Packungen auszugeben. Erst 2016 verwandelte man die Pokémon-Kämpfe in Pokémon Tekken auch in ein waschechtes Beat ‚em up.

Gigantisches Franchise

20 Jahre Pokémon (15)Intuitive Ausflüge waren sicherlich Pokémon Snap, in dem wir wilde Pokémon fotografiert haben und Hey You, Pikachu!, einem in Europa nicht veröffentlichten Spiel, in dem wir mit uns – nur mit einem Mikrofon bewaffnet – um Pikachu gekümmert haben. In ähnlicher Weise haben wir uns um die Blitzmaus auch im Tamagocchi-ähnlichen Pokémon Pikachu (Color) gekümmert. Nicht vergessen werden sollte in diesem Atemzug außerdem der wohl kleinste Handheld mit austauschbaren Modulen der Welt – das Pokémon Mini, für das gerade einmal zehn Spiele erschienen sind. Das Franchise ist zu groß, um jedes einzelne Spiel oder jeden einzelnen Merchandise-Artikel aufzuzählen, denn neben der Anime-Serie und dazugehörigen Kinofilmen gibt es auch Schlüsselanhänger, Verlobungsringe, Gesellschaftsspiele, Kopfbedeckungen, Bettwäsche oder Kuscheltiere zu erwerben. In Japan gibt es sogar extra eingerichtete Läden dafür. Es ist schon sehr interessant, wie das Franchise, in welches vor der Veröffentlichung des ersten Produkts niemand so wirklich Vertrauen investieren wollte, sich entwickeln konnte. Vermutlich kam das Pokémon-Franchise genau zum richtigen Zeitpunkt, sowohl für Nintendo, als auch für den Endverbraucher. Der totgeglaubte Game Boy konnte rechtzeitig wiederbelebt werden und das Spiel fand bei Videospielern eine ungefüllte Nische.

Neuer Käferboom und zweiter Pokémon-Boom

20 Jahre Pokémon (16)Da der Pokémon-Boom seinen Zenit um die Jahrtausendwende jedoch so schnell erreicht wie verloren hatte, ist das damals omnipräsente Thema in Nachrichtenmagazinen heutzutage fast kaum mehr zu finden. Erst mit dem Einstieg Nintendos in den Mobile-Markt und die Veröffentlichung der Smartphone-Applikation Pokémon Go sorgten regelrecht für einen zweiten Pokémon Boom – nur diesmal muss man zum Fangen der Monster sein Haus verlassen und in der Augmented Reality nach Pokémon suchen. Wie lange dieser Trend im Wandel der Zeit anhält, lässt sich nur wenige Monate nach Release der Software nicht einschätzen. Interessanterweise gibt es in Japan aber seit den frühen 2000er Jahren sogar in der Metropole Tōkyō einen regelrechten Käferboom. Das heißt, dass Interessenten entweder selbst Käfer fangen, sie in Zoohandlungen erwerben oder gar sehr seltene Käfer teuer aus China oder Taiwan importieren und sie anschließend in Wettkämpfen gegeneinander antreten lassen. Dieses Phänomen führt man zwar gerne auf das 2003 veröffentlichte Arcade-Spiel Mushiking: The King of Beetles zurück, doch auch die Pokémon werden sicherlich ihren Beitrag dazu geleistet haben. Tajiri Satoshi wird, zwanzig Jahre nach Veröffentlichung des ersten Pokémon-Spiels, im Angesicht dieser Fakten sicherlich zufrieden sein, dass seine ursprüngliche Intention auch reale Früchte trägt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Prime Time: Final Fantasy XV – Deluxe Edition (Unboxing)

Am 29. November 2016 erschien Final Fantasy XV in Europa. Wir haben uns die Deluxe Edition geschnappt, die zusammen mit dem Film: Kingsglaive: Final Fantasy XV in einem Steelbook ausgeliefert wird. Wie unserem Chefredakteur und Final-Fantasy-Fan Eric die Deluxe Edition gefallen hat, erfahrt ihr in unserem Unboxing-Video. Wir wünschen gute Unterhaltung!

Review: Record of Lodoss War (Collector’s Edition)

Record of Lodoss War gehört wohl zu den Anime, die im deutschen Fernsehen sehr selten und meistens auch nur mitten in der Nacht ausgestrahlt worden sind. Mit der Neuveröffentlichung auf Blu-ray Disc gibt es eine gute Möglichkeit, die Serie von 1990 nachzuholen.

Die Geschichte von Record of Lodoss War beginnt noch vor der eigentlichen Handlung, denn vor langer Zeit kämpften die Göttinnen Faris und Faralis um die Vorherrschaft. Der Kampf zwischen den Mächten des Lichts und der Finsternis blieb unentschieden, sorgte allerdings dafür, dass sich ein Stück vom Kontinent ablöste, das seither als die verfluchte Insel Lodoss bekannt ist. Südlich von Lodoss befindet sich das kleine Eiland Marmo, von dem aus das Böse versucht, Lodoss unter seine Kontrolle zu bekommen. Hineingeworfen in diese Handlung, die nicht selten politische Züge annimmt, wird der anfangs noch unerfahrene Krieger Pān, der mit einer handvoll Gefährten in die Welt hinauszieht. Die Gemeinschaft, zu der sich unter anderem sein Jugendfreund Eto, der Zauberer Surein, der Zwerg Gimu und die Elfe Dīdoritto gesellt, lernt sich in den ersten Episoden peu á peu kennen. Dabei werden Streitigkeiten zwischen Zwergen und Elfen, als auch ernste Themen wie der Tod behandelt. Obwohl die Gruppe verschiedene Königreiche bereist und regelmäßig gegen feindliche Truppen und Drachen kämpft, werden die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen auf Lodoss nur selten bis gar nicht gezeigt. Somit bleibt die Serie meist sehr flach und legt viel mehr Wert auf die künstlerische Gestaltung, die für das Jahr 1990 eine wesentliche Bereicherung darstellt.

Restaurierung eines Klassikers

Da die dreizehnteilige Original Video Animation Record of Lodoss War zu Beginn der 1990er Jahre veröffentlicht wurde, handelt es sich hierbei um eine entsprechend alte Serie. Dessen war man sich bei der erneuten Veröffentlichung, die nun erstmals auf Blu-ray Disc erschien, durchaus bewusst. Das betagte Material hat man mühevoll restauriert und gleich zweimal überarbeitet, um es in der angenehmen Full-HD-Auflösung (aber immer noch im 4:3-Bildformat) auf Blu-ray Disc übertragen. Auf der technischen Seite sieht Record of Lodoss War für das Alter wirklich sehr gut aus. Die Charaktere wirken gestochen scharf und heben sich durch ihren Kontrast sehr gut von den nun noch sehr wenig verwaschenen Hintergründen ab. Je nach Bildeinstellung am heimischen Fernseher können auch einige Bilder durch angepasste Helligkeitsstufen punkten. Einzig und allein das Bildwackeln in sehr wenigen Szenen ist auf den VHS-Ursprung zurückzuführen und konnte nicht gänzlich wegretuschiert werden. Uns stört dies aber nicht, da das Bild im Großen und Ganzen wirklich sehr zufriedenstellend ist. Schade ist lediglich, dass die japanische Tonspur nur in PCM-Stereo vorhanden ist, während die nicht sonderlich schlechtere deutsche Synchronisation mit Sprechern wie der 2015 verstorbene Norbert Gastell in DTS-HD Master Audio 5.1 punkten kann.

Diskussionswürdiger Pappschuber

Die Collector’s Edition von Record of Lodoss War besteht aus einem sehr stabilen Pappschuber, einem Handbuch, dem obligatorischen Sticker zur Serie von Publisher Nipponart und schließlich die beiden Datenträger, die in einer DVD-Hülle vorliegen. Dabei ist es egal, ob man nun die DVD-Fassung oder die Blu-ray-Ausgabe erwirbt. Der Schuber hat in beiden Versionen dieselbe Größe und selbst die Blu-ray Discs werden dann in einer DVD-Schachtel aufbewahrt. Warum sich der Publisher für diesen kuriosen Schritt entschieden hat, ist uns schleierhaft. Sämtliche Bonusinhalte würden problemlos in einen Pappschuber passen, der für typische Blu-ray-Disc-Hüllen geeignet ist. Damit die Hälfte der Verpackung am oberen (oder unteren Rand) nicht so leer aussieht, hat sich Nipponart dazu entschieden, einen kleinen, aber feinen Pappersatz einzufügen. Unserer Meinung nach hätte es das nicht gebraucht, denn das Artwork der DVD-Fassung hätte nur sehr marginal darunter gelitten, wenn man die Verpackung auf Blu-ray-Hüllengröße angepasst hätte. Das ist aber Meckern auf sehr hohem Niveau, denn das beiliegende Handbuch bietet zahlreiche Informationen zur Serie, die wir auf keinen Fall missen möchten. Das Softcover-Handbuch umfasst etwa 196 Seiten im Querformat. Jede einzelne Seite des Handbuchs ist in Farbe gedruckt und wirkt somit direkt sehr hochwertig.

Schmuckes Handbuch

Neben einer Karte der Insel Lodoss, auf der alle wichtigen Handlungsorte verzeichnet sind, folgt ein Kommentar eines unbekannten Autors. Anschließend kann man auf circa 28 Seiten einen Einblick in eine Galerie urheberrechtlicher Illustrationen erhaschen. Es folgt eine weitere Galerie mit vielen hübschen Artworks, die den einzelnen Episoden in chronologischer Reihenfolge zugeordnet sind. Viele der Abbildungen wurden mit zusätzlichen Anmerkungen versehen, sodass in den Galerien entsprechend viel Text konsumiert werden kann. Hinzukommt, dass jede Episode mit einer kurzen Inhaltsangabe versehen ist, sodass man sagen kann, dass auch ein Episodenguide im Handbuch enthalten ist. Zu guter Letzt folgen Interviews mit dem Team, unter anderem mit dem ausführenden Produzenten Kadokawa Tsuguhiko, dem Autoren Mizuno Ryō, dem Regisseur Nagaoka Akinori, der Komponistin Watanabe Mami und den kreativen Köpfen Izubuchi Yutaka, Yūki Nobuteru, Minowa Yutaka, Kaneko Hidetoshi und Honda Yasunori. Fraglich ist nur, warum im Text von enthaltenen Bildern auf der zweiten Blu-ray Disc gesprochen wird, die über kein Bonusbereich verfügt. Als reine Daten konnten wir die Bilder auch nicht finden. Das Handbuch rundet das erste wichtige Werk des Fantasy-Genres im Anime-Sektor gut ab und bietet zusätzlich ein bis zwei Stunden Unterhaltung.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Handlung von Record of Lodoss War würde aus heutiger Sicht sicherlich keinen Blumentopf mehr gewinnen können. Die Charaktere bleiben in vielen Momenten blass und stellen mir verschiedene Archetypen vor, die im Genre bestens bekannt sind. Interessant dabei ist aber, dass die Serie tatsächlich den Fokus auf gleich mehrere Helden anstatt nur auf einen Charakter legt. Dadurch orientiert sich die Serie viel mehr an westlichen Fantasy-Werken, als an japanischen Märchen. Es bleibt jedoch bei der puren Heldengeschichte, denn Verräter, Überläufer oder andere wichtige Figuren zum überraschenden Erzählen einer Geschichte gibt es nicht. Natürlich ist dies kein Kriterium, dem Anime ablehnend gegenüber zu stehen. Dennoch erzählen die einzelnen Episoden auf diesem Weg eher abgeschlossene Geschichten, die dann stringent zu einem Ende geführt werden. Auf der technischen Seite bin ich jedoch beeindruckt, wie gut man Record of Lodoss War tatsächlich restauriert hat. Man hat die dreizehnteilige Original Video Animation gleich zweimal digital überarbeitet und das Ergebnis lässt sich, bis auf ein paar kleine Schnitzer, wirklich sehen. Die Charaktere sind gestochen scharf und passen hervorragend zu den etwas weicheren Hintergründen. Besonders Fans der Strategie-Rollenspielserien Fire Emblem und Shining Force freuen sich über die sehr typische Gestaltung der Figurenportraits der frühen 1990er Jahre. Von der deutschen Synchronisation können sich einige heutige Vertonungen ebenso etwas abgucken, denn hier hat man damals noch wesentlich prominentere Sprecher gewählt, die heute nur sehr selten bis gar nicht mehr bei Anime-Produktionen zu hören sind. Klasse! Warum man den Schuber bei der Veröffentlichung allerdings nicht auf die Größe einer Blu-ray-Packung geschrumpft hat, ist mir bei der Blu-ray-Fassung tatsächlich schleierhaft. Trotzdem finde ich es gut, dass auch hier das Handbuch beiliegt. Es enthält wirklich sehr viele und vor allem interessante Information, die mich dazu verleiten, auch mehr über den Anime außerhalb des reinen Schauens zu erfahren. Erst nach dem Lesen des Handbuchs habe ich begriffen, welche einschneidende Wirkung das Werk in der Anime-Geschichte hatte. Wer dem Fantasy-Genre also nicht abgeneigt ist und auf überraschende Wendungen verzichten kann, wird mit Record of Lodoss War einige Stunden lang gut unterhalten werden.

Vielen Dank an Nipponart für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Record of Lodoss War (Collector’s Edition)!

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Review: Yomawari: Night Alone

yomawari-night-alone-1Neben den beiden großen Survival-Horror-Videospielreihen Resident Evil und Silent Hill gibt es meist nur eigenständige Titel des Genres, die oft in der Versenkung untergehen. Yomawari: Night Alone für die PlayStation Vita und den PC gehört zu diesen besonderen Videospielen.

yomawari-night-alone-2In Yomawari: Night Alone schlüpfen wir in die Rolle eines kleinen Mädchens. Zu Beginn des Spiels gehen wir mit unserem Hund Poro spazieren. Der fröhliche Spaziergang wird ein paar Minuten später jedoch jäh unterbrochen. Was genau passiert, wollen wir aus Spoiler-Gründen gar nicht mal verraten. Fakt ist jedoch, dass das Verschwinden des Kläffers der Aufhänger für die düster gestaltete Handlung des Spiels ist. Als wir ohne den Vierbeiner nach Hause kommen, macht sich unsere ältere Schwester prompt auf die Suche nach ihm. Allerdings kommt auch sie nicht mehr nach Hause, weshalb wir wenig später selbst die Beine in die Hand nehmen müssen und durch die Straßen einer japanischen Kleinstadt streifen. Da die Sonne bereits untergegangen ist, sind auch keine Menschen in den Häusergassen unterwegs und selbst aus den Fenstern der Gebäude strahlt kein Licht. Einzig und allein Straßenlaternen beleuchten die Wege und das Flackern von Getränkeautomaten oder der schwache Kerzenschein von kleinen Jizō-Statuen am Straßenrand erhellen leicht die Umgebung. Immer wenn wir an einer Jizō-Statue vorbeikommen, können wir unser Spiel schnellspeichern, sofern wir eine Münze als Opfergabe für die Schutzgottheit der Kinder und Reisenden darbieten. Das sollten wir im Übrigen auch regelmäßig tun, denn jeder Bildschirmtod führt uns zur letzten Statue zurück.

Lauf Forrest, lauf!

yomawari-night-alone-3Ausgelöst wird der Bildschirmtod durch Geisterwesen, die in den Straßen ihr Unwesen treiben. Zu sehen sind die Geister oft nicht, weshalb wir unbedingt darauf achten sollten, wie laut unser Herz schlägt. Je mehr Feinde in der Nähe sind, desto lauter schlägt das innere Organ und desto eher sollten wir vor ihnen weglaufen. Die Geister nehmen nämlich nur zu gerne die Verfolgung auf. Da wir direkt bei der ersten Berührung mit einem Gegner das Zeitliche segnen, sollten wir auch die Umgebung im Auge behalten. Gerne können die Geister uns nämlich einholen, sodass Büsche und ähnliche Objekte dazu genutzt werden können, um uns vor dem Bösen zu verstecken. Hinzukommt, dass wir in Yomawari: Night Alone zwar recht lange laufen können, doch sobald wir von Geistern verfolgt werden, sinkt unsere Ausdauer ins Bodenlose. Verteidigen können wir uns im Spiel übrigens nicht, denn das hat einen ganz einfachen Grund: Waffen existieren grundsätzlich nicht, sodass das Fliehen vor Gegnern der einzige Weg ist, aus der Situation zu entkommen. Immerhin kommen wir sehr früh im Spiel in den Besitz einer Taschenlampe, mit der wir die Gegner sehen können, sobald wir sie anleuchten. Dieses Spielprinzip wird sicherlich nicht jedem Fan des Survival-Horror-Genres gefallen, da die Branche diese Videospielgattung seit Resident Evil 4 von 2005 auf Action getrimmt hat.

Survival-Horror im Anime-Gewand

yomawari-night-alone-4Obwohl der Titel nur in einer japanischen Kleinstadt spielt, bietet diese genügend Raum, um unterschiedliche Handlungsorte vorzustellen. So durchstreifen wir unter anderem ein Reisfeld, machen einen düsteren Wald unsicher, erkunden ein altes Fabrikgelände oder eine von einem riesigen Tausendfüßler bewachte Shōtengai. Unterwegs sammeln wir dutzende Sammelobjekte ein, die zum eigentlichen Beenden des Spiels allerdings nicht nötig sind. Sie motivieren uns trotzdem, jeden noch so weit entfernten Winkel der Spielwelt zu erkunden. Sämtliche Umgebungen der Welt sind in einem hübschen Anime-Look gestaltet. Hintergründe und Umgebungen sehen wirklich fantastisch aus! Einzig und allein das Charakterdesign hebt sich ein wenig davon ab und wirkt daher etwas unpassend. Dafür entschädigt der Einfall, auf Hintergrundmusik weitgehend zu verzichten. Musik ist tatsächlich nur in sehr wenigen Momenten zu hören, sodass sich die Atmosphäre voll und ganz auf die Geräuschkulisse verlässt. Unsere eigenen Schritte, das Summen von elektrischen Lichtquellen oder das Klingeln eines Münztelefons können in ihrer Kombination unser Mark zum Gefrieren bringen. Schade ist lediglich, dass nach nur sechs Stunden der Abspann über den Bildschirm flimmert. Anschließend dürfen wir nur noch die verbliebenen beziehungsweise übersehenen Sammelobjekte aufspüren.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-Vita-Fassung): Yomawari: Night Alone war in meinen Augen schon vor der Veröffentlichung ein recht exotischer Titel. Das Spiel hebt sich insofern von anderen Ablegern des Genres ab, indem es auf Kämpfe nahezu komplett verzichtet, sich vor allem auf kleine Schockmomente in verschiedenen Formen konzentriert und sich auf das Gefühl der Isolation verlässt. Wer das Spiel abends im Dunkeln angeht, wird sich an der einen oder anderen Stelle sicherlich sehr gruseln. Tagsüber wird sich dieser Effekt wohl kaum einstellen, weshalb ich unbedingt dazu raten möchte, Yomawari am besten mitten in der Nacht zu spielen. Fernab des Settings gibt es allerdings kaum Gründe, sich mit dem Spiel zu beschäftigen. Das Gameplay ist durchgehend sehr mau. Man läuft tatsächlich nur durch die Straßen und Gassen einer japanischen Kleinstadt und muss ständig irgendwelchen Geistern entkommen. Selbst die Sammelobjekte, die überall in der Stadt gefunden werden können, bieten in meinen Augen keinen spürbaren Mehrwert. Unverständlich ist auch die Preispolitik für das Spiel. Während es zum Release für den PC noch halbwegs faire zwanzig Euro kostete, schlägt dasselbe Spiel auf der PlayStation Vita mit dem doppelten Betrag zubuche. Wer nur ungern auf dem PC spielt, sollte mit dem Kauf also vielleicht noch etwas warten. Anime-Fans, die sich auf das zugegebenermaßen dünne Survival-Horror-Gameplay von Yomawari: Night Alone einlassen möchten, kommen dennoch sicher in beiden Versionen auf ihre Kosten.

Vielen Dank an NIS America für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Yomawari: Night Alone!

Prime Time: Jurassic Park – Ultimate Trilogy (Unboxing)

Am heutigen Abend möchten wir euch eine ganz besondere Filmtrilogie ans Herz legen, mit der wir viele schöne Erinnerungen verbinden. Die Rede ist von der Ultimate Trilogy von Jurassic Park. Wir stellen euch die Blu-ray-Fassung vor und verraten euch, worauf ihr euch bei dieser tollen Box freuen dürft. Viel Spaß und gute Unterhaltung mit unserem Unboxing-Video!

Review: Magic Kaito: Kid the Phantom Thief (Vol. 3)

Magic Kaito - Kid the Phantom Thief (Vol. 3) (1)Während sich die erste Volume von der Anime-Serie Magic Kaito: Kid the Phantom Tief mit der Vorstellung der Hauptfigur und der Einführung ins Universum des Animes beschäftigte, verlor sich die zweite Ausgabe in Nebensächlichkeiten und ermüdete uns fast durchgehend.

Magic Kaito - Kid the Phantom Thief (Vol. 3) (2)So manche Anime-Serie versucht, an bestimmten Stellen im Verlauf der Story diese regelrecht umzuwerfen, um mit überraschenden Wendungen nicht nur Spannung aufzubauen, sondern auch das Interesse des Zuschauers wesentlich zu steigern. Dass nicht jede Serie diesem mittlerweile doch recht abgenutzten Konzept folgt, beweist der Anime Magic Kaito: Kid the Phantom Thief ebenfalls in der dritten Volume der viergeteilten Veröffentlichung. Unverändert dreht sich die Handlung um den Oberschüler und Zauberkünstler Kuroba Kaito. Vor acht Jahren ist dessen Vater bei einer Explosion ums Leben gekommen und hat Kaito nicht nur ein finanzielles, sondern auch gefährliches Erbe hinterlassen – seine Ausrüstung. Kuroba Tōichi war nämlich nicht nur ein Magier, sondern ein Meisterdieb obendrein. In der ersten Hälfte der Serie haben wir Kaito bei mehreren Einbrüchen und Diebstählen beobachten können. So und nicht anders ist er auf die mysteriöse Organisation gestoßen, die für den Tod seines Erzeugers verantwortlich ist. Allerdings geizt die Story in dieser Hinsicht sehr mit Informationen, da nur wenige Fakten offenbart werden und es sich bei der Auseinandersetzung mit dem organisierten Verbrechen eher um eine Aneinanderreibung, als an einen Konflikt handelt. Nichtsdestotrotz gelingt es der dritten Volume in sehr wenigen Szenen auf diesen Fakten gut aufzubauen.

Erfrischende Charakterkonstellation

Magic Kaito - Kid the Phantom Thief (Vol. 3) (3)In vorherigen Folgen wurde das Auftreten eines neuen Widersachers bereits angedeutet. Gemeint ist der Illusionist Gunter von Goldberg II. – ein Zauberkünstler, der sein Publikum mit Trugbildern täuscht. Hinter der Fassade steckt jedoch der Dieb Spider, der es auf die so genannten großen Steine abgesehen hat, welche die Organisation dringend benötigt. Dennoch ist Spider nicht die einzige neue Figur, die in der siebten Episode des Animes eingeführt wird – Kaito und seine Freunde bekommen mit Hakuba Saguru einen neuen Mitschüler. Ähnlich wie Koizumi Akako ist jedoch auch dieser in das Leben von Kaito Kid verstrickt. So unterstützt er angeblich die Polizei, angeführt von Aokos Vater Nakamori Ginzō, bei der Jagd auf den titelgebenden Meisterdieb. In Wahrheit ist er jedoch auch nur hinter Spider her, möchte aber nach dem Zusammentreffen mit Kaito Kid unbedingt dessen Identität lüften. Bei dieser Konstellation möchten auch Hexe Akako und Kaitos Freundin Aoko mitmischen, was in der einen oder anderen Situation natürlich für viel Abwechslung, Verwirrung und jede Menge illustre Momente sorgt. Nach den enttäuschenden vorherigen Episoden ist dieser Aufschwung geradezu erfrischend. Die Köpfe hinter dem Projekt scheinen verstanden zu haben, dass man sich zu oft mit Nebensächlichkeiten beschäftigt hat und haben ein wenig an der Spannungskurve gedreht.

Fraglicher Nebenauftritt

Magic Kaito - Kid the Phantom Thief (Vol. 3) (4)Hinzukommt, dass auch im Hintergrund öfters etwas passiert. Kaitos Assistent Jii Kōnosuke videotelefoniert in einer Szene beispielsweise mit Kaitos Mutter, die ebenfalls auf der Suche nach Antworten ist. In Spider werden wiederum große Erwartungen von seinen vermeintlichen Geldgebern gesetzt. Ob diese Erwartungen erfüllt werden können, solltet ihr jedoch am besten selbst in Erfahrung bringen, denn auch wenn die Story immer noch sehr seicht ausfällt, wäre jedes weitere Wort unter Umständen ein ärgerlicher Spoiler. Am restlichen Konzept hat man ebenfalls nichts verändert. Alle drei enthaltenen Episoden liegen wie die vorherigen Folgen im bildschirmfüllenden 16:9-Format und in 1080p vor. Hintergründe sind sehr scharf und kontrastreich, sodass auch die Charaktere im typischen Zeichenstil des Autors Aoyama Gōshō gänzlich zur Geltung kommen. Die musikalische Untermalung passt jederzeit zu den Situationen, könnte mittlerweile aber etwas mehr Abwechslung vertragen. Wer sich bei Magic Kaito: Kid the Phantom Tief köstlich amüsieren will, sollte weiterhin die japanische Synchronisation auswählen – an der Qualität der deutschen Tonspur hat sich nämlich leider nicht sehr viel getan. Zu guter Letzt fragen wir uns aber, warum man das Intro ausgetauscht hat, denn in dieser Variante wird Detektiv Conan in den Fokus gerückt. Der taucht im Spin-off aber fast nie auf.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Den Auftakt von Magic Kaito: Kid the Phantom Thief habe ich doch recht gerne angesehen, wurde dann aber mit den weiterführenden Episoden eher enttäuscht. Die drei Folgen der dritten Volume können allerdings ein wenig entschädigen. Hier gibt es endlich ein paar neue Anhaltspunkte zur Organisation, die für den Tod von Kaitos Vater verantwortlich ist. Hauptsächlich freue ich mich aber darüber, dass in der dritten Volume gleich zwei neue wichtige Charaktere eingeführt worden sind, welche die Darstellerriege wesentlich bereichern. Spider kristallisiert sich als gefürchteter Widersacher heraus und Hakuba Saguru kann Kaito auf vielerlei Arten sehr gefährlich werden. Mit nur einer weiteren Volume bleibt der Anime-Serie an dieser Stelle aber nicht mehr sehr viel Zeit, auch die restlichen unserer Fragen zu unserer Zufriedenheit zu beantworten. Ich würde sogar soweit gehen und sagen, dass man mit der letzten Volume kaum Antworten erhalten wird und man die Fans von Magic Kaito: Kid the Phantom Thief auf später vertrösten will. Wer mit meiner düsteren Prognose leben kann und trotzdem noch die Serie weiterverfolgen will, kann bei der dritten Volume als Fan aber ohne großes Nachdenken einfach zuschlagen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Magic Kaito: Kid the Phantom Thief (Vol. 3)!

Review: Minecraft (Wii U Edition)

Minecraft - Wii U Edition (1)Seit der Erstveröffentlichung von Minecraft im Jahr 2009 hat sich das Spiel zu einem regelrechten Phänomen entwickelt. Es wird wohl kaum einen Videospieler geben, der Markus Alexej Perssons kreatives Werk nicht gespielt oder zumindest schon einmal davon gehört hat.

Minecraft - Wii U Edition (2)Über die Jahre hinweg entwickelte sich das Spiel immer weiter und wurde so mit unzähligen neuen Inhalten ergänzt. Nach der ursprünglichen Veröffentlichung für den PC, folgten weitere Umsetzungen des Spiels für Konsolen und mobile Endgeräte. Ende 2015 erschien dann sogar nach langen Flehen und Betteln der Nintendo-Fans auch eine Download-Fassung für die Wii U, die Mitte 2016 sogar noch als Disc-Variante im Laden erschien. Wir haben diese Chance genutzt und sind auf der einen Seite schwer begeistert, doch auf der anderen Seite auch etwas enttäuscht. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass ihr euch noch nie mit Minecraft auseinandergesetzt habt, möchten wir euch das grundlegende Gameplay einmal kurz zusammenfassen. In Minecraft übernehmen wir die Rolle eines klötzchenartigen Humanoiden, der in einer ebenso klötzchenartigen Welt lebt und keine Erinnerungen an seine Vergangenheit hat. Das muss er auch nicht, da sein Leben von uns erst geschrieben wird. Wir haben die Möglichkeit, wirklich jeden Block in der Spielwelt zu zerstören und seine Rohstoffe aufzusammeln. Diese können wir dann verarbeiten, um sie zu Werkzeugen zu verwandeln. Mit Hacken und Co lassen sich Gestein, Sand und Holz sehr viel besser abbauen. Haben wir genug Materialien gesammelt, errichten wir uns Werkbank und Ofen, um das Handwerk nochmals zu vertiefen.

Alle Hände voll zu tun

Minecraft - Wii U Edition (3)Da es in der Spielwelt von Minecraft einen Tag-und-Nacht-Rhythmus gibt, müssen wir uns schleunigst um die Errichtung einer Hütte kümmern. Schließlich sind nachts wilde Tiere unterwegs und Monster kriechen ebenfalls aus ihren Verstecken. Solange wir noch nicht bewaffnet und ausgerüstet sind, können nächtliche Spaziergänge tödlich verlaufen – und mit der richtigen Bewaffnung natürlich jede Menge Erfahrungspunkte einbringen. Anfangs mögen wir uns noch mit kleineren Behausungen zufriedengeben, doch je mehr Materialien wir mit der Zeit einsammeln, desto eher können wir uns kleine Paläste zimmern. Da niemand leere Räumlichkeiten mag, verfrachten wir Ofen und Werkbank ins Innere des Hauses. Nach und nach kommen mehr Möbelstücke wie Betten oder Bücherregale hinzu. Richtig heimelig wird es dann mit Fenstern aus selbst gebastelten Glasblöcken fürs Durchdringen der Sonnenstrahlen am Tag und mit Feuerquellen wie Fackeln in der Nacht. Da Arbeit und Erkunden der Umgebung hungrig macht, müssen wir auch darauf achten, dass wir regelmäßig Nahrung zu uns nehmen. Entsprechend grillen wir Fleisch oder bauen uns Kartoffeln an. Ein primäres Ziel gibt es in Minecraft also nicht wirklich. Viel mehr möchte uns das Spiel in einen Kreislauf packen, aus diesem wir nicht entkommen können und das im Grunde auch gar nicht wollen.

Mehrwertlose Wii-U-Fassung

Minecraft - Wii U Edition (4)Wenn wir keine Lust darauf haben, einfach nur den Alltag zu genießen oder das eine oder andere Abenteuer zu erleben, dann gibt es auch noch den Kreativmodus. In diesem stehen uns sämtliche Blöcke in unbegrenzter Anzahl zur Verfügung, mit denen wir dann Burgen, Pyramiden oder andere Bauwerke in aller Seelenruhe errichten können. Wer sich selbst von den Ausmaßen überzeugen will, die mit Minecraft möglich sind, kann Abende damit zubringen, Internetvideos zu konsumieren – und falls es das Bauwerk noch gar nicht gibt, kann man auch selbst künstlerisch aktiv werden. Lokal oder übers Internet ist dann möglich, mit mehreren Spielern diese Bauwerke anzuschauen oder sich in ein Abenteuer zu stürzen. Wer gerne kreativ ist oder die Herausforderung sucht, ist mit Minecraft also gut beraten. Schlussendlich steht die Frage im Raum, auf welcher Plattform man Minecraft am ehesten spielen sollte. Während die PC-Fassung jedes Update erhält und auch Modifikationen zulässt, sieht es auf den Konsolen anders aus. Diese hinken dem Patch-Verlauf Jahre hinterher. Bei der jüngst erschienenen Wii-U-Version muss man sich zudem ernsthaft fragen, ob Microsoft die Entwickler bei Mojang überhaupt noch damit beauftragen will. Bis auf einen exklusiven, spielerisch aber vollkommen uninteressanten Super-Mario-Skin, bietet die Wii-U-Fassung keinen Mehrwert.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Wii-U-Fassung): Sieben ganze Jahre hat es gedauert, bis ich mich an Minecraft herangewagt habe. Irgendwie hat mich das Konzept des Spiels nie wirklich gereizt, doch nach ein paar Ausflügen in die Welt von Minecraft möchte ich am liebsten gar nicht mehr weg. Es ist kinderleicht, die Welt kreativ zu gestalten und gerne wage ich mich kreuz und quer durch die Spielwelt, um interessante Orte zu entdecken. Wenn man hier nicht aufpasst, weiß man einfach nicht, wohin einen die eigenen Füße tragen. Eben sah ich am Horizont noch ein malerisches Schloss; dort angekommen entdecke ich in der Ferne einen Leuchtturm und von dort aus geht es mit einem Boot weiter zu einer kleinen Insel. Die Welt ist facettenreich und auch die einzelnen Skins, die in der Wii-U-Fassung enthalten sind, machen durchaus Spaß. Schade finde ich lediglich, dass diese dann tatsächlich nur kosmetische Skins mit ein paar (wirklich guten, aber fürs Spielgeschehen oft unpassenden) Musikstücken sind. Spielerische Auswirkungen haben die Skins auf das Spielgeschehen leider absolut nicht, hier hätte man das System gehörig umkrempeln und abwechslungsreich gestalten können. Ebenfalls schade ist, dass die Entwickler das Wii U GamePad nicht richtig eingebunden haben und das Spiel weitgehend nur portiert haben. Zwar kann ich jetzt Minecraft auch spielen, wenn nebenher etwas Interessantes im Fernsehen läuft, doch warum ich das Menü nicht gänzlich auf den zweiten Bildschirm auslagern kann, ist mir schleierhaft. Trotz der ungewissen Zukunft des Update-Verlaufs der Wii-U-Fassung und die mir manchmal zu spärlichen Erklärungen, habe ich Gefallen am Spiel entdeckt und werde es künftig immer mal wieder einschmeißen. Mein künftiges und gigantisches Block-Imperium errichtet sich schließlich nicht von alleine!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Minecraft (Wii U Edition)!

Review: Resident Evil: Heavenly Island (Band 2)

resident-evil-heavenly-island-band-2-1Eigentlich wollte das sechzigköpfige Produktionsteam auf Sonido de Tortuga nur eine Fernsehsendung aufzeichnen, in welcher auf der Insel eine ausgewählte Gruppe von Models, Schauspielerinnen und anderen Schönheiten fast durchgehend inszeniert ums Überleben kämpfen muss. Was für viele nach dem Ekelfernsehen eines deutschen Fernsehsenders mit drei Buchstaben klingt, wird für das Team über Nacht zum bitteren Ernst. Zur Aufzeichnung kommt es entsprechend nur zum Teil, denn während des Drehs geschehen auf Sonido de Tortuga merkwürdige und schreckliche Dinge. Die Hauptfigur des Manga, der Regieassistent Tominaga Takeru, wird erst von der infizierten Coco und dann von einem maskierten und mit einer Harpune ausgestatten Hünen quer durch den Dschungel gejagt. Mit letzter Kraft gelingt es dem Burschen, den Hünen von einer Klippe ins Meer stürzen zu lassen und seine heimliche Angebetene, das Model Yuki Mayu, vor dem Ungetüm zu retten. Gemeinsam versuchen sie sich zum Strand durchzukämpfen und den unzähligen Gefahren zu trotzen. Neben unzähligen weiblichen Zombies müssen sie sich selbstverständlich auch mit Nahrung versorgen, um genügend Kraft für die nächsten Stunden zu haben. Mitten im Dschungel machen sie zudem eine Entdeckung, bei der ihnen im wahrsten Sinne des Wortes die Kinnlade herunterfällt.

Ausweglose Situation

In der Zwischenzeit erfahren wir, wie es Inéz Diaco und ihrer Freundin Marilou Mabou ergeht – schließlich wurden die beiden beim Besuch eines alten Tempels überwältigt und gefesselt. Der durchweg skrupellose Produzent Mike Seaman nutzt die Gunst der Stunde, um ins alte Gemäuer zu gelangen, das einst von der Umbrella Corporation zweckentfremdet wurde. Während der vermeintliche Zauberer eine dort aufbewahrte Kreatur regelrecht anbetet, erkennt der Produzent das wahre Potenzial des Wesens und versucht es, mit Hilfe eines Kontrollcodes zu neuem Leben zu erwecken. Der Plan funktioniert jedoch natürlich nicht nach seinem Wunsch und schon bald haben die Bewohner und Besucher der Insel ein noch viel ernstzunehmenderes Problem, als sie es ohnehin schon haben. Zu guter Letzt bildet sich am Strand eine weitere Fraktion, die von dem fleischgewordenen Alptraum nicht verschont bleibt. Ein paar Darstellerinnen und Produktionsassistenten schlagen sich mit einer Horde weiblicher Zombies herum und versuchen auf die White Castle, ihr Schiff vor der Küste, zu fliehen – blöd nur, dass ihre Feinde gelernt haben, zu schwimmen. Dieser Fakt wird beinharten Zombie-Fans zwar sicherlich bitter aufstoßen, doch hilft dieser Twist wunderbar dabei, die nervenaufreibende Handlung konsequent und weitgehend ausweglos voranzutreiben. Das darf gerne so weitergehen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Der erste Band von der Manga-Reihe Resident Evil: Heavenly Island hat mir sehr gut gefallen, da er sich die Zeit genommen hat, alle wichtigen Charaktere einzuführen, ihre Motivation stets zu verdeutlichen und zudem auch noch eine beängstigende Ausgangssituation zu kreieren. Außerdem fand ich es gut, dass man den Band hervorragend in das Resident-Evil-Universum eingebunden hat, indem man erklärt hat, dass der Tempel auf Sonido de Tortuga von der Umbrella Corporation beziehungsweise dessen Gründer Oswald Spencer zweckentfremdet wurde. Entsprechend finde ich sehr schade, dass man im zweiten Band nicht noch weitere Details darüber hat verlauten lassen. Immerhin taucht neben Claire Redfield ein weiterer bekannter Charakter aus den Videospielen auf, der anscheinend jedoch nur als Überleitung zu einer anderen Figur dient, die in den nächsten Bänden von Bedeutung sein könnte. Trotzdem gefällt mir die Story von Heavenly Island immer noch gut, da sie konsequent mit einigen Überraschungen und einschneidenden Momenten fortgeführt wird. Ich merke dennoch, dass sich der Fokus leicht von der Story auf die Action verschoben hat – da kann ich nur zum Wohle der Handlung hoffen, dass die Action in den nächsten Bänden keine Überhand gewinnt und wieder etwas zurückgeschraubt wird.

Vielen Dank an Kazé Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Resident Evil: Heavenly Island (Band 2)!

Prime Time: Harry Potter – Complete Collection (Unboxing)

Die Buchreihe um den Zauberer Harry Potter ist zwar genauso wie die Filmserie seit einigen Jahren abgeschlossen, doch möchten wir euch heute die Complete Collection der Blu-ray-Fassung in Form eines Unboxing-Videos vorstellen. Dabei erinnert sich Chefredakteur Eric an diverse Momente, die er mit den Filmen verbindet. Wer mit in Nostalgie schwärmen möchte, sollte unbedingt einschalten. Viel Spaß!

Review: Tōkyō Ghoul √A (Vol. 2)

tokyo-ghoul-%e2%88%9aa-vol-2-1Die erste Volume von Tōkyō Ghoul √A hat die erste Staffel der Serie so fortgeführt, wie diese geendet hat. Wer darauf gehofft hat, dass mit der zweiten Volume eine Entwicklung einsetzt, wird beim Anschauen der drei enthaltenen Episoden allerdings wohl ein wenig enttäuscht sein.

tokyo-ghoul-%e2%88%9aa-vol-2-2Bereits die erste Volume der zwölfteiligen Anime-Serie hat sich von der ursprünglichen Story entfernt. Kaneki Ken ist nur noch ein Mittel zum Zweck, um die Handlung irgendwie vorantreiben zu können. Der innere Kampf um seine wahre Identität hat seine Entwicklung de facto abgeschlossen, sodass für ihn nun der Vorhang als Hauptrolle gefallen ist. In der zweiten Staffel mit dem Titel Tōkyō Ghoul √A stehen stattdessen andere Figuren im Vordergrund, die wir überwiegend schon aus der ersten Season kannten, in den vorliegenden Folgen aber zumindest so tiefgründig behandelt werden, wie sie es auch verdienen. Hauptsächlich dreht sich die Story mittlerweile um Amon Kōtarō, der es sich mit seiner neuen Partnerin Mado Akira seit einigen Episoden zur Aufgabe gemacht hat, Ken auf die Schliche zu kommen. Während dadurch die Action in der ersten Volume heruntergeschraubt wurde, kann diese sich in den drei enthaltenen Folgen der zweiten Ausgabe wieder etwas mehr entfalten. Die gegnerische Organisation, genannt Phönixbaum, überfällt die Commission of Counter Ghoul, wodurch sich die Ermittler damit konfrontiert sehen, die Ghule loszuwerden. Wie und ob das überhaupt aufgrund der zahlreichen Angreifer gelingen kann, verraten wir natürlich nicht. Verraten können wir euch aber, dass selbst in der zweiten Volume ein roter Faden durch die Story kaum zu spüren ist.

Ohnmächtige Farbenpracht

tokyo-ghoul-%e2%88%9aa-vol-2-3Das Bild der Episoden in der zweiten Volume kann mit handgezeichneten Elementen punkten. Nachteilig wirken in der Auflösung von 1080p und im 16:9-Bildformat nur die Animationen, die unserer Meinung seit der letzten Volume etwas abgenommen haben. Hier wäre zwar durchaus mehr möglich gewesen, doch verzaubern uns kontrastreiche Konturen und vor allem die realitätsnahen Hintergründe weiterhin. Viel wichtiger ist jedoch, dass das Bild oft in einfachen Weißtönen gehalten ist, was jedoch in erster Linie an der sterilen Bauart des fast durchgehenden Handlungsorts liegt. Dieser farbliche Einfall wirkt fast schon ohnmächtig auf uns, sodass klar wird, dass viele der Charaktere keinerlei Wahl in ihrer Entscheidungsfindung haben. Tatsächlich werden in der fünften und sechsten Episode der Serie philosophische Fragen aufgeworfen. Auf der einen Seite stellt Amon beispielsweise die Frage, warum sich Menschen dafür entscheiden, Ghule zu werden – auf der anderen Seite wird hinterfragt, was es bedeutet, ein Ghul zu sein. Das schaffen sowohl die japanischen, als auch die deutschen Synchronsprecher sehr gut. Wer jedoch ein wenig mehr Authentizität haben möchte, schaltet ohnehin zur japanischen Tonspur mit den nicht abschaltbaren gelben Untertiteln. Das Tonformat ändert sich zum Glück nicht – beide Synchronisationen liegen in DTS-HD Master Audio 2.0 vor.

Einblicke in die Synchronisation

tokyo-ghoul-%e2%88%9aa-vol-2-4Im digitalen Bonusbereich der zweiten Volume von Tōkyō Ghoul √A wartet neben den üblichen Trailern zu weiteren Kazé-Anime-Titeln zum einen ein ungefähr dreißigminütiges Synchronpanel auf uns. Hier kommen in einer heiteren Fragerunde von Fans die beiden deutschen Synchronsprecher Sarah Alles und René Dawn-Claude, sowie Regisseur Morita Shūhei ausführlich zu Wort. Besprochen werden unter anderem die Schwierigkeiten bei Synchronisationen, die Unterschiede zwischen deutscher und japanischer Vertonung und auch welche Vorbilder bei Sprechern und Anime die drei Beteiligten haben, bleibt nicht unerwähnt. Zum anderen befindet sich ein etwa fünfminütiges Live Dubbing auf der Blu-ray Disc. Bei selbigem Event vertonen die beiden Synchronsprecher hier ihre zugeteilten Rollen, Kirishima Tōka und Kirishima Ayato. Wer schon immer mal einen Eindruck erhalten wollte, wie Synchronisationen ansatzweise funktionieren, wird hier definitiv fündig. Neben dem zugleich interessanten, als auch lustigen digitalen Bonusmaterial liegt der Disc abermals ein Booklet bei. Über dessen Inhalte können wir allerdings nur spekulieren, da es uns nicht zum Testen vorlag. Wir gehen aber davon aus, dass sich das Booklet handwerklich an denen der ersten Staffel orientiert und qualitativ hochwertig ist. Somit kann uns auch die zweite Volume noch halbwegs überzeugen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich habe mich nach der weitgehend echt tollen ersten Staffel sehr auf Tōkyō Ghoul √A gefreut. Nach zwei Volumes frage ich mich aber ernsthaft, was aus der einst sehr intelligenten und zudem auch aufeinander aufbauenden Handlung geschehen ist. So finde ich es zwar nach wie vor spannend, dass ich vieles über die zuvor eher im Hintergrund agierenden Charaktere erfahre, doch finde ich es sehr, sehr schade, dass man es tatsächlich versäumt hat, mit einem roten Faden eine Geschichte weiterzuerzählen. Das muss in der nächsten Volume dringend besser werden! Immerhin können die philosophischen Fragen, die in der fünften und sechsten Episode aufgeworfen werden, nicht nur die beteiligten Charaktere, sondern auch mich über das Dasein als Ghul zum Nachdenken anregen. So wird die Serie zumindest leicht auf eine neue Ebene gehievt. Trotzdem hoffe ich nach den zwei eher mittelmäßigen Volumes, dass das Produktionsteam mit der zweiten Serienhälfte zu altem Glanz zurückfinden wird. Verdient hätte es die ursprünglich richtig gute Anime-Serie auf jeden Fall und vielleicht setzt mit Volume 3 endlich eine Entwicklung ein.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Tōkyō Ghoul √A (Vol. 2)!

Review: Pretty Guardian Sailor Moon Crystal (Vol. 2)

pretty-guardian-sailor-moon-crystal-vol-2-1Die erste Volume von Pretty Guardian Sailor Moon Crystal nutzte die Gunst der Stunde, um die Sailor-Kriegerinnen kurz und bündig vorzustellen. Im zweiten Episodenpack werden die unzertrennlichen Freundinnen mit ihrer durchtriebenen Feindin Queen Beryl konfrontiert.

pretty-guardian-sailor-moon-crystal-vol-2-2In den ersten Episoden hat sich die Anime-Serie mit Antworten auf aufgekommene Fragen in den meisten Fällen wirklich sehr zurückgehalten, sodass wir nur spekulieren konnten, welche Tiefe die Handlung erreichen kann. Die Folgen der zweiten Volume stehen im krassen Gegensatz dazu, denn hier wird mit Erklärungen nicht gegeizt und ein paar überraschende Wendungen sind ebenfalls mit von der Partie. Den Anfang macht die plötzlich aufgetauchte Sailor Venus, die sich mit ihrer Katze Artemis den Sailor-Kriegerinnen anschließt. Sie entpuppt sich zudem als die vermeintliche Princess Serenity alias Aino Minako, welche unter allen Umständen von ihren neuen Freundinnen beschützt werden will. In welcher Beziehung die Prinzessin mit ihren Beschützern steht, wollen wir aber nicht verraten. Viel wichtiger ist in der zweiten Volume die Liebesbeziehung zwischen Tsukino Usagi und Chiba Mamoru. Obwohl Mamoru im Kampf schwer verwundet wird und auch nur mit der Kraft des Silberkristalls gerettet werden kann, ist es ihm nicht möglich, Usagi seine Dankbarkeit zu zeigen. Er wird von Queen Beryl und ihren Schergen entführt und für ihre Zwecke eingespannt. Sailor Moon Crystal erreicht mit dieser Erzählweise, dass so etwas wie Tiefgang entsteht und man sich mehr mit den Charakteren beschäftigen möchte. Die Handlung wird plötzlich verstärkt mitreißend erzählt!

Augen aus den Neunzigerjahren

pretty-guardian-sailor-moon-crystal-vol-2-3Zugegeben, viele Lösungen driften ins Kitschige ab und sprechen abermals in erster Linie die weibliche Zielgruppe an. Trotzdem dürfen sich jetzt auch interessierte Zuschauer, die sich für die Kämpfe zwischen den Sailor-Kriegerinnen und den Anhängern des Dark Kingdom abspielen, über die Episoden freuen. Kämpfe werden jetzt etwas, aber noch nicht ausreichend, gestreckt und sogar ein wenig actionreicher inszeniert. Optisch hat sich an Sailor Moon Crystal nichts geändert. Nach wie vor nutzt man den Charme der Neunzigerjahre, um Charaktermodelle inklusive des sehr markanten Augendesigns, das fast schon stellvertretend für dieses Jahrzehnt steht, auf die Fernsehbildschirme zu zaubern. Hinzukommt eine passende musikalische Untermalung, die in seltenen Fällen jedoch ein wenig nervtötend sein kann, da sie viel zu oft eingesetzt wird. Gemeint ist hier vor allem die eingespielte Musik bei den Verwandlungen der Charaktere. Nur wenige Sequenzen dieses Stücks lassen uns mitsummen, während der Rest im Hintergrund verkommt und wir uns bei den wiederholten und nicht gerade kurzen Verwandlungssequenzen langweilen. Beim verwendeten Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 wäre durchaus ein wenig mehr möglich gewesen. Dafür entschädigen die guten Synchronsprecher, sowohl in der deutschen Synchronisation, als auch im japanischen Originalton.

Tolles Synchronspecial mit Pascal Breuer

pretty-guardian-sailor-moon-crystal-vol-2-4Selbst an Sabine Bohlmann, die man hierzulande wohl als die Stimme von Lisa in Die Simpsons identifiziert, hat man sich mit der zweiten Volume spätestens gewöhnt. Im japanischen Originalton leiht wie in der Anime-Serie von 1992 Mitsuishi Kotono Sailor Moon nach wie vor ihre Stimme. Obwohl das digitale Bonusmaterial bei der ersten Volume sparsam ausfiel, kann in der zweiten Ausgabe ein 45-minütiges Synchronspecial entschädigen, in dem Synchronsprecher und Synchronregisseur Pascal Breuer einen guten Einblick in die Synchronisationsarbeit gibt. Da das Special als erster Teil bezeichnet wird, sind wir sehr gespannt darauf, welche Inhalte uns man beim nächsten Mal präsentieren möchte. Im physischen Bonusbereich winken diesmal Postkarten und ein Booklet. Wie viele Postkarten beiliegen und welche Motive diese zeigen, können wir euch leider ebenso wenig verraten, wie die Qualität des Booklets bei Sailor Moon Crystal ausfällt. Für unser Review stand uns leider nur die Disc zur Verfügung. Wir gehen jedoch davon aus, dass sich dieses Material an ähnlich hochwertigen Beilagen von Publisher Kazé Anime orientiert. Wer die limitierte Erstauflage von Volume 1 besitzt, hat nun die Chance, die zweite Ausgabe in den Schuber einzuführen und sich auf die zweite Season zu freuen, welche die Geschichte von Sailor Moon Crystal nahtlos fortführen wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Folgen der zweiten Volume von Pretty Guardian Sailor Moon Crystal haben mir wesentlich besser gefallen als der Serienauftakt. Dieser wirkte in meinen Augen nämlich viel zu kurz und die Charakterentwicklungen in dieser Zeitspanne einfach unglaubwürdig. Mit der zweiten Staffelhälfte gibt es jedoch tiefgehende Einblicke in die Vor- und Hintergrundgeschichte, sodass ich mich auf jede Episode aufs Neue freue, um neue Details über die Sailor-Kriegerinnen und ihre Gegenspieler zu erfahren. Natürlich sind einige Wendungen vorhersehend, doch andere unvorhergesehene Überraschungen können mich dann wieder zufriedenstellen. Es ist in meinen Augen aber immer noch unverständlich, warum die Auseinandersetzungen in einer Episode so schnell gelöst werden. In meinen Augen kann es nicht sein, dass die unerfahrenen Kriegerinnen gegen böse Mächte kämpfen und so schnell wie ein Blitzeinschlag gewinnen! Außerdem hätten sich die Köpfe hinter dem Projekt vorher überlegen sollen, ob man Romantik unbedingt in dieser Menge servieren muss. Gut, das wird sicherlich der Manga-Vorlage geschuldet sein und weibliche Zuschauer und vor allem Fans wollen dies sicherlich auch umgesetzt sehen. Wenn ich diese Fakten aber ausklammere, kann mich die Anime-Serie fast immer begeistern, obwohl ich nicht zur angepeilten Zielgruppe gehöre und es vermutlich auch niemals sein werde. Wer mit den ersten Folgen von Sailor Moon Crystal seinen Spaß hatte, wird auch hier zufrieden sein.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Pretty Guardian Sailor Moon Crystal (Vol. 2)!

Prime Time: Nintendo Entertainment System: NES Classic Mini (Unboxing)

Am 11. November 2016 hat Nintendo das Nintendo Entertainment System: NES Classic Mini in Europa veröffentlicht. Wir haben uns eine der begehrten Konsolen geschnappt und stellen sie euch in unserem Unboxing-Video vor. Dabei gehen wir auf den Lieferumfang der Konsole und auf die dreißig vorinstallierten Spiele ein. Wir wünschen euch viel Vergnügen!

Review: Battlefield 1

battlefield-1-1Über den Ersten Weltkrieg existieren trotz seiner Relevanz als Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts kaum Videospiele. Das Entwicklerstudio Electronic Arts Digital Illusions Creative Entertainment möchte dies ändern und schickt die Battlefield-Reihe in die Vergangenheit.

battlefield-1-2Aufgeteilt ist Battlefield 1 in eine Einzelspielerkampagne und einen Mehrspielermodus. Der Mulitplayer-Part ist nach wie vor das Augenmerk der Reihe und stellt den wahren Kaufgrund für das Spiel dar. Dennoch ist ebenso die Kampagne des Spiels einen, wenn auch nur kurzen, Blick wert. Diese ist nämlich in mehrere Geschichten aufgeteilt. Nachdem wir im Prolog die Sinnlosigkeit des Kriegs erfahren haben, können wir anschließend in beliebiger Reihenfolge in die Haut von fünf verschiedenen Helden schlüpfen. Jede Heldengeschichte legt dabei einen anderen Schwerpunkt. Entscheiden wir uns zum Beispiel für die Geschichte rund um Dennis Edwards, kämpfen wir auf Seiten der Briten in der Zweiten Schlacht von Cambrai, die zwischen dem 8. und 10. Oktober 1918 stattgefunden hat. Kurz vor Kriegsende wurden in dieser Schlacht 324 Panzer eingesetzt, wodurch sich der Fokus im Kampf gegen das Deutsche Reich klar auf das Fahren mit Panzern konzentriert. Trotzdem erlernen wir hier auch andere Kniffe, die in Battlefield 1 wichtig sind. Neben dem Auskundschaften von feindlichen Stellungen müssen wir auch Zündkerzen für unser liegengebliebenes Fahrzeug aus einem Dorf beschaffen, das vom Feind besetzt ist. Wie wir die Aufgaben angehen, bleibt weitgehend uns überlassen. Entweder schießen wir uns unseren Weg frei oder schleichen und bleiben unentdeckt.

Ein Krieg, fünf Schicksale

battlefield-1-3Die anderen vier Szenarien sind nicht wichtiger spannend. Besonders die Story um Clyde Blackburn, der nur durch einen Zufall hinter den Steuerknüppel eines Flugzeugs gerät, hat uns gefallen. Dies gipfelt 1917 in einem Luftkampf über London, in welchem wir das Kampfgeschwader der Obersten Heeresleitung abschießen müssen. Wie dieser Spielabschnitt inszeniert wird, sucht sicherlich seines Gleichen. Selbst BioShock Infinite zieht hier bei ähnlich actionreichen Passagen den Kürzeren. Kurz und knackig ist hingegen das Szenario um Luca Vincenzo Cocchiola, der 1918 in den Dolomiten den Höhepunkt des so genannten Gebirgskriegs zwischen dem Königreich Italien und der Österreich-Ungarischen Monarchie miterlebt und auf der Suche nach seinem Kameraden Matteo ist. Etwas ruhiger könnte Frederick Bishops Arbeit als Meldegänger sein, doch gerade hier eskaliert sowohl die Situation bei der Schlacht von Gallipoli (19. Februar 1915 bis 9. Januar 1916), als auch im Spiel selbst. Das Schlachtengetümmel verwandelt sich hier in eine Ein-Mann-Armee und hat mit der Bedeutung des Themas Kriegs nicht viel zu tun. Im letzten Szenario fühlt sich Battlefield 1 fast wie Metal Gear Solid V: The Phantom Pain an. Hier schlüpfen wir in die Haut von Zara Ghufran, die beim Aufstand der Araber im Frühling 1918 an der Seite von Thomas Edward Lawrence kämpft.

Kurzes Einzelspielervergnügen

battlefield-1-4Mit dem Fernglas können wir Gegner und wichtige Positionen markieren, sodass wir uns aus der Ego-Perspektive zielstrebig von einem Ort zum nächsten bewegen, Waffenkisten plündern, Gegner ausschalten und Fahrzeuge stehlen können. Welches dieser fünf Szenarien wir zuerst angehen möchten, ist im Übrigen uns überlassen. Einzig und allein die Kapitel innerhalb eines Szenarios müssen wir zunächst in festgelegter Reihenfolge spielen. Das ist jedoch auch gut so, da wir so die grafisch opulent inszenierten Handlungsbögen chronologisch erleben. Wer Battlefield 1 allerdings nur alleine spielen möchte, wird nicht sehr viel beziehungsweise besonders lange Freude mit dem Spiel haben. Der Grund ist denkbar einfach: Die Kampagne mit ihren fünf Szenarien, einem spielbaren Prolog und einem kurzen Epilog, ist auf rund sechs bis sieben Stunden Spielzeit ausgelegt. Ego-Shooter-Profis werden noch etwas schneller übers Schlachtfeld flitzen, da die künstliche Intelligenz der Gegner und Mitstreiter nicht sonderlich ausgereift ist. In den seltensten Fällen versuchen uns unsere Feinde zu flankieren und stürmen in der Regel auf uns los oder lassen sich gelegentlich auch ganz einfach mit ein paar Schüssen ausradieren. Da das Entwicklerstudio bereits im 20. Jahrhundert erste Erfahrungen mit dem Ego-Shooter-Genre sammeln konnte, ist das für ein Spiel im Jahr 2016 sehr enttäuschend.

Zeitgenössische Waffen

battlefield-1-5Interessanterweise ist es ähnlich wie bei Mafia III möglich, sich (zumindest auf dem normalen Schwierigkeitsgrad) entweder an seine Gegner heranzuschleichen oder sie mit einem leichten Trick herbeizulocken, um Leichenberge zu stapeln. Wir hoffen sehr, dass hier schnellstmöglich ein Patch nachgereicht wird, damit Solisten trotz der kurzen Spielzeit ein intensives Erlebnis haben werden. Trotzdem macht Battlefield 1 dafür an anderen Stellen vieles richtig. So gibt es dutzende verschiedene Waffen, die sich teils stark voneinander in puncto Schusskraft, Lautstärke oder Präzision unterscheiden. Selbst mit Dynamit und verschiedenen Granaten dürfen wir experimentieren. Durch die Vielfalt ist es möglich, Battlefield 1 sehr unterschiedlich anzugehen. Hinzukommt, dass die zeitgenössischen Waffen ihr Übriges tun, um die dichte Atmosphäre des Spiels zu untermauern. Das Gameplay wird beispielsweise mit Bajonettangriffen ergänzt. Erspähen wir einen Gegner, können wir auf ihn losstürmen – die Klinge an der Feuerwaffe erledigt den Rest. So makaber diese Umschreibung klingt, so makaber kann auch der Tod der Spielfiguren ausgelegt sein. Sobald unsere Helden das Zeitliche segnen, wird ihr Name mit Geburts- und Sterbejahr eingeblendet, bevor das Spiel den letzten Kontrollpunkt lädt. Das muss man zwar nicht mögen, ist aber ein sehr einprägsames Stilmittel.

Spannende Operationen

battlefield-1-6Der Mehrspielermodus bietet zunächst bekannte Spielmodi. Im Team-Deathmatch-Modus kämpfen zwei Teams beispielsweise bis zum letzten Mann. Andere Modi bauen im schnellen Spiel darauf auf, Stellungen zu halten, bestimmte Punkte zu erobern, Sendemasten zu zerstören oder Tauben zu befreien, um Informationen zu übermitteln. Experimente ist man hier mit Sicherheit nicht eingegangen, doch bieten diese Spielvarianten genügend Möglichkeiten, damit Battlefield 1 mindestens zehn bis zwanzig weitere Stunden unterhalten kann. Süchtigmachend fallen hingegen die aufeinander aufbauenden Operationen aus. Hier erhalten wir unter anderem Einblick in die Maas-Argonnen-Offensive, eine der letzten Schlachten des Ersten Weltkriegs, die sogar mit dem Waffenstillstand vom 11. November 1918 in der Realität endete. Im Spiel hingegen kämpfen wir entweder auf deutscher oder US-amerikanischer Seite, sodass der Kampf auch anders ausgehen kann. Ebenfalls dürfen wir in der für die Entente-Mächte überraschende Frühjahrsoffensive in der Kaiserschlacht antreten oder kämpfen gegen Kriegsende mit den Soldaten des Königreichs Italiens gegen die Österreich-Ungarische Monarchie beziehungsweise umgekehrt. Zu guter Letzt dürfen wir auch den Britischen Feldzug im Kampf um das Öl in Westasien unterstützen oder für das Osmanische Reich eintreten.

Frustration im Mehrspielermodus

battlefield-1-7In jeder Operation gibt es Angreifer, welche die Sektoren auf einer Karte peu á peu einnehmen und Verteidiger, welche die Angreifer davon abhalten müssen. Sollten wir auf einer Karte allerdings nicht siegreich sein, haben wir noch nicht automatisch verloren. In einer oder gar zwei weiteren Schlachten kämpfen wir weiter für unser Ziel und erhalten dann auch noch Unterstützung von einem riesigen Luftschiff, einem Schlachtschiff auf See oder einem gepanzerten Zug in der Wüste, damit sich das Blatt noch einmal wenden kann. In unserer Testphase haben wir allerdings bemerkt, dass diese riesigen Ungetüme nicht sonderlich in die Balance des Spiels passen. Beispielsweise sind wir wenige Sekunden nach unserem Ableben wie gewohnt ins Spiel eingestiegen, nur um fünf Sekunden später auf freier Ebene aus der Luft attackiert werden. Dies ist mehrmals vorgekommen und wer diese Kolosse taktisch gut ausnutzt, wird seinen Gegner schnell unterwerfen können. Selbst Flugzeuge und Panzer scheinen gegen die gut gemeinte Unterstützung in vielen Fällen machtlos zu sein. Noch dazu ärgern wir uns, dass das Matchmaking in Battlefield 1 ebenfalls nicht so wirklich funktionieren will. Ständig müssen wir mit Spielern Seite an Seite kämpfen, die nicht annähernd unserer Erfahrungsstufe angepasst sind. Das ist ärgerlich und unnötig, denn Frustration hätte man vermeiden können.

Herausragende Technik

battlefield-1-8Rückständig ist zudem, dass wir uns in den reinen Online-Schlachten nicht für eine Nation entscheiden dürfen, für die wir kämpfen wollen. Wir werden diesen stattdessen einfach willkürlich zugeteilt. Auf der technischen Seite kann Battlefield 1 dafür aber glänzen. Selbst auf etwas älteren Rechnern läuft die PC-Fassung in maximalen Einstellungen in Full-HD-Auflösung sehr flüssig. Einzig und allein beim Laden einer Karte können kurze Nachladeruckler auftreten, die aber nicht ins Gewicht fallen. Beim Betrachten der Texturen könnte man hier und da denken, man würde Star Wars: Battlefront aus dem Jahr 2015 spielen. Schließlich war hier dasselbe Entwicklerstudio am Werk. Trotzdem hat Battlefield 1 an manchen Stellen die Nase vorn. Besonders Matsch und Wasserreflexionen bereichern die dreckige Kriegsatmosphäre sehr. Vor allem haben derlei verschiedene Umgebungen sogar Auswirkungen aufs Spielverhalten. Fahren wir mit dem Panzer durch Matsch, müssen wir uns nicht wundern, wenn dieser nur schwerlich vorankommt. Das finden wir gut und macht das Kriegsgeschehen gleich noch ein wenig glaubhafter. Nicht weniger glaubhaft sind die authentischen Soundeffekte, die tatsächlich so klingen, als ob ein Panzer an uns vorbeifahren oder jemand eine Pistole abfeuern würde. Selbst an den logischen Hall in geschlossenen Räumen hat man gedacht!

Populärkulturelles Mahnmal

battlefield-1-9Die deutsche Synchronisation des Spiels ist jedoch in so gut wie jedem Szenario der Einzelspielerkampagne nur halbwegs gelungen. Sie bietet in den seltensten Fällen die Dramatik und Dynamik, die für das Erzählen der einzelnen Geschichten zwingend notwendig wäre. Das liegt vor allem an der Mimik und Gestik der Charaktere, die uns in den Zwischensequenzen vorgesetzt werden – hier wäre wesentlich mehr möglich gewesen. Immerhin kann dafür die heroische und manchmal fast schon patriotische Musik in vielen Szenen und Schlachten entschädigen. Die Sinnlosigkeit und die Willkürlichkeit des Krieges werden auf diesem Weg hervorragend eingefangen; insbesondere in einem Abschnitt, in welchem wir kurzzeitig in die Haut beziehungsweise die Federn einer Brieftaube schlüpfen und mit ihr übers tobende Schlachtfeld flattern dürfen. Alleine schon durch die in der Gesellschaft verankerte Bedeutung der Taube als Friedenssymbol gehört diese Szene zu den wichtigsten, beeindruckendsten, aussagekräftigsten und atmosphärischsten Spielmomenten des Jahres 2016. Sensibel ist Battlefield 1 definitiv nicht. Mit solchen unkaschierten Stilmitteln führt uns der Titel aus dem Hause Electronic Arts die Grausamkeit des Kriegs unmittelbar vor Augen und fungiert als populärkulturelles Werk als Mahnmal, dass sich solch ein Krieg niemals wiederholen soll.

Geschrieben von Eric Ebelt

Axels Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Battlefield 1 ist zwar wie nicht anders erwartet ein Mehrspielererlebnis geworden, doch auch die Einzelspielerkampagne weiß mich zu überzeugen und kommt mit vielen starken Momenten daher, auch wenn diese recht kurzlebig sind. Hinter jeder Frontgeschichte merke ich die Muße der Entwickler und den Hunger, sich mit der Thematik des Ersten Weltkriegs auseinandersetzen zu wollen. In keiner Mission wird der Krieg verherrlicht und somit gibt es auch kaum ein glückliches Ende zu erwarten – vielmehr steht das Grauen des Kriegs im Vordergrund sowie die Verschwendung von Leben für den Preis der Meile. Obwohl die Geschichten sehr kurz ausfallen, sind sie dennoch sehr intensiv und lohnenswert zu spielen. Einzig und allein gefällt es mir nicht, dass die Sicht der Deutschen beziehungsweise die der Mittelmächte außen vor gelassen wird, denn nach aktuellem Forschungsstand ist man sich einig: Eine Kriegsschuld den Deutschen zuzusprechen ist mehr als gewagt, da andere Nationen sichtlich mehr Interesse an einer kriegerischen Auseinandersetzung hatten, als es beim Deutschen Kaiserreich der Fall war. Somit bekommt man im Spiel den Eindruck vermittelt, dass Deutsche und Österreicher das Feindbild der Welt waren und der Grund war für den Krieg, der alle Kriege beenden sollte. Die Stärke des Spiels ist jedoch der Mehrspielermodus, für den ich voller Lob bin. Selten war ein Spiel der Battlefield-Reihe so reibungslos an den Start gegangen wie Battlefield 1. Die Karten sind relativ ausgewogen und dynamisch, die Klassen veranschaulichen eine ungewohnte Waffenkomplexheit des Ersten Weltkriegs und die Fahrzeuge stellen wunderbar ihre Übermächtigkeit und somit die perfekte Maschinerie des Krieges zur Schau. Jedoch gibt es auch hier einige Kritikpunkte und somit ist es unverantwortbar gewesen, die Franzosen und Russen aus dem Spiel zu streichen und als Download-Inhalte anzukündigen. Neben dem Deutschen Reich sind Frankreich und das Russische Kaiserreich wohl die entscheidenden Parteien des Krieges gewesen, wohingegen die USA durchaus erstmal zweitrangig gewesen wären. Dies schadet jedoch nicht dem Spielspaß, sondern nur dem Spielumfang. Somit macht auch jetzt noch jede weitere Runde in Battlefield 1 enormen Spaß. Wir sehen uns auf dem Schlachtfeld, Soldat!

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Lange Zeit habe ich mich nach Battlefield 1942 aus dem Jahr 2002 vor der Battlefield-Reihe versteckt und habe für die Reviews in den letzten Jahren lieber die Kollegen Axel und Jonas ans Werk gelassen. Moderne und fiktive Kriegsführung interessiert mich schließlich genauso wenig wie übertriebene Polizeiarbeit. Mit Battlefield 1 kehrt die Reihe allerdings wieder zu den Wurzeln zurück und geht sogar noch einen Schritt weiter. Electronic Arts war mutig genug und ließ Digital Illusions Creative Entertainment einen Ego-Shooter, der im ersten Weltkrieg spielt, entwickeln. Sowohl aufgrund des historischen Kontextes, als auch inhaltlicher Schwerpunkte konnte mich das Spiel schon bei der ersten Vorstellung ansprechen. Zwar finde ich es schade, dass man nicht mit akribischer Korrektheit historischer und technologischer Tatsachen an die Entwicklung herangegangen ist, doch macht Battlefield 1 immer noch sehr viel Spaß. Die leider viel zu kurze Einzelspielerkampagne bietet in meinen Augen ein paar interessante Geschichten und im Mehrspielermodus verbringe ich dutzende Stunden damit, im Rang aufzusteigen und neue Waffen freizuschalten. Wer Ego-Shooter mag und gerne viele Stunden damit verbringen will, online gegen andere Spieler anzutreten, kann mit Battlefield 1 definitiv nichts falsch machen. Solisten hingegen können sich das Geld für den Titel getrost sparen, da die Kampagne durch die schwache künstliche Intelligenz und wegen der kurzen Spieldauer kaum länger als sieben Stunden unterhalten wird. Unterm Strich bin ich gespannt, wie Electronic Arts das Spiel mit Download-Erweiterungen ergänzt und welche Auswirkungen das historische Setting des Ersten Weltkriegs auf die Reihe haben wird. Gerne würde ich nämlich auch den Zweiten Weltkrieg, sowohl in Europa als auch in Ostasien, in dieser Grafikpracht genießen.

Jonas’ Fazit (basierend auf der PlayStatin-4-Fassung): Die letzten Ableger der Battlefield-Serie konnten mich leider nur noch mäßig begeistern. Zum einem lag das am Setting – von der lahmen Militär-Action in der nahen Zukunft haben wir inzwischen mehr als genug gesehen – und zum anderen aber auch an der Richtung, die Battlefield: Hardline mit seinem Polizei-Szenario einschlug. Mit Battlefield 1 kehrt nun endlich wieder das richtige Schlachtgefühl zurück, wofür die Reihe eigentlich steht. Battlefield 1 setzt auch visuell neue Meilensteine. Die Atmosphäre des ersten Weltkrieges wurde meiner Meinung nach sogar besser im Multiplayer-Modus, als in der Einzelspielerkampagne eingefangen. Während man im Singleplayer-Modus erneut einen übermächtigen Super-Soldaten spielt, der die feindlichen Armeen im Alleingang auseinander nimmt, waren zumindest die Szenarien schön abwechslungsreich gestaltet. Im Multiplayer-Part finde ich es hingegen toll, dass es nur eine begrenzte Anzahl an Waffen und Ausrüstungsgegenständen gibt und nicht keine Gadget-Überflut mehr. Das Freischalten neuer Gegenstände macht immer noch Spaß und motiviert mich stets zum Weiterspielen. Der neue Modus mit den Operationen, einer Mischung aus Eroberung und Rush, unterhält mich auch mehr, als ich anfangs noch dachte. Da kann ich mich schon auf potentielle Nachfolger freuen!

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Battlefield 1!

Review: Re: Hamatora (Vol. 1)

re-hamatora-vol-1-1Nach einer kurzen Pause im japanischen Fernsehen wurde die Anime-Serie Hamatora – The Animation mit Re: Hamatora, also einer zweiten Staffel, bereits im Jahr 2014 fortgesetzt. Im deutschsprachigen Raum mussten wir uns auf die Fortsetzung fast ein Jahr lang gedulden.

re-hamatora-vol-1-2Das Warten auf die zweite Staffel hat sich allerdings durchaus gelohnt, wie der Auftakt von Re: Hamatora zeigt. Wer sich auf die Sequel-Serie einlassen will, sollte unbedingt die erste Staffel gesehen haben und jetzt am besten nicht weiterlesen, um nicht gespoilert zu werden. Seit der zwölften und letzten Folge von Hamatora – The Animation sind mittlerweile drei Monate vergangen. Im Yokohamaer Café, in welchem Naisu und seine Freunde die Detektei Hamatora eröffnet haben, ist Trauerstimmung zu spüren. Naisu hat das Zeitliche gesegnet und unter den männlichen Anwesenden wird darüber debattiert, wer Naisus Erbe – genauer gesagt seine pornografischen Filme – bekommen soll. In Yokohama selbst müssen sich die so genannten Minimum Holders seit den Geschehnissen in der zweiten Hälfte der ersten Staffel nicht mehr verstecken. Sie werden von der Gesellschaft akzeptiert und bringen sich in den Alltag mit ihren Fähigkeiten ein – im Guten, wie im Schlechten. Durch diese Umstände erhalten sie wesentlich weniger Aufträge und meist noch dubiose dazu. So sollen die Freunde tatsächlich den aufstrebenden Popstar Hikaru umbringen. Da sie jedoch keine Auftragsmörder sind, beschließen sie, stattdessen einen Auftrag von Hikarus Agenten anzunehmen. Sie sollen das Leben der Ikone vor seinen weiblichen und wutentbrannten Fans schützen. Anstrengend!

Alter Hase, neue Tricks

re-hamatora-vol-1-3Pro Episode steht in Re: Hamatora wieder ein Auftrag beziehungsweise eine Geschichte im Vordergrund. Diesmal sind die einzelnen Folgen aber wesentlich besser miteinander verknüpft, da die einzelnen Charaktere mit ihren Persönlichkeiten bereits bekannt sind und man den Fokus zumindest zu Beginn der zweiten Staffel auf einen durchgehenden Handlungsstrang legt. So taucht schon sehr bald einer ihrer alten Widersacher auf. Āto, der vermeintliche Mörder von Naisu, erscheint wieder auf der Bildfläche und verfolgt weiterhin seine dubiosen Pläne, die jetzt jedoch einen völlig neuen Anstrich erhalten und deutlich greifbarer sind. Da er selbst – wie er immer beteuert – kein Minimum Holder ist, geht er mit Gewalt gegen diese vor. Bewaffnet ist er jedoch vor allem mit Spritzen, die er in die Adern von den Minimum Holdern jagt, um ihr Minimum auszusaugen beziehungsweise dieses zu rauben und sie somit machtlos zu machen. Da Naisus Freunde und andere Minimum Holder dem gefährlichen Āto auf der Spur sind, muss er jedoch handeln und beginnt damit, sich je nach Bedarf und Situation das entsprechende Minimum aus seiner Sammlung in seine Blutbahn zu spritzen, um davon zu profitieren. So kann er die unterschiedlichsten Fähigkeiten nutzen, um aus jedwedem Konflikt einen Vorteil zu ziehen. Ganz schön gerissen und ganz schön gefährlich!

Bild dir (nicht) deine Meinung!

re-hamatora-vol-1-4Die dritte auf der Disc enthaltene Episode dreht sich um den Sträfling Samura. Dieser ist ein blinder Maler und wurde früher aufgrund seiner Kunstwerke von den Massen geliebt. Durch sein Minimum hatten seine Werke Einfluss auf deren Betrachter. Sobald sich der Blick eines Menschen in einem der Gemälde verliert, wird die Person gewalttätig und versucht, jedes Individuum im Umkreis zu töten. Da ist es nicht verwunderlich, dass auch Āto sich in diesen Kampf verwickelt. Beim Auftakt von Re: Hamatora können wir mit Fug und Recht behaupten, dass es sich hierbei um die bisher besten Episoden der Anime-Serie handelt. Die Handlung wird besser erzählt, die Charaktere wirken glaubhafter und die Spannung will gerade deswegen nicht abnehmen. Genauso gut gelungen ist den Schöpfern der technische Aspekt, welcher der Qualität der ersten Staffel in Nichts nachsteht. So können uns die Charaktere mit ihren scharfen Konturen vor wirklich traumhaften Hintergründen stets begeistern und auch die musikalische Untermalung passt hervorragend zum dargestellten Geschehen. Die Erstauflage der ersten Volume wird mit einem schicken Schuber ausgeliefert. Ein kleines Booklet und zwei Profilkarten gibt es obendrauf. Diese Inhalte standen uns zwar nicht zum Testen zur Verfügung, doch ist es anzunehmen, dass deren Qualität den Boni der ersten Staffel ähnelt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Wer meine Reviews zu Hamatora – The Animation gelesen hat, wird sehr wohl wissen, dass ich am Anfang gar nicht so sehr begeistert von der Anime-Serie war und ich nur peu á peu ein Fan des Franchises geworden bin. Ich bin deshalb sehr froh, dass ich die gesamte erste Staffel gesehen habe und bis zum wirklich guten Finale dabei geblieben bin. Der gemeine Cliffhanger am Ende der vierten Volume wird in der zweiten Staffel natürlich fast direkt am Anfang geklärt, sodass man mit ruhigem Gewissen auch weiterschauen möchte. Das liegt aber vor allem an der wirklich gelungenen Handlung. Diese ist nun alleine aufgrund der gefestigten Charaktere wesentlich greifbarer und kann stringent erzählt werden. Mit Āto hat man einen Bösewicht aufgebaut, der in der zweiten Staffel zu einer noch größeren Bedrohung heranwachsen kann und somit für genügend Spannung sorgt. Ich bin definitiv begeistert und freue mich schon sehr auf die nächsten Volumes, denn wenn die Serie weiterhin so sehr an Qualität gewinnt, wird sie sich sicherlich auch mit größeren Marken messen lassen können. Ich drücke Re: Hamatora dabei fest die Daumen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Re: Hamatora (Vol. 1)!

Preview: For Honor

For Honor (1)Bereits 2015 hat Ubisoft For Honor angekündigt. Wann genau das Spiel erscheinen soll, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. Mittlerweile hat Ubisoft das Spiel auf den 14. Februar 2017 datiert. Schöner kann man den Valentinstag zu zweit sicherlich nicht zelebrieren.

For Honor (2)Diese Aussage ist vielleicht etwas gewagt, doch wer sich bereits das veröffentlichte Videomaterial angeschaut oder sogar das Glück hatte, den Titel selbst auf der Gamescom 2016 zu spielen, wird sich wünschen, am Valentinstag ein Single zu sein oder einen Partner an seiner Seite zu wissen. Selbst wenn einem der Mehrspielermodus des Spiels nicht zusagt, darf sich über die Story-Kampagne freuen. Selbst diese ist nämlich laut Aussagen von Ubisoft auch zu zweit spielbar – allerdings nur online, der ursprünglich geplante Splitscreen-Modus wurde leider kurz vor unserer Preview gestrichen. Über die Story von For Honor wissen wir einige Monate vor Release jedoch nur sehr wenig. Die Handlung spielt wohl nach einem verheerenden Konflikt, der in einer großen Katastrophe gipfelte und die ganze Welt zerstört hat. Tausende Jahre später haben Ritter, Wikinger und Samurai fast zu ihrer alten Stärke zurückgefunden. Jede der drei Fraktionen will ihre Macht durchsetzen, doch hinter diesem ewigen Kampf steckt Apollyon; laut Ubisoft eine blutrünstige Kriegsherrin. Wir schlüpfen in die Rolle eines Helden der drei Fraktionen und kämpfen Seite an Seite mit unseren Kriegsbrüdern für die Durchsetzung unserer Macht – oder tanzen nach Apollyons Pfeife, können das aber noch nicht mit hundertprozentiger Gewissheit sagen. Fakt ist jedoch, dass wir uns so oder so nicht davon aufhalten lassen, Burgen zu stürmen und Schlachten zu schlagen.

Drei Fraktionen kämpfen ums Überleben

For Honor (3)Man kann also stark davon ausgehen, dass die Handlung des Action-Spiels For Honor auf der einen Seite zwar richtiger Blödsinn ist, auf der anderen Seite jedoch reichlich Motivation birgt, das eigene beziehungsweise selbst auserkorene Volk zum Sieg zu führen. Jede der Fraktionen unterteilt sich zudem noch in weitere Klassen, die etwas mehr Abwechslung bieten sollen. In der Story-Kampagne sind unter anderem die Berufe Kensei, Plünderer und Wächter spielbar. Während sich die verschiedenen Fraktionen angeblich nicht wirklich abwechslungsreich spielen lassen, werden die Kämpfer vor allem über ihre Klasse identifiziert, die Schwung in die Partien bringen. Abseits der Story-Kampagne spielen sich die Schlachten mit bis zu acht Spielern, wobei vier auf jeder Seite kämpfen. Dabei erinnern uns die Schlachten sogar ein wenig an Titanfall, denn auch hier haben sich auf beiden Seiten nur wenige menschliche Spieler getummelt. Die restlichen Kriegsteilnehmer sind Nichtspielercharaktere, die uns entweder einfach so vor unsere Klinge laufen oder zumindest für reichlich Atmosphäre auf dem Schlachtfeld sorgen. Erst wenn wir im Kampf auf einen der anderen menschlichen Spieler treffen und die Schwerter, Äxte und Katana kreuzen, kommt so etwas wie Taktik auf. Hier müssen wir geschickt gegnerische Angriffe blocken und zur richtigen Zeit gewagt den Feind angreifen.

Angriff und Verteidigung zur rechten Zeit

For Honor (4)Daran lässt sich erahnen, dass das Blocken in For Honor ein elementarer Bestandteil sein wird. Wenn der gegnerische Angriff von links erfolgt, müssen wir unsere Verteidigung per Schild oder Waffe entsprechend auch zur linken Seite ausrichten. Drei Auswahlmöglichkeiten stehen uns hier zur Verfügung, bei denen wir unsere Reaktionsfähigkeit testen dürfen. Hin und wieder kann es natürlich vorkommen, dass wir von mehreren Seiten und Spielern umzingelt und angegriffen werden können. In diesem Falle soll der so genannte Revenge-Modus zur Geltung kommen, denn je länger wir uns gegen unsere Widersacher zur Wehr setzen, desto eher wird es uns möglich sein, mit geballter Kraft zurückzuschlagen. Sofern es den Entwicklern gelingt, mit diesem System die Balance des Spiels nicht zu gefährden, kann der Revenge-Modus eine tatsächliche Bereicherung für For Honor sein. Am besten wäre es jedoch, wenn es gar nicht erst soweit kommen müsste, denn For Honor ist in erster Linie immer noch ein Team-Spiel. Das heißt, dass wir uns mit unseren anderen drei Verbündeten im besten Falle absprechen sollten, um Punkte auf dem Schlachtfeld zu erobern und gemeinsam gegen andere Helden in den Kampf ziehen. Zusammen mit der Atmosphäre und der stimmigen Optik erwartet uns mit For Honor sicherlich ein interessantes Konzept mit einem spannenden Spiel obendrauf.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Prognose (basierend auf dem veröffentlichten Videomaterial): Gerne hätte ich For Honor auf der Gamescom 2016 selbst gespielt. Leider kam es dazu zwar nicht, doch das Interesse am Spiel ist nach wie vor ungebrochen. Die gezeigten Schlachten sehen dank einer Vielzahl von Nichtspielercharakteren einfach dermaßen atmosphärisch aus, dass ich mich gleich als Samurai, Wikinger oder Ritter ins Kampfgetümmel stürzen möchte. Ich hoffe jedoch sehr, dass die dargestellten Truppen nicht dasselbe Schicksal erleiden wie damals die Überzahl an Piloten bei Titanfall. Dort haben die ganzen computergesteuerten Charaktere nämlich eher die Balance des Spiels gestört, als Anfängern wirklich einen Vorteil gegeben. Umso mehr bin gespannt, ob Ubisoft das Problem in den Griff bekommt, von dem die Konkurrenz nichts wissen wollte. Vor allem der Revenge-Modus kann eine interessante Kompensation sein, wenn es in so manchen Szenen brenzlig wird. Während das Kampfsystem des Titels sicherlich schnell erlernt ist, bin ich vor allem auf die Langzeitunterhaltung gespannt. Bisher hat man einfach viel zu wenig vom Spiel gesehen, als dass man eine endgültige Prognose abgeben könnte. Wenn die Entwickler jedoch die Klassen ausarbeiten, mehrere Spielmodi integrieren und damit reichlich Abwechslung bieten können, werde ich mit For Honor an meinem PC sicherlich mehr als nur eine Nacht verbringen – egal ob ich am Valentinstag solo bin oder nicht.

Prime Time: One Piece: Pirate Warriors 2 (Collector’s Edition) Unboxing

Spiele, die mit dem Musō-Spielprinzip aufwarten, sind meist sehr einfach gestrickt. Schnell verinnerlicht hauen wir in diesen Spielen tausenden Gegnern auf die Mütze, ohne uns dabei groß anstrengen zu müssen. Neben der Samurai-Warriors- und der Dynasty-Warriors-Serie gibt es auch noch andere Franchises, welche mit dem Konzept ausgestattet wurden. Dazu zählen unter anderem Hyrule Warriors und One Piece: Pirate Warriors. Heute stellen wir euch zur letztgenannten Serie die Collector’s Edition vor. Viel Vergnügen!

Review: The Rolling Girls (Vol. 2)

the-rolling-girls-vol-2-1Die erste Volume der zwölfteiligen Anime-Serie The Rolling Girls nutzt die ersten zwei Episoden, um die Ausgangslage zu erklären, um im Anschluss vier Freundinnen auf einen Road Trip zu schicken. Mit der zweiten Volume wird die Reise durchs knallbunte Japan fortgeführt.

the-rolling-girls-vol-2-2Mehrere Jahre sind seit dem Großen Krieg von Tōkyō vergangen. Das Land ist in zehn Nationen gespaltet, an deren Spitzen jeweils ein Anführer, so genannten Mosa, stehen. Obwohl wir bereits in der ersten Volume gerne ein paar Hintergründe und vor allem Ursache und Auslöser des Krieges erfahren hätten, so hüllen sich auch die vier Episoden der zweiten Volume in Schweigen. Nachdem sich Utoku Masami alias Maccha Green und Shigyō Kuniko die Köpfe eingeschlagen haben und anschließend im Krankenhaus gelandet sind, müssen die Aufgaben der Friedensstifterin von anderen Personen übernommen werden. Dazu meldet sich Masamis beste Freundin Moritomo Nozomi freiwillig und will gemeinsam mit ihrer Freundin Kosaka Yukina durch Japan ziehen, um die Aufgaben und Aufträge von Maccha Green zu absolvieren. Die Gruppe wächst jedoch auf vier Köpfe, sodass auch die aufbruchswillige Hibiki Ai und die schüchterne Misono Chiaya mit an Bord sind. Über letztere haben wir am Ende der vierten Episode erfahren, dass sie gar nicht mehr so sehr an den Mondlichtsteinen interessiert ist, da sie mit Nozomi, Yukina und Ai stattdessen Freundinnen gefunden hat. Allerdings gehört ihre Mutter zu einer Organisation, die jetzt auf der Suche nach den Steinen und nach Chiaya ist.

Explodierende Fisch-Dachziegel

the-rolling-girls-vol-2-3Die Reise der vier quirligen Mädchen führt zunächst in die ehemaligen Präfekturen Aichi und Mie, die seit dem Großen Krieg von Tōkyō eine noch namenlose Nation bilden. Entsprechend geht es in der fünften und sechsten Episode von The Rolling Girls um die Namensfindung der Nation. In Nagoya angekommen, erfahren sie, dass die beiden Gruppierungen Aichi Tenmusu und Mie Motors um die Vorherrschaft im Gebiet kämpfen. Während Tenmusu Aichi stolz auf das gleichnamige, berühmte Nagoyaer Gericht Tenmusu ist, fordert Mie Motors seine Feinde stets mit Motorradrennen heraus. Vor diesem Hintergrund findet jedoch die eigentliche Story statt, denn kurz nach ihrem Eintreffen in Nagoya treffen sie auch schon auf ihre Auftraggeberin Uotora Himeko, die jedoch keinerlei Erinnerungen daran hat, sich jemals per Brief an die Friedensstifterin Maccha Green gerichtet zu haben. Nach jahrelanger Abwesenheit in Form einer Weltreise und aufgrund von großer Langweile ist Himeko zu ihrem Vater, dem Ziegelsteinhersteller Mamoru, zurückgekehrt. Da in der Stadt plötzlich alle Fisch-Dachziegel explodiert sind und Mamoru angeblich nicht mehr mit seinen Händen arbeiten kann, fordert er seine Tochter dazu auf, in seine Fußstapfen zu treten. Dass sich diese dagegen sträubt und unsere vier Heldinnen unbedingt eingreifen müssen, ist von Vornherein klar und vorprogrammiert.

Musikalische Handlungsfortführung

the-rolling-girls-vol-2-4Nach diesem Abenteuer geht es für die vier Mädchen weiter nach Kyōto, wo sie auch weiterhin unermüdlich auf der Suche nach den Mondlichtsteinen sind. Diese gelten in der früheren japanischen Hauptstadt jedoch als Unglücksbringer, tauchen aber wundersamer Weise nach jedem Musikfestival wieder auf. Als sie in Kyōto eintreffen, erfahren wir als Zuschauer ebenso etwas über den ehemaligen Autoren und Musiker Momiyama Kuranosuke. Dieser arbeitet für Chiayas Mutter Haruka und soll das Mädchen selbstverständlich nach Hause bringen. Ob ihm das gelingt und welche Bedeutung der Auftritt einer Band für ihn hat, verraten wir euch an dieser Stelle aber nicht. Ihr solltet aber nicht erwarten, dass die vorliegenden Episoden sehr spannend sind. Sie erzählen die Handlung stringent und langsam weiter, sodass mehr Zeit für die Charaktere und vor allem für die einzelnen Geschichten bleibt. Das ist in unseren Augen mehr als schade, da der Anime-Serie so nur noch vier weitere Folgen bleiben, um die Story rund um die Mondlichtsteine zufriedenstellend abzuschließen. Am restlichen Gesamtbild hat sich hingegen erfreulich wenig geändert. Die kontrastreichen Charaktere stechen nach wie vor dem meist etwas verblassten Hintergrund hervor und der Soundtrack unterlegt das Geschehen mit lieblichen Klängen sinnvoll. Wer den Serienauftakt mochte, wird auch hier zufrieden sein.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem ich nur peu á peu in die Story von The Rolling Girls einsteigen konnte, habe ich mich nach der ersten Volume aber schon sehr auf das Mittelstück der dreigeteilten Veröffentlichung gefreut. Der Road Trip macht Halt in den Präfekturen Aichi und Mie, sowie in Japans früherer Hauptstadt Kyōto. Mit Motorradrennen, regionalen Spezialitäten und einem Musikfestival wird in der zweiten Volume zwar in erster Linie jede Menge Abwechslung geboten, doch vergessen die Köpfe hinter dem Projekt, dass im Hintergrund auch eine durchgehende Handlung erzählt werden muss. Diese bleibt in der zweiten Volume etwas auf der Strecke. Ich finde das auf der einen Seite zwar schade, doch auf der anderen Seite sollte diese Entscheidung auch eine Warnung für die Produzenten sein! Es bleiben nun nur noch vier Episoden, um die Geschichte zu Ende zu erzählen und aus Erfahrung weiß ich, dass sich so mancher Regisseur damit im Anime-Segment sehr schwer tut. Wem der durchgehende Handlungsfaden allerdings mehr als nur sehr wichtig ist, sollte vielleicht noch auf meine Rezension zur dritten Volume warten. Trotzdem: Wer den Serienauftakt mit seiner seichten Handlung und seinem netten Humor jedoch schon mochte, darf auch bei der zweiten Volume ohne zu zögern zuschlagen. Enttäuscht wird man dann sicherlich nicht.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Rolling Girls (Vol. 2)!

Gewinnspiel (2. bis 30. November 2016)

gewinnspiel-2-30-november-2016-1Der herbstliche Oktober stand bei Nintendo ganz im Zeichen von Brettspielpartys und Rhythmusminispielchen, die aber auch den Rest der trüben Jahreszeit wunderbar erheitern können. Genau deswegen verlosen wir in freundlicher Zusammenarbeit mit Nintendo jeweils ein Exemplar von Mario Party: Star Rush und Rhythm Paradise: Megamix. Um an unserem Gewinnspiel teilnehmen zu können, habt ihr vier kombinierbare Möglichkeiten, um so viele Lose wie möglich zu sammeln, die wiederum zum Maximieren eurer Gewinnchance dienen:

  1. Schreibt uns einen ausführlichen Kommentar (mindestens 500 Zeichen inklusive Leerzeichen) unter diesen Beitrag, in welchem ihr uns mitteilt, wie eurer Meinung nach das perfekte Minispiel aussehen sollte (3 Lose).
  2. Schickt uns eine E-Mail mit einem selbst erstellten Bild, verlinkt ein von euch persönlich aufgezeichnetes Video oder seid in anderer Form kreativ tätig und teilt uns auf diesem Wege mit, wie das perfekte Minispiel aussehen sollte (9 Lose).
  3. Schreibt uns auf unserer Facebook-Seite unter dem Gewinnspiel-Beitrag vom 2. November 2016 eine (!) Antwort, mit welchen Freunden ihr am liebsten einen Teil der Mario-Party-Reihe spielt (je Freund = 1 Los, maximal 3 Lose).
  4. Die unter Punkt 3 genannten Freunde dürfen eure Freundschaft unter eurem Facebook-Kommentar mit einer Antwort bestätigen und unsere Facebook-Seite mit einem „Gefällt mir“ versehen (je Freund = 1 Los, maximal 3 Lose).

Teilnahmeberechtigt sind alle Personen, die mindestens das achtzehnte Lebensjahr vollendet und ihren Erstwohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland haben. Minderjährige Nutzer benötigen eine Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten. Mitarbeiter von Gameplay Gamers und Nintendo sind von der Verlosung ausgeschlossen. An der Verlosung nehmen alle Personen teil, welche die gewünschten Anforderungen erfüllen. Erfüllt kein Teilnehmer die Anforderungen, werden die Gewinne unter allen Teilnehmern gleichermaßen verlost. Die Gewinner der Verlosung werden nach Ablauf des Gewinnspiels ab dem 1. Dezember 2016 informiert. Sie haben anschließend 72 Stunden Zeit, sich bei uns zu melden. Andernfalls erhalten nach denselben Gewinnspielregeln andere Teilnehmer die Chance auf den Gewinn. Aus Datenschutzgründen werden die Gewinner namentlich nicht auf Gameplay Gamers oder Facebook erwähnt. Sie dürfen sich dort aber sehr gerne selbst als solche zu erkennen geben. Teilnahmeschluss ist der 30. November 2016, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

Review: Basilisk: Chronik der Kōga-Ninja

basilisk-chronik-der-koga-ninja-1In fünf Manga-Bänden erschien in Japan zwischen 2003 und 2004 erstmals Segawa Masakis Werk Basilisk: Chronik der Kōga-Ninja. Wenige Jahre bevor Kizaki Fuminori seine Arbeit an der Anime-Serie Afro Samurai aufnehmen konnte, führte er bei der Anime-Umsetzung Regie.

basilisk-chronik-der-koga-ninja-2Die aus 24 Episoden bestehende Anime-Serie Basilisk: Chronik der Kōga-Ninja dreht sich um den Konflikt zwischen den titelgebenden Kōga-Ninja und den verfeindeten Ninja aus Iga. Die beiden historischen Provinzen gelten als die Geburtsstätte des Ninjutsu, sodass der Konflikt in geographischer Hinsicht noch einmal eine weitere Bedeutung erhält. Obwohl in der Welt von Basilisk: Chronik der Kōga-Ninja unter Hattori Hanzō noch zu Zeiten von Tokugawa Ieyasu ein Friedensvertrag geschlossen wurde, wird dieser gleich am Serienauftakt gebrochen. Der Grund dafür ist, dass die Nachfolge des Shōguns bestimmt werden muss. Daher lässt man die beiden Ninja-Klans gegeneinander antreten. Jeweils zehn Krieger stehen sich gegenüber, die sich in einem Zeitraum von zehn Tagen einen erbitterten Kampf in den Wäldern und Bergen liefern. Jener Klan, der am Ende die Krieger des Feindes ausgelöscht hat, soll entscheiden, wer der nächste Shōgun des Landes wird. Blöderweise sind in diesen Konflikt zwangsweise auch die beiden Klan-Oberhäupter verwickelt, die zuvor ihre Hochzeit planten, um der Fehde ein Ende zu setzen. Gennosuke und Oboro wollen sich nicht bekämpfen, werden aber vom Rest ihres Klans dazu getrieben. Basilisk: Chronik der Kōga-Ninja zeichnet ein erbarmungsloses Gemetzel, in welchem die Sinnlosigkeit des Tötens auf die Spitze getrieben wird.

Erwachsende Zielgruppe

basilisk-chronik-der-koga-ninja-3Hinzukommt, dass jeder der Ninja über eine bestimmte Fähigkeit verfügt. Während Gennosuke seine Gegner mit purer Gedankenkraft zum Selbstmord zwingen kann, kann Oboro die Kräfte ihrer Feinde durch ihre Augen neutralisieren. Akeginu hingegen kann ihr Blut in eine Waffe formen und Kagerō verwandelt ihren Atem in ein todbringendes Gift, wenn sie sexuell erregt wird. Entsprechend richtet sich der Anime ganz klar an ein erwachsenes oder zumindest reifes Publikum. Auf der technischen Seite kann die Anime-Serie Basilisk: Chronik der Kōga-Ninja mit einem angenehmen Bild im 16:9-Format und in der Auflösung von 1080p punkten. Altersbedingt kann es der Anime aber nicht mit jüngeren Werken aufnehmen, denn besonders der Einsatz von diffusem Licht als Stilmittel verhindert, dass Details gut erkennbar sind. Die Animationen der Charaktere werden davon allerdings nicht beeinträchtigt, sodass vor allem in den Kämpfen flüssige Bewegungen stattfinden können. Nur selten hatten wir den Verdacht, dass die Köpfe hinter dem Projekt hier und da ein wenig mit animationsarmen Elementen kaschieren wollten. Da das Charakterdesign allerdings sehr abwechslungsreich gestaltet ist, hatte das Team die Möglichkeit, mit vielen verschiedenen Animationsarten zu arbeiten, sodass die kaschierten Elemente kaum bis gar nicht für den einzelnen Zuschauer spürbar sind.

Wohlklingende Kampfgeräusche

basilisk-chronik-der-koga-ninja-4Soundtechnisch erklingen zu den Bewegungen die passenden Effekte, die besonders die nicht selten blutigen Auseinandersetzungen unterlegen. Dazu gesellt sich ein Soundtrack, der uns mit seinen teils melancholischen Klängen ins Japan des 17. Jahrhunderts versetzt. Darunter fällt zum Beispiel ein Flötenspiel oder nervenaufreibende Musik, wenn sich die Ninja in einen Kampf verwickeln, der in der Regel für eine Partei tödlich ausgeht. Während auf der Packung von Basilisk: Chronik der Kōga-Ninja das Tonformat sowohl für die japanische, als auch für die deutsche Tonspur mit PCM 2.0 angegeben ist, handelt es sich hierbei um einen Druckfehler. Im Auswahlmenü der enthaltenen Discs ist die deutsche Tonspur nämlich in DTS-HD Master Audio 5.1 angegeben. Trotzdem können beide Tonspuren punkten. Während der japanische Originalton in puncto Betonung authentischer ausfällt, kann die deutsche Synchronisation mit stark voneinander abweichenden Synchronsprechern punkten. Diese haben allerdings die sehr blöde Angewohnheit, einige japanische Namen (insbesondere Gennosuke) falsch auszusprechen, was auf Dauer störend sein kann und aus der dichten Atmosphäre reißt. Uns wundert dies aber nicht, denn selbiges Problem hatte schon die Anime-Serie Speed Grapher aus dem Hause Nipponart, für dessen Synchronbuch ebenfalls Frank Preissler am Werk war.

Verspielte Aufwertungschancen

basilisk-chronik-der-koga-ninja-5Digitales Bonusmaterial liegt nur in Form eines Clear Openings und eines Clear Endings bei – das ist in Anbetracht einer Anime-Serie, die gleich aus 24 Episoden á 25 Minuten besteht, sehr schade. Gerne hätten wir Hintergründe über die Produktion oder die Umsetzung vom Manga zum Anime erfahren. Beim physischen Bonusmaterial sieht es diesbezüglich leider nicht besser aus. Der Blu-ray-Veröffentlichung liegt zum einen ein gefaltetes Poster im DIN-A4-Format bei und zum anderen ein knappes Booklet. In diesem werden kurz und bündig alle wichtigen Charaktere vorgestellt – besonders nützlich, wenn man zwischen vereinzelten Episoden mal eine Woche Pause gemacht hat. Ausgeliefert wird die Anime-Serie Basilisk: Chronik der Kōga-Ninja in einem stabilen Pappschuber, in welchem alle vier Blu-ray Discs gut vor Staub geschützt sind. Auf der Hülle befindet sich zudem kein aufgedrucktes FSK-Symbol, sodass hier besonders Sammler auf ihre Kosten kommen. Die Altersfreigabe befindet sich stattdessen nur auf dem Schuber und ist im freien Verkauf auf der Außenhülle sicherlich nur aufgeklebt. Selbstverständlich ist dieser Service nett gemeint, doch bezeichnet Publisher Nipponart die Box als Collector’s Edition. Unserer Meinung nach hätte es da ruhig ein paar Bonusinhalte mehr geben können, um die Anime-Serie äußerlich ein wenig aufzuwerten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Handlung von Basilisk: Chronik der Kōga-Ninja ist alles andere als faszinierend. Das gegenseitige Abschlachten ist grundsätzlich – abgesehen vom abgedrehten Charakterdesign – ideenlos und zieht sich zudem über alle 24 Episoden in eine fast schier endlose Länge. Hinzukommt, dass die Geschichte um Gennosuke und Oboro dank ihrer Vorbilder aus der Feder von William Shakespeare mehr als vorhersehbar ist. Die ganze Zeit habe ich darauf gewartet, dass eine überraschende Wendung eintritt, welche die Anime-Serie in eine ganz andere Richtung leitet. Genau dieses Ereignis wollte jedoch einfach nicht eintreten, sodass ich froh darüber war, als endlich ein letztes Mal der Abspann über den Bildschirm flimmerte. Das heißt aber noch lange nicht, dass Basilisk: Chronik der Kōga-Ninja ein schlechter Anime ist. Im Gegenteil: Die Animationen sind toll, das Charakterdesign facettenreich und der Soundtrack unterlegt das Geschehen wunderbar. Es fehlt mir einfach nur an Alleinstellungsmerkmalen, denn so kann die Serie nur kurzzeitig unterhalten. Hat man entweder Durchhaltevermögen oder reichlich Sitzfleisch, dann kann die Anime-Serie aber dennoch auf Basis der interessanten Charaktere unterhaltsam sein.

Vielen Dank an Nipponart für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Basilisk: Chronik der Kōga-Ninja!

© 2005 FUTARO YAMADA · MASAKI SEGAWA · KODANSHA/GONZO. All Rights Reserved. (Abbildungen)

Prime Time: Mad Max (Trilogie) (Unboxing)

Mit dem Blockbuster Mad Max: Fury Road erlebt die Filmreihe derzeit eine Fortsetzung, die jedoch ohne Mel Gibson auskommen muss. Wer lieber die alten Filmepisoden erleben möchte, freut sich über die alte Trilogie, die mittlerweile auch komplett auf Blu-ray Disc erhältlich ist. Wir stellen sie in unserem Unboxing-Video vor.

Special: Nintendo Switch enthüllt

nintendo-switch-enthuellt-1Am 20. Oktober 2016 ging nach langer Wartezeit alles plötzlich ganz schnell. Publisher Nintendo kündigte plötzlich für selbigen Tag einen Trailer zur neuen Konsole, die bis dahin unter dem Projektnamen NX bekannt war, an. Wir werfen einen ersten Blick auf Nintendo Switch. nintendo-switch-enthuellt-2Der Trailer zur neuen Nintendo-Konsole beginnt ganz unscheinbar und zeigt uns zunächst den Vorort einer typischen US-amerikanischen Stadt. Es ist dunkel, die Straßen leergefegt und nur das Zirpen der Grillen ist aus den wenigen Grünflächen zu hören. Das Geschehen konzentriert sich auf ein dezent beleuchtetes Haus in der sonst seelenruhigen Nachbarschaft. Im Inneren des Hauses bemerken wir einen jungen Mann, der gerade gemütlich vor dem Fernseher sitzt und mit Link auf dem Rücken seines Pferdes Epona in The Legend of Zelda: Breath of the Wild über saftiggrüne Ebenen reitet. Gerade als wir denken, wie schön es wäre, den Titel endlich auch auf unserer Wii U zu spielen, fährt die Kamera nah genug an den Spieler heran. Dieser spielt den Titel auf einem Controller, der nicht zu Nintendos Wii U zu passen scheint. Dank der beruhigenden und aus der Serie bekannten Hintergrundmusik verfallen wir mit den Augen des gezeigten Spielers regelrecht in Trance und werden kurz darauf mit dem Bellen seines Hundes aus unseren Träumen gerissen. Kurz darauf macht es kurz und vor allem schon bald wiederkennend „Klack“ und erstmals erfahren wir den finalen Namen der neuen Konsole, die Nintendo Switch heißen wird. Die verträumte Hintergrundmusik verwandelt sich in ein peppiges Musikstück und der Herr macht sich auf Befehl seines Hundes auf zum Fernseher.

Aus NX wird Switch – sonst ändert sich nix

nintendo-switch-enthuellt-3Diese Zwischenüberschrift mögen wir zwar dreist von einem Twix-Werbespot von 1991 abgekupfert haben, doch passt sie gut an diese Stelle, da sich viele der Gerüchte in puncto NX in jenem Moment bestätigen. Gerade als wir denken, dass der Spaß jetzt auch schon wieder vorbei ist und wir den jungen Mann bestenfalls beim Ausführen seines Tiers beobachten dürfen, fummelt dieser zunächst am Controller herum. Von diesen nimmt er gleich zwei Steuerungseinheiten ab und pappt sie schlicht und einfach an die Außenseite der Konsole – und genau die nimmt er auch noch aus einer Vorrichtung heraus! Der Bildschirm des Fernsehgeräts verdunkelt sich und das Geschehen des Spiels läuft plötzlich auf dem Monitor der Konsole weiter. Entsprechend wird klar, dass wohl die gesamte beziehungsweise zum Spielen notwendige Hardware in einem kompakten und an ein Tablet-PC erinnerndes Gehäuse steckt. Unter freiem Himmel geht es mit dem Spielen weiter und mit einem weiteren Klack-Geräusch beobachten wir auf einmal ein Flugzeug am helllichten Tag. Am Flughafen tauscht sich ein anderer Mann mit einer gleichaltrigen Dame aus, die auch mit einer Nintendo-Switch-Konsole auf den Abflug an einem Terminal wartet. Kurz davor wurde noch ein Spiel in Form einer Cartridge, von Nintendo laut der offiziellen Internetseite Softwarekarte genannt, in das Gehäuse gesteckt.

Hin und wieder zurück

nintendo-switch-enthuellt-4Das Disc-Format hat bei Nintendo wohl ausgedient; wir fühlen uns bei der neuen Heimkonsole gleich an die gute alte Super-Nintendo- und Nintendo-64-Zeit erinnert. Im Flugzeug wird die Switch im Anschluss mit einem Standfuß ganz einfach auf einen der Klapptische gestellt, die beiden Controller-Einheiten am Gehäuse entfernt, ein Kopfhörer eingeklinkt und eine Runde The Elder Scrolls V: Skyrim gemütlich vom Sitzplatz aus gespielt. Würde der Titel tatsächlich für die Switch entwickelt werden, wäre es immerhin der erste Teil der Rollenspielreihe, der für eine Nintendo-Konsole erscheinen würde. Das muss aber noch nichts heißen, denn für die Wii U wurden ebenso zahlreiche Blockbuster wie Battlefield 3, Battlefield 4 oder Metro: Last Light (offiziell) angekündigt. Erschienen sind die Spiele für die Wii U aber nie. Kaum ist der Protagonist von seinem Flug nach Hause zurückgekehrt, steckt er die Konsole einfach wieder in die Ladestation, die das Spielgeschehen prompt auf den heimischen Fernsehbildschirm überträgt. Diesmal bleiben die beiden Controller-Einheiten, die so genanten Joy-Con-Controller, aber am Gehäuse stecken. Stattdessen schnappt sich der Darsteller dieser Szenen einfach den (optionalen und laut Nintendo auch nur separat erhältlichen) Nintendo Switch Pro Controller, der neben der Konsole liegt und geht damit wieder auf Drachenjagd.

Vernetzte Konsolen

nintendo-switch-enthuellt-5Wirklich gewöhnen können wir uns an die Szene aber nicht, denn dann taucht das beim dritten Mal gesehene prägnante Nintendo-Switch-Logo mit dem Klack-Geräusch wieder auf und zeigt uns die nächste Spielidee. Jetzt dürfen wir gleich zwei Spieler dabei beobachten, die auf der Rückbank eines fahrenden Busses auf einem Gerät zu zweit Mario Kart 8 spielen. Eine weitere Peripherie ist dafür nicht notwendig, da die Joy-Con-Controller fast symmetrisch zueinander aufgebaut sind und so hervorragend aufgeteilt werden können. Vorbei ist die Zeit, in der man als Handheld-Besitzer einen anderen Freund mit einem weiteren Handheld zum gemeinsamen Zocken benötigte. Dann zeigt man uns plötzlich, wie zwei Spieler an einer Nintendo Switch gegen zwei andere Spieler an einer weiteren Konsole lokal einen Teil der NBA-Serie mit- beziehungsweise gegeneinander spielen. Es folgen weitere Szenen, in denen dieses Konzept einmal mehr durchleuchtet wird. Beispielsweise wird es auch möglich sein, unter anderem Multiplayer-Titel wie Splatoon zu viert in einem Team mit vier vernetzten Konsolen zu spielen. Kurz darauf endet auch der Trailer zur kommenden Nintendo Switch. Immerhin erfahren wir am Ende noch einmal weiß auf rot, dass die Konsole ab März 2017 erhältlich sein wird. Genauere Informationen will Nintendo zur neuen Konsole noch nicht herausrücken.

Warten auf Nintendo Switch

nintendo-switch-enthuellt-6Spätestens seit der Wii hält sich Nintendo bezüglich der Hardware-Spezifikationen ihrer Konsolen zurück. Gerüchten zufolge soll der Bildschirm der Nintendo Switch nur in der Auflösung von 720p betrieben werden können. Angeblich sei am heimischen Fernseher aber eine Auflösung von 1080p möglich, sofern der Prozessor aktiv über die Ladestation gekühlt werden würde. Hoffen wir mal, dass Nintendo trotz ihres konfliktscheuen Verhaltens der Konkurrenz diesmal nicht ganz so sehr aus dem Weg gehen wird, wie noch bei der Wii U. Der Vorsprung, den die PlayStation 4 ausgebaut hat, ist nicht leicht einzuholen. Man teilte allerdings schon mit, dass man trotz des Konzepts dem hauseigenen 3DS absolut keine Konkurrenz machen möchte und dass die Switch in erster Linie als Heimkonsole anzusehen sei. Ob so besseres Marketing als noch zu Wii-U-Zeiten aussieht, wollen wir an dieser Stelle nicht hinterfragen. Bisher wissen wir einfach viel zu wenig über die Konsole, um über derlei Fragen möglichst objektiv zu richten. Wer mehr über die Konsole erfahren will, muss sich wohl oder übel bis zum 13. Januar 2017 gedulden, denn für diesen Tag plant Nintendo eine Live-Übertragung aus Tōkyō, bei der unter anderem das Line-up präsentiert werden soll. Andernfalls dürfen wir uns die Zeit bis zu diesem Tag auch weiterhin mit Spekulationen und Gerüchten versüßen.

Harte Geduldsprobe

nintendo-switch-enthuellt-7Viele davon haben schließlich in der Vergangenheit auf das Design und das Konzept von Nintendos neuer Konsole fast schon beängstigend genau zugetroffen. Beispielsweise würden wir nur zu gerne wissen, welche Speicherkapazitäten die Softwarekarten haben, wie groß der interne Speicheplatz ist, wie viele Stunden die Akkulaufzeit im mobilen Modus ausreicht und natürlich auch, welche Spiele wir für die neue Konsole erwarten dürfen, denn bewegte Bilder zu Nintendo-Switch-Spielen haben wir bisher wohl noch keine gesehen. Die gezeigten Spielszenen wurden im Trailer nämlich nachträglich hinzugefügt und sind sicherlich nicht final. Ob diese Videospiele in der gleichen Qualität auf Switch laufen, ist also noch ungewiss. Ebenso wenig wissen wir, ob Titel wie Mario Kart 8 oder Splatoon für die Switch nochmals erscheinen werden. Zudem hält sich Entwickler Bethesda Softworks bezüglich seines Mammut-Rollenspiels The Elder Scrolls V: Skyrim zurück. Es ist also noch lange nicht klar, ob das Rollenspiel tatsächlich für die Switch veröffentlicht wird. Stattdessen freue man sich darüber, mit Nintendo für den Trailer zusammengearbeitet zu haben. Wirklich bestätigt sind bisher nur wenige Titel wie etwa Dragon Quest XI von Square Enix oder Just Dance 2017 von Ubisoft. Nintendo stellt ihre Fans einmal mehr auf eine harte Geduldsprobe – so viel ist sicher!

Geschrieben von Eric Ebelt

Review: 3Souls

3Souls (1)Nintendo-Fans müssen sich notgedrungen über wirklich jeden exklusiven Wii-U-Titel wie 3Souls freuen. Obwohl die Idee des Spiels in der Theorie vielversprechend klingt, entpuppt sich 3Souls von Entwickler Red Column in der Praxis als eine sehr ärgerliche Frechheit.

3Souls (2)In 3Souls schlüpfen wir in die Seele von Nelesa, die im Mondgefängnis inhaftiert ist und dort nach einem Ausweg sucht. Mit ihr müssen wir aus dem zweidimensionalen Kerker ausbrechen, indem wir über große Abgründe hüpfen, Gefahren ausweichen und scheinbar leichte Rätsel lösen. Um letztere zu absolvieren, müssen wir im Übrigen regelmäßig Gebrauch von den Funktionalitäten des Wii U GamePads machen. Da nicht viele Publisher oder Entwickler Ideen für Nintendos Peripherie haben, waren unsere Erwartungen entsprechend hoch. Im ersten Moment klingt das Konzept jedoch besser, als es wirklich ist. So müssen wir wie wild ins Mikrofon pusten, um von Ventilatoren zeitversetzt in die Luft geschossen zu werden oder stillstehend das Eingabegerät um neunzig Grad  drehen, um auf dem zweiten Bildschirm versteckte Plattform zu entdecken, die jedoch ständig in Bewegung sind. Das Gamedesign nervt uns unermüdlich und mündet in zahllosen Versuch-und-Irrtum-Aufgaben, bei denen wir simultan den Fernseher anschreien. Zuweilen setzt die Steuerung des in drei Episoden aufgeteilten Spiels auch aus und starke Framerate-Einbrüche machen den Titel gelegentlich unspielbar. Dass die restlichen zwei Drittel des Titels noch zum Erwerb nachgeschoben werden, stört uns nicht – nach dreißig Minuten haben wir den Controller frustriert an die Wand geschmissen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: 3Souls ist einzelne Frechheit. Die Idee, Gefühle und Gedanken einer verpixelten Spielfigur zu spüren, klingt zwar interessant, ist aber sehr lieblos im Spiel umgesetzt. Ständig vibriert das Wii U GamePad, wenn mir Nelesa in Textform auf dem zweiten Bildschirm etwas mitteilen will und ständig muss ich meinen Blick innerhalb von einer halben Sekunde vom Bildschirm der Peripherie auf den Fernseher lenken, wenn ich dort eine Plattform sehe, die auf dem großen Bildschirm unsichtbar ist. Wer sich solch einen Quatsch ausdenkt, möchte die Spieler einfach nur quälen. Es tut mir selbst in der Seele weh, so etwas über einen Titel zu schreiben, der auf dem Papier richtig gut klingt. Dennoch können die Entwickler nicht leugnen, dass Gamedesign und Technik direkt der Hölle entsprungen sind. 3Souls macht so gut wie keinen Spaß und wenn so etwas wie Freude aufkommt, dann auch nur, weil der Grafikstil mitsamt dem Soundtrack dann doch recht charmant ist. Wir alle wissen jedoch, dass Grafik und Sound noch lange kein gutes Spiel machen. Wer tatsächlich ein auf die Hardware ausgelegtes Spiel spielen will, sollte sich lieber Tearaway auf der PlayStation Vita anschauen. Der Titel kostet nur unwesentlich mehr und macht durchgehend Spaß. 3Souls werde ich hoffentlich so schnell wie möglich aus meinen Gedanken verdrängt haben.

Review: Shimoneta (Vol. 2)

shimoneta-vol-2-1Nachdem die erste Volume der zwölfteiligen Anime-Serie Shimoneta: A boring World where the Concept of Dirty Jokes doesn’t exist die dystopische Welt mit ihren Gesetzen und den an diese gebundenen Charaktere vorgestellt hat, erzählt Volume 2 die Story konsequent weiter.

shimoneta-vol-2-2An der Ausgangssituation hat sich dementsprechend nichts verändert. Vor mehr als zehn Jahren hat die Regierung das Gesetz zur Gesundheitserziehung zur öffentlichen Ordnung und guten Sitten verabschiedet. Diese Einschneidung in die Privatsphäre der Menschen, die fortan ihre Gedanken zu diversen Sexualpraktiken in der Öffentlichkeit nicht mehr formulieren dürfen, ist Dreh- und Angelpunkt von Shimoneta. Vor allem Jugendliche leiden in ihrer Entwicklung darunter und wie in der ersten Volume erhalten wir einen Einblick in das Leben mehrerer Oberschüler. Im Mittelpunkt der Erzählung steht Okuma Tanukichi, der zusammen mit seiner Mitschülerin Kajō Ayame – zunächst weitgehend unfreiwillig – die Organisation SOX gegründet hat. Gemeinsam wollen sie dafür sorgen, dass ihre gleichaltrigen Mitschüler mit dem Thema Sexualität umgehen können und ermöglichen ihnen den Zugang zu Material, das eigentlich von der Regierung als „schändlich“ und somit zugleich als verboten eingestuft wird. Um an solches Material heranzukommen, müssen die Freunde einfallsreich sein. Schließlich sind diese Inhalte nicht auf dem freien Markt erhältlich. Da das Aufspüren von solchem Material aus einer scheinbar längst vergangenen Zeit kaum möglich ist, müssen sie selbst aktiv werden. Wie gut, dass Tanukichi seine heimliche Liebe in der ersten Volume küssen konnte.

Im Namen der Liebe

shimoneta-vol-2-3Die Rede ist von der hübschen Nishikinomiya Anna, die seit dem Kuss ebenfalls in Tanukichi verliebt ist. Allerdings schwärmt sie nicht im Heimlichen für ihr ausgesuchtes Ziel der Liebe, sondern versucht ihre Gefühle mehr als offen auszuleben. Bereits in der vierten Episode von Shimoneta erreicht die Handlung im wahrsten Sinne des Wortes ihren vorläufigen Höhepunkt, denn während sich Saotome Otome in Tanukichis Wandschrank versteckt, um eine Vereinigung zweier Geschlechter zu zeichnen, taucht plötzlich Anna in Tanukichis Zimmer auf und lässt ihren Gefühlen oder eher gesagt ihren Trieben freien Lauf. Sie setzt sich einfach auf ihn und sein bestes Stück drauf und beginnt sich zu entkleiden. Wie die Szene weitergeht, möchten wir an dieser Stelle gar nicht weiter ausführen. Fakt ist jedoch, dass wir uns so köstlich in den ersten drei Episoden noch nicht amüsiert haben. Plötzlich kann sich der Humor dieser Serie mit Anime wie Kämpfer messen, ohne sich von diesen zu sehr inspirieren zu lassen. In der fünften und sechsten Episode gelingt es Shimoneta die Hüllen abermals fallen zu lassen, denn nach wie vor ist Anna verrückt nach Tanukichi. Obwohl sie für das Einhalten des Gesetzes an ihrer Schule eintritt, lässt sie sich davon nicht abhalten, viele Verbote zu brechen – schließlich glaubt sie, dass alles, was im Namen der Liebe erlaubt ist, auch rechtens ist.

Sexuelle Revolution

shimoneta-vol-2-4Hinzukommt ein Vibrator, den die Freunde in Eigenregie entwickelt haben und für jede Menge Aufregung an ihrer Oberschule sorgt. Außerdem tauchen von Anna gebackene Plätzchen mit einer ganz besonderen Zutat auf. Zu guter Letzt bekommen es die Freunde mit einer staatlich organisierten Unterschriftenaktion zu tun, die sie unbedingt sabotieren wollen, um ihre sexuelle Revolution voranzutreiben. Dazu müssen sie wiederum sexuelle Inhalte auf Papier bannen und diese verteilen, sodass ihr Vorhaben im dystopischen Japan der Anime-Serie irgendwann auch siegreich sein kann. Selbstverständlich ist ein Großteil des Universums noch albern inszeniert, kann aber in jeder einzelnen Episode unterhalten. Wir sind schon sehr gespannt, welche lustigen Ideen die Köpfe hinter dem Projekt noch auf Lager haben. Besonders der kurz vorgestellte neue Peace Maker, der wie ein Tanga geformt ist, macht Lust auf mehr. Man kann also deutlich erkennen, dass die möglichst braven Inhalte der ersten Volume nahezu im krassen Gegensatz zu den Episoden der zweiten Ausgabe stehen. War man vorher darauf bedacht, möglichst wenig nackte Haut zu zeigen, legt man es in einer Episode sehr darauf an und spielt in den anderen beiden Folgen mehr als nur einmal mit der Fantasie der Zuschauer. Wer solchen Ideen nicht abgeneigt ist, wird seine wahre Freude mit Shimoneta haben.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Bereits in meinem Fazit zur ersten Volume habe ich geschrieben, dass ich Shimoneta: A boring World where the Concept of Dirty Jokes doesn’t exist eine zweite Chance geben werde, obwohl ich vom Serienauftakt alles andere als begeistert war. Hätte ich der Anime-Serie diese Chance nicht gegeben, hätte ich sehr viele lustige Momente in einem dystopischen Szenario verpasst. In der zweiten Volume gelingt Shimoneta mit nur einer Szene den Humor um ein Vielfaches zu steigern. An vielen Stellen spielt man mit den Fantasien der Zuschauer und setzt diese zum Teil sogar ordentlich in die Tat um. Das Konzept funktioniert und unterhält durchgehend. Gut finde ich auch, dass Tanukichi, nachdem immer mehr Hüllen von seiner heimlichen Liebe fallen gelassen werden, ebenfalls eine Entwicklung durchmacht. Wie genau diese aussieht, möchte ich an dieser Stelle gar nicht so sehr thematisieren. Sie ist jedoch wichtiger Bestandteil der Handlung und sorgt nur dafür, dass die sexuelle Revolution durch ihn noch erfolgreicher sein kann oder könnte – die Grundlagen dafür sind jetzt jedenfalls gelegt. Im Gegensatz zur ersten Volume bin ich nun viel gespannter darauf, wie die Handlung von Shimoneta mit viel Humor fortgeführt wird.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Shimoneta (Vol. 2)!

Review: Resident Evil: Heavenly Island (Band 1)

resident-evil-heavenly-island-band-1-1Das Geschehen von Resident Evil: Heavenly Island findet, wie es der Titel der Manga-Reihe schon andeutet, auf einer tropischen Insel statt. Hier laufen die letzten Vorbereitungen zur amerikanisch-japanischen Koproduktion Idol Survival auf Hochtouren. In dieser Fernsehsendung sollen hübsche Models und Schauspielerinnen stark fingiert ums Überleben kämpfen. Mittendrin in diesem Trubel ist der Regieassistent Tominaga Takeru bemüht, seinen Job um jeden Preis zu behalten. Eigentlich hat er diesen nur dem Model Yuki Mayu zu verdanken, die er seit Jahren bewundert und sie ihn bereits bei einem Dreh in Eiseskälte aufgrund einer falschen Reservierung vor der Entlassung bewahrt hat. Trotz des schönen Wetters und dem Genuss der Inselidylle, wird das Produktionsteam schon bald vor ein paar Herausforderungen gestellt. So ist die Teilnehmerin Coco seit den Morgenstunden verschwunden und es fehlt zu alledem noch eine Drehgenehmigung für ein einheimisches Dorf. Dem maskierten Dorfvorsteher ist dies jedoch gleichgültig und lädt das Team ein, mit den Bewohnern des Dorfes ausgiebig zu feiern. Als Takeru dem Drang der Natur folgt, verstummen plötzlich die Trommeln. Im Dickicht trifft er auf die verschwundene Dame – allerdings scheint in ihr der berühmtberüchtigte T-Virus ausgebrochen zu sein, sodass sie jetzt großen Heißhunger auf Menschen hat.

Eingewoben ins Gesamtkonzept

Des Weiteren dreht sich der Manga um Inéz Diaco, die im Auftrag der Nichtregierungsorganisation Terrasave auf Sonido de Tortuga unterwegs ist. Sie steht im ständigen Kontakt mit Claire Redfield, welche die Befürchtung hat, dass die Insel von einem Biohazard bedroht sein könnte. Zwischen Gestrüpp und dichtem Palmenwald treffen die Charaktere auf eine verhüllte, humanoide Kreatur, die mit einer riesigen Harpune Jagd auf jedwedes Lebewesen macht. Die letzte dargestellte Fraktion stellt der skrupellose Produzent Mike Seaman dar, über den wir im ersten Band der Reihe nur sehr wenig erfahren. So bleibt es auf über 170 Seiten durchgehend spannend und geheimnisvoll. Wer nach der fünfbändigen Manga-Reihe Resident Evil: Marhawa Desire also immer noch Lust auf das Resident-Evil-Franchise in Manga-Form verspürt, kommt um den ersten Band von Resident Evil: Heavenly Island nicht herum. Hinzukommt, dass die Handlung noch stärker mit der Geschichte der ersten Ableger der Videospielreihe verknüpft ist, indem zum Beispiel nicht unwichtige Charaktere, die an der Umbrella Corporation beteiligt sind, in die Story eingewoben werden. Dadurch wirkt der Manga trotz der meist heißen Temperaturen und des tropischen Settings deutlich stimmiger, als noch Marhawa Desire oder so mancher jüngerer Serienableger der beliebten Survival-Horror-Reihe.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Ich bin und bleibe ein Fan der Videospielvorlage und fand auch die Manga-Reihe Resident Evil: Marhawa Desire sehr spannend. Im ersten Band von Resident Evil: Heavenly Island passiert inhaltlich zwar noch nicht so viel, doch gelingt es dem Auftakt wunderbar, die wichtigsten Charaktere kurz und prägnant vorzustellen. Auf über 170 Seiten werden sie peu á peu und jeder auf seine eigene Weise mit einem neuen Alptraum konfrontiert. Angst, Hilflosigkeit und Fluchtversuche sind das Ergebnis der Konflikte, die sowohl den Charakteren, als auch mich als Leser nicht so schnell loslassen werden. Besonders gut gefällt mir jedoch, dass man Heavenly Island wesentlich stärker als Marhawa Desire mit der eigentlichen Serie verbunden hat. Es bleibt also zu hoffen, dass dieser Trend in den nächsten Bänden nicht abnehmen wird und liebend gerne noch stärker werden darf. Fans von Marhawa Desire oder gar der Videospielvorlage kommen um Heavenly Island definitiv nicht herum, denn dichter kann man eine Handlung wohl kaum noch erzählen.

Vielen Dank an Kazé Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Resident Evil: Heavenly Island (Band 1)!

Review: Tōkyō Ghoul √A (Vol. 1)

tokyo-ghoul-%e2%88%9aa-vol-1-1Während der ersten Staffel von Tōkyō Ghoul ausgerechnet auf der Zielgeraden die Puste ausgegangen ist, kann die zweite Season an dieses kleine Fiasko anschließen. Der Übergang zur zwölfteiligen Anime-Serie Tōkyō Ghoul √A ist dem Produktionsteam nur halbwegs gelungen.

tokyo-ghoul-%e2%88%9aa-vol-1-2Wir erinnern uns an die Ausgangslage der ersten Staffel: Kaneki Ken hat sich untersterblich in Kaneshiro Rize verliebt und freut sich darüber, dass er mit ihr ausgehen darf. Die Verabredung endet jedoch mit dem Tod von Rize, als auf einer Baustelle einige Stahlträger auf das Pärchen herunterfallen. Ken kann dem Tod nur knapp von der Schippe springen, denn auch er wird bei diesem Vorfall schwer verletzt. Durch eine Organtransplantation gelingt es den Ärzten, Ken zu retten – in seinem Körper stecken nun Organe von seiner Angebetenen. Diese war zu Lebzeiten jedoch eine Ghula, sodass Ken peu á peu den Appetit auf Menschenfleisch gewinnt. Wie die Geschichte in der ersten Staffel von Tōkyō Ghoul weitergeht, sollte jeder an der zweiten Season Interessierte wissen – schließlich knüpft die erste Episode an den sich überschlagenden Ereignissen am Ende der ersten Staffel an. Protagonist Kaneki Ken wurde von einer feindlichen Organisation entführt und gefoltert. Eingeschlossen in seiner Gedankenwelt musste sich der Halbghul mit seiner düsteren Seite auseinandersetzen und gab den Kampf gegen diese schließlich auf. Er hat die dunkle Seite in seinem Körper akzeptiert und mischt sich gleich ins Kampfgeschehen ein, um seine Freunde aus den Kämpfen, die seit dem Staffelfinale wüten, zu befreien. Wir mögen diese Nahtlosigkeit ohne einsetzenden Zeitsprung.

Neue Sichtweisen aufs Geschehen

tokyo-ghoul-%e2%88%9aa-vol-1-3Mit der ersten Episode in der ersten Volume von Tōkyō Ghoul √A verlagert man den Fokus der Handlung allerdings weg von Ken. Sein Werdegang ist de facto abgeschlossen, sodass nun Zeit ist, die Handlung aus anderen Sichtweisen fortzuführen. Verstärkt erfahren wir, wie der Arbeitsalltag der Tauben funktioniert. Dadurch wird jedoch der Action-Anteil drastisch zurückgeschraubt, sodass vornehmlich ruhige Momente herrschen. Da die Anime-Serie wenige Monate nach dem Serienauftakt spielt, hat im Herzen von Tōkyō der Winter Einzug gehalten. Kahle Bäume und in Daunenjacken gehüllte Bürger sind das Ergebnis, das wir durch die dunkle Jahreszeit präsentiert bekommen. Die winterliche Kulisse wird jedoch stets mit warmen Farben in der Umgebung untermauert, sodass die sonst übliche düstere Atmosphäre nur selten und meistens auch nur in dunklen Innenräumen zum Vorschein kommt. Das sorgt für ein sehr wohliges Gefühl beim Zuschauer, der sich jetzt quasi mit einer bedrückenden Klarheit konfrontiert fühlen darf. Dargestellt wird das Bild dazu in der scharfen Auflösung von 1080p im bildschirmfüllenden 16:9-Format, das besonders durch die handgezeichneten Charaktere für große Augen sorgt. Die musikalische Untermalung tut ihr Übriges, um das Geschehen jederzeit mit bedrohlichen Musikstücken oder ruhigen Klavierklängen zu untermalen.

Einblicke in die Produktion

tokyo-ghoul-%e2%88%9aa-vol-1-4Die deutsche und auch die japanische Tonspur liegen laut Herstellerangaben im Format DTS HD Master Audio 2.0 vor. In dieser Disziplin wissen sowohl die deutsche Synchronisation, als auch der japanische Originalton mit prominenten Sprechern wie Ricardo Richter oder Konishi Katsuyuki zu überzeugen. Unterm Strich gefallen uns die japanischen Stimmen aber ein klein wenig besser, da sie in unseren Ohren in puncto Betonungen authentischer klingen. Das digitale Bonusmaterial besteht aus Trailern zu anderen Kazé-Anime-Titeln und einem etwa zwanzigminütigen Interview mit Regisseur Morita Shūhei. In diesem erfahren wir ein paar Hintergründe zur Faszination des Animes in Japan und erhalten ein paar Einblicke in den Arbeitsalltag und die Produktionen von Anime-Titeln. Das Interview ist durchaus sehenswert: Herr Morita hält sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf und stellt interessante Fakten vor. Käufer der Erstauflage erhalten neben einem Booklet auch einen limitierten Schuber, in dem alle vier Volumes der Anime-Serie Platz finden werden. Über die Qualität von Schuber und Booklet können wir nur wenig sagen, da uns diese zum Testen nicht vorlagen. Wir gehen aber davon aus, dass diese – wie für Kazé Anime üblich – wieder sehr hochwertig ausfallen. Unterm Strich feiert die erste Volume von Tōkyō Ghoul √A einen ganz gelungenen Einstand.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Anime-Serie Tōkyō Ghoul habe ich – vielleicht mit Ausnahme der vierten Volume – richtig genossen und sie auch als einer der besten Anime der letzten Jahre bezeichnet. Gerne würde ich auch sofort Tōkyō Ghoul √A dieses Kompliment machen. Allerdings ist der Funke in der ersten Volume noch nicht so ganz auf mich übergesprungen. Ich finde es gut, dass man die Geschichte von Ken abzieht, um andere Aspekte der facettenreichen Handlung mit ihren vielseitigen Akteuren zu durchleuchten. Allerdings sehe ich hier noch keinen roten Faden, der mich durch die Story führen möchte. Teilweise ist Planungslosigkeit zu spüren und ich hoffe sehr, dass das Produktionsteam sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnt, da sich die Handlung laut Regisseur Morita Shūhei nun anders als im Manga entwickeln wird. Ob es ihm und seinen Leuten gelingt, trotzdem eine spannende Geschichte zu präsentieren, bleibt abzuwarten. Lust auf die nächsten Folgen habe ich, auch wenn diese bei der ersten Staffel sicherlich sehr viel größer war, aber immer noch.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Tōkyō Ghoul √A (Vol. 1)!

Prime Time: One Piece: Pirate Warriors (Treasure Edition) Unboxing

Das Musō-Spielkonzept erfreut sich nicht nur unter Samurai-Warriors- und Dynasty-Warriors-Fans großer Beliebtheit, denn hin und wieder portiert Koei Tecmo das einfache Gameplay in andere Franchises. Wie zum Beispiel Hyrule Warriors. In unserem Review erfahrt ihr, wie ihr euch das Spielgefühl vorstellen könnt. Heute möchten wir euch allerdings die Treasure Edition von One Piece: Pirate Warriors in unserem Unboxing-Video vorstellen. Wir wünschen euch gute Unterhaltung!

Review: Dusk Maiden of Amnesia (Vol. 4)

Dusk Maiden of Amnesia (Vol. 4) (1)Mit der vierten und letzten Volume erreicht Dusk Maiden of Amnesia das Ende. Wir schauen uns ein letztes Mal den Verlauf der Episoden an und blicken zurück auf zwei richtig tolle und eine etwas weniger gute Volume. Abgeschlossen wird die Anime-Serie aber zufriedenstellend.

Dusk Maiden of Amnesia (Vol. 4) (2)An der Handlung hat sich in Dusk Maiden of Amnesia nur sehr wenig verändert. Die gesamte Anime-Serie dreht sich um den jungen Niiya Teiichi, der sich unsterblich in Kanoe Yūko verliebt hat. Allerdings ist die gute Dame seit über sechzig Jahren tot und spukt nur noch als Gespenst in der Seikyō-Mittelschule herum, die sie zudem nicht verlassen darf, wie wir schon in der dritten Ausgabe der vierteiligen Veröffentlichung erfahren haben. In der dritten Volume haben wir zudem die bisher beste Episode der Serie erlebt. Diesen Klimax kann Dusk Maiden of Amnesia in der letzten Volume zwar nicht überbieten, doch trotzdem schafft es der Anime mit zumindest zwei Folgen die Handlung stringent zu einem zufriedenstellenden Ende zu erzählen. Die Erlebnisse in der zehnten Episode haben direkte Konsequenzen für die Geschichte und die Beziehung zwischen Yūko und Teiichi. Nachdem er nahezu klaustrophobisch Gefühle und Schmerzen von Yūko miterlebt hat, kann diese sich nicht an diese Erlebnisse erinnern. Es geht sogar soweit, dass Teiichi für sie plötzlich unsichtbar und er somit quasi ein Geist für sie ist. Obwohl Teiichi sie zumindest sehen kann, können die beiden tatsächlich nur über das Notizbuch der Abteilung für Paranormales miteinander kommunizieren, indem sie Informationen in Schriftform austauschen. Das kennt man ja schon ein wenig aus dem Anime Ano Hana.

Trauriges Finale, letzte lustige Folge

Dusk Maiden of Amnesia (Vol. 4) (3)Um das Problem zu lösen, nimmt Teiichi Kontakt zur Schulleiterin auf, die mit Yūko auf ganz besondere Art und Weise verbunden ist. Schlussendlich kommt es zu einer Begegnung zwischen Yūko und Schatten-Yūko, auf die in den letzten Jahren ständig alle schlechten Gefühle und Erinnerungen entladen wurden. Wie genau Teiichi diesen Konflikt aus der Welt schaffen will, möchten wir jedoch nicht verraten. Wichtig ist nur, dass die beiden Verliebten vor einem großen Problem stehen. Yūko beginnt sich peu á peu aufzulösen und aus dem Diesseits wohl endgültig auszuscheiden. Entsprechend melancholisch fällt die zwölfte Episode der Serie aus. Wie bei vielen anderen Anime kann man die letzte Episode losgelöst von der Handlung sehen, denn obwohl sie sich auf Ereignisse der gesamten Serie stützt und somit nach dem vornehmlich traurigen Finale spielt, hat ihr letztes Abenteuer eigentlich nur noch wenig mit der Story zu tun. Trotzdem mögen wir auch die dreizehnte Folge, denn hier kommt der Humor, der mit jeder Episode weniger wurde, wieder richtig zur Geltung. Vor allem die Erotik mit ihren zahlreichen Anspielungen auf weibliche Geschlechtsmerkmale sorgt ständig dafür, dass kaum ein Auge trocken bleibt. Diesmal versuchen sich nämlich alle vier Hauptfiguren zeitgleich nackt in eine hölzerne Wanne zu pressen, die daraufhin natürlich schnell damit beginnt, zu bersten.

Überspitzter Humor mit mutmaßlichen Klischees

Dusk Maiden of Amnesia (Vol. 4) (4)An der technischen Qualität lässt sich wie zuvor nichts aussetzen. Die Hintergrundbilder sind schön gezeichnet und die Charaktere passen hervorragend zu den Umgebungen. Nur wenige Animationen wirken etwas albern, aber nur, weil sie gewollt überspitzt dargestellt werden und deshalb nicht unbedingt zum teils erotischen Humor passen. Wie bei den drei vorherigen Volumes gibt es auch bei der letzten Volume kein digitales Bonusmaterial. Gerne hätten wir einen Einblick in die Produktion der Anime-Serie erhascht, doch dafür muss ein letztes Mal das erneut sehr schön ausgestaltete Booklet herhalten. Wie immer finden wir hier zunächst einen Episodenguide, der Informationen zu allen drei enthaltenen Episoden bereithält. Es folgt ein Interview, in welchem Regisseur Ōnuma Shin, sowie die Drehbuchautoren Takayama Katsuhiko und Seki Ayumi zu Wort kommen. Der Mittelteil des Heftleins wirkt unverändert wie eine Zeitung, dessen Artikel auf die Geschehnisse der enthaltenen Episoden verweisen. Den Abschluss des Booklets bildet ein letztes Mal ein Manga-Kapitel, das sich diesmal um Yūkos Dasein als Geist dreht und mit Klischees über paranormale Erscheinungsformen aufräumt. Wer sich mit der Story seit der ersten Volume anfreunden konnte, wird mit der Anime-Serie Dusk Maiden of Amnesia mit Ausnahme der zweiten Volume also durchaus zufriedengestellt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Anime-Serie Dusk Maiden of Amnesia beginnt sehr, sehr stark mit einer interessanten ersten Episode. Danach entwickelt sich die Handlung, genauso wie ihre Charaktere, peu á peu. Tatsächlich hat die Serie nur mit zwei der drei Episoden der zweiten Volume einen kleinen Aussetzer. Danach kehrt die Serie nämlich zu ihrer alten Stärke zurück und liefert in der dritten Volume sogar eine dermaßen gute Folge ab, von der sich andere Anime eine Scheibe abschneiden können. In der vierten Volume wird die Handlung zwar nicht noch einmal so gut erzählt, doch wird sie schlussendlich zu einem zufriedenstellenden Ende geführt, zumindest in den ersten zwei der drei enthaltenen Folgen. Die dreizehnte Episode der Anime-Serie kann man nämlich guten Gewissens losgelöst davon betrachten. Obwohl der Anime schon vor einigen Jahren in Japan über die Fernsehbildschirme lief, hoffe ich nach diesem halbwegs offenen Ende natürlich, dass man die Serie mit einem weiteren Szenario noch fortführen wird. Da der zehnbändige Manga allerdings bereits abgeschlossen ist und sich nur das Ende beider Medien voneinander unterscheidet, stehen die Chancen dazu leider schlecht. Wer sich aber auf eine geisterhafte Liebesbeziehung zwischen Mensch und Gespenst einlassen will, wird mit Dusk Maiden of Amnesia einen wunderbaren Appetithappen erhalten, den er zwar schnell verdauen, aber nicht so leicht vergessen wird!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dusk Maiden of Amnesia (Vol. 4)!

Review: Nisekoi: Liebe, Lügen & Yakuza (Staffel 2, Vol. 2)

nisekoi-liebe-luegen-yakuza-staffel-2-vol-2-1Die erste Volume der zweiten Staffel von Nisekoi: Liebe, Lügen & Yakuza hat die Handlung der Geschichte zunächst wunderbar fortgeführt, verlor sich aber schnell in Nebengeschichten, die leider nur sehr bedingt Einfluss auf die Story und die Entwicklung der Charaktere hatten.

nisekoi-liebe-luegen-yakuza-staffel-2-vol-2-2Ähnlich sieht es mit der zweiten – und leider auch schon letzten – Volume dieser Staffel aus. Direkt mit der siebten Episode und somit zum Beginn des neuen Schuljahrs im April wird ein neues Kapitel für Ichijō Raku aufgeschlagen, denn auf dem Weg zur Oberschule trifft er auf die junge Haru, die von ein paar unliebsamen Herren bedrängt wird, weshalb sie in Ohnmacht fällt und Raku, ohne sich später an sein Gesicht zu erinnern, zum Held glorifiziert. Sobald die beiden in der Schule angekommen sind, erfährt Haru jedoch, um wen es sich bei Raku wirklich handelt – schließlich ist ihr sein Name bei Weitem nicht unbekannt. Von ihrer Schwester Onodera Kosaki, die im Geheimen in Raku verliebt ist, hat sich sein Name in ihr eingeprägt. Des Weiteren hat sie natürlich Gerüchte über Rakus Lebensstil gehört. Soll heißen, dass Raku zwar mit Kirisaki Chitoge eine Beziehung führt, er aber dennoch ein großer Frauenverführer sei. Entschlossen versucht sie mehrere Episoden lang ihre Schwester vor dem vermeintlichen Schuft zu beschützen und sorgt somit für viele lustige, aber auch herzerweichende Szenen. In der nachfolgenden Geschichte muss Raku hingegen seinem verliebten Freund Maiko Shū im wahrsten Sinne des Wortes einen Schubs in die richtige Richtung geben, bevor sich die Story der Anime-Serie zum Schluss wieder dem eigentlichen Dreh- und Angelpunkt widmet.

Rückblick und Vorausblick

nisekoi-liebe-luegen-yakuza-staffel-2-vol-2-3Die letzte Folge der zweiten Staffel greift hervorragend ein schwieriges Thema auf, das schon in der letzten Episode der ersten Staffel wichtiger Bestandteil der Handlung geworden ist: Als Chitoge bei der eskalierten Theateraufführung von Romeo und Julia gemerkt hat, dass sie nun doch Gefühle für den ihr versprochenen Raku hat, hat sie das Liebesgeständnis dennoch hinausgezögert. Ob sie die Möglichkeit erhält, ihren Mut unter Beweis zu stellen, möchten wir an dieser Stelle gar nicht so sehr verraten. Es ist zwar bewundernswert, wie sehr man das Thema – eigentlich unnötig – in die Länge ziehen kann, doch besonders bei einem Staffel-Finale hätten wir hier nicht nur mehr Mut seitens Chitoge erwartet, sondern auch wesentlich mehr Mut von Seiten der Köpfe hinter dem Projekt. Viele Taten bleiben Träume und Antworten auf unsere Fragen, die wir seit der ersten Episode der ersten Volume hegen, können immer noch nicht zu unserer Zufriedenheit beantwortet werden. So bleibt uns zum Schluss nur zu hoffen, dass eine dritte Staffel der Anime-Serie Nisekoi folgen wird, um die Geschichte rund um das Scheinpaar Raku und Chitoge, sowie Rakus mysteriöses und in der zweiten Staffel kaum noch behandeltes Medaillon abzuschließen. Da die Protagonisten jedoch gerade das erste Jahr an ihrer Oberschule hinter sich gelassen haben, gehen wir sehr stark davon aus, dass eine dritte Serienstaffel nicht dazu ausreichen wird und man wohl eher zur Manga-Reihe greifen muss.

Übertriebene Mimik, untertriebenes Bonusmaterial

nisekoi-liebe-luegen-yakuza-staffel-2-vol-2-4Technisch kann Nisekoi den Qualitätsstandard der vorherigen Volume halten. Die Charaktere sind schön animiert und werden bei Mimik und Gestik ständig überzeichnet, um uns sowohl zum Lachen zu bringen, als auch eine Nähe zum Manga zu finden. Dieser Spagat gelingt der Anime-Serie äußerst gut und funktionierte bereits bei der ersten Staffel hervorragend. Hinzu gesellen sich tolle deutsche Synchronsprecher wie Dennis Saemann, Corinna Dorenkamp und Rieke Werner. Allesamt keine ungeschriebenen Blätter mehr, die dutzenden anderen Anime-Charakteren in der Vergangenheit schon ihre markanten Stimmen geliehen haben. Selbst in puncto Betonung stehen sie somit ihren japanischen Kollegen Matsuoka Yoshitsugu, Kanemoto Hisako und Tomatsu Haruka in Nichts nach. Bonusmaterial gibt es bei der zweiten Volume in digitaler Form nicht. Es liegen nur die drei obligatorischen Trailer zu anderen Kazé-Anime-Titeln bei, die einen ganz groben Einblick in das weitere Portfolio des Publishers geben. Anders sieht es im physischen Bereich aus, denn in der Papphülle der Volume wurden abermals zwei Postkarten mit hübschen Motiven und einem gefalteten Poster mit den Cover-Artworks der zweiten Volume beigelegt. Das ist schade, da man mit Einblicken in die Produktion – schon auf Basis eines Booklets – Wunder bewirkt hätte. Nisekoi hat viele Fans, die sich auch neben dem Anschauen des Animes mit diesem sehr gerne näher beschäftigen wollen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Während für Protagonist Raku gerade erst das zweite Oberschuljahr beginnt, endet mit der zweiten Volume leider auch schon die zweite und somit sehr kurze Staffel von Nisekoi: Liebe, Lügen & Yakuza. Ich muss sagen, dass die Serie zu Beginn einen sehr starken Auftakt hingelegt hat, sich dann aber immer mehr in Nebengeschichten verloren hat, die mit der Zeit nur wenig beziehungsweise kaum spürbaren Einfluss auf die Story und vor allem die Entwicklung der Charaktere hatten. Dieses Konzept wird in der zweiten Staffel gänzlich durchgezogen. In der zweiten Volume werden zwar noch neue Charaktere eingeführt oder bekannte Figuren etwas näher beleuchtet, doch ist das nur ein kalter Tropfen auf den heißen Stein. Hinzukommt, dass viele Charaktere ihre Wünsche einfach nicht in die Tat umsetzen und ihre Gedanken für sich behalten. Gerne hätte ich endlich Antworten auf meine Fragen gefunden. Insbesondere natürlich, welcher Schlüssel nun in das Schloss von Rakus Medaillon passt. All diese Geheimnisse will die zweite Staffel selbst im kurzen und knappen Finale einfach nicht lüften. Es fühlt sich so an, als ob man neben dem Manga auch die Anime-Serie künstlich strecken will. Wer die Manga-Reihe also nicht liest, der muss schlussendlich hoffen, dass die Serie in Zukunft mit weiteren Staffeln bedacht wird – und wer sich davon aber nicht abschrecken lässt, wird auch mit der zweiten Staffel und insbesondere der zweiten Volume alleine durch den Humor der Serie wieder sehr viel Spaß haben.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Nisekoi: Liebe, Lügen & Yakuza (Staffel 2, Vol. 2)!