Review: Mario & Luigi: Superstar Saga + Bowsers Schergen

Nachdem Nintendo im Jahr 2000 mit Paper Mario zum zweiten Mal Fuß im Rollenspielsektor bezüglich des Super-Mario-Franchises gefasst hat, legte der Konzern aus Kyōto mit Mario & Luigi: Superstar Saga direkt noch einmal nach. Jenes Spiel wurde im Herbst 2017 für den 3DS neu aufgelegt.

Unter dem Titel Mario & Luigi: Superstar Saga + Bowsers Schergen veröffentlicht, handelt es sich bei dieser Version allerdings nicht um ein einfaches Remake. Stattdessen bietet der Titel einen zusätzlichen Spielmodus, der die Spielzeit um ein paar weitere Stunden strecken kann. Das Kernspiel bleibt jedoch nahezu unverändert. Zu Beginn des Spiels tauchen Botschafter aus Bohnenland, der angrenzenden Nation neben dem Pilz-Königreich, auf. Peach, die Monarchin des Landes, darf sich aber nicht über ein Geschenk aus Bohnenland freuen, denn kaum öffnet sie die Verpackung, wird sie auch schon von grünem Dunst eingehüllt und wird vermeintlich ihrer Stimme beraubt. Immer wenn sie jetzt den Mund aufmacht, explodiert um sie herum das Schlossgemäuer. Um die Katastrophe abzuwenden und die Ursache für den Diebstahl herauszufinden, beschließen Mario und Luigi ins Bohnenland zu reisen und bekommen Unterstützung von ihrem Erzfeind Bowser. Das Reptil kann es natürlich nicht gutheißen, dass das Objekt seiner Begierde keine Stimme mehr hat und hilft seinen Konkurrenten mit seinem Luftschiff, um sie ins Bohnenland zu bringen. Die Geschichte der Superstar Saga beginnt nicht nur ungewöhnlich – sie macht deutlich, dass ein Super-Mario-Spiel nicht nur die klassische Handlung erzählen kann. Einzigartige Wendungen und überraschende Momente sorgen dafür, dass die Story aus dem Jahr 2003 auch noch im Jahr 2017 stets spannend bleibt.

Teamspiel

Um im Bohnenland voranzukommen, müssen Mario und Luigi jederzeit zusammen arbeiten. Im Gegensatz zu anderen Rollenspielen gilt es nämlich außerhalb der Kämpfe auch mit der Umwelt zu interagieren. Hin und wieder lernen die beiden Brüder neue Spezialfähigkeiten, die sie verwenden müssen. Höhere Plattformen können mit besonders hohen Sprüngen erreicht und Blöcke mit Hilfe von verschiedenen Hämmern zerstört werden. Im späteren Spielverlauf gilt es auch Rätsel mit Feuer und Elektrizität zu lösen. Viele Funktionen können nur ausgeführt werden, wenn das Duo zu zweit agiert. Solo-Ausflüge sind zwar ebenfalls möglich, sind vom Spiel dann aber strikt vorgegeben. Beispielsweise muss Luigi seinen Bruder schrumpfen, damit Mario durch ein Loch kriechen und in einem separaten Raum einen Schalter betätigen kann, woraufhin Luigi anderorts einen Hebel umlegen darf, der wiederum den Zugang zu Mario freilegt. Das Kombinieren von verschiedenen Spezialtechniken fühlt sich im Original für den Game Boy Advance noch etwas umständlich an. Wer den Titel allerdings auf dem 3DS spielt, freut sich darüber, dass das Fähigkeitswechseln nicht nur mit den Schultertasten funktioniert, sondern auch per Touchscreen möglich ist. Wahlweise wird auf diesem auch eine nützliche Umgebungskarte angezeigt, da die Spielwelt anfangs noch sehr komplex wirkt. New-Nintendo-3DS-Besitzer dürfen auf dieser sogar mit dem C-Stick des Geräts navigieren.

Kämpfe im Duo

Wenig komplex, dafür umso interessanter, fällt das Kampfsystem des Spiels aus. In rundenbasierten Kämpfen erhalten Mario und Luigi abwechselnd Befehle. Gegner dürfen mit Sprüngen, Hämmern, Feuerbällen und einigen Spezialfähigkeiten attackiert werden. Eine Besonderheit dabei ist, dass die Angriffe im richtigen Moment zeitlich abgestimmt werden müssen, indem auf den jeweiligen Aktionsknopf gedrückt werden muss. Zwar richten auch normale Angriffe Schaden an, doch nur wer eine exzellente Bewertung erreicht, kann die Kämpfe schnell hinter sich lassen. Ähnlich sieht es auch mit der Verteidigung aus, denn auch hier ist es wichtig, zum passenden Augenblick mit einem Druck auf die Aktionstaste den Angriff abzuwehren. Für beendete Kämpfe regnet es nicht nur Goldmünzen zum Einkauf von neuer Ausrüstung wie Hosen und Medaillen oder Items wie Pilzen, Nüssen oder Sirups, die zur Heilung in Form von Kraft- und Brüderpunkten notwendig sind, sondern auch Erfahrungspunkte. Haben Mario und Luigi genügend Erfahrungspunkte gesammelt, steigen sie im Level auf und verbessern zum einen automatisch ihre Statuswerte und zudem darf der Spieler auch manuell einen zufälligen Wert auf Attribute wie Angriff, Verteidigung oder Geschwindigkeit verteilen. Das System ist zwar durchaus eine nette Spielerei und auch wenn der Titel in den Kämpfen (bis auf den letzten Bossgegner) nicht sonderlich anspruchsvoll ist, spielt Glück hierbei keine kleine Rolle.

Neue Nebenhandlung dank Schergen

Ab einem bestimmten Zeitpunkt im ersten Drittel des Spiels ist es möglich, aus dem Menü die so genannte Schergen-Saga auszuwählen. Die Story dieses Spielmodus ist wunderbar in die Erzählung des Hauptspiels eingewoben, da häufig Bezug auf die Geschehnisse der Handlung gemacht wird und diese wiederum von den hier erzählten Hintergründen profitiert. Außerdem wird die Geschichte der Gumbas, Shy Guys und Bob-ombs noch besser mit Humor unterlegt, als die – dennoch vortrefflich lokalisierten – Texte von Marios und Luigis Abenteuer. Während Story und Humor überzeugen, mangelt es in den Schlachten an Tiefgründigkeit. Die Schergen steigen zwar ebenfalls im Level auf und als Kommandant dürfen auch verschiedene Befehle gegeben werden, doch laufen die zahlreichen Scharmützel weitgehend unabhängig vom Handeln des Spielers ab, wodurch das Gameplay sehr träge und mit der Zeit sogar recht zäh wirkt. Hätte man sich eher auf das Rollenspielgenre konzentriert und weniger versucht ein semimanuelles Strategiespiel in das Korsett zu zwängen, hätte der Modus eine geniale Zugabe sein können. So bleibt es bei einem netten Ausflug, der aber maximal für zehn Minuten unterhält und danach schnell in Vergessenheit geraten wird. Optisch und akustisch schlägt das Remake das Original jedoch um Längen. Schade ist nur, dass Nintendo dem Spiel keinen Tiefeneffekt spendieren wollte und so das Alleinstellungsmerkmal des 3DS nicht genutzt wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Game-Boy-Advance- und Nintendo-3DS-Fassung): Das Seriendebüt sorgte auf dem Game Boy Advance 2003 für lange Gesichter, da es Nintendo erfolgreich geschafft hat, neben dem Erstlingswerk der Paper-Mario-Reihe auch eine zweite Rollenspielserie zu etablieren. Es folgten mehrere Fortsetzungen für den Handheld und sogar ein Crossover beider Rollenspielserien wurde auf dem Nintendo 3DS umgesetzt. Das Remake von Mario & Luigi: Superstar Saga mit dem Zusatz Bowsers Schergen bietet inhaltlich dasselbe Paket wie schon zu Beginn der 2000er Jahre, wurde aber optisch und akustisch an so gut wie allen Stellen sehr gut aufgepeppt und mit nützlichen Funktionen wie der Übersichtskarte auf dem Touchscreen oder das Wechseln der Fähigkeiten über diesen ergänzt. Auch in puncto Erzählweise muss sich der Titel nicht vor der Konkurrenz verstecken, da durch zahlreiche Wendungen, tollen Überraschungen und einem Übermaß an Humor nicht die urtypische Prinzessinnenrettung geschildert wird. Etwas lieblos wirkt hingegen das Kapitel Bowsers Schergen, denn die Schlachten laufen weitgehend automatisiert ab. Der eigene Einsatz wird nur hin und wieder erwartet. Trotz toller Nebenstory und Humor bleibt so der Spielspaß weitgehend auf der Strecke. Außerdem ist es schade, dass der Tiefeneffekt des Handhelds für beide Spielmodi gar nicht genutzt wird. Auch wenn Nintendo im Herbst 2017 den Fokus mehr denn je auf die 2DS-Geräte legte, steht der Konzern dennoch in der Verantwortung, allen 3DS-Besitzern ein tolles Spielerlebnis zu liefern und die Funktionen der Konsole voll auszuschöpfen. Unterm Strich bleibt aber immer noch ein tolles Remake, das sowohl Kenner des Originals anspricht, als auch neue Fans finden wird, die den Titel damals verpasst haben.

Review: I am a Hero

Zwischen 2009 und 2017 zeichnete Hanazawa Kengo den Manga I am a Hero. Eine Anime-Umsetzung gibt es erstaunlicherweise zwar nicht, doch dafür wurde das Werk im Jahr 2015 als Film adaptiert. Im Oktober 2017 erschien dieser hierzulande für den Heimkinomarkt.

Im Mittelpunkt der Story von I am a Hero steht der fünfunddreißigjährige Manga-Zeichner Suzuki Hideo. Vor fünfzehn Jahren erhielt er den Preis als bestes Nachwuchstalent, konnte seitdem jedoch keinen Erfolg mehr verbuchen. Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, arbeitet er als Assistent für einen bekannteren Künstler. Als eine weitere seiner Ideen für ein eigenes Werk abgelehnt wird, beendet auch noch seine Freundin Kurokawa Tetsuko ihre Beziehung. Kurze Zeit später erhält Hideo einen seltsamen Anruf von Tetsuko, die ihre Beziehung doch noch nicht aufgeben möchte. Am nächsten Morgen beschließt Hideo, Tetsuko aufzusuchen und über die gemeinsame Zukunft zu sprechen. Das Gespräch beginnt anders als es sich Hideo vorstellen möchte. Sie liegt zunächst reglos auf ihrem Bett und dann beginnt sich nicht nur ihr Kopf zu verdrehen, sondern auch ihr ganzer Körper bizarr an zu zucken. Damit nehmen die unheimlichen Geschehnisse, die auch schon vorher durch mysteriöse Vorfälle in den Nachrichten im Hintergrund erahnt werden können, jedoch nicht ab. Als er ins Büro seines Arbeitgebers zurückkehrt, muss Hideo beobachten, wie einer seiner Kollegen mit einem Baseballschläger bewaffnet neben der Leiche einer anderen Mitarbeiterin steht und dann damit auf seinen Chef losgeht. Hideo verlässt das Gebäude und betritt draußen eine neue Welt.

Facettenreicher Handlungsverlauf

Mit der Exposition stellt der Film klar, dass sich die Regeln der Gesellschaft peu á peu ändern werden, denn draußen fangen die Menschen an, sich gegenseitig umzubringen. Aufgeteilt ist der Rest des Films in drei wichtige Teile, sowie einem kurzen Schlusskapitel. Im ersten dieser drei Teile wird die Beziehung zwischen Hideo und der Schülerin Hayakari Hiromi während ihrer Flucht aus Japans Hauptstadt Tōkyō umrissen. Ihre neue Freundschaft und der Kampf ums Überleben in der Wildnis werden auf eine harte Probe gestellt, als einer von ihnen vom so genannten Zokyun-Virus infiziert wird. Das Mittelstück dreht sich um eine kleine Gemeinschaft, die sich auf den Dächern eines Einkaufzentrums vor der Außenwelt verschanzt hat. Besonderer Wert wird hier auf die zwischenmenschlichen Interaktionen gelegt. Diese führen in der Gruppe zu Unstimmigkeiten und zeigen Abgründe auf, in die Menschen selbst in einer ausweglosen Situation fallen können. Den letzten Akt der Handlung nimmt der Kampf gegen die Infizierten ein. Um Lebensmittel zu organisieren, müssen die Helden ins Lager des Einkaufszentrums eindringen und werden dabei von einer Horde Infizierter fast schon überrannt. Fans der zweiundzwanzigteiligen und gar im deutschsprachigen Raum abgeschlossenen Manga-Vorlage können erahnen, dass die Geschichte des Films die ersten acht Bände umfasst.

Gelungene Manga-Adaption

Grundsätzlich ist die Handlung des Films durchweg spannend erzählt und bietet vor allem für Nichtkenner des Mangas einige überraschende Wendungen. Jedoch ist dem ersten Drittel des Films anzumerken, dass die Geschichte stellenweise gekürzt wiedergegeben wird. Die Story erweckt rein inhaltlich den Eindruck, dass sie innerhalb von ein paar Tagen spielt – allerdings ist am Bart von Hideo, der von einer Szene auf die nächste plötzlich vorhanden ist, zu bemerken, dass hier noch Platz für eine ausführlichere Darstellung gewesen wäre. Trotzdem fühlt sich der Film mit seinen 126 Minuten niemals zu lang an, denn sowohl ruhige Momente, als auch actionreiche Szenen liegen in einem ausgewogenen Maße vor. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich den Film zudem unbedingt im japanischen Originalton anschauen, da die emotionalen Ausbrüche der Charaktere hier besonders stark zur Geltung kommen. Die deutsche Synchronisation ist zwar ebenfalls gut gelungen, kommt aber bei Weitem nicht an die Vorlage heran. Neben den wichtigsten Protagonisten, die von den Schauspielern Ōizumi Yō, Arimura Kasumi und Nagasawa Masami gespielt werden, können aber vor allem die Infizierten glänzen. Diese bleiben nämlich in der Regel ihrem Verhaltensmuster als Menschen treu und nehmen so locker die Hürde der besonderen Note, an denen viele andere Zombiefilme scheitern.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassungen): Seitdem im Jahr 2010 mit der Fernsehserie The Walking Dead Zombies massentauglich gemacht wurden, festigte sich mehr und mehr ein Bild von „dem“ Untoten. Dass es jedoch nicht bei einer unumstößlichen Darstellung bleiben muss, beweist I am a Hero von Regisseur Satō Shinsuke aus dem Jahr 2015 schon in der Exposition des Films. Hier agiert so gut wie jeder Infizierte nach dem Verhaltensmuster, wie er als Mensch agiert hat – bis auf den unstillbaren Hungertrieb nach Menschenfleisch. Damit schlägt I am a Hero die Brücke zum typischen Kampf ums Überleben in der Apokalypse und zeigt Abgründe im sozialen Zusammenleben auf. Hinzu kommen außergewöhnliche Protagonisten, die es so in anderen Filmen des Genres nicht gibt. Hier und da wirkt der Film durch die extravaganten Zombies zwar unfreiwillig komisch, doch ist das im Anbetracht der Einzigartigkeit schnell vergessen. I am Hero ist ein sehenswerter Film, der nicht nur Fans der Manga-Vorlage anspricht, sondern auch Genießer von Zombiefilmen zufriedenstellen kann.

Vielen Dank an Eye Seen Movies für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von I am a Hero!

Review: Corpse Party: Tortured Souls

Im Jahr 1995 bewies Entwickler Kedōin Makoto, dass man mit einer begrenzten Programmieroberfläche wie dem RPG Maker fantastische Spiele entwickeln kann. Das Survival-Horror-Abenteuer Corpse Party begeisterte schlagartig: Fortsetzungen, Realverfilmungen und schließlich auch Anime folgten.

Der Siegeszug der Corpse-Party-Faszination dauert bis heute an. 2012 erschien die Original Video Animation Corpse Party: Missing Footage, die die Vorgeschichte des Spiels darstellt und die letzten Geheimnisse des Spiels lüftet. Im deutschsprachigen Raum ist das gerade einmal zehnminütige Werk von Animationsstudio Asread bis heute nicht erschienen und auch Publisher Kazé Anime versäumt es, die Vorgeschichte als Bonus mit auf die Disc des vierteiligen Sequels zu packen. Corpse Party: Tortured Souls, ebenfalls von Asread produziert, erzählt als Sequel logischerweise die Geschichte des Spiels nach und gerade als eine vom Videospiel unabhängige Veröffentlichung hätte die Ergänzung der Vorgeschichte den Anime durchaus aufwerten können. Das ist aber nur ein kalter Tropfen auf den heißen Stein, denn die wichtigsten Hintergründe werden innerhalb der vier Folgen umfassenden Reihe dennoch peu á peu erklärt, sodass zumindest alle Kernelemente verständlich sind. Somit bleibt Tortured Souls nicht nur für Fans der Videospielvorlage interessant, sondern kann auch Neulinge, die sich mit dem Franchise zum ersten Mal beschäftigen wollen, für sich gewinnen. In vier aufeinanderfolgenden Episoden wird eine Geschichte über eine Gruppe Oberschüler erzählt, die nach einem Schulfest noch eine kleine Abschiedsfeier inklusive eines mysteriösen Rituals für eine Mitschülerin abhalten, die die Schule bald verlassen wird. Das Ritual verläuft allerdings schief und die Corpse Party beginnt.

Durchritualisierter Alptraum

Zu Beginn der ersten von vier Episoden, die jeweils circa dreißig Minuten Laufzeit aufweisen, ahnen die Charaktere noch nichts von dem Grauen, das ihnen bevorsteht. Für Suzumoto Mayu planen die Freunde Mochida Satoshi, Nakashima Naomi, Shinozaki Ayumi und Shinohara Seiko, den vermeintlichen Zauber „Die glückliche Sachiko” durchzuführen. In dem jeder für sich die Zauberformel neun Mal still aufsagt, dann alle zusammen eine ausgeschnittene Figur zerreißen und jeder ein Stück dieser fortan mit sich tragen muss, soll gewährleistet werden, dass sie ihr Leben lang Freunde bleiben werden. Kurze Zeit später wachen sie allerdings, teilweise zusammen und teilweise alleine, in einer Grundschule auf. Versuche, aus Fenstern oder Türen aus dem Gebäude zu entkommen, misslingen den Protagonisten und schnell müssen sie feststellen, dass blutrünstige Gestalten und sogar Schüler von anderen Schulen und aus anderen Zeiten in der mysteriösen Dimension gefangen sind. Das Grundkonzept ist spannend und bietet das bekannte Gefühl japanischer Horrorfilme in Anime-Form. Allerdings dürften für den einen oder anderen Zuschauer die Charaktere vermutlich etwas seltsam agieren. Weder bricht Panik bei ihnen aus, noch versuchen die Protagonisten übermäßig stark, aus der Grundschule zu entkommen. Auf der einen Seite bleiben die Figuren so etwas blass, auf der anderen Seite ist die klare Position gegen Archetypen im Anime-Sektor erfrischend und regt zudem zum Weiterschauen an.

Geschickter Umgang mit Blut und Morden

Obwohl Tortured Souls als Original Video Animation entsprechend für den Heimkinomarkt entwickelt wurde, weist die vierteilige Anime-Veröffentlichung eine durchaus hohe Qualität auf. Unter optischen Gesichtspunkten sorgen beispielsweise sämtliche Hintergründe in der Full-HD-Auflösung dank starker Kontraste und schaurig-schöner Lichteinfällen in der dunklen Szenerie dafür, dass der Zuschauer jederzeit das Gefühl hat, sich wirklich in einer heruntergekommenen japanischen Grundschule zu befinden. Sowohl die Charaktermodelle als auch die Animationen sind jedoch nicht auf demselben Niveau wie die Hintergründe. Den Figuren fehlt es nicht nur inhaltlich an Details und insbesondere die Tötungsanimationen wirken so, als seien sie lediglich Mittel zum Zweck. Mit Blut und herausgerissenen Organen wird in Tortured Souls zwar nicht gegeizt, doch wird im entscheidenden Moment meist abgeblendet. So und nicht anders ist es zu erklären, dass der Anime in Deutschland die Altersfreigabe ab 16 Jahren erhalten hat. Dennoch sollte sich jeder, der einen schwachen Magen hat, sich zweimal überlegen, ob er sich den ekligen Szenen aussetzen will. Fans der Videospielvorlage, etwaigen Survival-Horror-Spielen oder Anime aus dem Horror-Genre dürfen bei Tortured Souls dennoch bedenkenlos zuschlagen, denn trotz einiger holpriger Stellen in der Erzählweise bleibt es bis zum Ende, sowohl im guten japanischen Originalton, als in der angenehmen deutschen Synchronisation, unterhaltsam.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Einerseits ist es schwer, einen Anime zu bewerten, wenn dieser auf einer Videospielvorlage basiert und der Tester diesen Titel nicht gespielt hat. Andererseits ist es wiederum von Vorteil, da so sämtliche Zusammenhänge gleich verstanden werden müssen. Letzteres gelingt der aus dem Hause Asread stammenden vierteiligen Original Video Animation Corpse Party: Tortured Souls von der ersten Minute an. Sämtliche Informationen, die in den Raum geschmissen werden, verbinden sich – trotz so manches holprigen Schnitts zwischen den Szenen – von Folge zu Folge und setzen sich wie ein Mosaik zusammen. Während die Story zwar verständlich ist, bleiben die Protagonisten in der meisten Zeit leider etwas zu blass und verfügen über keinen nennenswerten Hintergrund, der sie zu greifbaren Charakteren machen könnte. Trotz dieser Defizite ist Tortured Souls dennoch ein interessanter und spannender Anime, der sich nicht nur an die Kenner des Videospiels richtet, sondern auch Freunde des japanischen Horrors überzeugen kann.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Corpse Party: Tortured Souls!

Review: Inspector Akane Tsunemori (Band 2)

Nachdem im Oktober 2017 der erste Band der Manga-Reihe Inspector Akane Tsunemori von Kazé Manga veröffentlicht wurde, folgte Anfang Dezember 2017 bereits die zweite Ausgabe von selbigem Publisher. Inhaltlich knüpft die auf der bekannten Anime-Serie Psycho-Pass basierende Handlung an die Geschehnisse des ersten Bandes an und führt den letzten Kriminalfall zu Ende. Dies gelingt dem Team nur mit einem waghalsigen Plan, ausgeführt vom Vollstrecker Kōgami Shinya. Wie dieser im Detail aussieht, wird aus Spannungsgründen an dieser Stelle nicht verraten. Zudem legt der zweite Band den Fokus ohnehin auf einen neuen Handlungsstrang, denn kurz nach ihrer Ermittlung auf dem Fabrikgelände sieht sich das Team um der titelgebenden Inspektorin Tsunemori Akane mit einem neuen Problem konfrontiert. Diesmal steht vor allem Cyber-Kriminalität im Mittelpunkt der Erzählung. Themen wie falsche Identitäten beziehungsweise Anonymität werden aufgeworfen und tiefgründig verarbeitet. Unter anderem wird im Lauf der Handlung der Besitzer des Avatars Talisman, der online Ratschläge an hilfesuchende User verteilt, ermordet. Dadurch ist es dem Mörder möglich, den Avatar seines Opfers zu übernehmen und unbehelligt zu agieren. Um den Mörder zu fassen, setzt Tsunemori auf Sugawara Shōko, eine alte Bekannte, und ihren Avatar Spooky Boogie.

Hochwertige Fortsetzung

Wie gehabt wird die Geschichte auch im zweiten Band so spannend erzählt, wie sie schon in der Anime-Vorlage dargestellt wurde. Teilweise wird die Story auch ein wenig philosophisch, wenn historische Persönlichkeiten wie Jean-Jacques Rousseau erwähnt und deren Forschung zum Gegenstand des Gesprächs werden. Unter optischen Gesichtspunkten führt der zweite Band der Manga-Reihe die Qualität des Seriendebüts nahtlos fort. Das heißt, dass sowohl die futuristische Architektur, als auch die auf dem Charakterdesign von Amano Akira basierenden Charaktere, ein stimmiges Gesamtbild ergeben und vom Leser regelrecht verschlungen werden können. An einigen Stellen werden auch wieder die typischen Merkmale der fiktiven Zukunft behandelt, die dann sogar mit in die Verbrechensbekämpfung einfließen. Ein Beispiel wäre die Projektion von Möbeln über andere Einrichtungsgegenstände, die im Raum verschoben worden sind. Hinzu kommen an einigen Stellen auch sehr gewagte und drastische Bilder, da es im letzten Drittel des 198-seitigen Bandes auch um Leichenkonservierung von Menschen geht. Aufgeteilt ist der Manga von Miyoshi Hikaru in vier Kapitel, von denen fast jeder Abschnitt circa 46 Seiten umfasst. Beim zweiten Band handelt es sich um eine qualitativ hochwertige Fortsetzung, wie man sie sich auch von anderen Werken wünschen würde.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): So sehr man den zweiten Band von Inspector Akane Tsunemori verteufeln möchte, so wenig darf man es tatsächlich tun. Im Manga wird so gut wie auf jeder Seite die Handlung aus der Anime-Serie nacherzählt, sodass Kenner der Vorlage über keine großartigen Überraschungen stoßen dürften. Dieses Problem konnte zwar schon der erste Band vorweisen, doch kann auch dem zweiten Band die Nähe zum Original nicht negativ ankreiden. Der Manga ist nämlich genauso wie der Anime fantastisch und facettenreich erzählt. Wer die Anime-Serie noch nicht gesehen hat, wird sich auch beim zweiten Band der Manga-Reihe für die vielen interessanten Ideen und die spannende Verbrechensbekämpfung begeistern können. Kenner dürfen zwar ebenfalls zuschlagen, müssen aber in Kauf nehmen, nicht den gewünschten Spannungseffekt wie beim Ansehen der Serie zu genießen.

Vielen Dank an Kazé Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Inspector Akane Tsunemori (Band 2)!

Review: Romancing SaGa 2

Im Dezember 1993 veröffentlichte Square das Rollenspiel Romancing SaGa 2 in Japan für das Super Nintendo. Außerhalb Japans erschien der Klassiker erstmals 2016 für Android und iOS, Ende 2017 wurden endlich auch Plattformen wie Nintendo Switch, PlayStation Vita, PlayStation 4, Xbox One oder der PC bedient.

Einst retteten die sieben sagenumwobenen Helden die Welt vor dem Untergang. Seither lebt die Bevölkerung des Imperiums Varennes in Frieden. Nur kleinere Monsterhorden stellen in diesen Zeiten eine Bedrohung für die Menschheit dar, um die sich Imperator Leon höchstpersönlich mit seinem Gefolge kümmert. Die Idylle in der Hauptstadt Avalon trübt jedoch, denn schon in den ersten Spielminuten taucht einer der Heroen aus der Legende auf und tötet Victor, den Erstgeborenen des Imperators und somit den legitimen Thronfolger. In Romancing SaGa 2 übernimmt der Spieler deshalb nicht nur die Rolle über Leon und seinem zweiten Sohn Gerard, sondern verkörpert in einer auf dutzende Spielstunden angelegten Handlung über vier Jahrhunderte hinweg mehrere Generationen dieser Erblinie, um mehr über den Sinneswandel der sieben Helden herauszufinden und dem Imperium schlussendlich erneut den Frieden zu bringen. Dafür müssen nicht nur die sieben Hauptfeinde besiegt, sondern auch das Imperium verwaltet werden. Die Währung des Spiels, Kronen genannt, muss dann auch für den Wohlstand des Reiches und nicht nur für neue Waffen und Rüstungen für die Gruppe herhalten. Hinzu kommt, dass aufgrund der Jahrhunderte umfassenden Story auch viele Charaktere auftauchen, die mal mehr und mal weniger stark beleuchtet werden. Gute Englischkenntnisse beim Kennenlernen sind Pflicht, eine deutsche Lokalisation gibt es leider nicht.

Kampfsystem für hartgesottene Masochisten

Das Kampfsystem von Romancing SaGa 2 funktioniert ähnlich wie in Final Fantasy II: Jedweder Kampf läuft rundenbasiert ab, indem am Anfang Befehle für alle Helden eingegeben werden, die unter Berücksichtigung der gegnerischen Statuswerte Zug für Zug ausgeführt werden. Erfahrungspunkte gibt es wie im Vorbild aus dem Jahr 1988 ebenfalls nicht, stattdessen werden Technikpunkte auf die Charaktere verteilt, die ihre Fähigkeiten entsprechend ihrer Anwendungen im Kampf verbessern. Wer beispielsweise Imperator Leon oft mit seinem Stahlschwert angreifen lässt, erhöht damit automatisch auch den Angriffswert im Umgang mit Schwertern. Damit nicht genug, arbeitet das Spiel zum einen mit Trefferpunkten und zum anderen mit Lebenspunkten. Während die Trefferpunkte nach jedem Kampf automatisch wieder aufgefüllt werden, fällt die Lebenspunkteanzahl mit jedem Tod eines Charakters permanent um eins. Fällt dieser Wert auf null, verstirbt der jeweilige Held endgültig. Glücklicherweise ist es in Romancing SaGa 2 möglich, jederzeit zu speichern. Das heißt, dass ein Dungeon nicht jedes Mal von vorne abgeklappert werden muss, sollte der Lieblingscharakter endgültig verschieden sein. Masochisten werden sich an diesem System erfreuen, Anfänger eher abgeschreckt. Stumpfsinnig ist in diesem Zusammenhang, dass derlei Gameplay-Elemente an keiner Stelle im Spiel erklärt werden und komplett selbst herausgefunden werden müssen.

Nostalgischer Titel für frustresistente Rollenspieler

Unter technischen Gesichtspunkten ist Romancing SaGa 2 ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite sind die Umgebungen in der aufpolierten HD-Grafik wirklich hübsch gestaltet und die Charaktere, denen die 16-Bit-Herkunft noch sehr viel deutlicher anzusehen ist, wachsen einem als Spieler mit ihrem charmanten Retro-Stil rasch ans Herz. Jedoch ist das Spiel auf der anderen Seite nicht frei von ärgerlichen Mängeln. Wer sich rasch durch die Spielwelt bewegt, der wird dem Flimmern von sehr vielen Texturen bald überdrüssig werden. Auf dem Fernsehbildschirm fällt dies schlimmer aus als im Handheld-Modus der Nintendo Switch. Ein weiteres Manko ist die Steuerung des Protagonisten, denn in fast allen Fällen wird die auszuführende Aktion einer Laufbewegung  in der Switch Fassung mit einer leichten Latenzzeit ans Spiel übertragen. Da sich die Gruppe wie in der Super-Nintendo-Fassung schachbrettartig und somit keinesfalls stufenlos bewegen lässt, führt dieser Umstand dazu, dass die Spielfiguren ständig eine Treppe oder eine Tür verfehlen und an anderen Objekten hängenbleiben. In der PC-Fassung tritt das Problem nicht auf. Zusammen mit der unübersichtlichen Menüführung, einer fehlenden digitalen Anleitung oder gar ins Spiel integrierte Tutorials, verkommt Romancing SaGa 2 bereits in den ersten Spielstunden zu einem frustrierenden Erlebnis, das sich eindeutig an Hardcore-Rollenspieler und niemand anderen richtet.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch- und der PC-Fassung): Romancing SaGa 2 sieht auf den ersten Blick wie eines dieser typischen 16-Bit-Rollenspiele für das Super Nintendo aus. Bei genauerem Hinsehen wird jedoch deutlich, dass der Titel von der ersten Minute an eine ganz andere Richtung einschlägt. Er bricht mit vielen Regeln der Epoche und hebt sich deshalb wunderbar von der Konkurrenz ab, beispielsweise mit der generationsübergreifenden Erzählung. Wer sich erstmals mit dem Rollenspiel aus dem Jahr 1993 beschäftigt, wird wohl oder übel sehr viel Zeit in den Klassiker investieren müssen, was vor allem auf das spannende Kampfsystem zurückzuführen ist. Dabei ist es egal, ob die Urfassung für das Super Nintendo, die japanische Virtual-Console-Fassung oder das Remake von Entwicklerstudio Arte Piazza in Angriff genommen wird: Romancing SaGa 2 erklärt Gameplay-Elemente im Verlauf des Spiels kaum bis gar nicht, alle Inhalte müssen vom Spieler grundlegend selbst erarbeitet werden. Wer die Zeit für das Überwinden der großen Einstiegshürde investieren und die technischen Macken wie die schwammige Steuerung oder die gewöhnungsbedürftige Menüführung in Kauf nehmen will, kommt in den Genuss eines wirklich faszinierenden und andersartigen Rollenspiels, das zudem mit einer tollen grafischen Oberfläche und einem wunderschönen Soundtrack aus der Feder von Komponist Itō Kenji glänzen kann. Einzig und allein Rollenspiel-Neulinge sollten zumindest vorerst Abstand vom Titel nehmen, denn diese werden durch die Unzugänglichkeit gerne dazu verleitet, frustriert die Konsole auszuschalten.

Vielen Dank an Square Enix für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Romancing SaGa 2!

Prime Time: Dragon Ball Z Kai (TV-Serie, Box 7) (Unboxing)

Mit der siebten Serienbox beginnt in Dragon Ball Z Kai die zweite Staffel der Anime-Serie. Das dürfen wir natürlich nicht versäumen und stellen euch deshalb heute in unserem Unboxing-Video die siebte Serienbox passend zu unserer Rezension vor. Wir wünschen euch gute Unterhaltung!

Wir wünschen euch einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr!

Hochgeschätzte Gameplay-Gamers-Leser,

heute beenden wir nicht nur ein weiteres und ereignisreiches Jahr voller nennenswerter Spiele, sondern auch ein Jahr voller Anime, Manga und Filme aus Fernost, die wir mit dem Jahr 2017 für alle Zeit in Verbindung bringen werden. Im zweitägigen Rhythmus, den wir aufgrund der Fülle an interessanter Titel im Dezember und November dieses Jahres auch mal mehr als nur einmal unterbrechen mussten und auf diesem Wege sogar täglich ein neues Thema anreißen konnten. News haben dabei aber nach wie vor keinen Platz mehr auf unserer Seite. Weiterhin möchten wir uns auf Reviews, Previews und Specials konzentrieren. Daran halten wir auch im kommenden Jahr 2018 fest!

In diesem Jahr veröffentlichte Nintendo mit der Nintendo Switch nicht nur eine neue Konsole, sondern auch ein neues Konzept. Fortan ist es möglich, ein und dasselbe Spiel entweder auf dem heimischen Fernseher oder unterwegs im Handheld-Modus zu spielen. Mit etwa zehn Millionen verkauften Einheiten hat Nintendo es der Konkurrenz innerhalb von neun Monaten gezeigt, dass es nicht immer auf eine leistungsstarke Hardware ankommt. Während sich Sony in diesem Jahr mit neuer Hardware bedeckt verhielt, schmiss Microsoft mit der Xbox One X ein weiteres Upgrade seiner aktuellen Konsole auf den Markt. Von diesem neuen Spielzeug sind wir aber noch nicht gänzlich überzeugt – hier muss Microsoft im nächsten Jahr vor allem mit exklusiven Titeln zeigen, dass sich der Kauf der Konsole lohnen wird. Ob wir im nächsten Jahr wieder in den Genuss neuer Systeme gelangen beziehungsweise ob diese angekündigt wird, steht noch in den Sternen. Im Konzert der Konsolenhersteller bleibt es spannend!

Das Jahr 2017 hat aber nicht nur die Populärkultur geprägt. Populismus ist weiterhin ein zentraler Bestandteil unseres Lebens geworden, beispielsweise wurde Donald Trump als 45. US-Präsident in sein Amt eingeführt und begeistert die Massen seither umso mehr mit Twitter-Nachrichten. Es gibt jedoch auch schöne Errungenschaften, sogar im eigenen Lande: Im Bundestag hat sich die Mehrheit der Politiker human gezeigt, um Homosexuellen die Eheschließung mit allen dazugehörigen Rechten zu erlauben. Die Welt verändert sich und wir als Teil davon sollten Positives beitragen. Mit diesen Worten beenden wir auch dieses Jahr. Einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr wünscht euch

Eric Ebelt

Special: 30 Jahre Final Fantasy

Seit dreißig Jahren erleben Rollenspieler zahlreiche Abenteuer im Final-Fantasy-Universum. Ein Universum, welches es wegen finanziellen Problemen eigentlich fast gar nicht gegeben hätte. Die Geschichte von Final Fantasy beginnt genaugenommen sogar schon im Jahr 1983.

Miyamoto Masafumi und Sakaguchi Hironobu gründeten den bis heute sehr bekannten Konzern Square, um Videospiele für das Nintendo Entertainment System, sowie für das Famicom Disk System und NEC-Computer zu entwickeln. Leider waren die ersten Gehversuche auf dem Videospielmarkt nicht von Erfolg gekrönt, weshalb das Unternehmen 1987 kurz vor dem Bankrott stand. Zu diesem Zeitpunkt wurde Sakaguchi beauftragt, ein Spiel zu entwickeln, welches das letzte für die Firma hätte sein können. Sakaguchi dachte daran, aus dem Videospielgeschäft auszusteigen und aus dem Grund ließ er in sein womöglich letztes Projekt sein gesamtes Können einfließen. Am 18. Dezember 1987 erschien Final Fantasy in Japan und wurde auf Anhieb ein durchschlagender Erfolg und dass obwohl bereits ein Jahr zuvor der einstige Konkurrent Enix mit Dragon Quest ein wegweisendes Rollenspiel veröffentlicht hat. Viele wissen nicht, dass Dragon Quest im Land der aufgehenden Sonne heutzutage immer noch beliebter als Final Fantasy ist. Letzteres hat außerhalb Japans eine größere Fanbase. Das liegt unter anderem seit Beginn an einer Ausrichtung, die in Japan so in Videospielen nicht gebräuchlich war. Westliche Spieler kannten die Spielmechaniken bereits seit 1971. In diesem Jahr publizierten Gary Gygax und Jeff Perren das erste Pen-&-Paper-Rollenspiel Chainmail.

Grundstein einer Legende

Untypisch für heutige japanische Rollenspiele beginnt Final Fantasy mit der Charaktererstellung. Wir teilen die Berufe Kämpfer, Mönch, Dieb, Rot-, Weiß- und Schwarzmagier zu Beginn des Abenteuers unseren Recken zu, doch das ist noch nicht alles. Später dürfen wir unsere Helden beim Drachenkönig Bahamut gradieren lassen, wodurch sie in den zahlreichen Kämpfen noch kräftiger zuschlagen oder meisterlicher ihre Zauber wirken. Wie es sich für ein fernöstliches Rollenspiel in dieser Zeit gehört, erwarten uns in Final Fantasy dutzende Zufallskämpfe, die zwingend notwendig sind zu bestreiten, da wir nur in Auseinandersetzungen mit Gegnern die nötigen Erfahrungspunkte sammeln, um unsere Helden aufzustufen und am Ende das Böse in die Schranken zu weisen. Enix’ Dragon Quest erschien ungefähr zeitgleich zu Final Fantasy und in den darauffolgenden Jahren sollten beide Serien erbitterte Konkurrenten werden, doch während man in Dragon Quest Kämpfe aus der Ego-Perspektive bestreitet, überblicken wir in Final Fantasy seit jeher das gesamte Schlachtfeld auf dem Fernsehbildschirm. Außerhalb Japans erschien Final Fantasy in den USA erst 1990, doch bereits 1988 folgte im Land der aufgehenden Sonne mit Final Fantasy II die Fortsetzung. Mit seinem Vorgänger hat Final Fantasy II jedoch, wie jeder feststellen kann, nicht mehr viel gemeinsam.

Vorbild für den Westen

Die Geschichte dreht sich um ganz andere Charaktere, deren Berufe wir diesmal nicht mehr bestimmen dürfen. Viel mehr entwickeln sich die vier Helden Firion, Maria, Ghai und Leon eigenständig, denn je öfter wir Waffen und Zaubersprüche im Kampf gegen das Imperium einsetzen, desto mächtiger sind die Charaktere im Umgang mit ihren Angriffsmethoden. Ein ähnliches System erwartet uns in dem Jahre später veröffentlichten The Elder Scrolls: Arena von Bethesda Softworks, jedoch mit dem Unterschied, dass der US-amerikanische Entwickler dank fortgeschrittener Technik das Erfahrungssystem besser und vielseitiger einsetzen konnte. Während nordamerikanische Spieler noch immer auf die Veröffentlichung von Final Fantasy warteten, erblickte in Japan 1990 auch schon der dritte Teil der Serie. In Final Fantasy III übernehmen wir erneut die Rolle von vier Helden, die keine Namen haben. Erst 2006 sollten die Helden im Nintendo-DS-Remake auf die Namen Luneth, Refia, Arc und Ingus getauft werden. Die Zwiebelritter erhalten immer dann, wenn sie einen der vier Kristalle finden, Zugriff auf neue Berufe. Damit wir die Gruppe für den Kampf vorbereiten können, freuen wir uns über die Rückkehr der Erfahrungspunkte. Training ist in Final Fantasy III ein wichtiges Element, denn kennt ihr die Endgegnertaktik nicht, erwartet euch hier einer der härtesten Kämpfe, den es in Rollenspielen bis dato gegeben hat.

Plattformwechsel

1991 folgt dann auch schon Final Fantasy IV (der erste Teil für das Super Nintendo), welches das stagnierende Genre revolutionierte. Zwar folgt die Handlung in ihren Grundzügen noch dem bekannten Schema, doch dafür haben die Entwickler deutlich am Charakterdesign geschraubt. Charaktere entsprechen mittlerweile nicht mehr bekannten Typen, sondern weisen  auch Persönlichkeiten vor, die Konflikte erleben und damit umgehen müssen. Insgesamt tauchen um die Heldentruppe von Cecil und Rosa zehn weitere Charaktere auf, von denen jedoch maximal fünf in einem Kampf gleichzeitig eingesetzt werden können. Die Zufallskämpfe werden mittlerweile nicht mehr so ganz rundenbasiert abgehalten, sondern nach dem so genannten Action-Time-Battle-System. Sobald ein Held den Angriff gegen ein Monster ausgeführt hat, dauert es nun eine auf Charakterwerten berechnete Zeit, bis dieser ein weiteres Mal angreifen darf. Während wir unsere Entscheidungen treffen, läuft die Zeit für unsere Gefährten und für unsere Widersacher klugerweise unerbittlich weiter. Obwohl dieses System besonders unter Fans von westlichen Rollenspielen wie Baldur’s Gate verhasst ist, bereichert der Zeitdruck die Kämpfe um ein großes Maß an Spannung. Ab 2008 wird die Geschichte von Final Fantasy IV zunächst für japanische Mobiltelefone, ab 2009 auch als WiiWare-Fassung, weitererzählt. 2011 folgte gar eine Komplettausgabe für die PlayStation Portable.

Zurück in die Zukunft

Das Bezahlmodell des herunterladbaren Spiels war jedoch alles andere als gelungen, denn das Spiel ist in mehrere Kapitel unterteilt. Wer tatsächlich die vollständige Handlung erleben wollte, musste womöglich Unsummen ausgeben. So etwas gab es 1992 zum Glück noch nicht, als Final Fantasy V erschien. Bartz, Lenna, Faris und Galuf (beziehungsweise später dessen Enkelin Krile) stellen sich im fünften Teil Exdeath, der das Fantasy-Reich bedroht. Der fünfte Teil gilt unter Fans als ganz besonders anspruchsvoll, da er das Abenteuer mit einem gut ausgeklügelten und kombinierbaren Job-System zwar deutlich schwieriger, aber durchaus abwechslungsreicher gestaltet. Diebe im Umgang mit Heilkunst und magiebegabte Ritter sind in Final Fantasy V absolut keine Seltenheit mehr. Seltener werden von Teil zu Teil aber nicht die Final-Fantasy-Merkmale, die in so gut wie jedem Serienableger vorkommen. Obwohl jedes Final Fantasy von Grund auf verschieden ist, gibt es mehrere Spielelemente, die sich durch die gesamte Serie ziehen. Beispielsweise ein Luftschiff, mit dem die Charaktere die Oberwelt bereisen können oder die Chocobos. Dies sind Laufvögel, mit denen die Helden auf der Oberwelt unbeschadet von einem Ort zum anderen reisen können. Die putzigen Mogrys tauchen ebenso oft auf, wie der wiederkehrende Charakter Cid, der aber immer eine andere Rolle wie den Beruf eines Wissenschaftlers oder eines Ingenieur einnimmt.

Das Ende der 16-Bit-Ära

Final Fantasy VI stellte 1994 im Grunde den Wendepunkt in der Geschichte von Final Fantasy dar, denn ab dem sechsten Teil wird deutlich größerer Wert auf die Präsentation gelegt. Der sechste Teil der Hauptreihe schöpft die grafischen Möglichkeiten des Super Nintendos vollkommen aus, denn das Spiel macht vor allem Gebrauch vom Mode-7-Chip, der die Oberwelt und einige Effekte um ein Vielfaches atemberaubender macht. In der im Steampunk-Look gehaltenen Welt von Final Fantasy dreht sich diesmal alles um den weiblichen Hauptcharakter Celes, die magischen Wesen Esper und der Kampf gegen das Gestahl-Imperium. Die Konfrontation mit dem Feind verläuft allerdings alles andere als nach Plan, denn der Imperator wird kurzerhand vom Bösewicht Kefka getötet, der daraufhin aus Spaß einfach mal die halbe Welt in Schutt und Asche legt. Das macht ihn zu dem gefürchtetsten Antagonisten in der gesamten Serie. Für US-Amerikaner war die Veröffentlichungsreihenfolge der Final-Fantasy-Spiele bis dahin alles andere als einleuchtend. Ursprünglich erschienen in den Vereinigten Staaten nur Final Fantasy, Final Fantasy IV und Final Fantasy VI, doch um die Kundschaft nicht zu verwirren, hat man sich dazu entschieden, Final Fantasy IV zu Final Fantasy II und Final Fantasy VI zu Final Fantasy III umzutaufen. In der PlayStation-Ära entschied sich Square dazu, die originale Reihenfolge auch außerhalb von Japan zu etablieren.

Neue Heimat bei der Konkurrenz

So geschah es, dass mit den Remakes die richtige Abfolge nachträglich richtiggestellt wurde. In Europa sind die ersten Final-Fantasy-Spiele nicht in den Handel gekommen, doch wurden die US-Fassungen der Spiele für die PlayStation portiert beziehungsweise später in das Online-Angebot der Wii aufgenommen. In letzterer Variante sogar mit dem originalen US-Titel, sodass trotz Squares beziehungsweise Square Enix’ Intentionen womöglich Verwirrung entstehen kann. Wenig später nach Veröffentlichung des sechsten Teils, stellte Nintendo zum ersten Mal das Nintendo 64 der Öffentlichkeit vor. Square beginnt mit der Arbeit an Final Fantasy VII, doch da Nintendo Raubkopierer von der eigenen Konsole möglichst fernhalten möchte, entschied man sich dafür, weiterhin auf Module zu setzen. Das offenbarte Square ein großes Problem, denn Module boten dem Konzern sehr viel weniger Speicherplatz, als eine CD. Es kam zum Streit mit Nintendo, woraufhin Square zwar noch Seiken Densetsu 3 und Super Mario RPG: Legend of the Seven Stars herstellte, doch danach gingen beide Firmen getrennte Wege. Das Resultat ist, dass auch die letzten beiden genannten Titel nicht den Weg nach Europa fanden. Final Fantasy VII wurde schließlich 1997 für die PlayStation veröffentlicht – und zwar gleich auf drei CDs! Optisch erinnert das Spiel noch ein wenig an die Entwicklung fürs Nintendo 64, doch zog das Spiel dennoch sehr viele Spieler in den Bann und wird hierzulande, teils schwach begründet, oft als bester Final-Fantasy-Teil dargestellt.

Die Final Fantasy VII Compilation

Hierzulande liegt das womöglich daran, dass es das erste Final-Fantasy-Spiel der Hauptreihe war, welches in Europa veröffentlicht wurde. An den selbst für das Jahr 1997 teils schaurigen Grafiken, dem nicht durchgehend gelungenen Gegnerdesign oder der grausigen deutschen Übersetzung wird es jedenfalls nicht liegen. Es sollte jedoch nicht das einzige Spiel bleiben, welches im Final-Fantasy-VII-Universum veröffentlichen werden sollte. Unter dem Begriff der Final Fantasy VII Compilation versteht man alle Medien, die sich aufs Universum von Final Fantasy VII beziehen. Darunter fällt beispielsweise das Spin-off Final Fantasy VII: Dirge of Cerberus für die PlayStation 2, welches die Geschichte des Charakters Vincent erzählt oder der Animationsfilm Final Fantasy VII: Advent Children, der Jahre später nach dem Finale des Hauptspiels ansetzt und die finale Konfrontation mit Bösewicht Sephiroth schildert. Deutlich hübscher sieht Final Fantasy VIII von 1999 aus. Durch die realitätsnahen Proportionen der Charaktere und die düstere Handlung gehört der achte Serienteil bis heute (sogar unter PC-Spielern!) zu den fantasievollsten Rollenspielen aller Zeiten. Die Entwickler haben sich abermals dazu entschlossen, Änderungen am System durchzuführen. Die seit dem siebten Teil auf drei Mitglieder geschrumpfte Gruppe muss Zaubersprüche von den Gegnern ziehen und sie zusammen mit den so genannten Guardian Forces an sich selbst koppeln.

Final Fantasy im Doppelpack

Es gibt bei Final Fantasy VIII also keine Entwicklung im eigentlichen Sinne mehr. Die Veränderungen und Überarbeitungen machen das Spiel so anspruchsvoll, weshalb es nur für die größten Fans zu empfehlen ist, die viel Zeit in ein Spiel stecken und wiederholt ein und denselben Prozess ausführen möchten. Besonders in Erinnerung bleibt uns Final Fantasy VIII aufgrund des Songs Eyes on Me von Wáng Fēi und der damit untrennbar verbundenen und überzeugenden Liebesgeschichte zwischen den Charakteren Rinoa und Squall. 2000 möchte sich Final Fantasy IX mit den Fans versöhnen, da diese einen realistischen Look kaum gewohnt waren und Kulleraugen bevorzugten. So erinnert der Titel an die traditionellen Spiele der Reihe, denn anders ist es nicht zu erklären, dass sich die Steampunk-Welt verabschiedet hat und Mittelalteranleihen vertreten sind. Dass die Entwickler Final Fantasy aber in eine andere Richtung lenken wollten, merkten wir 2001 in Final Fantasy X auf der PlayStation 2. Der Fokus wird hier auf die Handlung und die Charaktere gelegt, denn statt einer frei zugänglichen Welt wie noch im Vorgänger, lenkt uns der Titel auf geraden Bahnen zum Finale. Phänomenale Videosequenzen, eine gelungene, aber nicht durchgehende Vertonung und spannende Entwicklungen in der Handlung sind das Ergebnis. 2003 erschien mit Final Fantasy X-2 die Fortsetzung, welche spieltechnisch zu begeistern weiß, Fans aber wegen Story und missionshaften Aufbau nicht mehr so wie sein Vorgänger gefällt. Beide Spiele erschienen zusammen im Jahr 2014 auch als HD-Neuauflage für die PlayStation 3, Versionen für PlayStation 4 und den PC folgten 2015 beziehungsweise 2016.

Die Weiten des Internets

2002 entschied man sich dafür, einen Teil der Hauptreihe ins Internet zu verlagern. Seitdem erfüllen mehr als eine halbe Million Nutzer in der Fantasy-Welt Vana’diel tagtäglich Quests. Obwohl wir den Schritt gut finden, Final Fantasy möglichst vielfältig zu gestalten, stehen wir dem Bezahlmodell skeptisch gegenüber. Man zahlt ab dem zweiten Charakter nämlich jeweils einen Euro pro Monat – zusätzlich zu der horrenden Nutzungsgebühr von dreizehn Euro! Die Berechnungen der Gebühren ändern sich auch bei Final Fantasy XIV im Jahr 2010 kaum. Die monatlichen Gebühren sind dort pro Server jedoch geringer und für einen kleinen Aufpreis dürfen hier pro Server gleich acht Charaktere erstellen. Freunde hat sich Square mit dem Bezahlmodell des elften Teils nicht gemacht, aber wie gute Online-Rollenspiele richtig vermarktet werden, bewies die Konkurrenz schon Jahre zuvor. Dafür avancierte Final Fantasy XIV: A Realm Reborn 2013 zu einem der besten Online-Rollenspiele aller Zeiten. 2003 war für Publisher Square ein wichtiges Jahr, denn in diesem Jahr wurde die Firma offiziell begraben. Square entschied sich dazu, mit dem langjährigen Konkurrenten Enix zu einem großen Konzern zu verschmelzen und die Ressourcen zu bündeln. In den darauffolgenden Jahren konnten die beiden Serien Dragon Quest und Final Fantasy koexistieren und die Fusion barg auch weitere Vorteile – insbesondere für Nintendo-Spieler. Final Fantasy: Crystal Chronicles erschien exklusiv für den Gamecube.

Auswirkungen einer Fusion

Mit Final Fantasy: Crystal Chronicles fand das Franchise zurück zu den Wurzeln, doch jeder, der sich ein waschechtes Rollenspiel erhofft hatte, wurde bitter enttäuscht. Der Titel ist nichts weiter als ein Action-Rollenspiel, das zudem noch stark auf den Mehrspielermodus setzt. In diesem Spin-off können bis zu vier Spieler gleichzeitig in actionlastigen Kämpfen das Böse bekämpfen, sofern man die nötige Hardware besitzt. Diese besteht aus vier Game Boy Advance und ebenso vielen Gamecube-Game-Boy-Advance-Linkkabeln. Dass nicht jeder Spieler in den Genuss des Mehrspielerteils kommt, ist wohl jedem klar. Es folgten weitere Titel, die sich im selben Universum ansiedelten. Ring of Fates und Echoes of Time sprechen vor allem Fans des Originals an, doch My Life as a King und My Life as a Darklord waren Strategiespiele, die vor allem die Absicht haben, den Spielern mit Downloads das Geld aus der Tasche zu ziehen. Wer jeweils alle Spielinhalte kaufen will, um in den Genuss des vollständigen Erlebnisses zu gelangen, zahlt mehr als ein Vollpreisspiel. Abschließend erschien noch The Crystal Bearers für die Wii, welches aber nicht an die Qualität der Rollenspiele anknüpfen kann. In den folgenden Jahren wurden weitere Spin-offs auf den Nintendo-Plattformen veröffentlicht und dazu auch noch Remakes der ersten sechs Serienteile für den Game Boy Advance oder auch den Nintendo DS. Das Tolle daran: Europa und Nordamerika wurden endlich vollends mit Final-Fantasy-Titeln unterstützt.

Macht und Politik

Nach vier Jahren erblickte 2006 endlich ein weiterer Teil des Franchises das Licht der Welt. Final Fantasy XII entführte die Spieler in die Welt von Ivalice. Eine Welt, die in mehreren Spielen aufgegriffen wird. So spielt sich die Handlung von Final Fantasy XII genauso in Ivalice ab, wie die Story der Spin-off-Reihe Final Fantasy Tactics. Das Square-Enix-Spiel Vagrant Story wird auch oftmals als ein Teil der Sagen von Ivalice gesehen, doch der Produzent des Spiels, Matsuno Yasumi, ist sich da selbst nicht ganz so sicher. In einem Interview behauptete er einst, dass Vagrant Story und Final Fantasy XII erst im Jahr 2004 miteinander verbunden seien, doch heute distanziert sich Matsuno von seiner Aussage. Im zwölften Teil hängt die Spielwelt wie bei den Offline-Vorgängern zusammen, wird jedoch durch eine Übersichtskarte ergänzt, über welche wir unseren Standpunkt in der Welt erkennen können. Bis zum Finale erzählt Final Fantasy XII, das 2016 als HD-Fassung für die PlayStation 4 portiert wurde, eine Geschichte epischen Ausmaßes, welche teils stark politisch wird. Am Kampfsystem haben die Entwickler abermals gearbeitet, denn anstatt einen Kampfbildschirm zu laden und uns reihenweise in Zufallskämpfe zu verwickeln, können wir die Gegner auf der Oberfläche jederzeit sehen, ihnen aus dem Weg gehen oder direkt dort mit ihnen kämpfen. Für besiegte Gegner regnet es Erfahrungspunkte, die aber nicht direkt unsere Helden verbessern.

Dreiteiler mit Fehlern

Um Werte zu steigern oder Fähigkeiten zu erlernen, verteilen wir diese Punkte individuell für jeden Charakter auf dem Lizenzbrett. Damit die Kämpfe automatischer ablaufen, dürfen wir jeden Charakter programmieren. Ein tolles System, welches leider nicht oft auf Gegenliebe stößt. In Final Fantasy XII: Revenant Wings für den Nintendo DS wird die Geschichte um Luftpiraten Vaan zu Ende erzählt – allerdings ungewohnt in einem Echtzeit-Strategiespiel. 2009 schlüpften wir in Final Fantasy XIII nicht nur auf der PlayStation 3, sondern auch auf der Xbox 360 in die Rolle von Heldin Lightning und müssen ein diktatorisches System auf dem künstlichen Planeten Cocoon stürzen. So stark die Persönlichkeiten von Final Fantasy XIII charakterisiert werden und so gut die Handlung durchgehend erzählt wird, so schwach fällt das Design im verflixten dreizehnten Hauptteil aus. Stundenlange Schlauchlevels, eine schwache künstliche Intelligenz und wenige Geheimnisse abseits des schmalspurigen Weges vermiesen dem einen oder anderen Spieler den Gesamteindruck deutlich. 2011 folgte mit Final Fantasy XIII-2 die Fortsetzung, die viele Fehler ausbesserte, dann wiederum andere Schwächen mit sich brachte. Mit einem offenen Ende ließen uns die Entwickler zurück und schafften es auch nicht, mit Lightning Returns: Final Fantasy XIII die Geschichte 2013 mit angenehmen Gameplay-Elementen zufriedenstellend zu beenden.

Erinnerung für die Ewigkeit

Große Hoffnungen legten Final-Fantasy-Fans auf das einstige PlayStation-3-Spiel Final Fantasy Versus XIII, das so jedoch nie erschien. Aufgrund der Beliebtheit des Titels hat sich Square Enix dazu entschieden, das Spiel als fünfzehnten Teil der Hauptreihe zu veröffentlichen. Weltweit erschien das Spiel Ende 2016 und konnte viele Fans begeistern, wenn natürlich auch nicht alle zufriedenstellen. Die ansteigende Popularität der Switch sorgte gar für Gerüchte, dass Square Enix den Titel für Nintendos portable Heimkonsole veröffentlichen würde. Dadurch das hardwarehungrige Rollenspiel aber niemals auf der limitierten Konsole laufen würde, haben die Wünsche der Nintendo-Fans nach einem vollfertigen Final-Fantasy-Spiel einen Dämpfer bekommen. Am 18. Dezember 2017 blickten wir zurück auf die dreißigjährige Final-Fantasy-Geschichte, mit der wir Höhen und Tiefen verbinden, die viele nostalgische Erinnerungen in uns wecken. Final Fantasy entwickelt sich auch heute noch immer weiter in eine neue Richtung, die kaum etwas mit den Ursprüngen gemein hat, die sich Sakaguchi einst vorgestellt hat. Auch der Weggang von Uematsu Nobou nach Final Fantasy X-2 hat dafür gesorgt, dass sich die musikalische Note des Spiels verändert. Ob die Hauptreihe auf Nintendo-Plattformen je fortgeführt wird, steht noch in den Sternen. Wir würden es uns jedenfalls wünschen, doch so oder so bleibt Final Fantasy eine Rollenspielserie, an welche man sich auch noch in den nächsten dreißig Jahren hoffentlich gerne erinnern wird, egal auf welcher Videospielplattform.

Geschrieben von Eric Ebelt

Review: Triage X (Vol. 3)

Während der Serienauftakt von Triage X noch sehr gewöhnungsbedürftig war, konnte uns die zweite Volume überraschend gut in ihren Bann ziehen. Das Finale von Triage X dürfte aber selbst für Fans der Vorlage kaum zu ertragen sein. Wir haben uns durchs Ende gequält.

In den letzten Episoden von Triage X müssen wir uns fragen, woraufhin die Anime-Serie in den letzten acht Folgen hingearbeitet hat. Die Story ist konfus, Hintergründe werden nicht erklärt und Akteure werden ohne Grund in den Mittelpunkt gerückt. Wer die Manga-Vorlage kennt, wird die Zusammenhänge in Triage X vielleicht verstehen können, doch der alleinige Anime-Zuschauer steht vor kaum überwindbaren Problemen. Zu Beginn der neunten Episode wird Kiba Mikoto von Alpträumen geplagt und versucht daraufhin, ihren Freund Mikami Arashi zu finden. Diese Suche wird danach aber gar nicht mehr aufgegriffen. Stattdessen konzentriert sich die Handlung auf die Entführung der Polizistin Suzue Konomi. Während die Yakuza aus der vorherigen Volume bekannt sind, ist es fraglich, wer die beiden Zwillinge Kaoru und Kaori sind, die ohne Einführung für Wirbel sorgen. In Gefangenschaft wird Konomi ausgepeitscht und erniedrigt. Das Ziel ihrer Folter ist es aber nicht, sie zu töten, sondern sie zu einer willenlosen Puppe beziehungsweise Lustobjekt einer nicht näher definierten Person zu machen. Die Organisation Black Label soll sich um die Rettung der Gesetzeshüterin kümmern. So greift unter anderem Hitsugi Sayo die Basis an, wobei der Fokus sogar auf sie gelegt wird und an die beiden Zwillinge appelliert. Der Inhalt dieser Aufforderung an ein besseres Leben ist zwar verständlich, aber nicht nachvollziehbar; das sorgt für lose Enden.

Zusammenhangloses Finale

Leider ist auch die zehnte und somit letzte Episode problematisch gestaltet. Sie spielt zeitlich nach der neunten Folge und greift die Entführung von Konomi auf. Der logische Aufbau kann damit aber nicht gewährleistet werden, da die neunte Episode tatsächlich nicht vernünftig zu Ende geführt wird und in den ersten Minuten der zehnten Folge wiederum der Serienhumor im Vordergrund steht. Die weiblichen Darsteller amüsieren sich im Sentō und das natürlich splitterfasernackt – der Aufenthalt dort im Adamskostüm gehört jedoch genau so zur japanischen Kultur und wirkt daher auch nicht merkwürdig. Trotzdem wird hier noch einmal deutlich, dass die Anime-Serie niemals die Absicht hatte, eine stringente Geschichte zu erzählen. So muss Arashi auch in der letzten Folge wieder eine Frau in Nöten retten, doch die Rahmenhandlung wird damit definitiv nicht greifbarer. Immerhin wird die Aussage getroffen, dass jedes Individuum nach einem Kampf physisches und seelisches Leid davonträgt, das man aber durch Freundschaften heilen kann. Zusätzlich liegt auf der Blu-ray Disc der dritten Ausgabe noch die Original Video Animation vor, die einen weiteren Einblick in das Leben der Charaktere gibt. Wirklich tiefgründig wirken sämtliche Episoden jedoch nicht, was besonders nach der wirklich sehr angenehmen zweiten Volume zugleich überraschend als auch enttäuschend ist. Hier hätten wir vom Animationsstudio Xebec tatsächlich etwas mehr erwarten dürfen.

Oberflächliche Erotik und Gewalt

Auch in der dritten Volume von Triage X ist Erotik ein zentraler Bestandteil der optischen und inhaltlichen Gestaltung. So werden die weiblichen Protagonisten und Antagonisten in der Regel mit überdimensional großen Brüsten dargestellt. Teilweise ragen auch noch anregende Dessous aus dem Ausschnitt heraus. Kamerafahrten fahren dazu über den teilweise oder gar gänzlich nackten Körper der Damen und betonen dabei die äußerlichen Geschlechtsmerkmale des weiblichen Geschlechts. In einer Szene wird die bewusstlose und zugleich völlig entkleidete Polizistin Suzue sogar von ein paar Yakuza an empfindsamen Stellen berührt und massiert. Um die oberflächliche Erotik weiterhin zu unterstreichen, werden auch Hilfsmittel wie Peitschen verwendet und entsprechend im Kontext kommentiert. Es ist daher nicht von der Hand zu weisen, dass besonders Lust und Gewalt die zentralen Themen sind, die in den abschließenden Episoden behandelt werden. Hinzu kommt, dass diese Szenen meistens mit diffusem Licht ausstaffiert sind. Weiterhin gibt es Szenen, die zusätzlich in Rottönen gestaltet worden sind. Sobald jedoch wieder die Action im Vordergrund steht, ist das Rotlichtmilieu passé und andere Farbtöne dominierend. Eine nächtliche Szene ist zum Beispiel in Blautönen gehalten. Obwohl diese Entscheidungen durchaus in den Stil von Triage X einfließen, kann die Gestaltung das Gesamtwerk nicht retten. Selbst Fans sollten diesmal lieber wegschauen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem mir die zweite Volume von Triage X wirklich gut gefallen hat, habe ich große Hoffnungen auf die abschließende Ausgabe der Anime-Serie gehabt. Ein abschließendes Ende habe ich – wie bei vielen anderen Anime-Serien auch – zwar nicht erwartet, doch zumindest wollte ich ähnlich gut unterhalten werden. Das wurde ich aber leider nicht, da man einfach Szene an Szene geschnitten hat, die so einfach keinen Sinn ergeben. Immerhin haben die wichtigsten Charaktere ein paar gute Auftritte, die erinnerungswürdig sind. So sehr ins Gewicht fallen diese Szenen dann aber doch nicht, so dass die schwache Handlung nicht übertönt werden kann. Außerdem frage ich mich, warum man am Ende so dermaßen oberflächlich auf Erotik, Lust und Gewalt gesetzt hat, obwohl man das ein wenig subtiler in den ersten Volumes geschafft hat. Von Triage X sollte man meiner Meinung, zumindest unter dem Gesichtspunkt des langweiligen und langatmigen Endes, lieber die Finger lassen. Publisher Kazé Anime hat so viele tolle Anime im Programm, doch Triage X ist schlussendlich keiner davon. Nur beinharte Fans, die auch die Finger nicht von der Manga-Vorlage lassen können, werden mit der Anime-Serie vielleicht ihren Spaß haben.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Triage X (Vol. 3)!

Review: Retro City Rampage DX

Die 1980er Jahre muss man einfach lieben – zumindest wenn man den vollen Spielspaß mit Retro City Rampage DX erleben will. Wir haben uns in Doc Browns DeLorean geschnallt und uns in ein Jahrzehnt begeben, das mit seiner schrillen Populärkultur unvergessen bleibt.

Zu Beginn von Retro City Rampage DX erlebt unser Held, der vom Spiel einfach nur als der Spieler bezeichnet wird, den vermutlich wahnsinnigsten Tag seines Leben – gefolgt von vielen weiteren irren Begebenheiten, die sich durch die gesamte Handlung ziehen. Zusammen mit seiner Bande unternimmt der Spieler einen Bankraub, der – wie nicht anders zu erwarten war – missglückt und im Großen und Ganzen eigentlich gar nicht so sehr von Bedeutung ist. Das liegt tatsächlich daran, dass ein verrückter Wissenschaftler mit seiner Zeitmaschine aus dem Nichts auftaucht und das Leben des Spielers auf den Kopf stellt. Nach dem Zeitsprung ist die Zeitmaschine in Automobilform aber nicht mehr zu gebrauchen, weshalb Ersatzteile gefunden werden müssen, damit der Wissenschaftler zurück nach Hause reisen kann. Diese erhalten wir, indem wir Aufträge für wahnwitzige Charaktere in der fiktiven Stadt Theftpolis erledigen. Zwar sind diese Geschichten ähnlich wie in den früheren Grand-Theft-Auto-Teilen alles andere als filmreif, amüsieren uns jedoch mit ihrem ganz eigenen Charme. Da müssen wir in einer Mission auf einem Gorilla wie wild durch die Stadt reiten und in einer anderen Mission schwängern wir eine Dame, die später Bodybuilder auf uns hetzt, damit diese uns in die Kapelle zur Hochzeit tragen. Logisch, dass wir uns aus deren Fängen entreißen müssen!

Umfangreiches Beschäftigungsfeld

In anderen Belangen spielt sich der Titel wie das große Vorbild Grand Theft Auto. Aus der Vogelperspektive durchkämmen wir eine überschaubare, aber niemals zu klein wirkende Pixelstadt, in der reichlich Passanten umherstolzieren und verschiedene Fahrzeuge zum Stehlen bereitstehen. Kaum haben wir uns einen Wagen geschnappt, können wir reichlich Chaos in Theftpolis anstellen. Wir überfahren Fußgänger beziehungsweise legen sie wie in der elektronischen Bedienungsanleitung beschrieben schlafen und rammen andere Fahrzeuge. Haben wir unser Auto einmal zu Schrott gefahren, können wir auch zu Fuß durch die Gassen und Straßen der Spielwelt laufen und mit Pistolen, Gewehren oder Nahkampfwaffen wie Baseballschläger für Angst und Schrecken sorgen. Je mehr Chaos wir stiften, desto mehr Polizisten nehmen die Verfolgung auf und wenn die nichts mehr ausrichten können, greift auch das Militär ein. Sind uns zu viele Ordnungshüter auf den Fersen, können wir sie auch abschütteln, indem wir spezielle Münzen in der Stadt einsammeln. Wer keine Lust darauf hat, Amok zu laufen oder die Missionen abzuschließen, kann sich auch als Taxifahrer versuchen, in der Arcade-Halle vollwertige Minispielchen zocken, sich in der Boutique neu einkleiden oder sich beim Frisör für einen neuen Haarstil entscheiden. Ganz schön abwechslungsreich!

Atmosphäre der 1980er Jahre

Je mehr Missionen wir abschließen und je mehr Geheimnisse wir in der Spielwelt entdecken, desto mehr Boni schalten wir frei. Unter anderem erhalten wir neue Spielfiguren, die wir im freien Spiel statt dem Spieler kontrollieren können. Es ist wirklich erstaunlich, wie viel in Retro City Rampage steckt. So dürfen wir unter anderem Grafikfilter aktivieren, sodass der Titel plötzlich im Stil eines Virtual-Boy-Spiels erstrahlt. Klasse! Ebenso fantastisch fällt der Humor des Spiels aus, denn in erster Linie versteht sich der Titel als Parodie auf die 1980er Jahre. Duck Hunt, Frogger, Mega Man, Metal Gear, Skate or Die! und Super Mario Bros. sind nur ein paar der Themen, die zitiert werden. Neben Videospielen werden nämlich auch Filme wie Ghostbusters – Die Geisterjäger, Robocop oder Zurück in die Zukunft und Fernsehserien wie Das A-Team oder Knight Rider durch den Kakao gezogen. Wer mit der überwiegend US-amerikanischen Populärkultur dieser Zeit nicht aufgewachsen ist, wird viele Anspielungen in Retro City Rampage DX nicht verstehen, wodurch unverdient ein Großteil der Atmosphäre und des Charmes des Spiels verloren geht. Alle anderen werden mit dem Titel aufgrund der (teils sogar rein zufällig eingeschmissenen) Zitate ihre wahre Freude haben und genau für diese Action-Fans gehört Retro City Rampage DX zum Pflichtprogramm. Sofort zuschlagen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Switch-Fassung): Nachdem ich Retro City Rampage DX bereits vor einigen Jahren meiner Bibliothek auf dem PC und dem 3DS hinzugefügt hatte, war es mir allerdings erst mit der Switch-Fassung vergönnt, den Titel intensiv zu spielen. Als großer Fan der US-amerikanischen Populärkultur der 1980er Jahre habe ich mich nach wenigen Minuten sofort heimisch im Spiel gefühlt, denn an allen Ecken und Enden wird auf Videospiele, Filme oder Serien jener Zeit hingewiesen. Da macht es mir auch nichts aus, dass das Gameplay durchgehend recht ähnlich bleibt und nur in seltenen Momenten mit besonderen Merkmalen auf sich aufmerksam machen möchte. Die Action funktioniert nämlich schnell und macht auch mehrere Stunden am Stück Spaß, da es in der fiktiven Stadt Theftpolis einfach viel zu entdecken und vor allem freizuschalten gibt. Wer wie ich ein Herz für die 1980er Jahre hat und nicht nur NES-Spiele, sondern auch Filme und Serien des Jahrzehnts mag, kommt um Retro City Rampage DX definitiv nicht herum.

Wir wünschen euch frohe Weihnachten!

Liebe Gameplay-Gamers-Leser,

seit siebeneinhalb Jahren sind wir mit Gameplay Gamers schon für euch da, daran hat auch das tolle Jahr 2017 nichts geändert. Das liegt unter anderem auch an unserem schlichten Design, an dem wir auch in diesem Jahr nichts verändert haben und auch nichts ändern wollten. So ist es uns möglich, alte Fans, als auch neue Leser begeistern zu können, von denen viele ihren Weg über unsere treuen Partnerseiten und aus der NextGen-Community zu uns gefunden haben. Wir haben uns dazu entschieden, nicht an unserem Fokus, der sich nach wie vor auf Reviews, Previews und Specials konzentrieren, zu schrauben. Wer sich zu Weihnachten über Geldgeschenke freuen darf, dem legen wir unsere Artikel der letzten Wochen und Monate ans Herz. Wir haben viele interessante Titel für euch intensiv getestet und vielleicht ist für den einen oder anderen unter euch ja noch das passende Geschenk dabei.

An dieser Stelle möchten wir auch gar nicht mehr so viele Worten verlieren, da die meisten sicher schon im Kreis der Familie oder mit Freunden das Fest der Liebe zelebrieren. Genießt die Feier, die weihnachtliche Atmosphäre, das gute Essen, schaut euch ein paar Anime oder Filme an, zockt die Spiele, die ihr von euren Liebsten geschenkt bekommen habt und nehmt euch vor allem die Zeit dafür, all das zu erledigen, was ihr euch vorgenommen habt. Frohe Weihnachten wünscht euch im Namen des ganzen Gameplay-Gamers-Teams

Eric Ebelt

Review: Dragon Ball Z Kai (Box 7, Episode 99-114)

Während die ersten sechs Serienboxen der Anime-Serie Dragon Ball Z Kai eine weitgehend geschlossene Story bieten, öffnet sich mit der siebten Serienbox und somit der zweiten Staffel ein weiterer Handlungsstrang, der mit neuen Freunden, als auch neuen Feinden gepflastert ist.

Sieben Jahre sind seit den Geschehnissen in den Episoden der sechsten Serienbox vergangen. Seru wurde von Son Gohan und seinen Verbündeten besiegt und der Frieden ist auf der Erde zurückgekehrt. Somit wirken die ersten Folgen in der zweiten Staffel logischerweise noch ein wenig harmlos. Während Son Gohan in der Vergangenheit hauptsächlich Einzel- und vor allem Privatunterricht genießen konnte, hat sich Chichi nun dazu entschlossen, ihren Sohn auf eine öffentliche Oberschule im mehr als eintausend Kilometer entfernten Satan City zu schicken. Dort angekommen merkt Son Gohan allerdings recht schnell, dass die Kriminalitätsrate in der nach Misutā Satan benannten Stadt sehr hoch ist. Als er sich mehrfach gegen verschiedene Kriminelle in den Weg stellt, merkt er jedoch, dass er als „goldener Krieger“ zu sehr ins Interesse der Öffentlichkeit gerückt ist. Also beschließt er, sich ein Pseudonym zuzulegen und lässt sich von Buruma ein Kostüm zusammenschneidern. Fortan bezeichnet er sich als den großen Saiyaman, um für die Gerechtigkeit in Satan City zu bekämpfen. Weil Son Gohan hin und wieder zu spät zur Schule kommt, ziemlich oft den Klassenraum verlassen will und sich anderweitig verdächtig verhält, wird er von seiner Mitschülerin Bīderu, Misutā Satans Tochter und ebenfalls Kämpferin für das Gute, mehrmals verdächtigt, der große Saiyaman zu sein.

Rückkehr zum Tenka’ichi Budōkai

Es ist durchaus möglich, die ersten Folgen der zweiten Staffel als Verschnaufpause anzusehen, denn nach dem Kampf gegen Cyborg Seru gibt es auf der Erde offensichtlich keine mächtigen Gegner mehr, die dem vom Erzähler als solches bezeichneten Dragon-Team gefährlich werden könnten. Tatsächlich dümpelt die Serienhandlung von Dragon Ball Z Kai hier ein wenig vor sich hin. Das ändert sich jedoch schlagartig, als Bīderu Son Gohans wahre Stärke erkannt hat und ihn zum nächsten großen Turnier einlädt. Während des erwähnten Zeitsprungs fand das 24. Tenka’ichi Budōkai statt, das jedoch laut des Turnier-Moderators auf einem dermaßen niedrigen Niveau stattfand, sodass er sich wahnsinnig darüber freut, dass Charaktere wie Pikkoro alias Beruzebubu oder Kuririn wieder mit von der Partie sind. Selbst der in der sechsten Serienbox verstorbene Son Gokū darf Dank der Hilfe von Uranai Baba für einen ganzen Tag aus dem Jenseits ins Diesseits zurückkehren, um am Turnier teilnehmen zu können. Während die Stärken von diversen Nebenfiguren beim Turnier durchaus überschaubar sind, gibt es wie bei den Wettkämpfen aus der ersten Dragon-Ball-Serie wieder einige Überraschungen. Sowohl die nostalgischen Gefühle, als auch die neuen Konkurrenten, sorgen dafür, dass das Turnier wieder so spannend ist, wie wir es aus der Ursprungsserie noch in Erinnerung haben.

Einblicke in die japanische Kultur

Ein weiterer interessanter Aspekt der siebten Serienbox ist, dass in sieben Jahren viel passieren kann. So lernt Son Gokū den vor seinem Tod gezeugten Son Goten kennen und Bejīta hat seine Vaterliebe zu seinem Sohn Torankusu erkannt. Die verschiedenen Persönlichkeitsentwicklungen, die die einzelnen Charaktere in dieser Zeit durchgemacht haben, sind interessant und unterhaltsam. Außerdem liefert die Anime-Serie in einem Dialog zwischen Son Gohan und Bīderu einen Hinweis darauf, warum viele Charaktere des Dragon-Ball-Universums keinen Nachnamen tragen. Damit verdreht Erfinder und Manga-Zeichner von Dragon Ball, Toriyama Akira, die japanische Geschichte: In Japan war es erst ab der Mitte des 19. Jahrhunderts beziehungsweise nach Abschaffung der Stände möglich, dass auch Menschen, die nicht zum ehemaligen Samurai-Stand gezählt wurden, einen Nachnamen tragen durften. So spiegelt sich in vielen Punkten die japanische Kultur in Dragon Ball Z Kai wieder. Es hat sich jedoch auch etwas in puncto Gestaltung getan, denn die Zeichnungen wirken durch kräftigere Farben noch sehr viel frischer und die musikalische Untermalung wurde komplett überarbeitet. Während die vorherigen Tracks noch deutlich mit dem Franchise assoziiert werden konnten, erzeugen die neuen Stücke eine ganz andere Stimmung, an die man sich aber schnell gewöhnt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem die Episoden der sechsten Serienbox die Handlung von Dragon Ball Z Kai, deren Ereignisse im Prinzip komplett aneinander gereiht waren, vorerst abgeschlossen hat, kann sich die zweite Staffel ab der siebten Serienbox auf einen völlig neuen Handlungsstrang konzentrieren. Problematisch ist in diesem Zusammenhang nur, dass der Beginn der neuen Geschichte etwas zu langsam in Fahrt kommt. Mir persönlich hat dieser seichte Einstieg – auch aufgrund des eingesetzten Humors – zwar sehr gefallen, doch kann ich mir denken, dass viele Fans der Vorlage ihre Charaktere lieber wieder schnell in Aktion sehen möchten. Dazu kommt es früher oder später natürlich auch und dank zahlreicher Kampfkonstellationen bleiben die Kämpfe auch durch die neu eingeführten Figuren jederzeit spannend – oder zumindest ein wenig unterhaltsam, da die Helden der Serie schließlich Kampfkräfte ungeahnten Ausmaßes erlangt haben und Normalsterbliche schnell aus dem Ring werfen. Daher ist der Einstieg in die zweite Staffel für mich durchaus gelungen, sodass ich mich schon sehr auf die nächste Serienbox freue, in deren Episoden sich die Helden erneut mit einem neuen und sehr mächtigen Feind auseinandersetzen müssen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Ball Z Kai (Box 7, Episoden 99-114)!

Review: Bud Spencer & Terence Hill: Slaps and Beans

Carlo Pedersoli alias Bud Spencer und Mario Girotti, der vor allem unter seinem Künstlernamen Terence Hill bekannt ist, haben vor allem in den 1970er und 1980er Jahren millionenfach Zuschauer begeistert. Ihre unvergesslichen Filme wurden 2017 mit einem Videospiel geehrt.

Zu Recht muss hinterfragt werden, warum nicht schon früher jemand auf die Idee gekommen ist, ein Videospiel zu entwickeln, in dem die Hauptrollen Spencer und Hill einnehmen. Zahlreiche Filme, auch die, die beide unabhängig voneinander alleine oder mit anderen Schauspielerkollegen gedreht haben, eignen sich doch hervorragend für hitzige Schlägereien! Die Erleuchtung hatte schließlich das Entwicklerstudio Trinity Team, das 2016 eine Kickstarter-Kampagne gestartet hat, die wesentlich mehr in die Entwicklerkassen eingespült hat, als sie grundsätzlich benötigt hätten. Ein Jahr nach Kampagnenstart steht der Titel auf Steam zur Verfügung und nimmt die Filmgeschichte der beiden Haudegen gehörig auf die Schippe. Gerade haben sie ihren ersten Film abgedreht und wollen ihr Gehalt, die berühmtberüchtigten Kohlen, einsacken – da wird kurzerhand Sekretärin Sofia entführt und das Geld von dubiosen Ganoven mit zu wenig Hirn eingesteckt. Also beschließen die beiden, Sofia zu retten und das Geld zurückzuholen. Storytechnisch reißt das Actionspiel sicherlich keine Bäume aus, versetzt uns aber mit seinem Stil wunderbar in die goldene Epoche der Bud-Spencer-und-Terence-Hill-Filme, da Schauplätze wie Miami Beach oder der Luna Park auch im Spiel auftauchen, aber nur lose mit der jeweiligen Filmhandlung in Verbindung gebracht werden und so untrennbarer Teil der eigenständigen, aber nicht inspirationslosen, Handlung werden.

Jetzt gibt’s Mische!

Hauptsächlich imitiert das Spiel Klassiker wie die Streets-of-Rage-Reihe von Sega. Das heißt, dass das Geschehen in der meisten Zeit aus der Seitenperspektive zu sehen ist und wir uns mit Spencer und Hill durch Straßenschluchten, am sonnigen Sandstrand oder durch ein Laboratorium kämpfen. Dann tauchen in Intervallen, beziehungsweise je weiter wir uns durch das jeweilige Gebiet kämpfen, mehrere Gegner auf, die wir schließlich verdreschen müssen, um in den nächsten Abschnitt zu kommen. Dazu stehen uns in erster Linie unsere Fäuste zur Verfügung, doch auch Billardqueues, Bierkrüge und Bratpfannen können genutzt werden, um den Statisten das Fürchten zu lehren. Die Angriffe gehen allesamt flott von der Hand, was allerdings auch daran liegt, dass wir Attacken kaum miteinander kombinieren können und wir im Grunde zwischen einfachen Schlägen, einer Spezialattacke und einer Abwehrmechanik wählen dürfen. Der Spezialangriff bei Spencer ist der von ihm definierte Dampfhammer und bei Hill sind es ein paar aufeinanderfolgende Backpfeifen. Davon können wir maximal drei hintereinander ausführen, bis wir die Spezialleiste mit dem normalen Bekämpfen von Gegnern auffüllen oder eine Portion Bohnen futtern. Ein Bierkrug ist weitaus wertvoller, da er die Lebensenergie unserer Helden, zwischen denen wir jederzeit auf Knopfdruck wechseln dürfen, auffrischt. Derlei Gegenstände können zum Werfen außerdem zweckentfremdet werden. Toll!

Wo gehobelt wird, da fallen Zähne!

An bestimmten Stellen versucht der Titel auch ein wenig abwechslungsreicher zu sein, wie zum Beispiel bei einem Autorennen, das wir ähnlich wie die Micro-Machines-Videospiele aus der Vogelperspektive spielen dürfen. An anderer Stelle verfolgen wir einen Lieferwagen auf dem Highway und dann wollen im Hafenlevel leichte Schalterrätsel gelöst werden. Es bleibt jedoch beim Versuch, denn abseits dessen konzentriert sich das Spiel völlig auf die Schlägereien. Diese können auf dem mittleren der drei Schwierigkeitsgrade auch schon mal ein wenig brenzlig oder gar unfair werden, wenn unsere Spielfigur von Gegnern umzingelt wird und es kaum Möglichkeit gibt, die Angriffe schnell genug abzuwehren beziehungsweise aus dem Gerangel zu entkommen. Im kooperativen Zwei-Spieler-Modus können wir unserem Mitspieler zumindest schnell unter die Arme greifen. Ärgerlich ist dennoch, dass es uns beim Spielen so vorkommt, dass auf Kontrollpunkte fast gänzlich verzichtet wurde und wir weite Teile des Levels bei einem Game Over erneut spielen müssen. Aufgrund dessen, dass sich der Titel noch im Early-Access-Zustand befindet, lauern hinter vielen Ecken noch Bugs. Manchmal hängen Charaktere an Objekten fest, wollen keine Items aufnehmen oder eine wichtige Aktion zum Spielfortschritt nicht ausführen. Das sind Fehler, die bei einer fast finalen Version nicht vorkommen sollten. Unentschlossene dürfen mit dem Erwerb des Spiels noch etwas abwarten.

Um Gottes Willen, ein Harfenkonzert!

Trotz der Macken, die im Spiel noch vorhanden sind, bietet der Titel an anderer Stelle so viele tolle Momente, angefangen bei der Retro-Grafik. Obwohl sämtliche Charakter- und Schlaganimationen sehr einfach und in seltenen Fällen auch etwas dürftig gestaltet sind, sind sie dennoch richtig charmant inszeniert und nicht selten sieht man vor seinem geistigen Auge, wie der echte Spencer oder der echte Hill seine Rivalen ausgeknockt hat. Außerdem sind manche Figuren so detailliert gestaltet, dass man sogar ihre Vorbilder wie beispielsweise der Schauspieler Riccardo Pizzuti zu erkennen sind. Weiterhin gibt es in den Levels viele offensichtliche oder versteckte Anspielungen auf die Filme, was sehr zum Schmunzeln anregt. Ebenso gelungen ist der Humor, der in den (leider nicht vertonten) Dialogen zur Geltung kommt. Es ist deutlich zu merken, dass hier wahre Fans am Werke waren, die zur einen Hälfte bekannte Gags übernommen und zur anderen Hälfte die Sprüche so angepasst haben, wie sie auch der damalige Dialogautor Rainer Brandt umgesetzt hätte. Das gelbe Häubchen auf dem Buggy stellt jedoch die Musik dar, denn hierbei handelt es sich tatsächlich um die originale Filmmusik verschiedener Werke (unter anderem von Oliver Onions). Bis auf den Kritikpunkt, dass die Musik sich manchmal zu schnell wiederholt, wird jeder Fan des Komikerduos seinen Heidenspaß damit haben, beim Ausführen des Dampfhammers den Klängen zu lauschen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Nachdem bekannt wurde, dass das Spiel über Kickstarter erfolgreich finanziert wurde, konnte ich meinen Augen kaum trauen. Ein jahrelanger Traum von mir ist in Erfüllung gegangen und schickt Bud Spencer und Terence Hill endlich in ihr erstes (und hoffentlich nicht letztes) Videospiel. Bud Spencer & Terence Hill: Slaps and Beans stellt die längst überfällige Videospielumsetzung des Kultduos dar. Es ist ein liebevoll gestaltetes Actionspiel mit zahlreichen Anspielungen auf die Filme und einem Humor, den Rainer Brandt für die deutschen Fassungen der Filme zum Teil nicht besser hätte auf die Leinwand bringen können. Die Story ist zwar hanebüchener Unsinn, doch fasziniert sie zusammen mit der detaillierten Pixelgrafik und den Filmsoundtracks mit Leichtigkeit. Schade ist hier nur, dass das Gameplay meist monoton bleibt, noch einige nervige Bugs in der Early-Access-Fassung vorhanden und Kämpfe schon auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad gelegentlich etwas unfair sind. Dennoch sollten sich beinharte Fans, vor allem die es im Coop-Modus zu zweit vor dem Monitor erleben wollen, davon absolut nicht abschrecken lassen. Es ist wirklich schade, dass der 2016 verstorbene Bud Spencer das nicht mehr miterleben kann. Bud Spencer & Terence Hill: Slaps and Beans ist nicht nur ein angemessenes Lizenzspiel, sondern vor allem eine tiefe Verbeugung vor zwei meiner Lieblingshelden, die mich mit vielen tollen Filmen zum Lachen brachten.

Vielen Dank an Buddy Productions GmbH für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Bud Spencer & Terence Hill: Slaps and Beans!

Prime Time: Steam Link (Unboxing)

Während des Steam Summer Sales war die Steam-Link-Peripherie sehr günstig zu haben. Da konnte unser Chefredakteur nicht widerstehen und hat einmal hineingeschnuppert. Auch wenn er von der Peripherie im Nachhinein nicht sonderlich überzeugt ist, möchte er euch trotzdem das Gerät einmal vorstellen. Viel Spaß!

Review: ACA Neogeo Waku Waku 7

Die Spielhallen der 1990er Jahre und besonders das Neogeo wurden regelrecht vom Beat-’em-up-Genre dominiert. ACA Neogeo Waku Waku 7 von Entwickler Sunsoft fällt ebenfalls in diese Kategorie, konnte sich aber damals wie heute nicht mit der Konkurrenz messen lassen.

Waku Waku 7 erzählt die Geschichte von sieben Charakteren, die auf der Suche nach sieben magischen Kugeln sind, um sich von einer Fee einen Wunsch erfüllen zu lassen. Jeder der Kämpfer besitzt bereits eine der Kugeln und muss sie seinen Kontrahenten in einem fairen Wettkampf abluchsen. Also reisen wir quer durch die Welt, unter anderem zu einem Tempel in Südamerika oder in den Großstadtdschungel von Tōkyō, um die sieben Kugeln zu sammeln. Das klingt zwar nach einer schlecht abgekupferten Geschichte vom Dragon-Ball-Universum, hat mit diesem aber sonst nichts gemein. Welchen der Charaktere wir spielen möchten, ist von Anfang an uns überlassen. Zur Auswahl stehen Rai, Slash, Arina, Dandy J, Marurun, Politank Z und Tesse: Allesamt abwechslungsreiche Charaktere mit verschiedenen Spezialfähigkeiten. Beispielsweise können wir mit Rai Gegner elektrisieren, mit Arina überdimensionale Herzen verschießen, mit Dandy J die Peitsche schwingen und mit Slashs Katana Gegner halbieren. Aus der Reihe tanzen die Waldkreatur Marurun, der Panzer-Mecha Politank Z und Tesse, die mit einer Spritze ihren Gegnern das Leben aussaugen möchte. Anhand dieser Beschreibungen ist deutlich zu erkennen, dass sich Waku Waku 7 selbst nicht ernst nimmt und die japanische Populärkultur durch den Kakao zieht. Marurun erinnert beispielsweise frappierend an Totoro aus dem Anime-Film Mein Nachbar Totoro.

Kleine, aber abwechslungsreiche Kämpferriege

Das klassische Spielprinzip ähnelt Genre-Kollegen wie Street Fighter II: The World Warrior. Soll heißen, dass wir auf uns allein gestellt gegen einen Gegner kämpfen und wer zwei Siege für sich entschieden hat, als Champion aus dem Ring beziehungsweise der Stage tritt. Um die Gegner zu verdreschen, setzen wir Schläge und Tritte ein, verbinden diese zu sehr mächtigen Kombinationsangriffen und weichen zugleich den Spezialangriffen der Gegner aus. Uns fällt auf, dass Sieg und Niederlage ein schmaler Grat sind. Zwar können wir unsere Konkurrenz gerne mal mit Button Mashing überlisten, doch sind korrekte Choreographien nicht selten der Schlüssel zum Erfolg. Aufgrund der kleinen Charakterriege ist das jedoch nicht schlimm, da sich so selbst Einsteiger nach wenigen Spielstunden alle Attacken der verschiedenen Kämpfer einprägen und die ihres Lieblingscharakters sogar sehr schnell auswendig lernen können. Es ist jedoch schade, dass ein Trainingsmodus zum Erlernen der Fähigkeiten fehlt und wir keine weiteren Charaktere freischalten können. Das ist jedoch der Arcade-Vorlage geschuldet, denn so müssen wir wie in der Arcade-Halle zu Spielbeginn eine virtuelle Münze einschmeißen. Beim Ableben schmeißen wir einfach ohne zusätzliche Kosten eine Münze nach, um einen weiteren Credit zu erhalten, um mit einem neuen Versuch und neuer Energie loszukämpfen. Wenn wir über mehr als zwei Credits verfügen, können wir uns auch im lokalen Zwei-Spieler-Modus verdreschen. Einen Online-Modus gibt es leider nicht.

Arcade-Hallen-Flair

In diesem Zusammenhang sei die tadellose Steuerung erwähnt, die sowohl über die vier Richtungsknöpfe auf dem linken Joy-Con-Controller, als auch über das Steuerkreuz des Pro Controllers tadellos funktioniert. Die technische Seite von Waku Waku 7 kann uns aber ehrlich gesagt nicht vom Hocker hauen. Der Grafikstil möchte zwar mit sehr hellen und sehr bunten Farben auf sich aufmerksam machen, doch wirkt das Bild dadurch in sämtlichen Situationen viel zu grell. Hinzu kommt, dass die Schatten, die die Charaktere werfen, ständig aufleuchten und verwirren können. In der Arcade-Halle mag das Flackern noch für ein gewisses Flair gesorgt haben, wird aber zuhause oder unterwegs sicher nicht jedem Spieler gefallen. Dennoch müssen wir sagen, dass zumindest die Animationen der Spielfiguren sehr flüssig sind und die Lichteffekte für den einen oder anderen beachtlichen Moment sorgen. Akustisch wird das Spiel mit einem passenden Soundtrack unterlegt. Unsere Motivation wird mit den Tracks während der Kämpfe in die Höhe gepusht und in manchen Szenen dröhnt sogar Gesang aus den Lautsprechern von Fernseher beziehungsweise Konsole. Da der Titel ohnehin eher als Parodie angesehen werden will, kann man die ruhige japanische Pop-Musik trotz der ernsten Kampfmechanik genießen. Unterm Strich bleibt Waku Waku 7 jedoch ein durchschnittliches Beat ’em up, da es sich zu wenig von der Konkurrenz abhebt und nur wenige Inhalte bietet.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der eShop-Fassung): Es gibt Beat ’em ups, die möchte man gar nicht mehr aus der Hand legen und dann gibt es Beat ’em ups, mit denen man selbst nach ein paar Stunden Spielzeit nicht warm wird. Der Spielraum dazwischen ist nur selten gegeben, doch genau diese Kerbe möchte ACA Neogeo Waku Waku 7 ausfüllen. Mit einer überschaubaren, aber abwechslungsreichen Kämpferriege und leicht zu erlernenden Kombinationsangriffen richtet sich der Titel vor allem an Genre-Neulinge. Beat-’em-Profis, werden nur bedingt Spaß mit dem Titel haben. Das liegt vor allem am geringen Umfang. Mir ist dieser unterm Strich einfach viel zu wenig und die meisten Charaktere zu blass, um den Titel immer wieder herauszukramen. Selbst für kurze Zwei-Spieler-Matches würde ich Genre-Kollegen bevorzugen. Wer allerdings nur mal kurz eine Genre-Parodie erleben will, macht auch mit dem eher durchschnittlichen Waku Waku 7 nicht sehr viel falsch.

Prime Time: Dragon Ball Z Kai (TV-Serie, Box 6) (Unboxing)

In unserer heutigen Prime-Time-Ausgabe möchten wir euch das Unboxing-Video der sechsten Serienbox von Dragon Ball Z Kai präsentieren. Chefredakteur Eric und großer Fan des Franchises stellt euch im Rahmen des Video die haptischen und physischen Merkmale dieser Box vor. Wir wünschen euch viel Spaß!

Review: Call of Duty: WWII

Historische Schlachten gewinnen nach dem Fokus auf den Kampf gegen den Terrorismus in Videospielen wieder an Bedeutung. Nachdem Electronic Arts den kaum behandelten Ersten Weltkrieg in Battlefield 1 aufgriff, zieht Konkurrent Activision mit dem Zweiten Weltkrieg nach.

Während das Werk von Entwicklerstudio Electronic Arts Dice in Battlefield 1 verschiedene Geschichten in der Einzelspielerkampagne erzählt, behandelt Call of Duty: WWII tatsächlich nur eine einzelne Geschichte. Dies führt dazu, dass die US-amerikanischen, britischen und französischen Protagonisten wesentlich mehr beleuchtet werden können. Das Spiel beginnt mit der Landung der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944 und zeigt mit teils drastischen Bildern, wie grausam der Zweite Weltkrieg war. Anschließend erleben wir die Operation Cobra mit, genauer gesagt die Ereignisse am 25. Juli 1944, die dazu führten, dass die Alliierten ins Inland vorstoßen konnten. Während der Erzählung stehen vor allem die Siege der Alliierten im Vordergrund. Interessanterweise werden hier Tatsachen, beispielsweise dass die US-amerikanischen Streitkräfte sich aufgrund von irreführenden Rauchschwaden selbst bombardiert haben, als kleine Details in Dialogen beziehungsweise Monologen während der Schlacht eingefügt. Ähnliches ist auch bei der Befreiung von Paris am 25. August 1944 zu spüren, bei der wir Zivilisten befreien, die dem Hungertod nahe sind, weil die Lebensmittelpreise auf dem Schwarzmarkt für die Pariser Bevölkerung nicht mehr zu bezahlen waren. Dieser dezente Einsatz von Randnotizen sorgt dafür, dass die düstere Kriegsatmosphäre auch am Rande spürbar, glaubhaft und vor allem nachvollziehbar ist.

Beeindruckende Kriegsatmosphäre

In der Einzelspielerkampagne von Call of Duty: WWII werden die Geschehnisse an der Westfront bis kurz vor Kriegsende thematisiert. Bis nach Berlin kommt das Platoon rund um Protagonist Ronald Daniels zwar nicht, doch erleben wir wichtige Schlachten wie die Ardennenoffensive oder die Befreiung von Paris mit. Gelegentlich schlüpfen wir während der verschiedenen Szenarien auch in die Rolle von anderen Charakteren wie zum Beispiel in die Widerstandskämpferin Camille Denis. Mit Denis infiltrieren wir das Hauptquartier der Nationalsozialisten in der französischen Hauptstadt, um anschließend mit Daniels die Stadt zu erobern. Auch die Unterstützung der britischen Spezialeinheit Special Operations Executive ist in der Handlung des Spiels verankert. Die auf circa sieben Stunden ausgelegte Einzelspielerkampagne bietet in diesem Zusammenhang hitzige Schussgefechte, unbewaffnete Kämpfe ums Überleben, Panzerschlachten und gar einen Luftkampf. Letztere Gameplay-Elemente hätten zwar weitaus besser ausgebaut werden können, doch wird der Zweite Weltkrieg so aus verschiedenen Blickwinkeln gut dargestellt. Inhaltlich steht Daniels Hintergrundgeschichte im Vordergrund, die sich aus Bruderliebe, Kameradschaft und Pflichtgefühl zusammensetzt. Der Tod eines Vorgesetzten ist ebenso Bestandteil der Story wie der Verlust von Kameraden.

Maulkorb fürs Feindbild

Obwohl die Kampagne mit reichlich Patriotismus dank der Abbilder von Schauspielern wie Josh Duhamel, unter anderem bekannt aus der Fernsehserie Las Vegas, wirklich filmreif inszeniert wird, vergessen die Autoren ausgerechnet das Feindbild tiefgründig darzustellen. Sämtliche Nationalsozialisten sind als Bestien gezeichnet, die für ihren Verführer bedingungslos in den Tod gehen. Es gibt keine Antagonisten, die ihre Handlungsweise in Frage stellen und an der Ideologie ihres Reichspräsidenten zweifeln. Sicherlich ist es wichtig, das diktatorische Deutsche Reich als Gegenpol zu den demokratischen Vereinigten Staaten von Amerika darzustellen, doch sind alle Feinde nichts weiter als inhaltslose Hüllen. Da die Autoren bewiesen haben, dass sie auch auf der amerikanischen Seite Verständnis und Unverständnis für gefangene deutsche Soldaten zeigen wollen, fragen wir uns, warum man dieses Konzept nicht auf die ganze Kampagne ausgeweitet hat. Diese hat zudem das Problem, dass einige Szenen aus dramaturgischer Sicht mit übertriebenen Actionsequenzen ausstaffiert worden sind. Im ersten Spieldrittel entgleist beispielsweise ein Zug, sodass sämtliche Waggons physikalisch unkorrekt durch die Gegend fliehen. Ein wenig mehr Zurückhaltung und tiefgründige Ausarbeitung des Feindbildes hätten die interessante und spannende Story wesentlich glaubhafter machen können.

Abwechslungsreiches Gameplay

Immerhin ist das Gameplay abwechslungsreich gestaltet. Wir durchkämmen Schützengräben, Häuserruinen und Kellergewölbe, durchsuchen Bunker nach verschanzten Nationalsozialisten, retten Zivilisten sowie verwundete Soldaten, schalten Scharfschützen an erhöhten Positionen aus oder fordern Luftunterstützung im Kampf gegen die Artillerie an. Das einzige, was neben den meist grauen und braunen Texturen gleichbleibt, ist das grundlegende Gameplay. Auf der zweiten von insgesamt vier Schwierigkeitsstufen verkommen die gegnerischen Soldaten meist zu Schießbudenfiguren und die künstliche Intelligenz unserer Mitstreiter sorgt gerne mal dafür, dass sich beide Seiten offenbar fraternisieren, wenn sie nebeneinander stehen und sich gegenseitig nicht direkt an die Gurgel gehen. Trotzdem ist das Gameplay sehr dynamisch, da durch die Level-Architektur genügend Raum bleibt, damit wir verschiedene Taktiken versuchen können. Besonders in den Missionen, in denen wir ein Lager unbemerkt infiltrieren müssen, sind die verschiedenen Wege zum Ziel in den meist sehr überschaubaren Gebieten deutlich zu bemerken. Da macht es Spaß und nur Sinn, das Szenario später noch einmal auszuprobieren – schließlich dürfen wir abgeschlossene Aufgaben jederzeit aus dem Hauptmenü erneut spielen und dabei sogar den Schwierigkeitsgrad jedes Mal aufs Neue einstellen. Motivierend!

Spiel der alten Schule

Ebenfalls begrüßen wir den Schritt, von der automatischen Regeneration der Lebensenergie unserer Protagonisten abzuziehen. Stattdessen müssen wir wie am Ende der 1990er beziehungsweise Anfang der 2000er Jahre jederzeit auf unsere Energie achten und stets dafür sorgen, dass wir immer ein paar Medikamente dabei haben, um unsere Wunden zu versorgen. In den meisten Missionen kämpfen wir auch mit bestimmten Kameraden zusammen, die über Spezialfähigkeiten verfügen. Beispielsweise können wir so Verbandskästen anfragen, unsere Munition aufstocken, Granaten in die Hand gedrückt bekommen, Gegner markieren lassen oder Luftunterstützung anfragen, um die gegnerische Blockade zu durchbrechen. Vorbei sind die Zeiten, in denen sich jeder hinter der nächsten Ecke verstecken und darauf warten konnte, bis die Gesundheitsleiste wieder bis aufs Maximum gefüllt wurde. In Call of Duty: WWII ist man jederzeit in Bewegung, da von allen Ecken und Enden Projektile durch die Luft fliegen und jede Kugel die letzte sein könnte, die unser Leben aushaucht. Obwohl der Schwierigkeitsgrad auf der zweiten Stufe in der Regel fast nie unfair ist, können uns die Ausnahmen den letzten Nerv rauben. Auf der Ludendorff-Brücke haben uns beispielsweise die Raketenwerfer so zugesetzt, dass wir kurz nach Laden des Kontrollpunkts ständig getötet worden sind.

Mannigfaltiger Mehrspielermodus

Ist der Spuk der Einzelspielerkampagne erst einmal vorbei, bietet das Action-Spiel mit großem Ego-Shooter-Anteil auch einen Mehrspielermodus, in dem man dutzende Stunden versinken kann. Unterschiedliche Modi wie Death Match, Capture the Flag oder Herrschaft sorgen dafür, dass trotz nicht funktionalem Matchmaking-System, so schnell keine Langeweile aufkommt. Auf mal und mal weniger großen Karten liefern wir uns schnelle Schusswechsel mit dem Feind und müssen dabei unter anderem verschiedene Missionsziele erfüllen, beispielsweise viele Treffer landen, ein Gebiet über einen bestimmten Zeitraum lang halten oder ein Objekt zu einem bestimmten Zielort bringen. Sämtliche Spielmodi sind in ihren Grundzügen schnell erlernt und da wir nach dem Ableben unserer Spielfigur in der Regel Sekundenbruchteile später schon wieder im Geschehen landen, ist der Mehrspielermodus wesentlich dynamischer und schneller als bei der Konkurrenz. Allerdings zieht Call of Duty: WWII nicht nur im Vergleich in puncto Inszenierung mit dem letztjährigen Rivalen Battlefield 1, sondern auch in diesem Jahr gegen Star Wars: Battlefront II den Kürzen. So große Karten, auf denen sich die Schlacht je nach Verlauf verlagert, gibt es im Action-Feuerwerk von den Entwicklerstudios Sledgehammer Games und Raven Software nicht. Spätestens beim nächsten Serienteil muss hier noch kräftig nachgelegt werden.

Intermezzo mit Zombies

Ganz besonders erwähnen möchten wir zum Schluss den Nazi-Zombie-Modus. Dieser hebt sich dank Schauergestalten noch einmal ganz besonders von der Historizität im Mehrspielermodus ab. Hier kämpfen wir kooperativ mit anderen Spielern gegen stetig anwachsende Gegnerhorden, die uns zum Frühstück verspeisen wollen. Für getötete Untote werden wir mit so genannten Schocks belohnt, die wir in Fähigkeitsverbesserungen oder andere Waffen investieren können. Der Modus macht sehr viel Laune, doch fragen wir uns, warum das Spiel für einen einzelnen Modus unbedingt neu gestartet werden muss. Technisch sollte das im Jahr 2017 kein Problem sein. Zwar gut, aber doch nicht ganz rund läuft Call of Duty: WWII auch sonst nicht. Während des Einzelspielermodus hatten wir einen nicht reproduzierbaren Absturz, der uns aber keine Umstände bereitet hat, da wir beim letzten Kontrollpunkt der Mission wieder ins Geschehen einsteigen konnten. Problematisch sind in solchen Fällen nur die teilweise langen Ladezeiten, da Zwischensequenzen beim Spieleinstieg nicht abgebrochen werden können. Hinzu kommt, dass das Spiel trotz ausreichender Hardware nicht immer flüssig läuft und zudem noch abseits der Figurenmodelle etwas veraltet wirkt. Hier kann man sich wieder eine Scheibe von der Konkurrenz abschneiden. Akustisch (neben mehreren Tonaussetzern im Finale) und steuerungstechnisch, sofern man die unsinnig voreingestellte Tastaturbelegung neu konfiguriert hat, gibt es hingegen nichts zu meckern.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Die letzten Ableger der Call-of-Duty-Reihe habe ich abseits von Call of Duty Modern Warfare Mobilized auf dem Nintendo DS (!) aufgrund des für mich zu langweiligen Settings nicht gespielt und als die ersten Serienteile erschienen, habe ich mich für den Zweiten Weltkrieg zumindest noch nicht ausreichend interessiert, um die Titel zum Spielen in Betracht zu ziehen. Der letzte Serienteil, der im Zweiten Weltkrieg spielte, liegt nun aber über zehn Jahre zurück und in zehn Jahren kann bekanntlich viel passieren – und so ist Call of Duty: WWII abgesehen von der Nintendo-DS-Exkursion tatsächlich meine erste Berührung mit dem Franchise. Mit dem Einzelspielermodus habe ich wirklich sehr viel Freude, da alle Missionen sehr spannend und interessant erzählt sind. Ich lerne meine Kameraden und Vorgesetzten sieben Stunden lang gut kennen und fiebere richtig mit den Charakteren mit. Warum man das Feindbild aber im direkten Kontrast so dermaßen eindimensional gestaltet hat, ist mir ein ebenso großes Rätsel, wie die maßlos übertriebenen Action-Sequenzen. Nach der Einzelspielerkampagne, so muss ich zu meinem Leidwesen gestehen, habe ich aber nicht mehr so viel Spaß mit dem Titel gehabt. Das Matchmaking-System im Mehrspielermodus funktioniert – ulkigerweise wie bei der Konkurrenz – vorne und hinten nicht und schmeißt mich direkt mit Spielern zusammen, die sich von meinem Können wesentlich unterscheiden. Immerhin sorgt der Nazi-Zombie-Modus dafür, dass man auch kooperativ Erfolge erzielen kann und in diesem Modus werde ich künftig wohl auch die meiste Zeit mit dem Spiel stecken. Dieses orientiert sich an vielen Ecken und Enden an früheren Ego-Shootern, in dem es noch mehr aufs Können und weniger aufs Glück ankam. Call-of-Duty-Fans der ersten Stunde dürfen bedingungslos zuschlagen, alle anderen müssen sich vorher jedoch gut überlegen, ob sie die Reise in die Vergangenheit (im doppelten Sinne) auf sich nehmen wollen.

Vielen Dank an Activision für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Call of Duty: WWII!

Review: Triage X (Vol. 2)

Die im Jahr 2015 produzierte Anime-Serie Triage X erzählt die Geschichte einer Spezialeinheit, die außerhalb des Gesetzes agiert und Jagd auf Verbrecher macht. In der zweiten Volume der dreiteiligen Veröffentlichung geht es weiteren Kriminellen an den Kragen.

Aufgeteilt ist das zweite Episodenpaket der Anime-Serie Triage X in drei weitgehend voneinander unabhängigen Geschichten, die hauptsächlich durch die Charaktere und nebensächlich durch die Ereignisse innerhalb der Serienhandlung miteinander verwoben sind. Die erste große Erzählung findet in der fünften und sechsten Episode von Triage X statt, die als Doppelfolge ausgelegt sind. Protagonistin und Mittelschülerin Nashida Oriha hat es endlich geschafft – sie ist seit Kurzem in einer Fernsehproduktion auf dem fiktiven Sender Neo TV in der Rolle der Detektivkönigin zu sehen. Während sie ihren Erfolg feiert und sich die einzig uns bekannte Szene aus der Produktion, in der sie auftritt, wiederholt auf ihrem Bildschirm in ihrer Umkleidekabine anschaut, ist ihr Agent alles andere als mit ihrer Leistung zufrieden – schließlich möchte er sie noch mehr ins Rampenlicht drängen, damit sie noch größere Rollen erhält. Als Dreh- und Angelpunkt der fünften Episode wird die Einweihung des neuen Firmengebäudes von Neo TV genutzt, welche von einem Konzert der Mikazuki-Schwestern Haron und Sumire begleitet wird. Da ist es nur verständlich, dass sich die quirlige Oriha den Popstars anschließt und auf der Bühne mitmischen will. Zur selben Zeit wird das Gebäude von einer unberechenbaren terroristischen Gruppe infiltriert, die vor Toten und Verletzten keinen Halt macht.

Gewalt erzeugt Gegengewalt

Wachmännern wird die Kehle aufgeschlitzt, Assistenten ins Bein geschossen oder aus dem 18. Stockwerk geschmissen und Sängerinnen vor laufender Kamera hingerichtet. Diese Gewaltdarstellung wird in Triage X in den meisten Fällen zwar nicht explizit gezeigt, doch geht die Anime-Serie viel zu wenig mit dem Tod der Personen um. Vor allem da nur eine überschaubare Anzahl an Figuren ihr Leben lassen muss, ist es unverständlich, warum die Willkürlich- und Kaltblütigkeit der Antagonisten kaum bis gar nicht kritisiert wird. Diese verfolgen vermeintlich nur den Plan, die Organisation Black Label, zu der auch Oriha gehört, aus der Reserve zu locken. Sowohl die fünfte, als auch die sechste Folge gehören aufgrund vieler intensiver Momente zu den spannendsten Episoden, die Triage X zu bieten hat. Wie und vor allem ob die neuen Gegner von Black Label für ihr Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden, lassen wir an dieser Stelle offen. Schade ist jedoch, dass der stringente Handlungsstrang mit der siebten Episode jäh unterbrochen wird. In dieser wird vorwiegend der Handel mit Drogen thematisiert. Viel wichtiger ist jedoch, dass in dieser Folge Mikami Arashis persönliche Entwicklung durch das Aufgreifen eines in der Vergangenheit spielenden Handlungsstrangs aus der Sicht von Dr. Mochizuki Masamune durchleuchtet und verständlich gemacht wird.

Charakterentwicklung und Vergangenheitsbewältigung

In der achten Episode rückt Krankenschwester Hitsugi Sayo in den Mittelpunkt der Handlung. Ähnlich wie eine Episode zuvor bei Arashi, werden auch ihre Hintergründe durch einen kurzen Ausflug in die Vergangenheit verdeutlicht. Weitere Worte wollen wir aus Spoiler-Gründen an dieser Stelle gar nicht über sie verlieren. Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass die Charakterentwicklung von Arashi und Sayo trotz des kaum spürbaren roten Fadens gut funktionieren und die Serienhandlung abseits des Kerns bereichern. Ob Triage X in der nächsten Volume der Spagat hin zu einer abschließenden Story gelingen wird, darf an dieser Stelle ein wenig bezweifelt werden. An der optischen Gestaltung der Serie hat und wird sich vermutlich auch nichts mehr ändern – die Szenarien sind hübsch gestaltet und wirken ähnlich wie in der Anime-Serie Hamatora: The Animation realitätsnah. Einzig und allein die Charaktere setzen sich manchmal ein wenig unschön von den Hintergründen ab und sind meistens nur mit recht zweckmäßigen Animationen ausgestattet. Aufgrund überproportional großer Brüste bei den weiblichen Figuren kann der Anime einen Running Gag aufbauen, der darauf abzielt, dass in so gut wie jeder Folge das Gesicht einer Figur auf sie gedrückt wird. Der Soundtrack unterlegt die Serie passend dazu. Bonusmaterial liegt weder in physischer noch digitaler Form vor.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem mich die erste Volume von der Anime-Serie Triage X noch nicht so ganz überzeugen konnte, sieht das bei der zweiten Ausgabe schon ein wenig anders aus. Besonders die fünfte und sechste Episode gefallen mir gut, da das Produktionsteam hier eine zusammenhängende Geschichte erzählt, die einfach mehr Zeit hat, sich zu entfalten. Anders sieht es bei der siebten und achten Folge aus. Hier werden wieder einzelne Geschichten erzählt, die nur vage mit den vorherigen Ereignissen zusammenhängen. Für neue Charaktere bleibt da kaum Platz, aber immerhin können so zwei der wichtigsten Protagonisten etwas näher beleuchtet werden. Trotzdem frage ich mich immer noch, auf welches Ziel die Serie hinarbeitet. Wie so oft befürchte ich nun, dass sich Triage X als lose Umsetzung einer Manga-Vorlage entpuppt. Interessiert bin ich am Serienfinale nach wie vor, doch wer jetzt immer noch skeptisch ist, sollte auf Reviews zur finalen Ausgabe warten.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Triage X (Vol. 2)!

Review: Yomawari: Midnight Shadows

Europäische Spieler mussten auf das Survival-Horror-Spiel Yomawari: Night Alone ein ganzes Jahr warten, nachdem es in Japan veröffentlicht wurde. Beim Nachfolger Yomawari: Midnight Shadows wurde die Wartezeit auf zwei Monate verkürzt. Zum Glück – oder auch nicht.

In puncto Handlung hat Midnight Shadows nichts mit dem Serienerstling zu tun. Dieses Mal schlüpfen wir allerdings nicht nur in die Rolle eines kleinen Mädchens, sondern gleich in die Haut von zwei Grundschülerinnen. Haru und Yui sind beste Freundinnen und erleben gerade ihren letzten gemeinsamen Sommer in einer nicht näher bestimmten japanischen Kleinstadt. Sie beschließen, von den Bergen aus das Feuerwerk des Sommerfestes zu genießen, um sich künftig immer an ihre gemeinsame Zeit erinnern zu können. Auf dem Rückweg werden die beiden allerdings voneinander getrennt, woraufhin das Spiel fortan alternierend jeweils aus der Perspektive eines der beiden Mädchen erzählt wird. So begleiten wir Haru und Yui in der Regel einzeln durch die Kleinstadt, die zudem noch von facettenreichen Geisterwesen heimgesucht wird. Unsere Aufgabe ist es, während des nächtlichen Spaziergangs, unsere beste Freundin aufzuspüren und herauszufinden, was es mit dem tragischen Vorfall in der Eröffnungssequenz auf sich hat. Zu weiten Teilen ist die Story von Midnight Shadows nicht besonders spannend erzählt, spielt aber dank eines überraschenden Plottwists, abwechslungsreichen und optisch sehr hübsch beziehungsweise schaurig gestalteten Schauplätzen wie einer Bibliothek, einer Kanalisation oder natürlichen Umgebungen und einer mit ansteigender Spielzeit tiefgründigeren Mythologie ihr Potenzial zumindest voll aus.

Isolationshaft

Midnight Shadows liefert genau so wie sein Vorgänger die Grundlage für einen packenden Überlebungskampf in einem Gruselszenario. Ein Strich durch diese Rechnung macht jedoch abermals das nach wie vor exotische Gameplay, denn dieses beschränkt sich wieder hauptsächlich darauf, die Gegend zu erkunden und im Angesicht der Feinde schleunigst die Füße in die Hand zu nehmen. Obwohl sich die Wege der beiden Freundinnen zumindest halbwegs hin und wieder kreuzen und Yuis sporadisch auftauchender Hund Chako uns nicht nur einmal zum nächsten Zielpunkt führt, bleibt so das Gefühl der völligen Isolation in der menschenleeren Kleinstadt erhalten. Laufen wir dann tatsächlich mal einem Geisterwesen über den Weg, können wir nicht wie in anderen Genre-Vertretern zur Waffe greifen. Stattdessen müssen wir vor dem Gegner fliehen und uns irgendwo verstecken, bis die Luft wieder rein ist. Hinzu kommt, dass die meisten Geister unsichtbar sind und erst in Erscheinung treten, wenn wir sie mit unserer Taschenlampe anleuchten. Dadurch, dass das Gegnerverhalten abwechslungsreich gestaltet ist, kann es auch vorkommen, dass manche Feinde vor dem Taschenlampenlicht fliehen, andere wiederum davon sogar angezogen werden. Der kluge Einsatz beziehungsweise Verzicht der Taschenlampe ist in vielen Fällen lebenswichtig, da jeder Feindkontakt zum sofortigen Tod führt.

Atmosphärischer Geniestreich

Entsprechend hoch und teilweise sogar unfair ist der Schwierigkeitsgrad, da viele Situationen nur nach dem Versuch-und-Irrtum-Prinzip gelöst werden können. Ärgerlich ist in diesem Zusammenhang vor allem, dass genau bei solchen Spielabschnitten die letzte Jizō-Statue, sprich die Speicherpunkte des Spiels, zu weit entfernt ist und so nur unnötige Frustration entsteht. In einem Punkt muss man Midnight Shadows aber sehr loben: Die dichte Gruselatmosphäre ist den Entwicklern wirklich fantastisch gelungen und das auch noch mit minimalen Mitteln! Auf Musik verzichtet das Spiel weitgehend, stattdessen hören wir nur das Rauschen des Windes, das Zirpen der Grillen, das Schmatzen und Schlürfen der Geister oder unsere Schrittgeräusche – letzteres sogar inklusive Hall, wenn wir größere Räumlichkeiten durchkämmen. Die Atmosphäre wird abschließend dadurch bereichert, dass auch unser Herzschlag deutlich hörbarer aus den Lautsprechern dröhnt, wenn sich Feinde in der Nähe befinden. Einstellen können wir uns auf die Feinde dann aber doch nur selten, da sie so plötzlich auf dem Bildschirm erscheinen, dass uns fast das Herz in die Hose rutscht. Schade ist in brenzligen Situationen, dass die PlayStation-Vita-Fassung hier oft unter Einbrüchen in der Bildwiederholungsrate leidet. Zudem ist unser System innerhalb der circa zehnstündigen Einmalspielzeit aufgrund nicht reproduzierbarer Fehler mehrfach an verschiedenen Stellen abgestürzt. Unverständlich, dass dies nicht in der Qualitätssicherung aufgefallen ist.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-Vita-Fassung): Es ist bekannt, dass ich kein großer Fan von Yomawari: Night Alone bin. Zwar habe ich das Setting und die Atmosphäre echt genossen, doch vor allem das für mich immer sehr wichtige Gameplay hat mich wirklich sehr enttäuscht. In der Hoffnung, dass die Entwickler einen zweiten Teil mit mehr Möglichkeiten ausstatten, habe ich mich sehr auf Yomawari: Midnight Shadows gefreut, doch im Grunde passiert hier nicht sonderlich viel mehr. So laufe ich nach wie vor durch Gassen, muss den Geistern geschickt ausweichen und dutzende Tode ertragen, wenn ich versehentlich einen falschen Weg eingeschlagen habe, wo ich mich vor dem Feind wie vom Spiel eigentlich gewünscht nicht verstecken kann. Dennoch muss ich den Entwicklern zugestehen, dass sie die Gruselatmosphäre seit dem ersten Teil deutlich verbessert haben. Viele Momente überraschen mich so sehr, dass meine Finger kurz zittern oder mein Herz in die Hose rutscht. Seit Resident Evil habe ich das so nicht mehr so dezent und minimalistisch erlebt, weshalb der zweite Teil zumindest für Fans des Vorgängers und Splatter-Gelangweilten dennoch noch eine Empfehlung wert ist. Wer aber nur sporadisch ins Genre schaut und ein durchdachtes Gameplay erwartet, sollte lieber zu Genre-Alternativen greifen!

Vielen Dank an NIS America für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Yomawari: Midnight Shadows!

Prime Time: Attack on Titan (Franchise-Unboxing)

In den letzten Wochen haben wir euch in vier Reviews die erste Staffel der Anime-Serie vorgestellt. Ebenso haben wir die beiden Kinofilme rezensiert und vor über einem Jahr das PlayStation-4-Spiel A.O.T.: Wings of Freedom ans Herz gelegt. Heute kompensieren wir alles auf ein einzelnes Unboxing-Video und stellen euch alle drei Medien in diesem vor. Viel Vergnügen!

Prime Time: Black Butler – Vol. 1+2 (Unboxing)

Vor einiger Zeit haben wir euch die erste Staffel der erfolgsgekrönten Anime-Serie Black Butler im Rahmen zweier Reviews vorgestellt. Heute möchten wir unser Unboxing-Video passend zu unseren Rezensionen nachliefern. Wir wünschen euch viel Spaß beim Anschauen!

Review: Dragon Ball Z Kai (Box 6, Episode 85-98)

Zu den größten Handlungssträngen im Dragon-Ball-Universum gehört definitiv die Erzählung um die Cyborgs. Bereits in der dritten Serienbox infolge kämpfen die Helden für den Frieden auf der Erde, der abermals in einem breitgetretenen Entscheidungskampf gipfelt.

Bösewicht Seru hat nach der Absorption von C17 und C18 erkannt, dass er wohl der stärkste Krieger im Universum ist. Allerdings ist er sich bewusst, dass in Torankusu noch Potenzial schlummert, da dieser in sehr kurzer Zeit unglaublich stark geworden ist. Also beschließt er, den Helden ganze zehn Tage Zeit zu geben, um zu trainieren. Obwohl Seru darauf programmiert wurde, Son Gokū zu töten, ist dieser kaum mehr an diesem Ziel interessiert. Stattdessen will er seinen wahren Kräften in einem Entscheidungskampf freien Lauf lassen. Seru hält die Seru-Spiele ab, die quasi eine Neuinterpretation des großen Kampfsportturniers ist. Das letzte Tenka’ichi Budōkai liegt viele Jahre zurück und war wichtiger Bestandteil der letzten Serienbox der ursprünglichen Dragon-Ball-Serie. Um sich für die Seru-Spiele zu wappnen, trainieren Pikkoro und Bejīta nochmals ein Jahr lang im Raum von Geist und Zeit. Leitfigur Son Gokū und sein Sohn Son Gohan benötigen hingegen kein weiteres Training, da es ihnen gelungen ist, den Status eines Super-Saiyajins auch außerhalb eines Kampfes aufrechtzuerhalten. So können sie zu Beginn der sechsten Serienbox von Dragon Ball Z Kai ein wenig verschnaufen, sodass sie zusammen mit Chichi und Kuririn einen Angelausflug machen. Die zehn Tage vergehen jedoch so schnell, dass die Seru-Spiele rasch in den Mittelpunkt der Story rücken.

Ernster Kampf mit Humor-Untermalung

Während es in der fünften Serienbox noch reichlich Abwechslung in puncto Kampfkonstellationen gab, reduzieren sich diese in den vorliegenden Episoden leider auf ein Minimum. Zwar gibt es ein paar Möchtegernkämpfer, die sich Seru in den Weg stellen, doch werden diese im Rahmen einer Episode von Seru gedemütigt, dass kurz darauf der Kampf zwischen Son Gokū und Dokutā Geros Geheimprojekt entbrennt. Über mehrere Episoden hinweg schlagen sie sich die Birne ein und obwohl der Saiyajin Seru ebenbürtig ist, tritt ab einer bestimmten Stelle ein weiterer Krieger in den Ring, der Son Gokūs Kampfkraft übersteigt. Dragon-Ball-Z-Fans wissen, wer gemeint ist – alle anderen dürfen sich auf eine kleine Überraschung freuen, die sich seit Längerem angedeutet hat. Das heißt aber nicht, dass die anderen Kämpfer nicht zum Zuge kommen – mit Klonen im Miniaturformat will Seru die anderen Helden in den Kampf einbinden. Obwohl der Kampf gegen Seru im Mittelpunkt steht, wird der Ernst der Lage – der aufgrund des eingeschränkten Settings kaum Platz zum Entfalten der Handlung lässt – durch eine neue Figur mit reichlich Humor aufgelockert. Misutā Satan wird von der Welt als Wrestling-Weltmeister gefeiert und will Seru für die Erdbevölkerung besiegen. Da er aber rasch begreift, dass Seru viel stärker ist als er, kann er sich dem Kampf immer wieder erfolgreich entziehen.

Handlungsbruch im Staffelfinale

Das Besondere an der sechsten Serienbox von Dragon Ball Z Kai ist die Tatsache, dass mit ihr die erste Staffel der Anime-Serie abgeschlossen wird und damit wie schon bei der Vorlage Dragon Ball Z ein Bruch in der Handlung besteht. Somit können wir euch zugleich aber auch versichern, dass in der vorliegenden Serienbox die Geschichte um Seru zu einem halbwegs zufriedenstellenden Abschluss gebracht wird. Einzig und allein die Tatsache, dass wir uns von verschiedenen Serienfiguren in unterschiedlicher Art und Weise verabschieden müssen, trübt den Abschied ein wenig. Dennoch wird im Finale der ersten Staffel jeder Fan des Franchises zufriedengestellt werden, da der Stil der Vorlage im bildschirmfüllenden 16:9-Format und in der Auflösung von 1080p gekonnt eingefangen wird. Ebenso können auch die typischen Dragon-Ball-Melodien das Kampfgeschehen im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 jederzeit gewohnt gut unterlegen. Bonusmaterial liegt in digitaler Form wie in den vorherigen Volumes nicht vor. Entschädigen sollen drei Postkarten mit Motiven aus der Serie und ein recht dünnes Booklet, in dem neben ein paar Artworks hauptsächlich ein Episodenguide enthalten ist. Nach sechs Serienboxen haben wir die Hoffnung zwar längst aufgegeben, doch hätte man hier bei den Fans durchaus mit tiefgründigerem Bonusmaterial sehr viel mehr erreichen können.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Seru-Spiele haben begonnen und so führt die Anime-Serie Dragon Ball Z Kai ihre Handlung konsequent mit dem Kampf gegen den Bösewicht fort. So beschränkt sich die Story zwar dieses Mal wieder auf einige Informationen, die während der Auseinandersetzung mit Seru eingeworfen werden, doch fällt das dieses Mal in meinen Augen gar nicht so schwer ins Gewicht. Die Helden stehen einem Feind gegenüber, dessen Kampfkraft schließlich das Limit jeglicher Vorstellungskraft sprengt – es ist nur schwer zu glauben, dass in den nächsten Episoden noch heftigere Kämpfe auf Son Gohan und seine Freunde warten. Ich bin definitiv gespannt, wie die HD-Neuauflage weiter aufs Nötigste reduziert wird und welche Abenteuer noch auf die Helden warten. Als Fan wurde ich, auch wenn ich mehr Handlung in einer Anime-Serie immer begrüße, dennoch sehr zufriedengestellt, da ich bis zur letzten Minute gut unterhalten wurde.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Ball Z Kai (Box 6, Episoden 85-98)!

Review: Wolf Girl & Black Prince (Vol. 3)

In der dritten und letzten Volume der Anime-Serie Wolf Girl & Black Prince wird die humorvolle Handlung mit einzelnen und wirklich schön gestalteten Geschichten wunderbar weiter erzählt. Zu einem abschließenden Ende gelangt die Erzählung der Serie hingegen nicht.

Mittlerweile braucht sich Shinohara Erika nicht mehr unter einem Deckmantel verstecken. Sie und ihr Freund Sata Kyōya sind seit wenigen Episoden offiziell ein echtes Liebespärchen und so kann sich die neunte Episode von Wolf Girl & Black Prince ausnahmsweise einem anderen Thema zuwenden. Ein Klassenausflug steht an und da Erika der Auffassung ist, dass es ihrem Freund Kyōya gut tun würde, zwischenmenschliche Beziehungen zu Mitschülern, insbesondere zu Kamiya Nozomi, aufzubauen, klammert sie sich aus dem Trubel aus. Nozomi, der aufgrund seines aus über fünfhundert weiblichen Kontakten bestehenden Telefonbuchs gerne mal als Frauenheld bezeichnet wird, kann nicht verstehen, dass Kyōya monogam leben will – und versucht ihn mit anderen Mädchen der Klasse zusammenbringen. Ob sich Kyōya von Nozomi für diese Pläne einspannen lässt, lassen wir an dieser Stelle offen. Überreaktionen von Kyōya sollten zwar alleine schon wegen seines kühlen Auftretens nach außen ohnehin nicht erwartet werden, doch gelingt es dem Charakter zumindest zum Umdenken seines Gegenübers zu bewegen. Wer darauf hofft, dass Nozomis Rolle in der dritten Volume größer als in der zweiten Ausgabe ausfällt, wird wohl enttäuscht werden. Trotz seiner Charakterentwicklung bleibt Nozomi die meiste Zeit über im Hintergrund und lässt Platz für andere und sogar neue Figuren.

Dreifache Liebe

Ein weiteres Thema, das in der dritten Ausgabe von Wolf Girl & Black Prince behandelt wird, ist der Geburtstag von Hauptfigur Erika. Nachdem sie eine Folge zuvor nur am Rande auftauchte, wird sie gleich darauf in den Mittelpunkt gerückt. Sie möchte mit Kyōya einen ganzen Tag verbringen. Dieser hat zwar Lust auf die Verabredung, zeigt seine Gefühle Erika aber nur unter dem Aspekt, dass sie ja eh keine Ruhe geben würde, wenn er die Einladung ablehnt. Hauptsächlich werden in dieser Episode die Gefühle thematisiert, denn Erika würde sich sehr darüber freuen, wenn er ihr endlich seine Liebe gestehen würde. Ob er drei magische Worte über seine Lippen bringen und seinen inneren Konflikt beilegen kann, sollte man mit eigenen Augen sehen. Die elfte und zwölfte Episode stellen das Serienfinale dar, das wegen des bisher eher langsamen Erzählstils sehr überraschend eintritt. Plötzlich steht Kyōyas furchteinflößende Schwester Reika mitten in Tōkyō und nistet sich für ein paar Tage bei ihrem Bruder ein. Trotz ihres etwas bedrohlichen Auftritts lernen sich Erika und Reika kennen, was wiederum dazu führt, dass in der letzten Episode ein Kurztrip nach Kōbe ansteht, damit Erika nicht nur ihre künftige Schwägerin, sondern auch Kyōyas Mutter besser kennenlernt. Der schief stehende Familiensegen wird genutzt, um die Persönlichkeiten der Familie Sata zu vertiefen.

Offenes Ende

Als dreizehnte Episode auf der Blu-ray Disc wird die Original Video Animation betitelt, in der sich alles um Kyōyas Geburtstag dreht, den Erika vorbereiten möchte. Dass dabei natürlich einiges in die Hose geht, dürften Fans der Serie unlängst erwarten. Der Humor von Wolf Girl & Black Prince wird bis zum Ende wunderbar aufrechterhalten. Es macht jedes Mal sehr viel Spaß, die nächste Episode anzuklicken, um sich von den netten Geschichten unterhalten zu lassen. Schade ist nur, dass die Serie plötzlich endet. Nachdem 2016 die Manga-Vorlage in Japan abgeschlossen wurde, würden wir uns an dieser Stelle freuen, wenn die Story auch in Form einer Anime-Serie fortgeführt oder gar zu Ende erzählt wird. Abseits dessen wird einem auch in der dritten Volume wieder die Qualität der vorherigen beiden Ausgaben geboten. Auf der optischen Seite punkten die blassen Hintergründe und die treffend eingefangenen Figuren in der Auflösung von 1080p und im bildschirmfüllenden 16:9-Format. Sämtliche Animationen sind zweckmäßig, doch werden vor allem Emotionen übertrieben dargestellt, um den Serienhumor zu unterstützen. Die musikalische Untermalung ist zwar nett, doch nur sehr selten zu hören. Bonusmaterial gibt es im Übrigen, wie in den beiden vorherigen Volumes, nicht. In unseren Augen ist das bei so einer tollen Anime-Serie nach wie vor eine verschenkte Chance.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die ersten beiden Volumes von Wolf Girl & Black Prince habe ich regelrecht verschlungen. Nach jeder Episode wollte ich wissen, wie die Geschichte weitergeht. Dieses Gefühl hatte ich beim Anschauen der vorliegenden Folgen komischerweise nicht. Komischerweise deshalb, weil ich jede einzelne Episode mochte. Jede Folge erzählt eine meist alleinstehende Geschichte, die mich tiefer in das Universum und in die zwischenmenschlichen Beziehungen der verschiedenen Figuren eintauchen lässt. Obwohl ich es mag, viele kleine Details zu betrachten und mit fortlaufender Episodenzahl zusammen zu fügen, schafft es Wolf Girl & Black Prince trotz des fantastischen Humors nicht, ein – zumindest für mich – zufriedenstellendes Ende zu liefern. Wer die Manga-Vorlage bereits kennt, wird mit der Anime-Serie dennoch sehr viel Freude haben. Alle anderen erleben zwar eine wirklich süße und romantische Geschichte voller Liebe, die jedoch zu abrupt endet. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, sollte der Anime-Serie aber unbedingt eine Chance geben!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Wolf Girl & Black Prince (Vol. 3)!

Review: Food Wars (Vol. 4)

Food Wars hat eine richtige Leidensgeschichte hinter sich. Während der Anime uns mit einer tollen Einleitung begeistern konnte, folgten alsbald störende Wiederholungen im Handlungsverlauf. Hatten wir bei der dritten Volume noch Hoffnung, ist das Staffelfinale enttäuschend.

Das Leben an der Tōtsuki-Kochschule geht nach der Golden Week, die in der dritten Ausgabe der viergeteilten Veröffentlichung reichlich thematisiert worden ist, wieder seinen gewohnten Gang. Allerdings haben sich die kreativen Köpfe hinter dem Projekt sich darauf geeinigt, einen mehr oder weniger großen Zeitsprung zu unternehmen. Das heißt, dass die Sommermonate nur kurz angerissen und somit die langen Sommerferien in diesen übersprungen werden. Hauptsächlich soll sich die Storyline der vierten und letzten Volume nämlich nicht um Hauptfigur Yukihira Sōma drehen, sondern um die so genannte Herbstauslese. Hier werden abermals die talentiertesten Köche der Oberschule gesucht. Ihr Auftrag lautet, ein besonders Curry aus dem Hut zu zaubern. Sōmas größter Konkurrent ist dieses Mal Hayama Akira, der lange Zeit in Indien gelebt hat und daher besonders geschult im Umgang mit Curry-Gerichten ist. In aller Breite wird der Kochwettbewerb über sechs Episoden gestreckt, sodass für andere Handlungsstränge grundsätzlich kein Platz bleibt. Das ist besonders deshalb schade, handelt es sich bei diesen sechs Folgen doch um das Staffel-Finale! Natürlich hätten wir nicht erwarten können, dass die gesamte Oberschulzeit hier behandelt würde, doch so zucken wir am Ende nur mit den Schultern, da wir einfach nur mehr vom selben gesehen haben: Sehr, sehr schade!

In Joghurt getränkte Tintenfischarme

Auf der technischen Seite hat sich an Food Wars zum Wohlwollen aller Fans nichts verändert. Nach wie vor wird das Bildformat in der Auflösung von 1080p ausgegeben und ist bildschirmfüllend. Uns gefallen sowohl die Hintergründe, als auch die Charaktere. Hin und wieder, also immer dann, wenn es um das Verzehr von Speisen geht, spielt die Anime-Serie auch noch mit den bekannten erotischen Reizen, doch sind diese nicht mehr so omnipräsent wie noch zu Beginn der 26 Folgen langen Story. Soll heißen, dass hin und wieder mal leicht bekleidete und junge Damen von in Joghurt getränkten Tintenfischarmen umschlungen werden – und nebenbei so tun, als sei der Genuss so schön wie der beste Orgasmus in ihrem Leben. Akustisch bietet die Anime-Serie abermals einen passenden Soundtrack, der im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 ausgegeben wird. Besonders gut hat uns beim Soundtrack gefallen, dass die letzte Szene tatsächlich mit der Titelmelodie der ersten Serienhälfte abgeschlossen wird und zumindest so eine innere Geschlossenheit herrscht. Im klaren Klang erstrahlen auch die japanischen und deutschen Synchronsprecher, die nach wie vor ihre zugewiesenen Rollen gut verkörpern. Um einen Dialekt zu imitieren, wird in der deutschen Fassung ulkigerweise aufs Bayrische zurückgegriffen, was für den einen oder anderen lustigen Moment sorgt.

Purer Fanservice

Humor ist also nach wie vor ein sehr wichtiger Bestandteil der Serie, um den tristen Kochalltag mit immerhin verschiedenen Gerichten ein wenig aufzulockern. Nach wie vor kein Bestandteil ist hingegen digitales Bonusmaterial, auf das man wie bei der zweiten und dritten Volume verzichtet hat. Dafür liegt auch der letzten Volume wieder ein Booklet bei, zu dessen Qualität wir uns aber nicht äußeren können, da es uns zum Testen nicht vorlag. Wir gehen hierbei aber von der gewohnt guten Qualität des Publishers Kazé Anime aus. Schlussendlich stellt sich die Frage, ob sich die Anschaffung aller Volumes lohnt und an wen sich die Anime-Serie richtet. Diese Fragen lassen sich wohl damit beantworten, dass sich Food Wars in erster Linie an Kenner und Fans der Manga-Vorlage richtet, die ihre Helden unbedingt einmal in Farbe und animiert auf dem Fernsehbildschirm sehen wollen. Andernfalls kann die Handlung bereits mit der zweiten Volume sehr dröge werden, sodass man sich nur so von einer Folge zur anderen quälen muss. Ist man jedoch Fan, hat man sicherlich Ende 2016 auch zur limitierten Erstauflage der ersten Volume von Food Wars gegriffen. Damit würde man auch über den damals beiliegenden Schuber verfügen und kann so schließlich die letzte Volume dieser Staffel in diesen hineinschieben, ins Regal stellen und vom Sofa aus als Fan genüsslich betrachten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Noch einmal werde ich mir die 26 Episoden von Food Wars sicherlich nicht anschauen! Ich habe der Anime-Serie aus dem Hause Japan Creative Staff insgesamt vier Chancen gegeben und zwei davon hat sie mit Leichtigkeit verspielt. Dazu sollte ich erwähnen, dass ich den Manga nicht gelesen habe und daher nur vermuten kann, dass man sich wohl sehr an dessen Handlung orientiert. Was in Manga-Form jedoch wunderbar funktionieren kann, muss nicht auch als Anime umsetzbar sein. Food Wars wiederholt sich ständig, bietet oft nur dieselben Elemente in angepasster Form und verspielt die Möglichkeit, die zwischenmenschlichen Beziehungen, die in der Tōtsuki-Kochschule aufgrund der Wohnheime sicherlich sehr wichtig sein sollten, nicht gänzlich zu entfalten. Fans sollten sich von meiner harschen Kritik aber nicht abschrecken lassen. Diese werden mit der vierten Volume wieder genauso viel Spaß haben, wie in den drei Ausgaben zuvor und dieser sei ihnen auch gegönnt. Wer aber bisher noch nicht mit der Anime-Serie warm geworden ist, braucht bei der finalen Volume ebenfalls nicht zuschlagen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Food Wars (Vol. 4)!

Prime Time: Xenoblade Chronicles 2 – Collector’s Edition (Unboxing)

Am 1. Dezember 2017 wurde in Europa die Collector’s Edition von Xenoblade Chronicles 2 für die Switch veröffentlicht. Chefredakteur Eric hat auch bei dieser Collection nicht widerstehen können und stellt euch die Edition in Form eines Unboxing unter optischen und haptischen Merkmalen genau vor.

Review: Yōkai Watch (Band 6)

In den letzten Bänden von Yōkai Watch hat sich ein deutliches Bild abgezeichnet. Die Handlung der Manga-Reihe verfiel in einen Trott, sodass eigentlich nur noch Freundschaften zwischen Nathan und den Yōkai geknüpft worden sind. An diesem System hält auch der sechste Band mit eiserner Hand fest, sodass Überraschungen im Story-Aufbau ausbleiben. Schlimm ist das aber nicht, denn wer die Charaktere wie den drolligen Jibanyan mag, wird erneut sehr viel Freude beim Lesen des Mangas haben. Es gibt auf der einen Seite erneut Kapitel, in denen Nathan einen neuen Yōkai kennenlernt und auf der anderen Seite abermals Abschnitte, in denen Jibanyan ulkige Abenteuer erlebt. Zum Schließen der Freundschaften zählen unter anderem die Yōkai Don Densato und Strahlemann. Während Don Densato mit Regenwetter eher schlechte Laune verbreiten will, holt Strahlemann selbst in den tristen Abendstunden die Sonne heraus. Beide Kapitel folgen im Übrigen aufeinander, sodass der Manga geschickt mit den Gegensätzen arbeiten kann. Jibanyan trifft unter anderem auf Wabbelwutz, der ins geschlossene sentō, sprich ins Lenzhausener Badehaus, einbrechen will und daraufhin im Schornstein stecken bleibt. Diese Geschichten erheitern jedwedes Gemüt und durch den ungezwungenen Aufbau des Mangas können die Geschichten einzeln stehen und auch so gelesen werden.

Kulturelle Eigenheiten

Auch im sechsten Band von Yōkai Watch wird der Humor wieder sehr gut in Szene gesetzt und schießt nicht nur an einer Stelle sprichwörtlich den Vogel ab. Dazu zählen unter anderem Running Gags und zum anderen so irrwitzige Ideen, dass an kaum einer Stelle ein Auge trocken bleibt. Beispielsweise möchte Jibanyan mehr als nur einmal an verschiedenen Orten wie dem Meer oder in Nathans überfluteten Zuhause schwimmen gehen, doch fällt ihm stets im allerletzten Moment ein, dass er nicht schwimmen kann. Herausragend ist auch das Kapitel, das sich um Melonyan dreht. Da dessen melonenartiger Kopf ständig nachwächst, ist es für ihn kein Problem, Nathan, Whisper und Co hin und wieder ein Stück von diesem zum Verzehr anzubieten. In diesem Zusammenhang werden auch wieder kulturelle Eigenheiten des Herkunftslandes Japan vorgestellt. Unter sei an dieser Stelle suika-wari genannt, ein Spiel, bei dem sich jemand mit einem Knüppel bewaffnet, sich die Augen verbinden und durch Anweisungen anderer Personen sich zu einer Wassermelone navigieren lässt, die er oder sie mit dem Knüppel zerstören muss. Dies lässt sich am ehesten mit dem deutschen Topfschlagen beziehungsweise Hahnenköppen vergleichen. Somit ist der sechste Band von Yōkai Watch zwar informativ und unterhaltsam, führt die Geschichte um Nathan aber erneut kaum weiter.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Ein wenig schade finde ich es, dass die Manga-Reihe sich hauptsächlich auf einzelne Kapitel stützt, die untereinander durch die Auftritte der Yōkai zwar verbunden sind, aber einfach keine zusammenhängende Geschichte erzählen wollen. So führt das Schließen einer Freundschaft zur nächsten oder höchstens zu einem Abenteuer, das sich um Jibanyan dreht. Da wäre alleine aufgrund der Videospielvorlage wesentlich mehr möglich! Trotzdem habe ich auch den sechsten Band von Yōkai Watch wieder sehr gerne gelesen, da zahlreiche Witze dafür sorgen, dass ich selbst tristes Herbstwetter oder Ähnliches vergesse. Wer die Vorlage mag, mit typisch japanischem Humor unterhalten werden will und hier und da sogar ein paar japanisch-kulturelle Eigenheiten erleben möchte, sollte beim sechsten Band der Reihe unbedingt wieder zuschlagen!

Vielen Dank an Kazé Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Yōkai Watch (Band 6)!

Review: Attack on Titan II: End of the World

Wenige Wochen nachdem die erste Realverfilmung zu Attack on Titan in den japanischen Lichtspielhäusern angelaufen ist, folgte der zweite Teil. Nach dem enttäuschenden Debüt konnte Attack on Titan II: End of the World nur noch die Hälfte der Fans ins Kino locken.

In deutschen Kinos wurden beide Filme flächendeckend erst gar nicht gezeigt, sodass sich Publisher Eye See Movies direkt dafür entschied, die Streifen fürs Heimkino zu veröffentlichen. Attack on Titan machte einhundert Minuten lang deutlich, dass man sich zwar an der Anime- und Manga-Vorlage orientiert, sich aber weitgehend künstlerische Freiheiten lassen möchte. So geschehen auch beim zweiten Teil mit dem Untertitel End of the World, der fast nahtlos an die Geschehnisse des ersten Teils anknüpft. Nach einer kurzen Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse im Vorgänger folgt zunächst eine Erinnerungsszene. Eren erlebt in seiner Gedankenwelt, dass ihm und seinem älteren Bruder von seinem Vater, einem Wissenschaftler, eine Substanz gespritzt worden ist. Dass diese irgendwie damit zu tun haben muss, dass er sich neuerdings in einen Titanen verwandeln kann, dürfte für Kenner der Anime-Serie verständlich sein – kennt man die Vorlage allerdings nicht, bleibt die Szene genauso wie einige andere Stellen des Films irritierend. Vor allem aufgrund der weitgehenden Eigenständigkeit des Films würden wir von einem erfahrenen Regisseur wie Higuchi Shinji eine strukturierte und für jeden Zuschauer nachvollziehbare Handlung erwarten. Stattdessen versucht man sich noch mehr von Isayama Hajimes Werk abzuspalten – eine Katastrophe für jeden Fan.

Neue Ziele

Nach den Geschehnissen des ersten Films wird Eren in einem verlassenen Gebäude der Prozess gemacht. Er soll sich rechtfertigen, ob er nun ein Mensch oder ein Titan sei. Da am Ende des vorherigen Films der Sprengstoff, mit dem das Loch in der Mauer geschlossen werden sollte, verloren gegangen ist und dem Aufklärungstrupp kein weiteres Material zur Verfügung steht, nutzen Armin und Mikasa die Gunst der Stunde, um ihren Freund Eren zu retten. Sie erklären Kommandant Kubaru, dass jetzt nur Eren in seiner Titanenform im Stande ist, das Loch mit der Blindgängerbombe, die in der Nähe ihrer Heimatstadt liegt, zu schließen. In just jenem Moment bebt die Erde und Eren wird von einem intelligenten Titanen entführt. Hier spaltet sich die Erzählstruktur auf. Auf der einen Seite erfahren wir von Eren, wer hinter den übermächtigen Titanen steckt und auf der anderen Seite verfolgen wir Armin, Mikasa, Hanji, Sasha und Co dabei, wie sie den Blindgänger auf ein Transportmittel hieven und sich zur Mauer aufmachen. Mit der Zeit werden beide Handlungsstränge wieder zusammengeführt, wodurch neue Erkenntnisse ans Tageslicht kommen. Diese werden wir aus Spoiler-Gründen an dieser Stelle nicht erläutern, doch sei gesagt, dass die unterschiedlichen Beweggründe durchaus nachvollziehbar sind. Die Hintergründe werden allerdings nicht hinreichend erklärt.

Enttäuschung für Fans

Das einzige, was dem Film wirklich gut gelingt, ist die Erklärung, woher die Titanen stammen. So erhält der Action-Film eine ganz eigene Science-Fiction-Note. Ob diese Erklärung in derselben Form in Isayamas Werk irgendwann übernommen wird, sei dahingestellt. Als alleinstehendes Werk kann der Film – bis auf etwaige offene Fragen und die Szene nach dem Abspann, die die Handlung auf eine völlig neue Metaebene hievt – durchaus unterhalten. Zumindest Nichtkenner der Vorlage werden ihren Spaß mit dem Kampf gegen die Titanen haben. Attack-on-Titan-Fans werden aber an vielen Stellen den Kopf schütteln, wenn sie sehen, was Higuchi ihrem Lieblingsfranchise angetan hat. Dies ist auch an der technischen Gestaltung zu sehen. Die Animationen der Titanen sind durchschnittlich und zudem ist jederzeit beim Bild in der Auflösung von 1080p der Einsatz von Bluescreen-Technologie zu sehen. Unter musikalischen Aspekten funktioniert der zweite Teil im Tonformat DTS-HD Master Audio 5.1 ein wenig besser als der erste Film, was auch daran liegt, dass man mit Songs wie End of the World von Skeeter Davis aus dem Jahr 1963 direkten Bezug auf den Filmtitel nimmt und die Charaktere über den Songtext philosophieren. Wer schlussendlich auf Bonusmaterial gehofft hat, wird wohl erneut enttäuscht sein. Wie schon beim ersten Teil liegt im Blu-ray-Disc-Steelbook nur ein Poster bei – abermals eine verschenkte Chance.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich würde mich selbst schon als großen Fan der Anime-Vorlage bezeichnen, denn bei dieser habe ich tatsächlich eine Folge nach der anderen verschlungen. Bei den Realverfilmungen habe ich jede einzelne Minute darauf gehofft, dass der Spuk endlich vorbei ist. Das mag man jetzt bitte nicht falsch verstehen – als ein Action-Film, der nicht den Anreiz hat, die Faszination der Vorlage einzufangen, ist Attack on Titan II: End of the World durchaus ein unterhaltsamer Film. Allerdings vergisst Regisseur Higuchi Shinji dabei, dass sich eine Verfilmung in erster Linie immer an die Fans der Vorlage richten sollte – und genau das ist hier nicht der Fall. Der zweite Teil ist noch eigenständiger als sein Vorgänger, führt Waffen wie Panzerfäuste und Maschinenpistolen in das Universum ein und liefert mit seiner zeitlichen Verschiebung in die Zukunft ein anderes Szenario. In einigen Punkten dürften künstlerische Freiheiten durchaus gemacht werden. An dieser Stelle wäre vielleicht ein Vergleich mit dem Film Super Mario Bros. von 1993 angebracht. Als eine Verfilmung des Videospiels erreicht der Film kaum sein Ziel, als Science-Fiction-Orgie aber schon. Entsprechend muss jeder für sich selbst entscheiden, wie gut oder wie schlecht er Attack on Titan II: End of the World einstuft. Für mich kommt der Film jedenfalls nicht einmal ansatzweise an die grandiose Vorlage heran, weshalb ich dringend vom Ansehen abrate.

Vielen Dank an Eye See Movies für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Attack on Titan II: End of the World!

Review: Star Wars: Battlefront II

Passend zum Release von Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht hat Electronic Arts die Rückkehr der Star-Wars-Battlefront-Marke zelebriert. Im November 2017 erschien der lang erwartete Nachfolger und sorgte in der Videospielbranche für sehr viel Wirbel.

Bereits während der Beta-Phase des Spiels kritisierten deren Teilnehmer den Titel und zum Release des Actionspiels nahm die Aufruhr nicht ab. Grund dafür ist beziehungsweise war das System, mit dem sich Spieler gegen horrende Echtgeldbeträge spielentscheidende Vorteile erwerben konnten. Aus Sorge vor weiterer negativer Kritik zog Publisher Electronic Arts zum Release vom umstrittenen System vorerst ab, gab jedoch im gleichen Atemzug bekannt, dass Echtgeldtransaktionen nicht gänzlich aus dem Spiel entfernt werden. Wer das nicht gutheißt, wird sich wohl eher nicht zum Kauf durchringen können, obwohl das Spiel, fernab dieses nur unter finanziellen Aspekten funktionierenden Systems, viele tolle Ideen beinhaltet, um sich vom Vorgänger wirklich noch einmal abzuheben. Beispielsweise bietet Star Wars: Battlefront II im Gegensatz zur Serienrückkehr von 2015 eine circa vier bis fünf Stunden umfassende Einzelspielerkampagne, in der wir hauptsächlich in die Haut von Iden Versio, der Anführerin des imperialen Infernotrupps, schlüpfen. Trotzdem dürfen wir auch weitere Mitglieder des Trupps und bekannte Helden und Schurken aus dem Star-Wars-Universum spielen. Die Story, die weitgehend nach der Schlacht von Endor stattfindet, ist sowohl gut als auch spannend geschrieben und die epischen Auftritte von Luke Skywalker und Co bleiben uns im Gedächtnis.

Galaktischer Mehrspielermodus

Neben der Einzelspielerkampagne können wir uns auch im Arcade-Modus versuchen. In diesem spielen wir unter anderem berühmte Figuren wie Han Solo und müssen unter Zeitdruck eine bestimmte Anzahl an anstürmenden Sturmtrupplern besiegen oder wir können selbst, entweder auf der hellen oder der dunklen Seite der Macht als Truppler oder Soldat in die Schlacht ziehen und der künstlichen Intelligenz das Fürchten lehren. Wirklich herausfordernd sind diese Arcade-Missionen aber nicht, sodass wir unsere Zeit viel lieber in den grundsätzlich (!) wirklich gelungenen Mehrspielermodus stecken. Im Mittelpunkt des Mehrspieleranteils steht der Modus Galaktischer Angriff, in dem wir auf verschiedenen Karten in mehreren Etappen um die Vorherrschaft kämpfen. Beispielsweise können wir auf Seiten der Separatisten mit der Droidenarmee einen Angriff auf Theed, der Hauptstadt des Planeten Naboos, befehligen. Während des Angriffs müssen die Verteidiger der Stadt das Vorrücken auf den Straßen verhindern. Gelingt dies nicht, verlagert sich der Kampf peu á peu weiter, bis er schließlich im Palast endet. Ähnlich ist es beim Angriff auf Hoth: Während imperiale Truppen die Echo-Basis einnehmen wollen, muss die Rebellenallianz erst verhindern, dass die Kampfläufer den Unterschlupf erreichen und dann sicheres Geleit für die Transporter ermöglichen.

Abwechslungsreiche Spielmodi

Obwohl wir auch im Modus Galaktischer Angriff hin und wieder verschiedene Fahrzeuge beziehungsweise Raumschiffe spielen dürfen, ist der Modus Sternenjäger-Angriff sehr viel eher darauf ausgerichtet. Hier gilt es, in verschiedenen Schlachtgebieten mithilfe von Abfangjägern oder Bombern verschiedene Missionsziele zu erreichen. Ähnlich wie beim Galaktischen Angriff erkämpfen wir unser Ziel während der hitzigen Raumschlachten ebenfalls in verschiedenen Etappen. Da müssen dann entweder Sender zerstört, Truppentransporter beschützt oder gegnerische Bomber ausgeschaltet werden, um die nächste Aufgabe freizuschalten. Ganz an die Klasse von Star Wars: Rogue Squadron 2 – Rogue Leader von 2002 kommen diese Schlachten zwar noch nicht heran, doch ein Fortschritt seit 2015 ist durchaus zu erkennen. Wollen wir viel lieber mit Helden und Schurken spielen, können wir diese ebenfalls online gegeneinander antreten lassen. In diesem Falle heißt es, Jagd auf eine bestimmte Figur der Gegenseite zu machen und zugleich das Ziel der Feinde zu beschützen. Langfristig kann dieser Modus aber nicht an den Monitor fesseln. Die Modi Angriff und Gefecht eignen sich hingegen für kurze Runden zwischendurch, da sie nur auf 16 beziehungsweise 20 Spieler ausgelegt sind. Eine nette Alternative zu dem gerne mal ausufernden Galaktischen Angriff.

Die vier Musketiere

Hinzu kommt, dass sich Publisher und Entwickler in weiteren Punkten die Kritik am Vorgänger wirklich zu Herzen genommen haben, beispielsweise mit der Einführung von verschiedenen Klassen. Während in Star Wars: Battlefront aus dem Jahr 2015 Charaktere mit Jetpacks und Co individuell ausgestattet werden konnten und somit die entindividualisierte Kriegsatmosphäre ein Stück weit ausgehebelt wurde, gibt es im Nachfolger nun vier Klassen, zwischen denen wir wählen dürfen. Assault-Truppler sind einfache Fußsoldaten, die aber wesentlich wendiger agieren, als die schweren Truppler, die wiederum besser gepanzert sind beziehungsweise sich hinter einem Schutzschild teilweise verstecken können. Offiziere unterstützen ihre Kameraden und Spezialisten können als Scharfschützen Gegner aus weiter Ferne ausschalten. Je nach Spielfeld ist es entsprechend wichtig, nach dem Ableben beziehungsweise vor dem Wiedereinstieg in die Schlacht eine andere Klasse zu wählen, um sich auf die Gegebenheiten anzupassen. Auf weitläufigen Gebieten sind Spezialisten wesentlich vorteilhafter und in engen Räumlichkeiten haben schwere Truppler leichtes Spiel. Jeder Spieler wird zudem bis zu drei anderen Teilnehmern zugeordnet, denn wer im Team kämpft, erhält doppelte Kampfpunkte. Dass sich daran aber nicht jeder Spieler hält, schadet aber teils der Atmosphäre.

Spiel mit der Macht

Abwechslungsreich ist Star Wars: Battlefront II in puncto Gameplay definitiv und bedingt macht auch jeder Modus mal mehr und mal weniger Spaß. Allerdings verstecken sich unter der Oberfläche ein paar gravierende Negativpunkte, die mit zunehmender Spielzeit immer deutlicher werden und nicht jeden Spieler zufriedenstellen können. Eines dieser Defizite sind die besagten Kampfpunkte. Diese fließen einerseits nach einem Match in unsere Siegeswertung ein, können aber auch zusätzlich (ohne dass wir sie für die Siegeswertung verlieren) in Helden, Schurken, Spezialeinheiten oder Raumschiffe während einer Schlacht investiert werden. Während Anfänger oder Fortgeschrittene Spezialeinheiten oder Raumschiffe gerade noch so in der zweiten Spielhälfte einmalig aktivieren können, werden erfahrene Spieler oder gar Profis für zahlreiche Abschüsse noch einmal zusätzlich belohnt, indem sie Persönlichkeiten wie Darth Maul spielen dürfen oder ständig mit Spezialeinheiten noch einfacher Gegenspieler ausschalten können. Das pure Zufallsprinzip aus dem Vorgänger war sicherlich alles außer gelungen, aber gegen ein unfaires Modell hätte es nicht ausgetauscht werden müssen. Da es auch keine Matches gibt, in denen Helden, Schurken und Co deaktiviert werden können, ist das für Gelegenheitsspieler sehr frustrierend. Da haben wir dem Entwickler mehr zugetraut.

Glücksspielambitionen

Unfaire Vor- und Nachteile bieten zudem die Sternkarten. Mit diesen individualisieren wir jeweils einzeln unsere Einheiten. Allerdings handelt es sich dabei nicht um kosmetische Veränderungen, sondern um spielentscheidende Elemente. So können wir verschiedene Werte unserer Figuren erhöhen, sodass diese deutlich mehr aushalten oder anrichten können. Diese Karten können wir uns aber nicht gezielt kaufen, sondern erhalten sie nur, wenn wir die In-Game-Währung namens Kredits für besondere Kisten aufbringen, die wiederum die Sternkarten beinhalten. Welche Karten wir dabei jedoch erhalten, ist rein zufällig. Dieses Glücksspiel wollte Electronic Arts ursprünglich gegen Echtgeld anbieten, hat sich davon aber zumindest für den Augenblick verabschiedet. Dennoch besudelt das System, egal ob wir uns Vorteile gegen Echtgeld kaufen können oder nicht, die Marke Star Wars. Unerfahrene Spieler werden insofern belohnt, dass sie schnell Erfolge feiern dürfen und geübte Spieler haben den Nachteil, dass sie schnell ausgeschaltet werden können, obwohl sie rein von den Fähigkeiten überlegen sind. Hinzu kommt, dass das Matchmaking-System immer noch nicht überarbeitet wurde und so immer noch alle Spieler unterschiedlichen Ranges in einen Topf geworfen werden. Dass der Lizenzgeber das gutheißt, bezweifeln wir. Hier muss Electronic Arts rasch nachbessern.

Spielfilmatmosphäre

Wer sich aber trotz alledem auf Star Wars: Battlefront II einlassen möchte, bekommt jedoch nicht gänzlich ein schlechtes Spiel serviert. Besonders wer schon langjähriger Fan der Marke ist, wird an allen Ecken und Enden die typische Star-Wars-Atmosphäre spüren können. Positiv ist hierbei hervorzuheben, dass man sich nun nicht mehr nur auf die klassische Trilogie konzentriert, sondern gleich aus allen drei Filmtrilogien Schauplätze entnommen hat. Unter anderem können wir auf Planeten und Monden wie Hoth, Naboo, Kashyyk, Takodana, Tatooine oder Yavin IV gegeneinander kämpfen. Zwar stehen diese Schlachten oft nicht im Kontext zu den Filmen, doch geben sie uns stets ein gutes Gefühl, die entsprechende Ära zu erleben. Einzig und allein warum Helden wie Rey auf Schurken wie Darth Maul treffen können, ist fraglich und kostet ein paar Punkte in der Atmosphäre. Die Präsentation hingegen ist umwerfend, da sämtliche Schauplätze mit dermaßen hochauflösenden Grafiken punkten, sodass wir wie schon beim Vorgänger jederzeit glauben, wir würden uns wahrhaftig mitten in den Filmen befinden. Der Titel ist durchaus noch ein zufriedenstellendes Spiel und wenn Electronic Arts jetzt noch Vernunft Vorzug vor finanzieller Gier und Unfairness gibt, dann kann Star Wars: Battlefront II auch zu einem der besten Action-Titel des gesamten Franchises werden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Bereits weit im Vorfeld zeichnete sich ab, dass Electronic Arts mit heftigen Gegenstimmen bezüglich der umstrittenen Echtgeldtransaktionen rechnen musste. Gerade noch so hat der Publisher die Notbremse gezogen und versprochen, dass das System überarbeitet wird. Wie es im Endeffekt jedoch aussehen wird, ließ der Konzern offen und verunsichert so bewusst die Star-Wars-Fan, die sich den potenziell eigentlich guten Titel kaufen möchten. Das Spiel ist nämlich sehr abwechslungsreich in puncto Spielwelt, Klassen und Modi. Allerdings setzt der Entwickler vehement auf ein Zufallsprinzip, was sowohl die Ausgestaltung verschiedener Einheiten maßgeblich beeinflusst als auch Spieler unterschiedlichen Fortschrittes in Online-Matches willkürlich zusammenwürfelt. Letzteres war schon beim Vorgänger nicht mehr zeitgemäß und sorgt für unnötige Frustmomente. Da der Titel aber an allen Ecken und Enden seine Star-Wars-Atmosphäre versprüht, fällt es mir trotz der gravierenden Defizite schwer, mich vom Spielen abzulenken und mit Geduld auf Besserung zu warten. Gerade Geduld möchte ich aber all jenen raten, die sich den Titel aus Unsicherheit noch nicht zugelegt haben. Electronic Arts steht jetzt sowohl für die Fans als auch für den Lizenzgeber in der Verantwortung, das System grundlegend zu überarbeiten. Wenn dem Publisher das gelingen sollte, dann kann das Spiel nach einem notwendigen Update auch richtig gut werden. Im aktuellen Zustand ist es aber zumindest für ein paar Runden zwischendurch immer noch zufriedenstellend und wem das reicht, darf gerne zugreifen.

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Star Wars: Battlefront II!