Prime Time: Dragon Ball Super (Vol. 5, Unboxing)

Nachdem wir euch bereits die ersten vier Volumes von Dragon Ball Super im Rahmen von Rezensionen und Unboxing-Videos vorgestellt haben, soll heute auch unsere Auspacksession zur fünften Serienbox folgen. Hierzu möchte euch unser Chefredakteur in unserem Video einen visuellen Eindruck vermitteln. Viel Spaß!

Review: Nioh 2

Auf der Electronic Entertainment Expo 2018 wurden mit den Spielen Sekiro und Nioh 2 zwei auf den ersten Blick ähnliche Spiele angekündigt. Während Sekiro 2019 jedoch ganz neue Wege bestritt, besinnt sich Nioh 2 auf klassische Tugenden und versucht diese auszubauen.

Nach der eher holprigen Entwicklungsgeschichte des Vorgängers aus dem Jahr 2017, waren nicht wenige Spieler von der Qualität des Spiels überrascht. Nioh überzeugte direkt von der ersten Minute und bot Fans von Action-Rollenspielen der Marke Dark Souls eine sehr gute Alternative mit tollem Japan-Flair. Etwas mehr als drei Jahre später erblickte der schlicht Nioh 2 genannte Nachfolger am 13. März 2020 das Licht der Welt. Inhaltlich handelt es sich beim Action-Rollenspiel allerdings nicht um eine Fortsetzung, sondern um die Vorgeschichte. Das Prequel verlagert die Handlung in die Mitte des 16. Jahrhunderts, in der das Ende der Sengoku-Zeit, sprich die Epoche der kriegführenden Reiche, noch gar nicht abzusehen ist. Zu allem Übel wird das Land von den monsterähnlichen Yōkai überrannt, die die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzen. Inmitten der Kriegswirren finden wir uns mit unserem Charakter wieder. Im Gegensatz zum Vorgänger wird uns in Nioh 2 aber kein vorgefertigter Held vorgesetzt. Diesmal dürfen wir unseren persönlichen Haudegen von Grund auf selbst erstellen, wobei der Charakterbaukasten umfangreiche Individualisierungsmöglichkeiten bei Statur, Frisuren oder Augenfarbe ermöglicht. Im Umkehrschluss heißt dies, dass unsere Spielfigur nicht einmal im Ansatz so gut in die Story integriert ist, wie es noch bei Nioh der Fall war.

Angriff der Yōkai

Ausgehend vom Jahr 1555 durchreisen wir mit unserem Hide genannten Charakter das Land Japan. Dabei untersuchen wir unter anderem Dörfer, Friedhöfe, Tempel oder Schreine. Auch wenn dem einen oder anderen Spieler hier vielleicht die Abwechslung fehlt, deckt Nioh 2 in dieser Disziplin grundsätzlich alle wichtigen Szenarien des feudalen Japans ab. Unterwegs lauern hinter jeder Ecke Gefahren, die aber weniger von Fallen, sondern eher von den bereits erwähnten Yōkai ausgehen. Diese legen hier und da Hinterhalte, greifen uns also hinterrücks und schnurstracks an. Was in anderen Action-Rollenspielen keine großen Probleme darstellt, ist in Nioh 2 je nach Monstertyp jedoch ein mehr oder weniger großes Hindernis. Während der erste kleine Gegner vielleicht ein nerviger Störenfried ist, trampelt kurz darauf schon ein sehr viel größerer Yōkai an uns vorbei. Wer sich traut, kann diesen natürlich angreifen. Spieler, die schon reichlich Erfahrung mit Dark Souls und Co gesammelt haben, werden möglicherweise mit ihren Skills auch einen ersten kleinen Erfolg feiern. Wer jedoch nur sporadisch derlei Titel spielt oder gänzlich unerfahren ist, muss eine ordentliche Tracht Prügel einstecken, die nach spätestens zwei bis drei Sekunden auch schon vorbei ist. Das von Team Ninja entwickelte Nioh 2 ist knüppelhart und überflügelt in puncto Schwierigkeitsgrad den Vorgänger.

Kampfmanöver zum Verinnerlichen

Um in Nioh 2 Land zu sehen, ist es nicht nur nötig, die Angriffsmuster der Yōkai und anderer Gegner wie menschliche Soldaten zu verinnerlichen und den Attacken anschließend in den Kämpfen auszuweichen, sondern auch die jeweiligen Waffen zu beherrschen. Neben dem typischen Katana dürfen wir auch Äxte schwingen, mit Speeren zu stechen oder Feinde aus der Ferne mit Pfeil und Bogen anvisieren. Da Munition jedoch stark limitiert ist, schickt uns das Spiel spätestens dann, wenn der Köcher geleert ist, in den Nahkampf – und hier müssen wir dann genau wie bei Ausweichrollen unsere Ausdauerleiste im Auge behalten. Zwar hat jeder Gegner ebenfalls nur einen begrenzten Ausdauerwert, doch um diesen zu leeren, ist mitunter auch das korrekte Abwehren der feindlichen Angriffe vonnöten. Mit der Zeit bildet sich so unser ganz persönlicher Spielstil heraus, denn je öfter wir eine Waffe einsetzen, desto mehr Fähigkeitspunkte erhalten wir für Schwerter, Speere und Co, wodurch vor allem unsere Spielweise im Kampf beeinflusst wird. Besiegte Gegner hinterlassen, wie das im Genre üblich ist, zudem Erfahrungspunkte, die in Nioh 2 Amrita genannt werden. Haben wir genügend Amrita gesammelt, können wir an Schreinen unseren Level und einzelne Werte erhöhen. Einfacher wird das harte Action-Rollenspiel dadurch kaum, aber wenigstens etwas erträglicher.

Yōkai-Fähigkeiten an Bord

Nioh 2 legt uns genauso wie sein Vorgänger und andere Spiele dieser Machart jedoch auch hier Steine in den Weg. Sterben wir im Kampf, verlieren wir vorübergehend unseren kompletten Amrita-Vorrat. In diesem Fall müssen wir schleunigst zum Ort unseres Ablebens zurückkehren und unser Amrita wieder einsammeln. Sterben wir bei diesem Unterfangen allerdings erneut, ist das Amrita unwiderruflich verloren. Sobald wir im Level aufsteigen können, sollten wir dies also auch unbedingt machen. Während dieses Konzept bereits zum alten Eisen gehört, bietet Nioh 2 aber auch eine entscheidende Neuerung. Unser Held verfügt neben seinem menschlichen Erscheinungsbild zudem über Yōkai-Fähigkeiten, mit denen es ihm möglich ist, übermächtige Angriffe aufzuhalten oder gar zu kontern. Insbesondere bei den für unseren Geschmack viel zu starken Bossgegnern, sind diese Kräfte wichtig. Auch wenn das Feature nur der nächste logische Schritt für das noch junge Franchise ist, dürfte der eine oder andere Spieler von der etwas zu überladenen Steuerung, bei denen Tastenkombinationen kreuz und quer über das Controller-Layout ebenso mit von der Partie sind, wirklich erschlagen sein. Der Wille, eine noch größere Herausforderung für den Spieler zu bieten, ist durchaus zu spüren. Dies wirft aber einmal mehr die Frage auf, wie schwierig Videospiele überhaupt sein müssen.

Hart, härter, Nioh 2

Wie schon beim ersten Teil haben es die Entwickler versäumt, weitere Schwierigkeitsgrade oder optionale Einstellungsmöglichkeiten in Nioh 2 zu integrieren. Hardcore-Spieler kontern hiermit gerne, dass das womöglich nicht Sinn und Zweck eines solchen Spiels sei, aber die Zielgruppe zu vergrößern, dürfte sicherlich auch im Sinne von Team Ninja, Koei Tecmo und Sony Interactive Entertainment sein. Unerfahrene Spieler lernen zwar alle Mechaniken sehr viel schneller und besser als es in der zeitlich gesehen besten Referenz Sekiro der Fall ist, da mit Level-Aufstiegen der Schwierigkeitsgrad leicht angepasst wird, doch im Gegensatz zum ersten Teil muss in Nioh 2 noch sehr viel mehr Zeit investiert werden, um ansatzweise schnell voranzukommen. Das ist besonders deshalb so schade, da das Spiel abseits dessen sehr wohl weiß, mit einer schönen, wenn auch nicht sensationellen Optik zu überzeugen. Wir fühlen uns direkt ins feudale Japan versetzt, wenn wir des Nachts im Mondschein zwischen zerstörten Holzhütten und kleinen Gräbern unser Katana schwingen. Hinzu kommen die dazu passenden Melodien, die aber vor allem von natürlichen Geräuschen begleitet werden, um die Immersion zu verstärken. Unterm Strich bleibt Nioh 2 ein gutes Action-Rollenspiel, das aufgrund seiner Defizite aber nicht ganz mit dem herausragenden ersten Teil mithalten kann.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Nioh 2 ist ein Action-Rollenspiel, das mit zahlreichen Herausforderungen auf sich aufmerksam machen will. Hinter jeder Ecke wartet ein noch stärkerer Gegner auf mich, der mir den Boden unter den Füßen wegreißen will. Das macht bis zu einem gewissen Grad auch durchaus Spaß, da ich so lerne, mich auf das Gegnerverhalten einzustellen und immer mehr meine Waffenfähigkeiten auf den Feind ausrichte. Sobald aber die übermächtigen Angriffe hinzukommen, die mich mit einem Schlag aus den Socken hauen, ist es mir dann aber doch zu viel. Für mich ist die Steuerung zusammen mit den unnötigen Tastenkombinationen leider eine viel zu knifflige Angelegenheit, die mir auf Dauer den Spielspaß nimmt. Auch in puncto Schwierigkeitsgrad ist Nioh 2 noch einmal eine ganze Ecke härter als der erste Teil, was aber nicht unbedingt für Qualität steht. Mir fehlen dadurch verschiedene Schwierigkeitsgrade oder zumindest optionale Einstellungsmöglichkeiten, um mein persönliches Spielerlebnis zu verbessern. Trotzdem ist Nioh 2 immer noch ein gutes Action-Rollenspiel, das mich aufgrund der dünnen Story, der Steuerung und dem teils viel zu hohen Schwierigkeitsgrad aber nicht so wie sein Vorgänger begeistert. Wer beide Teile noch nicht gespielt hat, sollte sich zum Einstieg lieber dem ersten und besseren Spiel der Reihe widmen.

Vielen Dank an Sony Interactive Entertainment für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Nioh 2!

Review: Dragon Quest XI: Streiter des Schicksals

Bereits 2017 veröffentlichte Square Enix den elften Teil der traditionsreichen Rollenspielserie in Japan. Ein Jahr später erreichte der Titel zwar auch europäische Gefilde, doch bis wir in die märchenhafte Story auch auf Nintendos Switch eintauchen durften, verging ein weiteres Jahr.

Seit September 2019 ist es endlich soweit: Unter dem erweiterten Titel Dragon Quest XI S: Streiter des Schicksals – Definitive Edition können Switch-Besitzer ins Fantasy-Reich Erdrea reisen. Die Story des Spiels beginnt regelrecht stürmisch, denn mitten in der Nacht gelingt es unserer Mutter mit letzter Kraft, unseren neugeborenen Leib in einem Körbchen aus einem Schloss zu bringen, das gerade von Dämonen überrannt wird. Obwohl ihre Tat mit dem Leben bezahlt wird, schenkt sie uns damit eine Zukunft. Viele Jahre später erfahren wir während unseres Initiationsritus, dass in uns eine magische Macht schlummert und wir den König von Heliodor aufsuchen mögen. Als Lichtbringer auserkoren, überschlagen sich in Heliodor die Ereignisse, sodass wir fortan als Spross der Finsternis bezeichnet werden und auf der Flucht vor den Truppen des Königs durchs Land reisen. Unser Ziel ist – wie könnte es auch anders sein – die Rettung der Welt vor den aufziehenden Gewitterwolken des Bösen. Unterstützung erhält unser Held von den titelgebenden Streitern des Schicksals. Kurz nach Spielbeginn schließt sich uns Dieb Erik an. Es dauert nicht lange, da kreuzen auch Priesterin Serena und Magierin Veronika unseren Weg. Im weiteren Verlauf des Abenteuers kommen noch vier weitere Figuren hinzu, über die wir aber nichts verraten wollen. Während alle Charaktere sehr interessant geschrieben sind, bleibt es bei unserem Helden bei einem stummen Langweiler.

Klassisches Spielgefühl

Wer schon einmal eine Episode der Reihe oder allgemein einen klassischen Genre-Vertreter aus Japan gespielt hat, wird sich in Dragon Quest XI sofort zurechtfinden. So ziehen wir von einer Stadt zur anderen, lösen vor Ort das eine oder andere Problem, das teilweise sogar in ähnlicher Weise in anderen Spielen wie The Legend of Zelda: Majora’s Mask aufgegriffen wird, quatschen mit der nicht selten im Dialekt redenden Bevölkerung und erfahren mehr über die Spielwelt. Mit erbeuteten Goldmünzen aus den Kämpfen mit bösen Monstern rüsten wir uns in den Läden der Ortschaften oder unterwegs bei Händlern mit neuen Waffen und Ausrüstungsgegenständen ein. Auch Heilkräuter und Co sind hier erhältlich, wobei diese in Dragon Quest XI aufgrund des verhältnismäßig geringen Schwierigkeitsgrades eigentlich schon überflüssig sind. Wer noch nie ein Rollenspiel erlebt hat, freut sich darüber, dass im Grunde nichts falsch gemacht werden kann. Alle Eingabemöglichkeiten sind selbsterklärend und in den Dialogen sind auf charmante Art und Weise dezente Hinweise versteckt. Beispielsweise raten uns die Dorfbewohner unseres Heimatdorfes Kieslingen, uns vor dem Aufbruch nach Heliodor im Laden gut einzudecken. Im Gegensatz zu anderen Episoden der Reihe beginnt das Spiel sehr gemächlich, weshalb Neulinge vor keinen unlösbaren Problemen stehen. Profis dürften dies – trotz optional vor Spielstart wählbaren drakonischen Missionen – aber womöglich bemängeln.

Neuerungen im Kampfsystem

Beim Kampfsystem von Dragon Quest XI hat sich Square Enix weitgehend an den vorherigen Ablegern der langjährigsten Japan-Rollenspielreihe orientiert. Bis zu vier unserer acht Helden nehmen aktiv an den Kämpfen teil, können aber jederzeit ausgewechselt werden. Dennoch gibt es ein paar Neuerungen im Gegensatz zu vorherigen Serienteilen. So dürfen wir den Befehl für den jeweiligen Recken genau dann eingeben, wenn sein Geschwindigkeitswert es ihn auch erlaubt. Auf diese Weise können wir uns besser auf Veränderungen im Geschehen einstellen, was die Auseinandersetzungen dynamischer macht. Fällt beispielsweise der Held im Kampf, können wir ihn mit Veronika kurz darauf wiederbeleben, ohne auf die nächste Runde zu warten. Hinzu kommen starke Team-Angriffe, die wir unter bestimmten Voraussetzungen aktivieren. Wer keine Lust hat, alle Befehle per Hand einzugeben, darf seine Charaktere auch automatisch handeln lassen. Bis auf wenige Ausnahmen (re)agieren die Figuren hierbei auch wirklich clever, zumal regelmäßige Level-ups sämtliche Magiepunkte auffüllen, weshalb wir Zaubersprüche gut und gerne inflationär einsetzen. Schade ist nur, dass das freie Bewegen in den Kämpfen keinerlei Auswirkungen aufs Gameplay hat. Von Schleimen, Skeletten, Golems und Co eingekesselt zu werden oder diese in die Zange zu nehmen, bringt absolut nichts. Tradition hin oder her: Wer Gameplay-Möglichkeiten aufzeigt, muss sie auch sinnvoll nutzen.

Alle Hände voll zu tun

Auch wenn das Abenteuer, das in der Hälfte der Handlung gar Parallelen zu Final Fantasy XV aufweist, weitgehend ein Spaziergang ist, heißt das nicht, dass wir uns auf die Kämpfe nicht vorbereiten sollten. Nur mit der richtigen Ausrüstung sind wir vor den Gegnern gefeit. Ein interessantes Merkmal von Dragon Quest XI ist die so genannte „pfiffige Schmiede“. Haben wir genug Edelsteine, Erze oder Naturalien gesammelt, schustern wir uns in einem Minispiel – sofern wir vorher auch ein Rezept gefunden haben – Schwerter, Lanzen, Rüstungen oder Accessoires zusammen. In den ersten Spielstunden erweist sich dieses Minispiel noch als kleine Herausforderung, doch je höher das Level unseres Helden ist, desto feinere Techniken können wir hierbei einsetzen. Strengen wir uns an, können wir so auch ein paar Boni auf den Ausrüstungsgegenstand bekommen. Insbesondere in den letzten Spielstunden ist die pfiffige Schmiede ein willkommenes Feature, um an einige der besten Waffen des gesamten Spiels zu gelangen. Um die nötigen Utensilien in die Hände zu bekommen, müssen wir in der Umgebung Gräser abschneiden, an Bäumen rütteln, funkelnde Objekte auflesen, Schatztruhen plündern, Monster bekämpfen oder Nebenquests erfüllen. Von diesen gibt es gleich sechzig Stück im Spiel, die zudem mit zuckersüßen, märchenhaften und humorvollen Geschichten begleitet werden. Reich an Witz ist aber wie gewohnt zum Glück auch der Hauptteil des Abenteuers.

Vorteile auf der Switch

Optisch setzt Dragon Quest XI einmal mehr auf das Charakterdesign von Toriyama Akira, den die meisten Interessierten am ehesten von Dragon Ball oder Dr. Slump kennen. Das heißt, dass sich knuddelige Monster und verspielte Dörfler regelrecht die Klinke in die Hand drücken und sich wunderbar in das restliche Artdesign einfügen. Ebenfalls wieder mit dabei ist der Soundtrack aus der Feder von Komponist Sugiyama Kōichi, der die Atmosphäre bereichern soll. Leider wiederholen sich einige Stücke zu oft, was insbesondere Vielspielern während der Reise auf der schier übergroßen Oberwelt negativ auffallen dürfte. Ein großer Pluspunkt der Nintendo-Switch-Fassung ist, dass die Musik für diese Version orchestral eingespielt wurde, während die PlayStation-4-Version nach wie vor mit MIDI-Gedudel auskommt. Hier bleibt Square Enix Erstkäufern auch drei Jahre nach der Veröffentlichung einen Patch schuldig. Ein besonders Feature der Switch-Variante ist der aus der nur in Japan veröffentlichten Version für den 3DS entnommene 2D-Modus. Das gesamte Abenteuer kann zusätzlich also auch im 16-Bit-Gewand angegangen werden. Ansonsten bietet die Switch-Fassung noch kleinere Verbesserungen wie eine Manipulation der Kampfgeschwindigkeit, die die Spielzeit nach unten korrigieren kann. Auf der PlayStation 4 haben wir bis zur Platin-Trophäe über 130 Stunden investiert, auf der Switch fällt Dragon Quest XI daher einige Stunden kürzer aus.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch- und PlayStation-4-Fassung): Dragon Quest XI: Streiter des Schicksals bietet eine große und zum Erkunden einladende Spielwelt mit charmanten Charakteren, hübschen Städten, zahlreichen Nebenquests und motivierenden Kämpfen. Mir gefallen auch die acht Protagonisten, die jeweils ihre eigenen, aber doch auf ein gemeinsames Ziel hinlaufenden Beweggründe haben, um sich ins Abenteuer zu stürzen. Lediglich der Held bleibt durchweg ein stummer Langweiler. Da auch diese Spielfigur über eine ausgebaute Hintergrundgeschichte verfügt, ist das doppelt so schade. Im Verlauf des Abenteuers wird er ständig denunziert, bekommt aber niemals die Lippen auseinander. Hier verschenkt Square Enix unnötig Potenzial. Auch in der Geschichte, so märchenhaft diese auch sein mag, beschäftigt sich das Spiel mit Motiven aus anderen Spielen wie The Legend of Zelda: Majora’s Mask oder zieht Parallelen zum Handlungsverlauf von Final Fantasy XV. Es fehlt mir hier und da einfach an Eigenständigkeit, was aber nicht per se etwas Schlechtes sein muss. Mit bis zu 130 Spielstunden kann (!) sich das Spiel zwar zum längsten, aber nicht unbedingt zum besten Serienteil entwickeln. Wer in die Serie einsteigen will, sollte lieber zu Dragon Quest VIII: Die Reise des verwunschenen Königs greifen. Wer aber unbedingt neues klassisches Rollenspielfutter braucht, kann auch mit Dragon Quest XI nichts falsch machen.

Jonas’ Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch-Fassung): Es fällt mir nicht leicht zu sagen, warum viele andere Rollenspiele um einiges schlechter sind als Dragon Quest XI. Wahrscheinlich liegt es daran, dass kaum etwas fehl am Platz wirkt und alle Spielsysteme sinnvoll eingebunden sind. Keine dutzenden überflüssigen Nebenmissionen, keine überdimensionalen Talentbäume und keine sinnlosen Texteskapaden. Kurzum: Kein Gramm Fett, das die tolle Rollenspiel-Erfahrung einschränkt. Einige wenige Dinge stören dann aber trotzdem: Nach vielen Spielstunden wird klar, dass die meisten Standardgegner auf der Oberwelt nie eine Gefahr darstellen werden und immer nach demselben Schema besiegt werden. Glücklicherweise vergeht im schnellsten Kampfmodus auf der Switch kaum Zeit pro Auseinandersetzung. Leider kann der Soundtrack bei diesem riesigen Rollenspiel einfach nicht mithalten und fällt sehr schnell mit Wiederholungen negativ auf. Da helfen auch die neuen orchestrierten Stücke nicht viel. Trotzdem schaffen es die sympathischen Figuren, die saubere Technik und das spaßige Skill-System, über die ersten fünfzehn (!) Stunden hinwegzutragen, bevor die Story endlich loslegt. Dragon Quest XI S: Streiter des Schicksals – Definitive Edition ist ohne Frage ein Nintendo-Switch-Highlight.

Vielen Dank an Square Enix und Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Quest XI S: Streiter des Schicksals – Definitive Edition!

Review: Fairy Tail (Box 7, Episoden 151–175)

Fans der Anime-Serie Fairy Tail mussten 2019 ein ganzes halbes Jahr warten, bis die siebte Serienbox von Kazé Anime am 4. Oktober veröffentlicht wurde. Dieses Mal steht das große magische Turnier im Mittelpunkt der Erzählung, die somit ein wenig an Dragon Ball erinnert.

Fairy Tail knüpft im siebten Episodenpaket nahtlos an die Geschehnisse rund um die Uhr der Ewigkeit an. Der Kampf ist vorbei, die Helden waren siegreich und das drohende Chaos auf der Welt konnte rechtzeitig verhindert werden. Es wäre auch zu schlimm gewesen, wenn das Zeitgefühl für jedes Individuum aus den Fugen geraten wäre. Nichtsdestotrotz wird die Gilde Fairy Tail von vielen Bewohnern des Königreichs Fiore für die Vorkommnisse verantwortlich gemacht, was am ohnehin schon schlechten Ruf der Organisation kratzt. Dementsprechend liegt es einmal mehr an Natsu Dragneel, Lucy Heartfilia, Erza Scarlet und Co, das Image ihrer Gilde zu polieren. Um dieses ehrenwerte Ziel zu erreichen, wollen die Protagonisten der Serie am großen magischen Turnier teilnehmen. Das stellt sie jedoch vor ein großes Problem, das – wie so viele andere Hindernisse auch – auf die Vorfälle auf der Insel Tenrō zurückzuführen ist. Dadurch, dass außerhalb des Eilands ganze sieben Jahre vergangen sind, hinken sie in ihrer magischen Ausbildung die entsprechende Anzahl an Jahren hinterher. Es bleiben ihnen gerade einmal drei Monate, sich auf das Turnier vorzubereiten. Ihre ersten Schritte sind dabei auch äußerst fortschrittlich, doch dann werden sie vom König der Stellargeister in dessen Welt eingeladen, wodurch diese Zeitspanne auf lediglich fünf Tage schrumpft. Ach herrjemine!

Wettkampf über Wettkampf

So steigen die Magier der Gilde Fairy Tail mit einem weinenden und einem lachenden Auge ins große magische Turnier ein, an dem außer ihnen noch 112 weitere Gilden teilnehmen. Diese Anzahl ist für den Veranstalter jedoch viel zu groß, weshalb es zu einem Vorentscheid kommt. Mitten in der Nacht geweckt, werden sie aus ihrem Quartier geworfen und sollen ein Labyrinth durchkämmen. Der Einsatz von Magie ist in diesem Gewölbe uneingeschränkt erlaubt, damit auch nur die acht besten Gilden am Finale teilnehmen können. Es dürfte wohl kaum einen Fan des Franchises verwundern, dass Natsus Team gerade noch so den Ausgang erreicht, um der Gilde zu neuem Glanz zu verhelfen. Größtenteils finden die 25 Episoden der siebten Serienbox aber in der Arena statt, wo sich die acht verbliebenen Gilden verschiedenen Aufgaben stellen sollen. Binnen einer Woche müssen sich die Magier auf unterschiedliche Herausforderungen einstellen. Das große magische Turnier beginnt mit dem Spiel „Hidden“, in dem sich die Gegner in einem begrenzten Gebiet zwischen mehreren Doppelgängern finden sollen. Später soll ein Wettkampf gewonnen werden, bei dem bis zu einhundert Monster in der Arena abgeschlachtet werden. Damit, dass Erza gleich alle einhundert Bestien zum Kampf auffordert, rechnet dabei wohl niemand. Fairy Tail begeistert wieder einmal mit tollen Ideen.

Stimmiger Abschluss der ersten Staffel

Hinzu kommt, dass es neben diesen besonderen Herausforderungen noch Zweikämpfe gibt, die an das große Kampfsportturnier aus Dragon Ball erinnern. Es sind aber gerade die magischen Fähigkeiten der Figuren, die sich davon abheben. Dragon Ball ist jedoch nicht die einzige Anime-Serie, die hier erwähnt werden muss. Daneben erinnert der markante Stil von Manga-Künstler Mashima Hiro an One Piece von Oda Eiichirō. Dank seichter Effekte und angenehmer Animationen wirkt der kunterbunte Zeichenstil im Full-HD-Format aber absolut stimmig und sollte daher nicht negativ betrachtet werden. Gepaart mit stimmungsvoller Musik im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0, die sowohl die actionreiche, tragische, epische und witzige Story von Fairy Tail begleitet, ergibt sich so ein stimmiges Gesamtbild. In diesem Zusammenhang darf sowohl die deutsche als auch die japanische Synchronisation auf keinen Fall unerwähnt bleiben, denn in beiden Sprachfassungen hauchen die Sprecher den Figuren mit gelungener Betonung Leben ein, wovon vor allem die humorvollen Szenen profitieren. In einer Szene träumt Happy beispielsweise von einem Fisch, wird von Natsu aufgeweckt und ist dann natürlich enttäuscht, wodurch ein Streit vom Zaun gebrochen wird. Bei den Boni gibt es erneut ein 16-seitiges Booklet mit Episodenguide, ein Klebe-Tattoo und einen Magneten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Mit der siebten Volume von Fairy Tail ist die erste Staffel der Anime-Serie endlich abgeschlossen. Genau wie die sechste Serienbox hält sich die Erzählung in den vorliegenden Episoden nicht mit Nichtigkeiten auf, sondern wirft die Charaktere prompt in das neue Szenario. Beim großen magischen Turnier, das im Fokus der Geschichte steht, liefern sich die Helden einen hitzigen Wettkampf mit sieben anderen Gilden – eine Idee, die Anime-Fans bereits aus Serien wie Dragon Ball kennen. Durch weitere Ideen, die vom großen Kampfsportturnier abweichen und vor allem auf der Magie der Helden basieren, bleibt es nicht langweilig. Zwar zieht sich das Turnier hier und da in die Länge, doch da selbst die Zweikämpfe nicht ohne interessante Dialoge auskommen, nimmt der Zuschauer das (mögliche) Manko gerne in Kauf. Unter technischen Gesichtspunkten bleiben die Folgen der siebten Volume auf dem gleichen Niveau wie zuvor. Genau in dieser Disziplin bleibt es in Zukunft aber noch interessant, denn statt Satelight ist an der Produktion der zweiten Staffel neben A-1 Pictures das Animationsstudio Bridge beteiligt. Fairy-Tail-Fans dürfen also auch weiterhin gespannt auf neue und erstmals auf Deutsch synchronisierte Episoden hoffen. 

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Fairy Tail (Vol. 7, Episoden 151–175)!

 

Review: Royal Space Force: The Wings of Honnêamise

Nicht immer ist es Filmen vergönnt, schnell auf neuen Datenträgern verfügbar zu sein. Dies betrifft auch den Anime Royal Space Force: The Wings of Honnêamise aus dem Jahr 1987, der verhältnismäßig spät im Jahr 2020 hierzulande erstmals auf DVD und Blu-ray erschien.

Regisseur Yamaga Hiroyuki erzählt in seinem Science-Fiction-Film Royal Space Force eine Geschichte, die auf einem erdähnlichen Planeten angesiedelt ist. Technologisch ist die Welt, in der Hauptfigur Shirotsugh Lhadatt lebt, noch nicht sonderlich weit entwickelt. So gibt es bisher nur den ersten Ansatz eines Weltraumprogramms und noch kein Mensch hat jemals den Planeten verlassen können. Das titelgebende Königreich Honnêamise beginnt mit der Ausarbeitung eines Programms, bei dem sich Lhadatt freiwillig meldet. Allerdings geht hinter den Kulissen nicht alles mit rechten Dingen zu, wodurch auch die benachbarte Republik in die Realisierung des Programms einbezogen wird. Kurz darauf stehen alle Anzeichen auf Krieg zwischen den beiden Nationen, in denen Lhadatt zu einem Spielball wird. Dieser muss sich im Verlauf der Handlungen mit Höhen und Tiefen auseinandersetzen. Auf der einen Seite will er als erster Astronaut der Welt in die Geschichte eingehen, muss auf der anderen Seite aber einen schweren Werdegang antreten. Unter anderem verliert er Kameraden, wird enttäuscht und demotiviert, was ihn zu bösen Taten wie der versuchten Vergewaltigung an seiner Freundin Riquinni Nonderaiko treibt. Royal Space Force erzählt eine erwachsene und spannende Geschichte, die weit über das Science-Fiction-Genre hinausgeht und regelrecht paralysiert.

Mitreißende Atmosphäre

Ebenso beschäftigt sich der Film mit Gegensätzen. Unter anderem werden Glauben und Wissenschaft gegenübergestellt. Auch reale Parallelen wie das Wettrennen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Sowjetunion sind Teil der Metaebene. Auf der akustischen Seite erklingt in allen Szenen die tolle Musik von Komponist Sakamoto Ryūichi, die sich auf ruhige als auch beklemmende Stücke konzentriert. Der Soundtrack ist sowohl in der deutschen Tonspur im Format PCM Stereo als auch im nicht weniger gelungenen japanischen Originalton im Format DTS-HD Master Audio 5.1 ein wahrer Genuss für die Ohren und ein Gewinn für die wunderbaren Bilder des Films. Beide Tonspuren kommen auch nicht ohne die passenden Synchronsprecher aus. In der deutschen Synchronisation wird Lhadatt beispielsweise von Matthias Haase und Nonderaiko von Ilya Welter gesprochen, die besonders gut die emotionalen Ausbrüche der Figuren konnotieren. Im Japanischen sind es Morimoto Leo und Yayoi Mitsuki, die diese beiden Charaktere in Royal Space Force sprechen. Besonders die deutsche Fassung fällt hierbei sehr positiv auf, da es recht häufig ein Wiederhören mit Sprechern gibt, die sich bei der Synchronisation von Anime zwanzig Jahre nach der Vertonung nicht mehr beteiligen oder gar schon verstorben sind, wie zum Beispiel Heinz Ostermann.

Zauberhafter Anime-Klassiker

Optisch besticht Royal Space Force mit dem Animationsstil der späten 1980er-Jahre. Figuren sind bedacht gezeichnet, wirken nie überdreht und auch die Farben sind alles andere als kräftig. Diese fügen sich in eine blasse Welt ein, die den Zuschauer mit fantasievoller Ideen und Technologien verblüfft. So ist die Architektur der Wohnhäuser sehr verschnörkelt, Züge werden an oval gekrümmten Oberleitungen zu ihrem Zielpunkt geleitet und alle Figuren tragen altertümliche Kleidungen. Dies ergibt ein stimmiges Gesamtbild, das glaubhaft und nie albern ist. Wer genau hinschaut, entdeckt auf dem Bild der Blu-ray Disc im Full-HD-Format ein paar altersbedingte Verunreinigungen, die aber bei gesundem Abstand zum Fernsehbildschirm für das menschliche Auge kaum bis gar nicht zu erkennen sind. Auch wenn der Anime-Film im 16:9-Format vorliegt, füllt das Bild nicht den ganzen Bildschirm aus, sodass rundherum leichte schwarze Begrenzungen zu erkennen sind. In Anbetracht dessen, dass der Film zwischen 1996 und 2020 im deutschsprachigen Raum de facto nur auf VHS verfügbar war, ist das aber ein meilenweiter Sprung nach vorne, der den Klassiker von Animationsstudio Gainax würdigt, das vor allem für das oft hochgelobte Neon Genesis Evangelion bekannt sein dürfte. Fans von Science-Fiction-Szenarien werden hier von der ersten bis zur letzten Minute verzaubert.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Royal Space Force: The Wings of Honnêamise ist ein spannender Science-Fiction-Anime-Film, in dem sich die Ereignisse zunächst nach und nach aufbauen, sich zum Ende der Geschichte hin aber mehr und mehr überschlagen. Nicht nur der Kern der Handlung, die Reise in den Weltraum, sondern auch die darum angesiedelten Geschichten um Hauptfigur Shirotsugh Lhadatt sind sehr interessant gestaltet. Dabei erreichen sie eine erwachsene Erzähltiefe, wenn zum Beispiel der Zwist zwischen Glauben und Wissenschaft gelöst oder eine Vergewaltigung verhindert wird. Großartig ist auch der sehr bedachte Zeichenstil der späten 1980er-Jahre, der mit blassen Farben tatsächlich wie eine Schablone zum ernsten Grundton passt. Ebenfalls überzeugend sind die Tonspuren, die sowohl im Deutschen als auch im Japanischen mit wunderbaren Sprechern aufwarten. Royal Space Force überzeugt von der ersten bis zur letzten Minute und verzaubert jedweden Science-Fiction-Fan, der von Ton, Bild und Inhalt regelrecht paralysiert werden dürfte.

Vielen Dank an Nipponart für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Royal Space Force: The Wings of Honnêamise!

© BANDAI VISUAL / GAINAX (Bildmaterial)

Prime Time: Black Clover (Vol. 2, Unboxing)

Es ist zwar schon ein bisschen Zeit vergangen, seitdem wir unser Review zur zweiten Volume von Black Clover veröffentlicht haben, doch ähnlich wie bei der ersten Ausgabe möchten wir euch im Rahmen eines Unboxing-Videos die Vorzüge der zweiten Serienbox vorstellen. Ob es im Gegensatz zur ersten Ausgabe Veränderungen in puncto Umfang und Qualität gab, erfahrt ihr von unserem Chefredakteur im Video. Viel Spaß!

Review: Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX

2005 ging Nintendo mit Pokémon Mystery Dungeon: Erkundungsteam Blau & Rot für den Game Boy Advance und dem Nintendo DS in eine neue Richtung. Mit Pokémon: Mystery Dungeon: Retterteam DX erneuert Entwickler Spike Chunsoft die Klassiker auf der Switch.

Dungeon Crawler gehören zu der Sorte Rollenspiele, die im Laden entweder wohlwollend in den Arm genommen oder gleich im Regal liegen gelassen werden. Nicht anders dürfte es – trotz großer Lizenz – auch Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX ergehen. Dabei ist das Konzept in diesem Falle zugleich zugänglich als auch faszinierend. Im Spiel schlüpfen wir in die Rolle eines der titelgebenden Taschenmonster. Welches das ist, hängt davon, wie wir die verschiedene Fragen zu unserer Hilfsbereitschaft im Auftakt beantworten. Basierend auf den Antworten wird uns ein Pokémon zugewiesen, aber keine Sorge: Sollten wir nicht mit der Empfehlung des Spiels konform gehen, können wir uns auch für ein anderes Monsterchen entscheiden. In unserem Falle weist uns das Spiel Hydropi zu. Danach wählen wir aus einer Riege weiterer Pokémon unseren ersten Begleiter aus. Unsere Wahl fällt auf Pikachu, wodurch wir mit der gebündelten Kraft von Wasser und Elektrizität in den ersten Spielstunden ordentlich austeilen können. Wer merkt, dass ihm der Begleiter nicht zusagt, muss aber nicht direkt verzweifelt einen neuen Spielstand – von dem es unerklärlicherweise nur einen gibt – anlegen. Im Verlauf des Abenteuers schließen sich unserem Team ständig neue Wesen an, die an unserer Seite bei den zahlreichen Rettungsmissionen des Spiels kämpfen wollen.

Zufälliger Dungeon-Aufbau

Hier wären wir auch schon beim Kern des Spiels. Ausgehend von einer Basis stürzen wir uns in immer neue Abenteuer. So bugsieren sich manche Pokémon in eine missliche Lage, aus der wir sie befreien müssen. Andere Monster leiden wiederum derart großen Hunger, dass wir ihnen zum Beispiel einen Apfel bringen dürfen. Sämtliche Ziele erwarten uns übrigens in den titelgebenden Mystery Dungeons, die sich – wie ihr Name eventuell schon vermuten lässt – bei jedem Besuch neu und damit zufällig zusammensetzen. Das ist beim Spielkonzept zwar üblich, auf Dauer aber repetitiv, da es sich bei allen Aufteilungen weitestgehend um orthogonale Räumlichkeiten handelt, die mit engen Gängen verbunden sind. Im Gegensatz zu anderen rundenbasierten Rollenspielen, in denen sich bei Feindkontakt ein Kampfbildschirm öffnet, laufen die Auseinandersetzungen zwischen unseren Pokémon und ihren Gegnern in der Umgebung ab. So kostet uns auch ein Schritt einen vollen Zug, wodurch die Kämpfe ein wenig spannender sind. Insbesondere wenn unsere Gruppe größer wird, ist es unverzichtbar, die Umgebung zu studieren und auszunutzen. So können Pokémon in den hinteren Reihen in den schmalen Gängen nicht agieren, während die Vorhut ordentlich austeilen kann. Das hat alles seine Vor- und Nachteile, die im Spielverlauf aber peu à peu in Fleisch und Blut übergehen.

Geniale Spielmechaniken vor malerischer Kulisse

Außerhalb der Dungeons erkunden wir eine von Pokémon bewohnte Siedlung. Hier können wir unter anderem erbeutetes Geld auf der Bank und Objekte im Lager deponieren. Ebenfalls dürfen wir hier gegen Bares neue Attacken, Items und weitere Camps erwerben, damit wir Platz für all die Pokémon haben, die sich uns anschließen wollen. Ebenfalls ist es gegen bestimmte Tickets möglich, in kurzen Arealen ein paar Gegner zu bekämpfen, was sich in einer erhöhten Ausschüttung von Erfahrungspunkten deutlich bemerkbar macht. Fantastisch ist, dass wir unsere Attacken monsterübergreifend aufstufen können. Wenn also die Aquaknarre unseres Hydropi aufsteigt, ist dieser Angriff auch bei allen anderen Pokémon verbessert. Eine clevere Idee! Retterteam DX ist in puncto Gameplay einsteigerfreundlich, da fast alle Mechaniken beim Erstauftritt erklärt werden. Weitere Informationen werden in einer sich nach und nach erweiterten Anleitung nachgelesen. Optisch überzeugt der Titel mit einem malerischen Bilderbuchstil, bei dem aber leider dann und wann die Bildwiederholungsrate leicht in die Knie geht, was sich in Verbindung mit der etwas hakeligen Steuerung gelegentlich negativ aufs Gameplay auswirkt. Akustisch trällern dafür schöne Musikstücke aus den Lautsprechern. Dadurch entsteht ein audiovisueller Genuss, der zumindest im stationären Betrieb der Switch jeden Fan verzaubern dürfte. Im Handheld-Modus kann der Zauber leider nicht ganz zünden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch-Fassung): Pokémon Mystery Dungeon: Team Blau & Rot habe ich damals auf dem Game Boy Advance respektive auf dem Nintendo DS leider verpasst. Zu hoch wäre meine Enttäuschung nach dem Kauf gewesen, wenn ich mit der Dungeon-Crawl-Thematik doch nichts hätte anfangen können. Fünfzehn Jahre nach der Erstveröffentlichung des Spiels weiß ich sehr wohl, dass es unglaublich unterhaltsam sein kann, zwischendurch immer mal wieder seichtes und doch intelligentes Gameplay zu erleben. Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX ist zwar bei Weitem kein Ausreißer des Genres, aber ein nicht weniger interessantes Spiel. Es macht mir sehr viel Spaß, mit verschiedenen Pokémon durch die immer wieder aufs Neue zufällig aufgebauten Dungeons zu schlendern, auf Item-Jagd zu gehen und gegen immer stärkere Gegner zu kämpfen. Sollte ich dann doch einmal nicht weiterkommen, trainiere ich mein Rettungsteam ganz einfach und gehe es erneut an. So schafft es Rettungsteam DX mit einer motivierenden Suchtspirale, mich immer mal für eine halbe Stunde an die Switch zu locken. Wer etwas mit Dungeon Crawlern anfangen kann und etwas fürs Pokémon-Franchise übrig hat, sollte dem Spiel unbedingt eine Chance geben!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Pokémon Mystery Dungeon: Rettungsteam DX!

Review: Dragon Ball Super (Vol. 5, Episoden 62–76)

Nachdem die ersten drei Volumes von Dragon Ball Super jeweils eine für sich geschlossene Story erzählt haben, wurde in der vierten Ausgabe ein Handlungsstrang aufgeworfen, der im fünften Episodenpaket zu Ende geführt wird – und Son Gokū und Co an ihre Grenzen treibt.

Dragon Ball Super knüpft in der mittlerweile fünften Volume an die jüngsten Geschehnisse an, spielt also immer noch in der alternativen und apokalyptischen Zukunft. Torankusu kämpft in dieser Zeit immer noch wutentbrannt gegen seine beiden Feinde Gokū Burakku und Zamasu. Diese Auseinandersetzung entpuppt sich als der wohl härteste Kampf in der Geschichte des Franchises, denn Zamasu hat sich mit Hilfe der Super Dragon Balls einen unsterblichen Körper gewünscht – und in Gokū Burakku steckt auch niemand anderes als Zamasu selbst. Was im ersten Moment verwirrend klingt, wird in der Anime-Serie aber plausibel erklärt. Da die Lage nach wie vor aussichtslos erscheint, spielt Torankusu auf Zeit, um Gokū, Bejīta und Buruma die Möglichkeit zu geben, zurück in die Vergangenheit zu reisen. In ihrer Zeitlinie angekommen, müssen sie sich einen Plan gegen ihre Widersacher überlegen. Da Birusu bereits den Zamasu der Gegenwart vernichtet hat, sieht er keinen Grund, die alternative Zukunft zu verändern. Da kommt Pikkoro auf die Idee, dass sie das Mafūba gegen ihre Feinde einsetzen könnten. Hierbei handelt es sich um eine Kampftechnik, die bereits im ursprünglichen Anime eingesetzt wurde, beispielsweise von Muten Rōshis Lehrmeister Mutaito. Mit dem Mafūba ist es nicht nötig, den Gegner zu besiegen oder gar zu töten – er kann schlicht versiegelt werden.

Jenseits bekannter Grenzen

Während in der sicheren Gegenwart alle Vorbereitungen getroffen werden, geht der Kampf zwischen Torankusu, Burakku und Zamasu in der Zukunft weiter. Selbst Widerständlerin Mai versucht, mit ihrem Scharfschützengewehr Burakku auszuschalten. Ebenfalls taucht Gowasu am Horizont auf, um sich ein Bild davon zu machen, wie sein Schüler dem Bösen verfallen konnte. Bevor, während und nachdem das Mafūba zum Einsatz kommt, entwickelt sich die Konfrontation in ganz neue Dimensionen. Unter anderem fällt Burakku während eines Schlagabtauschs mit Bejīta auf, dass Zorn eine weitere Möglichkeit ist, seine Kraft zu steigern – und setzt diese neue Kraft sofort gegen seinen Gegner genauso wie die Waffen ein, die er mit purer Energie und Vorstellungskraft herstellt. Das wohl größte Highlight in den Episoden der fünften Serienbox dürfte aber wohl die Fusion zwischen Burakku und Zamasu sein. Beim Kampf wird die Action mit Schockwellen, reichlich Explosionen und panisch umherlaufenden Menschen inszeniert. Neben der Bekämpfung von Gokū Burakku und Zamasu werden in der fünften Volume noch ein paar kleinere, heitere sowie schockierende Geschichten erzählt. Hier kommt es zum Wiedersehen mit bekannten Figuren. Dies gilt sowohl für kürzlich eingeführte Charaktere wie Hitto oder Zen’ō als auch ältere Gesichter wie Yamucha oder Norimaki Arare.

Altbekannte Gesichter und noch älterer Humor

Anhand der quirligen Arare dürfte klar sein, dass auch der Humor in den Episoden 62 bis 76 nicht zu kurz kommt. Unter anderem kommt es in einer Folge zwischen dem sechsten und siebten Universum zu einem von Shanpa initiierten Baseball-Spiel, damit es anschließend ein großes Festmahl für alle gibt. An anderer Stelle rückt Gokūs Vergesslichkeit in den Fokus des Geschehens, denn der verzögerte Einsatz des Mafūba kommt schließlich nicht von ungefähr. Dargestellt wird das Chaos selbstverständlich wieder im Zeichenstil von Toriyama Akira, der in der Full-HD-Auflösung vollends zur Geltung kommt. Allerdings sind nicht alle Animationen und Effekte auf der Höhe der Zeit, wirken aber wesentlich ausgereifter als noch in den ersten drei Volumes. Akustisch gibt es nach wie vor die bekannten Melodien im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 auf die Ohren, die hervorragend zu den actionreichen Szenen und auch zu den ruhigen Intermezzos passen. Hinzu kommt, dass die deutschen Sprecher ihren Figuren genau wie die japanischen Originalstimmen reichlich Leben einhauchen. Wie schon bei den ersten vier Serienboxen gibt es auch bei der fünften Ausgabe kein digitales Bonusmaterial – dafür jedoch erneut einen ausführlichen Episodenguide in Form eines Booklets. Zwei schicke Postkarten runden das Gesamtpaket hervorragend ab und erfreuen jeden Fan der Serie.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die fünfte Volume von Dragon Ball Super ist nicht nur die direkte Fortsetzung des Handlungsstrang des vorherigen Episodenpakets. Sie ist außerdem ein Erlebnis für Fans der ursprünglichen Dragon-Ball-Serie, da Nebenfiguren wie Norimaki Arare, Uranai Baba oder Yamucha ein wohliges Gefühl verleihen. Im Kern bleibt aber auch diese Ausgabe ein riesiges Spektakel, das mit einem groß angelegten und effektreichen Kampf auf ganzer Linie punktet. Es ist echt erstaunlich, dass Toriyama Akira immer noch Ideen hat, wie er immer und immer wieder stärkere Kämpfer kreiert und auf die Helden loslässt. Am besten dürfte wohl die Fusion zwischen Gokū Burakku und Zamasu gelungen sein, da es sich hierbei wohl oder übel um den stärksten Gegner handelt, den Gokū und Co je bekämpfen mussten. Dragon Ball Super hat sich spätestens mit dieser Volume inhaltlich zu der Anime-Serie entwickelt, die Fans des Franchises wirklich verdienen. Gerne mehr davon!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Ball Super (Vol. 5, Episoden 62–76)!

Review: Neverwinter Nights: Enhanced Edition

Ursprünglich 2002 auf dem PC veröffentlicht, erreichte Neverwinter Nights eine ungeheure Fanbasis. Ende 2019 schaffte es das Rollenspiel mit Dungeons-&-Dragons-Lizenz auch auf die Switch. Trotz solidem Grundgerüst kann die Enhanced Edition nicht so ganz glänzen.

Anfang des Jahrtausends schlugen sich PC-Rollenspieler im wahrsten Sinne des Wortes die Nächte um die Ohren, um die titelgebende Stadt Niewinter vor dem Heulenden Tod zu retten. Hierbei handelt es sich um eine pestartige Krankheit, die die Bevölkerung der zwischen den Orten Baldurs Tor und Eiswindtal liegenden Schwertküstenstadt im Fantasy-Reich Faerûn nur so dahinrafft. Als Nachwuchsheld ist es in Neverwinter Nights unsere Aufgabe, vier entlaufene Kreaturen aufzuspüren, die für die Herstellung eines Medikaments nötig sind. Dies klingt im ersten Moment zwar alles andere als spannend, doch im Verlauf der auf mehrere Kapitel und dutzende Spielstunden ausgelegten Handlung geraten wir in eine Verschwörung, die sich um unsere Auftraggeberin Aribeth de Tylmarande, ihren Geliebten Fenthick Moss und dessen Weggefährten Desther Indelayne dreht. Erzählt wird die Geschichte von Neverwinter Nights einerseits über längere, aber nur selten wirklich ausufernde Dialoge mit zahlreichen Antwort- und Fragemöglichkeiten. Andererseits werden zwischen den Kapiteln auch kürzere Zwischensequenzen eingespielt, die unüberarbeitet aus der ursprünglichen Version übernommen wurden. Diese Szenen fangen mit Standbildern und dramatischer Musik die aktuelle Situation gut ein und motivieren dazu, mehr über Niewinter, den nördlich davon gelegenen Ort Luskan und die illustren Figuren zu erfahren. Neverwinter Nights ist spannend und detailreich inszeniert.

Einfluss der Pen-and-Paper-Vorlage

Ausgangspunkt des Abenteuers ist die Kreation unseres eigenen Helden, wobei sich die Charaktererstellung nah an den Vorgaben des Regelwerks des Pen-and-Paper-Rollenspiels Dungeons & Dragons orientiert. So entscheiden wir uns zu Beginn des Spiels für eine männliche oder weibliche Spielfigur, wählen anschließend ihr Volk wie Menschen, Elfen, Zwerge oder Halblinge und weisen ihr anschließend noch eine Klasse wie Paladin, Magier oder Schurke zu. Darauf aufbauend verteilen wir Attributspunkte, die wiederum Einfluss auf die Verteilung von Fertigkeitspunkten und die Wahl von Talenten haben. Wer noch nie Dungeons & Dragons oder ein Rollenspiel basierend auf der Lizenz gespielt hat, wird hier vermutlich arg überfordert sein, da die Einstellmöglichkeiten enorm sind. Ganz so umfangreich wie im 2018 veröffentlichten PC-Rollenspiel Pathfinder: Kingmaker ist die Enhanced Edition von Neverwinter Nights zwar nicht, doch ist nicht von der Hand zu weisen, auf welchen Grundlagen das von Owlcat Games entwickelte Spiel beruht. Zusammen mit Baldur’s Gate und Icewind Dale hat Neverwinter Nights Pionierarbeit geleistet. Haben wir uns endlich einen Charakter erstellt, können wir in der Akademie die Grundlagen des Spiels erlernen. Je nach Klassenwahl dürfen wir also Nah- und Fernangriffe, das Wirken von Zaubern oder Schlösserknacken austesten.

Versteckte Würfel und Erfahrungspunkte

Noch innerhalb unseres Aufenthalts in der Akademie überschlagen sich die Ereignisse. Kaum erhalten wir unsere erste Aufgabe von Fürstin Aribeth, überfallen üble Kreaturen das Gemäuer. So und nicht anders machen wir uns mit dem Kampfsystem vertraut, das wie der Rest des Spiels auf dem dritten Regelwerk von Dungeons & Dragons basiert. Das heißt, dass sämtliche Angriffschancen, Ausweichmanöver und Schadensausmaße im Hintergrund per Würfelwurf bestimmt werden. Kenner von actionlastigen Rollenspielen wie Gothic und Konsorten dürften sich nur schwerlich an das komplexe und je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad vielleicht gar unfaire System gewöhnen, doch wer genug Einarbeitungszeit mitbringt und die Mechanismen von Dungeons & Dragons zu verstehen lernt, wird auch mit Neverwinter Nights seinen Spaß haben. Für besiegte Gegner und abgeschlossene Aufträge erhalten wir Erfahrungspunkte, die zum Stufenaufstieg unseres Helden führen. So verbessern wir nach und nach unsere Fertigkeiten, erlernen regelmäßig neue Talente und steigern unsere Trefferpunkte, die Lebensenergie unseres Helden. So fühlen wir uns immer mächtiger, da wir gewitzter im Kampf agieren dürfen, ebenso mehr Treffer einstecken können und uns daher seltener ausruhen müssen. Auch hier bleibt Neverwinter Nights der Pen-and-Paper-Vorlage treu. Wer sich fragt, wie es mit einer Gruppe aussieht, wird enttäuscht, denn das Abenteuer bestreiten wir maximal im Duo.

Umständliche Bedienung per Controller

Obwohl Neverwinter Nights mit vielen positiven Aspekten glänzt, gibt es auch reichlich Kritik am Abenteuer beziehungsweise dessen Umsetzung für die Konsolen. Zunächst einmal fällt die in viele kleine Abschnitte unterteilte Spielwelt leicht negativ auf. Das war zwar auch im Original schon so, verbessert die Orientierung auf Switch und Co aber ebenso wenig. Es gibt zwar eine Minimap, die zumindest ein wenig Abhilfe schafft, doch macht sich hier das nächste Problem bemerkbar. Die Menüstruktur von Neverwinter Nights ist auf die PC-Fassung ausgerichtet und nicht für Konsolen optimiert. Einzelne Bildschirme mit der Karte, unserem Inventar oder dem Charakterbogen aufzusuchen, erfolgt über verschachtelte Menüs und träge Cursor-Befehle. Während wir auf dem PC verschiedene Elemente mit Mausbewegungen und Maustasten ein- oder ausblenden und kinderleicht Gegenstände verschieben, ist das auf den Konsolen ein einziger Kraftakt. Einen optionalen Mauszeiger oder gar eine Mausunterstützung gibt es nicht, auch wenn beispielsweise ein Nicht-Spieler-Charakter anfänglich in der Akademie darauf hinweist. Hier wird uns bewusst, dass inhaltlich keinerlei Änderungen vorgenommen wurden, denn hin und wieder taucht ein Text auch mal auf Englisch auf, obwohl wir mit deutschen Bildschirmtexten und Vertonung spielen. Wenn ein Klassiker schon aufgewärmt wird, dann sollte das unserer Meinung nach wesentlich sorgfältiger geschehen.

Nicht optimierte Konsolenportierung

Auf der technischen Seite darf von Neverwinter Nights aufgrund des Alters nicht viel erwartet werden. Dreidimensionale Spiele mit Polygonfiguren altern eben nicht so gut wie Spiele im 16-Bit-Pixel-Gewand. Wäre dieser Umstand noch zu verschmerzen, fällt auf der Switch aber unschön auf, dass bei Kamerabewegungen das Bild gerne mal leicht ruckelt. Das ist ebenso ärgerlich wie die sich zu oft wiederholenden Kommentare von in der Nähe stehenden Personen. Ebenso seltsam ist, dass während der Unterhaltungen mit Nicht-Spieler-Charakteren die Musik ständig abbricht. Da dieser Fehler in der PC-Fassung nicht auftritt, ist dies ein weiterer Grund, von der Switch-Version Abstand zu nehmen. Unspielbar wird Neverwinter Nights dadurch zwar nicht, doch wenn die grandiosen Stücke von Komponist Jeremy Soule, der zuvor mit den Soundtracks zu Secret of Evermore und The Elder Scrolls III: Morrowind Meisterwerke erschaffen hat, mit Füßen getreten werden, kratzt das zusammen mit der nicht gut abgemischten und kaum justierbaren Lautstärke für Dialoge, Geräusche und Musik arg an der dichten Atmosphäre. Immerhin hat Entwicklerstudio Beamdog den onlinefähigen Mehrspielermodus reaktiviert. Neben dem Hauptspiel befinden sich in der Enhanced Edition im Übrigen noch die beiden Add-ons Der Schatten von Undernzit und Die Horden des Unterreichs sowie noch weitere kleine Erweiterungen, die die lange Spielzeit weiter in die Höhe treiben. Wer die Möglichkeit hat, sollte lieber zur PC-Fassung greifen, denn dort fallen viele der von uns kritisierten Hürden weg – und das Spiel steht dort auch für dünnere Brieftaschen bereit.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC- und Nintendo-Switch-Fassung): Neverwinter Nights konnte ich Mitte der 2000er-Jahre auf dem PC in der Ursprungsversion leider nicht sehr lange spielen, da ein Problem mit dem Soundkartentreiber dafür sorgte, dass der Titel ständig abstürzte. Auf der Switch habe ich dafür endlich die Qualität des ursprünglich von BioWare entwickelten Rollenspiels wirklich kennen und zu schätzen gelernt. Die Dialoge sind tiefgründig, die Atmosphäre dicht und der Kampf gegen allerhand Kreaturen aus dem Dungeons-&-Dragons-Universum stets motivierend. Allerdings ist die Switch-Fassung nur hartgesottenen Rollenspielern zu empfehlen, denn die Navigation durch die Menüstrukturen per Controller ist in meinen Augen ein Graus, der ständige Abbruch der wunderbaren Musik während der Dialoge absolut schädlich für die Atmosphäre und die leichten Ruckler in der Bildwiederholungsrate nur ein weiterer Beweis dafür, dass das Spiel nicht sauber auf die Switch portiert wurde. Wer das Abenteuer erleben will, sollte lieber zur wesentlich besser spielbaren PC-Fassung greifen. Wem diese Möglichkeit nicht offensteht, kann zwar auch auf der Switch zuschlagen und durchaus Freude am Gameplay haben, sollte aber vielleicht noch auf einen Patch warten, der zumindest noch die Sound- und Technikprobleme in den Griff bekommt.

Prime Time: Bleach (Box 6, Unboxing)

Über ein Jahr ist es her, seitdem wir das letzte Mal eine Serienbox von Bleach in einem Unboxing-Video vorgestellt haben. Diese Durchstrecke hat heute ein Ende, denn unser Chefredakteur möchte euch die sechte Volume vorstellen. Wie diese ihm gefallen hat, erfahrt ihr im Unboxing-Video. Viel Spaß!

Review: 198X

In den späten 1980er-Jahren wurden viele Grundlagen im Videospielsektor gelegt. Noch dazu handelt es sich bei dem Jahrzehnt um eine Epoche, die audiovisuell gänzlich neue Akzente setzen konnte. 198X verbindet diese beiden Elemente mit einer sehr melancholischen Story.

198X erzählt die Geschichte eines kaum definierten Teenagers, der in den 1980er-Jahren in den Vereinigten Staaten von Amerika lebt. Er wächst in schwierigen Verhältnissen auf, fühlt sich als Außenseiter, hat keine Freunde und entdeckt zu allem Überdruss seine große – aber für ihn unberührbare – Liebe. Im Schulunterricht ist er nur körperlich anwesend, denn seine Gedanken kreisen um weit entfernte Themen wie Videospiele. Im Fokus der Story steht die Entdeckung einer Arcade-Spielhalle, in der sich der Teenager die Nächte um die Ohren schlägt. Immer mehr verschmelzen für ihn die Grenzen zwischen der Realität und den fiktiven Welten, in die er reist. Obwohl sich das Szenario wie gemacht für ein spannendes Adventure anhört, entpuppt sich 198X als Minispielsammlung verschiedener Genres. Zu Beginn kämpfen wir uns beispielsweise in bester Beat-’em-up-Manier wie im Klassiker Streets of Rage von links nach rechts durch Gassen und Hinterhöfe. Wenig später nehmen wir im Cockpit eines Raumschiffs Platz und schießen wie in den Shoot ’em ups Gradius und R-Type Aliens im Weltraum ab. An anderer Stelle wiederum wünschen wir uns ans Steuer eines Sportflitzers und müssen tatsächlich exakt wie in Segas Arcade-Rennspiel OutRun in einer knapp bemessenen Zeit verschiedene Etappen absolvieren, um unser Ziel zu erreichen.

In der Kürze liegt die Würze

Ebenfalls übernehmen wir in 198X die Rolle eines Ninja, der sich seinen Dämonen stellen muss. Zu guter Letzt durchkämmen wir in der Ego-Perspektive einen Dungeon und müssen in rundenbasierten Kämpfen aufleveln, um am Ende drei Drachen besiegen zu können. Dabei verhält sich der Schwierigkeitsgrad aber recht human, denn bis auf vereinzelte Stellen sind die fünf enthaltenen Arcade-Spielchen nicht annähernd so schwierig wie ihre geistigen Vorbilder. Da keiner der fiktiven Titel aber mehr als zwei bis drei Levels beinhaltet, ist 198X äußerst kurz geraten. Nach gut einer Stunde Spielzeit flimmert bereits der Abspann über den Bildschirm. Für die meisten Spieler dürfte das wohl zu wenig sein. Dem hätten die Entwickler ruhig mit freischaltbaren Levels entgegenhalten können, die nach dem Durchspielen der Story auswählbar wären. Obwohl die Hi-Bit Studios bei Weitem nicht alle Möglichkeiten nutzen, ist gerade die Verknüpfung von Story und Arcade-Gameplay zusammen mit dem beeindruckenden Artstyle und dem paralysierenden Soundtrack umwerfend. Während wir uns an einer Stelle wie in einem High-School-Drama fühlen, erinnert uns das Gesamtbild im nächsten Moment an Science-Fiction-Filme wie Blade Runner. 198X ist ein großartig erzähltes und inszeniertes Abenteuer, das trotz kurzer Spielzeit jeder Fan der titelgebenden Ära erlebt haben muss!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch-Fassung): Mit den 1980er-Jahren verbinde ich persönlich kultverdächtige Fernsehserien, fantastische Filmklassiker, paralysierende Synthesizer-Musik und Videospiele, die ich auch heute noch gerne anrühre. 198X verbindet all diese Aspekte in einem einzelnen, aber leider auch sehr kurzen Spiel. Hier wird eine äußerst tiefgründige Story über die verschwimmenden Grenzen zwischen Realität und Fiktion erzählt. Verpackt in einem Jugenddrama mit fünf Arcade-Spielchen als Intermezzos lässt mich die Geschichte von 198X einfach nicht mehr los, zumal auch alle fünf an echte Vorbilder angelehnte Titel wirklich gut spielbar sind. Den fantastischen Artstyle und die wirklich tolle Musik muss ich ebenfalls loben, zumal an letzterer unter anderem auch Komponist Koshiro Yūzō mitgearbeitet hat, der schon mit der Streets-of-Rage- und Etrian-Odyssey-Reihe unsterblich geworden ist. Trotz der kurzen Spielzeit ist 198X ein fantastisches Erlebnis, das nicht nur Retro-Fans, sondern auch Liebhaber von künstlerisch wertvollen Spielen anspricht.

Review: Rokka: Braves of the Six Flowers (Vol. 2)

Nachdem die Anime-Serie Rokka: Braves of the Six Flowers aus dem Jahr 2015 mehr als vier Jahre auf sich hat warten lassen, veröffentlichte der hiesige Publisher Kazé Anime das Werk von Regisseur Takahashi Takeo ohne lange Wartezeit im September und Oktober 2019.

Im Königreich Piena erzählen sich die Menschen seit Jahrhunderten die Legende vom bösen Dämonengott. Dieser kehrt, wenn er einmal besiegt wurde, trotzdem früher oder später wieder, um die Menschheit zu unterwerfen. Stets zur selben Zeit werden sechs Helden auserkoren, die die dunkle Gottheit bekämpfen sollen. An dieser Ausgangslage hat sich in der zweiten Volume von Rokka: Braves of the Six Flowers nichts geändert. Mittlerweile wurden die sechs Helden der kurz bevorstehenden Rückkehr des Dämonengottes auserkoren – und haben sich auf den Weg gemacht, um sich zu verbünden. Die zweite Volume der Anime-Serie knüpft hierbei an die Geschehnisse des Serienauftakts an. Statt sechs Helden kamen jedoch sieben Heroen am Tempel an, um die Schreckensherrschaft des Dämonengottes zu verhindern. Zu diesen Helden zählen neben Hauptfigur Adlet Myer das kleine Mädchen Charmot Rosso, ihre Tante und Anführerin des Himmelstempels Maura Chester, der dubiose Assassine Hans Humpty, Prinzessin Nachetanya Loei Piena Augustra, ihr Bodyguard Goldof Auora und die Schützin Flamie Speeddraw, eine Halbdämonin. Das heißt, dass einer von ihnen mit dem Feind kollaboriert, was sowohl in der Gruppe als auch beim Zuschauer Misstrauen hervorruft. Dies gipfelt darin, dass Held Adlet mit Flamie aus dem Tempel flieht, um sein Leben zu retten.

Undurchschaubare Charaktere

Rokka: Braves of the Six Flowers gelingt ein Kunststück, das andere Anime selten dermaßen gut umsetzen. Obwohl anfänglich Hans’ Erscheinungsbild und Verhalten den Zuschauer auf eine falsche Fährte locken sollen, fällt der Verdacht nicht auf ihn und ganz allgemein bleibt es auch in der zweiten Volume einige Episoden lang unklar, wer der Scheinheilige ist. Hauptsächlich wird die Story aus der Sicht von Adlet geschildert, da sich alle anderen Charaktere offenbar gegen ihn verschworen haben. Adlet kann Flamie nicht ganz von seiner Unschuld überzeugen, doch lässt sie ihn nach einer Besprechung ihrer Situation im Schutze der Nacht gehen. Durch zahlreiche Dialoge erfährt der Zuschauer mal mehr und mal weniger beiläufig sehr viel mehr über die vielschichtigen und facettenreichen Charaktere, ihre Gefühle zueinander und selbstverständlich ihre jeweiligen Beweggründe, das Böse in die Schranken weisen zu wollen. Mit der Zeit schaukelt sich die Stimmung weiter hoch, woraufhin die Lage eskaliert und mehrere Kämpfe zwischen Adlet und den anderen Helden entbrennen. So muss sich Adlet in der ersten Runde mit Hans auseinandersetzen. Dieser Kampf ist auch eines der Highlights von Rokka: Braves of the Six Flowers, da er die Dynamik der Serie gut wiedergibt. In einem Moment duellieren sich die beiden noch am Tempel, kurz darauf auch noch im Wald.

Herausragendes Gesamtbild

Es ist schlicht grandios, wie sich die Umgebung in den Kämpfen in die Inszenierung einfügt. Bäume, Säulen, Nebel oder Schattierungen – alles wirkt absolut stimmig, was aber auch dem mesoamerikanischen Setting geschuldet ist. Vergleichbare Serien wie Record of Lodoss War oder Grimgar, Ashes and Illusions setzen vor allem auf europäisierte Fantasy-Welten, die eher dem Standard entsprechen. Dank Full-HD-Auflösung und bildschirmfüllenden 16:9-Format kommt das Szenario mit detaillierten Charaktermodellen, die mit dem Hintergrund fast schon eine Symbiose eingehen, wirklich gut zur Geltung. Hinzu kommen sehr atmosphärische Licht- und Schatteneffekte, die jede Stimmung zusammen mit der bewusst melancholischen und actionreichen Musik im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 in allen sechs enthaltenen Folgen der zweiten Volume wunderbar unterlegen. Sowohl die japanischen Synchronsprecher als auch die deutsche Vertonung verleihen den Protagonisten respektive Antagonisten so viel Leben, sodass das Gesamtbild von Rokka: Braves of the Six Flowers herausragend ist. Nur das digitale Bonusmaterial enttäuscht, da lediglich drei Clean Endings beiliegen. Immerhin ist einmal mehr ein 28-seitiges Booklet enthalten. Für unser Review stand dieses zwar nicht zur Verfügung, doch ist abermals von der gewohnten hohen Qualität des Publishers auszugehen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Der Serienauftakt von Rokka: Braves of the Six Flowers ist bereits großartig inszeniert, die zweite Volume legt aber noch eine ganze Schippe drauf. Wer darauf hofft, dass die Geschichte um den eigentlichen Kampf gegen den Dämonengott zu einem Ende geführt wird, wird höchstwahrscheinlich etwas enttäuscht sein. Rokka: Braves of the Six Flowers konzentriert respektive beschränkt sich stattdessen lieber auf die Entwicklung der sieben facettenreichen und vielschichtigen Figuren. Im furiosen Finale fühlt sich die Serie sogar eher wie eine Kriminalgeschichte denn wie ein Fantasy-Werk an. Hier übernimmt einer der Charaktere die Rolle des Ermittlers, der die Lösung bringt, auf die der Zuschauer seit dem Ende der ersten Volume wartet und hofft. Eine zweite Staffel der Anime-Serie ist trotz des furiosen Cliffhangers, nachdem die letzte Folge 2015 im japanischen Fernsehen ausgestrahlt wurde, leider sehr unwahrscheinlich. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich Passione oder irgendein anderes Animationsstudio erbarmen wird, um Rokka: Braves of the Six Flowers fortzusetzen, da sowohl Story, Szenario und Setting fantastisch harmonieren. 

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Rokka: Brave of the Six Flowers (Vol. 2)!

Review: Saga of Tanya the Evil (Vol. 1)

Seit 2013 schreibt Autor Carlo Zen fleißig an der Light Novel Saga of Tanya the Evil, die unter der Regie von Uemura Yutaka im Jahr 2017 als Anime-Serie umgesetzt wurde. Um das Werk einem größeren Publikum bereitzustellen, wurde es 2019 auch hierzulande veröffentlicht.

Saga of Tanya the Evil erzählt die einzigartige Geschichte des sehr jungen Mädchens Tanya Degretschow, bei der schon im Kleinkindalter magische Fähigkeiten festgestellt werden. So wird sie wohl oder übel dazu auserkoren, im bevorstehenden Krieg zu dienen. Die Handlung der Anime-Serie findet in einer alternativen und fantasiereichen Welt im Jahr 1923 nach der fiktiven Vereinigungszeitrechnung statt. Im Herzen von Europa befindet sich das so genannte Imperium, das mit dem Deutschen Kaiserreich gleichgesetzt werden kann. Selbst die Flagge des Imperiums ähnelt stark seinem realen Vorbild. Hier und da werden auch real existierende Gebäude wie beispielsweise der Reichstag in einen ähnlichen Kontext gesetzt, weshalb sich vor allem der deutsche Zuschauer mit den Strukturen der fiktiven Nation zurecht findet. Das Imperium besitzt zudem die größte Streitmacht mitsamt den besten Magiern und Strategen auf dem Kontinent. Handlungstechnisch setzt die Erzählung zum Zeitpunkt der Umsetzung des Plans 315 ein. Um das gefürchtete Imperium herum haben sich verschiedene Nationen gegen ihren Feind verbündet, der weiter auf dem Vormarsch ist. Ringsherum sollen an allen Fronten mit kleineren Truppen der Gegner aufgehalten werden, damit eine mobile und sehr viel größere Armee nach und nach die einzelnen Streitkräfte der Feinde zurückschlagen kann.

Ein Mädchen im Krieg

Wie das aus der Realität bekannt ist, gehen solche Pläne auch in der Welt von Saga of Tanya the Evil nicht immer auf. Dem Imperium mangelt es an Ressourcen, was das Zurückdrängen der Kriegsgegner erheblich erschwert. Die Hälfte der Truppe ist bereits gefallen und die Front am Rhein wird sogar schon als „Hölle auf Erden“ bezeichnet. Tanya, Zugführerin der 205. imperialen Angriffsmagierkompanie agiert hier auf dem Schlachtfeld zusammen mit ihren drei Korporals Victoria Iwanowna Serebriakow, Harald von Bist und Kurst von Ballhorf. Während zwei ihrer Mitstreiter im Krieg fallen, wird Tanya bereits in der zweiten Episode schwer verletzt und von der Front abgezogen und zu Propagandazwecken umfunktioniert. So erlebt der Zuschauer zusammen mit Tanya selbst die Wirren des Krieges an mehreren Stellen aus unterschiedlichen Sichtweisen. In diesem Zusammenhang muss erwähnt werden, dass Tanyas Hintergrundgeschichte tiefgründiger ist, als anhand der hier zugrundeliegenden Ausführung ersichtlich ist. Zu viel soll an dieser Stelle nicht verraten werden, doch Tanya liegt im Streit mit Gott, ist als Atheistin ungläubig und muss so lange es geht überleben, damit ihr früher oder später eine Reinkarnation gewährt wird. Christentum und Buddhismus geben sich in Saga of Tanya the Evil die Klinke in die Hand, ermöglichen so aber eine spannende Story.

Alternative Zeitreise

Stilistisch ist die Anime-Serie im bildschirmfüllenden 16:9-Format an das späte 19. und frühe 20. Jahrhundert angelehnt. Die Kriegsatmosphäre wird durch triste Farben, allen voran Grau- und Brauntönen, ausgedrückt. Begünstigt wird dies durch ruhige Kamerafahrten und bewusst langsame Animationen, um das Kriegsausmaß für jeden Zuschauer verständlich einzufangen – auch wenn Tanya mit aufgerissenen Augen und ihrem bösen Blick alles andere als leicht zu verdauen ist. Blinder Gehorsam, Frontverschiebungen, die knappe Nahrungsversorgung und zerstörte Landschaften untermauern die düstere Atmosphäre zunehmend. Nichtsdestotrotz entsprechen die Hauptfiguren mit ihren wilden Frisuren und Kulleraugen wie die Charaktere in der Anime-Serie Black Clover japanischen Stilrichtungen, während Neben- und Randfiguren europäisiert sind. Während der stimmungsvolle Soundtrack im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 im Hintergrund bleibt, stechen vor allem die deutschen Synchronsprecher positiv hervor. Diese klingen im Gegensatz zu ihren japanischen Pendants etwas „härter“ und passen somit besser zum Szenario. Neben vier circa 23-minütigen Episoden liegen auf der Blu-ray Disc ein Clean Opening und ein Clean Ending vor. Weiteres Bonusmaterial gibt es in Form eines 36-seitigen Booklets, das für unser Review aber leider nicht zur Verfügung stand. Das ändert aber nichts an der sonst herausragenden Qualität von Saga of Tanya the Evil.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Alternative Geschichte wie in der Serie The Man in the High Castle oder vergleichbaren Werken ist immer interessant, da es dem Zuschauer ein Gefühl davon vermittelt, welche Konsequenzen einzelne Entscheidungen von wichtigen Funktionären gehabt haben könnten. Saga of Tanya the Evil geht in eine ähnliche Richtung, dezimiert jedoch selbst die reale Verknüpfung durch den Einsatz von bewussten Fantasy-Elementen wie Magie. Hinzu kommt eine fantasiereiche Hintergrundgeschichte um die titelgebende Tanya Degretschow, die die Erzählung aufpeppt. Trotzdem gelingt es der Anime-Serie, die ernste Thematik nicht zu vergessen und den Krieg mit all seinen negativen Aspekten darzustellen. Mit der ersten Volume ist Nut Animation Studio gelungen, einen guten Einstand in ein interessantes Szenario zu feiern. Bleibt zu hoffen, dass die beiden folgenden Episodenpakete von Saga of Tanya the Evil an diesen großen Erfolg anknüpfen können.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Saga of Tanya the Evil (Vol. 1)!

 

Preview: La-Mulana 1 & 2

La-Mulana war 2011 eines der letzten WiiWare-Spiele, die im Wii-Shop-Kanal veröffentlicht worden sind. Leider ist der Titel heute gar nicht mehr so bekannt, was sich im März 2020 aber ändern dürfte, denn dann kehrt das Spiel mit der Fortsetzung in La-Mulana 1 & 2 zurück.

Sollte sich am eigentlichen Inhalt des Spiels nichts ändern – wovon aktuell auszugehen ist – dann werden wir in La-Mulana abermals als Archäologe Lemeza Kosugi unterwegs sein. In seiner Rolle erkunden wir die mit zahlreichen Untoten und zu allem Übel noch mit jeder Menge Fallen gespickten Ruinen von La-Mulana. Storytechnisch knüpft der zweite Serienteil an seinen Vorgänger an, denn in La-Mulana 2 verschwindet Lemeza laut Herstellerangaben spurlos. Es liegt an uns, mit seiner Tochter Lumisa Kosugi in Eg-Lana nach ihm zu suchen. Eg-Lana wird von Publisher NIS America im Übrigen als „eine mysteriöse Version der legendären Ruinen von La-Mulana“ bezeichnet. Da sich der Spielanfang sehr ähnelt, gehen wir stark davon aus, dass sich die neue Spielwelt stark am ersten Teil orientiert, aber trotzdem genug Abwechslung bieten wird. Die Geschichte der beiden Spiele dürfte für die meisten aber nebensächlich sein, denn in La-Mulana 1 & 2 steht – wie aus den Trailern des Titels hervorragend entnommen werden kann – nach wie vor das Gameplay im Mittelpunkt des Geschehens. So werden wir das Action-Adventure aus der zweidimensionalen Seitenansicht erleben dürfen und springen in diesem mit beiden Abenteurern über Abgründe, lösen Schalterrätsel, weichen Fallen aus und sammeln dank unseres Erkundungsdrangs auch noch einige wertvolle Schätze.

Gute alte Retro-Zeit

Am ehesten dürften La-Mulana 1 & 2 sowohl mit der Metroid-Reihe als auch den daran angelehnten Castlevania-Ablegern verglichen werden, da sich die Spielwelt mit neuen Fähigkeiten peu à peu vergrößert. Wer den ersten Teil bereits gespielt hat, dürfte noch sehr gut in Erinnerung haben, dass es sich bei La-Mulana um ein sehr schwieriges Action-Adventure handelt. Wir gehen nicht davon aus, dass sich daran auf der Switch etwas ändern wird. Auch beim zweiten Teil erwarten wir, dass uns der Game-Over-Bildschirm regelmäßig ins Gesicht springt. Während eher ungeübte Abenteurer sich die Haare raufen dürften, freuen sich Hardcore-Spieler auf zwei knallharte Ausflüge mit reichlich Retro-Charme. Technisch liegt hier auch der Hund begraben, denn obwohl es sich bei La-Mulana aus dem Jahr 2011 auf der Wii bereits um ein Remake handelt, blieb uns Entwickler Nigoro einen 16:9-Modus schuldig. Bei La-Mulana 2 sieht das nicht anders aus, denn auch hier wird das Bild an beiden Seitenrändern beschnitten. Nostalgikern wir das leicht betagte Gewand sicher gefallen, alle anderen werden ohnehin schon beim Begriff „Game-Over-Bildschirm“ abgeschreckt. Immerhin wissen La-Mulana 1 & 2 das Retro-Konzept rigoros durchzuziehen, sodass uns in beiden Episoden ein toller Soundtrack erwartet, der an die MSX-Zeit erinnert. Wir sind uns sicher, dass uns gerade die Musik beim Durchspielen ordentlich motiviert und uns beide Spiele arg fesseln werden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Prognose (basierend auf dem veröffentlichten Videomaterial): La-Mulana gehört zu den besten Download-Spielen, die es auf der Wii gibt beziehungsweise gab. Wer den Titel damals verpasst hat und aufgrund des mittlerweile geschlossenen Wii-Shop-Kanals dort nicht mehr herunterladen kann, wird zusammen mit dem Nachfolger auf Nintendos Switch erneut die Möglichkeit dazu bekommen. Obwohl manche Überlegungen wie das verpasste 16:9-Bildformat in meinen Augen recht ärgerlich sind, bin ich mir sicher, dass mir das Gameplay erneut gefallen wird. Schon auf der Wii hat es unglaublich viel Spaß gemacht, bei einem horrenden Schwierigkeitsgrad die Ruinen von La-Mulana zu erkunden und mit Schätzen belohnt zu werden. Wenn es den Entwicklern gelungen sein sollte, das Gameplay im zweiten Teil auch nur ansatzweise mit ein paar guten Ideen fortzuführen, dann wird uns in meinen Augen mit dem Doppelpack La-Mulana 1 & 2 eine wirklich tolle Videospielsammlung erwarten.

 

Prime Time: Dragon Ball Super (Vol. 4, Unboxing)

Mittlerweile ganz traditionell, möchten wir euch auch zur vierten Serienbox von Dragon Ball Super ein Unboxing-Video präsentieren. Unser Chefredakteur hat sich die fünfte Volume geschnappt und stellt euch in unserem Video die optischen und haptischen Vorzüge der Box vor. Viel Spaß beim Anschauen!

Review: Beautiful Bones – Sakurako’s Investigation (Vol. 2)

Ursprünglich war die Veröffentlichung von Beautiful Bones – Sakurako’s Investigation bereits für Ende 2016 geplant, doch verzögerte sich der Release um ganze drei Jahre. Nachdem im September 2019 die erste Volume erschien, folgte die zweite Ausgabe einen Monat später.

Am Szenario von Beautiful Bones hat sich glücklicherweise nichts verändert. So findet das Geschehen nach wie vor in Asahikawa, nach Sapporo der zweitgrößten Stadt in Japans nördlichster Präfektur Hokkaidō, statt. Dies ist im Gegensatz zu Anime-Serien, die mit Tōkyō den Standard im Genre entsprechen, eine willkommene Abwechslung. Basierend auf den Light Novels von Ōta Shiori leben und arbeiten in Asahikawa die junge Präparatorin Kujō Sakurako und ihr tüchtiger Assistent, der Oberschüler Tatewaki Shōtarō. Gemeinsam sind sie ständig auf der Suche nach neuen Tierknochen, wobei die Suche allerdings meist mit dem Fund von Gebeinen von Menschen oder gar Leichen endet, weshalb das Duo parallel zur Polizei den Fall aufklären will. Für Sakurako und Shōtarō steht – anders wie zum Beispiel in Detektiv Conan – aber lediglich der Tathergang im Mittelpunkt der Untersuchung, die Entlarvung des Mörders ist hierbei nur sehr selten Bestandteil der jeweiligen Handlung. Neben der Ermittlung steht in Beautiful Bones auch die zwischenmenschliche Beziehung der beiden Hauptfiguren im Fokus, denn während Sakurako nicht immer gut mit Menschen umgehen kann, ist Shōtarō ihr Gegenpol, der sie in den tiefgründigen Dialogen zurechtweisen muss. In der zweiten Volume werden die einzelnen Charaktere zudem noch viel besser als zuvor ausgebaut.

Charakterbezogene Erzählweise

Zu sehen ist das bereits in der siebten und damit ersten Folge der zweiten Ausgabe, in der Shōtarō seine Chefin Sakurako zum Oberschulfest einlädt, wo sie sich direkt von einfachen Konversationen angeödet fühlt. Es dauert nicht wirklich lange, bis sie in einem Augenblick der Unachtsamkeit aus der Situation entflieht und daraufhin Zuflucht im Biologieraum findet. Dort erfährt der Zuschauer unter anderem, dass Sakurako früher eine Katze hatte, die sie Ulna, dem lateinischen und anatomischen Begriff für Ellbogen, nannte. Ulna war auch ihr erstes Präparat, was für Shōtarō äußerst unverständlich ist und für einen kleinen Zwist zwischen den beiden sorgt. Im Biologieraum lernt Sakurako weiterhin Shōtarōs Lehrer Isozaki Itsuki kennen, mit dem sie sich anfreundet. Gemeinsam räumen sie den benachbarten Lagerraum auf und entdecken dabei eine Kiste von Sakurakos verstorbenen Lehrer und Mentor Sasaki Atsurō, in der sie die menschlichen Überreste einer gewissen Sone Natsuko finden. Warum sich die Überreste in der Truhe befinden und wer Natsuko zu Lebzeiten war, sollte der Zuschauer aber selbst herausfinden. Die Protagonisten stoßen hierbei auf ein großes Familiengeheimnis, das viele Jahrzehnte zurückreicht und mehrere Wendungen respektive Wahrheiten birgt. Auch die restlichen Episoden von Beautiful Bones sind keinesfalls weniger spannend oder interessant.

Wunderbares, aber kein endgültiges Ende der Serie

Bildtechnisch überzeugt die Anime-Serie erneut mit wunderbaren Licht- und Schatteneffekten, die manchmal fast schon im alternierenden Rhythmus für eine warme und kühle Farbgebung sorgen. Diese wirken sich im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p zusammen mit den überaus sanften Kamerafahrten positiv auf die Atmosphäre aus, genau wie die sehr flüssigen Animationen der Charaktere. Akustisch setzt Beautiful Bones vor allem auf natürliche Töne, Musik wird nur in jenen Szenen verwendet, in denen es wirklich nötig ist, um den Drama-Aspekt des Krimis zu untermalen. In diesem Zusammenhang ist vor allem die elfte Episode zu erwähnen, in der unerwartet eine Tat zugegeben wird und im Hintergrund die Musik im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 währenddessen immer und immer lauter wird. Hinzu kommt eine sehr gute Synchronisation, denn sowohl im japanischen Original als auch in der deutschen Vertonung gehen alle Sprecher respektvoll und glaubwürdig mit der ernsten Thematik um. Alle sechs und jeweils circa 24-minütigen Folgen liegen auf einer Blu-ray Disc ohne jedwede digitale Boni vor, was abermals sehr schade ist. Dafür gibt es ein 52-seitiges Booklet als physischen Bonus obendrauf. Für unser Review stand das Büchlein nicht zur Verfügung, es ist allerdings von der typisch hohen Qualität des Publishers auszugehen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Beautiful Bones – Sakurako’s Investigation gehört definitiv zu den besten Anime-Serien, die das Kriminalgenre zu bieten hat. Während die erste Ausgabe der Serie das Konzept der Story vorstellt, baut dieses das zweite Episodenpaket maßgeblich aus. So werden nicht nur die einzelnen Geschichten pro Folge verwinkelter, auch die Charaktere selbst gewinnen an Tiefe. Kein gezeigter Moment fühlt sich überflüssig an und jede einzelne Minute kann der Zuschauer nicht nur aufgrund der Handlung, sondern auch aus Gründen der Ästhetik voll und ganz genießen. Das einzige Manko – neben fehlenden digitalen Boni – dürfte aber wohl das Ende von Beautiful Bones sein. Handlungstechnisch ist die Anime-Serie bis auf Kujō Sakurakos ganz persönlichen Fall zwar abgeschlossen, doch möchte der Zuschauer noch weitere Geschichten erleben. Unterm Strich bleibt also nur zu hoffen, dass früher oder später noch eine Staffel produziert wird oder zumindest noch das Live Action Drama seinen Weg in den deutschsprachigen Raum findet. Nichtsdestotrotz sollte die Serie von jedem gesehen werden, der das Genre mag, denn Beautiful Bones punktet mit Charakteren, Szenario und Erzählkniffen auf ganzer Linie!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Beautiful Bones – Sakurako’s Investigation (Vol. 2)!

Preview: Langrisser I & II

Mit Fire Emblem: Awakening ist es Nintendo gelungen, nicht nur eine ganze Videospielserie vor dem Aus zu retten, sondern auch ein halbwegs tot geglaubtes Genre wieder salonfähig zu machen. Mit Langrisser I & II gesellt sich ein Remake zum Strategie-Rollenspielgenre hinzu.

Bei Langrisser I & II handelt es sich, wie der Titel des Doppelpacks schon vermuten lässt, um gleich zwei Spiele. Die ersten beiden Episoden der hierzulande eher unbekannten Reihe wurden in Japan in den Jahren 1991 und 1994 unter anderem für das Sega Mega Drive veröffentlicht, erschienen aber offiziell niemals in Europa. Im März 2020 soll dieser leidliche Umstand mit dem Remake allerdings behoben werden. Storytechnisch sollen die beiden Spiele der Geschichte des jeweiligen Originals entsprechen. So findet die Handlung zwei Jahrhunderte nach einer großen Schlacht statt. Deren Nachwirkungen in Form von Plagen und kleineren Kriegen verschwinden peu à peu aus dem Land, doch dann ziehen am Horizont auch schon die nächsten Gewitterwolken auf. Das Böse will sich dem Land bemächtigen – und nur ein paar Helden können sich dem entgegen stellen. An genau diesem Punkt kommen wir ins Spiel und schlüpfen, wie das bei Strategie-Rollenspielen üblich ist, abwechselnd in die Haut von Charakteren wie Bernhardt, Leon, Egbert, Elwin, Hein, Liana und Cherrie. Gemeinsam mit diesen Recken ziehen wir dann in verschiedene Schlachten und erleben der Reihe nach kleinere wie größere Geschichten. Beispielsweise ist im Trailer schon zu sehen respektive zu hören, dass das gefürchtete Raygurad-Imperium in ein Dorf einmarschiert und Held Hein das verhindern muss.

Überarbeitete Mega-Drive-Klassiker

In puncto Gameplay ist Langrisser I & II wohl am ehesten mit der eingangs erwähnten Fire-Emblem-Reihe zu vergleichen, denn auch hier befehligen wir die einzelnen Helden mit ihren Armeen aus der leicht versetzten Vogelperspektive auf dem Schlachtfeld. Bei Feindkontakt öffnet sich ein separater Bildschirm, in dem sich die Figuren gegenseitig attackieren. Das wirkt auf der Nintendo Switch aber leider etwas unbeholfen oder gar ulkig, da sich die Entwickler unglücklicherweise für eine Verniedlichung der Charaktere im Chibi-Look entschieden haben. Ob das der ernsten Thematik unzuträglich ist, lässt sich abschließend an dieser Stelle natürlich nicht voraussagen, doch angetan sind wir – wie viele Fans des Originals – davon aber noch nicht. Immerhin soll es möglich sein, zwischen einer leicht klassischen und einer aufpolierten Optik zu wählen. Die ursprünglichen Spielversionen sind aber nicht mit an Bord. Im Gegensatz zur Mega-Drive-Fassung, die dafür technisch maßlos überfordert gewesen wäre, sollen laut Publisher zudem sämtliche Texte auf Japanisch vertont sein. Zusammen mit der überarbeiteten Musik, die in ersten Hörproben wirklich stimmungsvoll ist, könnte genau dieser Aspekt eine unheimlich dichte Atmosphäre erzeugen. Zu guter Letzt verspricht der Publisher noch eine geschmeidige Steuerung, mit der die Schlachten angenehm zu befehligen sein sollen. Ob all die Versprechen aufgehen, erfahren wir spätestens am 13. März 2020.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Prognose (basierend auf dem veröffentlichten Videomaterial): Als recht großer Fan des Genres freue ich mich immer sehr darüber, wenn ein neues Spiel erscheint. Bei Langrisser I & II sind es aber zugleich zwei Spiele, mit denen ich mich auseinandersetzen darf. Zudem handelt es sich hierbei genau genommen um zwei Remakes zweier Klassiker, weshalb ich als ebenso großer Anhänger von Retro-Spielen gleich mehrfach angesprochen werde. Was ich bisher von Langrisser I & II gesehen habe, stellt mich durchaus zufrieden. Die Kämpfe nehmen größere Ausmaße an als in der Fire-Emblem-Reihe, die auf den ersten Blick stereotypisch wirkenden Helden treffen genau meinen Nerv und auch die musikalische Untermalung stimmt mich zufrieden. Lediglich der Chibi-Look der Charaktere auf dem Schlacht und in den einzelnen Kämpfen wirkt auf mich regelrecht wie ein Abziehbild günstig in Auftrag gegebener Anime-Produktionen. Ob das für mich ein unüberwindbarer Spielspaßhemmer sein könnte, werde ich aber erst beim persönlichen Anspielen des Titels feststellen, auf das ich mich aber schon sehr freue. Ein Glück, dass der 13. März 2020 nicht mehr ganz so weit entfernt ist.

 

Review: Bleach (Box 6, Episoden 110–131)

Während die Episoden der vierten und fünften Serienbox einem Handlungsfaden folgen, der so im Manga von Bleach nicht vorkommt, knüpfen die Folgen der sechsten Ausgabe sowohl an dieser Story als auch an der nach Box 3 abgebrochenen Rahmenhandlung wieder an.

Mit ihrer Handlung kann sich die Anime-Serie Bleach hier und da ordentlich ziehen, wie Fans des Franchises sehr gut wissen. Trotzdem motiviert die Reihe immer wieder dazu, einzuschalten und zusammen mit den Protagonisten neue Abenteuer zu erleben. Die sechste Volume beinhaltet die ersten Episoden, die im Jahr 2007 über japanische Fernsehbildschirme flimmerten. Hier werden sowohl die jungen Ereignisse in der Soul Society als auch die zurückliegenden Geschehnisse aus der dritten Volume thematisiert. Mittlerweile konnten Kurosaki Ichigo und seine Freunde die Soul Society hinter sich lassen und in ihre Heimat zurückkehren. In der fiktiven japanischen Stadt Karakura kehrt allerdings keine Ruhe ein, was in erster Linie an Ichigos neuem Mitschüler Hirako Shinji liegt. Da er erzähltechnisch als Sonderling dargestellt wird, stuft sowohl Ichigo als auch der Zuschauer Shinji als suspekte Figur ein. Es dauert auch nur bis zur nächsten Nacht, dass sich dieser Verdacht endgültig bestätigt. Im Schutz der Dunkelheit greift er Ichigo mit seinem Zanpakutō an, was für Ichigo und für den Zuschauer neue Fragen aufwirft, die halbwegs im Verlauf der 22 enthaltenen Episoden der sechsten Serienbox von Bleach peu á peu gelöst werden. Shinji gehört zu der so genannten Armee der Masken, deren Auftritt dafür sorgt, dass die Soul Society ein weiteres Mal vor dem Untergang steht.

Die Masken fallen

Bei der Armee der Masken handelt es sich um eine undurchschaubare Organisation, die aus sogenannten Vizards (in der korrekten Übersetzung ins Englische eigentlich Visored) besteht. Vizards sind Shinigami, die die Macht der Hollows erreichen und für ihre dubiosen Zwecke missbrauchen wollen. Diese versuchen Kontakt zu Ichigo aufzunehmen, was dessen Vater Kurosaki Isshin verhindern muss. Letzteres tritt für den Zuschauer äußerst unerwartet ein, zumal Isshin in den ersten fünf Serienboxen von Bleach ein Dasein als witzige Randfigur fristen musste. Ob Ichigo die wahre Identität seines Erzeugers herausfindet, sollte der Zuschauer aber am besten selbst erfahren. Es bleibt aber ganz allgemein sehr spannend, da sich die Entwicklung der Geschichte stark auf die einzelnen Charaktere auswirkt. So schmiert Shinji Ichigo Honig um den Mund und prognostiziert ihm, dass der Hollow in Ichigo früher oder später die Oberhand gewinnen und daraufhin all seine Freunde verlieren wird. Diese Worte sorgen in Ichigo für diverse Selbstzweifel. Erst als seine alte Freundin Kuchiki Rukia überraschenderweise in Karakura auftaucht und ihm gut zuspricht, gewinnt er neuen Mut und kämpft weiter gegen das Böse an. Eine Charakterentwicklung macht allerdings auch Ichigos Mitstreiter Ishida Uryū durch, der bedauerlicherweise nach wie vor seinen magischen Kräften beraubt ist.

Traditionelle Serienfortführung

Inszenatorisch überzeugen in Bleach vor allem die Kämpfe zwischen den einzelnen Figuren. Beispielsweise kann Rukia die Umgebung mit ihrem Schwert vereisen. Madarame Ikkaku ist wiederum ein unscheinbarer Charakter, der auf einmal sein Schwert Hōzukimaru entfesseln kann, woraufhin dieses sein Aussehen verändert und die Gegner des Trägers einschüchtert. Dargestellt wird das Geschehen in der Anime-Serie altersbedingt im 4:3-Bildformat, was den Episoden der sechsten Serienbox ein wenig die Dynamik nimmt. Stilistisch orientieren sich die Folgen an den vorherigen Ausgaben, denn während die vordergründigen Charaktere oft mit bunten Farben hervorstechen, bleiben die Hintergründe eher blass. Untermalt wird das teils bedrohliche, teils melancholische und manchmal auch humorvolle Geschehen mit dem typischen Soundtrack der Serie im Tonformat Dolby Digital 2.0. Neben der atmosphärischen Musik überzeugen auch die deutschen als auch japanischen Synchronsprecher mit ihren Stimmen, doch da die deutsche Variante immer noch mit Aussprachefehlern bei japanischen Begriffen behaftet ist, sollte der japanische Originalton bevorzugt werden. Neben den 22 Episoden liegt auf den vier Datenträgern abermals kein digitales Bonusmaterial bei. Ebenso hat Publisher Kazé Anime an einem Booklet gespart, was bei Bleach leider schon Tradition hat.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 110 bis 121 der Serie): Die Abkehr vom Manga ist mit der sechsten Serienbox endlich passé, denn Bleach führt mit den vorliegenden Folgen endlich die Rahmenhandlung fort. Als Handlungsort wurde die Soul Society dieses Mal nur zum Teil ausgewählt, was nach den letzten Ausgaben wirklich positiv ist. Dieses Mal findet das Geschehen vor allem in Karakura und der näheren Umgebung statt. Das japanische Setting der späten 2000er-Jahre ist im Anime-Sektor zwar bei Weitem nicht unverbraucht und keinesfalls einzigartig, aber in Bleach eine gern gesehene Veränderung, da es dem Gesamtbild einen neuen Anstrich gibt. Interessant sind ebenfalls die Charakterentwicklungen, die eng mit den vergangenen und aktuellen Geschehnissen zusammenhängen. Zu alledem kommen noch äußerst spannende Kämpfe hinzu, in denen das Animationsstudio nicht mit Spezialeffekten geizt. Wer Bleach bis zu diesem Zeitpunkt verfolgt hat, wird mit den Episoden 110 bis 121 sehr zufrieden sein und eine spannende Folge nach der anderen genießen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Bleach (Box 6, Episoden 110–131)!

Prime Time: The Yakuza Remastered Collection (Unboxing)

Am 11. Februar war es endlich soweit: Der dritte, vierte und fünfte Serienteil der langlebigen Yakuza-Reihe erschien endlich auch in der Rematered-Version in phyischer Form in Europa. Unser Chefredakteur hat sich The Yakuza Remastered Collection gekrallt und stellt euch in unserem Unboxing-Video die Edition vor. Warum er sich über die Spiele freut, von der Collection aber nicht gänzlich überzeugt ist, erfahrt ihr in unserem Video.

Review: B Gata H Kei (Vol. 2)

Mitte August 2019 veröffentlichte Kazé Anime die erste Ausgabe der Anime-Serie B Gata H Kei. Nur wenige Wochen später folgte Anfang September die zweite Volume, die zugleich das Serienfinale darstellt, obwohl die Manga noch ein ganzes Jahr länger publiziert wurden.

Yamada ist ihrem Ziel, mit über einhundert Jungs während ihrer Zeit auf der Oberschule zu schlafen, kein Stück nähergekommen. Stattdessen hat die Anime-Serie bereits in der ersten Folge eine Wendung genommen, denn in der Buchhandlung hat die fünfzehnjährige Yamada ihren Mitschüler Kosuda Takashi getroffen. Seit ihrer ersten Begegnung macht dieser ihr einen dicken Strich durch die Rechnung. Während sich das erste Episodenpaket vor allem mit dem gegenseitigen Kennenlernen der beiden Figuren beschäftigt, stehen in der zweiten Volume die Gefühle der beiden Charaktere im Mittelpunkt der Erzählung. Die Anime-Serie B Gata H Kei bleibt ihrer Linie treu und wirft Yamada und Takashi dafür in abstruse Situationen, in denen die unbeholfenen Figuren zur Unterhaltung des Zuschauers überfordert sind. Daran wächst das mögliche Paar aber, sodass die Charakterentwicklungen mit jeder weiteren Folge deutlich spürbar sind. Ihre Gefühle füreinander beeinflussen jedoch auch ihre Umwelt, die in das Drama freiwillig oder nicht hineingezogen wird. Da wäre zum Beispiel Kanejō Kyōka zu nennen, die in den Vereinigten Staaten von Amerika zur Schule gegangen ist. Sie verfügt für ihre neue Schule noch nicht über einen neuen Badeanzug, wodurch sie beim Schulsport aus der Menge heraussticht. Dies führt zu einem Beliebtheitswettkampf mit ihrer Rivalin Yamada.

Gefühlschaos

B Gata H Kei lebt somit nicht nur durch die beiden Hauptfiguren, sondern auch durch diverse Nebencharaktere. Beispielsweise ist Yamadas kleine Schwester Yamada Chika neu an ihrer Oberschule und freundet sich einerseits direkt mit Kyōka an und verliebt sich andererseits in deren Bruder Keiichi, woraufhin Kyōka wiederum nicht gut zu sprechen ist – und wie es der Zufall so ist, entwickelt Keiichi ein starkes Interesse an Yamada, was Takashi insgeheim in eine Krise stürzt. Hinzu kommt, dass der Sommer vor der Tür steht und Takashi mit seinen Verwandten und der Familie von Miyano Mayu gemeinsam Urlaub macht. Was nur Yamada und ihre beste Freundin Takeshita Miharu wissen, ist, dass Mayu heimlich in Takashi verliebt ist. Yamada kann nicht zulassen, dass sich die beiden näherkommen und beschließt, ihre Ferien zu torpedieren. Da es sich beim Großteil der Charaktere von B Gata H Kei um Oberschüler handelt, ist es nicht verwunderlich, dass auch ein Klassenausflug mit zur Story gehört. Dieser geht nach Kyōto und ermöglicht den beiden Vielleicht-Verliebten Spielraum für ihre Gefühle. Nichtsdestotrotz bleibt auch in diesem Rahmen reichlich Zeit, um Figuren wie Miharu zu beleuchten. Beispielsweise ist Miharus erstes Mal eines der Gesprächsthemen. In diesem Moment wird vor allem der Humor der aus zwölf Folgen bestehenden Serie deutlich.

Jungfrau, 15, weiblich, sucht

An allen Ecken und Enden ist der Humor äußerst schlüpfrig, da er immer wieder auf das Eine hinausläuft. Sexuelle Anspielungen, kurzweilige Dialoge über niedere Dinge und ideenreiches Kopfkino sind inklusive. Ähnlich wie die Episoden der ähnlich strukturierten Anime-Serie Yūnas Geisterhaus sind auch die Folgen von B Gata H Kei in zwei Hälften aufgeteilt. Diese Hälften beschäftigen sich stets mit einem bestimmten Thema, wobei sämtliche Bereiche des Verliebtseins abgedeckt werden. Obwohl diese Themen nur sehr vage miteinander verknüpft sind, schaffen es die Situationen hervorragend, die eigentliche Story gut voranzutreiben, zu unterhalten und halbwegs zu einem angenehmen Abschluss zu führen. Daran sind auch die regelmäßigen Einblendungen der Triebgötter von Takashi und Yamada nicht ganz unschuldig, die die Erlebnisse mit kecken Sprüchen begleiten. Unter technischen Gesichtspunkten führt die zweite Volume das Grundgerüst der ersten Ausgabe nahtlos fort. So sind die Charaktere allesamt detailliert gestaltet, während die Umgebungen lediglich ihren Zweck erfüllen. Dafür entschädigt wiederum der Soundtrack, der vor allem mit heiteren Klängen punktet. Sowohl die deutsche als auch die japanische Synchronisation schließen das Gesamtpaket wunderbar ab, lediglich Bonusmaterial fehlt in der zweiten und abschließenden Volume leider abermals.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): B Gata H Kei führt die Geschichte um die jungfräuliche Yamada und ihrem Objekt der Begierde, Kosuda Takashi, in der zweiten Volume zu einem angenehmen Abschluss. Da die Manga-Reihe noch ein Jahr nach dem Ende der Anime-Serie veröffentlicht wurde, darf – wie so oft – jedoch nicht mit einem runden Ende gerechnet werden. Zwar wird die Story halbwegs gut abgeschlossen, doch bleibt das Finale offen. Eine Fortsetzung ist aber eher unwahrscheinlich, da die Anime-Serie schon seit 2011 nicht mehr angetastet wurde. Trotzdem können die sechs enthaltenen Episoden mit abstrusen Ideen und Situationen vor allem mit ihrem Humor punkten. Diese stehen den Folgen der ersten der beiden Volumes in so gut wie nichts nach. Wer die ersten sechs Teile von B Gata H Kei bereits mochte, kann bei der zweiten und letzten Volume gerne erneut zugreifen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von B Gata H Kei (Vol. 2)!

Review: Shovel Knight: King of Cards

Zeitgleich mit Shovel Knight: Showdown veröffentlicht, handelt es sich bei Shovel Knight: King of Cards um die letzte Kampagne des modernen 8-Bit-Klassikers Shovel Knight. Diese punktet mit tollen Geschicklichkeitspassagen, enttäuscht jedoch leider mit dem Kartenspiel.

Im Gegensatz zum Hauptspiel schlüpfen wir – wie in jeder anderen Kampagne auch – nicht in die Haut des titelgebenden Shovel Knights, sondern in dessen Rivalen King Knight. Getrieben von Größenwahn und Geldgier will dieser sein Königreich aufbauen. Dies gelingt ihm jedoch nur, wenn er die Tjost-Titanen besiegt. Tjost heißt im Übrigen das neue Kartenspiel, das in Shovel Knight: King of Cards eingeführt wird. Hierbei handelt es sich um ein Sammelkartenspiel, das im ganzen Land an Popularität gewinnt und vielerorts in Tavernen gespielt wird. Wer auf solch einen Schnickschnack keine Lust hat, muss aber nicht verzagen. Der Titel suggeriert zwar, dass Tjost im Mittelpunkt steht, doch ist dies nicht gänzlich der Fall. Zwar müssen wir uns in regelmäßigen Abständen mit anderen Figuren vergleichen, doch lässt sich das Abenteuer weitgehend auch ohne das Kräftemessen im Kartenspiel absolvieren. Hier orientiert sich das Gameplay stark am Hauptspiel, das wiederum Anleihen aus der Mega-Man-Reihe und anderen Nintendo-Entertainment-System-Klassikern wie DuckTales aufweist. Das heißt, dass wir unsere Sprünge über Abgründe millimetergenau berechnen müssen und vor jedem Gegner auf der Hut sein sollten. Anfänger dürften ein bisschen am Schwierigkeitsgrad zu knabbern haben, während Serienkenner größtenteils vor keinen Herausforderungen stehen.

Uralte, aber überaus spaßige Spielmechaniken

Um ein Level auszuwählen, reisen wir in Shovel Knight: King of Cards über eine Oberwelt, die an Super Mario Bros. 3 erinnert – inklusive Bewegungen von manchen Gegnern oder speziellen Events. Zusätzlich existiert mit dem Luftschiff noch eine Zentrale, in der sich alle Nebenfiguren sammeln, die sich uns im Verlauf des Abenteuers anschließen. Bei diesen können wir gesammeltes Geld oder Medaillen gegen neue Upgrades tauschen. Wenn wir der Meinung sind, zu wenig Spezialangriffe ausführen zu können, dürfen hier beispielsweise unsere Energieleiste verlängern lassen. Sterben wir zu oft, ist es vielleicht eine gute Idee, den Heulkrampf zu erlernen. Stehen wir dann in einem Level für ein paar Sekunden still, können wir mit unseren Tränen unsere Wunden kurieren. Das sieht ulkig aus und zeigt, wie viel Ideen und Humor in Shovel Knight: King of Cards steckt. Hinzu kommt, dass viele Spielabschnitte nicht nur optisch, sondern auch für das Gameplay abwechslungsreich gestaltet sind. Um über Abgründe zu wirbeln, müssen wir in einem Level beispielsweise herumhängende Laternen als Sprungbrett missbrauchen. An anderer Stelle müssen wir uns hingegen wie Shovel Knight durch den Boden graben, wobei sich Steuerung und Umsetzung davon aber unterscheiden. Dies sollte aber keinesfalls abschrecken, denn die Bedienung des Titels ist kinderleicht zu erlernen.

Detailliertes und gelungenes 8-Bit-Abenteuer

Des Weiteren sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass die meisten Levels gefühlt kürzer ausfallen als beispielsweise noch im Hauptspiel oder Shovel Knight: Specter of Torment. Auf die Kontrollpunkte wurde dennoch nicht verzichtet. Sobald wir einen Checkpoint erreichen, können wir nach unserem Ableben jedes Mal dort starten. Es steht uns aber auch frei, den Kontrollpunkt in Stücke zu schlagen, um unsere Geldbörse aufzustocken – in diesem Fall starten wir jedoch am Checkpoint davor oder im schlimmsten Fall am Anfang des Levels. Da wir bei jedem Ableben einen nicht unerheblichen Teil unseres Geldes verlieren, sollte diese Entscheidung aber gut überlegt sein. Zwar können wir verlorene Geldsäcke an der Stelle wieder einsammeln, wo wir sie verloren haben, doch sterben wir in der Zwischenzeit erneut, ist auch das Geld futsch. Dieses Konzept versprüht einen ungeheuren Reiz und stellt sowohl Hardcore-Fanatiker als auch Anfänger zufrieden. Grundsätzlich macht Shovel Knight: King of Cards sehr vieles richtig, da wir ständig dazu motiviert werden, das nächste Level in Angriff zu nehmen, versteckte Medaillen und weitere Secrets aufzuspüren, Diamanten zu sammeln, Upgrades zu kaufen und dank witziger Dialoge unsere Tränen vor Lachen aus dem Gesicht zu wischen. Wäre da nicht das Kartenspiel Tjost, das sich wie unnötiger Ballast anfühlt.

Zeit für ein Duell!

Kommt es zu einem Tjost-Duell, öffnet sich ein Kampfbildschirm. In der Mitte befindet sich ein quadratischer Bereich, der in mehrere Felder aufgeteilt ist, auf dem die Karten beider Spieler abgelegt werden. Ziel von Tjost ist, dass alle Felder am Ende belegt sind. Derjenige, der am Ende die meisten Felder belegt hat, auf denen Edelsteine abgebildet sind, gewinnt die Partie. Das klingt in der Theorie einfach, wird in der Praxis durch die Schiebemechanik aber erschwert, denn jede Karte darf nur in verschiedene Richtungen verschoben werden. Wir sollten das beim Ablegen einer Karte stets beachten, da wir eine neue Karte zwischen bereits abgelegten Karten positionieren können – dies geht aber nur, wenn das Verschieben nicht durch die vorhandenen Karten blockiert wird. Der Gewinner des Duells darf sich übrigens auch Karten von seinem Gegner stibitzen. Wollen wir eine verlorene Karte zurückholen, dürfen wir diese beim Händler erneut erwerben. Wer bei Tjost die Oberhand behalten will, sollte sein Deck stets aktuell halten. Ähnlich wie bei Final Fantasy VIII und Co gehört das Sammelkartenspiel eher zur optionalen Spielerfahrung, hätte unserer Meinung nach aber durchaus ein wenig mehr Feinschliff gebrauchen können. Trotzdem sollte Shovel Knight: King of Cards von jedem Fan der Reihe gespielt werden. Alle, die Shovel Knight noch nicht kennen, sollten aber zuerst zum Hauptspiel oder gleich zum Treasure Trove genannten Gesamtpaket greifen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch-Fassung): Während mich Shovel Knight: Showdown als Kampfspiel eher enttäuscht, erfreut mich Shovel Knight: King of Cards umso mehr. Hier ist genau das Gameplay vorhanden, das ich mir von der Shovel-Knight-Serie erhoffe. Zweidimensionale und abwechslungsreiche Levels, vollgestopft mit Action, Secrets und Geschicklichkeitspassagen passen einfach ins das visuelle 8-Bit-Gewand, das zudem ein weiteres Mal mit einem tollen Soundtrack begleitet wird. Hinzu kommt eine abgedrehte Story um einen größenwahnsinnigen Möchtegern-Monarchen, begleitet von vielen weiteren und ähnlich irrwitzigen Charakteren und grundsätzlich sehr humorvoll geschriebenen Dialogen, bei denen kein Auge trocken bleibt. Lediglich die Anwesenheit des weitgehend optionalen Kartenspiels Tjost erschließt sich mir nicht. Es mag vielleicht ein netter Bonus sein, doch in der jetzigen Form ist es in meinen Augen für die meisten Spieler wohl kaum durchschaubar und nur mit viel Geduld zu erlernen. Wer diese Nerven nicht mitbringt, wird am Spiel aber dennoch seine Freude haben, da Shovel Knight: King of Cards mit dem Kern-Gameplay immer noch auf ganzer Linie überzeugen kann.

 

Review: Yūnas Geisterhaus (Vol. 4)

Kazé Anime veröffentlichte seit August 2019 im Monatstakt alle vier Volumes der Reihe Yūnas Geisterhaus. Im November erschien schließlich das vierte und leider auch schon letzte Episodenpaket, das jedoch an bekannten Problemen kurzweiliger Anime-Serien krankt.

Im Mittelpunkt der Erzählung von Yūnas Geisterhaus steht nach wie vor das fünfzehnjährige Medium Fuyuzora Kogarashi, weshalb großartige Änderungen an der Grundhandlung sowohl überflüssig sind als auch nicht vom Zuschauer erwartet werden dürfen. Seit geraumer Zeit ist die Pension Yuragi im malerischen Yukemuri Dreh- und Angelpunkt der Story. Ursprünglich wollte Kogarashi dort den titelgebenden Geist Yunohana Yūna erlösen, doch entpuppte sich das Geistermädchen alles andere als ein Ärgernis. So freundeten sich die beiden an und die Erlösung wurde fürs Erste aufgeschoben. Zusammen mit ihren Mitbewohnerinnen, bei denen es sich allesamt um freundliche Oni oder Kami, die die Menschenform angenommen oder die Kontrolle über Menschen übernommen haben, handelt, erleben sie die ulkigsten Abenteuer. Obwohl es ständig irgendwelche Personen auf Yūna abgesehen haben, müssen die Freunde auch einmal abschalten können. So verlagert sich das Geschehen hin und wieder auch mal an andere Handlungsorte. Dies ist insbesondere deshalb wichtig, da so die Freundschaft aller Charaktere außerhalb des gewohnten Handlungsrahmens auf die Probe gestellt wird. So wird die Geschichte in der zehnten und elften Episode beispielsweise von der Pension Yuragi an den Strand verlagert, wo ebenfalls übernatürliche Erscheinungen auf die Freunde warten.

Damals im Zeltlager

Bevor Kogarashi und die anderen ins Sommerlager aufbrechen können, müssen sie sich zunächst um ihre Badekleidung kümmern. Die Schulleitung hat beschlossen, dass die Mittelschüler dieses Mal ihre private Kleidung tragen dürfen. Um Kogarashi von sich zu überzeugen, lädt Ameno Sagiri – unter dem Vorwand einen wütenden Geist zu beschwichtigen – zu einer Shoppingtour ein. Insgeheim möchte sie aber nur, dass er sie schon mal im Bikini sieht. Für welches Outfit sich Sagiri schlussendlich entscheidet, sollte der Zuschauer am besten aber lieber selbst herausfinden. Interessanter dürfte da schon das Tentakelmonster im Meer sein, denn Gerüchten zufolge reißt das unheimliche Wesen Frauen ihren Bikini vom Leib. Dass das natürlich genau so eintritt, dürfte wohl niemanden mehr überraschen. Im weiteren Handlungsverlauf wollen die Freundinnen, dass Kogarashi beziehungsweise seine berufliche Tätigkeit auch von seiner skeptischen Klasse akzeptiert wird. Dieser Plan geht jedoch nicht wie geplant auf, denn zwei seiner Klassenkameraden befreien durch Zufall einen schlummernden Dämon, den Kogarashi zu seinem Leidwesen beschwichtigen muss. Schlussendlich geht es noch um zwei verstorbene Geliebte, die Kogarashi und Yūna zusammenbringen wollen. Hier schließt Yūnas Geisterhaus den Kreis zum Serienauftakt, aber ohne die Story gänzlich abzuschließen.

Fanservice vom Feinsten

Yūnas Geisterhaus kommt auch im Finale nicht ohne erotische Elemente aus. Beispielsweise presst Sagiri ihre Brüste Kogarashi ins Gesicht. Arahabaki Nonko, die in der dritten Volume etwas zu kurz gekommen ist, leckt dieses Mal ein Eis am Stiel, das aufgrund der Sommerhitze auf ihre Brüste tropft. In einer weiteren Szene landen Kogarashi, Sagiri, Yūna und Miyazaki Chisaki wiederum gemeinsam unter der Bettdecke. Allgemein wird in der vierten Volume sehr viel Wert auf die Darstellung von Brüsten gelegt, woran auch das heiße Bad im Sommerlager und auch das Tentakelmonster nicht ganz unschuldig sind – das Hentai-Genre lässt grüßen. In den letzten Folgen der Anime-Serie liefert Animationsstudio Xebec unverhältnismäßig viel Fanservice. Unter technischen Gesichtspunkten ändert sich am Ende aber nichts, denn die Animationen und Effekte sind im bildschirmfüllenden 16:9-Format und in der Auflösung von 1080p eher durchschnittlich. Dafür entschädigt jedoch die Musik von Komponist Kikuya Tomoki, die die recht heiteren und zum Ende der Geschichte hin auch ein wenig tragischen Momente gut ausdrückt. Digitales Bonusmaterial gibt es wie schon bei der dritten Volume nicht. Ein Booklet im physischen Bereich möchte dafür entschädigen. Das ist ein wenig schade, denn Interviews zur Übertragung vom Manga zum Anime wären interessant gewesen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Yūnas Geisterhaus hätte durchaus das Potenzial gehabt, durchgehend eine spannende Story zu erzählen. Bis auf den Anfang und das Ende der Anime-Serie konzentriert sich die Geschichte aber eher auf Nebenhandlungen und verhältnismäßig wenig auf die Beziehung zwischen Kogarashi und Yūna. Das wird vor allem im Finale deutlich, das den Kreis zum Serienauftakt halbwegs schließen will. So gehört die Anime-Serie Yūnas Geisterhaus zu den Werken, die nur einen Teil der eigentlichen Handlung abdecken. Es bleibt zu hoffen, dass eine zweite Staffel die Erzählung in Anime-Form noch fortsetzen und vielleicht sogar zu einem alternativen Ende führen wird. Wer aber die leichte Art der Serie mag, nichts gegen den schlüpfrigen Humor und die starke Sexualisierung der überwiegend weiblichen Charaktere einzusetzen hat, kommt aber auch mit der vierten Ausgabe von Yūnas Geisterhaus voll auf seine Kosten.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Yūnas Geisterhaus (Vol. 4)!

Review: Dragon Ball Super (Vol. 4, Episoden 47–61)

Mit der dritten Volume konnte Dragon Ball Super genau die Stärke und Dynamik entwickeln, die der Anime-Serie in den ersten beiden Episodenpaketen aufgrund der Filmvorlagen fehlte. Die vierte Ausgabe tritt dabei zum Glück in die wunderbaren Fußstapfen der dritten Volume.

Dragon Ball Super beginnt in der 47. und somit ersten Episode der vierten Volume mit einem erzählerischen Kniff. Anstatt nur die Handlung der vorherigen Ausgabe fortzuführen, setzt die Story zusätzlich nach der sechsten Volume von Dragon Ball Z Kai ein. Nach einem Jahr ist Torankusu in seine Zeit zurückgekehrt, doch herrscht auch nach dem Sieg gegen den bösen Seru kein Frieden. Ein neuer und überaus böser Feind ist aufgetaucht, der aus einem falschen Sinn für Gerechtigkeit die Erde in Schutt und Asche legt. Torankusu muss mit eigenen Augen erleben, wie zunächst seine Mutter Buruma und dann auch noch seine Freundin Mai vermeintlich vom ominösen Gokū Burakku getötet werden. In der Zukunft ist viel passiert: Aus Prinz Pirafus einstiger Handlangerin Mai wurde die mutige Anführerin des Widerstands und Burakkus Äußeres ähnelt der Erscheinung von Gokū. Da die Situation ausweglos erscheint, reist Torankusu 17 Jahre in die Vergangenheit, wo er erschöpft ankommt. So steht erst einmal die Genesung auf dem Plan. Der noch junge Torankusu ist selbstverständlich sehr verdutzt, seinem älteren Ich zu begegnen. Als Torankusus Alter Ego schließlich erwacht und Gokū erblickt, greift er diesen aus Reflex an. Dies untermauert einmal mehr, welchen Eindruck Burakku in der Zukunft hinterlassen hat und wie dringlich und wichtig dessen Bekämpfung ist.

Reise durch Raum und Zeit

Aus keinem anderen Grund schließen sich die Freunde zusammen, um ihren nächsten Feind in Dragon Ball Super zu bekämpfen. Als Burakku in der Gegenwart auftaucht, bleibt der Ring an seinem Finger bei Birusu und seinem Diener Uisu nicht unentdeckt. Da es im zehnten Universum einen Kämpfer gibt, dessen Ki Ähnlichkeiten zu Burakkus Kampfkraft aufweist und in der dortigen Welt der Kaiōshin außerdem die magischen Zeitringe aufbewahrt werden, reisen Birusu, Uisu und Gokū dorthin. In der Welt der Kaiōshin angekommen, lernen die drei ungleichen Charaktere sowohl Gowasu als auch dessen Schüler Zamasu kennen. Auch wenn noch sämtliche Zeitringe sicher im zehnten Universum verwahrt werden, bemerken sie, dass in Zamasu eine dunkle Seite schlummert. Als Kaiōshin beobachten Gowasu und Zamasu die verschiedenen Lebensformen und ihre Entwicklung im Universum, doch Zamasu sieht in den weniger fortschrittlichen Kulturen nur minderwertige Lebewesen. Ob und inwiefern Zamasu in die Ereignisse rund um Gokū Burakku involviert ist, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Fakt ist, dass auch die Super Dragon Balls ihren Anteil daran haben. Es bleibt damit wieder einmal äußerst spannend und gipfelt schließlich – ganz in Dragon-Ball-Tradition – in einem weitgehend ausweglosen Kampf zwischen einigen der mächtigsten Kämpfer überhaupt.

Interessantes und Illustres abseits des Weges

Neben der Haupthandlung bleibt ebenfalls Zeit für verschiedene Nebensächlichkeiten, die für die einzelnen Charaktere von Bedeutung sind. In der Vergangenheit angekommen, ist es für Torankusu wichtig, seinen in der Zukunft bereits verstorbenen Lehrmeister Son Gohan zu treffen. Die Zusammenkunft mit Kuririn zeigt wiederum, das auch Humor ein Bestandteil der vorliegenden Episoden ist. Dass C18 Kuririns Frau ist, kann er nicht so recht glauben. An anderer Stelle wiederum erlebt der Zuschauer, wie Pirafu seinen Mitschülern Mai, Shū und Torankusu in Form einer Werbesendung und einer Nō-Vorstellung Nachhilfe im Fach Mathematik gibt. Auch das Limbo-Spiel zwischen Meister Quitte und Yajirobē im Quittenturm ist den einen oder anderen Lacher wert. Zu guter Letzt sei auch hier König Zen’ō erwähnt, der mit seiner unschuldigen und gleichzeitig erschreckenden Art Fans gewinnen wird. Technisch hat sich an der Serie nichts geändert. Der Stil von Dragon-Ball-Erfinder Toriyama Akira ist an allen Ecken und Enden in Dragon Ball Super zu erkennen, diverse Spezialeffekte könnten im Endeffekt aber ein bisschen besser sein. Dafür überzeugen die charmanten Melodien, die alle Situationen wunderbar unterlegen. Digitale Boni gibt es leider abermals nicht. Dafür winken in physischer Form erneut ein Booklet mit ausführlichem Episodenguide und zwei Postkarten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Es ist eine wirklich grandiose Idee, die Serienhandlung nicht nur mit der bisherigen Handlung von Dragon Ball Super, sondern auch noch mit Dragon Ball Z Kai zu verknüpfen und fortzuführen. Zeitreisen sind allgemein eine gern gesehene Thematik in Erzählungen, funktionieren in einem ausgefeilten Universum, das ohnehin ständig mit neuen Aspekten erweitert wird, aber besonders gut. Zeitmaschinen und Zeitringe, das Auftreten von Göttern, neue Gegenspieler und dessen Abbilder – Dragon Ball Super schöpft in der vierten Volume aus dem bisher größten Fundus an Story-Elementen, die das Franchise gesehen hat. Nach der wirklich guten dritten Volume überflügelt die vierte Ausgabe die Geschichte erneut und sollte von jedem Fan der Serie definitiv gesehen werden.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Ball Super (Vol. 4, Episoden 47–61)!

Prime Time: Fairy Tail – Box 6 (Unboxing)

Im April 2019 haben wir das letzte Mal eine Serienbox von der Anime-Serie Fairy Tail ausgepackt. Unser Chefredakteur findet, dass sich das ändern muss. Aus keinem anderen Grund stellt er euch heute die sechste Volume im Rahmen eines Unboxing-Videos vor. Wir wünschen euch dabei wie immer viel Vergnügen!

Special: Auf der Strecke geblieben: Ausstehende 3DS-Veröffentlichungen

Zwischen den Jahren 2011 und 2019 wurden unglaublich viele Spiele auf dem Nintendo 3DS veröffentlicht. Mit Persona Q2: New Cinema Labyrinth erschien Mitte 2019 der letzte große Titel im Einzelhandel. 2020 sieht es für den 3DS düster aus, obwohl noch einige Spiele ausstehen.

Am 26. Februar 2011 erblickte der Nintendo 3DS in Japan das Licht der Welt. Einen ganzen Monat später war es am 25. März auch in Europa soweit. Obwohl der Launch-Zeitraum für Nintendos Handheld nicht mit Erfolgen glänzen konnte, entwickelte sich die portable Konsole nach einer Preissenkung und der Eröffnung des eShops zu einem viralen Hit. Nicht gänzlich unschuldig daran sind auch hochkarätige Hits wie Super Mario 3D Land oder Fire Emblem: Awakening. Während diese Werke Geschichte schreiben konnten, war dieses Glück nicht allen Spielen vergönnt. In den letzten Jahren sind in Japan viele Titel erschienen, die nicht ihren Weg nach Europa geschafft haben. Damit meinen wir keine Obskuritäten, die ohnehin nie ihren Weg über die japanischen Landesgrenzen hinweg schaffen würden, sondern vor allem Spiele, von denen es bereits auf Deutsch übersetzte Vorgänger gibt. Beispielsweise Yōkai Watch Blasters 2, dessen erster Teil 2015 in Japan und erst 2018 in Europa erschien. Da der zweite Teil mit Yōkai Watch 3, einem Ableger der Hauptreihe, kompatibel ist, fragen wir uns auch, warum Level-5 und Nintendo die zweite Episode des Spin-offs 2019 nicht im europäischen oder nordamerikanischen Raum veröffentlicht hat. Mit Mario & Luigi: Abenteuer Bowser + Bowser Jr.s Reise und Kirby und das extra magische Garn gab es 2019 schließlich nur zwei hauseigene Nintendo-Titel für den mehr als 75 Millionen mal verkauften Handheld.

Märchenstunde mit Nintendo

Natürlich könnte hier argumentiert werden, dass der Nintendo 3DS betagt ist und langsam, aber sicher ausrangiert wird, da sich die Nintendo Switch unverhältnismäßig gut verkauft. Allerdings hat erst im Juni 2019 Doug Bowser, Präsident von Nintendos Niederlassung in den USA, der Öffentlichkeit mitgeteilt, dass die Konsole weiterhin von Nintendo unterstützt wird. Seitdem ist allerdings nicht viel passiert und wer jetzt an das berühmte Märchen von der Unterstützung des Game Boy Advance denkt, liegt wohl nicht ganz falsch. Nur anderthalb Jahre nach der Markteinführung des Nintendo DS im November 2004, der ursprünglich als drittes Standbein von Nintendo dienen sollte, wurde die Unterstützung für den Game Boy Advance eingestellt. Mit Donkey Kong: King of Swing, Donkey Kong Country 3: Dixie’s Double Trouble, Mario Power Tennis, Polarium Advance und Pokémon: Mystery Dungeon – Team Rot erschienen gerade einmal fünf weitere Spiele von Nintendo. Wer großzügig ist, kann hier noch drei weitere Titel hinzuzählen, denn zum Glück übernahm Nintendo für Square Enix die Lokalisation und das Publishing für die Game-Boy-Advance-Portierungen von Final Fantasy IV, V und VI. Square Enix ist an dieser Stelle ein gutes Stichwort, denn der vor allem für seine Rollenspiele bekannte Großkonzern, steht mit drei Titeln immer noch in Zugzwang.

Noch ein paar Asse im Ärmel

Bereits im Mai 2012 veröffentlichte Square Enix in Japan Dragon Quest Monsters: Terry’s Wonderland 3D. Hierbei handelt es sich um das 3DS-Remake des ersten Serienteils, der im Januar 2000 auch in Europa für den Game Boy Color veröffentlicht wurde. Nachdem 2006 und 2010 mit Dragon Quest Monsters Joker und Dragon Quest Monsters Joker 2 gleich zwei weitere Teile des Franchises erschienen, die ein paar Jahre später auch ihren Weg nach Europa schafften, sieht es ähnlich wie beim Remake auch beim 2016 veröffentlichten Dragon Quest Monsters Joker 3 schlecht aus. Square Enix zeigt kein Interesse daran, das Rollenspiel außerhalb Japans zu veröffentlichen. Das ist ganz schön unverständlich, denn während Dragon Quest Monsters in Europa durchaus bekannt ist, setzt der Konzern lieber auf neue Spin-offs wie Dragon Quest Builders und Dragon Quest Heroes. Vor allem nachdem der elfte Serienteil – bei dem Square Enix uns übrigens auch noch die 3DS-Version schuldig bleibt – auf PlayStation 4 und Nintendo Switch auch außerhalb Japans ein voller Erfolg wurde, sollte diese Einstellung auf die alten Tage des 3DS gut überlegt werden. In der Vergangenheit hat Square Enix gezeigt, dass die Zusammenarbeit mit Nintendo gut funktioniert. Hier könnte Nintendo, wenn der Konzern selbst keine Spiele mehr entwickeln will, durchaus punkten.

Justice for All!

Wer nicht des Japanischen mächtig ist, wird sich unter Dai Gyakuten Saiban: Naruhodō Ryūnosuke no Bōken aus dem Jahr 2015 und dessen 2016 veröffentlichten Nachfolger Dai Gyakuten Saiban 2: Naruhodō Ryūnosuke no Kakugo eher nichts vorstellen können. Bei diesen Spielen handelt es sich um zwei Ableger der Ace-Attorney-Reihe, die zeitlich im späten 19. Jahrhundert angesiedelt sind. Weder das japanische Meiji-Zeit-Setting noch das realitätsferne Gameplay, das größtenteils dem der Vorgänger entspricht, sollte Capcom davon abhalten, diese beiden Adventures in Europa und Nordamerika zu veröffentlichen. Da haben schon ganz andere Kaliber die kulturellen Grenzen Japans überschritten. Noch sehr viel mehr verwundert es, dass Level-5 immer noch nicht Inazuma Eleven Go 3: Galaxy – Big Bang & Supernova in Europa veröffentlicht hat. Bis auf die Spin-offs Inazuma Eleven Strikers 2012 Extreme und Inazuma Eleven Go Strikers 2013 sind alle Spiele des Franchises hierzulande erschienen. Es ist bekannt, dass es zwischen Level-5 und MSC Technologies Systems einen Rechtsstreit gab. Beide Unternehmen haben sich jedoch spätestens 2018 einigen können, denn in diesem Jahr hat Level-5 das Trademark in Europa offiziell angemeldet. Veröffentlicht hat das Unternehmen das Spiel bisher aber noch nicht, was wartende Fans wirklich sauer aufstößt.

Geschichte wiederholt sich

Ebenso auf der Anklagebank sitzt Konami. 2012 veröffentlichte der Konzern das Rollenspiel Beyond the Labyrinth. Da Konami in den letzten Jahren aber immer mehr in Verruf kam, was das Interesse an der Entwicklung von Videospielen angeht, ist dies wohl das Spiel auf dieser Liste, mit dem am allerwenigsten gerechnet werden kann. Im Grunde darf aber auch bei den anderen Spielen bezweifelt werden, dass diese noch nachgereicht werden. Ob sich ein Import lohnt, hängt in jedem Fall aufgrund der Textlastigkeit stark von den eigenen Japanisch-Skills ab. Ebenfalls sollte beachtet werden, dass Nintendo beim 3DS immer noch auf einen Region Lock setzt und deshalb noch extra eine japanische Konsole erworben werden muss. Warum Nintendo den Region Lock per Update noch nicht entfernt hat, ist fraglich – schließlich hat das Unternehmen bei der Switch bewusst darauf verzichtet. Böse Zungen behaupten, dass mit den Aktualisierungen die von Doug Bowser erwähnte Unterstützung gemeint ist. Die letzten Updates haben aber nur gezeigt, dass Nintendo den 3DS sicherer als das Goldlager von Fort Knox machen möchte. Wenn eine Firma ankündigt, die hauseigene Konsole auch weiterhin zu unterstützen, dann darf es nicht bei leeren Versprechungen bleiben. Ansonsten würde sich die Geschichte wiederholen – und das würde Nintendo erneut in ein schlechtes Licht rücken.

Geschrieben von Eric Ebelt

Review: Rokka: Braves of the Six Flowers (Vol. 1)

Bereits 2015 setzte Studio Passione die von Yamagata Ishio verfasste Light Novel in Form einer Anime-Serie unter der Regie von Takahashi Takeo um. Es dauerte vier Jahre bis Kazé Anime Rokka: Braves of the Six Flowers im deutschsprachigen Raum veröffentlichen konnte.

Rokka: Braves of the Six Flowers spielt im mesoamerikanisch angehauchten Fantasy-Reich Piena. Eine Legende berichtet von einem gefährlichen Dämonengott, der alle paar hundert Jahre in Erscheinung tritt. Obwohl er bereits mehrfach von sechs ausgewählten Helden in die Schranken gewiesen wurde, ist der Frieden aber leider nicht von langer Dauer. Zu Beginn der Handlung nähert sich der Zeitpunkt, an dem die sechs Helden auserkoren werden, um sich der Gottheit im Kampf zu stellen. Um auserwählt zu werden, müssen sie jedoch zunächst ihre Kraft unter Beweis stellen. Im Mittelpunkt der Erzählung steht der achtzehnjährige Kämpfer Adlet Myer, der aber nicht gerade mit Bescheidenheit gesegnet ist. So bezeichnet er sich selbst als der stärkste Mann der Welt und ist fest entschlossen, einer der so genannten sechs Blüten zu werden. Um seine Fähigkeiten zu demonstrieren, unterbricht er ein heiliges Turnier – und obwohl Adlet seine beiden „Gegner“ besiegen kann, wird er für diesen Frevel ins Verlies geworfen. Dort muss er jedoch nur ein paar Wochen verweilen, denn als sich auf seinem Handrücken das Mal der Blüten manifestiert, wird er höchstpersönlich von der weltfremden Prinzessin Nachetanya Loei Piena Augustra befreit. Gemeinsam flieht das Paar aus der Stadt und reist gen Westen zur Halbinsel respektive dem mysteriösen Land der Dämonen.

Sieben Helden sind einer zu viel

Unterwegs erleben Adlet und Nachetanya gefährliche sowie spannende Abenteuer, werden voneinander getrennt und kommen wieder zusammen, retten Menschen vor bestialischen Dämonen und treffen bei diesem Unterfangen nach und nach auf die anderen Auserwählten. Zu den sechs titelgebenden Heiligen von Rokka: Braves of the Six Flowers gehört auch Flamie Speeddraw, eine begabte, aber kaum durchschaubare Schützin, und auch Goldof Auora, der pflichtbewusste und auch ein wenig heroische Leibwächter der Prinzessin, schließt sich der Truppe an. Allerdings sind sich die neuen Freunde nicht immer einig, bekämpfen sich sogar untereinander, wenn verschiedene Facetten fallen. Hier ins Detail zu gehen, würde Spoiler mit sich führen, weshalb der Zuschauer sich lieber selbst ein Bild davon machen sollte, wie sich das Abenteuer in den ersten sechs und jeweils circa 23-minütigen Episoden entwickelt. An dieser Stelle sei nur gesagt, dass es einen Helden zu viel gibt. Im bildschirmfüllenden 16:9-Format präsentiert sich die Anime-Serie mit detaillierten Charaktermodellen, bei denen sich die Hauptfiguren stark von der restlichen Charakterriege unterscheiden. Sie entsprechen einfach mehr dem typischen Anime-Bild des Helden. Dennoch überzeugen daneben auch die durchweg gelungenen Licht- und Schatteneffekte von Rokka: Braves of the Six Flowers.

Unverbrauchtes Setting

Wenn die Charaktere am Lagerfeuer sitzen, sich die Umgebung aufhellt und über ihnen das Sternenzelt zu sehen ist, vermittelt das ein Gefühl der Sicherheit. Atmosphärischer ist nur der Morgen, wenn die Sonne aufgeht und die Figuren lange Schatten werfen. Hinzu kommt, dass das mesoamerikanische Setting unverbraucht ist und sich von anderen Fantasy-Werken wie Record of Lodoss War oder Grimgar, Ashes and Illusions stark abhebt. Akustisch wird das Spektakel mit einem tollen Soundtrack begleitet, der alle Situationen klangvoll im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 untermalt. In puncto Vertonung sind sowohl die deutschen als auch die japanischen Synchronsprecher überaus passend, wobei die deutschen Stimmen teilweise etwas lebhafter wirken und den Charakteren einen anderen Anstrich geben. Auf der Blu-ray Disc der ersten Volume liegen neben den sechs Episoden als digitales Bonusmaterial die ersten beiden Clean Openings bei. Leider mangelt es an weiteren Inhalten. Dafür liegt ein 24-seitiges Booklet in physischer Form bei. Für unser Review stand dieses zwar nicht zur Verfügung, doch gehen wir von der gewohnt hohen Qualität des Publishers aus. Rokka: Brave of the Six Flowers ist eine fantasiereiche Anime-Serie, der nicht nur Fans des Genres, sondern vor allem Fans von japanischen Rollenspielen unbedingt eine Chance geben sollten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): In erster Linie kann die Anime-Serie Rokka: Braves of the Six Flowers mit ihrem mesoamerikanischen Setting punkten. Es ist einfach erfrischend, andere Architekturformen als die mittelalterlichen Gebäude in Europa oder Ostasien in einem Anime zu sehen. Abgesehen davon ist auch die Handlung äußerst intelligent, denn anstatt einfach nur sechs Helden auf eine Reise zu schicken, müssen diese erst einmal zusammenfinden. Zu allem Überdruss müssen sie dann auch noch herausfinden, welcher Held seine wahre Persönlichkeit verschleiert. Die wenigen Episoden der Serie werden in der ersten Volume äußerst gut genutzt. Sämtliche Figuren werden gut charakterisiert und die Geschichte wird genau im richtigen Tempo erzählt. Fans von Fantasy-Anime wie Record of Lodoss War oder japanischen Rollenspielen wie Dragon Quest kommen um Rokka: Braves of the Six Flowers definitiv nicht herum. Es bleibt nur zu hoffen, dass die zweite und leider auch schon letzte Volume die Geschichte zu einem zufriedenstellenden Abschluss bringen wird.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Rokka: Brave of the Six Flowers (Vol. 1)!

Review: Black Clover (Vol. 2)

In der ersten Volume von Black Clover wurden die Grundlagen der Handlung gelegt, die im zweiten Episodenpaket weiter vertieft und ausgebaut werden. Zudem liefern die neun Folgen der zweiten Volume weitere Aspekte, die das Szenario und das Setting sehr stark bereichern.

Nach wie vor findet die Handlung von Black Clover im titelgebenden Königreich Clover statt. Hier rettete im Alleingang ein ominöser Magier die Menschheit vor dem Untergang durch die Dämonen. Seither eifern ihm Jugendliche nach, die sich den neun magischen Ritterorden anschließen wollen. Zu diesen Jugendlichen gehören auch die fünfzehnjährigen Hauptfiguren Asta und Yuno. Zwei Monate sind vergangen, seit sie von Zuhause, dem kleinen Dorf Hage, aufgebrochen sind. Mittlerweile haben sie die Aufnahmeprüfung erfolgreich absolviert und sind seitdem Mitglieder in zwei verschiedenen Ritterorden. Während es der begabte Yuno zur Goldenen Morgendämmerung geschafft hat, wurde Asta hingegen beim Schwarzen Stier aufgenommen – und das obwohl er eigentlich gar keine Magie beherrscht. Die elfte Episode von Black Clover knüpft nahtlos an die Geschehnisse der ersten Serienbox an. So kehren Asta, seine Kommilitonin Noelle Silva und ihr Lehrer Magna Swing von ihrem ersten Auftrag erfolgreich zurück, wofür sie vom König der Magier mit einem Stern belohnt werden. Je mehr Sterne ein Orden vorweisen kann, desto mehr Ruhm und Ehre genießt er in der Gesellschaft und unter den anderen Orden. Solche kleinen und immersionsfördernden Details sorgen dafür, dass sich der Zuschauer mit jeder weiteren Episode weiter in die tolle Geschichte vertieft.

Breitgefächerte Betrachtungsweise

Black Clover konzentrierte sich in seinem Seriendebüt vor allem auf Astas Leben und seinen Werdegang. Yuno und vor allem die Nebencharaktere kamen dabei leider ein wenig zu kurz. Fans von Noelle und Co freuen sich daher darüber, dass in der zweiten Volume der Fokus nicht mehr auf Asta liegt. So erfährt der Zuschauer bereits in der elften Episode während eines Einkaufsbummels mehr über Finral Roulacase, der jede Dame anbaggert, die ihm über den Weg läuft. Charmy Pappitson ist hingegen ein Schleckermäulchen und misst sich gerne im Wettessen. Gemeinsam versuchen die Freunde in der Stadt, einen Dieb zu stellen. Hierbei treffen sie auch Astas Konkurrenten Sekke Bronzazza wieder, sodass Black Clover an der einen oder anderen Stelle offensichtlich auch mit wiederkehrenden Figuren arbeitet, wodurch die Atmosphäre gefördert wird. Einen nicht unerheblichen Teil der Handlung macht hingegen Yunos erste Eskortmission aus, denn zusammen mit seinem Meister Klaus Lunettes und seiner Mitschülerin Mimosa Vermillion muss er den Adligen Salim Hapshass beschützen. Dieser Auftrag führt sie beiläufig zurück nach Hage, wo zu allem Übel auch noch die Nonne Lily Aquaria entführt wird. In dieses ganze Getümmel wirft sich schlussendlich auch noch der König der Magier, der Asta und seine Freunde in einen neu entdeckten Dungeon schickt.

Verknüpfung von Inhalt und Stil

Dieser Dungeon erinnert stark an seine Pendants aus japanischen Rollenspielen wie Tales of Symphonia. Mit seinen rechtwinkligen Formen und verworrenen Strukturen steht er zudem für die verworrene, aber dennoch zusammenpassende Story von Black Clover. In den meisten Fällen ist die Farbgestaltung der Anime-Serie sehr schlicht oder gar trist. Vor allem Braun-, Gelb- und Grautöne dominieren das actionreiche Spektakel, teilweise ausstaffiert mit diffusem Licht oder von geringem Lichteinfall durchbrochen. Eine Szene setzt sogar so stark auf den Einsatz der Farbe Rot, dass der Vergleich mit Rian Craig Johnsons achten Teil der Star-Wars-Reihe angebracht wäre. Ansonsten hat sich stilistisch nichts verändert: Hauptcharaktere wie Asta stechen aus der europäisch angehauchten Welt hervor. Die deutsche Synchronisation ist stets gelungen, kommt aber nicht so ganz an den japanischen Originalton heran, denn auf Japanisch sind sämtliche Emotionen ein ganzes Stück authentischer. Im digitalen Bonusbereich der zweiten Volume schlummern sowohl zwei Mini-Episoden im Chibi-Look als auch Clear-Versionen des ab Folge 14 verwendeten Openings und Endings. In physischer Form liegen der zweiten Serienbox erneut ein 24-seitiges Artbook und ein 16-seitiges Booklet bei. Wer die erste Volume schon mochte, wird die zweite Serienbox von Black Clover lieben!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Black Clover hat bereits in der ersten Volume vortrefflich gezeigt, wie gut und wie clever eine Anime-Serie mit einem durchdachten Szenario überzeugen kann, auch wenn das Setting durch Werke wie Fairy Tail bereits recht bekannt sein dürfte. Das Konzept wird in der zweiten Serienbox weiter ausgebaut, denn die durchgehende Handlung motiviert zum steten Weiterschauen. Kaum ist eine Episode vorbei, will der Zuschauer auch schon die nächste Folge anschauen. Das liegt unter anderem an wiederkehrenden Figuren, die schon vorher kurze Auftritte hatten. Am wichtigsten dürfte aber sein, dass die einzelnen Charaktere in Astas Nähe sehr viel stärker ausgebaut sind und in die Story gut integriert werden. Alle neun in dieser Serienbox enthaltenen Episoden übertreffen das Seriendebüt bei Weitem. So darf es in den künftigen Volumes gerne weitergehen! 

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Black Clover (Vol. 2)!

Prime Time: Dragon Ball Super (Vol. 3, Unboxing)

Im April 2019 haben wir das letzte Mal eine Serienbox der Anime-Serie Dragon Ball Super ausgepackt – das muss sich ändern. Passend zu unserer Rezension zur dritten Volume möchte euch unser Chefredakteur diese in Form eines Unboxing-Videos vorstellen. Viel Vergnügen beim Anschauen unserer Unboxing-Session!

Review: Beautiful Bones – Sakurako’s Investigation (Vol. 1)

Beautiful Bones – Sakurako’s Investigation von Animationsstudio Troyca ist eine Anime-Serie, die 2015 auf dem japanischen Fernsehsender Tōkyō MX ausgestrahlt wurde und auf der Light Novel von Ōta Shiori basiert. Hierzulande ist Kazé Anime für die Vermarktung verantwortlich.

Im Gegensatz zu vielen anderen Anime-Serien spielt Beautiful Bones nicht in Tōkyō, sondern in Asahikawa, der zweitgrößten Stadt in Japans nördlichster Präfektur Hokkaidō. Im Fokus der Erzählung steht die Präparatorin Kujō Sakurako. Diese sucht und sammelt Knochen, um daraus vollständige Skelette zu erstellen. Zwischenmenschlich wird sie teilweise als Wrack dargestellt, da sie nicht immer gut mit Menschen umgehen kann, was sich in verschiedenen Dialogen widerspiegelt. Begleitet wird sie bei der Arbeit von Oberschüler Tatewaki Shōtarō, der den ruhigen Gegenpol zu ihr bildet und bei anderen involvierten Personen entsprechend vermitteln muss. Das Kuriose an ihrer Zusammenarbeit ist, dass sie wirklich jedes einzelne Mal über Menschenknochen oder frische Leichen stolpern. Während die junge Sakurako von ihrem Fund dermaßen fasziniert ist, dass sie diese am liebsten eintüten und ihrer Sammlung hinzufügen würde, muss ihr Kollege Shōtarō zu ihrem Leidwesen die Polizei verständigen. Direkt in der ersten Episode stößt das Duo am Strand auf einen menschlichen Schädel. Hier lässt Sakurako Informationen verlauten, die sowohl für den Zuschauer als auch für Shōtarō und den zum Fundort georderten Polizisten zunächst nicht zu erkennen sind. Die Erklärung, warum der Schädel einhundert Jahre alt sein soll, sollte der Zuschauer aber lieber selbst hören.

Von Knochen- und Leichenfunden

Wie bereits erwähnt, müssen es nicht immer Knochen sein, die als Mittel zum Zweck für die Story herhalten. So werden – ebenfalls in der ersten Folge – zwei aneinander gebundene Leichen gefunden. Während die Polizei von einem Liebesselbstmord ausgeht, zieht sich die Präparatorin ihre Gummihandschuhe über und erklärt während ihrer groben Untersuchung den anwesenden Ermittlern, welche Details sie übersehen haben. In diesem Zusammenhang sollte erwähnt werden, dass in Beautiful Bones nicht immer der Täter überführt wird. Es dreht sich in erster Linie alles um die Todesursache und womöglich noch, wie es dazu gekommen ist. Die polizeiliche Ermittlung wird hierbei weitestgehend ausgeklammert, geht gelegentlich aber auch Hand in Hand mit Sakurakos Schlussfolgerungen. Zu sehen ist das beispielsweise in der zweiten Episode. In dieser Folge entdeckt Shōtarō beim Einkaufen ein kleines Mädchen vor dem Supermarkt und bringt es zum nächsten Polizeirevier. Da sich das etwa dreijährige Mädchen noch nicht richtig ausdrücken kann, fällt es den Beamten schwer, ihre Personalien festzustellen. Als sie dann auch noch bemerken, dass ein blutiger Handabdruck auf ihrem Rucksack zu erkennen ist, benötigen sie die Hilfe von Sakurako. Obwohl sich die Suche nach Anhaltspunkten zunächst als schwierig erweist, wird sie zum Ende hin ganz schön brenzlig.

Dynamische Handlungen im starren Bild

In technischer Hinsicht beeindruckt Beautiful Bones mit realistisch wirkenden Hintergründen, die jedoch überzeichnet und unscharf gehalten sind, um die abwechslungsreichen Charaktere herausstechen zu lassen. Bei diesen fallen geschmeidige Animationen auf, denn trotz starrer Hintergründe agieren die Figuren in ihrem zur Verfügung stehenden Handlungsraum wirklich hervorragend und verleihen dem Bild eine kräftige Portion Dynamik. Hinzu kommen schöne Licht- und Schatteneffekte, die die Atmosphäre bereichern. Teilweise wirkt die Anime-Serie in so mancher Einstellung wie die Filme von Regisseur Shinkai Makoto, auch wenn zwischen den einzelnen Werken natürlich Welten liegen. Akustisch bleibt die Musik weitestgehend im Hintergrund und kommt in der Regel bei Sakurakos Schlussfolgerungen durchaus gekräftigt zum Einsatz. Sowohl die deutsche als auch die japanische Sprachfassung ist gut gelungen, die ernste Thematik wird respektvoll betont. Alle sechs, jeweils circa 24-minütigen Episoden liegen mitsamt einem Clear Opening und einem Clear Ending auf einer Blu-ray Disc vor. Ein Special zur Umsetzung von der Light Novel zum Anime wäre hier sehr interessant gewesen, fehlt allerdings. Dafür liegt der ersten Volume ein 52-seitiges Booklet bei. Für unser Review lag dieses nicht vor, doch ist von der gewohnt hohen Qualität des Publishers auszugehen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die dem Kriminalgenre angehörende Anime-Serie Beautiful Bones – Sakurako’s Investigation spielt rein vom europäischen Titel an die US-amerikanische Fernsehserie Bones – Die Knochenjägerin an. Ähnlichkeiten zwischen den jeweiligen Protagonisten Kujō Sakurako und Temperance Brennan sind an der einen oder anderen Stelle zwar sehr wohl vorhanden, doch sollten beide Werke unter anderem aufgrund des unterschiedlichen Kulturraums unabhängig voneinander betrachtet werden. In jeder Episode, auch wenn in der ersten Volume eine Doppelfolge vorliegt, werden Sakurako und ihre Assistent Tatewaki Shōtarō durch einen Knochen- oder gar Leichenfund oder einem anderen mysteriösen Ereignis in einen interessanten Mordfall verwickelt, den sie auflösen wollen. Anders als bei Detektivgeschichten normalerweise üblich, steht allerdings nicht die Überführung des Mörders, sondern die Aufklärung und die Reproduktion des Tathergangs im Fokus. So wirken die Fälle nicht ganz so konstruiert wie etwa bei Detektiv Conan und können daher auch den letzten Zuschauer mit unerwarteten Wendungen überzeugen. Wer das Genre mag, sollte Beautiful Bones – Sakurako’s Investigation unbedingt eine Chance geben.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Beautiful Bones – Sakurako’s Investigation (Vol. 1)!

Review: Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging für Nintendo Switch

Bei Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging für Nintendo Switch handelt es sich grundsätzlich nicht um eine neue Software, denn bereits im Jahr 2005 wurde das Spiel für den Nintendo DS veröffentlicht. Der einstige Bestseller soll auf der Switch mit neuen Funktionen wieder aufleben.

Beim titelgebenden Japaner Kawashima Ryūta handelt es sich um einen 1959 geborenen Neurowissenschaftler, der sich in seiner Forschung mit der Untersuchung und Entwicklung von Lernfähigkeiten beschäftigt. 2003 veröffentlichte er das Werk „Train your Brain: 60 Days to a better Brain“. Die darin enthaltenen Übungsaufgaben waren Vorbild für die nach Kawashima benannte Software. Unsere Aufgabe in Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging ist, jeden Tag für ein paar Minuten verschiedene Übungen zu durchlaufen. Dazu gehören beispielsweise ein paar Rechenaufgaben oder das laute Vorlesen eines Textes. Daraufhin wird die Silbenzahl pro Sekunde oder die Geschwindigkeit ermittelt. Werte, die schlussendlich ausdrücken sollen, wie fit unser Gehirn angeblich ist. Ebenfalls sind Übungen vorhanden, in denen wir immer abwechselnd einen Buchstaben und eine Zahl miteinander verbinden. Etwas interessanter sind da schon Aufgaben, in denen wir parallel zwei Aufgaben bearbeiten. So sollen wir auf der unteren Hälfte des Bildschirms beispielsweise die höchste Zahl antippen, die aber nicht unbedingt die Zahl ist, die am größten abgebildet ist, während wir dafür sorgen müssen, dass der Läufer in der oberen Bildschirmhälfte über Hürden springt. Die Software enthält durchaus kreative Ideen, wie beispielsweise Musikstücke, bei denen wir digital ein Keyboard betätigen.

Ausbalancierte Inhalte

Es sind jedoch nicht alle Aufgaben von Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging auf eine sehr hohe Geschwindigkeit ausgelegt. Wer es etwas gemütlicher mag, kann sich auch an zahlreichen Sudoku-Aufgaben versuchen. Bei dieser Denkaufgabe müssen in einem neunmal neun Felder großen Gitternetz die Ziffern Eins bis Neun so angeordnet werden, dass sowohl waagerecht als auch vertikal keine Ziffer doppelt vorhanden ist. Ebenfalls dabei ist die aus dem 2008 veröffentlichten WiiWare-Titel Dr. Mario & Bazillenjagd bekannte Bazillenjagd, bei der wir wie in der Vorlage die zweigeteilten Pillen genauso in einem Reagenzglas ablegen, sodass sie die gleichfarbigen Bazillen berühren. Verbinden sich hier vier gleichfarbige Elemente, verschwinden die betroffenen Pillen und Bazillen wieder. Die Software stellt klar, dass es sich hierbei natürlich nicht um das klassische Gehirn-Jogging handelt – eine wirklich angenehme Abwechslung ist die Bazillenjagd trotzdem. Werden bestimmte Aussagen von Kawashimas virtuellem Abbild getroffen, werden diese mit bestimmten Kurzbelegen gestützt, wodurch der Titel einen wissenschaftlichen Ansatz verfolgt, auch wenn dieser nicht immer zu spüren ist. Unbedingt zu erwähnen ist auch, dass von Anfang an nicht alle Funktionen der Software verfügbar sind und nur durch tägliches Trainieren freigeschaltet werden. Das motiviert jeden Tag.

Knapper Zwei-Spieler-Modus und Eingabeprobleme

Im Zwei-Spieler-Modus von Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging können wir uns offline an einer Konsole mit einem Mitspieler messen. Diese Wettkämpfe genannten Aufgaben fallen jedoch äußerst marginal aus. Es stehen gerade einmal drei Wettkämpfe zur Verfügung. So müssen wir entweder Vögel auf dem Bildschirm zählen, wobei sich hin und wieder andere Elemente ebenfalls dort einfinden, oder binnen weniger Sekunden erkennen, wie viele Kisten auf dem Bildschirm dargestellt werden. Die letzte Spieloption ist das Nachahmen von Posen, in dem der Joy-Con entsprechend gehalten werden muss. In dieser Disziplin liegt bei der Software jedoch auch der Hund begraben, denn die Bedienung ist nicht immer optimal gelöst. Während bei unserem Test die Posen im Mehrspielermodus überhaupt nicht erkannt wurden, fühlt sich die Bedienung per beiliegendem Touchpen auch nicht immer super an. Bei verschiedenen Ziffern, in unserem Fall Vier und Sechs, hat Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging erhebliche Probleme, diese korrekt zu erkennen. Binnen zwei bis drei Sekunden können wir zwar selbst noch eine Korrektur durchführen, doch läuft der Timer in der Zwischenzeit weiter und wirkt sich negativ auf unsere Statistik aus. So ärgert die unterm Strich eigentlich gut ausbalancierte Software mit unnötigen Hindernissen, die hier und da am alltäglichen Spielspaß kratzen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch-Fassung): Leider habe ich den Titel Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging auf dem Nintendo DS verpasst. Umso aufgeregter war ich, die Lernsoftware auf der Switch auszuprobieren. Auch wenn sich mir die Berechnungsmethode der Ergebnisse nicht immer erschließt und ich gerne mal fluche, wenn eine Eingabe trotz deutlicher Schrift einfach nicht erkannt wird, versuche ich täglich die Software zu starten und mein Gehirn zu trainieren. Ob dies meinem präfrontalen Cortex wirklich hilft, kann ich an dieser Stelle nicht beurteilen. Es ist jedoch interessant zu sehen, wenn ich über Tage hinweg in manchen Aufgaben kleine bis große Fortschritte mache. Weitere Motivation kommt hinzu, wenn ich meine Ergebnisse online mit denen meiner Freunde teile – und dann insgeheim versuche, ihre Rekorde zu knacken. Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging ist zwar keinesfalls fehlerfrei, aber dennoch eine gute, spaßige und vor allem auch langfristig motivierende Investition!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging!