Review: Story of Seasons: Friends of Mineral Town

Stardew Valley hat das Genre der Bauernhofsimulationen im Alleingang revolutioniert. Selbst die Harvest-Moon- und Story-of-Seasons-Franchises erstarren davor in Ehrfurcht. Story of Seasons: Friends of Mineral Town entpuppt sich im Test jedoch als angemessene Alternative.

Als im Jahr 1999 Harvest Moon: Back to Nature für die PlayStation veröffentlicht wurde, war noch nicht abzusehen, dass damit der Grundstein für den vermeintlich besten Serienteil gelegt wurde. Mit Harvest Moon: Friends of Mineral Town respektive Harvest Moon: More Friends of Mineral Town erschienen 2003 gleich zwei Remakes des PlayStation-Klassikers für den Game Boy Advance, in denen wir der titelgebenden Mineralstadt einen erneuten Besuch abstatten können – je nach Spielversion als Junge oder als Mädchen. Unter neuem Seriennamen, aber gleichem Untertitel, sprich Story of Seasons: Friends of Mineral Town, werden diese beiden Spiele genau so zusammengefasst, wie es bereits das ebenfalls auf Back to Nature basierende Harvest Moon: Boy & Girl aus dem Jahr 2005 auf der PlayStation Portable geschafft hat. An der Grundprämisse hat sich in all den Jahren aber nichts geändert. Nach wie vor erben wir den Bauernhof unseres verstorbenen Großvaters. Als neuer Farmer ist es unsere Aufgabe, dem heruntergewirtschafteten Hof zu neuem Glanz zu verhelfen. Im Mittelpunkt des Spiels steht dabei jedoch nicht unbedingt die Farmarbeit, denn auch daneben gibt es noch zahlreiche Sachen zu erledigen und Entdeckungen zu machen. Dabei fällt uns schnell auf, dass der Tag nur 24 Stunden hat – und dieser will schließlich auch gut geplant und vor allem genutzt sein.

Carpe diem

Den Spruch, dass es auf einer Farm keine Sonntage gibt, hat wohl jeder sicherlich schon einmal gehört. Dankbar müssen wir den Bauern sein, die auch am Wochenende hart für uns arbeiten. In Friends of Mineral Town nehmen wir diese Rolle ein. In der Stadt besorgen wir uns mit unserem Startkapital die ersten Gemüsesamen, pflügen anschließend auf unserem Hof das Feld um, sähen die Saat aus und müssen diese dann einige Tag nacheinander bewässern. Deshalb wird auch jeder Regentag zu einem Freudentag, da wir dann unsere Energie für andere Tätigkeiten aufsparen können. Beispielsweise Holzhacken im Wald, um irgendwann unser Haus zu vergrößern. Ebenfalls können wir die Natur nach Kräutern und anderen natürlichen Erzeugnissen abzusuchen, um sie genau wie geerntetes Gemüse in der Sammelbox auf unserer Farm zu verkaufen. Jeden Tag um 17 Uhr erscheint dort der Händler Zack, der uns für unsere Mühen belohnt. Wollen wir finanziell richtig absahnen, sollten wir uns überlegen, auch Hühner und Kühe auf unserem Hof zu halten. Bis wir dieses Ziel erreichen, sollten wir jedoch Zeit und Geduld aufbringen. Tiere benötigen Futter und bis wir erst einmal genügend Heu mit der Sichel gemäht haben, muss auf dem Feld auch viel Gras gewachsen sein. All das geht auf Kosten unserer knappen Energie, die wir aber zum Glück erweitern und regenerieren können.

Begrenzte Kapazitäten

Leider ist die Energieleiste der erste Kritikpunkt in Friends of Mineral Town, denn einerseits haben wir eine in Zahlen messbare Energieleiste und andererseits noch eine visuelle Angabe, wie es um unsere Kondition gestellt ist. Selbst wenn unser Charakter seine ganze Energieleiste geleert hat und kurz davor gleich mehrfach mit gefühlt unendlich in die Länge gezogenen Animationen zusammenbricht, können wir danach immer noch ein gutes Stück bis zur tunlichst zu vermeidenden Ohnmacht weiterarbeiten. Hier wäre es unserer Meinung nach besser gewesen, sich auf eine Anzeige zu konzentrieren. Haben wir uns jedoch einmal ans Konzept gewöhnt, regen wir uns darüber zwar nicht mehr auf, das Kopfschütteln bleibt aber bestehen. Sind wir dennoch mal dem „Tode“ nahe, können wir unsere Energie beim Arzt, im Restaurant oder mit einem Bad in der heißen Quelle wieder auffrischen, was jedoch nicht ohne Verlust von Zeit (und Geld) auskommt. Ebenfalls fragwürdig ist auch der regelmäßige Besuch der Mine. Hier sammeln wir seltene Erze zum Verbessern der Werkzeuge, die dann effektiver genutzt werden können. Warum wir beim Verlassen jedoch immer wieder von vorne starten müssen, ist uns ein Rätsel. Gerade bei einem Remake erwarten wir, dass derlei Designentscheidungen vielleicht nicht rückgängig, aber zumindest überdacht und überarbeitet werden.

Familiäre Atmosphäre

Ein nicht zu unterschätzender Aspekt von Friends of Mineral Town sind die zahlreichen zwischenmenschlichen Beziehungen, die wir eingehen können. Beschenken wir die Bewohner von Mineralstadt mit für sie nützlichen Gegenständen, spiegelt sich das im Vertrauen wieder. Das führt regelmäßig zu neuen Zwischensequenzen in Spielgrafik, in denen wir mehr über die einzelnen Figuren herausfinden. Schinden wir bei den Jungs oder Mädels mit Geschenken ordentlich Eindruck, kann das sogar zur Hochzeit führen. Im Remake von Friends of Mineral Town sind jedoch auch homosexuelle Partnerschaften erlaubt, was positiv heraussticht. Allerdings leidet die „Glaubhaftigkeit“ der Erzählweise darunter, da so jedem Hochzeitskandidaten im Spiel eine bisexuelle Ausrichtung in die Wiege gelegt wird, obwohl das in den Dialogen unter den Charakteren so kaum bis gar nicht deutlich wird. Charmant und interessant bleiben die Figuren trotzdem, was im Grunde so auch auf die Spielwelt umgemünzt werden darf. Als Remake einer frühen Episode des Franchises ist diese jedoch sehr überschaubar. Hier und da fehlt es an Abwechslung. Da helfen auch die regelmäßigen Festlichkeiten nicht, die weitgehend rudimentär wirken. Im direkten Vergleich zu Stardew Valley kann Friends of Mineral Town aus derlei Gründen zwar nicht gänzlich mithalten, ist aber dank der überschaubaren und vor allem einsteigerfreundlicheren Optionen vor allem für Neulinge eine sehr gute Alternative.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-, Game-Boy-Advance- und Nintendo-Switch-Fassung): Story of Seasons: Friends of Mineral Town bietet bis auf die eine oder andere Abweichung genau dieselben Inhalte wie schon Harvest Moon: Friends of Mineral Town oder gar Harvest Moon: Back to Nature. Das ist im Grunde aber nicht schlimm, denn alle drei Spiele bieten eine tolle, wenn nicht sogar die beste Erfahrung des gesamten Story-of-Seasons-Franchises. Es macht einfach Spaß, mit immer effektiveren Werkzeugen das Feld zu bestellen, Viehzucht zu betreiben, den Wald nach naturellen Erzeugnissen zu durchforsten, sich eine Braut oder einen Bräutigam zu suchen und die Jahre im Wechsel der Jahreszeiten zu erleben. Leider fällt die immerhin sehr liebevolle designte Spielwelt mit ihren illustren Charakteren nach heutigen Maßstäben recht klein aus und ist deshalb auch ebenso schnell abgelatscht und verinnerlicht. Auch die zweigeteilte Energieleiste ist für mich ein Buch mit sieben Siegeln und hätte ich zumindest nicht gebraucht, zumal die viel zu langen Animationen beim Zusammenbrechen meiner Spielfigur spätestens beim dritten Male an einem Tag einfach nur nerven. Nichtsdestotrotz spiele ich Friends of Mineral Town immer wieder gerne, denn das Spiel gibt mir ein heimeliges Gefühl. Fans des Franchises oder von Bauernhofsimulationen allgemein greifen hier sowieso zu. Wer jedoch zum ersten Mal ins Genre hineinschnuppern will oder wem Stardew Valley zu komplex ist, bekommt mit Friends of Mineral Town den wohl besten Einstieg in das Reich der Bauernhofsimulationen, den er oder sie sich nur vorstellen kann.

Vielen Dank an Marvelous Europe für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Story of Seasons: Friends of Mineral Town!

Review: 51 Worldwide Games

In vielen Familien war und ist es immer noch üblich, Spielabende zu veranstalten. Was früher oftmals Brett- und Kartenspiele waren, sind heute immer häufiger Videospiele. 51 Worldwide Games von Entwicklerstudio NDCube verbindet beide Welten zu einer tollen Spielsammlung.

Dass große Spielsammlungen Anklang im Videospielbereich finden, bewies bereits 42 Spieleklassiker für den Nintendo DS aus dem Jahr 2005. Da die Switch nicht nur am heimischen Fernseher, sondern auch im Handheld- und Tabletop-Modus für ein derartiges Konzept prädestiniert zu sein schien, kam die Entwicklung ins Rollen. Schon vorweg lässt sich sagen, dass 51 Worldwide Games eine überaus gelungene Spielsammlung ist. Das Angebot ist mit den 51 titelgebenden Spielen nicht nur besonders groß, sondern auch überaus abwechslungsreich. NDCube hat sich verschiedene Gesellschaftsspiele aus diversen Kulturen der Welt angeschaut und diese mit viel Liebe zum Detail in ein digitales Korsett gezwängt. Vertreten sind beispielsweise Klassiker wie Ludo, das die meisten von euch vermutlich als „Mensch ärgere dich nicht“ kennen dürften. Hier wird sich brav abgewechselt und der virtuelle Würfel geworfen, um seine Spielfigur auf dem Spielbrett fortzubewegen. Wie im echten Leben gehört hier ein wenig Glück dazu. Soll heißen, wer keine Sechs würfelt, muss gegebenenfalls mehrere Runden warten, bis er wieder loslegen darf. Auch wenn die Berechnung zufällig ist, muss sich jeder im Klaren darüber sein, dass die virtuellen Würfel niemals das Gefühl eines echten Kubus ersetzen. 51 Worldwide Games stellt damit eher eine sehr platzsparende Alternative dar.

Spiele aus der ganzen Welt

Neben in ganz Europa und Nordamerika bekannten Spielchen wie Domino, Hasenjagd, Käsekästchen, Mühle oder Schach haben auch Exoten ihren Weg in die Sammlung gefunden. Als Beispiel wollen wir da Mankalla nennen, das vor allem in afrikanischen und asiatischen Ländern gespielt wird. Hier müssen wir klug taktieren und kleine Spielsteine von einer Mulde in die nächste transportieren, sodass wir am Ende die meisten der klunkerförmigen Objekte besitzen. Fans von chinesischen und japanischen Spielen dürfen hingegen auch die Bekanntschaft mit Hanafuda, Mahjongg oder Shōgi machen. Da diese Spiele eine steile Lernkurve aufweisen, finden wir es gut, dass die Entwickler auch an mehr oder weniger aussagekräftige Anleitungen gedacht haben. Starten wir eines der 51 Spiele, wird uns eine – glücklicherweise auch überspringbare – Einführung vorgesetzt, in der wir ein erstes Bild vom jeweiligen Spiel bekommen. Über das jeweilige Untermenü dürfen wir uns dann auch ein elektronisches Regelwerk durchlesen und in wenigen Fällen sogar kurze Tutorials spielen. Hinzu kommt, dass die vertonten Einführungen mit prominenten deutschen Synchronsprechern wie Bernd Vollbrecht oder Sebastian Fitzner besetzt sind. Da hier auch nicht an der einen oder anderen humorvollen Einlage gespart wird, ist die Aufmachung insgesamt als charmant einzustufen.

Ungebremster Spielfluss online und offline

Da das Spiel grundsätzlich auf Mehrspielerpartien ausgelegt ist, bleibt die berechtigte Frage, ob und inwiefern Solisten vom Spiel profitieren. Jedes der enthaltenen Werke lässt sich auch alleine gegen den Computergegner spielen. Die künstliche Intelligenz des Computers ist in unseren Augen jedoch ein zweischneidiges Schwert. In vielen Fällen agiert er in sämtlichen Schwierigkeitsstufen äußerst clever, macht aber gerne mal den spielentscheidenden Fehler. Wer keine Freunde auf der Couch versammeln will oder schlicht nicht den Platz oder die Möglichkeit dazu hat, darf sich auch online mit ihnen oder echten Gegnern messen. Gut vier Fünftel des Angebots lässt sich mit verschmerzbaren Lags online spielen. Dabei können wir über eine Auswahl bis zu drei Spiele selektieren, auf die wir Lust haben. Kommt eine Internetbegegnung nicht sofort zustande, dürfen wir auch im Einzelspielermodus weiterspielen. Sobald die Online-Partie losgeht, wird der Einzelspielermodus mit einem „Lesezeichen“ pausiert, was dem ununterbrochenen Spielfluss wirklich gut tut. In puncto Bedienung überzeugt 51 Worldwide Games vor allem mit der Knöpfchen- und Touchscreen-Steuerung. Die Bewegungssteuerung, die bei Bowling, Darts und Angeln vorausgesetzt wird, enttäuscht jedoch mit unglaublicher Ungenauigkeit. Bei der sonst gelungenen Spielsammlung ist das verzeihlich.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: 51 Worldwide Games ist aus Sicht eines deutschen Spielers eine wirklich gelungene Ansammlung von abwechslungsreichen Spielen aus der ganzen Welt. Brettspielklassiker wie Ludo, Dame oder Hasenjagd unterhalten genauso gut wie das exotische Mankalla. Kartenspiele wie Hanafuda oder Präsident tun ihr übriges, um mich langfristig an die Switch zu fesseln – und das nicht nur mit Freunden. Auch alleine macht 51 Worldwide Games sehr viel Spaß, zumal ein Online-Modus über die im entscheidenden Moment etwas zu plumpe künstliche Intelligenz hinwegtäuscht. Schade finde ich jedoch, dass es keine Möglichkeit gibt, mit meinen Mitspielern zu kommunizieren. Was bei kurzen Plänkeln in Golf oder Viererreihe sicherlich nicht nötig wäre, stört bei dreißigminütigen Ludo-Partien ungemein. Hier sollte bei Publisher Nintendo endlich ein Umdenken stattfinden. Genauso sollte mit einem Patch auch eine Knöpfchensteuerung für Bowling, Darts und Angeln stattfinden, denn diese drei Spiele lassen sich nur mit regelmäßigen Wutanfällen überstehen. Nichtsdestotrotz ist 51 Worldwide Games genau die Sammlung, die keinem gesellschaftsfähigen Switch-Besitzer fehlen darf.

Gewinnspiel (4. bis 31. Juli 2020)

Am gestrigen Tage ist Gameplay Gamers stolze zehn Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass veranstalten wir in freundlicher Zusammenarbeit mit Nintendo ein kleines Gewinnspiel. Zwischen dem 4. und 31. Juli 2020 verlosen wir unter allen Teilnehmern eine Nintendo Switch Lite im Farbton „Koralle“. Um an unserem Gewinnspiel teilnehmen zu können, habt ihr zwei miteinander kombinierbare Möglichkeiten, bei denen ihr insgesamt bis zu 10 Lose beziehungsweise Gewinnchancen sammeln könnt:

  1. Kommentiert zwischen dem 4. und 31. Juli 2020 einen beliebigen Artikel auf unserer Internetpräsenz. Der Kommentar muss sich inhaltlich auf den jeweiligen Artikel oder einen bereits verfassten Kommentar einer anderen Person beziehen, eine Länge von mindestens 300 Zeichen (inklusive Leerzeichen) aufweisen und am Ende den Hashtag „#NintendoSwitchLite“ enthalten. (Je Artikel ein Kommentar möglich, jeder Kommentar gibt 1 Los, maximal 5 Lose möglich)
  2. Markiert unsere Facebook-Seite mit „Gefällt mir“, teilt unseren Gewinnspielbeitrag mit Bild vom 4. Juli 2020 öffentlich auf eurer Facebook-Seite und markiert in einem Kommentar unter dem Beitrag auf unserer Seite bis zu 5 Freunde. (Jeder markierte Freund gibt 1 Los, maximal 5 Lose möglich)

Teilnahmeberechtigt sind alle Personen, die mindestens das achtzehnte Lebensjahr vollendet und ihren Erstwohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland haben. Minderjährige Nutzer benötigen eine Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten. Mitarbeiter von Gameplay Gamers und Nintendo sind von der Verlosung ausgeschlossen. An der Verlosung nehmen alle Personen teil, die die gewünschten Anforderungen erfüllen. Erfüllt kein Teilnehmer die Anforderungen, wird der Gewinn unter allen Teilnehmern gleichermaßen verlost. Der Gewinner der Verlosung wird nach Ablauf des Gewinnspiels ab dem 1. August 2020 informiert. Er hat anschließend 72 Stunden Zeit, sich bei uns zu melden. Andernfalls erhält nach denselben Gewinnspielregeln ein anderer Teilnehmer die Chance auf den Gewinn. Aus Datenschutzgründen wird der Gewinner namentlich nicht von uns erwähnt. Teilnahmeschluss ist der 31. Juli 2020, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

Gameplay Gamers feiert den zehnten Geburtstag!

Hochgeschätzte Gameplay-Gamers-Leser,

aus heutiger Sicht scheint es schier unglaublich, dass es schon ganze zehn Jahre her ist, dass wir unseren allerersten Artikel veröffentlicht haben. In diesen zehn Jahren hat sich die ganze Videospielindustrie entwickelt und verändert. Mit Innovationen und frischen Ideen haben uns Nintendo, Sony, Microsoft und Co mit Konsolen überrascht und mit Spielen begeistert. Unser rein privat betriebenes Projekt wurde davon natürlich auch berührt, denn schließlich sind wir es, die sich mit den Auswirkungen neuer Konzepte beschäftigen. Mit unserem kleinen Team wollen wir auch in Zukunft weiterhin auf diesem Grundgerüst aufbauen und werkeln fleißig im Hintergrund weiter, um euch auf Gameplay Gamers auch künftig ein tolles Erlebnis zu bieten.

An unserer Ausrichtung wird sich dabei selbstverständlich nichts verändern. Nach wie vor möchten wir euch die Erfahrung präsentieren, die ihr von uns einfach gewohnt seid. Soll heißen, dass wir unseren Fokus auf Artikel über Videospiele, Anime, Manga, ostasiatische Filme und Kultur legen und nicht verschieben werden. Dazu gehören hin und wieder auch Specials, deren Gedanken nur noch darauf warten, verfasst zu werden. In den nächsten Monaten dürft ihr von uns also erneut viele interessante Artikel erwarten. An dieser Stelle bleibt uns wie in jedem Jahr aber nur eines möglich: Vielen Dank für tolle zehn Jahre mit euch!

Eric Ebelt

Review: Black Clover (Vol. 5)

Nachdem der magische Ritterorden Schwarzer Stier in letzter Sekunde die Entführung von wehrlosen Kindern aufhalten konnte, gibt ihr Feind, Das kalte Auge der weißen Nacht, aber immer noch keine Ruhe. Die fünfte Volume führt Asta und Co unter die Meeresoberfläche.

Black Clover orientiert sich erzähltechnisch an den vorherigen vier Volumes. Das heißt, dass das fünfte Episodenpaket nahtlos an die Geschichte der vorherigen Ausgabe anknüpft. So ist die Terrororganisation Das kalte Auge der weißen Nacht weiterhin und unermüdlich auf der Suche nach den magischen Steinen, um eine höhere Existenzebene zu erreichen. Drei von den magischen Steinen fehlt ihnen noch – und einer davon soll im Meerestempel in der Nähe der Stadt Raque aufbewahrt werden. Um ihren Feind zuvorzukommen, machen sich Asta und die anderen Mitglieder des Schwarzen Stiers zum Meer auf. Dort angekommen, müssen sie nach dem Meerestempel Ausschau halten. Sonne, Strand und Meer sorgen allerdings dafür, dass bei den Freunden auch ein wenig Urlaubsstimmung aufkommt. Dennoch vergessen sie den Ernst der Lage nicht und erfahren bald mehr Einzelheiten über den Meerestempel, der sich am Boden des Meeres befinden soll. Das Mana um den Tempel herum wehrt jedoch alle neugierigen Blicke ab. Lediglich in Vollmondnächten ist das Mana abgeschwächt. Um zum Meerestempel zu gelangen, ist es aber notwendig, dass Noelle Silva ihre Wassermagie voll und ganz beherrscht. Dementsprechend nutzen die Freunde die Zeit, um sich zu erholen und ihre Kräfte zu sammeln, während Noelle versucht, ihre Kräfte unter Kontrolle zu bringen.

Tief unter dem Meer

Haupthandlungsort der fünften Volume von Black Clover sind die Höhlen des Meerestempels. Hier müssen sich die Mitglieder des Schwarzen Ordens mit den Kämpfern des Hohepriesters in einem Battle Royale messen, um an den schwarzen Stein zu gelangen. Ihre Vorgesetzten lehnen sich in der Zeit zurück und schauen sich das Spektakel lieber aus sicherer Entfernung an. In der Zwischenzeit tauchen an der Oberfläche einige Anhänger der Terrororganisation, angeführt vom durchtriebenen Vetto, auf. Sie mischen sich in die Kämpfe ein und verhindern mittels mächtiger Raummagie, dass Yami Sukehiro und der Hohepriester ihren Kämpfern zur Hilfe kommen. Diese sind somit weitgehend auf sich allein gestellt und müssen lernen, sich gegen übermächtige Feinde zu behaupten. Neben den hitzigen Auseinandersetzungen bleibt in den Episoden der fünften Ausgabe aber reichlich Platz, um auch die einzelnen Charaktere und ihre persönliche Entwicklung abzubilden. Noelle möchte mit ihrem besonders hübschen Bikini beispielsweise Asta bezirzen, der jedoch von der restlichen Chaostruppe abgelenkt wird, was Noelles Gemüt erhitzt. Gauche Adlais Schwesterkomplex ist ebenfalls Bestandteil der Handlung. Ständig informiert er die kleine Marie über den Ausflug zum Strand – sobald er jedoch den Meerestempel betritt, bricht die magische Übertragung zu seinem Leidwesen ab.

Traditionsreiches Erscheinungsbild

Finral Roulacase versucht unterdessen Greys Fähigkeiten auszunutzen, um am Strand die eine oder andere Frau aufzureißen. Anhand dieser Beispiele ist zu sehen, dass der Humor – wohlgemerkt in einer gesunden Dosis – genauso zu Black Clover gehört wie die Fressorgien zu Dragon Ball und One Piece. Dargestellt wird das Geschehen nach wie vor mit schlichten und tristen Farben, die im bildschirmfüllenden 16:9-Format mit Licht- und Schatteneffekten aufgehübscht werden. Der Soundtrack entspricht bis auf Ausnahmen derselben Musik wie in den vorherigen Episoden – und ist dementsprechend absolut hervorragend den Situationen angepasst. In puncto Bonusmaterial orientiert sich die fünfte Volume an den vier vorherigen Veröffentlichungen: So liegt neben dem ab Folge 40 verwendeten Clear Opening und Clear Ending sowie einem alternativen Ending eine siebenminütige Bonusfolge im Chibi-Look vor. Diese ist im Gegensatz zum Rest der Serie aber nur auf Japanisch abspielbar. Hier zeigt sich jedoch, dass die japanische Synchronisation immer noch ein kleines Stückchen besser ist als die deutsche Vertonung, die aber ebenfalls sehr gelungen ist. Im Pappschuber haben des Weiteren ein 24-seitiges Artbook und ein 16-seitiges Booklet Platz. Diese orientieren sich in Aufbau und Gestaltung an den vorherigen Serienboxen. So und nicht anders muss das sein!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Black Clover überzeugt ein fünftes Mal auf ganzer Linie. Das liegt vor allem am stringenten Handlungsstrang, der mit jeder Folge spannender wird, mit Überraschungen spielt, logische Ziele aufwirft und auch starken Einfluss auf die Charakterkonstellation hat. Aufgrund dessen, dass die fünfte Volume zwölf statt neun bis zehn Episoden enthält, bleibt für die tiefgründige Charakterentwicklungen, die teilweise mit Rückblenden gespickt sind, deutlich mehr Platz. Das gilt im Übrigen auch für das stete Überwinden der mentalen und physischen Grenzen der Charaktere, was ganz besonders im actionreichen Kampf gegen Vetto von erzähltechnischer Bedeutung ist. Black Clover kann somit also auch in der fünften Serienbox begeistern. Schlussendlich bleibt nur zu hoffen, dass die sechste Volume respektive die zweite Staffel nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Black Clover (Vol. 5)!

 

Prime Time: Dragon Ball Super (Vol. 7, Unboxing)

Dragon Ball Super ist von unserer Internetseite nicht mehr wegzudenken. Im Rahmen eines Unboxing-Videos möchten wir euch heute die mittlerweile siebte Volume der Anime-Serie vorstellen. Über welche optischen und haptischen Merkmale diese Serienbox verfügt, erfahrt ihr von unserem Chefredakteur im Video. Viel Spaß!

Review: Food Wars: The Third Plate (Vol. 3)

Im Gegensatz zur zweiten Volume der Anime-Serie Food Wars: The Third Plate, mussten die Fans des Franchises auf das dritte Episodenpaket einen Monat länger warten. Im November 2019 war es dann aber endlich soweit, sodass die Kriege rund ums Essen weitergehen.

Mit der dritten Ausgabe von Food Wars: The Third Plate wird die Serienhandlung fortgesetzt. Inhaltlich knüpft die dreizehnte und damit erste Folge dieser Volume an die große Enthüllung am Ende des zweiten Episodenbündels an. Wie Serienkenner bereits seit Beginn der Story wissen, ist Yukihira Sōma der Sohn von Yukihira Jōichirō. Für Nakiri Erina ist das jedoch eine große Überraschung und ist begeistert davon, dass Sōma einen so berühmten Vater hat. Da bleibt den Freunden grundsätzlich ein wenig Zeit zum Verschnaufen, doch die Lage an der Tōtsuki-Kochschule bleibt unverändert. Erinas Vater Nakiri Azami gibt als neuer Rektor nach wie vor den Ton an der Einrichtung an, auch wenn Sōma und Co mit einem Shokugeki bereits die eine oder andere Veränderung bewirken können. Isshiki Satoshi hat beschlossen, dass die vom neuen Rektor erlassenen Verbote zu den Klubs aufgehoben wurden, allerdings nur durch die Shokugeki genannten Kochduelle zugelassen werden dürfen. Als nächstes großes Hindernis steht in Food Wars: The Third Plate die Versetzungsprüfung an, bei der traditionsgemäß die Hälfte aller Schüler ausgesiebt wird. Wer sich jedoch an Nakiri Azamis Vorgaben hält, soll jedoch nichts zu befürchten haben. Dieser Umstand ruft natürlich den einen oder anderen Rebellen auf den Plan, der sich gegen das System auflehnt und eigenmächtig bestehen will.

Bekanntes Erzählmuster

Während die ersten beiden Volumes voll und ganz an der Akademie spielen, verschiebt sich der Handlungsort im dritten Episodenpaket an Japans nördlichste Hauptinsel Hokkaidō. Dort finden die verschiedenen Einheiten der Versetzungsprüfung statt, bei denen die Charaktere auf verschiedenen Routen Punkte für ihre Versetzung sammeln sollen. Hier müssen alle Rebellen jedoch merken, dass ihnen die Prüfungen unglaublich erschwert werden. Wer beim Unterricht des Rektors anwesend war und das Gericht genauso zubereitet, kommt sofort in die nächste Runde. Alle anderen müssen Überzeugungsarbeit bei den Prüfern leisten. Hier spielt Food Wars: The Third Place abermals seine Stärken aus, denn die Protagonisten der Anime-Serie zeigen mal wieder, welches Können in ihnen steckt. Damit wiederholt sich die Handlung erneut, was mittlerweile etwas ermüdend ist, für Fans aber sicher kein Problem sein dürfte, zumal die beeindruckenden Leistungen zum Humor beitragen. Trotz der Vorgaben sind die Prüfer gerne mal überrascht und drehen im wahrsten Sinne des Wortes durch, wenn die Gaumenfreude mal nicht zu bremsen ist. Zwischendurch kommen dann immer mal wieder die Antagonisten zu Wort, die mit heißer Luft versuchen, die Taten der Helden abzuschwächen. Auch dies sind bekannte Muster, die in diesem Falle aber deutlich zur Spannung beitragen.

Gleichbleibende Qualität

Food Wars: The Third Plate bleibt seinem technischen Erscheinungsbild auch in der dritten Volume treu. Das heißt, dass die sechs enthaltenen und jeweils 24-minütigen Episoden mit satten und allen voran fröhlichen Farben begeistern. Insbesondere die von Sōma, Erina und Co gezauberten Gerichte sehen in ihrem malerischen Anime-Look derart schmackhaft aus, sodass der Zuschauer die Serie am besten nicht mit nüchternem Magen anschauen sollte. Fischgerichte, Udon und andere Mahlzeiten sind jedoch nicht das einzige, was positiv im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Full-HD-Auflösung auffällt. Sowohl die gut animierten Charaktere als auch die hübschen Spezialeffekte machen das Anschauen der Episoden zu einem wahren Genuss. Dazu passen auch die wunderbaren Melodien, die die alternierend humorvollen, beruhigenden und actionreichen Szenen unterlegen. Beide Tonspuren liegen des Weiteren im Format DTS-HD Master Audio 2.0 vor, in dem der Zuschauer nicht nur die Musik, sondern auch die Synchronsprecher klar wahrnehmen kann. Sowohl die japanische als auch die deutsche Synchronisation sind gut gelungen und mit sehr vielen Emotionen gefüllt. Schade ist nur, dass wie bei der zweiten Volume keinerlei Boni enthalten sind. Das schadet der Qualität der Serie zwar nicht, für den Fan dürfte es aber ein kleiner Wermutstropfen sein.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Mit Food Wars: The Third Plate gelingt es der Anime-Serie diverse Schwerpunkte zu schaffen und logisch aufeinander aufzubauen. Nach dem ersten großen Wettkampf in der ersten Volume und den sich überschlagenden Ereignissen im zweiten Episodenpaket, steht in der dritten Ausgabe eine Reihe Prüfungen an der Tagesordnung, denen sich die Charaktere stellen müssen. Immer noch hat Nakiri Azami die Hände im Spiel, der sich allen rebellierenden Elementen an seiner Kochschule entledigen will und seine Macht bei der Versetzungsprüfung voll und ganz ausspielt. Verpackt wird das Geschehen im bekannten Muster. Das heißt, dass die Figuren immer wieder neue Gerichte aus dem Hut zaubern müssen, um nicht von der Schule zu fliegen. Diesmal wird das Konzept aber insofern auf die Spitze getrieben, indem sie sich klar gegen Nakiri Azamis Vorgaben stellen müssen. Mit der dritten Volume von Food Wars: The Third Plate wird die Anime-Serie zwar nicht revolutioniert, macht aber vor allem langjährigen Fans immer noch sehr viel Spaß.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Food Wars: The Third Plate (Vol. 3)!

Review: Command & Conquer – Remastered Collection

In den 1990er-Jahren gehörten Echtzeit-Strategie-Spiele zu den beliebtesten Genres überhaupt. Mit der Command & Conquer – Remastered Collection beschert Electronic Arts den Serienfans zwei gelungene Überarbeitungen, die aber nicht ohne Kinderkrankheiten auskommen.

Als 1995 mit dem Spiel Command & Conquer: Der Tiberiumkonflikt der erste Teil der langlebigen Echtzeit-Strategie-Serie auf dem PC erschien, ahnte wohl kaum jemand, wie sehr diese Reihe Spieler auf der ganzen Welt beeindrucken würde. Selten war es spaßiger, Einheiten von einer Stelle zur anderen zu befehligen, um nach und nach verschiedene Areale einzunehmen. Der Tiberiumkonflikt erzählt den Zwist zwischen der Global Defense Initiative und der Bruderschaft von Nod, die sich um das titelgebende Tiberium streiten. Hierbei handelt es sich um ein außerirdisches Mineral, das besonders energiereich ist und den fanatischen Kane dabei helfen soll, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Zu Beginn des Spiels müssen wir uns für eine der beiden Seiten entscheiden. Unterstützen wir die GDI, bekämpfen wir die Bruderschaft vornehmlich in Osteuropa. Fällt unsere Wahl hingegen auf Nod, helfen wir Kane hingegen bei seinem Nordafrika-Feldzug gegen die GDI. Command & Conquer: Alarmstufe Rot aus dem Jahr 1996 hat mit diesem Konflikt (bis auf wenige Anspielungen) nichts zu tun und erzählt stattdessen eine völlig andere Geschichte, die aber ebenfalls rein fiktiv ist. Mittels einer Zeitmaschine gelingt es Albert Einstein, Adolf Hitler aus der Zeit zu entfernen. Das führt jedoch zum Erstärken der Sowjetunion, die daraufhin einen Krieg mit den „Alliierten“ riskiert.

Alle Macht den Truppen

In puncto Gameplay unterscheiden sich beide Spiele der Remastered Collection nicht sonderlich. Zu Beginn einer Partie errichten wir meistens eine Basis, bauen ein Kraftwerk zur Energieversorgung und anschließend weitere Gebäude, die für uns nützlich sind. Unter anderem steht hier eine Kaserne zur Ausbildung unserer Truppen bereit oder eine Raffinerie, die ein Sammelfahrzeug aussendet, um Tiberium respektive Erz einzusammeln, worüber wir Geld verdienen, das wir in neue Gebäude und Einheiten stecken können. Diese befehligen wir mit der Maus und scheuchen sie von einem Platz zum anderen. Dort können sie beispielsweise die Stellung halten, um etwaige Angriffe abzuwehren. Ebenfalls sind sie nützlich, um Gebäude zu verteidigen. Am wichtigsten dürfte jedoch die Möglichkeit sein, den Feind an taktisch klugen Stellen anzugreifen und in die Knie zu zwingen. Die Krux an der Sache ist, dass es oft nötig ist, alle gegnerischen Truppen auszuradieren. Selbst wenn auch nur ein kleiner Soldat sich in irgendeinem Gebäude oder Winkel der Karte verschanzt, muss dieser getötet werden – selbst dann, wenn das Hauptquartier oder andere wichtige Einrichtungen bereits von uns in Schutt und Asche gelegt wurden. Das ist zwar dem Alter beider Spiele geschuldet, hätte aber in der überarbeiteten Fassung angepasst werden sollen, selbst wenn das Element nur optional wäre.

Unverzeihliches Gameplay

Um den Krieg zu gewinnen, werden wir in verschiedene Echtzeitschlachten verwickelt. Hier müssen wir sehr taktisch vorgehen, denn beide Spiele verzeihen selbst in den ersten Missionen der Kampagne keine Fehler. Unter anderem sollten wir im Hinterkopf behalten, wann genau welcher Truppentyp effektiv gegen die jeweiligen gegnerischen Einheiten besonders effektiv ist oder tunlichst vor diesen den Rückzug antreten sollte. Taucht der Feind mit ein paar Raketenwerfern auf, sollten wir unsere Artillerie außer Reichweite bringen. Einfache Infanteristen können wir hingegen mit schweren Fahrzeugen auch einfach überrollen. Wer strategisch denkt, wird in der Command & Conquer – Remastered Collection schnell den einen oder anderen Erfolg feiern. Übermütig sollten wir aber nicht werden, denn der kleinste Fehler führt dazu, dass die Mission scheitert. Entsenden wir unsere Infanterie über ein Tiberiumvorkommen, erleiden unsere Soldaten gesundheitlichen Schaden oder den Tod. Also müssen wir sie in ein Fahrzeug verfrachten, um sie unbeschadet über das Feld zu transportieren. Eigentlich ist all das kein Hexenwerk, doch auch hier macht sich das Alter beider Spiele bemerkbar, denn an keiner einzigen Stelle wird das Gameplay erklärt. Jeden Kniff müssen wir selbst herausfinden, was in Anbetracht der überschaubaren Mechaniken aber machbar ist.

Umfangreiche Remastered Collection

Gut finden wir, dass wir die Schwierigkeit in drei Stufen regulieren können. Wer eine Herausforderung sucht, kommt genauso wie Anfänger auf seine Kosten. Mit dem Anpassen der Geschwindigkeit kommt hier noch ein wenig Feintuning hinzu. Nostalgiker erfreuen sich daran, dass auch nur eine Einheit gleichzeitig produziert werden kann. Zum Glück zeigen die Entwickler Erbarmen und passen die Voreinstellung an die Gegebenheiten und Möglichkeiten des Jahres 2020 an. In optischer Hinsicht müssen sich beide Spiele auch nicht verstecken. Sicherlich wäre 25 Jahre nach dem ursprünglichen Release mehr machbar gewesen, aber alle Einheiten und Gebäude beeindrucken uns mit ihrem ursprünglichen Charme, nur eben hochauflösend. Tippen wir die Leertaste an, können wir zwischen alter und neuer Optik jederzeit wechseln, womit der Grafiksprung noch einmal mehr als deutlich wird. Für die 1990er-Jahre beeindruckend sind auch die Videosequenzen mit echten Schauspielern, die jedoch – vor allem mit der teils aufgesetzten deutschen Synchronisation – manchmal leicht albern wirken. Der Soundtrack versetzt uns hingegen einen derartigen Adrenalinstoß, dass wir stets eine Mission nach der anderen angehen wollen. Zusammen mit der großen Auswahl an weiteren Szenarien, einem Karteneditor, dem Mod-Support und umfangreichen Bonusmaterial kommt kein Echtzeit-Stratege um die gelungene Command & Conquer – Remastered Collection herum.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Command & Conquer – Remastered Collection ist ein gutes Beispiel dafür, wie zwei Klassiker neu aufgelegt werden können. Optisch und akustisch ist der Sprung zwischen dem Original und der Überarbeitung durchaus groß, wenn auch nicht weltbewegend. Den Entwicklern ist es jedoch dabei gelungen, den Charme der ursprünglichen Spiele beizubehalten. Ältere Spieler dürften sich also sofort zurechtfinden, da der unverkennbare Look erhalten geblieben ist. Selbiges gilt auch für die Videosequenzen, die ebenfalls überarbeitet wurden, wenn auch ihr Alter noch anzumerken ist. Letzteres betrifft im Übrigen auch das Gameplay, denn dieses wird zum einen an keiner Stelle erklärt und zum anderen verzeihen beide Spiele keinerlei Fehler. Da neue Spielmechaniken aber nur nach und nach eingeführt werden, ist die Lernkurve nicht so steil wie bei anderen Spielen der 1990er-Jahre. Fantastisch ist, dass deutsche Spieler beide Werke endlich ungekürzt spielen können, wenn es auch nach wie vor albern ist, die menschlichen Gegner als Cyborgs zu bezeichnen. Aufgrund des großen Umfangs sind das aber alles verschmerzbare Defizite, die ich gerne in Kauf nehme. Trotz der kleinen Macken machen sowohl Der Tiberiumkonflikt als auch dessen Nachfolger Alarmstufe Rot jede Menge Spaß, den ich einfach nicht mehr missen möchte.

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Command & Conquer – Remastered Collection!

Review: One Piece: Box 21 (Episoden 629-656)

In der zwanzigsten Serienbox der Anime-Serie One Piece wurde der Handlungsstrang um die Insel Punk Hazard zwar abgeschlossen, ging jedoch zugleich in eine neue Erzählung über. So beginnt mit dieser Volume die große Geschichte auf den Inseln Dress Rosa und Green Bit.

Don Quichotte de Flamingo musste im Finale der vorherigen Serienbox als einer der sieben Samurai der Meere abdanken. Für viele eine erschreckende Nachricht, die sich auf der Grandline wie ein Lauffeuer verbreitet – schließlich ist der von der Weltregierung geduldete Pirat in so viele Machenschaften verstrickt, dass selbst Kriege durch seinen Rücktritt eine neue Wendung nehmen können. Sich ihres Sieges sicher, machen sich die beiden frischen Verbündeten Monkey D. Ruffy und Trafalgar Law auf den Weg zur Insel Dress Rosa, wo ihr Gegenspieler bisher als König geherrscht hat. Als Gegenleistung für Don Quichottes Rücktritt haben die Strohhüte ihm den kürzlich in Gefangenschaft genommenen Caesar Crown versprochen. So tüfteln sie einen Plan aus, wie sie ihre Geisel Crown gefahrlos übergeben können. Auf Dress Rosa angekommen, sind sie verwundert darüber, dass der Rücktritt des Königs keinesfalls für Chaos gesorgt hat und das Leben seinem gewohnten Gang geht. Um ihren Plan durchzuziehen, teilen sie sich in drei Gruppen auf. Während Navigatorin Nami, Musiker Brook und Schiffsarzt Chopper auf der Thousand Sunny verbleiben, das Schiff hüten und auf den kleinen Kōzuki Momonosuke aufpassen, machen sich Trafalgar Law, Archäologin Nico Robin und Lügenbold Lysop über eine Eisenbrücke auf den Weg nach Green Bit, um Crown dort abzuliefern.

Verschachtelte Erzählstränge

Entsprechend gehören zur dritten Gruppe, die sich um das Aufspüren und Zerstören der ominösen Smile-Fabrik kümmern soll, Kapitän Ruffy, Schiffszimmermann Frankie, Smutje Sanji, Schwertkämpfer Lorenor Zorro und Momonosukes Vater Kin’emon. Es dürfte aber klar sein, dass diese Gruppe aus verschiedenen Gründen leicht auseinander zu brechen ist. Zum Beispiel wird Zorro eines seiner Schwerter von der Zwergin Wicca gestohlen, während der hoffnungslose Romantiker Sanji bei der Verfolgung des orientierungslosen Dickschädels von der hübschen Violet abgelenkt wird. Ruffy erfährt hingegen, dass im Corrida-Kolosseum die erneut irgendwo auf der weiten Welt gewachsene Feuerfrucht seines vor zwei Jahren verstorbenen Bruders Puma D. Ace als Preis winkt. In der Zwischenzeit freundet sich Cyborg Frankie mit dem einbeinigen Spielzeugsoldaten Kyros an. Von diesem erfährt Frankie mehr über das Geheimnis von Dress Rosa, über das an dieser Stelle aus Spannungsgründen aber nicht zu viel verraten werden soll. Ähnlich wie in vielen vorherigen Erzählsträngen von One Piece, beginnt auch die Handlung auf Dress Rosa sehr gemächlich. Der Einstieg ist tatsächlich sehr langatmig, doch sobald die Charaktere alle an verschiedenen Stellen ums Überleben kämpfen oder sich für ihre (neuen) Freunde einsetzen, zündet auch hier einmal mehr der Unterhaltungswert.

Tiefgründige Erzählung mit dosierter Action

Es ist beachtlich, wie alle Geschichten der 21. Serienbox von One Piece miteinander verzahnt sind, obwohl sie vor allem in den ersten Episoden wie voneinander losgelöste Abenteuer wirken. Beispielsweise pflegt Kyros eine tiefgehende Beziehung mit Rebecca, die als Gladiatorin im Kolosseum kämpfen muss und damit auf Ruffy trifft. Rebecca ist wiederum mit den mysteriösen Zwergen im Bunde, mit denen sowohl Robin und Lysop als auch Zorro zunächst unabhängig voneinander interagieren. Eingewickelt sind alle diese Erzählungen selbstverständlich in die Rahmenhandlung auf Dress Rosa. So scheint alles auf Don Quichotte hinauszulaufen, der im Übrigen ein doppeltes Spiel mit allen Akteuren treibt. Wie genau das gemeint ist, sollte der Zuschauer aber am besten selbst herausfinden. Es sei nur so viel gesagt, dass in der 21. Volume einige Enthüllungen an der Tagesordnung stehen, die die gesamte Serienhandlung noch tiefgründiger und nachvollziehbarer macht, zumal auch häufig von Flashbacks Gebrauch gemacht wird, die jedoch allesamt neue Szene zeigen. Auch wenn es schon zu einer Begegnung zwischen Mitgliedern der Strohhut-Piratenbande und Don Quichotte kommt, konzentriert sich der Action-Anteil nahezu vollständig auf das Kolosseum. Da der Handlungsstrang auf Dress Rosa aber bei Weitem noch nicht abgeschlossen ist, dürfte diese Entwicklung in den nächsten Episoden in die andere Richtung gehen und die ganze Insel betreffen. Spannend!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 629 bis 656 der Serie): One Piece gelingt es auch mit der 21. Serienbox, den Zuschauer mit überraschenden Details und neuen Hintergründen zum Staunen zu bringen. Obwohl der Handlungsstrang auf Dress Rosa anfänglich noch sehr ermüdend ist, da vieles im Unklaren bleibt, kann die Anime-Serie spätestens mit der Versplitterung der Gruppe einmal mehr zeigen, wie grandios voneinander losgelöste Handlungsfäden nach und nach im Hintergrund miteinander verbunden werden – und so ein großes und vor allem stimmungsvolles Abenteuer ergeben. Ruffy kämpft in einem Kolosseum, Zorro hechtet einer diebischen Zwergin hinterher und Frankie trifft auf einen einbeinigen Spielzeugsoldaten, der einem bestimmten Märchen von Hans Christian Andersen nachempfunden ist. Dieses Spielen mit der Populärkultur macht One Piece immer mal wieder und rückt es in einen neuen Kontext. Wer sich mit den ersten und leide etwas schwerfälligen Episoden arrangieren kann, wird mit der 21. Volume der Anime-Serie One Piece aber erneut nichts falsch machen können.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Piece: Box 21 (Episoden 629-656)!

Review: Ys: Memories of Celceta

Ursprünglich 2012 für die PlayStation Vita veröffentlicht, erschien Ys: Memories of Celceta 2015 auch noch für den PC und 2019 für die PlayStation 4. Europäische Spieler durften wie für die Reihe gewohnt auf den Release warten, der hierzulande Mitte 2020 endlich anstand

In nicht wenigen Rollenspielen der letzten Jahrzehnte leidet der Held zu Beginn seines Abenteuers an Amnesie, so auch in Ys: Memories of Celceta. Protagonist Adol Christin kann sich an nichts mehr erinnern, freut sich aber zumindest darüber, im idyllischen Städtchen Casnan auf Duren zu treffen, der sich als ein alter Bekannter entpuppt. Um seinem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen, beschließen die beiden, der amtierenden Regierung von Casnan auszuhelfen. Diese verlangt von uns, die Gebiete im Nordwesten zu kartographieren. Was nach einer notdürftig zusammengeschusterten Geschichte klingt, entwickelt sich immer mehr zu einer packenden Handlung. Nicht ganz unschuldig daran sind die Erinnerungsfetzen, die sich peu à peu wie ein Mosaik zusammensetzen. Obwohl viele dieser Erinnerungen in Ys: Memories of Celceta nicht zum Verständnis der Story wichtig sind, ergeben sie dennoch ein stimmungsvolles Gesamtbild. Hinzu kommen verschiedene Charaktere wie die Jägerin Karna, der Speerkämpfer Ozma oder die Magierin Calilica. Jede Figur hat ihre ganz eigenen Beweggründe, um uns zu unterstützen, zumal sie allesamt Adol Christin irgendwie zu kennen scheinen. Die Geschichte um das untergegangene und titelgebende Königreich Celceta wird von Anfang bis Ende über tiefgründige Dialoge erzählt, bricht nach dem letzten Bosskampf jedoch abrupt ab.

Bekannte Action-Rollenspielmechaniken

Ys: Memories of Celceta spielt sich im Grunde genau wie die meisten anderen Ableger der 1987 gestarteten Action-Rollenspielreihe. Das heißt, dass wir uns in zahlreichen und flotten Echtzeitkämpfen mit tausenden Monstern messen und nebenher auch noch die Umgebung kartographieren. Unterwegs stoßen wir immer mal wieder auf Schatztruhen, in denen nützliche Ausrüstungsgegenstände versteckt sind. Erzadern und Pflanzen werden im Vorbeiflug mit kräftigen Schwerthieben bearbeitet, um genau wie bei den Monstern an Materialien zu gelangen. Mit diesen können wir in der Stadt handeln oder sie in die Verbesserung von Waffen und Rüstungen stecken. Wer darauf keine Lust hat, muss aber nicht verzagen. Die Gegner lassen in der Regel genügend Goldmünzen fallen, mit denen neue Waffen und Rüstungen im Laden zu einem guten Teil auch so eingekauft werden können. Auch das Kartographieren der Karte ist lukrativ. Genauso sieht es mit den Nebenquests in Ys: Memories of Celceta aus, die glücklicherweise nicht im Übermaß, sondern in einer gut dosierten Menge vorhanden sind. Ärgerlich ist hierbei nur, dass es auch dringende Quests gibt, die automatisch abgebrochen werden, sobald wir in der Story zu weit voranschreiten. Das war bereits 2012 ein antiquiertes Konzept und hätte spätestens mit einem Patch oder der PC-Fassung von 2015 behoben werden sollen.

Tolles Spiel mit verschenktem Portierungspotenzial

Dennoch ergeben sämtliche Gameplay-Elemente zusammen einen positiven Synergieeffekt, der sich beim Spielen deutlich bemerkbar macht. Vor allem die schnellen Kämpfe, die nicht durch pures Button Mashing, sondern vor allem durch geschicktes Ausweichen und Kontern gewonnen werden, sorgen für einen kaum bremsbaren Spielfluss. Lediglich die Aufteilung des Kartenmaterials auf eine komplette Übersichts- und eine äußerst rudimentäre Gebietskarte, fällt beim Navigieren auch gegen Ende des Spiels hier und da leicht negativ auf. Unter technischen Gesichtspunkten betrachtet, kann Ys: Memories of Celceta auf der PlayStation 4 nicht mehr gänzlich punkten. Dem einstigen PlayStation-Vita-Spiel ist das Alter vor allem aufgrund der trägen Animationen anzusehen, auch wenn die Grafik wesentlich schärfer wirkt. Ebenso stört es uns, dass das Spiel für die Neuauflage kaum bis gar nicht nachvertont wurde. Hier wurde viel Potenzial verschenkt. So schön und passend die Musik des Weiteren an manchen Stellen auch ist, kann sie an manchen Stellen aufgrund repetitiver Melodien durchaus ermüden. Ys VIII: Lacrimosa of Dana aus dem Jahr 2016 hat beispielsweise deutlich besser gezeigt, was akustisch in der Rollenspielreihe machbar ist. Trotz seiner wenigen Defizite ist Ys: Memories of Celceta immer noch eine sehr gute Gelegenheit, um in das Franchise einzusteigen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Nachdem mich Ys VIII: Lacrimosa of Dana vor ein paar Jahren regelrecht überrascht und mich sehr neugierig auf die Reihe gemacht hat, muss ich leider gestehen, dass mein Erlebnis mit dem Remake vom Super-Nintendo-Spiel Ys IV: Mask of the Sun nach circa 25 Stunden Spielzeit eher etwas ernüchternd ausfällt. Das darf jetzt aber bitte nicht falsch verstanden werden, denn die Kämpfe in Ys: Memories of Celceta laufen flott ab, sind meistens nicht mit purem Button Mashing zu gewinnen und auch das Erkunden der Spielwelt macht sehr viel Spaß. Es fehlt mir jedoch beispielsweise an Optionen für die Artefakte, die eigentlich nur im jeweiligen Dungeon, wo ich sie gefunden habe, gebraucht werden. Außerdem finde ich es schade, dass die technischen Möglichkeiten der PlayStation 4 teilweise nicht genutzt wurden. So sind die Grafiken zwar wesentlich schärfer, manche Texturen und vor allem die Animationen fallen dennoch altbacken aus. Auch mit dem Soundtrack habe ich so meine Probleme, da er für mich an zu vielen Stellen zu repetitiv aus den Lautsprechern trällert. Das mag zwar recht negativ klingen, stört den unglaublich guten Spielfluss meines Erachtens nach aber kaum. Wer noch keine Episode der Ys-Reihe gespielt hat, darf gerne einen Blick riskieren, oder lieber gleich zum wesentlich besseren achten Teil greifen, der auch mehr als dreimal so umfangreich ist.

Vielen Dank an Marvelous Europe für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Ys: Memories of Celceta!

Prime Time: Black Clover (Vol. 4, Unboxing)

Es ist mal wieder Zeit für ein Unboxing-Video zur Anime-Serie Black Clover. Wie schon bei den ersten drei Volumes möchte euch unser Chefredakteur auch bei der vierten Ausgabe einen visuellen Eindruck vermitteln, wie ihm die Serienbox optisch und haptisch gefallen hat. Viel Spaß beim Anschauen!

Review: Mega Man Zero/ZX Legacy Collection

Nachdem Capcom sowohl die Mega-Man- als auch die Mega-Man-X-Serie in je zwei Legacy Collections veröffentlicht hat, sind jetzt die Mega-Man-Zero- und Mega-Man-ZX-Spiele an der Reihe. Ganz so herausragend ist die Mega Man Zero/ZX Legacy Collection aber nicht.

Während die ersten Episoden der Mega-Man-Reihe in puncto Storytelling recht schwach auf den Beinen waren, entwickelten sich die Spiele weiter und spätestens in Mega Man X haben uns die Entwickler bei Capcom vielfältige Geschichten vorgesetzt. Auch wenn die Storylines jener Titel weitestgehend vernachlässigt werden können, waren sie ein erster Schritt zu dem, was uns in den Spielen der Mega Man Zero/ZX Legacy Collection erwartet. Tatsächlich sind die Spiele sogar vage mit der Vorgängerserie verknüpft, denn Mega Man Zero spielt zeitlich ein paar Jahrhunderte nach der Mega-Man-X-Reihe. Wer diese nicht gespielt hat, muss aber nicht verzagen. Alle Zusammenhänge werden in textlastigen Dialogen zumindest ganz kurz angerissen. Für das eigentliche Gameplay ist die Handlung aber sowieso ohne Belang. Die Geschichten von Mega Man Zero 2, 3 und 4 knüpfen jeweils aneinander an und warten hier und da mit überraschenden Wendungen auf. So gelingt es Capcom mit einem seichten World Building für interessante Charaktere zu sorgen. Dazu zählen zum Beispiel die hilfsbereite Ciel oder die angriffslustige Harpuia. Gegenseitig unterstützen sie sich im Krieg gegen die bösen Kräfte, um schließlich ihre Freunde und die Welt vor dem Untergang zu retten. Das alles ist zwar lediglich Genre-Standard, aber immerhin genügend Pulver für die darauffolgende Action.

Hart, härter, Mega Man Zero

Grundsätzlich spielen sich die sechs Spiele der Mega Man Zero/ZX Legacy Collection sehr ähnlich wie die Ableger der Mega-Man-X-Serie. Das heißt, dass wir in der zweidimensionalen Seitenansicht durch die meist recht kurzen Levels laufen, über Abgründe hüpfen, uns mit Gegnern duellieren, Geheimnisse aufspüren und Collectibles einsammeln. Hier wird der hohe Schwierigkeitsgrad der Spiele noch nicht sonderlich deutlich, denn die Levels sind bis auf die eine oder andere knifflige Stelle allesamt machbar. Hin und wieder stolpern wir jedoch über größere Zwischen- oder Bossgegner, die uns ans Leder wollen. Diese sind im Übrigen kein Vergleich zu den Halunken der erwähnten Vorgängerserien. Genau genommen schießt die Mega Man Zero/ZX Legacy Collection hier ordentlich den Vogel ab – und jeder, der schon bei Mega Man verzweifelt hat, wird spätestens beim ersten Bossgegner von Mega Man Zero in Tränen ausbrechen. Selbst hartgesottene Spieler, die Dark Souls, Sekiro und Co belächeln, dürften bei Mega Man Zero und Co ihren Meister finden. So wird in einem Großteil der Spiele jeder falsche Schritt sofort bestraft und auch wenn sich das vor allem auf die knüppelharten Bossgegner bezieht, kann sich der Frust leider sehr schnell aufs restliche Spiel übertragen. Wer zu oft ins Gras beißt, darf das Level von vorne beginnen, immer und immer wieder.

Vom Unmöglichen zum Spaziergang

Für die Mega Man Zero/ZX Legacy Collection hat sich Capcom aber zwei entscheidende Neuerungen überlegt, die aber nicht gerade das Gelbe vom Ei sind. Auf der einen Seite befinden sich in jedem Level auf Wunsch großzügig verteilte Kontrollpunkte, zu denen wir selbst beim Verlust unserer restlichen Versuche landen. Wenn der Bossgegner danach aber so hart ist, dass er uns binnen zehn Sekunden erledigt, nützt auch der Rücksetzpunkt nichts. Auf der anderen Seite hat Capcom allen sechs Spielen den so genannten Anfängermodus spendiert. Wer wirklich nur die Story erleben will, wird mit diesem sicherlich sehr gut bedient. Der große Nachteil ist jedoch, dass dieser Anfängermodus mehr einem Gottmodus gleicht und dadurch alle Spiele zu einem Spaziergang werden, die dann auch keinen Spaß mehr machen, da auch viele für den eigentlichen Spielfortschritt irrelevante Verbesserungen bereits freigeschaltet sind. Auf diese Weise eignen sich die sechs Spiele weitestgehend und nach wie vor nur für Profis, die sich gerne ins Gameplay vertiefen wollen. Immerhin sind die jüngeren Teile wie Mega Man ZX und Mega Man ZX: Advent nicht mehr ganz so schwierig und auch für den einen oder anderen fortgeschrittenen Spieler zugänglich. Dafür jedoch in die ganze Kollektion zu investieren, muss jeder selbst entscheiden. Capcom hätte hier deutlich mehr bieten müssen.

Verpasste Frischzellenkur

Unter technischen Gesichtspunkten reißen alle sechs Titel auf der Switch keine Bäume aus. Die einstigen Game-Boy-Advance- und Nintendo-DS-Titel erfreuen aber Nostalgiker, die die Wahl zwischen harten Pixeln oder einer weichgezeichneten Optik haben. Großartige Unterschiede sind mit der Lupe zu suchen. Akustisch gibt es dafür einen tollen Soundtrack auf die Ohren, der die Action gut unterlegt. In puncto Bedienung gibt es kaum etwas zu bemängeln, denn all unsere Befehle werden direkt richtig umgesetzt und jeder verpasste Ausweichkonter geht auf unser Konto, wenn unsere Reflexe zu langsam waren oder wir den Gegner noch nicht durchschaut haben. Lediglich bei den beiden ZX-Episoden fällt die Zweiteilung des Bildschirms negativ auf. Da es sich hierbei um Nintendo-DS-Spiele handelt, befindet sich in der rechten Bildschirmecke ein Abbild des Touchscreens, den wir mit dem rechten Stick bedienen. Unserer Meinung nach hätte dies dringend überarbeitet werden müssen. Da hilft es auch nicht, dass jedes Spiel mit dem zusätzlichen Modus Z Chaser, in dem Highscores aufgestellt werden können, ausgestattet wurde. Erfreulich ist aber, dass es sechs Galerien und sechs Jukeboxen gibt, in dem dutzende Artworks betrachtet und viele Musikstücke aus den Spielen gehört werden können. Aufgrund verpasster Chancen der tollen, aber verbesserungswürdigen Spiele, ist die Mega Man Zero/ZX Legacy Collection allerdings nicht uneingeschränkt zu empfehlen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-DS- und Nintendo-Switch-Fassung): Mit den ersten vier Spielen dieser Kollektion, sprich Mega Man Zero sowie die drei Nachfolger, kam ich bereits auf dem Nintendo DS in Form der Mega Man Zero Collection in den Genuss des Franchises. Auch wenn die Spiele knüppelhart sind und ich öfter als mir lieb ist den Tränen nahe bin, gefallen sie mir vielleicht gerade deshalb so gut. Allerdings sehe ich ein, dass diese vier Titel für den durchschnittlichen Spieler viel zu schwierig sind. Das hat auch Capcom bemerkt und dem Spiel leichte „Verbesserungen“ spendiert, die das Spielgefühl aber nur auf dem Papier verbessern. Die Rücksetzpunkte bringen in Anbetracht der zwar fairen Level-Architektur, aber viel zu schwierigen Bossgegner so gut wie nichts und der als Anfängermodus deklarierte Gottmodus macht die Action zu einem überflüssigen Zeitvertreib. Capcom hätte die Spiele an allen Ecken und Enden nochmals überarbeiten sollen, was auch beim zweigeteilten Bildschirm mit einer recht frickeligen Bedienung bei den beiden Mega-Man-ZX-Episoden zu spüren ist. Unterm Strich hat Capcom versucht, möglichst schnell neues Futter für Mega-Man-Fans nachzuliefern. Während die Legacy Collections der Mega-Man- und Mega-Man-X-Reihen nach wie vor zu den tollsten Videospielsammlungen der letzten Jahre gehören, müssen selbst beinharte Fans erkennen, dass die Mega Man Zero/ZX Legacy Collection hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt.

Review: Schwarzesmarken (Vol. 2)

Nachdem im Dezember 2019 die erste Volume von Schwarzesmarken im deutschsprachigen Raum veröffentlicht wurde, folgte das zweite Episodenpaket nur einen Monat später am 16. Januar 2020. Diese führt die Geschichte fort und zu einem halbwegs befriedigendem Ende.

Mit der zweiten Volume der Anime-Serie Schwarzesmarken gelingt es den japanischen Animationsstudios Liden Films und Ixtl, die Science-Fiction-Geschichte zu einem Abschluss zu bringen. Dabei knüpft der Auftakt des zweiten Episodenpakets an die Geschehnisse der ersten Volume an. Seitdem die vermeintliche Überläuferin Katia Waldheim aus dem Westen in die Deutsche Demokratische Republik geflohen ist, hat die Staatssicherheit ein Auge auf die Kompanie um Protagonist Theodor Eberbach geworfen. Als dann wie aus dem Nichts dessen Schwester Liese Hohenstein auftaucht, hält sie jeder für eine Spionin des Überwachungsapparats. Sie stellt immer mehr Fragen und versucht ihren Bruder zur Flucht in den Westen zu überreden, da der Angriff der Außerirdischen unaufhaltsam scheint. Das Szenario der Serie ist nach wie vor unverbraucht und zumindest auf der innen- und außenpolitischen Ebene sehr interessant. Lediglich die außerirdische Lebensform, Beta genannt, wird leider nicht ausreichend genug beleuchtet. Der Grund für den Angriff bleibt weitgehend unklar; es sind Lebewesen ohne Sinn und Verstand. Hier wäre zwar mehr möglich gewesen, doch storytechnisch konzentriert sich Schwarzesmarken ohnehin auf die Beziehungen der Charaktere und die Gesellschaft, in der sie leben. Auch die Kämpfe gegen die Aliens sind nur noch Nebensache.

Qualitativ gleichwertige Fortsetzung

Gestaltungstechnisch und inszenatorisch befindet sich Schwarzesmarken auf demselben Niveau wie die ersten sechs Folgen der zwölfteiligen Anime-Serie. So sind alle Szenen nach wie vor im bildschirmfüllenden 16:9-Format gehalten, wobei die Auflösung von 1080p grundsätzlich gut genutzt wird. Allerdings sind nach wie vor sämtliche Szenen mit einem Schleier von diffusem Licht überzogen, was insbesondere bei einem größeren Abstand zum Bildschirm dem einen oder anderen Zuschauer etwas negativ auffallen dürfte. Das hat zwar den Vorteil, dass Bildinhalte verschleiert werden, was zum politischen und gesellschaftskritischen Grundton von Schwarzesmarken passt, aber leider auch die Bildqualität mindert. Diese kommt somit nur selten über DVD-Qualität hinaus. Dafür fügt sich der Soundtrack von Evan Call und Elements Garden wunderbar ins Geschehen ein, sodass alle Szenen abwechselnd dramatisch oder actionreich auf den Zuschauer wirken. Beide Tonspuren der Serie liegen des Weiteren im Format DTS-HD Master Audio 2.0 vor. Bezüglich der ausgewählten Sprecher lässt sich sagen, dass beide Synchronisationen wirklich gut gelungen sind. Beispielsweise wird Hauptfigur Theodor Eberbach in der japanischen Originalfassung von Suzumura Ken’ichi gesprochen, während dieser Part im Deutschen von Benjamin Krause übernommen wird.

Mangel an digitalem Bonusmaterial

In der zweiten Volume der Anime-Serie Schwarzesmarken sind abermals sechs Episoden enthalten, die jeweils circa 24 Minuten lang sind. Im Gegensatz zur ersten Volume, bei der das digitale Bonusmaterial mit einem Clean Opening und einem Clean Ending sehr, sehr spartanisch ausfiel, hat der hiesige Publisher Kazé Anime bei der Veröffentlichung der zweiten Serienhälfte auf digitales Bonusmaterial gänzlich verzichtet. Das ist sehr schade, da vor allem Einblicke in die Umsetzung von der Light Novel zur Anime-Serie und der mögliche Einfluss des Computerspiels aus dem Jahr 2015 durchaus hätten interessant sein können. Dafür winkt ein weiteres Mal ein laut Herstellerangaben 20-seitiges Booklet in physischer Form als Bonus. Dieses stand für unseren Test allerdings nicht zur Verfügung. Es ist in diesem Falle aber wie immer davon auszugehen, dass das Booklet in der gewohnt hohen Qualität des Publishers produziert wurde. Unterm Strich ist Schwarzesmarken eine Anime-Serie, die zwar nicht unbedingt mit Werken wie Aldnoah.Zero oder Neon Genesis Evangelion mithalten kann, aber mit ihrem unverbrauchten Szenario, sprich der Deutschen Demokratischen Republik des Jahres 1983 als Hintergrund, sehr wohl punkten kann. Für Fans des Mecha-Genres, die auch nichts gegen ein bisschen pseudogeschichtliche Einflüsse haben, dürfen dennoch zuschlagen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Schwarzesmarken hat mit dem ersten der beiden Episodenbündeln eine solide Grundlage geschaffen. So sind Szenario und Setting in der zweiten Volume nach wie vor interessant gestaltet. Vor allem die zwischenmenschlichen Beziehungen, die gesellschaftskritischen Fragen und die innen- und außenpolitische Lage der Deutschen Demokratischen Republik des Jahres 1983 vor einem pseudogeschichtlichen Hintergrund zu erleben, ist nicht nur für Hobby-Historiker ein großer Spaß. Fans von Anime, die sich um Mecha-Action drehen, kommen ebenfalls hier und da auf ihre Kosten. Leider rückt der Kampf gegen die Außerirdischen immer mehr in den Hintergrund, zumal die Serie es auch verpasst, dem Widersacher der Menschheit ein nachvollziehbares Gesicht zu geben. So nutzt Schwarzesmarken leider bei Weitem nicht jede erdenkliche Möglichkeit, weshalb die Serie nicht die Qualität von Aldnoah.Zero und Konsorten erreicht. Trotzdem ist die Serie für Fans des Mecha-Genres mit einem Faible für alternative Geschichte eine kleine Empfehlung.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Schwarzesmarken (Vol. 2)!

Review: Golden Kamuy (Vol. 1)

Viele Anime-Serien nutzen als Handlungsort oftmals den Ballungsraum um Tōkyō. Die nördlichste Hauptinsel Japans wird jedoch nur äußerst selten thematisiert. Golden Kamuy versetzt den Zuschauer nicht nur nach Hokkaidō, sondern zugleich auch in die ausgehende Meiji-Zeit.

Golden Kamuy ist kurz nach dem russisch-japanischen Krieg angesiedelt. Im Mittelpunkt der Erzählung steht der ehemalige Soldat Sugimoto Saichi, der aus der Armee entlassen wurde und jetzt als Tagelöhner und Herumtreiber sein Geld verdient. Während er in der winterlichen Idylle in einem Bach Gold schürft, erzählt ihm ein alter Mann eine mysteriöse Geschichte. So gab es auf Hokkaidō einst riesige Goldvorkommen, das eine bestimmte Gruppe von Ainu angehäuft hat. Als die Japaner das Land erschlossen, wurden die Ainu von einem von Gier getriebenen Mann ermordet. Auf seiner Flucht hat der Mann den Goldschatz irgendwo in der Einöde von Hokkaidō versteckt. Im Gefängnis hat er den Weg zum Schatz auf den Rücken von anderen Häftlingen tätowiert und jenen, denen die Flucht gelingt, hätten einen Anspruch auf die Hälfte des Schatzes. Das macht Sugimoto, der sich selbst als „unsterblich“ bezeichnet, hellhörig und neugierig. Während seiner Suche nach dem Schatz respektive nach ehemaligen Gefangenen trifft Sugimoto auf die junge Ainu Asirpa. Mit dieser schließt er sich zusammen, denn ihr Vater gehörte zu den Ainu, die wegen des Goldes ermordet wurden. Während der unsterbliche Sugimoto seine Kraft und sein Können demonstrieren kann, steuert Asirpa ihr Wissen über die Wildnis bei, die die beeindruckende Kulisse der Anime-Serie ausmacht.

Lebensweise der Ainu als Erzählfaktor

Mit jeder einzelnen Episode von Golden Kamuy setzen Sugimoto und Asirpa das Rätsel um den Goldschatz immer mehr zusammen. Dabei müssen sie sich großen Gefahren wie einem Bärenangriff und gefährlichen Bedrohungen wie mordlustigen Soldaten stellen. Die Story ist spannend und zeigt mit solchen Mitteln verschiedene Facetten des Überlebens, woran auch Asirpa nicht ganz unschuldig ist. Sie zeigt Sugimoto und somit auch dem Zuschauer in vielen Szenen die Lebensweise der Ainu. Zusammen mit der Darstellung der Natur und der Tiere ergibt sich so ein symbiotisches Gesamtbild, das dem Zuschauer einen guten Eindruck von der Zeit und der Lebensweise der Ainu verleiht. Allerdings findet die Geschichte von Golden Kamuy nicht nur in der Wildnis statt. Hin und wieder führt es die Charaktere auch (zurück) in die Zivilisation, wie zum Beispiel in die Stadt Otaru, um nach neuen Informationen zu dem Verbleib der entflohenen Häftlinge einzuholen. Mit der Zeit kommen weitere Figuren wie der wahnsinnige Tsurumi Tokushirō oder der undurchsichtige Hijikata Toshizō hinzu, die sich Sugimoto und Asirpa auf die eine oder andere Weise in den Weg stellen. Trotz der ernsten Situation bleibt in Golden Kamuy auch Platz für humorvolle Einlagen, die etwas aufgesetzt wirken, die Darstellung des tristen Alltags der Charaktere aber dafür sehr wohl auflockern.

Trennung zwischen beweglichen und festen Elementen

In visueller Hinsicht besticht die Anime-Serie des noch sehr jungen Geno Studios in erster Linie mit ihren detailliert ausgearbeiteten Charakteren. Die zeitgemäßen Kleidungsstücke der Figuren sind mit zahlreichen Einzelheiten gespickt, die positiv ins Auge springen. Weniger gelungen ist jedoch das Zusammenwirken von beweglichen und festen Elementen im Bild. Die Animationen haben kaum bis gar keine Auswirkung auf die Umgebung. Wenn Fußstapfen im Schnee notwendig sind, beginnt die Einstellung meist in der laufenden Szene. Teilweise fehlen sie aber auch ganz, was die Atmosphäre zu einem guten Teil stört. Neben dem leicht defizitären Bild in Full-HD kann Golden Kamuy aber mit der guten Klangqualität in DTS-HD Master Audio 2.0 punkten. Die meist ruhigen Melodien passen hervorragend zur winterlichen Präsentation. Hinzu kommen atmosphärische Soundeffekte wie das Rauschen des Windes oder das Knistern an Feuerstellen, die in der japanischen Tonspur aber etwas klarer wirken. Dennoch warten sowohl die japanische als auch die deutsche Synchronfassung mit sehr guten Sprechern auf, die ihre Charaktere mit Leben erfüllen. Laut Herstellerangaben dürfen sich Käufer über ein Tattoo, zwei Art Cards und eine Leseprobe als physische Boni freuen. Im digitalen Bonusmaterial liegen hingegen sechs kurze und halbwegs lustige Bonus-Clips bei.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Golden Kamuy überzeugt von der ersten Minute an. Anstatt die Helden in aller Breite vorzustellen, werden sie in der Anime-Serie des Geno Studios beiläufig charakterisiert. So bleibt mehr Zeit für die Entfaltung der spannenden Story, in der sich Sugimoto Saichi und Asirpa mit gefährlichen und bedrohlichen Situationen konfrontiert sehen müssen. Um die Handlung voranzutreiben, bedient sich die Serie immer wieder an der Darstellung der Lebensweise der Ainu. So erfährt der Zuschauer nicht nur mehr über die (einstige) Lebensweise der Ainu, sondern auch mehr über die Zeit, in der Golden Kamuy spielt. Die Serie möchte dabei authentisch bleiben, bedient sich aber auch Freiheiten. Bei Hijikata Toshizō handelt es sich beispielsweise um eine historische Persönlichkeit, die 1869 als Anführer der Shinsengumi getötet wurde. Nichtsdestotrotz überzeugt die Geschichte um Sugimoto und Asirpa mit ihrem Detailreichtum, dem sich kein Interessent von historischen Werken entziehen kann. So darf es in der zweiten Volume gerne weitergehen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Golden Kamuy (Vol. 1)!

Review: Kabaneri of the Iron Fortress (Vol. 1)

Am 5. Dezember 2019 startete der deutsche Publisher Kazé Anime mit der düsteren Serie Kabaneri of the Iron Fortress eine neue Reihe. Das Werk von Wit Studio dreht sich um den Kampf ums Überleben in einer faszinierenden und erschreckenden Steampunk-Welt.

Wer in Europa an das Steampunk-Szenario denkt, dem kommt zunächst eine Vorstellung eines alternativen viktorianischen Zeitalters in den Sinn. Dass das Setting aber nicht nur auf das London um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert respektive England im selbigen Zeitraum beschränkt sein muss, zeigt die Anime-Serie Kabaneri of the Iron Fortress von Regisseur Araki Tetsurō. In der zwölfteiligen Serie aus dem Jahr 2016 erlebt der Zuschauer eine vergleichbare Erfahrung, aber auf der japanisch angehauchten Insel Hinomoto. In einer der Meiji-Zeit nicht unähnlichen Epoche wird die Geschichte rund um den Wissenschaftler Ikoma erzählt. Dieser lebt mit hunderten anderen Menschen in einer geschlossenen Siedlung, die als Bahnhof fungiert. Auf Hinomoto gibt es mehrere solcher Ortschaften, die über das Schienennetz miteinander verbunden sind. Gesichert sind die Siedlungen mit übergroßen Mauern. Wer an Attack on Titan denkt, darf genüsslich schweigen. Ähnlich wie in dieser Anime-Serie gibt es außerhalb der Mauern eine große Bedrohung, die die Menschheit schützen soll. Damit sind die untoten Kabane gemeint, die willenlos sind und wie Zombies vor sich hin vegetieren. Endgültig können diese nur umgebracht werden, wenn ihr von Blei geschütztes Herz durchtrennt wird. Kabaneri of the Iron Fortress nimmt ganz schön makabere Ausmaße an!

Düsteres und erschreckendes Szenario

Arakis Anime-Serie verzichtet im Übrigen auf eine große Exposition und diese ist auch nicht nötig, da alle wichtigen Informationen wie in einem Film von Kurosawa Akira dem Zuschauer sofort gezeigt oder beiläufig erwähnt werden. So beginnt die Handlung mit einem schlimmen Ereignis, das dem Zuschauer ein gutes Bild von Hinomoto und den Zuständen auf der Insel vermittelt. Eingepfercht im Bahnhof Aragane leben die Menschen in ständiger Furcht vor den Kabane, die sie infizieren könnten. An dem Tag, an dem die titelgebende Eiserne Festung, eine überdimensional große Dampflokomotive, in Aragane eintreffen soll, brettert diese aber ungebremst und mit Kabane überlaufen in die Stadt hinein. Es bricht Panik aus, Feuer lodert in den Gassen und in den Wirren wird zu allem Übel Protagonist Ikoma während des Versuchs, einen Kabane mit einer neuen Waffe zu töten, von diesem gebissen. Was wie das tragische Ende eines Charakters im Franchise von The Walking Dead klingt, ist in Kabaneri of the Iron Fortress jedoch der Auftakt einer spannenden Geschichte. Ikoma gelingt es, das Virus in seinem Körper vor Erreichen seines Schädels zu bremsen und kann seitdem als Mensch mit der Kraft eines Kabane leben. Seine Mitmenschen fürchten sich fortan vor ihm, wodurch auch die Bushi, sprich die Samurai, auf den eifrigen Ikoma aufmerksam werden.

Durchdachte und erwachsene Erzählweise

Neben Ikoma spielt auch die Kämpferin Mumei eine entscheidende Rolle, da sie gegen die Kabane kämpft und Menschen zur Flucht verhilft. Prinzessin Yomogawa Ayame betrachtet das Geschehen wiederum aus einer entfernten Position, steht in einer Szene aber auch für Ikoma ein. Etwas wichtiger ist da schon Ikomas bester Freund Takumi, ohne den die Story keine Fahrt aufnehmen kann. Die Geschichte von Kabaneri of the Iron Fortress ist den Köpfen bei Studio Wit absolut geglückt, da sie mit mehreren Höhepunkten gepflastert ist und zudem einen durchgehenden Handlungsstrang bietet, sodass die Episoden nahtlos aneinander anknüpfen. Hinzu kommt, dass sich die erwachsene Erzählweise auch auf das Design der Charaktere auswirkt. Diese sind nicht nur detailliert gestaltet, sondern auch stark animiert. Ebenfalls gelungen sind der Kleidungsstil und das Steampunk-Szenario. An allen Ecken und Enden ergänzen sich diese beiden Punkte, sodass das bildschirmfüllende 16:9-Format mit seiner herausragenden Beleuchtung im Format 1080p im wahrsten Sinne des Wortes glänzt. So ähnelt die Anime-Serie bildtechnisch fast schon Filmen von Shinkai Makoto, auch wenn qualitativ noch Welten dazwischen liegen. Zusammen mit der stimmungsvollen Musik ergibt Kabaneri of the Iron Fortress ein wahrhaft erinnerungswürdiges Gesamtbild, das Lust auf mehr macht!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Kabaneri of the Iron Fortress gehört wohl zu den Überraschungen der letzten Jahre. Regisseur Araki Tetsurō gelingt es, Steampunk- und Japan-Setting miteinander zu verbinden und eine spannende Geschichte zu erzählen. In dieser bedient sich der Regisseur zwar altbekannter Motive, lässt diese allerdings in einem frischen Szenario aufleben. Zusammen mit den zahlreichen Höhen und Tiefen, die die Charaktere während ihrer Reise durchleben, bleibt es an keiner Stelle langatmig oder gar langweilig. Actionreiche und entspannende Szenen wechseln sich in einem angenehmen Rhythmus ab, sodass jede Episode genügend Abwechslung bietet. Das erste Drittel der Serie ist Studio Wit auf ganzer Linie geglückt, auch wenn das Bonusmaterial mit einem achtseitigen Booklet sehr dürftig ausfällt. Die eigentliche Qualität der Anime-Serie wird dadurch aber nicht tangiert, weshalb sich kein Action- und Steampunk-Fan Kabaneri of the Iron Fortress entgehen lassen darf!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Kabaneri of the Iron Fortress (Vol. 1)!

Preview: Deadly Premonition 2: A Blessing in Disguise

Nachdem Nintendo-Spieler kurz nach der Ankündigung von Deadly Premonition 2: A Blessing in Disguise auf der E3 2019 in den „Genuss“ von Deadly Premonition Origins kamen, stieg die Vorfreude auf den zweiten Teil auch in unserer Redaktion ins nahezu Unermessliche.

Als Deadly Premonition im Jahr 2010 erstmals auf der Xbox 360 und der PlayStation 3 sowie drei Jahre später auch auf dem PC veröffentlicht wurde, mussten Nintendo-Besitzer bis 2019 auf das kuriose Spiel von Schöpfer Suehiro Hidetaka verzichten. In puncto Gameplay und Technik wird das Spiel selbst von Fans häufig belächelt, doch funktioniert der Genremix aus Grand Theft Auto, L.A. Noire, Resident Evil und Legend of the River King zusammen mit seinen Anleihen an Fernsehserien wie Twin Peaks oder Harper’s Island erstaunlich gut. So avancierte sich der Titel schon kurz nach seiner Veröffentlichung zum Kultspiel. Wie aus dem Nichts wurde auf der E3 2019 während der ausgestrahlten Nintendo-Direct-Ausgabe der Öffentlichkeit ein zweiter Teil in Aussicht gestellt, woraufhin Fans wie der Autor dieses Textes direkt zwei Saltos rückwärts gemacht haben. Anfang Juli 2020 soll Deadly Premonition 2 erscheinen, doch auch nach dem kürzlich veröffentlichten und durch seine Anlehnung an das Intro der Fernsehserie True Detective viel zu kryptischen Release-Trailer ist über das Spiel kaum etwas bekannt. Was bei anderen Spielen beängstigend ist, stört uns bei Suehiros neuestem Streich aber gar nicht. Wir erwarten kein cineastisches Meisterwerk, sondern eine unterhaltsame Mischung aus diversen Spielen und einer spannenden Anlehnung an Fernsehserien.

Neue Charaktere und ein altes Gesicht

Letzteres gilt anhand des Trailers halbwegs als sicher. Mit neuen Charakteren wie der Agentin Aaliyah Davis kommt zudem frischer Wind ins Spiel. Es ist jedoch noch nicht klar, wie groß die Rolle von Davis tatsächlich ausfallen wird. Laut der erwähnten Nintendo-Direct-Ausgabe soll Deadly Premonition 2 im Jahr 2019 in der US-amerikanischen Ostküstenstadt Boston spielen, wo Davis das Tor zur Vergangenheit aufstößt. Auf der deutschen Homepage von Nintendo wird auf der Unterseite zum Titel aber zum einen noch ein weiterer Agent namens Jones erwähnt, der bei der Ankündigung des Spiels noch gar nicht besetzt war. Zum anderen wird dem Fall der Agentin mit den ominösen Le-Carré-Serienmorden endlich ein Name gegeben, der wiederum den Bogen zu Francis York Morgan schlägt, den Kenner des Vorgängers als Protagonisten kennen. Dieser soll 14 Jahre vor Davis’ Ermittlung – und damit im Jahr 2005 angesiedelt – Morde in New Orleans aufklären. Hierbei ist es aber nicht ganz eindeutig, ob Le Carré im Lauf der Entwicklung mittlerweile zu einer Alternativversion der Stadt im Bundesstaat Louisiana geworden ist oder es sich dabei schlicht um einen fiktiven Vorort handelt. Wir denken, dass dies ganz darauf ankommt, wie umfangreich die Spielwelt des schon im Vorfeld als Nischenspiel gehandelten Deadly Premonition 2 im Endeffekt ausfallen wird.

Mit dem Skateboard durch Le Carré

Da wir auch im Bayou unterwegs sein werden, sollte eine ländliche Gegend fernab des geschäftigen Trubels von New Orleans durchaus passen, zumal das auch im Kontext zum verschlafenen Greenvale aus dem Vorgänger stehen würde. Außerdem wird mittlerweile explizit darauf hingewiesen, dass wir die Open World von Le Carré mit einem Skateboard erkunden dürfen. Dieses soll sich auch verbessern lassen, damit wir schneller von einem Ort zum anderen gelangen. Ob andere Fahrzeuge wie Autos ganz aus dem Spiel verschwinden, bleibt also noch ein Rätsel. Immerhin sollen wir daneben auch Tricks mit dem Skateboard erlernen können. Wofür wir diese schlussendlich brauchen, dürfte wohl zweitrangig sein. Lustig ist dieser Gedanke auf jeden Fall, um dem harten Alltag eines FBI-Agenten zu entkommen. Mit diesem, nennen wir es mal Ideenreichtum, zeigt sich einmal mehr der irre Humor von Director Suehiro, der aus einer eigentlich ernsten und tiefgründigen Angelegenheit absurde Situationen herausholt. Wie sich die Kämpfe gegen die Untoten spielen, von denen bisher nur ein größeres Exemplar zu sehen war, können wir derzeit noch nicht abschätzen. Dieser kurze Ausschnitt von der Ankündigung sieht aber verdächtig nach dem Gameplay des ersten Teils aus, weshalb wir hier guter Dinge sind. Bleibt zu hoffen, dass die Entwickler die Hardware der Switch im Griff haben, damit wir den Exklusivtitel nicht wieder deswegen belächeln müssen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Ich bin ein großer Fan des ersten Teils von Deadly Premonition, das ich in der denkbar ungünstigsten, wenn auch im storytechnisch endgültigen Director’s Cut auf der PlayStation 3 durchgespielt habe. Seitdem wollte ich unbedingt noch einmal eine vergleichbare Erfahrung erleben, doch traute sich kein einziges Entwicklerstudio an ein derartiges Kuriosum bisher heran. Ein Glück, dass es Suehiro Hidetaka noch einmal wissen will und Francis York Morgan an einen neuen Fall setzt. Einerseits finde ich es sehr schade, dass auch wenige Wochen vor Release so wenige Informationen nach außen vermittelt werden. Andererseits finde ich das auch gar nicht schlecht, denn das Spiel wird sich aller Voraussicht nach wieder zwischen Genialität und Wahnsinn einpendeln. Da Fernsehserien sowohl in der Inszenierung als auch in Geschichten und Charakterentwicklungen in den letzten zehn Jahren aber einen derartigen Sprung nach vorne gemacht haben, bleibt zu hoffen, dass sich diese erzähltechnische Entwicklung auch wieder in Deadly Premonition 2 niederschlägt. True Blood scheint Suehiro Hidetaka zumindest schon mal gesehen zu haben.

Review: The Ancient Magus Bride (Vol. 2)

Nachdem Kazé Anime im November 2019 die erste Volume von The Ancient Magus Bride im deutschsprachigen Raum veröffentlicht hat, folgte die zweite Ausgabe im Januar 2020. Diese führt die Grundlagen des ersten Episodenpakets mit äußerst spannenden Mitteln fort.

Seit die fünfzehnjährige Hatori Chise auf einer Auktion in London für fünf Millionen Pfund an den Magier Elias Ainsworth verkauft wurde, sind ein paar Wochen vergangen. Seine Absicht war es nicht, die magisch begabte Slay Vega als Dienerin oder gar Sklavin in seinem Haushalt einzustellen, sondern sie zu einer Magierin auszubilden – und zu allem Überdruss auch noch zur Ehefrau zu nehmen. Nachdem Chise mehr über ihren womöglich zukünftigen Ehemann erfahren hat und die beiden das eine oder andere Abenteuer rund um Drachen und Feen erlebt haben, setzen sie ihre gemeinsame Reise fort. Zu Beginn der siebten und damit ersten Folge des zweiten Episodenbündels von The Ancient Magus Bride wird das ungleiche Paar zu einer Kirche beordert. Obwohl Elias mit dieser Institution gebrochen hat, erledigt er immer noch Aufträge für sie. In der Umgebung des ländlich gelegenen Gotteshauses soll ein Schwarzer Hund sein Unwesen treiben. Elias und Chise sollen gemeinsam herausfinden, ob es sich bei dem Unhold des britischen Volksglaubens um eine gefährliche Bestie handelt oder sie ihn als harmloses Hündchen beurteilen dürfen. In diesem Zusammenhang fügt die Serie unter der Regie von Naganuma Norihiro weitere Charaktere ein, die wie die Situation an sich in mehreren aufeinanderfolgenden Episoden vorkommen. Zu diesen Figuren gehören unter anderem Alice Swayne, ihr Meister Mikhail Renfred und ihr formwandelnder Begleiter Ruth.

Vergänglichkeit des Lebens

Auch wenn die Anime-Serie aus dem Hause Wit Studio bisher weitgehend mit einer hellen Farbgebung dargestellt wurde, nehmen in der zweiten Volume von The Ancient Magus Bride zunehmend auch düstere Szenen Einzug in die Handlung. Beispielsweise ist in der achten Folge zu sehen, wie Elias in einer sehr viel größeren und bedrohlichen Gestalt einen Gegner zerfetzt. Dies passt vor allem zum grundlegenden Ton, der in den vorliegenden Episoden angeschlagen wird. Nichts ist so wie es scheint und jeder Charakter hat mehr als nur ein Gesicht. Zusammen mit den Fantasy-Elementen wird die ruhige, aber dennoch spannende Erzählweise somit niemals langweilig. Durch den dunkleren Anstrich werden auch ernste und erwachsene Themen wie Tod, Vergänglichkeit und Vertrauen ausgesprochen. Dies wird auch in den Kontext mit der Erkenntnis aus der ersten Volume gesetzt. So verbleiben Chise bis zu ihrem Tod nur noch drei Jahre. Elias hat allerdings einen Plan in der Hinterhand, um dieses trübsinnige Ereignis zu verhindern. Wie dieser Plan aussieht, muss der Zuschauer aber selbst herausfinden. Ohnehin verliert die mit Zauberei vollgestopfte Anime-Serie nicht sehr viele Worte darüber, welche Richtung sie zukünftig einschlagen wird. Das ist aber auch nicht sonderlich schlimm, da die meistens Charaktere die recht ruhige Handlung harmonisch vorantreiben.

Problembewältigung

Selbst wenn die Charaktere miteinander streiten, versöhnen sie sich kurz darauf wieder. Sie teilen ihre persönlichen Probleme miteinander, was sie zu unglaublich menschlichen Figuren machen. Ein Problem, unter dem hingegen schon die ersten sechs Episoden von The Ancient Magus Bride zu leiden hatte, ist die falsche Aussprache japanischer und englischer Begriffe – zumindest in der deutschen Fassung. Wem so etwas wichtig ist, sollte wohl lieber die japanische Tonspur aktivieren. Dennoch warten beide Synchronisationen mit tollen Sprechern auf. Vor allem Franciska Mirka Friede und Achim Buch könnten mit dem angenehmen Klang ihrer Stimmen nicht besser für Chise und Elias geeignet sein. Die Originalsprecher Tanezaki Atsumi und Takeuchi Ryōta gehen aber ebenfalls ganz in ihren Rollen auf. Im Hintergrund ertönt häufig keine Musik, was die sehr ruhige Erzählweise unterstreicht. Wenn die Melodien von Matsumoto Jun’ichi hingegen erklingen, sind sie meist melancholischer Natur und greifen damit ins Innenleben der Charaktere ein. Unter technischen Gesichtspunkten stehen die Folgen der zweiten Volume den Episoden des Seriendebüts in Nichts nach. Sie überzeugen vor allem mit ihren detaillierten Charaktermodellen und fantasievollen Kulissen. Lediglich auf Bonusmaterial muss der Zuschauer gänzlich verzichten, was äußerst bedauerlich ist.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Mit der zweiten Volume der Anime-Serie The Ancient Magus Bride knüpft das Wit Studio an die Geschehnisse des Seriendebüts an. Chise lernt Elias immer besser kennen und erlebt an dessen Seite kleinere Abenteuer, die mit erwachsenen Themen wie Vergänglichkeit oder Tod zusammenhängen und damit die Brücke zu den Episoden der ersten Volume schlagen. Nach wie vor ist Chises Zukunft ungewiss, da sie in drei Jahren sterben wird. Hiermit setzt sich die zweite Ausgabe aber noch zu wenig auseinander und konzentriert sich eher auf das Leiden von Elias. Neue Charaktere wie Ruth ergänzen das Figurenensemble hervorragend und zeigen deutlich, wie menschlich die von Yamazaki Kore im Manga erdachten Persönlichkeiten eigentlich sind. Zudem driftet die Serie nicht mit einem absurden Dramatik- oder Romantikanteil in die Belanglosigkeit ab. So dürfte das zweite Episodenpaket immer noch allen gefallen, die nach der ersten Volume mehr über Chise und Elias erfahren wollten. So darf es mit The Ancient Magus Bride gerne weitergehen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Ancient Magus Bride (Vol. 2)!

Review: Black Clover (Vol. 4)

Nachdem sich die Helden in der Anime-Serie Black Clover in einen mysteriösen Dungeon begeben und in den Straßen der königlichen Hauptstadt für Recht und Ordnung gesorgt haben, sehen sie sich in der vierten Volume mit einem weitaus gefährlicheren Feind konfrontiert.

Ein paar Tage sind vergangen, seitdem die königliche Hauptstadt von der Terrororganisation Das kalte Auge der weißen Nacht attackiert und in Brand gesteckt wurde. Während des groß angelegten Wiederaufbaus beruhigen sich die Gemüter. Asta und seine Mitstreiter bekommen ihren Lohn ausgezahlt und dürfen ihren freien Tag genießen. Das führt Asta in die Stadt Nean, in der er während eines Gruppen-Datings die hübsche Rebecca Scarlet kennengelernt hat. Da er ihr versprochen hat, mit ihren Geschwistern zu spielen, will er seine Zeit mit den Kindern verbringen. Zur gleichen Zeit macht sich auch Gauche Adlai auf nach Nean, um seine kleine Schwester Marie zu besuchen und mit Geschenken zu überhäufen. Hier erhält der Zuschauer tiefgehende Einblicke in die tragische Vergangenheit der beiden Charaktere, die mit dem Tod ihrer Eltern in Verbindung steht. Als Gauche Marie endlich findet, muss er feststellen, dass gerade Asta mit ihr spielt – und als Marie dann auch noch frech behauptet, dass Asta eines Tages ihr Bräutigam wird, eskaliert die Situation zwischen den beiden Kämpfern. Stets im Hintergrund wird diese Szene von Noelle Silva beobachtet, die heimlich in Asta verliebt ist. Sie kann es nicht ertragen, wenn jemand anderes ihn ihr wegschnappen würde. Als Rebecca Asta dann noch fragt, ob er nicht bei ihr übernachten will, liegen die Nerven bei ihr blank.

Kampf dem Terror

Mit der 30. Episode fängt Black Clover eher unscheinbar an, doch wird Sinn und Zweck der vermeintlichen Nebenhandlung schnell deutlich: Außerhalb von Rebeccas Haus wird es mit jeder Minute kälter und auf einmal bedeckt Schnee die Dächer von Nean – obwohl es noch nicht einmal Winter ist. Mitten in der Nacht verschwinden Kinder und werden in eine Höhle in den Bergen gelockt. Asta und Gauche machen sich zusammen mit Ordensschwester Theresa Rapual auf den Weg, um die Kinder zu retten. Während Asta alle Kinder im Sinne hat, ist Gauche tatsächlich nur an seiner kleinen Schwester Marie interessiert, was die Rettungsaktion etwas verkompliziert. Noelle verweilt hingegen weiterhin in Nean, um die Stadt zu schützen. Zudem gibt sie dem Hauptquartier des magischen Ritterordens Bescheid und wendet sich dort an Sekke Bronzazza, der den Schwarzen Stier informieren soll. Dort angekommen, hat er jedoch erhebliche Kommunikationsschwierigkeiten. Während Gordon Agrippa ihm Angst einjagt, glaubt Sukehiro Yami eher, dass Sekke irgendwelche Trinkschulden einsammeln will. Es entbrennt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn den Kindern soll ihre Magie entzogen werden. Einmal mehr tritt Das kalte Auge der weißen Nacht in Erscheinung, sodass ein Kampf gegen ein Schlammmonster und einen übermächtigen Lichtmagiebenutzer auf dem Plan steht.

Stilistisch bekanntes Gesamtbild 

An der künstlerischen Gestaltung von Black Clover hat sich im vierten Episodenpaket nichts verändert. Nach wie vor sind die verwendeten Farben eher trist und schlicht. Häufig werden sie dabei in diffuses Licht gehüllt. Da viele Szenen im Dunkeln respektive in geschlossenen Räumen spielen, werden auch Lichteffekte zum Aufhellen der Schauplätze genutzt, was im bildschirmfüllenden 16:9-Format regelrecht begeistert. Stilistisch erinnert die Serie weiterhin an Anime-Serien wie Attack on Titan oder Fairy Tail. Das sehr gelungene Charakterdesign könnte wiederum aus Videospielen wie Fire Emblem: Three Houses stammen. Im Gegensatz zu den ersten drei Volumes können die deutschen Synchronstimmen ein ganzes Stück mehr überzeugen; die japanische Synchronisation ist aber immer noch ein wenig atmosphärischer. Am Bonusmaterial hat sich ebenfalls nur wenig getan. So befindet sich auf dem ersten der zwei Datenträger sowohl ein Clear Opening als auch ein Clear Ending. Eine Bonus-Episode im Chibi-Format bleibt Kazé Anime dem Zuschauer diesmal aber schuldig. Dafür gibt es im physischen Umfang ein weiteres Mal sowohl ein 24-seitiges Artbook mit vielen Artworks und Konzeptzeichnungen als auch ein 16-seitiges Booklet mit interessanten Informationen zur Serie obendrauf. Hier wird sicherlich jeder einzelne Fan von Black Clover zufriedengestellt!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Schon nach wenigen Minuten fällt auf, dass Black Clover ähnlich wie die Anime-Serie One Piece kaum bis gar nicht auf überflüssige Geschichten setzt. So bekommt auch das Gruppen-Dating, das bis dahin die Wirkung einer Filler-Episode versprühte, eine essentielle Bedeutung für den Einstieg in den neuen Handlungsstrang. So fällt dieser mit seiner durchgehenden Erzählweise nach wie vor positiv auf. Hinzu kommt, dass die Erzähltechnik aufgrund der intelligent gestrickten Charakterkonstellationen stets spannend bleibt. Beispielsweise erfährt Asta, dass die Schwester Theresa Rapual aus der Stadt Nean Lily Aquaria aus dem Dorf Hage oder den adligen Fuegoleon Vermillion aus ihrer Zeit als Zofe kennt. Marie Adlai ist wiederum nicht nur die Schwester von Gauche, sondern auch mit Rebecca befreundet, die insgeheim Gefühle für Asta hegt. Mit jeder neuen Figur wird dieses Konzept weiter auf die Spitze getrieben. So kann auch die vierte Volume von Black Clover mit durchweg nachvollziehbaren Charakterkonstellationen überzeugen. Es bleibt abzuwarten, welche Ideen in den nächsten Ausgaben noch auf den Zuschauer warten.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Black Clover (Vol. 4)!

Prime Time: Xenoblade Chronicles – Definitive Edition (Collector’s Set, Unboxing)

Am 29. Mai 2020 veröffentlichte Nintendo das einstige Nintendo-Wii-Rollenspiel Xenoblade Chronicles, nachdem es bereits vor einigen Jahren für den New Nintendo 3DS bereitgestellt wurde, in einer Definitive Edition für die Switch. Unser Chefredakteur hat sich das Collector’s Set vorbestellt gehabt und präsentiert es euch heute im Rahmen eines Unboxing-Videos mit allen optischen und haptischen Vor- und Nachteilen. Wir wünschen euch viel Spaß und gute Unterhaltung beim Anschauen!

Review: Food Wars: The Third Plate (Vol. 2)

Nachdem Kazé Anime im August 2019 mit der ersten Volume von Food Wars: The Third Plate die dritte Staffel der Anime-Serie eingeläutet hat, folgte nur einen Monat später die zweite Ausgabe. In dieser dreht sich wieder einmal alles um Gerichte und deren Zubereitung.

Inhaltlich knüpft die zweite Volume von Food Wars: The Third Plate an die Geschehnisse des ersten Episodenpakets an. Das Mondbankett-Festival ist vorbei – und obwohl Yukihira Sōma sich nicht gegen seinen Rivalen Kuga Terunori durchsetzen konnte, gelang es ihm immerhin Terunori an einem Tag der Festlichkeiten zu schlagen. Für Sōma und seine Freunde bleibt nach dem Festival aber nicht viel Zeit zum Verschnaufen, denn die Tōtsuki-Kochschule wird kurz darauf von einem neuen Ereignis überschattet. Das Unheil beginnt mit dem Auftauchen von Nakiri Erinas Vater Azami. Auf einmal ist der Zehnerrat der Tōtsuki-Kochschule mit der Führung durch Erinas Großvater Senzaemon unzufrieden und will den amtierenden Rektor absetzen. Dessen Position soll niemand geringeres als Nakiri Azami übernehmen, der zu Beginn der siebten und damit ersten Episode der vorliegenden Volume diverse Änderungen ankündigt. Beispielsweise sollen alle Klubs der Schule mit sofortiger Wirkung geschlossen und jedes einzelne Gericht soll nach strikten Vorgaben zubereitet werden, damit jeder Schüler die gewünschte Perfektion erreichen kann. Dass Sōma und die anderen Köche damit definitiv nicht konform gehen, sollte jedem Kenner der Anime-Serie bereits bewusst sein. Es kommt wie es kommen muss: Ein weiteres Kräftemessen in Form eines Shokugeki steht vor der Tür.

Ernste, aber aufgelockerte Erzählweise

Handlungstechnisch reißt Food Wars: The Third Plate natürlich keine Bäume aus – und das muss die Anime-Serie auch nicht. Sie verzaubert mit einer lockeren, aber dennoch ernsten Storyline, die Sōma und Co zu neuen Höchstleistungen antreibt. Entsprechend ist Humor auch in den vorliegenden Episoden wieder einmal ein wichtiger Bestandteil der Erzählweise, denn wenn die Charaktere gegenseitig ihre Mahlzeiten kosten lassen und die Gaumenfreuden dann noch in aberwitzigen Posen mit übertriebener Mimik umsetzen, bleibt dabei kein Auge trocken. Zudem wird dem Zuschauer durch die sehr leichte Ausarbeitung der zwischenmenschlichen Beziehungen verdeutlicht, welchen Stellenwert Freundschaft hat, um sich gegen einen Feind zu behaupten. So erleben Sōma und seine Freunde zusammen Siege und Niederlagen, die auch in der zweiten Volume von Food Wars: The Third Plate enthalten sind. Ob es Sōma und Co gelingt, gegen Nakiri Azamis fiese Machenschaften zu bestehen, soll an dieser Stelle aber nicht verraten werden. Äußerst schade ist allerdings, dass der Publisher es versäumt, Charakterkonstellationen und Hintergründe mittels Bonusmaterial zu untermauern. Nachdem es bei der ersten Volume immerhin noch ein Clean Opening und ein Clean Ending gab, gibt es in digitaler Form diesmal nichts. Ein Booklet mit Zusatzinformationen fehlt leider ebenso.

Fortführung bekannter Grundlagen

Unter technischen Gesichtspunkten bleibt die Anime-Serie auch in der zweiten von insgesamt vier Volumes auf einem gleichbleibenden Niveau. Die sechs enthaltenen Episoden begeistern mit satten und vor allem fröhlichen Farben, wobei der Fokus ganz klar auf den Gerichten liegt, die die Charaktere zubereiten. Gyōza und andere Mahlzeiten sehen dermaßen zum Anbeißen aus, dass der Zuschauer die Geschmacksexplosion im Mund regelrecht schmecken kann. So wunderbar das Essen mit Effekten erstrahlt, so sehr gefallen auch die wichtigsten Charaktere, die mit überdrehten Frisuren und gelungenen Animationen in den schön gestalteten Küchen von Food Wars: The Third Plate herumwuseln. Diese kommen erneut im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p zur Geltung und versprühen die für die Anime-Serie typische Atmosphäre. In puncto Tonqualität wurde erneut auf das klangvolle Format DTS-HD Master Audio 2.0 gesetzt, sodass die mal angenehme und mal hektische Musik wunderbar zur Geltung kommt. Alle Figuren wurden des Weiteren – sowohl in der deutschen als auch in der japanischen Fassung – hervorragend synchronisiert, was vor allem dem Humor zugute kommt. Wer die Anime-Serie bis hierhin verfolgt hat oder auch nur die erste Volume von Food Wars: The Third Plate kennt, darf auch bei der zweiten Ausgabe bedenkenlos zuschlagen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem das erste Episodenpaket von Food Wars: The Third Plate mit einem spannenden Wettkampf im Rahmen eines Schulfests überzeugte, werden in der zweiten Volume die Zügel stramm gezogen. In der siebten Episode der dritten Staffel wird das Zepter des Rektors an Nakiri Azami weitergereicht, weshalb an der Tōtsuki-Kochschule ein neuer Wind weht. Da Hauptfigur Yukihira Sōma das Problem aus der Welt schaffen will, werden mehrere Shokugeki durchgeführt. Handlungstechnisch ist das zwar die gewohnte Kost, doch dürfte das den langjährigen Food-Wars-Zuschauer nicht sonderlich stören. Auch in anderen Punkten gelingt es der Anime-Serie, das Niveau zu halten – der Humor zündet mit bekannten Mustern, die Charaktere halten stets zusammen und in der Realität leckeres Essen sieht selbst in der gezeichneten Form überaus schmackhaft aus. Nur in puncto Bonusmaterial ist die zweite Volume eine große Enttäuschung, da dieses einfach nicht existiert. Wer die Anime-Serie jedoch mag, kommt um die zweite Volume von Food Wars: The Third Plate aber definitiv nicht herum.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Food Wars: The Third Plate (Vol. 2)!

Review: The Empire of Corpses

2009 verstarb der japanische Science-Fiction-Autor Itō Satoshi im Alter von 34 Jahren. Unter seinem Künstlernamen Project Itō veröffentlichte er viele Werke, von denen drei nach seinem Tod in Anime-Form umgesetzt wurden. Den Anfang macht der Film The Empire of Corpses.

Im ersten Teil der so genannten Project-Itō-Trilogie wird der Zuschauer ins Jahr 1878 versetzt. Am Ende des 19. Jahrhunderts macht die Menschheit einen großen technologischen Sprung, denn seit rund einhundert Jahren beherrscht die Leichentechnologie die Gesellschaft. Obwohl die Bevölkerung zunächst Angst vor dem technischen Fortschritt hatten und diesen sogar als Gotteslästerung betrachteten, konnte sich die neue Technologie durchsetzen. So muss sich der weibliche Anteil der Bevölkerung nicht mehr um ihre Ehemänner und Söhne sorgen, denn statt den Lebenden werden nun die Toten im Krieg geopfert. Die gesellschaftliche Akzeptanz geht in The Empire of Corpses jedoch ins Philosophische über, denn es heißt, dass nach dem Tod ein Leichnam 21 Gramm weniger wiegt. Dieses geringe Gewicht ist der Seelenstoff, der die Person zum Menschen machte. Durch den Austausch des ominösen Seelenstoffs ist es der Menschheit über Lochkarten möglich, Tote beispielsweise als Kutscher oder sonstige Diener zu versklaven. Zurückzuführen ist dies auf den Wissenschaftler Victor Frankenstein, der vor einhundert Jahren den ersten Toten zurückgeholt hat. Frankenstein war es jedoch möglich, ein Wesen zu schaffen, das reden, Liebe empfinden und sogar Mordgedanken entwickeln konnte. Frankensteins Kreation verschwand jedoch mit den Aufzeichnungen seines Erschaffers.

Science-Fiction- und Abenteuerfilm

Genau an dieser Stelle kommt der Protagonist von The Empire of Corpses ins Spiel, den der Zuschauer aber vermutlich eher aus einem anderen Werk kennen dürfte. Gemeint ist damit der junge Medizinstudent John Watson. Dieser hat seinen verstorbenen Freund Friday aus dem Totenreich verbotenerweise zurückgeholt, doch bleibt dieser wie jeder andere Zurückgeholte eine seelenlose Puppe, die nur einfachen Anweisungen Folge leisten kann. Von einem Mann namens M erwischt und erpresst, muss er fortan für das britische Empire und die Königin arbeiten. Seine Reise führt ihn unter anderem nach Indien, Afghanistan oder Japan – immer auf der Suche nach den Aufzeichnungen von Doktor Frankenstein. Unterwegs trifft Watson auf verschiedene historische Persönlichkeiten wie den britischen Militär Frederick Gustavus Burnaby oder den japanischen Offizier Yamaza Seigo, die ihn auf seiner Reise begleiten oder zumindest unterstützen. So müssen sich die Charaktere sowohl mit einem durchgedrehten russischen Wissenschaftler, der Bomben in die lebenden Leichen einpflanzt und als Waffe einsetzt, als auch mit toten Samurai auseinandersetzen, die sie in Kämpfe verwickeln. Es folgt ein spannendes Erlebnis auf das andere, sodass aus dem Science-Fiction-Werk ein Abenteuerfilm wird, der den Zuschauer mit wundervollen und wundersamen Ereignissen überschüttet.

Paralysierender Film über Leben und Tod

The Empire of Corpses von Studio Wit zaubert optisch ein Feuerwerk der Effekte ab. Der erwachsene Stil wird mit tollen Lichteffekten und sehr flüssigen Animationen begleitet. Hinzu kommen wie in einem Film von Regisseur Werner Herzog einprägsame Landschaftsbilder, in denen verschneite Berge mit Wolkenfetzen oder dem Sternenhimmel überzogen sind. Studio Wit, das auch für die Serie Attack on Titan verantwortlich ist, zeigt im Film von Makihara Ryōtarō sein ganzes kreatives Schaffen. Jede einzelne Szene wird im 16:9-Bildformat auf Blu-ray inklusive der Auflösung in 1080p zu einem düsteren Erlebnis, an dem sich der Zuschauer nicht sattsehen kann. Ebenfalls gut gelungen ist die deutsche Synchronisation, die mit den überaus prägnanten Stimmen von Erich Räuker, Sebastian Schulz und Co sehr gut besetzt ist. Letzterer spricht Watson ulkigerweise auch in der Fernsehserie Sherlock und könnte somit nicht passender sein. Im Japanischen wird er hingegen von Hosoya Yoshimasa, den Vielgucker aus zahlreichen Anime-Serien kennen dürften. Zusammen mit dem packenden Soundtrack ergibt sich so ein atmosphärisches Gesamtwerk. Wer die Blu-ray erwirbt, bekommt den Film nur im Doppelpack mit einer DVD, was ein wenig ärgerlich ist. Trotzdem: Wer sich auf The Empire of Corpses einlässt, wird einen Film erleben, den er nicht mehr so schnell vergisst.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray- und DVD-Fassung): The Empire of Corpses ist ein faszinierender Film über Leben und Tod sowie den Grenzen und Überschreitungen zwischen den beiden Zuständen. An vielen Stellen bleibt die Geschichte bewusst philosophisch, was jedoch dem interessanten und düsteren Szenario zugute kommt. Ebenfalls tragen die vielen Anspielungen an Werke wie Frankenstein, Sherlock Holmes oder Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer und die Erwähnung von diversen historischen Persönlichkeiten wie Thomas Alva Edison oder Charles Babbage der düsteren Stimmung bei, die für den Zuschauer somit wesentlich greifbarer ist. Mit der Zeit entwickelt sich die aus vielen Stoffen bunt zusammengenähte Science-Fiction auch zu einem intelligent durchorganisierten Abenteuerfilm, der die Protagonisten vor dutzende Herausforderungen stellt, die für ordentliche Spannung sorgen. Fans des Science-Fiction-Genres kommen definitiv nicht um The Empire of Corpses herum!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Empire of Corpses!

 

Review: Fairy Tail (Box 8, Episoden 176–203)

Nach vier Monaten des Wartens veröffentlichte Publisher Kazé Anime die achte Volume der Anime-Serie Fairy Tail. Diese führt auf der einen Seite das große magische Turnier fort und wirft auf der anderen Seite einen gänzlich neuen und sehr spannenden Handlungsstrang auf.

Ab der 176. Episode von Fairy Tail zeigt sich nicht mehr Animationsstudio Satelight, sondern Animationsstudio Bridge verantwortlich. An der inhaltlichen Erzählweise ändert sich dadurch aber glücklicherweise nichts. So befinden sich die Freunde Natsu Dragneel, Lucy Heartfilia, Wendy Marvell, Gray Fullbuster, Erza Scarlet und Co im Finale des magischen Turniers, das in der siebten Volume im Mittelpunkt der Story stand und in der achten Serienbox endlich zu Ende geführt wird. So müssen sich die Kämpfer der Gilde Fairy Tail mit den stärksten Feinden ihrer Laufbahn auseinandersetzen. Die Gilde wird allerdings auch außerhalb des Turniers mit dem einen oder anderen Problem konfrontiert. Dadurch, dass Lucy überraschenderweise von den Soldaten des Königshauses entführt wird, müssen Natsu und Wendy zur Rettung eilen. Beim Rettungsversuch werden die unerschrockenen Figuren in den Katakomben voneinander getrennt, während das Finale in vollem Gang ist. Unter anderem treffen im Turnier Gray und Rufus Lore aufeinander, die seit Anbeginn des Wettkampfs im Clinch miteinander liegen. Es entbrennen zahlreiche Kämpfe, die mit betörenden Effekten und dem typischen Soundtrack der Serie unterlegt sind. Hier kommt ein jeder Fan voll und ganz auf seine Kosten, zumal die Magie der Protagonisten die Vorstellungskraft des Zuschauers regelmäßig sprengen können.

Herausforderungen und Hindernisse

Am Horizont ziehen aber auch schon die nächsten Gewitterwolken auf, denn Natsu und seine Freunde entdecken des Nachts einen Drachenfriedhof. Wendy gelingt es hier mit ihrer Magie, mit einem der verstorbenen Drachen zu kommunizieren. So erfahren sie, dass alle, die zu oft Drachentötermagie wirken, früher oder später selbst zu einem Drachen werden. Auch wenn sie dies zunächst nicht glauben wollen, bestätigen Arcadios und Yukino Agria die Geschichte. Hier wird Fairy Tail inhaltlich wunderbar mit der fünften Serienbox beziehungsweise mit den sich überschlagenden Ereignissen vor dem Zeitsprung verknüpft. Arcadios und Yukino wollen vierhundert Jahre in die Vergangenheit reisen, um den bösartigen Magier Zeref zu töten. Auch diesem Vorhaben werden Steine in den Weg geschmissen. Zu viel soll an dieser Stelle aber nicht verraten werden, da einige Überraschungen den Zuschauer wirklich mitreißen. In Fairy Tail ist die Persönlichkeitsentwicklung der Figuren eng mit den Herausforderungen verknüpft, die sie in so gut wie jeder einzelnen Folge erwarten. Trotz der ernsten Thematik bleibt auch in der achten Volume von Fairy Tail reichlich Platz für den Humor der Serie. Fairy Tail spart nicht mit flotten Sprüchen, arg überzeichneten Emotionen und ulkig gestalteten Figuren. Wer die ersten sieben Serienboxen schon kennt, weiß also ganz genau, was ihn hier wieder erwartet.

Mit frischem Gewand in die zweite Staffel

Nicht nur inhaltlich, auch technisch bleibt Fairy Tail auf demselben Stand wie zuvor. Es ist kaum bis gar nicht zu bemerken, dass mit Bridge ein anderes Animationsstudio am Werke ist. Das ist besonders für all jene Fans sehr erfreulich, die hier womöglich einen Stilwechsel befürchtet haben. Alle Animationen und Effekte befinden sich auf einem ähnlichen Niveau, was alle 28 und auf drei Blu-ray Discs verteilten Episoden zu einem Genuss beim Ansehen machen. Die drei Datenträger befinden sich im Übrigen erneut in einem ähnlich gestalteten Pappschuber, der sie sicher aufbewahrt. Dieser verfügt jedoch über ein neues und helles Design, was vor allem die erste von der zweiten Season trennen möchte, aber auf Kosten der Kontinuität geht. Sammler dürften sich womöglich daran stören, an der eigentlichen Qualität der Anime-Serie kratzt das aber keinesfalls. Digitales Bonusmaterial gibt es bei der achten Volume von Fairy Tail wie erwartet nicht, doch bei den physischen Boni hat Kazé Anime nicht gegeizt. Neben dem Episodenguide, der in Booklet-Form genügende Informationen zu allen Folgen enthält, liegen auch ein gefaltetes A3-Poster mit dem Motiv des Covers und ein Stickerbogen mit neun Abziehbildchen bei. So ist der Staffeleinstand mit einem frischen Gewand durchaus gelungen, denn trotz aller Unkenrufe zählt am Ende immer noch der Inhalt und der ist wirklich gelungen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Mit der 176. und damit ersten Episode der achten Serienbox werden die Befürchtungen, Fairy Tail könnte sich durch den Wechsel des Animationsstudios zu stark verändern, direkt zertrümmert. Sowohl die Erzählweise als auch der Zeichenstil und die Qualität der Animationen sind auf demselben oder zumindest auf einem ähnlichen Niveau wie zuvor. Wer also mit den teils überdrehten Charakteren schon in der ersten Staffel sehr viel Spaß hatte, wird auch mit der zweiten Season durchaus zufrieden sein. Das Finale des magischen Turniers ist erfreulicherweise keine Abhandlung einzelner und aufeinander folgender Kämpfe, sondern eine chaotische Zusammensetzung zahlreicher Kämpfe. Hinzu kommt, dass sich die Auseinandersetzungen auch außerhalb des „Rings“ in den Katakomben unterhalb der Stadt parallel zum eigentlichen Turnier abspielen und mit der einen oder anderen Story-Idee ergänzt und miteinander verknüpft werden. Die achte Ausgabe von Fairy Tail ist wirklich gut gelungen und wer bisher seinen Spaß mit der Anime-Serie hatte, wird auch mit der zweiten Season zufrieden sein – Animationsstudiowechsel hin oder her.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Fairy Tail (Box 8, Episoden 176–203)!

Review: My Hero Academia – 2. Staffel (Vol. 2)

Nachdem im Mai 2019 die erste Volume der zweiten Staffel der Superhelden-Anime-Serie My Hero Academia im deutschsprachigen Raum veröffentlicht wurde, mussten Fans nicht lange auf die Fortsetzung warten. Bereits im Juni 2019 erschien das zweite Episodenbündel.

Inhaltlich knüpfen die vorliegenden Episoden von My Hero Academia an die Geschehnisse der ersten Ausgabe der zweiten Staffel an. In dieser hat der Zuschauer erfahren, dass die Olympischen Spiele mittlerweile ohne Belang sind, zumal achtzig Prozent der Menschheit mittlerweile über Superkräfte verfügt. Aus keinem anderen Grund musste ein Ersatz für das sportliche Event gefunden werden. In der Welt von My Hero Academia rückt an die Stelle von Olympia das Sportfest der titelgebenden Yūei-Akademie, in der die Absolventen der Schule ganz Japan zeigen, was in ihnen steckt. Mitten in diesem Wettkampf befindet sich der noch recht unerfahrene Nachwuchsheld Midoriya Izuku, der eigentlich ohne Superkraft geboren wurde. Nachdem er sich an der Akademie auch ohne Spezialität durchsetzte, wurde sein großes Idol, der Superheld All Might, mehr und mehr auf ihn aufmerksam. Durch anfängliche Sympathie wurde Freundschaft, die schließlich dazu führte, dass All Might seinem Bewunderer seine Superkraft vererbte. So und nicht anders ist es Izuku möglich, am Wettkampf teilzunehmen. Während in der ersten Volume die ersten beiden von insgesamt drei Disziplinen behandelt wurden, steht in der zweiten Ausgabe endlich die wohl spannendste Aufgabe auf dem Tagesplan. Hierbei handelt es sich um ein großes Turnier im Stile von Dragon Ball und Co.

Kampfsport mit Superkräften

Aufgrund der Spezialfähigkeiten der Superhelden, die über das rein physische Talent üblicher Kampfsportler weit hinausgehen, sind die Kämpfe wie im vergleichenden Werk von Toriyama Akira von Anfang bis Ende spannend inszeniert. Das fängt schon in der ersten Runde an, in der Protagonist Izuku gegen seinen Rivalen Shinsō Hitoshi antritt. Dieser verfügt über die Spezialität, die Gedanken anderer Menschen zu manipulieren. So lässt er Izuku von Beginn an einen Schritt nach dem anderen auf den Rand des Rings zubewegen. Dass das für den Helden natürlich glimpflich ausgeht, sollte alleine aufgrund des Storytellings jedem Zuschauer von My Hero Academia bewusst sein. Spannender ist schon die Art und Weise, wie Izuku den Fängen seines Gegners entkommt. Diese Wendung sollte der Zuschauer aber am besten selbst erleben. Kurz darauf steht dann auch schon das Duell zwischen Todoroki Shōto und Sero Hanta an, in dem Hanta im wahrsten Sinne des Wortes mit Bandagen kämpft, während Shōto seinen Gegner mit einem Eisangriff bearbeitet. Aufgrund der begrenzten Episodenzahl darf nicht erwartet werden, dass all diese Kämpfe die epischen Ausmaße von Dragon Ball annehmen, doch aufgrund der kurzweiligen Auseinandersetzungen nutzt die Serie die Gunst der Stunde, um in wenigen Sätzen die einzelnen Figuren deutlich stärker zu charakterisieren.

Mit Wucht in die zweite Runde

Auf technischer Ebene gelingt es My Hero Academia das Grundgerüst der Anime-Serie noch weiter auszubauen. Großartige technische Entwicklungen dürfen zwar nicht erwartet werden, aber trotzdem überzeugt der zum Setting passende und kunterbunte Zeichenstil durchweg. Im bildschirmfüllenden 16:9-Format laufen die Charaktere zu Glanzleistungen auf, begeistern mit spärlichen, aber dafür flüssigen Animationen und fügen sich insofern in den Humor der Serie ein, indem vor allem ihre Mimik aus der Masse heraussticht. Unterlegt wird das witzige und zugleich actionreiche Geschehen mit gelungener Musik im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0, sodass auch die letzte Disziplin respektive die Auseinandersetzungen zwischen allen Kämpfern umso stimmungsvoller auf den Zuschauer wirken. In puncto Synchronisation ist die japanische Originalfassung mit Sprechern wie Yamashita Daiki oder Miyake Kenta zwar sehr prominent besetzt, doch auch die hiesigen Synchronsprecher von Izuku und All Might, sprich Sebastian Fitzner und Matti Klemm, passen hervorragend zu den Charakteren. Im Gegensatz zur ersten Volume der zweiten Staffel bietet diese Ausgabe leider keine digitalen Boni. Laut Herstellerangaben gibt es als physische Dreingaben in der Tradition von My Hero Academia aber ein knappes Booklet, eine Character Card und einen Sticker obendrauf.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): My Hero Academia ist eine sehr illustre Anime-Serie, die sich erst einmal finden musste. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten hat sie sich spätestens mit dem Finale der ersten Staffel gefunden. Der zweiten Season fehlt es zwar noch an einem Hauptziel, auf das die Charaktere hinarbeiten, doch ist das Sportfest der Yūei-Akademie alles andere als langweilig. Aufgrund dessen, dass es sich bei der dritten und letzten Disziplin der sportlichen Veranstaltung um ein Kampfturnier handelt, ähnelt die Serie hier dem Favoriten Dragon Ball, ohne jedoch die epischen Ausmaße dessen großangelegten Kämpfe anzunehmen. Sonderlich schlimm ist das aber nicht, da jeder Superheld über eine ganz andere Spezialität verfügt. Zudem werden die Charaktere hier in kurzen und prägnanten Sätzen charakterisiert, sodass es zusammen mit der spannenden Action und dem keinesfalls geringen Anteil an Humor nicht langweilig bleibt. Wer bereits mit der ersten Volume der zweiten Staffel seinen Spaß hatte, kommt auch um die zweite Ausgabe definitiv nicht herum!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von My Hero Academia – 2. Staffel (Vol. 2)!

Prime Time: Black Clover (Vol. 3, Unboxing)

Mit diesem Unboxing-Video wird es auch bei Black Clover zur Tradition: Nachdem wir vor Kurzem unseren Test zur dritten Volume von Black Clover veröffentlicht haben, soll heute unser dazugehöriges Unboxing-Video folgen. In diesem stellt euch unser Chefredakteur abermals vor, welche optischen und haptischen Merkmale die Verpackung aufwirft. Wir wünschen euch gute Unterhaltung!

Review: Schwarzesmarken (Vol. 1)

Zwischen 2010 und 2014 erschien in Japan die Light Novel von Autor Uchida Hiroki. Im Jahr 2015 folgte ein Computerspiel, woraufhin 2016 eine Anime-Serie von Regisseur Watanabe Tetsuya folgte. Die erste von zwei Volumes der Serie erschien Ende 2019 in Deutschland.

In den ersten Minuten der Anime-Serie Schwarzesmarken wird dem Zuschauer verdeutlicht, dass es sich hierbei um ein Werk handelt, das auf ein unverbrauchtes Szenario setzt. Nach der kurzen und knappen Einführung, ist sich der Zuschauer dem Setting bewusst. So spielt Schwarzesmarken 38 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, genauer gesagt in der Deutschen Demokratischen Republik. Die Teilung Deutschlands ist allerdings nicht alleiniger Dreh- und Angelpunkt der Handlung, denn die Serie vermischt in ihrer Exposition Realität mit Fiktion. Unter anderem wird darauf hingewiesen, dass die Menschen 1967 auf der Oberfläche des Mondes Kontakt mit der außerirdischen Lebensform Beta aufgenommen haben. Einige Jahre später ist es den Aliens gelungen, auf der Erde zu landen. Ausgehend von Südostasien hat sich der Feind bis nach Europa vorgekämpft. Sechs Kilometer von Frankfurt an der Oder entfernt, kämpft die 666. TSF-Kompanie der nationalen Volksarmee gegen die Beta. So gilt Ostdeutschland respektive die DDR als letzter Wall von Europa. Die Regierung nutzt diese Stellung aus, verschärft die Überwachung durch die Staatssicherheit, sodass die Soldaten bedingungslos für ihr Land kämpfen müssen. In Schwarzesmarken ist der letzte Funken Glauben erloschen, wodurch sich ein aussichtsloses oder gar trostloses Szenario entwickelt.

Politik und Science-Fiction

Dies ist vor allem daran zu erkennen, dass im Fokus der Geschichte der Kampf zwischen den Menschen und der außerirdischen Lebensform steht. Gekämpft wird an der Front im Cockpit von so genannten Balalaikas. Dabei handelt es sich jedoch nicht um Instrumente, sondern um große Kampfmaschinen, die im Genre auch als Mechas bezeichnet werden. Wer Anime und Manga wie Aldnoah.Zero bereits kennt, dürfte sich in Schwarzesmarken von der ersten Folge an zurechtfinden. Unter technologischen Gesichtspunkten sind diese Gerätschaften jedoch so ziemlich das einzige, was – abgesehen vom durchweg spürbaren Science-Fiction-Einschlag – den Entwicklungsstand der frühen 1980er-Jahre entspricht. An anderen Stellen agieren die Charaktere unter anderem mit Computern, die in diesem Jahrzehnt tatsächlich existierten. Mitten im Kampfgeschehen behandelt die Handlung der Anime-Serie den Werdegang von Leutnant Theodor Eberbach. Aus Furcht vor dem Regime beugt er sich stets den Befehlen und hinterfragt sie nicht. Erst als die junge Frau Katia Waldheim in sein Leben tritt, ändert sich seine Einstellung gegenüber seiner Position. Bei Waldheim handelt es sich um ein früheres Mitglied der Bundeswehr, das zu Beginn der Handlung zur DDR überläuft. Dies führt jedoch dazu, dass die Staatssicherheit mehr und mehr auf die Kompanie aufmerksam gemacht wird.

Erwachsene und düstere Thematik 

Auch im Hintergrund entwickeln sich verschiedene Handlungsstränge, von denen oftmals nur in Dialogen etwas erwähnt wird. Der Zuschauer erfährt somit auch davon, dass verschiedene Individuen die Einheitspartei der DDR stürzen wollen. Schwarzesmarken überzeugt mit einer ernsten Thematik, die gesellschaftliche und politische Fragen aufwirft und teils sogar selbst beantwortet. Da passt es nur allzu gut, dass das actionreiche und emotionale Geschehen im bildschirmfüllenden 16:9-Format an vielen Stellen mit diffusem Licht unterlegt ist. Dies heißt aber im Umkehrschluss, dass besonders bei einem gesunden Abstand zum Fernseher ein leicht verschwommenes Bild vom Zuschauer wahrgenommen wird und das Bild gefühlt auf DVD-Qualität mindert, auch wenn die Auflösung von 1080p bei der Blu-ray-Fassung meist gut genutzt wird. Von den Animationsstudios Liden Films und Ixtl wäre hier aber deutlich mehr zu erwarten gewesen. Immerhin passen die von Elements Garden und Evan Call komponierten Musikstücke, die die Szenen im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 recht stimmungsvoll unterlegen. In puncto Synchronisation überzeugt sowohl die deutsche als auch die japanische Tonspur mit passenden Sprechern. Als digitale Boni gibt es ein Clean Opening und Ending obendrauf. Liebhaber von physischem Material erfreuen sich an einem 20-seitigen Booklet.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Schwarzesmarken überzeugt in erster Linie mit einem recht unverbrauchten Szenario. So findet die Story der ersten sechs Folgen der Anime-Serie weitestgehend in der DDR statt, wobei das Kampfgeschehen vor allem im Winter auf schneebedeckten Feldern stattfindet. Allgemein ist die Farbgebung sehr kühl, was zur erwachsenen und düsteren Atmosphäre passt. Neben dem Schicksal von einer Handvoll Charakteren dreht sich in Schwarzesmarken auch vieles um das Militär und die Politik des Landes. Es werden gesellschaftliche und politische Fragen aufgeworfen, was die Serie für das erwachsene Zielpublikum vielseitiger macht. Allerdings gelingt es der Geschichte nicht, so etwas wie einen Spannungsbogen zu entwickeln. Handlungstechnisch bleibt die Serie weitgehend auf demselben Niveau und bietet nur sehr wenige Höhen und Tiefen. Dieser Umstand sollte sich in der zweiten und damit letzten Volume unbedingt ändern.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Schwarzesmarken (Vol. 1)!

Preview: Shantae and the Seven Sirens

Rechtzeitig zum dreißigjährigen Firmenjubiläum veröffentlicht Entwicklerstudio WayForward das nächste Abenteuer von Shantae. In Shantae and the Seven Sirens muss sich die Halbdschinn ab dem 28. Mai 2020 mit den sieben titelgebenden Sirenen arrangieren.

Auch wenn wir Shantae and the Seven Sirens selbst noch nicht spielen konnten und unsere Preview vor allem auf den Trailern und erstem Gameplay-Material basiert, dürfen wir in puncto Story aller Voraussicht nach kein Feuerwerk der Gefühle erwarten. Während des Fests der Halbdschinn verschwinden plötzlich Shantaes Artgenossen – und wir sollen sie daraufhin natürlich retten. Unterwegs treffen wir dann neben kleineren Feinden und den sieben Sirenen auch auf unsere Gegenspielerin Risky Boots. Mehr ist zur Handlung zwar noch nicht bekannt, doch sind wir uns sicher, dass der berühmtberüchtigte Humor der Serie wieder mit an Bord ist, um uns bei Laune zu halten. Schauplatz des Spiels ist im Übrigen mal wieder eine tropische Insel. Hinzu kommt noch eine versunkene Stadt, die am Grund des Meeres womöglich ein wenig Abwechslung ins Abenteuer bringt. Gespielt wird das Action-Adventure von WayForward einmal mehr aus der zweidimensionalen Seitenansicht. So werden wir die kunterbunte Level-Architektur ähnlich wie im Vorbild Super Metroid mit zahlreichen Sprüngen erkunden, um Insel und Stadt in den letzten Winkeln der Spielwelt auch die letzten Geheimnisse zu entlocken. Dabei fällt jedoch schon im Release-Trailer stark auf, dass sich Shantae and the Seven Sirens dieses Mal etwas häufiger an etwaigen Vorbildern aus dem Hause Nintendo orientiert.

Große Vorbilder

Um in der Spielwelt voranzukommen, müssen wir uns beispielsweise ähnlich wie in etwaigen Spielen des Super-Mario-Franchises durch den Boden bohren. Einer der Bossgegner will uns hingegen mit Stachelstanzen aufspießen, die aus so mancher Festung aus Super Mario World oder New Super Mario Bros. Wii stammen könnte. An anderer Stelle schießen uns Kanonen wiederum ähnlich wie die Fässer in der Donkey-Kong-Country-Reihe durch die Spielabschnitte. Das muss per se nichts schlechtes sein, aber ein wenig mehr Eigenständigkeit schadet bekanntlich keinem Spiel. Trotzdem gefällt uns diese bunte Mischung, da sie mal wieder stellvertretend für den restlichen Humor des Spiels steht. Nicht ganz unschuldig daran dürfte auch die knallbunte Comicgrafik sein, die zu einem Wiederkennungsfaktor der Reihe geworden ist. Das Eröffnungsfilmchen stammt im Übrigen vom japanischen Studio Trigger, das vor allem durch Anime-Serien wie Kill la Kill oder seine Mitwirkung am 3DS-Spiel Project X Zone bekannt wurde. Zusammen mit dem leicht orientalisch angehauchten Soundtrack und den im Spielverlauf zunehmenden Verwandlungsmöglichkeiten der Halbdschinn wird sicher auch Shantae and the Seven Sirens wieder ein spaßiges Action-Adventure werden. Wir blicken gespannt auf Ende Mai, um zu sehen, wie sich Shantae im Jahr 2020 schlagen wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Prognose (basierend auf dem veröffentlichten Videomaterial): Shantae and the Seven Sirens ist eines der Spiele, auf das ich mich schon seit Längerem sehr freue. In den letzten Jahren wurde aus mir ein richtiger Shantae-Fan, der dem Setting, dem durchgedrehten Humor und dem Gameplay, wenn es auch stark von Super Metroid und Co beeinflusst ist, durchaus etwas abgewinnen kann. Mit dem letzten Serienteil, Shantae: ½-Genie Hero, bin ich zwar nie ganz warm geworden, doch aufgrund der versunkenen und hoffentlich schön verzahnten Stadt von Shantae and the Seven Sirens, kann sich das aber schnell ändern. Ansonsten bekommen Kenner der Serie anscheinend wieder das vorgesetzt, was sie bisher in jedem Teil gesehen haben: Ansprechende Geschicklichkeitspassagen, spannende Verwandlungsmöglichkeiten, knackige Bosskämpfe und eine stets motivierende Suche nach den letzten Geheimnissen der Spielwelt. Sollte WayForward nichts an dieser Formel geändert haben, erwartet mich hier mit großer Sicherheit ein weiteres kompakt verschnürtes und tolles Abenteuer auf mich.

Review: Dragon Ball Super (Vol. 7, Episoden 95–112)

Nachdem Publisher Kazé Anime die sechste Volume der Anime-Serie Dragon Ball Super im November 2019 veröffentlicht hat, dauerte es ganze drei Monate, bis die siebte Ausgabe im Februar 2020 auf die Fans losgelassen wurde. In dieser dreht sich alles ums Turnier der Kraft.

Dragon Ball Super knüpft in der 95. Folge an die Entwicklung des vorherigen Episodenpakets an. Da sich Majin Bū immer noch mitten in einem Nickerchen befindet, sind Protagonist Son Gokū und seine Freunde für das anstehende Turnier der Kraft, bei dem das Schicksal ihres Universums auf dem Spiel steht, auf der Suche nach einem weiteren Mitstreiter. Mittlerweile ist die Situation derart aussichtslos, dass sich Gokū zu Uranai Baba aufmacht. Mit ihrer Hilfe gelingt es ihm, in die Hölle zu reisen und seinen Erzfeind Furīza zurück ins Diesseits zu holen – einen Tag lang soll dieser ihre Rivalität vergessen und an der Seite von Gokū kämpfen, da auch sein Fortbestehen auf dem Spiel steht. Sollten die Kämpfer des siebten Universums verlieren, wird das siebte Universum aufhören zu existieren. Da dies auch nicht im Interesse von Furīza ist, schließen sie sich zusammen. Allerdings verlangt Furīza im Gegenzug für die Hilfe, dass ihn Gokū nach dem Sieg mit den titelgebenden Dragon Balls wiederbelebt. Auch wenn der Schurke dies nicht verdient hat, und wie schon die 95. Episode zeigt auch wohl nie verdienen wird, willigt Gokū ein. Kurz nachdem sie die Hölle verlassen haben, werden sie von Auftragsmördern des neunten Universums attackiert, um einen Vorteil beim Turnier der Kraft zu erlangen. Hier wird direkt deutlich, wie stark Furīza in seiner goldenen Form tatsächlich ist.

Battle Royale

Mit welchen hinterhältigen Mitteln der gemeingefährliche Furīza versucht, aus dem Pakt mit Gokū auszutreten, soll an dieser Stelle aber nicht verraten werden. Gokū kann allerdings von Glück reden, dass Birusu und Uisu auf der Suche nach ihm sind, da das Turnier der Kraft in Bälde beginnen wird. Die Arena setzt sich mehr und mehr zusammen – und kurz darauf werden für den Zuschauer passend dazu auch noch einmal die Regeln in den Vordergrund gerückt. Das gesamte Turnier dauert zum Beispiel nur kurze 48 Minuten an. Langjährige Fans des Franchises dürften aber sehr wohl wissen, dass das Kampfgeschehen hier zeitdehnend erzählt wird. Im Gegensatz zu den ganzen Kampfsportturnieren aus der ursprünglichen Serie treten hier jedoch nicht nacheinander je zwei Kämpfer in den Ring, um sich an die Spitze zu kämpfen. Beim Turnier der Kraft springen gleich achtzig Haudegen in die Arena, um sich nach den typischen Battle-Royale-Regeln zu bekämpfen. Dadurch werden die kurzen 48 Minuten wieder relativiert, da das Geschehen aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt wird. Das heißt, dass in einem Moment noch der Kampf zwischen Cyborg C17 und der Kämpferin Kakunsa aus dem zweiten Universum über den Bildschirm flimmert, während im nächsten Augenblick Gokūs Sohn Son Gohan gegen den bärigen Botamo antritt. Mehr Kämpfe gab es noch nie!

Schlag auf Schlag

Wie anhand dieser Entwicklung zu erkennen ist, liegt der Fokus diesmal auf Kämpfen und der Inszenierung von Kampftechniken. In puncto Story entwickelt sich die Anime-Serie leider so gut wie gar nicht weiter. Dennoch sollte bei diesem Spektakel in Dragon Ball Super an keiner einzigen Stelle vergessen werden, dass das Turnier der Kraft nur zur Belustigung von Zen’ō, dem König von Allem stattfindet. Er und sein anderes Ich aus der alternativen Zeitlinie feuern die Kämpfer zwar unermüdlich an, doch müssen sie in den vorliegenden Episoden gleich mehrfach ihre ungeheure Kraft demonstrieren, ein ganzes Universum von einer Sekunde auf die andere verschwinden zu lassen. Das ist trotz oder gerade wegen der dahintersteckenden Tragik recht unspektakulär, aber vielleicht gerade deshalb so beeindruckend. Optisch befindet sich die Anime-Serie nach wie vor auf demselben Stand. So ist der markante Zeichenstil von Toriyama Akira an allen Ecken und Enden stets zu erkennen, die Animationen können jedoch nur selten mit denen von Dragon Ball Z Kai und Co mithalten. Immerhin überzeugt die Akustik in den brenzligen Kämpfen insofern, dass der Zuschauer umso stärker mitfiebert. In puncto Bonusmaterial liegen der siebten Volume von Dragon Ball Super zwei Postkarten und ein Episodenguide als Booklet bei, um die chronologische Kampfreihenfolge zu verinnerlichen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Dragon Ball Super erreicht in der siebten Volume endlich den seit einigen Folgen erwarteten Höhepunkt: Das Turnier der Kraft. Voll und ganz stehen bei diesem Event Kämpfe und Kampftechniken im Mittelpunkt, bei dem Schöpfer Toriyama Akira ein weiteres Mal aus seinem kreativen Fundus schöpfen, gar seine bisherigen Grenzen überwinden kann. Teleportationen, Zeitsprünge, Blitzangriffe, Zaubersprüche und Verführungstechniken – hier werden alle Möglichkeiten genutzt. Die Dramatik spitzt sich beim furiosen Turnier insofern stets weiter zu, indem alle paar Episoden ein neues Universum von Zen’ō ausgelöscht wird. Hinzu kommt, dass mit dem Ausscheiden der Kämpfer die Elite übrig bleibt und das Turnier stets spannender wird. Diese Entwicklung wird sich in der achten Serienbox definitiv noch zuspitzen. Wer den starken Fokus auf Kämpfen nicht mag und auch eine interessante Story erwartet, kann von der siebten Volume leicht enttäuscht sein, denn in puncto Story entwickelt sich Dragon Ball Super hier nicht weiter. Ein Umstand, den vermutlich auch die achte Serienbox treffen wird. Kampfenthusiasten wird es aber sicherlich freuen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Ball Super (Vol. 7, Episoden 95–112)!

Review: Saga of Tanya the Evil (Vol. 3)

Im Monatstakt veröffentlichte der hiesige Publisher Kazé Anime zwischen September und November 2019 die Anime-Serie Saga of Tanya the Evil. Mit der dritten Volume wird das Ende der Serie erreicht, das mit noch weitaus größeren Gräueltaten schockiert.

Saga of Tanya the Evil schildert auch in der dritten und leider letzten Volume die Geschichte eines ermordeten japanischen Geschäftsmanns, der in einer fiktiven Welt, die dem Europa des frühen 20. Jahrhunderts ähnelt, wiedergeboren wird. In der Haut des jungen Mädchens Tanya Degretschow erhält er von Gott den Auftrag, so lange wie möglich zu überleben, um aus der anhaltenden Kriegshölle zu entkommen und ebenso das Recht auf eine weitere Wiedergeburt zu erhalten. Zeitlich ist die Story der Anime-Serie inzwischen im Mai 1925 nach der fiktiven Vereinigungszeitrechnung angekommen. In der ersten Episode der dritten Ausgabe wird Tanya, die mittlerweile im Rang eines Majors Entscheidungen trifft, mitgeteilt, dass sich die Truppen des Imperiums von der Westfront am Rhein zurückziehen werden. Das heißt jedoch nicht, dass sich die Lage entspannt oder der Krieg als verloren eingestuft wird. Stattdessen will die oberste Heeresleitung mit der sogenannten Operation „Nebel und Sonne“ lediglich die feindliche Hauptstreitmacht hervorlocken, um sie mit einem Angriff vernichtend zu schlagen. Es sollen so viele Gegner wie nötig erledigt werden, um den weiteren Vorstoß zu verhindern, zumal bereits ein Weltkrieg droht, wie am Ende der achten Episode von Saga of Tanya the Evil mit einer Szene, die in den Vereinigten Staaten spielt, bereits angedeutet wurde.

Möglichkeiten des Neuen und Unbekannten

Obwohl die bisherigen Geschehnisse in der Anime-Serie schon schrecklich genug waren, legt die dritte Volume noch eine Schippe drauf. Allen voran liegt das am technischen Fortschritt, von dem auch die Magier profitieren. Der durchtriebene Wissenschaftler Dr. Schugel hat die Waffe V1 erfunden: Auch wenn der Begriff „Vergeltungswaffe 1“ in Saga of Tanya the Evil in dieser Form nicht fällt, darf aufgrund der optischen Gestaltung der Waffe stark davon ausgegangen werden, dass sich das Nut Animation Studio an der im Zweiten Weltkrieg von den Nationalsozialisten eingesetzten Waffe orientiert hat. Mit dem Durchbruch der Schallmauer, gegen die die Magier natürlich gefeit sind, gelingt es Tanya und ihrem Trupp in der Operation „Angst und Schrecken“ wichtige Stützpunkte des Feindes in die Luft zu jagen – und damit dem Imperium zu einem großen Schritt auf dem Weg zum Sieg zu verhelfen. Die Hauptfigur bleibt bei ihren Aktionen nach wie vor rücksichtslos und bezeichnet Gott als Sadisten, da er sie in diese Situation gebracht hat. Andernfalls bittet sie ihn auch um Beistand, wenn sie in der Klemme steckt. Hinzu kommt, dass Tanya mit einem Gegenspieler konfrontiert wird, der von Gott den Auftrag erhalten hat, sie respektive den „Teufel vom Rhein“ auszuschalten. Wer im Namen des metaphysischen Wesens sein Leben lässt, sollte der Zuschauer selbst sehen.

Krieg bleibt immer gleich

Mit der ungeschönten Darstellung von zahlreichen Verletzungen, Verkrüppelten und Toten ist die Kriegsatmosphäre auch in der letzten Volume in jeder Minute zu spüren. Gegen Ende der Serie beißen sich sogar die politischen Ansichten des Oberkommandos und Tanyas militanter Einstellung so sehr, dass auf einmal eine ganze Welt für sie zusammenbricht. Dargestellt wird das Kriegsgeschehen im bildschirmfüllenden 16:9-Format mit braunen und grauen Farbtönen, die den positiven Nebeneffekt haben, dass der Zuschauer die erzählte Zeit besser greifen kann. Nicht vergessen werden darf hierbei der fantastische Soundtrack, der in den wichtigsten Szenen hervorragend aus den Lautsprechern trällert und die Atmosphäre so stimmungsvoll untermalt, wie es die deutschen und japanischen Synchronsprecher mit ihren Stimmen schaffen. Neben den vier und jeweils ungefähr 24-minütigen Episoden liegt auf der Blu-ray Disc jedoch kein weiteres Material vor. Boni, die die Umsetzung von der Light Novel zum Anime zeigen oder sich gar mit dem Krieg in der Realität auseinandersetzen, wären äußerst wünschenswert gewesen, fehlen allerdings. Dafür erhält der Käufer ein letztes Mal ein 36-seitiges Booklet mit weiteren Informationen zur Anime-Serie. Wie in Valkyria Chronicles 4 oder The Man in the High Castle funktioniert alternative Geschichte auch in Saga of Tanya the Evil wirklich gut, weshalb jeder mit einem Faible für Parallelwelten und Co hier unbedingt zugreifen sollte.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Alternative Geschichtsschreibung ist nach wie vor ein sehr interessanter Ansatz, der auch in Saga of Tanya the Evil sehr gut funktioniert. In der dritten und leider auch schon letzten Volume funktioniert das sogar noch etwas besser, da sich jetzt auch Elemente des Ersten mit denen des Zweiten Weltkriegs verbinden. Mit den neuen technologischen Möglichkeiten, wie der V1-Rakete und dem Einsatz vom Panzern, ist das gefährliche Ausmaß des Krieges für den Zuschauer noch furchteinflößender zu erkennen. Leider endet Saga of Tanya the Evil mit der zwölften Episode halbwegs offen, zumal auch die Light-Novel-Vorlage bis heute erscheint. Wer die ersten beiden Volumes gesehen hat, sollte auch beim dritten Episodenpaket zugreifen. Dennoch bleibt unterm Strich nur zu hoffen, dass irgendwann noch eine zweite Staffel dieser großartig inszenierten Anime-Serie folgt, da das Szenario von Saga of Tanya the Evil so viel hergibt und unbedingt fortgesetzt werden muss!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Saga of Tanya the Evil (Vol. 3)!

Prime Time: Fairy Tail – Box 7 (Unboxing)

Da wir zur Anime-Serie Fairy Tail bereits sechs Unboxing-Videos zu den ersten sechs Ausgaben produziert haben, wollen wir euch auch ein Filmchen zur siebten Serienbox nicht schuldig bleiben. Unser Chefredakteur hat die siebte Volume ausgepackt und stellt euch Haptik und Optik im Video vor. Viel Spaß beim Anschauen!