Review: Ninja Slayer From Animation

Ninja Slayer From Animation (1)Es gibt Anime-Serien, die mag man aufgrund ihrer Handlung und ihrer Inhalte. Dann gibt es welche, die man bewusst wegen ihrem Zeichenstil oder ihrem Humor anschaut. Der Anime Ninja Slayer Animation aus dem Animationsstudio Trigger weiß selbst nicht, was er sein will.

Ninja Slayer From Animation (2)Der Handlungsort von Ninja Slayer Animation ist die fiktive Großstadt Neo Saitama. Der Verpackungstext beschreibt die Cyberpunk-Metropole als ein Moloch aus Gewalt und Verbrechen. So und nicht anders wird Neo Saitama in allen 26 Episoden, die jeweils maximal fünfzehn Minuten dauern, auch charakterisiert. Ninja herrschen über die Stadt und verbreiten Angst und Schrecken. Hauptsächlich dreht sich die Serie jedoch um den Salaryman Fujikido Kenji, dessen Familie getötet wurde. In seiner Verzweiflung wird er von einer mächtigen Ninja-Seele übermannt und kommt in den Genuss neuer Kräfte. Gestärkt sinnt er nach Rache und beginnt seinen Feldzug, einen Ninja nach dem anderen in der Stadt auszuradieren. Entsprechend lässt sich auch der Titel des Anime erklären, denn aus Kenji wird der titelgebende Ninja Slayer. Während sich die Geschichte meistens mit dem Ninja Slayer beschäftigt, gibt es auch Nebenhandlungen, die als Stränge in die Hauptstory eingewebt sind. So machen wir unter anderem die Bekanntschaft mit Yamoto Koki, ein Schulmädchen, welches auch von einer Ninja-Seele übermannt ist. Interessanter ist da schon die Figur Rī Nanshī, die sich mit ihren Hacking-Fähigkeiten ins Internet verbinden kann. Treffen die Ninja aufeinander, verläuft das meistens nach demselben Schema – sie stellen sich typisch japanisch ritualisiert einander vor.

Selbstdefinition

Ninja Slayer From Animation (3)Ninja Slayer From Animation definiert sich überwiegend über seinen Zeichenstil, der sich je nach Szene und auftretenden Charakteren auch stark voneinander unterscheidet. Während die Hintergründe für Anime-Verhältnisse recht plastisch erscheinen, sind die Figuren meistens so wenig animiert, dass es fast schon an Grausamkeit grenzt. In der Regel handelt es sich dabei um zweidimensionale Charaktere, die ähnlich wie bei der Zeichentrickserie South Park einfach nur auf den Hintergrund gesetzt sind. Während das beim US-amerikanischen Vorbild im gesamten Kontext noch Sinn und ein eigenständiges Bild ergibt, reicht das hier einfach nicht aus, da zwischenzeitlich immer wieder zwischen den Zeichenstilen gewechselt und gar mit Explosionseffekten gearbeitet wird, die deplatziert wirken. Oft bewegen sich nicht einmal die Lippen der Charaktere, wenn sie sich bewegen sollten. Für den einen oder anderen Zuschauer mag das zwar verständnislos sein, doch man darf den kreativen Köpfen hinter dem Projekt aber nicht vorwerfen, dass sie nichts leisten können. Ninja Slayer From Animation ist bewusst auf billig getrimmt und will gar nicht mit schönen Charakterzeichnungen und Effekten überzeugen. Das Problem ist jedoch, dass sich diese Standards leider durch die ganze Serie ziehen.

Kultverdächtigt trotz klarer Defizite

Ninja Slayer From Animation (4)Dazu kommt noch, dass Ninja Slayer From Animation nur auf DVD und nicht auf Blu-ray Disc veröffentlicht wird – inklusive des Bildformats in 4:3. Wer also Wert auf Gestaltungstechnik legt, wird vom Anime sehr enttäuscht sein. Außerdem gibt es in der deutschen Veröffentlichung keine deutsche Synchronisation. Es gibt tatsächlich nur den japanischen Originalton in PCM 2.0. Zudem ist die Tonspur nur in Mono enthalten. Wer des Japanischen nicht mächtig ist oder die wirklich guten Synchronsprecher nicht gänzlich verstehen kann, freut sich über deutsche Untertitel (in der letzten Folge wurden diesen aber vergessen). Manch einer mag das für einen schlechten Scherz halten, trifft aber definitiv die Intention von Regisseur Amemiya Akira und seinem Animationsteam, ältere Anime aus den Siebzigerjahren des zwanzigsten Jahrhunderts durch den Kakao zu ziehen. Man muss ihnen zugutehalten, dass ihm das definitiv gelungen ist. Hierzulande wird der trotz seiner starken Defizite irgendwie doch kultverdächtige Anime in einer Gesamtausgabe vermarktet, die drei Datenträger mit allen 26 Episoden enthält und insgesamt eine Laufzeit von circa 390 Minuten vorweist. Zudem enthält die Gesamtausgabe noch einen Sticker und ein Poster im DIN-A4-Format. Interessanterweise verzichtet Publisher Nipponart diesmal auf die Bezeichnung Collector’s Edition – ist hier aber vermutlich auch besser so.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Man mag es kaum glauben, doch an Ninja Slayer From Animation hat tatsächlich dasselbe Animationsstudio gearbeitet wie an Kill la kill. Während Kill la kill auch nicht sonderlich gut animiert war, war der Zeichenstil des Animes dennoch in sich geschlossen bündig und passte zum Humor der Serie. Ninja Slayer From Animation bricht ständig aus diesem System aus und bedient sich verschiedener Gestaltungstechniken. Mich stört das zum Teil gewaltig, denn besonders die Szenen, in welcher der titelgebende Ninja Slayer auftritt, wirken fast immer viel zu billig. Natürlich weiß ich, dass das so gewollt ist, macht die Sache für mich aber nicht besser. So kann das Animationsstudio Trigger kein Lachen von mir erwarten, denn auch die Handlung ist eigentlich viel zu düster, um die Kämpfe einfach so recht animationsarm zu gestalten. Natürlich kann ich die Hintergründe für diese Entscheidungen verstehen, doch waren in den Siebzigerjahren hierzulande Anime kein großes Thema, sodass viele der Anspielungen für das deutsche Publikum wohl unentdeckt bleiben werden. Weiterführende Informationen in Form eines Booklets oder digitalen Bonusmaterials hätten hier wirklich Wunder bewirkt. So ist und bleibt Ninja Slayer From Animation ein Anime, der die Handlung eines nach Rache sinnenden Ninja mit Schmerz und Humor gut erzählt, aber sich viel zu oft wiederholt und eigentlich nur im Kreis dreht. Kennt man sich aber vor allem mit der japanischen Anime-Geschichte aus, kann Ninja Slayer From Animation vielleicht sogar doch der beste Geheimtipp des Jahres 2016 sein.

Vielen Dank an Nipponart für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Ninja Slayer Form Animation!

©Ninj@ Entertainment/Ninj@ Conspiracy (Abbildungen)

Review: Black Blood Brothers (Collector’s Edition)

Black Blood Brothers (1)Vampire sind seit Jahrzehnten nicht mehr aus der Populärkultur wegzudenken. Dies betrifft sowohl Werke aus Europa und Nordamerika, als auch aus Japan. Black Blood Brothers nutzt die elementaren Vorgaben, um daraus eine eigenständige und langatmige Story zu stricken.

Black Blood Brothers (2)Die eigentliche Handlung von Black Blood Brothers beginnt weit vor der ersten Episode der zwölfteiligen Anime-Serie. In Hongkong taucht ein Vampir auf, der sich Kowloon King nennt. Obwohl Vampire im Universum von Black Blood Brothers nur dann entstehen können, wenn ein Mensch das Blut eines Wesens der Nacht trinkt, reicht es beim Kowloon King aber aus, wenn er einen Menschen auf die bekannte Art und Weise beißt. Diese Vampire haben wiederum dieselbe Fähigkeit; sprich sie können ebenfalls Menschen beißen, um sie in Blutsauger zu verwandeln. Diese Vampire bezeichnen sich nach ihrem Vater als die Kowloon Children, die den Anstoß zum Heiligen Krieg von Hongkong geben. Zwischen Menschen und Vampiren wird erbittert gekämpft – schlussendlich gewinnt die Menschheit die feindliche Auseinandersetzung, zum Teil auch mit Hilfe von übergelaufenen Vampiren. Die Anime-Serie setzt zehn Jahre nach diesem Krieg zu Beginn des dritten Jahrtausends ein. Im Untergrund leben immer noch einige Vampire, unter anderem auch in einer bestimmten Kontroll- und Sicherheitszone. In dieses Gebiet, welches von einem magischen Bannkreis umschlossen ist, dürfen Vampire nur eintreten, wenn es ihnen zuvor gestattet wurde. Dieser Handlungsort ist mit einigen wenigen Ausflügen in die Vergangenheit der Charaktere Dreh- und Angelpunkt der Storyline.

Blutige Fehden

Black Blood Brothers (3)Hauptsächlich dreht sich Black Blood Brothers um den Kriegshelden Mochizuki Jirō, der mit seinem kleinen Bruder Kotarō nach Japan übersiedelt und dort auf Katsuragi Mimiko trifft. Sie setzt sich in der Zone für die Beziehungen zwischen Menschen und Vampiren ein; entsprechend versucht sie ihren beiden neuen Freunden so gut es geht zu helfen. Allerdings wird Jirō genau in dieser Zone mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Er trifft auf Cassandra Jill Warlock, eine ehemalige Freundin von ihm. Im Verlauf der Handlung kristallisiert sich jedoch heraus, dass Jill seine eigentliche Gegenspielerin ist, da sie für den Tod seiner Geliebten verantwortlich ist. Die Gefühle brodeln hoch und mit der Zeit erkennen Jirō, Kotarō und Mimiko, dass es innerhalb der Zone mittlerweile zu gefährlich geworden ist. Sie werden mit einer neuen Vampirseuche konfrontiert, die sie ausmerzen müssen. Das Setting und die Story von Black Blood Brothers sind grundsätzlich wirklich gut, doch reichen zwölf kurze Episoden leider nicht aus, um sämtliche Aspekte in ausreichender Form zu behandeln. Fachbegriffe wie Black Bloods und Old Bloods werden zwar erklärt, doch kann die Faszination durch Rückblenden oder weiterführenden Handlungssträngen einzelner Charaktere nicht aufrechterhalten werden, da diese durchgehend zu wenig vertreten sind. Man hat das Gefühl, das etwas fehlt.

Für Hardcore-Vampirfans

Black Blood Brothers (4)Auf der technischen Seite ist Black Blood Brothers jedoch sehr gut bis hervorragend gelungen. Sämtliche Hintergründe und Charakterzeichnungen sehen im 16:9-Bildformat in der Auflösung von 1080p super aus. Lediglich einige Animationen wie Kampf- oder Lippenbewegungen wirken etwas detailarm. Das fällt besonders bei der japanischen Synchronisation im True-HD-Format auf. Diese ist zwar gut, ist aber nicht bei jedem der talentierten Sprecher durchweg „lippensynchron“. Des Weiteren sind die deutschen Sprecher in der Dolby-Digital-5.1-Tonspur wesentlich unterschiedlicher und somit grundlegend besser einzustufen, haben aber bei diversen Betonungen das Nachsehen. Wer die Light Novels von Azano Kōhei, auf denen Black Blood Brothers basiert, bereits konsumiert hat, wird sich vermutlich wesentlich schneller mit der Anime-Serie anfreunden können. Problematisch ist dabei nur, dass die Light Novels hierzulande noch nie veröffentlicht worden und somit nur über den Import erhältlich sind. Des Weiteren liegen als Bonusmaterial in digitaler Form nur das Textless Opening, sowie das Textless Ending bei. Als physische Dreingabe gibt es ein DIN-A4-Poster und einen Sticker. Ob das die Bezeichnung Collector’s Edition rechtfertigt, muss jeder Fan der Vorlage für sich selbst entscheiden. Kenner und Hardcore-Vampirfans können jedoch gerne zuschlagen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Black Blood Brothers ist ein interessanter Anime, denn sowohl das Setting, als auch die Story gefallen mir. Ich finde es jedoch sehr schade, dass die gesamte Handlung in zwölf Episoden gequetscht worden ist. Zwar machen alle Inhalte, wenn sie gelegentlich auch nur lose verknüpft sind, durchaus im Kontext Sinn, doch die wahre Offenbarung ist der Vampir-Anime dadurch nicht. Man hätte sehr viel mehr mit Rückblenden und weiterführenden Handlungssträngen einzelner Charaktere machen können, da die verschiedenen Persönlichkeiten nur gerade danach schreien, vertieft zu werden. Da ich die Light-Novel-Vorlage nicht kenne, kann ich leider auch nichts dazu sagen, ob der Anime originalgetreu nachempfunden ist, oder ob die Story verkürzt wiedergegeben wird. Allerdings hätte ich mich im ersteren Fall ebenfalls darüber gefreut, wenn die Handlung mit weiteren Inhalten ergänzt wäre. So habe ich die dreihundert Minuten beziehungsweise die zwölf enthaltenen Folgen zwar genossen, doch bleibt am Ende der unstillbare Hunger nach mehr. Vampirfans, die einen kleinen Appetithappen gebrauchen können, sollten aber dennoch einen Blick riskieren.

Vielen Dank an Nipponart für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Black Blood Brothers (Collector’s Edition)!

© 2006 Kouhei Azano · Juuya Kusaka / Fujimishobo / BBB Partners (Abbildungen)

Review: Kirby: Planet Robobot

Kirby - Planet Robobot (1)Seit vielen Jahren ist der rosafarbene Vielfraß Kirby nicht mehr aus der Videospiellandschaft wegzudenken. Nachdem der Edelknödel 2015 in Kirby und der Regenbogen-Pinsel andere Wege bestritt, orientiert sich Kirby: Planet Robobot am 2014 erschienen Kirby: Triple Deluxe.

Kirby - Planet Robobot (2)Kirbys Heimatwelt Planet Pop wird von außerirdischen Besuchern geplagt. Gerade noch kann sich unser Held mit allerlei leckeren Sachen vollstopfen, da taucht am Himmel ein gewaltiges Ungetüm aus Metall auf. Die außerirdischen Besucher wollen die ungenutzten Ressourcen des für sie rückständigen Planeten ausbeuten. Damit sind selbst Kirbys Feinde König Nickerchen alias King Dedede und Meta Knight nicht einverstanden, doch durch das Auftauchen des kapitalistischen Präsidenten Haltmann und seiner ebenso geldgierigen Assistentin Susi werden das Schloss von Nickerchen und Meta Knights Flugschiff Halberd in Mitleidenschaft gezogen. Also muss Kirby abermals seinen Mut zusammenfassen und seine Heimat vor dem Haltmann-Imperium beschützen. Seine Reise führt ihn durch insgesamt sechs Welten, deren Levels zum Erkunden einladen. Um Themenwelten wie in vielen anderen Ablegern des Franchises handelt es sich hierbei allerdings nicht. Dadurch, dass Haltmann und seine Schergen bereits den halben Planeten kontrollieren, bekommen wir es schon in den ersten Levels des Spiels mit den Industrieanlagen zu tun, die fast schon erschreckend harmonisch mit der restlichen Level-Architektur zusammenpasst. In späteren Levels entdecken wir zudem Waddle Dees mit modifizierten Augen, die den Borg aus dem Star-Trek-Universum zum Verwechseln ähnlich sehen.

Vielfältige Fähigkeiten für Vielfraß und Maschine

Kirby - Planet Robobot (3)Das kinderleichte Gameplay bleibt der Serientradition treu. Mit Kirby können wir die meisten Gegner einsaugen und sie auf andere Feinde abfeuern. Außerdem können wir die Fähigkeiten so mancher Gegner serientypisch kopieren, indem wir sie einfach herunterschlucken. Da kann Kirby auf einmal wie ein Zirkusclown jonglieren, Feuer spucken, Gegner einfrieren, Zaubersprüche entfesseln, sich zu einem Stein verwandeln, eine Peitsche schwingen, Pfeile verschießen oder mit einem Hammer für viele blaue Flecke bei Haltmanns Schergen sorgen. Die Ideen, die schon aus unzähligen Serienteilen bekannt sind, funktionieren auch im Jahr 2016 noch. So ist für Abwechslung durch mittlerweile ganze 25 verschiedene Spezialfähigkeiten stets gesorgt und wir können uns mit Kirby an Land, im Wasser oder in der Luft wunderbar verteidigen. Hinzukommt eine neue Maschinerie, der so genannte Robobot-Panzer. Wir finden das Gerät sehr oft in den verschiedensten Levels und können damit große Blöcke heben, riesige Schalter betätigen und sogar ebenfalls einen Großteil der Spezialfähigkeiten kopieren und einsetzen. Obwohl die Kirby-Videospielreihe für ihren leichten Schwierigkeitsgrad bekannt ist, fühlt sich Kirby: Planet Robobot schon herausforderungslos an. Man darf den Robobot-Panzer gerne mit dem Maxi-Pilz aus New Super Mario Bros. vergleichen – nur ohne Zeitlimit.

Kleines Inhaltsmonster

Kirby - Planet Robobot (4)Somit dürfte Kirby: Planet Robot auch dieses Mal mehr eine jüngere Zielgruppe ansprechen. Davon sollten sich Fans der Knutschkugel aber nicht abschrecken lassen, denn der Titel bietet trotz des Robobot-Panzers im Kern alle wichtigen Gameplay-Elemente und Werte, die Kirby-Videospiele seit Kirbys erstem Ausflug in Kirby’s Dream Land beinhalten. Zudem bietet der Titel auch sehr viel Inhalt, denn wie in Kirby: Triple Deluxe finden wir in der Spielwelt Sticker, die wir auf den Robobot-Panzer kleben dürfen. Das Feature ist jedoch rein kosmetisch, spielerische Auswirkungen bietet es nicht. Wo Nintendo Potenzial verschenkt, machen es die Entwickler mit einer zusätzlichen Kampagne nach dem Durchspielen, zwei Arena-Modi und zwei Minispielen wieder wett. In Kirbys 3D Arena saugen wir Gegner im dreidimensionalen Raum ein und müssen sie möglichst schnell auf andere Gegner spucken. Das Konzept macht sehr viel Spaß – wir hoffen, dass das Minispiel ähnlich wie Captain Toad: Treasure Tracker einem größeren Spielerkreis zugänglich gemacht wird. Wer 3DS-Besitzer in seinem Freundeskreis hat, darf sich über Kirbys Team-Jagd freuen. Hier kämpfen wir wie im Rollenspiel-Genre gegen Gegner und stufen mit Erfahrungspunkten unseren Helden auf. Wer Kirby: Planet Robobot komplett durchspielen will, ist fünfzehn bis zwanzig Spielstunden gut beschäftigt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Kirbys letztes Abenteuer, Kirby und der Regenbogen-Pinsel, habe ich erst dann sehr gerne gespielt, als das Abenteuer nach nur wenigen Spielstunden vorbei war – der Grund dafür war die für das Franchise exotische Steuerung und der fast gänzliche Verzicht auf Knöpfchendrücken. Glücklicherweise ist das bei Kirby: Planet Robobot anders. Es orientiert sich vom Gameplay her deutlich am 3DS-Vorgänger, sprich an Kirby: Triple Deluxe. Das Jump ’n’ Run traut sich nicht sehr viel Neues und orientiert sich stattdessen an den alten Werten und Elementen. Dabei bietet der Titel so viel ungenutztes Potenzial. Obwohl der Robobot-Panzer sehr viele Spezialfähigkeiten kopieren und sich je nach Spielsituation auch mal in ein Flugzeug oder einen Rennwagen verwandeln kann, wäre hier deutlich mehr möglich gewesen. Außerdem ist es schade, dass Nintendo mit dem Spiel nur die jüngere Generation ansprechen will. Der Titel ist durchweg viel zu leicht; selten habe ich mal einen Versuch vergeudetet – den Game-Over-Bildschirm, sofern er existiert, habe ich nie gesehen. Ein einstellbarer Schwierigkeitsgrad hätte hier Wunder bewirkt, damit sowohl Anfänger, als auch Fortgeschrittene und Profis ihren Spaß mit dem Titel haben können. Trotzdem dürfen Fans des rosafarbenen Helden auch bei Kirby: Planet Robobot bedenkenlos zugreifen. Mit dem unverwechselbaren Look, einem netten (aber diesmal leider nicht herausragenden) Soundtrack und sehr vielen Inhalten, kann auch Kirby: Planet Robobot alte Hasen zufriedenstellen. Wer jedoch Herausforderungen sucht, sollte sich nach einer der wenigen Jump-’n’-Run-Alternativen umsehen.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Kirby: Planet Robobot!

Review: Ano Hana (Vol. 2)

Ano Hana (Vol. 2) (1)Die erste Serienhälfte von Ano Hana hat sich sehr viel Zeit gelassen, um sowohl den Hauptcharakter, als auch seine Freunde in den Mittelpunkt zu rücken. Dabei wurde fast vergessen, auf ein primäres Ziel hinzuarbeiten. Volume 2 schlägt diesen Weg wesentlich besser ein.

Ano Hana (Vol. 2) (2)Ano Hana knüpft mit der siebten Episode an die vorherigen Ereignisse der ersten Serienhälfte an und führt die Handlung konsequent fort. Die Freunde, die nach vielen Jahren der fast vollkommenen Funkstille wieder zueinandergefunden haben, können Yadomi Jinta zwar noch immer nicht ganz glauben, dass ihre verstorbene Kindheitsfreundin Honma Meiko Kontakt zu ihm aufgenommen hat, doch raufen sie sich zusammen, um ihm Gehör zu schenken. Gemeinsam beschließen sie, Meikos letzten Wunsch zu erfüllen, damit diese ihre letzte Ruhe finden kann. Dadurch, dass sie Meikos Tagebuch von ihrer Mutter ausgeliehen bekommen, stehen sie hier vor keiner denkbar unlösbaren Aufgabe. Zudem passen sie auf, dass Meiko nichts von ihren Plänen erfährt. Nach einem Barbecue am Ende der ersten Volume, steht nun der Bau einer riesigen Feuerwerksrakete auf der Tagesordnung. Um dies zu bewerkstelligen, benötigen sie jedoch eine Genehmigung, die ihnen zunächst verwehrt wird. Außerdem benötigen sie für die Fertigstellung finanzielle Mittel, die sie erst einmal verdienen müssen. Obwohl Jinta seiner Freundin Anjō Naruko den Gefallen tut und gelegentlich zur Schule geht, verwirft er diese Pläne und arbeitet lieber tagsüber in einem Videospielladen und nachts auf einer Baustelle. Durch Jintas stete Abwesenheit bemerkt Meiko jedoch, dass die Freunde etwas planen.

Freundschaft und Liebe

Ano Hana (Vol. 2) (3)Besonderen Wert legt die zweite Serienhälfte auf die Ausarbeitung der Charaktere. Während diese in den ersten Episoden ausgiebig vorgestellt worden sind, befasst sich Volume 2 vor allem mit den Gefühlen der Figuren. Wir bekommen einen tiefen Einblick in die Gedankenwelt der Charaktere, damit wir ihre unterschiedlichen Motivationen, Meikos letzte Reise vorzubereiten, besser verstehen können. Die vorgestellten zwischenmenschlichen Beziehungen beschränken sich im Übrigen nicht nur auf Freundschaft. Vor allem das Thema Liebe wird hier, mal mehr und leider auch mal weniger glaubhaft, aufgegriffen. So offenbaren sich mehrere Charaktere ihre Liebe gegenüber. Dies ist zwar ein allgegenwärtiges Thema, doch in Anbetracht des Alters der Figuren und der weit zurückliegenden und verschwommenen Erinnerungen, ist das unglaubwürdig. Dennoch werden die Gefühle zwischen Jinta und Meiko, sowie Narukos Gefühle, glaubhaft vermittelt. Besonders Jintas Verlustängste und die schmerzhaften Erinnerungen von Meikos Mutter überzeugen uns zum Ende der Serie. Hier wird auch nicht mit optischen Mitteln in Form von Tränen gespart, die auch beim einen oder anderen Zuschauer sicherlich fließen werden. Trotzdem fühlt sich das Ende der Serie ein wenig gestreckt an. Das hätte man auch wesentlich kürzer und prägnanter in Szene setzen können.

Bekanntes Bild

Ano Hana (Vol. 2) (4)Abseits der Charakterdarstellung und Entwicklung der Handlung hat sich an der Kulisse der Anime-Serie nichts geändert. Nach wie vor findet die Handlung in der japanischen Kleinstadt Chichibu in der Präfektur Saitama statt. Gemeinsam mit schönen Landschaftsbildern und japanischer Architektur wird hier möglichst realitätsnah ein Abbild der Stadt gezeigt. Hinzukommt der Videospielladen, in welchem Jinta und Naruko gemeinsam arbeiten. Im Hintergrund sind hier ständig verschwommene Packungen von bekannten Videospielen zu erkennen, wodurch wir uns direkt heimisch fühlen. Das 16:9-Bildformat in einer Auflösung von 1080p ist wie geeignet für die Darstellung der wunderschönen Hintergründe. Einzig und allein die Figuren heben sich etwas zu stark von diesen ab und könnten den einen oder anderen Zuschauer gelegentlich stören. Selbiges betrifft den Soundtrack der Serie. Dieser passt zwar wunderbar zur teils sehr elegischen Grundstimmung, ermüdet aber zunehmend. Ein paar fröhlichere Stücke mehr hätten hier sicherlich Wunder bewirkt. Dafür können sowohl die deutsche, als auch die japanische Tonspur (wahlweise mit deutschen Untertiteln) überzeugen. Bonusmaterial liegt nur in Form von zwei physischen Postkarten dabei. Das ist sehr schade, denn ein paar Einblicke in die Gestaltung von Chichibu und Co hätten hier definitiv nicht geschadet.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Der Auftakt der Anime-Serie Ano Hana hat mich zufriedengestellt. Viele verwendete Stilmittel und auch das Setting waren mir allerdings bereits zugenüge bekannt, sodass ich halbwegs das Interesse an Ano Hana verloren habe. Dadurch, dass der Anime keinen Lösungsweg gesucht hat, wie Meiko mit den Freunden kommunizieren kann, bin ich dennoch weiterhin dabei geblieben. In der zweiten Volume hat sich dieser Aspekt der Story jedoch geändert. Zum Glück aber so, dass es nicht gewollt wirkt, sondern unmittelbar passiert. Für diese Natürlichkeit muss man die kreativen Köpfe hinter dem Projekt wirklich loben. Trotzdem fällt es mir recht oft schwer, mich mit der Hälfte der Charaktere zu identifizieren. Man hätte hier so vieles kürzer fassen oder prägnanter einfangen können, doch so habe ich mich bei den Episoden häufig gelangweilt gefühlt. Wirklich schlecht ist die elfteilige Anime-Serie jedoch bei Weitem nicht. Wer Geschichten über die Thematik des Loslassens von verstorbenen Personen mag, wird Ano Hana sicherlich trotz der vorhandenen und teils sehr unschönen Einschränkungen sehr gerne konsumieren wollen.

Vielen Dank an Peppermint Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Ano Hana (Vol. 2)!

Preview: Watch Dogs 2

Watch Dogs 2 (1)2014 veröffentlichte Ubisoft mit Watch Dogs ein Open-World-Action-Spiel, das sich bewusst stark an der Assassin’s-Creed-Reihe orientierte. Viele Meinungen verglichen das Spiel sogar mit dem Serienauftakt der Meuchelmörderserie und hoffen auf den Durchbruch mit Teil 2.

Watch Dogs 2 (2)Ubisoft musste sich nach der Veröffentlichung von Watch Dogs negativer Kritik von gleich zwei Seiten stellen. Auf der einen Seite hat man mit Gameplay-Szenen und Trailern, die man zuvor auf Messen wie der Electronic Entertainment Expo und der Gamescom, sowie im Internet gezeigt hat, eine weitaus hübschere Grafik bei Texturen und Co versprochen, als das Spiel schlussendlich bei Release bot. Dass die Konsolen, vor allem Xbox 360, PlayStation 3 und Wii U diese Grafikpracht natürlich nicht halten konnten, wäre es auf dem PC definitiv problemlos möglich gewesen, wie später entwickelte Modifikationen bewiesen haben. Auf der anderen Seite waren Fans von Nintendos Wii U enttäuscht darüber, dass sie das Spiel erst ein halbes Jahr später und nur in einem halbwegs fertigen Zustand spielen konnten. Letzteres wird sich nicht wiederholen, da Watch Dogs 2 bisher nur für den PC, die PlayStation 4 und die Xbox One angekündigt ist. Das ist zwar schade, aber ein logischer und vor allem nachvollziehbarer Grund, da die Hardware von Nintendos Plattform bereits 2012 bei Launch schon Jahre zuvor veraltet war. Nicht veraltet und reichlich Abwechslung verspricht der neue Handlungsort. Während Watch Dogs im eher tristen Chicago bei Laub und Herbstwetter spielte, dürfen wir in Watch Dogs 2 das sehr viel sonnigere San Francisco samt Umland erkunden.

Motivierter Hacker Marcus Holloway

Watch Dogs 2 (3)Ebenfalls neu ist der Held des Spiels. Aiden Pearce ist nach nur einem Serienteil vorerst in Rente gegangen und überlässt das Feld dem afroamerikanischen Marcus Holloway. Dieser ist Mitglied der Hacking-Gruppe DedSec und dafür verantwortlich, dass seine Organisation in der San Francisco Bay Area an Einfluss gewinnt. Wie das genau funktionieren soll, hat man uns zwar noch nicht verraten, doch wir gehen stark davon aus, dass wir uns wieder kreuz und quer durch die zweitgrößte Stadt des Areals hacken und uns gegen das Central Operating System stellen müssen. Dieses überwacht wie in jeder dystopischen Version unserer Realität die Bürger; natürlich zu ihrer Sicherheit. Marcus Holloway wurde von diesem System durch seine persönlichen Daten eines Verbrechens angeklagt, dass er nicht begangen hat. Welche Straftat das genau sein soll und ob dies auch seine Motivation rechtfertigt, können wir an dieser Stelle aber noch nicht sagen. Allerdings ist es nur logisch, dass wir das System somit auch zu seinem Vorteil nutzen können. Wir werden uns also wieder in Überwachungskameras hacken und dürfen diesmal sogar Drohnen steuern, um sonst unerreichbare Schaltkreise zu unterbrechen. Bereits auf der Electronic Entertainment Expo 2016 hat man mitgeteilt, dass die Hacking-Optionen vielseitiger ausfallen werden wie beim Vorgänger. Wir sind zuversichtlich.

Auf den Straßen von San Francisco

Watch Dogs 2 (4)Am Rest des Gameplays dürfte sich wenig geändert haben. Wir können uns teure Sportwagen auf offener Straße unter den Nagel reißen, um uns mit der Polizei Verfolgungsjagden durch die Straßen von San Francisco zu liefern oder uns am Geld anderer bereichern, um uns in Geschäften mit neuer Kleidung auszustatten. Die Augmented-Reality-Minispielchen aus dem Vorgänger, die zugegebenermaßen manchmal ziemlich lächerlich wirkten, soll es hingegen nicht geben. Wir sind gespannt, welche Alternativen man uns hier noch vor die Nase setzen will, denn bis aufs Segeln oder Trips in die umliegenden Berge hat man uns noch nicht gezeigt. Da eine offene Spielwelt gut gefüllt sein sollte, um glaubhaft zu wirken, müssen die Entwickler hier noch ihr Können unter Beweis stellen. Wer nur ungern alleine spielt, wird sich auch darüber freuen, dass man Hacking-Eingriffe von anderen Spielern wie schon bei Watch Dogs zulassen kann. Soll heißen, dass andere Spieler jederzeit in unser Spiel eindringen und Schabernack anstellen dürfen. Wer keine Lust darauf hat, den Hacker zu erwischen, kann auch die Beine in die Hand nehmen und sich mit den Verfolgern eine Kopfgeldjagd liefern. Das klingt nett und wenn Ubisoft die Grafikversprechen diesmal hält, wird Watch Dogs 2 am 15. November 2016 wie einst Assassin’s Creed II sicherlich jeden Fan zufriedenstellen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Watch Dogs wollte ich mir damals zum Release kaufen, habe aber noch einige Monate damit gewartet, da ich doch enttäuscht darüber war, dass man dem Spiel ein Grafik-Downgrade spendiert hat und auch die fehlenden Möglichkeiten im Spiel fernab vom Abgrasen von Tourismuspunkten und Augmented-Reality-Minispielchen eher abgeschreckt haben. Trotzdem war Watch Dogs ein nettes Spiel, das ich gerne durchgespielt und nicht wie Assassin’s Creed Jahre zuvor nach zwei bis drei Spielstunden aufgrund ständiger Wiederholungen abgebrochen habe. Als dann der zweite Teil im Sommer 2016 ausgiebig vorgestellt wurde, habe ich eigentlich recht schnell das Interesse verloren. Ich mag zwar den neuen Handlungsort San Francisco, doch nach dem düsteren ersten Teil wirkte die Stadt für mich etwas zu bunt. Nachdem ich Watch Dogs 2 auf der Gamescom 2016 aber selbst einmal in Aktion sehen konnte, wurde ich schnell eines besseren belehrt. Die Größe der Landkarte und die geographischen Merkmale bieten so viele Möglichkeiten, die ein Spiel in Chicago oder New York City nicht ermöglicht hätte. Sowohl der Aufbau der Stadt, als auch die umliegenden Gebiete gefallen mir bisher sehr. Es bleibt am Ende aber zu hoffen, dass die offene Spielwelt zum Release mit vielen und vor allem abwechslungsreichen Inhalten gefüllt sein wird, damit ich auch abseits der Hauptmissionen genug in der San Francisco Bay Area zu tun habe – dann buche ich auch sofort meinen Flug nach San Francisco!

Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Einladung zur Gamescom-Präsentation von Watch Dogs 2!

Preview: South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe

South Park - Die rektakuläre Zerreißprobe (1)Obwohl es schon in den Neunzigerjahren diverse Spiele mit der South-Park-Lizenz gab, so konnten sich diese Titel nicht gerade mit Ruhm bekleckern. Erst als Ubisoft im Jahr 2014 South Park: Der Stab der Wahrheit veröffentlichte, gab es ein würdiges Spiel zur Vorlage.

South Park - Die rektakuläre Zerreißprobe (2)Im fiktiven und verschneiten South Park im US-Bundesstaat Colorado passieren in der Fernsehserie South Park seit 1997 allerhand verrückte Dinge, die in Geschichten verpackt sind, die sich mit reichlich Satire und viel schwarzem Humor nicht zurückhalten. Entsprechend kontrovers wird die Serie im Zeichentrickgewand seit dem Serienauftakt stark kritisiert und diskutiert. Dennoch haben hunderte Episoden in den letzten zwei Dekaden ihre Fans gefunden und ein Ende ist ähnlich wie bei Die Simpsons nicht in Sicht. Es ist also kein Wunder, dass man 2014 nach vielen Jahren und Enttäuschungen mit South Park: Der Stab der Wahrheit endlich ein Spiel veröffentlichen wollte, das der Vorlage auch tatsächlich gerecht wird. Im Dezember 2016 soll dann endlich der Nachfolger, genauer gesagt South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe, erscheinen. Diesmal sprechen sich die Stadtkinder für den Kampf gegen das Verbrechen aus, kurzum: Sie spielen Superhelden und haben sich auch allesamt verkleidet. Allerdings geht es auch darum, aus der ganzen Scharade Profit zu schlagen, weshalb die Kinder zusätzlich planen, Superheldenfilme zu drehen. Wie bei beinharten Fans zweier berühmter Comicverlage, streiten sich die Freunde und führen schließlich einen Bürgerkrieg untereinander. Hieran merkt man, dass sich die Handlung an den typischen Serienmerkmalen orientiert.

Wahnsinnige Kellerkinder

South Park - Die rektakuläre Zerreißprobe (3)Wir schlüpfen abermals nicht in die Rolle einer bekannten Figur, sondern spielen wie schon im Vorgänger das neue Kind, das gerade in die Nachbarschaft gezogen ist und sich erstmal an seine neuen und gewöhnungsbedürftigen Freunde anpassen muss. In der Demo-Fassung, die wir auf der Gamescom 2016 spielen konnten, befanden wir uns zunächst im Haus von Eric Cartman. Von seiner Mutter erfahren wir, dass er sich mit seinen Freunden im Keller des Hauses verschanzt hat. Um in den Keller zu gelangen, müssen wir erst einmal das Haus nach Hinweisen absuchen, da Cartman die Kellertüre mit einem Sicherheitscode versehen hat. So absurd diese Situation klingt, so nah ist sie doch an der Serienvorlage dran. Also nehmen wir unser Schicksal hin, tauschen noch ein paar Worte mit Cartmans Mutter aus und öffnen im ganzen Haus alle möglichen Schränke und durchsuchen Schubladen und Kisten. Dabei entdecken wir so manchen Gegenstand, den wir lieber nicht herausgekramt hätten. Später werden wir in Cartmans Kinderzimmer endlich fündig und können mit dem Code die Tür in den Keller öffnen. Dort findet gerade die Versammlung der Möchtegernsuperhelden statt. Obwohl Cartman uns lieber nicht dabei haben und wir eigentlich nicht mitspielen wollen, werden wir  von ihm in die Welt der Superhelden, verpackt in eine illustre Charaktererstellung, eingeführt.

Vom Kindheitstrauma zum Superhelden

South Park - Die rektakuläre Zerreißprobe (4)Obwohl wir in der Gamescom-Demo nur zwischen drei Klassen wählen dürfen, werden zum Release des Spiels noch weitere Berufe zur Verfügung stehen, wie uns die Entwickler vor Ort versicherten. Wir können uns also entscheiden, ob wir uns über Stärke, Geschwindigkeit oder eines gänzlich anderen Attributs identifizieren wollen. Wir entscheiden uns für ein schnelles Tempo und landen kurz darauf in einer Kindheitsvision wieder und erlernen in einer Übung, wie das Kampfsystem funktioniert. Hier können wir nicht viel falsch machen und die Einbrecher, die unser Haus plündern wollen, sind mit unserer gerade neu entdeckten Superkraft recht schnell Geschichte. Am Ende sind es jedoch die Geräusche aus dem Schlafzimmer unserer virtuellen Eltern, die unser Leben für immer verändern werden. Dem charmanten Grafikstil ist es somit sowohl in der Fernsehserie, als auch im Videospiel nicht möglich, über sexuelle Anspielungen und Co hinwegzutäuschen. Das finden wir sehr gut, denn die englischen Synchronsprecher verrichten ihr Hand- beziehungsweise Mundwerk bezüglich des typischen Humors auch diesmal sehr gut. Uns hat South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe sehr gut gefallen und freuen uns schon sehr auf den 6. Dezember 2016, denn da soll das Spiel pünktlich zum Weihnachtsgeschäft in den Läden stehen. Fehlt nur noch eine Mr.-Hankey-Spezialedition.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Leider habe ich den Vorgänger des Spiels bis heute noch nicht spielen können, doch das sollte sich in den nächsten Monaten vor dem Release von South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe noch schleunigst ändern. Obwohl ich die Fernsehserie seit fast zehn Jahren nicht mehr geschaut habe, ist sie mir aus meiner Zeit als Teenager immer noch gut in Erinnerung geblieben. Der Humor hat sich seitdem nur wenig weiterentwickelt und das ist auch gut so! An vielen Stellen der Gamescom-Demo habe ich mich köstlich amüsiert, denn der typische Zeichentrickstil der Serie, gepaart mit Soundtrack und originalen Synchronsprechern, funktioniert in Videospielform ebenfalls hervorragend. Da ich den Titel nur circa zwanzig Minuten spielen konnte, kann ich leider nichts weiter zur Qualität des Gameplays sagen. Diese sei laut einigen Aussagen beim Vorgänger nicht besonders tief gewesen, sodass das Kampfsystem trotz des sonst guten Gesamtbildes, gestört habe. Wenn die ausgetauschten beziehungsweise neuen Entwickler hieran arbeiten und auch einen gefährlichen Bug, der mir bei meiner Anspielsession untergekommen ist und den Neustart der Konsole erfordert hat, ausmerzen, wird South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe sicherlich ein tolles Rollenspiel für alte und neue Fans der Serie im Weihnachtsgeschäft sein.

Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Einladung zur Gamescom-Präsentation von South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe!

Review: Love, Chūnibyō & Other Delusions! (Vol. 4)

Love, Chunibyou and other Delusions (Vol. 4) (1)Das Achtklässersyndrom hat ausgedient! In der vierten und letzten Volume von Love, Chūnibyō & Other Delusions! fällt Takanashi Rikka auf den Boden der Tatsachen zurück und muss die Realität mit ganz neuen Augen sehen – und merkt dabei, welche Bedeutung Fantasie hat.

Love, Chunibyou and other Delusions (Vol. 4) (2)Obwohl auf der Disc gleich drei Episoden enthalten sind, bilden nur zwei Folgen davon den Abschluss der Anime-Serie. Die elfte Episode beginnt drei Wochen nach den Geschehnissen der dritten Volume. Rikka hat ihre Augenbinde abgelegt und verweigert jeglichen Bezug zur Fantasie. Da Rikkas Schwester nach Italien gezogen ist, muss sie wieder bei ihrer Mutter leben und wird dadurch abermals mit ihrem verstorbenen Vater konfrontiert. Erstmals besucht sie sein Grab und erkennt die Realität, welche sie sich ihr entzogen hat. Ihre selbst ernannte Dienerin Dekomori Sanae möchte das jedoch nicht akzeptieren und versucht ihre ehemalige Meisterin davon zu überzeugen, dass sie vom Bösen befallen wurde und sie unbedingt zurückkehren muss. Togashi Yūta hingegen ist zunächst davon überzeugt, dass Rikka das richtige tut. Allerdings bemerkt er dadurch zu spät, dass sich Rikka so von ihm entfernt. Entsprechend unternimmt er alles, um seine Freundin Rikka zurückzugewinnen. Die letzten beiden Episoden sind weniger witzig als der Rest der Serie. Sie sind melancholisch gestaltet, sodass das Ende der Serie überhaupt in einem metaphysischen Licht enden und der Stellenwert von Fantasie erklärt werden kann. Die dreizehnte Folge stellt eine Bonus-Episode dar, in welcher die Freunde eine Weihnachtsfeier organisieren. Hier kommt der Humor wieder zur Geltung.

Gelungenes Gesamtwerk

Love, Chunibyou and other Delusions (Vol. 4) (3)Auf der technischen Seite bietet der Anime in der vierten Ausgabe unverändert schöne Großstadt- und Landschaftshintergründe, die uns durchweg verzaubern. Hinzukommen abermals wunderbar gezeichnete und reichlich animierte Charaktere, von denen wir gar nicht den Blick ablassen können, da sie uns nicht nur mit ihren Persönlichkeiten, sondern auch mit der dargestellten Mimik und Gestik reichlich begeistern. Nicht nur die 1080p-Auflösung mit ihren tollen Bildern kann überzeugen, auch die beiden auf der Disc enthaltenen Tonspuren sprechen für die Qualität der Serie. Nicht nur die angewandte Musik, sondern auch die Synchronisation ist durchweg gelungen. Letzteres gilt sowohl für die japanische Synchronisation, als auch für die deutschen Sprecher, die uns ebenso im Ohr bleiben und bei Betonungen problemlos mit der originalen Besetzung mithalten können. In digitaler Form liegen dem Anime zwei Lite-Episoden bei, die Einblicke in den erheiternden Alltag von Sanae, Nibutani Shinka und Tsuyuri Kumin geben. Diese kurzen Episoden fallen wie die vorherigen vier Folgen recht kurz aus, ergänzen das Gesamtwerk allerdings angenehm. Ansonsten befinden sich auf der Disc als Dreingabe nur ein paar Trailer zu weiteren Produkten aus dem Hause Kazé Anime. Stattdessen stützt man sich auch dieses Mal erneut auf gelungenes, physisches Bonusmaterial. Nett!

Ergänzende Informationen

Love, Chunibyou and other Delusions (Vol. 4) (4)So liegt auch der vierten und letzten Volume von Love, Chūnibyō & Other Delusions! abermals ein kleines Booklet bei. In diesem befindet sich zunächst der bekannte Episodenguide zu den drei vollwertigen auf der Disc enthaltenen Episoden, sowie eine Übersicht zu allen sechs Lite-Episoden der gesamten Serienveröffentlichung. Darauf folgt ein Gespräch mit Yamamoto Rin über die Bedeutung von Aufnahmen, die Zusammenarbeit mit Regisseur Ishihara Tatsuya und natürlich zu den Inhalten der Serie. Konzeptzeichnungen und Skizzen, unter anderem zu den Charakteren Yūta und seinen beiden Schwestern Yumeha und Kuzuha, seiner Freundin Rikka und ihrer Lehrerin Tsukumo Nanase, geben genauso wie Erläuterungen zu Handlungsorten und Erklärungen zu Waffen und Ausrüstung der Figuren einen guten Einblick in die Entstehung und die Welt des Animes. Den Abschluss bildet ein Gespräch zwischen Ishihara und Yūtas Synchronsprecher Fukuyama Jun über den Stimmwechsel bei der Rollenverschiebung, über die letzte Episode und das Achtklässersyndrom. Wer nun endlich alle vier Volumes des Animes besitzt und bei der Erstausgabe zugegriffen hat, darf jetzt die letzte Volume in den Schuber hineinschieben und sich mit einem befriedigenden Gefühl zurücklehnen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem ich die ersten drei Volumes in nur wenigen Wochen regelrecht verschlungen habe, musste ich auf das Anschauen der vierten und leider auch letzten Ausgabe längere Zeit verzichten. Die Wartezeit habe ich jedoch nicht bereut, da auch ein gewisser Zeitsprung in der Serie stattfindet und ich mich so nicht ganz verloren gefühlt habe. Die Anime-Serie Love, Chūnibyō & Other Delusions! wird mit den letzten beiden (richtigen) Episoden zu einem sehr schönen Abschluss gebracht, der zwar weniger witzig ist als der Rest der Serie, doch dafür glaubhaft die Serie zu einem Ende mit metaphysischer Nachricht führt. Kaum lief der Abspann über den Bildschirm, habe ich die über zwölf Episoden lang liebgewonnenen Charaktere vermisst und habe mich darüber gefreut, dass sie in der dreizehnten Folge wieder herumgeblödelt haben. An der restlichen Veröffentlichung kann ich mich ebenfalls nicht beschweren. Der Anime gehört zu den schönsten Serien der letzten Jahre, bietet zwei wunderbare Synchronfassungen und motiviert ständig zum Weiterschauen und Wiederanschauen. Love, Chūnibyō & Other Delusions! gehört meines Erachtens nach in jede halbwegs gute Anime-Sammlung. Da kann ich nur hoffen, dass Kazé Anime auch die zweite Staffel der Serie hierzulande veröffentlicht möchte – ich will unbedingt mehr!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Love, Chūnibyō & Other Delusions! (Vol. 4)!

Review: Chime Sharp

Chime Sharp (1)Anfang 2010 veröffentlichte Entwickler OneBigGame, der 96% seiner Erlöse wohltätigen Zwecken zuführt, das Puzzle-Spiel Chime. Mitte 2016 folgte mit Chime Sharp der Nachfolger des Spiels und kann von Beginn an mit einem intelligenten Puzzle-System überzeugen.

Chime Sharp (2)Das Spielprinzip von Chime Sharp ist sowohl leicht zu erlernen, als auch schwierig zu meistern. Vor uns befindet sich eine Fläche, die in Quadrate aufgeteilt ist. Rundenweise erhalten wir wie beim Puzzle-Meisterwerk Tetris nach und nach Steine, die wir auf dem Feld frei verteilen dürfen. Haben wir einen Stein gelegt, positionieren wir den nächsten Stein an einer der Seiten des bereits gelegten Blocks. Dieses Konzept verfolgen wir, bis das Gebilde mindestens zum Teil ein Rechteck geworden ist. Ist dies der Fall, färbt sich der entsprechende Bereich in eine bestimmte Farbe. Jetzt heißt es Tempo anlegen, denn die Zeit ist unser größter Gegner. Schnell und geschickt müssen wir die nächsten Steine anlegen, sodass wir einen immer größeren rechteckigen Bereich bilden. Je intelligenter wir uns dabei anstellen, desto mehr Punkte erhalten wir schließlich für den erstellten Bereich. Nun könnte man natürlich meinen, dass der Bereich irgendwann voll sein wird und wir keine weiteren Steine legen können. Falsch gedacht, denn kurz nachdem die Zeit für den gelegten Bereich abgelaufen ist, verschwindet dieser auch wieder und hinterlässt einen neuen Bereich, der abermals mit Steinen belegt werden kann. Allerdings dürfen diese nur noch mit der Grundfläche, nicht aber mit andersfarbigen Steinen überlappen. Trotzdem harmonieren hier weiße und schwarze Steine miteinander. Gut!

Leicht zu erlernen, schwierig zu meistern

Chime Sharp (3)Je nach Level gibt es auch Bereiche auf der Spielfläche, die man nicht mit Steinen belegen kann. Am Anfang mögen diese Bereiche noch störend für uns auffallen, doch bereits nach einiger Zeit merken wir, wie einfach man sie umgehen kann. Während die ersten Spielminuten gleichermaßen unsere ersten Gehversuche in Chime Sharp bilden, finden wir uns spätestens nach zwanzig Minuten selbst mit bloßem Experimentieren im Spiel zurecht. Trotzdem merken wir, wie herausfordernd das Spiel ist. Obwohl die Gameplay-Mechaniken allesamt sehr simpel anmuten, ist das Spiel in seiner Komplexität tatsächlich schwierig zu meistern. Man muss sich schon einige Stunden in das System hineinfuchsen, um es zu verstehen. Dann kann der Titel jedoch Stunden am Stück oder auch nur für zwischendurch immer wieder begeistern. Angenehm kommt hinzu, dass die Musik des Spiels von insgesamt fünfzehn Interpreten beigesteuert wird. Darunter befindet sich zum Beispiel Steve Reich, Magic Sword, Haiku Salut, Luc Grey oder Noveller, die allesamt mit paralysierenden Tracks das Spielgeschehen unterlegen. Wir merken förmlich, wie die Musik mit dem Gameplay zusammen arbeitet, was dazu führt, dass wir den Controller nur sehr, sehr ungern wieder aus der Hand legen. Bis auf den fehlenden Mehrspielermodus macht Chime Sharp also alles richtig.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Wer mich kennt, der weiß, dass ich Puzzle-Spiele richtig liebe. Stundenlang kann ich Tetris am Stück spielen, ohne dass mir dabei langweilig wird. Selbiges gilt für viele andere Titel des Genres. Nachdem ich mich jetzt einige Zeit mit Chime Sharp beschäftigen konnte, bin ich mir sicher, dass sich der Titel in die Riege der Puzzle-Spiele einreihen wird, die ich gerne immer und immer wieder spielen möchte. Egal, ob ich mich einem ganzen Abend nur einem Puzzle-Spiel hingeben oder nur mal kurz eine halbe Stunde überbrücken will: Chime Sharp macht mit seinen Gameplay-Mechaniken, bei denen ich mit überlappenden Steinen und sich selbst auflösenden Blöcken die ganze Zeit mitdenken und sogar (mit paralysierender Musik) regelrecht mitfiebern muss, alles richtig. Selten habe ich bei einem Spiel gemerkt, wie intelligent solch ein System genutzt wird. Schade finde ich nur, dass der Titel über keinen Mehrspielermodus verfügt – abgesehen von Ranglisten, deren Highscores meist so utopisch sind, dass ich nur noch mehr angespornt werde. Wer Puzzle-Spiele mag, muss bei Chime Sharp unbedingt einen Blick riskieren – nur um ihn dann nie mehr abwenden zu wollen.

Vielen Dank an Chilled Mouse für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Chime Sharp!

Review: Ano Hana (Vol. 1)

Ano Hana (Vol. 1) (1)Jeder wird leider schon einmal die Erfahrung gemacht haben, einen Freund oder ein Familienmitglied verloren zu haben. Der elfteilige Anime Ano Hana: Die Blume, die wir an jenem Tag sahen, beschäftigt sich mit den Gefühlen und Erinnerungen der Hinterbliebenen.

Ano Hana (Vol. 1) (2)Hauptsächlich dreht sich die Geschichte des vorliegenden Animes um den Schüler Yadomi Jinta. Dieser hat sich aus dem gesellschaftlichen Leben weitgehend zurückgezogen. Er lebt zusammen mit seinem Vater in der japanischen Stadt Chichibu in der Präfektur Saitama. In die Schule geht Jinta nicht. Stattdessen beschäftigt er sich den ganzen Tag lang mit Videospielen. Sollte er mal nicht an einer seiner Videospielkonsolen zu finden sind, faulenzt er, isst gemeinsam mit seinem Vater und scheut jegliche Kommunikation mit anderen Menschen. Diese Umstände ändern sich jedoch schlagartig, als plötzlich seine Kindheitsfreundin Honma Meiko in seinem Zimmer auftaucht und den Kontakt zu ihm sucht. An diesem Fakt mag zunächst nichts außergewöhnlich klingen, haben wir doch alle hin und wieder das Bedürfnis, mit Menschen zu reden, die wir Jahre lang nicht mehr gesehen haben. Allerdings ist Meiko schon vor vielen Jahren gestorben, sodass Jinta natürlich seine mentale Verfassung in Frage stellt. Obwohl Meiko trotz ihres Auftretens mit der Umgebung interagieren, sprich Türen öffnen oder Nahrung zu sich nehmen kann, ist es nur Jinta möglich, mit ihr zu sprechen. Von anderen Personen wie Jintas Vater wird sie rigoros ignoriert. Als eines Tages seine Klassenkameradin und gemeinsame Freundin der beiden, Anjō Naruko, vorbeischaut, ändert sich für Jinta alles.

Vergangenes und Gegenwärtiges

Ano Hana (Vol. 1) (3)Meiko wird als richtiger Quälgeist dargestellt, der Jinta zu allem und alles motivieren muss, indem sie ihn nur lange genug mit den verschiedensten Argumenten überredet. Schließlich war Meikos Tod der Auslöser für Jintas abweisendes Verhalten der Gesellschaft gegenüber. Obwohl sich ihre Clique bestens verstanden hat, hat ihr Tod die Freunde auseinander gebracht. Seitdem gehen sich die meisten von ihnen aus dem Weg oder beschränken die Kommunikation untereinander auf das Nötigste. Dadurch, dass Meiko über Jinta den Kontakt zu ihren Freunden sucht, verändern sich die zwischenmenschlichen Beziehungen zunehmend. Alte Freundschaften werden über Videospiele und Manga neu entfacht und Feindseligkeiten weitgehend begraben. Trotzdem stellt Ano Hana klar, dass die letzten Jahre nicht einfach ad acta gelegt werden können, sondern von den Charakteren verarbeitet und aufgearbeitet werden müssen. Als primäres Ziel setzt sich der Anime die Auflösung des Gefallens, den Jinta Meiko vor ihrem Tod erweisen sollte. Es bleibt allerdings unklar, welche Bitte er ihr erfüllen muss. Dadurch verfällt Ano Hana in einem Trott, der sich zwar ständig im Kreis dreht, doch dafür wunderbar die unterschiedlichsten Charaktere, oft mit ihren ganz eigenen Problemen, thematisiert. Hier sollte und muss der Anime in der zweiten Serienhälfte unbedingt stark nachlegen.

Realitätsverbundene Erzählweise

Ano Hana (Vol. 1) (4)Erzählt wird die Geschichte mehrmals mit kurzen Rückblenden, die sinnvoll in die Handlung eingearbeitet und jeweils für sich genommen wichtig für das gegenwärtige Geschehen sind. Um eine schnelle Identifikation mit den Charakteren zu ermöglichen, zitiert der Anime relativ häufig die japanische Populärkultur. So spielen die Freunde eine eindeutig nur leicht abgewandelte Form eines Spiels, in dem Monster gefangen und getauscht werden wollen. Oder es wird daraufhin gewiesen, dass bald die nächste Folge One Piece anfängt und man deshalb die illustre Karaoke-Runde verlassen möchte. Außerdem werden berühmte Markennamen wie der einer beliebten Fastfood-Kette umgewandelt, damit der Handlungsort Chichibu schnell mit der Realität identifiziert werden kann. Der Plan geht auf, denn trotz kultureller Unterschiede zwischen Japan und dem deutschsprachigen Raum haben wir uns sehr schnell heimisch in der Anime-Umsetzung der Kleinstadt gefühlt. Während die Charaktere etwas überzeichnet wirken, können die Hintergründe dafür mit möglichst realistisch gehaltenen Landschaften und Architekturen punkten. Die musikalische Untermalung ist zweckmäßig, ermüdet an vielen Stellen jedoch etwas. Dafür sind die deutsche und die japanische Synchronisation gut gelungen, wobei das japanische Original etwas authentischer wirkt. Als Bonus winken zwei Postkarten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die ersten sechs Episoden von Ano Hana haben mich zufriedengestellt. Das verarbeitete Konzept ist sichtlich nicht neu und wurde bereits von zu vielen Werken der Populärkultur aufgegriffen. Ich finde es jedoch gut, dass sich der Anime dafür mehr mit den einzelnen Figuren beschäftigt und keinen Lösungsweg sucht, wie die anderen Freunde mit der verstorbenen Meiko kommunizieren können. Dadurch erhalte ich viele verschiedene Einblicke in das Leben der Charaktere und wie ihre Freundschaft funktioniert hat und wieder funktionieren könnte, denn wie in der Realität können vergangene Entscheidungen nicht von einen Tag auf den anderen rückgängig gemacht oder gar vergessen werden. Ano Hana ist jedoch ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite ist die Erzählweise mit Anspielungen auf die japanische Populärkultur und durch die Umwandlung bekannte Markennamen zwar gelungen, doch auf der anderen Seite fallen manche der Charaktere durch ihre Persönlichkeiten störend auf. Dadurch, dass sich der Anime mit dem Hinarbeiten auf ein primäres Ziel noch zurückhält, kann ich auch definitiv noch nicht abschätzen, wie sich die Geschichte entwickeln wird. Hier sollte man auf das Beste hoffen, doch dem Anime nicht böse sein, wenn die Lösung nicht wie erhofft ausfällt oder gar scheitern wird.

Vielen Dank an Peppermint Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Ano Hana (Vol. 1)!

Review: Magical Shopping Arcade Abenobashi

Magical Shopping Arcade Abenobashi (1)Japanische Einkaufsstraßen, so genannte Shōtengai, sind ein gesellschaftliches und wirtschaftliches Phänomen, welches sich seit dem Platzen der Spekulationsblase 1989 zu einem ernstzunehmenden Problem entwickelt hat – heute sind viele von ihnen menschenleer gefegt.

Magical Shopping Arcade Abenobashi (2)Die dreizehnteilige Anime-Serie Magical Shopping Arcade Abenobashi beschäftigt sich hintergründig mit diesem Phänomen, denn die beiden Hauptcharaktere Imamiya Satoshi und Asahina Arumi leben in der fiktiven und titelgebenden Einkaufsstraße Abenobashi, welche den realen Vorbildern entsprechend nicht unüblich als ganzes Viertel dargestellt wird. Obwohl die menschenleeren Gassen sehr wohl eine ausreichende Darstellungsweise als Kritik rechtfertigen, baut der Anime vorherrschend auf mythischen und mystischen Elementen auf. So wird das Viertel in allen vier Himmelsrichtungen von Schutzpatronen von äußeren Einflüssen abgeschirmt, doch als die Pelikan-Figur über dem Pelikan-Grill von Arumis Großvater zerbricht, öffnet sich in Abenobashi das Tor in eine andere Dimension. Gejagt von riesigen Pilzen, finden sich Satoshi und Arumi nach einer abenteuerlichen Flucht, in der die Häuserfassaden von Abenobashi wie Filmkulissen umfallen, in einer mittelalterlichen Fantasy-Welt wieder, die noch dazu von Rollenspiel-Gesetzen beherrscht wird. Dazu kommt, dass bekannte Gesichter aus ihren Familien in der parallelen Dimension ebenfalls auftauchen und sie nur noch mehr verwirren, wo sie sich jetzt eigentlich befinden. Ihr oberstes Ziel ist ihnen und uns als Zuschauer schnell klar: Satoshi und Arumi müssen den Weg in ihre eigene Welt finden.

Interdimensionale Reisen

Magical Shopping Arcade Abenobashi (3)Der Weg zurück nach Hause ist jedoch alles andere als leicht, denn obwohl sie das Portal relativ schnell finden, landen sie nach der Reise in einer weiteren Dimension, die sich von ihrer Realität noch mehr entfernt. Dieses System zieht sich im Anime durch fast sämtliche Folgen, sodass wir in den Genuss abwechslungsreicher Welten kommen. Eine Raumstation, ein Trip nach Hongkong, eine Reise in die Steinzeit oder in die Zwanziger und Dreißiger Jahre mögen zwar zunächst nicht spektakulär klingen, doch sind es die humoristischen Elemente, welche den Anime besonders machen. Der Humor mag zwar in den Dialogen und Monologen, zumindest in der deutschen Synchronfassung, nicht wirklich zur Geltung kommen, doch die Bildsprache ist dafür gespickt mit zahlreichen Anspielungen auf die japanische und US-amerikanische Populärkultur, die uns regelmäßig zum Schmunzeln bringen. Kämpfe mit Robotern sind ebenso dabei, wie riesige Figuren, die gleich einem Kaijū-Film entsprungen sein könnten. Magical Shopping Arcade Abenobashi mangelt es nicht an Ideen und dem Anime gelingt es sogar, die verschiedenen Dimensionen interessant und noch dazu plausibel miteinander zu verbinden. So erhalten wir unter anderem Einblicke in die Aufgaben eines Onmyōji, der zwischen den vorgestellten Welten wandelt und Satoshi bei seinem Werdegang beisteht.

Gut gealterter Anime

Magical Shopping Arcade Abenobashi (4)Überraschenderweise liegt der Anime aus dem Jahr 2002 im 16:9-Bildformat vor und sieht in der 1080p-Auflösung wirklich gut aus. Einzig und allein an den Figuren und ihren Animationen kann man dem Anime die Entstehungszeit ansehen. Während die japanische Tonspur nur in PCM Stereo vorliegt, kann die deutsche Synchronisation mit dem Format Dolby Digital 5.1 punkten. Wer des Japanischen mächtig ist, sollte aufgrund von Authentizität dennoch die japanische Fassung aufgrund von Dialekten vorziehen. Der Anime liegt auf zwei Datenträgern vor, die in einem stabilen Schuber aufbewahrt werden. Während auf der ersten Disc die ersten sieben Episoden enthalten sind, findet man auf der zweiten Disc die letzten sechs Folgen. Bonusmaterial liegt in digitaler Form leider nicht vor. Das ist schade, da wir gerne mehr über die Hintergründe des Animes erfahren hätten. Außerdem wäre es interessant und genau wie der Anime sehr humorvoll gewesen, wie sich die Köpfe hinter dem Projekt für einige Design-Entscheidungen rechtfertigen wollen. Stattdessen winken in physischer Form nur ein Sticker mit einem Motiv zur Serie und ein Poster im DIN-A4-Format mit den Charakteren darauf. Ob diese Dreingaben die Bezeichnung Collector’s Edition rechtfertigen, muss im Endeffekt jeder für sich selbst entscheiden. Unserer Meinung nach wäre hier jedoch mehr möglich gewesen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Magical Shopping Arcade Abenobashi ist ein Anime, dessen Konzept mich sehr an die Neunzigerjahre-Fernsehserie Sliders: Das Tor in eine fremde Dimension erinnert. Auch hier versuchen die Charaktere, den Weg zurück in ihre Heimatwelt zu finden und ähnlicher könnte der Aufbau der Anime-Serie nicht sein. Trotzdem setzt der Anime mit dem Humor, zumindest in der Bildsprache mit aberdutzenden Anspielungen, ganz eigene Akzente. Ständig passiert etwas, was dermaßen unglaubwürdig und oft sehr gewagt ist, über das man sich totlachen kann. Man muss sich auf diese Art von Humor jedoch einlassen, denn während andere Anime ihren Humor auch über Dialoge und Monologe zum Ausdruck bringen, gelingt dies Magical Shopping Arcade Abenobashi kaum bis gar nicht – zumindest in der deutschen Fassung. Im japanischen Original nutzt man Dialekte, die man in der englischen Synchronisation sogar übernommen beziehungsweise ersetzt hat – in der deutschen Fassung fehlt davon jede Spur und ist somit ein großer Fehler, den das dafür zuständige Synchronisationsstudio gemacht hat. Meiner Meinung nach eignet sich der Anime am ehesten dazu, halbstündige Pausen im Tagesablauf zu überbrücken. Wer sich auf den Anime samt seiner Defizite genauso einlässt, wird auch sicherlich sehr zufriedengestellt werden.

Vielen Dank an Nipponart für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Magical Shopping Arcade Abenobashi!

© GAINAX/ABENOBASHI PROJECT (Abbildungen)

Prime Time: Selector Spread Wixoss (Vol. 1-2) (Unboxing)

Unsere beiden Reviews zur Anime-Serie Selector Spread Wixoss habt ihr mit Sicherheit schon auf unserer Seite entdecken können. Heute folgt wie so oft ein Unboxing-Video, in welchem wir euch beide Volumes und den Schuber vorstellen möchten. Wir wünschen euch dabei viel Vergnügen!

Review: Pac-Man 256

Pac-Man 256 (1)Als der japanische Videospielentwickler Iwatani Tōru 1977 bei Namco anfing, ahnte niemand, welch wichtigen Videospielcharakter er nur ein paar Jahre später erschuf. 2015 erschien mit Pac-Man 256 ein weiterer Serienteil, der sich ganz besonders mit dem Erstlingswerk definiert.

Pac-Man 256 (2)Die ursprüngliche Pac-Man-Spielversion aus dem Jahre 1980 war mit 256 Levels für damalige und teils auch noch für heutige Verhältnisse sehr umfangreich. Allerdings konnte man den letzten Level aufgrund der technischen Gegebenheiten niemals lösen, da er nicht vollständig dargestellt werden konnte. Die fragmentierte Darstellung des Levels nehmen die Entwickler von Hipster Whale und 3 Sprockets als Aufhänger für Pac-Man 256. Denn anstatt wie im Erstlingswerk ein Level nach dem anderen so zu lösen, dass Held Pac-Man alle Pac-Punkte einsammelt und den feindlichen Geistern stets entwischt, gibt es in Pac-Man 256 nur noch ein einziges Level. Hier ist es nicht mehr unsere Aufgabe, sämtliche Pac-Punkte einzusammeln, sondern so lange wie möglich zu überleben. Von allen Seiten tauchen die Spukgestalten auf, welche Pac-Man bei seiner Arbeit behindern wollen. Diese rasen aber nicht wie wild auf den Held des Spiels zu, sondern verhalten sich unterschiedlich; genauer gesagt ihrer Farbe entsprechend. Wie im Erstlingswerk haben Pac-Mans Gegner unterschiedliche Farben, woran wir ihr Verhalten vorausahnen können. In brenzligen Situationen ist dies auch bitter nötig! Wir dürfen nicht nur den Gang des Labyrinths vor uns betrachten, sondern müssen auch die anderen Schächte im Auge behalten, damit wir vorausschauend agieren und fliehen können.

Stilistisch-fragmentierter Motivationsschub

Pac-Man 256 (3)Während es in Pac-Man von 1980 nur die Power-Pille gibt, mit der Pac-Man temporär seinen Feinden überlegen ist und sie fressen kann, stehen uns nun deutlich mehr Möglichkeiten zur Verfügung, die Gegner unschädlich zu machen. Laser-Strahlen, Wirbelstürme und Flammen, die aus dem Boden schießen, sind nur drei der vielfältigen Angriffsmöglichkeiten. Um diese im Spiel benutzen zu können, müssen wir sie jedoch freischalten, indem wir massenhaft Pac-Punkte einsammeln. Zusätzlich dürfen wir sie dann mit verdienten Goldmünzen, die wir entweder vom Boden aufklauben oder für bestimmte Herausforderungen verdienen, bis zu acht Mal verbessern. Dadurch erhalten wir für das Besiegen von Geistern mehr Punkte und die jeweilige Fähigkeit hält länger an. Wir dürfen uns im Spiel allerdings nicht ausruhen, da das stilistisch-fragmentierte Bildschirmende ebenfalls nach unserem Leben trachtet, wenn wir zu lange an einem Ort verharren. Das Zusammenspiel aus Zeitdruck, motivierenden Belohungen und dem Drang, Power-ups ständig zu verbessern, geht auf. Noch spaßiger ist Pac-Man 256 jedoch im Mehrspielermodus, in welchem wir (leider nur lokal) vor einem Bildschirm zusammen mit bis zu drei Freunden auf Punktejagd gehen. Zur Unterscheidung stehen diverse Figurenmodelle zur Verfügung und das Level-Aussehen dürfen wir auch einzeln verändern.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Ich muss zugeben, dass ich die meiste Zeit meines Pac-Man-Lebenslaufs mit den Spin-offs Pac-in-Time und Pac-Attack ausfülle. Das ursprüngliche Pac-Man habe ich selbst tatsächlich erst durch die Virtual-Console-Fassung für die Wii nachgeholt. Der Klassiker ist ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Arcade-Spielhalle, doch einen besonderen Einfluss auf andere Spiele hatte Pac-Man kaum. Umso erfreulicher ist es, dass das Pac-Man-Franchise viele Einflüsse von anderen Spielen erhalten hat und sich jetzt sogar selbst auf ironische Art und Weise am Erstlingswerk inspirieren lässt. Pac-Man 256 ist nicht nur ein Spiel für Nostalgiker, sondern auch ein Titel, der sich an jene Menschen richtet, die noch nie einen Teil der langjährigen Reihe gespielt hat. Durch zeitgemäße Gameplay-Elemente, wie das Aufstufen von Fähigkeiten und dem ständigen Motivationsschub durch das stilistisch-fragmentierte Bildschirmende, welches zu neuen Höchstleistungen anspornt, ist Pac-Man 256 ein Paradebeispiel dafür, wie man angeblich verstaubte Spielideen mit neuer Lebenskraft wieder beseelen kann. Ich bin schon sehr gespannt darauf, welche kuriosen Ideen das Pac-Man-Franchise in den nächsten Jahren noch durchleben wird.

Vielen Dank an Bandai Namco für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Pac-Man 256!

Review: The Kingdom of Dreams and Madness

The Kingdom of Dreams and Madness (1)Als Miyazaki Hayao am 1. September 2013 bekanntgegeben hat, dass er in den Ruhestand gehen wird, brach für viele Studio-Ghibli-Fans eine Welt zusammen. Trotz seines hohen Alters war es Miyazaki immer noch möglich, fantastische und tiefsinnige Filme zu kreieren.

The Kingdom of Dreams and Madness (2)Obwohl Miyazaki betont, dass der Firmenname von Studio Ghibli tatsächlich nur ein Name sei und genau wie das Unternehmen eines Tages verschwinden wird, verbinden zahlreiche Anime-Fans auf der ganzen Welt besondere Erlebnisse und vor allem Erinnerungen mit den von Miyazaki und seinem Team geschaffenen Werken. Prinzessin Mononoke, Chihiros Reise ins Zauberland oder Die letzten Glühwürmchen sind nur drei dieser Filme aus einer ganzen Riege von unvergleichlichen Anime, die seit der Firmengründung 1985 veröffentlicht worden sind. Die Dokumentation mit dem hervorragend ausgewählten Titel The Kingdom of Dreams and Madness geht auf die Entwicklungsgeschichte solcher Anime anhand der Filme Wie der Wind sich hebt und Die Legende von Prinzessin Kaguya aus dem Jahr 2013 ein. Von Regisseurin Sunada Mami werden wir in den Jahren 2012 und 2013 zwar nicht durch den Entstehungsprozess der Filme, aber sehr wohl durch die Fertigstellung in Form von Pressekonferenzen, Synchronisationsarbeiten und Ideenfindung geleitet. Besonders letztere ist prägnant für den Titel der Dokumentation, denn während gezeigt wird, wie die Träume von Miyazaki und seinen Mitarbeitern in die Filme einfließen, wird auch schnell klar, dass die Produktion eines Anime dieser Größenkategorie Schwerstarbeit ist und gelegentlich etwas unorganisiert abläuft.

Kinderlieber Miyazaki Hayao

The Kingdom of Dreams and Madness (3)Vordergründig wird zwar die Arbeit des gesamten Teams von Studio Ghibli behandelt, doch Sunada kann nicht leugnen, dass ihr Hauptaugenmerk bei den bewusst amateurhaft und somit besonders natürlich gehaltenen Filmaufnahmen auf der Vorstellung von Miyazaki selbst lag. So erfahren wir einige Details über den Werdegang des Künstlers, der bei Tōei Animation angefangen und unter anderem an der Anime-Serie Heidi mitgearbeitet hat. Dabei lernte er auch Takahata Isao kennen, der ebenfalls an der Gründung von Studio Ghibli beteiligt war. In der Dokumentation wird Takahata zwar ständig erwähnt, tritt tatsächlich selbst aber nur ganz am Rande auf. Wie Sunada in der Dokumentation anmerkt, redet Miyazaki sehr gerne und viel. Ständig bemerken wir, wie er aus dem Nähkästchen plaudert und mit den Zuschauern in Erinnerungen schwelgen will. Wir erfahren höchst interessante Fakten über seinen Vater und seine Kindheit. Letztere scheint ihm besonders wichtig zu sein, da einer seiner vielen Zielgruppen in seinen Werken schließlich Kinder sind. So wird er in der Dokumentation glaubhaft und nachvollziehbar als kinderlieber Mensch dargestellt, welcher jüngeren Generation gerne Sachverhalte erklärt. Kinder würden beispielsweise immer sofort bemängeln, wenn seine Stoffziegen, die einer Heidi-Ausstellung entspringen, nicht am Fenster stehen würden.

Einblicke in den Produktionsalltag

The Kingdom of Dreams and Madness (4)Man hört Miyazaki gerne zu und ist wissbegierig, mehr über ihn zu erfahren und von seinen Weisheiten zu gesellschaftlichen und politischen Themen zu lernen. Neben Miyazaki und Takahata kommt Suzuki Toshio zu Wort, der damals noch als Produzent tätig war und nach Miyazakis Rücktritt Teile der Leitung des sich in der Umstrukturierung befindlichen Unternehmens übernommen hat. Wer nach der 118 Minuten langen Dokumentation weitere Informationen über Studio Ghibli sammeln möchte, wird im Bonusmaterial bei der Kurzdokumentation Ushiko erkundet fündig. Hier sollen wir Ushiko, der Hauskatze von Studio Ghibli, bei einem Tag im Studio aus ihrer Sicht folgen, doch viel mehr gibt uns die halbstündige Kurzdokumentation Einblicke ins (äußere) Studiogeschehen. Einzig und allein der im Bonusmaterial angepriesene Kurzfilm ist uninteressant, da er nur Szenen aus der Dokumentation zeigt und keinen Mehrwert bietet. Die Dokumentation und das Bonusmaterial liegen im 16:9-Format (1,85:1) in einer Auflösung von 1080p bei 24 Bildern pro Sekunden vor. Eine deutsche Synchronisation gibt es nicht, der Film hat nur eine japanische Tonspur im Format DTS-HD Master Audio 5.1 inklusiver (abschaltbarer) deutscher Untertitel. Uns gefällt diese Entscheidung, keinen deutschen Sprecher über die Tonspur zu legen, um Authentizität zu bewahren, sehr.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Dokumentation The Kingdom of Dreams and Madness aus dem Jahr 2013 stellt wunderbar die letzten (richtigen) Arbeitstage von Miyazaki Hayao und den Produktionsalltag im Studio Ghibli vor. Beim Anschauen sind mir viele interessante Details im Gedächtnis geblieben, über die ich mich stundenlang mit Freunden unterhalten kann. Die Filmaufnahmen wirken durchgehend natürlich und geben somit einen sehr realistischen Einblick in den Alltag des Künstlers und seiner Mitarbeiter. Beim Ansehen habe ich mir vorgestellt, dass ich tatsächlich selbst vor Ort gewesen wäre, um den kreativen Köpfen über die Schulter zu schauen und neben Hauskatze Ushiko ein Mittagsschläfchen einzulegen. Schade nur, dass die 118 Minuten absolut nicht ausreichen, um einen ausreichenden Gesamtüberblick über Studio Ghibli zu liefern. Trotzdem sollte jeder Fan der Werke aus dem Hause Studio Ghibli der Dokumentation eine Chance geben, denn einen weiteren vergleichbaren Einblick, vor allem mit Miyazakis Mitarbeit, wird es in dieser Form bei der aktuellen Lage des Studios so schnell wohl nicht wieder geben.

Vielen Dank an Universum Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Kingdom of Dreams and Madness!

Prime Time: One Week Friends (Vol. 1-2) (Unboxing)

Begleitend zu unseren beiden Reviews zur Anime-Serie One Week Friends möchten wir euch heute einen kurzen Einblick in die Gestaltung beider Volumes geben. In unserem Unboxing-Video zeigen wir euch, auf welche Feinheiten ihr euch einstellen dürft. Viel Spaß beim Anschauen!

Prime Time: Dragon Ball Z Kai (TV-Serie, Box 2) (Unboxing)

Das Dragon-Ball-Franchise ist und bleibt ein großes Thema auf unserer Internetpräsenz. Nachdem wir euch bereits das Review zu zweiten Dragon-Ball-Z-Kai-Serienbox präsentiert haben, stellen wir euch heute auch unser Unboxing-Video vor. Wir wünschen dabei viel Spaß!

Prime Time: Rush Hour – Triple Pack (Unboxing)

Jackie Chan erreichte nicht nur im Hongkong-Kino Weltruhm. Ihm gelang auch der Durchbruch in Hollywood. Eines der bedeutensten Werke ist dabei der Film Rush Hour, der mit Rush Hour 2 und Rush Hour 3 gleich zwei Fortsetzungen erhalten hat. In unserem Unboxing-Video stellen wir euch diese Kollektion vor. Viel Spaß!

Review: Nokan – Die Kunst des Ausklangs

Nokan - Die Kunst des Ausklangs (1)Während hierzulande ständig neue chinesische und südkoreanische Filme erscheinen, werden  Werke aus Japan sehr viel weniger beachtet. Mit Nokan – Die Kunst des Ausklangs erschien 2008 in Fernost ein Film über Liebe, Familie, Musik und zu guter Letzt das Tabuthema Tod.

Nokan - Die Kunst des Ausklangs (2)Die Geschichte des Films handelt vom Cellisten Kobayashi Daigo. Sein lang gehegter Traum, Teil eines anerkannten Orchesters zu werden, ist endlich in Erfüllung gegangen. Dafür hat er sogar einen Kredit für ein teures Cello aufgenommen. Allerdings verliert Daigo seine Anstellung, als das Orchester schon kurz darauf aufgelöst wird. Um die hohen Mieten in Tōkyō zu umgehen, beschließen er und seine Frau Mika in Daigos alte Heimat zu ziehen. Hier versuchen sie in seinem Elternhaus einen Neustart zu wagen. Während Mika die Möglichkeit hat, freiberuflich arbeiten zu können, sieht sich Daigo gezwungen, eine Festanstellung zu suchen. Er wird in der Zeitung prompt fündig und vereinbart ein Bewerbungsgespräch bei einem vermeintlichen Reisebüro. Allerdings erfährt Daigo erst vor Ort, dass es sich hierbei um ein Unternehmen handelt, welches die Menschen auf ihrer letzten Reise begleitet. Da Berufe, die etwa mit Tod zu tun haben, in Japan gemeinhin als „unrein“ gelten, möchte Daigo einen Beruf in der Branche tunlichst vermeiden. Als sein künftiger Arbeitgeber Sasaki Shōei ihm jedoch ein großzügiges Angebot macht, das seine Gehaltsvorstellungen übertrifft, willigt er ein. Die Handlung des Films zieht sich über mehrere Monate, in der Daigo von seinem Chef angelernt wird. Zudem muss Daigo versuchen, seinen neuen Beruf vor seiner Frau geheimzuhalten.

Aufgaben eines Nōkanshi

Nokan - Die Kunst des Ausklangs (3)Der deutsche Titel wird für einen Japaner irreführend sein, da die Transkription einen völlig falschen sprachlichen Zusammenhang übermittelt, der an dieser Stelle nicht thematisiert werden muss. Mit dem Filmtitel ist in Wahrheit der Begriff Nōkan gemeint, den man unter anderem oder vielleicht sogar am besten als Einsargung übersetzen kann. Ausgeführt wird die Einsargung von einem Nōkanshi, wenn heutzutage auch nur noch in etwa einem Fünftel aller Fälle. Das Arbeitsspektrum des Berufs legt den Schluss nahe, dass ein Nōkanshi wohl mit dem hierzulande als solchen bezeichneten Bestatter und möglicherweise gar dem Totengräber gleichzusetzen sei. Das ist so definitiv nicht korrekt und das sagt und zeigt der Film in mehreren Szenen in Form der Tagesabläufe der Charaktere und Dialogen deutlich. Nōkanshi sind viel mehr Leichenwäscher und sind dem in Deutschland fast schon gänzlich ausgestorbenen Beruf des Heimbürgen nicht unähnlich. Die Vorbereitung auf die letzte Reise haben Nōkanshi im Lauf der japanischen Geschichte durchorganisiert und ritualisiert. Diese aufwendig und sorgfältig durchgeführte Zeremonie zeigt Hauptdarsteller Motoki Masahiro im Film sehr deutlich anhand gewissenhafter Bewegungen. Das liegt daran, dass er die Aufgaben eines Leichenwäschers von einem echten Nōkanshi in Vorbereitung auf den Filmdreh erlernt hat.

Gesellschaftskritischer Film

Nokan - Die Kunst des Ausklangs (4)Die andere Seite des Rituals wird im Film nicht vernachlässigt. Regisseur Takita Yōjirō hat vorbereitend auf den Filmdreh solche Zeremonien besucht, um die Gefühle der Hinterbliebenen noch besser nachvollziehen und im Film verarbeiten zu können. Ebenso wird reichlich der Konflikt zwischen Daigo und seiner Frau, seinen Freunden und seinen Bekannten geschildert. Obwohl man meinen könnte, dass diese Aufgabe ehrenwert sei, wird sie in Japan überwiegend nicht geschätzt. Das gesellschaftskritische Phänomen ist und bleibt integraler Bestandteil des Films, der mit vielen Drama-Elementen ausgeschmückt und einem unglaublich gut passenden Humor unterstrichen wird. Dazu kommt, dass die Glaubwürdigkeit des Films mit einem Feingefühl bei der Auswahl für die richtigen Darsteller abgerundet wird. Obwohl der Film bereits 2008 in Japan erschienen ist, mussten deutsche Zuschauer bis 2009 auf eine der raren Vorstellungen in Kinos oder sogar bis 2010 auf die DVD-Veröffentlichung warten. Auf der technischen Ebene ist der Film auf DVD zufriedenstellend. Das Bild ist stets klar und kann vor allem mit hübschen Landschaftsbildern im Wandel der Jahreszeiten aus der Präfektur Yamagata punkten. Unterlegt wird das Geschehen mit einem wunderschönen Soundtrack von Hisaishi Jō. Das Bonusmaterial fällt mit einem kurzen Interview leider sehr sparsam aus.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Okuribito, wie der Film im Original heißt, ist ein sehr schöner und zugleich sehr trauriger Film geworden. Er beweist, dass sich humorvolle und elegische Elemente nicht beißen müssen. Vor der landschaftlichen Idylle Yamagatas, die gar im Wandel der Jahreszeiten gezeigt wird, wird eine wunderbare Geschichte über Liebe, Familie und das Abschiednehmen erzählt. Kein gesellschaftskritischerer Hintergrund als das Tabuthema Tod, das besonders in Japan vorhanden und ein womöglich kaum oder gar zu wenig thematisiertes Tabu ist, hätte man nehmen können, um die Handlung zu erzählen. Dazu kommt, dass die Schauspieler ihre Rollen unglaublich gut verkörpern und dem Film eine ganz eigene Note verpassen. Ob der Film im Land der aufgehenden Sonne nun zur Verständigung beiträgt oder gar ein gesellschaftliches Umdenken einlenkt, darf in erster Linie natürlich einmal bestritten oder zumindest bezweifelt werden. Als künstlerisches Gut ist der Film von Takita Yōjirō jedoch unbestreitbar ein Meisterwerk geworden, das 2009 zudem zu Recht den Oscar für den besten fremdsprachigen Film erhalten hat – eine Auszeichnung, die trotz weniger Nominierungen kein japanischer Film seit über einem halben Jahrhundert mehr erhalten hat. Nokan – Die Kunst des Ausklangs sollte unbedingt von jedem Filmliebhaber und jedem Interessierten an der japanischen Kultur und Gesellschaft angeschaut werden.

Vielen Dank an Kool Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Nokan – Die Kunst des Ausklangs!

Prime Time: One Piece (TV-Box 10 + Film 9)

Vor einiger Zeit haben wir euch die zehnte Serienbox und den neunten Film von One Piece ausgiebig vorgestellt. Wie immer möchten wir unsere beiden Reviews mit dem folgenden Unboxing-Video ergänzen. Wir wünschen euch viel Spaß mit unserem Video und natürlich wie immer auch hier gute Unterhaltung!

Review: Uncharted 4: A Thief’s End

Uncharted 4 - A Thief's End (1)Auf Uncharted 4: A Thief’s End haben Fans des Abenteurers Nathan Drake viele lange Jahre warten müssen. Dies führte unweigerlich dazu, dass die Erwartungen ins Unermessliche stiegen. Entsprechend kann das Spiel von Entwickler Naughty Dog nur bedingt zufriedenstellen.

Uncharted 4 - A Thief's End (2)Vier große Abenteuer hat Nathan Drake in Videospielform bereits erlebt und spätestens bei Uncharted 3: Drake’s Deception zeigte sich, dass der Reihe die Puste ausgeht. Uncharted 4: A Thief’s End führt das Konzept, den Fokus auf die Story und weniger aufs Gameplay zu verlegen, konsequent fort. Diesmal beschäftigt sich die Handlung nämlich nicht nur mit Nathan, sondern auch mit seinem Bruder Samuel. Seit Kindheitstagen sind die Brüder auf der Suche nach der Beute von Kapitän Henry Every. Schätzungsweise soll das Gold vierhundert Millionen US-Dollar wert sein, weshalb die beiden nicht die einzigen sind, die nach dem Schatz suchen. Nathans Konkurrent Rafe Adler tut sich mit Nadine Ross, der Chefin einer Söldnergruppe zusammen, um Nathan zuvorzukommen. Gemeinsam mit Nathans langjährigen Freund Victor Sullivan machen sich die beiden Brüder auf, um das Geheimnis von Pirat Every zu lüften und das Gold zu finden. Nach wie vor wird die Geschichte sehr spannend erzählt und wird diesmal sogar tiefgründiger. Wir erhalten neue Erkenntnisse über Nathans Familiennamen und erhaschen Einblicke in sein Eheleben mit Elena. Dieses ist auch elementarer Bestandteil der Geschichte, denn nach Uncharted 3 wollte sich Nathan eigentlich endgültig von der teils illegalen Schatzsucherei verabschieden, um sein Eheleben genießen zu können.

Mehr Story, weniger Gameplay

Uncharted 4 - A Thief's End (3)Die zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen den sechs Hauptfiguren werden abermals glaubhaft dargestellt und mit viel Witz und ernsten Dialogen unterlegt. Rückblicke auf gemeinsame Abenteuer oder das Herumblödeln beim Spielen an der PlayStation verleihen der Geschichte Authentizität. Selbst beim Herumklettern im Dschungel unterhalten sich die Charaktere miteinander. Das finden wir wirklich gut, da wir so jederzeit Einblicke in das Leben und Innenleben der Protagonisten und Antagonisten bekommen. Der Fokus bewegt sich in Uncharted 4 noch weiter weg vom Gameplay als beispielsweise der dritte Teil der Nathan Drake Collection. Zwar ist die bekannte Uncharted-Formel, die sich aus Erkunden, Schusswechsel und Verfolgungsjagden auseinandersetzt, immer noch spürbar, doch auch gefühlt auf ein Minimum reduziert. Das mag auch daran liegen, dass sich der Titel mehr wie ein Stealth-Shooter anfühlt, als ein Action-Adventure. Bei nahezu jedem Feindkontakt versucht uns das Spiel die lautlose Methode, Gegner auszuschalten, aufzudrängen. Natürlich dürfen wir jederzeit zur Waffe greifen und ordentlich Rabatz machen, doch selbst dann sind die Schießereien bei Weitem nicht so intensiv wie noch in den ursprünglichen PlayStation-3-Abenteuern. Wer das bei einem Teil der Uncharted-Reihe braucht, wird hier leider definitiv enttäuscht werden.

Aufgewärmtes und Unausgegorenes

Uncharted 4 - A Thief's End (4)Wahnsinnig neue Ideen sucht man in Uncharted 4 ohnehin vergebens. Es werden außerdem weitgehend dieselben Stil-Elemente beim Wechsel eines Gebietes verwendet, wie noch bei der Nathan Drake Collection. Neuerdings kann man noch an steilen Abhängen herunterrutschen oder mit einem Fanghaken über Abgründe schwingen, doch ist das nur ein kalter Tropfen auf den heißen Stein. Viel besser gefallen uns da schon ansatzweise die Open-World-Abschnitte. Die Steppe von Madagaskar oder eine Insel in der Karibik können von uns mit Jeep und Boot nahezu frei erkundet werden. Leider gibt es in diesen Gebieten nur wenig zu tun, wie beispielsweise das Suchen nach Schätzen, mit denen wir dann Bonusinhalte im Hauptmenü erwerben können. Trotzdem tut das Gefühl der Freiheit der sonst mit Schlauchlevels besetzten Reihe sehr gut. Bei einem möglichen Nachfolger sollten die Entwickler in Betracht ziehen, größere Teile des Spiels so zu gestalten. Obwohl Uncharted 4 in puncto Gameplay nur wenige Mechaniken und noch weniger Überraschungen bietet, kann der Titel vor allem in der zweiten Spielhälfte mit fantastischer Grafik und clever eingesetztem Soundtrack punkten. Wer nach dem langwierigen Abenteuer, das aber nie wirklich langweilig wird, immer noch Lust auf mehr hat, kann sich in den netten Online-Mehrspielermodus stürzen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Nachdem ich erst im Verlauf der letzten Monate die Uncharted-Reihe nachholen konnte, war ich umso mehr auf Uncharted 4: A Thief’s End gespannt. Bei Uncharted 3: Drake’s Deception war ich allerdings schon etwas ermüdet. Am Gameplay hat sich nur wenig getan und der Fokus wurde verstärkt auf die Handlung gelegt. Bei Uncharted 4 habe ich sehr gehofft, dass den Entwicklern hier der Spagat gelingt, Handlung und Gameplay gleichmäßig zu behandeln. Leider haben sie es nicht geschafft. Das macht Uncharted 4 zwar zu keinem schlechten Spiel, aber definitiv nicht zu dem Titel, den ich mir erhofft hatte. Fast sämtliche Gameplay-Elemente habe ich schon in den vorherigen Ablegern gesehen und die wenigen Neuerungen kann man gleich an einer Hand abzählen. Dazu kommt, dass sich Uncharted 4 bei Feindkontakten weniger wie ein actionreiches Abenteuer, sondern mehr wie ein Stealth-Shooter anfühlt. Auch das funktioniert zwar, passt aber einfach nicht so wirklich zur Reihe. Gut gelungen sind meiner Meinung nach die Open-World-Abschnitte des Spiels. Sie sehen nicht nur fantastisch aus, sondern bieten jede Menge Möglichkeiten, die Spielwelt zu erkunden. Warum man sich nicht verstärkt auf dieses Konzept verlassen hat, um der Uncharted-Reihe frischen Wind in die Segel zu setzen, ist mir ein Rätsel. Schlussendlich habe ich Uncharted 4 also nicht so gerne gespielt wie noch die vorherigen Abenteuer. Das Spiel bietet mir zu wenig Gameplay und eine zu gestreckte Story. Trotzdem kann man dem Titel gerade wegen der interessanten Handlung, die diesmal auf übernatürliche Inhalte gänzlich verzichtet, eine Chance geben. Das erhoffte Must-Have für die PlayStation 4 ist der Titel unterm Strich aber definitiv nicht geworden – dafür hätten die Entwickler viel mehr wagen und leisten müssen.

Vielen Dank an Sony Computer Entertainment für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Uncharted 4: A Thief’s End!

Review: Love, Chūnibyō & Other Delusions! (Vol. 3)

Love, Chūnibyō & Other Delusions (Vol. 3) (1)Togashi Yūta und seine Freunde werden mit einem Problem nach dem nächsten konfrontiert. Erst stand die Ostasiatische Mittagsschlaf-Vereinigung für Magie des Sommers kurz vor dem Ende und jetzt hat sich Takanashi Rikka auch noch unsterblich in den armen Yūta verliebt.

Love, Chūnibyō & Other Delusions (Vol. 3) (2)Die siebte Episode der dreizehnteiligen Anime-Reihe Love, Chūnibyō & Other Delusions! ist für den einen oder anderen Zuschauer vielleicht etwas aufwühlend gewesen. Wir haben erfahren, dass Rikkas Vater vor drei Jahren das Zeitliche gesegnet hat und sie seit seinem Tod nicht mehr mit ihrer Mutter spricht, weshalb sie auch bei ihrer Schwester Tōka lebt. Tōka verlangt von Yūta, dass er sich um ihre kleine Schwester kümmert, damit sie vielleicht nicht direkt mit ihrer Mutter spricht, aber zumindest ihr Verhalten ablegt. Rikka leidet nämlich, zumindest so wie es bisher gehandhabt wurde, am so genannten Achtklässlersyndrom und ist durch ihr populäres Verhalten mehr als auffällig und lebt in ihrer eigenen Welt. Yūta merkt während des Sommerurlaubs in Rikkas Heimat bei ihren Großeltern jedoch, wie sehr sie ihren Vater vermisst und sie deshalb dieses Verhalten an den Tag legt. Als Rikka dann auch noch wegläuft, beschließt er, nicht mehr auf Tōka zu hören und Rikka auf seine und ihre eigene Weise zu helfen. Diese Entscheidung soll jedoch ihr beider Leben verändern, denn als Yūta Rikka endlich findet, befindet sie sich schon längst in der Bahn zurück in die Stadt. Da sie in ihrer Eile aber ihren Schlüssel vergessen hat, muss sie bei Yūta übernachten. Während der Nacht bemerkt Rikka, dass sie sich unbemerkt und ganz heimlich, still und leise in Yūta verliebt hat.

Frühlingsgefühle im Sommer

Love, Chūnibyō & Other Delusions (Vol. 3) (3)In der dritten Volume steht also das Thema Liebe ganz oben an der Tagesordnung. Ob und in welcher Form Rikka und Yūta zusammenfinden, möchten wir an dieser Stelle aber nicht verraten. Es handelt sich dabei jedoch um eine besondere Liebesgeschichte, die sehr authentisch wirkt und die Charaktere trotz ihrer stellenweise vorhandenen Überdrehtheit ein ganzes Stück glaubhafter macht. Des Weiteren werden in den Episoden der dritten Volume auch die aufkeimende Liebe zwischen Tsuyuri Kumin und Isshiki Makoto behandelt. Obwohl der Romantik-Anteil in allen drei enthaltenen Folgen omnipräsent ist, regiert nach wie vor der Wahnsinn des Alltags. Die Freunde sollen im Rahmen ihres Clubs auf dem Sommerfest der Schule eine Performance abliefern, auf dem Dach der Schule passiert eine kleine Tragödie und Dekomori Sanae stellt nebenher mal wieder ihr Können als Mathematik-Profi unter Beweis. Außerdem bekommt Rikkas Schwester Tōka ein verlockendes Job-Angebot aus dem Ausland. Das ganze Spektakel wird natürlich wieder mit jeder Menge Humor unterlegt, bei dem kein Auge trocken bleibt. Das gilt sowohl für den gelungenen japanischen Originalton, als auch für die deutsche Synchronisation, die mit bekannten Sprechern wie Marie Christin Morgenstern oder Christian Zeiger aufwarten kann. Ton- und auch bildtechnisch passt hier mal wieder alles!

Vollgepackt mit tollen Sachen…

Love, Chūnibyō & Other Delusions (Vol. 3) (4)In der dritten Volume bietet die Anime-Serie auf der Blu-ray Disc nicht mehr, aber auch nicht weniger digitales Bonusmaterial wie zuvor. Enthalten sind neben drei Trailern zu weiteren Kazé-Anime-Produkten zwei knappe Bonus-Episoden, die Einblicke in Yūtas Zeit während der achten Klasse geben und Rikka beim Einkaufen begleiten. Dafür entschädigt erneut das physische Bonusmaterial, denn in der Hülle des Datenträgers schlummert neben drei reizvollen Postkarten einmal mehr ein informatives Booklet. Dieses enthält erneut einen kurzen Episodenguide, der durch die achte, neunte und zehnte Folge des Animes begleitet. Außerdem gibt uns Takahashi Hiroyuki Einblicke ins Setting und erklärt Unwissenden, welche Elemente darin überhaupt vorkommen. Regisseur Ishihara Tatsuya unterhält sich des Weiteren mit der Sängerin ZAQ, die auch den Titelsong Sparkling Daydream gesungen hat, der zeitweise auch auf dem achten Platz der Oricon-Charts war. In einem weiteren Gespräch unterhält er sich mit Sound Director Tsuruoka Yōta, der Einblick in den Wandel der musikalischen Arbeit in den letzten Jahren gibt. Abschließend bietet das Booklet abermals Informationen und Skizzen zu verschiedenen Charakteren wie Tōka und (fast) allen Mitgliedern der Togashi-Familie. Eine zweiseitige Fotokollage zu den Erlebnissen der Sommerferien und ein zweiseitiges Schulfest-Memorial-Special runden auch dieses Mal das Gesamtpaket wirklich sehr gelungen ab.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Folgen der dritten Volume von Love, Chūnibyō & Other Delusions! knüpfen hervorragend an die Entwicklungen und Enthüllungen der siebten Episode aus der zweiten Volume an. Man konnte es zwar schon förmlich spüren, dass es zwischen Yūta und Rikka ein wenig knistert, doch das Ergebnis endlich in animierter Form erleben zu dürfen, erfüllt einen schon mit ein wenig Freude. Mir gefällt dabei vor allem, dass die Liebesgeschichte zwischen den beiden absolut nicht dem Standard entspricht, von der einen oder anderen Peinblickt begleitet wird und dann trotzdem noch authentisch wirkt. Die Gefühle zwischen den beiden unterstützen ihre Charakterentwicklungen sehr und treiben ihre Freunde zum Teil auch noch in den Wahnsinn. Toll! Obwohl nebenher der aus den vorherigen sieben Folgen bekannte und alltägliche Wahnsinn regiert, ist es für den einen oder anderen aber vielleicht doch etwas schade, dass die Romantik omnipräsent ist. Nicht falsch verstehen – es macht im Kontext zur Handlung definitiv Sinn! Einige Zuschauer dürften sich aber sicherlich daran stören, dass die Folgen nun nicht mehr so abwechslungsreich wie zu Beginn sind und so vielleicht versuchen zu vergraulen. Aus diesem Grund bin ich natürlich gespannt, wie die Serie in der nächsten Volume zu einem Abschluss gebracht wird, denn trotz der für manch einen kleinen Defizite bin ich nach wie vor von Love, Chūnibyō & Other Delusions! überzeugt und ich bin mir sehr sicher, dass auf uns noch eine mehr als interessante Lösung für das Achtklässlersyndrom warten wird.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Love, Chūnibyō & Other Delusions! (Vol. 3)!

Review: One Piece: Chopper und das Wunder der Winterkirschblüte

One Piece Chopper und das Wunder der Winterkirschblüte (1)Der neunte Film des One-Piece-Franchises beschäftigt sich wie One Piece: Abenteuer in Alabasta – Die Wüstenprinzessin mit einem bereits bekannten Handlungsbogen. Diesmal werden die Episoden der dritten Serienbox aufgegriffen, chronologisch allerdings anders interpretiert.

One Piece Chopper und das Wunder der Winterkirschblüte (2)Dies merkt man bereits an der Eröffnungssequenz, denn anstatt mit ihrem kleinen Schiff, der Flying Lamb, über die Meere zu schippern, fahren die Strohhut-Piraten bereits in der stolzen Thousand Sunny über die Grandline. Frankie ist ebenfalls schon mit von der Partie, weshalb der Schluss naheliegt, man könne den Film chronologisch kurz nach dem Aufbruch von Water 7 einordnen. Dies ist zwar sehr wohl möglich, doch die klitzekleine Tatsache, dass Chopper, ihr Schiffarzt, nicht an Bord ist, relativiert diese Einordnung ins Geschehen. Nun kann man natürlich hinterfragen, wie die Geschichte ohne ihren Arzt bis hierhin überhaupt hätte verlaufen können, da sein geleisteter Beitrag in der eigentlichen Handlungslinie nicht unerheblich war, doch ignoriert die Handlung des Films seine Existenz bis hierhin – genauso wie die tatsächliche Position der Winter-Insel Drumm auf der Grandline. Der Auslöser, warum die Strohhüte die Insel überhaupt anfahren, ist jedoch sowohl in der Serie, als auch im Film, derselbe. Navigatorin Nami hat hohes Fieber und benötigt dringend einen Arzt. Also beschließt die Bande, die nächstbeste Insel anzulaufen und einen Mediziner um Hilfe zu bitten. Auf der bereits genannten Winter-Insel Drumm werden sie jedoch alles andere als freundlich begrüßt und fast schon verjagt, doch durch Ruffys Kniefall ändern die Bewohner ihre Meinung.

Chopper, das Rentier

One Piece Chopper und das Wunder der Winterkirschblüte (3)Die Geschehnisse zwischen Film und Serie alternieren geringfügig. Grund dafür dürfte vor allem die Anwesenheit von Robin und Frankie sein, da beide Charaktere zu diesem Zeitpunkt eigentlich noch gar nicht Mitglieder der Piratenbande waren beziehungsweise im Anime überhaupt noch keine Erwähnung gefunden haben. Im Film halten sie als Ersatz von Vivi und ihrer Ente Karuh her. Das ist nur sinnvoll, denn so sparen sich die Köpfe hinter dem Projekt einen weiteren wichtigen Handlungsstrang im Universum von One Piece zu erläutern – außerdem gehen wir davon aus, dass man das chronologische Verschieben des Handlungsbogens nicht noch mehr ad absurdum führen wollte. Das Hauptaugenmerk ist jedoch sowohl in der Serie, als auch im Film gleich. Die Geschichte dreht sich um das Rentier Chopper, das einst von der Mensch-Mensch-Frucht aß und humanoide Züge angenommen hat. Auf der schneebedeckten Insel hat Chopper sowohl negative, als auch positive Erfahrungen mit Menschen gemacht. In erster Linie haben ihn die schlechten Erlebnisse geprägt, doch durch Doc Bader und Dr. Kuleha war es ihm möglich, ein Studium der Medizin zu beginnen. Während eine Hälfte des Films des Films im Hier und Jetzt spielt, bedient sich das Werk genau wie die Serie einiger Flashbacks. In den Rückblenden wird Choppers Werdegang ausführlich gezeigt.

Lückenfüller für Hardcore-Fans

One Piece Chopper und das Wunder der Winterkirschblüte (4)

Technisch gesehen ist der Film im Vergleich zur Serie wesentlich besser ausgefallen. Das ist zunächst dem Bildformat geschuldet, denn während die Serie zum Story-Zeitpunkt selbst in Japan noch in 4:3 ausgestrahlt wurde, wurde der Film aus dem Jahr 2008 natürlich in 16:9 im Kino und später auch auf DVD und Blu-ray gezeigt. Letztere stand uns zum Test zur Verfügung und bietet ein sehr klares Bild in der Auflösung von 1080p. Zwar mögen die Charaktere aufgrund des Zeichenstils diesmal nicht sonderlich gut zur Geltung kommen, doch kann uns jedoch vor allem die winterliche Kulisse das eine oder andere Mal ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Während die Serie hierzulande mindestens bis zur zehnten Serienbox nur mit der deutschen Synchronisation ausgeliefert wurde, verfügt der Film auch über die japanische Tonspur. Beide Fassungen sind gut gelungen und stehen der Qualität der Seriensynchronisation in Nichts nach. Bonusmaterial ist bei One Piece: Chopper und das Wunder der Winterkirschblüte weder in digitaler, noch in physischer Form enthalten. Schlussendlich muss man sich fragen, für wen der Film gedacht ist. Serienkenner erleben dieselbe Story leicht verändert und Neulinge können nicht ins Franchise hineinschnuppern, da die Handlung dutzender Folgen auf 113 Minuten gepresst wurde. Der Film ist und bleibt ein Lückenfüller für die Hardcore-Fans.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich bin ein großer One-Piece-Fan und schaue mir auch einige der Filme sehr gerne an. Bei One Piece: Chopper und das Wunder der Winterkirschblüte bin ich mir jedoch nicht ganz sicher, was ich eigentlich von dem halten soll, was ich das überhaupt gesehen habe. Auf der einen Seite finde ich die Idee gelungen, eine bereits bekannte Geschichte intelligent neu zu interpretieren. Auf der anderen Seite bietet mir die Umsetzung der Storyline auf der Winter-Insel Drumm jedoch zu wenige neue Aspekte, als dass ich wirklich beide Varianten vergleichen könnte. Die ursprüngliche Geschichte gefällt mir nämlich ziemlich gut, da hier One Piece definitiv noch einige Qualitäten bieten konnte, die in darauffolgenden Handlungsbögen teilweise weggefallen sind. Man merkt auch dem Film an, dass sich das Franchise in diese Zeit zurücksehnt. Aus diesem Blickwinkel betrachtet wurde ich vom Film auch sehr gut unterhalten. Allerdings habe ich das Gefühl, dass sich der Film nur an die größten Fans richtet. Das Problem ist nämlich, dass die Story nur leicht verändert ist und wahre Fans gerne alle Einzelheiten selektieren und miteinander vergleichen. Wer einfach nur mal in das Franchise hineinschnuppern will, ist mit dem mittlerweile neunten Film falsch beraten und sollte mit einem der ersten Filme oder am besten gleich mit der Anime-Serie beginnen. Wer aber unbedingt alles braucht, wo One Piece draufsteht, wird sich auch mit One Piece: Chopper und das Wunder der Winterkirschblüte definitiv kein schlechtes Werk ins Regal stellen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Piece: Chopper und das Wunder der Winterkirschblüte!

Prime Time: Police Academy – The Complete Collection (Unboxing)

Wer in den Achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts gut unterhalten werden wollte, hat sicherlich Police Academy im Kino ansehen müssen. Obwohl unter Fans nur die ersten beiden Teile hochgelobt werden, kam die Filmreihe bis Mitte der Neunziger Jahre auf stattliche sieben Episoden. Diese wurden mittlerweile in der sogenannten Complete Collection zusammengefasst und auf Blu-ray veröffentlicht. Wir stellen sie euch vor.

Review: Neon Drive

Neon Drive (1)Die Achtzigerjahre des zwanzigsten Jahrhunderts gehören zu den Jahrzehnten, die man hasst oder liebt. Wir jedenfalls vergöttern diese Dekade der idealisierten Seifenopern, Schulterpolstermoden, sterilisierten Zukunftsvisionen, Neonfarben und paralysierender Populärmusik.

Neon Drive (2)Wer unsere Leidenschaft nicht teilt, braucht an dieser Stelle unser Review zu Neon Drive gar nicht erst weiterlesen. Das Geschicklichkeitsspiel vom slowenischen Entwicklerstudio Fraoula besticht in erster Linie durch seine schrillen Farben und seinem Ohrwurmsoundtrack voller toller Musikstücke, die allesamt an das Kult-Jahrzehnt angelehnt sind. Die Spielmechanik von Neon Drive orientiert sich ebenfalls an den Achtzigerjahren, weshalb sich der Titel in erster Linie an Fans klassischer Arcade-Titel richtet. Mehr als zwei Knöpfe brauchen wir durchweg nicht. Obwohl das Spiel auf den Screenshots meist wie ein Arcade-Rennspiel anmutet, ist das nur die halbe Wahrheit. Tatsächlich fährt das Auto automatisch. Wir klicken nur auf zwei Knöpfe, um entweder nach links oder nach rechts zu fahren und somit Hindernissen auszuweichen. Das mag für den einen oder anderen Leser in der Theorie belustigend klingen, ist in der Praxis aber alles andere als anspruchslos. Die Hindernisse sind nämlich so verteilt, dass wir Teile der Level-Architektur selbst auf dem untersten der drei Schwierigkeitsgrade erst einmal in mehreren Versuchen kennenlernen müssen. Spätestens nach dem dritten oder vierten Anlauf merken wir, dass uns der Takt der Musik dabei oft, aber nicht immer, unterstützt. Genau in diesem Moment zieht uns Neon Drive in seinen Bann und lässt uns nicht mehr los!

Suchtgefährdendes Arcade-Highlight

Neon Drive (3)Während die erste Hälfte eines Levels meist nach der gleichen Spielmechanik mit geringen Variationen abläuft, überrascht uns der zweite Teilabschnitt mit einer modifizierten Form des Spiels, ohne dem grundlegenden Gameplay untreu zu werden. Während wir gerade noch mit einem Achtzigerjahre-Sportwagen über den Neonasphalt flitzen, befinden wir uns plötzlich in einem Düsenjet oder hüpfen mit einem Transformer nicht unähnlichen Roboter durch eine Fabrik. Ein Zitat an den Science-Fiction-Film Zurück in die Zukunft II ist ebenfalls dabei. Für das einmalige Durchspielen aller sieben Levels haben wir zwei bis drei Stunden gebraucht. Haben wir einen Spielabschnitt jedoch erst einmal verinnerlicht, können wir den Titel auch in deutlich weniger Zeit durchspielen. Motivierend sind in jedem Falle die höheren Schwierigkeitsgrade, welche die möglichen Fehlversuche halbieren, Kontrollpunkte entfernen und die allgemeine Spielgeschwindigkeit erhöhen. Masochisten werden an Neon Drive in diesem Aspekt sicherlich ihre Freude haben. Selbst unerfahrene Spieler wird das System spätestens nach fünf Fehlversuchen in ihren Bann ziehen, da sich das gefürchtete Suchtgefühl auch bei Neon Drive einstellt. Kaum müssen wir beim letzten Kontrollpunkt erneut beginnen, werfen wir den Controller nicht in die Ecke – stattdessen beißen wir rein und schlucken unseren Frust runter!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Als ich die ersten Bilder von Neon Drive für den PC vor ein paar Tagen gesehen habe, musste ich einfach selbst ins Spiel eintauchen. Ich liebe das Jahrzehnt der Achtzigerjahre, das vor allem in der Populärkultur mit Pastell- und Neonfarben charakterisiert werden kann. Neon Drive ist im Grunde die Idealisierung des Jahrzehnts in Videospielform, denn auch das Gameplay des Titels könnte genau aus dieser Dekade stammen. Zwei Knöpfe zum Ausweichen nach links und nach rechts reichen, um mich stundenlang vor dem Monitor paralysiert gefangen zu nehmen. Obwohl mir das grundlegende Gameplay, sprich die erste Hälfte eines jeden Levels, immer noch am besten gefällt, haben mich die Änderungen im zweiten Teilabschnitt trotzdem zufriedengestellt und mich vor allem mit ihren tollen Ideen jederzeit überrascht. Gut gefällt mir, dass ich im Spiel die Positionen der Hindernisse nicht gänzlich auswendig lernen muss. Stattdessen genieße ich jeden Moment, merke mir die Musik und drücke schon fast im Takt auf einen der beiden nötigen Aktionsknöpfe, um den Gefahren auszuweichen. Neon Drive ist voller netter kleiner Ideen und Zitate, die den kurzweiligen Trip zu einem wahren und vor allem unvergesslichen Erlebnis machen. Videospieler, die das Jahrzehnt der Achtziger und vor allem Arcade-Titel mögen, werden mit Neon Drive eine neue Liebe finden und sie so schnell nicht mehr aufgeben wollen!

Vielen Dank an Fraoula für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Neon Drive!

Review: One Piece Box 10 (Episoden 295-325)

One Piece Box 10 (Episoden 295-325) (1)Die Episoden der letzten One-Piece-Serienbox stellten selbst für die größten Fans eine kleine Herausforderung dar, denn der Handlungsstrang, der auf der Gerichtsinsel Enies Lobby spielt, fühlt sich fast unendlich in die Länge gezogen an und kratzt stark am Gesamtbild der Serie.

One Piece Box 10 (Episoden 295-325) (2)Warum sich Tōei Animation für diesen Schritt entschieden hat, ist denkbar einfach. Bei solch großen Anime-Produktionen kommt es nicht selten vor, dass der Manga-Zeichner in Verzug gerät und einfach keine Vorlage existiert, mit der man die Episoden füllen kann. So und nicht anders werden manche Kämpfe gestreckt, die einleitenden Rückblenden auf die letzte Episode in die Länge gezogen oder im schlimmsten Fall gar Flashbacks verwendet – Letzteres ist bei der vorherigen Serienbox der Fall gewesen und auch in den vorliegenden Episoden kommen wir leider nicht ganz um diese Design-Entscheidung herum. Nach wie vor spielt die Handlung nach dem genialen Cliffhanger der neunten Serienbox auf der Gerichtsinsel Enies Lobby. Hier soll Robin durch das Tor der Gerechtigkeit geführt werden. Obwohl sie sich freiwillig gestellt hatte, wollen ihre Freunde sie nicht aufgeben und kämpfen mit allen Mitteln, um sie aus den Fängen der Marine und der Weltregierung zu befreien. Um Robin retten zu können, mussten sich die Freunde aufteilen und kämpfen nun gegen verschiedene Feinde. Während sich Ruffy mit Lucci prügelt, um den unterirdischen Durchgang zum Tor der Gerechtigkeit zu öffnen, hat sich Nami mit Kalifa angelegt. Währenddessen versuchen Zorro und Lysop sich gegen Jabura und Ecki durchzusetzen. Aufgrund der Ketten stellt sich der Kampf aber als schwierig heraus.

Auf zu neuen Ufern!

One Piece Box 10 (Episoden 295-325) (3)In diesem ganzen Gewusel versucht Frankie an verschiedenen Orten den Freunden zu helfen, zumal auch ein wütender Sanji und sogar ein unkontrollierbarer Chopper durchs Mauerwerk schleichen. Da am Ende der 294. Episode schlussendlich der Buster Call ausgelöst wurde, ist die Zeit ihr größter Feind. Im Hintergrund sammeln sich nämlich bereits zehn Kriegsschiffe der Marine, welche Enies Lobby im Meer versinken wollen, um die Strohhut-Piraten aus dem Verkehr zu ziehen. Die Kämpfe, besonders die Konfrontation zwischen Ruffy und Lucci, sind auch diesmal wieder sehr spannend inszeniert. Einzig und allein Robins Blickwinkel wird für unseren Geschmack zu oft auf ihre Vergangenheit verlegt und bereits bekannte Szenen zu oft wiederholt. Hier wäre weniger deutlich mehr gewesen, zumal auch Intro und Rückblenden zu Beginn jeder Folge den eigentlichen Beginn hinauszögern. Trotzdem konnten uns die Folgen wesentlich mehr begeistern, als die Episoden der letzten Serienbox. Das liegt aber auch daran, dass der Enies-Lobby-Handlungsstrang abgeschlossen und Grundlagen für gänzlich neue Geschichten gelegt werden. Beispielsweise müssen sich die Freunde von einer Kameradin verabschieden, welche ihnen bei ihren Abenteuern stets gute Dienste geleistet hat. Außerdem liegt es abermals an den Strohhüten, ein neues und wertvolles Crew-Mitglied anzuwerben.

Nebensächlichkeiten

One Piece Box 10 (Episoden 295-325) (4)Herausstechend ist bei den vorliegenden Episoden jedoch, dass Ruffys Familienverhältnisse aufgegriffen und stark thematisiert werden. So gibt es nicht nur ein Wiedersehen mit seinem älteren Bruder Ace – wir lernen außerdem seinen Vater und seinen Großvater kennen. Damit setzt der Anime direkt neue Akzente, die in vielen kommenden Episoden aufgegriffen werden können. Wir sind schon sehr gespannt, wie sich die Geschichte um Ruffys Familie entwickeln wird. Ein Wiedersehen mit alten Freunden und Feinden ist dank knappen Nebenhandlungen bei der zehnten Serienbox ebenso vorprogrammiert. So bekommen wir einen guten Einblick in das Leben bekannter (und eigentlich unwichtig gewordener) Charaktere in den Weltmeeren oder auf der Grandline. Fans des Paralleluniversums Grand Jipang kommen auch dieses Mal wieder in den Genuss einer Episode. Der wahre Sinn der Parallelwelt erschließt sich uns noch nicht, aber es wäre nicht das erste Mal, dass One Piece derlei unwichtige Tatsachen aufgreift und sinnvoll verwendet. Während das Finale auf Enies Lobby spannend inszeniert wird, sind es die eher ruhigen Folgen zurück in Water Seven, die durchgehend bei Laune halten. Schade finden wir jedoch, dass man mit Informationen im beiliegenden Booklet diesmal etwas geizt. Zu Ruffys Familienmitgliedern wird hier nämlich kein Wort verloren. Potenzial verschenkt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 295 bis 325 der Serie): Es ist schon etwas länger her, dass ich die 294. Episode von One Piece gesehen habe. Das hat einen einfachen Grund – ich mochte die Gestaltung der letzten Episoden so gut wie gar nicht. Der Handlungsstrang auf Enies Lobby ist gefühlt unendlich in die Länge gezogen und ärgert mich einfach mit viel zu langen Zusammenfassungen und Wiederholungen. So und nicht anders beginnen auch die Folgen der mittlerweile zehnten Serienbox. Trotzdem schafft es der Anime diesmal, nach ein paar Startschwierigkeiten, dieses Manko wettzumachen. Plötzlich sind alle Kämpfe spannend, zumal die Charaktere nach und nach auch wieder zusammenfinden und gemeinsam gegen die Marine antreten. Die Episoden nach Enies Lobby gefallen mir aber noch besser, denn hier ist das ursprüngliche One-Piece-Gefühl wieder vorhanden. Die Episoden können mit Spannung und Inhalt gefüllt werden, neue Nebencharaktere können sich in Ruhe entfalten und sogar die Filler-Episoden machen ein wenig Sinn und sind definitiv nicht störend. Mit dem neuen Crew-Mitglied und intelligenten Einblicken in Ruffys Familie freue ich mich schon sehr auf die nächsten Episoden der Serie, denn nach Enies Lobbys scheint es mit dem Franchise endlich wieder aufwärts zu gehen. Die letzte Episode der Serienbox scheint, zumindest laut Erzähler, ein wichtiges Ereignis zu zeigen, dass die Serie maßgeblich beeinflussen soll. Große Worte!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Piece: Box 10 (Episoden 295-325)!

Gameplay Gamers feiert den sechsten Geburtstag!

Gameplay Gamers feiert den sechsten Geburtstag (1)Hochgeschätzte Gameplay-Gamers-Leser,

es ist jetzt genau sechs Jahre her, als Gameplay Gamers an den Start gegangen ist. Diese sechs Jahre sind wie im Flug vergangen, denn wie in jedem Jahren bemerken wir, dass die Branche sich definitiv nicht im Stillstand befindet und sowohl von vielen schönen Momenten geprägt, als auch von traurigen Geschehnissen überschattet wird. Nach jedem Messebesuch versuchen wir die Erlebnisse zu verarbeiten und auf unser Konzept zu übertragen. Da wir Gameplay Gamers jedoch nur als rein privates Projekt betreiben, fehlte unserem kleinen, aber feinen Team in den letzten Monaten oft die Zeit, Neues zu wagen oder gar in die Tat umzusetzen und unsere Internetpräsenz zu verbessern oder zu verändern. Das heißt aber nicht, dass wir uns zurücklehnen. Im Hintergrund wird stets fleißig gewerkelt.

Natürlich wird sich an unserer Ausrichtung nichts verändern. Schließlich möchten wir euch nach wie vor die Erfahrung geben, welche ihr von uns gewohnt seid. Unser Team, das derzeit aus drei festen Mitarbeitern besteht, schreibt für euch seit dem Jahr 2010 zahlreiche Artikel zu Videospielen, Anime, Manga, ostasiatischen Filmen und Kultur. In Zukunft wird sich daran auch nichts ändern, denn dies sind schließlich genau die Themen, die uns – und vor allem euch – sehr interessieren. Ihr könnt also damit rechnen, dass wir auch in den nächsten Monaten wieder ordentlich in die Tasten hauen werden. An dieser Stelle bleibt uns wie in jedem Jahr nur eines möglich: Vielen Dank für tolle sechs Jahre mit euch!

Eric Ebelt

Review: Mirror’s Edge: Catalyst

Mirror's Edge - Catalyst (1)Im Jahr 2008 veröffentlichte Publisher Electronic Arts das Action-Adventure Mirror’s Edge von Entwickler Digital Illusions Creative Entertainment. Das Spiel bot zwar kein perfektes, doch dafür sehr wohl ein unverkennbares Gameplay. Dies ist auch beim Nachfolger der Fall.

Mirror's Edge - Catalyst (2)Mirror’s Edge orientierte sich 2008 an der so genannten und zu diesem Zeitpunkt immer beliebter werdenden Sportart Parkour. Bei dieser Sportart gilt es, nur durch den Einsatz der Fähigkeiten des eigenen Körpers von einem Punkt zum anderen zu gelangen. Eingebettet haben die Entwickler dieses System in eine eigentlich spannende Handlung, die jedoch schnell zur Hintergrundgeschichte verkam. Wer den ersten Teil damals nicht gespielt hat, muss jedoch nicht verzagen. Obwohl Electronic Arts den zweiten Ableger des Franchises bereits 2009 angekündigt hat, zeigte man ihn 2013 erstmals auf der Electronic Entertainment Expo und gab an, dass es sich dabei um ein Prequel handele. Als man dem Titel ein Jahr später den Untertitel Catalyst verpasste, fügte man jedoch hinzu, dass man das Spiel weder als Prequel, noch als Reboot bezeichnen dürfe. Der Begriff ist zwar nie seitens Electronic Arts verwendet worden, doch Reimagines scheinen nach der Trendwelle dutzender Neustarts beliebter Serien der nächste Marketing-Gag zu werden. Entsprechend benötigt man bei Mirror’s Edge keine Vorkenntnisse; die Geschichte beginnt von einem neuen Standpunkt und entwickelt sich im Verlauf der Story komplett anders. Möchte man wissen, warum Protagonisten Faith Connors zu Beginn des Spiels im Gefängnis sitzt, muss man zum Comic Mirror’s Edge: Exordium greifen.

Big Brother is watching you

Mirror's Edge - Catalyst (3)Die Handlung des Titels beginnt damit, dass Faith aus dem Gefängnis entlassen wird und sich in der dystopischen Nation Cascadia, genauer gesagt in der Stadt Glass, innerhalb von zwei Wochen einen neuen Job suchen muss. Andernfalls würde sie auch hier mit Konsequenzen rechnen müssen. Wirklich entlassen werden kann sie jedoch nicht, da ihr kurz vor der Freilassung bei der Flucht assistiert wird. An eine neue Arbeitsstelle ist nun nicht mehr zu denken. Stattdessen schlüpft Faith in ihre alte Rolle als Runner zurück. Als Runner ist es ihre Aufgabe, Botschaften und Kleinode vom Sender zum Empfänger zu übermitteln – per pedes wohlgemerkt, da digitale Übertragungen vom Konglomerat überwacht werden. Dieses entwickelt sich im Verlauf der Story zum übermächtigen Feind, der dem freien Willen der Menschen endgültig einen Riegel vorschieben will. Wie so oft in populärkulturellen Medien, wird auch Faith nur durch einen Zufall in die ganze Angelegenheit verwickelt. Als sie bei einem Einbruch in ein Gebäude von Kruger Security an geheime Dokumente gelangt, interessieren sich plötzlich mehrere Fraktionen für sie. Das klingt zwar alles recht spannend, doch dreht sich die Story ständig im Kreis und selbst der Plottwist in der Mitte des Spiels kann uns nicht überraschen. Es geht zwar stringent aufs Finale zu, doch nutzt der Titel sein Potenzial hier nicht aus.

Das Dach der Welt

Mirror's Edge - Catalyst (4)Das liegt jedoch auch an den Charakteren. Äußerlich unterscheiden sie sich zwar stark voneinander, doch innerlich sind sie Stereotypen, deren Aktionen und Reaktionen wir weit im Voraus kommen sehen. Immerhin setzen die Entwickler auf richtige Zwischensequenzen, wodurch das Gesamtbild stimmig wirkt. Ebenfalls neu im zweiten Serienteil ist die offene Oberwelt, in der wir an Wänden entlang laufen, über kleine Abgründe springen, uns an Häuserwänden hochziehen, über Zäune klettern und uns mit dem Sicherheitspersonal prügeln dürfen. Von Beginn an können wir quasi auf allen Dächern der Stadt unterwegs sein, solange der Weg aufgrund noch nicht erlernter Fähigkeiten für uns gesperrt ist. Beispielsweise erlernen wir relativ früh im Spiel den Umgang mit einem Enterhaken nicht unähnlichen Gerät, mit dem wir uns über Abgründe schwingen können. Ferner dürfen wir etwas später auch an Wänden im 180-Grad-Winkel abspringen, um zuvor unerreichbare Plattformen zu erklimmen. Die Moves sind diesmal selbst für Einsteiger wesentlich schneller zu erlernen, als noch im Erstlingswerk von 2008. Unfaire Stellen, bei denen ein Sprung millimetergenau sitzen muss, gibt es aber dennoch hin und wieder. Dank mittellanger Ladezeiten auf der PlayStation 4 stören unzählige Neustarts an vermeintlich simplen Stellen auch acht Jahre später noch. Ärgerlich!

Im Flow durch Glass

Mirror's Edge - Catalyst (5)Die offene Spielwelt ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite fühlen wir uns vor allem in den ersten Spielstunden, in denen wir noch nicht so viele Aktionsmöglichkeiten haben, genervt von immer gleichen Wegen durch den Großstadtdschungel. Auf der anderen Seite mögen wir es, entlegene Winkel aufzusuchen, um sammelbare Objekte einzusammeln, für die wir Erfahrungspunkte bekommen, die wir wiederum in neue Fähigkeiten investieren dürfen. Diese Fähigkeiten betreffen unsere Ausrüstung, unsere Runner-Fähigkeiten und unsere Kampfkünste. Während die Kämpfe in Mirror’s Edge damals nicht immer eine Bereicherung waren, sind sie es in Catalyst zwar immer noch nicht, doch wesentlich angenehmer ins Konzept integriert. Allerdings nur, wenn wir möglichst schnell unsere verdienten Fähigkeitspunkte auf die Kampfkünste verteilen. Irgendwie ist es schade, dass wir die Runner-Fähigkeiten erst sehr viel später im Spiel ausbauen, doch wer gegen die zwar wenig intelligenten, aber dennoch starken Gegner eine Chance haben will, sollte sich wappnen. Mit Tritten und Schlägen, die mit dem linken Analog-Stick sogar noch variiert werden dürfen, können wir ordentlich austeilen. Wir merken mit jeder Spielminute, wie das Gameplay uns ins Spiel hineinziehen will. Jede Aktion verbessert den Umgang mit dem Spiel, es entsteht ein regelrechter Flow.

Sterilisierter Look

Mirrors Edge Catalyst (6)Irgendwann möchte man den Controller gar nicht mehr aus den Händen legen, so viel Spaß macht der Titel trotz des immer gleichen und eingeschränkten Gameplays. Gerne hätten wir uns über weitere Ausrüstung gefreut, welche die Spielwelt ähnlich wie in Nintendos Metroid-Franchise stetig erweitert hätte. Trotzdem motiviert uns die ausgeklügelte Architektur der Stadt, den schnellsten Weg zum Ziel zu finden und die korrekten Moves im richtigen Augenblick einzusetzen. Zudem bekommen wir durch den stark sterilisierten Look, den wir so auch schon aus dem Vorgänger kennen, ständig etwas fürs Auge geboten. Dem menschlichen Architekturverständnis zum Trotze machen die meist rechtwinkligen Objekte an jeder Stelle Sinn und der Soundtrack unterlegt das Geschehen dazu passend mit ruhigen Klängen. Bei Verfolgungsjagden mit den Sicherheitskräften gibt es aber auch ein paar temporeiche Töne zu vernehmen. Wer sich nur auf die Haupthandlung konzentriert, wird in Catalyst nach zehn Stunden den Abspann über den Bildschirm laufen sehen. Möchte man aber jede Fähigkeit von Faith freischalten und die zugegebenermaßen langweiligen und oft zu schwierigen Nebenmissionen absolvieren, darf ruhig mit der doppelten Spielzeit rechnen. Wer dann immer noch nicht genug hat, erstellt eigene Parkour-Strecken oder absolviert jene von anderen Spielern.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Mirror’s Edge war Ende 2008 und Anfang 2009 mit Erscheinen der PC-Fassung ein sehr großes Thema im Internet. Angesteckt durch den Hype habe ich dem Titel natürlich eine Chance gegeben und wurde leider an vielen Stellen enttäuscht. Die Steuerung hat nicht immer mit den Situationen im Spiel harmoniert und es kam relativ oft vor, dass ich an einer scheinbar einfachen Stelle verzweifelt bin. Das ist in Mirror’s Edge: Catalyst nicht anders, aber bei Weitem nicht mehr so schlimm. Das Spiel macht einiges besser und bleibt dennoch seiner Linie treu. Die offene Spielwelt, welche die einzelnen Missionen miteinander verbindet, entwickelt sich mit der Zeit zu einer wahren Faszination. Nicht selten habe ich mich dabei ertappt, wie ich fernab der Wege nach sammelbaren Objekten Ausschau gehalten habe. Schade finde ich jedoch, dass das Gameplay immer noch so eingeschränkt ist. Der Enterhaken erweitert die Möglichkeiten zwar, doch kann man ihn auch nur ab festgelegten Stellen einsetzen. Hier wäre sicherlich mehr möglich gewesen, auch ohne den sonst nahezu beispiellosen Flow zu unterbrechen! Selbiges betrifft auch die Handlung. Das Mirror’s-Edge-Universum bietet so viel ungenutztes Potenzial, welches die Entwickler einfach nicht ausschöpfen wollen. Die Entscheidungen der Charaktere sind vorhersehbar, der Bösewicht bleibt im Schatten des Konglomerats und der für Faith sehr wichtige Plottwist in der Mitte des Spiels kommt wenig überraschend. Am Ende kann mich auch Catalyst, genau wie sein Vorgänger Jahre zuvor, nicht gänzlich zufriedenstellen. Wer den ersten Teil jedoch bereits liebte, darf bei Catalyst bedenkenlos zuschlagen. Alle anderen warten lieber, bis es den Titel aufgrund der kurzen Einmalspielzeit, zum Budget-Preis gibt. 

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Mirror’s Edge: Catalyst!

Special: Nintendo auf der E3 2016

Nintendo auf der E3 2016 (1)In den letzten Jahren hat Nintendo deutlich gemacht, dass ihnen die Electronic Entertainment Expo nicht mehr so wichtig ist und setzten statt auf eine konkurrenzfähige Pressekonferenz auf ein zuvor aufgezeichnetes Digital Event. In diesem Jahr fehlte auch dieses Event gänzlich.

Nintendo auf der E3 2016 (2)Trotzdem war das Unternehmen aus Kyōto auf der Messe im sonnigen Los Angeles vertreten. Der Konzern übertrug statt eines Digital Events den aus den letzten Jahren bekannten Nintendo-Treehouse-Livestream. In zwei abendfüllenden Übertragungen am Dienstag und Mittwoch der Messe, zeigte Nintendo allen voran endlich mehr vom neuen Teil der The-Legend-of-Zelda-Reihe. In The Legend of Zelda: Breath of the Wild wird es wahrscheinlich abermals um die Rettung der Welt gehen, die diesmal jedoch schon verfallen und zumindest in der auf der Messe gezeigten Demo fast menschenleer wirkt. Dies soll sich im fertigen Spiel aber noch ändern. Trotzdem haben wir schon einen guten Einblick in das Spiel bekommen, das sich sehr an großen und offenen Rollenspielen wie The Elder Scrolls V: Skyrim orientiert und die große Welt mit den Vorteilen eines Action-Rollenspiels paart. So gibt es diesmal deutlich mehr Waffen und Rüstungen, die unterschiedliche Werte bieten. Außerdem dürfen wir an allen Ecken und Enden Objekte einsammeln. Welche Spieltiefe hier schlummert, können wir nur erahnen. Trotzdem finden wir es gut, dass die Interaktion mit der Welt nun deutlich besser funktioniert. Beispielsweise können wir einen Baum fällen, um über eine Schlucht zu gelangen. Außerdem wird es möglich sein, an Felswänden und Bäumen hochzuklettern. Genial!

NX-Abstinenz und Wii-U-Mängel

Nintendo auf der E3 2016 (3)Dazu müssen wir jedoch anmerken, dass Nintendo nur die Version für die Wii U vorgestellt hat und wie das Spiel auf der kommenden Plattform NX aussieht beziehungsweise eventuell sogar funktioniert, haben wir während des Livestreams nicht erfahren. Wir hoffen sehr, dass Nintendo bewusst darauf verzichtet hat, die kommende Konsole auf der Messe vorzustellen und dafür ein eigenes Event oder gar die Tōkyō Game Show nutzt. Die Zukunft der Wii U sieht derzeit trotz eines Systemsellers nicht gerade rosig aus. Neben Breath of the Wild hat Nintendo nur zwei weitere Wii-U-Spiele vorgestellt. Tōkyō Mirage Sessions #FE erscheint bereits in Kürze und verdient keiner weiteren Worte. Paper Mario: Color Splash will mit einem Kampfsystem, welches nicht auf vordergründigen Stärke- oder Verteidigungswerten basieren soll, punkten. Stattdessen setzen die Entwickler auf die Fantasie des Spielers, der die richtigen Manöver (basierend auf einfachen Symbolen) auswählt und so als Rätsellöser fungiert. Ob das Konzept funktioniert, erfahren wir spätestens im Oktober. Am selben Tag soll auch der neue Teil der Mario-Party-Reihe erscheinen. Mario Party: Star Rush bietet ein halbwegs neues Konzept und könnte die Reihe vielleicht sogar aus der Versenkung holen. Bisher verstehen wir jedoch nur wenig davon, was auf den Handheld-Bildschirmen passiert. Schade.

Hochwertige Software für die Hosentasche

Nintendo auf der E3 2016 (4)Rollenspiel-Fans werden in den nächsten zwölf Monaten jedoch Grund zum Jubeln haben. Neben Pokémon: Mond & Sonne, in welchem wir sicherlich wieder Pokémon-Meister werden wollen und diesmal eine Interpretation von Hawaii erkunden, hat Nintendo zunächst einmal ein neues Franchise enthüllt. In Ever Oasis bringen wir eine Oase zum Blühen und erkunden umherliegende Ruinen. Außerdem haben wir endlich mehr bewegte Bilder von Dragon Quest VII: Fragmente der Vergangenheit gesehen. Klassen- und Kampfsystem versprechen einmal mehr ein fesselndes Abenteuer für die Hosentasche zu werden. Yōkai Watch 2, welches in Japan schon seit Jahren erhältlich ist, findet bald auch seinen Weg über Pazifik und Atlantik. Diesmal gibt es vom Spiel gleich zwei Editionen, welche auf die Namen Bony Spirits und Fleshy Souls hören. Während also die Wii U fast leer ausgeht, wird der 3DS mit wirklich sehr hochwertiger Software weiterhin unterstützt. Kleine Ankündigungen wie Box Box Boy, das mit dem sensationell kreativen Namen der Nachfolger vom mittelprächtigen Box Boy wird, sind zwar nett, hauen auf einem Event dieser Größenkategorie jedoch niemanden vom Hocker. Trotz guter Software ist der Livestream alleine eine schlechte Alternative zu Pressekonferenz oder Digital Event. Langatmig und ermüdend möchte wirklich niemand unterhaltet werden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Meinung: Seit Jahren bin ich ein großer Gegner von Nintendos Messeauftritt auf der E3. Es kann nicht sein, dass ein Unternehmen dieser Größe sich nicht traut, im Konzert der Konsolenhersteller eine vernünftige und auch ernstzunehmende Pressekonferenz abzuhalten. Die Digital Events waren meistens zwar sehr nett aufgebaut, doch durch Nintendos eigentlich spannendes Direct-Format, hatten die jährlichen Digital Events eigentlich schon fast gar keine Daseinsberechtigung mehr. Das Fehlen eines solchen Events, in welchem man kurz und knapp alle wichtige Fakten zu kommenden Spielen zeigt und man stattdessen auf einen mehr als nur breitgetretenen und echt viel zu langen Livestream setzt, zeigt mir nur, dass Nintendo an Bedeutung verliert und selbst dazu beiträgt. Sicherlich waren die vorgestellten Spiele fast allesamt toll, doch es nützt nichts, wenn ich dafür zwei volle Abende teils langweiligen Mitarbeitern zuschauen muss, wie sie ein Spiel künstlich in die Länge gezogen vorstellen. Das Live-Spielen von diversen Spielmomentan funktioniert bei der Konkurrenz deutlich besser. Man hätte das also sehr gut mit einer Pressekonferenz verbinden können. Dennoch gehört The Legend of Zelda: Breath of the Wild zu den besten Spielen, die man auf der Messe gesehen hat. Ob ich mir den Titel allerdings für die Wii U oder NX holen werde, steht immer noch in den Sternen. Solange Nintendo sich nicht traut, zusammen mit NX in den Ring mit PlayStation 4 und Xbox One zu steigen, werden sowohl Fans, als auch die Dritthersteller nicht viel mit der Konsole anfangen können. Nintendo, ich wünsche mir zukünftig mehr Mut von euch!

Prime Time: Tokyo Mirage Sessions #FE – Fortissimo Edition (Unboxing)

Heute, am 24. Juni 2016, erschien in Europa eines der wenigen und vermutlich letzten Wii-U-Spiele. Die Rede ist vom Rollenspiel Tokyo Mirage Sessions #FE, welches das Fire-Emblem- und das Shin-Megami-Tensei-Franchise miteinander kombiniert. Die Sonderausgabe des Spiels hört auf den Namen Fortissimo Edition. Diese stellen wir euch in unserem Unboxing-Video ausgiebig vor. Wir wünschen euch viel Spaß und gute Unterhaltung!

Review: Beyond the Boundary (Vol. 2)

Beyond the Boundary (Vol. 2) (1)Die erste Volume hat uns in das Leben von Kanbara Akihito eingeführt. Der Oberschüler, der halb Mensch und halb Yōmu ist, steht unter besonderer Kontrolle durch seine Freunde, da er ein ernstzunehmendes Risiko für die Gesellschaft ist. Trotzdem geht das Leben normal weiter.

Beyond the Boundary (Vol. 2) (2)Die Ereignisse der letzten Tage haben sich regelrecht überschlagen, sodass Akihito von seiner Yōmu-Seite übermannt wurde und sich nach dem Kampf gegen den so genannten Leeren Schatten plötzlich gegen seine Freunde gestellt hat. Mit Mühe und Not gelang es ihnen, Akihito zu schwächen und ihm seine menschliche Form zurückzugeben. Trotzdem müssen sie für ihr Verhalten, sich in einer Zeit, in der die Yōmu häufiger auftreten und wesentlich aggressiver werden, alleine gegen den übermächtigen Feind zu kämpfen, Rechenschaft ablegen. Zum Glück werden sie im Anwesen der Nase-Familie, welche über die Geisterkrieger in der Umgebung wachen, nur verwarnt. Zwar verlassen sie das Anwesen mit einem bitteren Nachgeschmack, doch am Abend wartet bereits das nächste große Ereignis auf sie – das Laternenfest. In der folgenden Zeit normalisiert sich für die Freunde der Alltag. Das heißt auch, dass Kuriyama Mirai mal wieder an der Existenzschwelle lebt und dringend ein paar Yen braucht, um aktiv und passiv am sozialen Leben teilnehmen zu können. Deshalb beginnt sie im Shindō-Fotoladen, in dem sie auch die erbeuteten Yōmu-Steine verkauft, sowohl als Verkäuferin und auch als Model zu arbeiten. Als ihre neue Chefin ihr etwas über einen neuen Yōmu erzählt, für den es fünfhunderttausend Yen einzusacken gilt, ist Mirai jedoch wieder auf und davon.

Heiteres Intermezzo

Beyond the Boundary (Vol. 2) (3)In der sechsten Folge muss ein Yōmu auf dem Dach ihrer Schule bekämpft werden, den man allerdings nur mit viel Überzeugungsarbeit kleinkriegen kann. Auf welche originelle Idee die Geisterkrieger dabei kommen und warum sie sich selbst erst einmal überwinden müssen, solltet ihr unbedingt selbst sehen – so viel gebündelter Humor gab es in der Serie zuvor definitiv noch nicht. Die siebte Folge ist für die zwischenmenschliche Beziehung zwischen Mirai und ihrer Erzfeindin Inami Sakura wichtig und interessant. Hier wird Mirai unweigerlich mit ihrer Vergangenheit konfrontiert und muss versuchen, Sakura von ihren Gefühlen zu überzeugen. Der Kontrast zwischen diesen beiden Episoden ist also besonders stark, doch gelingt es dem Anime dennoch, seinem Erzählstil treu zu bleiben. Der Stil des Animes in der Auflösung von 1080p und im bildschirmfüllenden 16:9-Format ist durchweg düster gestaltet und nur in der sechsten Folge ein wenig heiterer aufgebaut. Man merkt jedoch, wie sich die Charaktere den jeweiligen Umständen anpassen, mit ihren Stärken und Schwächen leben und versuchen, ihre täglichen Aufgaben neben der Jagd auf die Yōmu zu bewerkstelligen. Dabei lassen sich die recht flüssigen Animationen und schönen Effekte durchaus sehen. Vor allem Fans der Fernsehserie Supernatural freuen sich darüber, dass die Atmosphäre teils mit Filtern unterlegt wird.

Exzellente und deplatzierte Stimmen

Beyond the Boundary (Vol. 2) (4)An der Qualität der deutschen und der japanischen Synchronisation hat sich nichts geändert – die japanische Tonspur trumpft nach wie vor mit exzellenten Synchronsprechern auf, während die deutsche Fassung zwar gut, aber teils mit deplatzierten Stimmen ernüchternd wirkt. Am Umfang des Bonusmaterials hat sich im Vergleich zu ersten Volume ebenso nichts getan. In einem Bonus-Clip, der das einzige digitale Material fernab drei obligatorischer Trailer zu anderen Kazé-Anime-Produkten bildet, steht diesmal nicht Akihito, sondern Ninomiya Shizuku vor Gericht. Natürlich hat das Gerichtsverfahren nichts mit dem eigentlichen Inhalt zu tun und soll die düstere Atmosphäre des Animes nach drei Folgen, die insgesamt etwa 75 Minuten einnehmen, etwas auflockern. Das beiliegende physische Booklet beinhaltet zunächst Freundschaftsbucheinträge zu den Charakteren Nase Mitsuki und Nase Hiroomi, bevor uns ein Episodenguide durch die fünfte, sechste und siebte Folge lotst. Außerdem gibt es die in einer Szene angesprochenen Fotos von Mirai und Shindō Ai zu sehen – besonders Ai-Fans dürften hier große Augen machen. Den Abschluss machen ein paar verkleinerte Storyboard-Auszüge und Konzeptzeichnungen von verschiedenen Charakteren samt japanischen Anmerkungen. Das Bonusmaterial gibt also auch dieses Mal nur bedingt einen tieferen Einblick in die Serie.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die ersten Folgen von Beyond the Boundary benötigen ein wenig Einarbeitungszeit in das Universum, die sich jedoch schon mit der zweiten Volume definitiv bezahlt macht. Geschaffene Grundlagen werden ausgebaut und die dezenten Erklärungen werden sorgfältig aufgenommen, sodass man richtig von der düsteren Atmosphäre des Animes verschlungen wird und man gerne selbst ein Teil der Truppe um Akihito und Mirai sein möchte. Man versteht die Zusammenstellung und die verschiedenen Charaktere mitsamt ihren Hintergründen auf einmal deutlich besser als noch zuvor. Der Kampf gegen die Yōmu ist diesmal zudem nicht nur spannend erzählt, sondern auch mit viel Humor unterlegt. Eigentlich müsste das total aufgesetzt wirken, doch die Intentionen der Charaktere bleiben erhalten und die Geschichte wird problemlos fortgeführt. So darf es gerne auch in den nächsten beiden Volumes weitergehen – ich hoffe jedoch, dass die am Ende der vierten Folge aufgegriffene Nebenhandlung bald mit der Story zusammenschließt, damit Beyond the Boundary auch ein zusammenhängendes Kunstwerk wird. Einen gemeinen Cliffhanger gab es nämlich auch dieses Mal, der Lust auf mehr macht. Ich bin also sehr gespannt!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Beyond the Boundary (Vol. 2)!