Review: Batman: Arkham Origins

Batman Arkham Origins (1)Wenn erfolgreiche Serien an das nächste Entwicklerstudio weitergegeben werden, befürchten Fans oft den Untergang des Franchises. Viele behaupten frech, dass es eigentlich nur schiefgehen kann, wenn nicht mehr die Richtigen vor dem Spiel sitzen. Wir fühlen der Theorie auf den Zahn!

Batman Arkham Origins (2)Leider ist die berühmte Fledermaus, so viel können wir vorab schon sagen, tatsächlich nicht mehr ganz so munter wie noch in den beiden Vorgängern. Wie in so vielen Spielen der letzten Jahre wird in Batman: Arkham Origins mal wieder eine Vorgeschichte erzählt – zumindest so halb. So früh wie der Film Batman Begins setzt das Spiel nicht an, sondern es katapultiert uns ziemlich genau nach den Ereignissen dieses Films ins Geschehen. Der dunkle Ritter ist im zweiten Jahr als Fledermaus immer noch keine gefestigte Persönlichkeit und wird von der Polizei als Gefahr betrachtet. Bis auf Alfred hat er keinen Kumpanen und muss sich sowohl gegen die Kriminellen als auch gegen den langen Arm des Gesetzes allein behaupten. Besonders schwierig, da Batman in Arkham Origins, das nur an einem einzigen Abend spielt, von allen Seiten verfolgt wird. Der bisher noch unbekannte Kriminelle Black Mask hat nämlich 50 Millionen US-Dollar Kopfgeld auf die Fledermaus ausgesetzt, die sich nun verschiedene Assassinen aus dem DC-Universum krallen wollen. Aber auch das Special Weapons and Tactics ist korrupt genug, dem Kopfgeld hinterher zu jagen. All diese Konkurrenz am Heiligen Abend sorgt für eine zugegeben etwas düstere Stimmung bei unserer Feldermaus. Es erwartet einen in dem neuesten Arkham-Teil ein insgesamt ruppigerer Batman, der eben noch häufiger mal die Grenze zum Unrecht überschreitet.

Never change a winning team

Batman Arkham Origins (3)Wie schon in Batman: Arkham City spielt sich die gesamte Geschichte in einem offenen Gotham City ab, dem Schauplatz des Franchises. Entweder schwingen wir uns durch die Stadt, folgen den Nebenmissionen oder bringen die großen Assassinen wie Deathstroke zur Strecke. In all diesen Punkten ist das Spiel zwar ein bisschen größer als der Vorgänger, aber eben nur ein bisschen. Wer nach dem Sprung von der Irrenanstalt in die Stadt eine neue Revolution erwartet hat, wird enttäuscht. Batman: Arkham Origins ist letztlich eine verbesserte Neuauflage des Vorgängers. Weiterhin wird alles gut gemacht, was auch die Serie auszeichnete, aber eben nicht besser als zuvor. Bestenfalls sind ein paar Macken und sperrige Elemente hinzugekommen. Der sehr starke Fokus auf das Kontern lässt manche Kämpfe sehr eintönig werden. Wir fragen uns, wieso wir zig neue Gadgets und Möglichkeiten im Repertoire haben, um unsere Gegner zu attackieren, wenn dann ein stinknormaler Konterangriff doch ausnahmslos die beste Wahl ist. Der Fairness halber sei aber gesagt, dass das Spiel immer noch ein sehr gutes Action-Adventure ist. Man erwartet nach zwei genialen Teilen halt wieder eine Neuerfindung und will nicht nur mit einem typischen Jahresupdate abgespeist werden. Wer mit dem Vorgänger bereits Spaß hatte und seit einem Jahr keine Portion Fledermaus mehr intus hatte, wird auch gerne das recht ähnliche Prequel spielen.

Von Käfern geplagte Fledermaus

Batman Arkham Origins (4)Alles schön und gut und Batman: Arkham Origins sieht zudem eigentlich gar nicht schlecht aus. Es ist nur einfach verbuggt und technisch nicht ausgereift. Komplett wahllos ist uns in der Testphase das Spiel mehrere Male abgestürzt. Zudem kam es dann auch immer wieder zu Bugs, so dass wir zum Beispiel ein paar Mal durch den Boden fielen und uns die Welt vom Untergrund aus ansehen konnten. Wenn man ein in sich gelungenes Spiel vor sich hat und von solchen Unsauberkeiten aus dem Erlebnis gerissen wird, ist es schlichtweg ärgerlich. An solchen Stellen wünscht man sich, dass man von dem ach so lukrativen Jahresrhythmus einmal absieht. Die Spieler würden die Serie in einem viel besseren Licht sehen, wenn man einfach nur jedes zweite Jahr ein Spiel veröffentlicht und dafür wirklich neue Elemente einbaut und eine technisch saubere Arbeit abliefert. So scheint Batman gen Ende der Arkham-Trilogie ein klein wenig der Fifa- oder Assassin’s-Creed-Seuche abbekommen zu haben – jedes Jahr ein kleines Update bringen und damit einen riesigen Reibach machen. Am Ende haben wir also ein gelungenes Spiel, das etwas an den Storyschrauben dreht, alles etwas aufpumpt und alte Mechaniken unangetastet lässt. Wer keinen der Vorgänger kennt, wird einen riesigen Spaß mit Batman: Arkham Origins haben und wer die Vorgänger liebte auch, doch wer Innovationen sucht, sollte sich woanders umsehen.

Geschrieben von Björn Rohwer

Björns Fazit (basierend auf der PlayStation-3-Fassung): Auf den ersten Blick merke ich dem Spiel eigentlich nicht an, dass man das Entwicklerstudio gewechselt hat. Auch wenn ich mit Batman: Arkham Origins ein Prequel spiele, scheint es doch eine konsequente Entwicklung seiner beiden Vorgänger zu sein. Die Welt ist größer geworden, es gibt einige neue Gadgets, die Story und das Charakterdesign sind weiterhin gelungen – eigentlich stimmt fast alles. Nur sind die Erweiterungen unglaublich kleinschrittig und dann begegne ich immer wieder technischen Unsauberkeiten, die das Gesamtbild zerstören. Das Spiel kann noch so gelungen sein, wenn es regelmäßig abstürzt oder von Bugs geplagt wird, geht der Spaß flöten. Zudem musste ich mich an den verhältnismäßig defensiven Charakter vieler Kämpfe gewöhnen. Auch wenn das Free-Flow-Kampfsystem und die viel häufiger auftretenden Prügeleien das Spiel auf den ersten Blick wie ein stumpfes Beat ’em up wirken lassen, muss ich insbesondere in Bosskämpfen vorwiegend auf die Defensive achten. Ansonsten ist auch auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad das Leben der Fledermaus schnell beendet! Am Ende macht es mir aber immer noch schlichtweg Spaß, sich per Enterhaken von Turm zu Turm zu hangeln und so in Windeseile die Stadt zu durchqueren. Mit den ganzen Nebenmissionen, Sammelobjekten und den Verbrechen in Gange, kann ich auch einfach Stunden damit verbringen, ohne auch nur an die Hauptmission zu denken.

Vielen Dank an Warner Bros. Interactive für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars von Batman: Arkham Origins!

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