Review: Batman: Arkham City

Nachdem sich das Vorgängerspiel Batman: Arkham Asylum vom Geheimtipp zum Verkaufsschlager entwickelte, waren die Freudentränen der Fans groß, als der Nachfolger offiziell angekündigt wurde. Dieses Mal schicken uns die Entwickler mit dem dunklen Ritter erneut auf Schurkenjagd, allerdings in einer weitaus offeneren Spielwelt.

Nach der Geschichte rund um die psychiatrische Anstalt Arkham Asylum geht es dieses Mal nach Arkham City, einem abgetrennten Stadtteil vom fiktiven Gotham City, der extra für die überlaufene Psychiatrie von Bürgermeister Quincy Sharp geschaffen wurde. Wie wir uns denken können ist dieser Teil der Stadt die Hölle auf Erden, in der sich die Kriminellen frei auf den Straßen bewegen dürfen und reiner Anarchismus herrscht. Während sich der erste Teil noch ziemlich linear spielen ließ, will Batman: Arkham City mit einer riesigen und offenen Spielwelt glänzen und dies merken wir sofort! Die Stadt wirkt schaurig, die Straßen sind wie leergefegt, die Gebäude strecken sich meterhoch in den Nachthimmel hinauf und wir spüren förmlich die Gefahr, dass hinter jeder Ecke Gegner darauf warten, uns den Hals umzudrehen. Die atemberaubende Atmosphäre fällt vor allem beim Gleiten durch die düstere Landschaft auf. Unter leichtem Schneefall sausen wir auf der Suche nach den Verbrechern von Gotham City lautlos durch die Lüfte. Finden wir eine der Gangster-Gruppierungen, lassen wir uns rasch in die Tiefe fallen und schlagen unbemerkt zu. Sekunden später liegen die Ganoven bewusstlos am Boden und Batman ist wieder in der Stille der Nacht verschwunden.

Entwicklung eines Helden

Wie bereits erwähnt, könnten hinter jeder Ecke und auf jedem Gebäude Gegner auf uns lauern, die nicht gerade freundlich auf unseren Helden zu sprechen sind. Das Kampfsystem hat sich gegenüber Arkham Asylum kaum verändert, was aber nicht negativ zu verstehen ist. Es war schlichtweg genial und sorgte für schnelle und brutale Schlagkombinationen. Spieler die den Vorgänger gespielt haben, sind mit der Steuerung schnell vertraut und können sich sofort ins Getümmel stürzen, aber auch Einstiger werden schnell mit der Tastenbelegung zurechtkommen. Weiterhin können wir aktiv angreifen oder auf Kontermöglichkeiten warten, um des Gegners Attacke zu stoppen, um Angriffe sehr einfach aneinander zureihen. Durch die neue Spielwelt lassen sich fast überall Ansammlungen von Gegnern finden, an denen wir in spannenden und gut inszenierten Gefechten unser Können unter Beweis stellen dürfen. Zudem gibt uns das Spiel die Möglichkeit, während wir durch die Stadt gleiten, unsere Feinde anzuvisieren und im Sturzflug zu zuschlagen. Durch Sammeln von Erfahrungspunkten können wir den dunklen Ritter weiter verstärken und dadurch neue Ausrüstungsgegenstände freischalten, unsere Panzerung verbessern oder neue Combos für den Kampf erlernen, wie zum Beispiel stärkere Konterattacken. Ebenso haben wir die Möglichkeit Gadgets wie den Batarang (Batmans Bumerang) zu modifizieren.

Batman im Kampfeinsatz

Apropos neue Gadgets: Daran mangelt es im neuen Teil sicherlich nicht, denn neben dem Batarang gibt es noch viele weitere technische Spielzeuge, wie etwa das Explosiv-Gel, kryptografische Sequenzer, ein Gewehr (welches Stromladungen verschießt) und auch Frostgranaten, die Batmans Arsenal sinnvoll erweitern. Am wichtigsten für das eigene Überleben ist allerdings der Detective-Modus. Dieser zeigt uns an, wo Gegner in der näheren Umgebung kauern und ob diese Schusswaffen bei sich tragen, denn Batman ist nicht unsterblich. Feinde, die Schusswaffen mit sich führen, zählen dabei nämlich zu den gefährlichsten Gegnern. Diese frontal anzugreifen bringt uns überhaupt nichts und zwingt uns entweder zur Flucht oder in die Knie. Diese Gegner sollten wir besser so lange beobachten, bis sie sich von ihrer Gruppe lösen, um sie dann unsichtbar und hinterrücks auszuschalten. Neben den üblichen Lakaien gibt es natürlich auch in Arkham City ein Wiedersehen mit bekannten Schurken, wie beispielsweise den Joker, Mr. Freeze oder Two-Face. Dabei sind gerade die Bosskämpfe sehr einfallsreich und fordern uns in vielen Situationen. Der Schwierigkeitsgrad hingegen ist eine Komplikation für sich, so sind die Auseinandersetzungen auf dem normalen Schwierigkeitsgrad viel zu einfach. Schrauben wir den Schwierigkeitsgrad hoch, sind diese in unseren Augen dann allerdings teilweise schon zu anspruchsvoll. Hier sollten die Entwickler gegebenenfalls noch in Form eines Patches nachbessern.

Die Nebenjobs eines Superhelden

Neben der Haupthandlung gibt es noch viele kleinere Missionen, die wir in Arkham City erledigen können. So dürfen wir unschuldig inhaftierten Menschen helfen oder Rätsel lösen, die der Riddler extra für uns hinterlassen hat und das sind mit vierhundert Rätseleinlagen nicht gerade wenig. Die Denkspiele sind überwiegen wie in Arkham Asylum gestaltet und so folgen wir den vertrauten Mustern und bewältigen verschiedene Geschicklichkeitstests, aber die Rätsel haben diesmal einen Hintergrund! Immer wenn Batman eine bestimmte Anzahl an Trophäen gesammelt hat, verrät Riddler uns eine Position, wo er Geiseln versteckt hält. Neben den Riddler-Rätseln gibt es auch noch die Möglichkeit mit dem zusätzlich spielbaren Charakter Bane, jedoch vollkommen getrennt voneinander, sechs in Arkham City verteilten Tonnen ausfindig zu machen. In diesen Tonnen befindet sich das Mutagen Titan, welches wir noch aus dem ersten Teil kennen. Uns wird im Spielverlauf bei weitem nicht langweilig und wir finden dauerhaft irgendwelche Beschäftigungen in denen wir genügend Möglichkeiten geliefert bekommen, abseits der Story ein bisschen durch Arkham City, wo ab und an auch Ärzte, Journalisten und Polizisten um ihr eigenes Überleben kämpfen, zu fliegen und die erwähnten Nebenmissionen auszuführen.

Das ruhige Nachtleben von Arkham City

Das Wunderwerk der Technik scheint wirklich alles aus den Konsolen raus zu hohlen. Die Stadt ist so düster wie Batmans Umhang und die Architektur der Gebäude ist einfach eine Kunst für sich. Selten bekommen wir eine solch finstere und schaurige, gleichzeitig aber auch wunderschöne Atmosphäre in einem Videospiel geboten. Es ist eine Kontroverse für sich – einerseits spiegelt die Stadt die pure Qual der Menschheit wieder, überall vernehmen wir Schreie und Randale, sowie die beängstigende Stille der Nacht. Fliegen wir durch die Lüfte, bekommen wir keine musikalische Untermalung geboten, sondern hören nur das beruhigende Pfeifen der Luft und sehen dabei dem Schnee zu, wie er langsam auf den Erdboden rieselt. Gleiten wir durch die Nacht, müssen wir jedes Mal aufs Neue staunen, wie schön die Gebäude in Arkham City durch das künstliche Licht bestrahlt werden. Nebenbei erwischen wir uns gerne mal dabei, wie wir den höchsten Turm der Stadt anvisieren, um ihn zu erklimmen, damit wir so lange wie möglich durch die Luft gleiten können, um zum wiederholten mal die Stadt samt Skyline zu begutachten.

Packende Batman-Atmosphäre

Alles wirkt trotz der Gewalt auf den Straßen stimmig. Sei es der Hafen, das Industriegebiet oder der Park – jeder einzelne Ort birgt seine eigene Stimmung in sich und sorgt dafür, dass wir mit offenen Mündern vor dem Bildschirm sitzen bleiben, aber nicht nur die Stadt weiß zu begeistern. Die Charaktermodelle sehen ebenfalls fabelhaft aus, Batmans Anzug sitzt eng am Körper und die Bewegungsabläufe und Gesichter sind wunderbar animiert, sie wirken durchaus filigran. Neben der Grafik gebührt ein Sonderlob den Sound-Designern und Synchronsprechern. Vor allem die deutschen originalen Synchronsprecher stecken so viel Elan in dieses Spiel, dass es einem Film um nichts nachsteht. Fans der Batman-Filme mit Christian Bale freuen sich dabei über die angenehme Stimme von David Nathan, der dem dunklen Ritter nun einmal mehr vertont. Für Fans, die der englischen Sprache mächtig sind, liegt auf der Disk auch die englische Sprachausgabe bei und die hat es wirklich in sich. Obwohl die deutsche Synchronisation schon absolut genial klingt, legt das Original noch eine Schüppe drauf und lässt und aus den Socken fallen. Die akustische Inszenierung kann mit einem modernen Blockbuster ohne Probleme mithalten. Batman: Arkham City vereint nahezu perfekte Spielbarkeit mit einer wunderbaren Atmosphäre und darf in keiner Spielesammlung eines jeden Action-Adventure-Fans fehlen.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der PlayStation-3-Version): Ich weiß wirklich nicht mehr, was ich sagen soll. Normalerweise besteht mein Fazit bei guten Spielen aus Wörtern wie grandios, wunderschön oder sonstigem. Ich weiß wirklich nicht, welche Umschreibungen dieses Spiel verdient. Batman: Arkham City hat seinen Vorgänger tatsächlich in den Schatten gestellt. Nachdem viele Fans der Meinung waren, dass man Batman: Arkham Asylum nicht mehr aufgrund seiner einmaligen Atmosphäre toppen kann, kann ich nun beruhigt sagen, dass das tatsächlich möglich ist und das Ergebnis finde ich in Arkham City! Die Entwickler haben endgültig gezeigt, dass eine Film- und Comic-Adoption als Videospiel für Erfolge sorgen kann. Nach tausenden Fehlschlägen der Spielindustrie mit Titeln wie Iron Man, Transformers und Konsorten ist mit den letzten Batman-Spielen ein neues Zeitalter angebrochen und nicht nur in diesem Bereich, sondern in der gesamten Videospielszene kann sich das Spiel sehen lassen. Es ist ein Spieltitel, der sich nicht zu verstecken braucht oder als Geheimtipp betitelt werden muss, es ist für mich schon das bisher beste Action-Adventure des Jahres. Die Story ist reif für Hollywood und die Nebenmissionen machen Spaß und sorgen dabei auch noch für Langzeitbeschäftigung. Außerdem wirken die Charaktere anhand ihrer Erscheinung und der einzigartigen Synchronisation wie echte Schauspieler in Perfektion. Für alle Batman-Fans ein Pflichtkauf, aber auch für Spieler die einfach ein fantastisches und perfektes Action-Adventure im Spielregal stehen haben wollen.

Vielen Dank an Warner Bros. Interactive für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Batman: Arkham City!

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