Review: Rob-B-Hood

Rob-B-Hood (1)Nachdem der Film Der Mythos abgedreht worden war, setzte sich Schauspieler Jackie Chan abermals mit Regisseur Benny Chan zusammen, mit dem er schon New Police Story auf die Leinwand gebracht hatte. Rob-B-Hood war allerdings nur für den Heimkinomarkt gedacht.

Rob-B-Hood (2)Wenn man als Vermieter eines mehrstöckigen Hauses nicht genügend Einnahmen erzielt und sein Leben mit Geld aufwerten möchte, dann kann man leicht auf die schiefe Bahn geraten. In Rob-B-Hood hat sich Ren Si Tos und Bai Da Tongs Vermieter gedacht, mit den beiden einen Einbrechertrupp ins Leben zu rufen. Gemeinsam beschließen sie, ein Krankenhaus um einige wertvolle Medikamente und mehrere Geldbündel zu erleichtern. Der Einbruch gelingt, doch werden Ren Si To und Bai Da Tong erwischt und sorgen im Gebäude für weitere Aufregung. Zur gleichen Zeit wird dort nämlich auch ein Kind von einem Mann entführt, der glaubt, der Vater des Jungen zu sein. Die Entführung endet tragisch und der angebliche Vater stirbt beim Fall von einer Rolltreppe ins Erdgeschoss des Krankenhauses. Da Ren Si To und Bai Da Tong das Baby vor dem tödlichen Sturz bewahren können, gelingt es ihnen im ganzen Trubel aus dem Gebäude zu entkommen. Ren Si To investiert seinen Gewinn direkt wieder ins illegale Glücksspiel in den Hinterzimmern diverser Hongkonger Läden. Bai Da Tong hingegen hält seine Ehefrau auf Distanz, um die Tochter eines reichen Geschäftsmanns zu angeln. Um sie zu umwerben, verprasst er seine Einnahmen für teure Handtaschen und Kleider. Fang Dong, ihr Vermieter, versteckt das Geld in einem geheimen Safe, um sich ein Vermögen anzuhäufen.

Geld regiert die Welt

Rob-B-Hood (3)Zunächst könnte man meinen, dass Fang Dong der einzig Glückliche der drei Verbrecher ist, denn Ren Si To häuft immer mehr Schulden bei einem Kredithai an und Bai Da Tongs Frau hängt ihm ständig in Nacken. Er fordert von ihr sogar, ihre Schwangerschaft abzubrechen. So wollen beide im Leben mehr erreichen, doch schaffen sie es nicht, glücklich zu werden. Als Fang Dong jedoch ausgeraubt und das gesamte Ersparnis gestohlen wird, bricht auch für ihn eine Welt zusammen. Obwohl er sich zur Ruhe setzen will, bekommt er glücklicherweise von seinem Auftraggeber einen neuen Job, bei dem er glatt sieben Millionen Hongkong-Dollar verdienen könnte. Ren Si To und Bai Da Tong schließen sich der Sache an, doch anstatt einen Kunstgegenstand oder sonstige Wertgegenstände zu rauben, ist es diesmal ein Kind, welches sie entführen müssen. Sie staunen nicht schlecht, dass es dasselbe Kind ist, welches sie bei ihrem letzten großen Auftrag kennengelernt haben. Der Großvater des Kindes will jedenfalls einen Bluttest machen, um zu erfahren, ob sein verstorbener Sohn tatsächlich der leibliche Vater und er somit der echte Großvater ist. Als die Dinge anschließend aus dem Ruder laufen und sie sowohl von der Polizei als auch von zwei Verbrecherorganisationen verfolgt werden, überdenken sie ihre Taten und beginnen, in Bezug auf das Baby wieder moralisch zu handeln.

Good Guy Jackie Chan

Rob-B-Hood (4)Mit dem Film Rob-B-Hood wollte Jackie Chan, der hier Ren Si To spielt, sein Image als guter Kerl ein wenig abbauen. Allerdings gelingt ihm das nicht ganz. Er spielt zwar einen Ganoven, doch wirkt seine Rolle eher liebenswert und durch moralische Grundsätze, die er und seine beiden Komplizen haben, hat man zum Teil Verständnis. Zudem sagt Benny Chan in einem Interview sogar, dass man den Zuschauer einen bösen Jackie-Chan-Charakter nicht verkaufen könne. Zudem sollte man sagen, dass Ren Si To Jackie Chans nicht unbedingt beste Rolle ist. Zwar kommen selbst in dieser Komödie einige waghalsige Stunts und ein paar recht gute Martial-Arts-Kämpfe vor, doch halten sich diese auf einem mittleren Niveau. Viel mehr geht es um die Entführung des Babys und wie Ren Si To und Bai Da Tong lernen, sich mit einem Kleinkind auseinanderzusetzen und über ihr Leben nachzudenken. Für Bai Da Tong ist dieses Arrangement besonders wichtig, möchte er seine Frau doch zur Abtreibung zwingen. In der deutschen Fassung ist der Film um neun Minuten gekürzt, doch sind die fehlenden Szenen in den Film im kantonesischen Originalton eingewebt. Somit kommt Rob-B-Hood auf ganze 136 Minuten Laufzeit. Das Bonusmaterial fällt mit Interviews und Making-ofs mit mehr als zwei Stunden sehr üppig aus und rundet das Gesamtpaket der Blu-ray-Veröffentlichung sehr gut ab.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Vor einigen Jahren habe ich den Film bei der Deutschlandpremiere 2009 im Fernsehen zum ersten Mal gesehen. Ich mochte den Film auf Anhieb, doch beim zweiten Ansehen fallen einem doch ein paar Defizite auf, die man als langjähriger Jackie-Chan-Film nicht außer Acht lassen darf. Während ich die Handlung von Rob-B-Hood wirklich großartig finde und für einen Film, der direkt für den Heimkinomarkt entworfen wurde, mehr als ausreicht, sind es eher die verschiedenen Einflüsse, die mich dabei stören. Jackie Chan spielt hier einen Dieb, der durchgehend auch sehr charmant wirkt, doch da er sich mit den falschen Leuten einlässt, kommt es zu mehreren Auseinandersetzungen, die zum Teil mit körperlicher Gewalt gelöst werden. Problematisch ist dies, da in diesen Kämpfen das Kind automatisch mit einbezogen wird. So fällt das Baby mehrmals einige Meter von der einen oder anderen Anhöhe und wird immer wieder aufgefangen. Selbstverständlich ist klar, dass das Kind bei den Dreharbeiten so sicherlich nicht eingesetzt worden ist, doch sehen viele Szenen so aus, als ob man achtlos mit dem Kind umgehen würde. Das steht dann im krassen Gegensatz dazu, was der Film eigentlich erzählen möchte: Nämlich den richtigen Umgang mit Kleinkindern. Trotzdem kann man sich wunderbar mehr als zwei Stunden auf Rob-B-Hood einlassen, denn obwohl Jackie Chan hier nicht wie in anderen Filmen glänzen kann, bekommt er dennoch genügend Raum, um sich für Fans ansatzweise zu entfalten.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Rob-B-Hood!

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