Review: The Garden of Sinners Film 5: Paradoxe Helix

Seit Monaten werden die The-Garden-of-Sinners-Filme auch in Deutschland veröffentlicht. Mit dem fünften Teil der Reihe nähert sich die epische Geschichte rundum die drei Freunde Shiki, Tōko und Mikiya ihrem Ende zu – ab sofort sogar chronologisch geordnet, na ja fast!

Ein Obdachloser nächtigt in nicht abgeschlossenen Wohnungen, doch hätte er sich lieber ein anderes Gebäude zum Übernachten ausgesucht, denn in jener Nacht entdeckt er die brutal zugerichteten Leichen des Ehepaars Enjō. Geprägt von diesem grausamen Anblick verständigt er die Polizei, doch als diese am Tatort eintrifft, öffnet Herr Enjō quickfidel die Tür. Tomoe Enjō, der Sohn des für tot gehaltenen Ehepaars, streift durch die Straßen von Tōkyō und trifft dort auf Shiki. Gemeinsam versuchen sie herauszufinden, weshalb seine Eltern wohlauf sind, obwohl Tomoe felsenfest davon überzeugt ist, dass er sie ermordet hat. Sōren Araya, seines Zeichens ein mächtiger Magier, überrascht die beiden bei Untersuchung des Wohnblocks, wo Tomoe einst lebte. Tōko weiß angeblich mehr über dieses Gebäude und eilt den beiden mit Mikiya zur Hilfe. Doch nicht nur Sōren stellt ein Problem dar, denn auch Cornelius Alba, ein Freund aus Tōkos Studienzeit stellt sich den beiden in den Weg. Ein Showdown entbrennt, bei dem Leben und Tod noch nie so nahe miteinander verwoben waren.

Paradoxe, aber verständliche Handlung

Die titelgebende paradoxe Helix (ein wohl eher geläufiger Begriff wäre Spirale) kommt beim fünften Serienteil erst zum Ende hin zur Geltung. Sie zu erklären, würde die nicht wenigen Wendungen der Handlung verraten und viel von der Spannung nehmen. Euch sei jedoch gesagt, dass der Wert des Titels mehr Gewicht trägt, als noch beim vierten Film (Der leere Tempel). Die Macher dieses Werkes haben es vortrefflich geschafft, eine stimmige und in sich geschlossene Geschichte zu erzählen. Auch wenn Hintergrundwissen aus den ersten vier Episoden nützlich sei, versteht man The Garden of Sinners Film 5: Paradoxe Helix auch ohne diese gesehen zu haben. Die erste Filmhälfte ist durchgehend einfach gestrickt, doch nach 45 Minuten nimmt die Handlung eine Wendung. Die Geschichte wird im restlichen Film ohne Shikis Zutun geschildert, wodurch die Charaktere von Tōko und Mikiya mehr zur Geltung kommen. Tomoe stellt zwar einen Nebencharakter da, doch nimmt er die Rolle der tragenden Persönlichkeit in diesem Film ein. Sein Lebensweg hat uns berührt, seine Träume erschüttert.

Abendfüllende und gute Unterhaltung

The Garden of Sinners Film 5: Paradoxe Helix stellt den von der Laufzeit her bisher längsten Film der Serie dar. Ganze 110 Minuten (auf der Hülle werden fälschlicherweise 115 Minuten angegeben) dauert das Spektakel und keine einzige Minute wurde unpassend verschenkt, wie es besonders in einigen Anime-Serien gelegentlich der Fall ist. Inhaltlich von der ersten Szene bis hin zum Abspann gut durchdacht und künstlerisch wundervoll in Szene gesetzt, versteht es Studio Ufotable den Zuschauer bei Laune zu halten. Der Film erstrahlt im angenehmen 16:9-Format und wird von einer ausdrucksstarken Farbwahl begleitet. Der Soundtrack könne gar nicht besser gewählt sein – so gut wie jede Szene wird entsprechend gut untermalt, nur wenige Stellen wirken etwas aus dem Kontext gerissen. Immerhin liegt der Soundtrack wie immer auf einer Bonus-CD bei, die ganze 62 Minuten lang unterhält (die dreißig Minuten, welche auf der Packung angegeben werden, sind definitiv untertrieben!). Die japanische Synchronisation hört sich fantastisch an, kann aber nur mit deutschen Untertiteln angeschaut beziehungsweise angehört werden. Die deutsche Synchronfassung ist dank den (bekannten) Sprechern ebenfalls hörenswert, nur die Rolle des Tomoe kommt im Japanischen glaubhafter daher. The Garden of Sinners Film 5: Paradoxe Helix ist definitiv sein Geld und mehr als nur einen Blick wert.

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung inklusive Soundtrack-CD): Nachdem ich den vierten Teil der Reihe gesehen hatte, war ich doch etwas enttäuscht. Wie gut, dass ich den Mut gefasst und mir auch den fünften Serienteil angeschaut habe. Endlich verdient es ein Teil der The-Garden-of-Sinners-Filme, sich auch als Film bezeichnen zu dürfen. 110 Minuten sind in Anbetracht der recht kurzen Vorgänger eine ordentliche Leistung. Wenn dann auch noch jede einzelne dieser 110 Minuten genutzt wurde, die Handlung auch nicht in die Länge zu und den Zuschauer in den Bann zu ziehen, ohne das Langeweile aufkommt, dann hat The Garden of Sinners Film 5: Paradoxe Helix sein Ziel erreicht. Die Geschichte ist spannend und kann ab der zweiten Hälfte auch mit unchronologisch geordneten Verhältnissen und interessanten Wendungen punkten, welche auch überwiegend alle aufgedeckt werden. Wirklich offene Fragen, wie es noch bei den ersten vier Episoden der Fall war, gibt es beim fünften Film nicht mehr. Der Soundtrack fällt mir durchweg positiv auf, nur bei einigen (wenigen) Stellen würde mir eine andere Musikuntermalung gefallen. Schade ist auch, dass der Song, welcher beim Abspann eingespielt wird, (wohl aus Lizenzgründen) nicht auf der CD enthalten ist. Da die folgenden Filme nun in chronologischer Reihenfolge erscheinen, dürfen sich die Besitzer aller fünf Streifen darauf einstellen, sich die Serie nun auch in einer geordneten Reihenfolge anzusehen.

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung von The Garden of Sinners Film 5: Paradoxe Helix!

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