Bald ist es endlich geschafft – die Anime-Reihe The Garden of Sinners nähert sich mit großen Schritten dem Finale zu. Nach den Ereignissen in Film 5: Paradoxe Helix, geht es im vorletzten Teil der Serie etwas gemütlicher, aber nicht weniger gefährlich in einem Magierinnen-Internat zu.
Im sechsten Teil lernen wir verstärkt Mikiyas Schwester Azaka kennen, die fernab der Zivilisation das eingangs erwähnte Internat besucht, um eine so begabte Magierin wie Tōko zu werden. In der Schule geschehen zunehmend seltsame Dinge. Eine Schülerin begeht Selbstmord und eine ganze Schulklasse verschwindet. Schuld daran sollen angeblich Feen sein. Um Azaka unter die Arme zu greifen, beschließt Tōko Aozaki Shiki Ryōgi mehr oder weniger heimlich in das Internet zu schicken. Shiki sollte mit ihrer speziellen Gabe dazu in der Lage sein, die Feen aufzuspüren und Licht ins Dunkle zu bringen. Schon bald erfahren die beiden Mädchen, dass eine dunkle Macht hinter den Ereignissen steckt. Jener Feind wurde von einem Widersacher geschickt, der eigentlich für tot gehalten wurde. Die Auflösung gibt es allerdings erst gegen Ende des Films. Obwohl die Handlung in den letzten Episoden sehr spannend geschildert war, bemerken wir hier langsam Abnutzungserscheinungen.
Ost trifft West
Kurz vor Schluss schafft es auch der sechste Teil von The Garden of Sinners noch ein paar Fragen in den Raum zu werfen, bevor es hoffentlich Antworten auf viele der Mysterien gibt, die wir im Verlauf der Serie erfahren haben. Der sechste Film unterscheidet sich vom Stil her stark, denn anstatt das Geschehen wieder in der Innenstadt anzusiedeln, verschlägt es unsere Heldin Shiki dieses Mal in ein Internet, dessen Mittelalter-Architektur mitteleuropäisch anmutet und mit der Feen-Thematik gibt es einen weiteren Punkt auf der Liste, die den Stilbruch umschreibt. Freunde der japanischen Pop-Kultur, die aus dem Einheitsbrei des mittelalterlichen Europa schleichen möchten, dürfte das nicht unbedingt gefallen. Musikalisch geht es ebenfalls etwas europäischer zu, doch das fällt beim Setting nicht wirklich negativ ins Gewicht. Die Handlung in Bezug auf die Auseinandersetzung zwischen unseren Charakteren und ihren Gegenspielern ist ähnlich aufgebaut wie in den Vorgängern, nur konzentriert sich das Geschehen im sechsten Film verstärkt auf Azaka, nur beiläufig auf Shiki.
Ausdrucksstarke Dramatik
Wie die vorangegangen Serienableger kommt auch Film 6: Verlorene Erinnerung mit schön gezeichneten Charakteren daher, die mit ihren Animationen wunderbar ins blasse, aber doch sehr ausdrucksstarke Bild passen. Insbesondere die passend eingesetzten Lichteffekte, die uns durchgehend im 16:9-Format präsentiert werden, ziehen die Aufmerksamkeit der Schauplätze auf sich. Die deutschen Synchronsprecher der ersten fünf Filme, lassen auch (unverändert gut) im sechsten Teil wieder von sich hören. Die japanische Originaltonspur ist selbstverständlich auch auf dem Datenträger enthalten. Beide Tonfassungen können uns etwa 58 Minuten lang bei Laune halten, danach können wir den auf einer CD (circa 28 Minuten) separat beiliegenden Soundtrack nach Lust und Laune anhören. So gut wie in den ersten fünf Filmen ist dieser dieses Mal aber nicht ausgefallen, was aber nicht bedeuten soll, dass die Szenen unpassend unterlegt werden. Wir sind schon sehr gespannt darauf, wie die Geschichte um Shiki enden wird.
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung inklusive Soundtrack-CD): Wer bereits die ersten – von mir geschriebenen – Reviews von The Garden of Sinners gelesen hat, wird wohl wissen, dass ich ein großer Fan des Animes geworden bin und mir die drei Charaktere Shiki Ryōgi, Tōko Aozaki und Mikiya Kokutō allesamt ans Herz gewachsen sind. Nachdem mir die ersten fünf Streifen im Gegensatz zum sechsten Teil der Reihe sehr gut gefallen haben, hat sich hier das Blatt leider gewendet. Zwar ist der Ansatz, dass man die Magierinnen-Schule irgendwie zeigen sollte, durchaus richtig, doch mir persönlich gefällt das westliche Setting nicht so besonders, wenn man es mit fernöstlichen Inhalten mixt – zumindest nicht in The Garden of Sinners. Trotzdem habe ich es keinesfalls bereut, sechzig Minuten für den Film aufzuopfern, denn optisch und technisch macht auch Film 6: Verlorene Erinnerung eine mehr als nur gute Figur. Leider gefiel mir die Handlung rundum die Feen nicht besonders gut, hier hätte ich durchaus mehr erwartet und ich weiß, dass Type Moon und Studio Ufotable dazu im Stande sind, wie ich aus Erfahrung nur bestätigen weiß. Ich hoffe aber sehr, dass der siebte Film die Serie zu einem Guten und abschlusswürdigen Ende bringt.
Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!