In diesem Jahr möchten wir euch zu jeder Pressekonferenz der Electronic Entertainment Expo ein kleines Special anbieten. Den Anfang machte Konami bereits am ersten Juni, obwohl der Konzern nicht mit einer konventionellen Show auf sich aufmerksam machen wollte.
In einer futuristisch wirkenden und computeranimierten Stadt beginnt die Ankündigungsreihe des japanischen Unternehmens. Mit Lichtstrahlen erscheint Tomoyuki Tsuboi, Präsident der US-amerikanischen Niederlassung und begrüßt die Zuschauer. Er behauptet, dass Konami für diesen Abend eine aufregende Show geplant habe. Dazu möchte man wichtige Persönlichkeiten des Unternehmens vorstellen, neue Trailer zu angekündigten und auch zu vielversprechenden Titeln der Öffentlichkeit präsentieren. Einen kleinen Vorgeschmack liefert er mit der Metal-Gear-Serie, welche 1987 ihr Debüt auf dem MSX2-Heimcomputer feierte und 25 Jahre später bei den Spielern immer noch sehr beliebt sei. Zunächst geht er jedoch auf ein Entwicklerstudio ein, welches mit Frogger Pinball, Puzzle Chasers und Twilight Carnival auf sich aufmerksam machen wird – allesamt so genannte Social Games. Konami hat den Sprung in diesen Bereich also nicht verpasst. Tsuboi bedankt sich bei den Zuschauern für die langjährige Unterstützung und wünscht ihnen gute Unterhaltung bei der restlichen Show. Er lässt sie nun mit einer Reihe lauter aneinandergereihter Videos alleine vor dem heimischen Rechner sitzen. Als nächstes ist John S. Coligan an der Reihe. Er stellt die angesprochenen Social Games für Facebook und andere Netzwerke vor und zeigt in groben Zügen, wie eine übliche Entwicklung solcher Titel abläuft.
Konami und Social Networks
Coligan darf allerdings noch nicht verraten, an welchen neuen mobilen Social Games sein Entwicklerstudio im Moment arbeitet, verspricht allerdings, dass es in den nächsten Monaten die eine oder andere Ankündigung zu diesem Thema geben wird. Als nächstes flimmern ein paar vorgerenderte Szenen aus einem kommenden Pro Evolution Soccer über den Monitor, bevor Masuda Kei das Wort hat. Auch hier ist Konami die Social-Network-Anbindung sehr wichtig und verspricht für Pro Evolution Soccer 2013 eine Facebook-Unterstützung. Er gibt außerdem einen kleinen Ausblick darauf, welche Moves in der Fußball-Fortsetzung möglich sein werden. Dazu wird allerdings auch Rohmaterial des Spiels verwendet. Fans werden also noch ein paar Monate auf den nächsten Teil der Reihe warten müssen. Als Werbefigur wurde – zumindest für die Show – Christiano Ronaldo mit an Bord geholt. HD-Remakes sind seit ein, zwei Jahren stark in Mode gekommen. So möchte auch Konami Zone of the Enders ins hoch aufgelöste Bildformat portieren. Dazu hat man Hideo Kojima eingeladen. Der in Japan sehr beliebte Robot Anime war die Inspiration für sein Zone of the Enders (das Franchise hat übrigens nichts mit dem stellvertretenden Gameplay-Gamers-Chefredakteur Thomas Enders zu tun), so Kojima. Die Roboter in Zone of the Enders seien aber deutlich schneller, was dem Spiel eine neue Dynamik geben sollte.
Hideo Kojima im Rampenlicht
Kojima ist stolz darauf, dass Zone of the Enders nicht nur für die PlayStation 3, sondern auch erstmals für eine Microsoft-Konsole erscheinen wird. Nach der Vorstellung des Titels bleibt uns Kojima erhalten. Er blickt nun auf die Metal-Gear-Reihe zurück. Dabei geht er ganz besonders auf die Charakterentwicklung von Snake ein, der in seinem ersten Videospiel überhaupt noch nicht sprechen konnte und heute einer der facettenreichsten Charaktere im Business ist. Kojima ist stolz darauf, dass die Spiele so viele Fans gefunden haben und sogar in einigen einschlägigen Museen ausgestellt werden. Zudem kündigt er hier nochmals an, dass die Metal Gear Solid HD Collection ebenfalls noch für die PlayStation Vita erscheinen wird. Aufgeregt ist er über Metal Gear Rising: Revengeance beziehungsweise über die für das Spiel genutzte Fox Engine. Konami hat ihm hier allerdings den Maulkorb angelegt, weshalb er dazu keine Informationen verraten darf – schade, aber nach all den Jahren der Erstankündigung könnte sich der Konzern so langsam zu der einen oder anderen Spekulation äußern und Fakten für die wissbegierigen Fans verlauten lassen. Zumindest zeigte man diesen hier noch einen atemberaubenden Trailer zu Metal Gear Rising Revengeance, in welchem literweise Blut spritzt und der eine oder andere ausführbare Move vorgestellt wird. Datiert wird das Spiel mittlerweile auf das Frühjahr 2013.
Blut für Dracula
Nachdem noch das eine oder andere Element von Metal Gear Rising: Revengeance, wie etwa der Protagonist Raiden, vorgestellt wurde, hat man noch eine passende Parodie des Titels von Mega 64 eingespielt. Das lockert die sterile Show deutlich auf! Plötzlich erschien in Licht gehüllt Tsuboi auf dem Bildschirm und versprach den Zuschauern eine Überraschung. Das Bild färbt sich schwarz, das rotweiße Konami-Logo ist deutlich zu erkennen und ein Trailer beginnt. Ein Mann mit einem Mantel geht durch einen mit Kerzen beleuchteten Raum und öffnet eine große Tür nach draußen. Er steht auf einem Balkon, blickt auf eine Armee von seinem Schloss hinab und fegt diese mit Magie und einer Art Peitsche hinfort. Als sich dann plötzlich auch noch ein Koloss aus der Masse erhebt und der Mann das Blut eines Soldaten trinkt, um den Kampf anzugehen, dürfte dem letzten ein Licht aufgegangen sein. Der Trailer zeigt eindeutig einen Teil der Castlevania-Reihe und so kommt es dann auch. Castlevania: Lords of Shadow 2 ist hiermit offiziell angekündigt und das ist unserer Meinung nach auch bitter nötig, denn der Vorgänger endete immerhin mit einem furiosen Cliffhanger. Das ist aber noch nicht alles, denn ein weiterer Trailer knüpft nahtlos an diesen an. Ein Titel, vermutlich ebenfalls ein Teil der Castlevania-Serie, wird auf Nintendos 3DS erscheinen. Hier wird die Electronic Entertainment Expo in den nächsten Tagen Klarheit verschaffen. Tsuboi tritt wieder auf die Bühne und verabschiedet sich – der Abspann läuft über den Bildschirm.
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf der Show): Ich muss ehrlich zugeben, dass mich die Show von Konami nicht sonderlich begeistert hat. Das liegt zum einen daran, wie man die Show aufgezogen hat. Eine Aneinanderreihung an Videos kann wirklich jeder bewerkstelligen. Das hat für Konami dann den Vorteil, dass sie die Videos auch einzeln ins Netz stellen können und zielgruppenorientiert die Inhalte an den Mann beziehungsweise die Frau bringen. Ich erwarte bei der wichtigsten Videospielmesse der Welt aber mehr – bei der Gamescom in Köln klappt es doch auch in jedem Jahr mit einer anständigen Pressekonferenz. Inhaltlich war es aber im Grunde schon abzusehen, was man vom japanischen Konzern erwarten durfte. Dass auch im nächsten Jahr ein neues Pro Evolution Soccer erscheint, ist mir ebenso bewusst wie, dass auch Metal Gear Rising: Revengeance früher oder später endlich mal erscheinen wird. Dass an einem HD-Remake von Zone of the Enders gearbeitet wird, ist mir ebenfalls bewusst. Gefreut habe ich mich lediglich über die Ankündigung von Castlevania: Lords of Shadows 2 und den vermutlichen 3DS-Titel des Franchises, der wohl in den nächsten Tagen auf der Messe in Los Angeles näher vorgestellt werden wird. Spekuliert wurde ja schon lange genug über beide Titel und jetzt bin ich froh, dass endlich Gewissheit herrscht. Ein voller Erfolg war Konamis Show zwar nicht, aber wenigstens wissen Fans der jeweiligen Spiele endlich, wie es um die Fortsetzungen steht. Im nächsten Jahr wünsche ich mir aber wieder eine ganz normale Pressekonferenz, auf der es dann auch mehr als eine überraschende Ankündigung geben darf.