Ein Gigant unter den Taktik-Shootern ist zurück und möchte nach einigen Jahren Ruhepause nochmals zeigen, was in ihm steckt. Weniger Taktik und Schleichen, sondern eine mehr actionreiche Inszenierung á la Call of Duty ist hier das Motto.
Viele alte Spielerhasen kennen Ghost Recon noch als Meilenstein für Taktik in einem Kriegsspiel und erwarten mit Future Soldier einen Titel, der in der nahen Zukunft spielt und mit neuen Gadgets daherkommt, welche die Einsatzmöglichkeiten um ein vielfaches erweitern. Die neuen Ausrüstungsgegenstände basieren dabei auf aktuell eingesetztem, sowie in Entwicklung befindlichen Equipment des Militärs der Vereinigten Staaten. Diese Ausrüstung wird von den sogenannten Ghosts weltweit benutzt, sei es in Nicaragua, Südamerika oder in Pakistan – die Ghosts kommen an so manchen Fleck der Welt und agieren schnell und im Geheimen. Grund für ihren Einsatz ist diesmal ein Bombenbauer, welcher ein Einsatzteam der Ghosts auf dem Gewissen hat. Dieses Einsatzteam hatte den Auftrag, eine Bombe zu finden und zu zerstören, bevor diese an der Grenze zwischen Nord- und Südamerika explodiert. Wir erleben hautnah mit, wie dieser Auftrag scheitert und das Team durch die Bombe eliminiert wird. Folglich ist klar, dass wir nun den Verantwortlichen finden wollen. Es ist für uns jedoch nicht leicht, den Verantwortlichen aufzufinden und so kämpfen wir uns von Afrika, über Pakistan und Norwegen, bis nach Russland. Es wird also ein hartes Stück Arbeit für die Ghosts!
Nur im Team ist Überleben möglich
Wir erleben die Geschichte unseres Einsatztrupps aus der Sicht von Pepper, einem eher ruhigen und in sich kehrenden Charakter, der ohne große Fragen seinen Job erledigt. Dazu bekommen wir noch weitere drei Teammitglieder, welche aber von der künstlichen Intelligenz gesteuert werden. Wir sind also für die Führung dieses Teams verantwortlich. Nur als aufeinander eingstimmte Gruppe können wir im Feindgebiet operieren und sind somit auf die Unterstützung unserer Kollegen zwingend angewiesen. Während wir in den Vorgängern noch unserer Gruppe Befehle erteilen konnten, fällt dieses Feature in Tom Clancy’s Ghost Recon: Future Soldier komplett weg. Dies macht aber nichts, da unsere Spielfiguren selbstständig nahezu pefekt funktionieren und gut auf verschiedene Situationen reagieren. Sie weisen uns auf Feinde in der Nähe hin, geben uns Tipps und positionieren sich schlau in Richtung des Feindes. Wir können zudem Ziele makieren und unsere Mitglieder an unserer Stelle schießen lassen – wir brauchen also keinen einzigen Schuss abgeben. Neben der künstlichen Intelligenz können auch drei menschliche Mitstreiter das Schlachtfeld betreten und sich uns anschließen. Hierbei ist es wichtig, sich gut abzusprechen, Ziele gemeinsam zu suchen und ein gutes Timing an den Tag zu legen. Wir fühlen uns mit Freunden wie in einer echten Elite-Einheit und genau das bereitet uns eine Menge Spaß!
Elite-Einheiten im Mehrspielermodus
Wie heutzutage üblich, ist auch in Future Soldier ein geeigneter Multiplayer-Modus mit inbegriffen, welcher vier Spielarten umfasst. In Köder, Konflikt und Belagerung müssen verschiedene Missionsziele erreicht und Angriffe abgewehrt werden. Hierbei lohnt es sich vorallem im Team zu agieren. Neben diesen Multiplayer-Erlebnissen gibt es auch noch einen Horde-Modus, der hier schlicht mit Guerilla betitelt wird. Unser Ziel ist es, viele Wellen von Feinden abzuwehren und so lange wir möglich zu überleben. Es fehlt hier ein bisschen die Innovation, jedoch machen die altbewährten Spielmodi Spaß und man weiß, wie diese für sich genommen funktionieren. Als Belohnungen gibt es nach jeder Runde, so wie es bei so gut wie jedem Spiel üblich ist, neue Gadgets, welche uns stärker machen und für die nächste Schlacht anpassen können. Nach jeder Runde kann somit der eigene Soldat individualisiert werden, um in der nächsten Runde den Gegner zu dominieren. Neben neuen Waffen gibt es auch Drohnen und ähnliche Gadgets, um den Feind aus der sicheren Entfernung zu überwachen und auszukundschaften. Somit ist die Motivation gegeben, den Multiplayer-Modus zu spielen, um weitere Gegenstände freizuschalten. Das gefällt uns.
Neues Equipment
Nicht nur die Ausrüstung ist in dem Spiel neu, sondern auch die Technik dahinter. Es wurden neue Bewegungsanimationen eingebunden, welche mit der Zusammenarbeit von Navy SEALs entstanden sind. Diese Animationen ermöglichen einen nahezu perfekten Spielfluss und so sehen die Sprints und Deckungsversuche höchst authentisch aus und vermitteln uns ein Mittendrin-Gefühl. Die Spielgrafik ist in Bezug auf den Detailgrad hingegen nicht auf höchstem Niveau – da hätten wir etwas mehr erwartet. Allerdings ist dies nur ein geringer Störfaktor, da uns die einzigartigen Bewegungsanimationen eher ins Auge stechen und jedes mal die Kinnlade runter klappen lassen. Geteilter Meinungt sind wir hingegen vom Effektfeuerwerk. Hier hat man versucht, sich an Genre-Größen wie Call of Duty zu richten. Es explodiert unheimlich viel, Helikopter kreisen knapp über unseren Köpfen, Flugzeuge stürzen ab und auch die Rettungsaktionen von Geiseln enden in hektischen Schießereien. Neben der Inszenierung sticht vor allem der Sound hervor. Die Synchronisation ist gut gelungen und wir hören neben dem imposanten Soundtrack tolle Effektgeräusche wie das Schallen einzelner Kugeln oder das Geschrei unserer Feinde. Fans von Taktikspielen erwartet nicht nur ein gutes Spiel, sondern auch eine tolle Soundkulisse.
Geschrieben von Axel Gutsmiedl
Axels Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Tom Clancy’s Ghost Recon: Future Soldier spaltet meine Meinung. Auf der einen Seite werden die Hardcore-Taktiker sicherlich enttäuscht sein über die Abspeckung der taktischen Möglichkeiten und über die Tatsache, dass der Singleplayer-Anteil nun viel mehr auf Action statt auf Stealth-Elemente setzt. Auf der anderen Seite ist die Steuerung jetzt nicht mehr so nevig überladen und das Spiel lässt sich flüssiger und aktionsreicher spielen. Allgemein bin ich mit Ubisofts neuem Spiel zufrieden und muss sagen, dass mir Future Soldier viel Spaß gemacht hat. Man fühlt sich in dem Spiel wirklich so, als ob man Teil eines Spezialkommandos ist und genau so ist das Spiel auch vom Inhalt her gerichtet. Häuserkämpfe mit schnellen Aktionen, sowie langsame, leise und gut überschaubare Kämpfe auf mittlerer Distanz und anpassende Tarnung für brenzlige Situationen – genau solch ein Vorgehen stelle ich mir sich bei Elite-Einheiten vor. Vor allem das Deckungssystem ist einzigartig und vermittelt ein actionlastiges Gefühl, welches zeigt, dass es oftmals mehr Sinn macht, den Kopf unten zu behalten und zu warten, bis der Feind nachlädt. Zudem lässt sich das Spiel gut mit Freunden spielen und ermöglicht es so, die taktische Note voll auszureizen und für ein Spielgenuss der Extraklasse zu sorgen. Neben Battlefield 3 und Call of Duty: Modern Warfare 3 muss sich Future Soldier nicht verstecken, zumal die Zielgruppe eine andere ist. Ghost Recon ist somit weiterhin nicht wirklich was für schnelle Spieler, sondern für eine Zielgruppe die zwischen Taktik und schneller Shooterkost liegt.
Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Tom Clancy’s Ghost Recon: Future Soldier!