Review: Super Pokémon Rumble

Bereits Ende letzten Jahres erschienen, haben wir Super Pokémon Rumble jedoch lieber über die Monate hinweg begleitet. Um in die Welt der Spielzeug-Pokémon einzutauchen, sind hier kurze Ausflüge zwischendurch eindeutig sehr viel besser geeignet.

Die Welt der Spielzeug-Pokémon steht Kopf! In den Städten der farbenfrohen Fantasy-Welt fehlt es an dem so genannten Lichttau. Die Lichtbrunnen sind vollkommen geleert und schuld daran ist ein vermeintlich hinterhältiges Pokémon. Mit dem Wunderschlüssel ziehen wir also schnell unser erstes Spielzeug-Pokémon auf, welches so zum Leben erweckt wird. Nun liegt es an uns, den anderen bedürftigen Spielzeug-Pokémon zu helfen, um den mysteriösen Feind zu finden und das Lichttau in die Städte zurück zu bringen. Schnell bemerken wir, dass dieses Unterfangen länger dauert als angenommen. Das gesuchte Pokémon hat sich nämlich nicht dazu entschlossen, an einem Ort zu verweilen und bewegt sich mit großen Schritten auf ein bestimmtes Ziel zu. Keine Sorge – wir verraten euch an dieser Stelle natürlich nicht, wo uns die kurz gehaltene, aber niedlich erzählte Geschichte von Super Pokémon Rumble hinführt. Fans ist es aber mit Sicherheit schon klar, dass uns auch hier die eine oder andere Wendung widerfährt. So schickt uns die Handlung in viele Bereiche der kunterbunten Landschaft, wo dementsprechend ebenso gemischte Sorten von Pokémon auf uns warten. Auf deren Hilfe sind wir notgedrungen angewiesen, denn mit nur einem einzigen Spielzeug ist es für uns schier unmöglich, sich den Gegnerhorden zu stellen und an den Turnieren, wie etwa dem Battle Royale oder den Frontalkämpfen teilzunehmen, um das Lichttau zurück zu bringen.

Pokémon-Balgerei

Wer an dieser Stelle einen direkten Vergleich zu den Rollenspielen des Franchises sucht, wird wohl erfolglos bleiben. Super Pokémon Rumble ist ein eigenständiger Ableger und spielt sich dementsprechend auch anders. Über die Oberwelt gelangen wir in verschiedene Abschnitte in der Spielwelt, die immer genau auf ein Element oder ein Thema zugeschnitten sind. Wälder, Seegebiete, Höhlen, Wüsten, Friedhöfe oder Elektrizitätswerke beheimaten die vielen Arten von Pokémon, die sich unsere Gruppe anschließen können. Das Spielgeschehen läuft hier aber nicht wie bei der Hauptserie rundenbasiert, sondern action-orientiert und in Echtzeit ab. Jedes Pokémon verfügt über bis zu zwei Attacken, die direkt und unbegrenzt eingesetzt werden können – einen Trainer gibt es also auch nicht, doch der würde bei der Ausrichtung von Super Pokémon Rumble eher hinderlich sein. Wir greifen wild und oft auch wahllos an, um unsere Gegner, die meist in Scharen auftreten, zu besiegen. Besiegte Pokémon hinterlassen Münzen, die wir in den Städten oder vor bestimmten Arealen für neue Attacken ausgeben dürfen. Eine nette Idee, aber wir haben dieses Feature während der gesamten Spielzeit weder benötigt noch zwingend in Anspruch genommen. Zwar hinterlassen die meisten besiegten Gegner Münzen, doch es kommt ebenfalls nicht selten vor, dass das Spielzeug-Pokémon reglos liegen bleibt und anschließend von uns aufgesammelt werden möchten, um unserem Team beizutreten.

Sammelwahnsinn

Je weiter wir in die Welt vordringen, desto stärkere Pokémon erwarten uns. Die Stärke eines der Taschenmonster wird in Super Pokémon Rumble allerdings nur in einem einzigen Wert gemessen. Angaben wie Verteidigung oder Spezialwerte gibt es nicht. Einzig und allein die Initiative eines der Spielzeuge kann indirekt gemessen werden, in dem wir das Tempo des jeweiligen Pokémon beobachten. Taktisch geht es in diesen Punkten also nicht wie gewohnt her, doch immerhin ist jedes Wesen immer noch einem oder zwei Typen wie Feuer, Wasser, Flug oder Unlicht zugeteilt, welche einzelne Attacken auf das Pokémon eines anderen Typus entweder verstärkt oder abschwächt. Am Ende eines jeden Spielabschnitts bekommen wir es zudem mit einem Bossgegner zu tun. Diese Bossgegner sind dann meist besondere Pokémon, wie etwa Turtok oder Glurak. Bosse können sich uns ebenfalls anschließen, doch ist hier eine kräftige Portion Glück dabei. Oftmals müssen wir das Gebiet mehrmals absolvieren, damit ein Bossgegner regungslos nach dem Sieg liegen bleibt und eingesammelt werden kann. Was das für den Wiederspielwert heißt, dürfte so gut wie jedem klar sein. Super Pokémon Rumble lädt uns nahezu im Minutentakt ein, das Spiel immer und immer wieder weiter zu spielen. Da lässt sich mal ein Pokémon hier nicht blicken, dann konnten wir da den Bossgegner nicht sammeln und dann brauchen wir auf einmal ein stärkeres Psycho-Pokémon. Herrlich!

Auf in den Spielzeugladen

Wer die Preise für Attacken in den Städten als zu hoch empfindet, der sollte Super Pokémon Rumble unbedingt für StreetPass aktivieren. Jeder andere Super-Pokémon-Rumble-Spieler, den wir unterwegs treffen, verirrt sich auch in unseren Spielzeugladen und hinterlässt dort ein paar Münzen. Keine Sorge – der eigentliche Kontostand des jeweiligen Besuchers wird nicht dezimiert. Es ist nur ein feiner Nebeneffekt! Gut gerüstet geht es dann nicht nur in die Areale, sondern auch in die unterschiedlichen Turnierformen. Haben wir genügend starke Pokémon gesammelt, können wir uns etwa im Battle Royale versuchen. In diesen Kämpfen starten wir mit einem Pokémon und dürfen es nicht wie im sonstigen Spiel durch ein anderes jederzeit ersetzen, sondern müssen mit diesem gegen die feindliche Überzahl im Kampf antreten, bis es besiegt wurde. Dann haben wir insgesamt zweimal die Möglichkeit es auszutauschen. Diese Option bleibt uns in den Team-Kämpfen versperrt, denn hier treten wir gleich mit drei Monstern gleichzeitig an und kämpfen genau so lange um den Sieg, bis wir diesen errungen oder schlussendlich verloren haben. Die eingangs erwähnten Frontalkämpfe kommen erst im letzten Drittel zum Einsatz. Hier müssen wir im Vorfeld eine große Anzahl an starken Pokémon um uns scharen, bevor wir zum Angriff blasen. Auf dem Schlachtfeld ist dann aber kaum ein spielerischer Anspruch vorhanden.

Langzeit-Kandidat

Wir müssen hier einfach wie verrückt auf die A-Taste hämmern, damit unsere Truppe schnell und stark auf die gegnerische Gruppe trifft und diese aus dem Bildschirm pfeffert. Dem einen oder anderen Spieler mag das Gameplay auch außerhalb der Frontalkämpfe etwas zu monoton wirken. Mehr als auf die A- und B-Taste drücken ist meistens nicht erforderlich, um im Spiel erfolgreich zu sein. Je nach Gegneranzahl müssen wir zwar auch einmal ausweichen, doch das kommt – wenn überhaupt – erst im letzten Drittel des Spiels vor. Abwechslung bietet da schon eher der Zweispielermodus, den wir aufgrund eines nicht vorhandenen Online-Modus und mangels fehlender lokaler Super-Pokémon-Rumble-Spieler leider noch nicht testen konnten. Dadurch soll es aber laut Spielanleitung möglich sein, noch schneller an die begehrten Wesen zu kommen und die Sammlung von über sechshundert Pokémon zu vervollständigen. Optisch befindet sich der Titel auf einem gesunden Mittelmaß. Hintergründe wirken (der Hardware entsprechend) plastisch, doch Objekte sind alle im Cel-Shading-Look gehalten. In Bewegung sehen die Spielzeuge so zwar putzig aus, wirken in der Welt aber etwas deplatziert. Die Musik des Spiels hätte auch etwas abwechslungsreicher sein können. Die schönen Kampfmelodien sind abwechslungsreich, doch die eigentliche Hintergrundmusik ist es kaum. Sie kommt uns auf Dauer zu oft vor. Auf Dauer können wir euch Super Pokémon Rumble jedoch empfehlen, denn wer seinen 3DS unterwegs jederzeit mit sich führt, kommt in den Genuss eines schnellen und im späteren Drittel auch fordernden, wenn gelegentlich auch monoton wirkenden Spiels.

Geschrieben von Eric Ebelt

Björns Fazit: Ich kann dieser Reihe wirklich gar nichts abgewinnen. Man muss wohl eingestehen, dass das Konzept irgendwie wieder das Sammelfieber anspricht, aber bei dem eintönigen Leveldesign und den wirklich eingeschränkten Gameplay-Optionen, zählt Super Pokémon Rumble für mich eindeutig zu den langweiligsten Pokémon-Titeln, die ich je gespielt habe. Dadurch, dass man die Taschenmonster auch nicht aufleveln kann, sondern immer wieder neue Pokémon ergattert, fällt zudem eines der Kernfeatures der Serie weg. Als WiiWare-Downloadspiel mag die Idee noch funktioniert haben, doch gestreckt auf einen Vollpreistitel verliert es aber fast all seinen Reiz. Da lege ich doch lieber ein Hauptspiel der Serie ein und begebe mich wieder auf die ganz normale Pokémon-Jagd.

Erics Fazit: Als vor ein paar Jahren ein ähnliches Pokémon-WiiWare-Spiel erschienen ist, so habe ich dieses nur belächelt. Ich wollte mit meinen Pokémon doch immer nur Abenteuer auf dem Handheld bestehen und eben diese Rollenspielatmosphäre spüren. Spin-offs habe ich so gut wie nie eine Chance gegeben. Das hat sich mit Super Pokémon Rumble geändert. Bereits im letzten Januar habe ich mit der Spielerei begonnen, doch aufgrund des für mich oft zu monoton wirkenden Spielablaufs habe ich es aber kaum geschafft, das Spiel länger als eine Stunde zu spielen. Mittlerweile haben sich diese Stunden aber summiert und nach insgesamt dreizehn Stunden habe ich den vermeintlichen Endgegner endlich besiegt. Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass es zum Ende hin noch ein ganzes Stück fordernder wurde. Wer jetzt denkt, dass ihm die Spielzeit zu kurz erscheint, der irrt. Nach dieser Spielzeit nenne ich noch lange nicht alle im Spiel vertretenen Pokémon mein Eigen. Außerdem gibt es jetzt noch die Möglichkeit, die Gebiete noch mindestens einmal aufzuwerten, um noch stärkere Monster in die Spielwelt zu locken. Der Titel wird mich auch noch in den nächsten Monaten begleiten, denn Super Pokémon Rumble eignet sich meiner Meinung nach ganz besonders für Spieler, die täglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule oder zur Arbeit fahren müssen. Genau für diesen Spielertyp ist Super Pokémon Rumble wie gemacht und kann dann auch über einen langen Zeitraum motivieren – ich dürfte da das beste Beispiel sein!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Super Pokémon Rumble!

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