2009 avancierte sich Borderlands zum Überraschungshit. Der Nachfolger versucht nun, die Erfolgsgeschichte zu wiederholen. Viele Schießereien, trockener Humor und Elemente des Rollenspiel-Genres sollen viele Spieler von der Genre-Mixtur überzeugen.
Es ist ungewöhnlich, einen Ego-Shooter zu sehen, welcher wie ein Open-World-Rollenspiel aufgebaut ist. Aber dass diese Mischung funktioniert, bewies das Entwicklerstudio Gearbox Software bereits. Im September 2012 soll der zweite Teil zeigen, das Schießen auch anders geht und ohne die Vorlage von modernen Kriegsszenarios, wie in Call of Duty. Wir befinden uns wie bereits angesprochen, in der offenen Spielwelt Pandora und können verschiedene Nichtspielercharaktere aufsuchen, um Aufträge entgegennehmen zu können. Diese Aufträge sind ähnlich wie die in Online-Rollenspielen aufgebaut und so müssen wir mal zehn Gegner ausschalten, ein Paket von Punkt A zu Punkt B bringen oder spezielle Items von besiegten Gegnern aufsammeln. Das ist zwar Genre-Einheitsbrei, in Borderlands 2 aber wohl nicht sehr viel anders möglich. Wie in Rollenspielen können wir zu Beginn eine Klasse beziehungsweise einen Charakter auswählen, welche sich von den Fähigkeiten größtenteils stark unterscheiden. Der Androiden-Ninja ZerO ist zum Beispiel ein Nahkämpfer, welcher an der Front mit seinem Katana die Feinde zu bezwingen weiß. Er ist allerdings ein skurriler Charakter, welcher sich nur über Emoticons zu verständigen mag und Gefühle über Smileys auf seinen Bildschirm reflektiert. Seine Spezialfähigkeit liegt in der Täuschung von Gegnern und somit kann er beispielsweise einfach einen Klon erschaffen, welcher den Gegner ablenkt.
Die Qual der Wahl
Sollten wir auf mehr Feuerkraft setzen wollen, so wählen wir Salvador. Der Soldat hält ganze zwei Gatling-Kanonen und zudem Raketen- oder Flammenwerfer in seinen Händen, um den Feinden ordentlich einzuheizen. So viel Feuerkraft erleben wir wirklich nur sehr selten. Vor allem nicht in einem Spiel aus westlichen Gefilden. Eine weitere Option wäre Axton. Dieser Soldat ist mit Präzisionsgewehr und Maschinenpistole ausgestattet. Er kümmert sich aus großer Distanz um seine Gegner und spielt gar nicht erst mit dem Gedanken, dass diese nah an ihn ran kommen. Sollte dies aber trotzdem einmal der Fall sein, hat Axton immer noch ein Standmaschinengewehr bei sich, mit dem er größere Feindesmassen einfach niederschießen kann. Somit bekommen wir wieder viele witzige Charaktere geliefert und das gefällt uns. Für Abschüsse, das erfolgreiche Abschließen von Quests und Sonstigem, gibt es wie in jedem Rollenspiel Erfahrungspunkte, welche wir in verschiedene Fähigkeiten investieren können. Wir können unsere Punkte in defensive Verstärkungen wie mehr Energie und verbesserte Schilde investieren oder alternativ dürfen wir unsere Feuerkraft erhöhen, indem wir zum Beispiel das Standmaschinengewehr noch durchschlagskräftiger gestalten oder das Nachladen beschleunigen. Ein negativer Punkt ist in unseren Augen jedoch, dass wir unsere Waffen nicht modifizieren können. Finden wir eine bessere Waffe als die ausgerüstete, wird die die einfach weggeworfen und die neue dafür eingesteckt.
Das Grundelement aufstufen
Wir hoffen sehr, dass die Entwickler bis zum Release des Spiels hier noch nachbessern und zumindest eine einstellbare Option ermöglicht, um zugleich Hardcore-Spieler und Anfänger gleichermaßen zu bedienen. Eine Werkbank zur Modifikation von Waffen wäre uns auch sehr viel lieber gewesen, doch an Waffen mangelt es in Borderlands 2 absolut nicht. Alle zwanzig Minuten stolpern wir über eine neue Waffe und da die Feine von Gebiet zu Gebiet mächtiger werden, brauchen wir diese auch unbedingt, um mit diesen mitzuhalten. Ansonsten sind wir ein leicht zu fangendes Abendessen für unsere Gegner auf Pandora. Die Kampagne können wir mit bis zu drei Mitspielern abschließen und somit müssen wir uns nicht zwingend alleine in das Abenteuer stürzen. Gerade wenn wir mit Freunden spielen, eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten, da wir den Gegner flankieren oder die Spezialfähigkeiten zur Unterstützung unserer Teammitglieder nutzen dürfen. Dabei ergänzen sich die verschiedenen Klassen wirklich gut und so kann der Charakter Maya ein Stasisfeld aufbauen, welches den Gegner in die Luft wirbelt und die anderen Teammitglieder dürfen die Zeit nutzen, um sich selbst von Verletzungen zu erholen oder weiterhin auf die Gegner schießen, bis sämtliche Munition aufgebraucht ist. Solch ein Teamspiel war im Vorgänger beispielsweise noch nicht möglich beziehungsweise noch lang nicht so ausgereift wie in Borderlands 2.
Schlaue Gegner und Coop-Schlachten
Ausgereifter sind jedoch nun auch unsere Gegner. Es gibt somit allerlei verrückte Bossgegner wie zum Beispiel Gorillas, welche mit Autos nach uns werfen. Wer jetzt an einen berühmten Affen aus dem Hause Nintendo denkt, darf genüsslich schweigen. Das Design der Gegner ist auf jeden Fall lobenswert und abwechslungsreich, zumal jeder dieser Gegner eine besondere Schwachstelle vorweisen kann. Diese gilt es allerdings erst einmal herauszufinden und dann natürlich auch noch zu nutzen. Allerdings sichern die Gegner nun auch die Räume besser ab und nutzen ihre Überzahl oftmals besser aus, so dass wir uns nicht wirklich lange hinter Objekten verstecken können. Die Gegner machen es uns diesmal wirklich nicht einfach und fordern uns von allen Seiten. Uns gefällt diese Verbesserung der künstlichen Intelligenz sehr, da das Ego-Shooter-Rollenspiel nun deutlich anspruchsvoller werden wird. Die Verbesserung in Verbindung mit dem Mehrspielermodus macht den wahren Reiz von Borderlands 2 aus. Es ist schön zu sehen, dass die Entwickler ihrer Linie treu bleiben und ihren Fans mal wieder ein Spiel präsentieren, welches sich an die Vorgänger anlehnt und keine großen Veränderungen in Stil und Gameplay einführt. So ist die Genre-Mixtur im Comiclook immer noch einen Blick wert und langjährige Borderlands-Spieler freuen sich darauf, ab September endlich viele neue Abenteuer und kooperative Schlachten auf Pandora zu erleben. Wir tun es auch!
Geschrieben von Axel Gutsmiedl
Axels Fazit (basierend auf Gamescom-Präsentation): Der erste Teil von Borderlands hat mir schon eine Menge Freude bereitet und war immer ein Spiel, welches man hervorragend mit Freunden auf einer Netzwerkparty spielen konnte. Gerade die Rollenspielelemente in einem Ego-Shooter wissen mich zu faszinieren, denn so etwas hat man zuvor kaum gesehen und wenn, dann nur in abgespeckter Form, so dass das Rollenspiel immer noch dominierte. Im Vorgänger hat mich persönlich nur die teilweise schwache künstliche Intelligenz gestört, doch in Borderlands 2 scheint dies der Vergangenheit anzugehören. Die ersten Impressionen über das Spiel waren durchaus zufriedenstellend und ich bin gespannt, wie sich das Spiel nach der Fertigstellung in unserem Review schlagen wird. Allzu lange müssen wir ja nicht mehr warten!
Vielen Dank an 2K Games für die freundliche Einladung zur Gamescom-Präsentation!