Preview: Devil May Cry

Capcom blickt auf vier außergewöhnliche Spiele zurück, die einen Helden namens Dante in aller Welt berühmt gemacht haben. Wie andere Firmen es bereits vormachten, zieht Capcom nun auch einen Schlussstrich und rebootet die Devil-May-Cry-Serie.

Der Aufschrei war groß, als der erste Trailer zum neuen Devil May Cry, welches genauso wie der erste Serienableger heißen und ohne Zusatztitel erscheinen wird, vorgeführt wurde. Der ach so coole Dante, wie ihn Fans seit Jahren kennen, hat auf einmal kein schneeweißes Haar mehr, sondern einen einfachen, kurzen Haarschnitt. Von den Entwicklern wurden die Haare zudem noch schwarz gefärbt und das Geschrei im Internet ging weiter. Als Emo bezeichnete ihn auf einmal die treue Fangemeinde. Capcom musste sich herber Kritik stellen, doch bis zum heutigen Tage sind sie von ihrem Plan nicht abgekommen. Sie haben Mut bewiesen und nun hatten wir die Möglichkeit, selbst einmal mit dem Emo, pardon, Dante, in den Kampf gegen die Dämonen zu ziehen. Das Level aus der Gamescom-Demofassung erinnert direkt an die eine oder andere Stadt aus Mitteleuropa, vorzugsweise der französischen Architektur, wenn wir einmal spekulieren dürfen. In sehr leicht geschilderten Einführungen erlernen wir die Grundlagen des Spiels, etwa wie wir ein Monster mit einer Art Peitsche an uns ziehen und es mit unserem Schwert und unseren Pistolen ordentlich einheizen. Ja, auch der neue Dante kann ordentlich austeilen. Neben seiner Kampferprobtheit ist der Krieger allerdings auch sehr agil und so kommen wir ebenfalls in den Genuss weiterer Techniken.

Stärke und Geschwindigkeit

Wir erlernen zudem, wie wir von einer Plattform auf die nächste hüpfen und unseren Sprung verlängern können. In manchen Situationen ist das auch bitter nötig, denn im Demolevel kam es dazu, dass die Straße mit diabolischer Kraft verkleinert wurde. Soll heißen, dass die Häuser auf beiden Straßenseiten in die Mitte gezogen wurden, um uns zu zerquetschen. Ob wir dabei tatsächlich den virtuellen Tod finden können, ist uns nicht ganz klar. Teilweise sah das vom Entwicklerteam schon sehr gewollt aus – hier wird dann unser Review Klarheit verschaffen. Sollten wir aber tatsächlich einmal im Spiel sterben, können wir Dante unverzüglich wieder ins Reich der Leben zurückholen – sofern wir über die nötigen Orbs verfügen. Wie und vor allem wo wir diese erhalten, konnten wir der vorliegenden Demofassung nicht entnehmen. Es ist aber zu hoffen, dass diese nicht ganz so häufig vorkommen, damit das Spielgeschehen stets spannend ablaufen wird. Spannend ist außerdem der Bosskampf, welchen man uns in einer Präsentation auf der Messe zeigte. Stellt euch an dieser Stelle ein riesiges, ekliges Insekt vor, dass über einem Säure- oder Lavasee von der Decke herabhängt und nur mit drei Schläuchen mit dieser verbunden ist. Hylianer Link würde jetzt seinen Bumerang auspacken, die Stellen markieren und der Kampf wäre entschieden. Diese Option hat Dante allerdings leider nicht.

Bosskampfmechaniken

Zunächst einmal muss das überdimensional große Viech mit Schwertschlägen, Combos und Pistolenschüssen geschwächt werden. Je nach Stärke des Angriffs kann das ein ganzes Stück dauern, zumal wir ständig mit Säurespritzern attackiert werden, denen wir ausweichen und dabei teilweise auch die Plattform wechseln müssen. Ist die Bestie bewegungsunfähig, sollen die Schläuche nach und nach abgetrennt werden – inklusiver wiederholender Prozedur. Da der Kampf ein ganzes Stück dauern kann, fehlt uns hier ein wenig Abwechslung. Wir hoffen sehr, dass Capcom andere Bossgegner deutlich abwechslungsreicher gestalten wird. Der Kampf ist nach dem augenblicklichen Ableben des Monstrums aber noch nicht vorbei, denn bei unserer Flucht aus dem Spielabschnitt taucht es plötzlich wieder auf, wird dann jedoch dank unserer Geschicklichkeit von einem riesigen Ventilator vernichtet. An der Stelle ist die Präsentation leider schon vorbei, doch wir gehen mit einem guten Gefühl aus dem Vorstellungsraum. Das Spielprinzip ist actionreich und verlangt von uns oft Kombinationsangriffe, die uns das Leben in Devil May Cry deutlich erleichtern. Da Dante noch dazu immer einen passenden Spruch auf Lager hat und dieser nicht selten aus Fäkalwörtern besteht, ist somit ebenfalls für Humor gesorgt. Schade nur, dass Dante erst im nächsten Jahr bei uns auf Dämonenjagd gehen wird. Gerne hätten wir mit ihm die wirklich langen Winternächste verbracht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Prognose (basierend auf der Gamescom-Präsentation und der PlayStation-3-Fassung): Es gibt Spiele, die jeder mal gespielt haben muss. Die Devil-May-Cry-Reihe gehört sicherlich dazu, doch leider habe ich es immer noch nicht geschafft, die HD-Collection oder den vierten Teil in meine Xbox 360 zu stecken und Abenteuer mit Dante zu erleben. Ich kann mir aber vorstellen, dass sich das bald sehr wohl ändern könnte, denn Devil May Cry hat es mir auf der Gamescom angetan. Nicht nur beim Anspielen, sondern auch in der Präsentation – und es kommt nicht selten vor, dass mir beim Zuschauen eines Spiels langweilig wird. Das ist hier eindeutig nicht der Fall gewesen. Dante ist schnell, agil, beherrscht viele Techniken und Spezialmanöver und ist dabei auch nie um einen frechen Spruch verlegen. Ich mag es, wenn Spiele mit einem dreckigen Fäkalhumor daherkommen und sich selbst trotzdem noch ernst nehmen. Das gibt es nicht oft! Obwohl mir das Anspielen bereits sehr viel Spaß gemacht hat, hoffe ich aber dennoch, dass Capcom es irgendwie schaffen wird, den neuen Dante in den alten Dante zu verwandeln – selbst wenn das mehrere Spiele benötigen wird. Logisch wäre es zumindest, denn Capcom verriet uns auf der Messe, dass Devil May Cry den Anfang der Serie darstellen soll. Ich persönlich setze das mit einem Prequel gleich. Mal sehen, ob Dante schon in diesem Ableger graue Haare wachsen oder wir noch ein paar Jahre darauf warten müssen.

Vielen Dank an Capcom für die freundliche Einladung zur Gamescom-Präsentation!

Hinterlasse einen Kommentar