Preview: 007 Legends

Nachdem im vorletzten Jahr eine Neuinterpretierung von GoldenEye 007 auf der Wii für Furore sorgte, war es im letzten Jahr dessen HD-Remake, welches uns an die PlayStation 3 gefesselt hat. Jetzt wird das 007-Universum möglicherweise stark erweitert.

In diesem Jahr, genauer gesagt am fünften Oktober 2012, feiert die James-Bond-Filmreihe ihren fünfzigsten Geburtstag! Zu diesem Anlass erscheint deshalb im September nicht nur eine große Blu-ray-Box mit allen bisherigen (lizenzierten) James-Bond-Filmen, sondern einen Monat darauf auch ein neues Videospiel. Das Besondere an 007 Legends ist, dass es sich auf mehr als nur einen Bond-Film bezieht. Somit steht im Grunde keine lieblose Umsetzung vom nächsten James-Bond-Film Skyfall an, sondern die Entwickler von Eurocom haben sehr lange Zeit gehabt, um ein Agentenspiel zusammenzuschustern, das sich auf mehrere Storylines der Filme beruft. Unter anderem werden wir in die Handlung von Moonraker – Streng geheim, Im Geheimdienst ihrer Majestät und Mit der Lizenz zum Töten entführt. Zudem erleben wir auch Stirb an einem anderen Tag mit. Wie viele Missionen eine Kampagne beinhalten wird, haben uns die Entwickler nicht verraten. Wir hoffen jedoch, dass es sich nicht jeweils um nur eine Mission handeln wird. In der Präsentation hat man nämlich bereits auf einem der beiden TV-Screens eine Auflistung der Features bereitgestellt und in dieser Liste wurden Missionen nicht nur einmal erwähnt. Nach dem Release von Skyfall sollen nämlich sogar noch sechs weitere Missionen folgen, die sich um den neuen James-Bond-Film drehen.

Bekannte Ego-Shooter-Strukturen

Wir hoffen sehr, dass es sich hierbei um eine Verwechslung handelt. Fünf Missionen wären für einen Ego-Shooter doch relativ wenig, doch wenn man sich die Entwicklung des Genres in den letzten Jahren einmal genauer ansieht, gibt es auch schon deutlich kürzere Spiele. Das ist sehr schade, auch wenn bei den meisten Spielen die Inszenierung stimmt. Wenn wir schon bei der Inszenierung sind – diese wirkt ähnlich wie die von GoldenEye 007. Das heißt, dass wir das gesamte Spiel über aus der Ego-Perspektive sehen, aus dieser Ansicht Gespräche führen und auch Quick Time Events ausführen werden. Dagegen wäre nichts einzuwenden, doch die Entwickler haben leider nicht an der Grafikschraube gedreht. So wirkt der Ego-Shooter wie sein Vorgänger. Soll heißen, das Spiel sieht wie ein Nintendo-Wii-Spiel mit hochauflösenden Texturen und leicht verbesserten Lichteffekten aus. Ansonsten halten sich die Neuerungen im Gameplay in Grenzen. Nach wie vor schleichen wir um die Ecken, schalten Gegner leicht aus der Ferne aus (komisch nur, dass andere Feinde mit Sichtkontakt darauf bisher nicht reagieren und still an ihrem Platz verweilen) und manipulieren die Umgebung mittels Smart Phone. Das kennen wir alles schon aus beiden Vorgängern, doch eines haben die Entwickler bei Eurocom diesmal besser gemacht. Es geht um die Fahreinlagen im Spiel.

Überarbeitete Fahreinlagen

In der arktischen Kälte von Island düsen wir mit unserem Fahrzeug dem Feind hinterher – das sieht dann genauso aus wie in Stirb an einem anderen Tag. Überall werden Lasersalven vom Icarus-Satelliten auf die Erde hinunter gefeuert. Wir müssen das Auto nun geschickt lenken, den Salven ausweichen und unseren Gegner erreichen. Ob der anwesende Entwickler das mit Absicht gemacht hat, wissen wir nicht, doch in der Vorstellung ist er mehrmals an Objekte gestoßen, worauf hin er das Auto drehen musste. Während das für uns in James Bond 007: Blood Stone noch das Neustarten der Mission nach sich ziehen würde, wurde unser Feind an dieser Stelle extra ein wenig verlangsamt und wir konnten die Verfolgung ohne eine große Verzögerung wieder aufnehmen. Das ist zwar unlogisch, aber auf der anderen Seite steht uns hier weniger Frust bevor, den wir in vorherigen James-Bond-Titeln gerne reduziert hätten. Für weitere Spielzeit nach dem Durchspielen ist ebenfalls wieder gesorgt, denn neben den MI6-Missionen steht auch noch ein Mehrspielermodus zur Verfügung, mit dem wir online gegen andere 007-Legends-Spieler antreten dürfen. Gut so, denn bereits GoldenEye 007 hat uns da jede Menge Spaß bereitet. Am Ende stehen wir den angekündigten Zusatzinhalten jedoch skeptisch gegenüber, denn keiner möchte doch ein ansatzweise unfertiges Spiel kaufen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Gamescom-Präsentation): Seit fünfeinhalb Jahren bin ich nun ein Fan des britischen Geheimagenten und ich freue mich derweil schon sehr auf Skyfall, auch wenn ich von den Trailern noch nicht so wirklich überzeugt bin. Bei 007 Legends sieht es ähnlich aus. Eurocom packt hier fünf Bond-Handlungen in ein Spiel, setzt dem Agenten das Gesicht von Daniel Craig in jeder Szene auf und hofft darauf, dass das Zusammenspiel dann irgendwie funktioniert. Ich bin mir noch nicht so sicher, ob es das auch wird. Zwar finde ich die Idee, mehrere Handlungen der Filmreihe in ein Spiel zu verfrachten, nicht schlecht, aber wenn ich die Kampagnen der Reihe nach einfach nur abarbeiten werde, fände ich das mehr als nur schade. Da hätte man die Missionen auch geschickt miteinander verknüpfen können, auch wenn das wohl mehr als nur schwer wäre. Eines muss ich aber an dieser Stelle noch loswerden. Als ich die Entwickler gefragt habe, ob sie sich eventuell eine Wii-U-Fassung vorstellen könnten, wurde ich direkt angefahren und zwar mit den Worten, dass bei Activision nirgendwo ein Spiel für die Wii U in der Mache sei und sie das deshalb nicht für nötig halten. Das ist wirklich eine schwache und sehr engstirnige Antwort, die ich im nächsten Jahr nicht mehr hören will. Immerhin verstehe ich jetzt, dass Eurocom sich auch mit alter Technik im Spiel zufriedengibt. So ist das eben, wenn man sich nicht weiterentwickeln möchte.

Vielen Dank an Activision für die freundliche Einladung zur Gamescom-Präsentation!

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