Preview: Raven’s Cry

Spätestens seit Disneys Fluch der Karibik sind Piraten wieder in, doch hat die amerikanische Firma nicht ganz verstanden, dass das Zeitalter der Piraten sehr dunkel, sowie blutrünstig und die Karibik sicherlich kein Ort für Späßchen war.

Octane Games ist eine der wenigen Unternehmen gewesen, die das erkannt haben und zeigen mit Raven’s Cry, wie das Piratenleben damals tatsächlich zugegangen ist. Ohne Fantasy- und Gruselmomente möchten die Entwickler von Octane Games uns zeigen, wie ein Pirat damals gelebt haben könnte. Der Ausgangspunkt der Story betrifft den jungen Christopher Raven, der mit seiner Mutter von finsteren Piraten fast umgebracht worden ist. Während seine Mutter ihr Leben lassen musste, hat man ihm jedoch nur die linke Hand abgeschlagen. Geschockt von diesem Anblick schwört er mit der Zeit Rache, verlässt seinen späteren Ziehvater und begibt sich auf die Suche nach den Mördern seiner Mutter. Christopher Raven entwickelt sich nicht in Raven’s Cry nicht zum Helden. Durchweg wird er als gebrochener Charakter, der nur ein Ziel hat, beschrieben. Unser Antiheld durchlebt sechs Kapitel voller Spannung und Dramatik und wir übernehmen währenddessen die Kontrolle über ihn. Geplagt von Alpträumen ist mit ihm nicht gut Kirschen essen, denn Christopher Raven ist kein Mann der vielen Worte. Viel mehr lässt er Taten für sich sprechen. Mehr wollte uns Topware Entertainment an dieser Stelle nicht verraten und darüber sind wir froh, denn die Story soll Kern- und Knackpunkt des Spiels sein und den Fokus ganz besonders auf die Charakterentwicklung legen.

Detailgetreue Orte und bedrückende Atmosphäre

Im siebzehnten Jahrhundert angesiedelt besuchen wir mit Christopher Raven nicht nur Port Royal, sondern später auch den südamerikanischen Dschungel. Selbst einen Abstecher nach London wird es im späteren Story-Verlauf geben. Die Entwickler versprechen dabei, die Orte sehr detailgetreu einzufangen. Von dem was wir bisher gesehen haben, können wir das auch sehr gut nachvollziehen. Wenn wir etwa durch Port Royal spazieren, vernehmen wir von der Straße aus auf einmal die Schreie einer Frau, die kurz darauf aus einer Bar läuft und dann von einem Mann wieder hineingezogen wird. Wenige Meter später entdecken wir einen anderen Mann, der vor einer Hauswand torkelt und sich auf einmal übergeben muss. Das unterstreicht den finstern Stil des Spiels enorm und die Welt wirkt somit zusätzlich stimmig. Raven’s Cry wirkt auf den ersten Blick wie ein Rollenspiel, doch Rollenspielelemente sind im Piratenspiel von Octane Games nicht oder nur kaum enthalten. Topware Entertainment erklärt uns das im Gespräch sehr plausibel, denn das Spiel wird in mehrere Abschnitte unterteilt werden. Sollte also ein Spieler schnurstracks auf das Ende des Spiels hinauslaufen und nur der eigentlichen Storyline folgen wollen, so wäre er später zu schwach und es müssten unzählige Nebenquests erstellt werden. Das hat aber nichts mit dem Drücken vor dem Mehraufwand an Arbeit zu tun.

Dunkles Action-Piratenabenteuer

Diese Entscheidung tut einzig und allein der Charakterentwicklung gut, denn Christoper sinnt auf Rache und ihn interessieren die Nöte anderer nicht. So bleibt die Geschichte spannend und wird nicht durch unnötige Aufgaben gestört, in denen wir etwa zehn Kisten Obst von Punkt A nach Punkt B bringen müssen. So fühlt sich der Titel wie ein Action-Spiel mit tiefsinnigem Abenteueraspekt an. Raven’s Cry bedient sich aber auch dem Stealth-Genre. So dürfen wir in einer der Städte auch schleichen, uns hinter Kisten oder Häuserwänden verstecken und die umherpatrouillierenden Gegner sogar hinterrücks erdolchen, pardon, erhaken. Wenn man dem Charakter am Ende seines linken Arms schon eine Hakenhand verpasst, dann möchte man sie zumindest auch als Spielelement nutzen. Eine tolle Idee! Eine weitere tolle Idee ist es, dass wir Christopher Raven ähnlich wie Connor in Assassin’s Creed III auf einem Schiff steuern dürfen. Sprich wir werden mit Christopher das Schiff steuern und sobald beide Kähne nahe beieinander stehen, auch das feindliche Schiff entern. Bisher haben wir das aber nur in einem Trailer gesehen, aber immerhin soll das Feature enthalten sein. Da hat Piranha Bytes mit dem Piratenspiel Risen 2: Dark Waters leider versagt. Wir sind zuversichtlich, dass Raven’s Cry packend und atmosphärisch und Ende September endlich den Weg in den Handel finden wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Axels Prognose (basierend auf der Gamescom-Präsentation): Es ist mal etwas anderes, als dieses ständige Schönreden der Piratenzeit. Ich habe eine sehr düstere und atmosphärisch bedrückende Präsentation gesehen und bin gespannt darauf, wie sich das Spiel schlagen wird. Der Hauptpunkt liegt eindeutig auf dem Erschaffen einer fiesen Welt voller Verrat und Unheil, sowie auf glaubwürdig brutal gestaltete Charaktere. Die Präsentation erinnerte mich ein wenig an Hitman und so werde ich die Wahl haben immer und zu jeder Zeit aufs Ganze zu gehen oder meine Feinde ganz leise auszuschalten. Die Frage bleibt jedoch, wie offen die Spielwelt sein wird und wie ausgeweitet die Geschichte zum Spiel ist. Aber ich bin zuversichtlich, dass die Entwickler eine düstere und gut erzählte Story aufgebaut haben, welche viele Freunde finden wird.

Erics Prognose (basierend auf der Gamescom-Präsentation): Raven’s Cry wurde uns bei Topware Entertainment auf einem sehr großen Flatscreen-Fernseher präsentiert und es sah auf diesem dazu auch noch sehr gut aus. Da die heimischen Monitore mit Sicherheit kleiner ausfallen werden, kann man also von einem optisch sehr hübschen Spiel sprechen. Wichtiger ist für mich jedoch das Gameplay und hier bin ich mir noch nicht sicher, ob Raven’s Cry so überzeugen kann, wie mich die finstere Spielthematik bereits in ihren Bann zieht. Das Zeug dazu hat Raven’s Cry auf jeden Fall, denn der furchtlose Christopher Raven sollte als Pirat genügend Möglichkeiten haben, um sich mit Waffen zu wehren, die Gegend zu erkunden und das Beste aus jeglicher Situation zu machen. Ich weiß nur nicht, ob das auch reicht. Ohne die vielen bekannten Nebenquests aus Rollenspielen kann der Piratenausflug schnell zur linearen Tortur verkommen.  Sollten die Entwickler aber genügend Abwechslung ins Spiel bringen und die Story durchgehend spannend gestalten, wird Raven’s Cry ein spannendes und zudem auch noch sehr atmosphärisches Spiel. Ich freue mich jedenfalls schon drauf!

Vielen Dank an Topware Entertainment für die freundliche Einladung zur Gamescom!

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