Review: Poképark 2: Die Dimension der Wünsche

Wenn man ein Spin-off einer Videospielreihe erschafft, dann wird natürlich versucht, diese Serie ebenfalls am Leben zu erhalten. So steht es auch um Poképark 2: Die Dimension der Wünsche, welches leicht verbessert wurde, aber auch einige Rückschläge hinnehmen muss.

Der Poképark ist größer als Pikachu gedacht hat, denken wir zumindest in den ersten Stunden des Spiels. Später wird in einem Gespräch mit einem Pokémon klar, dass es sich hierbei doch tatsächlich um ein anderes Pikachu handeln könnte, denn dieser Poképark liegt geographisch ganz woanders. Im Endeffekt macht das aber keinen Unterschied, da das Spielprinzip sich im Grunde kaum verändert hat und überwiegend immer noch eine Menge Spaß macht, doch der Reihe nach. Pikachu und Plinfa unternehmen einen Ausflug zum Gezeitenufer. Dort werden sie Zeugen eines seltsamen Vorfalls, denn ein paar dubios wirkende Pokémon stellen den dort anwesenden Taschenmonstern das Konzept des Wunschparks vor. Der Wunschpark ist einer der geheimnisvollsten Orte in der gesamten Pokémon-Welt und somit natürlich interessant für alle, die noch nie dort gewesen sind. Was das Rokkaiman den Pokémon jedoch verheimlicht, ist, dass von dort aus noch nie jemand zurückkehrt ist. Es sei dort angeblich so schön, dass niemand mehr zurück möchte. Plinfa und Pikachu sammeln genügend Beeren, um Einlass in den Wunschpark zu erhalten, welcher sich in einer anderen Dimension befindet. Schnell wird klar, dass in der Dimension der Wünsche etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Nach einer Rettungsmission bleibt Plinfa dort gefangen und es liegt nun an Pikachu, zur Tat zu schreiten.

Partnerarbeit

Die Handlung von Poképark 2: Die Dimension der Wünsche richtet sich abermals wieder an ein junges Publikum, doch ist die Geschichte diesmal durchaus lebhafter gestaltet. Dieses Mal schlüpfen wir nämlich nicht nur in die Haut von Pikachu, sondern übernehmen auch noch die Kontrolle über die drei Starter-Pokémon der weißen und schwarzen Edition beziehungsweise dessen kürzlich erschienenen Nachfolgern. Die Auftritte von Ottaro, Serpifeu und Floink sind nicht nur reiner Fanservice, sondern haben auch einen spielerischen Nutzen. Mit Ottaro haben wir endlich die Möglichkeit, auch im Meer, in Bächen und in Seen zu schwimmen, um so das andere Ufer oder Inseln zu erreichen. Mit Serpifeu können wir stattdessen nicht nur schneller rennen, sondern auch höher gelegene Plattformen und Orte erreichen. Floink kann dafür mit der Attacke Brandstempel Stampfattacken ausführen, um Felsen zu zertrümmern oder Steine vor Höhleneingängen zerbröseln. Wir dürfen praktisch zu jeder Zeit zwischen den Partnern wechseln, sofern wir sie im Lauf der Handlung denn schon (wieder) getroffen haben. Das ist nach dem Vorgänger, wo wir nur Pikachu spielen durften, auf jeden Fall ein Fortschritt und das merken wir auch, denn es macht so deutlich mehr Sinn, bereits besuchte Gebiete erneut aufzusuchen, um Geheimnisse des Parks aufzudecken, wenn wir eh dort hin gehen müssen. Zweidimensionale Jump-’n‘-Run-Abschnitte ergänzen das Gesamtbild sinnvoll.

Wirtschaftssystem

Unsere Hauptaufgabe besteht diesmal wieder darin, den Poképark zu retten. Diesmal liegt die Bedrohung sogar in einem schwarzen Loch, welches damit droht, beide Dimensionen in sich zu verschlingen, sofern wir nicht im Park für Ruhe und Ordnung sorgen. Die Existenz beider Dimensionen muss gewahrt bleiben! Um das zu bewerkstelligen, müssen wir zwischenzeitlich neue Freunde gewinnen. Dies geschieht darin, dass wir die Pokémon im Park ansprechen und mit ihnen dann Verstecken oder Fangen spielen, ein kurzes Quiz meistern oder einen Kampf mit ihnen austragen. Letzteres macht durch vier spielbare Pokémon, die sich jetzt auch auf ihre elementaren Vor- und Nachteile berufen können, nochmal ein ganzes Stück mehr Spaß. Um auch spätere Auseinandersetzungen problemlos zu meistern, empfiehlt es sich, die vier Partner auch ständig zu trainieren. Das heißt also, dass wir ebenfalls wieder Beeren pflücken müssen, in dem wir gegen Bäume rennen und die heruntergefallenen Beeren einsammeln oder wie gehabt einfach neue Freunde gewinnen. Die Entwickler haben diesmal aber auch ein sehr einfaches Wirtschaftssystem eingebaut. So finden wir Items wie Windräder, Honigtöpfe oder Tautropfen und können diese gelegentlich mit anderen Pokémon gegen Beeren tauschen, mit denen wir dann die Attacken bei Trainern in der Hafenstadt verbessern können. Das System bereichert den Spielfluss ungemein, da wir so alle Winkel der Spielwelt gerne erkunden.

Minispielreduzierung

Schade finden wir jedoch, dass man die Anzahl der Minispiele von ehemals vierzehn Stück auf gerade einmal vier einzelne Spielchen reduziert hat, die wir bis zum ersten Abspann sogar jeweils nur einziges Mal spielen müssen. Die Minispiele heben sich voneinander zwar besser ab, erreichen aber nicht mehr die Klasse der besten Spielchen aus dem Vorgänger. Immerhin haben die Entwickler diesmal an einen Mehrspielermodus gedacht und so können wir aus dem Hauptmenü die Spiele ebenfalls zusammen mit drei Freunden ausprobieren. Gemeinsam den Park erkunden geht aber auch in Poképark 2: Die Dimension der Wünsche nicht. Hier hätten sich die Designer während der Produktion ruhig an Go Vacation orientieren können, denn da ist so etwas relativ unproblematisch möglich. Ebenfalls hätte man an der Steuerung arbeiten können, denn diese funktioniert genauso gut (oder schlecht) wie im Vorgänger. Es ist einfach nicht vorteilhaft, eine Figur in einer dreidimensionalen Welt mittels Steuerkreuz zu bewegen. Vor allem dann nicht, wenn die Kamera sehr bockig ist. Grafisch erstrahlen alle Orte wieder im schönen Comic-Look, der noch ein bisschen besser aussieht als beim Vorgänger und dabei abermals mit einem fröhlichen und nicht störenden Soundtrack unterlegt ist. Das Gameplay ist unterm Strich zwar wieder monoton, doch Fans des Vorgängers dürfen auch bei Poképark 2: Die Dimension der Wünsche ohne Vorbehalte zugreifen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Nachdem ich den ersten Teil abgeschlossen hatte, juckte es mich kurz darauf in den Fingern. Schnell musste der zweite Ableger ins Wii-Laufwerk geschoben werden und das obwohl das Spiel objektiv betrachtet eher durchschnittlich ist. Als alter Pokémon-Fan bin ich aber trotzdem von den Mühen überzeugt, die man in Poképark 2: Die Dimension der Wünsche hat einfließen lassen, auch wenn diese bei weitem nicht ein gutes Spiel ausmachen. Ich finde es klasse, dass man die Story nun ein wenig intelligenter aufzieht und das Sammeln von neuen Freunden nun endlich mehr Sinn ergibt, da der Freundschaftswert ausschlaggebend für die Öffnung der Portale zum Wunschpark ist. Weiterhin positiv ist das Wirtschaftssystem im Poképark. Endlich kommt man leichter an Beeren und eine Inflation wie im ersten Teil bleibt dazu auch noch erspart. Das einzige was ich mir hier gewünscht hätte, wäre eine größere Welt und ein paar Pokémon mehr, die man zu seinen Freunden hätte zählen können. Obwohl ich den ersten Teil eigentlich bereits nach einigen Stunden durchgespielt hatte, musste ich für eine vollständige Pokémon-Liste noch ein paar Stunden dranhängen. Das ist beim zweiten Teil nicht anders, doch gibt es hier noch eine weiterführende Geschichte, die das Ergänzen der Liste angenehmer erscheinen lässt. Nach zwanzig Stunden hatte ich dann alle Pokémon getroffen und in meine Freundesliste integriert. Das Turnier der Kämpfe könnt ihr euch aber sparen, denn dieses bringt (fast) keinen spielerischen Nutzen und ist der monotonste Teil des ganzen Spiels. Es ist zudem sehr schade, dass die Entwickler wohl nicht bemerkt haben, wie schlecht die Steuerung funktioniert. Sie ist zwar gerade noch akzeptabel, aber angenehm bedeutet für mich etwas anderes. Ich hoffe sehr, dass die Entwickler noch einen dritten Ableger des Spin-offs planen und die restlichen Mankos, wie eine (besonders beim zweiten Teil!) sehr geringe Anzahl an Minispielen ausbessern – ich würde ihn auf jeden Fall spielen!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Poképark 2: Die Dimension der Wünsche!

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