Review: Zombie Land Saga: Revenge (Vol. 2)

Nachdem die erste Volume von Zombie Land Saga: Revenge im September 2022 beim hiesigen Publisher Crunchyroll erschien, dauerte es nur einen Monat, bis auch die zweite Serienhälfte mit noch mehr tollen Songs in den Handel des deutschsprachigen Raums gelangte.

Zu Beginn von Zombie Land Saga: Revenge erhält die Girlgroup Furanshushu durch einen unglücklichen Zufall Nachwuchs. Bei einem Besuch eines Badehauses in Saga stellt sich Furanshushus Manager Tatsumi Kōtarō beim Waschen derart ungeschickt an, dass er ein Stück Seife fallen lässt, auf der die in die Herrenumkleide verirrte Schülerin Yuzuriha Maimai ausrutscht. Totgeglaubt schleppt er sie nach Hause und stellt sie seinen sieben Schützlingen als siebtes Mitglied von Furanshushu vor. Nein, hier liegt kein Schreibfehler vor. Obwohl die Gruppe bereits aus sieben Pop-Idols besteht, gilt sie sowohl in der deutschen als auch in der japanischen Synchronisation als siebtes Mitglied, obwohl auf einer Banderole in derselben Folge die richtige Nummerierung zu erkennen ist. Für den weiteren Handlungsverlauf ist das aber nicht sonderlich schlimm, da die Serie Maimai ohnehin kaum ausbaut. Da Maimai doch noch unter den Lebenden weilt, wird sie relativ verzweifelt von der einstigen Oberschülerin Minamoto Sakura, der Ex-Straftäterin Nikaidō Saki, den auch schon vor ihren Toden als Idols tätigen Konno Junko und Mizuno Ai, der früher in Telenovelas aufgetretenen Hoshikawa Lily, der Oiran Yūgiri, der immer noch als „legendär“ bezeichneten Yamada Tae und nicht zuletzt von Kōtarō selbst angebettelt, das Geheimnis um die Zombie-Mädchen für sich zu behalten.

Schicksalsschläge einer Girlgroup

Welche Pläne Maimai genau hat, soll an dieser Stelle aber nicht verraten werden. Zudem setzt Zombie Land Saga: Revenge weitere Schwerpunkte. Unter anderem springen zwei Folgen ins späte 19. Jahrhundert, in der der Handlungsort Saga thematisiert wird. Obwohl die Oiran Yūgiri hier im Rampenlicht steht, sind die Episoden nur peripher mit der Story verknüpft. In der Gegenwart muss Furanshushu sich außerdem mit dem Reporter Ōkoba Arata, der den Mädchen auf die Schliche gekommen ist, auseinandersetzen. Er kennt ihr Geheimnis. Ob er dieses an die Öffentlichkeit bringt oder nicht, sollte der Zuschauer selbst in Erfahrung bringen. Außerdem müssen sich die Pop-Idols mit einer Naturkatastrophe herumschlagen und die Geschichte um ihre Revanche zu einem vorläufigen Ende bringen. Optisch können insbesondere die Episoden, die in der Meiji-Zeit spielen, überzeugen. Während in diesen beiden Folgen alles wie aus einem Guss wirkt, passt das Charakterdesign der Figuren in Jahren 2019 und 2020 sehr zur übertriebenen Handlung. Hinzu kommt ein passender Soundtrack, zumal Musik durchweg einen wichtigen Bestandteil von Zombie Land Saga: Revenge einnimmt. Trotz der vielen Schicksalsschläge, die die Figuren über sich ergehen lassen, bleibt die Handlung durch die vielen Verknüpfungen stets spannend und darüber hinaus bis zum Finale unterhaltsam.

Bonusmaterial für Nachwuchssänger

Digitales Bonusmaterial gibt es bei der zweiten Ausgabe von Zombie Land Saga: Revenge leider nicht. Lizenzgeber und Herausgeber verzichten bedauerlicherweise darauf, wäre doch ein Interview oder ein Making-of positiv anzumerken gewesen. Dafür gibt es in physischer Form ein paar Boni, über die sich der Fan freuen darf. So liegen der zweiten Volume ein schlichtes Faltposter, eine hochwertige Artcard und ein angenehm gestaltetes Booklet bei. Das Heft beginnt mit einem Episodenguide mit Informationen zu allen sechs enthaltenen Folgen der zweiten Ausgabe. Es folgen zahlreiche Anmerkungen zu den Charakteren, ihren Kostümen und den Kulissen der Serie. Herausstellungsmerkmal des Booklets dürften aber die Texte zu den Songs aus dem Anime sein. Es handelt sich hierbei jedoch nur um die Übersetzung ins Deutsche, nicht um die japanischen Originaltexte. Somit erfährt der Leser zwar die Bedeutung der Songs, kann sie mit Hilfe der Texte aber nicht mitsingen, da wie schon bei der ersten Serienhälfte von Zombie Land Saga: Revenge auf eine Übersetzung der Songs verzichtet wurde. Hier wäre durchaus mehr zu erwarten gewesen, aber der lustigen und überdrehten Anime-Serie tut dies keinen Abbruch. Wer schon die vorherigen Episoden verschlungen hat, wird auch trotz des offenen Endes mit den Folgen der zweiten Ausgabe einen Heidenspaß haben.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Während die erste Staffelhälfte von Zombie Land Saga: Revenge genaugenommen nur mehr von den gleichen Inhalten aus der ersten Season bietet, stechen die sechs letzten Episoden mit einigen Überraschungen und plötzlichen Wendungen heraus. Mit Fug und Recht kann behauptet werden, dass es die vermutlich besten Folgen der Anime-Serie bis zu diesem Zeitpunkt sind. Die Charaktere erhalten zum Teil eine bis dahin ungeahnte Tiefe und müssen sich mit verschiedenen Schicksalsschlägen in ihrem Leben auseinandersetzen. Musik nimmt dabei einen sehr hohen Stellenwert ein, werden die Songs doch in gewisser Weise als Kompensator genutzt, um die Rückschläge der Gruppe und der einzelnen Bandmitglieder zu verarbeiten. Hinzu kommt ein durchgeknallter Humor, der diesmal aber zugunsten der Dramaturgie eher im Hintergrund bleibt. Für all jene, die die Serie bis hierhin verfolgt haben, gibt es tatsächlich keinen Grund, nicht zuschlagen zu müssen. Zombie Land Saga: Revenge erreicht im Staffelfinale den absoluten Höhepunkt. Bleibt zu hoffen, dass die Anime-Serie mit einer dritten Staffel fortgeführt wird und nicht die vorzeitige Absetzung ereilt.

Vielen Dank an Crunchyroll für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Zombie Land Saga: Revenge (Vol. 2)!

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