Review: Death Note: R2 – Relight 2: L’s Successors

Japanische Fans der Anime-Serie Death Note durften sich Ende der 2000er-Jahre über zwei Compilation-Filme freuen, die die Geschehnisse der Serie zusammenfassen und zumindest teilweise abändern. Deutsche Anhänger mussten auf beide Filme bis ins Jahr 2019 warten.

Aufgeteilt ist die Zusammenfassung auf zwei Filme. Entsprechend erzählt Death Note: R – Relight 1: Visions of a God die erste Hälfte der Serienhandlung, während sich Death Note: R2 – Relight 2: L’s Successors auf das große Finale konzentriert. Als Fortsetzung knüpft der Film an die Geschehnisse des ersten Teils an. Wer diesen nicht gesehen hat, freut sich zu Beginn des circa 93 Minuten langen Films über eine kurze Zusammenfassung, erzählt von der Intelligenzbestie L. So erfährt der Zuschauer, wie dessen Widersacher und Hauptfigur des Animes, Yagami Light, das titelgebende Death Note genutzt hat, um über das Schicksal von bösen beziehungsweise schlechten Menschen zu bestimmen. L und das Ermittlerteam der Polizei sind Light unter seinem Alias Kira, abgeleitet vom englischen Wort für Killer, immer mehr auf die Schliche gekommen, doch konnten sie ihn mit ihren Mitteln nicht überführen. Zuletzt gelang es Light, die Identität von L zu lüften und ein Todesurteil über ihn zu verhängen. Nach einem kurzen Tanz auf dessen Grab macht der zweite Teil des Doppelpacks einen Sprung von vier Jahren. Light ist in Relight 2 inzwischen bei der Polizei angestellt und macht als neuer L Jagd auf Kira, zumindest offiziell. Insgeheim arbeitet er jedoch mit seinem Komplizen, dem Staatsanwalt Mikami Teru zusammen, um mehr und mehr Todesurteile auszusprechen.

Fortsetzung nach bekanntem Muster

Obwohl Light beziehungsweise Kira nach dem Tod von L nahezu freie Hand hat, tauchen am Horizont mit Mello und Near zwei weitere Akteure auf, die als Gegenspieler Light das Leben schwer machen. Vor allem Near hat den neuen L unter Verdacht, in Wahrheit Kira zu sein. In dieser Hinsicht konzentriert sich also auch die zweite Hälfte der Anime-Serie respektive der zweite Compilation-Film auf die Ermittlung, Kira zu entlarven. Aufgrund dessen, dass einige elementare Bestandteile der Serie gekürzt werden mussten, wirkt auch der zweite Film an mehreren Stellen etwas holprig, wenn vielleicht nicht ganz so sehr wie der erste Teil. Kenner der Vorlage werden sich womöglich nicht so sehr daran stören und können die Lücken mit eigenem Wissen kinderleicht füllen. Relight 2 ist aber genauso wie Relight 1 kein Film, der sich dazu eignet, in Berührung mit der Death-Note-Marke zu kommen. Die Filme bieten zu wenig Raum, sodass sich die Charaktere nur wenig entfalten geschweige denn vernünftig in die Handlung eingebunden werden können. Da helfen auch die zusätzlichen Szenen kaum, die entweder leicht abgeändert oder sogar ergänzt worden sind. An der eigentlichen und sehr, sehr düsteren Atmosphäre ändert sich deshalb aber nichts. Das liegt vor allem am trüben Zeichenstil und der entsprechenden musikalischen Note des psychologisch angehauchten Dramas.

Zeitreise in die 2000er-Jahre

Da die Anime-Serie Death Note aus den Jahren 2006 beziehungsweise 2007 stammt und sowohl Relight 1 als auch Relight 2 auf Szenen aus der Serie zurückgreift, ist es keinesfalls verwunderlich, dass es keinen technischen Sprung gibt. Im bildschirmfüllenden 16:9-Format überzeugt der Film mit erwachsen gezeichneten Figuren und schön gezeichneten Grafiken, die die Umgebungen abdecken. Hinzu kommt in vielen Szenen diffuses Licht. Damit fängt der Film wunderbar die Atmosphäre diverser Anime der 2000er-Jahre ein. Für die Blu-ray Disc wäre eine technische Überarbeitung aber wünschenswert gewesen. Der Ton in DTS-HD Master Audio 2.0 geht sowohl in der deutschen als auch in der japanischen Fassung in Ordnung. Positiv fällt auf, dass auch bei der wesentlich später angefertigten deutschen Synchronfassung dieselben Sprecher wie bei der Serie den Figuren Leben einhauchen. Damit müssen sich Fans beider Synchronfassungen nicht umgewöhnen. Unterm Strich ist es jedoch schade, dass auf der Blu-ray Disc kein Bonusmaterial vorliegt. Dieses hätte vor allem jenen Zuschauern geholfen, die sich nicht so gut mit der Death-Note-Welt auskennen oder noch tiefer in das Universum eintauchen wollen. Unterm Strich bleibt also auch Death Note: R2 – Relight 2: L’s Successors ein Film für die allergrößten Fans und Kenner der Anime-Serie.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Zwar habe ich mir vor Kurzem Death Note: R – Relight 1: Visions of a God angeschaut, doch mein letztes Mal mit Death Note als Anime-Serie liegt weit zurück. Entsprechend ist Death Note: R2 – Relight 2: L’s Successors auch für mich ein schwer zu durchschauender Film, der als Zusammenfassung nur bedingt funktioniert. Zwar klappt dies mit der einen oder anderen Erinnerung deutlich besser als beim Vorgänger, aber immer noch nicht gut genug, um auch Interessierte zu überzeugen, die mit Death Note bisher keinerlei oder nur sehr wenige Erfahrungen haben. In Anbetracht dessen, dass es Mitte der 2000er-Jahre auch eine gute Realverfilmung gab, ist es echt sehr schade, dass die Compilation-Filme allerhöchstens als Auffrischung dienen und Fans mit ein paar neuen oder abgeänderten Szenen einen Grund liefern, sich auf diese Version einzulassen – und nur an diese Zielgruppe richtet sich das Werk von Araki Tetsurō. Alle anderen sollten eher zur Serie greifen und damit die vollwertige Death-Note-Erfahrung sammeln!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Death Note: R2 – Relight 2: L’s Successors!

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