Im Juli 2011 veröffentlichte Kazé Anime mit One Piece: Das Dead End Rennen den vierten Film der Reihe – allerdings nur auf DVD. Auf die Blu-ray-Ausgabe des von der ersten bis zur letzten Minute spannenden Kino-Abenteuers mussten hiesige Fans bis Juli 2022 warten.
Nachdem der dritte Film des Franchises ordentlich für Verwirrung gesorgt hat, schafft es der vierte Streifen, sich mit den Fans zu versöhnen. Wie es sich für anständige Piraten gehört, ankern sie mit einem Schiff offen im Hafen einer Stadt und schlagen sich in einem Lokal die Bäuche voll. Zumindest Ruffy, der für das Haushaltsdefizit der Strohhüte verantwortlich ist. Nami fragt, mit Betonung ihrer zwei unschlagbaren Argumente, in eben jenem Lokal nach Arbeit, damit die Strohhüte beim nächsten Anlegen nach dem Auffüllen ihrer Vorräte auch wieder ein bisschen Kleingeld in der Reisekasse haben. Ihr gelingt es, Informationen über ein geheimes Ereignis in Erfahrung zu bringen, doch wenn sie an diesem teilnehmen wollen, gibt es danach kein Zurück mehr. In einer riesigen unterirdischen Höhle stoßen sie schließlich auf viele andere Piraten, die nur aus einem Grund anwesend sind: Sie wollen am legendären Dead-End-Rennen teilnehmen. Die Strohhüte schreiben sich mit der Flying Lamb für dieses Rennen natürlich ebenfalls ein und freuen sich schon darauf, am großen Spektakel teilnehmen zu können. Immerhin gibt es dreihundert Millionen Berry für den Sieger und die Piraten hätten somit ein Leben lang ausgesorgt oder zumindest fast. Ruffys schier unersättlicher Magen hat da schließlich auch noch ein Wort mitzureden! Das Dead-End-Rennen wird jedoch von anderen Einflüssen bestimmt, mit denen die Piraten nicht gerechnet hätten.
Sich überschlagende Ereignisse
So taucht während des Rennens plötzlich ein blinder Passagier auf der Flying Lamb auf. Der Junge, der eigentlich ein Mädchen ist, gibt sich der Crew als Anaguma zu erkennen. Er ist der Helfer vom alten Biera, der auf Gasbades Schiff im Maschinenraum arbeitet. Nicht ganz liebevoll wird Biera von Gasbades Männern Maulwurf und Anaguma Dachs genannt. Ihnen wird kein Respekt entgegengebracht und als Biera schwer krank wird, will niemand außer Anaguma helfen – es sei denn, dass Anaguma einen beliebigen Piraten für Gasbade tötet. Die Wahl fällt ausgerechnet auf Ruffy, doch da dieser ein Gummimensch ist, können ihm Kugeln nichts anhaben. Nach anfänglichem Zögern schließt die Gruppe mit Anaguma das Band der Freundschaft, doch dann überschlagen sich die Ereignisse. Der Log Port, der die Flying Lamb zum Ziel des Dead-End-Rennens führen sollte, ist manipuliert, sodass er sie schon fast in die Hände der Marine führt. Dann taucht auch noch ständig der mysteriöse Shuraiya auf, bei dem es sich um einen gefürchteten Piratenjäger handelt. Zu guter Letzt lässt sich auch Gasbade blicken, der sich mit Ruffy einen glitschigen Kampf liefert, da dieser von der Candy-Frucht gegessen hat. Wie es der Zufall so will, bleibt am Ende des Films noch Platz für ein Familientreffen von zwei Nebenfiguren, die sich lange nicht mehr gesehen haben. Dies ist ein Zufall, der so gut in die Handlung passt und das Gesamtbild bereichert.
Zusammenpassende Elemente
One Piece: Das Dead End Rennen bietet alles, was von einem Piratenfilm erwartet werden könnte. Eine obligatorische Kneipenprügelei ist ebenso mit an Bord wie ein gefürchteter Piratenkapitän, ein Unwetter, genügend Ansporn und jede Menge Action, sowie Humor, den Fans aus der Serie kennen und schätzen. Angesiedelt ist der Film übrigens unmittelbar nach Episode 130, der letzten Folge aus der vierten Serienbox. Dementsprechend ist auch Nico Robin endlich mit an Bord, die jedoch sehr zurückhaltend charakterisiert wird und eigentlich gar nicht zur Story des Films beiträgt. Die Motivation, Ruffy gerade jetzt zu schnappen, ist größer denn je, da das Kopfgeld für den Gummimenschen gerade nach den Ereignissen in Alabasta von dreißig auf einhundert Millionen Berry erhöht wurde. In optischer Hinsicht hat sich das Team hinter dem Projekt stark an der Serie orientiert. 95 Minuten lang kann One Piece: Das Dead End Rennen daher nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch und akustisch mit dem bekannten Soundtrack unterhalten. Im Gegensatz zur DVD-Fassung, bei der das Bild im 4:3-Letterbox-Format vorliegt, kann die Blu-ray-Ausgabe mit einem hochauflösenden und bildschirmfüllenden Bild punkten. So kann der Film in einer angemessenen Bildqualität genossen werden. Sowohl die deutsche als auch die japanische Synchronfassung weiß zu überzeugen. Nur auf das faltbare Poster müssen Käufer der Blu-ray-Fassung verzichten.
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray- und der DVD-Fassung): Die ersten drei Filme von One Piece finde ich im Vergleich zum vierten Kino-Abenteuer etwas schwächer. One Piece: Das Dead End Rennen kann mich von der Eröffnungssequenz an vom Hocker hauen. Soll heißen, dass mich das Spektakel von der ersten bis zur letzten Minute magisch in seinen Bann zieht. Das beginnt mit Ruffys üblicher Fressorgie, die mich mit tollen Sprüchen zum Lachen bringt, zieht sich über den zugleich spannend und ebenfalls verrückt inszenierten Auftakt zum Dead End Rennen und endet mit der Action, die auf einem sinkenden Schiff in ihrem Höhepunkt gipfelt. Zwar gibt es in einigen Folgen der Serie deutlich mehr Action, doch hält sich dies im vierten Film um Ruffy und seiner Crew die Waage. Das ist fantastisch, denn genau so hätte der Film auch Teil der Serie, aufgeteilt auf mehrere Episoden, funktionieren können. Zudem gibt es auch Nebenfiguren, die zwar nur in wenigen Szenen vorkommen, doch in diesen hervorragend charakterisiert werden. Es passen einfach alle Elemente sehr gut zusammen, die in 95 Minuten auch nicht aus ihrem Mosaik herausfallen. Diese Harmonie dürfen sich One-Piece-Fans auf keinen Fall entgehen lassen!
Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Piece: Das Dead End Rennen!