Review: Ranma ½ – New Edition (Band 1)

Erstmals 1987 veröffentlicht, entwickelte sich die Manga-Reihe Ranma ½ von der Zeichnerin Takahashi Rumiko zu den beliebtesten Werken seiner Zunft. Schon in den späten 1990er-Jahren wurde mehrfach versucht, den Klassiker im deutschsprachigen Raum bekannt zu machen. Dies gelang allerdings erst in den frühen 2000er-Jahren. Nachdem die Reihe im Lauf der Zeit in Vergessenheit geriet und die einzelnen Bände aus der Produktion genommen wurden, dauerte es jedoch seine Zeit, bis dem Flehen der Fans nach einer Neuveröffentlichung nachgegangen wurde. In Japan war es bereits 2016 der Fall, während deutschsprachige Fans noch bis zum Jahr 2022 warten mussten. In der sogenannten New Edition verbindet Herausgeber Egmont Manga jeweils zwei der ursprünglichen Bände miteinander. Es empfiehlt sich in jedem Falle mit dem ersten Band anzufangen, da in diesem die storytechnischen Grundlagen gelegt werden. Saotome Genma und sein titelgebender Sohn Ranma kehren nach ihrem Kampftraining in China zurück nach Japan. Dort überrascht ihn sein Vater, dass seinem Sohn die Vorlebung mit einer der drei Töchter seines alten Freundes Tendō Sōun blüht, um eines Tages dessen Dōjō fortzuführen. Dass sowohl Ranma als auch die Töchter von Sōun keinesfalls von dieser Idee angetan sind, dürfte nicht nur Kennern von Ranma ½ bewusst sein.

Spannend, lustig und ein wenig romantisch

Kategorisch lässt sich Ranma ½ am ehesten dem Shōnen-Genre zuordnen, sprich Manga, die sich an ein männliches Publikum richten. Schließlich gibt es schon im ersten Band einige Schlägereien zu sehen, in dem die Fäuste fliegen. Nichtsdestotrotz weist die Reihe sehr viele komödiantische Elemente auf, was nicht zuletzt an ihrem Alleinstellungsmerkmal liegt: Sobald Ranma mit kaltem Wasser in Berührung kommt, verwandelt sich dieser in ein Mädchen. Wird er hingegen mit heißem Wasser überschüttet, nimmt er wieder seine Gestalt als Junge an. Genma leidet, seitdem er in China in eine verwunschene Quelle gefallen ist, ebenfalls unter diesem Fluch – nur verwandelt er sich in einen Panda. Während Genmas Erscheinung als Panda allenfalls für lustige Auftritte sorgt, stellt Ranmas Verwandlung dessen Leben gehörig auf den Kopf. Beispielsweise verliebt sich Kunō Tatewaki, der ohnehin schon unsterblich in Tendō Akane verschossen ist, außerdem noch in Ranmas weibliches Alter Ego. Somit sind romantische Elemente ebenfalls fester Bestandteil des Mangas, der im Jahr 1989 bereits seine erste Anime-Umsetzung spendiert bekam. Diese illustre Umsetzung ist gelungen und fühlt sich auch Dekaden nach ihrer ersten Veröffentlichung frisch und unterhaltsam an. Ranma ½ ist ein Werk, das sich kein Liebhaber der oben genannten Genres entgehen lassen sollte.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Ranma ½ habe ich sowohl bei der Erstausstrahlung im Fernsehen als auch Jahre später noch einmal auf DVD regelrecht verschlungen. Es ist aber schade, dass die Anime-Serie bislang nicht vollständig synchronisiert wurde. Umso mehr freue ich mich darüber, dass Egmont Manga die lange Zeit vergriffenen Einzelbände in Form einer New Edition neu aufgelegt hat. Die Geschichte mag vielleicht relativ einfach sein, birgt aber in vielen Momenten kleine Überraschungen, die gerade die romantischen Wünsche der Charaktere tangiert. Trotzdem sind auch die Prügeleien charmant gezeichnet und selbst der Humor kommt in jedem Kapitel zur Geltung. Ich bin sehr gespannt, wie sich die Reihe in den nächsten Bänden entwickeln wird. Für den Moment möchte ich aber jedem Fan des Shōnen-Genres mit einem Faible für Humor und ein wenig Romantik ermutigen, sich Ranma ½ einmal genauer anzusehen. Es gibt kaum einen Manga, der den Spagat zwischen seinen einzelnen Bestandteilen so gut hinbekommt, wie das Werk von Takashi Rumiko!

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