Review: Iwakura Aria

Entwicklerstudio Mages ist vor allem Fans von japanischen textbasierten Adventures ein Begriff. Mit Spielen wie Steins;Gate oder Emio: Der lächelnde Mann – Famicom Detective Club hat Mages jedoch auch an deutlich bekannteren Spielen dieses Genre mitgewirkt.

Im August 2025 erschien, nachdem Mages ein Jahr zuvor noch an Emio: Der lächelnde Mann – Famicom Detective Club gewerkelt hat, mit Iwakura Aria ein komplett neues Spiel in einem frischen Setting. Dabei erleben wir die grundsätzlich spannende Geschichte aus dem Blickwinkel von Kitagawa Ichiko, die als eine junge Waise im Japan der 1960er-Jahre eine einmalige Chance bekommt: Sie darf sich als Haushaltsgehilfin für die geld- und einflussreiche Iwakura-Familie beweisen und tauscht damit das unbequeme Leben auf der Straße gegen eine ordentliche Anstellung und ein Leben in einem luxuriösen Anwesen ein. Das ist auf jeden Fall ein Szenario, dass in Videospielen bislang kaum angeschnitten wird. Neben dem Hausherren Iwakura Amane und seiner titelgebenden Tochter Aria gibt es ansonsten wenige andere Hausangestellte wie die Köchin Sui, sodass sie der Iwakura-Familie schnell nahekommt, doch der wahre Grund für ihre Anstellung hat sicher nichts mit ihren Fähigkeiten Staubwischen und Wäschewaschen zu tun. Das wird uns als Spieler und auch Ichiko in dieser stimmungsvollen Visual Novel schon nach einer Spielstunde bewusst, worüber wir uns aber nun in Schweigen  hüllen. Das Schöne an Iwakura Aria ist vor allem die erzählerische Nähe. Das Spiel fokussiert sich sehr stark auf die Perspektive von Ichiko und ihrem Erleben in ihrem neuen Heim

Ein Neuankömmling

Durch den Bildschirmtext und die gelegentlichen Bilderwechsel, die eine Visual Novel so mit sich bringt, werden die einzelnen Momente sehr gut transportiert. Sei es Ichikos erste Begegnung mit Aria oder ihr erstes Gespräch mit Amane, in dem auch deutlich wird, dass sie ganz klar auf die Gunst ihres Chefs angewiesen ist und die Anstellung auch schnell wieder vorbei sein kann. Schnell wird uns offenbart, dass nicht nur die illustren Figuren, sondern auch das Anwesen so einige dunkle Geheimnisse in sich tragen. Während der Spielzeit von nur unter zehn Stunden, was sich aber aufgrund des langsamen Erzähltempos durchaus länger anfühlen kann, wird uns bewusst, dass das Spiel nicht nur Mystery-Elemente, sondern auch romantische Momente einfängt. Überraschenderweise gibt es ab und zu kleine Gameplay-Aspekte, in denen wir recht frei wählen dürfen, welche Räume des Anwesens wir besuchen wollen. Bis auf wenige optionale Textzeilen hat das Ganze aber keinen Mehrwert und stört mit der notwenigen Klickerei tatsächlich eher den erwarteten Lesefluss. Etwas schade sind auch die teilweise schwachen Charakterportraits und die charakterlosen Hintergrundbilder. Gelesen wird klassisch auf Englisch, ansonsten gibt es eine japanische Tonspur. Trotzdem punktet Iwakura Aria auf der Switch und dem PC vor allem mit seiner einnehmenden wie melancholischen Stimmung.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas’ Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch-Fassung): Thematisch gefällt mir Iwakura Aria, auch weil für mich das Setting noch ziemlich unverbraucht ist. Die Stimmung im Anwesen und die Beziehungen zwischen den Figuren machen den Reiz des Spiels aus. Das bewusst langsam gewählte Erzähltempo stört mich nicht, jedoch die mäßig spannend gestalteten Hintergründe und manche Charakterdarstellungen. Auch die gelegentlich eingebundenen Gameplay-Schnipsel ergeben für mich nur wenig Sinn. Trotzdem ist Iwakura Aria eine Erfahrung, die ich im Nachhinein nicht missen möchte.

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