Review: Ranma ½ – New Edition (Band 2)

Mit dem zweiten Band der New Edition der Manga-Reihe Ranma ½ etablierte Herausgeber Egmont Manga den Zweimonatstakt. So erschien die zweite Ausgabe der insgesamt zwanzigteiligen Reihe von Zeichnerin Takahashi Rumiko im November 2022. Während die Kapitel im Auftakt der Serie die zum Verständnis wichtigen Grundlagen legten, konzentriert sich der zweite Band auf die ersten zusammenhängenden Erzählungen innerhalb des großen Ganzen. Obwohl der titelgebende Protagonist Saotome Ranma und seine Verlobte Tendō Akane keine Anstalten machen, ihre von ihren Vätern arrangierte Verlobung zu akzeptieren oder zu vertiefen, müssen sich die beiden Streithähne zusammenraufen. Dies liegt daran, dass sie sich in den Kapiteln des zweiten Bandes gleich zwei Prüfungen stellen müssen. So taucht auf den ersten Seiten bereits Kunō Kodachi auf, die als „schwarze Rose“ bekannt ist. Im Rahmen der Kampfsportgymnastik macht ihr angeblich niemand etwas vor. Nichtsdestotrotz spielt Tatewakis Schwester nicht mit fairen Mitteln und nutzt jedwede Gelegenheit, um ihre Kontrahenten loszuwerden. Da sie ihre Gegnerinnen von der Fūrinkan-Oberschule schon im Vorfeld im Kampf aus dem Weg geräumt hat, muss Akane einspringen. Allerdings verletzt sich Akane kurzfristig am Fuß, sodass die weibliche Ausgabe von Ranma es schlussendlich richten muss.

Kämpfe und Liebe

Im weiteren Handlungsverlauf stoßen Akane und Ranma mit einem Eiskunstläuferinnenpaar zusammen. Es entbrennt ein Streit um das schwarze Schweinchen P-chan, bei dem es sich in Wahrheit um Ranmas Rivalen Hibiki Ryōga handelt. Shiratori Azusa findet das Schwein aber so süß, dass sie es als Charlotte bezeichnet. Über den Besitz soll ein Wettstreit im Kampfeiskunstlauf entscheiden. Obwohl Ranma zunächst wenig motiviert ist, Akane hierbei zu unterstützen, entbrennt in ihm das Feuer, als Azusas selbstverliebter Partner Sanzen’in Mikado seine weibliche Gestalt küsst. Zu guter Letzt hat am Ende des zweiten Bandes auch noch die aus China stammende Amazone Shanpū ihren ersten Auftritt. Ihre Absichten sind ambivalent, denn einerseits will sie Ranma umbringen und andererseits am liebsten ehelichen. Woran das genau liegt, sollten die Leser aber am besten selbst herausfinden. Daran ist jedoch deutlich zu erkennen, dass neben dem kämpferischen Aspekt auch Liebe einen großen Stellenwert innerhalb der Geschichte von Ranma ½ hat. So verlieben sich die Charaktere häufig in Figuren, bei denen sie sich keine Hoffnung machen sollten. Auch lassen sie bewusst falsche Andeutungen fallen, um ihr Ziel zu erreichen. Dies verkompliziert die Charakterkonstellationen zunehmend, macht Takahashis Manga, der künftig noch komplexer wird, aber ganz besonders lesenswert.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der zweiten Auflage): Für mich bleibt Ranma ½ einer der lustigsten, spannendsten und zumindest teilweise auch romantischsten Manga, die ich bislang kennenlernen durfte. Sämtliche Aspekte sind im zweiten Band hervorragend austariert, denn obwohl der Fokus auf den beiden Wettkämpfen liegt, kommen die Liebesbekundungen nicht zu kurz. So gibt es zahlreiche actionreiche Momente zu bestaunen und darauf zu warten, wie die romantischen Vorstellungen der Figuren in gewisser Weise zertrümmert werden. In anderen Werken könnte dies durchaus tragische Züge annehmen, doch in Ranma ½ ist und bleibt dies aufgrund Missverständnissen und Verwechselungen definitiv humorvoll. Auch die Einführung neuer Figuren wie Kunō Kodachi und Shanpū ist gelungen, treten sie doch so plötzlich und mit einem Knall auf der Bühne auf, sodass ihnen in diesem Moment das Rampenlicht alleinig gehört. Manga-Zeichnerin Takahashi Rumiko zeigt wunderbar, dass sie ihr Charakterdesign beherrscht. Fans der drei Genre-Anleihen greifen auch diesmal bedenkenlos zu!

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