Nintendo hat dem Lebenssimulations-Hit Animal Crossing: New Horizons eine Nintendo Switch 2 Edition und das Update 3.0 spendiert. Neben technischen Verbesserungen und kleinen Neuerungen, erhält auch die Switch-Version der Lebenssimulation neue Inhalte.
Obwohl das erste Animal Crossing unter dem Titel Dōbutsu no Mori bereits im April 2001 für das Nintendo 64 erschienen ist, gelangte die tierische Lebenssimulation erst mit der erweiterten GameCube-Version im September 2004 – zwei Jahre nach Nordamerika und ein Jahr nach Australien –, nach Europa. Trotz einiger Fortsetzungen und einer festen Fanbasis, übertrumpfte der Erfolg von Animal Crossing: New Horizons im März 2020 alle Erwartungen. Von der Covid-19-Pandemie und den nahenden Lockdowns befördert, fanden weltweit Millionen Spieler ihren Weg auf ihre eigene Insel und wagten dort den virtuellen Neustart an der Seite ihrer tierischen Mitbewohner. Angesichts des Erfolgs ist es nicht überraschend, dass Nintendo dem Spiel eine Switch 2 Edition spendiert. Die größten Neuerungen erhalten allerdings dank des Updates 3.0 auch Switch-Besitzer von Animal Crossing: New Horizons. Das Spiel transportiert das grundlegende Spielprinzip auf eine bisher unbewohnte Insel. Statt als neuer Bewohner in ein bestehendes Dorf zu ziehen, siedeln wir uns mit zwei zufälligen der anthropomorphen Tieren sowie Tom Nook und seinen Neffen Nepp und Schlepp auf einer einsamen Insel an. Es liegt an uns, unsere neue Heimat aufzubauen und herzurichten. Dafür beauftragen wir Tom Nook mit dem Auf- und Ausbau unseres Hauses, zahlen den dafür erforderlichen Kredit ab und sammeln Ressourcen, damit öffentliche Gebäude gebaut werden.
Neue Konsole, neue Möglichkeiten?
Außerdem gestalten wir in Animal Crossing: New Horizons mit immer neuen Möglichkeiten die Insel. Das Anfertigen von Werkzeugen, Möbeln oder Dekoration ist dank Do-it-yourself-Mentalität uns überlassen. Die notwendigen Materialien sammeln wir im Spielverlauf. Im Museum dürfen wir gefangene Fische und Insekten, gefundene Fossilien und gekaufte Kunstwerke abgeben und die Sammlung erweitern. Ein direktes Ziel hat die Lebenssimulation abseits der Aufgabe, die Insel zu verschönern und den Musiker K.K. Slider anzulocken, nicht. Dennoch motiviert das Spiel aufgrund zahlreicher Optionen für hunderte Stunden. Anders als bei vorherigen Nintendo-Switch-2-Editionen, hat Nintendo bei Animal Crossing: New Horizons ein verhältnismäßig kleines Upgrade-Paket geschnürt. Für fünf Euro können wir die Switch-Version in die Switch-2-Variante digital umwandeln. Dafür erhalten wir im TV-Modus eine 4K-Auflösung bei einer Framerate von dreißig Bildern pro Sekunde. Die höhere Auflösung fällt auf, wirkliche grafische Verbesserungen solltet ihr aber nicht erwarten. Außerdem wird jetzt die Mausfunktion der Joy-Con-2-Controller für das Hauseinrichten unterstützt. Hinzu kommt das Megafon als Item zum Rufen von anderen Bewohnern. Der Mehrspielermodus wurde auch erweitert. So dürfen wir nun mit zwölf statt acht Personen gleichzeitig auf einer Insel unterwegs sein. Passend dazu unterstützt der Titel die Kamera. Bedauerlich ist, dass die Ladezeiten kaum gesunken sind und teils noch immer sehr lang ausfallen.
Umfangreiche Neuerungen für alle
Die größeren neuen Inhalte gewährt Nintendo dank eines Updates beiden Versionen des Spiels. Am meisten sticht hierbei das Hotel heraus. Sobald ihr die Bootsfahrten mit dem Käpt’n freigeschaltet habt, beginnt der Bau des Hotels am Steg eurer Insel und einen Tag später dürft ihr die Einrichtung der Gästezimmer übernehmen. Typisch für die Lebenssimulation gilt dies allerdings nicht sofort für jeden Raum, sondern Tag für Tag nur für zwei Zimmer bis schließlich das besonders VIP-Zimmer an der Reihe ist. Für die Gästezimmer wählt ihr eine thematische Vorlage und richtet den Raum anschließend ein, genießt aber auch vollkommene Freiheit dabei. Das VIP-Zimmer dient hingegen dazu, einen Gast für einen Tag dorthin einzuladen, deshalb wird die Einrichtung täglich zurückgesetzt. Es ist schade, dass wir uns nicht nach den Vorlieben des für das VIP-Zimmer vorgesehenen Gastes richten müssen, sondern komplett frei nach unserer Vorstellung vorgehen dürfen – zufrieden ist die auserwählte Person immer. Dadurch geht ein wenig der Anspruch beim Einrichten verloren. Außerdem dürfen wir im Hotel zwei Ankleidepuppen ausstatten. Die dort platzierte Kleidung tragen Hotel-Gäste, wenn sie auf unserer Insel unterwegs sind. Für das Einrichten der Zimmer erhaltene Hotelcoupons dürfen wir im Souvenirshop für neue Möbel, Dekorationen und Kleidung ausgeben. Das ist aber noch nicht alles, denn vor dem Hotel wartet eine Kiste mit Bauaufträgen auf uns.
Gebaute Exporte, träumende Kreativität und mehr
Dabei handelt es sich um Gegenstände, die Tom Nook und der Käpt’n exportieren wollen. Natürlich ist es unsere Aufgabe, die benötigten Objekte herzustellen. Als Belohnung winken weitere Hotelcoupons. Eine zusätzliche Beschäftigung, die gerade anfangs motiviert. Freiheit genießen wir hingegen bei den neuen Schlummerinseln, die als Traumwelt zum Experimentieren einladen. Legen wir uns in ein Bett, gelangen wir in diesen Sandbox-ähnlichen Modus. Hier wählen wir eine von drei Inselgrößen und dürfen anschließend die Schlummerinsel komplett frei gestalten – und das ohne Wartezeiten für den Bau von Brücken oder Aufgängen. Alles was wir bereits auf unserer Insel freigeschaltet haben, können wir hier nutzen und uns komplett austoben. Die Schlummerinsel wird auch gespeichert und es ist möglich, Freunde einzuladen. Gerade für kreative Spieler eine wirklich schöne Neuerung! Zusätzlich fügt das Update noch Quality-of-Life-Funktionen hinzu. Das Lager unseres Hauses kann auf eine Kapazität von 9000 erweitert und Pflanzen können dort ebenfalls eingelagert werden. Der Aufräumservice von Resetti ermöglicht das schnelle Entfernen auf der Insel platzierter Objekte inklusive Pflanzen. Außerdem können beim Crafting Materialien direkt aus dem Lager genutzt werden. Neue Möbel und Gegenstände inklusive Crossover-Objekten zu The Legend of Zelda oder Lego sowie neue Bewohner und Camping-Platz-Gäste über Amiibos runden das Update ab. Auch wenn nicht jede Neuerung perfekt ist, werden einige gute Gründe geboten, um sich wieder einmal dem Inselleben in Animal Crossing: New Horizons zu widmen.
Geschrieben von Alexander Geisler
Alexanders Fazit (basierend auf der Switch-2- und Switch-Fassung): Auf der Switch habe ich über vierhundert Stunden mit Animal Crossing: New Horizons verbracht. Nachdem ich meine Insel aufgrund einer beschädigten Konsole und der nicht möglichen Übertragung auf die neue Switch verloren hatte, habe ich keine Motivation mehr gehabt, mich der Lebenssimulation zu stellen. Die Nintendo Switch 2 Edition und die neuen Inhalte des Updates 3.0 haben mir einen guten Grund geliefert, doch noch einmal mehr Zeit in meine neue Insel zu stecken. Allerdings halten sich die Anpassungen für die Switch 2 in Grenzen. Die 4K-Auflösung ist sinnvoll, wird aber von der Framerate-Begrenzung auf dreißig Bilder pro Sekunde ein wenig gedämpft. Ansonsten sind es eher die Neuerungen des Updates 3.0, die mich überzeugt haben. Das Hotel mag ein wenig zu eingeschränkt sein, doch das Einrichten der Gästezimmer ist trotzdem angenehm kurzweilig. Die Schlummerinsel ermöglicht es mir kreativ zu werden und neue Inhalte sowie Quality-of-Life-Funktionen begrüße ich immer. Sicher ist, dass Fans von Animal Crossing: New Horizons mit der Nintendo Switch 2 Edition, aber besonders mit dem Update 3.0, einen guten Grund erhalten, wieder Zeit in der Lebenssimulation zu verbringen.
Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Animal Crossing: New Horizons (Nintendo Switch 2 Edition)!