Review: Ranma ½ – New Edition (Band 4)

Bis zur Veröffentlichung des vierten Bandes der New Edition der Manga-Reihe Ranma ½ hat es im Jahr 2023 ein wenig länger als bei den bisherigen Ausgaben gedauert. Von Mitte Januar bis Mitte April mussten sich Fans des illustren Werks von Manga-Zeichnerin Takahashi Rumiko gedulden. Wer die Reihe zuvor noch nicht kannte, wird sich womöglich ein wenig über den Cliffhanger geärgert haben. So knüpft die vierte Ausgabe nahtlos an die Geschehnisse des dritten Bandes an. Titelfigur Saotome Ranma steht seinem Kontrahenten Hibiki Ryōga immer noch im Kampf gegenüber – ein kritischer Augenblick. Zuletzt kündigte Ranma die ominöse Saotome-Geheimtechnik an, ließ dabei jedoch offen, um was es sich dabei handelt. Die Auflösung ist gleichermaßen logisch wie absurd. In der Flucht denkt sich Ranma eine neue Strategie aus, um seinen Rivalen aus dem Weg zu räumen, der ja ohnehin nur gegen ihn kämpft, damit er freie Bahn hat und sich Ranmas Verlobte Tendō Akane schnappen kann. Im Gegenzug kann Ranma ja Shanpū ehelichen, die nach chinesischem Amazonenrecht angeblich ohnehin Anspruch auf ihn hätte. Nach der Plänkelei stürzen sich die Charaktere gleich ins nächste Abenteuer. Daimonji Sentarō ist unglücklich an jemanden gebunden und braucht dazu eine Dame, die für ihn gegen seine Verlobte kämpfen kann. Dazu ist Ranma bestens prädestiniert!

Alter Lüstling Happōsai

Einen Großteil des vierten Bandes beschäftigt sich jedoch mit dem Kampflieferdienstwettbewerb. In diesem Wettkampf geht es darum, dass ein Gericht eines Restaurants sowohl schnell als auch genießbar beim Empfänger ankommen soll. Außerdem sind nur Frauen zugelassen – durch einen Zufall kann Kunō Tatewaki dies ausnutzen, um entweder Akane oder Ranmas weibliche Form in seinem Haus zu begrüßen. Auch Shanpū mischt beim Wettstreit ordentlich mit. Trotzdem bleibt in der zweiten Hälfte des vierten Bandes von Ranma ½ Platz für eine weitere wichtige Hauptfigur. So führt die Autorin mit Happōsai überraschend den einstigen Lehrmeister von Tendō Sōun und Saotome Genma ein. Akanes und Ranmas Väter sind sichtlich überrascht, den alten Greis plötzlich in ihrem Wohnzimmer vorzufinden – schließlich waren sie im festen Glauben, ihren Meister vor zehn Jahren eigenhändig umgebracht zu haben. Obwohl anzunehmen wäre, dass sich eine blutige Rachegeschichte abspielen könnte, ist er seinen beiden Schülern nicht böse. Stattdessen macht er sich lieber auf, den Damen der Nachbarschaft nachzustellen und deren Unterwäsche von der Leine zu reißen. Es folgen Versuche, den alten Lüstling loszuwerden, doch Happōsai entpuppt sich schnell als übermächtiger Gegner, der den auch schon recht chaotischen Manga um eine weitere Note ergänzt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Langsam aber sicher scheint sich Autorin und Zeichnerin Takahashi Rumiko im vierten Band der Manga-Reihe ein Konzept zurechtgelegt zu haben. Es kommt zu unterschiedlichen Wettbewerben, die eigentlich gar nichts mit Kämpfen zu tun haben, aber doch irgendwie damit in Verbindung gebracht werden müssen. In meinen Augen ist das ein gewagtes Konzept, kann dies doch schnell ermüden. So richtig weiß ich auch nicht, was ich von der Kampfteezeremonie und dem Kampflieferdienst halten soll. Trotzdem gelingt es der Künstlerin, den Humor durchweg aufrechtzuerhalten und mit absurden Situationen aufzuwerten, die nach wie vor mit Verwechslungen und Missverständnissen spielen, die eigentlich sehr leicht aufzuklären wären. Mit Happōsai kommt zudem ein weiterer Charakter hinzu, mit dem ich mich nicht so ganz anfreunden kann, da ich ihn persönlich recht unsympathisch finde. Ob sich diese Meinung in den folgenden Bänden ändert, wird sich zeigen müssen. Mit ein paar kleineren Abstrichen ist aber auch der vierte Band für Fans von Kämpfen, Humor und falscher Romantik empfehlenswert.

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