Die Professor Layton-Videospielserie erfreut sich weltweit größter Beliebtheit. Sobald ein neuer Teil der Reihe erscheint, können wir sofort davon ausgehen, dass sich dieser auch millionenfach verkaufen wird. Aus diesem Grund hat es auch nicht lange gedauert, bis die erste Videospielverfilmung in Form eines Anime ihren Weg auf die Leinwand gefunden hat.
Während der Film im Land der aufgehenden Sonne bereits Ende letzten Jahres in sehr vielen Kinos gezeigt wurde, musste man in Deutschland kürzer treten. Nur eine kleine Auswahl von Lichtspieltheatern wurde mit einer Filmrolle von Professor Layton und die ewige Diva bedacht. Zudem wurde überwiegend nur die Presse für solch ein Ereignis eingeladen. Wir hatten leider vor einigen Wochen nicht die Möglichkeit in einem Kölner Kino live mit dabei zu sein. Wie gut, dass der Film nahezu zeitgleich auf DVD und Blu-Ray erschienen ist.
Neuer Film, neues Rätsel
Der Film Professor Layton und die ewige Diva beginnt mit einer relativ unwichtigen Szene, welche den Film ähnlich nutzlos einleitet wie so mancher James Bond-Streifen. Nichtkenner der Videospiele erfahren allerdings so, worauf das Hauptaugenmerk des Franchise liegt. Das Lösen der Rätsel wird auch im ersten Kinofilm rund um den englischen Gentleman sehr groß geschrieben. Nachdem sich die Ruhe in der Londoner Innenstadt beruhigt, beginnt die eigentliche Filmhandlung. Professor Layton erfährt von seiner ehemaligen Studentin Janice Quatlane, dass diese ihre kürzlich verstorbene Freundin in Form eines kleinen Kindes gesehen habe. Diese berichtet davon, dass sie das ewige Leben erfahren habe. Sofort ist der Professor neugierig geworden, denn an der Geschichte kann seiner Meinung nach etwas nicht stimmen.
Vorhang auf!
Er schnappt sich seine Assistenten Luke und Emmy, mit welchem er sich zu Janice aufmacht, welche sich in der Zwischenzeit zu einer Opernsängerin gemausert hat. Am Opernhaus angekommen, verabschiedet sich Emmy auch direkt wieder, um weitgehend außerhalb des eigentlichen Geschehens zu ermitteln. Während Professor Layton und Luke gespannt Janices Gesangseinlage verfolgen, scheint der Rest des Publikums eher gelangweilt zu sein. Obwohl die beiden verwundert über diese Tatsache zu sein scheinen, werden wir kurz darauf über das Problem aufgeklärt. Da die beiden nicht schon weit im Vorfeld eine Karte erworben haben, sind sie erstaunt darüber, dass man allen Zuschauern das ewige Leben versprach. Der vermeintliche Bösewicht änderte in der Zwischenzeit seine Meinung und stellt der Menge Rätsel. Jene Person, die am Ende übrig bleibt und alle Rätsel mit Bravour lösen kann, soll das ewige Leben erfahren.
Detektei Layton
Mehr möchten wir an dieser Stelle zum eigentlichen Inhalt der Handlung nicht verraten, um euch die Spannung des Films nicht zu rauben. In den nachfolgenden fünfundneunzig Minuten erwartet uns eine mit Höhe- und Wendepunkten gespickte Geschichte, welche wunderbar mit der Rätsellastigkeit der Videospiele umgeht. Allerdings lassen die wenigen Rätsel kaum Freiraum zum Mitdenken. Des Weiteren werden die Knobeleien immer seltener, je weiter die Handlung des Films voranschreitet. Stattdessen wird die Detektivarbeit von Professor Layton mehr und mehr in den Vordergrund gestellt, was die Geschichte ebenfalls gut vorantreibt. Gegen Ende des Films haben sich die Macher allerdings zu sehr aus dem Fenster gelehnt, da sie sich offensichtlich an mit Action gespickten Animes orientiert haben. Das lässt Professor Layton und die ewige Diva in Anbetracht des restlichen Inhalts ein wenig künstlich wirken.
Eine Frage der Interpratation
Der Film wirft mit zunehmender Lauflänge einige Fragen auf, die glücklicherweise nahezu alle beantwortet werden. Ein paar letzte offene Fragen stellten wir uns allerdings schon, als der Abspann über die Mattscheibe lief. Die Persönlichkeit und Motive von Professor Laytons Gegenspieler werden uns zwar erklärt, allerdings harmonieren diese nicht miteinander, um zu einem schlüssigen Gesamtbild verwoben zu werden. Auch das kleine Mädchen darf mehr als Symbol interpretiert werden, als wirklich agierende Darstellerin. Unlogisch ist an dieser Stelle nur, dass die junge Dame genau dies tut. Weitere Unklarheiten, die zum größeren Verständnis der Handlung führen, möchten wir an dieser Stelle aus Spoiler-Gründen nicht verraten. Obwohl die Geschichte in Professor Laytons erstem Kinoabenteuer teilweise zu viel Raum zum Interpretieren lässt, wird sie spannend und an einigen Stellen sehr ausführlich geschildert. Wer die Videospiele mag, wird wohl auch mit dem Film zufrieden gestellt sein. Schließlich kommt es nicht oft vor, dass man die Helden seiner Videospiele in Form eines guten Anime bewundern kann.
Toller Film, umständliches Menü
Der Anime ist übrigens an vielen Stellen mit dreidimensionalen Effekten gespickt, um sich von den schönen, aber teils recht trist gezeichneten Kulissen abzuheben. Meistens stechen diese Effekte positiv hervor – nur selten hat man den Eindruck, dass die Effekte ein notwendiges Übel im Konkurrenzdruck darstellen. Der im 16:9-Format gehaltene Film kommt zumindest in der Deluxe-Edition in einem hochwertigen und schön illustrierten Pappschuber daher, welche im DVD-Regal durchaus Beachtung finden kann. Gut gefallen hat uns übrigens, dass das FSK-Logo nicht auf die Außenhülle gedruckt wurde. Die uns zur Verfügung gestellte Deluxe-Edition weist allerdings auf der Packungsrückseite einige Unklarheiten auf. So wird die Laufzeit des Films mit einhundert Minuten angegeben, obwohl der Film ganze fünf Minuten kürzer ausfällt. Auf der Rückseite der Schachtel werden uns ebenfalls eine japanische, eine deutsche und eine spanische Tonspur versprochen. Es sind zwar alle Tonspuren vorhanden, doch fällt die Menüstruktur in diesem Punkt unnötig komplex aus. Man muss sich nach Einlegen der DVD entscheiden, welche Sprache man aus den Lautsprechern des Fernsehers vernehmen möchte. Die deutschen Synchronsprecher sind übrigens gut gewählt, auch wenn sie teilweise nicht gerade zu Bestform auslaufen. Immerhin darf auf ein Wiederhören mit den deutschen Synchronsprecher der Schauspieler Jacky Chan und Wade Williams freuen.
Irrtum oder Produktionsfehler?
Glücklicherweise kann man jederzeit – aber nur durch umständliches Aufrufen des Audiomenüs – auf die japanische Tonspur wechseln. Untertitel können ebenfalls nur in diesem Menü ausgewechselt werden – und dann auch nur in der Sprache, die man zu Beginn ausgewählt hat. Es ist somit nicht möglich, die spanische Tonspur mit deutschen Untertiteln zu erleben. Auf der Packung werden zusätzlich noch französische, englische, niederländische und italienische Untertitel versprochen. Dies trifft allerdings wohl nur auf das Bonusmaterial zu. Wäre das Fehlen einer englischen Tonspur beim Film nicht schon schlimm genug, machen sich auf der Packung weitere Fehler bezüglich der Bonus-DVD bemerkbar. Eine Laufzeit von ganzen fünfundneunzig Minuten ist in der deutschsprachigen Variante als falsch anzusehen. Nach circa vierzig Minuten haben wir bereits alles gesehen, was es zu sehen gab. Ein kurzer Blick auf die englische Menüstruktur zeigt uns, dass man anderen Sprachen noch zusätzliches Material in Form eines Minispiels oder kurzen Trailern spendiert hat. Ob dies den gravierenden Zeitunterschied wettmacht, muss jeder für sich ausmachen. Das Bonus-Material gibt jedenfalls einen guten Einblick in die Arbeit von Level-5 und jenen Firmen, die noch an der Produktion beteiligt waren. Über Interviews bis hin zur Erstellung einer 3D-Szene sind viele nützliche Informationen enthalten. Im Übrigen liegt der Deluxe-Edition noch ein Booklet voller Illustrationen bei, die alle wichtigen Charaktere und Artworks des Films auf hochwertig gedrucktem Papier wiedergibt. Dieses macht einen guten Eindruck und ist für Sammler eine kleine, aber feine Erweiterung des Gesamtpakets.
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf der DVD-Deluxe-Edition): Vorweg muss ich dazu sagen, dass ich zwar bisher immer reges Interesse an den Professor Layton-Spielen gezeigt habe, bis dato aber noch nie eines der Spiele länger als zehn Minuten gespielt habe. Meinen ersten Kontakt hatte ich gar auf der diesjährigen Gamescom in Köln, wo mir das Spielkonzept sehr gut gefallen hat. Eine Anschaffung der ersten drei DS-Spiele ist definitiv geplant, da kam der Film für mich als Appetithappen wie gerufen. Die Handlung des Animes hat mir mehrere (recht unwichtige) Parallelen zu anderen Büchern, Filmen und Serien aufgezeigt. Professor Layton und sein Assistent Luke assoziiere ich sofort mit Sherlock Holmes und Dr. Watson, was aber in Anbetracht der englischen Herkunft der vier genannten Persönlichkeiten nicht weiter verwundern sollte. Bei der Szene, wo die beiden Protagonisten am Opernhaus eintreffen, hatte ich bei der musikalischen Untermalung das Gefühl einen James Bond-Film anzuschauen. In der Mitte des Films erfährt Professor Layton einen Geistesblitz und bastelt aus diversen Utensilien einen kleinen Helikopter. Da musste ich spontan an Richard Dean Anderson alias MacGyver denken. Obwohl die Geschichte gut erzählt wird, mag ich es anders wie bei TV-Serien bei Filmen nicht, mit offenen Fragen den Fernseher abzuschalten. Der Sinn und Zweck mancher Charaktere erschließt mich mir auch Stunden des Nachdenkens nach dem Film nicht. Auch die dreidimensionalen Effekte während mancher Szene wirken auf mich stellenweise zu aufgesetzt. Obwohl die Anime-Zukunft Hand in Hand mit dieser Effektspielerei gehen wird, würde ich mir doch mal wieder einen rein gezeichneten und mich ansprechenden Anime wünschen. Trotzdem denke ich, dass jeder Fan der Videospiele auch mit dem Filmabenteuer zufrieden sein wird.
Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsxemplars!








Ich finde den film professor layton und die ewige diver ist ein fantastischer film und die musik hört sich auch super an und ich kann es kaum erwarten ob noch ein film raus kommt.