Review: The Garden of Sinners Film 3: Verbliebener Sinn für Schmerz

Vor wenigen Tagen haben wir euch die ersten beiden Filme der Reihe vorgestellt. Außerdem erschien Ende Januar endlich der dritte Serienableger in Deutschland. Vorweg können wir sagen, dass sich auch das Anschauen des dritten Films lohnt. Es werden zwar wie gewohnt nur wenige Antworten geliefert, doch nimmt die Handlung langsam, aber sicher an Fahrt auf. Nach wenigen Minuten ist uns klar, dass sich die Geschichte wie ein Mosaik zusammensetzt.

Zeitlich vor dem ersten Teil der Reihe angesiedelt, werden Shiki, Toko und Mikiya erneut mit einer mysteriösen Mordserie konfrontiert. Film 3: Verbliebener Sinn für Schmerz handelt von Fujino Asagami, einer jungen Schülerin, welche noch nie in ihrem Leben Gefühle empfunden hat. Als sie in einer Untergrund-Bar von einer Gruppe junger Männer vergewaltigt wird, spürt sie das erste Mal Schmerzen. Am Tag darauf werden die jungen Männer qualvoll zugerichtet, sowie mit herausgerissenen Armen und Beinen tot aufgefunden. Shiki ahnt, dass der Mörder vom gleichen Schlag sein muss, wie sie selbst. Eine Jagd beginnt, in der auch Mikiya nicht ganz unbeteiligt ist. Das obskure Spiel vermischt die Grenzen zwischen richtig und falsch. Es ist schwierig auszudrücken, welche Rollen Opfer und Täter wirklich einnehmen.

Poetische Schmerzen

Wie auch die beiden Vorgänger schafft es Film 3: Verbliebener Sinn für Schmerz vortrefflich auszudrücken, was in den Seelen der Charaktere vorgehen muss. Das Spektakel wird auch im dritten Ableger mit einer gehörigen Portion Mystery unterlegt, welche wieder etwas mehr zur Geltung kommt, wie im zweiten Teil. Zarte Gemüter sollten sich im Klaren darüber sein, dass mittlerweile nicht mehr mit Blut gegeizt wird und prekäre Themen wie Vergewaltigungen in die Anime-Reihe Einzug halten. Durchweg glaubhaft geschildert, überzeugt auch der dritte Teil von The Garden of Sinners mit seinen Geschichten, Charakteren und vor allem mit den Dialogen. Während diese im zweiten Teil in den Hintergrund rückten, werden sie im dritten Film wieder elementarer Bestandteil des Films. Poetische Gespräche findet man sonst nur in wenigen Animes.

Das Warten auf Film 4 beginnt

Auf die Gefahr hin, dass wir uns wiederholen: Man kann die optische Brillanz (inklusive Bild im 16:9-Format) des Titels nicht unter den Tisch schieben. Egal ob nun Mikiya durch den Regen streift oder Shiki in einem japanischen Lokal für Unruhe sorgt. Der Stil ist durchweg stimmig und vermittelt dank des gelungenen Soundtracks erneut Atmosphäre pur. Dieser ist wie bereits von den ersten beiden Filmen gewohnt, auf einer Bonus-DVD enthalten und lockt zum Immerwiederanhören. Leider fehlt auch hier der Song, welcher während der Credits zu hören ist, was vermutlich an Lizenzproblemen liegt wird. Zur Handlung können wir derzeit sagen, dass man sie auch verstehen kann, wenn man mit diesem Teil der Reihe beginnt, sich die anderen Filme dann aber auch nachholt. Das schaffen unserer Meinung nach nur wenige Serien, da oft viel zu viele Informationen untergehen. Bei The Garden of Sinners stimmt einfach alles: Geniale Charaktere, gelungene Synchronsprecher (im Deutschen, sowie im japanischen Original) und eine ausgeklügelte Handlung garantieren Spannung bis zur letzten Minute.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung inklusive Soundtrack-CD): Es ist endlich um mich geschehen, denn The Garden of Sinners hat mich mit dem dritten Teil endgültig gepackt. Die Geheimnisse der Ryōgi-Familie und des Asagami-Clan, die sich in Film 3: Verbliebener Sinn für Schmerz auftun, interessieren mich derzeit so sehr, dass ich mir gar den nächsten Teil aus Japan importieren würde. Leider würde ich dann natürlich bis auf zwei, drei Wörter nichts verstehen. Derzeit ist also Warten angesagt, denn der vierte Film soll laut Anime Virtual erst am 25. März in diesem Jahr erscheinen. Bis dahin muss ich mir die Zeit wohl mit anderen Animes vertrösten – oder ich schaue mir alle drei Teile nochmals beziehungsweise mehrmals erneut an. Eine opulent in Szene gesetzte Geschichte, ein melancholisch-schöner Soundtrack, sehr gute Synchronsprecher, sowie die untypisch und gleich unchronologische Erzählweise machen The Garden of Sinners zu dem was es ist: Ein unvergessliches Meisterwerk, das man einfach genießen muss!

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