Review: The Garden of Sinners Film 4: Der leere Tempel

Mit dem vierten Teil der The-Garden-of-Sinners-Reihe läutet Studio Ufotable die Halbzeit der Serie ein. Zwei Monate nach Veröffentlichung des dritten Teils erschien nun auch der vierte Anime rundum Shiki Ryōgi, Mikiya Kokuto und Tōko Aozaki.

Chronologisch als zweiter Teil innerhalb der Reihe angesiedelt, erleben wir wie Shiki in ein Krankenhaus eingeliefert wird und im Juni 1998, zwei Jahre später, aus ihrem Koma erwacht. Als sie erwacht, bemerkt sie allerdings, dass etwas nicht mit ihren Augen stimmt. Sie erblickt schreckliche Dinge, vor ihr zerbricht die Welt wie ein berstender Spiegel. Als sie dem psychischen Druck unterliegt und versucht, sich die eigenen Augen auszustechen, wird ihr jeglicher Besuch von Freunden verwehrt. Mikiya wird nicht zu ihr vorgelassen. In The Garden of Sinners Film 4: Der leere Tempel trifft Shiki zum ersten Mal auf Tōko, welche sich als Logopädin ausgibt, um zu ihr vorgelassen zu werden. Allerdings hat sie das geringste Interesse daran, sich Shikis Sprachvermögen anzunehmen. Stattdessen fördert sie Shikis dunkle Seite, damit sie die ihr gegebene Gabe sinnvoll einsetzen kann. Ein Freundschafts- und Arbeitsverhältnis zwischen Shiki und Tōko nimmt seinen Anfang.

Fragen und Antworten

In Film 4: Der leere Tempel erhalten wir endlich Klarheit darüber, wie sich Shiki und Tōko erst kennengelernt haben und erleben schließlich, wie Shiki ihre Gabe erstmals kontrolliert einsetzt. Auch der Charakter der Tōko wird näher thematisiert, so erfahren wir, dass sie ihre Stimme verstellt, um ein gewisses Ergebnis in Gesprächen zu erreichen. Viel mehr Fragen werden aber auch im vierten Teil der The-Garden-of-Sinners-Reihe nicht beantwortet, man lässt den Zuschauer für mindestens drei weitere Episoden im Dunkeln tappen. Studio Ufotable haben erneut bewiesen, dass sie ausdrucksstarke Charaktere in einer düsteren Welt, lauter trister Farben etablieren können. Allerdings bleibt der Mystery-Faktor dieses Mal fast außen vor, es wird dafür größeren Wert auf die emotionalen Beziehungen unserer Charaktere gelegt, was man an den Unterhaltungen zwischen Shiki und Tōko, sowie zwischen Tōko und Mikiya deutlich sehen kann. Der Film erstrahlt wie seine Vorgänger säuberlich im 16:9-Bildformat, weist technisch gesehen keine Fehler auf.

Druckfehler schmälern (nicht) das Gesamterlebnis

Der Soundtrack unterlegt das Anime-Spektakel mit mystischen Klängen, die jederzeit zu den gezeigten Szenen passen und eine beklemmende Stimmung hervorrufen möchten. Auch die japanischen und deutschen Synchronsprecher verrichten ihre Arbeit gut, besonders die deutsche Stimme von Tōko Aozaki, Christin Marquitan, möchten wir in unserem Review loben. Ihre für die Handlung relevante Stimmenverstellung bringt sie dem Zuschauer wundervoll näher. Obwohl uns der Film überzeugen kann, sind wir nicht besonders mit den Druckfehlern auf der Packungsrückseite des im Pappschuber gehaltenen Films zufrieden. Während wir dort lesen, dass der Film ganze 61 Minuten andauert, war der Film inklusive Vorschau auf den nächsten Teil bereits nach 45 Minuten zu Ende gelaufen – das sind immerhin 25% Laufzeit, die uns hier fälschlicherweise versprochen werden. Auch der Soundtrack fällt ganze acht Minuten kürzer aus, als auf der Packung angegeben (31 Minuten). Trotzdem gilt auch hier: Wer die ersten drei Teile bereits mochte, wird auch mit dem vierten Teil zufrieden sein.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung inklusive Soundtrack-CD): Das fast endlose Warten hat endlich ein Ende. Lange genug hat es gedauert, bis der vierte Teil nun auch bei uns erschienen ist. Wer meine letzten Reviews noch kennt, der weiß, dass ich mich auf die nächste Episode sehr gefreut habe. Optisch und akustisch besticht mich auch dieser Ableger der Reihe, doch irgendwie zieht sich die Handlung in die Länge. Die Geschichte wird zwar durchaus durchdacht weiter erzählt und die ruhigen Momente gekonnt mit einem beeindruckenden und zugleich bedrückenden Soundtrack unterlegt, doch irgendwie möchte der Funke nicht mehr zünden. Da ich die ersten drei Filme vor einigen Monaten am Stück genießen konnte, liegt die Vermutung nahe, dass man bei solch einem unüberschaubaren Projekt schnell den Faden verlieren kann. Außerdem habe ich mich auf einen einundsechzig Minuten langen Film gefreut und konnte unser Testgerät bereits nach einer Dreiviertelstunde ausschalten. Dies sind allerdings nur Kleinigkeiten, die ich schnell vergesse. Im Großen und Ganzen hat mir der Film dennoch gefallen und freue mich auf den nächsten Teil der Reihe, der dann wohl mit gewohnter Stärke die Handlung weiterspinnen wird.

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars von The Garden of Sinners Film 4: Der leere Tempel!

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