Review: Disney Micky Epic (Comic)

Ende letzten Jahres bezauberte Entwicklerlegende Warren Spector mit seiner düsteren Micky-Maus-Interpretation Jump ’n’ Run-Spieler und Fans des vorlauten Mäuserichs gleichermaßen, obwohl der Titel an einigen Stellen deutliche Mängel aufweist. So kommt unter anderem die Handlung schwer in Fahrt und wird öfters durch sich wiederholende Nebenaufgaben gestört. Diesem Manko haben sich das Team rundum Autor Peter David, wie etwa die Zeichner Fabio Celoni oder auch Paolo Mottura in der achtundsechzigseitigen Comic-Variante angenommen. So wird die Geschichte von Mickys Ausflug ins Wasteland auf die nötigsten Punkte reduziert. Das hat zufolge, dass Nebencharaktere auf einer Seite abgehandelt werden oder erst gar nicht im Comic auftauchen. Außerdem sind die Übergänge zwischen den einzelnen Schauplätzen unpraktisch gelöst, Begleiter Gus Gremlin schickt Micky einfach an den nächsten Ort. Diese werden immerhin sinnvoll erklärt, was der Rahmenhandlung sehr gut zu gute kommt.

Mindestens so gut wie die VideospielvorlageWer die Geschichte noch nicht kennt, dem sei gesagt, dass Micky versehentlich die Arbeit eines Zauberer sabotiert und später die Chance dazu erhält, sein Missgeschick wieder gut zumachen und ein magisches Land von einem bösen Phantom zu befreien. Dabei trifft der Mäuserich auf Oswald, die erste wichtige (und mittlerweile vergessene) Comicfigur von Walt Disney. Ihr könnt euch also ausmalen, dass dieser nicht sehr gut auf Micky zu sprechen ist. Die vielen Portale, welche im Spiel Übergangspunkte zwischen den dreidimensionalen Abschnitten einnehmen und mit einer 2D-Passage daherkommen, die an alte Cartoons aus den letzten Jahrzehnten erinnern sollen, werden nur am Rande erwähnt. Die wenigen Filmstreifen werden an den Seitenrändern der schönen Illustrationen untergebracht. Der Humor des Buchs richtet sich in erster Linie an Kinder, beim amüsanten Wortwitz dürfen aber Erwachsene des Öfteren schmunzeln. Übersetzter Arne Voigtmann hat bei der Übersetzung vom Englischen ins Deutsche gute Arbeit geleistet. Das farbig bebilderte Buch im Hardcover-Umschlag ist im Laden für knapp dreizehn Euro erhältlich. Wir empfehlen trotzdem, bei Interesse zunächst den Wii-Titel durchzuspielen, um auch die Zusammenhänge allesamt verstehen zu können.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Ein großer Micky-Maus-Fan war ich noch nie gewesen, das hat sich auch letzten November mit Disney Micky Epic nicht geändert. Der in meinen Augen viel zu sanfte Humor kann mir nur sehr selten ein Lächeln entlocken, das ist auch beim neuen Comic aus der Ehapa-Comic-Collection nicht anders. Immerhin wird der Stil des Wii-Spiels sehr gut eingefangen, die Zeichnungen sind wunderschön und auch die Handlung orientiert sich stark an der Videospielvorlage. Die Dialoge sind nicht sonderlich facettenreich, doch erfüllen sie ihren Zweck und treiben die Handlung stetig voran. Allerdings hat man den Comic bei normaler Lesegeschwindigkeit bereits nach einer guten halben Stunde durchgelesen, das Betrachten der wunderschönen Illustrierungen nimmt etwa die gleiche Zeit in Anspruch. Da ich den Comic vermutlich kein zweites Mal lesen werde, ist der verlangte Betrag in meinen Augen etwas zu hoch angesetzt. Trotzdem stimmt die Qualität in Anbetracht der hochwertigen Aufmachung. Fans von Micky und Oswald werden mit dem Buch genauso wie beim Spiel gut unterhalten und dürfen ruhig einen Blick riskieren. Enttäuscht wird man hier sicherlich nicht!

Vielen Dank an den Egmont-Verlag für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars vom Comic zu Disney Micky Epic!

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