Review: Once upon a Time in China III

Nach dem Erfolg des ersten Teils produzierte man ein Jahr später (1992) nicht nur Once upon a Time in China II, sondern gleich auch noch den dritten Teil der epischen Reihe rund um Wong Fei-Hung. Die Neuveröffentlichung auf Blu-Ray und DVD kommt neben einer überarbeiteten Bildqualität dieses Mal auch wieder mit einer neuen Synchronisation daher.

Gegen Ende des neunzehnten Jahrhundert reist Kampfkunstmeister und Arzt Wong Fei-Hung in seine Heimat Beijing. Dort möchte er seinen Vater treffen, um ihn über die Heirat mit Yee zu unterrichten. Kaiserinwitwe Cixi hat indessen den Löwentanz-Wettbewerb einberufen, in welchem die beste Kampfsportschule als Sieger herausgehen soll, damit die Kung-Fu-Kampfkunst auch in Zukunft unter den Einflüssen westlicher Mächte bestehen bleiben kann. Wong Fei-Hung gerät in Zwietracht mit diesen rivalisierenden Kampfsportschulen, einer ihrer Leiter versucht den von Jet Li verkörperten Kung-Fu-Meister sogar mit hinterhältigen Tricks zu töten. Außerdem interessiert sich ein russischer Diplomat für Yee, was Wong Fei-Hung in Anbetracht der bevorstehenden Hochzeit, ein Dorn im Auge ist. Durch einen unglücklichen Zufall entdecken Yee und Wong Fei-Hung allerdings, dass die russischen Abgesandten ein falsches Ziel verfolgen und decken eine Verschwörung auf, gefährden dabei sogar ihr Leben.

Dünne Handlung, übertriebene Kämpfe

Nach dem grandiosen ersten Teil der Reihe, folgte ein zwar immer noch guter, aber nicht überragender zweiter Film. Der dritte Ableger des Epos verliert weiterhin an Qualität. Dieser Verlust liegt in erster Linie an der recht dünnen Handlung. Zwar finden wir es gut, dass man im dritten Teil endlich näher auf die Beziehung zwischen Yee und Wong Fei-Hung eingeht, doch bleibt ihnen auch hier erneut ein Happy End verwehrt. Auch die Nebenhandlungen, die deutlich Potential aufweisen, werden nicht annähernd so gut geschildert, wie noch in den beiden Vorgängern. Es wäre durchaus interessant gewesen, mehr aus der Sicht der russischen Diplomaten und sogar mehr als nur eine Szene aus Sicht von Kaiserinwitwe Cixi zu erfahren. Jet Li, Rosamund Kwan, Max Mok und Lau Shun machen (auch) in Once upon a Time in China III eine gute Figur, stellen ihr schauspielerisches Können mit Bravour unter Beweis. Einzig allein die Kampfszenen wirken im dritten Teil sehr überdreht und man merkt deutlich, dass man sich Drahtseilen bedient hat, um Jet Li durch die Luft zu schleudern. In einer Szene hat man sogar vergessen, diese weg zuretuschieren. Das wirkt in diesem Moment unfreiwillig komisch und hätte für die Neuveröffentlichung auf Blu-Ray und DVD überarbeitet werden müssen. Kung-Fu-Freunde müssen dieses Mal auch Abstriche bei den Kämpfen machen – es werden vermehrt Waffen eingesetzt, Tritte und Schläge geraten teilweise in den Hintergrund.

Rückkehr der Neusynchronisation

Wie beim ersten Teil, entschied man sich auch beim dritten Ableger für eine komplette Neusynchronisierung. Simon Jäger leiht somit auch in Once upon a Time in China III Jet Li seine Stimme. Warum man dem zweiten Teil keine neue Synchronisation spendiert hat, ist uns schleierhaft. Die Synchronsprecher wirken nicht fehlbesetzt und verleihen ihren Charakteren genügend Ausdruck. Selbstverständlich ist es wieder möglich, auf die originale, kantonesische Tonspur zu wechseln und deutsche Untertitel hinzuschalten zu lassen. Der Film ist mir einhundertelf Minuten in etwa genau so lang wie sein direkter Vorgänger und wird ebenfalls im 16:9-Format präsentiert. Die Bildqualität ist durchgehend positiv ausgefallen, nur am Anfang und an sehr wenigen Stellen schwankt die Qualität geringfügig. Wie schon bei den Vorgängern ist auch auf der Disc von Once upon a Time in China III kein Bonusmaterial enthalten, dem originalen Filmtrailer und weiteren Trailern zu ausgewählten Filmen ausgenommen. Kenner der ersten beiden Filme werden auch mit der dritten Episode des Once-upon-a-Time-in-China-Epos zufriedengestellt, sofern sie die Abstriche bei der dünnen Handlung und den etwas aufgesetzten Kämpfen in Kauf nehmen möchten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-Ray-Fassung): Once upon a Time in China war einer der besten Martial-Arts-Filme, den ich bis Dato gesehen habe. Nachdem ich beim zweiten Ableger in gewisser Weise enttäuscht wurde, habe ich meine Erwartungen an den dritten Teil sofort runtergeschraubt. Leider wurde ich erneut etwas enttäuscht, denn mit einer so dünnen Handlung habe ich in Once upon a Time in China III nicht gerechnet. Zwar gefallen mir die Charaktere auch im dritten Ableger, sie verrichten ihre Arbeit außerordentlich gut, doch sind mir die Kämpfe teilweise zu aufgesetzt und zu sehr mit Waffen, wie Schwertern und Lanzen, verunglimpft wurden. Ich mag es mehr, wenn sich Kung-Fu-Kämpfer mit ihrem tatsächlichen Können attackieren und nicht auf Hilfsmittel zurückgreifen müssen. Anspielungen auf die Einflüsse aus dem Westen, die vor allem in Once upon a Time in China beschrieben wurden, findet man im dritten Teil kaum noch. Zwar trägt Yee erneut westliche Kleidung, interessiert sich weiterhin für Kameras und auch eine Dampfmaschine kommt im dritten Teil zum Einsatz, doch all das wird nur am Rande angeschnitten. Diese stärkere Fokussierung auf China gefällt mir zwar sehr, doch dem einen oder anderen Zuschauer mag dies vielleicht missfallen. Das Finale des Films endet wie ein plötzlicher Paukenschlag. Man denkt, dass nach dem Kampf noch ein ausklingendes Ende stattfinden wird, doch Fehlanzeige: Nach einem denkwürdigen Schlusssatz von Wong Fei-Hung flimmert der Abspann wie bei älteren Kung-Fu-Filmen über den Bildschirm. Leider ist derzeit keine Veröffentlichung der letzten drei Teile der Hexalogie geplant, hoffe aber sehr, dass diese ebenfalls noch bei uns erscheinen werden, da Wong Fei-Hung zu den einprägsamsten Charakteren der chinesischen Geschichte gehört und ich auch gerne weiterhin Abenteuer mit den liebgewonnenen Charakteren erleben möchte.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Once upon a Time in China III!

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