Preview: The Legend of Zelda: Ocarina of Time 3D

Im Jahre 1998 schrieb ein Videospiel Geschichte – das abwechslungsreiche und zugleich packende Gameplay fesselte mehrere Generationen an den Controller, wie es ein Videospiel zuvor kaum vermochte. Die Rede ist von The Legend of Zelda: Ocarina of Time, einem Videospielepos des 20. Jahrhunderts, welches unter Kennern als einer der besten The-Legend-of-Zelda-Titel gewertet wird.

Nach fast dreizehn Jahren ist es wieder soweit, dass sich Protagonist Link, sich mit seinem treuen Pferd Epona wieder auf den Weg macht, um dem bösartigen Gerudo-König Ganondorf davon abzuhalten, die Macht des Triforce an sich zu reißen – dieses mal aber in schönen und autostereoskopischen 3D. Wie auch viele andere Klassiker und nennenswerte Spiele bleibt Ocarina of Time nicht von einem Remake verschont, doch Nintendo hat das Gameplay nicht angetastet und nur wenige Verbesserungen eingeführt. So wurde die Grafik generalüberholt und zugleich kaum angetastet – es wirkt wie ein Spiel aus dem Jahre 1997, nur eben mit einer zeitgemäßen Optik und einem wunderschön ins Spiel integrierten 3D-Effekt. Das ganze Geschehen wird wie im Original mit einem epischen Soundtrack unterlegt, der die Reise durch das sagenumwobene Hyrule passend untermalt.

Grafische 3D-Überarbeitung

Wir hatten die Möglichkeit, den Titel bereits vor Release anspielen zu können und haben uns ein Bild von den wenigen (überwiegend grafischen) Neuerungen gemacht, die Nintendo dem Remake spendiert hat. Neben der Möglichkeit, jederzeit zwischen der dreidimensionalen Oberfläche und der klassischen 2D-Anzeige zu wechseln. Von letzterem raten wir allerdings ab, denn Bossgegner wirken nun noch bedrohlicher, wenn sie sich durch die eingebauten Tiefenverhältnisse vor uns auftürmen. Türen und Truhen sehen nun detaillierter aus denn je und wenn man durch die Gassen der Stadt läuft, folgt einem die Kamera auf Schritt und Tritt, anstatt uns wie im Original mit Bildern abzutun. Außerdem ist es nun möglich, sich in die Ego-Perspektive des Helden zu versetzen – das war bereits 1997 möglich, doch zum Umsehen reicht es jetzt aus, einfach nur den 3DS vor sich her zu bewegen. Schüsse mit der Schleuder oder dem Bogen funktionieren jetzt noch einfacher – Veteranen werden sich darüber freuen, auch die altertümliche Steuerung mittels Schiebepad nutzen zu können.

Vereinfachte Menüstruktur

Nintendo kombiniert einmal mehr klassisches Gameplay mit neuen Innovationen. So wurde die komplette Menüführung auf den Touchscreen verlegt und ermöglicht dem Spieler, schneller auf seine gesammelten Gegenstände zuzugreifen. Die Items dürfen zwei Buttons zugewiesen werden – zwei weitere Gegenstände (hier empfehlen wir die weniger benutzen Objekte) dürfen zwei auf dem Bildschirm befindlichen Schaltflächen zugewiesen werden. Das ist immerhin schon ein Item mehr, wie noch auf dem Nintendo 64 oder in der späteren Gamecube-Fassung. Besonders gefreut hat uns, dass nun auch die Eisenstiefel als normales Item und nicht als Ausrüstungsgegenstand fungieren. So wird es beispielsweise im Wassertempel keine nervigen Menüaufrufe mehr geben. Der Dienst am Spieler ist auch hier getan. Eine weitere Spieloption ist die Möglichkeit, bereits bekämpfte Bosse nochmals besiegen zu können – allerdings werden die Eigenschaften des Spielers auf das Maß runtergeschraubt, mit dem wir den Gegner das erste Mal besiegt haben. Spinnenkönigin Gohma mit dem Master-Schwert zu bekämpfen, fällt also flach.

Viele Visionen und keine Differenzen

Wer den Titel einmal durchgespielt hat, wird sich auch noch auf das zusätzlich integrierte Master Quest freuen. In diesem Modus erleben wir das gesamte Abenteuer aus einer gespiegelten Version, welche zudem noch ein wenig schwieriger ausfällt, als das Original. Veteranen dürften sich an dem nervigen Freispielen stören, Neulinge freuen sich indessen über weitere Spielinhalte. Nintendo hat sich aber auch Gedanken gemacht, Anfänger einen leichten Spieleinstieg zu garantieren. Neben Links Baumhaus in Kokiri finden wir beispielsweise einen Shiekah-Stein, in welchem wir hinein kriechen dürfen. Dort erlangen wir Visionen, wie sich zukünftige Spielpassagen meistern lassen werden. Eine nette Idee, doch Kennern des Spiels wird dieser Zusatzinhalt nicht stören. Zumindest sei so geregelt, dass Nintendo wieder einmal mehr versucht, jeglichen Spielertypen zufrieden zu stellen. Im Falle von The Legend of Zelda: Ocarina of Time 3D können wir sagen, dass dem aus Japan stammenden Konzern dieses Unterfangen gelungen ist. Wir freuen uns bereits auf die fertige Version.

Geschrieben von Julian Warkentin

Erics Prognose (basierend auf der Nintendo-64-, Gamecube- und 3DS-Fassung): Als wir Mitte Mai bei Nintendo in Köln das Spiel vor Release anspielen konnten, habe ich mich richtig darauf gefreut und dass obwohl Ocarina of Time nicht mein Lieblingsteil des Franchises ist. Beim Anspielen habe ich das aber relativ schnell vergessen. Der Titel bezaubert wie einst 1997 und kommt mit recht wenigen, dafür durchgehend sinnvollen Neuerungen daher. Die grafische Oberfläche wurde auf den aktuellen Stand der Zeit gebracht und die Steuerungsmethode mittels der 3DS-Bewegungssensoren hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Ich habe derzeit nur Bedenken, dass ich hektische Bewegungen mit eingeschalteten 3D-Effekt negativ auf das Gesamterlebnis auswirken kann. Genau wie mein Kollege Julian, kann ich das Spiel jedem Fan der Serie und denen, die es werden wollen, wärmstens empfehlen.

Julians Prognose (basierend auf der Nintendo-64- und 3DS-Fassung): Im Endeffekt bleibt The Legend of Zelda: Ocarina of Time 3D genau das, was es ist – ein Klassiker. Auch wenn einige Leute meinen, die ständigen Remakes verfälschen das Spiel, muss an dieser Stelle ganz klar gesagt sein, dass es bei diesem Spiel nicht der Fall ist. Das Spiel ist geblieben, wie es meiner Meinung nach sein soll – und einen kleinen Tacken besser. Die Neuerungen wurden so dezent in das Spiel eingefügt, dass sich niemand darüber beschweren kann. Wer The Legend of Zelda: Ocarina of Time nicht kennt oder das Spiel noch einmal erleben möchte, darf unbedacht zur 3DS-Fassung greifen und eine atemberaubende Welt eintauchen, die es so in Videospielen nur selten zu sehen gibt.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Einladung zum Event in Köln!

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