Review: The Legend of Zelda: Ocarina of Time (1) (Manga)

Bei Nintendo laufen derzeit alle Maschinen auf Hochtouren, damit das 3DS-Remake des einstigen Nintendo-64-Hits rechtzeitig im Juni bei uns erscheinen kann. Im Jahr 2009 ist nach sehr langer Wartezeit auch bei uns der erste Manga, welcher sich mit der The-Legend-of-Zelda-Serie beschäftigt, erschienen. Wie im großen Videospielvorbild lebt der junge Link abgeschottet vom Rest der Welt mit dem Volk der Kokiri im Wald am anderen Ende des Landes Hyrule, wo der Deku-Baum über das Waldvolk wacht. Als sich böse Mächte an ihm zu schaffen machen und ihm die letzten Kräfte entziehen, wird der noch ahnungslose Held der Zeit in die Welt hinausgeschickt, um das Land vor dem drohenden Untergang zu bewahren. Unterwegs trifft er auf alle wichtigen Gestalten, die Kennern des Klassikers sofort bekannt vorkommen. Zeldas Zofe Impa ist ebenso mit von der Partie, wie auch Bauer Talon samt Tochter Malon und Ruto, Prinzessin der Zoras. Die komplexe Handlung wird mit geschickt platzierten Verknüpfungen vorangetrieben. Hier haben sich die beiden Zeichnerinnen, die unter dem Pseudonym Akira Himekawa tätig sind, einen besonderen Kniff einfallen lassen.

(Nicht) besser als das Spiel

Anstatt der Geschichte des Spiels und den damit in Manga-Form eher uninteressanten Rätsel und anderen Gameplay-Elementen zu folgen, haben sich die Damen einfach zusätzliche Inhalte ausgedacht, die nahtlos ineinander übergehen. So spielt Link zum Beispiel bereits vor der Zusammenkunft mit Zelda im Schlossgarten mit ihr auf dem Marktplatz von Hyrule das eine oder andere Spielchen – die beiden Zeichnerinnen drücken somit gekonnt Zeldas Einsamkeit im Schloss auf, gar einen Kuss lässt Zelda ihrem Helden zukommen. Die Charaktere werden besser eingefangen als im Spiel, selbst Link ist in der Lage mit den anderen Persönlichkeiten des Landes zu sprechen. Der Humor im Manga wirkt sehr positiv auf uns, selten haben wir abseits des Slapstick-Humors des Spiels so mit unserem Helden gelacht. Die Geschichte des Mangas endet kurz nach Links Auftritt im Feuertempel als Erwachsener, der Rest der Handlung wird im zweiten Manga der Reihe erläutert. Für etwas weniger als sieben Euro erhalten wir einen 190-seitigen Manga, der uns mit seinen schwarzweißgrauen Bildern durchgehend zu überzeugen weiß.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Als ich damals die recht durchwachsene Zeichentrickserie rundum Link und Zelda gesehen hatte, war ich doch sehr enttäuscht von dieser gewesen. Umso mehr habe ich mich auf den Manga von Akira Himekawa gefreut und wurde fast durchgehend zufriedengestellt. Die Zeichnungen sind wirklich schön, die deutsche Übersetzung der Sprechblasen von Michael Ecke sind ausnahmslos gut gelungen und zeigen mir mit viel Humor, dass eine Diskussion zwischen Link und den anderen Bewohnern von Hyrule im Spiel ebenfalls funktionieren könnte. Aufgrund einiger Tatsachen, für die Nintendo berühmt und zugleich berüchtigt ist, wird dies allerdings wohl nicht so schnell auftreten. Aber ein Anime, basierend auf den Mangas, würde durchaus funktionieren können. Im gesamten Buch gibt es nur eine einzige Stelle, die mir ein wenig suspekt vorkam. So wird Schloss Hyrule bereits am Ende von Links Kindheit angegriffen – sieben Jahre später wehrt sich dann immer noch ein verzweifelter Soldat gegen Ganondorfs Armee. Auch wenn es sich hierbei um den Manga zu einem Fantasy-Videospiel dreht, ist das doch etwas weit hergeholt. Bis auf diese eine Tatsache kann ich den Manga aber allen The-Legend-of-Zelda-Fans wärmstens empfehlen. 

Vielen Dank an Tokyopop für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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