Mit dem ersten Manga der The-Legend-of-Zelda-Reihe feierte Tokyopop 2009 den Einstieg in eine Fantasy-Welt, der nicht besser hätte ausfallen können. Leider müssen wir bereits beim zweiten Manga Abstriche verzeichnen, doch der Reihe nach: Der junge Link zieht am Ende des ersten Bandes das Master-Schwert aus dem Felsen und reift zum Erwachsenen heran. Nach dem Schwerttraining mit Impa, wird der Held der Zeit im wahrsten Sinne des Wortes nun in die Wüste geschickt. Dort angekommen wird er auch schon von Ganondorfs treuen Gefolgsleuten erwartet, wie etwa den Killa Ohmaz oder dem Shiekah Shiek. Dieser entpuppt sich, wie Kenner der Videospielvorlage mit Sicherheit wissen, als die Zukunft von Hyrule. Im zweiten Band legen die beiden Zeichnerinnen größeren Wert auf die Kulturen des mystischen Landes, wie etwa den Gerudo. Leider hat dies Auswirkungen auf die eigentliche Geschichte, denn wer hofft, dass wir im zweiten Manga alle verbliebenen Handlungsorte des Spiels kennenlernen werden, wird leider enttäuscht.
Kein würdiger Abschluss
Der Wassertempel wird zusammenhanglos auf dem Weg in die Wüste dazwischen gequetscht, der Schattentempel ausgelassen und der Geistertempel ist nur kurz von außen zu bestaunen. Außerdem werden die Items, welche Link bei seiner Reise durch Hyrule bedient, weniger subtil eingeführt als im ersten Manga. So wirft Naboru Link den Spiegelschild während eines Kampfes mit den Hexen einfach zu – das stört die Gesamtatmosphäre, zumal die Geschichte von The Legend of Zelda: Ocarina of Time bereits nach der Hälfte des Buches beendet wird. Anstatt die Handlung weitaus feinfühliger und umfangreicher zu gestalten, haben sich die beiden Zeichnerinnen einfach gedacht, stattdessen zwei interessante, aber weniger wichtige Bonuskapitel aufs Papier zu bannen. Immerhin erfahren wir so noch ein wenig über die Kultur der Kokiri, welche den Tatsachen im Spiel sehr nahekommen, aber dennoch Raum zum Interpretieren lassen. Das zweite Bonuskapitel befasst sich mit dem fliegenden Volk der Watarara, welche in der Spielserie keine Erwähnung finden. Das ist zwar nett, wäre aber nicht unbedingt nötig gewesen. Für knapp sieben Euro werden wir auf 192 Seiten zwar gut, aber nicht überragend, wie es noch beim ersten Ableger der Fall war, unterhalten.
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Wenn man vom ersten Teil einer Reihe, sei es ein Film, ein Spiel oder wie in diesem Fall ein Buch beziehungsweise ein Manga, durchweg überzeugt ist, dann ist es oftmals schwer, von Nachfolgewerken ebenso zufriedengestellt zu werden. Ähnlich verhält es sich bei mir auch beim zweiten Band des Mangas zu The Legend of Zelda: Ocarina of Time. Die Geschichte wird zu einem guten Ende geführt, die zum Verstehen wichtigen Grundlagen sind allesamt enthalten. Allerdings verstehe ich nicht, warum man sich beim ersten Teil noch richtig ins Zeug gelegt hat und die Charaktere und Orte wirklich sehr gut ausgearbeitet hat und beim zweiten Teil darauf hofft, dass sich der Manga nur noch gut verkauft – so kommt es mir persönlich zumindest vor! Akira Himekawa hätte die Zeit, welche sie für die Bonuskapitel aufgebracht haben, lieber in den Hauptplot investieren sollen. Mich freut es zwar, mehr über die Kokiri zu erfahren, aber ein neues Volk einzuführen, dass von Nintendo im Entstehungsjahr so noch nicht vorgesehen war und in ähnlicher Form erst 2002 in The Legend of Zelda: The Wind Waker mit den Orni eingeführt wurde, ist aus den Augen eines Fans schon recht ärgerlich. Auch wenn sich das jetzt recht negativ anhört, habe ich die Handlung dennoch bis zum Ende verfolgt und bin gewissermaßen mit dem Ergebnis zufrieden, wenn es auch nicht gerade eine Meisterleistung der beiden Zeichnerinnen darstellt.
Vielen Dan an Tokyopop für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!