Review: The Legend of Zelda: Majora’s Mask (Manga)

Von vielen Spielen aufgrund des Spielelements der Zeitmanipulation verhöhnt, von ebenso vielen dafür geliebt ist The Legend of Zelda: Majoras Mask für das Nintendo 64 eindeutig ein zweischneidiges Schwert. Der Manga dreht sich ebenso wie die Videospielvorlage erneut um den jungen Link, der nach seinen Abenteuern in den beiden Ocarina-of-Time-Mangas nach einer alten Freundin in den östlichen Wäldern suchen möchte. Anstatt auf sie, trifft der junge Held auf das Horror Kid, welches mit ihm Schabernack treibt. Sein Pferd Epona wird entführt und Link wird in einen Deku-Jungen verwandelt. Den Bösewicht verfolgt er bis Unruh-Stadt, wo bereits in drei Tagen der Mond auf das sagenumwobene Land Termina stürzen soll. Zwar gelingt es Link, seine wahre Gestalt wieder zu erlangen und am dritten Tag die Zeit auf Anfang zurückzudrehen, doch kann er nicht tatenlos zusehen, wie das Horror Kid seine bösen Möchte verwirklichen wird – ein nicht aufzuhaltender Kampf gegen die Zeit beginnt. Die liebevoll gezeichneten Orte und Charaktere sind der Videospielwelt, wie schon in den Mangas zu The Legend of Zelda: Ocarina of Time, weitgehend nachempfunden.

Tribut an das Original

Auch in diesem Manga bedienen sich die beiden Zeichnerinnen einigen Tricks, um die Handlung voranzuschreiten und den Leser nicht zu langweilen. So bereist Link nicht jeden Ort des Nintendo-64-Spiels, kämpft beispielsweise gegen die vier Bossgegner meist vor dem Tempel und betritt diesen erst gar nicht. Ebenso wenig trifft Link auf jede Persönlichkeit der Hyrule-Parallelwelt, was in unseren Augen auch ein Stück der Unmöglichkeit gewesen wäre, alle Nebenhandlungen sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Immerhin haben sie die Liebesgeschichte von Anju und Kafei geschickt in die Rahmenhandlung eingebaut, was Fans des Spiels sehr gefallen wird. Zu guter letzt haben sich Akira Himekawa eine 17-seitige Bonusgeschichte ausgedacht, welche die Entstehungsgeschichte von Majoras Maske erzählt. Die ist durchweg gelungen und weiß ebenso zu überzeugen. Die eigentliche Geschichte wird auf 188 Seiten erzählt, die seriösen und teils humorvollen Sprechblasen wurden erneut von Michael Ecke gekonnt übersetzt. Für etwas weniger als sieben Euro erhalten Fans einen würdigen, wenn vielleicht auch teilweise zu kurz gekommenen Manga zu einem der letzten (und besten) Nintendo-64-Spiele.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Wie einige unserer Leser vielleicht schon wissen, ist The Legend of Zelda: Majoras Mask mein absoluter Lieblingsteil der Reihe. Auch wenn mir viele Spieler vorhalten möchten, dass sie der Zeitdruck stört, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Dieses Spielelement zeichnet diesen Titel geradezu aus, in keinem anderen Teil der Reihe gibt es eine Welt, die dermaßen voller Details atmet. Man kennt schon bald jeden Charakter und weiß, wo sich dieser zu welcher Zeit befindet und hat sogar die Option, die Zeit zu manipulieren. Leider ist genau dieses Element im Manga zum Spiel etwas zu kurz geraten. Gerade einmal eine Zeitreise unternimmt unser Held und rettet danach an einem Tag ganz Termina – das mag für die Spannung innerhalb der Erzählweise relativ nützlich sein, doch Kennern des Spiels wie mir, stößt das bitter auf. Besonders bei diesem Ableger hätte man auch noch einen weiteren Manga entwerfen können, um auch auf die Nebencharaktere der Spielwelt einzugehen. Schade, dass dem nicht so nicht, aber immerhin gefällt mir hier sogar die mythische Nebengeschichte über das erste Auftauchen der titelgebenden Maske. Wer das Spiel mochte, wird meiner Meinung nach auch mit dem Manga zufrieden gestellt werden.

Vielen Dank an Tokyopop für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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