Preview: Resident Evil: Revelations

Es ist Nacht. Unser Protagonist durchkämmt ein Herrenhaus und muss dabei einen dunklen Korridor durchqueren. Nichtsahnend brechen plötzlich die Fensterscheiben auseinander! Bluthunde rasen auf uns zu. Mühselig versuchen wir sie mit Schüssen abzuwehren, doch zu spät. Sie töten uns.

So und vermutlich nicht viel anders werden ältere Spieler einen der berühmtesten Momente in der Videospielgeschichte erlebt haben. Resident Evil begründet seinerzeit auf der PlayStation das Survival-Horror-Genre gänzlich neu. Jahr für Jahr erscheinen weitere Teile von Capcoms neuer Gruselserie, zudem auch jede Menge Spin-Offs. 2005 wandelt sich die Serie vom einst recht langsamen Spielprinzip hin zu purer Action. Obwohl dem einen oder anderen Fan diese Änderung nicht gefallen hat, steht unweigerlich fest, dass die Entwickler mit Resident Evil 4 ein Meistwerk geschaffen haben. 2009 erschien mit Resident Evil 5 ein weiteres Spiel, dass die Ursprünge noch weniger eingefangen hat. Vor wenigen Tagen wurde dann Resident Evil 6 angekündigt und obwohl es bisher nur einen Trailer zusehen gab, können wir wohl deutlich davon ausgehen, dass auch hier wieder die Action dominieren wird. Am 27. Januar 2012 ist es aber trotzdem wieder an der Zeit, das alte Gefühl von damals, zumindest ein wenig aufleben zu lassen. Dank der im eShop veröffentlichten Demoversion von Resident Evil: Revelations konnten wir bereits ein paar Tage früher ein relativ gutes Bild vom mittlerweile fertigen Spiel machen. Angesiedelt zwischen dem vierten und fünften Teil der Resident-Evil-Reihe, schlüpfen wir in der Demo in die Rolle von Jill Valentine und müssen uns auf einem mysteriösen Geisterschiff zu unserem Kollegen durchkämpfen.

Gedächtnislücken

Unsere Protagonisten hat keine Erinnerung, wie sie in den verschlossenen Raum gekommen ist. Versuche, die Tür zu öffnen, schlagen fehl. Schnell bemerken wir eine Vorrichtung an der rechten Türseite. Um diese Vorrichtung zu öffnen, ist allerdings ein Schraubenzieher notwenig. Wir sehen uns im Raum um: Fehlanzeige! Im Bad haben wir da schon mehr Glück. In der Badewanne befindet sich abgestandenes Wasser, was wir ablaufen lassen und siehe da – am Boden des Beckens liegt das gesuchte Werkzeug. Jetzt könnten wir die Vorrichtung im Vorraum öffnen, doch ein mit Viren verseuchtes Monster ist im Nebenraum aus dem Schrank gekrochen. Viel Zeit zu Handeln bleibt da nicht. Wir schießen fast unser gesamtes Magazin leer. Notfalls hätten wir auch die Möglichkeit, mit einem Messer auf die Bestie loszugehen. Dies hilft allerdings nicht viel, denn der Abschaum macht keinen Halt davor, unsere Körperteile der Reihe nach verspeisen zu wollen. Nach dem Ableben des Monsters entdecken wir im Schrank neue Munition, die wir schleunigst aufnehmen sollten, denn auch in diesem Spiel herrscht wieder einmal Munitionsknappheit. Jede Patrone kann für unser Überleben entscheidend sein. Der Überlebenskampf gewinnt somit also endlich wieder mehr an Bedeutung. Klasse! Da kommt es ebenfalls zu gute, dass wir nur sehr selten auf Heilkräuter stoßen, mit denen wir uns verarzten können.

Der Tod lauert überall

Uns freut es, dass wir die Kräuter mitten im Geschehen einsetzen können. Energieleisten sind in Revelations aber fehl am Platz. Um den Zustand unseres Charakters einzuschätzen, ist es wichtig, ihn genauestens zu beobachten. Sobald sich Jill etwa an ihre Hüfte packt, scheint der Zustand ernst zu sein. Fortan ist Vorsicht geboten und Heilungsmaßnahmen sollten von uns schleunigst ergriffen werden, doch zurück zu unserer misslichen Lage. Nachdem wir den Schraubenzieher gefunden haben, können wir die Abdeckung der Vorrichtung aufschrauben. Dazu tippen wir die vier einzelnen Schrauben einfach auf dem Touchscreen des 3DS an. Nun sind ein paar Schaltkreise zu sehen, die wir geschickt anordnen müssen, damit die Sicherung der Tür unterbrochen wird und wir in den nächsten Raum vorstoßen dürfen. Schlürfgeräusche sind im Hintergrund zu vernehmen und bereiten uns ein mulmiges Gefühl, schließlich könnte hinter jeder der nächsten Ecken der Tod lauern. Vorsichtig bewegen wir uns von einem Raum zur nächsten Kammer. Hin und wieder stoßen wir hier auf neue Munitionsvorräte, die an der einen oder anderen Stelle wirklich komisch verteilt sind. Kaum jemand würde Pistolenkugeln samt Packung auf einem Tisch mitten in einem Ballsaal vermuten. Da ist das Gewehr im Lagerraum, das bei den Gegnern deutlich mehr Schaden anrichtet, schon viel besser verstaut. Später sammeln wir, selbstverständlich nur zur Selbstverteidigung, auch Granaten ein, die den Feinden das Fürchten lehren.

Beeindruckender Ersteindruck

Um wirklich alle Objekte zu entdecken, stoßen wir in der Demo schon früh auf einen Item-Radar. Mit diesem dürfen wir uns frei im Raum umschauen. Sobald ein verwertbarer Gegenstand geortet werden kann, schlägt das Radar aus. Eine clevere Idee, die hoffentlich das eine oder andere Mal essentiell sein wird, um einem vorzeitigen Ableben vorzubeugen. Bisher konnten wir nämlich alle Items schnell und leicht aufspüren. Das ändert vielleicht der einstellbare Schwierigkeitsgrad, den wir in der Probierversion leider nicht ändern konnten. Die Steuerung funktioniert über die Tastensteuerung und den Touchscreen relativ gut, doch ist das Auswählen der Items und das Nachladen der Waffen teilweise etwas umständlich ausgefallen. Sobald man sich daran aber gewöhnt hat, so denken wir, könnte man sicherlich deutlich schneller in den jeweiligen Situationen reagieren – schließlich ist das für Revelations unabdingbar. Zusätzlich wird das Spiel mit dem Circle Pad Pro spielbar sein, welches einzeln oder auch im Bundle mit Revelations erscheinen wird. Optisch macht das Spiel dank des Tiefeneffekts einen sehr guten Eindruck. Aus der Verfolgsperspektive haben wir echt das Gefühl, dass die Räumlichkeit zum Greifen nahe sind. Hier hat Capcom ebenso gute Arbeit geleistet, wie die englischen Synchronsprecher. Hierzulande soll das Spiel übrigens auch komplett auf Deutsch vertont sein. Wir sind schon sehr gespannt, wie sich die deutschen Sprecher in Resident Evi: Revelations machen werden, denn hier sehen wir nach einer halben Stunde Spielzeit den einzigen (wirklichen) Schwachpunkt, an dem der Titel scheitern könnte.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-3DS-Demofassung): Selten war ich von einem Spiel bereits in der Demo so angetan, wie es bei Resident Evil: Revelations der Fall ist. Die schaurigschönen Hintergrundgeräusche, der Kampf ums nackte Überleben, gelegentliche Rätseleinlagen und gewisse Schreckmomente machen Lust auf mehr – nach viel mehr! Gerne würde ich die Vollversion schon jetzt in den Händen halten, doch dafür muss ich mich wohl noch ein paar Tage gedulden. Obwohl ich von der Steuerung (aus der letzten Demo, die Resident Evil: The Mercenaries 3D beilag) damals noch nicht so viel abgewinnen konnte, funktionierte dies in der neuen Fassung nochmals besser. Ich bin aber trotzdem sehr gespannt darauf, wie sich die Steuerung mit dem Circle Pad Pro anfühlt. Revelations wird zumindest erst einmal der Titel sein, der für die neue Hardware konzipiert ist. Jene, die sich die zusätzliche Peripherie nicht zulegen möchten, müssen aber nicht besorgt sein. Die jetzige Steuerung, wenn sie denn unverändert in die finale Version übernommen wird, funktioniert bereits sehr gut, wenn auch nicht gänzlich perfekt. So oder so – Resident Evil: Revelations hat das Zeug dazu, eines der schönsten, spannendsten und abwechslungsreichsten Titel für den kleinen Handheld aus dem Hause Nintendo zu werden!

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