Nachdem wir vorgestern bereits auf die erste von drei DVD-Boxen des Animes Angel Beats! aufmerksam gemacht haben, möchten wir euch heute bereits die nächsten vier Episoden der Reihe vorstellen, in denen nichts so ist, wie es anfangs schien.
Wer die ersten Folgen noch nicht gesehen hat und sich für den Anime interessiert, sollte wohl nicht weiterlesen, denn um auf die Handlung einzugehen, sind einige Schlüsselmomente zur vollständigen Erklärung unabdingbar zu nennen. Am Ende von Episode 5 gelingt es der Front, den Engel, durch das Manipulieren der Prüfungen, zu entmachten. Kurz darauf steht jedoch schon das nächste Problem an, denn da der Engel ihren Posten als Schülersprecherin räumen muss, rückt der Vizepräsident nach und entpuppt sich eigenmächtig als Gott. Dies stellt sich aber als Irrtum heraus, denn der Vizepräsident ist nichts weiter als ein Mensch, der ebenfalls in der Welt von Angel Beats! ausharren muss. Er verbündet sich mit der Front und selbst der zu Beginn als Bedrohung eingestufte Engel wird als Freundin in der Gruppe empfangen. Es gibt deswegen aber nicht weniger Action und Spannung in den vorliegenden vier Episoden, da die Front nicht nur mit Engeldoppelgängern, sondern auch mit Erinnerungen konfrontiert werden. In unserem letzten Review haben wir noch vermutet, dass Angel Beats! auf die Aufklärung von Otonashis Vergangenheit hinarbeitet, doch dies hat sich mittlerweile relativiert. Wie in der Serie Lost erleben einige Charaktere Flashbacks an ihr früheres Leben. Am Ende klärt der Engel Otonashi sogar auf, welche Bedeutung sie in dieser Welt hat, womit sich der Anime für die verbliebenen Episoden ein ganz neues Ziel setzt. Interessant.
Flashbacks
Langweilig sind auch die Episoden 6 bis 9 nicht, denn neben vielerlei Kampfeinlagen, erleben die Freunde auch gemeinschaftliche Abenteuer. So verstoßen sie (einmal mehr) gegen die Schulordnung und angeln am nahen Fluss. Das weckt Hoffnung, dass vor dem großen Finale noch weitere Orte außerhalb des Schulgeländes gezeigt werden. In diesen vier Episoden ist es allerdings nur der Fluss gewesen, denn wir kurzzeitig als neuen Schauplatz erleben durften. Die Erlebnisse wecken in der Front neue Gemeinschaftsgefühle, die zwar mit Humor schnell wieder relativiert werden, doch die Charakterentwicklung glaubhaft gestalten. Dies erkennen wir auch an den schön in Szene gesetzten Rückblenden der Charaktere. Im Vorfeld ist es wohl kaum möglich zu erahnen, welchen Beruf Otonashi ausübt. Durch diese Flashbacks ist es dem Zuschauer viel besser möglich, sich mit den einzelnen Charakteren zu identifizieren, da jetzt endlich ein größeres Spektrum an Hintergründen vorliegt. Mittlerweile dümpelt der Anime auch nicht mehr vor sich hin, wie es noch in den ersten fünf Episoden der Fall war. Es ist zu sehen, dass die Köpfe hinter Angel Beats! nun ein klares Ziel vor Augen haben, auf welches sie hinarbeiten möchten. Das kann unserer Meinung nach auch sehr gut gelingen, sofern jetzt keine weiteren größeren oder eher gesagt unpassenden Wendungen eintreten.
Kürzere Laufzeit
Auf der technischen Seite überzeugt Angel Beats! Vol. 2 wieder einmal mit einem sehr klaren Bild im 16:9-Format. Es wird noch größeren Wert auf die Charaktere gelegt, wodurch auch die zahlreichen Nebenfiguren noch plastischer wirken. Die Hintergründe verstärken dies nur. Akustisch liegen auch diese vier Episoden in Dolby Digital 2.0 vor. Dies gilt sowohl für die japanische Originaltonspur (mit zuschaltbaren deutschen Untertiteln), als auch für die deutsche Tonspur. Bei der Synchronisation gibt es ebenfalls wenig zu meckern. Die Stimmen von Tim Sander, Tanya Kahana, Jan Sebastian Makino und Shanti Chakraborty wurden passend für ihre Rollen ausgewählt. Leider ist das Bonusmaterial auch in der zweiten DVD-Ausgabe recht mickrig ausgefallen. Neben den mit bewegten Bildern ausgestatten Vorschauclips auf die nächsten Episoden, befinden sich wieder nur das Intro und Outro ohne Texteinblendungen mit auf der Disc. Ein Audiokommentar ist zwar wieder mit enthalten, doch enttäuscht dieser wie bereits sein Vorgänger in Angel Beats! Vol. 1. Die Zeit könnt ihr deutlich besser investieren. Das Animationsstudio Progressive Animation Works hat hier unserer Meinung nach keine Qualitätssicherung betrieben, da der Inhalt des Kommentars in keiner Weise von Bedeutung für die Serie ist. Die vorliegenden vier Episoden sind auch dieses Mal jeweils circa 23 Minuten lang. Die gesamte Spielzeit fällt somit kürzer aus, als bei Angel Beats! Vol. 1, doch das macht kaum etwas. Die Serie begeistert Fans weiterhin!
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Über den mehr als nur dürftigen Audiokommentar möchte ich mich in diesem Fazit eigentlich nicht auslassen, doch ich verstehe beim besten Willen nicht, wie das Animationsstudio auf die Idee gekommen ist, nichtssagende und unnütze Informationen an den Zuschauer zu übermitteln. Ich war also einmal mehr enttäuscht, was das Bonusmaterial von Angel Beats! betrifft. Dafür hat mir der Anime wieder einmal etwas mehr gefallen, zumal es Antworten gab und sich die Charaktere über die vielen Rückblenden entwickelt konnten. Dadurch ergibt sich leider, dass das primäre Ziel der Serie mehr als nur einmal gewechselt wird. Ich kann mir jetzt nämlich sehr gut vorstellen, dass die letzten vier Episoden (die im Februar erscheinen werden) sich einfach nur um das endgültige Verlassen der Welt von Angel Beats! drehen werden. Sollte man dies allerdings intelligent in die Story einweben, so könnte dies durchaus spannend werden. Wenn das Animationsstudio technisch wieder so gute Arbeit bezüglich der Optik und der Akustik liefert, wird auch Angel Beats! Vol. 3 ein Genuss für jeden Anime-Fan!
Vielen Dank an Universum Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Angel Beats! Vol. 2!