Mehr als zwei Millionen Zuschauer haben sich Haunters: Wenn Blicke töten können in den koreanischen Kinos angeschaut. Diese zwei Millionen Kinobesucher haben den Kampf zweier junger Männer mitverfolgt, die unterschiedlicher nicht sein können.
Der kleine koreanische Junge Cho-in besitzt eine Gabe, die mit Sicherheit jeder von uns gerne einmal ausprobieren möchte. Mit seinem Blick kann er Menschen kontrollieren, um Dinge zu tun, die sie von selbst nicht tun würden. Seine Mutter erkennt die Gefahr, die in ihrem Sohn schlummert und verbindet ihm die Augen. Als eines Tages Cho-ins Vater seine Mutter brutal schlägt, nimmt Cho-in den Verband ab und setzt die Fähigkeit zum Wohle seiner Mutter ein. 19 Jahre vergehen, Cho-in muss alleine aufwachsen, da seine Mutter sich in seiner Nähe nicht mehr wohlfühlt. Zu diesem Zeitpunkt verlagert sich die Handlung des Films auf Kyu-nam, der angefahren wird, im Krankenhaus landet und seinen Job verliert. Nach seiner Genesung erhält er eine zweite Chance in einem Pfandleihhaus. Eines Tages taucht dort der innerlich zerstörte Cho-in auf, um das Geschäft auszurauben – Kyu-nam ist jedoch immun gegen seine Fähigkeit. Daraufhin entbrennt eine bittere Feindschaft, die sich über die gesamte Handlung des Films erstreckt. Als Cho-in Kyu-nams Chef ermordet, macht Kyu-nam gemeinsam mit seinen zwei Freunden Jagd auf Cho-in, doch wie soll man einen Menschen stoppen, der einen eine ganze Armee auf den Hals hetzen kann?
Ausdrucksstarke Gegenspieler
Diese Frage werden wir euch in diesem Review aus Spoiler-Gründen selbstverständlich nicht beantworten, trotzdem verraten wir euch, dass der Zwist zwischen dem gutmütigen Kyu-nam und dem hasserfüllten Cho-in durchweg spannend und abwechslungsreich geschildert ist. Die Macher haben es geschafft, die beiden Figuren so gegensätzlich wie möglich zu gestalten und den Ausgang der Geschichte dabei nicht zu sehr in die Länge zu ziehen. Die Schauspieler Go Soo (Kyu-nam) und der von vielen Koreanern geliebte Schauspielkünstler Kang Dong-won (in diesem Film als Cho-in) haben ihren Charakteren gehörig Ausdruck vermittelt. Go Soo spielt Kyu-nam anfangs zurückhaltend und ruhig, später dann mit klarem Ziel vor Augen viel selbstsicherer. Cho-ins Darsteller wird von Szene zu Szene immer zorniger und an einigen Stellen sogar glaubhaft ängstlich, wenn er doch einmal in seiner Rolle in die Ecke gedrängt wird. Wer sich die koreanische Tonspur beim Film zuschaltet, bekommt das beste Ergebnis geliefert. Die deutsche Synchronisation ist zwar gut, kommt aber nicht an das ausdrucksstarke Original heran.
Wenn Bonusmaterial töten könne
Das Tonformat liegt in DTS-HD Master Audio 5.1 vor, sowohl in Deutsch als auch in Koreanisch. Niederländische und deutsche Untertitel sind jederzeit zuschaltbar. Die Hintergrundmusik für diesen Film ist zweckmäßig. Sie unterlegt das Geschehen gut und macht sich niemals negativ bemerkbar. Leider reißt der Soundtrack somit bei diesem Film aber auch keine Bäume aus, das Geschehen wird also auf die Handlungsorte und die Charaktere fokussiert. Da der Film auf Blu-Ray mit 1080p und im 16:9-Format daherkommt, erhält man durchweg viele visuelle Informationen – da kann man die musikalische Untermalung gerne in den Hintergrund stellen. Neben dem 108-minütigen Film befindet sich auf der Disc nur der originale Trailer, Trailer zu anderen Filmen aus dem Hause Splendid Film und ein kurzes Musikvideo. Schade, hier hätte uns ein Audiokommentar über Ideen zum Film und deren Auswirkungen sehr gut gefallen. Wir können euch Kim Min-suks Werk trotzdem empfehlen, sofern ihr ein Faible für Mystery- und Thriller-Filme habt und ein interessantes Konzept erleben möchtet.
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf der Blu-Ray-Fassung): Haunters: Wenn Blicke töten können hat mir von Anfang bis Ende ganz gut gefallen, allerdings zählt Kim Min-suks Film sicherlich nicht zu den besten Filmen seiner Art. Ich kann beispielsweise nicht verstehen, was Koreaner so an Kang Dong-won finden. Irgendwie werde ich mit seiner Rolle als Antagonist in diesem Film nicht wirklich warm, obwohl seine schauspielerische Leistung alles andere als schlecht ist. Mit Go Soo kann ich mich schon eher identifizieren – auch seine beiden Freunde, die in diesem Film ausnahmsweise mal keine Koreaner sind, haben durchaus zur Unterhaltung bei Haunters: Wenn Blicke töten können beigetragen. Sehr gut gefallen haben mir dann aber die Szenen, wo Cho-in und Kyu-nam aufeinandertreffen, auch wenn ich – wie bereits erwähnt – Kang Dong-won als nicht gerade fördernd für das Gesamtbild finde, wird in diesen Szenen Hass, Vorsicht, Ehre und Hilfe vortrefflich gut verkörpert. Wer den Film bis zum Ende sieht, wird auch mehrmals von der Story her überrascht werden. Während in amerikanischen Filmen bereits an einer bestimmten Stelle Schluss gewesen wäre, setzt dieses koreanische Werk in jener Stelle zu einem erweiterten Countdown an. Das Ende an sich ist überraschend und wer sich einmal mit Kyu-nam anfreunden kann, wird dieses in guter Erinnerung behalten.
Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Haunters: Wenn Blicke töten können!