Als wir vor einigen Wochen die erste Ausgabe von Puella Magi Madoka Magica vorgestellt haben, konnten wir ihn noch bedingungslos männlichen Zuschauern empfehlen. An der einen oder anderen Stelle kann sich das für so manch einen unserer Leser vielleicht ändern.
Zunächst erinnern uns wir jedoch an die Geschehnisse der ersten vier Episoden. Die Schülerin Madoka Kaname hatte eines Tages einen Alptraum, in welchem sie ein Mädchen gesehen hat, welches gegen ein düsteres Monstrum gekämpft hat. Am darauffolgenden Morgen wird ihr genau dieses Mädchen als ihre neue Mitschülerin Homura vorgestellt. Während dieser Vorfall nicht schon kurios genug sei, hört sie beim Besuch eines Musikladens eine seltsame Stimme. Sie trifft das um Hilfe rufende und magische Wesen Kyubey, welches in jenem Augenblick von ihrer neuen Mitschülerin Homura angegriffen wird. Nach seiner Rettung erzählt Kyubey, dass es in der Welt Magical Girls gibt, die in Parallelwelten gegen furchteinflößende Hexen kämpfen, um die Menschheit zu beschützen. Kyubey möchte Madoka zu einem Magical Girl machen, wie es auch Homura eines ist. Madokas Freundin Sayaka schließt mit Kyubey einen Pakt und wird ein Magical Girl. Als Ausgleich wird ein für Sayaka sehr wichtiger Freund von einer langwierigen Krankheit befreit. Inzwiscehn ist das neue Magical Girl Kyouko Sakura in der Stadt aufgetaucht, welches aus guten Gründen aber kaum mehr den Regeln folge leistet – Streitigkeiten zwischen ihr, Sayaka und Homura sind somit an der Tagesordnung. Der Kampf gegen die Hexen geht weiter, doch Madoka wurde immer noch zu keinem Magical Girl. Während sich die ersten vier Episoden sehr viel Zeit genommen haben, um die Charaktere zu beschreiben, nimmt dieses Tempo auch bei den nächsten vier Episoden nicht ab.
Zickenkrieg bei den Magical Girls
Während das Grundkonzept bereits zugenüge in den vorherigen Folgen erläutert wurde, wird es hier nur noch verfeinert. Die Geschichte wird hingegen immer undurchsichtiger, da das neue Magical Girl neue Aspekte mit in die Handlung einbringt und die Geheimnisse rund um Kyubey immer noch ungelöst sind oder sich sogar verdichten. Endlich scheint sich auch ein bösartige Gegenspieler der Magical Girls herauszukristallisieren. Hier wird die dritte und letzte Ausgabe von Puella Magi Madoka Magica wohl endgültig Klarheit verschaffen – oder sollte es zumindest. Denn überzeugt sind wir von dem mittleren Episoden-Paket nicht sonderlich. Die Kämpfe zwischen den Magical Girls gegen die Hexen und auch untereinander werden zwar wieder einmal spannend in Szene gesetzt, doch leider wird die Handlung mit einer sehr depressiven Stimmung vorangetrieben. Für den einen oder anderen Leser mag das vielleicht noch nicht schlecht sind, wohl aber der sich abzeichnende Zickenkrieg zwischen den Magical Girls. Wir wissen nicht, was sich die Köpfe hinter dem Anime dabei gedacht haben, doch auf Dauer können wir das sicherlich nicht vertragen. Die Lage scheint sich zum Ende der achten Episode wieder zu normalisieren, um die Geschichte zu einem gelungenen Finale fortzuführen. Das Bildformat wird dabei weiterhin in 16:9 präsentiert, wobei in der ersten Szene einer jeden Folge schwarze Balken am oberen und unteren Bildschirmrand kurzzeitig stören könnten.
Empfehlenswerte Fortsetzung der Reihe
Für die deutsche Synchronisation hat man sich wieder einmal auf die bekannten Stimmen von Lydia Morgenstern, Kaya Möller oder Rubina Kuraoka verlassen. Alle Synchronsprecher tragen zur Stimmung in der deutschen Fassung bei und passen absolut zu ihren Rollen. Die deutsche (in Dolby Digital 5.1) und die japanische (in Dolby Digital 2.0) Tonspur machen auch hier einen hörbar guten Eindruck. Da jede Episode jeweils eine Lauflänge von mehr als 23 Minuten hat, kommt die zweite Vol. ebenfalls auf eine ungefähre Gesamtlaufzeit von einhundert Minuten. Zu einer Episode liegt zudem als Bonusmaterial auch hier wieder ein Audiokommentar bei, der aber nicht wirklich über den Anime informieren möchte. Viel mehr tragen die japanischen Sprecher zur Unterhaltung bei. Das wirkt hierzulande befremdlich, ist in Japan aber schon seit längerer Zeit Gang und Gäbe. Der Audiokommentar und selbstverständlich auch die Episoden sind mit optionalen Untertiteln ausgestattet. Falls ihr den japanischen Opening-Song inklusive dem Intro genießen wollt, dürft ihr euch wie bei Vol. 1 ein Textless Opening ansehen. Sammler freuen sich darüber, dass auf der Rückseite des Inlays ein Wendecover enthalten ist, auf dem sich kein nerviges FSK-Logo befindet. Sieht man von der depressiven Stimmung und dem lahmen Zickenkrieg zwischen den Magical Girls ab, kann auch die zweite Ausgabe von Puella Magi Madoka Magica überzeugen – wir hoffen bei Vol. 3 allerdings auf Besserung.
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Wer von euch mein Review zur ersten Ausgabe von Puella Magi Madoka Magica gelesen hat, wird sehr wohl wissen, dass ich den Anime sehr interessant und auch spannend fand. Die hier vorliegenden vier Episoden haben mir diese Spannung allerdings genommen, denn die aufkommende depressive Stimmung und die ständigen Rangeleien der Magical Girls gefallen mir als männlichen Zuschauer jedenfalls nicht. Außerdem kann ich mir echt nicht vorstellen, wer auf diese Idee gekommen ist. Der eine oder andere Streit zwischen den Charakteren würde ich mir durchaus gefallen lassen, aber in Puella Magi Madoka Magica fauchen sich die Magical Girls auf einmal ständig an. Ich hoffe sehr, dass sich das bei den letzten vier Episoden wieder ändern wird. Deshalb möchte ich auch hier nur bedingt meine Kaufempfehlung aussprechen, da ich beim besten Willen immer noch nicht weiß, wie der Anime zu Ende gehen wird und womit man hier noch rechnen kann. Wer auf meine Meinung wert legt, sollte also noch kurzzeitig mit dem Kauf warten und auf mein in Kürze erscheinendes Review zur dritten Vol. warten, um sicherzustellen, dass sich die Anschaffung auch lohnen wird. Wer aber mit einer teilweisen depressiven Stimmung und auch mit den angesprochenen Rangeleien leben kann, darf natürlich sofort zuschlagen.
Vielen Dank an Universum Film für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars!