In den späten Achtzigern legte man bei vielen Games abseits von Rollenspielen noch keinen großen Wert auf eine Story, die uns durch das Abenteuer leiten sollte – und genau dieses Phänomen dürfen wir im GameBoy-Klassiker Double Dragon von 1990 erleben.
Nicht nur Klempner Mario kennt das Problem, dass seine Freundinnen andauernd von so manchen Bösewichtern entführt werden. Billy Lee, der Hauptdarsteller des Spiels, muss mit erleben, wie seine Freundin von durchtriebenen Fieslingen entführt wird. Selbstverständlich lässt er es sich nicht nehmen und schreitet sofort zur Tat. Die Rettungsaktion entpuppt sich aber mühseliger als gedacht, da wir es in Double Dragon ständig mit mehr oder weniger gefährlichen Gegnern zu tun bekommen, die uns das virtuelle Leben schwer machen möchten. Dabei stehen uns einige Angriffsmöglichkeiten zur Verfügung. Wir treten und schlagen unsere Gegner windelweich und schrecken dabei auch nicht zurück, Sprungangriffe oder Ellbogenangriffe zu nutzen, um unser Ziel zu erreichen. Gelegentlich dürfen wir auch Objekte aufnehmen und diese auf die Gegner werfen. Während die meisten Feinde noch relativ einfach zu bezwingen sind, sind die Bossgegner der ganzen vier (!) facettenreichen und mit Fallen bestückten Levels eine ganze Hausnummer schwieriger zu besiegen, sofern wir ihre Schwachstelle noch nicht erkannt haben.
Drachenstarkes Beat ’em Up
Später sind es aber die bereits genannten Fallen und Abgründe, die uns das Vorankommen in Double Dragon teilweise als sehr schwierig erscheinen lassen. Da wir die Spielfigur während des Sprunges nicht mehr kontrollieren können, muss besonders bei breiten Abgründen jeder Sprung genauestens mit der Spielwelt abgestimmt sein. Da wir nur für eine gewisse Anzahl an erkämpften Punkten einen weiteren Versuch erhalten, sehen wir den Game-Over-Bildschirm öfters als uns lieb ist, doch kaum fangen wir das Spiel wieder von vorne an, bemerken wir so schnell, dass unsere Schläge und Tritte besser bei den Gegnern sitzen und wir noch schneller durch die gradlinigen Levels vorankommen. Das gefällt und motiviert uns. Optisch gehört Double Dragon zum Besten, was der GameBoy in seinen ersten Jahren gezeigt hat. Schöne Hintergründe und gut modellierte Gegner gefallen uns genau so sehr, wie der coole, aber leider zu dünne Soundtrack des Spiels. Leider kann die Virtual-Console-Fassung nicht zu zweit gespielt werden, obwohl es technisch via Infrarotschnittstelle des Nintendo 3DS sehr wohl möglich gewesen wäre, schade! Fans von Beat ’em Ups, die es auch gerne mal mit mehren Gegnerhorden aufnehmen möchten und nichts gegen eine Nettospielzeit weit unter einer Stunde einzuwenden haben, dürfen sich Double Dragon unbedenklich auf ihren Nintendo 3DS herunterladen.
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf der Virtual-Console-Fassung): Damals konnte ich nie so wirklich viel mit Beat ’em Ups abseits der Street-Fighter-Serie anfangen, doch zu Beginn des Jahres begann meine Leidenschaft für asiatische Martial-Arts-Filme und seitdem bin ich bei jedem noch so kleinen Funken asiatischer Kampfkunst mit dabei, egal bei welchem Spiel, Film oder sonstigen Medien. Double Dragon hat mich aus diesem Grund direkt von Anfang in seinen Bann gezogen und immer wenn der Game-Over-Bildschirm aufpoppt, starte ich das Spiel direkt von Neuem. Das leicht zu verstehende und dennoch herausfordernde Spielprinzip gefällt mir und genau deswegen werde ich Double Dragon bestimmt mehr als nur einmal von Anfang bis Ende durchspielen wollen. Schade nur, dass der Zweispielermodus in der Virtual-Console-Ausgabe nicht funktioniert und dass es aufgrund der leider viel zu geringen Level-Anzahl keine Speicher- oder Passwortfunktion gibt, diese Punkte zusammen hätten das Spiel durchaus massentauglicher machen können.
Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des eShop-Guthabens!