Nachdem wir uns im letzten Monat die erste Serienbox von der Serie Dragonball angeschaut haben, konnten wir uns in diesem Monat bereits der zweiten von insgesamt sechs Ausgaben widmen, in der es genauso lustig und obendrein genauso spannend weitergeht.
Nachdem die neu gewonnenen Freunde in den ersten 28 Episoden zum ersten Mal auf die Suche nach den mysteriösen Dragonballs gegangen sind, Son Gokū viele Monate lang beim Herrn der Schildkröten trainiert und das große Turnier nur knapp verloren hat, ist mittlerweile genügend Zeit ins Land gestrichen. Die Dragonballs sind aus ihrem steinernen Schlaf erwacht und da Son Gokū gerne die Drachenkugel, die ihm einst sein Großvater geschenkt hat, zurück erlangen möchte, begibt er sich erneut auf die Suche nach den sieben Kugeln. Die Suche nach den Dragonballs beginnt langsam und die Geschichte nimmt sich genügend Zeit, kleine Story-Ausflüge anzureißen oder neue Handlungsstränge aufzuwerfen. Je näher Son Gokū allerdings den Dragonballs kommt, desto öfters wird er mit alten und neuen Widersachern konfrontiert. Das wäre zum einen der kleine, reiche und fiese Prinz Pilaw, der jetzt mit einem fliegenden Schloss in den Wolken auf der Suche nach den Dragonballs ist und zum anderen wäre das auch die gefürchtete Red-Ribbon-Armee. Der Kommandant der militärischen Einrichtung trachtet offenbar nach der Weltherrschaft und schickt seine gefährlichsten Oberbefehlshaber erst auf die Suche nach den Drachenkugeln. Später jedoch sollen eben diese Männer Jagd auf Son Gokū machen, da dieser dem Kommandanten auf lange Sicht ein Dorn im Auge sei.
Dragonball-Dr.-Slump-Crossover
Die Episoden 29 bis 57 umfassen somit den ersten Teil der zweiten Suche nach den Kugeln. Wir erleben unter anderem, wie Oberst Silver, Prinz Pilaw und Son Gokū einen Dragonball gleichzeitig suchen und wie es Son Gokū in die nördliche Hemisphäre verschlägt, zusammen mit Bulma und Kuririn auf Schatzsuche geht und schlussendlich im beschaulichen Städtchen Pinguinhausen strandet. Besonders die letzten Folgen in Pinguinhausen gehören wohl zu den bekanntesten und lustigsten Episoden in Dragonball, zumal der Handlungsstrang auch in der Serie Dr. Slump (jener Manga spielt auch im Dragonball-Universum) ebenfalls einmal mehr aufgegriffen wird. An dieser Stelle hoffen wir sehr, dass Dr. Slump früher oder später auch auf DVD veröffentlicht wird (gerne auch die hierzulande eher unbekannte erste Serie). Die Geschichten aus Pinguinhausen über Senbei Norimaki, Arale und Co. würden wir uns sehr gerne in Erinnerung rufen. In Dragonball ist und bleibt es das einzige Crossover der beiden Franchises – alles andere würde die Dragonball-Handlung aber auch zu weit weg vom Ursprung führen. Dieser kommt in der zweiten Serienbox hingegen wieder zur Geltung. Die Suche nach den Dragonballs ist so spannend wie in den ersten Episoden und auch die Kämpfe gegen die Oberbefehlshaber der Red-Ribbon-Armee steuern ihren Teil zum Geschehen bei.
Umstellung auf Originalbezeichnungen
Optisch haben sich die Episoden der zweiten Serienbox ebenfalls verbessert. Zwar gibt es hier und da noch kleinere Bildverunreinigungen, doch die sind nicht der Rede wert. Wichtiger ist es aber, dass das Bild im 4:3-Format nun nur noch wackelt, wenn auch wirklich ein Erdbeben angedeutet werden soll. Über diese technische Verbesserung freuen wir uns ebenso sehr, wie die endlich erfolgte Umstellung auf Originalbezeichnungen. Diese Umbenennungen treten zwar erst bei den letzten Episoden in dieser Box auf, doch die Schockwelle der alten Ahnen hat ausgedient und wird nun als Kamehame Ha bezeichnet. Son Gokūs Überschallwolke hört nun auch auf den Namen Jindujun – so wie wir es auch aus den späteren Abenteuern unseres Helden kennen. Für die musikalische Begleitung zeichnet sich niemand geringeres als Shunsuke Kikuchi verantwortlich. Seine fröhlichen und bedrohlichen Melodien begleiten uns seit jeher hervorragend durch das Dragonball-Universum. Wie schon bei der ersten Serienbox liegt auch bei der zweiten Box nur die deutsche Synchronisation in der RTL2-Fassung über die komplette Laufzeit von circa 620 Minuten vor. Eine japanische Synchronisation und ungeschnittenes Bildmaterial ist wieder einmal nicht vorhanden, aber das haben wir erwartet. Das mag zwar schade sein, doch wer nur die gute deutsche Tonfassung erleben möchte, wird auch mit der zweiten Serienbox, die wir in unserer Prime Time ebenfalls vorstellen, sehr zufriedengestellt.
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf den Episoden 29 – 57 der Serie): Ich habe ganz verdrängt, wie sehr die Serie nach dem ersten großen Kampfsportturnier ausgeschmückt wurde. Viele neue Charaktere, wahnwitzige Ideen (Son Gokū in Pinguinhausen) und abwechslungsreiche Orte machen die zweite Serienbox zu einem Genuss für Dragonball-Fans. In gerade einmal drei Tagen habe ich mir alle Episoden angeschaut, da sie für mich einfach spannend gestrickt sind und mich mit ihrem ganz speziellen Humor bei Laune halten können. Dragonball ist auch hier noch einfach der Anime für mich, mit dem ich mich am meisten identifizieren kann. Eine gute und witzige Handlung, spannende Kämpfe, illustre Charaktere und wahnwitzige Ideen. Das bekomme ich zwar auch in ein paar anderen Animes geliefert, aber Dragonball schafft genau das wie aus einem Guss zu erreichen. Ich danke Akira Toriyama dafür, dass er Dragonball geschaffen hat und eines ist mir beim Anschauen der Serie bewusst geworden: Irgendwann und irgendwie muss Dr. Slump doch ebenfalls einmal auf DVD erscheinen – ich vermisse diese Serie auf einmal wie verrückt, genau so wie ich zuvor Dragonball auf DVD vermisst habe.
Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Dragonball Box 2 (Episoden 29-57)!